Keller, Friederike

Keller, Friederike

Arbeitstitel

Eine konzeptionelle und empirische Untersuchung zum Abendmahlsverständnis von Kindern

Wissenschaftliche Betreuer

Prof. Dr. Martin Schreiner (Institut für Ev. Theologie, Hildesheim),

Prof. Dr. Martin Steinhäuser (Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie, Moritzburg)

Inhalte des Promotionsvorhabens

In der Diskussion um die Teilnahme von Kindern am Abendmahl war und ist das Argument: „Die Kinder verstehen nicht, was sie feiern.“ eines der leitenden gegen die Öffnung des Sakramentes für Kinder. Für die Landeskirchen stellt das Verstehen des Abendmahls eine Voraussetzung für die Teilnahme dar, so votierte um 1980 die Mehrzahl der westdeutschen Landeskirchen für das Erreichen des Grundschulalters, (Vgl. Comenius-Institut, 1983, 29) die meisten ostdeutschen Landeskirchen hingegen verständigten sich darauf, dass Kinder etwa ab dem vollendeten achten Lebensjahr am Abendmahl teilnehmen können. (Vgl. Comenius-Institut, 1983, 195) Doch darüber, wann, unter welchen Voraussetzungen und wie Kinder das Abendmahl verstehen, liegen keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse vor.

Das Forschungsvorhaben will die Perspektive von Kindern zum Abendmahl entdecken und damit denen, die im Mittelpunkt der Diskussion stehen, zu Gehör verhelfen. Zuvor soll geklärt werden, ob das Argument, dass das Verstehen des Abendmahls der Teilnahme vorausgehen sollte, berechtigt ist. Außerdem soll präzisiert werden, wie ein Verstehen des Abendmahls gedacht werden kann. Damit soll Klarheit in die Ausganssituation der Diskussion um ein Abendmahl mit Kindern geschaffen werden.

Methodische Vorgehensweise

Für das Forschungsvorhaben soll eine Datenerhebungsmethode gewählt werden, die für Kinder in unterschiedlichem Alter angemessen ist. Während die sprachliche Kommunikation für kleine Kinder oft schwer ist (Vgl. Fuhs, in: Heinzel, 2012, 87f.) können sie sich eher durch künstlerische Artefakte ausdrücken, da sie ihrer alltäglichen Form der Wirklichkeitsverarbeitung entsprechen. Das Forschungsvorhaben kann deshalb nicht nur aus sprachlicher Kommunikation bestehen. In einem ersten methodischen Schritt sollen die Kinder deshalb Bilder malen. Ergänzend zu den gestaltenden Bildern sollen Kreisgespräche und qualitative Interviews mit einzelnen Kindern geführt werden. Dies könnte die Reflexion der Kinder verstärken und somit auch die Deutemöglichkeit des Forschenden präzisieren.