Dübbers, Carsten

Dübbers, Carsten

Arbeitstitel

Von der Staats- zur Bürgerpolizei?

Eine empirische Studie zur Polizistenkultur im Wandel

Betreuer

Prof. Dr. Thomas Ohlemacher, Universität Hildesheim

Prof. Dr. Michael Corsten, Universität Hildesheim

Email

carstenduebbers(at)googlemail.com

Bildungsgang

1998Dipl. Verwaltungswirt, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (FHöV NRW)
2009Master of Arts, Studiengang "Master of Public Administration / Police Management", Deutsche Hochschule der Polizei Münster (DHPol)

 

Berufliche Tätigkeit

1989-1995Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Essen e.V. (Zivildienst, kaufm. Ausbildung, Sachbearbeiter in der Verbandsorganisations- und Öffentlichkeitsarbeit, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten)
1995-1998Ausbildung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst
1998-2005verschiedene Verwendungen im gehobenen Polizeivollzugsdienst
2005-2009Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst
2009-2011Dezernent beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste des Landes NRW
seit 2010Führungskräftetrainer an der DHPol, Übungsleiter an der Akademie für Kriesenmanagement, Notfallvorsorge und Zivilschutz Bad Neuenahr Ahrweiler
seit 2011Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

 

Abstract

Von einer Staatspolizei zu einer modernen Bürgerpolizei mit Ansätzen eines „community policing“, die sich als Teil der Demokratie begreift und sich vorbehaltlos der Kontrolle des Souveräns stellt, ist es ein langer Weg. Während noch in den 70iger Jahren Demonstranten pauschal als Gegner gesehen wurden, so hat sich die Einstellung – bei allen Problemen – deutlich geändert. Hier sind es aber nicht nur die Vorgaben der Politik und der Polizeiführung, die den Umgang mit dem Bürger prägen, sondern die speziellen Polizistenkulturen, die in den einzelnen Organisationseinheiten der Polizei gerade so unterschiedlich sind.

Bisher hat sich die sozialwissenschaftliche Forschung insbesondere auf das Außenverhältnis – das Verhältnis Polizei zu Bürger – beschränkt. Die innerpolizeiliche Forschung ist eher unterrepräsentiert. Durch die Dissertation von Anja Mensching, die sich in qualitativer Forschung der Polizei Niedersachsen im Innern genähert hat, wurde ein Fundament für die Schließung der Forschungslücke gelegt.

Meine Arbeit soll über diese Differenzierung der Perspektiven hinausgehen. Zum einen dadurch, dass neben einem qualitativen Teil zunächst der Zugang zum Ist-Zustand am Beispiel der Kölner Polizei in einer quantitativen Befragung erfolgt. Der Online-Fragebogen ist mit 991 Teilnehmern (ca. 70 % Teilnahmequote) bereits erhoben. Hierbei wurden sowohl Fragestellungen, die den Umgang miteinander, als auch im Verhältnis Polizei-Bürger widerspiegeln operationalisiert. Zum anderen in einer Analyse der Polizeiforschungen zum Innen- und zum Außenverhältnis. Hierbei wird sich zeigen, dass sich die einzelnen (Sub-) Kulturen in ihrer Wirkung nach innen und nach außen nicht trennen lassen. Die Arbeit will sich aber nicht in den Kontext der wachsenden Polizeiforschung (insbesondere der DHPol) von innen stellen, sondern sucht gerade den Anschluss und die Diskussion in der sozial- und gesellschaftswissenschaftlichen Hochschulwelt.

Der derzeitige Forschungsstand zur Polizistenkultur, welcher sich bisher insbesondere auf teilnehmende Beobachtung und qualitative Interviews stützt, wird quantitativ erweitert und die Forschungslücke wird geschlossen.

Ziel ist, nicht nur eine durch empirische Daten gesichertere Analyse der Polizistenkultur durchzuführen, sondern vielmehr geht es um die weiterführende demokratische Ausgestaltung der Polizei und der Polizistenkultur im Rahmen des gesellschaftlichen Diskurses.

Publikation

Masterarbeit „Wirkung von Organisationsveränderungen auf die Polizei- und Polizistenkultur an ausgewählten Beispielen“

Pdf-Download über die Bibliothek der DHPol:

http://opac.pfa-ms.de/onlinedokumente/masterarbeiten/2009/Duebbers_Carsten.pdf

Dübbers, Carsten: Der wahre Alltag im Gewaltmonopol in Ohlemacher, Thomas/ und Werner, Jochen-Thomas (Hg.): Empirische Polizeiforschung XIV: Polizei und Gewalt, Interdisziplinäre Analysen zu Gewalt gegen und durch Polizeibeamte. Frankfurt a.M. 2012 (Verlag für Polizeiwissenschaft: Schriften zur Empirischen Polizeiforschung)