Universität Hildesheim - Meldungen - Fachbereich 1 https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Fachbereich 1 de-de Stiftung Universität Hildesheim Mon, 08 Mar 2021 02:47:34 +0100 Mon, 08 Mar 2021 02:47:34 +0100 TYPO3 EXT:news news-20385 Mon, 01 Mar 2021 07:37:00 +0100 Von Tweet bis Doktorarbeit: Wie man wissenschaftliche Themen publiziert https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/von-tweet-bis-doktorarbeit-wie-man-wissenschaftliche-themen-publiziert/ 5 Tage, 5 Themen – unter diesem Motto steht die Vortrags- und Workshopreihe Publication Week, vom 15. bis 19. März 2021. Untertitel diesmal: E-Science. Neben Tipps zur gelungenen Recherche und dem Durchhalten beim Langstreckenschreiben sowie rechtlichen Aspekten und Hinweisen zur nachhaltigen Datennutzung kommt dabei auch das wohl kürzeste wissenschaftliche Format zur Sprache: der Tweet. Die Veranstaltungsreihe ist für alle Interessierten offen. Wo kann ich meine Forschungsergebnisse veröffentlichen? Was ist bei den Verträgen mit Verlagen zu beachten? Wie funktioniert die Recherche in Literaturdatenbanken? Und wie behalte ich den Überblick über die gesammelte Literatur?

Solchen Fragen begegnen Studierende, Promovierende und Kolleg*innen in ihren alltäglichen Arbeitsprozessen immer wieder. Antworten liefert die Publication Week: organisiert vom Graduiertenzentrum und der Universitätsbibliothek. An fünf Tagen informieren Expert*innen in Vorträgen und Workshops über (Selbst-)Organisation und Motivation beim Schreiben der Doktorarbeit, Recherche in Literaturdatenbanken, Twitter in der Wissenschaft, (Urheber-)Rechte in Publikationsverfahren und Open Science.

Gleichzeitig lernen Teilnehmende dabei die Kolleg*innen der Uni kennen, die bei Fragen rund ums Publizieren weiterhelfen können. „Die PubWeek ist eine gelungene Verknüpfung von bibliothekarischer, wissenschaftlicher und Service orientierter Sicht“, sagt Dr. Ninon Frank, Fachreferentin der Universitätsbibliothek  und Mitorganisatorin der einmal pro Semester stattfindenden Veranstaltungsreihe. „Und ganz nebenbei ist das Orga-Team eine lustige Runde, in der die Chemie stimmt - und das merkt man hoffentlich auch der Veranstaltungsreihe an!“

Die Themen der PubWeek im Einzelnen:

  • 15.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Lust und Frust beim Langstreckenschreiben (Ulrike Bohle-Jurok)
  • 16.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Die Recherche in Literaturdatenbanken als Weg zu umfassenden Publikationsnachweisen (Uwe Bartels)
  • 17.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Tweet your science – So gelingt der Twitter-Einstieg (Susanne Geu)
  • 18.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Open Access und Verlagsverträge - Rechtsfragen des Publizierens (Michael Beurskens)
  • 19.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - “Open science: just science done right“. Empfehlungen für die Umsetzung von Open Science (Annette Strauch)

Weitere Informationen zu den einzelnen Vortragsthemen: www.uni-hildesheim.de/bibliothek/ueber-uns/veranstaltungen/publication-week-2021/

Zum Anmeldeformular geht es hier

Übrigens: Auch die Planung für die nächste PubWeek im Herbst ist bereits angelaufen. Themenvorschläge werden gern noch von Dr. Svea Korff, Geschäftsführerin des Graduiertenzentrums, E-Mail: korffs(at)uni-hildesheim.de entgegengenommen!

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
news-20387 Thu, 25 Feb 2021 11:51:00 +0100 Die Geruchsproben kommen per Post: Wie Olfaktorik-Forschung in der Pandemie gelingen kann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/die-geruchsproben-kommen-per-post-wie-olfaktorik-forschung-in-der-pandemie-gelingen-kann/ Teil 7 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Seit Anfang 2020 habe er nicht mehr im Labor gestanden, sagt PhD Ryan Patrick M. Hackländer aus der Abteilung Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim. Die Corona-Pandemie hat die Geruchsforschung, ein Schwerpunktthema der Abteilung, deutlich komplizierter werden lassen. Aber dennoch nicht unmöglich, sagt der Wissenschaftler. „Am Anfang haben wir uns schon gefragt, wie Geruchsforschung unter solchen Umständen überhaupt funktionieren soll“, sagt Ryan Hackländer, Mitarbeiter in der Abteilung Allgemeine Psychologie. Er und Prof. Dr. Christina Bermeitinger haben Anfang 2020 ein drittmittelfinanziertes Projekt gestartet, für das Präsenz-Experimente mit je etwa 30 Proband*innen und mehreren Labor-Terminen vorgesehen war. Anna Brörken wirkt seit Mai 2020 als Doktorandin in diesem Projekt mit. Doch noch in der Vorbereitungsphase kam die Pandemie dazwischen.

Ursprünglich war für die Arbeit im Labor der Einsatz eines sogenannten Olfaktometers vorgesehen. Mit solch einem Gerät, von dem es weltweit nur wenige Exemplare gibt, lässt sich exakt steuern, welcher Geruch zu welchem Zeitpunkt und für wie lange bei einer Versuchsperson ankommt. Im Hildesheimer Labor der Allgemeinen Psychologie stehen gleich zwei Geräte davon, die nun seit fast einem Jahr nicht in Betrieb waren – das eine davon ist sogar noch immer nagelneu und wurde seit 2019 für die Anforderungen in Hildesheim konfiguriert, gebaut und nur kurz vor dem ersten Lockdown aus Italien geliefert.

Nachdem klar geworden war, dass die Zeit der Abstandsregeln und Kontakt-Beschränkungen so schnell nicht wieder vorüber sein würde, musste ein ganz neues Konzept her. Ungefähr ein halbes Jahr habe es gedauert, das Projekt entsprechend umzuplanen und auf die neuen Gegebenheiten abzustimmen.

Denn anders als Bilder, Texte oder Videos, lassen sich Duftmoleküle noch immer schlecht in Bits und Bytes speichern und wiedergeben. Aber: in Briefumschlägen versenden. Und das ist genau die Lösung, die für das Projekt nun umgesetzt wird. „Ich weiß nicht, wie andere Geruchsforscher*innen arbeiten“, sagt Hackländer, der viele seiner Olfaktorikexperimente bis auf Weiteres auf Eis gelegt hat und sich vorläufig anderen Themen widmet. Doch das Drittmittelprojekt, an dem auch die Dissertation von Anna Brörken hängt, lässt sich nicht so ohne Weiteres auf unbestimmte Zeit verschieben. Also kamen Hackländer und Bermeitinger auf die Idee, Geruchsproben per Post zu verschicken.

Nicht nur bei der methodischen, sondern auch bei der inhaltlichen Ausrichtung des Projekts musste nochmal nachjustiert werden, da sich mit Gerüchen in Briefumschlägen nicht dieselben Fragestellungen untersuchen lassen wie im Labor. Während das ursprüngliche Projekt sich auch dem Zusammenhang von Geruch und Aufmerksamkeit widmen sollte, liegt der jetzige Fokus darauf herauszufinden, welche Assoziationen und Emotionen bestimmte Gerüche bei den Proband*innen wecken. „Dafür haben wir zunächst Gerüche ausgewählt, die jeder kennt“, erläutert Hackländer. Den Geruch von frisch gebackenem Brot zum Beispiel, von Erdbeeren, von Weichspüler, aber auch von Teer. Gerüche, erläutert der Wissenschaftler, lösen insgesamt seltener Erinnerungen aus, aber wenn doch, seien diese häufig sehr emotional. So jedenfalls die in der Literatur verbreitete Hypothese, der in diesem Projekt nachgegangen wird.

Insgesamt 20 Geruchsproben erhalten die Proband*innen auf dem Postweg – dazu einen Fragebogen, in dem sie angeben sollen, welche Erinnerungen der jeweilige Duft bei ihnen auslöst und wie intensiv und lebhaft diese Erinnerungen sind. Während mit dem Olfaktometer der Geruch per Schlauch direkt unter die Nase geführt werden kann, riechen die Testpersonen nun zu Hause an kleinen Glasröhrchen. Dass die Testreihen nicht unter Laborbedingungen durchgeführt werden können, sei nicht optimal, sagt Hackländer. „Wir wissen nicht, wie sehr wir den Ergebnissen vertrauen können.“ Gerade Gerüche vermischen sich außerhalb des Labors mit zahlreichen anderen Gerüchen, die die Umgebung gerade bietet.

Aber neben solchen Einschränkungen sieht der Wissenschaftler durchaus auch positive Effekte der Arbeit unter Pandemie-Bedingungen. So bleibe momentan viel mehr Zeit für internationalen Austausch und Kooperationen. „Und im Bereich der Software-Entwicklungen hat sich sehr viel getan. Es gibt inzwischen viel mehr Möglichkeiten, Experimente online durchzuführen, als noch vor einem Jahr denkbar gewesen wäre.“ Leider sind diese Möglichkeiten bisher noch kaum für Olfaktorik-Forschung einsetzbar, wobei auch für die digitale Geruchsforschung erste Entwicklungen zu beobachten sind.

„Forschung zu Olfaktorik und zu ihren vielfältigen Verbindungen zu unserem Denken, Fühlen und Handeln ist jedoch in jedem Fall immer noch Pionierarbeit“, sagt Prof. Bermeitinger, „so dass jegliche Studie einen Beitrag leistet, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.“

Text: Sara Reinke

Die Personen:

PhD Ryan Patrick M. Hackländer, ist seit 2014 an der Universität Hildesheim beschäftigt. Er ist Mitarbeiter in der Abteilung Allgemeine Psychologie am Institut für Psychologie.

Prof. Dr. Christina Bermeitinger leitet seit 2009 die Abteilung Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim. Die Allgemeine Psychologie erforscht die dem Denken, Fühlen und Handeln im Allgemeinen zugrunde liegenden Prozesse. In Hildesheim sind die beiden großen Schwerpunkte der Abteilung Allgemeine Psychologie der Bereich „Action, motion, spatial cognition“ sowie der Bereich Olfaktorik.

Anna Brörken ist seit Mai 2020 als Promotionsstipendiatin in dem Olfaktorik-Projekt beteiligt.

 

 

]]>
Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20349 Mon, 22 Feb 2021 10:22:00 +0100 Covid 19: Wie solidarisch kann eine Gesellschaft handeln? - Interview mit Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/covid-19-wie-solidarisch-kann-eine-gesellschaft-handeln-interview-mit-politikwissenschaftlerin-p/ Selbst zurückzustehen, um andere zu schützen – dazu ist in der aktuellen Pandemie nicht jeder gleichermaßen bereit. Wie gesellschaftliche Solidarität entsteht – und welche Rolle dabei entsprechende Appelle aus der Politik spielen – erforscht ein Team von Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim. Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer gibt im Interview Einblick in die multidisziplinäre Arbeit und Ausblicke über das Projekt hinaus. Sie forschen zu der Frage, inwieweit Menschen in der aktuellen Pandemiesituation bereit sind, eigene Interessen zurückzustellen, um andere zu schützen. Wie kam es zu diesem Forschungsprojekt?  

Wir haben bei uns am Institut bereits seit zwei Jahren einen Schwerpunkt zur Solidaritätsforschung in der Migrationskrise. Im Rahmen des Forschungsverbunds mit Politikwissenschaftler*innen, Soziolog*innen und Informationswissenschaftlern aus Fachbereich 3, sind wir sehr vielfältig vernetzt. Aus diesem Netzwerk heraus entstand zu Beginn der Corona-Krise die Idee, unsere Forschung in diese Richtung auszuweiten. Mit Kolleg*innen des Leibniz Instituts GESIS konnte 2020 ein Verbund eingeworben werden im Rahmen der Covid-19 Förderung des BMBF. Da wir alle transdisziplinär zum Solidaritätsverhalten in Krisensituationen forschen, war es naheliegend, diese bisher völlig präzedenzlose Krise aufzugreifen.

Wie untersuchen Sie die Solidarität während der Corona-Pandemie?

Zum einen führen wir Meinungsumfragen durch und zwar in drei Wellen. Zum anderen untersuchen wir die Diskurse, die 2020 zu Covid-19 auf Twitter stattgefunden haben. Beide Datenquellen werden uns zu einem Bild verhelfen, wie Bürger*innen über Solidarität in dieser Krise denken, was sie antreibt, solidarisch oder nicht solidarisch zu sein.

Haben Sie bereits erste Ergebnisse in Ihrem Projekt gewonnen?

Die erste Meinungsumfrage, die wir im Ende November/Anfang Dezember 2020 durchgeführt haben, hat durchaus einige interessante Ergebnisse zu Tage gebracht. So etwa in Bezug auf das Vertrauen der Bürger*innen in unterschiedliche Institutionen oder Personen. Das höchste Vertrauen wird der Gruppe der Wissenschaftler*innen und dem Robert-Koch-Institut entgegengebracht. Sehr hoch ist auch das Vertrauen in staatliche Institutionen wie die Kommunen, die Gesundheitsämter, der Bundestag und die Bundesregierung. Das niedrigste Vertrauen genießen dagegen die Religionsgemeinschaften.

Unterscheidet sich solidarisches Verhalten gegenüber schwächeren oder schlechter gestellten Gruppen in einer Krisensituation vom Alltagsverhalten außerhalb von Krisenzeiten?

Ja, das ist auf jeden Fall so. Krisen werden sowohl von Politiker*innen und von Vertreter*innen sozialer Institutionen als auch von den Bürger*innen in Bezug auf solidarisches Verhalten anders wahrgenommen als normale Alltagssituationen. Wir haben in diesem Zusammenhang untersucht, welches Framing die Kanzlerin insbesondere zu Beginn der Corona-Krise benutzt hat, wie sie ihre Kommunikation ausgerichtet hat. Der Appell an die Solidarität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft – verbunden mit dem Thema Gesundheitsschutz – hat dabei einen ganz hohen Stellenwert eingenommen.

Das Besondere an der Corona-Krise ist sicherlich, dass ihre Implikationen und ihr Fortgang völlig offen und von großen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten geprägt sind. Da dient der Appell an die Solidarität nicht nur als kommunikatives Element, sondern es geht wirklich darum, das Gemeinwohl vor die individuellen Interessen zu stellen, etwa um die Kapazitäten des Gesundheitswesens nicht überzustrapazieren.

Zudem ist auch interessant, dass über zwei Drittel der Befragten in unserem survey angaben, Solidarität sei zu Anfang und zum Befragungszeitpunkt, also Ende November, ebenso wichtig. Das heißt, es lässt sich keine Solidaritätsmüdigkeit feststellen.

In der Migrationskrise hat Merkel mit dem Satz „Wir schaffen das“, der ja auch als Appell an die Solidarität zu verstehen ist, aber auch viel Gegenwind geerntet.

Der Unterschied zur Migrationskrise ist, dass wir es in der Pandemie wir es mit einer Situation zu tun haben, die die Gesellschaft als Ganzes unmittelbar bedroht. Es gab anfangs eine große Unsicherheit und Unberechenbarkeit, wie viele Menschen schwer erkranken und auch sterben würden. Das hat eine ganz andere Qualität als im September 2015, als die Kanzlerin verfügt hat, die Grenzen für eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen zu öffnen und dann den Satz „Wir schaffen das“ formuliert hat. Das geschah auch aus einer Notsituation heraus, aber eine unmittelbare Bedrohung für die Gesellschaft hat sich daraus nicht abgeleitet. Das war zu Beginn der Corona-Pandemie anders.

Was ist von Seiten der Bundesregierung während der Pandemie kommunikativ gut gelaufen, was hätte besser laufen können?

Was die Kommunikation angeht, hat sich die politische Führung in Deutschland von Beginn an sehr stark auf Expertenwissen gestützt – und damit auch ihre Maßnahmen begründet. Dass auch die Experten nicht immer richtig lagen und zum Beispiel anfangs das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sogar von der WHO als nicht notwendig erachtet wurde, kann man nicht der Bundesregierung anlasten. Das wurde auch in der Bevölkerung nicht so gesehen: Das Vertrauen in die Bundesregierung ist im Laufe der Pandemie und der Krisenbewältigung signifikant gestiegen. Auch unsere Daten bestätigen dieses hohe Vertrauen. Was man ebenfalls beobachten konnte, war, dass die politisch Handelnden durchaus ihre eigenen Maßnahmen hinterfragt und nachjustiert hat. Zudem hat die Bundesregierung sehr früh auch viel in die Forschung investiert, und zwar nicht nur in die epidemiologische, sondern auch in die sozialwissenschaftliche, um die Folgen der Corona-Krise besser einordnen zu können. Darüber hinaus war es aber auch interessant, dass Kanzlerin Merkel neben wissenschaftsbasierten Entscheidungen und dem Appell an die Solidarität in ihrer Kommunikation mehr als man das von ihr zuvor gewohnt war auf das Element der Empathie gesetzt hat. Das war im internationalen Vergleich nicht überall gegeben.

Haben Sie Beispiele für die Krisenkommunikation in anderen Ländern und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander?

Geradezu konträr zum deutschen Vorgehen stand das Kommunikationsverhalten des kürzlich aus dem Amt geschiedenen US-Präsidenten Donald Trump. Er hat sich nicht nur überhaupt nicht für die Position der Wissenschaft interessiert, sondern deren Erkenntnisse sogar noch geleugnet und damit die compliance, die Bereitschaft zum Mitwirken an den von der Wissenschaft empfohlenen Maßnahmen, in der Bevölkerung heruntergesetzt. Seine Kommunikation war fatal für die gesellschaftliche Solidarität.

Andere Länder haben eher auf Kriegsrhetorik und aus dem Militärischen entlehnte Begrifflichkeiten im „Kampf gegen das Virus“ gesetzt, so etwa in Frankreich. In stärker autoritätsorientierten Kulturen werden politische Vorgaben zum Teil generell viel stärker respektiert. Eine Besonderheit in Japan ist es, dass der Staat rechtlich gesehen beispielsweise gar keine Maskenpflicht verordnen kann. Dennoch halten sich fast 100 Prozent der Bevölkerung an die diesbezügliche „Empfehlung“ der staatlichen Autorität. Ein anderer Aspekt bei der Kommunikation und Umsetzung von Maßnahmen ist das Ausmaß der Digitalisierung in einem Land. In Südkorea beispielsweise ist die Infektionsnachverfolgung über die stärkere digitale Vernetzung sehr viel einfacher. Hier ist die Nutzung dieser digitalen tools – etwa für das tracing der Kontakte - im Übrigen verpflichtend.

Blicken wir nochmal auf Deutschland: Würden Sie der Beobachtung zustimmen, dass das solidarische Bewusstsein in Teilen der Bevölkerung in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen hat, in anderen Teilen zugleich aber vermehrt egoistische Tendenzen in den Vordergrund getreten sind? Welche dieser Gruppen hat aus Ihrer Sicht den größeren gesellschaftlichen Einfluss?

Ob sich Einzelne solidarischer oder weniger solidarisch verhalten, als sie es sonst getan hätten, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber ganz allgemein kann man sagen, dass es durchgehend seit Beginn der Krise allen Umfragen zufolge eine klare mehrheitliche Unterstützung für die Maßnahmen des Gesundheitsschutzes gibt. Rund 75 Prozent der Bürger*innen stehen hinter den Maßnahmen, nur 15, maximal 20 Prozent sprechen sich dagegen aus. Dass sich das in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unbedingt widerspiegelt, hat damit zu tun, dass diejenigen, die die Maßnahmen unterstützen, schlichtweg weniger sichtbar sind und weniger mediale Aufmerksamkeit bekommen, als die sehr viel kleinere Gruppe derjenigen, die sich den Maßnahmen verweigern, bewusst keine Masken tragen oder sich als Corona-Leugner*innen oder Querdenker*innen bei Demonstrationen zeigen.  Wir sehen also eine laute Minderheit, die viel mediale Aufmerksamkeit bekommt, aber daneben steht eine leise Mehrheit, die die Vorgaben der Regierung mitträgt und, so kann man wohl unterstellen, auch selbst solidarisch handelt oder anderen hilft.

Unsere Befragung hat dies bestätigt: Die große Mehrheit der Befragten zeigt eine große Bereitschaft, Einschränkungen hinzunehmen, wenn diese der Eindämmung der Corona-Pandemie dienen. Und dies bezieht sich auf die Einschränkung persönlicher und politischer Freiheiten wie Reisen, persönliche Kontakte oder beschränkte Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen ebenso wie auf die Tatsache, dass Steuermittel für Corona-Hilfen genutzt werden oder zur Ankurbelung der Konjunktur. Es zeigt sich zugleich auch, wo die empfindlichen Themen liegen: Einzelhandel, Schließung von Restaurants und Gastronomie. Sogar bei der Schließung von Kitas und Schulen waren es rund 50 Prozent, die erklärt haben, sie würden diese Maßnahmen mittragen.  

Zu Beginn der Corona-Zeit wurde das Einhalten von Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen vor allem als Solidaritätsleistung gegenüber sogenannten vulnerablen Gruppen propagiert, damit waren vor allem Ältere gemeint. Im Verlauf der Pandemie wurde deutlich, dass auch jüngere Personen schwer erkranken können, und dass das Maskentragen durchaus auch dem Eigenschutz dient. Fällt Solidarität leichter, wenn das entsprechende Verhalten auch eigene Vorteile bringt?

Solidarität, das konnten wir in unseren Untersuchungen zeigen, steht durchaus im Verhältnis zur Risikowahrnehmung. Wenn ich von einer Krise einen großen kollektiven Schaden erwarte für die Gesellschaft, für die Wirtschaft oder auch für mich selbst, richte ich meine Einstellung darauf aus. Und dann ist es durchaus so, dass die Allgemeinwohlorientierung die individuelle Autonomieerwartung übersteigt, dass man also eher bereit ist, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, um diesen Schaden abzuwenden.

Auch hier hat unsere Befragung interessante Ergebnisse hervorgebracht. Nimmt man etwa die Motivation, eine Maske zu tragen, so ist der Selbstschutz dabei zwar erwartet wichtig (65 Prozent), noch wichtiger aber ist die Motivation, andere zu schützen (75 Prozent) und die Verbreitung des Virus zu verlangsamen (74 Prozent) – vor allem letzteres also ein Signal für eine starke Gemeinwohlorientierung.

Ist denn ein gemeinwohlorientiertes Verhalten, dass zugleich eigennützigen Motiven dient, überhaupt als Solidarität zu verstehen?

Wir definieren Solidarität in unserem Projekt als eine Bereitschaft, einen Beitrag zur Überwindung einer Widrigkeit zu leisten. Ob das uneigennützig geschieht (ich verhalte mich in jedem Fall so, egal, ob ich etwas zurückbekomme oder einen Mehrwert davon habe) oder ob dafür eine Gegenleistung erwartet wird (zum Beispiel: ich verhalte mich solidarisch, aber ich erwarte oder erhoffe mir, dass die anderen das dann auch tun, um mich zu schützen), ist dabei zunächst unerheblich. Grundsätzlich wäre das aber auch nicht verwerflich.

Kann man Solidarität erzwingen? Wie verhält es sich zum Beispiel mit der aus Steuermitteln finanzierten Unterstützung für Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie wirtschaftliche Nachteile erleiden?

Wenn Sie unser wohlfahrtsstaatlich orientiertes Sozialsystem anschauen, von der Krankenkasse bis zur Arbeitslosenversicherung, dann beruht dieses System vom Grund her auf staatlich regulierter Solidarität. Steuern sind ein elementarer Bestandteil dieses Solidarsystems, deshalb weiß ich nicht, ob man von „erzwingen“ sprechen sollte. 

Man müsste vielleicht eher fragen: Inwieweit konkurriert solidarisches Verhalten mit anderen Zielen oder Werten wie demokratischen Freiheiten oder Wirtschaftswachstum? Anders gesagt: Wieviel Bereitschaft habe ich in der aktuellen Krise, meine diesbezüglichen Erwartungen an wirtschaftliches Wohlergehen und demokratische Rechte zurückzustellen zugunsten des Gesundheitsschutzes? Hier liegt ein klarer Zielkonflikt vor und ob das von den Bürger*innen auch wirklich so gesehen wird, und wie sie sich dazu verhalten, untersuchen wir in unserem Projekt.

Interview: Sara Reinke

Zum Hintergrund

Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer und ihr Team (Greta Jasser und Matthias Roche) erforschen seit Juli 2020 in dem BMBF-geförderten Projekt „Safe-19 – Solidarität in der Covid-19-Krise“  wie politische Entscheidungsträger und soziale Akteure über die Zielkonflikte zwischen Solidarität für den Gesundheitsschutz, Einschränkungen der Wirtschaft und der demokratischen Rechte kommunizieren und wie die Bürger*innen zu diesen schwierigen Güterabwägungen stehen. In der Analyse kommt ein multidisziplinärer Ansatz zum Tragen – unter anderem durch Umfragen und die Auswertung von Twitter-Beiträgen in Bezug auf Verhaltens- und Einstellungsänderungen über den Verlauf der Krise hinweg. Das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften läuft noch bis Dezember 2021.

 

 

]]>
Fachbereich 1 Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20316 Thu, 11 Feb 2021 09:56:00 +0100 Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politische-bildung-in-zeiten-gesellschaftlichen-wandels/ Mit Studierenden des Lehramts hat Prof. Dr. Marc Partetzke eine digitale Galerie entwickelt, die darüber Auskunft gibt, wie sich Politische Bildung und Erziehung im Laufe der Zeit verändert haben und welche Kontinuitäten erkennbar sind. Die Galerie „Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ ist im Web frei verfügbar und kann erweitert werden. Partetzke forscht und lehrt seit Frühjahr 2020 als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung an der Universität Hildesheim. Politische Bildung und Erziehung sind stets vielfältigen Gefahren ausgesetzt, sagt Prof. Dr. Marc Partetzke, Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften. So bestehe unter anderem „die Gefahr der Vereinnahmung durch politische Akteure und Institutionen im Sinne einer bloßen Systemaffirmation ihrer Adressat*innen“. Es bestehe aber auch die Gefahr der Reduzierung und Instrumentalisierung auf eine schlichte „Feuerwehrfunktion“, beispielsweise dann, wenn Politische Bildung „zur Behebung gesellschaftlicher Krisen angefragt und auf möglichst schnelle und passförmige Reaktionen zurechtgestutzt wird“. Ferner könne Politische Bildung im Extremfall – auch unbeabsichtigt – dazu führen, Lernende „zu indoktrinieren und damit zu überwältigen“.

Vor dem Hintergrund dieser Gefahren hat Professor Partetzke im Wintersemester 2020/21 mit Studierenden des Lehramts (Master of Education) im Seminar „Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ unter anderem die Fragen bearbeitet, wie sich Politische Bildung und Erziehung im Laufe der Zeit verändert haben, aber auch, welche Kontinuitäten erkennbar sind. Ein Forschungsschwerpunkt des Politikwissenschaftlers, der sich nun auch in dem Projekt der Studierenden widerspiegelt, ist die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) – auch als Thema der historisch-politischen Bildung selbst.

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20292 Mon, 08 Feb 2021 16:25:00 +0100 Uni Hildesheim lädt zur Online-Fachtagung für Sportwissenschaftler https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uni-hildesheim-laedt-zur-online-fachtagung-fuer-sportwissenschaftler/ Mit der 55. Atmungs- und Leistungsphysiologischen Arbeitstagung (ALAT) richtet das Institut für Sportwissenschaften der Universität Hildesheim am 12. Februar eine hochkarätige Fachtagung für Sportwissenschaftler aus der ganzen Welt aus. Erstmals findet die Tagung in diesem Jahr online statt. Organisiert haben sie Sportwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Gehlert und Mitarbeiterin Käthe Bersiner. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zur Trainingsanpassung bei Atemwegserkrankungen wie COPD und anderen (Dr. Inga Jarosch, Schönau), zum Einfluss der körperlichen Fitness auf die muskuläre und hämatologische Response bei akutem Ausdauertraing älterer Probanden (Dr. Daniel Bizjak, Ulm) oder zum Einfluss genetischer Faktoren auf die Variabilität lokaler Prozesse im Skelettmuskel unter Belastung (Prof. Dr. Martin Flück, Zürich). Besondere Aufmerksamkeit dürfte in diesem Jahr aber auch den Vorträgen zu den Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen (Prof. Dr. Wilhelm Bloch, Köln) und dem Post-Covid-Syndrom (Prof. Dr. Jürgen Steinacker, Ulm) zuteil werden.

Eingeladen zu der Tagung sind rund 200 sportwissenschaftliche und (präventions-)medizinische Experten, aber auch Interessierte anderer Fachbereiche sind willkommen. Ein Teil der Vorträge läuft in englischer Sprache, Fragen können im Chat gestellt werden. Im Anschluss ist jeweils eine kurze Diskussion vorgesehen.  

Aufgrund der COVID-19 Pandemie, wird die 55. Atmungs- und Leistungsphysiologische Arbeitstagung als komprimierte Online-Tagung über das Tool „Zoom“ stattfinden. Das Meeting wird kompakt am 12.2.2021 im Zeitraum zwischen 16 und 19 Uhr von der Abteilung „Biowissenschaften des Sports“ (Institut für Sportwissenschaft) der Universität Hildesheim ausgerichtet.

Hier geht’s zur Anmeldung

]]>
Presse Fachbereich 1 Sportwissenschaft Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20290 Mon, 08 Feb 2021 11:00:21 +0100 „Für viele meiner Freunde war klar, dass sie studieren werden“ – der Weg vom „Heimkind“ an die Uni in einem neuen Podcast https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/fuer-viele-meiner-freunde-war-klar-dass-sie-studieren-werden-der-weg-vom-heimkind-an-die-uni-i/ Hinter den Kulissen des Projekts CareHOPe wurde in den letzten Wochen eifrig an einem Podcast-Projekt gearbeitet. In Zusammenarbeit mit Stephanie Landa von AUDIYOU und mit dem Engagement verschiedenster Gesprächspartner*innen (Careleaver, Peer-Beraterin, Jugendamt, Jugendhilfe, Stipendienförderung, Politik, etc.) entstand eine Podcastreihe über Bildungschancen von jungen Menschen aus Jugendwohngruppen oder Pflegefamilien unter dem Titel „Studieren nach der Jugendhilfe“. „Boah, krass, du bist an der Realschule!“ – sagten andere Jugendliche aus der Wohngruppe ungläubig zu ihr – doch Tanja war es damit nicht genug. Als Jugendliche hatte sie sich selbst ans Jugendamt gewandt, um sich aus ihrer Familie zu lösen, jetzt wollte sie aus ihrem Leben etwas machen. Sie machte das Fachabitur und ging ihren Weg immer weiter. Heute ist die inzwischen erwachsene Care Leaverin mit viereinhalb Jahren Jugendhilfeerfahrung Sozialarbeiterin, Lehrbeauftragte und Studentin. Von ihrem herausfordernden und nicht immer ganz gradlinigen Weg von der Jugendhilfe an die Hochschule erzählt sie in der ersten Folge des im Projekt CareHOPe entstandenen Podcasts „Studieren nach der Jugendhilfe“.

Podcast „Studieren nach der Jugendhilfe“

Weitere Podcastfolgen werden nach und nach unter demselben Link veröffentlicht.

Weitere Informationen

Sie wollen über weitere Folgen informiert bleiben? Dann einfach eine kurze Mail an carehope(at)uni-hildesheim.de schreiben und wir nehmen Sie in den Verteiler auf und informieren sobald eine neue Podcastfolge online ist.

 

]]>
Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-20273 Thu, 04 Feb 2021 12:19:59 +0100 Von Krisen in der Gegenwart und Wissen für die Zukunft – ein Gespräch mit den Students for Future Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/von-krisen-in-der-gegenwart-und-wissen-fuer-die-zukunft-ein-gespraech-mit-den-students-for-future-hi/ Zum dritten und letzten Mal in diesem Semester lädt die Gruppe Students for Future gemeinsam mit Professorin Meike Baader am Dienstag, 16. Februar, im Rahmen der Seminarreihe „Klimakrise: Generationen, Geschlecht und Bildung“ zu einem öffentlichen Online-Vortrag ein. Thema diesmal: Rassismus und Kolonialismus. Wie es zu der Veranstaltungsreihe kam, und wie die Corona-Pandemie sich auf die Arbeit und die Ziele der Klima-Bewegung auswirkt, erzählen einige der Mitwirkenden im Video-Gespräch. Ein Freitag Ende Januar 2021. Noch vor einem Jahr wäre dies für die „Fridays for Future“-Bewegung der namensgebende Stichtag für öffentliche Protestkundgebungen gewesen. Nach dem Vorbild der jungen Schwedin Greta Thunberg versammelten sich ab 2018 in vielen Ländern weltweit immer freitags vorwiegend junge Menschen, um sich für eine andere Klimapolitik einzusetzen, für mehr Generationengerechtigkeit, für eine bessere Zukunft. Doch dann kam die Gegenwart dazwischen. Und so trifft man sich im Jahr 2021 nicht auf der Straße, sondern im Netz.

Hat die Corona-Pandemie die noch junge Bewegung ausgebremst – oder sie im Gegenteil ihren Zielen schneller entgegengebracht? Das ist Thema eines Gesprächs mit einigen Mitgliedern der „Students for Future“-Gruppe Hildesheim (SFF) und Professorin Meike Baader, die bereits im zweiten Semester gemeinsam mit dieser Gruppe Lehrveranstaltungen zu den Themenfeldern Klima, Gender, Generationengerechtigkeit und Bildung organisiert.

Gegründet hat sich die Hildesheimer SFF-Gruppe im November 2019 aus der Veranstaltung Public Climate School heraus, berichtet die Psychologie-Studentin Celine Vallender, die schon von Beginn an dabei ist. Etwa 20 bis 30 Personen gehören inzwischen zum festen Kern, die meisten von ihnen Studierende der Universität, einige auch von der Hildesheimer Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). „Wir hätten uns gewünscht, noch mit weiteren Personen von außerhalb in Kontakt zu kommen“, sagt Lucienne Pilliger aus dem Master Kulturvermittlung, doch das sei durch die Pandemiebeschränkungen nicht ganz einfach. Zumindest nicht im persönlichen Austausch. Mit der öffentlichen Ringvorlesung im Sommersemester 2020 und der aktuell laufenden, teil-öffentlichen Seminar-Veranstaltung „Klimakrise: Generationen, Geschlecht und Bildung“ erreicht die Gruppe nach eigener Einschätzung durch das Online-Format ein größeres Publikum, als es bei Präsenzveranstaltungen zu erwarten gewesen wäre. Zurückgeworfen auf sich selbst und die Kommunikation innerhalb einer „Klima-Bubble“ fühlen sie sich nicht.

Im Mittelpunkt der Seminarreihe steht die Frage, was gesellschaftliche Krisen ausmacht, fasst Professorin Baader zusammen. „Ob wir die Klimakrise betrachten oder die Corona-Krise, es geht immer um das Ende von Illusionen.“ Und noch etwas falle auf: Von weltumspannenden Krisen seien zwar letztlich alle Menschen betroffen, aber nicht alle gleichermaßen. Hier setzt die Idee des Seminars an, die großen Themenkomplexe Gender- und Generationengerechtigkeit sowie Bildung vor dem Hintergrund der Klimafolgen zu betrachten.

Auch die Corona-Krise sei so etwas wie eine Naturkatastrophe, findet Florencia Lasch, die im Master Inszenierung der Künste und Medien studiert. Nur beispielsweise den hohen CO2-Ausstoß zu bekämpfen, sei reine Arbeit am Symptom. Es gehe auch darum, die sozialen, politischen und ökonomischen Dynamiken zu verändern, die ursächlich für die klimatischen Veränderungen seien.  „Sonst kann man auf die nächste Krise warten, denn alles ist miteinander vernetzt auf der Erde.“

Die „Students for Future Hildesheim“ (SFF) sehen sich als Bestandteil der „Fridays for Future“-Bewegung, doch schon aus organisatorischen Gründen sei eine Aufsplittung in mehrere Untergruppen sinnvoll, findet die Kulturwissenschaftlerin Alice Hiepko. „Zudem haben wir als Studierende einen anderen inhaltlichen Fokus als beispielsweise Schüler*innen oder die ‚Parents for Future‘“. So werden in der Seminarveranstaltung auch immer wieder Forschungserkenntnisse aus verschiedenen Fachrichtungen einbezogen und besprochen.

„Listen to the science“, die vermehrte öffentliche Aufmerksamkeit für Wissenschaft und Forschung, sei ein Effekt, der in der Corona-Krise einen deutlichen Auftrieb bekommen habe, konstatiert Professorin Baader. „Das verstärkt die Verantwortung der Wissenschaft, ihre Arbeit transparent zu machen und zum Beispiel auch zu erklären, warum sich Forschungsergebnisse manchmal widersprechen.“

Von einem größeren medialen Fokus auf Forschungsthemen könnte auch die Klimabewegung profitieren, hofft Studentin Lucienne Pilliger. „Wenn ich an dieser Schraube drehe, dann passiert das – solche Erklärungen sind wichtig. Andererseits hilft Information allein auch nicht weiter, denn Informationen zum Klimawandel gibt es ja schon sehr lange.“

Mit der Ausbreitung des Corona-Virus und den damit einhergehenden Kontakt- und Reisebeschränkungen, kam in Sachen Klimaschutz zuletzt einiges in Bewegung. Auf die Frage, ob die Pandemiezeit auch langfristig Positives bringen werde, äußern sich die Studierenden vorsichtig optimistisch. „Ich denke schon, dass Corona eine Richtungsänderung bewirken kann“, sagt Kurt Weidt, der sich auch in verschiedenen anderen Umwelt-Initiativen engagiert. „Was genau bleiben wird, lässt sich natürlich noch nicht vorhersehen, aber klar ist schon jetzt, dass vieles, von dem es vorher hieß, es sei nicht umsetzbar, auf einmal doch umsetzbar ist.“ Der Dualismus von „geht“ oder „geht nicht“ sei damit quasi obsolet geworden, nun gelte es, die Varianten dazwischen auszuloten. Weidt spricht von einem Fischschwarm, in dem man vielleicht nicht die Flossenbewegung jedes einzelnen Fischs beeinflussen könne, wohl aber die Richtung des Schwarms insgesamt.

Mit Blick auf die staatliche Unterstützung für Autoindustrie und Reisekonzerne glaubt Alice Hiepko dagegen eher nicht an den großen Sinneswandel in der Politik. Sie fürchtet eher, dass es nach dem Ende der pandemiebedingten Beschränkungen sogar zu Nachholeffekten beispielsweise bei Konsum oder Flugreisen kommen könnte. „Andererseits darf man die Verantwortung auch nicht dem Einzelnen aufbürden, denn es stehen politische und systemische Mechanismen dahinter.“

Professorin Meike Baader ist zum Ende des Semesters mit dem Verlauf der Seminarreihe sehr zufrieden. Die verschiedenen Themenfelder hätten sich gut ineinandergefügt und zu spannenden Diskussionen geführt. „Ich war beeindruckt davon, wie gut die Studierenden organisiert und vernetzt sind und auch, wieviel ganz konkretes Wissen sie in die Veranstaltung mitgebracht haben.“ Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe ist bereits geplant: Im nächsten Sommersemester steht eine Ringvorlesung zum Thema „System Change not Climate Change“ – Aber wie?! Warum die Klimakrise eine intersektionale Herausforderung ist" auf dem Programm.

Denn während die Pandemie irgendwann wieder enden wird, bleiben die Erderwärmung und ihre Folgen wohl noch auf lange Sicht ein Thema.

 

Text: Sara Reinke

 

Mehr zum Thema

Der öffentliche Online-Vortrag mit dem Schwerpunkt „Rassismus und Kolonialismus“ (Referentin: Imeh Ituen) wird am Dienstag, 16. Februar 2021, ab 18 Uhr (Achtung, Terminänderung: Dies ist der aktuelle Termin!) über das Videokonferenzsystem Zoom sowie über einen YouTube-Livestream übertragen. 

Rund um den Weltfrauentag am 8. März 2021  planen die Students for Future Hildesheim zusammen mit der Gruppe Riot not Quiet eine Aktionswoche sowie am 8. März selbst eine Demonstration – alles natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln. Weitere Informationen folgen.

 

 

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20257 Thu, 04 Feb 2021 12:00:00 +0100 Interview mit dem Historiker Prof. Dr. Michael Gehler https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/interview-mit-dem-historiker-prof-dr-michael-gehler/ „Der Dreiklang aus Forschung, Studium und Lehre führt zu einer Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar“, sagt der Historiker Prof. Dr. Michael Gehler im Interview. Die Universität zeichnet den Leiter des Instituts für Geschichte mit dem Preis für hervorragende Forschung aus. Prof. Dr. Michael Gehler forscht und lehrt seit 2006 an der Stiftung Universität Hildesheim. Der Historiker leitet das Institut für Geschichte (IfG) und ist Inhaber des „Jean Monnet Chair“ für Vergleichende Zeitgeschichte Europas und europäische Integration. Zuvor war er von 1999 bis 2006 ao. Professor am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck. Gehler ist Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) in Bonn und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Für seine herausragenden Leistungen in der Forschung wird Professor Michael Gehler mit dem Preis für hervorragende Forschung der Universität Hildesheim ausgezeichnet.

Interview mit Prof. Dr. Michael Gehler: „Der Dreiklang aus Forschung, Studium und Lehre führt zu einer Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar“

Herr Professor Gehler, Sie forschen und lehren seit 15 Jahren an der Stiftung Universität Hildesheim. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung mit dem diesjährigen Preis für herausragende Forschung?

Sie bedeutet für mich Anerkennung und Wertschätzung für die gesamte Forschungsarbeit am IfG, an dem es keine „One-Man-Show“ gibt. Unser Mini-Institut, das vorwiegend der Lehramtsausbildung dient, erlebte in dieser Zeit drei Habilitationen (Freiburg, Salzburg und Siegen haben sich die Kandidaten schon geangelt), über 15 Promotionen, die Europagespräche mit knapp 300 Vorträgen online, zahlreiche Konferenzen und drei Buchreihen. Ohne Teamarbeit und unser Hochaktiv-Sekretariat Eva Löw wäre das alles unmöglich gewesen. Vorgesehen ist nun eine neue Reihe mit herausragenden Masterarbeiten.

Wie erleben Sie die Gemeinschaft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim? Sie haben fachdisziplinübergreifend zum Beispiel mit Kollegen der Theologischen Ethik in einem Projekt über „Europa als Verantwortungsgemeinschaft“ geforscht.

Interdisziplinäre Kooperationen gab es mit Reiner Arntz und Silvio Vietta, Vorzeige-Kollegen und Top-Leute, in der Vergangenheit. Mit dem dynamischen Kollegen Jörg Bölling von der Katholischen Theologie läuft seit Jahren ein fruchtbringendes gemeinsames Forschungskolloquium für den akademischen Nachwuchs. Für die Erlangung des DFG-Status der Universität müssen meinem Empfinden nach Kooperation und Vernetzung stärker werden, wenn die Kapazitäten es zulassen.

Sie haben eine Reihe an neuen Publikationen veröffentlicht. Das gleicht einem Marathon. Worin liegt Ihre Motivation?

Ich verstehe die Professur als Berufung und nicht als Job. Familiärer Rückhalt ist absolut gegeben. Ich bin kein Solist, sondern Teamworker. Mit Freude arbeite ich mit jüngeren Kollegen wie Alexander Merkl, Juniorprofessor für Theologische Ethik, zusammen. Mit Frau Löw haben wir ein grandioses Sekretariat, mit dem die Arbeit richtig Freude macht. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Lehre aus eigener Forschung für unsere 130 bis 150 Studierenden sind mir sehr wichtig. Mit Professorin Juliane Brauer ist es gelungen, eine profilierte Geschichtsdidaktikerin und Fachwissenschaftlerin zu gewinnen, womit das Ein-Professor-Institut endlich Geschichte ist.

Wie konnten Sie als Historiker Ihr Forschungssemester nutzen?

Es war mehr als das, nämlich ein Forschungsjahr. Ein Forschungssemester bringt erfahrungsgemäß nur sehr, sehr wenig. Man ist am Ende dort angelangt, wo man am Anfang sein wollte. Das Forschungsjahr bekam ich genehmigt, weil ich zuvor einmal auf ein Forschungssemester verzichtet habe. Ich würde das auch allen raten. Ein Jahr eröffnet ganz andere Möglichkeiten, zahlreiche offen gebliebene Projekte abzuschließen und neue Veröffentlichungen voranzubringen.

„Corona ist eine Zäsur. Die COVID-19-Pandemie beförderte das Nachdenken über das Krisenmanagement der EU.“

Ihr Forschungsjahr fällt in die Zeit der COVID-19-Pandemie. Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf Ihre Forschungstätigkeit?

Das Home Office hat zwar die Realisierung von Publikationsvorhaben befördert, die Pandemie aber die Mobilität stark eingeschränkt, etwa den Zugang zu Archiven oder die Durchführung von Konferenzen. Die Folgen des Coronavirus sind ambivalent. Die Online-Lehre kann den direkten Austausch in der Universität nicht ersetzen. Forschungsreisen wurden abgesagt, etwa eine Buchvorstellung in Washington, aber dadurch entstanden neue Freiräume. Das Home Office führte zur Besinnung und Kontemplation. Die COVID-19-Pandemie verstärkte bei mir das Nachdenken über das Krisenmanagement der EU. Ein Ergebnis ist eine Publikation gemeinsam mit dem Wiener Kollegen Manfried Rauchensteiner über „Corona und die Welt von gestern“, und zwar inwieweit es sich aus der Sicht verschiedener Disziplinen um eine Zäsur handelt. Wie das Imperium EU mit der Krise umgeht, ist eine der Fragen, die mich weiter bewegen.

Mit welcher Forschungsfrage haben Sie sich während Ihres Forschungsjahres intensiv befasst?

Es waren mehrere, zum Beispiel der Weg eines Kleinstaats wie Österreich nach Europa und in die EU 1919-2009 im großen Überblick einer Monographie auf Englisch. In einem Forscherteam fragten wir uns, wie der nicht geringe Widerstand gegen den Kommunismus hinter dem Eisernen Vorhang nach 1945 ausgeprägt war. Mit einer Kollegin aus Szombathely, Ibolya Murber, begann ich an einer Quellenedition zu arbeiten, in der es um die Vorgeschichte ab 1949 und die Gründe für den Ungarnaufstand von 1956 geht.

Mit meinem Freund, dem Innsbrucker Althistoriker Robert Rollinger haben wir einen Band über Sternschnuppen-Imperien („Shortterm Empires“) abgeschlossen und uns gefragt, was solche Kurzzeit-Imperien ausmacht und woran sie zugrundegehen. Ein weiterer Band über Erosion und Implosion von Imperien folgt gemeinsam mit Philipp Strobl.

Eine Neuauflage meines Deutschlandbuchs von 2010 wurde um das letzte Jahrzehnt neugeschrieben, praktisch was von der angeblich geeinten Nation 1990 zur tatsächlich gespaltenen Gesellschaft von 2020 führte. Das Gleiche ist mit einem Reader „Der Weg Europas. Von der Utopie zur Gegenwart der EU“ geschehen, der bis zur COVID-19-Krise aktualisiert wurde. Mit dem Essener Europa-Historiker Wilfried Loth haben wir Hildesheimer Konferenzergebnisse von 2019 veröffentlicht, die sich mit Fragen des Neuanlaufs in der europäischen Integrationspolitik von 1985 bis 1989 beschäftigten, und mit dem erwähnten Kollegen von der katholischen Theologie des Fachbereich I, Alexander Merkl und dem Nachwuchsmann Kai Schinke, haben wir einen interdisziplinären Zukunftsdiskurs über die „EU als Verantwortungsgemeinschaft“ mit der Bürgergesellschaft organisiert, der publiziert werden konnte. Mit dem ehemaligen IfG-Promoventen Dr. Marcus Gonschor war ein Gemeinschaftswerk zur Biographie und zum Wirken des Europaparlamentariers aus Niedersachsen, Hans-Gert Pöttering, zu erarbeiten, dessen Initiative zu dem 2017 eröffneten Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel geführt hat.

Eine umfassende Edition mit über 50 Zeitzeugen aus Ost und West zu „30 Jahre deutsche Einheit“ konnte mit Oliver Dürkop abgeschlossen werden, die im Mai erscheinen kann. Ein Europagespräche-Band „Geschichte schreiben – Geschichte vermitteln“ ist gemeinsam mit Andrea Brait und Philipp Strobl bei Olms erschienen. Zuguterletzt ist die Heimat meiner Frau Angelika nicht zu vergessen: Südtirol. Eine Aktenedition zum Ersten Autonomiestatut 1948, an der auch Deborah Cuccia mitgewirkt hat, wird jetzt herauskommen.

Diese unfassbare Vielzahl der Werke erklärt sich durch jahrelang angestaute Projekte, was die Immanenz eines Strukturproblems in Permanenz aufzeigt. Im „Normalfall“ kommt man an der Universität kaum mehr zu kontinuierlicher und nachhaltiger Forschung. Es fehlt die Zeit, die man sich anderweitig nehmen muss.

Werden Ihre Forschungserkenntnisse Einfluss auf Ihre Lehre haben? Können Sie ein Beispiel nennen?

Das war immer so und ist nun mehr denn je bei den meisten Forschungsthemen so. Am IfG hat trotz aller Hemmnisse Forschung Priorität, dann folgt das Studium des Erforschten und sodann kommt forschungsbasierte Lehre zu ihrem Recht. Nur in dieser Reihenfolge ergibt das Sinn. Der Dreiklang führt zur Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar. Jetzt geht es um eine zweite Videovorlesung in Corona-Zeiten zur Geschichte Europas vom Mittelalter bis in die Neuzeit sowie ein Online-Seminar zur deutschen und europäischen Geschichte 1914-1991. Mit historischen Imperien haben wir uns im epochenübergreifenden Überblick in den vergangenen Semestern intensiv auseinandersetzt und die Vergleichsfolie EU herangezogen, was Studierende z. B. animiert hat, BA- und MA-Arbeiten über Japan in der Tokugawa-Zeit, das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie zu schreiben.

Das Interview führte Isa Lange.

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20220 Thu, 04 Feb 2021 11:55:00 +0100 Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/preise-fuer-b-1/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Historiker Prof. Dr. Michael Gehler mit dem Preis für hervorragende Forschung aus. Die Theologin Dr. Anne-Elisabeth Roßa, die Chemikerin Dr. Jacqueline Claus und der Chemiker Markus Herrmann werden mit dem Preis für hervorragende digitale Lehre geehrt. Mit dem Preis für hervorragenden Service wird die „Projektgruppe E-Learning 2020“ für ihre besonderen Leistungen während der COVID-19-Pandemie gewürdigt. Die Kulturwissenschaftlerin Leonie Bathow wird für ihre hervorragende Masterarbeit mit dem Nachhaltigkeitspreis des Green Office ausgezeichnet. Jedes Jahr verleiht die Universität Hildesheim Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre und Service. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus. Zudem verleiht das Green Office Dank einer Förderung der Klimaschutzagentur im Landkreis Hildesheim den Nachhaltigkeitspreis.

„Ich freue mich sehr, dass ich als eine meiner ersten Handlungen als Präsidentin der Universität Hildesheim die Übergabe der Preise für hervorragende Leistungen durch meine Präsidiumskolleg*innen begleiten darf. Die Preise sind Auszeichnungen für hervorragende Leistungen in einem Jahr, in dem pandemiebedingt Forschende, Lehrende, Studierende und die Verwaltung vor besondere Herausforderungen gestellt wurden“, sagt Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode.

Die Preisträgerinnen und Preisträger – Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit  im Studienjahr 2019/20:

 

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Katholische Theologie Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Biologie & Chemie Chemie Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
news-20244 Wed, 03 Feb 2021 16:10:00 +0100 Gefördert, gefordert, überfordert? – Der Ausstieg aus der Wissenschaft und seine Hintergründe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/gefoerdert-g/ Studium, Promotion, wissenschaftliche Mitarbeit, Habilitation – und dann: ein Leben für die Wissenschaft. Dieser Weg scheint vielen jungen Akademiker*innen zunächst vorgezeichnet und doch gibt es viele Gründe, davon wieder abzuweichen. Mit diesem Thema befasst sich die Online-Vortragsreihe „Ausstieg aus der Wissenschaft – Problem oder gute Idee?“ des gleichnamigen DFG-geförderten Netzwerks. Die Vorträge laufen in der Zeit vom 8. bis 12. Februar 2021. Anna R.* war schon weit gekommen, als sie sich entschloss, der akademischen Laufbahn den Rücken zu kehren. Als klassisches „Arbeiterkind“ war sie die erste in ihrer Familie, die sich für ein Studium entschieden hatte. Nach einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung im sozial-pflegerischen Bereich, wandte sie sich den Sozialwissenschaften zu, arbeitete schon während des Studiums an verschiedenen Praxisprojekten mit und wechselte schließlich nach einer Zwischenstation im Ausland von Berlin nach Hildesheim, wo sie einen Platz in einem DFG-Graduiertenkolleg erhalten hatte. „Nach Ablauf der drei Jahre hatte ich meine Promotion noch nicht abgeschlossen, aber über verschiedene Drittmittelprojekte konnte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität bleiben.“ Neben der Projektarbeit stieg R. auch in die Lehre ein – und das war vielleicht der Wendepunkt in ihrer beruflichen Laufbahn.

Wie viele Menschen sich auf den unterschiedlichen Stufen der wissenschaftlichen Karriere (Promotions- und Postdoc-Phase) vom Wissenschaftssystem wieder abwenden und aus welchen Gründen sie das tun, ist bisher wenig erforscht. Befristete Verträge, unsichere Perspektiven und die vielfach schlechte Bezahlung dürften aber neben ganz individuellen Motiven bei vielen (auch) eine Rolle spielen. Die Online-Vortragsreihe zum Abschluss des interdisziplinären Netzwerks „Ausstieg aus der Wissenschaft" nimmt individuelle wie strukturelle Bedingungen rund um das Thema in den Blick und beleuchtet in fünf Vorträgen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Hintergründe.

„Auch außerhalb der akademischen Wissenschaft gilt die Promotion in Deutschland als Türöffner für attraktive Positionen und eine attraktive Bezahlung. Nur ein Drittel strebt zu Beginn der Promotion überhaupt eine wissenschaftliche Laufbahn an“, sagt Dr. Svea Korff, die die Veranstaltung organisiert. Ist der Ausstieg aus der Wissenschaft demnach überhaupt ein Problem? Ein Ergebnis einer Studie von vom Deutschen Zentrum für Hochschule und Wissenschaft (DZHW) zeigt, dass es sich etwas komplexer darstellt: Der Anteil der Promovierenden, die zu Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit eine Laufbahn innerhalb des Wissenschaftssystems anstrebten und sich im Verlaufe der Beschäftigung für den Ausstieg entschieden haben (Drop-Outs), ist fast doppelt so groß wie der Anteil derjenigen mit umgekehrter beruflicher Zielrichtung (20 Prozent zu 12 Prozent). Hier deuten sich bereits in der Promotionsphase Selektions- und „Abschreckungsprozesse“ an, die die Entscheidungen zum Verbleib im wissenschaftlichen Bereich günstig oder ungünstig beeinflussen können. Wie so ein Abbruchverlauf in der Promotionsphase aussehen kann, belegt die im Jahr 2018 veröffentlichte Studie von Anja Franz „Symbolischer Tod im wissenschaftlichen Feld“, die im Rahmen des Vortragsprogramms vorgestellt wird. Hierbei wurden Promovierende befragt. „Was Ausstiege aus der Sicht von Betreuenden oder Projektleitungen bedeuten, ist bislang noch gar nicht erforscht und stellt eine weitere lohnenswerte Forschungsfrage zum Thema ‚Ausstieg‘ dar“, ergänzt Prof. Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung an der Universität Hildesheim. 

Bei Anna R. fällt der Blick zurück sehr differenziert aus. Sie bedaure nicht, die ersten Stufen der akademischen Leiter hochgestiegen zu sein, sagt die Mittvierzigerin heute. „Mit der Promotion konnte ich auch mir selbst beweisen, dass ich im wissenschaftlichen Umfeld bestehen kann.“ Sie habe in ihrer Zeit an der Universität Hildesheim viel Anerkennung bekommen, sei sehr gefördert und gefordert worden – manchmal allerdings auch überfordert. „Der Workload war durchgehend sehr hoch, oft habe ich parallel an Projekten und Publikationen gearbeitet und gleichzeitig schon immer den nächsten Drittmittelantrag im Blick gehabt.“ Arbeit weit über die vereinbarte Teilzeitbeschäftigung hinaus, auch an den Wochenenden, bis „die Batterien leer“ waren, so war es häufig der Fall. Aber das war nicht der eigentliche Grund für ihren Ausstieg, sagt R.

„Als ich gegen Ende meiner Promotionszeit mit der Lehre angefangen habe, ist mir bewusst geworden, dass ich auf Dauer nicht der Typ für wissenschaftliche Grundlagenforschung bin, sondern wieder mehr praktischen Austausch haben möchte.“ Im Jahr 2013 gab R. ihre Promotion ab, bis 2015 blieb sie noch an der Uni, brachte Projekte zuende und lotete neue Perspektiven aus.

„Der Fall von Anna R. zeigt sehr schön, dass es sich beim Übergang in die Postdoc-Phase um einen Orientierungsprozess handelt“, sagt  Korff. Als Folge des Eintritts von (kritischen) Ereignissen, die je nach individueller Bewertung positiv oder negativ sind – wie der fehlende Praxisbezug – stellen die Postdocs ihren Weg, auf dem sie sich aktuell befinden, in Frage und denken den Ausstieg aus der Wissenschaft immer als eine Option mit. „Die einen werden dann aktiv und treiben ihren Ausstieg voran, die anderen werden regelrecht von ihrem Ausstieg überrascht, wenn es keine Anschlussfinanzierung mehr gibt“, verdeutlicht Korff die Bandbreite an Ausstiegsprozessen. „Allerdings spricht auch nicht alles für einen leichten Wechsel in die Wirtschaft, da Promovierte als Berufseinsteiger*innen nur bedingt über die von Unternehmen gewünschten Kompetenzen verfügen, wie Mitarbeiterführung, wirtschaftliches Denken und Handeln oder Management-Tools. Andererseits steigen die Chancen auf gut dotierte, unbefristete (Leitungs-)Positionen in der Wirtschaft mit der Dauer des Verbleibs im Wissenschaftsbetrieb, während gleichzeitig die Option auf eine freiwerdende Professur auch mit Blick auf das hohe Erstberufungsalter von durchschnittlich 41 Jahren oft weniger aussichtsreich erscheint. Inhaltliche Unzufriedenheit dürfte für Postdocs seltener ausschlaggebend für einen beruflichen Wechsel sein als die Unzufriedenheit hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit und einer langfristigen Planbarkeit, führt Korff aus.

Der Fokus der Universitäten auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die akademische Personalentwicklung hat hier jedoch zu einem Wandel beigetragen. Inzwischen verfügen deutschlandweit alle Universität über Einrichtungen, die auch überfachliche Qualifizierungsangebote anbieten. „Mit der Gründung des Graduiertenzentrums Ende 2019 hat auch die Universität Hildesheim diesen Weg beschritten“, sagt Vizepräsidentin Baader. Dort erfolgen Kursangebote zur überfachlichen Qualifizierung und auch individuelle Beratungsangebote, die dazu beitragen können, dass die Frage, „will ich im Wissenschaftssystem bleiben oder nicht?“ möglicherweise in einer früheren Phase geklärt werden kann.  „Das Wissenschaftssystem hat sich gerade in den letzten Jahren nochmal enorm dynamisiert und das Spektrum an geforderten Fähigkeiten und Kompetenzen nimmt zu, denken wir etwa an Skills zur Wissenschaftskommunikation oder zur Präsentation von Forschungsergebnissen in digitalen Formaten von Social Media, sagt Baader. Hier machen die Graduierteneinrichtungen Angebote, um Wissenschaftler*innen in frühen Phasen ihrer Karriere vielfältig zu unterstützen, aber auch eine Plattform für Vernetzungen untereinander zu bieten.

 

Weil Anna R. die Wissensvermittlung in der Lehre Spaß machte, sie aber gleichzeitig nach mehr Praxisbezug suchte, kam bei ihr die Überlegung auf, eine Fachhochschul-Professur anzustreben. „Doch dafür muss man mehrere Jahre Berufserfahrung im außeruniversitären Bereich vorweisen.“ Die hat sie inzwischen gesammelt – bei verschiedenen gemeinnützigen Organisationen im Bereich soziale Arbeit. Seit 2018 – zu diesem Zeitpunkt war sie Anfang 40 - sogar erstmals mit einer Festanstellung. „Anders als bei vielen anderen waren die projektbezogenen Befristungen bei mir kein Grund für den Ausstieg aus dem universitären System“, sagt sie. „Ich habe mir damals eigentlich nie Sorgen darum gemacht, keine dauerhafte Perspektive zu finden. Aber wenn ich heute meine Rentenversicherungsauszüge sehe, dann wird mir klar, dass ich durch Stipendienzeiten und andere geförderte Tätigkeiten viel zu spät angefangen habe, in die Rentenkasse einzuzahlen. Das ist ein Punkt, wo sich definitiv etwas ändern muss.“ 

Ihre Festanstellung hat Anna R. gerade wieder gekündigt – um künftig an einer Fachhochschule als freie Dozentin auf Honorarbasis zu arbeiten. Eine Rückkehr in den Wissenschaftsbetrieb – und zugleich in die berufliche Unsicherheit.                                                                                                         *Name geändert

 

Text: Sara Reinke

 

Die Vortragsreihe "Ausstieg aus der Wissenschaft - Problem oder gute Idee?"

Bei der Online-Vortragsreihe werden empirische, wie auch theoretische Erkenntnisse zu den Ausstiegsprozessen in der Promotions- und Postdoc-Phase vorgestellt. Strukturelle Bedingungen werden genauso thematisiert, wie (kritische) Ereignisse z. B. in der Promotionsbetreuung oder ein Instrument zur Karriereorientierung. Daher ist die Vortragsreihe für Promovierende und Promovierte, genauso wie für die Professor*innenschaft und für Einrichtungen der Hochschulforschung oder der Nachwuchsförderung interessant. Aber auch Berater*innen und Trainer*innen werden hier sicherlich den ein oder anderen Link zu ihrer Praxis entdecken. Melden Sie sich noch bis zum 5. Februar an und diskutieren Sie mit den Forscherinnen!

Weitere Informationen und das Vortragsprogramm

Anmeldung: per E-Mail an ausstieg(at)uni-hildesheim.de 

Ansprechpartnerin: Svea Korff  (korffs(at)uni-hildesheim.de)

 

 

 

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
news-20245 Mon, 01 Feb 2021 14:33:00 +0100 Wissenschaftskommunikation: Neue Podcast-Folge des Instituts für Geschichte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaftskommunikation-neue-podcast-folge-des-instituts-fuer-geschichte/ Die zweite Folge des Geschichts-Podcasts „HI*story“ ist online. Einmal im Semester erscheint der Podcast des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim. Studierende des Fachs Geschichte berichten über historische Themen und aktuelle Forschung. Inhalte der aktuellen Podcast-Folge „HI*story“:
  •  „nachgefragt“ (03:15): Funde erhalten oder Kiesabbau genehmigen? Die Diskussion um das Römerlager Wilkenburg

  • „dazugesetzt“ (20:07): Interview mit Prof. Dr. Juliane Brauer über Emotionsgeschichte und historisches Lernen

  • „zugehört“ (32:44): #alleerinnern: Ein Gespräch über virtuelles Gedenken und Erinnern in der Gedenkstätte Ahlem (Hannover)

Seit einem Jahr produziert die Historikerin Dr. Sanne Ziethen mit Studierenden des Fachs Geschichte den Podcast „HI*story“, der ein- bis zweimal im Semester erscheint. Der Podcast des Instituts für Geschichte (IfG) der Universität Hildesheim berichtet über historische Themen und nimmt die Forschung und Arbeit des Hildesheimer Instituts für Geschichte sowie historische Themen in den Blick. Damit soll der Podcast zur Wissenschaftskommunikation des Instituts beitragen.

In der aktuellen Podcast-Folge spricht unter anderem Prof. Dr. Juliane Brauer, seit Herbst 2020 Professorin für Geschichtsdidaktik der Universität Hildesheim, über ihre Forschungsschwerpunkte Emotionsgeschichte und historisches Lernen. „Emotionen sind ein Objekt der Geschichte und verändern sich im Laufe der Geschichte. Die Geschichtswissenschaft als kulturwissenschaftlich arbeitende Disziplin beobachtet Emotionsworte und emotionale Reaktionen in den Quellen. Als Gegenstände historischen Lernens sind Emotionen bedeutsam, und verraten etwas über das Leben der Menschen, die Weltbilder und das Alltagserleben in der Vergangenheit“, sagt Professorin Brauer. Anhand des Themas „Migration in der Geschichte und der Gegenwart“ könne etwa mit Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden, was die Hoffnung und Ängste der Menschen sind, die ihre Heimat verlassen. „Historisches Lernen bedeute nicht einfach, die Zahlen, Daten und Fakten abzurufen. Vergangenheit ist der Ablauf dessen, was passiert ist, Geschichte ist das, was wir erzählen und wie wir mit der Vergangenheit umgehen. Historisches Lernen bedeutet, eine Perspektive auf Geschichte zu haben“, so Brauer. Historisches Lernen sei die Sinnbildung über die Erfahrung eines Zeitverlaufes: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Podcast: Studierende vermitteln historische Zusammenhänge

„Ziel unseres Podcasts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Podcasthörer vermittelt werden können. Außerdem hat ein Podcast den Anspruch, Inhalte unterhaltsam zu gestalten“, sagt die Dozentin Dr. Sanne Ziethen.

Schon vor der Entwicklung des Podcasts hat Sanne Ziethen mit Studierenden Radiobeiträge produziert und überwiegend über Veranstaltungen des IfG berichtet. Mit dem Podcast „HI*story“ erreicht das Team nun einen größeren Hörerkreis und erweitert die Bandbreite der Themen. Die Podcast-Folgen erreichen zum Beispiel Studierende, Hildesheimer Hörer*innen sowie Geschichtsinteressierte. „Eine Herausforderung ist es, Themen so darzustellen, dass sie nicht veralten, denn der Podcast soll auch noch Monate später nachhörbar sein“, sagt Ziethen.

Geschichts-Podcast wird von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen produziert

Die Radio-Seminare waren meist sehr klein, Radiomachen sei zeitintensiv, so Sanne Ziethen. „Ich freue mich, dass jetzt immer mehr Studierende Lust haben, das Format Podcast auszuprobieren, so dass wir in diesem Semester zwei Podcast-Folgen realisieren werden. Vor allem freue ich mich auch, dass in dem Seminar Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen zusammenkommen und wir so unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema diskutieren und darstellen können.“

In das Podcast-Seminar geht die Historikerin anfangs als Dozentin mit Themenideen hinein, „im Laufe des Seminars werden wir aber zu einem Team, in dem jeder selber Verantwortung übernimmt“. Die Studierenden wählen Themen, konzipieren ihre Beiträge und suchen sich Ihre Interviewpartner*innen eigenständig. Sie sind auch hinsichtlich der Technik für ihren Beitrag zum Podcast verantwortlich. „Die Seminartermine werden so zu Redaktionssitzungen, in denen wir die jeweiligen Arbeitsstände vorstellen und erste Beiträge und deren Umsetzung diskutieren“, schildert Ziethen.

Nächste Podcast-Folge bereits in Arbeit

Die nächste Folge „HI*story“ ist bereits in Arbeit und wird noch in dieser Woche erscheinen. Unter dem Schwerpunktthema „(Europas) Geschichte vermitteln“ wird ein Projekt zur „leichten Sprache“, eine Beitrag zur „App in die Geschichte“ und ein Interview mit Professor Dr. Michael Gehler zu Jean Monnet und der Förderung durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union zu hören sein.

Der Podcast ist kostenfrei abrufbar unter den folgenden Links:

HI*story bei Soundcloud

HI*story bei Apple Podcasts

HI*story bei Spotify

 

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Pressemeldungen
news-20246 Mon, 01 Feb 2021 08:09:00 +0100 „Kommunikation im Netz braucht klare Regeln“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/kommunikation-im-netz-braucht-klare-regeln/ Das Thema „Hate Speech“ steht im Zentrum einer interdisziplinären Tagung der Universität Hildesheim am 8. Februar. Bevor künstliche Intelligenz helfen kann, solche Hassbotschaften herauszufiltern, muss menschliche Intelligenz sich erstmal darauf verständigen, welches Kommunikationsverhalten im Netz angemessen ist – und welches nicht. Ein Interview mit Informationswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Mandl über den sozialen Frieden im Netz und wie man ihn erreichen kann. Warum gibt es überhaupt soviel Hass im Netz - wer profitiert davon?

Das sind zum einen politische Randgruppen, die in der parlamentarischen Demokratie kein Gehör finden und sich im Netz Aufmerksamkeit und eine Gruppenidentität verschaffen. Zum anderen Einzelpersonen, die ihre negativen Emotionen und Aggressionen einfach mal loswerden wollen, und aus den Reaktionen darauf Selbstbestätigung ziehen. Sie müssen sich nicht groß mit einem Thema auseinandersetzen, es reicht, einfach „draufzuhauen“ und dann abzuwarten, wie andere entweder zustimmen oder sich davon provozieren lassen. Als drittes gibt es noch wirtschaftliche Aspekte der gezielten Fehlinformation und Hassrede – denn über die damit verbundenen Klicks lässt sich viel Geld verdienen. Für den vorletzten US-Wahlkampf beispielsweise ist sehr gut dokumentiert, wie viele politisch Unbeteiligte auf diese Weise Profit gemacht haben.

In Deutschland sind sehr viele auch abwertende Äußerungen durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Lässt sich pauschal sagen, an welcher Stelle die Grenze zur Illegitimität überschritten ist?

Letztlich regeln die Strafgesetze, wann eine solche Grenze überschritten ist. In einigen Bereichen ist das relativ klar geregelt, in anderen, wie beim Thema Beleidigung gibt es viel Interpretationsspielraum und man könnte sicherlich oft auch anders entscheiden. Ich denke da zum Beispiel an den Fall Renate Künast. [Die Grünen-Politikerin war 2019 auf Facebook als unter anderem als „Drecks Schwein" und „Schlampe" betitelt und mit weiteren sexistischen Äußerungen angegriffen worden. Das Berliner Landgericht hatte zunächst entschieden, dass diese Kommentare keine Beleidigungen seien, das Kammergericht widersprach dieser Entscheidung später, die Verfasser gingen dennoch straffrei aus. Anm. d. Red.]

Wollen Sie in erster Linie rechtswidrige Äußerungen durch KI erfassen und herausfiltern oder geht es generell darum, das Kommunikationsverhalten im Netz auszuwerten?

Für unsere Erfassung liegt die Schwelle da, wo man als Plattformbetreiber einschreiten würde. Das müssen nicht immer illegale Äußerungen sein, sondern auch solche, die in einer Diskussion unangemessen erscheinen, zum Beispiel, weil sie aggressiv formuliert sind. Es geht darum, ein System zu entwickeln, das solche Beiträge vorfiltert, damit dann nochmal ein Mensch gezielt draufschauen kann. Das Level der Strafwürdigkeit wäre noch eine Stufe höher anzusiedeln. Man könnte theoretisch sogar einen Filter programmieren, der solche Fälle direkt an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Was kulturell akzeptiert, aber auch, was rechtlich relevant ist, ist in jedem Land anders. Braucht jeder Kulturkreis – unabhängig von der reinen Übersetzungsleistung – für solche KI-Filter eine eigene Programmierung?

Die Systeme sind natürlich in sich sprachabhängig – wobei es sogar auch schon Verfahren gibt, die sprachübergreifend funktionieren. Aber in der Regel liegt der Fokus auf einem Sprachraum. Im Deutschen haben wir bei der Programmierung den großen Vorteil, dass viele auswertbare Ressourcen für die Computerlinguistik zur Verfügung stehen, viele Lexika, viele Modelle, viele Algorithmen. Zwar weniger als im Englischen, aber auf jeden Fall deutlich mehr als beispielsweise für Hindi. Neben der Sprache müssen natürlich auch der jeweilige Rechtsraum berücksichtigt werden, ebenso wie kulturelle Unterschiede im Kommunikationsverhalten – sowohl bezogen auf die Form, als auch bezogen auf die Inhalte. In der konservativen indischen Gesellschaft liegt zum Beispiel die Schwelle deutlich niedriger, was Anzüglichkeiten bis hin zu pornographischen Inhalten angeht. Das ist dort sehr verpönt und würde sehr viel eher als in Deutschland restringiert oder zensiert werden. In den USA dagegen wird die Meinungsfreiheit extrem hoch angesetzt, da wird auch online wenig reglementiert.

Mit welchem Ziel sollen Hassbotschaften im Netz gefunden werden? Und wer soll diese Technologien später einsetzen?

Das Ziel ist zum einen, die entsprechende Technologie erstmal überhaupt zu entwickeln. Zum  anderen geht es uns darum, die Diskussion darüber, wie gut bestimmte Algorithmen greifen, in der Wissenschaft voranzubringen. Am Ende muss die Gesellschaft erkennen können, ob ein Plattform-Betreiber Filterfunktionen sinnvoll einsetzt, oder ob er viel zu viel rausfiltert oder viel zu wenig.  

Ist der Hass tatsächlich im Netz größer – oder ist es nicht viel eher so, dass sich die Menschen unter dem Deckmantel der Anonymität oder wegen der fehlenden persönlichen Begegnung dort freier äußern, ihre Meinungen und Überzeugungen aber auch im realen Leben nicht anders sind?

Es gibt im zwischenmenschlichen Umgang erlernte soziale Verhaltensregeln, die aber im Netz nicht in gleicher Weise zum Tragen kommen. Im direkten, persönlichen Kontakt würde man wohl kaum gleich alles sagen, wie es einem in den Kopf kommt. Man agiert man kontrollierter und differenzierter, auch weil man sein Gegenüber vielleicht kennt oder auch in Zukunft nochmal treffen wird, möglicherweise auch in irgendeiner Hinsicht auf diese Person angewiesen sein wird. Wenn man Kritik äußern möchte, überlegt man sich daher sehr genau, wie man diese angemessen rüberbringt.  Aber im Netz kennt man sein Gegenüber häufig nicht und wird ihm möglicherweise auch nie begegnen, zudem ist kein erlerntes Verhaltensmuster für diese Form der Kommunikation abrufbar. Im Gegenteil: Wenn man viel im Netz unterwegs ist und viele abwertende, womöglich beleidigende Beiträge und Kommentare liest, stellt sich der Eindruck ein, das sei die übliche Art und Weise wie man im Internet kommuniziert. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, muss ein von Grund auf anderes Kommunikationsmuster erlernt werden.

Das Löschen von Beiträgen führt schnell zum Vorwurf der Zensur, vor allem, wenn die Inhalte aus rechtlicher Sicht nicht zu beanstanden sind oder sich zumindest noch in einem Graubereich bewegen. Eine ähnliche Debatte sieht man häufig in Bezug auf das Verbot umstrittener politischer Gruppierungen. Deren Anhänger verlieren ja auch  durch ein Verbot nicht ihre grundlegenden Überzeugung, sondern sind schlimmstenfalls nur schwerer zu erfassen und zu kontrollieren. Besteht im Internet nicht auch die Gefahr, dass bestimmte Meinungen zwar aus der öffentlichen Debatte verdrängt werden, dann aber in anderen Kontexten sehr viel größeren Zuspruch erfahren?

Ich glaube, in vielen Fällen fehlt den Menschen, die Hassbotschaften absetzen, das Bewusstsein dafür, dass das auch im Netz nicht nur unangemessen, sondern möglicherweise auch strafbar ist. Es braucht klare Regeln – und eben auch Verbote – um deutlich zu machen, dass man sich auch im Internet nicht einfach verbal austoben kann, sondern es auch dort ein geregeltes Kommunikationsverhalten gibt. Wenn bestimmte Meinungen lange im Netz stehen bleiben und dort lesbar sind, entsteht daraus der Eindruck, dass sie normal und akzeptiert sind. Deshalb ist es wichtig, solche Kommentare zu entfernen. Der soziale Frieden einer Gesellschaft muss auch auf den sozialen Plattformen durchgesetzt und erhalten werden.

Wessen Aufgabe ist es, beispielsweise hetzerische oder gewaltverherrlichende Inhalte herauszufiltern (bzw. von vornherein nicht zuzulassen)? Die des Staates? Oder die der Plattform-Betreiber?

Grundsätzlich kann diese Aufgabe nur der Staat haben. Der kann allerdings Teile der Umsetzung an die Plattformbetreiber delegieren, die ja immerhin auch Geld mit den  Inhalten verdienen. Es kann nicht sein, dass die Gesellschaft für die daraus entstehenden Probleme die Kosten trägt. Aber über die grundlegenden Regeln, was gelöscht werden muss, in welcher Zeitspanne usw., muss der Staat entscheiden.

Wären Sie für eine Klarnamen-Pflicht im Netz?

Nein. Die gibt es in China – aber wir sollten das aus guten Gründen nicht einführen. Für die Strafverfolgung muss natürlich eine Identifikation möglich sein, aber dafür reicht auch die IP-Adresse. Um eine Klarnamenpflicht durchzusetzen, müsste man seine Ausweispapiere kopieren und einem privaten, meist im Ausland ansässigen Unternehmen zur Verfügung stellen, um überhaupt einen Account zu kriegen. Das ist aus datenschutzrechtlicher Sicht sehr bedenklich.

Kurz vor dem Präsidentschaftswechsel in den USA hat Twitter den Account des noch-amtierenden Präsidenten Donald Trump gesperrt. War das aus Ihrer Sicht ein richtiger Schritt?

Ich finde es ein bisschen wohlfeil, das ganz zum Ende der Präsidentschaft zu tun, nach das Unternehmen Twitter mit Trump schon sehr viel Geld verdient hatte. Um wirklich ein Zeichen zu setzen, hätte schon viel früher passieren müssen und nicht zum Schluss, um dann als Unternehmen nochmal richtig Aufmerksamkeit zu bekommen. Generell finde ich es richtig, dass Twitter eingegriffen hat, aber der bessere Weg wäre aus meiner Sicht das Löschen einzelner Posts gewesen. Auf der anderen Seite hat Twitter natürlich an sich kein Zensurrecht und die Meinungsfreiheit ist in den USA ein sehr hoher Wert. Man sieht also auch an diesem Punkt sehr deutlich, wie wichtig es ist, die gesellschaftliche Diskussion zu führen und für die Kommunikation im Netz zu klaren Regeln zu finden.

              

Interview: Sara Reinke

 

Die Tagung

Die öffentliche Online-Tagung "Interdisziplinäre Perspektiven auf Hate Speech und ihre Erkennung (IPHSE)"  am Montag, den 08. Februar 2021, wird ausgerichtet vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie, dem Institus für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und dem Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20131 Thu, 28 Jan 2021 13:32:00 +0100 Wie Hass im Netz den Diskurs gefährdet: Interdisziplinäre Tagung zum Thema Hate Speech https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wie-hass-im-netz-den-diskurs-gefaehrdet-interdisziplinaere-tagung-zum-thema-hate-speech/ Das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie, das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim laden zur Online-Tagung "Interdisziplinäre Perspektiven auf Hate Speech und ihre Erkennung (IPHSE)" ein. Die öffentliche Veranstaltung findet am Montag, den 08. Februar 2021, ab 9 Uhr statt. »Parallel zum Anstieg von Hate Speech in sozialen Netzwerken und anderen Online-Medien ist auch das Interesse an diesem Thema in verschiedenen Fachdisziplinen gewachsen.« - Dr. Sylvia Jaki

Hate Speech oder Hassrede wird als ungezügeltes Kommunikationsverhalten, ruppige Ausdrucksweise und als hochgekochte Emotion verstanden, die den sachlich-öffentlichen Diskurs gefährden. Betroffen davon sind vor allem Online-Medien, in denen Hate Speech ein erhebliches Problem darstellt. Das Interesse am Thema Hate Speech ist mit seinem Vorkommen in sozialen Netzwerken und anderen Online-Medien in verschiedenen Fachdisziplinen nochmals gestiegen, berichtet Dr. Sylvia Jaki. Insbesondere im rechten politischen Spektrum wird Hate Speech gezielt eingesetzt, um das Bild bestimmter Bevölkerungsgruppen nachhaltig zu schädigen. Hassrede steht dabei in Verdacht, das politische Diskursklima nachhaltig zu schädigen. Nicht zuletzt werden vor diesem Hintergrund zunehmend Forderungen nach Regulierung laut. Prof. Dr. Wolf Schünemann und Stefan Steiger sehen dabei die Regulation von Hassrede als eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Herausforderung für demokratische Staaten. Fragen die sich ergeben sind: Wie viel Regulierung darf sein? Welche politischen und gesellschaftlichen Implikationen ergeben sich aus der Regulation? Und, welche technischen Möglichkeiten zur Erkennung und Regulierung von Hate Speech gibt es? Und wie gut funktionieren diese?

Diesen und weiteren Fragen möchte das Forscherteam vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse gemeinsam mit den Vortragenden, Expert*innen und Interessierten diskutieren. Beleuchtet wird das Thema dabei aus Sicht der Sprach-, Informations- und Politikwissenschaft sowie der Computerlinguistik.

»Die Regulation von Hassrede ist eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Herausforderung für demokratische Staaten.« - Prof. Dr. Wolf Schünemann und Stefan Steiger

Das Projekt "Das Phänomen Hate Speech und ihre Erkennung durch KI: interdisziplinär – international – erklärbar? (HASeKI)" möchte das Thema Hate Speech sowohl auf Expertenebene aber auch auf der Ebene der Bürgergesellschaft betrachtet und diskutieren. Thematisiert werden soll zudem, wie die Leistungsfähigkeit automatischer Verfahren zur Hate-Speech-Erkennung besser analysiert sowie erklärt und transparent gemacht werden kann. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die bessere Diskussion mit der Zivilgesellschaft. In einer zweiten Fachtagungen soll zudem eine weitere interdisziplinäre Fachdiskussion mit internationalem Publikum geführt werden, als auch die Zivilgesellschaft erreicht werden. Die zweite Tagung ist für den Sommer 2021 geplant. In der Arbeitsphase zwischen den Tagungen sollen darüber hinaus Angebote für die Vermittlung von Kompetenzen im Themenbereich für bspw. Schüler*innen erarbeitet werden.

Das Projekt  bringt Akteure aus unterschiedlichen Fächern zusammen und zielt auf eine ganzheitliche Betrachtung des Themas ab. Es wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt, dem Tagungsprogramm und zur Anmeldung

 

Zuerst veröffentlicht am 19. Januar 2021

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 3 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20210 Wed, 27 Jan 2021 08:07:00 +0100 Diversity-Monitoring: Studierende können ab sofort teilnehmen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/diversity-monitoring-studierende-koennen-ab-sofort-teilnehmen/ Zweites Diversity-Monitoring startet: Das Gleichstellungsbüro und das Zentrum für Bildungsintegration rufen alle Studierenden der Universität Hildesheim zur Teilnahme am „Diversity Monitoring“ auf. Das Forschungsteam erfasst, welche Erfahrungen Studierende an der Universität machen und welche Bedarfe Sie haben. Aus den Ergebnissen sollen Angebote und Maßnahmen hergeleitet werden. Die Daten werden vertraulich bearbeitet. Die Universität Hildesheim hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Studierenden und ihrer Lebenssituationen bei der Gestaltung von Lehre und Studium stärker zu berücksichtigen. Um Angebote verbessern und Maßnahmen entwickeln zu können, benötigt die Universität Informationen über Studierende und ihre Erfahrungen im Studium.

Universität Hildesheim startet Befragung zur Chancengleichheit der Studierenden

Alle Studierenden der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, bis zum 5. Februar 2021 am „Diversity Monitoring“ teilzunehmen. Die Einladung zur Befragung und weitere Informationen erhalten Studierende per E-Mail an ihren Uni-Account. Sämtliche Daten werden vertraulich bearbeitet und anonymisiert in die Untersuchung eingehen.

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration sowie Dr. Silvia Lange und Fanny Petermann vom Gleichstellungsbüro startet in das dreijährige Projekt „Diversity und Chancengleichheit in Studium und Lehre“ mit einer Bestandsaufnahme, dem „Diversity-Monitoring“. Das Projekt läuft von 2020 bis 2023 und wird aus Studienqualitätsmitteln finanziert.

Die Forscherinnen wollen herausfinden, in welchen Lebenssituationen sich Studierende befinden, welche Bedarfe sie haben und welche Erfahrungen Studierende mit Diskriminierung gemacht haben. Fragen sind etwa: „In Bezug auf welche Themen wünschen Sie sich grundsätzlich Angebote und Unterstützung?“ und „Haben Sie im Verlauf Ihres Studiums an der Universität Hildesheim persönlich Diskriminierung erfahren?“

Mithilfe dieser Datengrundlage soll ein Konzept zur Chancengleichheit in Studium und Lehre entwickelt und umgesetzt werden.

Das Projektteam hofft auf möglichst große Beteiligung vieler Studierender an dem Diversity-Monitoring. Bei Fragen zur Erhebung wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Fanny Petermann (petermann[at]uni-hildesheim.de). Die Erhebung knüpft an das erste „Diversity Monitoring“ der Universität Hildesheim aus dem Jahr 2013 an.

Mehr Informationen zum Diversity-Monitoring

Short information in English

Start of the survey on equal opportunities for students (diversity monitoring)

The University of Hildesheim has set itself the goal of being more strongly guided by the diversity of its students and their situations in life when designing teaching and learning activities. To be able to improve its offerings and develop measures with this in mind, the university needs information about students and their experiences of studying.

All students are warmly invited to take part in the diversity monitoring survey by 5 February 2021! The invitation to the survey and further information are sent to you by e-mail to your uni account.

]]>
Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Gleichstellungsbüro Diversity Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Startseite
news-20211 Tue, 26 Jan 2021 10:04:00 +0100 Forschungsteam: Plädoyer für ein Corona-Hochschul-Konzept 2021 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/forschungsteam-plaedoyer-fuer-ein-corona-hochschul-konzept-2021/ Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik weist in einem Offenen Brief an die KMK und HRK auf Problemfelder hin, die in einem Corona-Hochschul-Konzept 2021 bearbeitet werden sollten. Offener Brief eines Forschungsteams des
Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim
an die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz:
Plädoyer für ein Corona-Hochschul-Konzept 2021 [PDF]

Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim weist in einem Offenen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) auf Problemfelder hin, die in einem Corona-Hochschul-Konzept 2021 bearbeitet werden sollten.

Die Wissenschaftler*innen schlagen unter anderem vor, die Infrastruktur an Hochschulen digital und analog zu erweitern, Räume für soziales Leben der Studierenden zu schaffen, Beratungsangebote auszubauen und formale Verfahren zu vereinfachen. Zudem sollten niedrigschwellige Formen finanzieller Unterstützung  entwickelt werden, damit der Studienerfolg von Studierenden, die unter erschwerten Bedingungen studieren, nicht aufgrund finanzieller Notlagen gefährdet wird. Ungleiche Studienbedingungen sollten stärker berücksichtigt werden, Studierende wieder stärker an Hochschulgremien beteiligt, Studienverlaufspläne angepasst und eine Verlängerung der Studienzeiten ohne Benachteiligung ermöglicht werden.

„Um diese Punkte strukturiert zu bearbeiten und eine überlegte und gelingende Rückkehr zum Präsenzmodus über hybride Formen der Hochschullehre und Studiengestaltung zeitnah voranzutreiben, bedarf es einer Corona-Strategie 2021 für das gesamte Jahr, in der hochschulübergreifend Standards für die unterschiedlichen Formen des Lockdowns und möglicher Öffnungen empfohlen werden, damit die Studierenden wissen, was auf sie zukommt und was sie erwarten können“, so das Hildesheimer Forschungsteam. An dem Prozess der Entwicklung der Strategie sollten Studierende und Hochschulvertreter*innen intensiv beteiligt werden.

Jugendforscher*innen des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim befassen sich mit der Lage von Jugendlichen und Studierenden während der Coronavirus-Pandemie (mehr über die aktuelle Forschung erfahren Sie hier: t1p.de/studien-corona).

Im Projekt „CareHOPe – Care Leaver an Hochschulen – Online-Peerberatung“ setzt sich das Forschungsteam mit der Chancengerechtigkeit und den Belangen von Studierenden auseinander, welche in stationären Hilfen zu Erziehung aufgewachsen sind. Darüber hinaus hat das Forschungsteam der Universität Hildesheim in der Online-Studierendenbefragung „Stu.diCo“ die aktuelle Situation von Studierenden bundesweit während der Coronavirus-Pandemie erhoben.

]]>
Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20156 Mon, 25 Jan 2021 11:50:00 +0100 Die Krise in Weiß: Die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen für Pflegekräfte und Ärzt*innen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/die-krise-in-weiss-die-covid-19-pandemie-und-ihre-folgen-fuer-pflegekraefte-und-aerztinnen/ Während der COVID-19-Pandemie sind Ärzt*innen und Pflegekräfte erhöhten psychischen Belastungen ausgesetzt, die kurzfristige, aber auch anhaltende Folgen haben können. Dr. Nora Lessing und Prof. Christoph Kröger vom Institut für Psychologie an der Stiftung Universität Hildesheim haben dargelegt, welche Konsequenzen die Erschütterung der sozialen Identität sowie die Verletzung von medizinischen und ethischen Normen verursachen können – und ganz konkrete Handreichungen formuliert, wie sich negativen Auswirkungen intensivmedizinischer Behandlungen begegnen lässt. Der Umgang mit Tod und Sterben gehört zum beruflichen Alltag von Pflegekräften und Ärzt*innen. Sie sind es auch, die im Todesfall Hinterbliebene informieren und mit deren Trauer konfrontiert werden. Dies ist jedoch nur eine von zahlreichen Extremsituationen, mit welcher Ärzt*innen und Pflegekräfte konfrontiert werden und die zum Alltag einer Intensivstation gehört.

Mitarbeitende im intensivmedizinischen Bereich sind in ihrer täglichen Arbeit einem deutlich höheren Ansteckungsrisiko mit dem SARS-CoV-2-Virus und deren Mutanten ausgesetzt als die Allgemeinbevölkerung im Alltag. Fehler, fehlende oder falsche Informationen, aber auch fehlendes Material oder eine zu geringe Personalstärke können fatale Folgen haben. Wenn die eigenen Kollegen erkranken oder sterben – wie es im Verlauf der Pandemie in verschiedenen europäischen Ländern etliche Vertreter*innen der Gesundheitsberufe erleben mussten, belastet dies auch die übrige Belegschaft in besonderem Maße.

Auch die berufliche Identität des medizinischen Personals ist in der aktuellen Situation besonderen Herausforderungen ausgesetzt – wenn beispielsweise die Grenzen der eigenen, fachlichen Kompetenz erreicht werden oder auch berufsbezogene Werte und Normen der erlebten Wirklichkeit nicht standhalten können. Ethische Konflikte und die eigene Unfähigkeit, Tod oder Leiden zu verhindern, sind laut dem Hildesheimer Wissenschaftlerteam hauptursächlich für moralische Verletzungen, die psychische Folgen wie depressive Episoden und posttraumatische Belastungsstörungen auslösen können.  

Um dem vorzubeugen, leiten Dr. Nora Lessing und Prof. Christoph Kröger ganz konkrete Handlungsempfehlungen ab: So sollten kritische, möglicherweise belastende Entscheidungen möglichst von mehreren Personen im Team gemeinsam und gegebenenfalls auch unter Einbeziehung von externen Unterstützer*innen wie Mitarbeitenden der Krankenhaus- oder Notfallseelsorge oder Mitarbeitenden anderer Stationen als Moderator*innen getroffen werden. Wichtig sei es demnach, in solchen Teamgesprächen zu thematisieren, ob und welche Erlebnisse die Mitarbeiter*innen erfahren haben und inwiefern sie dabei an ihre fachlichen oder emotionalen Grenzen gestoßen sind. Auch die Fragen danach, wie sich andere im Team verhalten haben, ob ausreichend Personal anwesend war und ob geeignete Handlungsanweisungen für die konkrete Situation vorlagen, und welche Normen ggf. verletzt wurden, sollten dabei zur Sprache kommen. So kann im Gespräch auch darauf eingegangen werden, ob die beteiligten Personen ihrer Arbeit angemessen nachkommen können oder was dies verhindert beziehungsweise welche Konsequenzen daraus mittel- und langfristig entstehen.

Besonders nach belastenden beruflichen Situationen empfehlen Lessing und Kröger, solche analytischen Nachbesprechung im Team. Dabei sollte ein besonderer Fokus auf die möglichenBewältigungsstrategien im kollegialen Umfeld aber auch im privaten Bereich gelegt werden, damit jeder einzelne den eigenen Handlungsrahmen durch geeignete Aktivitäten erweitern kann. Im beruflichen Kontext kann dies durch eine geeignete, wertschätzende Gesprächskultur und ein gutes Klima innerhalb des Teams unterstützt werden. In der Freizeit können sportliche Aktivitäten oder ein positives privates Umfeld, ebenso wie regelmäßige Schlafroutinen zur Erholung nach psychisch fordernden Situationen beitragen.

 

]]>
Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20133 Wed, 20 Jan 2021 13:18:00 +0100 „The pandemic has been a stumbling block for my research“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/the-pandemi/ Teil 6 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": The Corona pandemic, says Susan Binwie Tanwie, has affected her scientific research in both: positive and negative ways. The 30 year old woman from Cameroon is a PhD scholarship holder in the interdisciplinary Graduate School “Performing Sustainability. Cultures and Development in West Africa“ at the Centre for the Study and Promotion of Cultural Sustainability, University of Maiduguri, Nigeria. The Graduate School is implemented in collaboration with the UNESCO Chair “Cultural Policy for the Arts in Development” and the Center for World Music at the University of Hildesheim. She has been on the PhD programme for about one year now. Susan Binwie Tanwie studies cultural practices for peacebuilding by taking the example of interaction of children from different ethnical backgrounds in a camp for internally displaced persons in North East Nigeria. The Madinatu community in Borno State, Nigeria, has been suffering from Boko Haram insurgents for over a decade. The crisis has forced many families to abandon their homes in search of safety. They now live in camps as so-called Internally Displaced Persons (IDPs). Susan Binwie Tanwie‘s research aims on promoting peaceful coexistence among children from different ethnical backgrounds in these camps where humanitarian organizations have set up Child Friendly Spaces (CFS). Children with IDP-background and children in the host community alike go there to access play and recreational activities some of which include local and traditional games, music and dance.

The research will make use of the „video for development“ approach which is, according to Susan Binwie Tanwie, a democratic way of video production with, by and for the people, to record cultural performances (music and dance) of children within the CFS in a bid to sustain these performances and contribute to the peace building process that is ongoing within the region. 

„The pandemic has been a stumbling block for my research so far“ says the young female researcher „as I’ve not been able to access the safe spaces where the children are.“ Initial contacts with the community were made and one single visit to the CFS was possible before the pandemic started but plans for further interactions could not be realized so far. „The ban on movement and gatherings also slowed or restricted my engagement with the community as a whole.“ The humanitarian actors in charge of the safe space kept holding up the restrictions even after the official ban was uplifted in order to protect the already vulnerable community. Visitors and researchers could not access the CFS-area. 

„My worry now is about the methodology I intend to make use of: ethnography“ says Susan Binwie Tanwie. This approach entails living with the community and having a lot of contact and interactions. „Some will say we do so virtually - but come on! This is a community that depends on humanitarian assistance for almost every aspect of their lives. Most of the people here don’t even own a cell phone nor have the resources to maintain one if they do.“  

The 30 year old woman also stresses the effects the situation has on the researchers themselves: „Let’s talk about the psychological trauma this pandemic has brought to us: mixed feelings and fear of not meeting up deadlines, fear of being infected, and concern for our families. All these delay the research process.“ Susan Binwie Tanwie has a six year old daughter who stays with the rest of her family in Cameroon. „I am not even there to watch over her and tell her to wash her hands and to be careful.“

Further on, she regrets the inability to travel to workshops and to keep up the personal academic exchange. „But still, there is also a positive side to this situation: I think the pandemic has opened up new approaches to research (as virtual data collection). I’ve now more than ever created networks for myself during this period to help build my academic career as physical outings are no longer in vogue.“ Susan Binwie Tanwie states that she has been able to participate in online colloquiums and conferences which might not have been affordable to her in terms of travelling to the gatherings.

A three-month-stay at the University of Hildesheim that should have taken place this year was delayed to 2022. Susan Binwie Tanwie is already looking forward to it – and she is hopeful that the situation will come back to normal soon enough for her to be able to complete her PhD within the stipulated time.

Text: Sara Reinke

 -----------------

The Graduate School ‘Performing Sustainability’

The interdisciplinary DAAD Graduate School ‘Performing Sustainability’  is a collaborative training network for graduate students by the University of Hildesheim (Germany), the University of Maiduguri (Nigeria) and the University of Cape Coast (Ghana).

The initiative focuses on innovative research that brings together approaches from performance, arts and culture to bear on sustainable development as defined in the UN Sustainable Development Goals (SDGs). A specific focus lies on issues of peace and conflict resolution.

 

 

 

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Lesen Sie in der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie" auch:

Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

Jugendforschung unter völlig neuen Voraussetzungen - Dr. Severine Thomas im Gespräch

Neuer Anlauf 2021: Sportstudien in der Corona-Zeit

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Presse Fachbereich 1 Kulturpolitik Forschung Center for World Music Pressemeldungen Startseite
news-20135 Wed, 20 Jan 2021 11:30:00 +0100 „Migration bietet Chancen“: Fachkommission legt Bericht vor https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/migration-bietet-chancen-fachkommission-legt-bericht-vor/ Prof. Dr. Viola Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration national und international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Region. Die Erziehungswissenschaftlerin der Universität Hildesheim legt als Mitglied der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ der Bundesregierung einen Bericht vor, der am 20. Januar 2021 der Bundeskanzlerin übergeben wurde. Der Bericht wird anschließend dem Deutschen Bundestag vorgelegt. „Gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft gestalten“,
Bericht der Fachkommission Integrationsfähigkeit (20.01.2021) (PDF)

Seit 2019 wirkt die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola Georgi in der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ der Bundesregierung mit. Die Kommission hat Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft erarbeitet.

Am Mittwoch, 20. Januar 2021, hat die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ den finalen Bericht vorgelegt und an die Bundesregierung überreicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Staatssekretär Markus Kerber und Bundesminister Hubertus Heil nahmen den Bericht entgegen.

Die Bundesregierung legt den Bericht der Fachkommission im nächsten Schritt dem Deutschen Bundestag vor.

Die Kommission beschreibt in ihrem Bericht die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Interview mit Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

Frau Professorin Georgi, das Bundeskabinett hat Sie vor zwei Jahren in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Nun legen Sie den Abschlussbericht vor. Was ist ein zentrales Ergebnis?

Viola Georgi: Zentral ist für mich die Botschaft, dass Integration eine Daueraufgabe und eine Investition in die Zukunft ist. Denn Migration bietet enorme Chancen, wenn Integration in den Bildungs- und Arbeitsmarkt gelingt. Hieraus können sich erhebliche wirtschaftliche Gewinne und auch fiskalische Erträge für den Sozialstaat ergeben, gerade angesichts des demografischen Wandels. Offene Gesellschaften können überdies von wachsender kultureller und sozialer Diversität profitieren.

Es ist Zeit anzuerkennen, dass Einwanderung und Diversität Deutschland historisch geprägt haben und auch in Zukunft prägen werden. Deutschsein im 21. Jahrhundert wird nicht mehr von deutschen Vorfahren oder einem deutschen Namen oder einem bestimmten als deutsch imgaginierten äußerlichen Erscheinungsbild abhängig sein. Es wird vielmehr bedeuten, in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft zu leben, sich in dieser zurechtzufinden und sie im alltäglichen Zusammenleben aktiv mitzugestalten.

Sie haben den Bericht mitverfasst. Ein zentrales Handlungsfeld ist die Bildungsintegration, dies ist Ihr Fachgebiet. Was sind hier die Botschaften?

Viola Georgi: Bildung ist für Integration von zentraler Bedeutung. Das ist eine Binsenweisheit. Die von uns erarbeiteten Empfehlungen sind sehr umfangreich und umfassen verschiedene Bereiche, wie Kita, Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung mit einem Fokus auf Sprach- und Integrationskursen.

Festhalten lässt sich, dass Menschen – mit oder ohne Migrationsgeschichte – am besten lernen können, wenn die Bildungsinstitutionen ihre sozialen Lebenslagen und ihre sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt anerkennen und berücksichtigen. Es bedarf angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen einer differenzierten Förderung und Unterstützung der Bildungseinrichtungen. Ziel muss der Abbau  von Benachteiligungen sein, die mit der familiären Herkunft, insbesondere der sozialen Ungleichheit, und mit unterschiedlichen sprachlichen Lernvoraussetzungen verbunden sind.

Mit dem Blick auf die Schule betonen wir, dass diese Lehr- und Lernangebote von hoher Qualität bereitstellen muss, die sich am individuellen Potenzial und am Entwicklungsstand der Lernenden orientieren. Außerdem empfehlen wir Bildungswege länger offen zu halten, damit Kinder und Jugendliche ihr Leistungspotential auch dann ausschöpfen können, wenn sie schlechtere Startchancen haben. Die Qualität von Bildung ist überhaupt das buzzword im Bildungsteil des Berichtes. Für die Fachkommission steht der Staat hier in der Pflicht, eine qualitativ hochwertige und chancengerechte Bildung für die deutsche Einwanderungsgesellschaft zu gewährleisten.

Was erhoffen Sie sich von dem Dokument, was kann der Bericht bewirken, anstoßen?

Viola Georgi: Der Bericht wird dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt. Damit liegt der Ball erst Mal wieder im Feld der Politik, die letzlich in ihre Gremien beraten und entscheiden muss, ob und welche Empfehlungen umgesetzt werden sollen. Zugleich ist der Bericht natürlich auch öffentlich zugänglich und wird in mehrere Sprachen übersetzt. Ich sehe ihn auch als ein Instrument zur Versachlichung und zur Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Debatte über Deutschland als Einwanderungsland.

Die Kommission ist interdisziplinär zusammengesetzt. Am Zentrum für Bildungsintegration vereinen Sie ebenfalls Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen, von der Musikwissenschaft über die Erziehungs- bis zur Sprachwissenschaft und Politikwissenschaft. Welche Chance bietet die Forsshung und Transferarbeit in interdisziplinären Teams?

Viola Georgi: Sie bietet große Chancen, weil man in allen Phasen der Betrachtung eines Forschungsgegenstandes oder eines gesellschaftlichen Phänomens mulitperspektivisch unterwegs ist. Man lernt ständig dazu. Das ist auf- und anregend und befördert Innovation. Man muss sich die Welt wechselseitig erklären. Was einem aus der Perspektive der eigenen fachwissenschaftlichen Sozialisation ganz klar erscheint, muss für die Kollegen und Kolleginnen erst mal plausibel gemacht werden. Das bereichert den Erkenntnisprozeß und die Reflexion darüber, wie man zu den Erkenntissen gekommen ist ungemein. Oft kann man dann die Positionen wie Puzzelteile zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Ich erlebe das gerade in einem BMBF-geförderten Verbund-Projekt zu historischer Bildung in der Migrationsgesellschaft (Informationen über das Forschungsprojekt HilMig: www.uni-hildesheim.de/zbi/forschungsprojekte/geschichten-in-bewegung-erinnerungspraktiken-geschichtskulturen-und-historisches-lernen-in-der-deutschen-migrationsgesellschaft/). Ich will aber nicht unter den Tisch kehren, dass das Arbeiten in interdisziplinären Teams nicht unbedingt immer harmonisch ist. Man muss schon Spaß am Diskurs und an der Kontroverse haben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

„Zentrum für Bildungsintegration
– Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“

Über die Fachkommission Integrationsfähigkeit

Die Bundesregierung hat 2019 eine Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit einberufen.

Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen. Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde 2019 Prof. Dr. Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Professorin Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Auf der Website www.fachkommission-integrationsfähigkeit.de sind neben Informationen zur Fachkommission und ihren Mitgliedern auch Informationen zum Bericht, Kurzfilme und Dokumente zum Download bereitgestellt (unter anderem der Bericht, die Kernbotschaften in verschiedenen Sprachen sowie die von der Fachkommission beauftragten Expertisen).

Über das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft.
www.uni-hildesheim.de/zbi

]]>
Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen
news-20130 Tue, 19 Jan 2021 11:16:00 +0100 Nachhaltigkeit - aus dem Studium für die Praxis https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/nachhaltigkeit-aus-dem-studium-fuer-die-praxis/ Das Green Office hat das zweite Studentische Forschungsjournal Nachhaltigkeit veröffentlicht. Darin stellen Absolvent*innen aus verschiedenen Fachbereichen ihre Abschlussarbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug anhand eines Abstracts und eines Interviews vor. An praktischen Beispielen zeigen Studierende in dem vom Green Office veröffentlichten Forschungsjournal Nachhaltigkeit aus der Perspektive ihrer Studiengänge heraus Wege für eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft.

So wollte zum Beispiel Annina Hessel, Absolventin im Bereich Philosophie-Künste-Medien-Absolventin Annina Hessel herausfinden, wie sich Menschen zu einem nachhaltigeren Handeln bewegen lassen und hat dabei gelernt, dass es vor allem darum geht, nachhaltiges Verhalten leichter zu machen.

Leonie Bathow untersuchte im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Studiengang Kulturvermittlung, wie Nachhaltigkeit in Museen vermittelt werden kann und war überrascht, dass es bisher wenig kulturpolitische Unterstützung für Museen zum Thema Nachhaltigkeit gibt.

Die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer hat festgestellt, dass die praxisorientierte Vermittlung von Nachhaltigkeitswissen wenig beforscht wird und entschied sich deshalb, in ihrer Masterarbeit ein Workshopkonzept für eine nachhaltige Geschäftsmodellentwicklung zu erproben.

Und das sind nur drei von insgesamt sieben studentischen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit - vollständig nachzulesen in der Online-Ausgabe des Studentischen Forschungsjournals Nachhaltigkeit 2020.

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Green Office Pressemeldungen
news-20112 Wed, 13 Jan 2021 09:03:00 +0100 Erst denken, dann urteilen - Was Hannah Arendt uns heute noch zu sagen hat: Interview mit Prof. Meike Baader https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/erst-denken-dann-urteilen-was-hannah-arendt-uns-heute-noch-zu-sagen-hat-interview-mit-prof-meik/ Hannah Arendt, jüdische Publizistin und politische Theoretikerin, starb 1975. Doch viele ihrer Aussagen wirken heute immer noch aktuell, manchmal fast prophetisch. Im Interview erläutert Prof. Dr. Meike Baader, warum es sich lohnt, der zu ihrer Zeit durchaus umstrittenen Autorin eine Ringvorlesung zu widmen. Die öffentliche Ringvorlesung „Hannah Arendt - Macht und Gewalt“ in diesem Wintersemester läuft komplett online. Sie ist damit auch über Hildesheim hinaus Studierenden, Lehrenden und anderen Interessierten zugänglich. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Format gemacht?

Überwiegend sehr positive. Neben eigenen Universitätsangehörigen und einigen lokalen Gasthörern haben sich zum Teil auch Studierende und Lehrende anderer Universitäten online freischalten lassen. Einige dieser externen Zuhörer*innen haben regelmäßig teilgenommen und sich auch aktiv in die Diskussion eingebracht. Diesen inter-universitären Austausch erlebe ich als Bereicherung und könnte mir gut vorstellen, Live-Übertragungen auch dann weiterhin mit einzubeziehen, wenn solche Ringvorlesungen wieder in Präsenz stattfinden können. Auch die Referierenden hatten auf diese Weise die Möglichkeit, die anderen Vorträge ebenfalls zu hören.

Dass die Diskussionsbeiträge über den Chat eingehen, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und erfordert eine andere Art der Anstrengung. Natürlich geht auch einiges verloren, was im persönlichen Austausch viel einfacher wäre, aber insgesamt sehe ich durchaus auch die positiven Aspekte.

Hannah Arendt ist 1975 gestorben. Sie hat sich in ihren Werken mit Themen wie dem Nationalsozialismus, dem Antisemitismus, der Studentenbewegung der 60er Jahre oder dem Vietnamkrieg beschäftigt, und war zu ihrer Zeit als politische Publizistin nicht unumstritten. Doch rückblickend wirken viele ihrer damaligen Überlegungen heute noch (oder wieder) brandaktuell. Welche Gegenwartsbezüge haben Sie bewogen, Hannah Arendt eine Ringvorlesung zu widmen?

Ganz konkret haben wir uns für den Text „Macht und Gewalt“ entschieden, der 1970 erschienen ist – das 50jährige Jubiläum der Veröffentlichung bot also einen äußerlichen Anlass. Ein zentrales Thema dieses Textes ist die definitorische Abgrenzung der Begriffe „Macht“ und „Gewalt“ voneinander. Hannah Arendt sieht hier einen fundamentalen Unterschied – ganz anders als beispielsweise Max Weber oder auch Michel Foucault. Am Beispiel der Eltern-Kind-Beziehung lässt sich das gut erklären: Zwar haben Eltern Macht über ihre Kinder, doch längst nicht jedes Machtverhältnis muss gewaltförmig sein.

Das Besondere an Hannah Arendts Texten ist, dass sie eine Art Werkzeugkasten liefern, der sich auf ganz unterschiedliche Gegebenheiten anwenden lässt. Aktualitätsbezüge finden sich dabei in vielfacher Hinsicht – angefangen vom Thema der persönlichen Verantwortung über die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus oder auch in einer wieder sehr aktuell gewordenen Betrachtung über Flüchtlinge, die auf ihrer eigenen Fluchterfahrung basierte und in dem kleinen Text „Wir Flüchtlinge“ nachzulesen ist. Für Fragen von Bildung und Erziehung sind auch ihre Überlegungen zur generationalen Ordnung relevant.

Nehmen Sie die Studierenden von heute als stärker politisch interessiert wahr als beispielsweise in den 90er- und Nullerjahren?
Ich bin mit einer pauschalen Einordnung von früheren Generationen als apolitisch sehr vorsichtig. Studienergebnisse, die darauf hinzudeuten scheinen, sind immer sehr davon abhängig, wonach genau gefragt wurde. Eine Zurückhaltung gegenüber parteipolitischem Engagement und etablierten politischen Institutionen muss kein generelles politisches Desinteresse sein.  Sieht man sich die Shell-Jugendstudien seit den 90er Jahren im Detail an, lässt sich dort durchaus ein Interesse zum Beispiel an Umweltthemen ablesen. Aus meiner eigenen Beobachtung heraus würde ich sagen, dass aktuell bestimmte Themen wieder mehr in den Fokus rücken: Klimaprotest, Partizipation, Gerechtigkeit. Letztere in Bezug auf Bildung, Geschlecht, aber auch auf Generationengerechtigkeit. Die Sensibilität dafür ist bei den jüngeren Menschen groß.

Wenn Sie sich aus den verschiedenen Essays, Studien und anderen Veröffentlichungen von Hannah Arendt für ein Zitat oder eine zentrale Aussage entscheiden müssten, die jede/r Studierende kennen sollte, welche/s wäre das?

Es gibt zwei Zitate, die mir zu dieser Frage sofort eingefallen sind: „Die Freiheit, frei zu sein“ – diese Formulierung passt gut zum aktuellen Diskurs darüber, wer in unserer Gesellschaft das Recht, die Macht und die Möglichkeit hat, zu „sprechen“, sich also frei zu äußern und öffentlich zu positionieren.

Viel zitiert und sogar als T-Shirt-Aufdruck verbreitet ist auch Hannah Arendts Satz „Keiner hat das Recht zu gehorchen“, der mir als zweites in den Sinn gekommen ist. Aber letztlich sind solche schlagwortartigen Zitate wohl gar nicht so sehr in Hannah Arendts Sinn. Vielmehr muss man diese Äußerungen kontextualisieren und danach fragen, in welchem Zusammenhang sie entstanden sind. Das wäre vermutlich auch Hannah Arendt wichtig gewesen. Sie gehörte keiner bestimmten Denkschule an, ihre große Stärke war gerade ihre Unabhängigkeit. Sie vertraute auf die Kraft des Denkens, um zu einem eigenen, begründeten Urteil zu kommen und daraus wiederum ihr Handeln abzuleiten. Und so ein unabhängiger Denkansatz ist es, den ich den Studierenden viel lieber mitgeben möchte, als ein paar isolierte Zitate.

Lassen sich Hannah Arendts Begriffskonstruktionen von „Macht“ und „Gewalt“ auf das Beispiel der aktuellen politischen Unruhen nach der Abwahl von Präsident Donald Trump in den USA anwenden?

In den USA lässt sich aktuell beobachten, wie jemand aus einer Machtposition heraus, nämlich als amtierender Präsident, gewaltvolle Proteste angestoßen hat. Aber wir werden jetzt auch erleben, was passiert, wenn Donald Trump sich als Anstifter zurückzieht: dass sich nämlich die Gewalt verselbstständig – sie braucht die übergeordnete Machtinstanz nicht mehr. Da ist ganz gezielt ein Skript auf den Weg gebracht worden, das die politische Legitimation von Ämtern, Institutionen bis hin zur Gewaltenteilung infrage stellt und jetzt seine eigene gewaltförmige und destruktive Dynamik gegenüber der Demokratie und ihren Institutionen entfaltet.

In einem Essay mit dem Untertitel „Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ verarbeitet Hannah Arendt ihre Beobachtungen aus dem Prozess gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, einem der Hauptorganisatoren des Holocaust, den sie dennoch als „normalen Mann“ beschreibt.  Wo findet man solche Mitläufer-Typen heute?

Es ging Hannah Arendt darum, zu zeigen, dass zerstörerisches, menschenverachtendes Verhalten nicht von personifizierten Monstern ausgeht. Eichmann war eine zentrale Figur, der das „Funktionierenmüssen“ als Legitimation für sein Verhalten angeführt hat. Man musste ja gehorchen, man musste mitmachen, man war ja nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Dieses Argumentationsmuster hat Hannah Arendt auseinandergenommen – und ist dafür auch kritisiert worden. Ihre Beschreibung von Eichmann als einen „Hanswurst“, die Tatsache, dass sie im Gerichtssaal in Lachen ausgebrochen ist, das ist ihr zum Vorwurf gemacht worden. Aber das Argument des Funktionierens oder auch die Lust am Funktionieren findet man auch in vielen Zusammenhängen wieder, wo Menschen offenkundigem Unrecht nicht widersprechen oder dagegen aufbegehren.

Ist das manchmal schon fast reflexhafte Infragestellen von Autoritäten und staatlichen Entscheidungen, wie wir es zum Beispiel in Bezug auf die Flüchtlingspolitik oder auch ganz aktuell in Bezug auf die Corona-Maßnahmen beobachten, das umgekehrte Extrem  -  oder ein normales Merkmal gesunder Demokratien?

Der Diagnose einer reflexhaften Kritik an staatlichen Vorgaben kann ich, etwa mit Bezug auf die Corona-Regeln, zustimmen, kritische Anfragen hingegen sind wichtige Momente demokratischer Auseinandersetzungen. Aber dieses Verhalten kann man ja auf unterschiedliche Weise lesen. Wenn wir hier über eine Krise der politischen Repräsentation sprechen, dann muss man vielleicht fragen: Welchen Autoritäten folgen die Handelnden denn stattdessen? Das müssen nicht zwangsläufig konkrete reale Personen sein, Menschen können sich auch hinter Argumentationsfiguren wie dem Wunsch nach einem libertären Staat oder staatlicher Deregulierung versammeln. Der Reflex gegen staatliche Autoritäten kann also auch ein Reflex sein, sich anderen (argumentativen) Autoritäten zuzuwenden, die etwa in den sozialen Medien, auch gar nicht immer direkt als solche zu identifizieren sind. Der Begriff des „Followers“ bezeichnet dieses vielleicht ganz gut.   

Von Hannah Arendt stammt die Formulierung von der „Revolte der Massen gegen den Wirklichkeitssinn des gesunden Menschenverstandes. Totalitäre Regime profitieren demnach davon, dass Menschen sich auch ohne echtes gemeinsames Ziel oder echte gemeinsame Überzeugung in Gruppen zusammenschließen, und so eine politische Macht entfalten, ohne selbst unbedingt besonders politisch zu sein. Ist die Gefahr solcher Zusammenschlüsse – auch ohne zentrale Leitfigur - im Internetzeitalter größer oder kleiner geworden?

Im Internet gewinnen solche Bewegungen eine ganz eigene Dynamik. Wenn wir uns zum Beispiel Corona-Leugner ansehen, dann haben diese ihre eigenen Argumentationsfiguren, auf die sie sich beziehen, und über die sie ihre Weltsicht autorisieren. Dies erfolgt über Internetforen, in denen bestimmte Inhalte verbreitet werden. Bis hin zu Weltverschwörungstheorien, die wiederum ganz oft auch antisemitische Merkmale aufweisen.

Gleichzeitig haben wir aber bei den digitalen Plattformen auch als neues Phänomen den Fall, dass bestimmte Personen ohne jegliche politische Legitimation als Autoritäten agieren – ich denke da zum Beispiel an den Twitter-Chef Jack Dorsey, der im Alleingang entschieden hat, den Account von Donald Trump zu sperren, was ja jetzt auch heftig diskutiert wird.

Wenn Sie Hannah Arendt heute in Ihre Ringvorlesung einladen könnten, über welches aktuelle politische Thema würden Sie gern mit ihr sprechen?

Ich fände es spannend, mit ihr über die Macht der Bilder zu sprechen. Bilder haben in unserer visuell geprägten Zeit eine historisch unvergleichliche Macht. Sie können extrem verdichten, extrem emotionalisieren – und sie müssen eigentlich immer in ihre genauen Kontexte eingeordnet und diesbezüglich befragt werden. Viele Studierende lieben es, mit Bildern zu arbeiten, um ihre Vorträge zu illustrieren, aber sie hinterfragen und analysieren ihr Material viel zu wenig. In welchem Zusammenhang ist es entstanden? Wer hat es gemacht und warum? Welchen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt es – und welchen nicht? Zu Fragen der „visual literacy“ müssten wir mehr lehren, um zum kritischen Umgang mit Bildern zu befähigen. Aber es gibt viele weitere Themen, die mir einfallen würden, um sie mit Hannah Arendt zu diskutieren, das Attentat und der Prozess von Halle etwa oder, um mit einem Thema aus dem Bereich von Bildung und Erziehung zu enden, die Frage nach dem Wahlalter ab 16, wie es etwa von Fridays for Future gefordert wird, denn Hannah Arendt äußerte sich sehr kritisch gegenüber politischem Engagement von Jugendlichen und behält dieses Erwachsenen vor.  Hier könnten lohnenswerte Debatten über aktuelle Fragen der politischen Partizipation entstehen.

Interview: Sara Reinke

---------------------------------------------------

 

Zur Person: Hannah Arendt

Hannah Arendt (1906 – 1975) war eine jüdische Publizistin und politische Theoretikerin. Sie stammte gebürtig aus Linden (heute Hannover-Linden), studierte in Marburg, Freiburg und Heidelberg – unter anderem Philosophie bei Martin Heidegger, mit dem sie auch eine Affäre hatte – und emigrierte 1933, nach einer Verhaftung durch die Gestapo, zunächst nach Frankreich. Nach der Internierung in das Konzentrationslager Gurs, aus dem ihr die Flucht gelang, wanderte sie in die USA aus. Dort arbeitete sie als Journalistin und Dozentin bzw. Professorin und veröffentlichte zahlreiche politische Essays und Betrachtungen. Ihre Studie „On Violence“, deutscher Titel „Macht und Gewalt“, erschien 1970 in den USA, in England und in Deutschland. Hannah Arendt setzt sich darin mit der Studentenbewegung der 60er Jahre auseinander und legt eine politische Theorie der Begriffe „Macht“ und „Gewalt“ vor.

 

Die Ringvorlesung „Hannah Arendt – Macht und Gewalt“

Die interdisziplinär angelegte Ringvorlesung zu Hannah Arendt ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Erziehungswissenschaften (Prof. Dr. Meike Baader, Dr. Tatjana Freytag) und des Instituts für evangelische Theologie (Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) mit der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften.  Die Referentinnen und Referenten setzen sich in ihren Vorträgen mit Hannah Arendts Texten, ihrem Denken, ihren Zugängen und Impulsen auseinander.  

„Macht und Gewalt“ eröffnet vielfältige Anknüpfungspunkte zum gesamten Werk von Arendt, aber auch für viele höchst aktuelle Fragen in Zeiten, die durch eine Einschränkung des öffentlichen Lebens, Kritik an der Demokratie, Rückkehr von autoritärem Denken, einer Rückbesinnung auf den Nationalstaat und neue Formen von Hass und Gewalt sowie von wachsendem Antisemitismus gekennzeichnet sind. Ziel der Ringvorlesung ist es, an diese Debatten anzuknüpfen, interdisziplinäre Arendt-Lektüren gemeinsam zu diskutieren und damit einmal mehr nach der Aktualität ihres Denkens zu fragen sowie danach, welche Antworten und Impulse sich bei ihr für wichtige gegenwärtige Fragen finden.

Die Veranstaltung findet immer Donnerstag von 14 bis 16 Uhr statt - aufgrund der Coronapandemie im virtuellen Raum.

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft dig. Semester Ringvorlesungen Pressemeldungen Startseite
news-19443 Fri, 18 Dec 2020 18:22:00 +0100 Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung: Interview mit Marc Partetzke https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-fuer-politikdidaktik-und-politische-bildung-interview-mit-marc-partetzke/ Seit 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Politikwissenschaftler Einblicke in seine Arbeit. Seit Frühjahr 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Zuvor war er Senior Lecturer für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Universität Bremen und arbeitete als Vertretungsprofessor für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal.

Marc Partetzke hat die Fächer Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien sowie Deutsch als Fremdsprache an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Die Promotion folgte ebenfalls an der FSU Jena mit der Arbeit „Biographisch-personenbezogener Ansatz in der Politischen Bildung und politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung: Theoretische und empirische Grundlegung“.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung, Politische Kultur und Politische Bildung, die interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Bildung, die historisch-politische Bildung mit Schwerpunkt auf der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik, die hermeneutische Politikdidaktik, politikdidaktische Ansätze und Prinzipien sowie Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung im sozialwissenschaftlichen Unterricht.

Interview mit Prof. Dr. Marc Partetzke

„Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden“

Herr Professor Partetzke, Sie forschen und lehren seit Frühjahr 2020 an der Universität Hildesheim als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung. Wie haben Sie das erste digitale Semester aufgrund der Coronavirus-Pandemie erlebt?

Zu Beginn waren sicher Verunsicherung, Überforderung und ein gewisses Maß an Orientierungslosigkeit dominierend, denn es war und ist ja nicht „nur“ ein Semester mit Corona, vielmehr ist unser aller Leben, also auch jenseits von Universität, ordentlich durcheinander gewirbelt worden. Gleichzeitig habe ich aber auch den Eindruck, dass die Universität im Ganzen wie auch ihre Angehörigen im Einzelnen recht schnell ein hohes Maß an Handlungsfähigkeit und -sicherheit zurückgewonnen haben. Persönlich habe ich jedenfalls die Informationsflüsse als effizient empfunden, die Kommunikation als klar und transparent und die Umstellung auf digitale Lehre als relativ reibungslos. Froh bin ich auch darüber, dass es keine Schnellschüsse gegeben hat, mancherorts ist ja auf datenschutzrechtlich überaus bedenkliche Lösungen gesetzt worden. Zwar gehöre ich nicht zu jenen, die meinen, dieser Krise mit ihren weltweit zahlreichen Toten und all‘ ihren Begleiterscheinungen irgendwelche Chancen abringen zu müssen, gleichwohl habe ich aber unter anderem das Gefühl, dass auch die Angehörigen der Universität etwas enger zusammengerückt sind. So scheint mir der Ton etwas empahtischer, das wechselseitige Verständnis etwas größer zu sein, als dies vor dieser Krise der Fall gewesen ist. Und um auch das deutlich zu sagen: Nach meinem Dafürhalten haben die Krisenstäbe – ob nun mit Blick auf die Universitätsleitung, das CeLeB oder Institutsebene – herausragendes geleistet und verdienen allergrößten Respekt und Anerkennung.

Zum jetzigen Zeitpunkt freilich nicht mehr als ein frommer Wunsch, aber ich sehne mir tatsächlich tagtäglich wieder die Präsenzlehre herbei, deren Verlagerung in den digitalen Raum meines Erachtens immer nur eine Notlösung sein kann. Zwar waren zuletzt immer wieder Stimmen vernehmbar, die die Corona-Krise zum Anlass genommen haben, das Ende der Massenuniversität, das sich angeblich schon vor der Krise abgezeichnet habe, auszurufen. Nach meinem Dafürhalten kommt darin aber ein eigentümlich verkürztes Verständnis von Universität und akademischer Lehre zum Ausdruck. Insofern ist das sogenannte „hybride“ Wintersemester für mich schon eine Art Lichtblick.

Was macht man eigentlich als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung? Worum geht es in Ihrem Beruf?

Im Wesentlichen dreht sich meine Arbeit um Lehre, Forschung und Transfer, um das, was ich erforsche, etwa in der Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen, einem breiteren Kreis zugänglich zu machen. In der Lehre bilde ich angehende Lehrerinnen und Lehrer im Fach Politik für das Grund-, Haupt- und Realschullehramt aus. Hinzu kommt die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die in Niedersachsen an die Universität angedockt ist.

Die Lehre ist mit der Forschung verzahnt. Als Fachdidaktiker beschäftige ich mich mit didaktischen Grundfragen – wer lernt was wann, wie, warum, wozu, womit, wo und mit wem? Was ist so wichtig, das es gelernt und gelehrt werden muss? Die Antworten darauf sind freilich immer nur vorläufig, weil auch wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Glaskugel haben und nicht wissen, ob das, was wir heute als wichtig erachten, in zehn, zwanzig, dreißig Jahren noch relevant ist – das ist eine Herausforderung, macht die Arbeit aber auch total interessant. Seit dem sogenannten PISA-Schock ist die Frage „Wozu lernen wir das?“ sehr wichtig geworden. Gibt es Ziele politischer Bildung, die sich in Kompetenzen formulieren und diagnostizieren lassen? Was sind die Kompetenzen, die in Lehr-Lern-Prozessen anvisiert werden und wie kann ich auf diagnostischer Grundlage bessere, individuellere Lernangebote machen? Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden.

„Ich würde mir wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre“

Welche Aufgaben hat in der heutigen Zeit die politische Bildung in einer Demokratie?

Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an den Staatsrechtler Ernst Wolfgang Böckenförde und sein berühmtes Zitat „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Politische Bildung in einer Demokratie ist deshalb eine Daueraufgabe. Demokratinnen und Demokraten fallen schließlich nicht vom Himmel. Weil die Staatsform Demokratie extrem vorraussetzungsvoll ist, ist politische Bildung eine zeitunspezifische, eine Daueraufgabe. Im Kern geht es ihr darum, mündige Bürgerinnen und Bürger heranzubilden, die kompetent am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das heißt freilich nicht, dass es nicht auch zeitspezifische Aufgaben gibt – im Moment sind das die Digitalisierung, Inklusion, aber auch solche Phänomene wie Hate Speech. – Im Übrigen freue ich mich sehr darüber, dass das neue Studienprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ an der Universität Hildesheim startet, das das Institut für Sozialwissenschaften mitentwickelt hat. –

Das Problem ist allerdings, dass der politischen Bildung häufig eine Art Feuerwehrfunktion zugeschrieben wird – es passiert etwas Schreckliches wie beispielsweise Übergriffe auf Geflüchtete oder Hakenkreuz-Schmierereien und die politische Bildung soll es dann unter anderem durch kurzfristige Finanzspritzen und mittles hastig entworfener Programme richten. Angesichts der oben genannten Herausforderungen und der Verantwortung, die politische Bildung übernimmt, würde ich mir aber wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre, als dies bislang der Fall ist. Das würde also unter anderem bedeuten, dass Politik nicht nur ein Kleinstfach mit einer oder zwei Wochenstunden ist.

„In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt.“

Warum haben Sie sich für Hildesheim und das Institut für Sozialwissenschaften als künftigen Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

Ich finde es überaus reizvoll, an einer Profiluniversität zu forschen und zu lehren. In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist, an denen das Lehramtsstudium häufig nebenher läuft.

Die Möglichkeit, meine Energie unter anderem in den Aufbau der Professur zu investieren, ist eine unglaublich tolle Herausforderung. Dass ich den Ruf angenommen habe, hat aber auch sehr viel mit den bisherigen Begegnungen und Chancen zu tun. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt – vom Institut, über das Dekanat bis hin zum Präsidium erlebe ich ein offenes, warmherziges, von Unterstützung geprägetes Klima – solche Arbeitsbedingungen sind für mich, wie wohl für jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler, extrem wichtig. Ich habe also richtig Lust und richtig Spaß daran, in Hildesheim zu arbeiten.

In seiner Dissertation hat Marc Partetzke erforscht, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden

Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit – welchem Problem sind Sie gerade auf der Spur?

Das Schöne an der Fachdidaktik, und manchmal auch das Schwierige, ist, dass wir Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker eine Art Zwischenstellung einnehmen. Wir haben auf der einen Seite die Wissenschaft, da ist Erkenntnis leitend. Und wir haben die Praxis vor allem in der Schule auf der anderen Seite, da ist im Wesentlichen Brauchbarkeit der Maßstab. Was sich also in der Praxis nicht bewährt, wird im Grunde genommen fallen gelassen. Insofern bildet die Fachdidaktik meinem Verständnis nach eine Art Scharnier zwischen diesen beiden Welten. Das handelt uns freilich manchmal noch den Vorwurf ein, wir seien keine ernstzunehmende Wissenschaft, aber wenn wir die Praxis nicht ernst nehmen, entkoppeln wir uns immer weiter von ihr und entziehen uns damit ein Stück weit selbst unsere Daseinsberechtigung. Nicht zuletzt deshalb suche ich in Hildesheim etwa den Kontakt zu Partnerschulen.

In meiner Dissertation habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden. Das kann zum Beispiel funktionieren, indem sie sich mit Biografien beschäftigen, und zwar nicht nur jenen des politischen Personals sondern auch mit denen „normaler“ Bürgerinnen und Bürger. Mit Kolleginnen aus Bremen habe ich diesen biografiebasierten politikdidaktischen Ansatz an mehreren Schulen implementieren können. Lehramtsstudierende und Schülerinnen und Schüler haben Tandems gebildet und sich mit Arbeitsbiografien von Beschäftigten aus Bremer Großbetrieben befasst. Abgesehen von dieser neuen Art der Berufsorientierung haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler durch die Beschäftigung mit diesen Biografien gewissermaßen selbstläufig auch einen Zugang zu und einen Einblick in die hinter diesen Biografien liegenden politischen Ideen, Strukturen und Funktionslogiken erhalten – also etwa Arbeitnehmerinnenrechte, Strukturwandelprozesse, das Verhältnis von Arbeit und Kapital usw. Zwei der drei beteiligten Schulen haben diesen Ansatz später in ihr Curriculum aufgenommen und verstetigt und es macht mich auch ein wenig stolz, dass weitere Schulen im Bundesgebiet und darüber hinaus, etwa in Österreich, ihn ebenfalls adaptiert haben.

Was kennzeichnet Ihre Lehre – womit beschäftigen Sie und Ihre Studentinnen und Studenten sich zum Beispiel?

Ich versuche immer, Lehre auf Augenhöhe zu gewährleistein. Dafür ist das Format des Seminars toll, denn Seminare sind echte Lernzeit, man kommt ins Gespräch, diskutiert, ich lerne häufig viel von meinen Studierenden. Trotz aller Spezialisierung versuche ich, so gut es geht, eng an der aktuellen Forschung im gesamten Fach „dranzubleiben“ – das sind zur Zeit insbesondere die Themen Inklusion, Digitalisierung und politische Bildung in der super-diversen Gesellschaft und in Zeiten gesellschaftlichen Wandels.

Im Bereich der Digitalisierung setzen wir uns etwa mit alternativen Fakten, Fake News und Informationskompetenz auseinander – wo bekomme ich meine Informationen her, bin ich in der Lage, diese einzuordnen, zu interpretieren, möglicherweise selber Informationen zu produzieren? Übrigens habe ich die Auswertungen meiner Lehrveranstalungsevaluationen einsehen können – natürlich ist immer Luft nach oben, aber die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden meine Art der Lehre wertschätzen, was mich extrem freut und Ansporn dafür ist, sie noch besser zu machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

(Interview erstveröffentlicht am 25.09.2020.)

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Pressemeldungen
news-20024 Fri, 18 Dec 2020 12:24:00 +0100 Neuer Anlauf 2021: Sportstudien in der Corona-Zeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/neuer-anlauf-2021-sportstudien-in-der-corona-zeit/ Teil 4 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Der Startzeitpunkt war denkbar ungünstig: Im März 2020 wollte Prof. Sebastian Gehlert eine sportwissenschaftliche Studie mit knapp 50 Proband*innen beginnen. Nun hat er das Projekt verschoben – der empirische Teil soll nach dem aktuellen Lockdown losgehen. Wer viel und abwechslungsreich trainiert und die Belastung kontinuierlich steigert, wird immer leistungsfähiger – ganz so einfach könnte es laut Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert vielleicht doch nicht sein. In einer vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BIS) geförderten Studie geht der 44-Jährige der Frage nach, ob im leistungssportlichen Training ein Punkt erreicht wird, an dem eine hohe Trainingsbelastung keinen zusätzlichen Benefit mehr bringt, beziehungsweise umgekehrt eine Trainingsreduktion keine Verschlechterung der (Kraft-)Leistung.

Im März 2020 hätte die Studie anlaufen sollen, insgesamt 48 Proband*innen sollen dabei über einen Zeitraum von gut vier Monaten unter vorgegebenen und engmaschig begleiteten Bedingungen trainieren. „Das können Individual- oder Mannschaftssportler*innen sein, die Ausgangssportart ist grundsätzlich egal, solange generell regelmäßig trainiert wird“, erläutert Gehlert. Im Rahmen der Studie steht für die Teilnehmenden eine Mischung aus Kraft- und Konditionstraining, sowie zu einem kleinen Anteil Schnelligkeitstraining auf dem Programm. Trainiert werden soll in Fitnessstudios oder Krafträumen – und genau das wurde im Frühjahr zum Problem. „Im Grunde ist es zwar organisatorisch machbar, die Zeitfenster so zu legen, dass in den Trainingsräumen oder auch beim Blutabnehmen Abstände und Hygienevorkehrungen eingehalten werden“, sagt Gehlert. „Doch zu Beginn des ersten Lockdowns war ja noch völlig unklar, wie sich die Pandemie weiter entwickeln würde.“ Neben der Frage, wie der empirische Teil der Studie unter diesen Umständen umgesetzt werden könnte, ergaben sich weitere Verzögerungen dadurch, dass die für das Projekt georderten Fitness-Geräte aufgrund der Pandemie nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden konnten.

Deshalb vereinbarte der Wissenschaftler mit dem Geldgeber BIS eine kostenneutrale Laufzeitverlängerung mit neuem Starttermin im Oktober. „Nur leider ging genau zu diesem Zeitpunkt bundesweit die Zahl der Infizierten ja wieder nach oben.“ Dennoch ist das Projekt nun angelaufen und in der Vorbereitungsphase. Die neuen Geräte müssen installiert und getestet und die am Projekt beteiligten Hilfskräfte für ihren Einsatz geschult werden. Anfang des kommenden Jahres sollen die ersten Proband*innen mit ihrem speziell abgestimmten Training starten. „Zunächst mit einer vierwöchigen progressiven Belastungssteigerung, im späteren Verlauf modulieren wir die Trainingsbelastung über mehrere Monate.“ Mit Krafttests sowie Blutuntersuchungen sollen die Effekte der verschiedenen Phasen messbar gemacht werden. Die Frage der Raumnutzung und das Hygienekonzept will Gehlert vor dem Starttermin mit der Hochschulleitung noch im Detail abstimmen, an den Blutabnahmen, für die ohnehin besondere Schutzmaßnahmen nötig sind, ist der Mediziner Dr. Johannes Willers eingebunden.

Dass lange Trainingspausen der Proband*innen im Corona-Jahr 2020 die Ausgangswerte beeinflussen könnten, glaubt Gehlert, selbst ehemaliger Leistungssportler, nicht. „Auch wenn nicht im Team trainiert wurde, so haben die meisten Sportler*innen dennoch Wege und Möglichkeiten gefunden, ein strukturiertes Training auch in diesem Jahr aufrecht zu erhalten – in vielen Fällen sogar intensiver als sonst.“

 

Text: Sara Reinke

 

____________________________________

Zur Person:

Prof. Dr. Sebastian Gehlert ist Sportwissenschaftler an der Universität Hildesheim und der Deutschen Sporthochschule Köln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Trainingsoptimierung durch biologische und physiologische Einflussfaktoren. Der 44-Jährige ist selbst als aktiver Sportler in diversen Disziplinen zuhause – von der Leichtathletik bis zum Fallschirmsprung.

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Teil 2 der Serie: Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

Teil 3 der Serie: Jugendforschung unter völlig neuen Voraussetzungen - Dr. Severine Thomas im Gespräch

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19987 Mon, 14 Dec 2020 15:13:00 +0100 Jugendforschung: "Die Corona-Projekte kamen on top dazu" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/jugendforschung-die-corona-projekte-kamen-on-top-dazu/ Teil 3 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Mit den bundesweiten JuCo- und KiCo-Studien haben Dr. Severine Thomas und ihr Team das Forschungsjahr 2020 zu großen Teilen einem Thema gewidmet, das vor 12 Monaten noch gar nicht absehbar war: den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen. Inzwischen liegen bereits Ergebnisse des zweiten JuCo-Umfragedurchlaufs vor. Trotz der zusätzlichen Aufgaben mussten dafür keine anderen Projekte zurückgestellt werden, sagt die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin im Interview. Wann ist Ihnen klar geworden, dass Corona – anfangs ja noch gar nicht offiziell als Pandemie eingestuft – als gesellschaftliches Thema so groß werden würde, dass Sie ein spezifisches Forschungsprojekt dazu auf den Weg bringen wollten?

Spätestens mit dem ersten Lockdown, als auch die Schulen geschlossen wurden, ist sehr offenkundig geworden, dass die Corona-Pandemie mit Blick auf unsere Forschungs-Themenfelder Kinder, Jugend und Familie eine große gesellschaftliche Tragweite bekommen würde.

Was hat das für Ihre Jahresplanung vor allem mit Blick auf andere Forschungsprojekte bedeutet?

Im Grunde haben wir die Studien JuCo und KiCo aus unserem Forschungsverbund heraus zusätzlich zu den bestehenden Projekten gestartet. Zusätzliche Personalressourcen, vor allem für die Auswertung, haben wir aus Institutsmitteln abgedeckt, das meiste haben wir aber on top gemacht. Die Arbeit in anderen Projekten war davon jedoch nicht beeinflusst – die liefen weiter – wenn auch mit Anpassungen in der Durchführung z. b. durch die Verlagerung von Datenerhebungen oder Veranstaltungen ins Digitale.

Für die JuCo Studie sind wir eine Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung eingegangen, wodurch zusätzliche Auswertungsschritte möglich wurden. Weiterhin haben wir in dieser Kooperation Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt, in denen wir über die Ergebnisse diskutiert haben. Aus dieser gemeinsamen Arbeit heraus wird noch Ende 2020 eine Publikation entstehen, die die jungen Menschen erarbeitet haben.

Ein weiteres großes Projekt, das zu Beginn der Corona-Krise neu und ad hoc dazugekommen ist, ist das Vorhaben Forum Transfer, eine Austauschplattform für den Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe, die insgesamt rund 20 Millionen Menschen in Deutschland (inklusive Bereitstellung der Kindertagesbetreuung) adressiert. Ziel des durch das Bundesfamilienministeriums geförderten Projekts war es, die Arbeitsfähigkeit der unterschiedlichen sozialen Dienste in Zeiten von Corona aufrechtzuerhalten. Insbesondere der Kinderschutz und die Bereitstellung von Beratung und Freizeitangeboten auch während der Pandemie waren hier wichtige Themen. Diese wurden auch im Rahmen von Online-Expert*innengesprächen bearbeitet und viele Materialien (Dokumente aus der Praxis, Podcasts mit Expert*innen und Erklärvideos) für alle Interessierten zur Verfügung gestellt. In diesem Projekt haben wir mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung in Mainz, der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen in Frankfurt sowie dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht in Heidelberg zusammen.

Es ist schwer zu sagen, aber ich würde schätzen, dass die Forschung zum Thema Corona-Auswirkungen im Verlauf des vergangenen Sommersemesters zeitweilig etwa die Hälfte meiner Arbeitszeit in Anspruch genommen hat.

Gab es so etwas wie eine Ausgangsthese in Bezug auf die Situation speziell von Jugendlichen in der Krise? Wie lautete diese?

Wir sind in dem Forschungsverbund Kindheit-Jugend-Familie in der Corona Zeit sehr ergebnisoffen gestartet, waren uns aber schnell einig, dass junge Menschen in der Öffentlichkeit in Bezug auf ihr Verhalten in der Pandemie generell in einem eher schlechten Licht dargestellt wurden. Da war viel von Missachtung der Abstandsregeln die Rede und von Corona-Partys. Dazu war unsere Vermutung, dass wir dieses Bild so nicht bestätigt finden, wenn wir die Jugendlichen selbst befragen. Und das hat sich auch bestätigt. Junge Menschen setzen sich, so die Ergebnisse unserer Studie, sehr ernst und differenziert mit den Lebensbedingungen während der Pandemie auseinander. Ebenso zeigte sich, dass sich junge Menschen bei politischen Entscheidungen zu wenig einbezogen fühlen. Auf die Frage „Fühlst du dich gehört?“ haben wir sehr differenzierte Antworten bekommen.  

Welche der bisherigen Ergebnisse haben Sie besonders überrascht?

Überrascht hat mich, welche hohe psychische Belastung die Pandemie für viele junge Menschen mit sich bringt. Viele haben das gar nicht nur auf sich selbst bezogen, sondern ihre Ängste und Sorgen im Kontext ihrer familiären Situation beschrieben. Jugendliche stehen eben nicht als Solitär für sich, sondern sind in soziale Strukturen eingebunden. Sie machen sich Sorgen um Angehörige – um deren Gesundheit, in manchen Fällen auch um den Verlust des Arbeitsplatzes ihrer Eltern. Auch die gesellschaftlichen Auswirkungen insgesamt, nicht nur ihre eigenen Lebenswelten, haben die jungen Menschen im Kopf.

Sie haben mit Freitext-Passagen gearbeitet – einige Zitate daraus sind in Ihren beiden Kurzberichten zu JuCo1 und JuCo2 nachzulesen. Gab es eine Äußerung, die Sie ganz persönlich besonders berührt hat?

Es gab mehrere, die mich beschäftigt haben. Einige der Studienteilnehmer*innen haben zum Beispiel sehr gravierende psychische Probleme benannt. Eine Antwort lautete sinngemäß: „Ich bin froh, dass wir jetzt den Lockdown haben, denn ich habe eine Sozialphobie und fühle mich besser, weil es nun gesellschaftlich akzeptierter ist, nicht vor die Tür zu gehen.“ Es gab weitere Beispiele, die ähnlich lauteten. Es gibt auch junge Menschen mit einer Depression, für die nun der Kontakt zum Therapeuten oder zur Therapeutin erschwert ist. Oder Jugendliche, die sich sehr einsam fühlen, aber gleichzeitig auch sagen, ihren Eltern bestimmte Dinge nicht anvertrauen zu können.  In den Freitext-Antworten haben wir eine sehr dankbare Resonanz bekommen, sich über diesen Fragebogen überhaupt zu der eigenen Situation äußern zu können. Insofern sind die JuCo-Studien auch als politisches Instrument zu sehen, jungen Menschen in der derzeitigen Krise eine Stimme zu verleihen.

Auf welchen Kanälen haben Sie die Studien-Teilnehmer angesprochen?

Wir haben unsere eigenen Fachverteiler genutzt, dazu in kleinem Umfang Instagram und Facebook, aber auch private Kontakte – im Grunde hat sich das wie ein Schneeballsystem fortgesetzt. Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer*innen stammte aus Niedersachsen, auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg waren stark vertreten, aber wir haben tatsächlich Menschen in allen 16 Bundesländern erreicht.

Sie haben ein Durchschnittsalter von 19 Jahren und einen Frauenanteil von zwei Dritteln ermittelt. Die in den Kurzberichten zitierten Freitext-Formulierungen legen eher ein höheres Bildungsniveau nahe. Können Sie sagen, inwieweit das Teilnehmerfeld repräsentativ für die Gesamtheit der Altersgruppe ist?

Eine repräsentative Studie sind die JuCo-Studien nicht, dafür hätten wir ein ganz gezieltes Sampling machen müssen. Wir haben viele junge Menschen erreicht, die auf Gymnasien gingen – so deuten es zumindest die Freitexte an. Hier wurde oft auf die Befürchtung Bezug genommen, das Abitur vielleicht nicht zu schaffen.  Und natürlich haben wir über unsere eigenen fachlichen Kontexte auch zahlreiche Studierende erreicht. Wir hatten der JuCo 1 Studie einen sehr geringen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, da haben wir in JuCo2 durch andere Strategien der Verteilung noch einmal nachgesteuert. Wir haben auch entschieden, den Fragebogen zusätzlich in leichter Sprache anzubieten. Davon haben etwa neun Prozent der Befragten Gebrauch gemacht. Aber ein echter Querschnitt durch die Altersgruppe ist das Datensample dennoch nicht.

Obwohl Sie ausdrücklich eine schnelle Herausgabe erster Ergebnisse der ausführlichen Analyse vorangestellt haben, leiten Sie daraus schon die klare Empfehlung ab, nicht von einer „Generation Corona“ zu sprechen. Weil Sie eine self-fulfilling prophecy befürchten?

Nach einem Dreivierteljahr Pandemiezeit finde ich es verfrüht, einer ganzen Generation auch mit Blick auf deren zukünftige Erfahrungen schon diesen Stempel aufzudrücken. Damit nimmt man den jungen Menschen die Selbstwirksamkeit, die Option, Prozesse in ihrem Leben selbst zu gestalten, und unterstellt der aktuellen Situation eine Bedeutung, die sie vielleicht gar nicht haben wird.  Zudem ist die Gruppe der jungen Menschen auch sehr heterogen und sie insgesamt als „Generation Corona“ anzusprechen, finde ich schon fast fahrlässig verkürzt. Ich finde es fast wichtiger, mit jungen Menschen über ihr aktuelles Lebensgefühl im Gespräch zu bleiben.

Ist nicht zwangsläufig ein Zeitraum von mittlerweile neun Monaten „Pandemiezeit“ prägend für jemanden in der ja doch recht sensiblen Zeit des Übergangs zum Erwachsensein?

Die Erfahrungen machen sich nicht generational fest, sondern treffen alle Menschen, von Kindergartenkindern bis zu Senior*innen. Die Jugendlichen trifft es in einer besonderen Phase, aber die Spuren dieser Zeit, von der wir noch gar nicht wissen, wie lange sie dauern wird, tragen wir alle.

Lesen Sie auch Hinweise darauf heraus, dass die momentane Situation positive Effekte auf junge Menschen haben könnte? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

Was wir in den Fragebögen sehen, ist eine hohe soziale Sensibilität unter den Jugendlichen. Ob das ein neuer Effekt ist, kann man natürlich schwer beurteilen. Aber sehr viele machen sich Gedanken, wie es anderen gerade geht, Menschen die finanziell schlechter gestellt sind beispielsweise. Auffallend ist auch der Respekt gegenüber anderen Wahrnehmungen und Einstellungen zu den Gegebenheiten dieser Krise, da können wir von den Jugendlichen noch einiges lernen.

Gibt es weitere Schlussfolgerungen, die Sie aktuell schon absehen können?

Für die verschiedenen Formen von Jugendbeteiligung muss gewährleistet sein, dass diese auch in Krisenzeiten funktionieren. Auch in einer Situation wie der jetzigen dürfen junge Menschen nicht einfach auf die Plätze verwiesen werden, unter dem Motto „Das lasst mal lieber die Erwachsenen entscheiden“. Im Moment zeigt sich jedoch sehr stark, wie fragil die Jugendrechte da tatsächlich sind.

Und als zweite Schlussfolgerung: Es muss eine Erreichbarkeit der für Kinder und Jugendlichen wichtigen Organisationen, von der Kita über die Schulen bis hin zu den Jugendzentren und Sozialarbeiter*innen, auch und gerade in solchen Ausnahmesituationen sichergestellt werden. Zusammen mit den Partner*innen aus Forum Transfer wollen wir dazu ein Projekt auf den Weg bringen, welches sich intensiv mit der Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe befassen würde. In diesem Projekt soll es darum gehen, wie bestimmte Angebote niedrigschwelliger zugänglich gemacht und die entsprechenden Infrastrukturen für Familien verbessert werden können. Digitale Formen von Beratung, Hilfe und auch Jugendarbeit wird dabei zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

Wie werden Sie jetzt wissenschaftlich bei der Auswertung der Fragebögen weiterarbeiten? Was sind die nächsten Schritte?

Eine ausführliche Auswertung für JuCo1 liegt vor, ist aber noch nicht veröffentlicht. Im neuen Jahr werden wir auch JuCo2 noch detaillierter auswerten, auch über deskriptive statistische Aussagen hinaus. Zum Beispiel können wir über Gruppenvergleiche ggf. noch Auswirkungen für einzelnen Teilgruppen besser sichtbar machen. Dazu wird es sicher noch weitere Veröffentlichungen geben. Auch das Interesse an Fachveranstaltungen über die Ergebnisse der Studien im kleinen wie im großen Rahmen ist groß, das wird im kommenden Jahr sicherlich auch weiterhin so bleiben. In der Öffentlichkeitsarbeit erreichen wir außerdem ein Publikum weit über die wissenschaftliche Community hinaus.

Nun scheint ein Ende der Pandemie aktuell noch nicht in Sicht. Ist eine Fortsetzung der Studie, eine JuCo3-Folge, geplant? Falls ja, in welchen Punkten würden Sie die Befragung  nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen erneut anpassen?

Ich könnte mir für eine dritte Erhebung nach dem Ende der Pandemie einen Rückblick auf den gesamten Zeitraum vorstellen. Aber noch wissen wir ja nicht, wann dieses Ende erreicht sein wird – oder ob die Situation vorher vielleicht nochmal dramatisch schlechter wird. Die weitere Entwicklung ist entscheidend dafür, wie eine mögliche dritte Erhebung angelegt sein sollte. Die Befragung in gleichem Stil immer wieder neu aufzulegen, scheint mir auf Dauer nicht ausreichend zu sein. Da werden wir im Team des Forschungsverbundes aber weiter gemeinsam dranbleiben.

Letzte Frage: Wenn Sie einen ganz konkreten Wunsch frei hätten, um die Situation der Jugendlichen in der momentanen Lage zu verbessern, an wen würden Sie diesen adressieren – und wie lautet er?

Der naheliegendste Wunsch wäre es, dass die jungen Menschen wieder in einen Alltag zurückfinden, der natürlich nicht wieder der alte Alltag sein wird, sondern ein neuer, mit neuen Erfahrungen, ohne Corona. Institutionen von der Musikschule über Kunstprojekte bis zum Sportverein, müssen sich unter dem Eindruck der jüngsten Erfahrungen neu aufstellen, und künftig dazu beizutragen, das Erlebte aufzuarbeiten, sei es nun therapeutisch, künstlerisch, sprachlich oder in anderer Form. Das findet meiner Ansicht nach bisher noch viel zu wenig statt. Aber es ist sehr wichtig, dass die Jugendlichen Orte finden, wo sie mit ihren Themen auch über die Krise hinaus ernstgenommen werden und sich mitteilen können.

 

Interview: Sara Reinke

 

--------------------------------------------------

Zum Hintergrund

Dr. Severine Thomas ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und forscht zu den Themen „Care Leaver“, Kinder- und Jugendhilfe, Übergangsforschung, Beteiligung, Familienbildung. Sie ist Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen acht und 18 Jahren.

Die in diesem Jahr durchgeführten Studien JuCo1, JuCo2 und KiCo beleuchten die Situation und gesellschaftliche Einbindung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie. Die Studien sind entstanden im Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, an dem auch die Universitäten Frankfurt und Bielefeld beteiligt sind.

Eine weitere Studie, die bundesweit Aufmerksamkeit erzielt hat, ist die Studie Stu.diCo – Studieren digital in Zeiten von Corona. Diese Studie hat Frau Dr. Thomas gemeinsam mit einem Team im Rahmen des Projekts Fachstelle CareHOPe – Care Leaver an die Hochschulen in Niedersachsen. Online-Peerberatung im Juli 2020 durchgeführt.

 

Weiterführende Links:

Die Studien im Überblick

Politisches Papier JuCo/KiCo

Aktuelle Pressemitteilung zu JuCo2

 

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Teil 2 der Serie: Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

]]>
Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19971 Thu, 10 Dec 2020 10:34:52 +0100 Angst vor der Zukunft – Jugendalltag 2020: Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „JuCo 2“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/angst-vor-der-zukunft-jugendalltag-2020-erste-ergebnisse-der-bundesweiten-studie-juco-2/ Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt gibt erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit bekannt. Über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene haben an der Befragung teilgenommen. Fast die Hälfte der befragten jungen Menschen gibt an, Angst vor der Zukunft zu haben.
  • Erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit sind veröffentlicht. Über 7.000 junge Menschen haben teilgenommen.

  • Junge Menschen erfahren in Bildung und Freizeit sehr starke Einschränkungen. Viele Jugendliche erleben in Zeiten der Pandemie eine große psychische Belastung – Ausgleichsmöglichkeiten fehlen hingegen.

  • Fast die Hälfte der befragten jungen Menschen gibt an, Angst vor der Zukunft zu haben.

  • Auch weiterhin fühlen sich viele junge Menschen mit ihren Sorgen nicht gehört. Sie geben an, so gut wie gar nicht an den Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen über die Gestaltung der Infektionsschutzmaßnahmen und ihrer zeitweiligen Lockerungen beteiligt worden zu sein.

  • Erwachsene stehen in der Verantwortung den jungen Menschen Räume zu schaffen und mit ihnen in den Dialog zu treten. Die Rechte und Bedarfslagen müssen anerkannt werden – auch in Krisenzeiten.

  • Jugendforscher:innen des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universitäten Hildesheim und Frankfurt haben erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit veröffentlicht. Über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene haben an der Befragung teilgenommen. Die ersten Ergebnisse der Online-Befragung „JuCo 2“ zeigen eindrücklich, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.

    So blicken viele der Befragten angesichts ihrer Erfahrungen aus dem Jahr 2020 sorgenvoll in die Zukunft. Viele leiden unter Einsamkeit, sie vermissen ihre sozialen Kontakte und Freizeitaktivitäten. Der psycho-soziale Ausgleich zum Lernen und den sozialen Einschränkungen während der Pandemie fehlt. „An der zweiten Befragung haben im Vergleich zur ersten Erhebung im Frühjahr 2020 mehr junge Menschen teilgenommen, die nicht mehr zur Schule gehen. Besonders junge Menschen in biografischen Übergangsphasen blicken besorgt in die Zukunft, so konnte bereits in der „JuCo 1“-Studie gezeigt werden. Einsamkeit, finanzielle Sorgen und andere Nöte stellen für viele eine große Belastung dar“, so Dr. Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim.

    An den über 1.500 Freitextantworten und Kommentaren zeigt sich ein hoher Mitteilungsbedarf der jungen Menschen. Sie haben den Eindruck, dass ihre Bedarfe von der Politik nicht wahrgenommen werden. Johanna Willmes, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Frankfurt, verdeutlicht: „Jugendliche wollen mitbestimmen – auch in der Corona-Zeit. Sie haben wichtige Ideen zur Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen in ihrem Alltag. Doch diese Stimme wird kaum gehört.“ Noch haben wir es jugendpolitisch in der Hand, ob junge Menschen die Zeit der Corona-Pandemie als verlorene Zeit ansehen werden.

    Entscheidungsträger:innen sind jetzt gefordert zu handeln, damit der Jugendalltag 2021 den Rechten und Bedarfen junger Menschen – auch in Krisenzeiten – gerecht wird – so ein wesentliches Plädoyer der Forscher:innen in dem ersten zu den Ergebnissen aus „JuCo 2“ veröffentlichten Papier.

    Die ersten Ergebnisse der Studie „JuCo 2“ sind ab 10.12.2020 online unter dem folgenden Link abrufbar:

    https://dx.doi.org/10.18442/163

    Über den Forschungsverbund:

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Entstanden sind darin bisher die bundesweiten Studie „JuCo 1“ und „JuCo 2“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen.

    Berichte:

    DPA, 10.12.2020, „Junge Leute und Corona: Viele haben Angst vor der Zukunft"

    Der Tagesspiegel, Dr. Amory Burchard, 10.12.2020, „Jugendliche finden Inkonsequenz der Erwachsenen 'emotional ermüdend'"

    NDR Fernsehen, 10.12.2020, 18:00 Uhr Nachrichten und Hallo Niedersachsen

    Medienkontakt:

    Isa Lange, Pressesprecherin, Universität Hildesheim  
    presse@uni-hildesheim.de
    05121 883 90100 und 0177 8605905

    Kontakt zum Forschungsteam:

    Dr. Tanja Rusack (rusack@uni-hildesheim.de)
    Dr. Severine Thomas (severine.thomas@uni-hildesheim.de)
    Prof. Dr. Sabine Andresen (S.Andresen@em.uni-frankfurt.de)

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19952 Fri, 04 Dec 2020 10:16:00 +0100 19 Jahre Präsident der Universität Hildesheim: Verabschiedung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/19-jahre-prae/ Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich wird anlässlich seines langjährigen Wirkens für die Wissenschaft mit dem Niedersächsischen Verdienstorden ausgezeichnet. Die Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte zeugt vom Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität, so Friedrich in seiner Rede anlässlich seiner Verabschiedung. Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich wurde am 3. Dezember 2020 als Präsident der Universität Hildesheim verabschiedet. Friedrich war seit 2002 Präsident der Universität Hildesheim (ab 2003 der Stiftung Universität Hildesheim). Die neunzehnjährige Amtszeit des Politikwissenschaftlers endet zum 31. Dezember 2020. Friedrich wirkte zudem seit 2015 als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen.

    „Alle, die Ihre Präsidentschaft begleitet haben, wissen um Ihr besonderes Engagement und Ihren herausragenden Einsatz für diese Universität, aber auch – über die Universität Hildesheim hinausgehend – generell um Ihr ‚Herzblut für die Universität und die Wissenschaft‘. Sie haben sich an dieser Universität für eine Kultur eingesetzt, die unterstreicht, dass Universitäten als Bildungsräume vom lebendigen und persönlichen Miteinander und Gespräch leben, was wir zurzeit alle sehr vermissen“, dankt Prof. Dr. Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, dem Präsidenten.

    Rede von Prof. Dr. Meike Baader,
    Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, 03.12.2020 (PDF)

    „Die Stiftung Universität Hildesheim ist nach fast zwei Jahrzehnten unter der Präsidentschaft von Prof. Friedrich fachlich wie inhaltlich hervorragend aufgestellt. Der Präsident nutzte die Möglichkeiten, die ihm das mit Amtsantritt schnell vorangetriebene und 2003 realisierte Stiftungsmodell bot, mutig, konsequent und mit außerordentlichem Erfolg. Die Stiftung Universität Hildesheim liegt heute im Kreis der niedersächsischen Hochschulen in nahezu allen Kriterien auf vorderen Plätzen. Herrn Prof. Friedrich gelten daher unser Dank und große Anerkennung für sein engagiertes Wirken“, sagt Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim.

    Rede von Dr. Uwe Thomas
    Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim, 03.12.2020 (PDF)

    Dekan Prof. Dr. Ulrich Heid hob den „Zustand der Stabilität und Sicherheit vor, den Präsident Friedrich schuf. Der Präsident habe in all seinem Wirken „die Bedarfslage der Gesellschaft erkannt, ein Klima der Kooperation und des gemeinsamen Suchens nach Lösungen geschaffen“.

    „Pionierarbeit geleistet“: Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Landes Niedersachsen

    Professor Friedrich habe als Präsident der Universität Hildesheim „Pionierarbeit“ geleistet, so Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur bei der feierlichen Verabschiedung, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie am 3. Dezember 2020 in sehr kleinem Rahmen im Atrium des Forums am Hauptcampus stattfand. „Von Beginn an ist er als besonders aktiver Gestalter und Verfechter des Stiftungsmodells aufgetreten, sowohl in der Hochschulpolitik des Landes Niedersachsen als auch darüber hinaus. Er hat die zu Beginn noch abstrakte Idee der Stiftungshochschule in selbstbewusster und streitlustiger Weise mit Leben gefüllt, zum Beispiel bei der eigenständigen Initiierung und Durchführung großer Bauvorhaben, durch die Etablierung eines Fundraisingprogramms und die aktive Einbeziehung von Förderern, durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren.“

    Minister Thümler überreichte Professor Friedrich das niedersächsische  Verdienstkreuz 1. Klasse. Zudem wurde Professor Friedrich vom Niedersächsischen Wissenschaftsminister als Beauftragter für transatlantische Hochschulzusammenarbeit berufen.

    Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität: Die Zahl der Studierenden hat sich mehr als verdoppelt und die Zahl der Professuren stieg von 39 auf 109 an

    „Über unsere Entwicklung ist viel gesagt worden und ich betone, es war unser Weg, den wir als Universität in der Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung seit 2003 in höherem Maße eigenverantwortlich gestalten. Die Zahl der Studierenden hat sich seitdem mehr als verdoppelt und liegt heute bei rund 8.500; ebenfalls verdoppelt hat sich die Zahl der Beschäftigten auf nunmehr rund 850. Entscheidend wirkt der Anstieg der Professuren von 39 auf (die ausgeschriebenen mitgezählt) 109, mit einem Frauenanteil von etwas über 40 Prozent. Die Zahl der Promotionen hat sich mehr als verfünffacht, der Umfang der Drittmittel mehr als versechsfacht. Wir blicken auf zwei Jahrzehnte dynamischen Wachstums zurück, das sowohl quantitativ als auch qualitativ messbar ist“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich.

    „Die in diesen knapp zwei Jahrzehnten neu eingerichteten Professuren zeugen vom Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität. Ich nenne nur einige der eigenverantwortlich geschaffenen Professuren: Pädagogik der frühen Kindheit, Diversity Education, Neurodidaktik, Klinische Psychologie, Biowissenschaften des Sport, Migrationspolitik, Kulturphilosophie, Popular Music Studies, Kreatives Schreiben, Deutsch als Zweitsprache und Fremdsprache, Computerlinguistik, Softwareengineering und Data Science. Voraussichtlich 2021 werden weitere Professorinnen und Professoren berufen, und zwar für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht , Theologische Ethik, Psychotherapie, Ethnomusicology, Digital Humanities, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und Informatikdidaktik. Diese Form qualitativen Wachstums gilt es weiterhin zu pflegen“, so Friedrich.

    „Was wir als Universität Hildesheim sind, beruht auf den Chancen, die uns das Stiftungsmodell bietet, und das vom Gesetzgeber 2002 als eine Form von ‚Entstaatlichung‘ verstanden wurde. Entstaatlichung bedeutet danach Verzicht auf die Fachaufsicht, bedeutet Übertragung des Berufungsrechts auf die Stiftung, bedeutet mehr Eigenverantwortung, umfassende Rechenschaftspflicht und effizientes Handeln. Das Berufungsrecht ist unser kostbarstes Gut“, so Friedrich. Das Berufungsrecht sei „unser kostbarstes Gut“. 

    Die Rede von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich lesen Sie hier im vollständigen Wortlaut:

    Rede von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, 03.12.2020 (PDF)

    Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner überreichte Präsident Friedrich eine Festgabe, ein einzigartiges Buchexemplar mit etwa 300 Glückwünschen, Grußworten, Erinnerungen sowie ausgewählten Reden.

    Universität Hildesheim unter Präsident Friedrich stetig gewachsen

    In den knapp zwei Jahrzehnten ist die Universität Hildesheim stetig gewachsen und wurde zur Stiftungsuniversität. So realisierte die Stiftungsuniversität etwa neue Universitätsgebäude wie das Forum am Hauptcampus, die Erweiterung des Bühler-Campus und die Sanierung der mittelalterlichen Domäne Marienburg zum Kulturcampus. Derzeit entsteht die neue Mensa am Hauptcampus,

    Die Amtsübergabe der Präsidentschaft der Universität Hildesheim von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich an Prof. Dr. May-Britt Kallenrode findet am Mittwoch, 13. Januar 2021, statt.

    ]]>
    Präsidentin Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Präsidium Präsident Pressemeldungen
    news-19949 Thu, 03 Dec 2020 13:00:00 +0100 Postdoktorandin Wiebke Hiemesch: "Wir wollen die Quellen im Original erforschen" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/postdoktorandin-wiebke-hiemesch-wir-wollen-die-quellen-im-original-erforschen/ Teil 2 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Um Kinderzeichnungen und heimlich von Hand geschriebene Schulbücher aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück geht es im Projekt "Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben". Doch die Originalquellen befinden sich in Schweden. Ravensbrück im Norden Brandenburgs: In einem ab 1938/39 von der SS errichteten Frauenkonzentrationslager leisteten hier die Inhaftierten Zwangsarbeit. Bis 1945 wurden in Ravensbrück und seinen Außenlagern etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche aus 30 Nationen als Häftlinge registriert. Zehntausende starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente – oder wurden in dem ab 1941 zur Hinrichtungsstätte umgebauten Lager gezielt ermordet.

    Von einem heimlichen Alltag unter Bedingungen extremer Gewalt zeugen handschriftlich angefertigte Schulbücher, die bei der Evakuierung und späteren Räumung des Lagers erhalten blieben, und sich heute im schwedischen Lund befinden. Ebenfalls die Zeit überdauert haben rund 50 Zeichenblätter der 1944 im Alter von 14 Jahren inhaftierten Polin Krystyna Zaorska. Ihre detailgenauen Bilder, vielfach Frauenporträts, Alltagsszenen oder Darstellungen polnischer Traditionen, befinden sich in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

    Diese Zeitdokumente mit Blick auf ihre besondere Entstehungsgeschichte zu erschließen, zu analysieren und zugleich auch dazu beizutragen, die methodischen Ansätze zur Interpretation solcher Quellen voranzubringen, das ist das Ziel des Projekts „ Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben. Der geheime Unterricht und Kinderzeichnungen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück“ von Prof. Dr. Meike Baader und Dr. Wiebke Hiemesch (Institut für Erziehungswissenschaften). Doch die Corona-Pandemie erschwert momentan sowohl den Zugang zum Untersuchungsmaterial als auch den angestrebten interdisziplinären Austausch.

    „Geplant waren eigentlich drei große Präsenz-Workshops mit Expert*innen aus den Bereichen Kunstgeschichte, Traumatherapie, Kunstdidaktik, Bildungsgeschichte und Literaturwissenschaft“, sagt Wiebke Hiemesch. „Der erste Workshop mit polnischer und schwedischer Beteiligung sollte ursprünglich bereits in diesem Jahr laufen, stattdessen planen wir nun für März/April 2021 eine digitale Veranstaltung.“ Vielleicht, so hofft die Nachwuchswissenschaftlerin, kann dann zumindest die Folgeveranstaltung im kommenden Sommer in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wieder in Präsenz laufen.

    Im Rahmen ihrer Doktorarbeit hatte Hiemesch Interviews mit Überlebenden des Lagers Ravensbrück geführt beziehungsweise bereits vorhandene Interviews ausgewertet, darunter auch eines mit der Polin Krystyna Zaorska. „Darüber bin ich auf ihre Zeichnungen gestoßen, und später auch auf die Unterrichtsmaterialien.“ Schnell war klar, dass sich daraus über das Promotionsthema hinaus Forschungsansätze ergeben würden, an denen sie gemeinsam mit Meike Baader weiter forschen wollte. Obwohl das aktuelle, von der DFG geförderte Projekt – bedingt durch eine Teilzeit-Arbeitsregelung – immerhin auf vier Jahre angelegt ist, gerät der Zeitplan durch die eingeschränkten Reisemöglichkeiten schon im jetzt laufenden ersten Jahr unter Druck. „Eine Arbeit am Original ist im Moment nicht möglich“, bedauert Hiemesch, „aber positiv ist immerhin, dass man in Schweden sehr weit ist mit der Digitalisierung, und ich die Möglichkeit habe, mit hochaufgelösten Scans zu arbeiten.“ Dies ist allerdings kein Ersatz für die weiterhin ausstehende Begutachtung der Materialien vor Ort, ihrer Herstellungsart und der Gebrauchsspuren. Aber immerhin eine Möglichkeit, diese Quellenarbeit gut vorzubereiten. „Ich mache mir Notizen, was ich mir dann an den Originalen genauer ansehen möchte.“

    Wann unter den derzeitigen Bedingungen ein Forschungsaufenthalt in Schweden überhaupt wieder möglich sein wird, ist momentan noch ungewiss. Innerhalb Deutschlands stehen die Chancen dagegen besser. Im Februar möchte Wiebke Hiemesch im Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück an den Zeichnungen von Krystyna Zaorska arbeiten. Wenn nichts dazwischenkommt.

    Text: Sara Reinke

    ___________________________________

    Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

    In Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie" berichtet Prof. Dr. Martin Sauerwein aus dem Fachbereich Geographie

    ]]>
    Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19943 Wed, 02 Dec 2020 10:51:00 +0100 Politikwissenschaftlerin über Digitalisierung, Demokratie und Ethik https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politikwissenschaftlerin-ueber-digitalisierung-demokratie-und-ethik/ „Wir brauchen Regelwerke, um den digitalen Raum ebenso zu schützen wie den analogen“, sagt Prof. Dr. Marianne Kneuer. Die Politikwissenschaftlerin der Universität Hildesheim diskutiert im Rahmen eines Kongresses des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums über Digitalisierung und Demokratie. „Die Covid19-Krise  unterstreicht  zurzeit  vor allem die Vorteile der Digitalisierung.  Dennoch brauchen wir eine digitale Kompetenz bei den Nutzerinnen und Nutzern, um digitale tools  verantwortungsvoll zu nutzen. Und wir brauchen Regelwerke, um den digitalen Raum ebenso zu schützen wie den analogen“, sagt die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer.

    Auf dem Kongress „TECHTIDE“ in Hannover diskutiert Marianne Kneuer mit Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik über gesellschaftliche Auswirkungen der digitalen Transformation. Die Podiumsdiskussion „Digitalisierung, Demokratie und Ethik“ ist Teil der Konferenz des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

    Prof. Dr. Marianne Kneuer diskutiert mit Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitalisierung im Niedersächsischen Wissenschaftsministerium, der Theologin Dr. Margot Käßmann, dem Blogger Sascha Lobo sowie dem Cyber-Security-Experten Peter Leppelt.

    Forschungsfokus Politik und Internet

    Marianne Kneuer ist Professorin für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaft der Universität Hildesheim und eines der Gründungsmitglieder des Zentrums für Digitalen Wandel. In ihrer Forschung setzt sie sich unter anderem mit dem Schwerpunkt Politik und Internet auseinander.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsfokus Politik & Internet setzen sich mit den Auswirkungen von Internetentwicklung und Digitalisierung auf demokratische Strukturen und Prozesse auseinander. Die Untersuchungsfelder reichen zum Beispiel von elektronischer Demokratie über Wahlen, Kampagnen, Protest und soziale Bewegungen bis zur Forschung im Bereich Datenschutz und Cybersicherheit.

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19927 Wed, 02 Dec 2020 09:46:00 +0100 Digital - auch über die Vermittlung digitaler Inhalte hinaus: Welche Kompetenzen in der Lehrerbildung wichtig sind https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digital-auch-ueber-die-vermittlung-digitaler-inhalte-hinaus-welche-kompetenzen-in-der-lehrerbildun/ Fernunterricht, Lehrvideos und die Frage, ob es "Digital Natives" überhaupt gibt: Interview mit Prof. Dr. Christof Wecker im Vorfeld der CeLeB-Tagung „Bildung in der digitalen Welt“ am 4. und 5. Dezember 2020. Im Projekt Cu2RVE, das Sie gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Menthe und Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme leiten, geht es darum, wie digitale Kompetenzen im Lehramtsstudium verankert werden können. Was ist das Wichtigste, das angehende Lehrer mit Blick auf die Digitalisierung aus ihrem Studium mitnehmen sollten?

    Da ist sicher mehr als eine Sache sehr wichtig. Zum einen müssen Lehrkräfte in der Lage sein, digitale Medien zu nutzen, um ihren Schülerinnen und Schülern Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln. Das hat die Pandemie deutlich vor Augen geführt. Die angesprochenen Lernergebnisse müssen dabei gar nichts mit Digitalisierung zu tun haben, wenn etwa Verständnis für naturwissenschaftliche Gesetze beim Lernen mit Simulationen oder mathematische Fähigkeiten mit Hilfe von Erklärvideos gefördert werden. Zum anderen müssen Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten vermitteln können, die wir anknüpfend an die Strategie der Kultusministerkonferenz als „Kompetenzen in der digitalen Welt“ bezeichnen, also etwa im kritischen Umgang mit Informationen, in der Nutzung digitaler Technologien zur Präsentation von Inhalten oder zur Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen, oder auch im Nachdenken über die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen der Gesellschaft. Und natürlich müssen angehende Lehrkräfte über diese Kompetenzen in der digitalen Welt zuerst einmal selbst verfügen, bevor sie diese anderen vermitteln können.

     

    Wenn ich so an meine eigenen Lehrer zurückdenke, da gab es einige, die man daran erinnern musste, beim Dia-Projektor den Spiegel hochzuklappen und die Videokassette erst zurückzuspulen. Inzwischen sind wir zwei oder drei Generationen weiter. Heutige Studienanfänger sind um die Jahrtausendwende geboren und gelten ohnehin als Digital Natives – wie erleben Sie denn deren Basisqualifikation zu Beginn des Studiums? Woran fehlt es noch?

    Die weit verbreitete Auffassung, dass es inzwischen eine Generation von „digital natives“ gebe, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist und sich in digitalen Medien daher wie ein Fisch im Wasser bewegt, wird durch wissenschaftliche Untersuchungen massiv in Frage gestellt und etwa von Paul Kirschner, einem internationalen führenden Lehr-Lern-Forscher, als „urbaner Mythos“ bezeichnet. Es gibt in Bezug auf die Kompetenzen in der digitalen Welt zwischen den Mitgliedern dieser Generation große Unterschiede, und selbst bei fitteren Personen ist das Kompetenzniveau nicht zwangsläufig über alle Kompetenzbereiche hinweg gleichmäßig hoch. Viele Mitglieder dieser Generation sind in der Kommunikation in sozialen Netzwerken sehr bewandert. Das schließt aber teilweise eklatante Lücken in so profanen, aber für das Studium und das spätere Berufsleben in der Regel viel wichtigeren Bereichen wie etwa in der Handhabung von Dateiformaten oder von Tabellenkalkulationssoftware nicht aus. Selbst beim Thema Video sehen wir häufig Defizite. Obwohl sich die vermeintlichen „digital natives“ laut den in vielen Medien verbreiteten Klischees angeblich ständig selbst filmen, müssen wir Themen wie Komprimierung oder Schnitt bei der Erstellung von Lernvideos eigens behandeln.

     

    Die Corona-Pandemie bringt in Sachen Digitalisierung aktuell an den Schulen einiges in Bewegung.  Vielleicht bringen ja schon die nächsten Schulabsolventen-Jahrgänge ganz andere Voraussetzungen im Digitalen mit?

    Die Erfahrungen der Studierenden aus der eigenen Schulzeit sind für uns häufig Segen und Fluch zugleich. Natürlich ist es hilfreich, wenn zukünftige Studierende manche Formen des Lernens mit digitalen Medien in der aktuellen Pandemie bereits kennengelernt haben. Gleichzeitig haben wir als Universität sehr damit zu kämpfen, dass Studierende etwa in den Schulpraktika die selbst erlebten Unterrichtsmuster häufig einfach nur reproduzieren. So ist Fortschritt nur schwer möglich.

    Ein Teilprojekt von Cu2RVE befasst sich übrigens damit, die bereits vorhandenen Kompetenzen in der digitalen Welt der Studienanfängerinnen und -anfänger zu erfassen: Wir arbeiten an einer Eingangsdiagnostik, die im Rahmen eines zweiten Teilprojekts ermöglicht, am Anfang des Studiums im Sinne einer Basisqualifizierung passgenaue Angebote auf unterschiedlichen Niveaus für die verschiedenen Kompetenzbereiche zu machen. Das ist im Prinzip gar nicht lehramtsspezifisch, sondern ließe sich auch für andere Studiengänge nutzen. Die spezifischen pädagogischen und fachdidaktischen digitalisierungsbezogenen Kompetenzen, die Lehrkräfte benötigen, vermitteln wir dann später im Verlauf des Bachelor- und Master-Studiengangs.

     

    Blicken wir mal auf die Lehrerinnen und Lehrer, die aktuell im Schuldienst tätig sind: Abgesehen von der technischen Ausstattung, woran fehlt es in der aktuellen Corona-Situation am meisten bei der Realisierung des Fern-Unterrichts?

    Es war ja in den letzten Monaten häufig zu lesen, dass die Digitalisierung in den Schulen verschlafen worden sei. Dabei wird verkannt, dass die meisten Formen des Lernens mit digitalen Medien in Präsenzsituationen – und kaum jemand konnte sich bis vergangenen März Unterricht anders vorstellen – nicht ohne Weiteres funktionieren, wenn die Schülerinnen und Schüler zuhause bleiben müssen. Wer in Zweiergruppen im Klassenzimmer das Recherchieren im Internet übt, benutzt dafür zwar vielleicht ein Tablet, aber keine Videokonferenz.

    Schulschließungen oder Wechselbetrieb, deren Ausmaß sich derzeit ja in Grenzen hält, stellen ganz andere Anforderungen. Woran es dabei wirklich mangelt, sind gute Ideen dafür, Schülerinnen und Schülern etwas Neues beizubringen, auch wenn sie zuhause sitzen. Erklärvideos können dabei eine wichtige Rolle spielen, vor allem wenn es gelingt, sie mit Anwendungs- und Übungsaufgaben zu verbinden, bei denen die Schülerinnen und Schüler hilfreiche Unterstützung und Rückmeldungen erhalten. Genau daran haben wir im letzten Durchgang des Allgemeinen Schulpraktikums mit denjenigen Studierenden gearbeitet, die das Praktikum nicht in Präsenz an einer Schule absolvieren konnten.

    Viel zu lange war dagegen zu hören und zu lesen, dass man die Situation zur Wiederholung und Festigung des bereits Gelernten nutzen könne. So wichtig die Konsolidierung von Wissen und Fähigkeiten ist und so sehr diese sonst oft vernachlässigt wird – nach Wochen und Monaten ist es damit auch mal genug. Wenn die nächste PISA-Erhebung nicht drastische Lernrückstände aufzeigen soll, muss auch im Fall von Schulschließungen und Wechselbetrieb Neues gelernt werden können.

     

    Eigentlich ist Fern-Unterricht ja alles andere als neu. In Australien gab es schon in den 80er-Jahren für die Kinder aus weit abgelegenen Regionen Unterricht über den Fernseher. Warum tut sich ein hochentwickeltes Land wie Deutschland mit diesem Thema generell so schwer?

    Weil diese Form des Unterrichts vor der Pandemie nicht nötig war. Deshalb dominiert ein bestimmtes Bild davon, wie Unterricht auszusehen hat. Und das sieht eben vor, dass er in einem Klassenzimmer stattfindet. Das ist aber ein reines Oberflächenmerkmal. Betrachtet man dagegen die Tiefenebene, also die Frage, was aus lernpsychologischer Sicht in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler passieren muss, damit erfolgreich gelernt wird, gibt es zwischen den verschiedenen Settings gar keinen Unterschied. Die Grundprinzipien des Erwerbs von Wissen und Fähigkeiten bleiben gleich, unabhängig von Situationen und Technologien.

    Dieser Punkt ist übrigens für das Thema Digitalisierung in der Lehrerausbildung absolut zentral: Die „Neuen Medien“ von heute sind die alten Medien von morgen. Nur wenn es uns gelingt, anhand der jeweils aktuellen Technologien zu vermitteln, worauf es beim Lernen wirklich ankommt, haben Lehrkräfte in ihrem hoffentlich langen Berufsleben eine Chance, die jeweils nächsten „Neuen Medien“ lernförderlich einzusetzen. Dieses Thema greifen wir auch im Rahmen der Tagung auf.

     

    Eignen sich digitale Unterrichtsformate grundsätzlich für alle Altersstufen und alle Fächer?

    Ich sehe einen größeren Unterschied zwischen den Fächern als zwischen den Altersgruppen. Die gerade erwähnten lernpsychologischen Grundprinzipien sind nicht so sehr altersabhängig, sie bleiben relativ konstant. Unterschiedliche Arten von Inhalten dagegen erfordern zumeist andere Herangehensweisen. Deshalb setzen wir in Cu2RVE auch auf fachspezifische Unterrichtskonzepte – und loten dennoch aus, was sich zwischen Fächern übertragen lässt.

     

    Meine letzte Frage ist ein bisschen ketzerisch: Was glauben Sie, wie lange es noch dauern wird, bis Grundschüler gar nicht mehr lernen, mit der Hand zu schreiben?

    Das weiß ich natürlich nicht, aber ich hoffe, dass es erst dann der Fall sein wird, wenn wir so weit sind, dass die Schülerinnen und Schüler über andere Möglichkeiten verfügen, sich Dinge zu notieren. Wenn Schülerinnen und Schüler lernen, so schnell zu tippen, wie sie mit der Hand schreiben, könnte man zumindest darüber nachdenken – wobei Forschungsergebnisse die darauf hindeuten, dass man beim Aufschreiben mit der Hand mehr lernt als beim Tippen auf dem Rechner. Und Lösungen wie die Eingabe per Spracherkennung sind in einem Klassenzimmer ja eher schlecht vorstellbar, weil dabei fünfundzwanzig Schülerinnen und Schüler durcheinandersprechen würden. Auch das reine Abspeichern von Tafelbildern als fertige Dateien ist kein brauchbarer Ersatz dafür, etwas selbst aufzuschreiben. Diese Form von „Habenwollen“ wird schon im Faust karikiert: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.“ Die meisten Lerninhalte müssen trotz Google und immer billigerem Speicherplatz in den Kopf, nicht auf die Festplatte.

    Interview: Sara Reinke

    ---------------------------------

    Prof. Dr. Christof Wecker lehrt und forscht unter anderem zu Unterrichtsmethoden unter Einbeziehung digitaler Medien. Zusammen mit Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme und Prof. Dr. Jürgen Menthe leitet er das Projekt „Cumulativer und curricular vernetzter Aufbau digitalisierungsbezogener Kompetenzen zukünftiger Lehrkräfte“ (Cu2RVE).

    Informationen zur digitalen CeLeB-Tagung „Bildung in der digitalen Welt“ am 4. und 5. Dezember 2020 gibt es hier.

    ]]>
    Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19887 Fri, 20 Nov 2020 14:25:00 +0100 Internationale Care Leaver Convention mit Hildesheimer Beteiligung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/internationale-care-leaver-convention-mit-hildesheimer-beteiligung/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik ist Mitorganisator der Internationalen Care Leaver Convention vom 23.-25. November. Mehr als 700 Personen aus 82 verschiedenen Ländern sind angemeldet. Erwartet werden weitere Registrierungen bis zum Start der Konferenz am Montag. Care Leaver sind Menschen, die ganz oder teilweise in der Fürsorge stationärer Jugendhilfe, d.h. in betreuten Wohnformen wie Pflegefamilien oder Wohngruppen, aufgewachsen sind und von dort aus ihren Weg ins Erwachsenenleben gehen. Die Jugendhilfemaßnahmen enden in vielen Ländern mit der Volljährigkeit, sodass die jungen Menschen dann auf sich allein gestellt den Herausforderungen des alltäglichen Lebens gegenüberstehen. Care Leaver gibt es in nahezu allen Ländern der Welt und überall bestehen ähnliche Übergangsbarrieren, die zu einer strukturellen Benachteiligung in der gesellschaftlichen Teilhabe führen.

    Daher hat die „Internationale Care Leavers Convention“ es sich zum Ziel gemacht, einen Grundstein für ein globales Care Leaver Netzwerk zu legen und somit der Stimme der Care Leaver weltweit mehr Gehör zu verschaffen. Die Konferenz stellt das erste internationale Care Leaver Forum dieser Art dar.

    Die „International Care Leavers Convention“ richtet sich insbesondere an Care Leaver sowie Fachkräfte und Wissenschaftler*innen aus dem Bereich Leaving Care. Aber auch alle anderen Interessierten sind herzlich eingeladen die Konferenz zu besuchen. Die Teilnahme ist kostenlos. Einfach online registrieren und an den drei Veranstaltungstagen das virtuelle Kongressgebäude besuchen. Ob im Auditorium, am Infostand, in der Ausstellungshalle oder am Selfie-Point – überall besteht die Möglichkeit mit anderen Besucher*innen des Events in den Austausch zukommen. 

    Online registrieren unter:

    http://www.careleaversconvention.udayancare.in/index.php/register/

    Die „International Care Leavers Convention“ wird in Kooperation durch die Organisationen SOS Children’s Villages International, Udayan Care New Delhi, Stichting Kinderperspectief Zwolle und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim  (Dr. Carolin Ehlke, Dorothee Kochskämper, Dr. Severine Thomas, Prof. Dr. Schröer) organisiert.

    Die Veranstaltung ist kostenfrei.

     

    Bearbeitung: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19881 Fri, 20 Nov 2020 08:54:00 +0100 Prof. Meike Baader: "Wissenschaft muss sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst sein" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/prof-meike-baader-wissenschaft-muss-sich-ihrer-ethischen-verantwortung-bewusst-sein-1/ Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen gewinnt in der Wissenschaft ein immer größeres Gewicht. Der Tag der Forschung nimmt das Thema in den Blick - und soll den fachlichen Austausch über Forschungsthemen fördern. Was ist die Idee des Tags der Forschung?

    Der Tag der Forschung mit der Überschrift „Forschungsethik – ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ soll den Auftakt bilden zu einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe, die künftig einmal im Jahr oder vielleicht sogar einmal im Semester laufen kann. Die Idee ist es, Forschung über die Fachbereiche hinweg sichtbar zu machen. Die Initiative für das Thema Forschungsethik kam von der Senatskommission für Ethik, der Prof. Dr. Peter Cloos vorsitzt. 

    An wen richtet sich die Veranstaltung?

    Wir freuen uns natürlich auch über eine interessierte Öffentlichkeit, aber vor allem wollen wir eine Uni-interne Zielgruppe ansprechen. Gerade jetzt in der Corona-Zeit haben wir uns viel darüber ausgetauscht, wie Lehre unter diesen Bedingungen organisiert werden kann und was alles beachtet werden muss. Aber die Forschung läuft ja auch weiter – unter deutlich erschwerten Bedingungen. Mit dem Tag der Forschung wollen wir wieder vermehrt den Fokus darauf richten, und die Kommunikation und den gemeinsamen Austausch über Forschung wieder intensivieren. 

    Gab es einen bestimmten Anlass, diesmal das Thema „Forschungsethik – ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ in den Vordergrund zu stellen?

    Ethische Fragen geraten in der Forschung immer stärker in den Blick. Unlängst erst hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft ihren Ethik-Kodex, den die Universitäten jetzt umsetzen müssen, überarbeitet – und dabei deutlich ausgeweitet. Das Thema wird in der Wissenschaft immer bedeutsamer. Es gibt eine gewachsene Sensibilität gegenüber dem Schutz vulnerabler Gruppen, beispielsweise von Kindern. Auch im Forschungsdatenmanagement geht man heute viel bewusster und nachhaltiger mit Daten um. Noch bis vor kurzem war es die vorherrschende Einstellung, dass Daten der Person gehören, die sie erhoben hat. Inzwischen werden Wissenschaftler*innen angehalten, ihre Daten – deren Erhebung ja in der Regel mit öffentlichen Geldern finanziert wird – nach einer gewissen Wartezeit auch anderen in der wissenschaftlichen Community zu Verfügung zu stellen. Das ist sinnvoll und nachhaltig, aber es wirft auch neue Fragen auf, was die Aufbewahrung, Sicherung und Pflege der Daten betrifft. Fragen des Datenschutzes, ethische Fragen sowie solche des Datenmanagements werden auf dem Tag der Forschung diskutiert.

    Bei Ethik in der Forschung denkt man schnell an medizinische Themen – ganz aktuell zum Beispiel die Triage-Debatte oder die Frage, wie Impfstoffe verteilt werden sollen, wenn sie nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Wie kann Wissenschaft da helfen?

    Zu allererst kann Wissenschaft aufzeigen, welche Probleme durch solche Fragen überhaupt hervorgerufen werden. Was bedeutet beispielsweise die Triage-Entscheidung für diejenigen, die sie treffen müssen, also für die Ärzte und Ärztinnen? Auch darüber wird meines Wissens an der Universität Hildesheim, in der Psychologie, geforscht. Eine Befragung nach wissenschaftlichen Kriterien kann beispielsweise die psychische Belastung ermitteln. Ethische Aspekte kommen aber bei weitem nicht nur im medizinischen Umfeld vor, sondern in allen wissenschaftlichen Bereichen, von der Pandemie bis zum Klimawandel.

    Sie selbst sind Erziehungswissenschaftlerin – in welchen Bereichen haben Sie mit ethischen Fragestellungen zu tun?  

    Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit einem Team aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik Forschungen zu sexualisierter Gewalt durchgeführt. Befragungen zu diesem Thema können eine Belastung für die Betroffenen darstellen, die auch das Risiko von Retraumatisierungen mit sich bringen kann. Das, was eine solche Befragung auslösen kann, können wir als Wissenschaftler*innen im Zweifelsfall gar nicht auffangen, wir können dann nur zum Beispiel an Beratungsstellen verweisen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich der Verantwortung für die eigene Forschung bewusst zu sein und mögliche Folgen zu reflektieren – und dies auch bereits im Forschungsantrag mit zu berücksichtigen. Solche Forschungsanträge müssen dann auch durch die Ethikkommissionen der Universität genehmigt werden.   

    Aktuell gibt es den Fall einer Auftragsforschung zur sexualisierten Gewalt, die eigentlich abgeschlossen ist. Das Projekt ist beendet, die Finanzierung ausgelaufen. Aber uns erreichen immer weiter Anfragen und Hinweise. Die können wir ja jetzt nicht einfach ignorieren. Die beantworten wir jetzt also, so gut es geht, obwohl dafür eigentlich gar kein Geld mehr vorgesehen ist. Dass wir nicht einfach aufhören, hat auch mit forschungsethischen Überlegungen und Haltungen zu tun.  

    Haben Sie noch andere Beispiele, wo an der Uni Hildesheim Forschungsethik eine besondere Rolle spielt?

    Mir fallen natürlich zuerst Beispiele aus meiner eigenen Disziplin ein: Eine Mitarbeiterin aus meinem Arbeitsbereich hat für Ihre Forschungen Holocaust-Überlebende befragt. Auch das erfordert eine sensible Interviewführung und eine Reflexion darüber, was die Befragung möglicherweise beim Gegenüber auslöst.

    Noch einen Schritt weitergedacht, macht solche Forschung aber auch etwas mit den Wissenschaftler*innen: Sie müssen sich über einen langen Zeitraum mit einem belastenden Thema auseinandersetzen. Auch dafür vorauszudenken und beispielsweise eine Möglichkeit der Supervision und damit entsprechende Ressourcen einzuplanen, ist ein Aspekt einer ethisch verantwortungsbewussten Forschung.

    Forschung kann auch selbst neue ethische Dilemmata hervorbringen. Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Sebastian Thrun, in dem es auch um die Frage ging, wie selbstfahrende Autos für Situationen programmiert werden sollen, in denen ein Unfall unvermeidlich ist. Nehmen wir an, ein Kind läuft vor das Auto. Es wäre ein Ausweichmanöver möglich, aber dann würde das Auto eine Seniorin auf dem Bürgersteig überfahren. Von dieser Problemstellung kann man sich natürlich noch diverse Variante überlegen. Ich will jetzt gar keine Lösung von Ihnen präsentiert bekommen, aber vielleicht können Sie mal erklären, wie man sich so einem Thema aus forschungsethischer Sicht nähern kann?

    Das ist ein Beispiel für die sogenannte Technikfolgenabschätzung. Auch da gilt, dass sich die beteiligten Wissenschaftler*innen erstmal darüber bewusst sein müssen, dass ihre Forschung nicht nur das gewünschte Ergebnis hervorbringt, sondern auch nicht-intendierte Nebenwirkungen erzeugt. Das sind vermutlich Fragen, die in multi-perspektivisch ausgerichteten Teams erörtert werden müssen.

    Was wäre aus Ihrer Sicht eine wichtige Erkenntnis, die ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin am Tag der Forschung abends mit nach Hause nehmen sollte?

    Die Auseinandersetzung mit forschungsethischen Fragen kann schon in einer Bachelor- oder Masterarbeit wichtig sein. Wenn zum Beispiel mit anonymisierten Daten gearbeitet wird, muss ein Verständnis dafür gegeben sein, warum das wichtig ist, und wie man das am besten macht. Deshalb muss die Sensibilisierung für solche Fragen früh ansetzen, am besten schon im Studium. Bei diesem Thema gibt es also auch eine Verbindung zwischen Forschung und Lehre. Außerdem sollten Fragen von Datenmanagement, Datenschutz und Forschungsethik, die sich unterscheiden, aber auch zusammenhängen, früh in die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses einbezogen werden. Das wäre eine Botschaft, von der ich mir wünschen würde, dass sie bei den Teilnehmer*innen ankommt.

     

    Interview: Sara Reinke

    ---------------------------

    Prof. Dr. Meike Baader ist Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und Mit-Initiatorin des  Tags der Forschung. Die Veranstaltung mit dem Thema „Forschungsethik ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ ist entstanden in Kooperation mit dem Vorsitzenden der Senatskommission für Ethik, Prof. Dr. Cloos sowie  Prof. Dr. Gunther Graßhoff (Vorsitzender der Ethikkommission des FB1), dem Graduiertenzentrum (Svea Korff), dem Datenschutzbeauftragten der Universität, Prof. Dr. Mandl, dem Forschungsdatenmanagement (Annette Strauch), dem Ombudsmann für gute wissenschaftliche Praxis, Prof. Dr. Martin Sauerwein, sowie der Stabsstelle Forschungsförderung und Forschungsmanagement (Markus Weißhaupt) .

     

    Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch 25. November 2020 um 14.15 Uhr und wird über das Webkonferenzsystem Zoom übertragen.

    Weitere Informationen zum Programm und den Referent*innen gibt es hier.

    ]]>
    Presse Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19759 Tue, 10 Nov 2020 08:38:00 +0100 Jugendliche in der Pandemie: Bundesweite JuCo-Studie geht in die zweite Runde https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/jugendliche-in-der-pandemie-bundesweite-juco-studie-geht-in-die-zweite-runde/ Wie beeinflusst die Corona-Zeit junge Menschen ab 15 Jahren? Mit einer zweiten Befragungsreihe setzen Wissenschaftler*innen der Universitäten Hildesheim und Frankfurt ihre Studie fort. Den Fragebogen gibt es jetzt auch in leichter Sprache. Junge Menschen ab 15 Jahren sind gefragt

    Über 8.000 Menschen hatten sich während des Corona-bedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 an der bundesweiten Studie JuCo der Universitäten Frankfurt und Hildesheim beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten. Nun startet der Forschungsverbund eine zweite Erhebung. Im Fokus stehen die Veränderungen des Lebens junger Menschen durch sich ebenfalls verändernde Corona-Maßnahmen.

    Die Online-Befragung richtet sich an junge Menschen ab 15 Jahren. Es geht darum, mehr über den Lebensalltag, die Herausforderungen und Perspektiven der jungen Menschen zu erfahren. „Jugendliche wollen gehört werden und sind mehr als Homeschooler:innen. Das hatte die erste Befragung deutlich gezeigt.“, so Anna Lips aus dem Forschungsteam. Johanna Wilmes aus dem Forschungsverbund ergänzt: „Die erste Befragung hat gezeigt, dass die Beteiligungsformate von jungen Menschen nicht krisenfest zu sein scheinen. Von einer großen Teilnahme an der Studie erhoffen wir uns deshalb Erkenntnisse darüber, wie sich junge Menschen ihre Mitsprache in der Corona-Krise vorstellen und was ihre Bedarfe sind.“ Die Studie bietet Jugendlichen eine Möglichkeit, ihre Anliegen zum Ausdruck zu bringen.

    Deutschlandweit sind junge Menschen ab 15 Jahren eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Dazu Tanja Rusack: „Wir wollen möglichst viele junge Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen. Der Fragebogen ist dieses Mal deshalb auch in einfacher Sprache formuliert“.

    Die Teilnahme dauert ca. 20 Minuten. Unter den Teilnehmer:innen werden 20 Gutscheine im Wert von je 20 Euro verlost. Hier geht's zum Fragebogen.

    --------------------------------------------

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt. Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie JuCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie KiCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen. Aktuell gehören zum Team Sabine Andresen, Lea Heyer, Anna Lips, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes. Weitere Informationen zum Forschungsverbund und den bisherigen Veröffentlichungen.

    Text: Dr. Severine Thomas / Bearbeitung: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19740 Wed, 04 Nov 2020 17:08:00 +0100 Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer: „Ich wünsche den USA die Abwahl von Trump“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politikwissenschaftlerin-prof-marianne-kneuer-ich-wuensche-den-usa-die-abwahl-von-trump/ Der noch amtierende Präsident nimmt es mit demokratischen Prinzipien nicht so genau - seine Kernwählerschaft bleibt ihm dennoch treu. Wechselbad der Gefühle

    Ein offener Wahlausgang in den USA, damit hatte die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer gerechnet – „aber dass es so eng werden würde, hatte ich nicht erwartet.“ Die Prognosen im Vorfeld der Wahl hatten relativ klar den Demokraten Joe Biden vorn gesehen, doch am Wahltag erwartete das amerikanische Volk ebenso wie die politischen Beobachter ein wahres Wechselbad der Gefühle.

    Das amerikanische Wahlsystem birgt in sich das Kuriosum, dass am Ende nicht unbedingt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entscheidet, sondern in 48 der 50 Bundesstaaten die Stimmen der Wahlpersonen nach dem Prinzip „the winner takes it all“ dem Kandidaten zugeschlagen werden, der in diesem Staat die Mehrheit erlangt hat. Wobei jedoch das Gewicht der Stimmen im Electoral College nicht proportional mit der Anzahl der vertretenen Einwohner übereinstimmt. In der Regel halten sich die Wahlpersonen an die Mehrheitsentscheidung in ihrem Bundesstaat, so dass nach Auszählung der Stimmen das Wahlergebnis festzustehen scheint. „Doch die formale Entscheidung über den Ausgang der Wahl durch das Electoral College fällt tatsächlich erst im Dezember“, sagt Kneuer.

    Das aus dem 18. Jahrhundert stammende amerikanische Wahlsystem bezeichnet sie als anachronistisch und „demokratietheoretisch höchst problematisch“. Letztlich handelt es sich nicht um eine direkte Wahl des Präsidenten, denn das Wahlgremium entscheidet.

    Auch wenn zum Zeitpunkt des Gesprächs im Verhältnis der Bürgerstimmen die beiden Kandidaten eng beieinander liegen, so heißt dies noch nichts. Dazu kommt, dass in einzelnen Bundesstaaten wie Michigan oder Wisconsin die anfängliche Mehrheit fürTrump mit zunehmendem Anteil der ausgezählten Briefwahlstimmen mehr und mehr in Richtung Biden ging.

    Dass Trump sich gleich morgens früh in seinem ersten auf CNN ausgestrahlten Medienstatement als Wahlsieger ausgab; forderte, die weitere Auszählung zu stoppen und andernfalls mit rechtlichen Schritten wegen angeblichen Wahlbetrugs drohte – für Prof. Kneuer gleich vier Indizien auf  einmal, dass der Noch-Amtsinhaber nicht nach demokratischen Prinzipien handelt. „Viele seiner Handlungen, vieles, was er sagt, entspricht eher autokratischen Verhaltensmustern“, so die Politikwissenschaftlerin. Und nennt als weitere Beispiele aus vier Jahren Regierungszeit: Trumps Infragestellen der Legitimität von Gouverneuren. Den Einsatz von Militär in den Bundesstaaten. Die Begrenzung der Medienfreiheit und den Ausschluss unliebsamer Medienvertreter aus der Pressekonferenz des Weißen Hauses. Sowie nicht zuletzt auch die zwar verfassungsrechtlich korrekte, aber doch gegen gängige Praktiken verstoßende, im Eilverfahren durchgepeitschte Berufung von Bundesrichterin Amy Coney Barrett.

    Doch weder undemokratisches Verhalten, noch verbale Entgleisungen, nicht mal seine schlechte Performanz in der Corona-Krise haben Trump offenbar nachhaltig Stimmen gekostet. „Er hat eine klare Kernwählerschaft und weiß diese mit zugespitzten Botschaften zu mobilisieren“, stellt Kneuer fest. Auf die Frage, was sie den USA für die Zukunft wünscht, muss die Wissenschaftlerin nicht lange überlegen: „Die Abwahl von Donald Trump, weil er ein demokratieschädlicher Präsident ist“. Aber das allein, betont Kneuer, werde angesichts der bereits vorhandenen toxischen Polarisierung des Landes nicht reichen. Deshalb fügt sie ihrem Wunsch noch hinzu: „Die USA müssen zu einer neuen Kultur des Zuhörens und Miteinanders finden, um die aufgerissenen Gräben zu überwinden.“

    Text: Sara Reinke

    Das Gespräch mit Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer fand am Nachmittag des 4. November statt – der Ausgang der US-Wahl war zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19732 Wed, 04 Nov 2020 12:35:00 +0100 "Amerika ist tief gespalten": Politikwissenschaftler Wolf Schünemann zur US-Wahl https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/amerika-ist-tief-gespalten-politikwissenschaftler-wolf-schuenemann-zur-us-wahl/ Im US-Wahlkampf spielen die sozialen Medien eine große Rolle für die Mobilisation der Massen. Große Gesten gehören zur Show

    Als es an diesem Dienstag Nacht wird in Amerika, ist noch nichts entschieden. Knapp wird es im US-Wahlkampf, wieder einmal. Soviel steht fest. Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Gegenspieler Joe Biden zeigen sich beide zuversichtlich, den Sieg davon zu tragen. Große Worte werden gewählt, das gehört zur Show. Einer wählt größere Worte als der andere: „We are up BIG, but they are trying to STEAL the Election”, lässt Trump Anhänger und Weltöffentlichkeit über seinen Lieblings-Kanal wissen. Twitter kennzeichnet den Tweet als „misleading information”, irreleitende Information. 

    Der Hildesheimer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann sitzt am frühen (deutschen) Mittwochmorgen schon vor dem Computer und verfolgt den emotionalen Krimi mit dem nüchternen Blick der Wissenschaft. Ihn interessiert in diesem Wahlkampf neben dessen Ausgang vor allem auch der Umgang der Präsidentschaftskandidaten mit den sozialen Medien. Denn die spielen eine große Rolle für die Mobilisierung der Massen.

    „Das Land ist tief gespalten“, sagt Schünemann, „es gibt eine große Divergenz zwischen den urban geprägten Küstenstaaten und den ländlichen Regionen in der Mitte des Landes.“ Ein Problem, dem die Meinungsforschung im Vorfeld der Wahlen bisher nach seiner Einschätzung nicht ausreichend Rechnung trägt. „Er erreicht eine Gruppe, die klassischen Medien nicht mehr vertraut, sich aber von polarisierenden, teils extremen Haltungen angesprochen fühlt.“

    Trump beherrsche die Klaviatur der sozialen Medien besonders gut, urteilt Schünemann, und konstatiert im Medienverhalten des noch amtierenden US-Präsidenten eine Mischung aus impulsivem Herausposaunen und gezielter Wahlkampfstrategie. Das, so vermutet der Hildesheimer Wissenschaftler, wüssten wohl auch seine Berater zu schätzen: „Denn die Währung, die Trump in großem Umfang bietet, ist seine Popularität.“

    20.000 falsche oder irreführende Aussagen des US-Präsidenten will die Washington Post allein bis Juli diesen Jahres gezählt haben – Schünemann äußert sich da zurückhaltender. „Für Hassrede und Hetze gibt es klare Marker, um diese zu definieren. Bei sogenannten ‚Fake News‘ aber sind die Grenzen unschärfer." So unerträglich manches sei, das Trump äußert, müsse man aus wissenschaftlicher Sicht eben doch differenzieren: Was ist Rhetorik, was sind Halbwahrheiten, was Fakten – das legen Politiker aller Couleur gern großzügig aus. War es beispielsweise wirklich Trumps Politik, die die Arbeitslosigkeit in Amerika in den vergangenen Jahren massiv sinken ließ? Und wie ist die Aussage beider Kandidaten „Wir werden die Wahl gewinnen“ zu sehen – zu einem Zeitpunkt, wo das tatsächliche Ergebnis noch völlig offen ist?

    Schünemann hat den Desinformations-Diskurs schon im vergangenen US-Wahlkampf und beispielsweise auch in den Brexit-Verhandlungen verfolgt. „Er wird oft herangezogen, um aus unserer Sicht irritierende Entscheidungen zu erklären, die wir so nicht verstehen.“

    Ausgerechnet Barack Obama war es wohl, bei dem sich Republikaner zum Thema Massenmobilisation einiges abschauen konnten. „Die Mechanismen zur Mobilisierung von Wählern über soziale Medien, die die Demokraten entwickelt haben, machen sich die Republikaner nun wiederholt zunutze“, sagt Schünemann. Über seine ständige Präsenz in den sozialen Medien erreicht Trump eine breite Basis und heizt die Polarisierung und Fragmentierung der Gesellschaft weiter an. Zugleich entmachtet die direkte Kommunikation via Twitter die traditionellen Gatekeeperfunktionen der professionell arbeitenden Medienexperten.

    Ob all das am Ende dazu beitragen wird, das Trump die Wahl zum zweiten Mal gewinnt, ist an diesem Mittwochmorgen noch offen. Er selbst ist davon, wenig überraschend, völlig überzeugt.

    Text und Foto: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19690 Wed, 28 Oct 2020 12:00:00 +0100 Science Slam 2020: Virtueller Wettkampf der Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/science-slam-3/ Der Science Slam steht in diesem Jahr unter besonderen Voraussetzungen: Video statt Audimax heißt die Devise. Ab dem 2. November geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Stiftung Universität Hildesheim Einblicke in ihre Arbeit - und stellen sich mit ihrer Präsentation dem Online-Publikum zur Abstimmung. Die Siegerehrung am 10. November ab 18 Uhr ist per Livestream zu verfolgen. Verbales Duell ganz virtuell

    Die Stiftung Universität Hildesheim lädt auch dieses Jahr wieder zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Ab Montag, 2. November, geben vier Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Fachdisziplinen Einblicke in ihre Arbeit. Aufgrund der besonderen Umstände in diesem Jahr haben die Vortragenden die Bühne des Audimax gegen ein technisches Studio und die Zuschauer*innen gegen Kameras eingetauscht, um ihre Vorträge im Videoformat vorzuproduzieren. Die Aufgabe blieb dennoch gleich: Ein Thema in einem unterhaltsamen, gleichwohl fundierten Vortrag mit technischen Hilfsmitteln, Requisiten oder auch Experimenten auf die Bühne bzw. vor die Kamera zu bringen. Über ein Abstimmungstool auf der oben genannten Seite können Zuschauer*innen ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Videos ihren Lieblingsvortrag wählen. Die Siegerehrung findet am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr in einem Livestream statt.

    Fachbereich 1: Prof. Dr. Marc Partetzke

    Für den Fachbereich 1 tritt Prof. Dr. Marc Partetzke aus dem Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Politikwissenschaft mit seinem Vortrag Leistungsfeststellung und -beurteilung - „Widewide wie sie mir gefällt?“ an. Sie sind von dem ganzen Leistungsgerede genervt? Bei dem Gedanken an Zensuren und Zeugnisse stellen sich Ihnen die Nackenhaare auf? Sie wollen Ihren Schüler*innen bessere Erfahrungen ermöglichen, als Sie selbst machen mussten? - Dann sind Sie bei seinem Vortrag genau richtig!

    Fachbereich 2: Prof. Dr. Julius Heinicke

    Der Fachbereich 2 wird in diesem Jahr von Prof. Dr. Julius Heinicke aus dem Institut für Kulturpolitik vertreten. Sein Vortrag Das Sternchen und das Weiße Haus lädt zur Debatte ein, auf welche Art und Weise koloniale Denkmuster überwunden werden können. Das Weiße Haus weist nicht nur auf den US-amerikanischen Kontext, auch hierzulande werden Kulturinstitutionen zunehmend nach ihren kolonialen Mechanismen und Geschichten befragt und Wandlungsprozesse eingefordert. Doch auch das * (Sternchen) spielt in diesem Vortrag eine entscheidende Rolle…. Seien Sie gespannt!

    Fachbereich 3: Prof Dr. Bettina Kluge

    Für den Fachbereich 3 stellt sich Prof Dr. Bettina Kluge aus dem Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation mit Ihrem Vortrag Siezen, Duzen & der erste Kuss ihren Herausforderern. Ob man jemanden duzen oder siezen soll, ist schon in der eigenen Sprache schwierig zu entscheiden. Und wie gehen die Filmübersetzer*innen vor, die mit dem englischen 'you' konfrontiert sind? Welche Rolle der erste Kuss dabei spielt, erfahren Sie in ihrem Beitrag.

    Fachbereich 4: Prof. Dr. Sebastian Mentemeier

    Den Fachbereich 4 repräsentiert in diesem Jahr Prof. Dr. Sebastian Mentemeier aus dem Institut für Mathematik und Angewandte Informatik. In seinem Vortrag Expeditionen ins Zufallsreich scheut er vom schlafenden (?) Löwen bis zum Plutonium keine Gefahren, um die "Gesetze des Zufalls" auf ihre Gültigkeit zu testen. Es erwartet Sie eine anschauliche und unterhaltsame Reise in die Mathematik.

    And the winner is ...

    Die Begrüßung für die Siegerehrung im Livestream am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr erfolgt durch Herrn Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen. Die Moderation übernimmt Herr Markus F. Langer. Der Abend wird durch musikalische Aufnahmen des Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

    ]]>
    Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
    news-19565 Mon, 12 Oct 2020 14:39:21 +0200 Universität Hildesheim begrüßt ihre internationalen Studierenden https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-hildesheim-begruesst-ihre-internationalen-studierenden/ Sie kommen aus Vietnam und Syrien, aus Ungarn, Ägypten, dem Sudan und China – und dass sie in Deutschland sind, hat in Zeiten der Corona-Pandemie etwas ganz Besonderes: Am Montag, 12. Oktober, begrüßte die Universität Hildesheim ihre internationalen Studierenden, die in diesem Wintersemester hier ihr Studium aufnehmen. 175 junge Menschen aus dem Ausland kommen in diesem Jahr neu an die Universität Hildesheim. Darunter gibt es solche, die hier für längere Zeit studieren, aber auch jene, die durch ein Gast- oder Austauschprogramm (DAAD oder Erasmus) nur einen Teil ihres Studiums hier absolvieren. Für die Studierenden, die sich derzeit nach der Ankunft aus ihrem Heimatland noch in Quarantäne befinden, wurde die Begrüßungsveranstaltung im Audimax aufgezeichnet.

    „Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

    Professor Dr. Bettina Kluge, die Vizepräsidentin für Internationales, sowie die Mitarbeiterinnen des International Office hießen die Studierenden in mehreren Gruppen herzlich willkommen und stellten in einer Power-Point-Präsentation die Stadt Hildesheim sowie einige der Institutionen, Initiativen und Service-Einrichtungen der Universität vor. Sie betonten die Vorzüge der „überschaubaren“ Stadt Hildesheim mit einer humorvollen Präsentation und forderten die Studierenden auf: „Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

    „Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat“

    Darüber hinaus ermunterten die Studierenden, die Angebote des International Office, des ESN, des AStA, des Green Office, der Fachschaften, des Buddy Programms sowie der studentischen Hochschulgemeinden und vielem mehr zu nutzen und boten an: „Wenden Sie sich bei Sorgen und Nöten an uns.“ Anna Pulm von International Office wünschte den Neuankömmlingen: „Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat.“

    Vizepräsidentin Professor Kluge zeichnete die aus Moldawien stammende Data-Analytics-Studentin Diana Artiom mit dem diesjährigen DAAD-Preis aus und überreichte zwei Stipendien des Rotary Club Hildesheim an Omar Alrefaai und Ghaylan Aldreiss. Per Videobotschaft übermittelte Jens Koch vom Rotary Club Hildesheim seine Glückwünsche an die Preisträger und lud sie zum persönlichen Kennenlernen ein. Alle drei Preisträger*innen heben sich durch exzellente Studienleistungen und hohes gesellschaftliches Engagement hervor.

    „Viele Einrichtungen sind derzeit leider geschlossen“

    Nach der offiziellen Begrüßung veranstalteten Win-Tutor*innen mit kleinen Gruppen von Neuankömmlingen Campus-Rundgänge auf dem Hauptcampus – manche Führungen waren auf Deutsch, manche auf Englisch. Win-Tutor Mohannad Ebraheem, Student der Wirtschafts-Informatik, steuerte mit seiner Gruppe unter anderem die Bibliothek, die Mensa, das International Office und die Sportplätze an. An vielen Stellen stellte er bedauernd fest: „Es ist derzeit geschlossen oder man benötigt einen Termin, um dort jemanden zu treffen.“

    Doch dies tat der guten Stimmung unter den Studierenden keinen Abbruch. „In welchem Wohnheim wohnst Du?“, „Hast Du schon einen Stundenplan erstellt?“, „Weißt Du, wie das hier mit dem Busfahren funktioniert?“ – Fragen wie diese gehören auch unter Corona-Bedingungen zum Studienanfang und brachten die Neuankömmlinge untereinander in Kontakt – trotz Maske und Sicherheitsabstand.

    Text und Fotos: Gabriele Gerner

    ]]>
    Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 International Office Pressemeldungen
    news-19441 Thu, 17 Sep 2020 11:28:09 +0200 Dritter Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie erschienen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/dritter-band-des-jahrbuchs-fuer-kinder-und-jugendtheologie-erschienen/ „Eigentlich sind wir alle Geschenke – Religiöse Bildung im Elementarbereich“, so lautet der Titel des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie, das die Religionspädagogen Christina Kalloch und Martin Schreiner jüngst im Calwer Verlag Stuttgart herausgegeben haben. Das 240 Seiten starke Buch ist der dritte Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie und widmet sich der religiösen Bildung im Elementarbereich. Es enthält fundierte Einführungen und Überblicke, aktuelle empirische Studien und wertvolle Praxisanregungen. Der Band wendet sich an alle Erzieherinnen und Erzieher, Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrkräfte sowie Trägervertreterinnen und -vertreter. Themen sind unter anderem das Theologisieren mit Kindergartenkindern, die inklusive religiöse Bildung, religiöse Vielfalt, differenzsensible Bildung, alltagsintegrierte religiöse Bildung, frühkindliche Gotteskonzepte, religiöse Elementarbildung und das christliche Profil in der Erzieher_innenfortbildung

    Entstehung des Buches
    Das Buch entstand als inhaltliche Standortbestimmung der Kindertheologie im Vorschulbereich und präsentiert Ergebnisse, die auf der internationalen ökumenischen Tagung „Kindertheologie im Elementarbereich“ im September 2018 in Hildesheim vorgestellt wurden.

    Die Beiträge
    Den Band eröffnet Gerhard Büttner mit Beobachtungen zur religiösen Situation im Vorschulalter unter pädagogischer und theologischer Perspektive. Angela Kunze-Beiküfner liefert einen Überblick zum Theologisieren mit Kindergartenkindern im Kontext alltagsintegrierter religiöser Fortbildung. Einflussfaktoren und Merkmale frühkindlicher Gotteskonzepte stellt Anna-Katharina Szagun in ihrem Beitrag über Kinder als Konstrukteure vor. Helena Stockinger berichtet über ein empirisches Projekt zum Umgang mit religiöser Differenz im Kindergarten. Henning Schluß und Christian Andersen präsentieren zentrale Ergebnisse ihrer Studie zur Pluralität in Wiener Kindertageseinrichtungen. Die beiden Studien von Christina Kalloch zum Theologisieren mit Kindern zum Thema „Tod“ und Martin Schreiner zum Thema „Dankbarkeit“ beschließen den ersten Teil des Bandes „Theoretische Grundlagen und empirische Einblicke“.
    Den zweiten Teil des Bandes „Pädagogische Berichte und Anregungen“ eröffnen Ulrich Walter mit einem Beitrag über das bibeldidaktische Arbeiten mit dem Friedenskreuz und Martina Steinkühler mit Erzählimpulsen für die pluralitätssensible religiöse Elementarerziehung. Die religiöse Bildung in niederländischen Kitas beschreibt Henk Kuindersma, während Bianca Kobel über religionssensible Bildung in Kindertageseinrichtungen des CJD berichtet. Den evangelischen Kindergottesdienst im Spannungsfeld zwischen empirischer Bildungsberichterstattung und riskantem Resonanzraum stellt Dirk Schliphake vor. Gerhard Büttner rundet den Band mit einer Rezension zu vier Neuerscheinungen zu „Gott im Spiel – Godly Play“ ab.

    ISBN 978-3-7668-4521-4
    Calwer Verlag
    28,95 Euro

    Christina Kalloch ist Professorin für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik an der Universität Hildesheim. Außerdem ist sie Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Katholische Theologie und Mitglied in der Ständigen Kommission für das Qualitätsmanagement für Lehre und Studium im Fachbereich 1.

    Martin Schreiner ist Professor für Evangelische Religionspädagogik am Institut für Evangelische Theologie der Universität Hildesheim. Darüber hinaus ist er Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Evangelische Theologie.

     

    ]]>
    Fachbereich 1 Evangelische Theologie Katholische Theologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19253 Fri, 17 Jul 2020 09:04:00 +0200 Wissenschaftskommunikation: Podcast des Instituts für Geschichte startet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaft-16/ Ab sofort erscheint ein Podcast des Instituts für Geschichte: Studierende des Fachs Geschichte berichten über historische Themen und aktuelle Forschung. „HI*story“ – Der Geschichts-Podcast der Universität Hildesheim.
    Gemacht von Studierenden für alle, die sich für geschichtliche Themen interessieren.

    Seit einigen Semestern produziert Dr. Sanne Ziethen am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim Radio mit Studierenden. In diesem Sommersemester haben Studierende des Fachs Geschichte den Podcast „HI*story“ entwickelt. Der Podcast berichtet über historische Themen und nimmt sowohl die Forschung und Arbeit des Hildesheimer Instituts für Geschichte, aber auch andere historische aktuelle Themen in den Blick. Damit soll der Podcast zur Wissenschaftskommunikation des Instituts beitragen. Inhaltlich geht es in den ersten Folgen zum Beispiel um Museen in Zeiten der Pandemie, um die Mediendiskussion über den Film „Vom Winde verweht" oder um ein im Universitätsverlag erschienenes Buchprojekt.

    „Ziel unseres Podcasts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Podcasthörer vermittelt werden können. Außerdem hat ein Podcast den Anspruch, Inhalte unterhaltsam zu gestalten“, sagt die Dozentin Dr. Sanne Ziethen.

    Von der Coronavirus-Pandemie ist auch die Produktion des Podcasts betroffen. Statt Interviews Auge in Auge zu führen erfolgte die Produktion digital. „Da wir uns in diesem Semester nicht persönlich treffen konnten, haben sich alle Studierenden die Programme für Tonaufnahme und Tonschnitt selber angeeignet. Interviews wurden per App aufgenommen und Vieles musste improvisiert werden“, sagt Sanne Ziethen. Auch das Logo und die Jingle-Musik für die Podcast-Reihe wurden im Seminar entwickelt.

    Der Podcast erscheint zunächst ein Mal im Semester und ist kostenfrei abrufbar unter folgendem Link: https://soundcloud.com/user-575837463/hi-story-1

    ]]>
    Fachbereich 1 Geschichte Pressemeldungen
    news-19084 Mon, 13 Jul 2020 12:52:00 +0200 Studie: Studieren digital in Zeiten von Corona / Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-studieren-digital-in-zeiten-von-corona-wie-erleben-studierende-das-digitale-sommersemester/ Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester und den neuen Studienalltag während der Corona-Pandemie? Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Studie, wie die Studierenden das digitale Semester bewältigen und wie es ihnen damit geht. Studieren digital in Zeiten von Corona
    Jetzt teilnehmen an der Studie „Stu.diCo“

    Die weltweite Corona-Pandemie beeinflusst auch den Alltag an deutschen Hochschulen und hat massive Auswirkungen auf die Studierenden. Die Maßnahmen und die Durchführung des Semesters als digitales Semester haben einen völlig neuen Studienalltag entstehen lassen, welcher an vielen Hochschulen auch im Wintersemester fortgesetzt wird. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim möchte nun herausfinden, wie die Studierenden diese andere und neue Form des Studiums bewältigen und wie es ihnen damit geht.

    Die Teilnahme an der Studie ist ab sofort (3. Juli 2020) bis 24. Juli 2020 online möglich. Teilnehmen können alle Studierenden, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 20 Minuten. Unter den Teilnehmenden werden 20 Gutscheine je 20€ verlost.

    Dies ist der Link zur Online-Befragung: www.soscisurvey.de/stuDiCo/

    Die Studierenden werden dazu befragt, wie es ihnen im digitalen Sommersemester geht und wie sie den Studienalltag unter diesen Bedingungen gestalten. Herausgefunden werden soll auch, was gut läuft an den Hochschulen und was die Studierenden als hilfreich erleben, aber auch wo es hakt und wo sie sich weitere Unterstützung wünschen. Ebenso soll abgefragt werden, auf welche Unterstützungsnetzwerke die Studierenden zurückgreifen können und welche Unterstützung sie sich noch wünschen würden.

    Diese Ergebnisse sollen noch im Sommersemester ausgewertet werden und in die Planung der digitalen Formate des Wintersemesters einbezogen werden, um den Studierenden auch unter diesen erschwerten Bedingungen eine möglichst hohe Qualität der Hochschullehre zu bieten und nachhaltige Informationen über die Umsetzung digitaler Lehrformate zu erhalten.

    Zum Forschungsteam gehören Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus sowie Katharina Höffken vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Prof. Dr. Schröer und Dr. Severine Thomas erforschen seit vielen Jahren die Lebenslagen junger Menschen und haben bereits eine Umfrage von Kindern und Jugendlichen zum Umgang mit der Corona Pandemie durchgeführt (Studie „JuCo“ und Studie „KiCo“). Dr. Katharina Mangold und Anna Traus forschen zur Lebenslage von Studierenden und haben dabei einen besonderen Fokus auf nicht-traditionelle Studierende und Care Leaver an Hochschulen.

    Kontakt zum Forschungsteam der Studie „Stu.diCo“:

    Dr. Severine Thomas und Anna Traus
    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

    Projektteam CareHOPe:

    Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

    Medienkontakt:

    Isa Lange
    Pressesprecherin, Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Telefon: 05121 88390100 und 0177 8605905

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal
    news-19203 Tue, 07 Jul 2020 13:20:22 +0200 Ängste im Kindesalter: Was denken die Kinder? Welche Rolle spielen die Eltern? Studie der Entwicklungspsychologie startet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/aengste-im-kindesalter-was-denken-die-kinder-welche-rolle-spielen-die-eltern-studie-der-entwicklun/ Wie entwickeln sich Ängste im Kindesalter, etwa vor gefährlichen Viren oder Kriminalität? Für eine Studie sucht ein Forschungsteam der Entwicklungspsychologie der Universität Hildesheim ab sofort Studienteilnehmer. Teilnehmen können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und jeweils ein Elternteil. In einer neuen Studie befasst sich ein Forschungsteam um Entwicklungspsychologin Dr. Cathleen Kappes mit Ängsten im Kindesalter und welche Rolle Eltern bei der Entwicklung der Ängste spielen. Auch die Angst vor der Coronavirus-Pandemie soll aus der Perspektive der Kinder untersucht werden. Die Forscherin der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden, wie sich die aktuelle Zeit auf das Angstempfinden von Kindern auswirkt und wie verschiedene Ängste zusammenhängen. Die Studie untersucht insbesondere aber auch, wie sich die Furcht vor Kriminalität entwickelt und ob Kriminalitätsfurcht einen eigenständigen Angstbereich darstellt.

    „Ängste werden eher selten aus der Perspektive der Kinder selbst erfasst. Dabei weicht ihre Wahrnehmung durchaus von der Erwachsener ab. Um ein besseres Verständnis ihrer Ängste gerade auch in der aktuellen Zeit zu gewinnen, möchten wir die Kinder selbst zu Wort kommen lassen. Dabei interessiert uns auch, inwieweit Eltern eine Rolle bei der Angstentwicklung spielen“, sagt Cathleen Kappes.

    Studienteilnehmer gesucht: Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil können ab sofort teilnehmen

    Das Forschungsteam sucht ab sofort Studienteilnehmer. An der Studie können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil teilnehmen. Zunächst füllt ein Elternteil einen Online-Fragebogen aus (etwa 20 Minuten, flexibler Zeitpunkt) und erhält einen Eindruck vom Bildmaterial, welches auch das Kind sehen wird. Zu einem vereinbarten Termin wird dann später ein Interview mit dem Kind im virtuellen Raum ohne Eltern (etwa 45 bis 60 Minuten) durchgeführt. Um an der Studie teilzunehmen, tragen Eltern einen Termin für das Interview ihres Kindes unter dem Link terminplaner4.dfn.de/KsuTgfntWwDlWJCt ein, sie erhalten anschließend per E-Mail weitere Informationen zum Ablauf der Studie. Als Dankeschön erhalten Studienteilnehmer einen Büchergutschein im Wert von 7,50 Euro.

    Die Studie ist eine Begleitstudie zu einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekt, welches seit Frühjahr 2019 läuft und in Rahmen dessen Instrumente entwickelt werden sollen, die raumbezogen das Sicherheitsgefühl von Kindern und Jugendlichen aus deren Perspektive erfassen.

    Die Arbeitsgruppe „Entwicklungspsychologie“ am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wird von Professor Werner Greve geleitet.

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen Startseite
    news-19089 Fri, 03 Jul 2020 07:36:00 +0200 Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie: Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/arbeitsgemeinschaft-katholische-dogmatik-und-fundamentaltheologie-stellungnahme-zur-kuenftigen-pries/ Der Hildesheimer Theologieprofessor René Dausner hat an einer Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung mitgewirkt und reagiert auf Vorschläge der Deutschen Bischofskonferenz zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie des deutschen Sprachraums, in dessen Vorstand Prof. Dr. René Dausner vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim Mitglied ist, hat eine Stellungnahme zum aktuellen Papier der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

    In der Stellungnahme formuliert der Hildesheimer Theologieprofessor gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen unter anderem aus Erfurt, Salzburg, Würzburg und Tübingen: „Das Positionspapier einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz zur künftigen Priesterausbildung hat eine breite innerkirchliche Diskussion ausgelöst. Die Reduzierung auf wenige Ausbildungsstätten der Priesterausbildung gefährdet den Bestand Katholisch-Theologischer Fakultäten an staatlichen Universitäten und trägt ihrer Bedeutung für die Wissenschaftskultur in Deutschland nicht angemessen Rechnung. [...] Das neue Positionspapier orientiert sich am Priesterseminar als einem Lebensraum, der für Priesteramtskandidaten reserviert bleibt. Es hält damit an einem geschichtlich überkommenen Modell fest, das die Logik eines klerikalen Milieus verstärkt, statt von den komplexen Herausforderungen einer pluralen und zunehmend säkularen Gesellschaft her zu denken. Ihnen muss sich eine zeitgemäße Ausbildung von Theolog*innen im kirchlichen Dienst stellen.“

    Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier.

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen Startseite
    news-19052 Tue, 30 Jun 2020 11:30:00 +0200 Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zwei-welten-integrationspolitik-in-stadt-und-land/ Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg legen Studie zu den Auswirkungen der Fluchtmigration 2015/2016 auf die kommunale Integrationspolitik vor. Während das lokale Integrationsmanagement vielerorts professionalisiert und ausgebaut wurde, ist die Finanzierung bis heute oft nicht gesichert. Die Wissenschaftler empfehlen Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Entscheidend für gute Integrationspolitik ist weniger die Größe einer Kommune als das persönliche Engagement von Schlüsselpersonen. Die Fluchtmigration der Jahre 2015/2016 hat die Integrationspolitik in deutschen Städten, Landkreisen und Gemeinden nachhaltig verändert: In vielen Kommunen wurde in der Folge ein lokales Integrationsmanagement auf- oder bestehende Strukturen ausgebaut. Gleichzeitig ist die Finanzierung integrationspolitischer Maßnahmen oft nicht gesichert, Kommunen sind bis heute stark von befristeten Projektgeldern, Bundes- oder Landesförderung abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“, die Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg vorgelegt haben. Unter anderem empfehlen sie Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Gefördert wurde die bislang größte qualitative Studie zum kommunalen Integrationsmanagement von der Robert Bosch Stiftung GmbH.

    Für die Studie untersuchte ein Forscherteam um den Hildesheimer Professor Hannes Schammann und Professorin Petra Bendel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Strukturen lokaler Integrationspolitik von deutschlandweit 92 Kommunen. 68 Prozent der analysierten Kommunen haben demnach ihren integrationspolitischen Ansatz als Reaktion auf die Zuwanderung 2015/2016 systematisch überarbeitet, jede dritte Kommune verfügt inzwischen über ein Integrationskonzept.

    Zuwanderung 2015/2016 als Katalysator für Integrationspolitik
    Kommunen treten in der Integrationspolitik inzwischen selbstbewusst auf. So gaben vier von fünf Befragten (85,9 Prozent) an, auf der jeweiligen Landesebene Einfluss auf die Integrationspolitik nehmen zu wollen, mehr als die Hälfte zielte sogar auf die Bundesebene ab. „In vielen Kommunen hat der ‘lange Sommer der Migration‘ als Katalysator für das Integrationsmanagement gewirkt“, so Hannes Schammann. „Dass Integration gelingt, hängt wesentlich davon ab, ob es für die jeweiligen Gegebenheiten die passenden Strukturen gibt – und kann vom informellen Integrationsmanagement durch den Bürgermeister selbst bis hin zu professionalisierten Einheiten, etwa in Form eines Migrationsamtes, reichen.“ Insgesamt identifizieren die Wissenschaftler sieben Typen des kommunalen Integrationsmanagements. Um auf schwankende Bedarfslagen reagieren zu können, empfehlen sie den Kommunen den Aufbau flexibler Strukturen.

    Größe der Kommune nicht für Integrationserfolge entscheidend
    Das Gegensatzpaar „Stadt“ und „Land“ taugt laut den Autoren der Studie kaum dazu, Unterschiede in der kommunalen Integrationspolitik zu erklären. So sei die Größe der Kommune nicht entscheidend für Integrationserfolge, wie oft angenommen. Auch die sozioökonomische Situation und parteipolitische Mehrheiten einer Kommune scheinen weniger wichtig zu sein. Vielmehr spielen lokale Narrative und das persönliche Engagement von Schüsselpersonen eine zentrale Rolle. „Erfolgreiche Integrationsarbeit darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen“, sagt Dr. Maja Pflüger, verantwortlich für das Thema Einwanderungsgesellschaft in der Robert Bosch Stiftung. „Viele Kommunen haben erst in den vergangenen Jahren begonnen, ihr Integrationsmanagement zu professionalisieren. Diese Strukturen gilt es weiter zu stärken und nachhaltig auszubauen.“ So gaben fast 95 Prozent der befragten Kommunen an, dass sie bereits vor 2015 über intensive Erfahrung mit Migration verfügten. Dennoch betonten sowohl kleine Gemeinden wie größere Städte, dass sie sich auf die Zuwanderung der Jahre 2015/16 nicht gut vorbereitet sahen.

    Zur Methode
    Die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“ untersucht die kommunale Integrationspolitik in 92 ausgewählten Kommunen in zwölf deutschen Bundesländern (23 kreisfreie Städte, 24 Landkreise und 45 kreisangehörige Kommunen; Liste aller Kommunen auf Anfrage). Dazu wurden in den vergangenen zwei Jahren 182 Interviews mit Vertretern von Verwaltung und Zivilgesellschaft geführt und ausgewertet.

    Die vollständige Studie finden Sie zum Download unter www.bosch-stiftung.de/studie-zwei-welten.

    Über die Robert Bosch Stiftung
    Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

    Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung und Kooperation tätig.

    Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.

    Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart und der zugehörigen Forschungseinrichtungen, Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP), Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) und Institut für Geschichte der Medizin (IGM). Sie ist außerdem Gesellschafterin des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg, der Deutschen Schulakademie in Berlin und des International Alumni Center (iac) in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19057 Tue, 30 Jun 2020 08:47:00 +0200 Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/stellungnahme-zur-sozialen-teilhabe-von-jungen-erwachsenen/ Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen mit erarbeitet. Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums

    Zentrales Anliegen der Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums ist es, die Jugendpolitik und die einzelnen Politikfelder zu einer systematischen Auseinandersetzung mit demjungen Erwachsenenalter aufzufordern und gemeinsam eine Politik zu gestalten, die gleichberechtig-te Formen sozialer Teilhabe für junge Erwachsene im institutionellen Gefüge unserer Gesellschaft ermöglicht. Auch die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, dass das junge Erwachsenenalter stärker in den Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit gerückt werden muss.

    Ausgangspunkt der umfassenden Stellungnahme ist die bisher sehr segmentierte Betrachtung und Regulierung des jungen Erwachsenenalters in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen von Ausbildung, Bildung, Studium, Erwerbsarbeit, Familienförderung, Gesundheit etc. Dadurch entstehen Friktionen in der Förderung, Parallelstrukturen und konkurrierende Unterstützungslogiken in den Kommunen, Ländern und im Bund. Im Fokus der Stellungnahme stehen die Veränderungen in der sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen in unserer Gesell-schaft und die sich dadurch ergebenden nachhaltigen Folgen für ihre weitere Lebensgestaltung.

    Das Bundesjugendkuratorium zeichnet mit den formulierten Forderungen eine vielfältige Herausforderungsstruktur für die Jugendpolitik und alle darin involvierten Politikfelder. Um kohärente Lösungsansätze entwickeln zu können, empfiehlt das Bundesjugendkuratorium die Einrichtung einer Enquetekommission „Junge Erwachsene“, die auf der Grundlage einer umfassenden Analyse der Veränderungen und Flexibilisierungen im institutionellen Gefüge des Aufwachsens und ihrer Auswirkungen auf die Lebenslage der jungen Erwachsenen erstmalig einen systematischen politikfeldübergreifenden Entwurf für eine Jugendpolitik des jungen Erwachsenenalters erarbeitet.

    Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

    Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-19033 Fri, 26 Jun 2020 11:49:16 +0200 Generation Corona? Studie untersucht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/generation-corona-studie-untersucht-die-auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-die-zukunftspersp/ Die nächsten Schritte der Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind durch die Coronavirus-Pandemie schwerer absehbar. Soziologen der Universität Hildesheim untersuchen in einer Studie, wie junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen in Familie, Beruf und Ausbildung reagieren. Das Forschungsteam sucht bundesweit Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Jetzt teilnehmen an der Studie
    „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“

    Die Krise der COVID-19-Pandemie gehört zu den schärfsten zeitgeschichtlichen Zäsuren seit dem 2. Weltkrieg. Weltweit führte sie in kürzester Zeit zu erheblichen Veränderungen des Alltags und der Lebenssituation durch den „Lockdown“ und die Verhaltensnormen des „Social Distancing“, also des räumlichen Abstands voneinander. Angesichts der Folgen, die der Lockdown besonders für junge Menschen hat, ist in der Presse und von manchen Wissenschaftlern auch schon eine „Generation Lockdown“ beziehungsweise eine „Generation Corona“ ausgerufen worden.

    Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen

    Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Michael Corsten, Dr. Sascha Oswald und Tobias Wittchen vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim untersucht im Forschungsprojekt „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“ aus generationssoziologischer Perspektive, die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen. Wie reagieren junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen?

    „Es ist nicht mehr sicher, wovon in nächster Zeit auszugehen ist. Werde ich das Abitur machen können? Werden das nächste Schuljahr oder das Semester wieder in Präsenz stattfinden können? Wird Urlaub im Ausland wieder möglich sein so wie früher? Oder gibt es eine zweite Welle und die Grenzen werden doch wieder geschlossen? Werden die gerade geöffneten Kitas dann wieder bald geschlossen werden müssen? Die nächsten Schritte der mittelfristigen Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind also schwerer absehbar“, sagt der Soziologe Professor Michael Corsten. Die Folgen des Lockdowns betreffen die junge Generation besonders, weil die Weichenstellungen im Bildungsprozess, in der Berufskarriere oder der Paar- und Familienentwicklung gerade im Alter von 18 bis 30 vorgenommen werden, aber gerade hier die nahen Zukunftsperspektiven besonders schwer einzuschätzen sind. Wie führt die Krise zu einer neuen Lebensperspektive, und wie kompensieren junge Menschen die Einschränkungen? Professor Michael Corsten nennt ein Beispiel aus dem Sport, etwa wenn sich junge Menschen digital fit halten, indem sie von gemeinsamen Zumba-Kursen im Club auf Youtube-Fitnesstutorials umsteigen. Ein Beispiel, das zeigt, das nicht alle Folgen Ausstieg und Stillstand bedeuten so Corsten. Aber lässt sich das, was im Freizeitbereich möglich scheint, so einfach auf Berufswelt, Bildung und Familiengründung übertragen?

    Können 18- bis 30-Jährige, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, die Einschränkungen der sozialen Kontakte durch den Einsatz digitaler Medien besser als andere kompensieren?

    Eine weitere Auswirkung des Lockdowns besteht darin, dass digitale Medien verstärkt genutzt werden, um physische Kontakte und die Kommunikation unter Anwesenden zu ersetzen. Hier sind es nun gerade wiederum die 18- bis 30-Jährigen, die von Kindesbeinen an mit den neuen digitalen Medien aufgewachsen sind und die Möglichkeiten der Kommunikation im Social Web zu nutzen verstehen, so das Forschungsteam. Dies könnte sie befähigen, die Einschränkungen der sozialen Kontakte und der Kommunikation in den Kontexten von Bildung, Beruf oder Familie besser als andere zu kompensieren.

    Das Hildesheimer Forschungsteam untersucht, wie die Krise sich auf die Wahrnehmung der nahen Zukunft in der Generation der heute jungen Erwachsenen auswirkt. Die eigenen Lebensentwürfe lassen sich im Rahmen der Krise unterschiedlich „leicht“ beziehungsweise „schwer“ verwirklichen. Von welchen Bedingungen und Gegebenheiten sind die Perspektiven der Menschen in unserer Gesellschaft abhängig? Spielt hierbei die Lebensphase eine besonders wichtige Rolle? Fällt es jungen Erwachsenen, die mit Digitalen Medien und dem Social Web aufgewachsen leichter, auf die Veränderungen der Kontaktpflege zu reagieren, etwa in Form eines „Distant Socializings“?

    Um dies herauszufinden, befragen die Soziologen ab Ende Juni 2020 in dem Forschungsprojekt möglichst viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Gruppen in einem offenen Gespräch online oder telefonisch. An der Studie teilnehmen können alle Personen im Alter zwischen 18 und 30.

    Mehr zum Forschungsprojekt und zur Teilnahme an der Studie finden Sie online unter „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“:
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22799

    In dem Forschungsprojekt wirken auch Studierende aus dem Methodenbüro für sozialwissenschaftliche Forschung mit. Das Forschungsprojekt wird mit einer Anschubfinanzierung aus dem Fonds zu Erforschung der COVID-19-Pandemie gefördert, den die Hochschulleitung der Universität Hildesheim eingerichtet hat.
     

    Medienkontakt:
    Pressesprecherin der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905)

    Foto: © Fly_dragonfly, iStock

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19016 Wed, 24 Jun 2020 08:42:00 +0200 Soziale Dienste: Beruf und Studium an der Universität Hildesheim kombinieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/soziale-dienste-beruf-und-studium-an-der-universitaet-hildesheim-kombinieren/ Im dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ kombinieren die Studentinnen und Studenten Theorie und Berufspraxis. Berufstätige aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe und weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt können sich ab sofort für das Studium „Soziale Dienste“ bewerben. Der Studienbeginn an der Universität Hildesheim ist im Oktober 2020. Seit 2019 bildet die Universität Hildesheim Fachkräfte im bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ aus.

    Für das kommende Wintersemester 2020/21 ist die erneute Bewerbung für Studieninteressierte, die im Feld der Sozialen Dienste arbeiten, möglich. Die Studierenden können beispielsweise aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe, aber auch weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt kommen. Die Bewerbungsfrist endet am 15.07.2020.

    Weitere Informationen finden Sie online unter: www.uni-hildesheim.de/sozialedienstedual.

    Beruf und Studium kombinieren

    Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort in die Verrechnung der Creditpoints für den Studiengang eingeht.

    Zu den Schwerpunkten des Hildesheimer Studiums gehören „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“.

    „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, um aktuelle Herausforderungen wie zum Beispiel den demografischen Wandel oder die notwendige Flüchtlingsarbeit zu bewältigen. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen“, sagt Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim.

    Mit dem Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18983 Wed, 17 Jun 2020 14:25:00 +0200 Ergebnisbericht des Forschungsprojekts „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ergebnisbericht-des-forschungsprojekts-helmut-kentlers-wirken-in-der-berliner-kinder-und-jugendhil/ Ein Forschungsteam des Instituts für Erziehungswissenschaft und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim um Prof. Dr. Meike Baader, Dr. Carolin Oppermann, Dr. Julia Schröder und Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat in Berlin den Ergebnisbericht zum Forschungsprojekt „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vorgestellt. In diesem Bericht stellt das Forschungsteam der Universität Hildesheim die Ergebnisse der Aufarbeitung zu „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vor. Im Fokus der Aufarbeitung standen drei zentrale Fragekomplexe:

    1. Wie kann die Aufarbeitung die Anliegen der Betroffenen unterstützen?

    2. Welche organisationalen Strukturen und Verfahren haben welches Wirken von Helmut Kentler in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe wie ermöglicht und welche Verflechtungen mit anderen Verfahren und Prozessen lassen sich nachzeichnen?

    3. Welche Konsequenzen können für die gegenwärtige Kinder- und Jugendhilfe und fachlichen Entwicklungen abgeleitet werden? Diese Fragen wurden aus insgesamt vier verschiedenen Forschungsperspektiven beleuchtet: Betroffenenbeteiligung und -interviews, Aktenanalyse, Zeitzeug*inneninterviews und einer Rekonstruktion des fachöffentlichen Diskurses.

    Ergebnissbericht „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ online:
    Universitätsverlag Hildesheim (open access) (15.06.2020)

    RESULTS IN ENGLISH

    Medienkontakt:

    Das Forschungsteam beantwortet fachliche Fragen ausschließlich per E-Mail. Bitte nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zu Isa Lange, Pressesprecherin der Universität Hildesheim (presse@uni-hildesheim.de, 05121 88390100), auf.

    ]]>
    Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18846 Wed, 20 May 2020 08:40:00 +0200 Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/die-europaeische-union-als-verantwortungsgemeinschaft-anspruch-und-wirklichkeit/ Professor Michael Gehler, Professor Alexander Merkl und Kai Schinke haben die Publikation „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit“ herausgegeben. Der Band erscheint als gemeinsamer Sammelband des Instituts für Geschichte und des Instituts für katholischer Theologie. Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft
    Anspruch und Wirklichkeit

    Michael Gehler (Hg.), Alexander Merkl (Hg.), Kai Schinke (Hg.)

    In welchem Politikbereich und wie muss die Europäische Union mit Blick auf ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Verantwortung übernehmen? Um Antworten hierauf zu geben, hat ein Forschungsteam des Instituts für Geschichte und des Instituts für katholischer Theologie der Universität Hildesheim Ergebnisse einer interdisziplinären Veranstaltungsreihe gesammelt und in einer neuen Publikation zusammengefasst.

    Die Professoren Michael Gehler und Alexander Merkl riefen 2019 eine Veranstaltungsreihe Zukunftsdiskurs ins Leben, um mit den Hildesheimer Bürger_innen und Expert_innen aus verschiedenen Fachbereichen über europäische Verantwortung zu diskutieren.

    Die Publikation „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit“ (zur Publikation), erschienen im Böhlau-Verlag Wien, fokussiert nun die Ergebnisse der Vorträge und Diskussion, um elementare Beiträge ergänzt, in einem Band und stellt sie so der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Band ist in der Reihe „Arbeitskreis Europäische Integration. Historische Forschungen“ erschienen.

    Im Spannungsfeld von europäischem Selbstanspruch und realpolitischer Wirklichkeit bietet der Band ethische, geschichts- und politikwissenschaftliche und philosophische Beiträge. Es werden sowohl grundlegende Überlegungen zur Bestimmung der EU als Verantwortungsgemeinschaft angestellt als auch Analysen zu konkreten Einzelthemen aus Verantwortungsbereichen wie Erweiterung und Zuwanderung, Sicherheit und Verteidigung oder Wirtschaft und Handel gegeben.

    Darüber hinaus haben die Initiatoren ein kurzes Impulspapier veröffentlicht, das einige Thesen aus dem Projekt ohne Anspruch auf Vollständigkeit exemplarisch vorstellt. Sie finden das Papier zum Download auf der Projekthomepage unter www.uni-hildesheim.de/Zukunftsdiskurs-eu.

    ]]>
    Fachbereich 1 Geschichte Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-18664 Tue, 12 May 2020 10:35:00 +0200 Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/parteikommunikation-im-zeitalter-von-social-media/ Dr. Mario Datts, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Politikwissenschaft der Universität Hildesheim, erforscht die Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media. In Hildesheim forscht und lehrt der Politikwissenschaftler in der Arbeitsgruppe Politik und Internet. Er hat jüngst in einer empirischen Untersuchung die Facebooknutzung durch die Kreisverbände der deutschen Parteien erforscht. Was bewegt Politiker und Parteien dazu, soziale Medien als Kommunikationskanal zu nutzen, welche Erwartungen und Konsequenzen sind damit verbunden?

    Der Politikwissenschaftler Dr. Mario Datts von der Forschungsgruppe Politik und Internet am Institut für Sozialwissesnchaften der Universität Hildesheim spricht im Interview über die Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media und liefert wichtige Erkenntnisse.

    Herr Dr. Datts, in Ihrer Dissertation „Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media“ untersuchen Sie die Präsenz kommunaler Parteiverbände im Social Web und identifizieren zentrale Nutzungsgründe. Können Sie uns diese nennen? Was veranlasst Parteien dazu, die sozialen Medien für ihre Kommunikation einzusetzen?

    Es ist interessant, dass auch die untersten Parteigliederungen neue Informations- und Kommunikationskanäle, wie Facebook, Twitter und WhatsApp nutzen. Dies zeigen die Ergebnisse meiner Untersuchung. Hierzu gab es bislang ja keine Erkenntnisse. Generell weiß man nur sehr wenig über die Parteiaktivitäten in den Kommunen – und das obwohl die Kommune gemeinhin als Trainingsfeld der Demokratie gilt und ihr dementsprechend eine immens wichtige Rolle für unsere Gesellschaft beigemessen wird. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, deuten meine Ergebnisse darauf hin, dass Parteien soziale Medien dafür nutzen, um ganz verschiedene Ziele zu erreichen. Das eine, alles überlagernde Ziel, dass durch die Nutzung von Facebook und Co. erreicht werden soll, gibt es meines Erachtens nach nicht. Einerseits kann ich für die Kreisverbände der deutschen Parteien zeigen, dass die wahrgenommenen Erwartungshaltungen vonseiten der eigenen Mitglieder von Bedeutung für die Entscheidung sind Social Media zu nutzen. Dies belegt, dass die Parteien in Deutschland noch immer eine starke Mitgliederorientierung aufweisen und das Parteien sehr genau beobachten, welche Erwartungen an sie herangetragen werden. Richtigerweise müsste man hier wohl von vermuteten Erwartungshaltungen sprechen, denn die Parteien können genau genommen gar nicht wissen, ob diese Erwartungen tatsächlich existieren. Darüber hinaus geht es aber auch um die Beeinflussung der Wählerinnen und Wählern und für einige Kreisverbände wohl nicht zuletzt auch darum, die als unfair berichtend wahrgenommenen klassischen Massenmedien zu umgehen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Parteien in urbanen und von vielen jungen Menschen bewohnten Gegenden aktiver kommunizieren, als Parteien in eher ländlichen Gebieten. Dies mag damit zusammenhängen, dass Parteien in städtisch geprägten Regionen mehr Feedback auf ihre Aktivitäten erhalten und dadurch ein zusätzlicher Nutzungsanreiz entsteht – das Gefühl, dass die eigenen Botschaften auf Resonanz stoßen scheint also nicht ganz unwichtig zu sein.

    Welche Erfolge können dadurch erzielt werden?

    Gerade die AfD erhält extrem viel Resonanz auf ihre Social Media Aktivitäten. Dies kann ich in meiner Studie zweifelsohne belegen. Dadurch kann sie ihre Botschaften, vorbei an den klassischen Massenmedien, als den traditionellen „Gatekeepern“, an ihre Mitglieder, Wähler und Sympathisanten transportieren – und das ohne eine kritische Einordnungen durch Dritte. Die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Zielgruppen ist für Parteien wie die AfD sicherlich sehr wichtig und sie glaubt sicherlich auch an den Erfolg ihrer Strategie, wie einige andere Parteien auch. Ich hatte eben ja davon gesprochen, dass die Parteien offenbar viele Vermutungen darüber anstellen, was von ihnen erwartet wird. Ganz ähnlich dürfte es sich mit allen Zielen verhalten: es geht meines Erachtens nach nicht so sehr um harte Fakten, sondern darum ob eine Partei glaubt ihre Ziele mit Social Media erreichen zu können – oder ob sie das eben nicht glaubt. Denn generell ist es sehr schwer zu messen, welche Erfolge Parteien durch die Nutzung sozialer Medien tatsächlich erzielen können, da man beispielsweise für die Messung ob nun das Ziel der Wählerbeeinflussung erreicht wurde, umfangreiche Daten ebenjener Wähler bräuchte, die man überdies noch sinnvoll mit den Kommunikationsaktivitäten der Parteien im Social Web in Verbindung bringen müsste und zahlreiche andere Einflussfaktoren, wie den Einfluss der Berichterstattung der klassischen Massemedien, herausrechnen müsste. Ein, gerade für Deutschland, schwieriges Unterfangen – schließlich dürfen Forscher hier aus guten Gründen nicht auf Wählerdaten zugreifen. Die jüngsten Wahlerfolge von Akteuren, die ganz gezielt soziale Medien nutzen, wie beispielsweise Donald Trump in den USA und die AfD in Deutschland, deuten allerdings darauf hin, dass soziale Medien durchaus einen Unterschied machen können. Jedoch muss die Nutzung von Facebook, Twitter, Instagram und Co. in eine übergreifende Kommunikationsstrategie eingebettet werden, um zu funktionieren. Das haben die schlechten Wahlergebnisse von Michael Bloomberg im Verlaufe des Vorwahlkampfes der Demokraten gezeigt, dem es trotz der Investitionen von hunderten Millionen US-Dollar in Facebook-Werbung nicht gelungen ist einen signifikanten Anteil der Wähler von sich zu überzeugen.

    Wie schätzen Sie die Zukunft einer Partei ein, die sich sozialen Medien gegenüber verschließt?

    Ich denke, dass es tatsächlich darauf ankommt, wie die übergreifende Kommunikationsstrategie eines politischen Akteurs ausgestaltet ist. Das Beispiel des Grünen-Vorsitzenden Rober Habeck, der trotz seines Rückzugs aus dem Social Web zu den beliebtesten deutschen Politikern gehört, zeigt, dass politische Akteure auch ohne soziale Medien erfolgreich sein können. Auf der anderen Seite wissen wir, dass soziale Medien gerade für die jüngere Generation zentraler Bestandteil ihrer Routinekommunikation ist und das viele Personen ihre politischen Informationen inzwischen nicht zuletzt über Facebook und Co. beziehen. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass Parteien, die ganz gezielt auf Social Media setzen, wie die AfD, extrem hohe Resonanzwerte auf ihre Botschaften erzielen, kann man durchaus die Frage stellen, ob es sich eine komplette Partei leisten kann sich den sozialen Medien gänzlich zu verschließen. Man kann die Auswirkungen eines kompletten Rückzugs einer Partei ja an einem fiktiven Beispiel einmal durchspielen: wenn ein junger Mensch Mitglied in einer Partei werden will, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich zunächst einmal im Social Web über deren Aktivitäten informieren will. Er erwartet Fotos und Videos von Veranstaltungen sowie prägnante Botschaften der politischen Ziele jener Partei. Findet er diese Partei weder auf YouTube, noch auf Facebook oder Instagram so wird dies, gelinge gesagt, wohl erstmal für Irritationen bei ihm sorgen. Ob sich dieser junge Mensch anschließend noch die Mühe macht gezielt nach einer Parteiwebsite zu suchen oder zum Telefonhörer greift, um sich beim Ortsvorsitzenden über Mitmachmöglichkeiten zu informieren, würde ich stark bezweifeln. Überdies sollte man auch bedenken, dass gerade jene Akteure stark auf die sozialen Medien setzen, die gängige Überzeugungen und Werte kritisch sehen und diese ganz offen angreifen. Man könnte daher die These vertreten, dass jene Parteien, die den Aktivitäten von AfD, Pegida und Co. kritisch gegenüberstehen diesen in einem Resonanzraum, der für viele Menschen von immenser Bedeutung ist, engagiert entgegentreten müssten. Dies geschieht meines Erachtens nach nicht – zumindest nicht auf der kommunalen Ebene, wie ich in meiner Untersuchung zeigen kann.

    Lesen Sie das ganze Interview hier [Nomos-Verlag].

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18809 Fri, 01 May 2020 07:18:00 +0200 Anatheismus – Richard Kearneys religionsphilosophischer Beitrag zur Gottesfrage heute https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/anatheismus-richard-kearneys-religionsphilosophischer-beitrag-zur-gottesfrage-heute/ Professor René Dausner vom Institut für Katholische Theologie ist Herausgeber der deutschen Ausgabe „Revisionen des Heiligen. Streitfrage zur Gottesfrage“. Dausner setzt sich in der Forschung mit Richard Kearneys religionsphilosophischem Beitrag zur Gottesfrage auseinander. Mit dem zentralen und zugleich herausfordernden Begriff des Anatheismus in der Religionsphilosophie setzt sich Prof. Dr. René Dausner auseinander. Mit ihm wird die bloße Gegenüberstellung von Heiligem und Weltlichem neu bedacht.

    Hier lesen Sie den Artikel [Link zum Theologischen Feuilleton].

    Professor René Dausner forscht und lehrt als Professor für Systematische Theologie (Dogmatik und Fundamentaltheologie) am Institut für Katholische Theologie der Stiftung Universität Hildesheim. Er ist Herausgeber der deutschen Ausgabe „Revisionen des Heiligen. Streitfrage zur Gottesfrage“. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat. 

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-18762 Wed, 29 Apr 2020 16:15:54 +0200 Bundesweite Studien: Wie erleben Eltern, Kinder und Jugendliche die Corona-Zeit? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bundesweite-1/ Wie erleben Kinder, Jugendliche und Familien die Corona-Pandemie? Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main fragt Eltern, Kinder und Jugendliche in zwei bundesweiten Studien nach ihren Erfahrungen mit den Corona-Beschränkungen. Die Teilnahme an den beiden Online-Befragungen ist noch bis zum 03.05.2020 möglich. Die beiden bundesweiten Studien, in denen ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt Kinder, Jugendliche und Familien befragt, verzeichnen eine hohe Nachfrage.

    Mehr als 15.000 Menschen haben sich innerhalb kurzer Zeit an den beiden bundesweiten Befragungen beteiligt. In der Online-Studie „JuCo“ berichten Jugendliche und junge Erwachsene und in der Online-Studie „KiCo“ berichten Familien mit Kindern unter 15 Jahren, wie sie derzeit ihren Alltag meistern, was ihnen Sorgen macht und wie sie ihre Zeit verbringen.

    Mehr als 15.000 Menschen haben bundesweit an den beiden Studien bereits teilgenommen, eine Teilnahme an den Online-Befragungen ist noch bis zum 3. Mai 2020 möglich

    Die außerordentlich hohe Beteiligung zeigt uns, dass Kinder, Jugendliche und ihre Eltern gehört und berücksichtigt werden wollen, sagt die Hildesheimer Wissenschaftlerin Dr. Tanja Rusack.

    Über erste zentrale Ergebnisse zum Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Familien in der aktuellen „Corona-Zeit“ sollen Politik und Gesellschaft möglichst zügig informiert werden. Aus diesem Grund wird das Forschungsteam aus Frankfurt und Hildesheim Anfang Mai 2020 mit der Auswertung beginnen.

    Wer noch an einer der Studien teilnehmen möchte, hat deshalb bis zum 03.05.2020 dazu Gelegenheit: Der Elternfragebogen steht nun, nach vielfachem Wunsch, auch in englischer Version zur Verfügung. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Links zu den beiden Online-Befragungen:

    Studie Kinder & Eltern: https://www.soscisurvey.de/Elternbefragung_corona/
    Teilnehmen können alle Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Studie Jugendliche ab 15 Jahre: https://www.soscisurvey.de/jugend_corona/
    Teilnehmen können Jugendliche ab 15 Jahren und junge Erwachsene.

    Medienkontakt:

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100 / Mobil: 0177 8605905

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18760 Wed, 22 Apr 2020 15:38:00 +0200 Videokonferenz: Kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/videokonfere/ Das Zentrum für Digitalen Wandel lädt ein zur öffentlichen Videokonferenz: Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer von der Universität Hildesheim diskutiert mit den Teilnehmern, wie digitale Partizipation auf lokaler Ebene gelingen kann. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Am Dienstag, 5. Mai 2020, um 18:15 Uhr spricht die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer in einer Videokonferenz über das Thema „Local E-Democracy – Kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen?“.

    Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie auf die Internetseite www.uni-hildesheim.de/zfdw. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

    Wie sich Bügerinnen und Bürger aktiv an politischen Prozessen beteiligen und Meinungen austauschen

    Mit dem Internet sind und waren Hoffnungen verbunden, dass Bügerinnen und Bürger sich aktiv an politischen Prozessen beteiligen, ihre Perspektiven einbringen und Meinungen austauschen. Viele versprachen sich zudem von den neuen technischen Möglichkeiten, die Schwächen und Ermüdungserscheinungen repräsentativer Demokratie – etwa die Distanz zwischen Politikern und Bürgern – zu heilen. Spätestens mit der Entwicklung zum Social Web sind viele partizipative Angebote und Formate Alltag geworden.

    Was bedeutet dies jedoch für politische Prozesse? Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer von der Forschungsgruppe „Politik und Internet“ diskutiert anhand aktueller Forschungsergebnisse die Möglichkeiten von E-Democracy. Wie kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen?

    Die Forschungserkenntnisse diskutiert Professorin Marianne Kneuer nach ihrem Kurzvortrag mit den Teilnehmern der Webkonferenz. Zur Videokonferenz gehört auch eine kleine Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer kurz erläutern, welchen Bezug sie zum Thema haben.

    Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel

    Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorerst digital stattfindet. Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einzubezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

    Kontakt bei Fragen:

    Dr. Bianca Burgfeld-Meise
    Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
    Tel.: 05121 883 90250
    E-Mail: burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18739 Wed, 22 Apr 2020 07:27:00 +0200 Bundesweite Studie: Wie erleben Kinder und Familien die Corona-Zeit? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bundesweite-studie-wie-erleben-kinder-und-familien-die-corona-zeit/ Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main fragt Eltern und Kinder nach ihren Erfahrungen mit den Corona-Beschränkungen. AKTUELLER HINWEIS: Eine Teilnahme an der Online-Befragung ist nicht mehr möglich. Die Online-Befragung ist auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Das Forschungsteam hat daraufhin die Links früher geschlossen als geplant (am 03.05. um Mitternacht), um zügig erste Ergebnisse veröffentlichen und auch die Politik informieren zu können. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Durch die Maßnahmen, Schließungen und Kontaktbeschränkungen in Zeiten des Coronavirus hat sich vor allem auch der Alltag von Familien verändert. Doch bislang hat kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Kinder und Eltern gefragt.

    Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt befragt in einer bundesweiten Studie Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Teilnehmen können alle Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Das Forschungsteam fragt Eltern zum Beispiel, wie die Stimmung zu Hause ist, ob Eltern und Kinder Kontakt zu Freunden halten können, wie sie die aktuelle Betreuungssituation erleben und ob sie sich größere Sorgen machen seit der Corona-Pandemie. Welche Ansprechpersonen stehen zur Verfügung bei Problemen und Sorgen? Wie verbringen Kinder und Eltern ihre Zeit zu Hause? Wie gut fühlen Sie sich informiert durch Einrichtungen, Medien und Politik?

    Der Link zur Online-Befragung darf und soll gerne geteilt werden. Je mehr Familien sich beteiligen, desto wirksamer sind die Ergebnisse, um sie in öffentliche Diskussionen einzubringen.

    Die Online-Befragung startet am 24.04.2020 und endet voraussichtlich am 15.05.2020. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 15 Minuten. Zum Forschungsteam gehören Sabine Andresen, Anna Lips, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas und Johanna Wilmes.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    Dr. Severine Thomas
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de

    oder

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 8605905

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18711 Thu, 16 Apr 2020 13:42:50 +0200 Bildungssoziologin Janna Teltemann zu Corona: Es enstehen Nachteile für Kleinkinder aus bildungsfernen Familien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildungssoziologin-janna-teltemann-zu-corona-es-enstehen-nachteile-fuer-kleinkinder-aus-bildungsfern/ Professorin Janna Teltemann, Bildungssoziologin an der Universität Hildesheim, hat mit vier Kolleginnen aus der Bildungsforschung eine Stellungnahme zur Leopoldina-Empfehlung initiiert, die von 43 Professorinnen gezeichnet wurde. Für kleine Kinder, deren Familien keine entsprechenden Angebote für die frühe Förderung machen können, erwachsen in der Corona-Krise Nachteile. Die Krise treffe insbesondere auch Alleinerziehende. Die 43 Wissenschaftlerinnen reagieren damit auf die Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina „Coronavirus‐Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ vom 13.04.2020. Die Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten  Voraussetzungen wie einer stabil niedrigen Rate von Neuinfektionen und dem Erhalt der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems, den Bildungsbereich insgesamt schrittweise zu öffnen.

    Diese Empfehlung sei wichtig und richtig. „Allerdings kommen wir in Abwägung der Zielkonflikte in dieser Situation, die durch eine Vielfalt von Herausforderungen geprägt ist, zu einer anderen Einschätzung, was die Öffnung im Bereich der Institutionen für die jüngsten Kinder angeht. Kindertageseinrichtungen haben einen Bildungsauftrag für alle Kinder ab 0 Jahren, sie sind neben der Betreuung und Erziehung von Kindern also auch maßgeblich für Bildung verantwortlich“, heißt es in der Stellungnahme der 43 Wissenschaftlerinnen.

    Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten unbestritten größten Vorrang. In Ergänzung der Leopoldina-Stellungnahme weisen die 43 Wissenschaftlerinnen darauf hin, dass von einer monatelangen Schließung der Kindertageseinrichtungen Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren und ihre Familien in vielerlei Hinsicht betroffen wären. „Aus entwicklungspsychologischer Perspektive sind vor allem der Wegfall des Kontakts zu anderen Kindern und die dadurch fehlenden Möglichkeiten zum sozialen Lernen zu bedenken; aus lernpsychologischer Perspektive das Fehlen von pädagogischen Anregungen. Hieraus erwachsen vor allem für Kinder Nachteile, deren Familien keine entsprechenden Angebote machen können und für die frühe Förderung besonders wichtig ist. Viele Kinder mit geringen Deutschkenntnissen werden über mehrere Monate kaum Kontakt zu deutschsprachigen Kindern und Erwachsenen haben.“

    Zudem weisen die 43 Wissenschaftlerinnen auf soziale und ökonomische Folgen hin: Frauen werden durch den verlängerten Wegfall der institutionellen Betreuung entweder von Erwerbsarbeit abgehalten oder können sich nicht mit gleicher Kraft und Konzentration ihrer Arbeit widmen, da gerade bei jungen Kindern der Betreuungsaufwand sehr groß sei. Die erhöhte psychische Belastung und die negativen Konsequenzen für die Arbeitssituation treffen insbesondere auch Alleinerziehende, „die existentiell auf institutionelle Unterstützung angewiesen“ seien.

    Die Wissenschaftlerinnen schlagen vor, zu prüfen, inwieweit eine Regelung gefunden werden kann, die es zulässt, dass kleine und konstante Gruppen tageweise oder in kürzeren Betreuungsschichten die Kindertageseinrichtungen besuchen dürfen. Entscheidend sei dabei, dass die Gruppen nur aus wenigen Kindern bestehen.

    Zu den Verfasserinnen des Kommentars gehören neben der Bildungssoziologin Professorin Janna Teltemann auch die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi und die Theologin Professorin Maren Bienert von der Universität Hildesheim.

    Kommentar von 43 Bildungswissenschaftlerinnen zur Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Nationalen Akademie der  Wissenschaften Leopoldina „Coronavirus‐Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ (PDF)
    https://sync.academiccloud.de/index.php/s/MBO8UMvnCSwNOZe

    Blog-Beitrag des Bildungsjournalisten Jan-Martin Wiarda
    https://www.jmwiarda.de/2020/04/16/die-mahnung-der-43/

    ]]>
    Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Katholische Theologie Sozialwissenschaften Soziologie Pressemeldungen
    news-18710 Thu, 16 Apr 2020 10:15:17 +0200 Bundesweite Studie: Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bundesweite-studie-wie-erleben-jugendliche-die-corona-krise/ Durch die vielen Maßnahmen, Schließungen und Kontaktbeschränkungen in Zeiten des Coronavirus hat sich vor allem auch der Alltag junger Menschen verändert. Doch bislang hat kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefragt. Jugendforscherinnen und Jugendforscher aus Hildesheim und Frankfurt haben eine Onlinebefragung gestartet. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt befragt in einer bundesweiten Studie Jugendliche ab 15 Jahren. AKTUELLER HINWEIS: Eine Teilnahme an der Online-Befragung ist nicht mehr möglich. Die Online-Befragung ist auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Das Forschungsteam hat daraufhin die Links früher geschlossen als geplant (am 03.05. um Mitternacht), um zügig erste Ergebnisse veröffentlichen und auch die Politik informieren zu können. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Wie erlebst du die Corona-Krise? Wie verbringst du deine freie Zeit? Hast du Sorgen?
    Nimm teil an unserer Studie! (für Jugendliche ab 15 Jahren)
    Hier geht's direkt zur Online-Befragung

    Bislang fragt kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Corona-Krise. Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt befragt derzeit Jugendliche. Jugendliche ab 15 Jahren können ab sofort an der Online-Befragung teilnehmen.

    Das Forschungsteam aus Hildesheim und Frankfurt befragt die Jugendlichen zum Beispiel, ob es in ihrem Zuhause aktuell immer jemanden gibt, der sich um sie kümmert, ob sie sich in ihrem Zuhause sicher fühlen und ob sie sich seit der Corona-Pandemie größere Sorgen machen. Außerdem fragt das Forschungsteam zum Beispiel, mit wie vielen jungen Menschen der befragte Jugendliche derzeit in Kontakt steht und wie Jugendliche seit der Corona-Pandemie Kontakt halten – etwa über das Telefon, Sprachnachrichten, Videochats oder gemeinsamen Sport.

    Andere Fragen betreffen die freie Zeit: Wie zufrieden sind Jugendliche seit Corona damit, wie sie ihre Zeit verbringen? Und was machen sie in dieser Zeit – Lernen und üben, auf Geschwister aufpassen, im Haushalt helfen, sich langweilen, Nichts-tun oder ausruhen, Zeit mit der Familie verbinrigen, Computerspiele spielen oder zum Beispiel Sport treiben? Mit wem sprechen Jugendliche über ihre Sorgen?

    An der Studie teilnehmen können Jugendliche ab 15 Jahren.

    Dies ist der Link zur Online-Befragung:
    https://www.soscisurvey.de/jugend_corona/

    Die Online-Befragung startete am 15.04.2020 und endet voraussichtlich am 13.05.2020. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 12 Minuten.

    Zum Forschungsteam gehören unter anderem Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Dr. Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Sie erforschen seit vielen Jahren die Lebenslagen von Jugendlichen und möchten in der derzeitigen Corona-Krise die Perspektive von Jugendlichen einbeziehen und erfahren, wie Jugendliche die derzeitige Lage erleben.

    „Wir wissen, dass es junge Menschen gibt, für die die Situation mit Kontaktsperre und anderen Einschränkungen gerade besonders schwierig ist“, sagt Wolfgang Schröer.

    Kontakt:

    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

    Prof. Dr. Wolfgang Schröer
    E-Mail: schroeer@uni-hildesheim.de

    Dr. Severine Thomas
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de

    oder

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 8605905

    Über diese Studie berichtete das NDR Fernsehen (17.04.2020, Sendung "Niedersachsen 18:00 Uhr", Nachrichtenmagazin "Hallo Niedersachsen").

    NDR 1 NIEDERSACHSEN/Radio, NDR ONLINE, 16.04.2020 Studie: Wie gehen Jugendliche mit Kontaktverbot um?

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18707 Fri, 10 Apr 2020 12:38:16 +0200 Studie: Wie wirkt sich das Coronavirus auf unser Sozialleben aus? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-wie-wirkt-sich-das-coronavirus-auf-unser-sozialleben-aus/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Studie die Bedeutung persönlicher Beziehungen in Zeiten von Corona. An der Befragung können weiterhin alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren teilnehmen. Bisher haben sich rund 3.500 Personen im Alter zwischen 18 und 91 aus allen Bundesländern beteiligt. „In Beziehungen auf Distanz kann ein großes Unterstützungspotenzial liegen“, sagt der Sozialpädagoge Dr. Andreas Herz vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Jetzt teilnehmen an der Online-Befragung
    „Soziale Kontakte & Corona“
    (hier geht's direkt zur Studie)

    Die Universität Hildesheim sucht weiterhin Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer für die Online-Befragung „Soziale Kontakte & Corona“. Ein Forschungsteam um Dr. Andreas Herz untersucht in der bundesweiten Studie, wie sich Kontakteinschränkungen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus auf unser Sozialleben auswirken.

    Die Befragung startete am 20.03.2020 und in den ersten drei Wochen haben sich bereits rund 3.500 Personen im Alter zwischen 18 und 91 aus allen Bundesländern beteiligt. „Danke an alle, die bislang schon an der Befragung teilgenommen haben. Dieser hohe Rücklauf zeigt einfach, wie stark es viele Menschen aktuell beschäftigt wie man auf Distanz mit anderen in Kontakt sein kann. Unsere Forschung ist auf die Teilnahme möglichst vieler Menschen an der Online-Befragung angewiesen – nur so können wir analysieren, welche Bedeutung die Kontakteinschränkungen für unser Sozialleben haben“, so Herz.

    Teilnahme an der Online-Befragung

    Das Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik ist dabei insbesondere auch daran interessiert, ob über die Zeit der Kontakteinschränkungen auch Veränderungen darin sichtbar werden, wie Personen aktuell in Kontakt mit anderen stehen. Darum laden sie weiterhin zur Teilnahme an der Online-Befragung unter folgendem Link ein: www.soscisurvey.de/kontakte

    „Unsere Studie ist so angelegt, dass man wiederholt im Abstand einer Woche daran teilnehmen kann, da wir insbesondere auch am Verlauf in den nächsten Tagen und Wochen interessiert sind. Eine Situation wie jetzt hat es so einfach nie gegeben. Wir müssen uns räumlich aus dem Weg gehen – auch Personen, die uns emotional sehr nahestehen. Und das alles hat sich so schnell verändert“, beschreibt Andreas Herz die Situation. „Gleichzeitig kann in Beziehungen auf Distanz ein großes Unterstützungspotenzial liegen – das wissen wir aus anderen Studien, wobei Vergleiche mit der aktuellen Situation nur schwer zu treffen sind.“

    Wie sind Personen aktuell mit anderen in Kontakt? Was sind Anlässe für Kontakte und welche Formen von Unterstützung liegen darin?

    Viele Menschen müssen aktuell ganz andere Formen des sozialen Kontakts infolge der Corona-Pandemie nutzen, um beispielsweise auf digitalen Wegen mit ihren Mitmenschen in Kontakt zu bleiben können - das ist eine Ausnahmesituation ohne vergleichbare Erlebnisse aus der Vergangenheit. „Wie Personen aktuell mit anderen in Kontakt sind, was Anlässe für Kontakte sind, welche Formen von Unterstützung darin liegen – aber auch welche Herausforderungen mit der aktuellen Situation in Beziehungen zu anderen auftreten – das ist unser Studieninteresse“, so der Sozialpädagoge Herz.

    Mehr Informationen zur Studie über www.uni-hildesheim.de/sozkon

    An der Befragung können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren teilnehmen. Die Teilnahme an und alle Angaben in der Befragung sind absolut freiwillig. Die Befragung dauert etwa 20 Minuten – die Anonymität der Befragten ist garantiert.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    „Soziale Kontakte & Corona“
    Dr. Andreas Herz
    Universitätsplatz 1
    31141 Hildesheim
    E-Mail: herzand@uni-hildesheim.de
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22159

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121.883-90100
    Mobil: 0177.860.5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18680 Mon, 06 Apr 2020 15:27:04 +0200 Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von Corona: Plattform für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe online https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/kinder-und-jugendhilfe-in-zeiten-von-corona-plattform-fuer-fachkraefte-der-kinder-und-jugendhilfe-o/ Die neue Kommunikations- und Transferplattform für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe www.forum-transfer.de kann ab sofort genutzt werden. Junge Menschen und Familien sollen gerade in Zeiten von Corona in ihren Lebenslagen unterstützt und in Krisen interveniert werden. Die Online-Plattform enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie Beispiele „guter Praxis“. An dem Projekt ist das Forschungsteam um Tanja Rusack, Wolfgang Schröer und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim beteiligt. Das Bundesfamilienministerium unterstütz die Plattform. www.forum-transfer.de für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe jetzt online / „Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, sagt Professor Wolfgang Schröer

    „Diese Plattform soll die Kinder- und Jugendhilfe unterstützen, gute Modelle möglichst schnell in die Breite zu bringen“, sagt Matthias Röder, Jugendamtsleiter.

    Ein zentrales Kennzeichen der Kinder- und Jugendhilfe ist, dass sie in all ihren Handlungsfeldern auf sozialen Kontakten und Interaktionen aufbaut. Von den Frühen Hilfen über die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit bis hin zum Kinderschutz erfolgt Erziehung, Beziehung, Beratung, Bildung, Hilfe und Schutz zumeist in unmittelbarem Kontakt mit Menschen. In der aktuellen Situation ist allerdings die Veränderung der Sozialkontakte der einzige wirksame Weg zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

    „Überall in der Republik suchen öffentliche und freie Träger nach neuen Möglichkeiten, um Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien bestmöglich weiter zu unterstützen. Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, betont Wolfgang Schröer, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim und Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums.

    Junge Menschen und Familien – gerade in Zeiten von Corona – in ihren Lebenslagen unterstützen und in Krisen intervenieren

    Die Kinder- und Jugendhilfe erfindet sich gerade neu. Sie eröffnet viele Wege, um junge Menschen und Familien weiter – gerade jetzt in der Corona-Zeit – in den ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen und in Krisen zu intervenieren. Dabei entstehen an vielen Orten neue Ansätze und wertvolle Methoden, Verfahren und auch Richtlinien – vielfach digital, aber nicht nur. Darum bedarf es des Austausches und einer Plattform, in der die Fachkräfte ihre Ansätze vorstellen und präsentieren können. Nicht an jedem Ort muss alles neu erfunden werden.

    Die Plattform www.forum-transfer.de enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“, wie die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe unter den Bedingungen der „Corona“ Pandemie und für die Zeit bis zu einer wiederkehrenden Routine gesichert und weiterentwickelt werden kann.

    Mit der neuen Online-Plattform sollen unkompliziert Praxistipps für die Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden

    „Gemeinsam können wir die aktuelle Situation besser meistern“, so Heinz Müller vom Institut für Sozialpädagogische Forschung (ism) in Mainz. Er hat die Plattform zusammen mit seinen Kolleg*innen und weiteren Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht (DIJuF) und der Universität Hildesheim aufgebaut. Heinz Müller sagt: „Wir müssen jetzt miteinander nach Wegen suchen, wie die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur in Kontakt mit jungen Menschen und Familien bleibt, sondern ihnen gerade jetzt reelle Unterstützung anbieten kann.“

    Mit der neuen Online-Plattform sollen unkompliziert Praxistipps für öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden.

    „Dabei kommt es nicht darauf an, wer die beste Idee hat, sondern wie gute Ideen schnell dazu führen, dass den Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien geholfen wird“, ergänzt Matthias Röder, Jugendamtsleiter in Hessen, der die Plattform ebenfalls mitentwickelt hat. „Dafür braucht es vor allem Information, Austausch und Vernetzung. Recht sollte für gute Ideen keine Hürde, sondern eine Stütze sein. Das wollen wir auf der Plattform mit einer breiten Verlinkung zu den DIJuF-FAQ zeigen“, sagt Katharina Lohse, fachliche Leiterin des DIJuF.

    „Letztlich wird die Plattform nur dann ihren Dienst erfüllen, wenn sie von Fachkräften angenommen und mitgestaltet wird. Darum sind ihre Hinweise und Tipps so wichtig“, so Tanja Rusack von der Universität Hildesheim. „Wir wollen zeigen, dass junge Menschen, die zum Beispiel in Wohngruppen oder Pflegefamilien leben, weiterhin in der Kinder- und Jugendhilfe sehr gut begleitet werden und auch junge Menschen in sehr kritischen Situationen, wie junge Menschen auf der Flucht oder im Wohnungsnotstand, Angebote finden können“, unterstreicht Josef Koch von der IGfH.

    Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat den Vorschlag für die Plattform sofort unterstützt und unkompliziert eine Projektförderung zugesagt.

    Alle Initiatior*innen und beteiligten Organisationen sind seit Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe praktisch, beratend oder wissenschaftlich tätig. Ihnen ist es wichtig, dass die Menschen gerade jetzt merken, dass die Kinder- und Jugendhilfe für die jungen Menschen und Familien da ist.

    Die Beteiligten rufen Fachkräfte dazu auf, die Plattform zu nutzen und mitzugestalten, um gemeinsam für die jungen Menschen und Familien eine krisenfeste Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen.

    Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism)
    Kontaktpersonen: Eva Dittmann, Heinz Müller, Elisabeth Schmutz
    Flachsmarktstraße 9, D-55116 Mainz, 06131-24041-0
    info@ism-mz.de
    www.ism-mz.de

    Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH)
    Kontaktpersonen: Josef Koch, Stefan Wedermann
    Galvanistraße 30, D-60486 Frankfurt am Main, 069-633 986-0
    Mail: igfh(at)igfh(.)de
    Web: www.igfh.de

    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim
    Kontaktpersonen: Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas
    Universitätsplatz 1, D-31141 Hildesheim
    www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/

    Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF)
    Kontaktpersonen: Katharina Lohse, Matthias Röder
    Poststr. 17, D-69115 Heidelberg, 062 21-98 18-0
    E-Mail: institut@dijuf.de
    www.dijuf.de

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18671 Fri, 03 Apr 2020 10:08:00 +0200 Psychologie: Wie sich das soziale Leben und Emotionen durch das Coronavirus verändern https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/psychologie-wie-sich-das-soziale-leben-und-emotionen-durch-das-coronavirus-veraendern/ Professor Andreas Mojzisch (Sozialpsychologie) und Professor Christina Bermeitinger (Allgemeine Psychologie) untersuchen den Einfluss des Coronavirus auf das soziale Leben sowie Verhaltensänderungen und Veränderungen von Emotionen in der Corona-Pandemie. Studie der Sozialpychologie

    Internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Andreas Mojzisch untersucht: Welchen Einfluss hat der Ausbruch des Coronavirus auf das soziale Leben? Hilft ein Wir-Gefühl in Gruppen als Stresspuffer, um mit Bedrohungen besser umzugehen?

    Prof. Dr. Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, führt derzeit in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen aus China, Italien, Südafrika, Australien, USA, UK und Kanada eine Online-Studie zum Einfluss des Coronavirus auf das soziale Leben durch. Mittlerweile haben bereits über 4.000 Probanden an der Studie teilgenommen.

    Der Ausbruch des Coronavirus betrifft derzeit die weltweite Bevölkerung. Das internationale Forschungsteam möchte untersuchen, wie Menschen dieses Ereignis wahrnehmen und welchen Einfluss dieses auf ihr soziales Leben hat. Das Forschungsteam untersucht dabei insbesondere, wie sich die Bedrohung durch das neue Corona-Virus auf unsere Sozialbeziehungen auswirkt und welche Rolle es dabei spielt, wie sehr wir uns mit bestimmten Gruppen, zum Beispiel unseren Freunden oder unseren Nachbarn, identifizieren.

    Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass ein Wir-Gefühl als Stresspuffer wirkt, das heißt uns dabei hilft, mit Bedrohungen besser umzugehen. Aber gilt dies auch für die Bedrohung durch das Corona-Virus und gilt dies auch für alle Kulturen? Und könnte ein hohes Wir-Gefühl unter Umständen sogar negative Effekt haben, weil man sich infolge eines hohen Wir-Gefühls weniger bedroht fühlt und die aktuelle Lage auf die leichte Schulter nimmt?

    „Unsere Studie steht unter dem Motto: ‘Physically apart but socially together’. Wir sind davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Eindämmung der Ausbreitung des neuen Corona-Virus voraussetzt, dass wir besser verstehen, wie sich die zwischenmenschlichen Beziehungen in Reaktion auf die Bedrohung durch das Virus verändern“, sagt Professor Andreas Mojzisch.

    An der Studie können aktuell noch Personen teilnehmen, dies ist der Link zur Online-Befragung für das deutsche Sample:
    https://ww3.unipark.de/uc/so_corona_german/

    Studie der Allgemeinen Psychologie

    Wie äußert sich Angst emotional, verändert sich das Verhalten im Zuge der Ausbreitung des neuen Coronavirus? Internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Christina Bermeitinger erforscht Veränderungen von Emotionen in der Corona-Pandemie

    Prof. Dr. Christina Bermeitinger von der Forschungsgruppe Allgemeine Psychologie der Universität Hildesheim hat in Kooperation mit ihrem chinesischen Kollegen Professor Jin Zheng sowie Partnern aus den U.S.A. eine Längsschnittstudie zu Beginn der Corona-Pandemie im Zeitraum von Februar bis März 2020 durchgeführt.

    „Es geht um die Frage, inwiefern Pandemie-bedingte Verhaltensänderungen und Änderungen emotionaler Reaktionen mit der Bewertung des Krisenmanagements des jeweiligen Landes zusammenhängen“, so Professor Bermeitinger. Inwieweit verändern sich das Verhalten und affektive Reaktionen im Zuge der Ausbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der Beurteilung des Krisenmanagements? Wie äußert sich Angst emotional, verändert sich das Verhalten?

    Das Forschungsteam verbreitete die Online-Befragung mit einem Katalog von knapp 70 Fragen über soziale Medien und Messenger Apps an die lokale Bevölkerung in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei in der Volksrepublik China sowie in Deutschland und den U.S.A. Von den 846 Teilnehmenden haben 318 Personen die Fragen beider Befragungszeitpunkte vollständig beantwortet. Fast alle Teilnehmenden waren nicht an COVID-19 erkrankt. Sie wurden zum Beispiel gefragt, ob sie sich nervöser und ängstlicher fühlen als sonst, ob sie ihren Mund in den letzten drei Tagen mit einer Atemschutzmaske bedeckt haben und ob sie  vorbeugende Maßnahmen ergriffen haben, etwa wenn sie befürchteten, dass Türgriffe und Knöpfe in den Aufzügen die neuartigen Coronaviren übertragen könnten. Außerdem wollte das Forschungsteam wissen, ob die jeweils befragte Person die Informationen durch die Gesundheitsbehörden an die Öffentlichkeit in ihrem Land als vertrauenswürdig einstufen.

    „Personen aus allen drei Ländern haben über die wenigen Wochen der Erhebung ihr Verhalten bedeutsam verändert – die Personen gaben an, dass sie präventives Verhalten gesteigert haben. Eine bedeutsame Veränderung der generellen Angst konnten wir bei den teilnehmenden Personen nicht feststellen. Das Krisenmanagement in den Ländern wurde für beide Messzeitpunkte und in allen Ländern gleich gut bewertet. Es gab zudem keinerlei Zusammenhänge zwischen der Bewertung des Krisenmanagements auf der einen Seite und den Emotionen oder dem Verhalten auf der anderen Seite. Während jedoch in China über den Februar hinweg die eigene Anfälligkeit, die Emotionen anderer zu übernehmen (insbesondere bei öffentlichen Notfällen), abnahm,  zeigten die Personen aus Deutschland und den U.S.A. eine erhöhte Anfälligkeit beim zweiten Erhebungszeitpunkt. Anfang Februar bestand noch keinerlei Unterschied zwischen den Ländern“, fasst Professor Bermeitinger die Ergebnisse zusammen.

    Eine Teilnahme an dieser Studie ist nicht mehr möglich. Die Forschungsunterlagen sind „open access“ im Internet unter dem folgenden Link frei abrufbar: https://osf.io/mcn6z/#!

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut Psychologie

    Prof. Dr. Christina Bermeitinger
    E-Mail: bermeitinger@uni-hildesheim.de

    Prof. Dr. Andreas Mojzisch
    E-Mail: mojzisch@uni-hildesheim.de

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 860 5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18615 Tue, 24 Mar 2020 15:31:27 +0100 Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/unterstuetzung-von-jungen-menschen-in-zeiten-von-corona-gestalten/ Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona mit erarbeitet. Es sei eine der größten Herausforderungen für die kommunale Kinder- und Jugendpolitik, die Bildungspolitik in den Ländern sowie die Bundespolitik jetzt innovative Wege zu finden, um junge Menschen und Familien zu unterstützen, so Schröer. Die Lage derzeit sei eine Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien werde durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Es sei notwendig, so Schöer, die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe zu erhalten, gerade wenn Organisationen in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit 2019 Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums.

    Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

    Im Folgenden lesen Sie einen Auszug aus der Stellungnahme, die Prof. Dr. Wolfgang Schröer als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums mit erarbeitet hat.

    Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums

    Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten / Kinder- und Jugendpolitik ist gefordert

    Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien wird schon allein durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen, öffentlichen Räumen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums ist es jetzt unbedingt wichtig, dass die Schließung der öffentlichen Einrichtungen von jungen Menschen und Familien nicht als Rückzug der Kinder- und Jugend- sowie Bildungspolitik aus der Unterstützung der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien erlebt wird. Dafür ist es dringend notwendig, dass die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe erhalten bleibt und freie Träger finanziell gesichert bleiben. Freie Träger sollten gerade jetzt – wenn sie in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen – schnell und unkompliziert finanziell unterstützt werden.

    Notwendig sind auch finanzielle Unterstützungen für junge Menschen und Familien, die angesichts von Kurzarbeit etc. oder fehlendem Einkommen in Notlagen geraten. Es müssen auch Übergangslösungen für diejenigen jungen Menschen gefunden werden, die nicht auf verlässliche private und soziale Netzwerke zurückgreifen können.

    Es ist jetzt eine aktive Kinder- und Jugendpolitik notwendig, die in dieser Krise für junge Menschen und mit ihnen sowie ihren Familien einen kinder- und jugendgerechten Alltag ermöglicht und organisiert.

    Der gesamte Zwischenruf steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

    Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18600 Sat, 21 Mar 2020 16:00:00 +0100 Studie: Onlinebefragung zu sozialen Kontakten in Zeiten von Corona https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-onlinebefragung-zu-sozialen-kontakten-in-zeiten-von-corona/ Wie wirkt sich die Coronavirus-Entwicklung in Deutschland auf soziale Kontakte aus? Die Universität Hildesheim startet eine bundesweite Studie: Ein Forschungsteam um Dr. Andreas Herz untersucht die Bedeutung persönlicher Beziehungen in einer Zeit, in der Menschen zu räumlicher Distanz zu anderen angehalten sind. Die Universität Hildesheim sucht ab sofort Studienteilnehmer_innen. Teilnehmen können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Jetzt teilnehmen an der
    Online-Befragung „Soziale Kontakte & Corona“

    Webseite der Studie: www.uni-hildesheim.de/sozkon

    Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 23.03.2020 (PDF)

    Die aktuelle Presseinformation zur Studie vom 10.04.2020 finden Sie hier.

    „Mit einer bundesweiten Studie will die Universität Hildesheim erforschen, wie sich das Coronavirus auf soziale Kontakte auswirkt. [...] Auswirkungen auf das Sozialleben stünden ebenso im Fokus wie die Frage, mit welchen Personen Menschen über welche Kommunikationswege in Kontakt stünden.“
    (DIE WELT, 22.03.2020)

    Mit dem politischen Beschluss, soziale Kontakte so weit wie möglich zu verringern – zum Beispiel durch Schließung von Schulen, Kitas und Geschäften –, um die Ausbreitung des Covid-19-Erregers beziehungsweise der Corona-Pandemie zu verlangsamen, ändert sich der Alltag für viele Menschen. Alle Personen sind aufgefordert, auf persönliche Treffen mit anderen Menschen möglichst zu verzichten und räumliche Distanz zu anderen Personen zu wahren. Wie wirkt sich das auf soziale Kontakte aus?

    Die Studie „Soziale Kontakte & Corona“ des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim untersucht die Bedeutung persönlicher Beziehungen in einer Zeit, in der Menschen zu räumlicher Distanz zu anderen angehalten sind. Das Forschungsteam der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden:

    • Wie schätzen Menschen die momentane Situation ein?

    • Wie wirken sich Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung auf das Sozialleben aus?

    • Wie nehmen Personen die Maßnahmen in Bezug auf deren soziale Beziehungen wahr?

    • Mit welchen Personen stehen Menschen über welche Kommunikationswege in Kontakt, was sind Anlässe für soziale Kontakte?

    Über den folgenden Link gelangen Sie zur Online-Befragung:

    https://www.soscisurvey.de/kontakte/

    Teilnehmen können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Unterstützen Sie bitte die Studie „Soziale Kontakte & Corona“, indem Sie auch andere Personen/Institutionen auf die Studie hinweisen und zur Onlinebefragung einladen. Da sich die aktuelle Situation hinsichtlich der Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung der Corona-Pandemie kontinuierlich verändert, möchten wir Sie weiterhin einladen, den Fragebogen jeweils im Abstand von einer Woche wieder zu beantworten.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    „Soziale Kontakte & Corona“
    Dr. Andreas Herz
    Universitätsplatz 1
    31141 Hildesheim
    E-Mail: herzand@uni-hildesheim.de
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22159

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121.883-90100
    Mobil: 0177.860.5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

    Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert etwa 20 Minuten.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18348 Wed, 05 Feb 2020 11:30:00 +0100 Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft / Fünf Jahre Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/erforschung-und-gestaltung-der-deutschen-migrationsgesellschaft-fuenf-jahre-zentrum-fuer-bildungsint/ Forschung kann einen Beitrag zur empirischen Aufklärung politischer Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft leisten. Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft. Am Mittwoch, 29. Januar 2020, feiert das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim sein fünfjähriges Bestehen.

    „Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration", sagt Professorin Viola B. Georgi. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet das Forschungszentrum.

    Vor fünf Jahren hat das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ mit der Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur seine Arbeit aufgenommen. Durch Forschung, Lehre und Transfer konnten seither wichtige Impulse für die Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft gegeben werden.

    Im Fokus der Forschung stehen unter anderem interkulturelle Schul- und Unterrichtsentwicklung, Mehrsprachigkeit, Bildungsungleichheit, historisch-politisches Lernen, Bildungsmedien, kommunale Integrationspolitik, kulturelle Bildung, Integration durch Sport und transkulturelle Musikbildung.

    Zur Arbeit des Zentrums gehören Forschungs- und Transferprojekte mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern, ein Promotionskolleg, Tagungen, Publikationen und die Lehre im Bereich Migration und Partizipation. Vielfältige Kooperationen mit wissenschaftlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Akteuren haben das Zentrum zu einer wichtigen Plattform für Forschung und Austausch zu Chancengerechtigkeit und Teilhabe in der deutschen Migrationsgesellschaft gemacht. 

    15 Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich im Rahmen des „Promotionskollegs Bildungsintegration“ in ihren Dissertationen mit wichtigen bildungspolitischen Fragestellungen der Migrationsgesellschaft.

    Die Feierstunde beginnt am Mittwoch, 29. Januar 2020, um 16:00 Uhr im Atrium im Forum am Universitätsplatz. Professorin Naika Foroutan hält den Festvortrag „Die postmigrantische Gesellschaft. Ein Versprechen der pluralen Demokratie“. Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin,  Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.

    Stellungnahme von Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration:

    „In Sachen Bildungsintegration bleibt viel zu tun. Wir sind noch lange nicht am Ziel“

    „Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration.

    Unsere Demokratie steht auf dem Prüfstand. Wir beobachten eine zunehmende politische und gesellschaftliche Polarisierung. Populistische Parteien und nationalistische Bewegungen verstärken diese Entwicklung und schüren sämtliche Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die immer häufiger auch in Hasskriminalität übersetzt wird. Wir stehen vor einer schwierigen und komplexen Aufgabe und haben viel zu tun, wenn es um den Erhalt unserer Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und die Wertschätzung und Akzeptanz von Diversität geht. Politische Debatten, besonders zum Thema Migration und Integration, werden verschärft geführt und verschiedene gesellschaftliche Gruppen und soziale Milieus stehen zunehmend gegen- oder nebeneinander. Hier wird besonders deutlich spürbar, dass dem Politischen nicht hintergehbare Momente des Dissenses innewohnen, die sich nicht auflösen lassen und daher innerhalb einer demokratischen Streitkultur bearbeitet werden müssen. Hierzu wollen wir als ZBI einen Beitrag leisten, innerhalb unserer Hochschule und darüber hinaus.

    Intensiv diskutieren wir über die gesellschaftlichen Integrationsprozesse all derjenigen, die seit 2015 als Flüchtlinge anerkannt wurden und damit ein langfristiges Aufenthaltsrecht in Deutschland erhielten. Zentral sind dabei z.B. Fragen nach der gesellschaftlichen Teilhabe, der Ermöglichung vielfältiger Bildungswege, der sprachlichen und beruflichen Weiterqualifikation, der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen und der Vermittlung von demokratischen Werten und rechtlichen Grundlagen der deutschen Verfassung. Es geht aber auch darum, Räume für Begegnung und Dialog zu schaffen, in denen die Geschichten, Hoffnungen und Aspirationen der zugewanderten Menschen artikuliert werden können. Das ZBI greift die hieraus erwachsenden Themen auf und übersetzt sie in Forschung, Lehre und Transfer.“

    ]]>
    Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Bildungsintegration
    news-18418 Tue, 04 Feb 2020 08:48:00 +0100 Klassenklima verbessern und Zufriedenheit der Lehrkräfte erhöhen: KIK-Fortbildung für Klassenlehrkräfte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/klassenklima-verbessern-und-zufriedenheit-der-lehrkraefte-erhoehen-kik-fortbildung-fuer-klassenlehrkrae/ Die Schaffung eines positiven Klassenklimas ist für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern bedeutsam. Seit mehr als 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ die KIK-Fortbildung (Kommunikation – Interaktion – Kooperation) im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung an. Die Arbeitsgruppe für Pädagogische Psychologie und Diagnostik unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler verantwortet die Fortbildung für Klassenlehrkräfte.

    In diesem Jahr starten 70 Klassenlehrkräfte aller Schulformen aus ganz Niedersachsen die eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung.

    Die KIK-Fortbildung bietet durch eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation den teilnehmenden Lehrkräften in Gruppen von ca. 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und vier Halbwochenkursen die Möglichkeit, pädagogisch-psychologische Inhalte zu vermitteln und in den praktischen Alltag einer Klassenlehrkraft einzubetten. Die stetige wissenschaftliche Evaluation des Projekts durch die Universität Hildesheim konnte zeigen, dass das Klassenklima durch KIK nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnten.

    Ein Höhepunkt der Fortbildung ist der KIK-Kongress, der am kommenden Freitag, 7. Februar 2020 in Hustedt, Celle stattfinden wird. Mehr als 150 Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen folgen in diesem Jahr der Einladung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Lehrerinnen und Lehrer starten zu diesem Zeitpunkt die schulpsychologische Fortbildung, sind bereits seit einem Jahr dabei oder frischen ihr Wissen auf.

    Entwicklung von Gruppen, Umgang mit Konflikten – Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen?

    Begrüßt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Thomas Castens, der im Niedersächsischen Kultusministerium das Referat für Gender und Schulpsychologie leitet. Die Psychologin Dr. Kirsten Schuchardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der KIK-Fortbildung, spricht in einem Vortrag über die Herausforderungen und Chancen des Sozialen Klassenmanagements und über die besondere Rolle von Klassenlehrkräften im schulischen Miteinander. Gerade in Zeiten großer Heterogenität ist die Schaffung eines positiven Klimas für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern unabdingbar.

    In 24 Workshops erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Kongresses die Möglichkeit, Inhalte der Fortbildung zu erproben und Erfahrungen an ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

    Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Workshops zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Dabei wurden die Lehrkräfte von schulpsychologischen Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde, die die Fortbildung durchführen, begleitet.

    Für die neu startenden Kolleginnen und Kollegen bietet der KIK-Kongress die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen, und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung zur Gestaltung des sozialen Miteinanders im Klassenzimmer zu bekommen.

    Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Durch diese Art der Wissensvermittlung und praktischen Erprobung erhalten die startenden Lehrkräfte einen ersten Einblick in die Inhalte der KIK-Fortbildung.

    Der KIK-Kongress ermöglicht erfahrenen KIK-Lehrkräften außerdem eine Vertiefung ihres Wissens sowie den kollegialen Austausch über die praktische Tätigkeit im Schulalltag.

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
    news-18389 Tue, 04 Feb 2020 07:12:00 +0100 Theologie: Forschung zum jüdisch-christlichen Dialog https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/theologie-forschung-zum-juedisch-christlichen-dialog/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Der Theologe hält nun einen Gastvortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin. Professor René Dausner hält einen Gastvortrag zum Thema „Zukunftsperspektiven von Nostra aetate. Zur Brisanz und Relevanz des jüdisch-christlichen Dialogs aus katholischer Sicht" in Berlin. Der Vortrag findet am Dienstag, 11. Februar 2020 an der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

    Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) öffnete sich die katholische Kirche den Diskursen der Moderne und leitete eine theologische Wendezeit ein, deren  Ausgang auch im 21. Jahrhundert noch keineswegs gewiss ist, sagt Professor Dausner. „Nostra aetate" gilt als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils.

    Einer der wesentlichen und bis heute nachhaltigsten Richtungsentscheide, der in Artikel 4 des Konzilsdokuments „Nostra aetate“ formuliert wurde, stellt die positive Würdigung und Wertschätzung des Judentums in der Geschichte und auch auch in unserer Zeit dar, so Dausner. „Für die nach-konziliare Theologie ergeben sich aus diesen Vorgaben des jüdisch-christlichen Dialogs zentrale Fragen, deren Bearbeitung einer jeden Generation immer wieder neu aufgegeben ist: Inwiefern ist diese Neubesinnung der katholischen Kirche im Verhältnis zum Judentum theologisch legitimiert? Welche Aufgaben und Herausforderungen stellen sich für Theologie und Kirche im Angesicht des Judentums heute? Auch 55 Jahre nach der Promulgation des Konzilstextes sind diese Fragen für die Theologie zentral und angesichts gesellschaftspolitischer Entwicklungen aktueller denn je.“

    René Dausner forscht und lehrt als Professor für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Seit 2016 ist Prof. Dausner Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der jüdisch-christliche Dialog zählt seit Jahren zu einem der zentralen Forschungsschwerpunkte von Professor René Dausner.

    Lesen Sie auch:
    Theologieprofessor René Dausner: Privataudienz beim Papst

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-18364 Thu, 30 Jan 2020 09:03:54 +0100 Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/welche-kompetenzen-benoetigen-unternehmen-und-organisationen-im-digitalen-wandel/ Das Zentrum für Digitalen Wandel startet die öffentliche Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“. Das Thema am 4. Februar 2020: Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Forschungszentrum der Universität Hildesheim einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe. Digitalisierungsprozesse sind allgegenwärtig und verändern stetig und fortschreitend unser Leben. Das Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim startet eine neue öffentliche Veranstaltungsreihe.

    Am Mittwoch, 4. Februar 2020, um 18:15 Uhr startet die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ in der Universitätsbibliothek am Hauptcampus (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit der Sozialpädagogin Prof. Dr. Inga Truschkat und dem Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt. Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Inga Truschkat und Ralf Knackstedt berichten aus ihren Forschungsprojekten.

    Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität und Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme ist kostenfrei.

    Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Hildesheimer Forschungszentrum einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe.

    Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ diskutiert fächerübergreifend aktuelle Themen aus den Digitalisierungskontexten, um veränderte Anforderungen, Potenziale und Herausforderungen identifizieren und ihnen begegnen zu können. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran besteht die Zeit, die Expertisen und Fragen des Publikums einzubeziehen – ob Beobachtungen in der beruflichen Praxis, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

    Flyer zur Eröffnung der KURZWEIL #1

    Kontakt bei Fragen:

    Dr. Bianca Burgfeld-Meise
    Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
    Tel.: 05121 883 90250
    E-Mail: burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18359 Thu, 23 Jan 2020 07:23:00 +0100 Onlinebefragung im Rahmen einer geplanten Masterarbeit zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/onlinebefragung-im-rahmen-einer-geplanten-masterarbeit-zum-thema-vergebung-in-paarbeziehungen/ Für eine Onlinebefragung zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ sucht die Universität Hildesheim Studienteilnehmer. Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben. [den Link zur Onlinebefragung finden Sie untenstehend.]

    „In einer Paarbeziehung werden im Idealfall grundlegende menschliche Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstwertgefühl erfüllt. Jedoch kommt es in einer romantischen Paarbeziehung nicht selten auch zu Verletzungen durch die Partnerin beziehungsweise den Partner, welche die Qualität und die Existenz dieser engen Beziehung gefährden können“, sagt Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk. Um eine erlebte Verletzung zu überwinden und die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, scheint Vergebung seitens der verletzten Person eine entscheidende Rolle zu spielen, sagt Janczyk.

    Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben.

    Im Rahmen ihres Masterstudiums in Psychologie an der Universität Hildesheim hat Stefania Klaudia Janczyk das Seminar „Paartherapie“ bei Prof. Dr. Christoph Kröger, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, besucht und ist so auf das Thema „Vergebung im Kontext von romantischen Paarbeziehungen“ gestoßen. In vielen Forschungsarbeiten zeigt sich, dass Vergebung im Kontext von Paarbeziehungen diverse positive Auswirkungen hat, sagt Janczyk.

    Die Masterstudentin startet nun eine Onlinebefragung, um Antworten auf die folgenden Fragen zu finden: Aus welchen Gründen vergeben Menschen in Paarbeziehungen? Und was folgt daraus aus psychologischer Sicht für die vergebende Person? Dabei versteht die Studentin in ihrer Onlinebefragung „Vergebung“ als „einen intrapersonalen Prozess, das heißt, ein Prozess, der innerhalb der vergebenden Person stattfindet, der die Transformation von Gedanken, Emotionen und Verhalten gegenüber der Partnerin beziehungsweise dem Partner von negativen zu positiveren Formen beinhaltet“.

    Teilnahme und Einschlusskriterien, um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können:

    Es können alle Personen an der Onlinebefragung teilnehmen, die:

    • mindestens 18 Jahre alt sind UND
    • sich aktuell in einer festen romantischen Partnerschaft befinden und schon länger als 6 Monate mit ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner zusammen sind UND
    • in den letzten 6 Monaten eine persönliche, unfaire und tiefgreifende Verletzung durch ihre Partnerin beziehungsweise ihren Partner erlitten haben (zum Beispiel hat die Partnerin bzw. der Partner etwas verheimlicht oder gelogen; ein Versprechen nicht eingehalten; sich respektlos verhalten; keine oder zu wenig Unterstützung geleistet; vor anderen Personen abwertend über die andere bzw. den anderen gesprochen; ist fremdgegangen; und vieles mehr …) UND
    • ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner bereits vergeben haben UND
    • die Einwilligungserklärung der Onlinebefragung verstanden haben und dieser zustimmen UND
    • die Datenschutzerklärung der Onlinebefragung gelesen haben und sich mit dieser einverstanden erklären.

    Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

    Weitere Hinweise zur Teilnahme:

    Um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können, müssen zwingend alle der genannten Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sein. Damit es sich um eine möglichst repräsentative Onlinebefragung handelt, können sehr gerne auch Personen teilnehmen, die nicht studieren.

    Die Teilnahme an der Onlinebefragung nimmt etwa 30 Minuten Zeit in Anspruch. Eine Teilnahme ist so lange möglich, bis insgesamt etwa 150 Personen an der Onlinebefragung teilgenommen haben.

    Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17107 Mon, 20 Jan 2020 07:46:00 +0100 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

    Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

    „Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

    Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

    Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Mathematik & Angewandte Informatik Einrichtungen Universitätsbibliothek Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18138 Fri, 10 Jan 2020 16:29:37 +0100 Internationale Konferenz und Wippermann-Lecture https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/internationa-52/ Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Ein Forschungsteam aus Sprachwissenschaft, Bildungssoziologie und Entwicklungspsychologie befasst sich mit Prozessen des Sprachlernens. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Hildesheim lädt zur internationalen Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ ein.

    „Wippermann Fellowship“

    Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum fünften Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“. Das Stipendium erhielt in diesem Jahr Professor Adam Winsler von der George Mason University, Virginia, USA. Im Rahmen der Tagung hält der Psychologe am 17. Januar 2020 die Wippermann-Lecture.

    Das Ehepaar Jutta und Prof. Dr. Burkhard Wippermann hat 2017 erstmals in Kooperation mit der Universität Hildesheim ein „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler gestiftet. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht.

    Interdisciplinary Symposium, 17.01.2020
    External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes

    Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten, der Bildungssoziologin Prof. Dr. Janna Teltemann und dem Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Werner Greve

    Sie richten die internationale Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ aus. Was ist eine zentrale Forschungsfrage, die Sie auf dem Kongress in Hildesheim mit Fachkollegen aus den USA, Großbritannien und Deutschland diskutieren?

    Bei dem Symposium geht es darum, wie verschiedene Disziplinen auf Lernprozesse schauen, insbesondere auf Prozesse des Sprachlernens, und darum, welche Rolle einzelne Faktoren dabei spielen. Wichtige Einflussbereiche sind im sozialen und schulischen Umfeld zu sehen, aber sie werden vermittelt über individuelle Prozesse – eben deswegen ist die interdisziplinäre Perspektive so wichtig.

    Sie halten Vorträge über das Zusammenspiel von kognitiven und sprachlichen Faktoren. Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Was sind Forschungsergebnisse aus Ihren Studien, welche Sie auf dem Kongress vorstellen?

    An den Grundschulen im Umfeld von Hildesheim und Hannover finden wir zum Beispiel, dass die Qualität des Unterrichts den Fremdsprachenerwerb vorhersagt: Je bedeutungsvoller die Inhalte und je stimulierender die Aktivitäten, desto besser die Sprachentwicklung. Die frühe Interaktion im Elternhaus zeigt einen Zusammenhang mit dem Arbeitsgedächtnis der Kinder, wie auch der soziale Status im Allgemeinen. Allerdings finden wir auch Hinweise darauf, dass sich bei gutem, stimulierenden Unterricht der negative Zusammenhang zwischen sozialem Status und kognitiver Kompetenz abschwächt.

    Sie befassen sich in der Forschung mit der Frage, welche Faktoren Lernprozesse im Allgemeinen und den Zweitspracherwerb im Besonderen beeinflussen und welche Variablen beeinflussbar sind, welche sind dies zum Beispiel?

    Letztlich hängen kognitive und sprachliche Prozesse sehr eng zusammen. Alle Faktoren, die die kindliche Entwicklung stimulieren, spielen dabei eine Rolle. Sehr wichtig sind in diesem Zusammenhang das Elternhaus, vor allem die Interaktion von Eltern mit ihren Kindern, besonders in den ersten Jahren, in denen sich das Gehirn stark entwickelt. Die Qualität des Schulunterrichts ist ein anderer wichtiger Aspekt. Auch die Unterschiede zwischen Kindern sind von Bedeutung: so besteht ein starker Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gedächtnisfähigkeiten eines Kindes, seinen Verhaltensbereitschaften wie Angst oder Kommunikationsbereitschaft auf der einen Seite und Sprache oder Schulleistungen auf der anderen.

    Im Rahmen der Konferenz spricht der Psychologe Dr. Adam Winsler von der George Mason University in Virginia, USA über zweisprachig aufwachsende Kinder und Jugendliche in Miami. Der Wissenschaftler zeigt anhand einer groß angelegten Längsschnittstudie, in der Kinder ab dem 4. Lebensjahr bis zum Abitur begleitet wurden, welche Faktoren den Spracherwerb beeinflussen. Analysen zeigten, dass spanischsprachige Kinder im Vorschulalter mit mehr Eigeninitiative, Selbstbeherrschung und weniger Verhaltensproblemen im Alter von 4 Jahren erfolgreicher Englischkenntnisse am Ende des Kindergartens erlangten als diejenigen, die anfangs in diesen Fertigkeiten schwächere Startvoraussetzungen mitbringen. Adam Winsler ist zum Forschungsaufenthalt im Rahmen des Wippermann-Fellowship an der Universität Hildesheim. Was ermöglicht das Wippermann-Fellowship, mit welchen Forschungsfragen befasst sich der Gastwissenschaftler in Hildesheim? Wie arbeiten Sie zusammen, was ermöglicht das Wippermann-Fellowship?

    Die Idee des Wippermann-Fellowships ist es, über kurze Kontakte, etwa auf einer Tagung, per Email oder Skype, hinauszukommen, und in ruhiger Atmosphäre über den Zeitraum einiger Wochen zusammenzuarbeiten, also nicht nur einander Befunde vorzustellen, sondern methodische oder theoretische Fragen und Schwierigkeiten, vielleicht auch Differenzen zu diskutieren. Die Arbeiten von Adam Winsler sind einerseits im Zugang in Vielem ähnlich und deswegen hochinteressant für die sprachwissenschaftlichen Projekte (Kersten), haben aber wegen der Berücksichtigung der sozialen Bedingungen der von ihm untersuchten Kinder auch eine hohe Anschlussfähigkeit an den soziologischen Blick auf Bildungsprozesse (Teltemann). Zugleich ist Winsler disziplinär Entwicklungspsychologe, beachtet also gerade auch individuelle Entwicklungsbedingungen und -prozesse. Eben deswegen war er für ein interdisziplinäres Gespräch so besonders attraktiv. Das ist auch der Ansatz für das Symposium, dass wir aus Anlass seines Fellowships hier organisiert haben.

    Die Fragen des Symposiums untersuchen Sie in interdisziplinären Forschungsteams. Welche Erkenntnisse können Sie aufgrund dieser interdisziplinären Zusammenarbeit gewinnen?

    Wir sind uns sehr einig darin, dass Bedingungen auf verschiedenen konzeptuellen Ebenen bei der Entwicklung der Sprachkompetenzen oder anderer kognitiver Fähigkeiten in komplexer Weise zusammenwirken: Es ist unerlässlich, individuelle Aspekte (zum Beispiel das Arbeitsgedächtnis), Aspektes des unmittelbaren Umfeldes (etwa Diskussionen mit den Eltern), aber auch allgemeine soziale Randbedingungen (zum Beispiel die Verfügbarkeit von materiellen Ressourcen) zu berücksichtigen. Was häufig weniger beachtet und diskutiert wird, ist die Art und Weise, wie man Zusammenspiel dieser Faktoren, die ja auf verschiedenen theoretischen und empirischen Ebenen liegen (das Arbeitsgedächtnis ist ein Aspekt, der nur das individuelle Kind betrifft, das Elternhaus auch seine Geschwister, der Unterricht alle Kinder in der Klasse etc.), gedacht werden kann. Hier gibt es eine Reihe methodischer und theoretischer Schwierigkeiten, die aus unserer Sicht sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Genau diese Diskussion ist eine Absicht des Symposions.

    Gerade weil diese Faktoren aus sozialer, psychologischer und sprachwissenschaftlicher Sicht eng miteinander zusammenhängen, können wir in den verschiedenen Disziplinen stark voneinander profitieren. Das gilt für die empirischen Befunde – also die Forschungsergebnisse zu den Zusammenhängen in den einzelnen Bereichen – genauso wie für methodische Ansätze. In diesem Sinne haben wir auch schon in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet.

    Wie blickt die Bildungssoziologie auf diese Fragestellungen?

    Die Bildungssoziologie greift insbesondere auf, was Lernergebnisse für Folgen für individuelle Lebensgestaltung und Teilhabechancen haben, also etwa inwieweit sie zu Bildungsabschlüssen führen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt gestalten. Die Bildungssoziologie zeigt auch, inwieweit Kompetenzen und Bildungsabschlüsse mit anderen Bereichen der Lebensführung, von politischem Interesse über Vertrauen in Mitmenschen und Lebenszufriedenheit, zusammenhängen. Schließlich gilt das Interesse der Bildungssoziologie vor allem den weiteren Rahmenbedingungen, in die die Lernprozesse eingebunden sind: die Institutionen des Bildungssystems, die zum Beispiel die Qualifikation des Lehrpersonals und die Organisation der Schulen und des Unterrichts vorgeben, aber auch die gesellschaftlichen Grundlagen, ihre Demographie und Ungleichheit etwa.

    Programm und Abstracts des interdisziplinären Symposiums

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 3 Englische Sprache Pressemeldungen
    news-17978 Mon, 16 Dec 2019 10:06:00 +0100 Professorin für Gender und Bildungskulturen: Britta Hoffarth https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professorin-fuer-gender-und-bildungskulturen-britta-hoffarth/ Professorin Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung. Während einer internationalen Tagung im Januar 2020 debattieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen. Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth forscht und lehrt als Professorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Internationale Tagung zu Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen

    Im Januar 2020 lädt Professorin Britta Hoffarth zur dritten, diesmal internationalen Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung nach Hildesheim ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts, debattieren über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen.

    Die Vorträge befassen sich zum Beispiel mit den Themen „Eine gute Mutter sollst du sein! Zur Vergeschlechtlichung von Handlungsanweisungen in Gesundheitsratgebern“, „Gender und sexuelle Identität im Spannungsfeld extrem rechter und rechtspopulistischer Ideologien“, „Aufführungen von Geschlechtlichkeit in (post-)digitalen Jugendkulturen“ und „Jungenliteratur als Medium einer ge-schlechtsspezifischen Sozialisation“. Die Konferenz „Feministische Perspektiven auf Medien“ ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

    Program und Anmeldung zur Konferenz

    Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen: Prof. Dr. Britta Hoffarth

    Prof. Dr. Britta Hoffarth forscht und lehrt als Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, der Universität Hildesheim. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Professorin  gehören Geschlecht, Medien und Körper. Aktuell stehen die Untersuchung von Hate Speech in digitalen Medien im Mittelpunkt ihres Forschungsinteresses. Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim, in dem Inhalte der Geschlechterforschung (ZfG) der Universität gebündelt und national und international vernetzt werden.

    Britta Hoffarth wurde 1975 im sauerländischen Arnsberg geboren und studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld. Sie promovierte mit einer Arbeit über „Performativität als medienpädagogische Perspektive“. Hoffarth arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld mit den Schwerpunkten Kulturarbeit und Soziale Arbeit, war Gastdozentin der School of Education der University of Sheffield in Großbritannien, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs „Bildungstheorie und kulturwissenschaftliche Bildungsforschung“ der Universität Halle/Wittenberg und Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Frankfurt. Sie vertrat die Professur für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Migrationspädagogik und Kulturarbeit der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld.

    2017 folgte die Habilitation an der Universität Frankfurt mit der Arbeit „Profane Praktiken. Dekorative Körpertechniken in der weiblichen Adoleszenz unter bildungstheoretischer Perspektive“.

    Warum sie sich für Hildesheim entschieden hat, begründet die Professorin so: „Hildesheim bietet einen gut vernetzten Schwerpunkt transdisziplinärer Geschlechterforschung, in dem Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geleistet wird.“

    Im Wintersemester lehrt Professorin Britta Hoffarth zum Beispiel zentrale Begriffe und Problemstellungen der Erziehungswissenschaft in der Vorlesung „Einführung in die Erziehungswissenschaft“. Außerdem veranstaltet sie gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro sowie Kolleginnen aus dem Institut Erziehungswissenschaft und dem Institut Sozial- und Organisationspädagogik die öffentliche Ringvorlesung „Digitalität, Geschlecht und Macht“. Digitale Technologien und neue Medien durchdringen zunehmend den gesamten Alltag – mit weitreichenden Veränderungsprozessen in allen Lebensbereichen. Geschlecht wird dabei kaum als ein wichtiger Faktor in der Erforschung von Digitalisierungsprozessen berücksichtigt. In der Ringvorlesung „Digitalität, Gender und Macht“ werden Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Warum  werden Dienstleistungs- und Pflegeroboter mit weiblichen und Sicherheitsroboter mit männlichen Attributen ausgestattet? Welche sozialen Konsequenzen hat die Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Verschiebungen ergeben sich für das Verständnis von Öffentlichkeit?

    Antrittsvorlesung

    Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth hält am Mittwoch, 11. Dezember 2019, ihre Antrittsvorlesung. Die Professorin für Gender und Bildungskulturen spricht über das „Anders Werden“ und gibt Einblicke in ihre Forschung an der Universität Hildesheim. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Anders Werden“ beginnt um 18:00 Uhr im Musiksaal (Gebäude K) am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

    „Die Vorlesung widmet sich einem Nachdenken über das ‚Anders Werden‘. Damit sind zwei grundlegende erziehungswissenschaftliche Problemstellungen angedeutet: Erstens die des Werdens als individuelle wie auch gesellschaftliche Facette des Heranwachsens, des sozialen Wandels, der Veränderung und zweitens die Facette von Andersheit als Differenz, die für die Annahme von Transformationen bedeutsam ist und ebenso ein Moment sozialer Machtverhältnisse kennzeichnet“, sagt Britta Hoffarth.

    ]]>
    Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17999 Wed, 11 Dec 2019 14:46:00 +0100 Sozialpsychologie: Psychologieprofessor Andreas Mojzisch in DFG-Fachkollegium gewählt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sozialpsychologie-psychologieprofessor-andreas-mojzisch-in-dfg-fachkollegium-gewaehlt/ Professor Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie wurde in das DFG-Fachkollegium Psychologie, Fach „Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie“, gewählt. In dem Gremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird der Hildesheimer Professor von 2020 bis 2023 mitwirken. Die insgesamt 49 Fachkollegien der DFG bestehen aus Forscherinnen und Forschern aus dem deutschen Wissenschaftssystem, die ihre Arbeit entweder in Sitzungen oder in einem schriftlichen Verfahren wahrnehmen. Die Fachkollegien bewerten die Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben. An der diesjährigen DFG-Fachkollegienwahl konnten rund 150 000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Insgesamt haben rund 53 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Wahl teilgenommen und ihre bis zu sechs Stimmen elektronisch auf 1659 Kandidierende verteilt. 

    Durch ihr Urteil gewährleisten die DFG-Fachkollegien die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Andreas Mojzisch ist der einzige Wissenschaftler aus Hildesheim, der in dieser Periode im DFG-Fachkollegium mitwirkt.

    Sozialpsychologie in Hildesheim

    Andreas Mojzisch forscht und lehrt seit 2011 als Professor für Sozialpsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Seine Froschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gruppenentscheidungen und Gruppenurteile, Arbeit und Gesundheit, soziale Identität und Stress sowie Social Neuroscience.

    In der Hildesheimer Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die sozialen Aspekte von Urteils- und Entscheidungsprozessen und wie Menschen unter verschiedenen sozialen Rahmenbedingungen in Gruppen diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. Darüber hinaus untersucht die Arbeitsgruppe zum Beispiel, wie ein Gemeinschaftsgefühl in belastenden Situationen als Stresspuffer helfen kann.

    Derzeit leitet Mojzisch unter anderem das DFG-Forschungsprojekt „Sozialer Einfluss und perzeptuelle Entscheidungen“, gemeinsam mit Markus Germar, sowie das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderte Projekt „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“.

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen
    news-17942 Tue, 10 Dec 2019 09:21:00 +0100 Gleichstellungszukunftskonzept der Uni Hildesheim positiv evaluiert https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/gleichstellungszukunftskonzept-der-uni-hildesheim-positiv-evaluiert/ Im Professorinnenprogramm von Bund und Ländern wurde das Zukunftskonzept der Universität Hildesheim positiv evaluiert. Ein Ziel der Universität ist es, den Frauenanteil an Professorinnen zu erhöhen. Die Universität Hildesheim gehört zu den Hochschulen, deren Gleichstellungszukunftskonzept positiv evaluiert wurde. 15 niedersächsische Hochschulen, die sich mit ihren Zukunftskonzepten zur Gleichstellung um eine Förderung in der dritten Phase des Bund-Länder-Professorinnenprogramms beworben hatten, wurden in den ersten beiden Runden durch ein externes wissenschaftliches Expertinnen- und Expertengremium positiv bewertet. Bundesweit hatten sich 182 Hochschulen beworben, davon waren 139, also 76,4 Prozent, erfolgreich. „In Niedersachsen forschen und lehren herausragende Wissenschaftlerinnen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die ausgezeichneten Hochschulen – darunter die Universität Hildesheim – zeigen, „dass es sich lohnt, gemeinsam chancengerechte Strukturen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsbetrieb zu entwickeln“.

    Die Universität Hildesheim musste in dem bundesweiten Wettbewerb belegen, dass ergriffene Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. Im Zukunftskonzept heißt es: Auf Ebene der Personalstruktur hat die Universität sich zum Ziel gesetzt, langfristig auf allen Qualifikationsstufen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Um dies zu realisieren, gilt es kurz- und mittelfristig, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, den Frauenanteil an Nachwuchswissenschaftler_innen zu steigern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern (Themen sind diesbezüglich: Teilzeitarbeit, Befristung von Arbeitsverträgen, Höhe des Lehrdeputats) sowie Geschlechterstereotype abzubauen, um sich ausgeglichenen Frauen- und Männeranteilen in den einzelnen Studiengängen anzunähern.

    „In die Entwicklung des Gleichstellungszukunftskonzeptes haben zahlreiche  Mitglieder der Universität viel Arbeit investiert. Viele haben sich mit großem Engagement beteiligt und so zu dem Erfolg beigetragen“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim.

    Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln

    Die Universität Hildesheim hat nun die Möglichkeit, für bis Ende 2020 neu berufene Professorinnen eine anteilige Finanzierung in Höhe von bis zu 123.000 Euro pro Professorin jährlich für fünf Jahre zu erhalten (insgesamt 1 230 000 Euro). Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität wiederum Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.

    „Jetzt haben wir die Chance, zwei Regelprofessuren geltend zu machen. Wir müssen nun Professorinnen in Bewerbungsverfahren berufen, um vom Bund eine 50%-Ko-Finanzierung zu erhalten. Mit den frei werdenden Mitteln sowie zusätzlichen Mitteln des Landes sollen bereits etablierte Personalentwicklungsmaßnahmen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses fortgesetzt und neue Maßnahmen auch zum Themenfeld Digitalisierung initiiert werden. Wir möchten zum Beispiel auch das ProKarriere-Mentoring für Studentinnen und Absolventinnen fortführen, um sie in ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten und zu einer wissenschaftlichen Karriere ermutigen“, so Silvia Lange.

    Auch in den vorigen Phasen des Professorinnenprogramms war die Universität Hildesheim erfolgreich

    Bereits in den beiden vorangegangen Phasen des Professorinnenprogramms 2007 bis 2012 sowie 2012 bis 2017 war die Universität Hildesheim erfolgreich mit zunächst zwei und dann drei Professuren.

    Aktuell (Stand 01.12.2017) sind an niedersächsischen Hochschulen 25,8 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt (bundesweit: 24,1 Prozent). Der Frauenanteil an den Professuren an der Universität Hildesheim ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich von 32% 2007 auf 41% Ende 2018 erhöht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
    news-17927 Sun, 01 Dec 2019 09:35:00 +0100 Eröffnung des Graduiertenzentrums und Promotionsfeier https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/eroeffnung-des-graduiertenzentrums-und-promotionsfeier/ In dieser Woche hat die Universität Hildesheim das neue Graduiertenzentrum eröffnet. Das Graduiertenzentrum unterstützt die Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Universität Hildesheim durch ein breites Spektrum an Angeboten zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung. Zudem wurden während der Promotionsfeier 60 Personen, die ihre Promotion seit Herbst 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, feierlich gewürdigt. Die Angebote des Graduiertenzentrums zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung sind überfachlich ausgerichtet und orientieren sich an den Bedarfen der Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

    Die fächerübergreifende Serviceeinrichtung stellt unter anderem Informationen bereit, fördert den Austausch und macht Qualifizierungsangebote zu Themen wie zum Beispiel „Publikationsstrategien“, „Forschungsdatenmanagement“ oder „Forschungsethik und Forschungs-verantwortung“.

    „Das Graduiertenzentrum ist Teil der Minerva-Entwicklungsplanung der Universität. Wir freuen uns, dass wir mit dem Festakt unsere Arbeit aufnehmen können. Die Geschäftstelle des Zentrums wird Dr. Svea Korff inne haben. Das Zentrum sollte zum Ort und zur Plattform für die verschiedenen Gruppen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden. Mit dem Thema des Eröffnungsvortrages, der die vielfältigen Wege in die Wissenschaft fokussiert, wird auch an das Leithema „Diversität“ der Universität angeknüpft“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

    Anlässlich der Eröffnung des Graduiertenzentrums dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der Vizepräsidentin für ihren Einsatz. „Professorin Baader hat die Frage, wie wir mit der Graduiertenförderung umgehen, früh auf die Agenda ihrer Vizepräsidentschaft gesetzt. Das Graduiertenzentrum ist ein Bestandteil unserer Entwicklungsplanung. Diejenigen, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen, möchte ich ermuntern, an diesem Projekt der Universität teilzunehmen.“

    Den Festvortrag während der Feierstunde hielt Dr. Anja Franz vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg zum Thema „Viele Wege führen zum Ziel: Qualifizierung in und für die Wissenschaft“. Der Doktortitel ist beliebt in Deutschland, nirgendwo sonst außer in den USA werden mehr Doktortitel vergeben. Die Wissenschaftlerin sprach unter anderem über kritische Ereignisse in der Promotionszeit. Man muss nicht glauben, dass das alles reibungslos verläuft, die Schwierigkeiten reichen von Bearbeitungsproblemen über die Strukturierung – wie schaffe ich es, die Promotion in meinen Arbeitsprozess zu integrieren? – bis zu Betreuungsproblemen, so Franz. Sie machte zudem deutlich, dass auf dem Weg zur Professur „der Flaschenhals dünner wird“.

    Der Erziehungswissenschaftler Jonas Ringler  sprach über die „Perspektive der Promovierenden“ und die spezifischen Herausforderungen in der Promotionsphase. Er ist Mitglied der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Ein Beirat aus externen und internen Mitgliedern begleitet die Arbeit des Graduiertenzentrums. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation.

    Ihre Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums: Dr. Svea Korff 

    Wer Fragen zum Graduiertenzentrum hat, erreicht Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums. Dr. Svea Korff hat sich in Ihrer Doktorarbeit mit „Abbruchgedanken von strukturiert Promovierenden“ befasst, sie ist zudem Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim.

    Broschüre „Perspektive Promotion“ enthält Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim

    Zur Eröffnung des Zentrums erschien auch eine Broschüre „Perspektive Promotion“, die Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim enthält und bei Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) oder Markus Weißhaupt (markus.weisshaupt@uni-hildesheim.de) zu erhalten ist.

    Weitere Informationen über das Graduiertenzentrum

    Promotionsfeier: 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahr ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt

    Am gleichen Tag kamen etwa 110 Ehrengäste und Gäste während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim  zusammen. 60 Personen, die ihre Promotion zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt. Gleichzeitig geht ein herzlicher Dank an die Professorinnen und Professoren, die die Promotionen mit viel Engagement begleitet haben.

    In diesem Jahr richtete das Dekanat des Fachbereichs 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ die fachbereichsübergreifednde Promotionsfeier aus. Den Festvortrag hielt der renommierte Kognitionswissenschaftler und Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Prinz, der bis zu seiner Emeritierung Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig war. Er sprach zum Thema „Bewusstsein erklären – wie geht das?“.

    „Eine Promotion ist immer ein Highlight an einer Universität. Im Rahmen von Promotionen leisten die jungen Kolleginnen und Kollegen maßgebliche Beiträge zur Forschung in ihrem Fach. Eine Promotion stellt die Grundlage für eine wissenschaftliche Karriere dar. Auch außerhalb der Wissenschaft demonstriert ein Doktortitel, dass sich die betroffene Person intensiv mit einem Forschungsgegenstand auseinandergesetzt hat und hervorragend qualifiziert ist. Wir freuen uns über jeden, der die Phase der Promotion erfolgreich zu Ende gebracht hat und gratulieren im Namen der Universität“, sagt Professor Christina Bermeitinger, Dekan des Fachbereichs 1.

    „An dieser Stelle danke ich allen sehr herzlich, die unsere jetzt Promovierten begleitet haben, die sie wissenschaftlich inspiriert,motiviert, unterstützt und betreut haben; Dank geht auch an diejenigen, die mit den Prozessen der Promotionen hier an der Universität zu tun hatten und von dieser Seite aus – in den Dekanaten, den Promotionsausschüssen und eventuell an weiteren Stellen – Begleitung waren; und Dank geht an diejenigen, die Rückhalt gegeben haben, in welcher Form auch immer, und Forschung dadurch ermöglicht wurde“, so Prof. Christina Bermeitinger.

    Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen wurde in den Doktorarbeiten bearbeitet zum Beispiel:

    • „Konstruktion, Normierung und Validierung eines allgemeinen Entwicklungstests für Kinder unter 3 Jahren“
    • „Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen
    • „Gott und die Welt in Szene gesetzt. Idiote de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues“
    • „Prozessorientierte Visualisierung im Patent-Retrieval“
    • „Case-Factories: Maintenance Cockpit for distributed Case-baised Reasoning Systems“
    • „Developing Suastainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Apporaches and Software Support“
    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17936 Wed, 27 Nov 2019 09:33:01 +0100 Interview mit Professor Wolf Schünemann über Hassrede im Internet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/interview-mit-professor-wolf-schuenemann-ueber-hassrede-im-internet/ Prof. Dr. Wolf Schünemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Wissenschaftler Einblicke in seine aktuelle Forschung. NDR Fernsehen, 24.11.2019
    Hass gegen Politiker: Viele Abgeordnete betroffen
    Gespräch mit Prof. Dr. Wolf Schünemann, Universität Hildesheim

    Herr Professor Schünemann, in den letzten zwei Jahren haben Sie sich in einem Forschungsverbund mit der online geführten politischen Kommunikation auseinandergesetzt. Sie haben Facebook-Daten aus dem Bundestagswahlkampf 2017 analysiert. Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell?

    Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mehrerer Fachdisziplinen befasse ich mich nun in dem EU-Projekt „DeTACT“ mit der Detektion und möglichen Bekämpfung von Hassrede im Internet.

    Wer ist an diesem Projekt beteiligt?

    Die Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki hat maßgeblich die Partnerschaft zu den Computerlinguisten der Universität Antwerpen aufgebaut. Gleichzeitig ist die Computerlinguistik hier in Hildesheim beteiligt, Professor Ulrich Heid und Johannes Schäfer. Und von der politikwissenschaftlichen Seite sind Stefan Steiger und ich beteiligt.

    Was genau untersuchen Sie in dem EU-Projekt? Wie blickt die Politikwissenschaft auf Hasskommentare, auf diese Entwicklung in unserer Gesellschaft?

    Zunächst interessiert uns der politische Gegenstand: Bei Hasskommentaren, die sich gegen Politikerinnen und Politiker richten, haben wir einen besonderen Gegenstand zu fassen, der weitere Grenzen des Sagbaren zulässt als im privaten Bereich. Die Politikerinnen und Politiker bewegen sich als Personen öffentlichen Lebens in einem politischen Kampf. Da werden zum Teil aggressivere Statements gebracht, als wir sie gewohnt sind. Es werden Anfeindungen und Beleidigungen sichtbar, die von dem parteipolitischen Konflikt dann auch auf die Person abstrahlen. Die PolitikerInnen müssen sich also generell mehr gefallen lassen. Wir blicken in dem EU-Projekt auf diese politische Kommunikation. Da Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook untereinander diskutieren, mag da sehr viel andere Hassrede auffällig werden, dieser Herausforderung wollen wir in dem Projekt begegnen. Im Rahmen des EU-Projekts sollen Personen geschult werden, die bereit sind, in solchen Online-Foren aufzustehen und zu sagen: Das überschreitet eine Grenze, diese Hassrede geht zu weit, und eine Gegenrede entwickeln. Als Politikwissenschaftler sind wir an der Vorbereitung dieser Schulungsmaterialien beteiligt: Was ist eigentlich die politische Rede? Was ist schädliche Sprache im politischem Diskurs? Und wie sind die gesetzlichen Regelungen, was ist in Deutschland verboten und was ist in anderen Ländern verboten? Insgesamt betrachten wir sechs Länder der Europäischen Union – die Niederlande, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, Deutschland und Belgien – in einer vergleichenden Analyse dessen, was an Internetinhalten erlaubt ist und was nicht.

    Wie ist der Hass gegenüber Politikerinnen und Politikern zu erklären?

    Jedenfalls nicht durch das Netz. Das wäre zu einfach, die Verantwortung an dieser Entwicklung bei strukturellen Veränderungen politischer Kommunikation zu suchen. Ohne eine über lange Zeit angewachsene, undifferenzierte Politik- und Politikerverdrossenheit wäre der Hass aus meiner Sicht nicht zu erklären. Durch die direktere Netzkommunikation gehen die PolitikerInnen diesbezüglich ein höheres Risiko ein. Und der Hass wird für ein größeres Publikum sichtbar.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt:

    Data Science Lab

    Das Data Science Lab ist ein Labor für datenwissenschaftliche Studien an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bearbeiten hier große Datenbestände digitaler Kommunikation (Metadaten und Inhaltsdaten). Das Labor am Uni-Hauptcampus kann für Forschungsprojekte, Workshops und die Lehre in Kleingruppen eingesetzt werden. Es steht Forschenden des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften und weiteren Fachdisziplinen nach Absprache und Anmeldung offen. Ansprechpartner sind Prof Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) und Stefan Steiger (stefan.steiger@uni-hildesheim.de).

    „Wir analysieren hier große Datenmengen, man kann etwa bei der Auswertung von Kommunikation auf Facebook qualitativ einiges lesen, aber man kann nicht alles lesen. Wenn man große Datenbestände hat, in unserem Projekt zum Bundestagswahlkampf waren das 2,9 Millionen Beiträge, dann ist es nicht mehr möglich, das alles zu lesen. Dann helfen uns die Computer dabei, die Daten korpuslinguistisch aufzubereiten und trotzdem einen qualitativen Eindruck der Debattenlage zu bekommen. Bei der strukturierten Analyse großer Datenbestände helfen uns diese rechnergestützten Verfahren enorm“, sagt Stefan Steiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Data Science Lab.

    In dem EU-Projekt analysiert der Politikwissenschaftler die Regulationsbestrebungen für die Online-Kommunikation in sechs Mitgliedstaaten und was diese zur Bekämpfung von Hassrede im Netz legislativ verabschiedet haben, um dann auch die „Upstanders“, die Menschen, die in dem EU-Projekt geschult werden, um Hassrede aktiv zu begegnen, zu informieren. Die technische Aufbereitung der Daten im DeTACT-Projekt erfolgt in Antwerpen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-17933 Tue, 26 Nov 2019 11:19:24 +0100 Weihnachtsvorlesung von Professorin Maren Bienert: „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/weihnachtsvorlesung-von-professorin-maren-bienert-humbug-von-den-geistern-der-weihnacht/ Die Theologin Professorin Maren Bienert spricht in der Weihnachtsvorlesung der Universität Hildesheim am Mittwoch, 4. Dezember 2019, über die „Geister der Weihnacht“. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Professorin lädt zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. In der Vorlesung lädt die Theologin zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. Im Mittelpunkt steht dabei das Nachdenken über die Fragen, wie die weihnachtliche Botschaft aufgenommen wurde und wird und wie damit Wesen und Verwandlung des Menschen angesprochen werden, wie zum Beispiel bei Charles Dickens‘ kaltherzigem Ebenezer Scrooge, der Weihnachten zunächst für ausgemachten „Humbug“ hält.

    Der Vortrag von Prof. Dr. Maren Bienert zum Thema „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ beginnt am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18:00 Uhr in der Aula im Hohes Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

    Maren Bienert forscht und lehrt seit 2014 in Hildesheim. In ihren Seminaren und Vorlesungen vermittelt die Professorin für Evangelische Theologie vor allem Grundlagen der Dogmatik, Ethik und Theologiegeschichte. Dazu gehören Themen wie Schrifttheologie, sozialphilosophische Grundfragen (etwa: „Was ist das eigentlich, das schöne Leben?“), Debatten um die Themen Ehe, Familie und Sexualität oder Fragen wie „Was ist Freiheit?“. In ihrer Forschung widmet sie sich unter anderem den Auferstehungsdeutungen der lutherischen Theologie im Kontext der beiden Weltkriege.

    Im Anschluss an den Vortrag findet eine Buchpräsentation des Universitätsverlags („Nachdenken über Spiritualität. Warten - Entscheiden – Suchen", herausgegeben von Prof. Dr. Werner Greve und Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) sowie ein kleiner Empfang der Universitätsgesellschaft Hildesheim statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim bittet indes um Spenden für das „Weihnachtsstipendium“, einer Variante des Deutschlandstipendiums mit dem gute Studierende unterstützt werden, die unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen ihr Studium bestreiten müssen.

    Bei Fragen kann man sich an Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraising wenden (Telefon 05121 883 90130, E-Mail markus.langer@uni-hildesheim.de).

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-17943 Tue, 26 Nov 2019 08:53:00 +0100 Tagung: Menschliche Freiheit und Erbsündenlehre https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/tagung-menschliche-freiheit-und-erbsuendenlehre/ „Erlösung“, „Rettung“ und „Befreiung“ sind wichtige Begriffe in der christlichen Religion. Dabei stellt sich die Frage, ob denn alle Menschen erlöst, gerettet oder befreit werden müssen? Darauf versucht die auf Augustinus zurückgehende „Erbsündenlehre“ eine Antwort zu geben, mit der sich eine internationale Tagung beschäftigt hat. Die Konferenz wurde vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim und vom Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ausgerichtet. Veranstalter der Tagung waren Prof. Dr. René Dausner (Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt). Die Ausrichtung der Tagung förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

    Die Erbsündenlehre wurde auf dem Konzil von Trient im Ur-/Erbsündendekret (17.6.1546) dogmatisiert und steht im Zentrum der christlichen Erlösungslehre. „Allerdings hat sich das Erbsündenkonstrukt in der Geschichte der Kirche mitunter äußerst verhängnisvoll ausgewirkt, vom Zwang der Kindertaufe bis hin zu einer extrem verkrampften Einstellung zur Sexualität, wurde doch im Zeugungsakt lange Zeit die Vererbung der sogenannten ,Erbsünde‘ verortet“, erklärt Böttigheimer. Vor dem Hintergrund des heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes sei eine solche biologistische Lehre nicht mehr haltbar, ebenso wenig wie der im Deutschen verwendete Begriff der „Erbsünde“. In anderen Sprachen sei darum auch von einer Original- oder Ursünde die Rede.

    Problematisch ist aber nicht nur die Begrifflichkeit oder die geschichtliche Wirkung der Erbsündenlehre, vielmehr wurde auf der Tagung zunächst auf die Widersprüchlichkeiten, die dem Erbsündenkonstrukt selbst innewohnen, hingewiesen. Wenn die Vorstellung von Sünde immer schon Freiheit voraussetzt, wie kann dann ein Mensch für eine Sündentat eines anderen Menschen verantwortlich gemacht werden? Diese Grundproblematik führt zu einer weitgehenden Unverständlichkeit der Lehre von einer Originalsünde. In den einzelnen Vorträgen wurde daher wiederholt hervorgehoben, dass die Lehre von einer Ursünde in Spannung stehe zu einem aufgeklärten Freiheitsverständnis, zumal wenn dieses vom Gedanken der Autonomie geleitet wird. Vor diesem Hintergrund stand die Frage im Raum, ob diese Lehre gänzlich aufzugeben sei oder wie sie andernfalls so zu verändern wäre, dass sowohl ihrer Widersprüchlichkeit als auch Unverständlichkeit überwunden werden kann. Dies führte zu einem intensiven Austausch über das theologische Verständnis menschlicher Freiheit.

    Für die Verstehbarkeit der Lehre von der Original-/Ursünde wurde in einer globalisierten Welt der im 20. Jahrhundert aufgekommene Begriff der „strukturellen Sünde“ herausgearbeitet. Dieser Begriff stammt aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und markiert die Dominanz von Herrschafts- und Unrechtssystemen, in die der einzelne Mensch hineingeboren wird. Das, was mit der Ur-/Originalsünde angesprochen wird, nämlich, dass alle Menschen sündigen und schuldig werden, führt dazu, dass sich kein Mensch über einen anderen erheben darf. Diese egalisierende Wirkung der Lehre von der Original-/Ursünde wurde auf der Tagung mehrfach betont.

    „Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darin, dass eine sündenfixierte Erlösungslehre, wie sie in der Vergangenheit vorherrschte, nicht länger aufrechterhalten werden kann und darf; als konkrete Lösungsmöglichkeiten wurde etwa vorgeschlagen, in der Verkündigung nicht länger die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen zu betonen, sondern eher von einer sehr viel umfassenderen Heilsbedürftigkeit des Menschen auszugehen“, schildert Böttigheimer. Dadurch werde deutlich, dass der Mensch auf Sehnsucht nach Heil ausgerichtet sei und des „Ganzseinkönnens“ bedürfe.

    Die einzelnen Vorträge werden nun für eine Veröffentlichung weiter ausgearbeitet. Indes habe sich schon auf der Tagung gezeigt, dass die gegenwärtige Kirchenkrise letztlich von einer Krise ihres Glaubens herrühre: „Angesichts der Folgen europäischer Aufklärung sowie der Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften ist die entscheidende Frage nicht das Wie des Glaubens, sondern das Was. Bestimmte Glaubensinhalte werden heute zunehmend problematisch, was innerhalb der Kirche bislang allerdings kaum, wenn überhaupt, angesprochen wird“, so Böttigheimer.

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-17888 Mon, 18 Nov 2019 10:16:41 +0100 Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/empfehlungen-fuer-mehr-beteiligung-der-jungen-generation-auf-bundesebene/ Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen erarbeitet, wie junge Menschen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer – Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums – weist darauf hin, dass gegenwärtig politische Beratungsprozesse auf Bundesebene in vielen Ressorts weitgehend ohne die junge Generation stattfinden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

    Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit diesem Jahr Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen.

    Das Bundesjugendkuratoriums hat jetzt Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation in der Politikberatung auf Bundesebene erarbeitet.

    Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden?

    Junge Menschen fordern gegenwärtig, wie sich beispielsweise mit den Protesten für mehr Umwelt- und Klimaschutz („Fridays for Future“) zeigt, die Politik heraus. Sie machen ihr Wissen deutlich und verlangen neue Antworten der Politik für eine bessere Gegenwart und Zukunft.

    Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden? Gerade gegenwärtig – 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderechtekonvention – ist diese Frage hochaktuell.

    Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen bisher kaum vertreten

    Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums findet die Bundespolitik weitgehend ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit jungen Menschen statt. Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen kaum vertreten.

    Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, so die Forderung des Gremiums. Entscheidungsträger sollten sich stärker neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen annähern, in denen junge Menschen sich austauschen, eine politische Meinung bilden und diese mitteilen. Die Kinder- und Jugendpolitik sollte mit jungen Menschen gestaltet werden. Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

    Professor Wolfgang Schröer: „Das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen“

    „Schauen wir uns die Gremien genauer an, die über die Zukunft und Politik auf Bundesebene – aber auch in anderen Kontexten – beraten, hier fehlen junge Menschen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen. Dafür gilt es neue Formen der Auseinandersetzung zu finden und diese nachhaltig mit jungen Menschen aufzubauen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

    Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leaver*innen“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

    Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-17765 Wed, 13 Nov 2019 08:05:00 +0100 Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche: Wie entwickelt sich mein Kind? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zehn-jahre-hochschulambulanz-fuer-kinder-und-jugendliche-wie-entwickelt-sich-mein-kind/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter. Nun feiert das Forschungsteam das zehnjährige Jubiläum mit einem öffentlichen Festakt. Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
    Öffentlicher Festakt und Empfang
    Mittwoch, 6. November 2019, 15:00 Uhr
    Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

    Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche „Kind im Mittelpunkt“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Neben Einblicken in Forschung und Praxis in der Ambulanz hält Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universitätsklinik Köln) den Festvortrag zum Thema „Wenn Lernstörungen auf psychische Störungen treffen – was tun?“. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

    Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter.

    Statt im Hörsaal steht Claudia Mähler zwischen Knete, Kinderzeichnungen, Bausteinen. Aus der früheren Uni-Hausmeisterwohnung ist vor zehn Jahren die Forschungs- und Lehrambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) geworden. „Das Gute an der Lage ist: Wir haben einen eigenen Eingang und können die Wohnung gestalten, so wie es passend ist für unsere Arbeit“, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Hildesheim.

    Täglich kommen und gehen Familien zur Universität. Im Rahmen von Forschungsprojekten und Studien suchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen nach bestimmten Kindern. Über sieben Jahre haben sie zum Beispiel die Entwicklungsverläufe von 200 Kindern untersucht – vom Kindergarten bis in das vierte Schuljahr. Die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ tragen maßgeblich zu den Schulleistungen in der Grundschule bei. Zur Zeit läuft eine Studie, in der ein Fragebogen entwickelt wird, der die psychische Belastung von Kindern mit Lernproblemen erfassen soll.

    Neben Forschungsprojekten und Studien bietet die Hochschulambulanz KiM einen offenen Zugang für Familien aus der Region

    Außerdem bietet die Ambulanz einen offenen Zugang an. Familien können anrufen, wenn sie Entwicklungsschwierigkeiten beobachten, etwa wenn ein Vorschulkind in der Sprachentwicklung zurückliegt. Oder der Kindergarten schlägt vor, das Kind in der Ambulanz vorzustellen, da es Auffälligkeiten in der Motorik, beim Greifen, Halten, Drehen, Sprechen zeigt. Oder in den ersten Schuljahren wird deutlich, dass Kinder mit den Anforderungen nicht klarkommen.

    Zentrale Erkenntnisse aus der Forschung in der Ambulanz fasst Professorin Claudia Mähler zusammen: „Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher. Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen. Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien. Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen durch Lerntherapie. Außerdem müsste beim Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Selbstwertproblemen und Schulangst stärker interveniert werden.“

    Wie entwickelt sich mein Kind? – Entwicklungsverläufe von Kindern erforschen

    1000 Familien aus der Region haben das offene Angebot des Forschungsteams in den vergangenen zehn Jahren genutzt. Meist kommen Sechs- bis Zehnjährige, seltener auch Kinder höherer Klassenstufen, in die Hochschulambulanz: Weil sie in der Grundschule nicht mitkommen – beim Lesen, Schreiben, Rechnen –, oder Kinder, „bei denen man den Eindruck hat, sie profitieren nicht vom Unterricht, weil sie unaufmerksam sind“.

    „Die Familien machen sich Sorgen, sie spüren, ob in den ersten Schuljahren das Lesen oder Schreiben lernen gelingt oder nicht. Beim ersten Gespräch sind alle etwas aufgeregt, sie haben sich endlich auf den Weg gemacht, darüber zu sprechen. Manche hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist. Manche hoffen auf Gewissheit, auf Sicherheit“, sagt Claudia Mähler. „Wir nutzen standardisierte Testverfahren. Damit können wir an einer repräsentativen Stichprobe der ganzen Bundesrepublik feststellen, inwiefern ein Kind tatsächlich gravierend mehr Schwierigkeiten als andere Kinder hat“, so die Psychologieprofessorin.

    Die Ambulanz hat eine eigene „Testothek“. Die Ergebnisse teilen die Forscherinnen den Kindern und Eltern mit. Kinder haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule und benötigen meist eine Lerntherapie. Außerdem bietet die Hochschulambulanz Psychotherapie an. Psychologiestudierende erhalten in der Ambulanz Einblicke in die kindliche Entwicklung, in Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten wirken sie in der Diagnostik mit. Psychologinnen bringen ihre Praxiserfahrungen in die Lehrerausbildung ein, etwa in Seminaren zu Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.

    Große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der Vorläuferfertigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart wichtig sind

    „Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder dar. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

    Sind die Kinder dann in der Schule und es treten Schwierigkeiten auf, sind eine frühe Diagnostik und Intervention eine große Hilfe. „Wir investieren viel Zeit in eine gründliche Diagnostik und eine umfangreiche Aufklärung der Familien“, so Professorin Claudia Mähler. Hierzu wurde in einer Studie eigens Material entwickelt und evaluiert, das dabei hilft, auf kindgerechte Weise mit den Eltern und Kindern über die Lernprobleme und vor allem auch über die Bewältigung ins Gespräch zu kommen. Psychotherapeutische Gruppenprogramme wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden konzipiert und unterstützen die Kinder dabei, die Frustration über die Lernschwierigkeiten zu bewältigen und ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten oder wieder aufzubauen. Besonders schwer haben es Kinder mit gleichzeitigen Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen. Für diese Kinder gibt es ein Angebot, das sich an Kinder in kleinen Gruppen und ebenso an ihre Eltern richtet. Hier heißt es Regulationsstrategien zu entwickeln, zu lernen die Aufmerksamkeit zu steuern auch und gerade in den Lernbereichen, die den Kindern schwerfallen.

    Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und Schulen und bieten Fortbildungstage an.

    Einige Fakten zur Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“:

    Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler + studentische Hilfskräfte arbeiten in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt"?

    • inklusive Leitung 8 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 davon auch in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder zur Psychologischen Psychotherapeutin), alle in Teilzeit, da sie auch andere Aufgaben haben (Lehre, Forschung etc.)
    • 1 Verwaltungskraft (medizinische Fachangestellte)
    • 2 Praktikantinnen in Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in/ Psychologischen Psychotherapeutin
    • 3 studentische Hilfskräfte
    • immer ca. 3 bis 6 studentische Praktikantinnen und Praktikanten

    Wie viele Familien/Kinder wurden in den 10 Jahren erreicht?

    • Insgesamt mehr als 1000 Familien, viele davon waren mehrfach bei der Hochschulambulanz KiM vorstellig.

    Die Kinder, die in die Ambulanz kommen, sind im Alter von:

    • 2 bis 17 Jahre
    • die meisten Kinder sind jedoch im Grundschulalter

    Was sind wesentliche Ergebnisse aus der Forschungsarbeit an der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“?

    Forschungsschwerpunkte sind:

    • differentielle Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern
    • Sprachentwicklung und Sprachförderung in der frühen Kindheit
    • Ursachen- und Interventionsforschung bei Lernstörungen
    • Entwicklung und Evaluation diagnostischer Instrumente

    Wichtige Ergebnisse aus der Hildesheimer Forschung:

    • Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien
    • Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher
    • Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten
    • Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen
    • Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen (Lerntherapie) als auch zum Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten (Aufmerksamkeitsprobleme, Selbstwertprobleme, Schulangst u.a.m.)

    Worin sehen Sie die Hauptaufgaben der Ambulanz, etwa im Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft, um in der Region Familien und Kinder mit zum Beispiel Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und frühestmöglich etwa Lernschwierigkeiten zu diagnostizieren?

    • Verknüpfung von Praxis, Lehre und Forschung
    • Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft
    • Beratung und Therapie für Kinder mit Lern-, Entwicklungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten
    • Gute Ausbildung für Psychologiestudierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (z.B. durch Einbindung der Studierenden durch Vernetzung mit Lehrveranstaltungen und Praktika)
    • Vernetzung mit Praxispartnern in Schule, Vorschule und außerschulischer Förderung
    • Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten

    Gibt es ähnliche Ambulanzen in der Bundesrepublik? Was ist das Alleinstellungsmerkmal in Hildesheim?

    • Ja, es gibt Hochschulambulanzen für Kinder- und Jugendliche und auch für Erwachsene an anderen Universitäten (z.B. in Göttingen oder Braunschweig)
    • Besondere Verzahnung in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie, daher Berücksichtigung des Themas Lernschwierigkeiten und Bewältigung, Gruppenangebote zum Coping mit den emotionalen Folgeproblemen; Gruppenangebote für Kinder mit komorbiden Auffälligkeiten (Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme)
    • Besondere Verzahnung mit dem Thema Sprachentwicklung und dem Interventionsprojekt KEA
    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
    news-17794 Thu, 07 Nov 2019 08:59:05 +0100 Professor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-fuer-systematische-theologie-rene-dausner/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

    Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. Zu den Forschungsschwerpunkten des 43-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur.

    Nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik in Bonn und Jerusalem, folgten die Promotion zum Dr. theol. mit einer dogmatischen Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters. Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg.

    2015 folgte die Habilitation zum Dr. theol. habil. an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“.

    In der Lehrerausbildung befasst sich Professor René Dausner mit seinen Studierenden derzeit zum Beispiel mit dogmatischen Kernthemen, etwa mit Fragen nach Gott und dem Menschen, nach Jesus Christus und der Offenbarung, nach der Kirche und den Sakramenten sowie nach Tod und Auferstehung.

    „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie“

    Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Als Dogmatiker und Fundamentaltheologe bin ich in entscheidender Weise für das Studium der künftigen katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Bistum Hildesheim mitverantwortlich. In einer Zeit, in der das Interesse an Religion in ihrer Diversität wächst, kommt der Theologie auch eine zentrale gesellschaftspolitische Relevanz zu, weil sie Impulse zu Toleranz und einem neuen Humanismus geben kann.“

    Als „eine Stadt der Ökumene und der Kultur“ biete Hildesheim zudem Möglichkeiten, um den Dialog mit dem Judentum und dem Islam zu pflegen, was für seine theologische Arbeit von zentraler Bedeutung sei.

    Professor René Dausner hofft nun, dass pünktlich zu seiner Antrittsvorlesung das neue Buch vorliegen wird, das er im Herder-Verlag unter dem Titel „Revisionen des Heiligen. Streitgespräche zur Gottesfrage“ im Deutschen herausgibt. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat.  

    Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“

    Am Mittwoch, 13. November 2019, gibt der Theologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. „Die Gottesfrage wird auch heute sehr intensiv gestellt; man denke etwa an so unterschiedliche, wenn auch nicht immer unumstrittene Autorinnen und Autoren wie Peter Handke, Sibylle Lewitscharoff oder auch an Hanns-Josef Ortheil und Daniel Kehlmann“, sagt René Dausner. „Was hier zur Sprache kommt, lässt sich mit Max Horkheimer als Sehnsucht nach dem ‚anderen‘, nach Transzendenz beschreiben – eine Sehnsucht, die für unser Bild vom Menschen neu zu denken gibt.“

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

    Es traten an:

    • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
      Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

    • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
      Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

    • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
      Institut für Englische Sprache und Literatur

    • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
      Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

    „Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

    Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

    Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

    Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

    Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

    Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

    Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
    news-17849 Mon, 04 Nov 2019 12:14:00 +0100 Interreligiöse Studientage: Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/interreligioe/ Die interreligiösen Studientage stehen im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück. Angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen treffen sich, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen zu entwickeln. Ein Bericht von Dr. Michael Schober vom Institut für Katholische Theologie. Ganz im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück standen die interreligiösen Studientage vom 15. bis 17. Oktober 2019 im St. Jakobushaus, Goslar. Zum dritten Mal trafen sich dort angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an den Schulen zu entwickeln. Ziel ist, dann an den Schulen zusammenarbeiten und gemeinsame Aktionen durchzuführen.

    „Diese Schwerpunktsetzung auf die Praxis des interreligiösen Lernens ist das Besondere an unseren Studientagen“, so Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin an der Akademie St. Jakobushaus, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Hakkı Arslan und Dr. Jörg Ballnus (Islamische Theologie, Osnabrück), Dr. Michael Schober (Katholische Theologie, Hildesheim) und Prof. Dr. Martin Schreiner und Victoria Kurth (Evangelische Theologie, Hildesheim) sowie Dr. Christiane Schubert und Simone Schardt vom Bistum Hildesheim entwickelt hatte. Unter dem Motto des Koranzitats „…damit ihr einander kennenlernt“ setzten sich die Studierenden nun drei Tage lang mit ihrer eigenen Religion und der „anderen“ Religion auseinander. Es wurden dabei Themen wie Sakralraumpädagogik, Gebet, Spiritualität und komparatives Lernen am Beispiel von Bibel und Koran für die Praxis im Religionsunterricht erarbeitet. Einladungen zum Gebet gehörten ebenso zum Programm wie eine von den Studierenden selbst gestaltete Kirchenführung und ein Moscheebesuch, bei dem die konkrete religiöse Praxis miterlebt werden konnte. Ferner wurden verschiedene Projekte des interreligiösen Dialogs vorgestellt. Auf besonderen Wunsch der letztjährigen Teilnehmer*innen war mit Helene Braun, Studentin am Abraham Geiger Kolleg, auch eine jüdische Referentin zu Gast, so dass zumindest für eine kurze Zeit alle drei großen abrahamischen Religionen zusammenkamen. Gerade angesichts des Terroranschlags von Halle war diese Form gelebter Normalität zwischen den Religionen ein wichtiges Zeichen.

    Die Erfahrungen waren wie in den letzten Jahren wieder überaus positiv. So zeigten die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Sie machten deutlich, wie wichtig Räume des offenen, ehrlichen Austausches und Lernens sind. Oft sind es „wechselseitige Unsicherheiten“, die solche Begegnungen im Alltag nicht möglich machen.  In diesem Sinne leisten die Interreligiösen Studientage durchaus Pionierarbeit.

     

    ]]>
    Fachbereich 1 Evangelische Theologie Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-17728 Tue, 29 Oct 2019 15:38:00 +0100 Studienergebnisse Sozialpsychologie: Macht Hunger egoistisch? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studienergebnisse-sozialpsychologie-macht-hunger-egoistisch/ Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune. Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. Zum Forschungsteam gehört Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie der Universität Hildesheim. Lesen Sie hier einen Artikel zur Studie: 
    Does Hunger Make You Selfish?

    Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune.  Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? Ist jemand, der hungrig ist, wirklich so sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, wie einige psychologische Studien und Befunde nahelegen?

    In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. In zwei experimentellen Studien im Labor wurden die Versuchsteilnehmer angewiesen, mindestens 12 Stunden vor Beginn der Studie nichts zu essen, d.h. die Versuchsteilnehmer kamen sehr hungrig und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in das Labor. Dort erhielt die eine Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Kontrollgruppe – etwas zu essen um eine schnelle Sättigung und einen hohen Blutzuckerspiegel zu erzeugen (zum Beispiel zwei Becher Schokopudding). Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Experimentalgruppe – blieb für den weiteren Versuch hungrig.

    Im Folgenden erhielten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben. Deren Ziel: herauszufinden, ob die Teilnehmer sich dabei egoistisch verhielten. Bei einigen dieser Aufgaben bekamen sie beispielsweise einen Geldbetrag (zum Beispiel 10€) und konnten diesen zwischen sich und anderen Versuchsteilnehmern aufteilen. Bei anderen Aufgaben ging es darum, sich kooperativ zu verhalten, um dann gemeinsam einen höheren Gewinn zu erzielen. Bei einigen Aufgaben gab es zudem die Möglichkeit, egoistisches Verhalten der anderen Versuchsteilnehmer zu bestrafen.

    Die Erwartung des Forscherteams war, dass Hunger egoistisches Verhalten begünstigt. Das Forscherteam fand allerdings keine belastbaren Belege für egoistischeres Verhalten von hungrigen im Vergleich zu satten Versuchsteilnehmern: Hunger führte nicht zu gesteigertem Egoismus.

    In einer weiteren Studie wollte das Forscherteam herausfinden, ob sich die egoistischen Tendenzen eher finden lassen, wenn nicht Geld, sondern Essen aufgeteilt werden sollte. Hierfür bauten die Forscher einen Stand vor der Mensa der Uni Gießen auf und ließen Studierende, die entweder gerade in die Mensa gingen (also hungrig waren) und Studierende, die aus der Mensa kamen (also satt waren), Geld oder Essen (kleine Päckchen mit Studentenfutter) aufteilen. Wie in den anderen Studien fanden sich keine Belege dafür, dass Hunger egoistischer macht und zwar unabhängig davon, ob Geld oder Essen aufgeteilt wurde.

    „Unsere Ergebnisse zeigen, dass, obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, diese sich oft nicht im Verhalten niederschlagen. Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden.“ fasst Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Studienreihe zusammen.  

    Dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen trotzdem weit verbreitet ist, zeigen die Autoren in einer weiteren Studie. Da dieser aber offensichtlich unzutreffend ist, stellt sich die Frage woher diese Überzeugung kommt. Ein weiterer Autor der Studie, Paul van Lange, Professor für Psychologie an der VU Amsterdam, meint hierzu: „Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen. Offenbar gehen Menschen davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das ‚wahre ich‘ gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nichtzutreffend ist.“

    Mehr Informationen zur Studie: 

    Hunger Does not always Undermine Prosociality. 
    In: Nature Communications 
    Authors: Jan Häusser (Justus-Liebig University Giessen), Christina Stahlecker (Justus-Liebig University Giessen), Andreas Mojzisch (University of Hildesheim), Johannes Leder (University of Bamberg), Paul A. M. Van Lange (VU Amsterdam), Nadira Faber (Universities of Exeter and Oxford)

    ]]>
    Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Forschung Startseite
    news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

    Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

    Leitbild der Universität Hildesheim

    Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

    Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
    Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
    (gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

    In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

    8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

    Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

    „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

    „Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    „Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

    Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

    „Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

    833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

    Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

    Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

    833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

    Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

    Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

    Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

    „Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

    Einführungswoche auf dem Universitätscampus

    Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

    Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

    Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

    Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

    Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

    Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

    Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

    ]]>
    Präsidentin Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 International Office Studierendenportal Aktuelles IO Personalportal Präsident Präsidium
    news-17462 Wed, 25 Sep 2019 08:41:13 +0200 Rechtspsychologie: „Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-das-grosse-ziel-ist-kriminalitaet-zu-verhindern/ Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die ersten Masterstudierenden schließen ihr Studium 2019 ab und beginnen mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug. In dieser Woche tagen etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die erste Bilanz ist sehr positiv: „Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studentinnen und Studenten auf große Resonanz stößt“, sagt Professor Klaus-Peter Dahle.

    Studentinnen und Studenten spezialisieren sich in Hildesheim auf Rechtspsychologie. Die erste Kohorte von Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen schließt das Masterstudium 2019 ab und beginnt mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug.

    Der Rechtspsychologe Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt seit zwei Jahren an der Universität Hildesheim. Zuvor war er außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin und hauptberuflich als Wissenschaftler am Institut für Forensische Psychiatrie an der Charité tätig.

    Ende September 2019 tagen Fachleute in Hildesheim, um neueste rechtspsychologische Erkenntnisse auszutauschen. Die Universität Hildesheim erwartet anlässlich der 18. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim. Die Fachtagung vom 26. bis 28. September 2019 ist nicht öffentlich.

    Programm der Tagung

    Informationen zum Masterstudium

    Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
    Professor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

    Die Forschungsschwerpunkte von Professor Klaus-Peter Dahle liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität. Im Interview spricht Klaus-Peter Dahle über die rechtspsychologische Forschung und Lehre in Hildesheim.

    Herr Professor Dahle, Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet werden während der Hildesheimer Tagung Erkenntnisse über „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“ vorstellen. Warum ist diese Forschung notwendig?

    Diese Tagung ist eine regelmäßig stattfindende Konferenz der Fachgruppe Rechtspsychologie in der psychologischen wissenschaftlichen Community. In diesem Jahr ist die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum das Motto der Tagung. Der Hintergrund für dieses Tagungsmotto ist ein Verbund von einigen Wissenschaftlern aus Niedersachsen, die sich seit einiger Zeit regelmäßig treffen, um ein Programm für eine erneuerte Vollzugsforschung zu entwickeln. Wir schlagen vor, dass es sinnvoll sein könnte, einen etwas anderen Blick auf die Vollzugsanstalt zu werfen, als es im Moment der Fall ist.

    Nehmen wir die Justizvollzugsanstalt als Beispiel und lassen den Maßregelvollzug einmal außen vor: Seitdem es Gefängnisse gibt, hat das Gefängnis ja den Auftrag, Gefangene zu resozialisieren. Vor rund 450 Jahren, als die ersten Strafvollzugseinrichtungen entstanden, ist diese Resozialisierungsidee gleich mit geboren. Das war zunächst der Gedanke, Gefangene zu Zucht, Ordnung und Gottesfürchtigkeit zu erziehen, aber es hat sich mittlerweile gewandelt in Richtung eines Behandlungsvollzuges. Das heißt, seit den 1960er Jahren versucht man verstärkt, auch therapeutische Mittel im Vollzug einzusetzen.

    Das Ziel ist, dass eine Gesellschaft friedlich und sicher zusammenlebt?

    Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern. Daraus ergibt sich an die Justizvollzugsanstalt der Auftrag: Tu etwas, damit der Strafgefangene hinterher nicht wieder straffällig wird und sich resozialisieren kann. Dem Erziehungsgedanken und dem Behandlungsgedanken ist beiden gemein, dass es um ein Ziel geht, das ich von außen an den Strafgefangenen herantrage.

    Mit diesem Gedanken erreicht man auch eine Reihe von Strafgefangenen, aber immer wieder einige auch nicht. Einige gehen in diesem Konzept verloren. Die Idee, die wir in der niedersächsischen Gruppe verfolgen, ist es deshalb, zu untersuchen, welche Veränderungsprozesse, welche Entwicklungsprozesse im Vollzug passieren – unter diesen speziellen Rahmenbedingungen bei dieser speziellen Klientel – und wie man vielleicht Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsmöglichkeiten gezielter in den Blick nehmen kann.

    Jemand hat eine Straftat begangen, wurde verurteilt und ist nun Strafgefangener. Welche Entwicklungsprozesse sind das, die dann folgen?

    Der Vollzug trifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, meistens sind es Männer, zu 95 %. Es kann ein junger Mann sein, der gerade an der Schwelle zum Jugendalter steht, 14 Jahre ist das strafrechtliche Eintrittsalter. Und wenn ich in die Einrichtungen für Sicherungsverwahrte blicke, habe ich ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Das heißt, die Strafgefangenen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Die Strafhaft selbst ist eine Intervention, damit muss man sich als Strafgefangener auseinandersetzen: Wenn ich in der Justizvollzugsanstalt bin, muss ich die Regeln einhalten. Da gibt es dann unterschiedliche Anforderungen, die auf mich einströmen, an die ich mich anpassen muss – einerseits das Sicherheitsregime der JVA und die Erwartung, dass man Behandlungsangebote mitmachen sollte und mitarbeiten soll am Vollzugsziel der Resozialisierung.

    Und dann haben wir auf der anderen Seite eine Subkultur von Strafgefangenen, die sich nicht ausgesucht haben, da miteinander zu leben, aber die auf ziemlich engem Raum fast alles miteinander teilen – die Wohnsituation, die Arbeitssituation, die Freizeitsituation, immer die gleichen Menschen, und das mit einer Selektion von eher schwierigen Menschen.

    An diese Situation muss sich der Strafgefangene anpassen und wie jede Anforderung bietet auch diese ein Stück weit eine Chance. Das ist für viele nicht einfach, aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die es schafft, allein durch diese Erfahrung einen Weg, den sie bis dahin genommen haben, zu verlassen. Das sind nicht so viele, die das alleine schaffen. Aber da gilt es zu prüfen: Was genau passiert mit diesen rund 11%, die diesen Weg gehen? Wir versuchen gerade, einen Forschungsrahmen zu bilden, der diese Prozesse in den Blick nehmen will. Wir blicken dabei auf Veränderungsprozesse unter einer entwicklungspsychologischen Perspektive, anstatt alleine mit den Ansätzen der klinischen und der pädagogischen Psychologie zu arbeiten. Der entwicklungspsychologische Ansatz scheint uns offener und voraussetzungsärmer; er beschreibt, wie Veränderung überhaupt stattfindet und was sie ausmacht.

    Aber die Tagung wird sich nicht nur um das Tagungsmotto drehen, sondern stellt ein Forum dar, in dem sich alle Teildisziplinen der Rechtspsychologie austauschen.

    Wie gehen Sie in Ihrer Forschung und Lehre vor? In der Lehrerausbildung arbeitet die Universität Hildesheim eng mit Schulen zusammen und Studierende sammeln Praxiserfahrungen im Klassenzimmer, in den Kulturwissenschaften erarbeiten Studierende Theorien und entwickeln gleichzeitig künstlerische Praxis und in den Informatikstudiengängen sind Studierende in Unternehmen und sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft. Ich kann mir das ungemein komplexer vorstellen, wenn Sie im Feld der Kriminalität arbeiten, da es Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten gibt und wir im Alltag keine Berührungspunkte mit Gefängnissen haben.

    Ich habe viele Leiter der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und Maßregelkliniken besucht, um den direkten Kontakt herzustellen – sie haben mich bislang mit offenen Armen empfangen. Niedersachsen ist als Flächenland leider weit größer als Berlin, ich habe noch nicht alle Einrichtungen geschafft. Ich war aber in den JVAen in Hannover, Hameln, Oldenburg und natürlich Hildesheim und in den Maßregelvollzugskliniken in Moringen, Hildesheim und Bad Rehburg. Es geht mir dabei darum, dass ich die einzelnen Einrichtungen und deren Möglichkeiten kennenlerne und auch die Forschungsinteressen der Einrichtungen auslote. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die im Strafvollzug arbeiten und auch an Wissenschaft interessiert sind, vielleicht promovieren wollen?

    Und es geht um die Voraussetzungen für die Lehre, also um Praktikumsmöglichkeiten für unsere Studentinnen und Studenten der Rechtspsychologie. Mit den genannten Einrichtungen haben wir Exkursionen organisiert, so dass jeder Studierende die Chance hat, eine Justizvollzugsanstalt, aber auch eine forensische Klinik von innen zu sehen. Und wir laden Kolleginnen und Kollegen in die Lehre ein, wo sie aus der Praxis berichten, aber auch Fragen der Studierenden beantworten; zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in diesen Beruf.

    Was sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Rechtspsychologie in Hildesheim?

    In Berlin leite ich noch ein größeres Projekt, in dem die Behandlungseinrichtungen im Justizvollzug evaluiert werden, darunter die sozialtherapeutischen Anstalten und eine Einrichtung für Sicherungsverwahrte. Da untersuchen wir recht breit die Veränderungsprozesse der dort behandelten Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten im Behandlungsverlauf. Mit welchen Konzepten und Ressourcen arbeiten die Einrichtungen und gelingt es tatsächlich, dass was sie sich konzeptuell vornehmen, auch in die Praxis umzusetzen? Was haben die Behandler an kriminaltherapeutischen Methoden gelernt, wie arbeiten sie und wie erleben sie sich als Behandlungsteam? Wir gucken uns aber auch die Klienten genau an, was sind das für Menschen, wie alt sind sie, weswegen sind sie da, welches Risikoprofil und welche motivationalen Voraussetzungen bringen sie mit? Wir begleiten die Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten dann durch den Behandlungsprozess und untersuchen Veränderungen im Risikoprofil, aber auch in weiteren Merkmalen, wie dem Selbstkonzept oder der Motivation bis zur Entlassung – und schließlich: in welches Feld werden sie entlassen? Wir versuchen sie danach über die Bewährungshilfe in ihren Reintegrationsprozess zu begleiten und werden später etwaige Rückfälle auswerten. Diese Forschung braucht Zeit, um zu verstehen, ob und wie Behandlung im Vollzug funktioniert und warum jemand trotzdem rückfällig geworden ist oder nicht.

    In Hildesheim bereiten wir nun einige andere Projekte vor. Neben dem eher grundlagenorientierten Forschungsprogramm zum entwicklungspsychologischen Ansatz im Justizvollzug, befasse ich mich zum Beispiel ja schon länger mit Methoden der Kriminalprognosen. Diese Prognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen und es gibt, das wissen wir mittlerweile, Personengruppen, bei denen diese Prognosen sehr gut funktionieren und andere, bei denen sie weniger gut funktionieren. Eine Idee, die wir hier in Hildesheim aktuell verfolgen, ist es deshalb, die Zuverlässigkeit von Kriminalprognosen für den Einzelfall messbar zu machen. Der Gedanke ist es, Prognosen im Einzelfall mit einem Marker zu versehen – das ist eine zuverlässige Prognose, diese ist möglicherweise weniger zuverlässig. Es gibt ja Personengruppen, die labil sind und bei denen die Prognose eben nicht feststeht, sondern sich von Tag zu Tag ändert, je nachdem ob es gerade gut läuft oder weniger gut. Das wollen wir mess- und beschreibbar machen.

    Ein zweites Vorhaben ist, ein diagnostisches Inventar zu Risikoprofil und Bedarfsprofil für den deutschen Sprachraum bei jugendlichen Gefangenen zu entwickeln. Ein solches Instrument soll veränderungssensitiv sein und Veränderungsprozesse sichtbar machen. Hier wollen wir mit einem größeren Pool von Probanden die Forschung starten. Allerdings haben wir in der Rechtspsychologie oft mit der Finanzierung unserer Vorhaben zu kämpfen. Für einige Geldgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sind wir oft zu angewandt und zu wenig grundlagenbezogen. Und angewandte Forschung für Strafgefangene wird von sehr wenigen Stiftungen gefördert.

    Wie anwendungsnah ist die rechtspsychologische Forschung in Hildesheim?

    In der Grundlagenforschung untersuche ich Biografien und Entwicklungsverläufe krimineller Karrieren aus einem biografischen Längsschnitt. Ich hatte das Glück, in Berlin eine Gruppe von Strafgefangenen über eine sehr lange Zeitspanne zu begleiten, da meine Vorvorgängergeneration in den 1970er Jahren ein Forschungsprojekt aufgelegt hat, das ich übernehmen durfte. So konnten wir den biografischen Verlauf über eine Zeitstrecke von 30 Jahren untersuchen. Da ich auch als Gutachter tätig bin, helfen mir diese Erfahrungen aus der Grundlagenforschung, wenn ich Menschen beurteile.

    Aber auch unsere Vorhaben in Hildesheim haben einen deutlichen Anwendungsbezug, wenn wir prognostische und diagnostische Methoden für den Vollzug entwickeln, die dann auch anwendbar sind. Und mit der Evaluationsforschung im Vollzug untersuchen wir, was funktioniert und was nicht funktioniert, um unmittelbar Empfehlungen auszusprechen, die dann auch umgesetzt werden.

    Für die niedersächsische Justiz müsste es ein Glücksgriff sein, dass Sie hier an der Universität in Hildesheim als Professor für Rechtspsychologie arbeiten. Denn die Forschung kann Veränderungsprozesse unterstützen, indem sie Fakten liefert, kann erklären, was gelingt und nicht gelingt, und welche Ansätze in anderen Regionen oder Ländern verfolgt werden. Ist das eine Chance, die Niedersachsen erkannt hat, freuen Sie sich auf diese Arbeit?

    Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Arbeit. Ich hoffe – und nehme es im Moment auch so wahr –, dass Initiativen, die wir hier in Hildesheim entwickeln, wahrgenommen werden. Ich sehe auch Chancen, wo es vielleicht noch besser laufen könnte: beispielsweise gibt es in Niedersachsen noch keine forensisch-therapeutischen Nachsorgeambulanzen. Solche Ambulanzen wären für einige ehemalige Strafgefangene, die ein Stück weit therapeutische Unterstützung brauchen für den Übergang aus einer langen Freiheitsstrafe nach draußen und bei denen die sozialarbeiterischen Mittel der Bewährungshilfe allein nicht ausreichen, hilfreich. Dort sind Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die rechtspsychologisch geschult sind.

    Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?

    Ich finde die rechtspsychologische Forschung ungemein spannend. Ich finde es spannend, mit Biografien vertraut zu werden, die ich sonst nicht kennen würde. Es handelt sich zum aller großen Teil ja nicht um per se böse Menschen. Oft treffe ich auf Täter, wo man erkennt, dieser Mensch hatte eine Biografie, in der er in eine kriminelle Karriere hineingestolpert ist, oder vielleicht auch keine Chance hatte. Klar, es gibt auch andere. Aber die Menschen, die man hinter dem Täter erkennt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, haben in den allermeisten Fällen Respekt verdient. Und ich finde es spannend, die Praxis, die Forschung und die Lehre miteinander verknüpfen zu können. Ich meine, alles profitiert voneinander – das ist das Reizvolle an dieser Arbeit.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt:

    Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim

    Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie in einem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin nach Hildesheim.

    Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Forensische Psychiatrie. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

    Eine Besonderheit des Hildesheimer Studienschwerpunkte besteht in der engen Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, unterstützt das Land Niedersachsen jedes Jahr jeweils vier Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, mit einem Stipendium.

    Das Masterstudium „Psychologie“ dauert vier Semester und wird mit dem Titel „Master of Science“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie und – neu eingeführt seit 2017 – Rechtspsychologie).

    ]]>
    Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
    news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/mensa-neubau-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

    Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    „Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

    „Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

    „Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

    Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

    Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

    Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

    Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

    Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

    Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

    Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

    Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

    Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

    Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

    Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

    Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

    Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

    HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

    ]]>
    Präsidentin Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Studierendenportal Personalportal Präsidium Präsident
    news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-25/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

    Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

    Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

    Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

    Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

    • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

    • Professur für Ethnomusicology

    • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

    • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

    • Professur für Informatikdidaktik

    Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

    Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

    ]]>
    Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Center for World Music Personalportal Forschung Startseite
    news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
    • Mathematik / Biologie

    • Mathematik / Chemie

    • Mathematik / Geographie

    • Mathematik / Physik

    • Mathematik / Politik

    • Mathematik / Technik

    • Mathematik / Wirtschaft

    • Mathematik / Informatik

    Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

    Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

    Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

    Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

    Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

    Hier finden Sie weitere Informationen
    über das Lehramtsfach Mathematik
    auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

    Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
    der Universität Hildesheim

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
    news-17327 Thu, 05 Sep 2019 11:42:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Fachkräfte für Erziehung und Bildung aus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uni-hildesheim-bildet-fachkraefte-fuer-erziehung-und-bildung-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Fachkräfte für pädagogische Handlungsfelder aus, die sich mit Fragen der Erziehung, Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen befassen. Die Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“ ist noch bis zum 30. September 2019 möglich [VERLÄNGERT!]. Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“
    Bewerben Sie sich bis zum 30.09.2019 [VERLÄNGERT!]
    an der Universität Hildesheim

    Die Erziehungswissenschaft gilt als Leitdisziplin für alle pädagogischen Berufe. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Erziehung, Sozialisation und Bildung sowie mit pädagogischen Konzepten, Institutionen und Praktiken. Im Bachelorstudium „Erziehungswissenschaft“ an der Universität Hildesheim werden grundlegende Begriffe, Theorien und Methoden vermittelt, um pädagogische Handlungsfelder kennen zu lernen und zu analysieren. Dabei werden gesellschaftliche und historische Dimensionen sowie interdisziplinäre und interkulturelle Bezüge berücksichtigt. Außerdem erwerben Studierende Kompetenzen, um zum Beispiel pädagogische Maßnahmen planen und gestalten zu können und Menschen in ihren unterschiedlichen Bedürfnislagen zu unterstützen.

    Für alle Studieninteressierten, die sich für Tätigkeiten in den genannten Bereichen qualifizieren wollen, bietet das Hildesheimer Bachelorstudium Möglichkeiten zu einer breiten wissenschaftlichen und fachlichen Auseinandersetzung. Berufliche Erfahrungen und Vorkenntnisse in pädagogischen Handlungsfeldern können auf das Studium angerechnet werden.

    Zu den Studieninhalten gehören unter anderem die Einführung in die Allgemeine Erziehungswissenschaft, die Auseinandersetzung mit Fragen der Erziehung und Bildung im gesellschaftlichen und historischen Kontext sowie mit Themen aus den Bereichen Kindheit, Jugend und Familie. Studierende erlernen quantitative und qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und wenden diese auf verschiedene pädagogische Handlungsfelder an.

    Pädagogik der Kindheit: Studierende befassen sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule

    Besondere Berücksichtigung im Studiengang erfahren Fragen der „Pädagogik der Kindheit“, die sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule befassen.

    Diese sind zugleich verwoben mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Globalisierung, Pluralisierung und Forderungen nach Inklusion, sie wirken sich auf die Lebenswelten aus und werfen Fragen von Diversität und des pädagogischen Umgangs damit auf.

    Deshalb beinhaltet das Studium die systematische Auseinandersetzung mit Diversität und gesellschaftlichen Differenzkategorien wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Identität, Behinderung sowie ethnische und soziale Herkunft.

    Forschungsstarkes Team der Universität Hildesheim integriert neueste Forschungserkenntnisse in die Lehre und bindet Studierende in Forschungsprojekte mit ein

    Der Studiengang wird von einem forschungsstarken Team verantwortet, das die Studieninhalte an die Dynamiken gesellschaftlicher Wandlungsprozesse anpasst, aktuelle Fragen aufgreift und neuste Forschungsergebnisse in die Lehre integriert.

    Interessierten Studierenden wird die Möglichkeit eröffnet, in Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Zugleich reagieren die Lehrenden diversitätssensibel auf die Bedarfe der Studierenden und bieten in diesem Zusammenhang ein Mentor*innenprogramm an.

    Die freie Wahl eines Nebenfaches, zum Beispiel Sachunterricht, Kunst, Englisch oder Sport, ermöglicht Studierenden eine individuelle Profilbildung.

    Berufliche Perspektiven sind vielfältig und reichen von der Familienbildung über Kinder- und Jugendhilfe bis zum Personalwesen und kommunaler Sozialpolitik

    Die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen sind gut und vielfältig und beziehen sich auf Handlungsfelder entlang aller Altersgruppen – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter.

    So werden Absolvent*innen beispielsweise in der interkulturellen Bildungsarbeit tätig, arbeiten in Unternehmen im Personalwesen beziehungsweise Management, in der Kinder-, Jugend- und Familienbildung, der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit oder in der kommunalen Bildungs- und Sozialpolitik, in der Erwachsenen- und Weiterbildung, ebenso in der Gedenkstättenpädagogik,  der Straffälligen- und Strafgefangenenhilfe oder in der Medienpädagogik.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft
    news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

    Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

    Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

    400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

    Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

    Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

    Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

    Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

    Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

    Sommerfest

    Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

    ]]>
    Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
    news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
    Das Zentrum für Bildungsintegration
    an der Uni Hildesheim

    Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

    „Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

    Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

    Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
    Studium an der Uni Hildesheim

    Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

    Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

    Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

    „Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

    Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

    Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

    Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

    Zur Person

    Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

    Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

    Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 3 Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge Forschung Startseite
    news-17308 Wed, 07 Aug 2019 11:22:00 +0200 Umgang mit Forschungsdaten: Kultur der wissenschaftlichen Integrität https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/umgang-mit-forschungsdaten-kultur-der-wissenschaftlichen-integritaet/ Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Im Interview gibt die Wissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit und spricht über das Management von Forschungsdaten in der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Wer kann sich an Sie wenden?

    Alle, die hier forschen, können sich an mich wenden. Jede Professorin, jeder Doktorand, jede Studentin kann mich in der Universitätsbibliothek kontaktieren und Beratung zum Management von Forschungsdaten in Anspruch nehmen und Fragen rund um das Datenleben stellen. Die Erstsemester im Bachelor können mich übrigens genauso anrufen – der wissenschaftliche Nachwuchs ist die Zukunft. Wenn Studienanfängerinnen und Studienanfänger früh mit dem Forschungsdatenmanagement in Berührung kommen, ist das eine wichtige Grundlage für ihren weiteren Werdegang in der Universität. Ich biete Kurse und Workshops an. [weitere Informationen finden Sie hier und im Veranstaltungskalender]

    Wie wird diese Beratung angenommen?

    Das Angebot wird sehr gut angenommen, täglich nutzen in meinem Büro Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Studierende die Beratung rund um das fachspezifische Forschungsdatenmanagement. Es entstehen Synergien, wenn ich eine Mustereinwilligung in der Psychologie vorliegen habe und ich dann am kulturwissenschaftlichen Fachbereich ein ähnliches Gespräch führe, können wir für alle Fachbereiche neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement schaffen und voneinander profitieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Forschungsteams zusammenarbeiten und ihre Daten gemeinsam managen, etwa im Forschungsprojekt „revamp2“ aus dem Bereich „Software Systems Engineering“. Mit dem Team um Professor Klaus Schmid stehe ich im Austausch rund um das Thema „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ für seine Projekte.

    „Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware innerhalb einer Kultur der wissenschaftlichen Integrität an der Universität Hildesheim“

    Welche Bedeutung hat das Forschungsdatenmanagement für die Universität Hildesheim?

    Es gibt kaum einen Fachbereich oder ein Institut, das heute nicht Forschungsdatenmanagement betreibt. Gutes, vertrauenswürdiges Datenmanagement ist von strategischer Bedeutung für die Universität Hildesheim insgesamt und für die Weiterentwicklung der Universitätsbibliothek im Bereich forschungsnaher Serviceleistungen. Die Universitätsbibliothek hat sich deshalb frühzeitig positioniert und entwickelt ihre Dienste für die Wissenschaft, Lehre und Forschung kontinuierlich weiter. Es gibt einen engen Austausch mit den Forscherinnen und Forschern. Die Publikation von Forschungsdaten ist Teil der Forschung. Wir betreiben nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und haben Servicestrukturen entwickelt. Man kann Forschungsdaten heute im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr teilen. Forschungsdaten, die an der Universität Hildesheim entstehen, sind sehr wichtig auch für andere Universitäten in Deutschland sowie global. Man sollte die Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten im Blick haben, damit Forschungsdaten in Suchmaschinen national und international verknüpft und aufgefunden werden können. Die Forschung aus Hildesheim soll nachhaltig für alle, national und international, sichtbar werden. Selbst dort, wo sensible Daten anfallen, werden zwar nicht die Daten geteilt, aber die Erkenntnisse und Forschungspublikationen.

    Inzwischen ist ein Jahr vergangen seitdem Sie an der Universität Hildesheim die Stelle im Forschungsdatenmanagement angetreten haben. Der Umgang mit Daten in der Forschung erfordert viel Sorgsamkeit. Was leistet die Stelle „Forschungsdatenmanagement“, was vorher die Fachbereiche alleine organisieren mussten? Was für eine Hilfestellung bieten Sie?

    Es gibt Fragen, die immer wieder auftauchen, etwa zur Speicherung und Archivierung, zu rechtlichen Aspekten, zu Datenmanagementplänen und zur Datensicherheit. Früher hat jedes Institut, wenn überhaupt, das Forschungsdatenmanagement mehr oder weniger alleine gemacht. Nehmen wir als Beispiel die Mustereinwilligungen, jedes Institut hat von vorne angefangen und eigene Dokumente erstellt. Ich möchte die Mustereinwilligungen künftig auf der Website zum Download anbieten, daran kann man sich orientieren, das spart Zeit.

    Sie unterstützten Forscherinnen und Forschern auch bei Projektanträgen.

    Gemeinsam mit dem Team der Forschungsförderung und unserem Datenschutzbeauftragten Professor Thomas Mandl unterstützen wir zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Antragsverfahren etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist wichtig, einem Forschungsantrag einen Datenmanagementplan beizufügen, in dem Angaben zur Speicherung und zu den Kosten für das Management gemacht werden; die DFG etwa bewilligt auch Mittel dafür. So können Daten zum Beispiel in der Politikwissenschaft in Fachrepositorien gespeichert und gefunden werden. Hier gibt es einen sehr hohen Informationsbedarf. Das Software-Werkzeug RDMO hat die Universität Hildesheim 2018 reibungslos installiert, um Datenmanagementpläne gut und einfach schreiben zu können. Jetzt wird das Werkzeug weiter an das institutionelle und fachspezifische Umfeld in den Instituten angepasst. Was in einen Datenmanagementplan gehört, ist sehr häufig die Frage von Forscherinnen und Forschern, wenn es um das Schreiben von Projektanträgen geht. Welche Daten fallen überhaupt an? Wie werden sie dann erhoben und dokumentiert? Werden Metadaten und ethische sowie rechtliche Aspekte berücksichtigt und wie werden die Daten gespeichert? Das sind einige Fragen, die ein Datenmanagementplan beinhalten kann.

    Sie beschäftigen sich auch mit Fragen zur Speicherung von Forschungsdaten und mit Repositorien, also den Orten zur Aufbewahrung der Daten. Warum ist das wichtig?

    Seit dem Frühjahr 2019 ermittele ich die Speicherbedarfe. Ich konnte mir einen ersten Überblick über den gegenwärtig praktizierten Umgang mit Forschungsdaten verschaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Wunsch nach Beratung zum Organisieren, Strukturieren, aber besonders die Anforderung nach verlässlichem Speicher deutlich gemacht. Um für diese Anforderungen passende Infrastrukturen finden und entwickeln zu können, bin ich derzeit im Austausch mit allen Fachbereichen und Instituten. Ich befasse mich mit dem Umfang der Forschungsdaten, das heißt, was fällt an? Ich möchte dabei wissen welche Datentypen und welche Datenformate in den einzelnen Projekten anfallen sowie das geschätzte Volumen der Forschungsdaten (ungefähre Größenordnung, das heißt weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB). Außerdem sind Aussagen zur Datenqualität sehr wichtig und ob die Daten schutzwürdig oder öffentlich sind. Antworten auf die Frage nach dem Speicherbedarf und Volumen zu erhalten, wird dabei helfen, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern. Den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis folgend sollen Forschungsdaten in der eigenen Einrichtung oder in einer fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur für mindestens 10 Jahre archiviert werden. Am 1. August 2019 trat der Kodex der DFG in Kraft [PDF]. Der Kodex betont die Sicherung von Forschungsergebnissen in Repositorien mit Beachtung der fachspezifischen Standards.
    Eine Definition von Forschungsdatenrepositorien ist, dass sie Dokumentenserver sind, auf denen Forschungsdaten archiviert sind. Als Forscherin und Forscher bin ich durch Datenzitation meine DOI für das Forschungsdatum sichtbar. In vielen Gesprächen in allen Fachbereichen wurde der Wunsch geäußert, dass die Forscherinnen und Forscher der Universität Hildesheim zum längerfristigen Aufbewahren und Publizieren, neben externen Repositorien ihre Daten lokal speichern möchten, beispielsweise wenn es sich um sensible Daten handelt oder um Daten von Social-Media-Plattformen, an denen die Rechte fehlen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen ich sprach und was ein Ergebnis einer hochschulweiten Umfrage war, haben allerdings noch nie Daten in einem Repositorium abgelegt, wobei zu bemerken ist, dass viele hier beabsichtigen, in Zukunft ein Repositorium zu nutzen, entweder ein lokales, wenn angemessen oder ein institutionelles. Die Kooperationen mit GESIS und Qualiservice in den Sozialwissenschaften zur längerfristigen Speicherung und Archivlösung werden als ein Beispiel in diesem Zusammenhang ausgebaut.

    Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „coffee lectures“ kommen Sie mit Studierenden und Forscherinnen und Forschern zusammen.

    Ich lade mehrmals im Semester zu den „coffee lectures“ ein, man kommt bei einem Tee oder Kaffee eine dreiviertel bis eine Stunde zusammen, es beginnt immer um 12:30 Uhr. Die meisten haben nicht viel Zeit. Da ist das Angebot in der Mittagspause genau das richtige. Wir tauschen uns im Wintersemester 2019/20 aus über das „Organisieren und Arbeiten: Workflows im Forschungsdatenmanagement“ (23. Oktober 2019), die Kulturwissenschaftlerin Kristina Petzold gibt Einblicke in ihre Arbeit mit Datenmengen im Projekt „Rez@Kultur“ und mit welchen Werkzeugen sie arbeitet. Dann geht es am 8. November 2019 weiter mit einem Gespräch über „Syncing und Sharing (Academic Cloud)“, am 20. November 2019 sprechen wir über den „Zugang zu Forschungsergebnissen: Open Access“ und am 4. Dezember 2019 tauschen wir uns über das „Aufbereiten und Veröffentlichen“ und die Metadaten aus. Ob Student oder Professorin – alle Mitglieder der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Sie kommen von einer internationalen Konferenz in Astana in Kasachstan, wo Sie eine „Keynote-Rede“ zum Forschungsdatenmanagement gehalten haben. Was war dort Ihre Botschaft auf der internationalen Fachebene?

    Ich konnte zeigen, dass die Universität Hildesheim eine feste Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet hat und diese Aufgabe ernst nimmt. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen in der internationalen Forschungsdaten-Community aus den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Rechenzentren kam das sehr gut an. Wir sind in Hildesheim vorne mit dabei, es ist besonders. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung des Rechenzentrums, der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Datenschutz und der Hochschulleitung. Viele Externe bewundern das, an manchen anderen Universitätsstandorten gibt es solche Stellen immer noch nicht.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

    Mit allen Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement können Sie sich jederzeit an fdm@uni-hildesheim.de oder direkt an Annette Strauch (E-Mail annette.strauch@uni-hildesheim.de) wenden.

    Aufruf: Bitte um Beteiligung an der Ermittlung des Bedarfs an Speicherung (falls noch nicht geschehen)

    Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, dennoch ist es im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis und für die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum essentiell, die Speicherbedarfe der jeweils laufenden Projekte zu kennen, um technisch für alle Forscherinnen und Forscher eines Projektes die besten infrastrukturellen Dienste zur Verfügung stellen zu können und um bestehende Basisdienste weiterzuentwickeln.

    Annette Strauch bittet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, sich an einer Umfrage über den Umfang der Forschungsdaten in aktuellen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an annette.strauch@uni-hildesheim.de. Einen Link mit Informationen finden Sie hier.

    Das nachhaltige Forschungsdatenmanagement betrifft jede Hochschule, auch im Hinblick auf eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 2 Fachbereich 3 Universitätsbibliothek Einrichtungen Fachbereich 1 Forschung Startseite
    news-17304 Fri, 02 Aug 2019 15:32:00 +0200 „Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/das-denken-macht-weder-vor-nationalen-noch-sprachlichen-grenzen-halt/ Wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, untersuchen Philosophen und Theologen in einem internationalen Forschungsnetzwerk. Die Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg ist von essentieller Notwendigkeit. Eine Begegnung mit den Professoren René Dausner und Jakub Sirovátka in Hildesheim. „Philosophie und Theologie sind eine Reflexion des Lebens. Sie kommen auf das Leben zurück“, sagt Professor Jakub Sirovátka, Associate Professor für Philosophie an der Südböhmischen Universität in Budweis, im Süden Tschechiens.

    Der tschechische Philosoph war als Gastwissenschaftler im Rahmen eines ERASMUS+-Austauschs am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim, um die gemeinsamen Forschungsbeziehungen zu pflegen. Mit dem Hildesheimer Theologen Professor René Dausner verbindet den Philosophen zum Beispiel die Forschung über den französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Levinas, der sich auch zu religionsphilosophischen Fragen geäußert hat.

    „Man man liest die Tradition anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens“

    Beide wirken in einem internationalen theologisch-philosophischen Forschungsnetzwerk mit, befassen sich etwa mit der Grundfrage, wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, „ohne dass das Unendliche mit dem Endlichen einfach identisch wird und ohne dass das Unendliche keine Bedeutung mehr für das Endliche hätte“, so René Dausner.

    Ein philosophisch-theologisches Gespräch zu führen, das auf der Höhe der Zeit und denkerisch anschlussfähig ist, sei eine der großen Herausforderungen. Hier könne die Phänomenologie sehr viel beitragen.

    „Was uns verbindet, ist, dass wir beide im Grenzbereich zwischen Philosophie und Theologie arbeiten. Man kann sich gegenseitig bereichern, weil man an einer gemeinsamen Sache arbeitet und trotzdem aus einem etwas anderen Blickwinkel“, so Jakub Sirovátka. „Wir möchten das Gespräch über das Göttliche, das Heilige, das Metaphysische mit dem heutigen Denken führen. Das bedeutet nicht, dass man die alte Lektüre zur Seite schiebt, aber man liest die Tradition neu oder anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens.“ So kommen neue Perspektiven auf, sagt der Philosoph.

    „Jeder von uns hat Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, etwa Liebe oder Freundschaft“

    Was meinen die beiden Forscher mit dem Gedanken, dass das Unendliche im Endlichen erscheinen kann? Es sei alltäglich und banal zu sehen, dass „jeder von uns Sachen hat, die für einen heilig sind. Da muss man nicht gläubig sein, das kann alles mögliche sein. Jeder von uns – so würde ich behaupten – hat auch Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, ob das Liebe ist, oder Freundschaft. Es sind Erfahrungen des Selbstüberschreitens“, so Jakub Sirovátka. Diese Erfahrungen, die jeder Mensch hat, seien besondere Erfahrungen. Sirovátka spricht von „Erfahrungen der Selbsttranszendenz“.

    „Unsere Alltagserfahrungen, mögen sie noch so säkular sein, zeigen Spuren des Transzendenten oder Heiligen“, sagt René Dausner. Ein Beispiel sei die Bewegung „Fridays for Future“, wo Greta Thunberg, eine Sechszehnjährige, auftritt, und sagt: Wir müssen etwas tun für unsere Zukunft. „Sie elektrisiert im Grunde eine ganze Jugendbewegung, die ja lange als unpolitisch galt, und hat es mit anderen zusammen geschafft, die Jugend dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen: Was für Zukunftsmöglichkeiten haben wir denn? Und – dass es überhaupt Zukunft geben soll, dass wir nicht nur jetzt leben und uns auf unser Leben beschränken, sondern dass wir vielleicht auch uns einschränken müssen, um der Zukunft willen. Es sind ethische und theologische Grundsatzfragen, die in die unmittelbare Erfahrungswelt von uns Menschen hineingehören“, so Dausner.

    Ein weiteres Beispiel für praktische Konsequenzen eines theoretischen Denkens führt Sirovátka an: „Mit Hans Joas könnte man sagen, eine jede Person ist heilig, aber nicht im religiösen Sinne. Deshalb empören wir uns, wenn Menschen gequält werden, wenn gegen Menschenrechte gehandelt wird.“

    Internationale Zusammenarbeit ist für Forschung von essentieller Notwendigkeit

    „Die internationale Zusammenarbeit ist für unsere Fragestellungen von essentieller Notwendigkeit“, sagt René Dausner. „Es geht nicht um eine nationale Idee oder nationales Denken, das Denken ist länderübergreifend. Und die Sprache spielt insofern eine große Rolle, als das Denken sich nicht auf eine Sprache begrenzen lässt, in unserem Forschungsnetzwerk lesen wir gemeinsam französische Philosophen, sind permannet mit anderen Sprachen konfrontiert. Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt.“

    „Unsere Stärke ist die Pluralität der Sprachen und Kulturen – nicht, in dem Sinne, dass man eine andere Kultur schlecht macht, sondern, indem man sich von ihr bereichern lässt“, sagt Jakub Sirovátka.

    ]]>
    Pressemeldungen Katholische Theologie Fachbereich 1 Startseite Forschung
    news-16370 Tue, 30 Jul 2019 13:26:00 +0200 Soziale Dienste: Dualer Masterstudiengang an Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/soziale-dienste-dualer-masterstudiengang-an-uni-hildesheim/ Zum Wintersemester 2019/2020 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste universitäre berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Die Studierenden können sich auf „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“ spezialisieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!). Soziale Dienste studieren:
    Jetzt bis 15.9.2019 bewerben

    Die Universität Hildesheim bietet den bundesweit ersten berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an. Das Studium bereitet Berufstätige auf eine hoch qualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor.

    Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander.

    Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort bis zum 15. September 2019  (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium beginnt im Herbst 2019.

    Beruf und Studium kombinieren

    „Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat.

    Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Das bestätigen Praxispartner der Hildesheimer Universität. Dr. Stefan Henniger, Chefarzt Psychosomatik der Median Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, sagt: „In der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation stehen wir Menschen zur Seite, die sich in einer komplexen Lebenskrise oder Neuorientierung nach körperlicher Erkrankung befinden. Neben dem sich Einfühlen, Mitfühlen und Aushalten von schwierigen Bedingungen und Kontexten benötigen wir ein sozialmedizinisches Denken und Handeln, welches sich erst in der Verbindung zwischen profundem Wissen und Praxiserfahrung entfalten kann. Die Kooperation mit dem dualen Masterstudiengang Soziale Dienste der Universität Hildesheim sehen wir als wichtige Bereicherung unseres multiprofessionellen Teams, um in unserem Haus eine bestmögliche bio-psycho-soziale Behandlung anzubieten.“

    „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels“, sagt Professorin Inga Truschkat.

    Mit dem neuen Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

    Schwerpunkte im Studium sind „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“

    Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung.

    Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

    Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

    Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

    Informationen zum Studiengang sind online abrufbar.

    Sie haben Fragen zum Masterstudiengang? Sprechen Sie uns gerne an!

    Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. September 2019 (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

    Kurz erklärt:

    Was ist ein berufsintegrierender Masterstudiengang?

    Es handelt sich um den bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang. Viele der bisherigen Angebote sind von Fachhochschulen oder privaten Hochschulen. Die Angebote von Universitäten sind bisher entweder Weiterbildungsmaster und damit nicht grundständig oder nur praxis- oder berufsbegleitend, d.h. Beruftätigkeit ist nebenbei möglich oder erwünscht.

    „In unserem Fall bedeutet berufsintegrierend, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Unser Studienangebot ist in der spezifischen Kombination von Master, berufsintegrierend und Universität einmalig“, erläutert Professorin Inga Truschkat.

    ]]>
    Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
    news-17105 Thu, 04 Jul 2019 07:50:00 +0200 90. Geburtstag: Politikwissenschaftler Professor Gottfried Leder https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/90-geburtstag-politikwissenschaftler-professor-gottfried-leder/ Professor Dr. em. Gottfried Leder, ein geistreicher Beobachter des politischen Zeitgeschehens und Begründer der Politischen Wissenschaft in Hildesheim, wird 90 Jahre alt. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler hat am 4. Juli 2019 Geburtstag. LESETIPP: Einen weiteren Artikel über Professor Gottfried Leder lesen Sie auch in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Juli 2019.

    Gottfried Leder wurde am 4. Juli 1929 in Berlin geboren. Nach Evakuierung und der Flucht aus Oberschlesien gelangte er im Frühjahr 1945 nach Niedersachsen und legte 1948 das Abitur in Peine ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Georg-August-Universität in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften.

    1955 promovierte er bei Rudolf Smend, einem der bedeutenden Staatsrechtslehrer der Weimarer Jahre und der Nachkriegszeit, zum Doctor juris. Mit seiner Dissertation „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ betrat Leder zu diesem Zeitpunkt juristisches und politisches Neuland. In das Jahr der Promotion fiel der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO und das Wehrpflichtgesetz wurde erst im Folgejahr vom Bundestag beschlossen. Gewissen und Widerspruch haben den Wissenschaftler fortan immer sehr beschäftigt. 1960 bis 1961 war er im Bundespräsidialamt in Bonn im Referententeam des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten.

    Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim

    Leder war der Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim. Er begründete als erster Lehrstuhlinhaber im Oktober 1961 das Fach Politische Wissenschaft an der damaligen Pädagogischen Hochschule Alfeld.

    1970 kam Leder mit 20 Kollegen aus Alfeld nach Hildesheim, wo er die Politikwissenschaft an der Hochschule und später Universität Hildesheim prägte. Leder gehörte mit der Berufung 1961 als der Jüngste zum Kreis der Hochschullehrer, die das Fach in Niedersachsen als Grundwissenschaft aufgebaut und in die Lehramtsausbildung integriert haben. In zahlreichen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Senats, hat er tatkräftig an der Weiterentwicklung von der Pädagogischen Hochschule zur selbstständigen Wissenschaftlichen Hochschule und schließlich zur Universität beigetragen.

    Forschung zu Gewissen und Widerspruch

    Als Hochschullehrer bemühte sich Leder bis zu seiner Pension 1991 stets um Fairness und Gerechtigkeit und förderte die Einübung präzisen Denkens und die Fähigkeit zur Begründung von Positionen.

    Neben der Forschung und Lehre hat Gottfried Leder vielfältige gesellschaftspolitische Aufgaben wahrgenommen, etwa im Niedersächsischen Landesausschuss für Erwachsenenbildung und im Beirat des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung und war Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung beim Bundesministerium für Verteidigung.

    Er engagierte sich zudem in zahlreichen kirchlichen Gremien. Über 30 Jahre gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an, wo er Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Kommissionen war. 1999 wurde der Politologe mit der Bistumsmedaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Anfang der 1970er Jahre hat er an der Würzburger Synode, der gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer, teilgenommen.

    2019 ist jüngst im LIT-Verlag das Buch „Bei Unrecht: Widerspruch!“ von Gottfried Leder erschienen.

    Im Gespräch

    Interview mit Professor Dr. em. Gottfried Leder

    Herr Professor Leder, Sie sind Begründer der Wissenschaft der Politik in Hildesheim. Was bedeutet es, die Politikwissenschaft als eine Grundwissenschaft aufzubauen?

    Die Politische Wissenschaft als Fach gab es damals an den Pädagogischen Hochschulen überhaupt noch nicht. Die Kultusministerkonferenz entschied damals Ende der 1950er Jahre, an jeder der acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen einen Lehrstuhl zu errichten, weil das erste Mal die NPD als Partei einen gewaltigen Schub bei den Landtagswahlen gemacht hat. Da wurde beschlossen: Wir müssen die Gegenwehr gegen diese Rechtsbewegung bei der Jugend anfangen – das wiederholt sich alles in der Geschichte. Und wenn man bei der Jugend anfangen möchte, muss man bei den Lehrerinnen und Lehrern anfangen. Und auf diese Weise wurde in allen pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen das Fach der politischen Wissenschaft eingerichtet, in den vier größeren 1960, und in den kleineren 1961. Es gab aber nicht genug Leute für diese Lehrstühle, die habilitiert waren. Den Hochschulen wurde gesagt: Schaut euch um, wenn ihr jemanden kennt, der promoviert und geeignet ist, dann ladet ihn in die Hochschulen ein und macht Check-Seminare.

    Sie waren 32. Das trauten Sie sich zu?

    Ich war damals noch im Bundespräsidialamt in Bonn. Ich war 32 Jahre jung und stellte mich in Alfeld vor. So ist es gewesen. Ich stand in zwei anderen Hochschulen auch noch auf der Dreier-Liste der möglichen Kandidaten. Ich wurde dann ernannt und war zunächst allein, als Assistent bot sich ein Lehrer an. Ich begann bei Null. Was ich als Bestand in Alfeld vorfand war eine Weimarer Verfassung und das Grundgesetz und 3000 D-Mark als Startkapital für den Aufbau einer Abteilung Politikwissenschaft in der kleinen Hochschulbibliothek. Ich traf auf eine wahnsinnig freundliche Kollegenschaft, die sich halb umbrachte, um mir zu helfen und zwischendurch fragte, was das eigentlich ist, was ich in der Politikwissenschaft mache. Wir waren 20 Dozenten in Alfeld.

    Was haben Sie Ihren Alfelder Kollegen und Ihrer Kollegin denn geantwortet, was ist Politikwissenschaft?

    Ich habe verdeutlicht, dass und warum die Politische Wissenschaft eine Wissenschaft ist und dass ich nicht hierher geschickt worden bin, Politik zu machen. Es ist die Wissenschaft, die den Gegenstand der Politik hat und alles, was politisch ist, ist ihr Objekt. Politische Wissenschaft treibt also keine Politik, sondern analysiert sie. Was nicht ausschließt, erstens, dass auch der Politikwissenschaftler eine politische Überzeugung hat und was die Frage aufwirft, ob Politikwissenschaft eine wertfreie Wissenschaft sein könnte. Das war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine große Debatte. Der Soziologe Max Weber hat die These von der Wertfreiheit der Politikwissenschaft einerseits glühend verteidigt und andererseits gibt es in seinen Schriften Passagen, in denen er darlegt, Politik ist natürlich auch eine wertende Wissenschaft. Wenn wir von „guter" oder „schlechter" Politik reden, fangen wir schon an mit dem Urteil. Ich kann das, was andere sagen, nicht sofort mit einer Haube der politischen Überzeugung beurteilen. Zunächst einmal muss die Analyse kommen.

    Herr Professor Leder, seit 28 Jahren sind Sie im Ruhestand. Ihr Interesse an Politik, an Philosophie und Zeitgeschichte ist ungebremst, auch im hohen Alter haben Sie noch einen Aufsatz über Gewissen und Gehorsam geschrieben. Nun feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Verraten Sie uns Ihre Lebensphilosophie, wie bleibt man so wach im Geiste und so aufmerksam?

    Seien Sie mir nicht böse, aber das kann ich nicht beantworten. Wie bleibt man so wach und aufmerksam? Ich danke jeden Tag dafür, das ich's bin. Wie man dazu kommt, merkt man ja nicht. Wenn man das Glück hat, merkt man es gelegentlich, weil jemand sagt: „Der ist noch ganz fit."

    Ich weiß natürlich, dass ich ein wunderbares Elternhaus, aufgeschlossen und interessiert an allem, gehabt habe und sehr jung erfahren habe, dass es auf der Welt sehr schlimme Dinge gibt. Meine Eltern waren beide absolut unbeleckt von jeder Sympathie für die Nazis. Ich bin 1929 geboren, ich war gerade vier Jahre alt, als sich die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 mit der Machtergreifung durchsetzten. Ich erzähle Ihnen eine verbürgtes Geschehen: Wie ich fünf Jahre alt war, 1934, war ich für ein Viertel Jahr bei meinen Großeltern in Breslau. An einem Abend, ich war von meiner Patentante schon ins Bett gebracht, fingen auf einmal die Glocken an zu läuten. Ich konnte nicht schlafen, bin in das Wohnzimmer der großen bürgerlichen Wohnung und habe mich beklagt, warum die Glocken so laut läuten. Mein Großvater sagte mir: „Weißt du, der Herr von Hindenburg, der Herr Reichspräsident ist gestorben." Ich reagierte, es war eine kindliche Reaktion: „Was denn, haben Sie jetzt den alten Mann auch noch umgebracht?“ Das war am 2. August 1934. Einige Monate zuvor, im Juni, hatte Hitler einen Putsch von SA-Leuten, seiner eigenen Truppe, niedergeschlagen, indem er seinen Freund Ernst Röhm, der Chef der SA, einer der obersten Nazis, hat erschießen lassen. Meine Eltern waren sehr intensiv katholisch und aufgeschlossen, sie wussten, 1935, 1936, 1937: Das gibt Krieg und es wird furchtbar. Sie wussten von Judenverfolgungen, ihre Freunde sind noch nach England entkommen. Als Fünfjähriger und in den folgenden Jahren habe ich eine schlimme Zeit erlebt. Ich konnte damals noch nicht Zeitung lesen, nur einzelne Worte. Das prägt mein ganzes Denken. Politik ist wahnsinnig spannend, aufregend und wichtig für uns alle, Politik kann schlecht sein und gut sein.

    Eine andere Situation: Ich war 30 und Referent im persönlichen Büro des Bundespräsidenten in Bonn, ich war einer von zwei Assistenten und hatte wie ich angekommen war, am ersten Tag einen Auftrag erhalten, eine Tischrede zu entwerfen für die Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts. Vorgabe 8 Minuten. Das war ein Glücksfall. Verfassungsrecht hat mich in meinem Studium so intensiv beschäftigt. Als ich in das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten das erste Mal hinein kam, saßen wir uns direkt gegenüber, er hatte mein Redemanuskript vor sich liegen, nahm einen grünen Stift und fing an zu lesen. Auf einmal knurrte er, und wieder knurrte er: „So kann man das doch nicht sagen." Reflexartig bat ich um Entschuldigung. Der Bundespräsident legt seinen Stift hin, guckt mich an und sagt: „Herr Leder, warum entschuldigen Sie sich denn dauernd? Sie sind hier dazu da, mir zu widersprechen. Und wenn ich es dann anders mache, ist das nicht mehr Ihre Verantwortung." Ich habe manchmal in Fällen von Meinungsverschiedenheiten mit Räten und Assistenten später zu mir innerlich gesagt: „Du weißt, die sind hier da, um dir zu widersprechen. Und wenn du es anders machst, musst du es alleine verantworten." Ich habe daher nie einen ernsten Konflikt mit einem Mitarbeiter an der Universität gehabt.

    Was bedeutet Wissenschaft für Ihr Leben? Wie hat die Politikwissenschaft Ihr Leben geprägt?

    Wenn ich Politik lehren will und Wissenschaft betreiben will, muss ich objektive Sachverhalte erzählen. Gewissen und Widerspruch hat mich immer sehr beschäftigt. Ich habe sehr gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet, die aus anderen Wissenschaften stammen. Zwölf Jahre war ich Mitglied eines Gesprächskreises für wissenschaftliche Pädagogik, nahm an den Symposien teil, sprach in Münster über politische Bildung. Wie sieht ein Politikwissenschaftler politische Bildung und hält sie für notwendig? Politische Bildung hat mich immer interessiert, ich habe sie mit vielen Referaten im Jahr in Bildungsinstitutionen von Stuttgart bis Fulda betrieben. Abends hatte ich meinen Vortrag in Oldenburg mit Diskussion bis zehn Uhr, am Morgen war ich zurück in Hildesheim, um um 8:00 Uhr mein Seminar zu halten. Von zwei Operationen abgesehen war ich 7 Vorlesungstage im Laufe der 30 Jahre an der Universität krank.

    Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Mich hat die Leidenschaft für politische Bildung und das innere Engagement mein Leben lang angetrieben. Demokratie ist ein Wert und die Parteien haben politische Funktionen in die Bevölkerung hinein. Wenn die Parteien heute wieder in einer Schwächephase stehen – was ganz ohne Frage ist und überhaupt noch nicht überwunden –, macht man sich seine Sorgen. Man kann Mitleid oder wenigstens Sympathie für Leute empfinden, die sich bestimmte Dinge zutrauen, dazu gewählt werden und dann von der eigenen Partei Stückchen um Stückchen in die Pfanne gehauen werden.

    Meine Studentinnen und Studenten haben mir gesagt, dass ich anspruchsvoll sei, aber immer fair in Prüfungen. Wenn die Studierenden zur Prüfung kamen, habe ich mich gekümmert, es war erstaunlich, wie viele so stark unter Prüfungsangst gelitten haben. Den Dank erfahre ich noch heute in Hildesheim manchmal auf der Straße, das sind wundervolle Tage.

    Wie haben Sie die Universität als Student erlebt?

    Ich erinnere mich an mein Studium 1949 in Göttingen, ich habe die Lehrangebote gesucht, die hingen nämlich nur in der Universität an großen Brettern. Fernsehen gab es noch nicht, im Radio wurden Lehrveranstaltungen natürlich auch nicht verkündet.Und dann musste ich erst einmal einen Kommilitonen ansprechen, der von einer Vorlesung kam. Aber die jungen Leute waren alle so eilig, ganz eigentümlich – freundlich, aber sie hatten nie Zeit. Warum? Eine große Zahl der jungen Männer hatte eine Gefangenschaft hinter sich nach dem Zweiten Weltkrieg, entweder bei den Franzosen oder bei den Amerikanern, aber kaum einer war aus Russland. Ich bin dabei gewesen, wie 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – im Grenzdurchgangslanger in Friedland einer der ersten Transporte von deutschen Kriegsgefangenen ankam in Bussen, in die sie in ihren Gefangenenlagern verladen worden waren, als Konrad Adenauer in Russland gewesen war und sie freigehandelt hatte. Ich habe mit anderen Studenten geholfen. Es hieß: „Die Gefangenen kommen. Wir brauchen dringend Hilfskräfte.“ Ich errinere mich, wie sie aus den Bussen aussteigen – blass, blank, abgemagert, manche mit einem Stock, manche mit einer selbstgebastelten Krücke unter dem Arm. Ich habe bis heute im Sinn, wie sie am Ende anstimmen: „Nun danket alle Gott.“ So etwas vergisst man nicht, das Schreckliche wie das Schöne.

    Wenn ich Ihnen noch eine Story erzählen soll: Ich saß im Seminar „Theorie des öffentlichen Rechts“ in Göttingen bei Professor Rudolf Smend, einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der Weimarer und der neuen Bonner Zeit. Da saßen mit mir im Raum zwei spätere Bundesminister, ein Dritter, der später in den Bundestag ging, zwei spätere Bundesverfassunsrichter, eine spätere Richterin. Ich saß auf dem letzten Platz, Mittwochabend, 20 Uhr bis 22 Uhr. Da passierte Folgendes: Rudolf Smend hatte einen Aufsatz geschrieben über den Kernbereich seiner eigenen Theorie, die Integrationslehre, der Staat ist Integration, für das große Handbuch der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er sagte, er wolle den Aufsatz zur Diskussion stellen: Die Integrationslehre und ihre Schwächen. Es war ein nachträgliches rücksichtsloses Urteil über sein zentrales wissenschaftliches Produkt, uns kamen die Tränen. Er saß und schwieg. Einer seiner Studenten, Wilhelm Hennis, später renommierter Professor, sagte: „Herr Professor, so schlecht, wie Sie Ihre eigene Theorie gemacht haben, ist sie ja nun wirklich nicht." Herr Smend sagte ganz ernst: „Ich bedanke mich für diesen Trost." Ich habe dauernd das große Glück gehabt, Leute dieser Kragenweite kennen zu lernen.

    Dieses Interview lesen auch viele Studentinnen und Studenten. Welche Entwicklungschancen bietet eine Universität jungen Menschen?

    Eine Hochschullehrerin beziehungsweise ein Hochschullehrer sollte zum Nebenberuf haben, seinen Studentinnen und Studenten immer wieder klar zu machen: Erstens, Sie müssen hier gewaltig Gas geben, sonst kann es sein, dass Sie das Studium nicht schaffen. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die es ohne solches Gasgeben mit Lockerheit geschafft haben. Zweitens, man muss sich selber darum kümmern, das man lernt, wie man lernt und wie man zum Denken kommt – mit der Folge, dass an zwei, drei Abenden in der Woche Bude und Arbeit angesagt ist. Weil es später auch so sein wird. Ohne knallharte Arbeitsbereitschaft geht nichts. Drittens: Man muss lernen, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das hilft übrigens auch, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und vorher versucht herauszufinden, wie der Prüfer oder die Prüferin tickt, dann können einen Fragen nicht erschrecken.

    Welche Aufgaben hat Wissenschaft in der Gesellschaft, wie kann die Region von der hier ansässigen Hochschule profitieren?

    Ich schätze die Bemühungen um den Wissenstransfer der heutigen Hildesheimer Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, dazu zählen etwa die öffentlichen Europagespräche von Professor Michael Gehler und Ringvorlesungen der Universität Hildesheim. Da wird etwas Reizvolles geboten. Ich habe einige Referate von Professorin Marianne Kneuer gehört, sie kann für jeden der anfängt, als Wissenschaftler zu arbeiten, nur Vorbild sein, ich bewundere das. Man muss sehen, dass die Bürger hier herkommen auf den Campus, man muss sie einladen. Und dann kommen sie ja offenbar.

    Die Hochschule, der akademische Bereich, ist nicht außerhalb dieser Welt, sondern ein Teil und muss sich selber integrieren. Eine Universität, die sich abkapselt, wird nie richtig in der Mitte dieser Stadt ankommen. Das Wachstum der Universität Hildesheim ist nicht unwesentlich in den letzten Jahren von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bewirkt worden und hat ohne Fragen in Hinblick auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte Bedeutung für Hildesheim. Etwa 11 % von Hildesheims gut 100.000 Einwohnern sind heute Studentinnen und Studenten, 1970 waren es 400 Studierende, 2019 sind es allein an der Universität etwa 8500. Und wenn Hildesheim sich nun darum bewirbt, Europäische Kulturhauptstadt zu werden, dann wird alles das, was vom gegenwärtigen Präsidenten geschaffen wurde dazu beitragen, dass Hildesheim sicher mit dem hervorragenden Ruf der Universität gestiegene Chancen hat.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 1 Personalportal Forschung Startseite
    news-17039 Wed, 19 Jun 2019 14:33:00 +0200 Experte für Biowissenschaften des Sports: Professor Sebastian Gehlert https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/experte-fuer-biowissenschaften-des-sports-professor-sebastian-gehlert/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert erforscht in Hildesheim unter anderem die muskuläre Anpassung im Kraft- und Ausdauertraining, den Proteinabbau im humanen Skelettmuskel und das Training und die Ernährung im Leistungssport. Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Professor. Sebastian Gehlert hat an der Universität Hildesheim die Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften des Sports am Institut für Sportwissenschaft des Fachbereichs „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ inne. 

    Professor Sebastian Gehlert befasst sich unter anderem mit der Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Training. „Es geht in meiner Forschung darum, mit biowissenschaftlichen und sportwissenschaftlichen Methoden, zu untersuchen, wie die Intensität, Zeitdauer und Abfolge von Kraft- und Ausdauertrainingseinheiten eine optimale und effiziente Reizabfolge generieren kann, die einen maximalen Leistungszuwachs in kurzer Zeit gewährleistet.“ Besonders interessant, sagt Gehlert, sei, dass die Entstehung dieser Vorgänge bereits auf Zellebene des Skelettmuskels beginnt und über spezifische Signalprozesse initiiert wird. „Diese Signalgebung lässt sich mit biowissenschaftlichen Methoden messen. Dies können Metabolite, Mikrovesikel oder RNA Fragmente sein, die als Folge des Gewebeumbaus in das Blut übertreten und uns Abbau- oder Aufbauprozesse indirekt anzeigen können. So können wir messen, ohne Muskelbiopsien vornehmen zu müssen.“

    Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Sportwissenschaftler. „Hier versucht man ja in kurzer Zeit – beispielsweise in ambulanten und zeitlich limitierten Rehaprogrammen oder aber auch in wettkampfnahen Vorbereitungsperioden – Trainingsreize so zu bündeln, dass zum Wettkampf die größtmögliche Schnelligkeits-, Kraft oder Ausdauerleistungsfähigkeit erzielt wird. Wenn es im Leistungssport überwiegend um Medaillen geht, äußert sich ein höheres Leistungsvermögen im Gesundheitssport mit verbesserter allgemeiner Belastbarkeit, Mobilität und Gesundheit.“

    Sebastian Gehlert arbeitete nach seinem Studium der Sportwissenschaften im Bereich Training und Leistung in Forschungsprojekten an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gehlert erhielt ein Graduiertenstipendium im Bereich Lebenswissenschaften der DSHS Köln. Er promovierte zum Thema  „Akute  und chronische Anpassung des humanen Skelettmuskels auf Kraft und Ausdauerbeanspruchung“ und arbeitete in der Abteilung molekulare und zelluläre Sportmedizin der DSHS Köln.

    Antrittsvorlesung von Professor Sebastian Gehlert

    Am Mittwoch, 19. Juni 2019, gibt der Sportwissenschaftler Professor Dr. Sebastian Gehlert Einblicke in seine Forschung. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung im Forum am Hauptcampus spricht er über den „Einfluss der molekularen Interaktion von Training und Ernährung auf die physiologische Leistungsanpassung“.

    ]]>
    Pressemeldungen Forschung Startseite Sportwissenschaft Fachbereich 1
    news-16849 Mon, 27 May 2019 15:31:39 +0200 Hochschulforschung – Hohe Relevanz für die Hochschulpraxis https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/hochschulforschung-hohe-relevanz-fuer-die-hochschulpraxis/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ arbeiten an Forschungsprojekten, die eine hohe gesellschafts- wie hochschulpolitische Relevanz aufweisen. Um sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulforschung sowie aus dem Hochschulmanagement bundesweit auszutauschen, trafen sie sich im Rahmen der „3. Hildesheimer Dialoge“ an der Universität Hildesheim. Ein Gastbeitrag des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“

    Zu den aktuellen Themen an Hochschulen zählen zum Beispiel, wie die Betreuung von Promovierenden stetig verbessert werden kann, wie die Hochschulen angesichts der gestiegenen Studierendenzahlen und nach wie vor hohen Abbruchquoten eine qualitativ gute und ansprechende Lehre leisten können, aber auch, wie sukzessive der Anteil an Professorinnen und Frauen in den Spitzen- und Leitungspositionen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb erhöht werden kann, und welche Maßnahmen und Strategien Hochschulen ergreifen, um ihre Beschäftigten sowie die Studierenden vor sexualisierter Gewalt und Belästigung zu schützen.

    Grund genug für das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ einige empirische Forschungsprojekte zu den oben genannten aktuellen Themen beim 3. Hildesheimer Dialog vorzustellen und Inhalte, Methoden, Vorgehensweisen, Ergebnisse und die Praxisrelevanz mit den Gästen intensiv zu diskutieren.

    Empirische Forschungsprojekte, Methoden, Inhalte und Vorgehensweisen wurden auf der Tagung vorgestellt

    Die meisten – mit einer Ausnahme – dort vorgestellten Projekte stehen am Beginn ihrer Forschungsphase. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Bührmann. Sie ist Professorin für Soziologie und Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen und war mit großem Interesse nach Hildesheim gereist, um sich einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen rund um die Hochschule zu verschaffen.

    Den Auftakt der Diskussionsrunde machte Prof. Dr. Tanja Paulitz von der TU Darmstadt. Sie gab einen spannenden Einblick in ein in Deutschland wenig untersuchtes Forschungsfeld: In dem BMBF-Projekt „Jenseits der Gläsernen Decke“ untersucht sie gemeinsam mit Leonie Wagner, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und einem Team, welche Marginalisierungserfahrungen Professorinnen an Universitäten wie Fachhochschulen machen. Im Kern ihres Projektes geht es darum, die sehr feinen und zum Teil wenig bewussten Mechanismen des Unsichtbarmachens, des Übersehens und Wegdrängens von Spitzenfrauen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb aufzuzeigen und daraus Gegenstrategien für eine Sensibilisierung und für inklusive Anerkennungspraktiken zu entwickeln.

    Noch in der ersten Phase der Förderung ist das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“, das Prof. Dr. Meike Sophia Baader, vom Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim, zusammen mit Dr. Christin Sager, ebenfalls vom Institut für Erziehungswissenschaft, leitet: „Unser Projekt geht der Frage nach, wie Hochschulen als Organisation mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ umgehen, welche Richtlinien und Beratungsangebote institutionalisiert und welche Formen von Best Practice identifiziert werden können“, erklärte Meike Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft und Vize-Präsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim.

    „Zudem fragen wir danach, ob das Thema in pädagogischen Studiengängen in der Lehre angekommen und verankert ist, gibt es doch seit 2010 eine erhöhte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten, so dass ein professioneller Umgang damit Teil der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sein sollte. Zusammen mit Akteuren und Akteurinnen aus der Region werden wir Handlungsempfehlungen erarbeiten“. Ihr Projekt wird bis Ende 2021 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, ebenso wie das Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“ von Dr. Daniela Böhringer und Prof. Kai-Olaf Maiwald, beide von der Universität Osnabrück, und Dr. Svea Korff vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. Das Forschungsteam an den beiden Standorten untersucht unterschiedliche Settings der Betreuung, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft dem Nachwuchs Leistung interaktiv zugeschrieben wird. Dazu werden Videoaufnahmen gemacht und konversationsanalytisch ausgewertet.

    Die Promotionsphase und der anschließende Übergang in den akademischen und außerakademischen Arbeitsmarkt stehen im Mittelpunkt eines weiteren Forschungsprojektes, dessen Eckpunkte ebenfalls bei den Hildesheimer Dialogen vorgestellt wurden: Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab einen Überblick über die großangelegte Studie „NACAPS – National Academics Panel Study“. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie, die er mit seinem Team durchführt, werden regelmäßig Promovierende und Promotivierte in Deutschland zu den Bedingungen des Promovierens, ihren Karriereabsichten, Karriereverläufen und allgemeinen Lebensbedingungen gefragt. Auch die Universität Hildesheim beteiligt sich an dieser Befragung.

    Den thematischen Abschluss bildete ein aktuelles Forschungsprojekt, das die akademische Lehre und vor allem die Hochschullehrenden in den wissenschaftlichen Blick nimmt: Wie reagieren Lehrende auf neue Anforderungen, die an eine zeitgemäße Lehre gestellt werden? Gehen Lehrende darauf ein, digitale Medien vermehrt in ihre Lehre zu integrieren? Setzen sie Aspekte einer gender- und diversityorientierten Lehre um? Diesen Fragen geht Dr. Marion Kamphans vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ in ihrem von der Universität Hildesheim geförderten Habilitationsprojekt nach, das sie den Anwesenden vorstellte.

    Hildesheimer Dialoge initiieren Austausch über Hochschulforschung und Hochschulentwicklung

    Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft und für Sozial- und Organisationspädagogik (Prof. Dr. Meike Baader; Prof. Dr. Wolfgang Schröer; Dr. Svea Korff; Dr. Marion Kamphans) der Universität Hildesheim die „Hildesheimer Dialoge“. Von besonderem Interesse ist es, einen Austausch mit anderen an Themen der Hochschulforschung und Hochschulentwicklung Interessierten zu initiieren.

    Zentrales Ziel ist es, sich auf Landes- und Bundesebene zu vernetzen. Ein dritter Grund für dieses Format ist, die hochschulpolitische wie praktische Relevanz der empirischen Studien und Projekte – die im Forschungscluster bearbeitet werden in ihrer Anschlussfähigkeit für Veränderungsprozesse an Hochschulen, etwa für das Hochschulmanagement oder die akademische Personalentwicklung zu diskutieren.

    Kontakt bei Fragen zu den Hildesheimer Dialogen: Dr. Marion Kamphans, Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allg. Erziehungswissenschaft (E-Mail: kamphans@uni-hildesheim.de)

    Kontakt bei Fragen zum Forschungscluster „Hochschule und Bildung“: Dr. Svea Korff, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de)

    Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

    Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim; Dr. Daniela Böhringer, Universität Osnabrück; Dr. Svea Korff, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim; Dr. Mark Bajohrs, Universität Mainz; Carolin Bätge, Universität Hildesheim; Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück; Dr. Marion Kamphans, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“; Dr. Christin Sager, Universität Hildesheim; Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim; Dr. Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover; Prof. Dr. Tanja Paulitz, TU Darmstadt.

    ]]>
    Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Forschung Startseite
    news-16798 Thu, 16 May 2019 12:48:23 +0200 Ausstellung: Motiv Europa – Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausstellung-motiv-europa-postalische-dokumente-zur-geschichte-und-einigungsidee-seit-1945/ Kurz vor den Direktwahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 zeigt die Universitätsbibliothek Hildesheim in Kooperation mit dem Institut für Geschichte eine Ausstellung mit Ersttagsbriefen und Postkarten rund um Europa. Die in der Ausstellung „Motiv Europa - Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945“ gezeigte Sammlung an Postkartenmotiven stammt von Dr. Otto May und die Begleittexte von Professor Michael Gehler. Zu sehen sind auf den über 500 philetalistischen Objekten die Idee Europa in ihrem Wandel, unter anderem Winston Churchill bei seiner Europarede 1943, das US-amerikanische Europäische Wiederaufbauprogramm Marshall-Plan, europäische Institutionen wie der Europarat, Jean Monnet und die Kohle- und Stahlgemeinschaft, Symbolik für Europa, Frankreich und das Scheitern der Europaarmee 1954, die Römischen Verträge 1957, die Gründung der EFTA und der Nordische Rat, der deutsch-französische Vertrag von 1963 zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Erweiterung der EU um die drei neutralen EFTA-Staaten 1995. Hinzu kommen Postkartenwerbungen für ein geeintes Europa.

    Die Wissenschaftler thematisieren in der Ausstellung auch die Problemfelder der EU und Kritik, etwa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik und nicht zuletzt das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die endlose Debatte um den „Brexit“. Gefördert wurde diese Ausstellung von der EU-Aktion „Jean Monnet Erasmus Plus“.

    Die Ausstellung schließt an eine bereits 2018 gezeigte Ausstellung zum Thema „Motiv Europa. Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee von 1789 bis 1945“ an.

    Professor Michael Gehler ist seit 2006 Jean Monnet-Professor für vergleichende europäische Zeitgeschichte und die Geschichte der europäischen Integration am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die vergleichende Neuere und Neueste europäische Geschichte, die deutsche und europäische Zeitgeschichte, die Selbstsicht und Fremdsicht auf Europa und die Identitätsbildung. Der Sammler Dr. Otto May stellte in mehreren Veröffentlichungen Postkarten in einen erziehungswissenschaftlichen Kontext. 8000 Postkarten aus seiner Sammlung sind im Bildarchiv Pictura Paedagogica Online digitalisiert.

    Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zugänglich (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eine Einführungsveranstaltung findet am Dienstag, 21. Mai 2019, um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek Hildesheim statt.

    Nach Vereinbarung können weitere Führungen angeboten werden. Die Ausstellung kann bis zum 31. Mai 2019 besucht werden.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
    news-16767 Wed, 15 May 2019 10:52:00 +0200 „Das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/das-leben-mit-geringer-lese-und-schreibkompetenz-ist-eine-erhebliche-einschraenkung/ Professorin Carola Iller über Konsequenzen aus der LEO-Studie, in der die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) untersucht wurden. In der Studie „LEO – Leben mit geringer Literalität“ hat ein Team um Professorin Anke Grotlüschen die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) erfasst. Etwa  6,2 Millionen Deutsche haben große Schwierigkeiten, einen zusammenhängenden Text in deutscher Sprache zu lesen und zu schreiben.

    Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann

    Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Carolo Iller von der Universität Hildesheim gehört zum wissenschaftlichen Beirat der LEO-Studie. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen besser unterstützt und beraten werden können.

    „Inklusive Bildung hat den Anspruch, allen Menschen – mit und ohne Einschränkungen – die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen und das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung. Vor allem ist damit auch der Zugang zu qualifizierter Arbeit, die Teilhabe am politischen Leben und eine eigenständiger Lebensweise eingeschränkt. Selbst zum Ausfüllen von Formularen und Anträgen, zum Unterschreiben von Kaufverträgen und zur Auswahl des richtigen Handy-Tarifs wird Hilfe benötigt“, so Carola Iller.

    Die Hildesheimer Professorin für Weiterbildung hat sich auf Erwachsenenbildung spezialisiert. „Ich beschäftige mich mit den didaktischen Konzepten und den Möglichkeiten einer zielgruppengerechten Ansprache der Erwachsenen – zum Beispiel durch Beratung oder die Einbindung von Familienangehörigen.“

    Eine Möglichkeit, sprachliche Barrieren abzubauen, sei zum Beispiel die Leichte Sprache. Die LEO-Studie hat gezeigt, dass etwa 30 % der Erwachsenen mit geringer Lesekompetenz den Schriftverkehr im Haushalt an andere delegieren und seltener ihren Kindern vorlesen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wichtig seien vor allem verständliche Informationen zu Gesundheit, Familienleistungen, aber auch zur Teilhabe an Politik und Arbeit, sagt Carola Iller. Eine geringe Lesekompetenz könne von den Erwachsenen an ihre Kinder „sozial vererbt“ werden, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, sagt Iller. Denn das Vorlesen im Kindesalter hat wiederum Einfluss auf das Lesen und Schreiben sowie den Schulerfolg der Kinder.

    Menschen mit geringer Literalität benötigen Unterstützung im Alltag – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans

    Die Professorin schlägt vor, geringe Literalität bei Erwachsenen zu enttabuisieren und in der Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Menschen mit geringer Literalität Unterstützung benötigen – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans. Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann.

    „Die Lernberatung zum Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz sollte ausgebaut werden und stärker mit anderen Beratungsangeboten wie Gesundheitsberatung, Erziehungsberatung und Schuldnerberatung verknüpft werden. Es braucht außerdem eine bessere vertikale Vernetzung zwischen den Bildungsbereichen: Wir gehen davon aus, dass Kindergarten, Schule und Hochschule jeweils zu abgeschlossenen Kompetenzen führen, das ist aber im richtigen Leben nicht so. Und deshalb brauchen wir immer wieder Gelegenheiten, das Gelernte aufzufrischen oder etwas nachzuholen, was vorher vielleicht nicht vermittelt wurde oder nicht gelernt werden konnte“, sagt Carola Iller.

    Interviews mit Erwachsenen mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen 

    Die Professorin hat Erwachsene mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen interviewt, die zum Beispiel während der Grundschulzeit aufgrund einer Erkrankung nicht regelmäßig am Unterricht teilgenommen haben und dann nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. „Sie haben sich ihr weiteres Schulleben durchgehangelt und versucht, nicht aufzufallen und danach Gelegenheiten gemieden, in denen ihre geringe Lese- und Schreibkompetenz hätte auffallen können. Wenn es dann im Erwachsenenalter durch eine persönliche Krise oder ein anderen einschneidendes Erlebnis doch noch zu dem Wunsch kommt, von Grund auf Lesen und Schreiben zu lernen, ist das ein großer Aufwand.“

    Die Wissenschaftlerin verweist auf ein Vorzeigeprojekt in Israel Dort können Erwachsene am Unterricht in Schulen teilnehmen. „Das hat bei allen Beteiligten – Kindern, Lehrerinnen und Lehrern sowie lernende Erwachsene – eine sehr positive Resonanz erhalten. Solche Projekte brauchen wir hier auch.“

    ]]>
    Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Forschung Startseite
    news-16733 Tue, 07 May 2019 14:07:00 +0200 Übergang von der Heimerziehung in ein eigenverantwortliches Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/uebergang-von-der-heimerziehung-in-ein-eigenverantwortliches-leben/ Wissenschaftlerinnen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik entwickeln eine vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben. Ministerin Birgit Honé informierte sich über das EU-geförderte Projekt. EU-Pojekt - Soziale Innovationen
    Übergänge aus Heimerziehung und Vollzeitpflege

    Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, hat auf ihrer europapolitischen Tour durch Niedersachsen das Forschungsteam am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das EU-geförderte Projekt „Trans-Fair“.

    Das EU-geförderte Projekt hat das Ziel, jungen Menschen den Übergang aus der Heimerziehung und Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben zu erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen stellten der Ministerin das Projekt, welches sich im letzten Drittel des zweijährigen Förderzeitraums befindet, vor. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftlerinnen Britta Karner, Jessica Feyer, Maria Schube und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik erstmals für die Region Hildesheim - auch mit Signalwirkung für Landes- und Bundesebene, eine rechtskreisübergreifende, vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben (sogenannte Care Leaver) entwickeln.

    Hierzu bindet das Forschungsteam möglichst viele Akteuere unterschiedlicher sozialer Dienste in den Prozess ein. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftlerinnen Informationsmaterialien über die eigenen Rechte im Übergang für Care Leaver und entwickeln gemeinsam mit freien Trägern und unter Mitwirkung von betroffenen jungen Menschen Konzepte zu einer besseren informellen Begleitung (unter anderem Paten, peer-to-peer-Angebote).

    „Ziel ist es, die Risiken des Übergangs von Care Leavern in ein eigenverantwortliches Leben abzumildern. Diese zeigen sich zum Beispiel in einer zum Teil fehlenden Existenzsicherung oder auch drohender Wohnungslosigkeit, aber auch in der Gefährdung von Bildungszielen aufgrund der belastenden Lebenssituation an der Schwelle zwischen stationärer Jugendhilfe und einem eigenständigen Leben“, sagt Dr. Severine Thomas.

    „Das Projekt Trans Fair beeindruckt mich sehr, denn Care Leaver verdienen unser besonderes Augenmerk. Und die eng verzahnte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Jobcenter und Universität zeigt, dass auf diesem Weg nicht nur die Situation junger Menschen verbessert wird, sondern auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner“, sagt Ministerin Birgit Honé.

    Kontakt bei Fragen zum Forschungsprojekt Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de).

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Startseite
    news-16658 Tue, 30 Apr 2019 11:38:00 +0200 Wahlkampf im Netz: Die Angst vor Echokammern ist übertrieben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wahlkampf-im-netz-die-angst-vor-echokammern-ist-uebertrieben/ Die deutsche Politik ist seit dem Einzug der AfD in den Bundestag stärker polarisiert als zuvor. Schotten sich die WählerInnen im Netz von Nachrichten ab, die nicht in ihr Weltbild passen? Nicht unbedingt, sagen Forscher der Universität Hildesheim. Sie haben 2,9 Millionen Facebook-Posts vor der Wahl 2017 analysiert. Die Politikwissenschaftler Professor Wolf Schünemann und Stefan Steiger sowie der Computerlinguist Fritz Kliche forschen zu Echokammern in sozialen Medien. In einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org befassen sich die Wissenschaftler der Universität Hildesheim mit dem Wahlkampf im Netz und analysieren rückblickend die Bundestagswahlkampf 2017.

    Die Wissenschaftler stellen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ vor, in dem sie einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben.

    Hier lesen Sie den Gastbeitrag

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 1
    news-16646 Wed, 24 Apr 2019 14:31:00 +0200 „Wir befinden uns in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wir-befinde/ Was bedeutet Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter? Ein Team der Politikwissenschaft veranstaltet eine internationale Tagung an der Universität Hildesheim. Etwa 30 Fachleute aus Italien, Deutschland, Spanien und Portugal diskutieren am 25. und 26. April 2019 über den Wandel im digitalen Zeitalter und die Auswirkungen von Internet und Social Media auf Öffentlichkeit. Die digitalen Technologien werden immer wieder mit Hoffnungen auf eine stärkere Bürgerbeteiligung  verbunden. Optimistischen Szenarien stehen dagegen eher pessimistische Perspektiven gegenüber, etwa die Fragmentierung der Öffentlichkeit sowie die Bildung von Filterblasen und Echokammern.

    „Wir befinden uns bereits mitten in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, dessen Ausmaße allerdings noch nicht absehbar sind. Dabei müssen die mitunter gegenläufigen Entwicklungen analysiert werden: Das Netz kann viele Menschen verbinden, ebenso aber vereinzeln; es kann den Austausch fördern, ebenso aber polarisieren und sogar aufhetzen. Es kann den öffentlichen Raum grundsätzlich vergrößern, ebenso aber zu seiner Parzellierung beitragen. Was bedeutet Öffentlichkeit überhaupt im digitalen Zeitalter? Allein die Verschiebung zwischen öffentlicher und privater Sphäre wird immense Wirkungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft haben“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

    Die Professorin hat mit ihrem Team am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit vielbeachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“  aufgebaut. Die Politikwissenschaftlerin organisiert die internationale Konferenz gemeinsam mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik, und Dr. Emiliana De Blasio und Professor Michele Sorice von der LUISS Privatuniversität für Sozialwissenschaften in Rom. Die Tagung ist im Rahmen der Aktivitäten des „Zentrums für Digitalen Wandel/Center for Digital Change“ einzuordnen. 

    „Die Tagung ist international hochklassig besetzt. Wir freuen uns auf zwei Tage intensiven Dialog über ein Thema höchster gesellschaftlicher Relevanz: die Transformationen politischer Öffentlichkeiten im digitalen Wandel“, sagt Professor Wolf Schünemann.

    Die Tagung bildet den Auftakt für eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Transformationen im digitalen Zeitalter“ , die das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim gemeinsam mit  der LUISS University in Rome, der Scienes Po in Paris, der University of Perugia, der USI in Lugano, der University of Urbino und der University of Prague entwickelt. Das internationale Netzwerk erforscht gemeinsam den digitalen Wandel aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Die nächste Tagung soll voraussichtlich zum Thema „Transformations of Internet Governance“ ausgerichtet werden.

    Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Hildesheimer Konferenz. Die Tagung ist nicht öffentlich. Interessierte können sich vorab an die Veranstalter wenden.

    Wer sich für die Forschung an der Universität Hildesheim interessiert, kann Prof. Dr. Marianne Kneuer (kneuer@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

    Zentrum für Digitalen Wandel
    Center for Digital Change

    Programm der internationalen Tagung

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-16657 Wed, 24 Apr 2019 13:33:50 +0200 In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/in-der-praxis-sozialpaedagogisches-projektsemester/ 120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

    Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

    Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

    Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

    Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

    Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

    Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

    Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

    Abschlussveranstaltung

    Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

    23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

    „Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

    Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

    Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

    Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

    Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

    Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

    Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

    Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

    Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

    Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

    Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

    Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

    Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

    Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Universität Hildesheim Fachbereich 1 Studierendenportal
    news-16505 Mon, 15 Apr 2019 12:58:00 +0200 Skifahrt: Mit Sport zurück ins Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/skifahrt-mit-sport-zurueck-ins-leben/ Sport treiben, um nach einer schweren Erkrankung wieder den Alltag zu bewältigen: Sportwissenschaftler und Studierende der Universität Hildesheim und Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover binden Sport in den Alltag von krebskranken Kindern ein, damit sie wieder Kraft tanken und Zutrauen erfahren. Einmal im Jahr fahren sie gemeinsam mit Familien in die Berge. Eine Skifahrt ist nur möglich, da einige Privatpersonen, Stiftungen und Vereine spenden. Das Team um Professor Nico Kurpiers bedankt sich herzlich bei allen Spendern. Sportwissenschaftler, Sportstudierende und Ärzte fahren seit 2013 gemeinsam mit Familien, deren Kinder eine Krebserkrankung überlebt haben, einmal im Jahr in die Berge.

    „Für uns alle ist es faszinierend, wenn man nach der gemeinsamen Busfahrt ankommt. Wir sehen die Berge. Für die Kinder, die lange nichts zu lachen hatten und in einer Krankenhaus-Umgebung waren, ist das besonders beeindruckend", sagt der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers.

    Die Diagnose „Krebs" und die folgenden extrem belastenden Monate und Jahre kosten Kindern und ihren Familien sehr viel Kraft, sagt Kurpiers. „Auch Lehrer, Trainer und Mitschüler wissen oft nicht wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Wir möchten unter anderem angehende Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereiten, wie sie Sport nach einer Erkrankung in den Alltag der Kinder einbetten können."

    Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten

    Etwa acht bis zehn Familien fahren jedes Frühjahr mit in die Berge, die Nachfrage ist hoch. Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten. Im Frühjahr 2019 ging die Fahrt in die österreichischen Alpen nach Pitztal.

    Es gibt ein festes kompetentes Team aus Sportstudentinnen und Sportstudenten, die immer wieder mitfahren und zu einem erheblichen Teil am Gelingen dieser Maßnahme beteiligt sind, sagt Nico Kurpiers. „Das Prinzip ist einfach: Die Familien sollen dem alltäglichen Stress entfliehen und weder an die Klinik noch die Ängste, die mit der Erkrankung der Kinder verbunden sind, oder die Folgen der Behandlung denken. Die Probleme sind weitreichend und äußern sich nicht nur in körperlichen Leiden und Folgeerscheinungen, sondern auch die Psyche ist in der Regel angeknackst und braucht einen positiven Stimulus. Die Angst vor einem Rückfall oder Zweittumor ist immer präsent, die soziale Isolation in Schule, Verein oder im Freundeskreis – meist durch Unsicherheit des Umfeldes unbewusst entstanden – kennt fast jeder Betroffene“, erklärt der Sportwissenschaftler.

    Bei der Reha-Maßnahme in den Bergen müssen sich die Familien um nichts kümmern, denn alles wird von Professor Nico Kurpiers und seinem Team weit im Vorfeld geplant und dann vor Ort durchgeführt. Die Studierenden besuchen zur Vorbereitung das Seminar „Wintersport in der Rehabilitation krebskranker Kinder“ und reisen gut vorbereitet an.

    „Es fahren zehn Studierende mit. Die einen wollen Lehrer werden und können diese Erfahrung gut für ihren späteren Beruf nutzen, da es nachweislich Defizite an Schulen gibt, was den Umgang mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen angeht. Die anderen studieren bei uns in Hildesheim ‚Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne‘ im Masterstudium und möchten zum Beispiel  einen therapeutischen Beruf ergreifen oder wissenschaftlich arbeiten“, so Kurpiers.

    Forschung: Wie kann die Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport erhöht werden?

    Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler führen vor Ort in den Bergen wissenschaftliche Studien durch und erforschen etwa motorische Parameter bei den Kindern, wie zum Beispiel die Steigerung der Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport oder sie befragen die Eltern zur Lebensqualität oder partnerschaftlichen Aspekten und führen Interviews.

    In den Bergen fahren die Eltern in eigenen betreuten Gruppen, getrennt von den Kindern, die wiederum in ihren Gruppen aufblühen und abgelenkt werden  und beide, Eltern und Kinder, entdecken oder erlangen ihre körperliche Leistungsfähigkeit wieder, sagt Kurpiers.

    „Diese Generation der Sportstudierenden leistet ganze Arbeit und ist überaus engagiert“, sagt Professor Nico Kurpiers

    Die Skifahrt wird regelmäßig evaluiert, um Optimierungsvorschläge aufzugreifen, wobei vor allem das geschulte, sehr empathische und überaus engagierte Team der Studenten immer besonders gut abschneidet. „Man kann über die heutige ‚Generation Student‘ sagen was man will, aber bei dieser Maßnahme wird unter Beweis gestellt, dass es sie gibt, die Studierenden, die mehr machen als Credits zählen und den kürzesten und geradlinigsten Weg durch das Studium planen, denn das Team leistet ganze Arbeit, und die meisten des Teams können  durch  ihr  Mitwirken schon lange keine Punkte mehr curricular geltend machen“, sagt Professor Nico Kurpiers.

    In diesem Jahr ist auch ein ehemaliger Krebspatient mit einer Oberschenkelamputation mitgefahren, berichtet der Sportwissenschaftler. „Im Vorfeld haben wir über eine österreichische Firma ein Paar Krückenski bestellt und ein Teil des Teams hat eine zusätzliche Schulung besucht. Die Umsetzung vor Ort hat erstaunlich gut geklappt und nach anfänglichen leichten Unsicherheiten steigerte sich der junge Mann von Fahrt zu Fahrt und Tag zu Tag, so dass er bereits am dritten Tag fahrerisch das Wochenziel erreichte und es am Ende keine Piste mehr gab, die er nicht geschafft hätte“, freut sich Kurpiers.

    Sportwissenschaftler bedanken sich bei allen Unterstützern

    Alle Beteiligten bedanken sich ganz herzlich bei allen Spendern und Unterstützern, denn um die Fahrt möglichst wenig exklusiv zu gestalten und keine Familie auszugrenzen, zahlen die Familien einen geringen Betrag als Eigenbeteiligung und der Rest wird über Spendengelder finanziert.

    Durch großzügige Unterstützung der Vor-Tour der Hoffnung (Rheinland-Pfalz), des Vereins Menschen für Kinder e.V., des Rotary Clubs Hildesheim, die grünen Damen und Herren der Medizinischen Hochschule Hannover MHH, Inner Wheel Hildesheim, der Sport-Fachschaft der Universität Hildesheim, einigen privaten Spendern und der Uni Hildesheim konnte die Skifahrt nach Pitztal stattfinden.

    „Die sportliche Zeit in den Bergen hinterließ viele strahlende, glückliche und stolze Gesichter und wir hoffen, dass wir wieder ein Stück weit zur Genesung beitragen konnten. Es ist nur eine Woche pro Jahr mit ehemaligen Patienten und deren Familien im Schnee, aber was das bedeutet, wie sich das anfühlt und ob das möglicherweise sogar nachhaltig sein kann, das wissen tatsächlich nur die Menschen, die dabei waren“, sagt Professor Nico Kurpiers.

    Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling

    Parallel zum Ferienbeginn in Niedersachsen richtet das Institut für Sportwissenschaft der Uni Hildesheim vom 3. bis 7. Juli 2019 das Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling an der Plöner Seenplatte aus. An dem Sommercamp können an Krebs erkrankte Kinder und ihre Familien teilnehmen. Die Vorbereitungen laufen bereits. „Wir sind gespannt, vor welchen neuen Herausforderungen wir diesmal stehen. Aber eins ist klar: Wir sagen „JA“, stellen uns der Herausforderung und machen es möglich“, sagt Nico Kurpiers.

    Kontakt zum Sportwissenschaftler

    Im nächsten Winter wird erneut ein Wintercamp im Pitztal stattfinden (29. Februar bis 7. März 2020). Wer mehr über die Skifreizeit und Forschung erfahren möchte oder die Arbeit der Hildesheimer Sportwissenschaftler unterstützen und spenden möchte, kann sich an Prof. Dr. Nico Kurpiers wenden (E-Mail kurpiers@uni-hildesheim.de).

    Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“

    In dem zweijährigen Masterstudiengang „Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“ bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten zu Fachleuten für Gesundheitssport aus. Die Studierenden wenden sportwissenschaftliches und methodologisches Wissen an, kombinieren Theorie und Praxis. Außerdem führen sie im Praxissemester ein eigenes Forschungsprojekt durch. Im Sportstudium befassen sich die Studierenden zum Beispiel mit Bewegung als zentrale Leistung des Menschen, mit Gesundheit und Gesunderhaltung in der menschlichen Entwicklung und sie gestalten Trainingsprozesse.

    Professor Peter Frei ist Sportwissenschaftler und leitet das Sportinstitut der Universität Hildesheim, er erklärt: „Bewegung wirkt sich unmittelbar auf den Körper, das Herz-Kreislauf-System und die Motorik aus. Die Studentinnen und Studenten weiten den Blick auf Gesundheit und Leistung. Leistung ist mehr als höher, schneller, weiter. Sie blicken auf die Rolle des Sports im gesamten Lebenslauf.“

    Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport

    Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers hat die Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport seit 2015 inne. Er baut Projekte aus, in denen Kinder und deren Familien nach einer Krebserkrankung unterstützt werden.

    Die Professur wurde von Uwe und Beate Schiedeck gestiftet, der Ehrensenator der Universität Hildesheim, Uwe Schiedeck, ist 2018 verstorben. Das Team um Nico Kurpiers ist für die Unterstützung sehr dankbar. „Uwe Schiedeck hat durch seine großartige Unterstützung des Sportinstituts wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Sport und Bewegung im Lebensgang an der Universität Hildesheim nachhaltig erforscht und gelehrt werden kann. Wir werden uns seiner stets dankbar erinnern.“

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft
    news-16490 Mon, 08 Apr 2019 15:45:58 +0200 Learning how the younger generation is preparing to face new challenges https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/learning-how-the-younger-generation-is-preparing-to-face-new-challenges/ Der Gastwissenschaftler Lenin Martell berichtet im Interview, mit welchen Impressionen er aus Deutschland nach Mexiko zurückkehrt. Der Politikwissenschaftler gehört zu einem Team, dass die Kooperation zwischen den Universitäten Toluca und Hildesheim ausbaut und pflegt. Er befasst sich mit Entwicklungen im Journalismus und der Rolle öffentlicher Medien im politischen System Mexikos. Die Universität Hildesheim und die Universidad Autónoma del Estado de México (UAEMex) in Toluca kooperieren seit 2010 unter anderem in den Bereichen Interkulturelle Kommunikation und Übersetzen. Bisher haben mehr als 50 Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Toluca an dem Austausch teilgenommen. Außerdem beinhaltet die Zusammenarbeit den Austausch von Dozentinnen und Dozenten sowie gemeinsame Veröffentlichungen, so entstand zum Beispiel ein Sammelband zur Fremdsprachenvermittlung.

    Es gibt zahlreiche Kooperationsabkommen zwischen deutschen und mexikanischen Hochschuleinrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Hildesheim und der Universidad Autónoma del Estado de México ist allerdings besonders: das Verbindungsbüro der mexikanischen Universität in Hildesheim ist die erste und einzige ständige Vertretung einer mexikanischen Hochschuleinrichtung in Deutschland.

    Studierende und Dozentinnen und Dozenten, die Fragen zum internationalen Austausch haben, können das Team des International Office der Universität Hildesheim kontaktieren.

    Interview with Lenin Martell

    “I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor”

    Prof. Dr. Lenin Martell is a Professor at the School of Political and Social Sciences in the Autonomous University of the State of Mexico in Toluca. As a guest lecturer he worked at University of Hildesheim. In an interview he talks about his experiences in Hildesheim.

    You have worked, researched and taught in Hildesheim as a visiting scholar, now you are back in Mexico. What was exciting?

    I would say three things: Learning about what the younger generation thinks about global issues – such as poverty – also, how they learn, how they behave, how they are preparing to face new challenges in the professional arena. I had many international students in my classes at University of Hildesheim – from Rumanians to Indians or Mexicans, among others.

    Students tend to have more information about global issues, such as gender equality and environment, though having more information does not make them more sensitive to these issues. They seem to show take on a more intellectual posture as opposed to a broad understanding on global issues.

    With which impressions are you going back home?

    I returned to Mexico with many new professional and life experiences. The concept of higher education is changing very dramatically around the world, and it is difficult for the policy makers, administrators, and scholars to adapt to new educational realities. For example, we want to teach in a more active-participatory way, but I perceive that many colleagues do not exactly know how to develop those skills in the classroom. There is a growing need to work one-on-one with students, but it seems to be hard for both students and professors to learn these dynamics. Also, let’s face it: Students are not reading at the same pace as previous generations used to. This is a big problem. Students feel more empowered and freer to be opinionated rather than providing strong arguments in class. Also, despite students being quiet young, they struggle to learn new methods or dynamic approaches within the class. We live in a global world, but it doesn’t mean students are able to adapt to new environments.

    In addition to this, universities need to develop media literacy. International students seem very well informed on current worldwide events. But it is difficult for them to decode concepts such as poverty or injustice – even identifying them. Their academic and personal formation would benefit from these skills. 

    On the other hand, I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor. I learned them first-hand from a German educator, and I think she experienced the same thing. That means exchanging good pedagogical practices. For example, what to expect academically from students; how to tackle a specific problem in class; which approach to give a theoretical class. This is very rewarding, because one rarely has the opportunity to receive feedback from another professor.

    How do you want to strengthen the cooperation between Toluca and Hildesheim?

    Since being home I have been able to strengthen our ties with Hildesheim. Dr. Felix Koltermann from the Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur just spent two weeks at the Autonomous University of the State of Mexico (UAEM) as a visiting scholar. He taught two workshops on Visual “Storytelling and Photojournalistic Imaginary” and “Visualizing Conflict in Contemporary News”. He also gave a keynote presentation on “Photojournalism in the era of Post-Truth”. Both students and academics welcomed Koltermann’s work in Toluca with gratitude. For example, students at the graduate program on Peace and Development studies were able to experience practical knowledge and were very happy to learn about photojournalism. According to these students, Koltermann made them think about knowledge and skills they had never considered before. Some were even motivated to include the study of photos in their research.

    I will also continue to promote student and scholar exchanges with Hildesheim, and I will continue collaborating with other professors at Hildesheim.

    Questions: Isa Lange

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Startseite International Office
    news-16396 Thu, 28 Mar 2019 14:38:40 +0100 Zukunftsdiskurs Europa: Historiker und Theologen laden zur Debatte ein https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/zukunftsdiskurs-europa-historiker-und-theologen-laden-zur-debatte-ein/ Historiker und Theologen der Universität Hildesheim laden Bürger zur Debatte über Europa ein. Der Zukunftsdiskurs startet in Hildesheim im April 2019 mit einer Podiumsdiskussion und einem Bürgerforum. Das niedersächische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt. Wissenschaftler der Universität Hildesheim schaffen mit einer Veranstaltungsreihe ab Anfang April einen Ort, an dem Bürger all ihre Fragen über die EU stellen können. Mit der Debatte zeigen die Hildesheimer Wissenschaftler, dass die EU mehr ist als nur Brexit, Viktor Orbán und Währungskrise.

    Der europäische Bürgerdialog in Hildesheim will informieren und ein realistisches Bild der EU zeichnen, Chancen und Grenzen der EU aufzeigen. In geballter Form erhalten Bürger Informationen über die Europäische Union, so dass sie das Geschehen beurteilen können.

    Debatte über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft

    Der Historiker Professor Michael Gehler und der Theologe Professor Alexander Merkl führen in Hildesheim einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft [hier geht's direkt zum Programm].

    Gehler meint dazu: „Eine solche Gemeinschaft ist dann gegeben, wenn die wechselseitigen Bindungen der Mitglieder untereinander so eng geworden sind, dass von ihnen auch ein gegenseitiges Einstehen in Ausnahme- und Notfällen gegeben ist, also jenseits finanzieller und wirtschaftlicher Vorteile.“

    Wissenschaftler laden alle Bürger, Studierenden, Lehrenden und Schüler zur Debatte ein:  Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und zweitägiges Bürgerforum am 26. und 27. April 2019

    Die Debatte in Hildesheim startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim.

    Abschließend findet am 27. Juni 2019 am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Abschlussveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

    Zudem finden Europagespräche am 3. Juni 2019 über die Aufgaben und die Verantwortung des Europäischen Parlaments in den kommenden fünf Jahren und am 17. Juni 2019 über die Geschichte und Gegenwart des Europarats statt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei.

    Aktuelle Anlässe für die Debatte bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so der Theologe Alexander Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

    Historische und ethische Fragen debattieren

    Die Wissenschaftler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen. Bürgerinnen und Bürger sowie Studentinnen und Studenten können sich an dem Diskurs beteiligen und an der wissenschaftlichen Aufarbeitung über Europa gestern, heute und morgen teilhaben.

    Zukunftsdiskurs Europa
    Ausführliches Programm

    Professor Alexander Merkl forscht im Bereich der theologischen Ethik und publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

    Zukunftsdiskurs in Hildesheim

    Das niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Hildesheimer Projekt „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“. Die Historiker und Theologen der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

    Mit dem Förderprogramm „Zukunftsdiskurse“ stärkt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und verdeutlicht, dass die Universität Hildesheim ein zentraler Ort für zukunftsorientierte Debatten ist.

    Die Debatte ist auch durch die Unterstützung durch das Programm ERASMUS+ der Europäischen Union möglich, weitere Partner sind die Volkshochschule Hildesheim und das Kulturhauptstadt-Projektbüro Hi2025.

    Wer Fragen zu dem Hildesheimer Zukunftsdiskurs über Europa hat, erreicht den wissenschaftlichen Mitarbeiter Kai Schinke unter schinke[at]uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Katholische Theologie Geschichte Fachbereich 1
    news-16276 Thu, 21 Mar 2019 10:36:00 +0100 Digital Humanities: Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digital-humanities-forschung-in-den-digitalen-geisteswissenschaften/ Am Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim bauen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften aus. Mithilfe computerlinguistischer Methoden können sie große Datenmengen analysieren. Aktuelle Ergebnisse stellten sie beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ vor, einer Kooperation zwischen den Universitäten Hildesheim und Göttingen. Ulrich Heid forscht und lehrt als Professor für Sprachtechnologie und Computerlinguistik am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Professorin Caroline Sporleder, Direktorin des Göttingen Centre for Digital Humanities , lädt der Computerlnguist regelmäßig zu Arbeitstagungen ein.

    Alle sechs Monate kommen Forscherinnen und Forscher beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ zusammen, im Frühjahr in Göttingen, im Herbst in Hildesheim. Ende Februar 2019 fand die Arbeitstagung zum Thema „Digital Methods in Political Science“ in Göttingen statt.

    Die Workshops dienen dazu, dass beide Standorte einander über laufende Projekte, Methoden und Verfahren informiert halten. Regelmäßig werden europäische oder nationale Gäste eingeladen.

    Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoribildung und computerlinguistischer Textanalyse

    „Einige der prominenteren Vertreter computerlinguistisch arbeitender Politikwissenschaft Deutschlands kamen diesmal zusammen“, sagt Ulrich Heid. „Wir wollen gemeinsam verstehen, wie die Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoriebildung und computerlinguistischer Textanalyse aussehen kann. Zwar ist der Einsatz von Werkzeugen zur Extraktion von Wörtern und Wortsequenzen und von Zählverfahren und statistischen Tools sehr ‚en vogue‘ in der Politikwissenschaft, aber das eigentliche Ziel sollte es sein, klarer zu verstehen, welche Arten von Werkzeugen welche Arten von theoriegeleiteten Fragenstellungen gut unterstützen.“

    Ein thematischer Schwerpunkt ist das vieldiskutierte Problem „Hate Speech“. „Wir bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich Gedanken dazu machen, was eigentlich alles als Hate Speech gelten soll, aber auch solche, die Werkzeuge oder Daten für Training und Test von Werkzeugen entwickeln.“

    Computerlinguistische Techniken in den Geisteswissenschaften

    Die Verwendung und die Menge verschiedener computerlinguistischer Techniken hat für die textbasierten Geisteswissenschaften in der letzten Zeit enorm zugenommen, sagt Heid. Mit den Nachbarn in Göttingen hat er die idealen Kooperationspartner gefunden. Beide Universitäten haben eine geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Ausrichtung, forschen sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientiert. In Göttingen wurde Caroline Sporleder als Professorin für digitale Geisteswissenschaften im Fachbereich Informatik berufen. „Wir halten uns auf dem Laufenden, wie die Geisteswissenschaften auf die Digitalisierung reagieren“, sagt Ulrich Heid, der in Hildesheim gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer seit Ende 2018 am „Zentrum für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ mitarbeitet.

    Program of the 7th. Göttingen/Hildesheim-Workshop
    on Computer Linguistic and Digital Humanities

    Im Folgenden geben einige der am Workshop beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hildesheim Einblicke in ihre Forschung:

    Analyse von Diskursen über Solidarität

    Computerlinguist Prof. Dr. Ulrich Heid

    Prof. Dr. Ulrich Heid ist ordentlicher Professor für Sprachtechnologie / Computerlinguistik in Hildesheim und Mitbegründer der Workshop-Serie „Computational Linguistics and Digital Humanities“. Ulrich Heid ist selbst Geisteswissenschaftler, hat Sprachwissenschaft und Geschichte studiert und sich dann auf Computerlinguistik und Sprachtechnologie spezialisiert.

    Herr Professor Heid, an welchem Forschungsthema arbeiten Sie zurzeit?

    Zusammen mit Prof. Dr. Marianne Kneuer präsentiere ich Pläne für das neue, vom Land Niedersachsen finanzierte Projekt SOLDISK, also erst einmal nur Ziele und angestrebte Methoden, noch keine Ergebnisse. Professorin Marianne Kneuer koordiniert das Projekt, das am 1. März 2019 beginnt und Politologen und Computerlinguisten zusammenbringt. Wir analysieren Diskurse über Solidarität, wie sie in online-Quellen vorliegen. Beispiele sind offizielle Texte der Regierung, aber auch Statements auf Internetseiten zivilgesellschaftlicher Akteure (Kirchen, Vereine, Bürgerinitiativen usw.) oder von Individuen. Wir wollen für den Zeitraum 2012 bis 2016 und die beiden Einwanderungsereignisse in Deutschland (Rumänen und Bulgaren, 2012 bis 2014; sogenannte „Flüchtlingskrise“ 2014 bis 2016) ein Textkorpus sammeln, analysieren und im Hinblick darauf untersuchen, wie über Solidarität (zum Beispiel mit den Flüchtlingen) geschrieben wird.

    Warum ist diese Forschung wichtig?

    Es heißt, Solidarität sei in der Krise; speziell in Zeiten, die als Krisenzeiten wahrgenommen werden, wie etwa den von Migrationsereignissen gekennzeichneten Jahren 2012 - 2016. Solidarisches Handeln in großem Stil zu erfassen ist sehr schwer; aber Diskurse über Solidarität das heißt das, was Akteure im Gemeinwesen darüber schreiben oder sagen, lässt sich sammeln, über die Zeit hinweg analysieren und interpretieren. Uns interessiert, ob und wie sich die oben genannten drei Gruppen in ihren Solidaritätsdiskursen unterschieden, ob generell oder gruppenweise Soldidarisierungs- bzw. Desolidarisierungsentwicklungen feststellbar sind, und ob Diskurse einer Akteursgruppe auf die anderen Gruppen "abfärben". Schließlich auch, wie argumentiert wird: mit wirtschaftlichen Argumenten, mit Fremdheit, oder mit Sicherheitsargumenten? Die Ergebnisse sind langfristig auch für die Politikberatung relevant.

    „Practices of Commenting in Digital Public Spheres”

    Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten

    Prof. Dr. Michael Corsten ist Professor für Soziologie und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften in Hildesheim. Im Rahmen des DFG-Projekts „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“ hat Corsten mehrere Doktorarbeiten und eine Habilitation begleitet.

    Herr Professor Corsten, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

    Es geht um ein Ergebnis aus dem DFG-Projekt „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“, die exemplarische Auswertung der 432 Beiträge im Zeit-Online-Kommentarbeich zum Artikel „schlecht, schlechter, Geschlecht“ von Harald Martenstein.

    Warum ist diese Forschung wichtig?

    Bemerkenswert ist oberflächlich betrachtet zunächst der Befund, dass auch in dem Online-Forum eines anerkannten Mediums des Qualitätsjournalismus eine Vielzahl von Beiträgen zu finden sind, in denen Personen und/oder Positionen in abwertender bis diskriminierender Form behandelt werden. Trotzdem zeigt sich an dem untersuchten Beispiel, dass sich innerhalb solcher Online-Leser-Kommentarforen Debatten zwischen kleineren Gruppen von Leserinnen und Lesern entfalten können. Wichtig ist die Untersuchung speziell dieser Bereiche nicht zuletzt deshalb, weil sich daran eine Kombination von One-To-Many- und Many-To-Many-Kommunikation zeigt.

    „Who polluted the debate in the German federal election campaign 2017? Analysis and automatic detection of hate speech on social media”

    Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann

    Prof. Dr. Wolf J. Schünemann forscht und lehrt als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet in Hildesheim.

    Herr Professor Schünemann, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

    Wir stellen zentrale Ergebnisse aus dem Projekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) vor und zwar aus dem Teilprojekt 1, in dem wir einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben. Wichtige Ergebnisse sind bislang, dass wir die viel beschworenen Echokammern, insbesondere im Hinblick auf die populistische Rechte, im deutschen Facebook-Wahlkampf nicht nachweisen können, zumindest nicht, wenn wir uns anschauen, auf welche Medieninhalte in den Posts und Kommentaren verwiesen wird. Hier zeigen alle Parteien einschließlich der AfD große Überschneidungen. Dennoch finden wir Muster thematischer und formaler Polarisierung, auf die wir eingehen. Zudem wird der Datensatz auch für die Forschung zu offensiver Sprache oder Hate Speech im Facebook-Wahlkampf verwendet. Hier leistet die Sylvia Jaki die wesentliche Forschungsarbeit und wird auch erste Ergebnisse präsentieren. 

    Warum ist diese Forschung wichtig?

    Die Bundestagswahl 2017 war einschneidend, sowohl im Hinblick auf das Ergebnis der Wahl (insbesondere der Erfolg der Rechtspopulisten) als auch den Online-Wahlkampf. Es gilt gerade im Vorfeld weiterer Wahlkämpfe (Länder/Europa) Lehren daraus zu ziehen und viel diskutierte Tendenzen der politischen Kommunikation und angenommene Gefahren für die Demokratie an der Realität zu überprüfen.

    „Echo chambers and polarisation in the German federal election 2017”

    Fritz Kliche, Stefan Steiger und Prof. Dr. Wolf Schünemann forschen zu Echokammern in sozialen Medien. Der Computerlinguist Fritz Kliche forscht in der Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Heid.

    Mich interessieren besonders die „Digital Humanities“ – also die Zusammenarbeit von Informatikern oder in unserem Fall Computerlinguisten mit Forscherinnen und Forschern aus den Geistes- oder Sozialwissenschaften, sagt Fritz Kliche. Mit seiner Arbeit möchte er dazu beitragen, dass Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften in Hildesheim ausgebaut werden und in der interdisziplinären Zusammenarbeit weitere wichtige Forschungserkenntnisse erarbeitet werden können.

    Automatic detection of hate speech on social media

    Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki

    Dr. Sylvia Jaki ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation in Hildesheim und forscht im Bereich der Medienlinguistik. Mit Kollegen der Universität Antwerpen hat sie ein Computerprogramm entwickelt, das in der Lage ist, automatisiert hetzerische Wörter und Wortkombination in Tweets aufzuspüren. Sie befasst sich mit sprachlichen Charakteristika der Medien und arbeitet an ihrer Habilitation.

    Frau Dr. Jaki, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

    Für die Facebook-Daten des Projekts „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) von Wolf Schünemann konnten wir zeigen, dass die Facebook-Profile von Parteien und Politikerinnen und Politikern an den politischen Rändern während der letzten Bundestagswahl tendenziell mehr Hate Speech aufwiesen als bei den Parteien der politischen Mitte. Dies heißt aber nicht unbedingt, dass sich die Hate Speech GEGEN die Partei beziehungsweise den Politiker oder die Politikerin richtet. Unsere Analysemethode demonstriert überdies, dass lexikonbasierte Ansätze zu transparenteren Systemen bei der Erkennung von Hate Speech beitragen können.

    Warum ist diese Forschung wichtig?

    Hate Speech hat sich zu einem omnipräsenten Phänomen in den Medien entwickelt. Wie aber wollen wir damit umgehen – automatisiert entfernen, akzeptieren oder dagegen andiskutieren? Dies ist eine Frage, die vielerorts diskutiert wird und auch unbedingt diskutiert werden sollte. Aufgrund der Schwächen, die Detektionssoftware derzeit noch aufweist, ist es wichtig, Detektionssysteme zu schaffen, die einen Einblick in die Klassifikationsmechanismen geben, um die oftmals als Black Box bezeichnete Künstliche Intelligenz transparenter zu machen.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Sozialwissenschaften Soziologie Politik Fachbereich 1 Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Zentrum für Digitalen Wandel Startseite
    news-16343 Tue, 19 Mar 2019 19:16:00 +0100 Politikwissenschaftler erforscht Referenden über Europa https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/politikwissenschaftler-erforscht-referenden-ueber-europa/ Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Während der internationalen Tagung „Referendums on Europe“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus ihre Forschungsergebnisse in Hildesheim vor. Der geplante EU-Austritt des Vereinigten Königreiches (Brexit) trifft die europäische Gemeinschaft wie ein Schlag und ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in der langen und vielfältigen Geschichte der EU-Referenden in Europa. Mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU ist es an der Zeit, die Motive, die Dynamik und die Ergebnisse solcher Referenden über Europa zu diskutieren.

    Am Tag des geplanten EU-Austritts laden Professoren aus Hildesheim und Chemnitz zu einer internationalen Tagung „Referendums on Europe – Motives, Dynamics, Outcomes“ nach Hildesheim ein. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus präsentieren ihre Forschungsergebnisse am 28. und 29. März 2019 an der Universität in Hildesheim. Der internationale Workshop wird von Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik an der Universität Hildesheim, und Kai Oppermann, Professor für internationale Politik an der Technischen Universität Chemnitz, veranstaltet.

    Die Wissenschaftler laden Hildesheimer Bürger zur Podiumsdiskussion ein. Die englischsprachige Veranstaltung beginnt am 28. März 2019 um 18:00 Uhr in der Industrie- und Handelskammer (Hindenburgplatz 20, Hildesheim) (Plakat als PDF).

    Es diskutieren die Politikwissenschaftlerin Barbara Lippert (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), der Rechtswissenschaftler Peter-Christian Müller-Graff (Universität Heidelberg), der Zeithistoriker Michael Gehler (Universität Hildesheim) und der Politikwissenschaftler Andrew Glencross (Aston University, United Kingdom). Die Podiusmdiskussion ist öffentlich, interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist kostenfrei.

    Interview

    Nachgefragt bei Prof. Dr. Wolf J. Schünemann

    Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Neben seinem Forschungsschwerpunkt Internet und Politik untersucht der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften in Hildesheim die europäische Integration und das politische System der EU.

    Warum veranstalten Sie den internationalen Workshop „Referendums on Europe"?

    Wolf Schünemann: Mit der Brexit-Abstimmung ist das Thema europapolitischer Volksabstimmung plötzlich und dramatisch ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Es gibt aber eine besondere historische Tradition europapolitischer Referenden, die in der Vergangenheit interdisziplinär erforscht worden sind. Diese Aktivitäten zusammenzuführen und gemeinsam über die Erfahrungen und den Umgang mit europapolitischen Referenden in verschiedenen nationalen und (integrations)geschichtlichen Kontexten zu diskutieren, ist das primäre Ziel dieser Tagung.

    Welche Frage werden die Podiumsteilnehmerinnen und Podiumsteilnehmer diskutieren?

    Die übergeordnete Frage wird sein, ob der verbreitete Eindruck nach dem Brexit-Referendum zutrifft, dass es sich bei europapolitischen Volksabstimmungen per se um eine Gefahr für die europäische Integration handelt oder ob nicht auch wichtige Impulse und natürlich Legitimation von direktdemokratischer Mitwirkung am Einigungsprozess ausgehen können. Aus welchen Erfahrungen lässt sich gegebenenfalls lernen, um direktdemokratische Instrumente für künftige Fragen europäischer Integration sinnvoll einzusetzen, ohne die europäische Idee vollends zu gefährden? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, um negative Tendenzen europapolitischer Volksabstimmungen zu vermeiden? Wie kann die EU schließlich mit den Ergebnissen von EU-Referenden umgehen?

    In dem Buch „In Vielfalt verneint“ befassen Sie sich mit Referenden über Europa, also mit Abstimmungen von wahlberechtigten Bürgern zu einer politischen Frage. Welche Auswirkungen kann ein Referendum haben?

    Auf nationaler oder regionaler Ebene kann ein Referendum durchaus befriedend wirken. Als Beispiel sei hier etwa aus dem deutschen Kontext die regionale Abstimmung über Stuttgart 21 genannt. Auch das schottische Unabhängigkeitsreferendum von 2014 passt als Beispiel. Umgekehrt können bestehende gesellschaftliche Konflikte auch zementiert oder gar verschärft werden. Dies ist sicher eine Erfahrung aus dem Brexit-Referendum. Aus europäischer Ebene haben EU-Referenden regelmäßig zu Verzögerungen im Integrationsprozess geführt, weil Reformverträge nicht sofort ratifiziert werden konnten (Maastricht-Vertrag, Nizza-Vertrag, Lissabon-Vertrag) oder gar nicht (Verfassungsvertrag). Um den Stillstand zu beenden, wurden regelmäßig Zugeständnisse in Form differenzierter Integration gewährt. So lassen sich unterschiedliche Integrationsniveaus und Integrationsgeschwindigkeiten (Euro, Schengen) auch durch gescheiterte Referenden erklären.

    Welche Erfahrungen, Hoffnungen und Vorbehalte werden mit europapolitischen Volksabstimmungen verbunden?

    Als Hoffnung bestand über lange Zeit die Aussicht, durch direktdemokratische Entscheidungsverfahren das chronische Legitimitätsdefizit der EU ein Stück weit zu heilen. Die Erfahrungen haben diese Hoffnung vielfach nicht bestätigt. Stattdessen haben Ablauf und Ergebnis von Referenden, aber auch die intergouvernementalen Verhandlungen über ihre Vermeidung oder Bewältigung der EU eher weiteren Schaden zugefügt. Klassische Vorbehalte gegenüber EU-Referenden sind, dass der Gegenstand zu komplex sei und die Bürger nicht hinreichend interessiert und informiert seien, dass sie sich entsprechend von gegenstandsferner Propaganda verleiten ließen und ihr Abstimmungsverhalten eher affektiv statt rational sei. Hierbei handelt es sich um Vorbehalte, die in jedem Einzelfall kritisch zu prüfen sind, nicht um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse.

    Müssen wir uns in Europa vermehrt auf solche offensiven Abstimmungen wie den Brexit einstellen? Was würde dies für die Zukunft der EU bedeuten?

    Wenn die Abstimmungen und insbesondere auch die chaotischen Folgen denen des britischen Votums glichen, nichts Gutes. Allerdings ließen sich Referenden freilich auch anders organisieren. Auf Seiten der europapolitischen Eliten herrscht schon lange Referendumsmüdigkeit. Von der EU-Ebene aus sind also kaum Vorstöße oder auch nur Anlässe für weitere EU-Referenden zu erwarten. Auf nationaler Ebene wären von erstarkenden EU-skeptischen bis EU-feindlichen Bewegungen durchaus Vorstöße für offensive Referenden vorstellbar gewesen und sind es noch. Der Blick auf die Entwicklung der britischen Politik seit 2016 lässt die Referendumsoption (evtl. gar zwecks EU-Austritts) allerdings nur wenig attraktiv erscheinen.

    Wie erforschen Sie denn diese Debatten und Prozesse, wie gehen Sie als Politikwissenschaftler vor?

    Ich selbst betrachte in meiner Arbeit vor allem die gesellschaftlichen Debatten im Vorfeld eines Referendums, um die typischen Aussagen und Argumente für oder gegen den Gegenstand eines Referendums herauszuarbeiten. Dies ist insbesondere spannend für die vergleichende Forschung, weil es zeigt, wie unterschiedlich verschiedene Gesellschaften über die EU diskutieren und welche Auswirkungen diese Unterschiede auf den Integrationsprozess haben können.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften
    news-16183 Thu, 07 Mar 2019 20:02:00 +0100 Bundesregierung beruft Professorin Viola Georgi in Fachkommission Integrationsfähigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bundesregierung-beruft-professorin-viola-georgi-in-fachkommission-integrationsfaehigkeit/ Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi wurde vom Bundeskabinett in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Die Kommission erarbeitet Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft. Den ersten Bericht legt die Kommission 2020 vor. Professorin Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Kommune, so Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Bundesregierung hat die Berufung einer Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit beschlossen. Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen.

    Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde Professorin Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

    Den ersten Bericht mit Empfehlungen legt die Kommission 2020 dem Deutschen Bundestag vor

    Professorin Viola Georgi wird einen Bericht mit Empfehlungen mitverfassen, den die Fachkommission 2020 vorstellt. Diesen Bericht legt die Bundesregierung dann dem Deutschen Bundestag vor. Die konstituierende Sitzung der Fachkommisssion war am 20. Februar 2019 in Berlin. Die Fachkommission soll die Standards für gelingende Integration erarbeiten. Dazu gehören Strukturen, wie die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen und Wohnraum und der Zugang zum Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um politische Bildung, um Werte, Respekt und Regeln, die ein friedliches Miteinander bestimmen, so die Staatsministerin Annette Widmann-Mauz anlässlich der ersten Sitzung in Berlin.

    „Ich freue mich sehr auf die interdisziplinäre Kommissionsarbeit. Ich bin vor allem gespannt, auf die Entwicklung von innovativen Empfehlungen für das Handlungsfeld Bildungsintegration“, sagt Professorin Viola Georgi.

    „Die Fachkommission ist zu beglückwünschen, denn mit Professorin Georgi gewinnt sie eine Wissenschaftlerin, die international sehr gut vernetzt ist und zugleich Basisarbeit in der Kommune leistet – eine seltene Kombination“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Professorin Viola Georgi erarbeitet Empfehlungen für den Bereich Bildungsintegration

    Die Kommission wird die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration beschreiben und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

    Die Empfehlungen können sich an die Bundesressorts, aber auch an Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

    Der unabhängigen Fachkommission gehören renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis an. Den Vorsitz übernehmen Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn.

    Zu den Mitgliedern der Fachkommission der Bundesregierung gehören neben Professorin Viola Georgi unter anderem die Politikwissenschaftlerin Professorin Petra Bendel, die Sprachwissenschaftlerin Professorin Havva Engin und der Rechtswissenschaftler Professor Daniel Thym.

    Weitere Informationen

    Gemeinsame Pressemitteilung der
    Integrationsbeauftragten der Bundesregierung,
    des Bundesministeriums des Innern und
    des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

    Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Forschung Startseite
    news-16164 Wed, 13 Feb 2019 17:32:23 +0100 Studie: „Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-empfehlungen-fuer-eine-neue-schluesselrolle-der-kommunen-in-der-fluechtlings-und-asylpolitik/ Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ist in einer tiefen Krise. Während Mitgliedsstaaten ergebnislos streiten und Schutzsuchende im Mittelmeer ertrinken oder auf Rettungsschiffen festsitzen, bieten immer mehr Städte und Gemeinden ihre Hilfe an. Sie vernetzten sich europaweit und wollen handeln statt zu reden. Liegt auf kommunaler Ebene die Lösung für eine faire Verteilung von Geflüchteten in der EU? Die Studie „Der Weg über die Kommunen“ der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung hat dies untersucht und legt konkrete Empfehlungen vor, wie das Potenzial von Städten und Gemeinden in der EU-Flüchtlingspolitik besser genutzt werden kann.

    Das rund 40-seitige Papier analysiert die finanziellen und strukturellen Defizite der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik und entwickelt daraus umsetzbare Ideen. Kommunen sollen unter anderem einen verbesserten Zugang zu EU-Fonds und mehr Kompetenzen bei der Ausgestaltung von EU-Programmen erhalten. Kern der Vorschläge ist ein Mechanismus zur Umverteilung von Schutzsuchenden, bei dem sowohl die Geflüchteten selbst als auch die Kommunen ein Mitspracherecht haben. Beteiligte Kommunen stellen Informationen über die örtlichen Gegebenheiten und Unterstützungsangebote in ein Online-System, Schutzsuchende geben ihre individuellen Voraussetzungen an. Ein Matching-Verfahren, das besondere Schutzbedarfe berücksichtigt, bringt dann beide zusammen.

    Petra Bendel, Mitautorin der Studie, betont: „Die Zuwanderung in die Kommune läuft auf diese Weise nicht nur geregelter ab. Die Erfahrung lokaler Mitsprache kann das Vertrauen der Bevölkerung in die kommunale Politik, aber auch in die darüber liegenden Ebenen stärken. Eine Beteiligung der Schutzsuchenden an der Zielortwahl beugt zudem wirkungsvoll Sekundärmigration vor – also der Weiterwanderung Geflüchteter nach Anerkennung.“

    Hannes Schammann, ebenfalls Autor des Papiers und Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, ergänzt: „Die Empfehlungen können helfen, die EU migrationspolitisch neu zu denken. Es ist an der Zeit, Kommunen ernsthaft in die nationale und die EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik einzubeziehen. Sie sind bereit dazu! Diese Chance darf die Europäische Union nicht verstreichen lassen.“

    Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, würdigt die Empfehlungen der Studie: „Mehr Mitsprache der Kommunen bei der Aufnahme von Schutzsuchenden kann das Vertrauen in die lokale Selbstbestimmung und in das politische System als Ganzes stärken, zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und damit überall in Europa Bewegung in die Diskussion über Flucht und Asyl bringen.“

    Download des Policy Paper:

    Studie „Der Weg über die Kommunen.
    Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“

    Die Empfehlungen im Überblick:

    A. Finanzielle Stärkung der Kommunen durch hürdenfreien Zugang zu EU-Fonds

    A.1 Bestehende EU-Fonds werden besser aufeinander abgestimmt. Kommunen können einen einzigen Antrag mit einem kohärenten Maßnahmenpaket stellen, das dann ggf. aus verschiedenen Fonds finanziert wird.

    A.2 Die Ko-Finanzierung von EU-Projekten wird vereinfacht. Kommunen können EU-Fonds mit anderen Zuschüssen, wie etwa der Europäischen Investitionsbank, kombinieren. Damit werden Städte und Gemeinden mit geringen Eigenmitteln besser angesprochen.

    A.3 Der Zugang zu Fördermitteln wird vereinfacht. Nationale One-Stop Shops begleiten Kommunen bei Antragstellung und Abwicklung. Ansprechpartner*innen sind klar benannt, Fristen werden transparent kommuniziert. Damit können auch kleinere Gemeinden ohne spezifische EU-Expertise besser von den EU-Mitteln profitieren.

    A4 Kommunen können sich ohne Umweg über die Nationalstaaten direkt auf flexible Soforthilfe der EU bewerben, insbesondere auf die Notfallunterstützung des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Bedarfe werden so endlich schnell und unkompliziert gedeckt.

    B. Stärkung der Mitspracherechte der Kommunen

    B.1 Zur Stärkung kommunaler Mitspracherechte und besseren Abstimmung zwischen den Ebenen wird das vorhandene Partnerschaftsprinzip gestärkt. Dieses bietet Kommunen und anderen „Partner*innen“ jetzt schon Mitsprachemöglichkeiten bei EU-Fonds. Bislang aber werden diese nicht oder nicht vollständig umgesetzt. Die Entwicklung neuer Standards soll dies verbessern.

    B.2 Die Europäische Kommission kümmert sich mittels einer Schlichtungsstelle um Streitfälle zwischen Kommunen und nationalen Behörden bzgl. der nationalen Ausgestaltung migrationspolitischer Förderprogramme.

    C. Einführung eines kommunalen Relocation Mechanismus

    C.1 Ein neuer, kommunaler Relocation Mechanismus nimmt die Bedürfnisse von Kommunen und Schutzsuchenden ernst. Dazu wird ein Matching-Verfahren vorgeschlagen, das menschenrechtliche Standards garantiert und individuelle Präferenzen einbezieht. Auf diese Weise werden lokale Integrationsprozesse befördert und Sekundärmigration reduziert

    Bei Fragen ist unter anderem Prof. Dr. Hannes Schammann, Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, erreichbar unter hannes.schammann@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Forschung Startseite
    news-16160 Wed, 13 Feb 2019 14:21:48 +0100 Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wie-kann-ein-gutes-klassenklima-entstehen/ Seit über 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim in Kooperation mit der Landesschulbehörde Fortbildungen für Klassenlehrkräfte aller Schulformen an. „Die wissenschaftliche Evaluation zeigt, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Professorin Claudia Mähler. Ihr Team setzt die Arbeit fort: Derzeit nehmen rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen an der eineinhalbjährigen Fortbildung teil. Schulpsychologische Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde bilden unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer aller Schulformen fort. Seit mehr als 20 Jahren wird die KIK-Fortbildung zu Klassenführung und Klassenklima unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung angeboten. KIK steht für „Kommunikation – Interaktion – Kooperation“.

    Fortbildung im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums ist eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und Hospitation

    Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? „Jährlich beginnen rund 40 Lehrkräfte eine eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung“, berichtet Professorin Claudia Mähler.

    Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie mit anderen umgehen und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.

    Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer befassen sich während der Fortbildung etwa mit der Entwicklung von Gruppen und dem Umgang mit Konflikten

    In einer Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation tauschen sich die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in Gruppen von etwa 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und drei Halbwochenkursen aus und erweitern ihre Kompetenzen im Bereich der Klassenführung. „Die stetige wissenschaftliche Evaluation der Fortbildung konnte zeigen, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Mähler.

    Jährlich richtet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim auch einen „KIK-Kongress“ aus, an dem Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen teilnehmen. In diesem Jahr (8. Februar 2019) nahmen an der Konferenz rund 140 Lehrkräfte, die an der schulpsychologischen Fortbildung für Klassenlehrkräfte bereits seit einem Jahr teilnehmen, diese gerade begonnen oder schon vor längerem abgeschlossen haben, teil. In seinem Grußwort hob David Haschke, der als Referent für Schulpsychologie und Gender im Niedersächsischen Kultusministerium arbeitet, die Bedeutung einer gelungenen Klassenführung in Zeiten zunehmender Diversität hervor.

    Professorin Mähler: „Klassenlehrkräfte können dazu beitragen, Ausgrenzung zu vermeiden “

    „Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen stehen vor Schwierigkeiten und Herausforderungen“, sagt Professorin Claudia Mähler, wissenschaftliche Leiterin der Fortbildung. „Da Kinder und Jugendliche mit dieser Symptomatik häufig unter einem niedrigen Selbstkonzept eigener Fähigkeiten leiden und in erhöhtem Maße Gewalterfahrungen durch die eigene Peer-Group ausgesetzt sind, stellen diese Schülerinnen und Schülern eine Gruppe dar, der besondere Beachtung bei der Bildung der Klassengemeinschaft geschenkt werden sollte. Klassenlehrkräfte könnten einer Ausgrenzung vermeiden, indem sie positives Feedback einsetzen und die ein kooperatives Lernklima schaffen, in dem alle voneinander lernen und am Unterricht teilhaben können.“ Auch die Aufklärung über die Problematik von Kindern mit Lernschwierigkeiten in Form von Psychoedukation spiele hierbei eine entscheidende Rolle, so Mähler.

    Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Themen zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Für die Neuankömmlinge bot sich die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung der Inhalte zu bekommen. Auch rund 20 Lehrkräfte, die die pädagogisch-psychologische Fortbildung bereits abgeschlossen haben, konnten sich in den insgesamt 23 Workshops über ihre Arbeit als Klassenlehrkraft austauschen und erhielten eine thematische Vertiefung, so Claudia Mähler.

    Wer Fragen zu der Forschung und Fortbildung hat, erreicht Prof. Dr. Claudia Mähler vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim unter maehler@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Forschung Startseite
    news-16093 Mon, 04 Feb 2019 14:06:00 +0100 Allianzen für Demokratie in der Schule: Minister spricht über Demokratiebildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/allianzen-fuer-demokratie-in-der-schule-minister-spricht-ueber-demokratiebildung/ Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht an der Universität Hildesheim über Demokratiebildung. Das Zentrum für Bildungsintegration lädt zu der öffentlichen Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ ein. „Wer mitwirken möchte an der großen Idee eines Demokratienetzwerkes in und für Niedersachsen, ist herzlich eingeladen“, sagt Professorin Viola Georgi. Erwartet werden über 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Grußwort des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim
    anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“

    Rede des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne vom 7. Februar 2019

    Schulen und Hochschulen in Niedersachsen sehen sich derzeit verstärkt mit demokratiefeindlicher Rhetorik, rechtspopulistischer Hetze und rassistisch motivierten Übergriffen konfrontiert. Darauf weisen Wissenschaftlerinnen des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim hin.

    Studierende und Lehrende beschäftigt der aktuelle Vorfall an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim. Nach einer UNESCO-Fotoaktion „Wir sind mehr!“ war der Schulleiter massiven Anfeindungen ausgesetzt – viele Schulleiter und Schulleiterinnen, Lehrkräfte, Elternvertretungen, Schüler und Schülerinnen bekundeten daraufhin ihre Solidarität.

    Ausgehend von diesem Ereignis diskutiert ein Bündnis aus Studierenden, Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim die Möglichkeiten der demokratischen Schulentwicklung und gegenseitigen Unterstützung.

    Demokratienetzwerk startet in Hildesheim

    Die  Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“ ist öffentlich und beginnt am Donnerstag, 7. Februar 2019, um 16.00 im Audimax der Universität Hildesheim.

    Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi berichtet über aktuelle Studien zur demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft und erläutert, wie demokratische Handlungskompetenz in Bildungsinstitutionen gefördert werden kann. Der Hildesheimer Wissenschaftler Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht, spricht über die Frage, wie politisch Lehrende an Schulen sein dürfen. An einer Podiumsdiskussion nimmt unter anderem Dr. René Mounajed, Schulleiter der Robert-Bosch-Gesamtschule teil.

    Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht über Demokratiebildung in Niedersachsen

    Als Gastredner wird um 17:45 Uhr der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne über Demokratiebildung in Niedersachsen sprechen. Anschließend befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in kleinen Arbeitsgruppen mit der Frage, was an Schulen und Hochschulen in Hinblick auf Demokratiebildung und Auseinandersetzung mit der demokratischen Verfasstheit der Gesellschaft fehlt. Die Ideen aus diesen Zukunftswerkstätten werden gesammelt.

    „Es ist ein großes Experiment“, sagt Professorin Viola Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration. „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man ein starkes Bündnis für Demokratie schmieden kann. Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Anstoß für ein Demokratienetzwerk in Niedersachsen geben können und diesen Prozess aktiv begleiten können.“

    „Unsere Demokratie wird derzeit vom Rechtspopulismus herausgefordert. Deshalb ist das Demokratielernen in Schule und Hochschule eine Aufgabe von großer gesellschaftlicher Relevanz und Dringlichkeit. Demokratie muss gelebt werden, um gelernt werden zu können. Jeden Tag und überall. Wir wollen mit der Veranstaltung den Anstoß für ein breites Bündnis für Demokratiebildung in Niedersachsen geben. Durch Vernetzung von Hochschule, Schule, Zivilgesellschaft und Politik können wir unsere Demokratie nachhaltiger machen und stärken, damit wir den Demokratiefeinden trotzen können. Jeden Tag und überall“, so Georgi.

    Studentin: „Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden“

    „Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden, es geht darum, dass Menschen reflektieren und eingreifen, wenn extremistische Ansichten und Hetze sich verbreiten“, sagt Lewia Gerlinger. Die Psychologiestudentin ist AStA-Referentin für Politische Bildung. „Ich finde diese Veranstaltung sehr wichtig. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen und uns bei dieser Arbeit helfen. Jeder ist im Alltag gefragt, hinzuschauen und hinzuhören und von Diskriminierung betroffenen Personen beizustehen. Wichtig ist, dass man den Mut hat, aufzustehen, wenn etwas in der Demokratie schief läuft“, so Gerlinger.

    Die Organisatoren, das Zentrum für Bildungsintegration und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni, laden alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende und Lehrende zu der Veranstaltung ein. Die Veranstalter haben in den letzten Wochen mehrere Dutzend Schulen angeschrieben und hoffen, dass auch Schülerinnen und Schüler an dem Netzwerk mitwirken.

    „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“

    Wann? Donnerstag, 7. Februar 2019 16:00 bis 19:30 Uhr

    Wo? Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

    Allianzen für Demokratie in der Schule – ausführliche Programmübersicht

    Zentrum für Bildungsintegration – Demokratie und Diversität in Migrationsgesellschaften

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
    news-16089 Fri, 01 Feb 2019 10:54:30 +0100 Professor Wolfgang Schröer ist Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-wolfgang-schroeer-ist-vorsitzender-des-bundesjugendkuratoriums/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert. Professor Wolfgang Schröer wurde nun zum Mitglied des Bundesjugendkuratoriums berufen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge übernimmt zugleich den Vorsitz des Gremiums. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer wurde zum Vorsitzenden des Bundesjugendkuratoriums berufen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Bundesjugendministerin Franziska Giffey hat die 15 Mitglieder des Sachverständigengremiums für die 19. Legislaturperiode in dieser Woche berufen.

    Über Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutieren

    Kindheit und Jugend ermöglichen! ist ein zentraler Anspruch der Kinder- und Jugendpolitik. An diesem Anspruch ist auch jede Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik zu messen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

    Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler möchte Wolfgang Schröer dazu beitragen, dass grundlegend über die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutiert wird und Kinder- und Jugendpolitik auch für Kinder und Jugendliche erfahrbar wird. So unterstützt das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch die Veranstaltung „#letstalkabout“ am 22. Februar 2019 von 17:00 bis 20:00 Uhr im Rathaus Hildesheim, die von jungen Menschen in Hildesheim vorbereitet wird, damit Jugendliche mit Politikerinnen und Politiker ins Gespräch kommen.

    Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leavern“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

    Politik ist angewiesen auf die Kompetenz der Sachverständigen, um das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln

    Die Ministerin hebt hervor: Die Politik sei angewiesen auf die „Kompetenz der Sachverständigen, um den Kinder- und Jugendmedienschutz auf die Höhe der Zeit zu bringen und das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln. Auch beim Thema Kinderrechte ins Grundgesetz ist das Bundesjugendkuratorium gefragt- damit Deutschland spürbar kinderfreundlicher wird und letztlich auch die Rechte von Familien gestärkt werden.“

    Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer[at]uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Startseite Forschung
    news-16052 Thu, 24 Jan 2019 17:40:00 +0100 Bildung stiften: Universität zeichnet 95 Studierende mit Deutschlandstipendien aus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildung-stiften-universitaet-zeichnet-95-studierende-mit-deutschlandstipendien-aus/ Die Universität Hildesheim dankt allen Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Das Bundesbildungsministerium hat die Stiftungskultur an der Uni Hildesheim ausgezeichnet, nun hofft das Stiftungsteam um Vizepräsident Martin Schreiner und Markus Langer auf weitere Stifter, die junge Wissenschaftstalente fördern. „Bildung stiften 111“:
    Helfen Sie uns, 111 junge Wissenschaftstalente zu fördern

    Professor Martin Schreiner hat die diesjährige Stipendienfeier der Universität  genutzt, um den Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern aus Hildesheim und der Region zu danken. „Ihre Unterstützung ist weitaus mehr als ein monetäres Engagement und eine Geldüberweisung, Sie zeigen jungen Talenten an unserer Universität, dass Sie an sie glauben und setzen Vertrauen in das Tun des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung in dieser Woche vor 140 Gästen im Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Wir sind äußerst dankbar für Ihr Engagement.“

    Seit 2011 vergibt die Universität Hildesheim Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Das Modell sieht so aus: Eine private Spende von 1800 Euro verdoppelt der Bund auf 3600 Euro, so dass für ein Jahr ein Stipendium mit monatlich 300 Euro vergeben werden kann.

    Waren es im Jahr 2016 noch 72 Deutschlandstipendien sind es in diesem Jahr bereits 95 Deutschlandstipendien, die die Universität Hildesheim vergeben kann.

    Vizepräsident dankt den 43 privaten Stifterinnen und Stiftern, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen

    Bisher haben sich viele Personen der Hildesheimer Bürgergesellschaft entschieden, Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium zu unterstützen.  Neben der finanziellen Unterstützung gehören der persönliche Austausch und Veranstaltungen zum Stipendienprogramm. Unter den Stiftern sind außerdem Unternehmen und Stiftungen. Unter den Förderern befinden sich 43 private Stifterinnen und Stifter, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen. Unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten sind alle Studienrichtungen der Universität vertreten – von Wirtschaftsinformatik und Kulturvermittlung bis Umweltsicherung und Lehramt.

    „Auch dank des hohen Engagements der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer ist uns eine neuerliche Steigerung auf nunmehr 95 Stipendien gelungen, von denen direkt unsere Studierenden profitieren“, sagt Markus Langer, der an der Universität als Leiter des Fund- und Friendraisings für die Stipendienprogramme zuständig ist.  „Ab sofort richten wir den Blick nach vorn: Unsere Kampagne Bildung Stiften 111! geht auch im Jahr 2019 weiter – bis Ende Juni wollen wir die 111 Stipendien eingeworben haben. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus der Region“, so Langer.

    Professor Martin Schreiner dankt herzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen, die in Kommissionen zur Stipendienvergabe mitgewirkt haben. In der Feierstunde im Roemer- und Pelizaeus-Museum hielt der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen den Festvortrag „Karl Mays Silberbüchse oder: Die Dinge des Populären“. Der Wissenschaftler sprach über den Beginn der Spielzeugindustrie im 19. Jahrhundert, das Spiel mit Realität und Fiktion und den habituellen Wert der Dinge im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

    „Das Stipendium ist eine Motivation und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“

    „Die Freude war groß über die Stipendienzusage, das Stipendium ist eine Motivation auf den letzten Metern und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“, sagt Maria Nesemann, die in Hildesheim im Masterstudium Kulturvermittlung in einer deutsch-französischen Studienvariate studiert. „Aus dem Stipendium ergeben sich wesentlich mehr Freiräume, ich kann mich besser auf meinen Studienabschluss konzentrieren und meine ehrenamtliche Arbeit im Hildesheimer Sprachlernprojekt fortsetzen, in dem ich sehr viel für meinen künftigen Beruf im Umgang mit Kinder und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache lerne“, sagt die Lehramtsstudentin Anne Hampel, die in Hildesheim Deutsch und Englisch studiert.

    Beide Stipendiatinnen erhalten ein Stipendium des Hildesheimer Ehepaars Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer. „Wir freuen uns auf das Stipendienjahr“, so Sibylle Fischer. „Wir haben damals gut studiert, nun möchten wir der Gesellschaft etwas zurückgeben. Seit ich im Ruhestand bin, gehe ich gerne zu den offenen Vorlesungen der Universität, die Uni bietet ein offenes, bürgernahes Klima“, sagt Hans-Jürgen Fischer. Dass der Staat jede private Spende verdoppelt, ist für das Ehepaar ein gutes Zeichen.

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband haben die Stipendieninitiative der Stiftung Universität Hildesheim und ihrer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter ausgezeichnet. Die Universität Hildesheim ist eine von drei Hochschulen bundesweit, die 2017 für ihre Stipendienkultur ausgezeichnet wurde.

    Kampagne „Bildung stiften 111“: Studierende mit einem Stipendium unterstützen

    Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

    Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

    Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab Juni 2019 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2019.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 4 Fachbereich 3 Studierendenportal Stipendien
    news-15964 Mon, 14 Jan 2019 08:21:00 +0100 Professor für Empirische Unterrichtsforschung: Christof Wecker https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professor-fuer-empirische-unterrichtsforschung-christof-wecker/ Professor Christof Wecker untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht gestalten können. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können.“ Christof Wecker hat den Ruf aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und mit den forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Prof. Dr. Christof Wecker forscht und lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Er wurde zum Sommersemester 2018 auf die Professur für Empirische Unterrichtsforschung berufen.

    Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unterrichtsmethodische Handlungsformen, fächerübergreifende Kompetenzen und evidenzbasierte Praxis im Bildungsbereich. In seine Arbeit bezieht er den digitalen Wandel mit ein. Beispielsweise befasst er sich mit der Frage, wie digitale Medien im Unterricht lernförderlich eingesetzt werden können.

    Christof Wecker bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. In seinen Vorlesungen und Seminaren lehrt er Unterrichtsmethodik und pädagogische Diagnostik und thematisiert die Arbeitsweisen und Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung und der Unterrichtsforschung. „An meine eigene Lehre stelle ich den Anspruch, dass sie höchst anwendungsrelevant und zugleich forschungsbasiert sein sollte. Ich möchte, dass zukünftige Lehrkräfte daraus Wissen ziehen können, wie sie Unterricht lernwirksam gestalten können, und dass dieses Wissen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Auch eigene Forschungsergebnisse fließen direkt in Lehrveranstaltungen ein“, so Wecker.

    Um das Unterrichtsgeschehen zu erforschen, führt der Wissenschaftler Experimente im Unterrichtslabor und in Schulen durch, in denen Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Lernergebnisse verglichen werden. „Beispielsweise untersuche ich, ob Schülerinnen und Schüler Lerninhalte besser verstehen, wenn sie sich diese angeleitet durch geschickte Fragen ihrer Lehrkraft selbst erschließen“, so Wecker. „Um belastbare Antworten auf derartige Fragen zu erhalten, ist Forschung im Unterricht unabdingbar.“ Die traditionell enge Zusammenarbeit der Universität Hildesheim mit Schulen in Hildesheim und der Region im Bereich der Lehrerbildung will er daher auch im Bereich der Forschung vertiefen.

    Christof Wecker hat den Ruf nach Hildesheim aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und curricular gut in das Studium integriert, das heißt stark mit den wissenschaftlich orientierten und forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Die breit vertretenen Fachdidaktiken bieten ihm für seine Forschung ein anregendes Umfeld und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

    Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können, der mit der empirischen Unterrichtsforschung einen zentralen Bestandteil des Lehramtsstudiums abdeckt.“

    Christof Wecker ist 41 Jahre alt, geboren in Fürstenfeldbruck, und hat Erziehungswissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in München, Tübingen und Oxford studiert. Es folgten Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der venia legendi für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Vor seinem Wechsel nach Hildesheim hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau inne. Seit 1. April 2018 ist er Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim.

    Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Unterrichtsforschung hat, erreicht Prof. Dr. Christof Wecker unter empirische-unterrichtsforschung@uni-hildesheim.de.

    Lesetipp:

    Interview: Was passiert im Unterricht?
    Der Unterrichtsforscher Christof Wecker erklärt,
    welche Rolle Zeit, Störungen, Medien, das Üben
    und Sitznachbarn im Unterrichtsverlauf spielen.
    Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #4, S. 32

    Antrittsvorlesung

    In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Unterrichtsforscher am Mittwoch, 16. Januar 2019, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in seine Forschung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wozu taugt eine fachunabhängige Unterrichtsforschung?“ beginnt am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

    In seinem Vortrag erläutert Wecker exemplarische Grundformen unterrichtsmethodischen Handelns, deren Beitrag zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern und das Zusammenspiel zwischen Fachdidaktiken und empirischer Unterrichtsforschung bei ihrer Erforschung.

    ]]>
    Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Personalportal Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Pressemeldungen Forschung Startseite
    news-15976 Fri, 11 Jan 2019 13:31:00 +0100 Universität als Ort für zukunftsorientierte Debatten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-als-ort-fuer-zukunftsorientierte-debatten/ Entscheidung für Hildesheim: Das Wissenschaftsministerium fördert die Projekte „Informationskompetenz und Demokratie“ sowie „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Im Programm „Zukunftsdiskurse“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zwei Projekte der Universität Hildesheim. Die Hildesheimer Forschung zeigt, wie relevant und aktuell die Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist. Für jedes Projekt stehen maximal 100.000 Euro bei einer Laufzeit von maximal 15 Monaten zur Verfügung. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

    „Demokratie und Wissenschaft sind ohneeinander nicht zu denken. Mit dem Förderprogramm ‚Zukunftsdiskurse‘ wollen wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken und verdeutlichen, dass unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen zentrale Orte für zukunftsorientierte Debatten sind“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

    Das sind die geförderten Projekte in Hildesheim:

    „Informationskompetenz und Demokratie: Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung“

    Das Projekt haben Prof. Dr. Joachim Griesbaum und Prof. Dr. Thomas Mandl vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie Prof. Dr. Elke Montanari vom Institut für deutsche Sprache und Literatur entwickelt.

    Demokratie lebt vom Diskurs und der Bereitschaft, die Perspektiven Anderer wahrzunehmen und als mögliche Standpunkte anzuerkennen. Voraussetzung für einen sachlich-zielführenden Diskurs ist eine fundierte Wissensbasis. Hierfür ist gelebte Informationskompetenz unverzichtbar, sagt das Forschungsteam.

    „Informationen zu suchen, zu finden und zu verarbeiten fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen“, so Joachim Griesbaum. Die Problematik sei nicht nur „abstrakter Natur“, sondern betrifft „unmittelbar die Lebenswelt jedes Netznutzers“.

    Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und Informationsbbereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

    Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie“ will das Problem für Niedersachsen stärker bewusst machen, es in der Öffentlichkeit diskutieren und dabei Lösungsansätze suchen.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen in dem Projekt unterschiedliche Akteursgruppen zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen. Dabei soll auch die internationale Perspektive einbezogen werden.

    Das Projekt besteht aus drei Teilen: Nach einer Tagung in Niedersachsen wird der Diskurs auf einem Blog weitergeführt und ein Aufruf für Beiträge zu einer Abschlusstagung im gleichen Bundesland verbreitet. Auf dieser Plattform wird die Diskussion durch Beiträge von Experten, Studierenden und sonstigen Interessierten weitergeführt. Abschließend werden die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert.

    „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“

    Das Projekt entstand auf Initiative des Juniorprofessors für Theologische Ethik, Prof. Dr. Alexander Merkl, des Instituts für Katholische Theologie in Kooperation mit dem Direktor des Instituts für Geschichte, Prof. Dr. Michael Gehler.

    „Wir werden einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft führen“, sagt Professor Alexander Merkl. Aktuelle Anlässe dafür bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

    Das Projekt startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim. Abschließend  findet am 27. Juni 2019 an der Universität Hildesheim eine Veranstaltung für Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

    Der Theologe Alexander Merkl und der Historiker Michael Gehler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen.

    „Eine fundierte wissenschaftliche Aufbereitung, gelingender Wissenstransfer in die Bürgergesellschaft und die Gelegenheit zur aktiven, dialogischen Diskursteilnahme bilden die Säulen dieses Vorhabens“, so Merkl.

    Das Projekt beinhaltet eine Mitarbeiterstelle für fünfzehn Monate und schließt an jüngere Projekte und Forschungsvorhaben der Antragsteller an. Professor Alexander Merkl publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

    ]]>
    Pressemeldungen Geschichte Fachbereich 1 Katholische Theologie Deutsche Sprache Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Forschung Startseite
    news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

    Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

    Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

    Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

    Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

    • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
    • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
    • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
    • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

    Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

    Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

    Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

    Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

    Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

    „Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

    Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

    Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

    Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

    Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

    Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

    Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

    Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

    Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

    Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

    • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

    • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

    „Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

    Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

    Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

    Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

    Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen vergeben.

    Zu dem Team gehören:

    • Frau Monika Sardí (Sachgebietsleiterin)
    • Frau Anja Ehlers (Studienqualitätsmittel)
    • Herr Mirco Fink (Drittmittel)
    • Frau Marika Schaper (Sondermittel)
    • Herr Marvin Freund (Drittmittel)
    • Frau Vicky-Nicoletta Erber (Drittmittel)
    • Frau Miriam Rother (Sondermittel)
    • Frau Stefanie Hankel (Drittmittel)

    „Das Team hat es in herausragender Weise geschafft, die gestiegene Zahl an Projekten vorbildlich abzuarbeiten – sozusagen die Pflicht – und parallel die Unterstützung sowie Beratung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Phasen der Projektbearbeitung im Sinne des Servicegedankens auszubauen. Und das ist die Kür – dort die Flexibilitätswünsche und hier die Richtlinien!  Nur wenn wir uns gemeinsam dem Ziel der Drittmitteleinwerbung verpflichtet fühlen, können wir auch weiterhin so erfolgreich sein, wie in den letzten Jahren“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

    „Die Auszeichnung bedeutet für das Sachgebiet Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel eine hohe Wertschätzung. Wir bedanken und freuen uns darüber, dass unser Engagement wahrgenommen und belohnt wird. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft weiterhin so einzusetzen“, so die Sachgebietsleiterin Monika Sárdi.

    Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Umweltstudentin Jenny Dreblow und an IMIT-Absolvent Sebastian Pape

    Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Uni möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

    Die Studentin Jenny Dreblow wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeit – ein interkultureller vergleich üver zugange und perspektiven belarussischer und deutscher Studierender“ im Studiengang „Umweltsicherung“ und Sebastian Pape für seine Masterarbeit „Soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen – Entwicklung eines Pattern-basierten Ansatzes“ im Studiengang „Informationsmangement und Informationstechnologie“ ausgezeichnet.

    Jenny Dreblow leiste mit ihrer Abschlussarbeit einen Beitrag zu einer interkulturellen Verständigung über Nachhaltigkeit und gibt damit wertvolle Anregungen für eine deutsch-belarussische Zusammenarbeit im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, so die Begründung. „Die Auszeichnung bedeutet für mich Wertschätzung. Und Mut weiterzugehen – auch beruflich“, sagt die Preisträgerin Jenny Dreblow.

    Sebastian Pape sei es mithilfe von Experteninterviews gelungen, einen Musterkatalog aus sozial nachhaltigen Geschäftsprozess-Patterns zu entwickeln, dessen Anwendung eine Integration von sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsprozesse von Unternehmen fördern kann, so die Jurybegründung.

    „Dank der großzügigen Unterstützung der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine und ihres Fördervereins können wir in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten mit dem Nachhaltigkeitspreis dotiert mit jeweils 500 Euro auszeichnen“, sagt Karina Schell, Mitarbeiterin des Green Office.

    „Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchten wir studentische Beiträge honorieren und herausragende Abschlussarbeiten universitätsweit bekannt machen. Die Auszeichnung soll Studierende motivieren, sich wissenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen“, sagt Karina Schell. Die Mitarbeiterin Julia Witter ergänzt: „Mit diesem Preis betont die Universität Hildesheim den besonderen Stellenwert des fachbereichsübergreifenden Themas „Nachhaltigkeit“ in der Ausbildung der Studierenden und den Anspruch, als Universität zur Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme beizutragen.“

    Der Preis wird auch im nächsten Jahr wieder vergeben. Die Bewerbung auf den Nachhaltigkeitspreis ist bis zum 1. Dezember 2019 möglich, detaillierte Informationen finden Sie zeitnah auf der Homepage des Green Office.

    ]]>
    Migrationspolitik E-Learning 2020 ProXLab Präsidentin Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Deutsche Sprache Fachbereich 3 Fachbereich 2 Fachbereich 4 Biologie Biologie & Chemie Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal Informatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Forschung Startseite Präsident Green Office
    news-15912 Tue, 18 Dec 2018 15:10:23 +0100 St. Bernward Krankenhaus fördert Stiftungsprofessur an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/st-bernward-krankenhaus-foerdert-stiftungsprofessur-an-der-universitaet-hildesheim/ Neue Berufsperspektiven für die Pflege: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik wollen gemeinsam mit dem St. Bernward Krankenhaus das Gesundheitswesen in der Region stärken. Das Krankenhaus fördert über fünf Jahre die Stiftungsprofessur im Bereich der Pflege- und Versorgungsorganisation. Welche Zukunftsstrategien gibt es für den Pflegeberuf? Wie lässt er sich weiterentwickeln und wie kann die Versorgungssituation für die Menschen in der Region verbessert werden? Mit diesen Fragen haben sich die Universität Hildesheim und das St. Bernward Krankenhaus auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wurden unterschiedliche Initiativen im Kontext von Pflege und Versorgung vor gut einem Jahr zu einem neuen Forschungsschwerpunkt gebündelt. Das St. Bernward Krankenhaus (BK) unterstützt die dafür eigens geschaffene Stiftungsprofessur finanziell über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer sechsstelligen Summe.

    „Mit der Förderung der Stiftungsprofessur möchten wir uns zum einen als Akademisches Lehrkrankenhaus im Bereich Pflege positionieren“, erläutert Stefan Fischer, Geschäftsführer des St. Bernward Krankenhauses. Zum anderen wolle das BK gemeinsam mit der Universität Hildesheim neue Wege gehen und die Zukunft der Pflege mitgestalten, das Berufsfeld breiter und vernetzter aufstellen.

    „Wir denken dabei an neue Berufsbilder, die wir im Pflegesektor schaffen können, oder an engere Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, ergänzt Dr. Cornelia Schwenger-Fink, die als Hebamme und Pädagogin am Ausbildungszentrum des St. Bernward Krankenhauses tätig ist und die dortige Hebammenschule leitet. Vorstellbar seien zum Beispiel Gesundheitsberatungsstellen, unter anderem für Sucht- oder Adipositaspatienten, oder andere, stark patientenorientierte Angebote. Gerade vor dem Hintergrund überlasteter ärztlicher Praxen und mit Blick auf den demografischen Wandel seien dies interessante Zukunftsperspektiven für den Gesundheitssektor.

    Der Schwerpunkt Pflege und Versorgung ist neben anderen Themen ein wichtiger Fokus im Bachelorstudium Sozial- und Organisationspädagogik. Es wird dort ein sozialpädagogisches Verständnis von Pflege entfaltet und es stehen vor allem ganzheitliche Konzepte im Zentrum des Curriculums, die multiprofessionelles Können erfordern. Aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung im Kontext der Pflege wie auch Diversität als Chance bei der Erbringung von Pflegedienstleistungen sind Querschnittsthemen.

    Der Transfer von Forschungserkenntnissen in die Region im Bereich des Gesundheitswesens sei von hoher Bedeutung, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Berufsanfängern innerhalb der Pflege bietet der neu geschaffene Schwerpunkt die Möglichkeit des Übergangs in eine akademische Laufbahn und somit ein erweitertes berufliches Spektrum. „An unserem Ausbildungszentrum führen  wir in der Regel keine Studien durch. Ein wissenschaftliches Lehren und Lernen können wir daher nur bedingt selbst anbieten“, erläutert Dr. Schwenger-Fink. Aus diesem Grund sei die Kooperation mit der Universität Hildesheim eine gute Ergänzung zur Pflegeausbildung am BK und ermöglicht die Anschlussfähigkeit an den tertiären Bildungsbereich.

    Aber auch Pflegekräfte, die bereits seit Jahren in ihrem Beruf arbeiten, können diese Ressourcen zur akademischen Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernkonzeptes nutzen. „Dank des modular strukturierten und zum Teil digitalen Lehr- und Lernangebotes können Seminare berufsbegleitend belegt werden“, freut sich Schwenger-Fink.

    Wer sich für die Forschung und Lehre am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik im Bereich der Pflege interessiert, erreicht den Institutsleiter Professor Dr. Gunther Graßhoff sowie Birgit Oelker und Professor Dr. Herbert Asselmeyer, Leiter der Lehr- und Forschungseinheit „Pflege- und Versorgungsorganisation“.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-15893 Fri, 14 Dec 2018 07:45:00 +0100 Studie zur Evakuierungshilfe: Wo finden Hildesheimer Einwohner Zuflucht in Notsituationen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/studie-zur-e/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim haben vor einem Jahr während einer Bombenentschärfung in Hildesheim 445 Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 15 bis 96 Jahren befragt, wo sie Zuflucht finden. Mit der Studie dokumentiert das Forschungsteam, bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen. Vor einem guten Jahr wurde in der Hildesheimer Innenstadt zwischen der Marienschule und der Friedrich-List-Schule eine Bombe entschärft. Rund 20.000 Menschen mussten am 16. August 2017 aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert werden. Im ganzen Stadtgebiet gab es an nächsten Morgen kein anderes Gesprächsthema: „Wo hast du die Nacht verbracht?“.

    Diese besondere Notsituation hat Alia Herz-Jakoby, Katharina Mangold und Andreas Herz vor einem Jahr teilweise selbst zu Evakuierten gemacht. Über eine Onlinebefragung wollten sie herausfinden, wie die Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sich in einer solchen Situation gegenseitig unterstützen. Denn übliche Unterstützungsbeziehungen in der Nachbarschaft tragen in solchen Notsituationen nicht, weil ganze Straßenzüge und Stadtteile evakuiert werden mussten, sagt  Alia Herz-Jakoby.

    Wie haben die Menschen überhaupt von der Evakuierung erfahren, wo fanden sie Unterkunft für die Nacht und wie haben sie die Evakuierung erlebt? Aus ihrer Studie können Aussagen über spontane Unterstützungsleistungen in Notsituationen abgeleitet und Anregungen für ein Notfallmanagement gegeben werden.

    445 Personen im Alter zwischen 15 und 96 Jahren füllten den Onlinefragebogen aus.

    Kritik am Informationsfluss: Ohne Freunde und soziale Medien hätten viele nicht von der Bombe erfahren

    Viele der Betroffenen haben über Medien und Freunde erfahren, dass es zu einer Evakuierung kommt. So geben 27,9% der Befragten an, dass sie über soziale Medien (Facebook, Twitter) von der Evakuierung erfahren haben, weitere 19% nennen Freunde als Informationsquelle. Die meisten Personen wurden über persönliche Kontakte über die Evakuierung informiert, lediglich 6% waren auf die Information durch die Feuerwehr oder Polizei angewiesen. Generell wird Kritik am Informationsfluss bezüglich des Zeitpunkts der Information deutlich; die Bürgerinnen und Bürger hätten sich schnellere und breitere Informationen gewünscht.

    Der Live-Ticker der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung wurde von einigen Befragten als sehr hilfreich und gut bewertet. Dem Internet kam dabei im Gegensatz zu den anderen Medien wie TV oder Radio die zentrale Rolle zu, das eingerichtete Bürgertelefon sei hingegen wenig hilfreich gewesen, weil die Nummer immer besetzt war. Die befragten Personen beschreiben die Arbeit der Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer in dieser Nacht als sehr engagiert.

    Rund 26% geben an, dass sie bei Freunden unterkommen, während 16% bei Eltern sowie 10% bei anderen Verwandten eine Herberge finden. Insgesamt sind private Kontakte – also die Partnerin oder der Partner, das Kind, Geschwister oder Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte – höchst relevant für eine kurzfristige Unterkunft und machen insgesamt 75% aus. Dabei sind es meist die langjährigen Beziehungen (durchschnittlich kennen sich die Personen 17 Jahre) zu Personen die einem nahe stehen und mit denen man sehr regelmäßig Kontakt hat, auf die in der Notsituation zurückgegriffen wird. In Sammelunterkünften verbringen hingegen rund 7% die Nacht, wobei es sich hierbei insbesondere um ältere Menschen handelt. Einige Personen halfen sich selbst und verbrachten die Nacht im Auto (4,5%) oder harrten bis zur Entwarnung im Freien aus (1,4%). Die meisten Personen (75%) haben vier Stunden nach Bekanntgabe des Bombenfundes ein neues Quartier für die Nacht gefunden, dabei benötigen 80% der Befragten eine halbe Stunde oder weniger für den Weg zu ihrem Spontanquartier, meist in anderen Stadtteilen wie Itzum oder Himmelsthür, sowie in Derneburg, Harsum, Hannover, Sorsum oder Lengede.

    Der abendliche und nächtliche Transport war für einige Personen eine zentrale Herausforderung, da der öffentliche Nahverkehr eingestellt war und die Menschen nicht mehr von A nach B kamen.

    Studie dokumentiert Unterstützungssysteme in Notsituationen

    Das Forschungsteam leitet aus der Studie Überlegungen für ein Katastrophenmanagement ab: Eine zentrale Informationsplattform auf der Internetpräsenz der Stadt Hildesheim könnte die notwendigen Fakten liefern und die Lage erläutern, um Bürgerinnen und Bürgern möglichst zeitnah und transparent Informationen zur Verfügung zu stellen. Hierüber wäre ein Art spontane Herbergsbörse, auf welche Privatpersonen ihre Unterstützung hätten anbieten können, wünschenswert, um die Hilfsbereitschaft der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger zu organisieren, sagt Katharina Mangold.

    Die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim dokumentieren mit ihrer Studie beispielhaft die Unterstützungssysteme in Notsituationen. „Diese Studie war insbesondere wichtig, um diese Form der Spontan-Unterstützung besser verstehen zu können. Dies kann für kommende Einsätze hilfreiche Informationen geben, beispielsweise zur Mobilisierung von Schlafplätzen, Informationsweitergabe zum Evakuierungsstatus, Vorhandensein von privaten Unterkunftsmöglichkeiten", sagt Andreas Herz.

    Medienkontakt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sind bei Fragen per E-Mail erreichbar (Dr. Andreas Herz, herzand[at]uni-hildesheim.de).

    Weitere Informationen über die Forschung

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung
    news-15818 Thu, 06 Dec 2018 08:12:00 +0100 40 Jahre Universitätsgesellschaft Hildesheim: Brückenschlag in die Stadt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/40-jahre-universitaetsgesellschaft-hildesheim-brueckenschlag-in-die-stadt/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim baut seit 40 Jahren eine Brücke zwischen Universität und Stadt. Die Entwicklung einer Universität sei entscheidend für die Entwicklung der Stadtgesellschaft, sagte Oberbürgermeister Ingo Meyer während eines Festaktes in dieser Woche. Die Universitätsgesellschaft Hildesheim baut seit 40 Jahren eine Brücke zwischen Universität und Stadt. Die Universität ist ein entscheidender Faktor in der städtischen Entwicklung.

    Die Gesellschaft sollte erkennen, welchen Wert ihr die Universität bringt und welche Chancen sich mit der Universität Hildesheim ergeben, sagte Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, anlässlich eines Festaktes am Mittwochabend. Bereits drei Wochen nach Gründung der Hochschule Hildesheim im Oktober 1978 entstand die Initiative, einen Förderkreis aufzubauen. Die Mitglieder der Universitätsgesellschaft erhoben in der Geschichte mehrfach ihre Stimme und setzen sich für den Universitätsstandort Hildesheim ein, etwa 1988, als sie sich mit ihren Sorgen um den Hochschulstandort in einem Brief an den Minister wandten. Diese Stimme wolle man auch weiter erheben, so Heinz-Werner Ernst.

    „Die Universitätsgesellschaft stellt die zentrale Verbindung der Universität zu den Bürgerinnen und Bürgern der Region dar. Sie trägt die Universität in die Stadt und begeistert die Menschen für die Wissenschaft. So wirkt die Vereinigung ganz im Sinne der Third Mission, Lösungen für gesellschaftliche Probleme aus der Hochschule nach außen zu tragen und auf der anderen Seite Impulse aus Bildung, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft aufzunehmen“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Universitätsgesellschaft Hildesheim.

    Minister Thümler hebt besonders die Förderung studentischer Projekte hervor. „Dies ist ihr wohl wichtigstes Betätigungsfeld, denn ohne Beteiligung der Universitätsgesellschaft könnten diese Vorhaben nicht umgesetzt werden“. Der Minister gratulierte der Universitätsgesellschaft während eines Besuchs in Hildesheim in dieser Woche persönlich.

    Aus der Universitätsgesellschaft ging vor 20 Jahren der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ hervor

    Aus der Universitätsgesellschaft ist beispielsweise vor 20 Jahren der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ hervorgegangen, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Partnerunternehmen aus der regionalen Wirtschaft zusammenarbeiten, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Die Entwicklung einer Universität sei entscheidend für die Entwicklung der Stadtgesellschaft, sagte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer während des Festaktes. Der Oberbürgermeister griff als Beispiel die Entwicklung der Hildesheimer Informatik heraus. „Der Master in Data Analytics hat sich hervorragend entwickelt. Diese Entwicklung ist für unsere Unternehmen in der Region von außerordentlicher Bedeutung“, so Meyer.

    Oberbürgermeister: Die Entwicklung der Universität ist für unsere Region von außerordentlicher Bedeutung

    Im Rahmen der Feierstunde wurde Dr. Rainer Hermeling die Würde eines Ehrensenators der Universität Hildesheim verliehen. Hermeling wirkte neun Jahre als Vorsitzender der Universitätsgesellschaft und war Mitglied des Stiftungsrates, zuvor war er Präsident von Delphi Delco Electronics Europe. Die Universität Hildesheim kann die Würde einer Ehrensenatorin oder eines Ehrensenators Persönlichkeiten verleihen, „die sich hohe Verdienste um die Förderung der Wissenschaft erworben haben und von denen erwartet werden kann, dass sie mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten der Universität Hildesheim fördernd zur Seite stehen“. 

    Jubiläumsfeier: 40 Jahre Universitätsgesellschaft

    Die Universitätsgesellschaft trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger mit Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Hildesheim ins Gespräch kommen. Der Verein fördert Projekte und Leistungen von Studierenden und unterstützt Forschung und Lehre in Hildesheim. Außerdem lädt die Universitätsgesellschaft zu öffentlichen Vorträgen ein. Die Universitätsgesellschaft feierte am 5. Dezember 2018 ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem Festakt und Festvortrag am Hauptcampus.

    Der renommierte Historiker Professor Ian Kershaw hielt am Mittwoch, 5. Dezember 2018, den Festvortrag „Quo Vadis Europa? Europas Wege von den historischen Erfahrungen in die Gegenwart und mögliche Zukunft“. Der britische Historiker ist einer der bedeutenden Kenner der deutschen und europäischen Zeitgeschichte. Die anschließende Diskussion und Fragen des Publikums moderierte der Hildesheimer Geschichtsprofessor Michael Gehler. Gehler hatte dabei geholfen, den bedeutenden Historiker der Gegenwart nach Hildesheim zu holen. Ian Kershaw sprach vor mehreren Hundert Zuhörern unter anderem über Gründe für das Erstarken rechter Kräfte in vielen Ländern Europas.

    Bei Fragen zur Universitätsgesellschaft erreichen Sie den Vorsitzenden Heinz-Werner Ernst unter unigesel@uni-hildesheim.de.

    Ian Kershaw in Hildesheim: Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
    news-15786 Tue, 04 Dec 2018 10:32:00 +0100 Universitätsprofessor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaetsprofessor-fuer-systematische-theologie-rene-dausner/ Neu an der Uni: René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsschwerpunkten des 42-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt seit Herbst 2018 als Professor für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

    Forschung zu jüdisch-christlichem Dialog, Migration und Fremdheit

    Zu den Forschungsschwerpunkten des Professors zählt der jüdisch-christliche Dialog. Gerade erst ist der Hildesheimer Theologe aus Rom zurückgekehrt, wo er an der Päpstlichen Universität Gregoriana einen Vortrag über die Zukunftsperspektiven der Erklärung „Nostra aetate“ hielt. Gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat Dausner im Rahmen der Brenninkmeijer-Werhahn-Lecture in Rom zu einem intensiveren Austausch zwischen jüdischen und christlichen Gelehrten aufgerufen, um das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen und gemeinsame und unterschiedliche Traditionen des jeweiligen Glaubens zu studieren. Anlässlich der Konferenz führte Radio Vatikan ein Interview mit René Dausner (online nachhören). 

    Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) vor etwas mehr als fünfzig Jahren erhielt der jüdisch-christliche Dialog entscheidende Impulse. „Nostra aetate" gilt als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils. „Es war ein hartes Ringen für die Konzilsväter, mit der Erklärung „Nostra aetate“ (dt. In unserer Zeit) die Grundlagen für ein neues Verhältnis zum Judentum zu bauen – nach Jahrhunderten der Abgrenzung und Ausgrenzung. Die Kirche – und allen voran Papst Johannes XXIII. sowie alle Nachfolgepäpste bis heute – hat die Konsequenzen aus der Schoa gezogen und ein positives Verhältnis zum Judentum aufgebaut. Zusammen mit dem Einsatz für Religionsfreiheit ist dieser Wendepunkt in der Theologiegeschichte ein wichtiger Schritt zu einer Erneuerung der Kirche. Aber dieser Weg ist noch keineswegs abgeschlossen. Hier bleibt noch eine Menge zu tun“, erläutert René Dausner.

    Ein weiteres Forschungsfeld des Wissenschaftlers ist der aktuelle Diskurs über Migration, den Dausner als ein Grundlagenphänomen des Humanen versteht. „Als Systematischer Theologe ist für mich das Phänomen der Fremdheit von außerordentlicher Bedeutung. Was ist Fremdheit überhaupt? Bei der Gottesfrage haben wir es ebenfalls mit Phänomenen der Fremdheit zu tun. Die Nähe Gottes bedeutet doch immer auch bleibende Distanz und Abstand. In diesem Gedanken liegt die Wurzel für jede Art prophetischen Protests gegen ausgrenzende und identitäre Politik.“

    „Rationale Verantwortung des Glaubens“

    Das Fachgebiet des Theologen René Dausner ist die Systematische Theologie mit ihren beiden Einzeldisziplinen Dogmatik und Fundamentaltheologie. „Für Außenstehende klingt Dogmatik schnell nach strikten Vorschriften und Fundamentaltheologie wird nicht selten mit Fundamentalismus verwechselt. Aber nichts wäre falscher als diese Vermutungen. Denn in der Fundamentaltheologie geht es um eine rationale Verantwortung des Glaubens, das heißt um grundlegende Fragen des Glaubens an den einen Gott, der christlicher Überzeugung zufolge trinitarisch geoffenbart hat. Allein die Frage, wie der Gott, von dem die Bibel Zeugnis gibt, sich überhaupt offenbaren, also uns Menschen mitteilen kann, ist eine höchst spannende und zentrale Fragestellung. Diese Frage nach der Offenbarung verbindet das Christentum mit dem Judentum und dem Islam“, erläutert Dausner.

    Theologie als Beruf ist für Dausner eine der „spannendsten und schönsten Aufgaben, die ich mir denken kann“. Dass er nun die Gelegenheit habe, an der Universität Hildesheim dem Ruf zu folgen, um als Theologieprofessor arbeiten zu dürfen, erfülle ihn mit Dank und Respekt vor der Verantwortung, die dieser Beruf abverlangt. Für das Selbstverständnis des Menschen sei die Gottesfrage auch im 21. Jahrhundert keineswegs obsolet – das zeige der intellektuelle Wettstreit der monotheistischen Religionen.

    Hildesheim als Forschungsstandort: Wertschätzung der Theologie als wissenschaftlicher Disziplin

    Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Die Verlagerung des Instituts für Katholische Theologie von der Leibniz Universität Hannover an die Universität Hildesheim ist nun mit der Besetzung meiner Professur abgeschlossen. Diese Wertschätzung der Theologie als einer wissenschaftlichen Disziplin ist ein großes Verdienst des Präsidenten sowie der gesamten Universitätsleitung, eine Wertschätzung, für die ich sehr dankbar bin.“ Hildesheim sei „eine Stadt der Ökumene“, was für seine theologische Arbeit bedeutsam sei.

    „Mit dem kulturellen Schwerpunkt an der Universität Hildesheim, insbesondere im Bereich der Literatur, wird für mich ein weiteres zentrales Interessengebiet aufgerufen. Denn neben Katholischer Theologie habe ich auch – und ebenfalls mit großer Begeisterung – Germanistik studiert“, so Dausner.

    Nach dem Studium der Katholischen Theologie, Germanistik und dem erziehungswissenschaftlichen Begleitstudium in Bonn und Jerusalem promovierte René Dausner an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn mit einer Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters.

    Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg. 2015 folgte die Habilitation in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“. Von 2011 bis zu seiner Berufung 2018 war er Assistent am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ein wichtiger Moment in der eigenen wissenschaftlichen Laufbahn war das theologische Studienjahr an der Dormition Abbey in Jerusalem in Israel. Seit 2016 ist er Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

    Der Professor lehrt in Hildesheim Systematische Theologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. „Das kognitive Wissen allein genügt nicht, die Studentinnen und Studenten, die die tragenden Säulen unserer kommenden Gesellschaft sein und selbst prägen werden, müssen mit diesen Inhalten auch umgehen können. Daher sind soziale, dialogische, methodische und mediale Kompetenzen ebenfalls zu fördern.“

    Aus seiner Zeit als Lehrer an einem Gymnasium weiß er, „wie vielseitig der Beruf des Religionslehrers und der Religionslehrerin ist“ und dass es darauf ankommt, „Rede und Antwort stehen zu können für den Glauben und für die Glaubenserfahrungen. Theologie sei ein „konstruktiv-kritischer Sprachunterricht“. Die Studierenden sollen im Studium befähigt werden, eine Sprache zu sprechen, die zeitgemäß die Erfahrungen des Glaubens zu vermitteln und diskursiv ins Gespräch mit Anders- oder Nichtgläubigen zu bringen vermag.

    ]]>
    Pressemeldungen Katholische Theologie Fachbereich 1 Startseite Forschung
    news-15817 Thu, 29 Nov 2018 14:41:19 +0100 Entscheidung für Hildesheim: Professorin Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/entscheidung-fuer-hildesheim-professorin-janna-teltemann/ Professorin Janna Teltemann hat den Ruf der TU Dortmund abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden. Sie forscht und lehrt als Professorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Professorin Janna Teltemann forscht und lehrt auch künftig in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Integration und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung in Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat einen Ruf nach Dortmund abgelehnt. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

    „Ich freue mich sehr, meine Arbeit in Hildesheim langfristig fortsetzen zu können. Ich hoffe, meine eigenen Projekte zur Veränderung von Bildungssystemen und den Wirkungen auf Bildungsungleichheit nun weiter voranbringen zu können. Außerdem freue ich mich darauf, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten, zum Beispiel der Erziehungswissenschaft und der Sozial- und Organisationspädagogik, ausbauen zu können", sagt Janna Teltemann.

    Bereits seit 2016 arbeitete Teltemann als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Die 38-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Sie arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

    Wer sich für die Forschung im Bereich der Bildungssoziologie interessiert erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Personalportal Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 1 Startseite Forschung
    news-15803 Mon, 26 Nov 2018 10:01:00 +0100 Universität Hildesheim gründet Zentrum für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaet-22/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Die Universität Hildesheim hat am Donnerstag, 22. November 2018, das Zentrum für Digitalen Wandel gegründet. Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

    Im Rahmen der Gründungsfeier sprachen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich über „Digitalisierung an der Universität Hildesheim“ und Staatssekretär Stefan Muhle aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über „Digitalisierung in Niedersachsen“.

    „Der Digitale Wandel verändert unser Leben in einer Weise, wie es ähnlich die Erfindung des Buchdrucks und die Industrielle Revolution getan haben. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen“, sagt Universitätspräsident Friedrich. Das Zentrum ist das Ergebnis eines bottom-up-Prozesses von engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die seit Jahren den digitalen Wandel erforschen – von der Informatik über die Politikwissenschaft bis zur Computerlinguistik. Sie bringen diese Kompetenzen im Zentrum zusammen, sagte Friedrich.

    „Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratuliere ich Ihnen zur Gründung des Zentrums für Digitalen Wandel. Mit viel Offenheit gehen Sie an das Thema heran. Die Universität Hildesheim hat zum Beispiel in der Informatikausbildung mit dem Master of Science 'Data Analytics' bereits heute einen Magneten. In der Politikwissenschaft beschäftigt sich das Team um Professorin Marianne Kneuer seit Jahren mit dem Thema 'Demokratie und Internet'. In der digitalen Demokratie könnten wir in Niedersachsen vorangehen und ja zum ersten Bundesland werden, in dem wir digital wählen. Frau Kneuer, darüber sollten wir sprechen. Von diesem Gründungstag des Zentrums für Digitalen Wandel geht ein mutiges Signal aus. Sie sagen nicht: Man müsste mal. Sondern: Sie machen! Ich will Sie nach Kräften unterstützen“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle.

    Anschließend stellte der Gründungsvorstand – der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, der Computerlinguist Professor Ulrich Heid und die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer – das neue Zentrum vor. Als Zentrum wollen wir erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype unsere Debatten über den digitalen Wandel prägen, so Professorin Marianne Kneuer. 

    Zahlreiche Forscher und Forscherinnen haben sich für Hildesheim als Arbeitsort entschieden und teilen hier ihr Wissen, damit sich die Gesellschaft in der digitalen Zukunft und Gegenwart zurechtfindet. Der Computerlinguist Professor Ulrich Heid etwa erhielt Rufe an mehrere Universitäten und hat sich für Hildesheim entschieden.

    Die Schriftstellerin Kathrin Passig hielt den Festvortrag „Trial und sehr viel Error: Netzgemeinschaften als Politiklabor“. Über die Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung debattierten der Bibliothekar Ewald Brahms, der Literaturwissenschaftler Guido Graf, der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme, die Informationswissenschaftlerin Professorin Christa Womser-Hacker und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat. Steffen Gurr, Redaktionsleiter von NDR online, moderierte die Diskussion.

    Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen – von Computerlinguistik, Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft über Unterrichtsforschung und Medienkulturwissenschaft bis Informatik, Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

    Die inhaltliche Debatte wurde während einer öffentlichen Fachtagung am Freitag, 23. November 2018,  fortgeführt. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen erhielten die Chance, sich über spannende aktuelle Fragestellungen zum Digitalen Wandel vor Ort zu informieren. Die Universität Hildesheim freut sich über den Austausch mit dem lokalen Umfeld aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft und möchte diesen fortführen.

    Themen der Workshops sind unter anderem:

    • Zukunftsperspektiven für die Digitale Wirtschaft (Adaptive Systeme und Datenschutz, Smart Systems, Produkt-Innovation)

    • Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

    • Politikforschung mit digitalen Kommunikationsdaten

    • Digitalisierung an Schulen

    • Wieviel Digitalisierung braucht der Mensch?

    • Kulturrezensionen im Digitalen Wandel

    • Digitale Daten in Geographie und Umweltwissenschaften

    • Arbeiten und Lernen 4.0

    • Virtual Reality Games made in Hildesheim: Auf einer 3x3m-Spielfläche können Sie mit einer Virtual-Reality-Brille erfahren, wie man sich in der virtuellen Welt grenzenlos bewegen kann.

    Programm der Gründungsfeier und Tagung

    ]]>
    Migrationspolitik Präsidentin Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Informatik Maschinelles Lernen Startseite Forschung Zentrum für Digitalen Wandel Präsident
    news-15746 Sat, 10 Nov 2018 19:33:00 +0100 Wettstreit der Wissenschaften: Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert gewinnt „Science Slam" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/wettstreit-der-wissenschaften-sportwissenschaftler-sebastian-gehlert-gewinnt-science-slam/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert, der Kulturjournalist Guido Graf, der Informationswissenschaftler Thomas Mandl und der Mathematiker Boris Girnat traten im „Science Slam“ gegeneinander an und überzeugten mit informativen und kreativen Vorträgen. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam“ gaben im November 2018 vier Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Sportwissenschaftl, Kulturjournalismus, Informationswissenschaft und Mathematik Einblicke in ihre Forschung. gelang es den Hildesheimer Forschern, ihre wissenschaftlichen Forschungsfragen, an denen sie arbeiten, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

    Prof. Dr. Sebastian Gehlert (Sportwissenschaft), Senior Researcher Dr. Guido Graf (Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus), Prof. Dr. Thomas Mandl (Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) sowie Prof. Dr. Boris Girnat (Mathematikdidaktik) sprachen im voll besetzten Audimax über ihre Wissenschaftsdisziplinen, dabei kamen neben Worten auch Requisiten und Experimente zum Einsatz. In jeweils 15 Minuten hatten die Kandidaten Zeit, ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte praxisnah und unterhaltsam zu vermitteln.

    Warum er am Science Slam mitwirkt, begründet der Literaturwissenschaftler Guido Graf: „Weil Vermittlung wichtig ist.“ Er sprach über die Digitalisierung. „Wir müssen hinter die Eingabemasken (nicht nur) der digitalen Welt schauen, um zu verstehen, wie sie unsere alltägliche kulturelle Praxis bestimmen“, so Graf. Die Vermittlung von Fachwissen in Kürze sei eine Herausforderung und werde immer wichtiger, sagt Professor Thomas Mandl. „Und es macht Spass, die Botschaft auch mal zu verkürzen und zuzuspitzen.“ Die Kernbotschaft des Informationswissenschaftlers war an diesem Abend: „Information wird gebraucht, aber auch missbraucht, verfälscht, verknappt und manipuliert. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr muss diese dunkle Seite der Information und ihrer Nutzung in den Fokus rücken. Die Informationswissenschaft liefert dafür Theorien und Lösungsansätze.“

    Das Publikum entschied am Ende des Abends durch die Lautstärke des Applauses über den Sieg und kürte den Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert. Er konnte mit seiner kurzen Geschichte über die Biowissenschaften des Sports überzeugen. Dabei beantwortete er die Frage, warum man nicht gleichzeitig ein sehr guter Ausdauer-, Kraft- und Schnellkraftsportler sein kann. Professor Gehlerts Forschungen zeigen, wie die zelluläre Kommunikation nach Kraft- und Ausdauertraining im Skelettmuskel sich gegenseitig behindern kann.

    Der Sportwissenschaftler forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Gehlert untersucht zum Beispiel die muskuläre Anpassung im Kraft-und Ausdauertraining, die Regulation molekularer Signalwege im Skelettmuskel und befasst sich mit Training und Ernährung im Leistungssport sowie mit molekularen und zellulären Aspekten biologischer Trainingsanpassung.

    Vizepräsident Professor Martin Schreiner dankte den Hildesheimer Forschern für ihre allgemeinverständlichen sowie unterhaltsamen Beiträge im „wissenschaftlichen Kurzvortragsturnier“. Der „Science Slam“ wurde von Dörthe Buchhester moderiert, musikalisch von  Lars Störmer begleitet und vom Team um Markus Langer und Jan Baumhöfener organisiert.

    Der nächste „Science Slam“ findet im November 2019 statt. Wer Fragen zum Science Slam hat, erreicht Markus Langer unter langerma@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 2 Fachbereich 1 Sportwissenschaft Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
    news-15747 Fri, 09 Nov 2018 08:37:42 +0100 Erst Doktorandin in Hildesheim, heute Professorin in Köln https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/erst-doktorandin-in-hildesheim-heute-professorin-in-koeln/ Karolina Suchowolec hat ihre Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim mit summa cum laude abgeschlossen. Nur 15 Monate später wurde sie auf eine Professur berufen. „Eine sehr selbstständige und ungewöhnlich umfassende Forschungsarbeit“, sagt Suchowolec‘ Doktorvater Professor Klaus Schubert über die wissenschaftliche Leistung der jungen Forscherin. Während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim wurde in dieser Woche Karolina Suchowolec ihre Promotionsurkunde überreicht. Die Sprachwissenschaftlerin ist einer der 70 Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Promotion zwischen 2016 bis 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben.

    Während der Promotionsfeier, die in diesem Jahr das Team um Dekan Professor Martin Sauerwein vom Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ausrichtete, wurden Dr. Josif Grabocka aus der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen von Professor Lars Schmidt-Thieme und Dr. Martin Kreh aus der Arbeitsgruppe „Algebra und Zahlentheorie“ von Professor Jürgen Sander für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geehrt.

    Vor zwanzig Jahren lag die durchschnittliche Promotionsbilanz bei unter 10 im Jahr – heute bei rund 40. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich gratuliert allen Promovendinnen und Promovenden und dankt den Professorinnen und Professoren, die die wissenschaftlichen Arbeiten mit viel Mühe und Engagement begleitet haben. Dies sei Ausdruck für die „gewissenhafte Arbeit, die wir als Universität leisten“. „Pflegen und nutzen Sie die Kraft der Vielfalt und tragen Sie Ihren Doktortitel mit Bescheidenheit und Respekt“, so der Appell des Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Uwe Thomas.

    Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden sind zum Beispiel:

    • „Moderne Kunst in Taiwan. Diskursanalysen zum taiwanesischen Selbstverständnis im Globalisierungsprozess der Kunstwelt seit 1950“, Dr. Lisa Bauer-Zhao, betreut von Prof. Dr. Rolf Elberfeld, Philosophie

    • „Untersuchung zur Vermeidung der Blaulichtanteile bei der Hintergrundbeleuchtung von Displays unter Einsatz von LED-Clustern mit steuerbarem Farbspektrum“, Dr. Nils Habich, betreut von Prof. Dr. Jürgen Böhmer, Technik

    • „Die Mengenlehre im Anfangsunterricht – historische Darstellung einer gescheiterten Unterrichtsreform in der Bundesrepublik Deutschland“, Dr. Tanja Hamann, betreut von Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

    • „Sozialer Einfluss und therapeutische Wirkmechanismen bei depressiven Störungen“, Dr. Christina Charlotte Hofheinz, betreut von Prof. Dr. Renate Soellner, Psychologie

    • „Analyse contrastive des verbes dans des corpus médicaux et création d’une ressource verbale de simplification de textes“, Dr. Ornella Wandji Tchami, betreut von Prof. Dr. Ulrich Heid, Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

    Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Karolina Suchowolec

    Im Interview spricht Karolina Suchowolec über das wissenschaftliche Arbeiten in Hildesheim und die Entstehung einer Doktorarbeit.

    Frau Professorin Suchowolec, was untersuchen Sie in Ihrer Forschung?

    Sprachen sind nicht statisch, sondern dynamisch und verändern sich mit der Zeit. In meiner Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ in Hildesheim habe ich untersucht, wie man den Sprachgebrauch von Menschen gezielt und systematisch verändern kann. Zwei Beispiele sind etwa die Rechtschreibreformen einer Standardsprache (wie die neuste deutsche Rechtschreibreform) oder auch Wortschatzstandardisierung für Gebrauchstexte wie Bedienungsanleitungen, damit ein „Ding“ immer mit dem gleichen Wort benannt wird.

    Warum erfolgen solche Veränderungen in der Kommunikation?

    Solche Maßnahmen sind ganz praktisch begründet und hängen oft, wenn auch nicht ausschließlich, mit dem Wunsch zusammen, die Kommunikation effizienter zu gestalten und zu optimieren. Bei der Wortschatzstandardisierung für technische Texte möchte man unter anderem erreichen, dass die Texte für den Endbenutzer aber auch für den Übersetzer leichter verständlich sind und dabei auch der Schreibprozess für die Textautoren und Textübersetzer einfacher und kostengünstiger ist.

    Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt Ihrer Doktorarbeit?

    Speziell habe ich mich in der Doktorarbeit mit der Frage befasst, welche Empfehlungen es in der Forschung gibt, wie man die Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen kann. Diese Empfehlungen habe ich in mehreren Gebieten der Linguistik identifiziert, sie dann zusammengetragen, systematisiert und in einer leicht zugänglichen Form dargestellt. Eine allgemeine Empfehlung ist zum Beispiel, dass die späteren Benutzer von Anfang an eine aktive Rolle in der Entwicklung der Maßnahme spielen und nicht erst am Ende des Prozesses mit Resultaten konfrontiert werden sollten.

    Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Hildesheimer Doktorarbeit kamen?

    Auch wenn das Thema der Sprachlenkung in der Praxis ganz wichtig ist, so ist die Frage nach konkreten Praxisempfehlung in der Linguistik noch recht unsystematisch erforscht. Es gibt viele Teildisziplinen der Linguistik, die sich zwar punktuell mit einzelnen Problemen befassen, aber es gibt zwischen ihnen kaum Austausch. Es ist sinnvoll und möglich, die Empfehlungen aus allen diesen recht unterschiedlichen Teildisziplinen gemeinsam zu betrachten.
    Das Hauptergebnis meiner Arbeit sind Ablaufdiagramme, die zeigen, welche Schritte bei der Umsetzung für möglich gehalten werden. Diese Diagramme sind sowohl für Projekte in der Praxis interessant, weil man daraus einfach ablesen kann, was man konkret tun kann und welche Möglichkeit man bis jetzt vielleicht nicht berücksichtig hat. Sie können also als eine Entscheidungshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten dienen. Aber auch für die Wissenschaft sind sie interessant, weil sie die Formulierung von Forschungshypothesen für empirische Untersuchungen unterstützen.

    Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, im Bereich der Fachkommunikation zu forschen?

    Das Hauptergebnis meiner Arbeit hat eine ganz praktische Anwendung. Aber auch in der angewandten Wissenschaft ist es wichtig, dass man sich einem praktischen Problem systematisch und mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Methoden nähert. Zudem ist der Austausch über die Forschungsergebnisse wichtig. Diesen Punkten habe ich mich in meiner Doktorarbeit explizit gewidmet.

    Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Doktorarbeit investiert?

    Ich habe an meinem Promotionsprojekt insgesamt sechseinhalb Jahre gearbeitet, davon habe ich die ersten drei Jahre bei einem Maschinenbauunternehmen in Würzburg verbracht, wo ich ganz praktisch einen standardisierten Wortschatz für die Technische Dokumentation von Druckmaschinen (Betriebsanleitungen) aufgebaut und eingeführt habe. In dieser Zeit habe ich zwar keine „Daten“ für  meine Doktorarbeit gesammelt, da es sich um keine empirische Arbeit im klassischen Sinne handelte, aber die Praxiserfahrungen und Beobachtungen haben mir insgesamt in meinem Promotionsprojekt geholfen. In dieser Zeit habe ich auch viel gelesen, zu linguistischen Themen aber auch darüber hinaus, was dann eine Grundlage für die Doktorarbeit legte. Nach diesen drei Jahren als externe Doktorandin wechselte ich nach Hildesheim und arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Dr. Klaus Schubert. Durch eine stärkere Anbindung an den universitären Betrieb konnte ich mich der Doktorarbeit fokussierter widmen. Ich habe in dieser Zeit mit dem Aufschreiben von Ideen begonnen, was in meinem Fall ein wichtiger Schritt war, weil die Arbeit eher theoretisch ist; durch das Aufschreiben entstanden neue Erkenntnisse und die Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus. Ich stellte kleine Ausschnitte oder Problemfälle aus meiner Arbeit immer wieder auf wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops vor, was auch wichtig für das Fortschreiten der Arbeit war. So konnte ich auch die Analysemethode konkretisieren und verfeinern.

    Welche Verantwortung tragen Sie als Forscherin?

    Vor allem bei qualitativen Arbeiten stellen Nachvollziehbarkeit und Transparenz eine Herausforderung, weil man die Erkenntnisse auf eine intersubjektive Grundlage stellen muss. Deswegen war mir der Einsatz einer klar definierten Analysemethode und eine kleinschnittige Dokumentation der Zwischenschritte und -ergebnisse besonders wichtig.

    Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

    Die Bibliothek in Hildesheim bietet eine sehr gute Arbeitsatmosphäre und dort arbeiten sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Welcher Karriereschritt folgt nach der Doktorarbeit?

    Natürlich lässt sich die wissenschaftliche Karriere nur bis zu einem gewissen Grad planen und die berufliche Unsicherheit ist in der Wissenschaft schon recht groß. Aber ich habe nach der Promotion eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim erhalten. Und 2018 folgte die Berufung auf die Professur für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation in Köln. Dort befasse ich mich mit mit dem Fachwortschatz, u.a. aus Standardisierungsperspektive, sowie mit Prozessen, die bei der Kommunikation über fachliche Inhalte stattfinden. Die Berufung auf eine Professur kurz nach der Promotion war dank meiner einschlägigen außeruniversitäten Berufserfahrung möglich.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Zur Person: Prof. Dr. Karolina Suchowolec

    Karolina Suchowolec, geboren in Bialystok in Polen, forscht und lehrt seit 2018 an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der TH Köln. Die 33-Jährige ist Expertin für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation.

    Die Sprachwissenschaftlerin hat zum Thema „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ bei Prof. Dr. Klaus Schubert am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim promoviert. Direkt nach ihrer Promotion 2016 ging die Wissenschaftlerin nach Mannheim an das renommierte Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und wurde 2018 auf die Professur in Köln berufen. „Karolina Suchowolec bringt eine für die Berufschancen sehr günstige Kombination aus industrieller Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Forscherdrang mit“, sagt ihr Doktorvater Professor Klaus Schubert.

    Suchowolec studierte zuvor Angewandte Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der TU Dresden und an der Ohio State University in den USA sowie Mathematik und Informatik an der Fernuniversität Hagen.

    ]]>
    Fachbereich 3 Fachbereich 2 Fachbereich 1 Pressemeldungen Fachbereich 4 Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Psychologie Philosophie Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Startseite Forschung
    news-14294 Mon, 15 Oct 2018 09:00:00 +0200 Bildungswege: „Ich wollte unbedingt wieder studieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/bildungswege-ich-wollte-unbedingt-wieder-studieren/ Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student werden mit einem Stipendium ausgezeichnet. „Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner. Zwei Stipendien vergibt der Rotary-Club Hildesheim im neuen Studienjahr an zwei Studierende der Universität Hildesheim. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019.

    Die Rotary-Stipendien Stipendien erhalten Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft. Beide sind ohne Verwandte nach Deutschland gekommen und haben sich in den letzten Monaten und Jahren sehr darum bemüht, in kurzer Zeit die deutsche Sprache so gut zu erlernen, dass sie jetzt ein Studium in Hildesheim aufnehmen können.

    „Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist auch ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Die Universität Hildesheim vergibt bis zu 200 Stipendien im Studienjahr, darunter das „Deutschlandstipendium“, das „Lore-Auerbach-Stipendium“ sowie das Stipendium im „Minerva-Kolleg“. „Wir sind froh und dankbar, dass es Menschen in der Region Hildesheim gibt, die sich für Bildung engagieren“, sagt Schreiner. Die Universität Hildesheim sucht nun weitere Stifter, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

    Sajedeh Khabaz Ghazian studiert ab Oktober 2018 Lehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch in Hildesheim. In den letzten Monaten fuhr sie täglich von einer kleinen niedersächsischen Stadt mit Bus und Bahn über Hannover bis nach Hildesheim. Ihr Ziel: der Sprachkurs an der Universität Hildesheim. Nun startet sie im Oktober in ihr Lehramtsstudium. „Ich lebe seit fünf Jahren in Deutschland. In Iran habe ich bereits Englisch studiert und unterrichtet. Als ich in Niedersachsen ankam, wollte ich unbedingt wieder studieren – das war immer mein Ziel. Anna Pulm vom International Office hat mich auf dem Weg an die Universität sehr unterstützt und beraten. In einem Schulpraktikum habe ich die Freude gefunden, mit Kindern zu arbeiten. Ich mag Sprachen, spreche Persisch, Deutsch und Englisch. Ich möchte unbedingt die deutsche Sprache beherrschen, ich werde viele Vorlesungen in Literatur- und Sprachwissenschaft besuchen“, sagt die 34-Jährige.

    Dr. Marina Hohage, Präsidentin des Rotary Clubs Hildesheim, über die Rotary-Stipendien:

    „Der Rotary Club Hildesheim hat die Förderung junger Menschen zu seinem besonderen Schwerpunkt erklärt. Der gleichmäßige Zugang zur Bildung und beruflicher Perspektive steht dabei im Vordergrund. Studierende, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, haben nicht selten besondere Hürden zu bewältigen. Dies wird auch bei den in diesem Jahr ausgewählten Stipendiaten deutlich, die ohne ihre Eltern zu uns gekommen sind, sprachliche Barrieren überwinden mussten und bei allen zu organisierenden Details auf sich allein gestellt sind. Beide Stipendiaten haben mit beachtlichem Tempo und Erfolg die deutsche Sprache erlernt, engagieren sich ehrenamtlich an Schulen oder im kirchlichen Bereich und haben durch die Teilnahme an Vorbereitungskursen sowie regelmäßig lange Anreisewege enorme Anstrengungen aufgezeigt, um an der Stiftung Universität Hildesheim studieren zu können. Beide Studierende unterstützen wir sehr gerne und hoffen, damit einen Beitrag leisten zu können, dass sie an der Universität Hildesheim ihren erfolgreichen Weg fortsetzen können“, so Marina Hohage.

    Studierende mit einem Stipendium unterstützen

    Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

    Stiftungskultur an der Universität Hildesheim

    Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018. Der Deutsche Hochschulverband hat die Stiftungskultur in Hildesheim ausgezeichnet. Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter – Bürger aus der Stadt und Region sowie Unternehmen und Stiftungen – tragen mit ihren Spenden dazu bei, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können.

    Übersicht über Stipendienprogramme der Universität Hildesheim

    ]]>
    Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 4 Informatik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Deutsche Sprache Englische Sprache Fachbereich 3 Studierendenportal International Office Internationales
    news-15656 Fri, 12 Oct 2018 21:16:00 +0200 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 25. Oktober 2018 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

    Die Universität lädt am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

    Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden 126 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

    Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

    „Warum ich an der Mitarbeiterbegrüßung teilnehme? Als jemand, der neu in der Stadt Hildesheim ist, erhalte ich Einblicke in Strukturen der Universität“

    Moritz Steinhauer ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Warum er an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet der Kulturwissenschaftler so:

    „Die Auftaktveranstaltung hat es mir ermöglicht, als jemand, der neu in der Stadt und der Universität Hildesheim angekommen ist, erste Einblicke in die Strukturen der Universität zu erlangen und die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, welche man sonst nur auf Webseiten und Infomaterialien ließt. So habe ich mich bei der Auftaktveranstaltung direkt über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert, Kontakte zum International Office und der Pressestelle geknüpft und mir vom Baudezernenten die Lage auf der – damals gerade erst wieder hochwasserfreien – Domäne Marienburg schildern lassen. Auch bot die Veranstaltung die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen der Universität kennenzulernen und sich auszutauschen, sodass meinen Start in die Arbeit an der Universität bereichert wurde.“

    „Dank der Mitarbeiterbegrüßung kann ich mit den zahlreichen Namen an der Universität nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen“

    Professor Jörg Bölling ist seit Anfang des Jahres Professor für Kirchengeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Hier begründet der Theologe und Historiker, warum er neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

    „Die Begrüßungsveranstaltung war für mich gleich in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn: Zunächst habe ich einen guten Überblick über zentrale Einrichtungen erhalten und dabei mit zahlreichen bekannten Namen nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen können. Dann folgten in lockerer, und doch anregender Atmosphäre einzelne Gespräche, bei denen ich auch konkrete Fragen stellen und Kontakte knüpfen konnte, etwa zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek oder des Gleichstellungsbüros (zu Fragen der Kinderbetreuung). Schließlich gibt es auch nicht planbare, immer wieder neue Langzeitwirkungen: rein zufällige Begegnungen auf dem Campus, in der Mensa und im Café – Situationen, in denen man ohne Einführungsveranstaltung wohl achtlos aneinander vorbeigelaufen wäre.“

    Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

    An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

    Wer macht was? Weitere Informationen

    Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal
    news-14132 Tue, 02 Oct 2018 17:21:00 +0200 The End of Empires: Interview mit dem Historiker Michael Gehler über Imperien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/the-end-of-empires-interview-mit-dem-historiker-michael-gehler-ueber-imperien/ Imperien sind großflächige Gebiete mit einem hohen Maß an Macht. Sie können innerhalb weniger Jahre zerfallen oder über Jahrhunderte schleichend niedergehen. Ein Gespräch mit Professor Michael Gehler über den Niedergang und Zerfall von Großreichen und Imperien. Prof. Dr. Michael Gehler lehrt und forscht an der Universität Hildesheim am Institut für Geschichte, er ist Inhaber des Jean Monnet-Lehrstuhls für vergleichende europäische Zeitgeschichte und Geschichte der europäischen Integration. Der Historiker befasst sich mit dem Aufstieg, den Krisen und dem Niedergang von Imperien.

    Im Interview spricht Michael Gehler über den Aufstieg und Niedergang von Imperien, was man aus der Erforschung von Imperien für gegenwärtige politische Entwicklungen lernen kann und wie bedeutsam die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Fachdisziplinen ist. Michael Gehler richtet mit Kooperationspartnern Anfang Oktober 2018 die internationale Konferenz „The End of Empires“ in Hildesheim aus.

    Interview mit dem Zeithistoriker Prof. Dr. Michael Gehler

    Warum befassen Sie sich mit dem Niedergang und Zerfall von Imperien?

    Mein geschätzter Innsbrucker Kollege Professor Robert Rollinger vom dortigen Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik hat mit mir im Jahre 2010 im Rahmen der Feierlichkeiten „1000 Jahre Grundsteinlegung St. Michael“ in Hildesheim eine Konferenz zum Thema „Großreiche und Imperien der Weltgeschichte“ organisiert. Daraus erwuchsen zwei Bände. Dann folgte eine Konferenz zum Thema „Forgotten Empires“ verbunden mit der Frage, welche Imperien im Schatten des „Imperium Romanum“ vergessen wurden? Dann folgte eine Konferenz zu „Sternschnuppen-Imperien“ – „Short term Empires“, also ganz kurzlebigen Imperien. Das führte uns zum nächsten Schritt – der diesjährigen fünftägigen Konferenz in Hildesheim. Wir konnten 1918, vor 100 Jahren, den Zerfall von vier europäischen Großreichen beobachten: die Habsburgermonarchie, das Wilhelminische Kaiserreich, das russische Zarenreich und das Osmanische Reich. Die Folgen waren massiv: Großräume sind zerbrochen. Ihr Zerfall hat viele Kleinstaaten mit Grenzkonflikten, zahlreichen Minderheitenproblemen und neuen Zollgrenzen erzeugt. Die Menschen waren gewohnt, über Jahrhunderte in Großräumen zu leben. Nun mussten sie sich in anderen Gebieten sowie mit neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen zurechtfinden. Was können wir lernen aus der Erosion von Imperien – welche Folgen hatte ihr Zerfall? Das interessiert uns.

    Dieses Interview lesen auch einige Nicht-Historiker. Was ist ein Imperium?

    Wenn Sie im Brockhaus blättern, finden Sie zu „Imperium“ nur ein paar Zeilen. Imperien kommt vom lateinischen „imperare“: befehlen. Auf der Tagung nähern wir uns dem Begriff in einem epochenübergreifenden Zugang. Fest steht, dass ein Imperium eine außergewöhnliche territoriale Ausweitung aufweist – es muss nicht gleich die Reichweite sein wie das British Empire, aber ein Imperium muss über mehrere Räume herrschen. In der Regel verfügen Imperien über Heere. Imperien bilden vor allem eine eigene Welt für sich und dulden in der Regel neben sich keinen Widersacher, sprich ein anderes Imperium. Es gibt in der Geschichte aber auch Konstellationen, wo das der Fall war – denken wir an Ostrom und Westrom oder die USA und Sowjetunion. In der Regel versuchen Imperien, immer weiter zu expandieren und Konkurrenten auszuschalten. Ihre Grenzen sind fließend. Im Unterschied zum Nationalstaat, der ein fest umrissenes Territorium hat, sind Imperien hier sehr beweglich. Sie haben allerdings regelmäßig Probleme an den Peripherien.

    Welche Bedeutung hat beim Niedergang eines Imperiums die Grenzregion?

    Die Aufgabe der Einbindung und Beherrschung von Grenzregionen und Nachbarschaftsräumen ist bedeutsam für den Zusammenhalt beziehungsweise den Zerfall eines Imperiums. Die Machtübernahme von innen her, der Putsch und die Palastrevolution im Zentrum ist ein Impuls, der zu Veränderung führen kann – aber in der Regel sind die Außengrenzräume als Unruheherde entscheidend. Nehmen Sie die Europäische Union von heute – die Grexit- oder die Brexit-Debatte – man versucht, den Ausstieg zu verhindern, abzumildern und möglichst erfolgreich zu managen.

    „Die Architektur gehört auch zur imperialen Kommunikation. Ein Imperium repräsentiert sich durch monumentale Bauten“

    Welche Bedeutung hat für den Zusammenhalt eines Imperiums die Gesellschaft? Welche Rolle spielen Handelswege, Diplomatie, Militär, wirtschaftliche Stärke und technischer Fortschritt, um ein Imperium zu halten? Gibt es einen Faktor, der für den Erhalt eines Imperiums sehr bedeutsam ist?

    Es sind alle Punkte, die Sie erwähnen, wobei es sehr fällt, eine Gewichtung vorzunehmen. Man muss das von Fall zu Fall durchspielen und entscheiden. Stichwort Handelswege – ja, die Beherrschung von Handelsrouten – etwa die Seidenstraße – ist von großer Bedeutung. Wir haben sehr wenig Forschung zur Diplomatie von Imperien, wer waren die Diplomaten der imperialen Herrscher? Wir haben auch noch zu wenig Biografien von allen bekannten imperialen Herrschern – im Unterschied zur römischen Kaiserzeit. Das Militär ist unverzichtbar. Auch die wirtschaftliche Stärke ist entscheidend: Ein Imperium muss Wohlstand oder zumindest das Versprechen des Wohlstandes zusichern können. Wichtig ist zudem die Verwaltung – dazu gehört Schriftlichkeit und die Fähigkeit, Steuern einzutreiben. Imperien können nur Steuern eintreiben, wenn Loyalität der Steuerbürger gegeben ist – sonst bekommt ein Imperium massive Probleme. Es muss auch von etwas leben können und entsprechend Ressourcen haben. Einer der wichtigsten Punkte ist die Kommunikation: Wenn ein Imperium nicht mehr in der Lage ist, sich selbst und seine Vorhaben und Ziele zu kommunizieren, dann verliert es die Legitimation. Ein Imperium muss mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Konfession und Ethnien zurechtkommen. Denken Sie an das Osmanische Reich. Ein Imperium braucht außerdem auch eine Friedensmission, sprich eine Pax.

    Wir unterscheiden in der Forschung zwischen Realgeschichte (Entstehung, Struktur, Verwaltung) und Rezeptionsgeschichte, also Wirkungsgeschichte – was hinterlassen denn Imperien der Nachwelt, was bleibt von ihnen in Erinnerung? Vergessen wir nicht die Architektur. Die Architektur gehört auch zur imperialen Kommunikation. Ein Imperium repräsentiert sich durch monumentale Bauten sowie durch eine Historiographie, indem sich ein Imperium Historiker organisiert, die es entsprechend großschreiben.

    Ist der Zerfall eines Imperiums eine Folge äußerer Einflüsse oder können innere Konflikte zum Zerfall beitragen?

    Die Sowjetunion ist sowohl an inneren Gründen des eigenen Systemversagens und einer nicht konkurrenzfähigen Planwirtschaft, aber auch am massiven Druck von außen durch den Konkurrenten USA gescheitert. Ohne die USA hätte die Sowjetunion wahrscheinlich eine längere Überlebensfähigkeit entwickelt. Kleiner heruntergebrochen: Ohne die Bundesrepublik Deutschland hätte die DDR wahrscheinlich viel mehr Chancen gehabt zu überleben. Die technologischen Fortschrittspotentiale im Westen, die effizientere und flexiblere freie Marktwirtschaft und das höhere Maß an Freiheit, die die westlichen Welten den Menschen boten, waren zu starke Herausforderungen für die Sowjetunion. Das westliche Modell mit Pop, Coca Cola, Jazz, Elvis Presley und Wrigley war attraktiver. Die Menschen wollten teilhaben an diesem american way of life. If you will not change, you will loose, sagte Jean Monnet zu den Briten, als sie nicht sofort bereit waren, bei der EWG mitzumachen. Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr verlieren. Imperien scheiterten auch an innerer Reformunfähigkeit.

    Gibt es ein markantes Ereignis in der Geschichte, als die Menschen mit einem Imperium nicht mehr zufrieden waren und Veränderungen einforderten?

    Russland 1917 – es ist der Regentschaft des Zaren Nikolaus und der nachfolgenden Regierung Kerenski nicht mehr gelungen, den Spagat durchzuhalten, Krieg zu führen gegen das Deutsche Reich und im Inneren des Landes die Grundbedürfnisse der Lebensmittelversorgung zu befriedigen. Das radikalisierte die Stimmung und die schon vorhandenen Anarchisten und Bolschewisten bekamen Zulauf. Lenin – ein Revolutionär von außen importiert – trägt schließlich über einen Putsch im Oktober 1917, nach der schon erfolgten Februarrevolution, die das Zarentum ablöste, zum Zerfall des Reiches bei. Das Interessante ist, das aus einem Bürgerkrieg ein neues Imperium, nämlich die Sowjetunion 1922 entsteht und aus dem alten zerfallenden Imperium ein neues konstituiert.

    „Wir leben heute wieder in Großräumen“

    Warum ist die Beschäftigung und das Wissen um Imperien in der heutigen Zeit so bedeutsam? Was können wir aus der Analyse von Imperien lernen?

    Wir leben heute wieder in Großräumen – denken Sie an die Regionalmächte Indien und China, denken Sie an Wirtschaftszusammenschlüsse großräumiger Art wie den gemeinsamen Markt Südamerikas Mercosur und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA und die Bildung von großräumigen Freihandelszonen, etwa das Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA. Und letztlich leben wir in der Europäischen Union, die so seit 1993 heißt, in einem neuen Großraum von einer halbe Milliarde Menschen in Europa. Es stellen sich neue Fragen: Ist das eine Rückkehr zum Imperium? Ist die Europäische Union ein postmodernes und postnationales Imperium? Ist das Überleben eines Kleinstaates, wie des Großherzogtums Luxemburg, im Zeichen der Globalisierung überhaupt noch möglich? Und: Was hält denn die Europäische Union heute noch zusammen? Droht eine Vertiefung der Spaltung in mittelosteuropäische und westeuropäische Staaten? Vor dem Hintergrund der Krise der EU in den letzten zehn Jahren, angefangen mit den Rettungspaketen für Griechenland bis hin zur Brexit-Debatte – wohlgemerkt es ist eine Brexit-Debatte und bisher noch kein Brexit erfolgt – so können wir während unserer internationalen Hildesheimer Konferenz die eine oder andere Erkenntnis aus der Geschichte gewinnen, was denn für den Zusammenhalt der Europäischen Union spricht. Aktueller kann ja eine Tagung zur Geschichte kaum sein.

    Sie bilden in Hildesheim Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer aus. Sind Imperien ein Thema im Unterricht?

    Längst hat man auch mit Blick auf Lehrpläne der Schulen begriffen, dass Imperien im Unterricht bearbeitet werden sollten. In Baden-Württemberg ist man ein Vorreiter, dort wird die Integration von Imperiengeschichte in die Kerncurricula bereits in Angriff genommen. Wir werden damit auch Schülerinnen und Schüler einen stärkeren Blick für die Welt vermitteln und dabei auch aktuelle globale Fragen einbeziehen.

    Sie konzentrieren sich in Ihrer Forschung auf den Verlauf von Imperien und betrachten gemeinsam mit dem Althistoriker Professor Robert Rollinger im Mammutwerk „Imperien und Reiche in der Weltgeschichte" auf 1762 Seiten Imperien epochenübergreifend. Die wissenschaftliche Beschäftigung erfolgte bisher meist selektiv und betrachtete einzelne Imperien isoliert voneinander, ohne die gesamthistorischen Komplexitäten und machtgeschichtlichen Konsequenzen einzubeziehen. Wie verlieren Sie als Historiker, wenn Sie all die Ereignisse untersuchen, den welthistorischen Rahmen nicht aus dem Auge? Wie schafft man es, all diese Einzelfälle zu betrachten, aber die Parallelitäten der Geschichte nicht aus dem Blick zu verlieren?

    Ein Einzelautor ist hier völlig überfordert. Weswegen wir, Robert Rollinger und ich, übrigens auch gemeinsam mit Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim diese Konferenz organisieren – wir arbeiten über Jahrzehnte mit 60 Expertinnen und Experten zusammen. Es geht nur gemeinsam im Teamwork. Es gibt Experten für einzelne Imperien und die führen wir zusammen, um auch einen interkontinentalen Zugang zu ermöglichen. Dass wir alle Weltregionen einbeziehen, ist so im deutschsprachigen Raum neuartig.

    Was fasziniert Sie an der Erforschung moderner oder antiker Imperien?

    Methodisch ist der Vergleich von Imperien spannend. Zweitens bieten Imperien auch eine gewisse Dramatik: sie erleben einen Aufstieg, eine Blüte und Expansion sowie den Niedergang und Zerfall. Es ist reizvoll, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zusammenzuarbeiten, mit  Archäologen, Historikern aller Epochenfächer, Philologen und Kunsthistorikern. Im 19. Jahrhundert war die Geschichtswissenschaft nationalstaatlich konstituiert. Der lange Schatten der Nationalstaatlichkeit von Geschichtsschreibung wirkt bis heute nach. Mit der Imperienforschung brechen wir aus diesem eng begrenzten Container aus und gehen über zu einem nationenübergreifenden Verfahren. Ich lerne mit jeder Konferenz neu dazu. Man begreift in der Auseinandersetzung mit Imperien die Begrenztheit des eigenen Tuns und wird als Historiker bescheidener und demütiger. Umso leichter fällt es mir dann, regionale oder nationalgeschichtliche Themen zu überschauen und deren Zusammenhänge früher zu erkennen. Es ist aber gewagt, was ich hier sage. Ich habe mich als Historiker zunächst mit Studentengeschichte in Innsbruck beschäftigt, dann mit Tiroler Landesgeschichte, anschließend mit österreichischer Nationalgeschichte und weiter ging es mit der Europäischen Union und schließlich hat sich über Imperien einem die Welt- und Globalgeschichte aufgetan. Wobei ich mir bewusst bin: Am Ende bleibt man als Historiker ein Zwerg, auf dem Rücken eines Elefanten sitzend, man versucht dem Riesen über die Schulter zu schauen und zu beschreiben, wie der Elefant – das Imperium – aussieht, aber die Flecken am Bauch erkennt man nicht.

    Und wie gehen Sie in der Forschung vor – wie verläuft Ihr Alltag als Historiker, der Imperien untersucht?

    Mein Tag beginnt frühmorgens mit der Bearbeitung von E-Mails und der Erledigung der alltäglichen Kommunikation. Dann versuche ich, viel zu lesen. In meinem Büro türmen sich die Neuerscheinungen auf einem Tisch. Wichtig ist die langfristige Bearbeitung der Themen. Seit zehn Jahren befasse ich mich wiederkehrend mit Fragestellungen der Imperien. Es ist ein Arbeiten von Jahr zu Jahr. Die Forschung binde ich in meine Lehrveranstaltungen ein. Sie sind permanent mitzudenken. Die Konferenzen und Forschungsarbeiten spiegeln sich in der Lehre wider. Manche Studierende schreiben jetzt schon Abschlussarbeiten zur Imperien-Thematik. Sie sind eingeladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren. Wir arbeiten mit der Integrierten Gesamtschule in Peine zusammen, Lena Blanke, eine ehemalige Lehramtsstudentin, ist dort heute Geschichtslehrerin. Studentinnen und Studenten können dort auch zu Imperien im europäischen Kontext unterrichten.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt

    Konferenz „The End of Empires: Decline, Erosion, and Implosion“

    In Hildesheim diskutieren Fachleute aus dem In- und Ausland über Imperien. Die internationale Konferenz „The End of Empires: Decline, Erosion, and Implosion“ findet vom 2. bis 6. Oktober 2018 im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. Die Vorträge werden in deutscher und englischer Sprache gehalten. Ausgewiesene nationale und internationale Experten unter anderem aus Oxford, Paris, München, Wien, Innsbruck und Los Angeles analysieren von der Antike bis zur Gegenwart epochen- und kontinentübergreifend Großreiche und Imperien hinsichtlich der Gründe ihres Niedergangs und Zerfalls.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren und vergleichen die Geschichte von Imperien. Die Expertinnen und Experten befassen sich etwa mit dem Niedergang des Römischen Reiches, mit dem Ende des äthiopischen Kaiserreichs, mit dem Ende der chinesischen Han-Dynastie und Tang-Dynastie, mit dem Ende des Inkareichs, mit dem Ende des spanischen Kolonialreichs, mit dem Ende des russischen Zarenreichs, mit dem Ende des Osmanischen Reichs, mit dem Ende des italienischen Faschismus, mit dem Ende des Dritten Reiches und mit dem Ende der UdSSR.

    Die Konferenz findet im Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim statt. Sie wird unter anderem von der Europäischen Union und der Universitätsgesellschaft Hildesheim unterstützt. Eine kostenlose Teilnahme ist möglich. Die Ergebnisse werden in einem Sammelwerk im Springer Verlag veröffentlicht.

    Alle Abstracts und Informationen zu den Referentinnen und Referenten finden Sie online auf der Tagungswebsite:

    The End of Empires: Programm und Abstracts der Konferenz

    Veranstaltungstipp: Europagespräche in Hildesheim

    Mit der öffentlichen Vortragsreihe „Europagespräche“ bietet Professor Michael Gehler jede Woche im Semester Raum für historische und aktuelle Europafragen und diskutiert gemeinsam mit Zeitzeugen, diplomatisch-politisch Beobachtern und Bürgern. Die Vortragsreihe findet in der Regel jeden Montag von Oktober 2018 bis Februar 2019 statt. Informationen finden Sie online auf der Website des Instituts für Geschichte.

    ]]>
    Pressemeldungen Geschichte Fachbereich 1
    news-15460 Wed, 12 Sep 2018 09:09:16 +0200 Digitale Medien im Unterricht: Lehrerfortbildung zu Medieneinsatz https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/digitale-medien-im-unterricht-lehrerfortbildung-zu-medieneinsatz/ Die Universität Hildesheim richtet eine Lehrerfortbildung zu Medieneinsatz und Medienpädagogik aus. Lehrerinnen und Lehrer können sich ab sofort für die Hildesheimer Pädagogische Tage anmelden. Die Universität Hildesheim lädt Lehrerinnen und Lehrer am 14. und 15. November 2018 zu den Hildesheimer Pädagogischen Tagen ein. In diesem Jahr steht die Fortbildung unter dem Motto „Digitale  Medien – einfach nutzen!?“. Das Themenfeld reicht von der Frage, wie und ab wann Schülerinnen und Schüler in Medienkompetenz unterrichtet werden sollten bis zur Herausforderung der Integration mobiler Endgeräte in den Unterrichtsalltag. Ein weiteres Thema ist die Verwendung von Apps im Fachunterricht und zur Organisation des Alltags von Lehrerinnen und Lehrer.

    Der erste Fortbildungstag (14. November 2018) wendet sich an Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer. Themen sind unter anderem die Apps für Lehrkräfte, die Erstellung von Trickfilmen und Beispiele für digitalen Unterricht in der Grundschule.

    Der zweite Tag (15. November 2018) richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich. Andreas Hofmann, Medienberater beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), teilt sein Wissen zum Medieneinsatz im Schulalltag. Themen der Workshops sind unter anderem die Anwendung von Web-2.0-Werkzeugen im Unterricht, die Erstellung von Erklärfilmen und die Tabletnutzung im Unterricht. Dabei geht es zum Beispiel um Augmented Reality, virteulle Whiteboards, Umfragen und Anwendungssoftware für Film, Ton und interaktives Arbeiten. Weitere Workshops thematisieren, wie Kinder und Jugendliche das Internet nutzen, Prävention und Diagnostik von Mediensucht und wie Kinder für wertschätzende Kommunikation in Zeiten von Falschmeldungen und Hassrede sensibilisiert werden können.

    Hildesheimer Pädagogische Tage: Programm und Anmeldung

    Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bei Fragen ist Peter Düker (Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung an der Universität Hildesheim, dueker@uni-hildesheim.de, 05121 883 92510) gerne erreichbar und kann Details zur Veranstaltung erläutern.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
    news-15336 Thu, 16 Aug 2018 12:53:00 +0200 „Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ohne-die-frauencharaktere-wuerde-der-roman-nicht-funktionieren/ Nach drei Jahren Forschung schließen acht Doktorandinnen und Doktoranden derzeit ihre Doktorarbeit im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ ab. Im Interview geben die Doktorandin Alexandra Mieth und der Doktorand Jöran Klatt Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ haben sich die Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel mit Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel auseinandergesetzt.

    Im Kolleg fördert die Universität Hildesheim Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim, zu ihnen gehören die Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Kathrin Audehm und Professorin Meike Sophia Baader, die Sprachwissenschaftlerinnen Professorin Stefanie Brusberg-Kiermeier und Professorin Beatrix Kreß, der Soziologe Professor Michael Corsten, die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke und der Literaturwissenschaftler Professor Toni Tholen.

    Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten tauschen regelmäßig Erkenntnisse aus – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen.

    Während des dreijährigen Graduiertenkollegs haben die Doktorandinnen und Doktoranden an Angeboten der Karriereförderung teilgenommen und  sprachen zum Beispiel mit Professorin Meike Baader anlässlich ihres Vortrages über „Karrierewege in der Wissenschaft" und mit Markus  Weißhaupt über „Fördermöglichkeiten gegen Ende der Promotion“.

    Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ wurde aus Mitteln des Professorinnenprogramms II finanziert, dass im Juni 2019 ausläuft. Insgesamt wurden acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben.

    „Wenn die Universität mit Ihrer Bewerbung im Professorinnenprogramm III ebenso erfolgreich ist wie im Professorinnenprogramm II, stehen die Chancen für die Fortsetzung des Graduiertenkollegs Gender und Bildung gut“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange.

    „Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“
    Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth

    Die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth schließt derzeit ihre Doktorarbeit zum Thema „Selbstbildungsprozesse und Gender in Graham Greenes Romanen“ ab. In ihrer Forschung befasst sich Mieth mit der Literatur der Postmoderne und Klassischen Moderne und mit Bildungsromanen.

    Was untersuchen Sie in Ihrer Promotion?

    Ich untersuche Romane des britischen Autors Graham Greene, dessen Werk in Hollywood mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Elizabeth Taylor, Richard Burton, Richard Attenborough und Helen Mirren verfilmt wurde. Ich fokussiere unter anderem die weiblichen Charaktere in den Romanen „Brighton Rock“, „A Gun for Sale“ und „Travels with My Aunt“.

    Warum ist das wichtig?

    Greenes literarisches Werk wurde bisher in der Genderforschung kaum beachtet. Der Schriftsteller gilt als katholischer Autor, seine Romane wurden theologisch erforscht, seine männlichen Figuren wurden traditionell untersucht. Auch auf humanistische Aspekte der Romane ist bereits eingegangen worden. Die weiblichen Charaktere wurden bisher kaum betrachtet, ebenso wenig wie die Krise der Männlichkeit in Greenes Werken eingehend erforscht wurde. Als Bildungsromane wurden die Erzählungen noch nicht angemessen gewürdigt. Dabei ist Greene als humanistisch geprägter Autor zu betrachten, der von der Bildungs- und Selbstbildungsfähigkeit des Menschen überzeugt war. Dieser These gehe ich in meiner Doktorarbeit auf den Grund.

    Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

    Graham Greene wird vorgeworfen, in sämtlichen Romanen keinen einzigen starken weiblichen Charakter erschaffen zu haben – dem widerspreche ich. Greene zeichnet sehr imposante Frauen, die nicht dem traditionellen Muster als Mutter folgen. Es gibt Frauen, die diesem Muster völlig widersprechen. Ohne die Frauencharaktere in den drei Romanen, die ich untersucht habe, würde der Roman nicht funktionieren. Im Thriller „Brighton Rock“ übernimmt Ida Arnold die Rolle der Detektivin, sie sorgt für Moral und Ordnung und Gerechtigkeit – das macht sie zu einer sehr starken Persönlichkeit.
    Greenes Werke sind eine neue Interpretation des Bildungsromans. Mit den in den Romanen dargestellten Schicksalen können sich Leserinnen und Leser identifizieren, das beginnt bei den gängigen Namen der Hauptfiguren im Roman „The Comedians“: Mr Jones, Mr Brown, Mr und Mrs Smith. Der Autor ermöglicht, dass die Schicksale seiner Figuren auf die Schicksale realer Menschen übertragbar sind. In Greenes Romanen durchlaufen die Handelnden unterschiedlichen Geschlechts und verschiedener Altersstufen Bildungsprozesse, die sie zum Teil auch gegen die Widerstände der Gesellschaft verfolgen.

    Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

    Ich habe Lehramt mit den Fächern Anglistik und Germanistik studiert. Professorin Brusberg-Kiermeier und Professor Tholen haben mich während meiner Doktorarbeit sehr unterstützt. Das Graduiertenkolleg bietet darüber hinaus die Chance, hilfreiche Hinweise von den anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhalten – die Einflüsse aus anderen Forschungsfeldern sind sehr anregend. Ein Graduiertenkolleg ist vor allem inhaltlich wertvoll, weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Ich schließe meine Doktorarbeit ab. Nun beginne ich meinen Vorbereitungsdienst an einer Grundschule in Niedersachsen – mit der Forschung werde ich am Nachmittag verbunden bleiben.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    „Im Netz versammeln sich unterschiedliche Menschen und formen Bündnisse“
    Interview mit dem Politik- und Kommunikationswissenschaftler Jöran Klatt

    Jöran Klatt hat an der Universität Göttingen Geschichte und Germanistik studiert. Seine Doktorarbeit im Rahmen des Hildesheimer Graduiertenkollegs „Gender und Bildung“ trägt den Titel: „Die #GamerGate-Kontroverse – Schmelztiegel der Gamer-Identität?“.

    Mit welchem Thema befassen Sie sich in Ihrer Promotion?

    Ich habe in meiner Doktorarbeit das Phänomen „#Gamer Gate“ untersucht, ein Streit, der im Internet in sozialen Netzwerken stattgefunden hat. Computerspielerinnen und Computerspieler haben sich seit 2014 organisiert, in der Debatte „#GamerGate“ ging es um Sexismus im Computerspiel, die vermeintliche Verstrickung von Spielejournalismus und Industrie aber auch um den Status des Computerspiels als entweder Kulturgut oder reinem Unterhaltungsprodukt. Die Auseinandersetzung zeigt die fragile Identität dieses jungen Milieus.

    Ich forsche online-ethnografisch, ich bin sehr viel im Internet unterwegs, bewege mich in den sozialen Netzwerken, in denen die Kontroverse stattgefunden hat, und untersuche die Argumentationen. Sprachwissenschaftlich analysiere ich die Argumentationslinien.

    Warum ist das wichtig?

    Das Computerspielen bedeutet für die Computerspielerinnen und Computerspieler Identität. Ich möchte am Beispiel des Computerspiels herausfinden: Wo werden Identitäten verteidigt, herausgefordert, bestätigt, hinterfragt und kreiert?

    Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

    Der „#GamerGate“-Streit ist ein prototypisches Phänomen für viele Entwicklungen, die wir aktuell im Netz beobachten. Unterschiedliche Menschen versammeln sich und setzen sich zu Bündnissen zusammen, ein Interesse eint sie. Dieser Fall im Bereich der Computerspiele ist prototypisch für viele Phänomene des Politischen, das Netz befeuert die Auseinandersetzung – physische Räume werden leicht überwunden, das World Wide Web beflügelt die Bildung von neuen Bündnisketten. 

    Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

    Ich befinde mich derzeit mitten in der Niederschrift meiner Promotion. Mein Doktorvater ist Professor Corsten und meine Doktormutter Professorin Brusberg-Kiermeier, die Gespräche mit Professor Tholen sind äußerst wertvoll – er ist eine Koriphäe auf dem Gebiet der Männlichkeitsforschung. Obwohl das Kolleg inzwischen offiziell vorbei ist, stehen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten noch in engem Austausch. Die Gemeinschaft war und ist eine große Hilfe.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Startseite
    news-15121 Tue, 31 Jul 2018 08:46:25 +0200 Professorin Marianne Kneuer leitet politikwissenschaftlichen Weltverband https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/professorin-marianne-kneuer-leitet-politikwissenschaftlichen-weltverband/ Professorin Marianne Kneuer wurde einstimmig zur Präsidentin der „International Political Science Association“ gewählt. Die internationale politikwissenschaftliche Fachvereinigung fördert den Austausch zwischen Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern weltweit und wurde vor knapp 70 Jahren auf Initiative der UNESCO gegründet. Eine Aufgabe sieht Marianne Kneuer im Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit. Professorin Marianne Kneuer wurde am 24. Juli 2018 einstimmig zur Präsidentin der „International Political Science Association“ (IPSA) gewählt. Die Politikwissenschaftlerin der Universität Hildesheim wird vom 24.7.2018 bis 26.7.2020 den politikwissenschaftlichen Weltverband leiten und folgt auf Professor İlter Turan von der Bilgi Universität in Istanbul. Im politikwissenschaftlichen Weltverband arbeitet Kneuer mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter anderem aus Argentinien, Kanada und Indien, aus Italien, Japan und Mexiko sowie Polen, Südafrika und der Türkei zusammen.

    „Die besondere Mission von IPSA ist es, das globale Miteinander in unserer Disziplin zu fördern. Das bedeutet aber auch, alle Regionen anzusprechen und einzubeziehen – auch den globalen Süden. Dies mache ich mir zu einer zentralen Aufgabe während meiner Präsidentschaft“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

    Eine weitere Aufgabe sieht Marianne Kneuer im Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit. „Die Herausforderung für unsere Gemeinschaft – gerade die Politikwissenschaft – hat in den letzten Jahren zugenommen, und zwar nicht nur bei autoritären üblichen Verdächtigen, sondern auch in demokratischen Ländern. Die Methoden zur Einschränkung der akademischen Freiheiten und der Redefreiheit sind subtiler geworden. Wir brauchen ein besseres Verständnis von der Bandbreite der Verstöße, aber auch von Lösungsansätzen. Daher sollten wir mit anderen internationalen und regionalen Organisationen, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind, Netzwerke aufbauen, um gemeinsam effizienter zu sein“, so die Wissenschaftlerin.

    Marianne Kneuer forscht und lehrt seit 2011 als Professorin für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Von 1994 bis 1998 gehörte Kneuer dem Planungsstab von Bundespräsident Herzog an. Davor war sie als Journalistin, unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, tätig. Sie ist Mitherausgeberin der „Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft“. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Demokratie-, Europa- und Autokratieforschung und vergleichenden Regimeforschung. Regionale Schwerpunkte sind Süd- und Osteuropa sowie Lateinamerika. In Hildesheim ist Marianne Kneuer zudem Ombudsfrau für gute wissenschaftliche Praxis und befasst sich mit ethischem Fehlverhalten in der Wissenschaft.

    Kneuer ist bereits seit Jahren in dem internationalen Verband tätig, unter anderem als Vizepräsidentin. Im vergangenen Jahr tagte der politikwissenschaftliche Weltverband in Niedersachsen. Die Konferenz „Political Science in the Digital Age: Mapping Opportunities, Perils and Uncertainties“ wurde von Professorin Marianne Kneuer und ihrem Hildesheimer Team organisiert. 200 Expertinnen und Experten haben sich mit Cyberkriminalität, mit der digitalen Kommunikation in autoritären Staaten und mit digitalen Medien im Wahlkampf befasst.

    Die internationale politikwissenschaftliche Fachvereinigung hat derzeit rund 3.600 Mitglieder und fördert den Austausch zwischen Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern weltweit. Die „International Political Science Association“ wurde 1949 auf Initiative der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris gegründet und feiert 2019 ihr 70-jähriges Bestehen.

    Politikwissenschaft in Hildesheim

    Marianne Kneuer hat an der Universität Hildesheim den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“ aufgebaut. Sie befasst sich mit den Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft, mit digitaler Vernetzung und den Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung, politischen Prozessen und Akteuren. Die Beschäftigung mit digitalen Medien verknüpft die Professorin mit ihrem anderen Forschungsschwerpunkt, der Analyse von Demokratien und Autokratien.

    Weitere Informationen: Presseinformation der IPSA (Englisch)

    Prof. Marianne Kneuer Elected as New President of IPSA

    Medienkontakt: Kontakt zur Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905).

    Süddeutsche Zeitung und Deutschlandfunk: Interviews mit Professorin Marianne Kneuer

    Deutschlandfunk, Sendung „Kulturfragen“, Interview mit Professorin Marianne Kneuer, „Feststehende Gewissheiten sind ins Wanken gekommen / Nach 1989 schien die Welt vereint im Streben nach Demokratie. Der andauernde Vormarsch von Hass und Autokratien führe nun zu einigen Umwälzungen in den Köpfen von Politologen, sagte die Präsidentin des politikwissenschaftlichen Weltverbandes Marianne Kneuer im Dlf. Sie sieht auch die Wissenschaftsfreiheit bedroht", 18.08.2018, Radiobeitrag, ~30 Min., [Interview online nachhören, Audio-Datei zeitlich begrenzt online abrufbar auf dlf.de]

    Süddeutsche Zeitung, Interview mit Professorin Marianne Kneuer, „'Eine Art von Selbstzensur' / Die Hildesheimer Professorin Marianne Kneuer wurde soeben an die Spitze des Weltverbandes der Politikwissenschaftler gewählt", 06.08.2018 (print) [Interview online lesen auf sueddeutsche.de]

    ]]>
    Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Startseite Forschung
    news-15104 Tue, 24 Jul 2018 10:48:00 +0200 Land unterstützt Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/land-unterstuetzt-forschung-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/ Das Land Niedersachsen unterstützt im Programm „PRO*Niedersachsen“ mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Projekte in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu den Themen „Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“, „Sexualisierte Gewalt“ und „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music“ werden mit insgesamt rund 750.000 Euro gefördert. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Die Analyse kultureller, sozialer und historischer Zusammenhänge fördert das Verständnis für die Vergangenheit, schärft den Blick auf die Gegenwart und gibt Impulse für die Gestaltung moderner Gesellschaften.

    Das Land Niedersachsen unterstützt mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit dem Programm „PRO*Niedersachsen“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit insgesamt rund 750.000 Euro Projekte in den Hildesheimer Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Mit dem Programm soll die „wissenschaftliche Vielfalt“ gefördert und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützt werden, „innovative Ansätze in Forschung und Praxis zu entwickeln“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Niedersachsen ist in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften breit aufgestellt. Das zeigen die geförderten Projekte eindrucksvoll“, so der Wissenschaftsminister.

    Wissenschaftsministerium fördert Hildesheimer Forschung

    In Hildesheim wurden drei Projekte bewilligt, darunter das Projekt mit dem Titel „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“. Ein Team um Prof. Dr. Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie untersucht empirisch die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei der Therapie von Alkoholismus. Alkoholkonsum gilt als der drittgrößte Risikofaktor für Krankheiten und gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei der Behandlung von Alkoholismus, insbesondere bei der Rückfallprophylaxe, spielen Selbsthilfegruppen eine zentrale Rolle, so Mojzisch. „Während die grundsätzliche Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen zur Therapie des Alkoholismus als gesichert gelten kann, ist noch relativ ungeklärt, was die psychologischen Mechanismen hinter der positiven Wirkung sind.“ In zwei Studien mit insgesamt 400 Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmern überprüft Andreas Mojzisch empirisch die Hypothese, dass eine geteilte soziale Identität in Selbsthilfegruppen der entscheidende Prädiktor für die Aufrechterhaltung der Abstinenz ist.

    Das Land fördert zudem die Forschung von Prof. Dr. Meike Baader vom Institut für Erziehungswissenschaft. Die Wissenschaftlerin leitet das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“. „Seit der Aufdeckung der Fälle sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen im Jahr 2010 wird von Expertinnen und Experten, aber auch von der Bundesregierung eine Verankerung der Thematisierung von sexualisierter Gewalt und deren Prävention in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte gefordert. Damit ist auch die Hochschule angefragt – und zwar sowohl auf der Ebene der Wissensvermittlung für zukünftig pädagogisch Handelnde als auch auf der Ebene der Organisation, da die Hochschule selbst ihre Mitglieder vor Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen schützen muss“, sagt Professorin Meike Baader. Inwiefern diese Themen in der Lehre an niedersächsischen Hochschulen verankert sind und über welche Präventions-, Hilfe- und Beratungsstrukturen die Hochschulen verfügen, untersucht die Erziehungswissenschaftlerin in dem dreijährigen Forschungsprojekt. In der Abschlußphase kooperiert die Professorin mit regionalen Fachberatungsstellen. Seit vielen Jahren forscht Baader in diesem Bereich und befasst sich mit der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften, zudem betreut die Professorin erziehungswissenschaftliche Abschlussarbeiten und Promotionen.

    Im Rahmen der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ fördert das Wissenschaftsministerium das Forschungsprojekt „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music Hildesheim“. Ziel des Teams um den Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels ist die wissenschaftliche Erschließung der Musikinstrumente der tibetisch-buddhistischen Klöster und Wandermönche aus der Sammlung Rolf Irle. Die Wissenschaftler arbeiten an der Digitalisierung, Erschließung und Sicherung von Kulturerbe und setzen sich dafür ein, Instrumenten- und Tonträgersammlungen zugänglich zu machen.

    Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Svea Korff und Prof. Dr. Meike Baader vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ sind zudem Kooperationspartner in dem Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung“ der Universität Osnabrück.

    „Hochrangige Forschungsvorhaben, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen“

    Die drei Projekte der Universität Hildesheim werden mit jeweils rund 250.000 Euro gefördert. Gefördert werden die Projekte, da sie für hochrangige Forschungsvorhaben stehen, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen. Weitere Forschungsprojekte fördert das Land etwa an den Univesitäten in Göttingen, Osnabrück und Oldenburg.

    Die Auswahl erfolgte durch Fachgutachterinnen und Fachgutachter in Zusammenarbeit mit der „Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen“ (WKN). Die Mittel für das Förderprogramm stammen aus dem „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung.

    ]]>
    Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
    news-14813 Mon, 16 Jul 2018 08:11:00 +0200 Soziale Dienste: Bundesweit erster dualer Masterstudiengang https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/soziale-dienste-bundesweit-erster-dualer-masterstudiengang/ Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Masterstudium „Soziale Dienste“ – jetzt bewerben

    Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“, der von einer Universität angeboten wird. Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt.

    Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Das Studium beginnt im Herbst 2018.

    „Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat. „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Mit unserem neuen Studienangebot leisten wir deshalb einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.“

    Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung. Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

    Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

    Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

    Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung sind online abrufbar. Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. Augsut 2018 bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
    news-15024 Fri, 13 Jul 2018 10:19:00 +0200 Universitätsprofessor für Kirchengeschichte: Jörg Bölling https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/universitaetsprofessor-fuer-kirchengeschichte-joerg-boelling/ Jörg Bölling forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsgebieten des promovierten Historikers und Theologen zählen unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit, das Papsttum und die Kirchenreformen. Seit Januar 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. In der Forschung befasst sich Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen.

    Aktuell erforscht der Theologe und Historiker unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit. „Im Verbund mit anderen Expertinnen und Experten möchte ich Reformversuche aufspüren, die für gegenwärtige Fragen im Dialog von evangelischer, orthodoxer und katholischer Theologie wieder von Relevanz werden könnten.“ Daneben laufen Projekte zum Papsttum, zu einzelnen Heiligen und zur Hildesheimer Bistumsgeschichte.

    Aufbau des „Hildesheimer Glossars lateinischer theologischer Fachbegriffe“

    Soeben fertiggstellt hat der Professor das „Hildesheimer Glossar lateinischer theologischer Fachbegriffe“, das „online über die Universitätsbibliothek verfügbar gemacht werden soll. Ursprung und Erweiterungen dieses Glossars stammen unter anderem aus studentischen Protokollen zu meinen Lehrveranstaltungen“, so Bölling. Neben der Kirchengeschichte sind auch die systematische Theologie (Dr. Ulrike Wick-Alda) und die theologische Ethik (Prof. Dr. Alexander Merkl) am Glossar beteiligt.

    Darin enthalten sind Wörter und Ausdrücke wie „missio canonica“ (das bedeutet „kirchliche Entsendung“, Beauftragung für den Religionsunterricht an Schulen) und „Nostra aetate“ („In unserer Zeit“, Anfangsworte eines zentralen Konzilsdokuments zum interreligiösen Dialog).

    „Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück. Durch die digitalen Technologien wird ein schneller, ortsunabhängiger und zuverlässiger Zugriff auf zentrale lateinische Ausdrücke eröffnet, der einen eigenständigen Umgang mit theologischen Quellen und Dokumenten ermöglicht“, sagt Jörg Bölling. Langfristig soll in Hildesheim ein Online-Wörterbuch lateinischer theologischer Grundbegriffe entstehen – mit Verknüpfungen zu weiteren digital verfügbaren Dokumenten und Hilfsmitteln.

    „Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück“

    Die Berufung auf die Professur für Kirchengeschichte in Hildesheim sieht Jörg Bölling als Chance: „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle. An der Universität fasziniert mich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Personen, Fächern und Fachbereichen – eine Folge kurzer Wege, aber auch unverkennbar erprobter Kooperationen kompetenter Persönlichkeiten. Das gilt gerade auch für die beiden theologischen Institute. Noch während meiner Tätigkeit als Professur-Vertreter meinte eine auswärtige Gutachterin zu mir, Hildesheim sei die aufstrebende junge Universität Niedersachsens. Ohne zu zögern habe ich daher ein Alternativangebot abgelehnt und den Ruf an die Innerste angenommen“, so Bölling.

    Jörg Bölling bildet Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Katholische Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen in Hildesheim aus und für das Gymnasium in Hannover.

    „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle“

    Jörg Bölling ist 1974 in Coesfeld im westlichen Münsterland geboren. In Münster wurde er zum Kirchenmusiker ausgebildet. Auf sein Studium der Fächer katholische Theologie, Geschichte, Latein und Pädagogik (Lehramt für Sekundarstufe I und II, Staatsexamen 1999), im zweiten Studiengang auch Musikwissenschaft und historische Hilfswissenschaften, in Münster und Venedig, folgten Stipendien in Münster, Trient, Mailand und Rom, 2004 dann die Promotion in Geschichte (Dr. phil., Universität Münster), 2010 in Kirchengeschichte (Dr. theol., Universität Bochum) und 2013 die Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften (Universität Göttingen).

    Anschließend vertrat Bölling Professuren an den Universitäten Wuppertal, Göttingen und Hildesheim, hier auch mit Lehre in Hannover für die Lehramtsausbildung sowie für das Fach Religionswissenschaft. Wegweisend für die Forschung waren unter anderem  ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom und der regelmäßige Aufenthalt am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft von 2000 bis 2017, wo er unter anderem als Organist und Kantor der deutschen Kirche am Vatikan tätig sein durfte.

    Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Kirchengeschichte hat, erreicht Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling unter boelling[at]uni-hildesheim.de.

    Antrittsvorlesung

    Am Mittwoch, 4. Juli 2018, hält Professor Jörg Bölling seine öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in seine Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Brannte uns nicht das Herz? Kirchengeschichte als historische und theologische Disziplin“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). In der Antrittsvorlesung stellt sich der Wissenschaftler den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor. Dabei erläutert er unter anderem, welche Bedeutung der Kirchengeschichte in dreierlei Hinsicht zukommt: in der allgemeinen Geschichte, in der Theologie und in der interdisziplinären Forschung und Lehre.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Katholische Theologie Personalportal Startseite Forschung
    news-12759 Wed, 27 Jun 2018 11:22:00 +0200 Mentoring-Programm: „Ich erkenne meine Stärken“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/mentoring-programm-ich-erkenne-meine-staerken/ Bis zum 1. Juli 2018 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Hier berichten die Studentinnen Luka Sackmann und Anna Kardziev über ihr Studium in den Bereichen Übersetzen sowie Angewandte Informatik und wie sie sich im Rahmen des Mentorings auf ihren Berufseinstieg vorbereiten. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

    Der Bewerbungsschluss ist der 1. Juli 2018, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoring beginnt dann im Wintersemester 2018/19.

    Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

    Wer Fragen zu dem Programm „ProKarriere-Mentoring: Karriereförderung für Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Sandra Ahnen vom Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim unter 05121 883 92162 und ahnens[at]uni-hildesheim.de.

    Jetzt bewerben bis zum 1. Juli 2018

    Warum nehmen Sie am Mentoring-Programm teil?

    Hier berichten zwei Studentinnen aus dem aktuellen Mentoring-Jahrgang über ihr Studium in den Bereichen Übersetzungswissenschaft sowie Angewandte Informatik. Sie geben einen Einblick, warum sie das Mentoring-Programm anderen Studentinnen weiterempfehlen.

    „Ich habe viel in mein Studium investiert und erkenne im Mentoring-Programm meine Stärken“

    Luka Sackmann studiert „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ und spezialisiert sich in Hildesheim auf das technische Übersetzen. Im Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros wird die 26-Jährige ein Jahr lang auf ihrem Weg in das Berufsleben gecoacht.

    „Viele Fragen mich: Technische Redaktion – ist das nicht langweilig? Ich habe viele Jahre in mein Studium an der Universität Hildesheim investiert. Als technische Übersetzerin bearbeite ich etwa Installationsanleitungen in der Automobilindustrie. Ich schreibe gerne Texte strukturiert, ohne Schnörkel, und habe Freude daran, Texte aufzuräumen und zu erklären, wie eine Maschine funktioniert. Das Mentoring-Programm ist eine ideale Unterstützung im Übergang vom Studium in das Berufsleben. Ich erkenne meine Stärken und konzentriere mich auf das, was ich beruflich erreichen möchte“, sagt die Studentin.

    „Meine Mentorin kommt aus dem Maschinellen Lernen und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“

    Anna Kardziev, 26, studiert „Angewandte Informatik“ an der Universität Hildesheim. Sie schreibt ihre Masterarbeit über künstliche Intelligenz: „Fallbasierte Konfiguration“ und wird ein Jahr lang in ihrer Abschlussphase von einer Mentorin aus der Wirtschaft im Programm „ProKarriere-Mentoring“ begleitet.

    „Ich studiere ‚Informationsmanagement und Informationstechnologie‘ mit dem Schwerpunkt Angewandte Informatik. In meiner Masterarbeit setze ich mich mit einem Mechanismus der künstlichen Intelligenz auseinander, der mit Erfahrungswissen arbeitet. Dabei wird Erfahrung aus der Vergangenheit genutzt, um daraus zu lernen und zukünftige ähnliche Probleme zu lösen. Ein Beispiel: Mithilfe von Erfahrungswissen können in der Industrie Diagnosesysteme bei Wartungsarbeiten schneller erkennen, wie eine technische Maschine repariert werden kann. In meinem Bachelorstudium habe ich mich in Magdeburg vor allem mit dem Wissensmanagement beschäftigt, in Hildesheim kann ich die technische Seite stärken, mich spezialisieren. Ich studiere bei Professor Klaus-Dieter Althoff im Bereich ‚Intelligente Informationssysteme‘ am Institut für Informatik und bei Professor Ralf Knackstedt an der Abteilung ‚Informationssysteme und Unternehmensmodellierung‘.

    Ich möchte in meiner beruflichen Zukunft im Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Meine Familie kommt nicht aus dem IT-Bereich, es fiel mir schwer zu wissen, was ich mit einem Informatikstudium beruflich anstreben kann. Ein Jahr lang nehme ich jetzt am ‚ProKarriere‘-Mentoring des Gleichstellungsbüros teil. Das ist ideal: Meine Mentorin kommt aus dem Bereich ‚Maschinelles Lernen‘ und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“, sagt die Studentin Anna Kardziev.

    TIPP: Wer sich für ein IT-Studium interessierte, sollte den Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich" am 4. Juli 2018 an der Universität Hildesheim nicht verpassen.

    ]]>
    Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 4 Informatik Fachbereich 1 Fachbereich 2
    news-15012 Tue, 26 Jun 2018 13:48:02 +0200 Über Geschichte berichten: Studierende interviewen Wirtschaftsweisen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/ueber-geschichte-berichten-studierende-interviewen-wirtschaftsweisen/ Im Seminar „Über Geschichte berichten – Die Europagespräche im Radio“ erproben Studentinnen und Studenten das Berichten über Geschichte. Entstanden ist eine Radiosendung, die am Mittwoch, 27. Juni 2018, bei Radio Tonkuhle ausgestrahlt wird. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Radiosender soll fortgesetzt werden. Die im letzten Semester erfolgreich gestartete Kooperation des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim mit dem lokalen Sender Radio Tonkuhle wird auch in diesem Semester fortgesetzt.

    Eine Gruppe von Studentinnen und Studenten des Fachs Geschichte hat am Beispiel des Vortrags „Die Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion“ das Berichten über Geschichte erprobt. Die Studierenden führten dazu ein Interview mit dem Wirtschaftsweisen Lars Feld, der sich zuvor in das Goldene Buch das Stadt Hildesheim eingetragen hat. In Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle wurden anschließend zwei Radiobeiträge produziert.

    In der Sendereihe „Campusradio“ sendet Radio Tonkuhle ein ausführliches Interview mit Lars Feld am Mittwoch, 28.06. 2017, zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Eine Kurzzusammenfassung des Vortrags und des Interviews mit Lars Feld ist in Kürze auch auf der Webseite des Instituts für Geschichte (Bereich „Europagespräche“) nachzuhören.

    „Ziel des Seminars ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Radiozuhörer vermittelt werden können“, sagt die Dozentin Sanne Ziethen. Im Seminar zum Thema Medienkompetenz erfahren die Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis, wie Journalismus funktioniert, wie ein Radiobeitrag mit Einspielern produziert wird und mit welchen Mitteln und Maßnahmen Hörfunkbeiträge entstehen. Ziel des Seminars ist auch, die Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim weiter bekannt zu machen.

    Der nächste Vortrag im Rahmen der „Europagespräche“ findet am 2. Juli im Riedelsaal der Volkshochschule Hildesheim statt. Der italienische Wissenschaftler Federico Scarano wird zum Thema „Italien und die Römischen Verträge“ sprechen. Sämtliche Vorträge sind öffentlich und kostenfrei (Programm der „Europagespräche“).

    Zeitzeugen in Hildesheim: Europagespräche – Wissenschaft in der Stadt

    Wie entstehen Konflikte, wie entstehen Kriege, wie kann man sie vermeiden? Diese Fragen bewegen Professor Michael Gehler. Seit zehn Jahren veranstaltet der Historiker der Universität Hildesheim die „Europagespräche“, eine öffentliche und wöchentliche Vortragsreihe, in der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer Zeitgeschichte und europäischer Integration sprechen. Die Bürger diskutieren mit den Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland, der Meinungsaustausch ist wesentlicher Bestandteil der Europagespräche. Alle Vorträge sind online abrufbar, auch die Vorträge,  Videos und Berichte der letzten zehn Jahre sind im Online-Archiv des Instituts für Geschichte abrufbar.

    Wer Fragen zum Radioprojekt hat, erreicht Dr. Sanne Ziethen unter ziethens[at]uni-hildesheim.de.

    Lesetipp: Europäische Zeitgeschichte im Universitätsjournal

    Im Universitätsjournal ist ein ausführliches Interview mit dem Direktor des Hildesheimer Instituts für Geschichte erschienen. Im Interview „Ein Ringen, ein echtes Tauziehen“ spricht der Historiker Prof. Dr. Michael Gehler über seine Forschung zur europäischen Zeitgeschichte. Gehler äußert sich etwa über die Entstehung, Geschichte und Zukunft der Europäischen Union, über die EU als Währungsraum und Rechtsraum und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg; über nationalstaatliche Interessen und das Motto „In Vielfalt geeint“. Europa ist eine große Baustelle, für einen Forscher ist das absolut herausfordernd und spannend, sagt Michael Gehler. Das Interview wurde im Universitätsjournal DIE RELATION (ausgabe #2) veröffentlicht. Das Universitätsjournal liegt an allen Campusstandorten aus, zum Beispiel vor der Universitätsbibliothek.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
    news-14860 Thu, 14 Jun 2018 08:27:00 +0200 Juniorprofessorin für Bildungssoziologie: Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/juniorprofessorin-fuer-bildungssoziologie-janna-teltemann/ Janna Teltemann forscht und lehrt als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Janna Teltemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

    Die Entstehung von Bildungsungleichheit erforschen

    Juniorprofessorin Janna Teltemann forscht in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Migration, Integration, empirische Stadtforschung und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung. Die 37-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Teltemann arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

    Austausch mit anderen Fachdisziplinen in Hildesheim

    „Als Nachwuchswissenschaftlerin freue ich mich, in Hildesheim die Möglichkeit zum eigenständigen Forschen und Lehren zu bekommen. Besonders reizvoll finde ich den Austausch mit anderen Disziplinen, der an einer kleineren Universität wie Hildesheim viel besser möglich ist“, sagt Teltemann.

    Die Soziologin arbeitet viel mit Schulleistungsstudien. Internationale Vergleichsstudien wie „PISA“ sind oft nur eine Momentaufnahme. Wie kann man diese Querschnittstudien in eine Langzeitbeobachtung überführen, um zu untersuchen, wie etwa die Gliederung der Schulsysteme mit dem Grad der Chancengleichheit in einem Land zusammenhängt? „Im Hörsaal arbeite ich mit vielen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten zusammen. Ich möchte sie für soziologisches Denken begeistern und ihnen für ihre künftige Tätigkeit im Klassenzimmer Grundlagenwissen über die Entstehung von Ungleichheiten im Schulsystem vermitteln.“ Denn, sagt Teltemann, ein grundlegendes Prinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sei, dass „alle die gleichen Chancen haben, alle gesellschaftlichen Positionen zu erreichen“. Herkunft, Geschlecht oder sozialer Status sollten keinen Einfluss auf Teilhabemöglichkeiten haben. Ein Hauptinteresse der Bildungssoziologie liegt darin, zu zeigen, inwieweit diese Forderung erfüllt oder nicht erfüllt wird, und welche Gründe dafür ausschlaggebend sind.

    Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Bildungssoziologie hat, erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann[at]uni-hildesheim.de.

    Antrittsvorlesung

    Am Mittwoch, 13. Juni 2018, hält Professorin Janna Teltemann ihre öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in ihre Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Zum Verhältnis von Bildungsstandards und Bildungsgerechtigkeit“ beginnt um 18:00 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1 in Hildesheim).

    In der Antrittsvorlesung stellt sich die Wissenschaftlerin den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in ihr Forschungsgebiet. Dabei erläutert sie unter anderem, wie regelmäßige, landesweite Leistungskontrollen an Schulen helfen können, die Kopplung von Schulerfolg und sozialem Hintergrund abzuschwächen. Auch Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ihne Migrationshintergrund können auf diese Weise verringert werden. Dabei kommt es jedoch auf die Art der Leistungskontrolle an, so Teltemann.

    ]]>
    Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Startseite Forschung Zentrum für Bildungsintegration Personalportal
    news-14223 Tue, 05 Jun 2018 18:37:00 +0200 Konferenz „Sport als Heimat?“: Interview mit Professorin Vera Volkmann https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/konferenz-sport-als-heimat-interview-mit-professorin-vera-volkmann/ Die Fußball-WM läuft. Was kann Sport bewirken – nachgefragt bei Vera Volkmann. Die Professorin organisiert die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration zum Thema „Sport als Heimat?“. Die Sportwissenschaftlerin hofft auch auf die Teilnahme zahlreicher Studentinnen und Studenten, da sie „die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind“. Die Jahrestagung des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist bis 15. Juni 2018 möglich.

    Konferenz „Sport als Heimat?“

    Interview mit der Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Vera Volkmann

    Frau Professorin Volkmann, Sie befassen sich in Ihrer Forschung mit der Rolle von Sport im Lebensverlauf und in der Gesellschaft. Sport ist nicht nur körperliche Leistung, sondern kann auch dazu beitragen, Zugehörigkeit zu schaffen?

    Im Sport ist es möglich, sich jenseits sprachlicher Barrieren und sozialer Herkunft zu verständigen und sich für ein gemeinsames Ziel, wie zum Beispiel den Sieg beim Fußball, zu engagieren. Sport kann unter bestimmten Voraussetzungen positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und auch integrierend wirken. Dafür ist es jedoch notwendig, dass er entsprechend pädagogisch gerahmt und didaktisch aufbereitet wird. Zugehörigkeit entsteht auch dadurch, dass man sich mit einer Sportgruppe identifiziert, das heißt, dass man auf diese Weise ein Teil von ihr wird und sich diese Gruppe als Gemeinschaft versteht.

    Ende Juni 2018 richten Sie in Hildesheim gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Konferenz „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“ aus. Warum rückt die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration dieses Thema in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Auseinandersetzung?

    Der historisch vorbelastete Heimatbegriff hat aktuell Hochkonjunktur und befindet sich offensichtlich im Wandel. Er gerät nicht nur durch die aktuellen Fluchtbewegungen verstärkt in den Mittelpunkt wissenschaftlicher, aber auch gesellschaftlicher und sogar politischer Diskussionen. Interessant finde ich, dass selbst Politikerinnen und Politiker entgegengesetzter Couleur den Begriff aktuell aufgreifen. Gerade hat sich der ehemalige Bundespräsident Gauck erneut zu dem Begriff geäußert, indem er in einem Interview sagte, dass für ihn Heimat das Gefühl einer ganz eigenen Sicherheit und eines Zutrauens sei. Durch dieses verstärkte Aufgreifen wird deutlich, dass das, was Heimat sein kann in einer globalisierten und entgrenzten Welt definitionsbedürftig, aber auch definitionsfähig zu sein scheint. Heimat heute ist auch als „Heimat 2.0“ im Sinne von Lebensmöglichkeiten und nicht mehr als Herkunftsnachweis zu denken. Die Heimat der Zukunft ist Patchwork und ein zentraler Bestandteil dieses Patchwork ist in vielen Biographien der Sport, der als wichtige Sozialisationsinstanz und Wertevermittler gehandelt wird. Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen. Er kann dazu beitragen, sich heimisch zu fühlen und kommt den grundsätzlichen Bedürfnissen nach Raumorientierung, Zugehörigkeit und Konstitution von Gruppenidentität entgegen.

    Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen – worauf deuten Ihre Forschungserkenntnisse hin? Sie haben in den letzten Jahren etwa Kinder und Jugendliche befragt, was sie durch Sport erleben und erfahren.

    Wir haben Kinder und Jugendliche befragt, die an unserem FuNah-Projekt zur Förderung von Bildungsintegration an Schulen durch eine Kombination von Sport und individueller Förderung teilnehmen. Es wird sehr deutlich, wie positiv sie die Anerkennungsprozesse und Erfolgserlebnisse innerhalb des Sports bewerten. Sehr wichtig ist ihnen der wertschätzende Umgang, den sie sonst in der Schule oftmals vermissen. Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Erfahrung, dass es sich unmittelbar lohnt, sich aktiv für etwas einzusetzen, übertragen die Kinder und Jugendlichen auch auf den schulischen Bereich.

    Wer kann an der Konferenz teilnehmen, wen möchten Sie erreichen?

    Bei der Tagung ist jeder willkommen, der sich für das Thema interessiert und Lust auf wissenschaftliche Einblicke und weiterführende Diskussionen hat. Wir freuen uns, wenn auch viele Studierende teilnehmen, da sie ja die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind und somit Teil der Diskussionen sein sollten. Wir haben uns deshalb zum Beispiel auch bemüht, die Tagungskosten, die auch das gemeinsame Abendessen beinhalten, gering zu halten. Sie sollten keine Hürde für die Teilnahme darstellen. Bis Freitag kann man sich noch anmelden.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt

    Tagung „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“

    Die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist noch bis 15. Juni 2018 möglich.

    Die Hauptvorträge (Keynotes) halten renommierte Fachleute. Die Bielefelder Wissenschaftlerinnen Professorin Joanna Pfaff-Czarnecka und Professorin Christa Kleindienst-Cachay sprechen über „Sport als Heimat? Möglichkeiten biographischer Navigation in Zuwanderungsgesellschaften“. Professor Sebastian Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin referiert zum Thema „Sportvereine als Räume zur Bildung von Sozialkapital“.

    Hier geht's zum Programm und zur Anmeldung

    ]]>
    Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 1 Startseite Forschung Zentrum für Bildungsintegration
    news-14831 Wed, 23 May 2018 16:17:12 +0200 Rechtspsychologie: Tagung zu Prognosegutachten im Strafrecht https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/rechtspsychologie-tagung-zu-prognosegutachten-im-strafrecht/ Seit einem Jahr bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Der Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle diskutiert während einer Konferenz in Hildesheim mit Richterinnen und Richtern aus Niedersachsen sowie Experten aus dem Justiz- und Maßregelvollzug über Prognosegutachten im Strafrecht. Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim. Professor Dahle richtet Ende Mai eine Tagung an der Universität Hildesheim aus („Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“, Programm PDF).

    Professor Dahle lädt zu der Tagung ein, da in jüngerer Zeit Gesetzesnovellen insbesondere einige der Voraussetzungen für die Unterbringung und Behandlung von Rechtsbrechern im psychiatrischen Maßregelvollzug und in der Sicherungsverwahrung reformiert haben. „Diese Gesetzesnovellen gehen mit veränderten, teilweise neuen Aufgabenstellungen für sachverständige Gutachter einher, die die Gerichte bei solchen Unterbringungs- und Fortsetzungsentscheidungen beraten sollen“, sagt Klaus-Peter Dahle. Bisher sei nicht geklärt, wie die Gerichte die reformierten Vorschriften interpretieren werden und welche Erwartungen sie dabei an ihre prognosesachverständigen Berater stellen.

    Professor Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

    Workshoptagung an der Universität Hildesheim
    „Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“

    Die Konferenz beginnt am Freitag, 25. Mai 2018, auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim um 10:00 Uhr. Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing wird die Teilnehmer begrüßen.

    Die Fachvorträge zu den Themen „Neue Anforderungen an Prognosegutachten nach der Reform des Unterbringungsrechts gemäß § 63 StGB“, „Die nach § 119 a StVollzG erforderlichen Behandlungsmaßnahmen und deren gerichtliche Kontrolle“ und „Möglichkeiten und Grenzen prognostischer Einschätzungen im Strafrecht: Sachstand und aktuelle Entwicklungen“ halten Prof. Dr. Andreas Mosbacher (Richter am Bundesgerichtshof Leipzig, Strafsenat), Klaus Michael Böhm (Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe) und Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle (Professor für Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim). Die Tagung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung per Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten (papenmei@uni-hildesheim.de).

    ]]>
    Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
    news-14791 Thu, 17 May 2018 10:51:41 +0200 „Förderung ist ein Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/foerderung-ist-ein-ansporn-fuer-gute-wissenschaftliche-praxis/ Die Universität unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 30. Mai 2018 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum dritten Mal. Die ersten Förderperioden fand im Wintersemester 2016/17 sowie 2017/18 statt, von der bisher 20 Personen profitieren konnten. Bis zum 30. Mai 2018 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

    Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

    Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 30. Mai oder der 30. November.

    Jetzt einen Antrag einreichen!

    Nachgefragt bei Timo Habedank (Sportwissenschaft) und Sabrina Volk (Sozial- und Organisationspädagogik)

    Sabrina Volk und Timo Habedank werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und Lehre gefördert. Volk diskutiert in ihrer Dissertation Elternratgeber systematisch unter der Perspektive von Wissensordnungen, um so den Transfer von Wissen zwischen fachlich-öffentlichen und privaten Erziehungs- und Bildungsdiskursen zu untersuchen. Habedank befasst sich in seiner Forschung mit pädagogischen und psychologischen Konstrukten im Nachwuchsleistungssport. Der Sportwissenschaftler erhält die Förderung für die Entwicklung eines neuen universitären Lehr- und Lernkonzeptes, welches auf Grundlage einer Exkursion Theorie und Praxis miteinander verzahnt.

    Interview mit Timo Habedank

    Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

    In meiner Dissertation befasse ich mich mit Resilienz und Nachwuchsleistungssport. Außerdem habe ich das Lehr-Lern-Konzept „Exkursion Hüttentrekking“ entwickelt; mit Studierenden untersuche ich vor allem das psycho-physische Wohlbefinden nach und durch Bergwandern, insbesondere befasse ich mich mit dem Stressausgleich und der Stressbewältigung durch Bergwandern, aber auch mit der Aufzeichnung und Messung von Leistungsparametern wie beispielsweise Laktat in Abgleich mit dem Höhenprofil der erwanderten Strecken.

    Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

    Die Fördermittel haben es mir ermöglicht, ein innovatives Lehr-Lern-Konzept fortzusetzen und dafür eine Reihe an Anschaffungen für die Weiterentwicklung der theoretisch-praktisch verzahnten Lehre zu tätigen. Ich habe zum Beispiel Fachbücher beschafft, die sich speziell mit Bergsport auseinandersetzen sowie eine Pulsuhr mit barometrischer Höhenaufzeichnung, die die Studierenden zusammen mit einem mobilen Laktatmessgerät nun für ihre Forschungsprojekte nutzen können.

    Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

    Natürlich ist die Förderung eine Anerkennung, gerade für innovative und unkonventionelle Lehrkonzepte. Sie hilft auch dabei, das Konzept der Exkursion noch weiter zu schärfen, Anreize mittels neuer Gerätschaften für die Studierenden zu schaffen und so einen Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis zu bieten.

    Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

    Auf jeden Fall! Es ist toll, dass das Geld dem Mittelbau des Fachbereichs 1 direkt zur Verfügung gestellt wird. Die Antragstellung ist unkompliziert und die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten sind vielfältig.

    Interview mit Sandra Volk

    Wie nutzen Sie die Förderung des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften?

    Die Förderungsumme hat mir die zügige Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Elternratgeber der Weimarer Republik. Wissensordnungen über Familienerziehung zwischen zwei Weltkriegen“ ermöglicht.

    Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

    Ja, gerade die Arbeit an einer Dissertation findet ja in der Regel im Verborgenen statt und die Veröffentlichung ist häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, weswegen ich mich über die Förderung sehr gefreut und diese durchaus als Anerkennung meiner Leistung verstanden habe.

    Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

    Unbedingt! Es ist ein unkompliziertes Vorgehen ohne große bürokratische Hürden.

    Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

    Aktuell bin ich in erster Linie mit der Organisation des berufsintegrierenden Dualen Masters „Soziale Dienste“ befasst, der am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zum Wintersemester 2018/2019 starten soll. Da es sich hier um den ersten universitären dualen Masterstudiengang in diesem Fach handelt, verbinden wir mit diesem einen hohen Anspruch im Bereich der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Sportwissenschaft Fachbereich 1 Personalportal
    news-14766 Fri, 04 May 2018 14:01:55 +0200 Hilfestellung zur Organisationsentwicklung von Kitas https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/hilfestellung-zur-organisationsentwicklung-von-kitas/ Wie können Kitas mit dem Ausbau von Betreuungsplätzen und dem bundesweiten Personalnotstand umgehen? Wissenschaftlerinnen der Universitäten Hildesheim und Heidelberg veröffentlichen ein Handbuch für die Weiterentwicklung von frühpädagogischen Einrichtungen. Die Publikation ist im Universitätsverlag Hildesheim erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen aus Heidelberg haben die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Carola Iller und Cindy Mieth in den vergangenen zwei Jahren den Alltag in Kindergärten untersucht. In einem Handbuch bereiten sie die Forschungsergebnisse auf und dokumentieren, wie Veränderungsprozesse in der Kita angestoßen werden können.

    Das jetzt erschienene Handbuch „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ soll Fachkräften und Leitungsteams erstmals konkrete Ansätze und neue Impulse zur eigenen Weiterentwicklung bündeln.

    Im Unterschied zu Schule, Hochschule und Weiterbildung existieren im frühpädagogischen Bereich kaum Konzepte, die den Einrichtungen bei einer systematischen Weiterentwicklung ihrer Organisation helfen. „Bislang konzentrieren sich die bestehenden Angebote darauf, pädagogische Fachkräfte und das Leitungspersonal weiter zu qualifizieren und zu professionalisieren. Dabei wird übersehen, dass sämtliche Anstrengungen auch Auswirkungen auf die Organisation insgesamt haben“, sagt Cindy Mieth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. „Das Handbuch soll mit praxisnahen Beispielen Mut machen, bewährte Ideen selbst aufzugreifen.“

    Fallstudien in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

    Für das Handbuch haben die Wissenschaftlerinnen an elf Einrichtungen Fallstudien durchgeführt. Die Einrichtungen wurden ausgewählt, weil sie mit guten Lösungen bekannt geworden sind und zugleich die Bandbreite der Kita-Praxis repräsentieren. Anhand vier zentraler Arbeitsfelder – „Partizipation und Elternbeteiligung“, „Leitung“, „Personal“ und „Wachstum“ – liefert das Handbuch Materialien und Fallbeispiele, die in Fortbildungen, Teamsitzungen oder anderen Entwicklungskontexten benutzt werden können.

    Das Buch ist im Universitätsverlag Hildesheim [hier geht's zum Handbuch] erschienen und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Das Handbuch richtet sich an Personen, die Organisationsentwicklungsprozesse in Kitas anstoßen und begleiten sowie an alle in der Aus- und Weitbildung tätigen Fachkräfte.

    Die Idee zum Handbuch hat Carola Iller, Professorin für Weiterbildung an der Universität in Hildesheim, entwickelt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Cindy Mieth hat in den vergangenen Monaten Interviews mit Kitaleitungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geführt und in sechs Kindergärten hospitiert. Außerdem wurden Interviews mit Trägerverantwortlichen in Berlin und Nordrhein-Westfalen und einer Fachberatin aus Niedersachsen durchgeführt. Weitere Einrichtungen wurden von der Uni Heidelberg befragt.

    Kontakt zu den Wissenschaftlerinnen

    Zum Projektteam des Handbuchs „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ gehören Prof. Dr. Carola Iller und Diplom-Pädagogin Cindy Mieth vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim sowie Prof. Dr. Monika Buhl, Tanya Freytag und Jill Baier vom Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Bei Fragen zur Forschung ist die Wissenschaftlerin Cindy Mieth erreichbar unter cindy.mieth@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1
    news-14760 Thu, 03 May 2018 19:48:00 +0200 Forschungscluster untersucht internationale Wissenschaftskarrieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/aktuelles/artikel/artikel/forschungscluster-untersucht-internationale-wissenschaftskarrieren/ Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ mit internationaler Mobilität im Wissenschaftssystem. „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen“, sagt Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ analysiert den Bildungsraum „Hochschule“ und entwickelt empirisch angelegte Studien. Derzeit befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Erziehungswissenschaft sowie Sozial- und Organisationspädagogik mit internationalen Wissenschaftskarrieren. Im Frühjahr 2018 kamen im Rahmen der Tagung „Hildesheimer Dialoge“ Expertinnen und Experten in Hildesheim zusammen. Gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Dorothea Rüland, diskutierten sie über internationale Mobilität im Wissenschaftssystem.

    Die promovierte Hildesheimer Wissenschaftlerin Marion Kamphans skizzierte anhand ihrer eigenen Biografie, was das „Forschen im Ausland“ bewirken kann. Mit einem Stipendium, dem Hildesheimer „Didrik-Pining-Fellowship“, konnte Kamphans mehrere Monate in den USA forschen. Zurück in Hildesheim sagt sie heute: „Man braucht eine gute Idee, um sich für das Fellowship zu bewerben. Ich habe sehr positive Erfahrungen gesammelt, das beginnt bei der Wohnungssuche im Ausland. Fremde Leute, die über das Uni-Netzwerk von meiner Suche erfahren haben, haben sich bei mir gemeldet und Wohnraum angeboten. Mit der Zeit entstand das Gefühl: Ich hab es geschafft, ich bin angekommen. Nach und nach wurden mir der fremde Ort, die fremde Universität mit ihrer ‚anderen‘ Struktur und Kultur und die fremde Sprache vertraut. Vor Ort an der University of Washington wurden meine Ideen buchstäblich vermehrt, forschen in einer anderen Universitätsstruktur kann die Arbeit beflügeln, da man das bisherige Vorgehen hinterfragt und neue Perspektiven einnimmt.“

    In den USA führte Marion Kamphans Interviews mit internationalen Doktorandinnen und Doktoranden. Ein Ergebnis: Durch den Forschungsaufenthalt im Ausland gewannen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an Selbstvertrauen und bauen ihr wissenschaftliches Netzwerk aus.   

    „Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt. Man wächst persönlich und baut Netzwerke aus“

    Marion Kamphans hat ihren Forschungsaufenthalt bei Professorin Maresi Nerad, Direktorin des „Center for Innovation and Research in Graduate Education“ an der University of Washington in Seattle verbracht. Nerad war nun zum Gegenbesuch an der Universität Hildesheim. Während der Hildesheimer Tagung gab sie Einblicke in ihre Analysen zur Bedeutung von internationalen Forschungsaufenthalten für Doktorandinnen und Doktoranden und „Post-docs“, womit die Phase nach der Promotion bezeichnet wird.

    Welche Möglichkeiten ergeben sich für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland – und wie stellen sich Universitäten auf internationale Gäste ein? Fellowships wie das Hildesheimer Didrik-Pining-Programm seien eine „wichtige Unterstützung“, die die Universitäten für den wissenschaftlichen Nachwuchs einrichten können, so Professorin Nerad. „Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt, sondern persönlich wächst, das Netzwerk ausbaut und das Land erlebt – das braucht Zeit, 6 Monate sollten es mindestens sein.“

    Leider wagen vor allem nur jene den Schritt ins Ausland, die in der Familie bereits internationale Erfahrungen etwa durch Reisen gesammelt haben oder die aus einem Elternhaus kommen, in dem das Vorhaben unterstützt wird. „Mobilität befördert weitere Mobilität“, so Nerad. Deshalb sollten Universitäten gerade diejenigen Wissenschaflerinnen und Wissenschaftler unterstützen, die noch nicht diesen Schritt gewagt haben. Denn, wer einmal ins Ausland geht, dem fällt auch der nächste Schritt leichter. Zudem sollten „Universitäten  honorieren, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in verschiedenen Ländern forschen und lehren, etwa durch Preise. Internationle Stipendien sollten formal ausgesch