Forschung

Übersicht Forschungsprojekte:

Mediatoren der Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierter kognitiver und kognitiver Therapie

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Frage, welche Mediatoren die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierter kognitiver Therapie und kognitiver Therapie bei Depressionen vermitteln. Hierzu werden depressiv erkrankte Menschen an einer Kurzzeitintervention in einem der beiden Verfahren teilnehmen und deren Wirksamkeit wird mittels gängiger Symptommaße erfasst. Parallel dazu werden eine Reihe möglicher Mediatoren erhoben und hinsichtlich ihre Vorhersagestärke sowie möglicher zeitlicher Verläufe untersucht.

Entwicklung eines psychologischen Behandlungsmoduls für Patienten mit Krebserkrankungen

In diesem Projekt soll ein psychologisches Behandlungsmodul für Patienten mit Krebserkrankungen am Klinikum Hildesheim entwickelt werden. Dazu sollen zuerst Prädiktoren der psychologischen Anpassung an eine Krebsdiagnose untersucht werden. Neben klassischen Prädiktoren wie soziale Unterstützung oder bestehende psychologische Komorbiditäten, sollen auch in der aktuellen Forschung zu Krebserkrankungen viel diskutierte Faktoren wie Achtsamkeit und Akzeptanz als Prädiktoren in diese Untersuchung, die am Klinikum Hildesheim stattfindet, eingezogen werden. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung sollen dann auf die relevanten Faktoren zugeschnittene Interventionsbausteine entwickelt werden, die Patienten bei der psychologischen Anpassung an eine Krebserkrankungen unterstützen können.

Prädiktoren der Effektivität einer Multimodalen Schmerztherapie

Bei der Multimodalen Schmerztherapie werden Schmerzpatienten auf der Grundlage eines biopsychosozialen Krankheitsmodelles behandelt. Die Therapie umfasst neben der medizinischen Behandlung auch psychologische und psychosomatische Behandlungskomponenten. Ziel des geplanten Projektes ist es, am Klinikum Hildesheim psychologische Prädiktoren des Behandlungsverlaufes einer Multimodalen Schmerztherapie zu untersuchen.  Dabei wird eine breite Palette potentieller Prädiktoren unter besonderer Berücksichtigung von Achtsamkeit und Akzeptanz-bezogenen Prozessen in die Studie mit einbezogen.  

Embodiment und Depression

In diesem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt sollen Wechselwirkungen zwischen motorischen und emotionalen Prozessen bei depressiven Personen untersucht werden. Mit Hilfe eines ambulatorischen Systems soll kontinuierlich die motorische Aktivität und die Stimmung von depressiven Personen und niemals depressiven Kontrollprobenden über 12 Stunden erfasst werden. Hierdurch sollen u.a. Erkenntnisse darüber gewonnen werden in welcher zeitlichen Abfolge motorische und emotionale Prozesse ablaufen. Eine Erhebung eines Teils der Daten mit Patienten des AMEOS-Klinikums ist geplant. 

Erfassung der Achtsamkeitsfacetten 'Regulation der Aufmerksamkeit' und ‚Akzeptanz’

Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit auf die Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks zu richten und dieser eine akzeptierende Haltung entgegen zu bringen (Bishop et al., 2004).  Im Rahmen der Mindful-Breathing Exercise (MBE; Burg & Michalak, 2010) und physiologischen Parametern sollen die beiden Komponenten bei akut depressiven Patienten (AMEOS-Klinikums Hildesheim) und niemals depressiven Probanden unabhängig von selbstberichteten Daten erfasst und verglichen werden. Die Ergebnisse diese Studie könnten zur validen Erfassung der beider Achtsamkeitsfacetten 'Regulation der Aufmerksamkeit' und 'Nicht-wertende Haltung' beitragen und einen Vergleich der Bedeutsamkeit beider Facetten bei Depressionen ermöglichen.

Effekte einer mitgefühlsbasierten Intervention bei Depressionen

In Ansätzen im Rahmen der dritten Welle der kognitiven Verhaltenstherapie wie z.B. bei der Compassion Focused Therapy (CFT; Gilbert, 2010) wird eine modifizierte kognitive Umstrukturierung vorgeschlagen, denn oftmals können depressive Patienten zwar die Logik der kognitiven Umstrukturierung nachvollziehen und auch alternative Gedanken gegenüber selbstkritischen Gedanken generieren. Es stellt sich allerdings die Frage, ob Patienten noch stärker darin unterstützt werden können, die Gedanken auf emotionaler Ebene anzunehmen, damit diese noch stärker als unterstützend und hilfreich erlebt werden. Um dies zu erreichen wird bei der CFT die kognitive Umstrukturierung um den Aspekt des Selbst-Mitgefühls (engl. self-compassion) ergänzt. In dem Projekt sollen bei depressiven Patienten die klassische Form der kognitiven Umstrukturierung mit einer um mitgefühlsbezogene Übungen ergänzte Form verglichen werden .

Mind your Intuition: Achtsamer Zugang zu intuitiven Prozessen und klinische Relevanz im Rahmen der Depression

Obwohl das Prinzip Achtsamkeit in den letzten Jahren in diverse Therapieansätze integriert wurde, sind die Wirkmechanismen von Achtsamkeit noch weitgehend unbekannt. In dem Dissertationsprojekt soll der Einfluss von Achtsamkeit auf die für die Depression relevanten kognitiven Prozesse untersucht werden. Insbesondere soll erforscht werden, ob Achtsamkeit den Zugang zu intuitiven Prozessen der Informationsverarbeitung beeinflusst. Weiterhin wird untersucht, ob bei Patienten mit Depressionen der Zugang zu intuitiven Prozessen beeinträchtigt ist und inwieweit die Wirkung einer 8-wöchigen Achtsamkeitsbehandlung auf eine Veränderung im Zugang zu intuitiven Prozesse zurückgeführt werden kann. 

Perioperativer Stress: Ein interdisziplinärer Ansatz

Medizinische Eingriffe im Krankenhaus gehen für fast alle Patienten mit einem hohen Ausmaß an Stress und Angst einher. Das aktuelle Kooperationsprojekt verfolgt zwei zentrale Ziele: Zum einen sollen die psychologischen Prädiktoren von perioperativem Stress untersucht werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche sozialpsychologischen Variablen als Stresspuffer wirken. Zum anderen sollen die Konsequenzen von perioperativem Stress erfasst werden. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwiefern perioperativer Stress mit der Erholung und dem Wohlbefinden nach der OP in Zusammenhang steht. Perioperativer Stress wird in dem interdisziplinären Projekt sowohl auf der subjektiven als auch auf der physiologischen Ebene gemessen.

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Axel Richter
Prof. Dr. Andreas Mojzisch
Dr. Jan Häusser
Stanislav Litkevych