Kristian Folta-Schoofs

Professor Dr. rer. nat. Kristian Folta-Schoofs

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Tätigkeitsbereiche:

Arbeitsgruppe Neurodidaktik

Die Neurodidaktik ist ein faszinierendes, junges, aufstrebendes und interdisziplinär ausgerichtetes Forschungsgebiet, das sich forschend, lehrend und praxisbezogen mit dem Gegenstandsbereich "Lernen" in Anwendungsfeldern von Erziehung und Bildung befasst. Dabei bedient sie sich der Erkenntnisse und der Methoden sowohl der Psychologie als auch der Erziehungswissenschaft sowie der kognitiven und affektiven Neurowissenschaften. Das Forschungsinteresse der Neurodidaktik bewegt sich entlang eines Kontinuums, dass von der Übernahme von Erkenntnissen der kognitiven und affektiven Neurowissenschaften sowie der Psychologie und der Erziehungswissenschaft, über eigenständige Grundlagenforschung bis hin zur praxisbezogenen Intervention und Evaluation von Maßnahmen zur Verbesserung des Lernens in Feldern von Erziehung und Bildung reicht. Entsprechend kann man die Neurodidaktik als grundlagen-, anwendungs- und praxisorientierte Wissenschaft verstehen. Als grundlagenorientierte Wissenschaft erweitert und systematisiert die Neurodidaktik das allgemeine Wissen zum Gegenstandsbereich "Lernen" und zwar unabhängig von der Frage, ob sich aus diesem Wissen unmittelbare oder für die Zukunft denkbare Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Dabei prüft sie die wissenschaftliche Gültigkeit ihrer Theorien und Hypothesen mit Hilfe von systematisch angelegten und streng kontrollierten Laborexperimenten. Dazu kommen in unserer Arbeitsgruppe vorwiegend EEG- und Eye-Tracking-Methoden zum Einsatz. Als anwendungsorientierte Wissenschaft trägt die Neurodidaktik neurodidaktische, neurowissenschaftliche, psychologische und erziehungswissenschaftliche Forschungsergebnisse zusammen, die für Praxisfelder von Erziehung und Bildung relevant sind, und integriert diese Erkenntnisse zu weiterführenden Forschungsperspektiven und komplexen praxisnahen Theorien, die den Menschen als gleichermaßen biologisches, psychisches und soziales Lebewesen anerkennen. Diese Forschungsperspektiven und integrativen Theorien führen zur Planung und Durchführung von Feldexperimenten, in denen die Gültigkeit der weiterführenden Hypothesen und Schlussfolgerungen unter realistischeren Bedingungen als im Laborexperiment, jedoch unter stärker kontrollierten Bedingungen als in einer Feldstudie, überprüft werden können. Als praxisorientierte Wissenschaft entwickelt die Neurodidaktik aus komplexen praxisnahen Modellen konkrete Interventionen, die der Optimierung von Erziehungsprozessen in der Familie, der Gestaltung von Lernumgebungen und Lernmaterialien sowie der Verbesserung von professioneller Wissensvermittlung in Institutionen von Bildung und Weiterbildung dienen können. Dabei wird die Wirksamkeit dieser Interventionen in Feldstudien wissenschaftlich evaluiert und deren Nutzen in Bezug auf die erzielten (und nicht erzielten!) Lern- und Leistungsverbesserungen kritisch reflektiert. Neben der Evaluation und Reflexion der eigenen Interventionen ist es die Verantwortung einer praxisorientierten Neurodidaktik, das verfügbare Wissen zum "hirngerechten" Lernen in Vorträgen, Weiterbildungen und Workshops aufzuzeigen, um auf diese Weise zur Professionalisierung von erzieherisch Handelnden (vor allem Eltern, Erzieher und Lehrer) in Bereichen von Erziehung und Bildung beizutragen.

 

Seit 2010 ist die Arbeitsgruppe Neurodidaktik des Instituts für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim mit dem Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen assoziiert.

 

Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen

Aktuelles / Aktuelle Veröffentlichungen

Neue Veröffentlichungen:

Kizilirmak, J. M., Gallisch, N., Schott, B. H., Folta-Schoofs, K. (2021). Insight is not
            always the same: Differences between true, false, and induced insights in the
            matchstick arithmetic task. Journal of Cognitive Psychology. doi:
            10.1080/20445911.2021.1912049

Gerstenberg, F., Riechers, K., Bruhn, A., Folta-Schoofs, K., Haude, C., Miller, L., Bätge, C.,
            Cloos, P. (2021). Within limits? Multidisziplinär forschen im Kontext der Frage nach
            einer Inklusiven Bildungsforschung der frühen Kindheit. In: Bätge, C., Cloos, P.,
            Gerstenberg, F., Riechers, K. (Hrsg.): Inklusive Bildungsforschung der frühen
            Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge. Weinheim/Basel:
            Beltz Juventa, S. 115-149 (ISBN 978-3-7799-6321-9).

Wernicke, M., Ritter, M. L., Torner, A., Kizilirmak, J. M., Schmidt-Thieme, B., Folta-Schoofs,
             K.
(2021). STARK – Ein soziales und inklusiv vermittelndes Trainingsprogramm zur
            Förderung der Raumwahrnehmung und Raumkognition. In: Bätge, C., Cloos, P.,
            Gerstenberg, F., Riechers, K. (Hrsg.): Inklusive Bildungsforschung der frühen
            Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge. Weinheim/Basel:
            Beltz Juventa, S. 28-31.

Kurz - Lebenslauf

1995 – 2000                  Studium der Psychologie an der Universität Münster

2000 – 2001                  Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut III (Methodenlehre, Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie) der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster

2001 – 2005                  Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kognitive Neurowissenschaften, Abteilung Biopsychologie (Prof. Dr. Dr. h.c. Onur Güntürkün), der Ruhr-Universität Bochum

2005                              Promotion (Dr. rer. nat.)

2005 – 2008                  Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kognitive
Neurowissenschaften (Prof. Dr. Stefan Treue) des Deutschen Primatenzentrums (Leibniz-Institut für Primatenforschung) in Göttingen

2008 – 2013                   Stiftungs-Juniorprofessor für „Neurobiologische Grundlagen des Lernens“ am Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim

seit 2013                       Universitätsprofessor für „Neurodidaktik“ am Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim

Auszeichnungen und Preise

11.12.2019. Lehrpreis (1. Platz) der Fachschaft Psychologie, Universität Hildesheim.

11.12.2018. Lehrpreis (1. Platz) der Fachschaft Psychologie, Universität Hildesheim.

28.09.2016. Preis der Universitätsgesellschaft für besonderes Engagement und herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungslandschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit (Kategorie Lehrende), Universität Hildesheim.

28.09.2013. Posterpreis (1. Platz) anlässlich des 9. Gemeinsamen  Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie e.V. (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin e.V. (DGVM): Teske, J., Khosravianarab, K, von Jan, U., Kanngießer, J., Folta-Schoofs, K., Albrecht, U.-V. (2013). Mobiles Smarttracking - Mobile und objektivierbare Untersuchung der Fahrtüchtigkeit. Heringsdorf (Kooperationsprojekt mit dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Leitung: Dr. Urs-Vito Albrecht).

29.01.2013. Deutscher E-Learning Innovations- und Nachwuchs-Award (d-elina) 2013
(1. Platz) in der Kategorie Campus (Kooperationsprojekt mit dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover (Leitung des Projektes: Dr. Urs-Vito Albrecht).

16.01.2013. Georg-Elias-Lehrpreis für exzellente Lehre (1. Platz), Fachgruppe Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen.

18.01.2012. Georg-Elias-Lehrpreis für exzellente Lehre (2. Platz), Fachgruppe Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen.

Mitgliedschaften

Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Gesellschaften und öffentlichen Gremien

  • Mitglied im Deutschen Hochschulverband (DHV),
  • Mitglied der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft (NWG),
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPS),
    • Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie,
    • Fachgruppe Entwicklungspsychologie,
    • Fachgruppe Pädagogische Psychologie,
  • Gründungsmitglied der European Society for Cognitive and Affective Neuroscience (ESCAN),
  • Mitglied der Sprechergruppe des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen (seit 2010),
  • Mitglied im Aufsichtsrat des Diakonie Himmelsthür e. V. (Eingliederungshilfe; seit 2017).

Publikationen (seit 2015)

Kizilirmak, J. M., Gallisch, N., Schott, B. H., Folta-Schoofs, K. (2021). Insight is not
            always the same: Differences between true, false, and induced insights in the
            matchstick arithmetic task. Journal of Cognitive Psychology. doi:
            10.1080/20445911.2021.1912049

Gerstenberg, F., Riechers, K., Bruhn, A., Folta-Schoofs, K., Haude, C., Miller, L., Bätge, C.,
            Cloos, P. (2021). Within limits? Multidisziplinär forschen im Kontext der Frage nach
            einer Inklusiven Bildungsforschung der frühen Kindheit. In: Bätge, C., Cloos, P.,
            Gerstenberg, F., Riechers, K. (Hrsg.): Inklusive Bildungsforschung der frühen
            Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge. Weinheim/Basel:
            Beltz Juventa, S. 115-149 (ISBN 978-3-7799-6321-9).

Wernicke, M., Ritter, M. L., Torner, A., Kizilirmak, J. M., Schmidt-Thieme, B., Folta-Schoofs,
             K.
(2021). STARK – Ein soziales und inklusiv vermittelndes Trainingsprogramm zur
            Förderung der Raumwahrnehmung und Raumkognition. In: Bätge, C., Cloos, P.,
            Gerstenberg, F., Riechers, K. (Hrsg.): Inklusive Bildungsforschung der frühen
            Kindheit. Empirische Perspektiven und multidisziplinäre Zugänge. Weinheim/Basel:
            Beltz Juventa, S. 28-31.

Folta-Schoofs, K., & Ostermann, B. (2019). Neurodidaktik. Grundlagen für Studium und
            Praxis
, 1. Auflage. Stuttgart: W. Kohlhammer (ISBN: 978-3-17-029711-1).

Kizilirmak, J. M., Schott, B. H., Thürich, H., Sweeney-Reed, C. M., Richter, A., Folta-
            Schoofs, K.
, Richardson-Klavehn, A. (2019). Learning of novel semantic
            relationships via sudden comprehension is associated with a hippocampus-
            independent network. Consciousness & Cognition, 69, 113-132. doi:
            10.1016/j.concog.2019.01.005

Folta-Schoofs, K. (2018). Apparategestützte Kommunikations- und Feedbacksysteme. In:
            C. Maaß & I. Rink (Hg.), Handbuch Barrierefreie Kommunikation (pp. 345-359).
            Berlin: Frank & Timme (ISBN: 978-3-7329-0407-5).

Kizilirmak, J. M., Serger, V., Kehl, J., Öllinger, M., Folta-Schoofs, K., Richardson-Klavehn,
            A. (2018). Feelings-of-warmth increase more abruptly for verbal riddles solved with in
            contrast to without Aha! Experience. Frontiers in Psychology, 9:1404, 1-11. doi:
            10.3389/fpsyg.2018.01404

Tschammler, C., Zimmermann, D., Batschkus, S., Wiegand, A., & Folta-Schoofs, K. (2018).
            Perception of children with visible untreated and treated caries. Journal of Dentistry,
            74,
37-42. doi: 10.1016/j.jdent.2018.05.006

Folta-Schoofs, K. (2018). Leistung und Gerechtigkeit aus neurodidaktischer Perspektive. In
            T. Sansour, O. Musenberg, & J. Riegert (Hrsg.), Bildung und Leistung. Differenz
            zwischen Selektion und Anerkennung
(pp. 130-139). Bad Heilbrunn: Klinkhardt
            (ISBN: 978-3-7815-2247-3).

Kappes, C., Streubel, B., Droste, K. L., & Folta-Schoofs, K. (2017). Linking the Positivity
            Effect in Attention with Affective Outcomes: Age Group Differences and the Role of
            Arousal. Frontiers Psychology – Emotion Science, 8, 1-11. doi:
            10.3389/fpsyg.2017.01877.

Folta-Schoofs, K., Hesse-Zwillus, M., Kieslinger, N., Kruse, J., & Schulz, R. (2017).
            Museen „inklusiv“ gestalten. Wissenschaftliche Evaluation von Maßnahmen für eine
            barrierefreie Museumsgestaltung
. Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms (ISBN: 
            978-3-4871-5527-2).

Kizilirmak, J. M., Thürich, H., Folta-Schoofs, K., Schott, B. H., & Richardson-Klavehn, A. 
            (2016). Neural correlates of learning from induced insight: A case for reward-based
            episodic encoding. Frontiers in Psychology, 7: 1693, 1-16. doi:
            10.3389/fpsyg.2016.01693

Folta-Schoofs, K., Hilke, C., Bethge, H.-J., & Felbel, D. (2015). Attention deficit hyperactivity
            disorder: precise time reproduction, but accelerated saccadic peak velocity of
            voluntary eye movements after MPH-medication. In T. Heinen (Ed.), Advances in
            Visual Perception Research
(pp. 107-140). New York, NV: Nova Science Publishers.
            (ISBN: 978-1-63482-455-2)