Professorin Dr. rer. nat. Claudia Mähler

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Raum: W1-105 - Gebäude W (Tilsiter Straße) - Hauptcampus
Sprechzeit: In den Semesterferien nur nach Vereinbarung, sonst mittwochs 13:00 Uhr -14:00 Uhr
Homepage: https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/psychologie/mitglieder/professor-innen/claudia-maehler/ Homepage

Tätigkeitsbereiche:

Beruflicher Werdegang

1980-81 Studium Generale am Leibniz Kolleg in Tübingen
1981-87Psychologie-Studium an der Universität Göttingen
1987Diplom in Psychologie an der Universität Göttingen
1994Promotion zum Dr. rer. nat. an der Universität Göttingen
1984-94Grund- und Zusatzausbildung in Klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie (GwG)
1990-93Ausbildung in Paar- und Familientherapie (Institut für Phasische Familientherapie, Dr. Carole Gammer)
1998Approbation zur Psychologischen Psychotherapeutin
1988-1995Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Göttingen
seit 1995Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Psychologie der Universität Göttingen
seit 2000Akademische Rätin am Institut für Psychologie der Universität Göttingen
seit 2001Leitung der Beratungsstelle „Lernschwierigkeiten, Teilleistungsstörungen und Hochbegabung“ der Abteilung Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie der Universität Göttingen
2006Habilitation mit Erlangung der Venia Legendi für Psychologie an der Universität Göttingen
WS 2006/07Vertretung der Professur für Entwicklungspsychologie an der Universität Marburg
WS 2007/08Vertretung der Professur für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Universität Göttingen
seit SS 2008Professur für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim

Forschungsgebiete

Laufende Forschungsprojekte

DiLeDaZ – Diagnostik von Lernstörungen bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:Dr. Friederike Cartschau, Dr. Ariane von Goldammer
Förderung: DiLeDaZ ist ein Arbeitspaket im Projekt LONDI - Einrichtung einer Online-Plattform zur Diagnostik und Förderung von Kindern mit Lernstörungen (Leitung: Prof. Dr. M. Hasselhorn, Prof. Dr. G. Schulte-Körne), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Ziel des Projekts besteht darin, Handlungsleitlinien für die Diagnostik von umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (UESF) bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zu entwickeln, sodass die Gültigkeit und die Fairness einer solchen Diagnose erhöht wird. Auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse soll geklärt werden, welche diagnostischen Informationen herangezogen werden müssen, um bei einem lernschwachen Kind mit DaZ sicher differenzieren zu können, ob Lernprobleme die Folge einer unzureichenden Entwicklung in der Zweitsprache sind oder Ausdruck einer UESF. Es soll geklärt werden, welche diagnostischen Materialien beim Vorliegen mangelnder Deutschkenntnisse eine hohe Gültigkeit der UESF-Diagnose sicherstellen.

Neben der Sichtung und theoretischen Diskussion der bisherigen Erkenntnisse und Befunde zur Lese-Rechtschreibentwicklung bei Kindern mit DaZ sowie der gängigen Testverfahren im deutschsprachigen Raum verfolgen wir dazu bislang zwei empirische Forschungsansätze:

In Kooperation mit dem Projekt D2 (Frankfurt) des LONDI-Verbunds findet eine umfangreiche Datenerhebung zur Lernentwicklung im Lesen und Schreiben bei Kindern mit und ohne DaZ und zu den möglichen Einflussbedingungen wie phonologische Informationsverarbeitung und Sprachstand in Deutsch statt. Diese Studie wird uns darüber Auskunft geben, ob die Leistungen und insbesondere die Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben von Kindern mit DaZ durch ähnliche oder andere Einflussfaktoren zustande kommen als bei Kindern ohne DaZ.

Zum anderen beschäftigen wir uns mit den methodischen Möglichkeiten, die in Rechtschreib- und Lesetests verwendeten Aufgaben zu identifizieren, die möglicherweise für Kinder mit DaZ besonders schwierig sind und damit nicht fair messen. Anhand bereits vorhandener Datensätze sollen diese Analysen dazu beitragen, in einem späteren Schritt zu Aussagen über geeignete Tests bzw. geeignetes Wortmaterial zu gelangen.

SELF – Selbstregulation und Exekutive Funktionen im Kindergarten- und Grundschulalter
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:M.Sc. Psych. Katharina Schirmbeck (geb. Thieken
Förderung: Promotionskolleg Unterrichtsforschung der Universität Hildesheim

Das SELF Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung von Fähigkeiten der Selbstregulation und den exekutiven Funktionen im Kindesalter. Wie gut können Kinder ihre Aufmerksamkeit steuern? Können sie sich auch auf eine neue Spielregel einstellen und ihr Vorgehen verändern? Bisherige Forschung konnte bereits zeigen, wie wichtig diese Fähigkeiten für späteren Schulerfolg und die sozial-emotionale Entwicklung sind.

Ziel des SELF Projekts ist es herauszufinden, wie sich kindliche Selbstregulation und exekutive Funktionen von Beginn des Kindergartens bis zum Ende der Grundschule in verschiedenen Kulturkreisen entwickeln. Das Projekt führen wir in Kooperation mit unseren Projektpartnern an der Universität Hongkong durch. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, die Beobachtungen in den beiden Regionen, Deutschland und Hongkong, zu vergleichen, um so zu erforschen, welche unterschiedlichen Einflüsse die verschiedenen Lebensumwelten der Kinder auf die Entwicklung der Selbstregulation und der exekutiven Funktionen haben.

Wissenschaftliche Begleitung der niedersächsischen Beratungslehrerweiterbildung
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit: Dr. Kirsten Schuchardt, M.Sc. Psych. Anna Beuter, M.Sc. Psych. Nadine Storch

Im Auftrag des Nds. Kultusministeriums, der Nds. Landesschulbehörde und in Kooperation mit der Nds. Schulpsychologie wurden seit 1978 in Niedersachsen ca. 4000 Beratungslehrkräfte unter der konzeptionellen Verantwortung und wissenschaftlichen Begleitung der Universität Hildesheim ausgebildet. Regelmäßige Untersuchungen zur Evaluation der Weiterbildung und der Tätigkeit von ausgebildeten Beratungslehrerinnen und Beratungslehrern dienen zur Verbesserung und Qualitätssicherung der Weiterbildungsmaßnahme und der Einsatzbedingungen in den Schulen. Zur Zeit wird erneut eine Untersuchung zur Tätigkeit der Beratungslehrkräfte durchgeführt. (Finanzierung: Kultusministerium Niedersachsen) 

Link: Niedersächsische Beratungslehrerweiterbildung

Professionalisierung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung bei ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern – Fühlen Denken Sprechen
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler und Prof. Dr. Peter Cloos (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Katja Koch (Universität Braunschweig), Prof. Dr. Maria von Salisch (Universität Lüneburg)
Mitarbeit:Dr. Jeanette Piekny, M.Sc. Psych. Merle Skowronek, M.A. Anna Dieter
Förderung:Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)

Ziel des Projektes ist es, eine Fortbildung für pädagogische Fachkräfte zu entwickeln, die das Emotions- und Sachwissen der Kinder im Bereich Naturwissenschaft in den Blick nimmt. Die Grundbedürfnisse des Kindes („sich wohlfühlen“ und „die Welt entdecken“) sollen genutzt werden um sprachliche Kompetenzen aufzubauen.
Das Projekt besteht aus drei Phasen. Nach einer Bestandsaufnahme sprachlicher Interaktionen in den beteiligten Kindergärten (Phase I) wird die Fortbildung „Fühlen Denken Sprechen“ entwickelt (Phase II). Sie zielt auf eine alltagsintegrierte Sprachförderung ab, die auf Emotions- und wissenschaftliche Denken fokussiert. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fortbildung sollen Sprachlehrstrategien vermittelt werden, die den eigenen sprachlichen Input verbessern. Im Anschluss an die Fortbildung wird deren Wirksamkeit im Hinblick auf den sprachlichen Kompetenzzuwachs und den Wissenszuwachs der Kinder untersucht (Phase III).
Das Projekt ist als interdisziplinäres Längsschnittprojekt (Psychologie, Erziehungswissenschaft) angelegt und verknüpft so drei für die kindliche Sprachentwicklung wesentliche Forschungsfelder. Diese gerade für den Sprachförderbereich so wichtige Verzahnung von Perspektiven und Disziplinen führt zu einer forschungsbasierten Optimierung der bereits in verschiedenen Verbünden praktizierten alltagsintegrierten Sprachförderung.
Es nehmen Kindertagesstätten in Hildesheim, Braunschweig und Hamburg am Projekt teil.

Psychoedukation bei Lernstörungen
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:M.Sc. Psych Conny Griepenburg, Dr. Kirsten Schuchard

Psychoedukation wird in den meisten Therapiemanualen für Kinder und Jugendliche als wesentlicher Bestandteil zu Beginn einer Behandlung aufgeführt. Die Wirkweise von gezielter Psychoedukation ist dabei kaum belegt. Auch bei Kindern mit Lernstörung wurden Effekte bisher nicht systematisch untersucht.
Im Rahmen des Projekts wird der Frage nachgegangen, wie Psychoedukation bei Lernstörungen umgesetzt wird und wie sie wirkt. Unter anderem wird untersucht, ob eine systematische, kindgerechte Psychoedukation anhand visueller Hilfsmittel im Vergleich zu einem nicht-standardisierten Vorgehen ohne visuelle Hilfsmittel das Wissen über die Pathogenese von Lernstörungen, die Zufriedenheit mit der Psychoedukation und die Compliance bei Kind und Eltern erhöht und dabei das subjektive Belastungsgefühl der Betroffenen reduziert.

Therapieprogramm „Willi Waschbär“ für Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:Dr. Kirsten Schuchardt, M.Sc. Psych. Julia Koenigs

Viele Grundschulkinder, das haben aktuelle wissenschaftliche Studien gezeigt, leiden gleichzeitig unter Lernschwierigkeiten (Lese-Rechtschreibprobleme und/oder Rechenprobleme) und unter Aufmerksamkeitsstörungen. In diesem Projekt wird ein kombinierter Therapieansatz entwickelt und erprobt, der sich auf der einen Seite aus verhaltenstherapeutischen Therapiebausteinen zur Steuerung der Aufmerksamkeit und Selbstregulation und auf der anderen Seite aus Methoden der Lerntherapie zusammensetzt. Das Programm „Willi Waschbär“ ist als Gruppentraining konzipiert, in dem Kinder der zweiten und dritten Klassenstufe mit einer Gruppengröße von zwei bis vier Kindern an 10 Trainingssitzungen à 90 Minuten im wöchentlichen Rhythmus teilnehmen. Parallel läuft ein begleitendes Elterntraining mit 5 Elterngruppensitzungen zur Verbesserung der häuslichen Unterstützung.

In der Hochschulambulanz KiM - Kind im Mittelpunkt des Instituts für Psychologie nehmen seit dem Jahr 2015 in regelmäßigen Abständen Kinder und Eltern erfolgreich am Programm teil. Derzeit läuft eine Evaluationsstudie zur Wirksamkeit dieses neuen Therapieprogramms.

Spielorientierte Förderung schulischer Vorläuferfertigkeiten im Kindergarten (ZIKZAK)
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:M. Sc. Psych. Christina Jörns, Dr. Kirsten Schuchardt
Kooperation:Prof. Dr. Dietmar Grube (Universität Oldenburg)

Die phonologische Bewusstheit sowie die numerischen Kompetenzen am Ende der Kindergartenzeit stellen wichtige Prädiktoren für den Lernerfolge im schulischen Deutsch- und Mathematikunterricht dar. Aus diesem Grund sind sich Fachvertreter der pädagogischen Psychologie und verwandten Disziplinen einig, dass eine frühe Förderung dieser beiden bereichsspezifischen Vorläuferfertigkeiten in Kindertageinrichtungen eine wichtige Rolle spielt, wenn es um die Prävention von Lernschwierigkeiten in der Schule geht. Weitestgehend uneinig ist man sich jedoch, wie eine solche Förderung im Kindergarten formal erfolgen sollte.  Auf der einen Seite existieren auf dem Markt theoriebasierte, lehrgangsorientierte Trainingsprogramme, deren Wirksamkeit überwiegend gut belegt ist, jedoch relativ starre Durchführungsbedingungen aufweisen, die die Umsetzung im Kindergartenalltag erschweren. Auf der anderen Seite steht der derzeit im Trend liegende Ansatz der alltagsintegrierten Förderung, der zwar stärker der Vorstellung einer „natürlichen“ Form des Lernens durch alltägliche Erfahrungen entspricht, dabei jedoch eine höhere Flexibilität, eine leichtere Erlernbarkeit sowie einen geringeren Aufwand suggeriert. Diese augenscheinlichen Vorteile können jedoch leicht ins Gegenteil ausschlagen, wenn garantiert werden soll, dass mit dieser Art der Förderung nachhaltige Entwicklungsvorteile erzielt werden.

Im Rahmen des Projekts ZIKZAK soll ein Kompromiss zwischen diesen beiden Polen der Förderung entwickelt werden, der die Vorteile beider Ansätze aufweist und dabei die jeweiligen Nachteile minimiert. Zu diesem Zweck wurden auf Basis bewährter Entwicklungsmodelle bzw. -theorien zwei Spielesammlungen entwickelt (ZIK = Zuhören im Kindergarten, ZAK = Zahlen im Kindergarten), die es Erzieher_innen ermöglichen sollen, sowohl die phonologische Bewusstheit als auch die numerischen Kompetenzen der ihnen anvertrauten Kinder erfolgreich und gleichzeitig ressourcenschonend zu fördern. Zur Beantwortung der Frage nach der Eignung beider Spielsammlungen für eine nachhaltige Förderung der o.g. bereichsspezifischen Vorläuferfertigkeiten wurden diese in einem Prä-Post-Follow-Up-Design mit zwei Fördergruppen à ca. 50 Kindern evaluiert.

Prognostische Validität des FREDI 0-3
Dissertationsprojekt:M.Sc. Friederike Cartschau

Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens soll der in Hildesheim konstruierte Entwicklungstest „Frühkindliche Entwicklungsdiagnostik für Kinder von 0-3 Jahren“ (FREDI 0-3, Mähler, Cartschau & Rohleder, 2016) hinsichtlich seiner prognostischen Fähigkeiten überprüft werden. FREDI 0-3 ist ein allgemeiner Entwicklungstest für Kinder von 0-3 Jahren, der Auskunft über den aktuellen Entwicklungsstand in den Funktionsbereichen Motorik, Kognition, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung gibt. Der Test wurde im Auftrag des Hogrefe Verlags (Göttingen) in Hildesheim Konstruiert und Normiert. Im Rahmen der Normierungsstudie wurden vor 3-4 Jahren insgesamt ca. 730 Kinder mit FREDI 0-3 einmalig untersucht. Etwa 80 dieser Kinder, die heute mindestens 5;0 Jahre alt sind, sollen nun im Rahmen des Promotionsvorhabens erneut, mit einem anderen Verfahren getestet werden. Dieses Verfahren weist große Überschneidungen hinsichtlich der Funktionsbereiche, mit denen von FREDI 0-3 auf. Mit den erhobenen Daten sollen Zusammenhänge zwischen dem Entwicklungsstand der Kinder heute, und dem damaligen Entwicklungsstand geprüft werden. Ziel ist es, Aussagen darüber treffen zu können, ob mit dem entwickelten Testinstrument FREDI 0-3 Prognosen möglich sind, die Entwicklungsstände heute und damals demnach einen Zusammenhang aufweisen und das Testverfahren somit dem Gütekriterium der prognostischen Validität standhält.

Konzipierung und Normierung eines Entwicklungsscreenings auf Basis des FREDI 0-3
Leitung:Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit:M.Sc. Psych. Nadine Storch

In diesem Projekt soll, basierend auf dem in Hildesheim konstruierten Entwicklungstest „Frühkindliche Entwicklungsdiagnostik für Kinder von 0-3 Jahren“ (FREDI 0-3, Mähler, Cartschau & Rohleder, 2016), ein Screening-Verfahren zur Früherkennung von potenziellen Entwicklungsrisiken konzipiert und normiert werden. Im ersten Schritt dieser Konzipierung wurden im Rahmen einer Masterarbeit leicht lösbare und zentrale Entwicklungsschritte der frühen Kindheit erfassende Items aus dem Itembestand des FREDI 0-3 entnommen und zu einem Screening-Verfahren zusammen gestellt. Dabei spielten, neben der screeningspezifischen Eignung der Items, eine reibungslose Durchführung und eine zeitlich kurze Durchführungsdauer eine bedeutende Rolle. In einer N=40 Kinder zwischen null und drei Jahren umfassenden Pilotstudie wurde das Screening-Verfahren auf seine Durchführbarkeit und Eignung im Sinne des Screening-Ansatzes überprüft. Dabei konnte die Praktikabilität sowie die Akzeptanz des Verfahrens bei der Zielgruppe als positiv bewertet werden. Ferner konnten die Kinder mit einer unbeeinträchtigten Entwicklung die als leicht lösbar klassifizierten Items mehrheitlich lösen. Um diese ersten Befunde testtheoretisch absichern zu können, soll im nächsten Schritt der Konzipierung eine Normierung des Screenings auf Basis der Normierungsdaten des FREDI 0-3 vorgenommen werden. Weitere Schritte in der Fertigstellung des Screenings sollen zum einen ein Vergleich der theoretischen Screening-Werte der Normstichprobe mit den Ergebnissen im Rahmen einer Studie zur prognostischen Validität des FREDI 0-3 sein. Zum anderen soll das Screening-Verfahren mit einer Stichprobe von Kindern mit Entwicklungsauffälligkeiten durchgeführt werden. Ziel dieser zusätzlichen Maßnahmen ist es, die testdiagnostische Eignung des Verfahrens im Rahmen des Screening-Ansatzes absichern zu können und somit ein den aktuellen Gütekriterien entsprechendes Entwicklungsscreening anbieten zu können.

FREDI 0-3 goes India: Einsatz einer auf den indischen Kontext angepassten Version des FREDI 0-3 im Rahmen einer Kooperation mit der Universität Göttingen
Leitung: Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Center of Modern Indian Studies (Cemis), Uni Göttingen
Projektpartner_innen: Prof. Dr. Claudia Mähler, M.Sc. Psych. Nadine Storch, B.Sc. Marika Kisters

Eine Arbeitsgruppe der volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen forscht seit einigen Jahren zu verschiedenen Aspekten der sozioökonomischen Entwicklung in Bihar, Indien. Im lucky iron leaf and picture book project wird durch die Forschungsgruppe u.a. der Einfluss einer vor Ort implementierten Interventionsmaßnahme zur Steigerung der Eisenzufuhr in der Nahrungsaufnahme und regelmäßiger kognitiver Stimulation auf die frühkindliche Entwicklung einer Stichprobe aus der Region untersucht. Dieses Vorhaben erfordert eine Erfassung des gegenwärtigen Entwicklungsstandes der beteiligten Kinder. Aus diesem Grund wurde die Arbeitsgruppe von Frau Prof. Mähler im Sommer 2016 als Kooperationspartner für den Bereich der Entwicklungsdiagnostik tätig. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde der FREDI 0-3 unter Einbezug einschlägiger Fachliteratur auf den indischen Entwicklungskontext angepasst und im November 2016 vor Ort in Madhepura, Bihar, pilotiert. Weiterhin wurden indische Studierende, welche in dem Projekt als Enumeratoren die Datenerhebung durchführen, in der Anwendung und Durchführung der angepassten Version des FREDI 0-3 ausgebildet. Nach dieser Baseline-Erhebung startete die Interventionsmaßnahme mit einer geplanten Dauer von 12 Monaten. Am Ende dieses Zeitraums ist für November 2017 eine erneute Erfassung des Entwicklungsstandes der Stichprobe geplant. Zu diesem Anlass ist die Konzipierung einer weiteren Version des FREDI 0-3 erforderlich, um deren aktuelle Entwicklung adäquat und altersgemäß erheben zu können.

Bewältigung von Lernschwierigkeiten
Leitung: Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit: Dr. Kirsten Schuchardt, M.Sc. Psych. Julia Koenigs

Kinder mit Lernschwierigkeiten sind in ihrem Alltag einer Reihe von schwierigen Schul- und Lernsituationen ausgesetzt, da sie häufig an ihre eigenen Leistungsgrenzen geraten oder schulische Misserfolge erleben. Dennoch gelingt es einem Teil der Kinder mit Lernschwierigkeiten die Probleme zu bewältigen und ihre Gesundheit zu erhalten. Dies wirft die Frage auf, wie sich diese Kinder von anderen Kindern mit Lernschwierigkeiten unterscheiden, welche vermehrt psychopathologische Symptome aufweisen. Die vorliegende Studie widmet sich deshalb der Untersuchung kindlicher und elterlicher Bewältigungsstrategien in schwierigen häuslichen sowie schulischen Lernsituationen. Hierzu werden Kinder der ersten bis zehnten Schulstufe, welche aufgrund von Lernschwierigkeiten in der Hochschulambulanz KiM (Kind im Mittelpunkt) für Kinder und Jugendliche vorstellig werden, zunächst im Rahmen der ausführlichen Diagnosestellung anhand von standardisierten Testverfahren hinsichtlich ihrer Intelligenz, ihrer Schulleistungen sowie eventuell vorhandener psychopathologischer Symptomatik untersucht. Die Beurteilung der Bewältigung erfolgt anhand von drei selbstkonzipierten Fragebögen aus Kinder-, Eltern- und Lehrerperspektive.

FRISCH: Frühe Inklusion beim Schriftspracherwerb
Leitung: Prof. Dr. Claudia Mähler
Mitarbeit: M.Sc. Psych. Lisa Miller
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

In Kindertagesstätten findet sich eine große Heterogenität im Hinblick auf Vorläuferkompetenzen für den Schriftspracherwerb (z.B. Phonologische Bewusstheit, Sprachstand in Deutsch, Arbeitsgedächtnis), die im Übergang zur inklusiven Schule mit Risiken für den Schriftspracherwerb einhergeht. Wie kann ein Einstieg in die Schriftsprache für alle Kinder gelingen?

In der geplanten Interventionsstudie wird untersucht, in welcher Weise zum einen eine Förderung der phonologischen Bewusstheit im letzten Kindergartenjahr und zum anderen eine Anlehnung des Anfängerunterrichts in Deutsch an das Konzept der lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung nach Reuter-Liehr dazu beitragen, allen Kindern den Einstieg in die Schriftsprache zu ermöglichen.

Hierzu werden im längsschnittlichen Prätest-Posttest-Kontrollgruppen-Design quasi-experimentell je 40 Kinder unter einer von vier Bedingungen begleitet: Training der phonologischen Bewusstheit in der Kita ja/nein in Kombination mit Unterricht nach lautgetreuer Lese-Rechtschreibförderung ja/nein. Nach der Untersuchung relevanter Vorläuferfertigkeiten im letzten Kindergartenjahr erfolgen am Ende des ersten Schuljahres sowie in der zweiten Hälfte des zweiten Schuljahres standardisierte Lernstandserhebungen zum Erwerb der Schriftsprache.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Hochschulschriften

Publikationen

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Beiträge auf wissenschaftlichen Fachtagungen

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Eingeladene und sonstige Vorträge

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