Konzept

Bisher wurde die Aufgabe der Klassenlehrkraft weder im Studium noch in der Ausbildung der Lehrkräfte in nennenswerter Weise berücksichtigt oder gelehrt.

Stattdessen wurden alle besonderen Führungsaufgaben, die Klassenlehrkräfte mit ihren Klassen zu erledigen haben, als selbstverständliche Zugabe der Lehrkräfte behandelt.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass der Klassenleitung als besonderer schulischer Führungsqualifikation gezielt Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, um ein professionelles Handeln im Lehrerberuf zu gewährleisten.

Sind es doch gerade die zusätzlichen Aufgaben neben dem unterrichtlichen Handeln, die einerseits berufliche Zufriedenheit ermöglichen, die gleichzeitig aber zu negativen Auswirkungen wie dem Burnout-Syndrom führen können, wenn Lehrkräfte sich hier überfordert fühlen.

Genau hier setzt die KIK- Fortbildung an und bietet eine gezielte Maßnahme zur Qualifizierung, speziell für Klassenlehrkräfte an, um eine Lücke zu schließen.

     

Das Besondere an der KIK- Fortbildung

  1. Sie ist besonders intensiv. Über einen Zeitraum von 1 ½ Jahren arbeitet eine regionale Gruppe von 10 – 15 Lehrkräften unter der Leitung eines Schulpsychologen oder einer Schulpsychologin kontinuierlich zusammen.
  2. Sie ist besonders praxisorientiert. Phasen der Theorie wechseln mit Phasen der Planung, eigenen Erprobungen im Unterrichtsalltag und Supervision in der Fortbildungsgruppe.
  3. Die Effekte wurden empirisch überprüft. Vorher-Nachher Untersuchungen in 100 KIK-Klassen mit über 2000 Schüler/innen zeigten gegenüber Kontrollklassen deutliche Verbesserungen im Lehrer-Schüler- und Schüler-Schüler-Verhältnis.

Entstehungsgeschichte der KIK-Fortbildung

1994 – 1997   Modellversuch der Bund-Länder-Kommission, gemeinsam mit Sachsen-Anhalt
  Erste Fassung eines Curriculums,
  Vorher-Nachher-Untersuchung in 50 Schulklassen
seit 1998      Fortführung der Fortbildung in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
1999 – 2002 Forschungsprojekt der VW-Stiftung
  Verbessertes Curriculum, Kursleiter- und Teilnehmerordner
  Vorher-Nachher-Untersuchung in ca. 200 Teilnehmerklassen und 200 Vergleichsklassen
seit 2002 Übernahme des Projekts in das Angebot der Nds. Lehrerfortbildung
  (bisher haben ca. 600 Nds. Lehrer/innen die Fortbildung absolviert)