Forschung

Unser Labor

 

Unsere Hardware:

  • 2 x 32-Kanal EEG-Verstärker (BrainAmp DC, BrainProducts)
  • PowerPack für EEG-Verstärker
  • 2 x 5-Kanal EEG-Verstärker (ProComp, MediTech)
  • EEG-Neurofeedback-System Aktivelektroden (Acti-Cap, BrainProducts), AG/AgCl-Ringelektroden
  • IViewX High-Speed Eye-Tracking-System (1250Hz, SMI)
  • 2 x mobile Eye-Tracking Brillen (binokular 140 Hz, Pupil Labs)
  • 2 x Epson Moverio BT300
  • Psychophysische Messarbeitsplätze
  • Analyserechner
  • Gefriereinheiten

Software:

  • MATLAB (The Mathworks)
  • E-Prime 3
  • Presentation
  • BrainVision Recorder (BrainProducts)
  • BrainVision Analyzer (BrainProducts)
  • Experiment Suite 360° & BeGaze (SMI)
  • EEGLab/ILab
  • Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung, TAP 2.0)

Forschungsprojekte

Die AG Neurodidaktik erforscht das Lernen des Menschen aus neurowissenschaftlicher Perspektive und von der Kindheit bis zum hohen Erwachsenenalter. Die Grundlagenforschung der AG fokussiert auf die Untersuchung von neuronalen Mechanismen der Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses und der zentralen Kontrolle sowie des Lernens durch Einsicht (Lernen mit Aha-Erlebnis). Anwendungs- und praxisorientiert werden in interdisziplinärer Kooperation (v. a. im Rahmen des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen) neue Lehr-/Lernkonzepte zum barrierefreien und inklusivem Lernen (z. B. zur vorschulischen Förderung von mathematischen Basisfähigkeiten oder zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe) und neue Lehr-/Lern-Instrumente (z. B. Lernen mit Unterstützung von Augmented Reality-, EEG- und Eye-Tracking-Technologie; z.B. als Mittel der apparategestützten Kommunikation in Praxisfeldern der Eingliederungshilfe) entwickelt, die in der Praxis (z.B. der Kita, im Krankenhaus, in Werkstätten der Eingliederungshilfe oder im Museum) wissenschaftlich evaluiert werden.

Barrierefreiheit und Inklusion

STAR2K: Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Mathematik und Angewandte Informatik, Universität Hildesheim;
Stadt Garbsen

Ziel/Inhalt:

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines nicht sprachbasierten (neuro-) didaktischen Konzeptes zur Förderung des mathematischen Grundverständnisses und dessen Testung im Praxisfeld. Durch den nicht-sprachlichen Ansatz könnten insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund und Integrationskinder von diesem Konzept profitieren. In dem Forschungsprojekt wird der Frage nachgegangen, welche Kompetenzen für die Raumwahrnehmung und Raumkognition erforderlich sind und wie diese inklusiv und barrierefrei vermittelt und gefördert werden können. Die einzelnen Trainingsmodule sollen nicht nur das mathematischen Grundverständnis fördern, sondern auch zu einer kindgerechten Stärkung der Selbstkompetenz, der sozio-emotionalen Kompetenz sowie der Fähigkeit der Selbst- und Fremdwahrnehmung beitragen. Das Lern-Training richtet sich an Kinder, die etwa 6 Monate vor ihrer Einschulung in die Grundschule stehen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Stadt Garbsen durchgeführt und von MitarbeiterInnen der Diakonie Himmelsthür und der Frühförderung des Förderzentrums im Bockfeld beratend begleitet.

Förderung:

Dieses Projekt wurde durch das Niedersächsische Vorab (2017) der VolkswagenStiftung als Verbundprojekt zum Thema „Frühkindliche Bildung und Entwicklung – Kooperative Forschung und Praxistransfer“: „Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit als multidisziplinäre Herausforderung gefördert (Teilprojekt: STARK – Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition; Laufzeit: 08/2017 bis 07/2020); EUR 192.832,00; Gesamthöhe des geförderten Verbundprojektes: 1.3 Mio. EUR.

Veröffentlichungen zum Thema:

Folta-Schoofs, K. (2018). Leistung und Gerechtigkeit aus neurodidaktischer Perspektive. In:
            T. Sansour, O. Musenberg, & J. Riegert (Hrsg.), Bildung und Leistung. Differenz
            zwischen Selektion und Anerkennung
(pp. 130-139). Bad Heilbrunn: Klinkhardt (ISBN
            978-3-7815-2247-3).

 

Museen inklusiv gestalten

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Regine Schulz, Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim

Ziel/Inhalt:

In Deutschland ist es für Menschen mit Behinderung – trotz vieler positiver Entwicklungen und umfangreicher politischer Maßnahmen zur Gewährleistung von Barrierefreiheit – nach wie vor schwierig, ein selbstbestimmtes und „inklusives“ Leben zu führen. Insbesondere eine eigenständige kulturelle Teilhabe bleibt Menschen mit Behinderung immer noch weitestgehend verwehrt. Daher zählt die Umsetzung von „kultureller Inklusion“ und „selbstbestimmter Teilhabe“ an Kulturangeboten zu den in den kommenden Jahren dringend zu lösenden gesellschaftspolitischen Aufgaben. Die im März 2014 eröffnete Dauerausstellung „Museum der Sinne. Kultur- und Erdgeschichte barrierefrei erleben!“ des Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim kann als ein wichtiger Schritt in diese Richtung gesehen werden. Die barrierefreie Ausstellung lädt Besucher dazu ein, Kultur- und Erdgeschichte auf multisensorische und interaktive Weise selbständig zu „erfassen“: tastbare originalgetreue Repliken, interaktive Installationen, taktile Karten, ein an die Bedürfnisse von Sehbehinderten und Blinden angepasster Audioguide, Filme in Gebärdensprache für Gehörlose, rollstuhlgerechte Durchgänge und adäquate Greif- und Sichthöhen, Texte in Braille- und Großschrift sowie in Leichter Sprache machen die Ausstellung für Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam entdeck- und erfahrbar.

Das Ausstellungsprojekt wurde von den ersten Planungen an durch den eigens initiierten „Runden Tisch“ mit Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichen lokalen und regionalen Behindertenvereine und -verbände beratend begleitet. Finanziell wurde die Umsetzung vor allem durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, aber auch durch lokale Stiftungen unterstützt.

Im Rahmen unsres Forschungsprojektes wurde nach Fertigstellung der Ausstellung und mit der finanziellen Unterstützung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur das Besucherinteresse und Nutzungsverhalten sowie die Akzeptanz der „inklusiven“ Dauerausstellung umfassend evaluiert, um auf Basis der erhobenen Daten gezielte Hilfestellungen und Anleitungen für Inklusionsprojekte an Museen ableiten und bereitstellen zu können.

Förderung:

Dieses Projekt wurde durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert (Fördersumme: EUR 30.000, Laufzeit: 15 Monate).

Veröffentlichungen zum Thema:

Folta-Schoofs, K. , Hesse-Zwillus, M., Kieslinger, N., Kruse, J., Schulz, R. (2017). Museen „inklusiv“ gestalten.
Wissenschaftliche Evaluation von Maßnahmen für eine barrierefreie Museumsgestaltung
. Hildesheim,
Zürich, New York: Georg Olms (ISBN 978-3-487-15527-2).

Folta-Schoofs, K. (2013). Wo und wie entstehen Emotionen? pflegen: palliativ, 20, 8-12.

Folta, K. (2012). Das kulturell lernende Gehirn: Neurobiologische Grundlagen Kultureller Bildung. In:
Bundesvereinigung für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e.V. in Kooperation mit dem
Koordinationsbüro "Kultur macht Schule" der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen
(LKJ) e.V. (Hrsg.), Kultur macht Schule in Niedersachsen (pp. 11-12). Köln: Druckhaus Süd (ISBN 978-3-
924407-96-4).

Folta, K. (2011). Das emotional lernende Gehirn. Zu den hirnphysiologischen und neuropsychologischen
Grundlagen des Lernens. In: K. Ermert (Hrsg.), Wolfenbütteler Akademietexte (Band 49): Und noch mal
mit Gefühl. Die Rolle der Emotionen in Kultur und Kulturvermittlung
(pp. 28-40). Norderstedt: Books on
Demand (ISBN 978-3-929622-49-2).

Apparategestützte Kommunikation

Augmented Reality-Learning & Entwicklung von EEG- und Eye-Tracking-basierten Methoden zur unterstützten Kommunikation in Praxisfeldern der Eingliederungshilfe

In Zusammenarbeit mit:

Dr. Urs-Vito Albrecht, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig; Dr. Ute v. Jan, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig; Dr. Hans-Ulrich Peltner, Diakonie Himmelsthür

Ziel/Inhalt:

Im Bereich E-Learning werden mittels Augmented Reality-Technologie Simulations-Apps entwickelt und neurowissenschaftlich evaluiert, in denen Lernende mit Hilfe eines Smartphones oder (Mini-)Tablet-PCs zu ihrem eigenen Lernobjekt werden. Beispielsweise können Studierende der Medizin mit  integrierten Lernmodulen in Echtzeit vmedizinische Befunde auf dem eigenen Körper darstellen und danach interaktiv medizinische Untersuchungsgänge nachstellen.In Kooperation mit der diakonie Himmelsthür werden EEG- und Eye-Tracking-basierte Methoden zur unterstützten Kommunikation entwickelt und deren Einsatz in Praxisfeldern der Eingliederungshilfe evaluiert.

Veröffentlichungen zum Thema:

Folta-Schoofs, K. (2018). Apparategestützte Kommunikations- und Feedbacksysteme. In: C. Maaß & I. Rink
(Hg.), Handbuch Barrierefreie Kommunikation (pp. 345-359). Berlin: Frank & Timme (ISBN: 978-3-7329-
0407-5).

Albrecht, U.-V., Folta-Schoofs, K., Behrends, M., von Jan, U. (2013). Effects of Mobile Augmented Reality
Learning Compared to Textbook Learning on Medical Students: Randomized Controlled Pilot Study. Journal
of Medical Internet Research
, 15(8), e182. doi: 10.2196/jmir.2497 (http://www.jmir.org/2013/8/e182/)

 

Gesichtswahrnehmung von Kindern mit behandeltem und unbehandelten Karies

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Annette Wiegand und Dr. Claudia Tschammler, Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, Universitätsklinikum Göttingen

Ziel/Inhalt:

In Deutschland leiden zwischen 5,2 und 20,3% der Kindern an frühkindlicher Karies (Early Childhood Caries, ECC) [Robke and Bruitkamp 2002; Splieth et al. 2009; Astrid Hippke 2012]. Neben Komplikationen wie z.B. dem Risiko einer Schädigung der bleibenden Zahnkeime, Schmerzen oder Kieferentwicklungsstörungen wird vermutet, dass die frühkindliche Karies auch die Gefahr langfristiger Folgen durch soziale Ausgrenzung bergen kann [Bundeszahnärztekammer]. Im Rahmen von vorhergehenden Eye-tracking-Studien zur Wahrnehmung von Personen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bzw. skelettalen Dysgnathien konnte gezeigt werden, dass diese Veränderungen den intuitiven Fokus eines Betrachters von der Augen-Nasen-Region des Gesichtes auf die betroffene Struktur lenken [Meyer-Marcotty et al. 2010a; Meyer-Marcotty et al. 2011b; Meyer-Marcotty et al. 2011c]. Im Rahmen der vorliegenden Studie soll erstmals untersucht werden, ob Kinder mit ausgeprägten Formen der frühkindlichen Karies bzw. ihrer therapeutischen Folgen (z.B. Füllungen, Extraktionen) anders wahrgenommen werden als Kinder mit gesunden Frontzähnen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf der vermutlich unterschiedlichen Einordnung kariöser Läsionen durch Laien und zahnmedizinisches Fachpersonal liegen.

Veröffentlichungen:

Tschammler, C., Zimmermann, D., Batschkus, S., Wiegand, A., & Folta-Schoofs, K. (2018).
            Perception of children with visible untreated and treated caries. Journal of Dentistry,   
            74, 37-42. doi: doi.org/10.1016/j.jdent.2018.05.006

Grundlagenorientierte Projekte zu Prozessen der Aufmerksamkeit, kognitiven Kontrolle sowie zum Gedächtnis und zur Sprache

 

Neuronale Korrelate des Lernens durch Problemlösen mit Aha!-Erleben

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Alan Richardson-Klavehn, Klinikum für Neurologie, Universitätsklinikum Magdeburg; PD Dr. Dr. Björn Schott, Leibniz Institut für Neurobiologie, Magdeburg, Dr. Fatma Imamoglu, Helen Wills Neuroscience Institute & Berkely Institute for Data Science, University of California

Ziel/Inhalt:

Problemlösen durch plötzliche Erkenntnis (Aha!/EUREKA-Erlebnisse) scheint von Vorteil für das Lernen zu sein (e.g., Auble et al., 1979; Danek et al., 2013; Kizilirmak et al., 2016). Mit plötzlicher Erkenntnis ist ein Aha!-Erleben gemeint, das durch das Ausbleiben einer bewussten Annäherung an die Lösung, Überraschung, völlige Überzeugtheit von der Richtigkeit der Lösung, dem Gefühl, das die Lösung sehr eingängig ist, und einer positiven emotionalen Reaktion gekennzeichnet ist (Topolinski & Reber, 2010). Das Problemlösen durch plötzliche Erkenntnis vereint drei Aspekte, die jeweils für sich bereits das Lernen erleichtern: (1) Es ist intrinsisch belohnend und motivierend, wenn man plötzlich versteht, was zuvor völlig unverständlich schien (Danek, Fraps, von Müller, Grothe, & Öllinger, 2014; Liljedahl, 2005). (2) Es wird etwas Neues erkannt. Neuheit und Belohnung regen die Dopaminausschüttung im Gehirn an, was die Langzeitgedächtnisbildung erleichtert (Kakade & Dayan, 2002). (3) Schemakonsistente, d. h., an existierendes Wissen anknüpfbare, neue Informationen werden über eine kürzere Route im Gehirn enkodiert (Tse et al., 2011; van Kesteren et al., 2012). In diesem Projekt versuchen wir mittels funktioneller Kernspintomografie und Elektroenzephalografie die genauen neuronalen Mechanismen näher zu durchleuchten. Je besser wir sie verstehen, desto eher können wir sie uns zunutze machen, um das Lernen auch alltäglicher Inhalte (z.B. Vokabeln, mathematische Formeln) zu erleichtern.

Förderung:

Zu Anfangs wurde dieses Projekt von 2012 bis 2016 gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und war Teil des Sonderforschungsbereichs 779 "Neurobiologie motivierten Verhaltens", Teilprojekt A10 "Hippocampal functional connectivity during episodic memory formation in humans: The roles of reward- and salience-related dopaminergic brain areas, novelty, and schema-related episodic distinctiveness". Das Thema wird nun von Dr. Jasmin Kizilirmak als Teil ihrer Habilitation fortgeführt und aktuell aus Mitteln der Arbeitsgruppe Neurodidaktik der Universität Hildesheim und diverser kleinerer Drittmittel (Open Access Publikationsförderung, Leistungshonorierung) finanziert.

Veröffentlichungen:

Kizilirmak, J. M., Schott, B. H., Thuerich, H., Sweeney-Reed, C. M. , Richter, A., Richardson-Klavehn, A. (in Revision). Learning of novel semantic relationships by sudden comprehension is associated with a hippocampus-independent network.

Kizilirmak, J. M., Serger, V., Kehl, J., Öllinger, M., Folta-Schoofs, K., & Richardson-Klavehn, A. (2018). Feelings-of-Warmth Increase More Abruptly for Verbal Riddles Solved With in Contrast to Without Aha! Experience. Frontiers in Psychology, 9(August), 1–11. doi.org/10.3389/fpsyg.2018.01404

Kizilirmak, J. M., Thuerich, H., Folta-Schoofs, K., Schott, B. H., & Richardson-Klavehn, A. (2016). Neural correlates of learning from induced insight: A case for reward-based episodic encoding. Frontiers in Psychology, 7(November), 1–16. doi.org/10.3389/fpsyg.2016.01693

Kizilirmak, J. M., Galvao Gomes da Silva, J., Imamoglu, F., & Richardson-Klavehn, A. (2016). Generation and the subjective feeling of “aha!” are independently related to learning from insight. Psychological Research, 80(6), 1059–1074. doi.org/10.1007/s00426-015-0697-2

 

Neuronale Grundlagen des Fremdspracherwerbs

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Jon Andoni Dunabeitia, Universidad Nebrija, Fakultad de Lenguas y Educacion, Madrid; PD Dr. Marco Schilk, Institut für Englische Sprache und Literatur, Universität Hildesheim

Ziel/Inhalt:

Vorangegangene Studien weisen darauf hin, dass die emotionale Verarbeitung von Reizen in einer Fremdsprache vermindert ist. Wir möchten dieses Phänomen näher beleuchten, indem wir sowohl psychophysische als auch biopsychologische Korrelate im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit untersuchen. In der ersten Studie wurden mit Hilfe von mobilem Eyetracking, die Reaktionen von mehrsprachigen Personen auf emotionale Stimuli gemessen. In weiteren Studien kommen als Messmethode eine Virtual-Reality-Brille sowie die Untersuchung von Stressreaktion (anhand von Kortisol) auf Stimuli in der jeweiligen Fremd- bzw. -Muttersprache hinzu. Die Ergebnisse können sowohl im Lehr/-Lern Kontext, als auch im klinischen Bereich Anwendung finden. Das Forschungsprojekt wird von MSc. Piotr Pawel Zietek durchgeführt und stellt den Kern seines Promotionsvorhabens dar.

Förderung:

Das Forschungsprojekt wird aus den Mitteln zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Stiftung Universität Hildesheim finanziert.

 

Die Rolle der Erregung für den Positivitätseffekt der Aufmerksamkeit

In Zusammenarbeit mit:

Dr. Cathleen Kappes, Institut für Psychologie, Universität Hildesheim; Dr. Berit Streubel, Institut für Psychologie, Universität Leipzig

Ziel/Inhalt:

Obwohl die Bedeutung des Positivitätseffektes für das emotionale Wohlbefinden von älteren Erwachsenen bekannt ist, sind die zugrundeliegenden Informationsverarbeitungsprozesse und die genaue Beziehung zu affektiven Reaktionen immer noch weitestgehend ungeklärt. Insbesondere wurde das Erregungsniveau emotionaler Reize bislang selten als mögliche Moderatorvariable in Bezug auf die Entstehung des Positivitätseffektes und dessen Ausprägung diskutiert. In dieser Studie soll der Positivitätseffekt und dessen Abhängigkeit vom Erregungsniveau emotionaler Reize psychophysisch und mit Hilfe von Eye-Tracking-Methoden in Gruppen von jungen und alten Menschen untersucht werden.

Veröffentlichungen:

Kappes, C., Streubel, B., Droste, K. L., & Folta-Schoofs, K. (2017). Linking the Positivity Effect in Attention with Affective Outcomes: Age Group Differences and the Role of Arousal. Frontiers Psychology –Emotion Science, 8, 1-11. doi: 10.3389/fpsyg.2017.01877.

 

Informationsverarbeitungscharakteristika und Zusammenhang zu kognitiven und schulischen Leistungen bei unauffälligen Kindern und Kindern mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Claudia Mähler, Universität Hildesheim; Dr. Dieter Felbel, Dipl.-Psych. Hans-Jörg Bethge, AMEOS-Klinikum Hildesheim

Ziel/Inhalt:

In diesem Projekt werden medikamentös behandelte und unbehandelte Kinder mit einer diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (und gesunde Kontrollen) mit Hilfe von psychophysischen Blickbewegungsparadigmen, elektrophysiologischen (EEG/EKP) und okulomotorischen Methoden sowie psychologischen Tests zur Erfassung von Schul- und Teilleistungen untersucht, um den Zusammenhang von neuronalen Defiziten der Aufmerksamkeitssteuerung, okulomotorischen Parametern sowie kognitiven und schulischen Leistungsmaßen zu erforschen.

Veröffentlichungen:

Folta-Schoofs, K., Hilke, C., Bethge, H.-J., & Felbel, D. (2015). Attention deficit hyperactivity disorder: precise time reproduction, but accelerated saccadic peak velocity of voluntary eye movements after MPH-medication. In: T. Heinen (Ed.), Advances in Visual Perception Research (pp. 107-140). New York, NV: Nova Science Publishers (ISBN: 978-1-63482-455-2).

Folta, K. & Mähler, C. (2011). Schnelle Augenbewegungen und visuelle Fixation bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Kindheit und Entwicklung, 20 (1), 21-30.

 

Interferenzstabilität von Zeitdauerverarbeitungen & Auswirkungen von schulischem Stress und Depression auf Arbeitsgedächtnis- und Aufmerksamkeitsfunktionen

In Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Stefan Treue, Leibniz-Institut für Primatenforschung, Göttingen; Prof. Dr. Oliver Wolf, Ruhr-Universität Bochum; Dr. Daniela Schoofs, Medizinische Hochschule Hannover, Prof. Dr. Detlef Dietrich, Burghof-Klinik, Rinteln

Ziel/Inhalt:

In diesem Projekt wird mit Hilfe von psychophysischen, elektrophysiologischen, transkraniell-magnetischen und okulomotorischen Untersuchungen an Kindern, Erwachsenen und nicht-menschlichen Primaten (Rhesusaffen) untersucht, wie visuelle und akustische Störreize die Zeitdauerverarbeitung im Sekundenbereich beeinflussen und welche Prozesse im Gehirn von Primaten mit einer gelernten Interferenzstabilität bzw. störreizinduzierten Fehlwahrnehmung von objektiven Zeitdauern einhergehen. Zudem werden die Effekte von schulischem Stress und Depression auf Aufmerksamkeits- und Arbeitsgedächtnisfunktionen untersucht. Hierbei kommen psychosoziale und pharmakologische Stressinduktionsmethoden (Trierer Sozialstresstest, Hydrocortison-Gabe), Cortisol- und Alpha-Amylase-Erhebungen (aus dem Speichel) sowie psychophysische und okulomotorische Verfahren (Blickmess-System) zum Einsatz.

Veröffentlichungen:

Folta-Schoofs, K., Hilke, C., Bethge, H.-J., & Felbel, D. (2015). Attention deficit hyperactivity disorder: precise time reproduction, but accelerated saccadic peak velocity of voluntary eye movements after MPH-medication. In T. Heinen (Ed.), Advances in Visual Perception Research (pp. 107-140). New York, NV: Nova Science Publishers (ISBN: 978-1-63482-455-2).

Folta-Schoofs, K., Wolf, O.T., Treue, S., Schoofs, D. (2014). Perceptual complexity, rather than valence or arousal accounts for distracter-induced overproductions of temporal durations. Acta Psychologica, 147, 51-59. DOI: 10.1016/j.actpsy.2013.10.001.