Abschlussarbeiten
Bei näherem Interesse zu einem konkreten Thema für Bachelor- oder Masterarbeiten wenden Sie sich bitte an die jeweilige Ansprechperson.
Bei eigenen Themenvorschlägen oder extern betreuten Abschlussarbeiten, wenden Sie sich bitte an M.Sc. Lena Puhl Sie wird sich um eine Vermittlung an eine geeignete Person für die Betreuung bemühen.
Bachelorarbeiten
Die allgemeinen Vorgaben und mögliche Formate für Bachelorarbeiten in der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie entnehmen Sie bitte dem Merkblatt.
Themenbereiche
Borderline-Persönlichkeitsstörung und Sexualität
Kurzbeschreibung
Laut klassifikatorischer Beschreibung zeichnet sich die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) durch impulsives Verhalten und eine instabile Identität aus. Beides kann sich auch im Bereich der Sexualität zeigen, was mit erheblichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und wechselnden intimen Beziehungen einhergehen kann. Insbesondere impulsives Verhalten im Bereich der Sexualität kann zudem gesundheitliche Risiken mit sich bringen (z. B. sexuell übertragbare Erkrankungen oder sexualisierte Gewalt).
Geplante Untersuchung
Ziel sollte es sein, einen Studienüberblick zu erstellen, einen Vorschlag für die Operationalisierung des Sexualverhaltens, der sexuellen Orientierung sowie der Folgen von und für Menschen mit einer BPS mittels Selbstberichtsmaßen zu erarbeiten und eine Online-Befragung zu planen.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Christoph Kröger, M.Sc. Maria Brede (bredem (@) uni-hildesheim.de)
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Bachelorstudierende geeignet.
Literatur
Haversath, J., Gärttner, K., Kliem, S., Vasterling, I., Strauss, B. & Kröger, C. (2017). Sexualverhalten in Deutschland. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung. Deutsches Ärzteblatt, 114, 544-550. doi: 10.3238/arztebl.2017.0545
PsychThG und Approbationsordnung
Die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und die daraus folgende neue Approbationsordnung (PsychThAppO) haben zu einer Änderung des Ausbildungsweges für angehende psychologische Psychotherapeut:innen geführt. Fortan kann nach einer fünfjährigen universitären Ausbildung die Parcoursprüfung zum Erhalt einer Approbation absolviert werden. Durch diese tiefgreifende Änderung muss die Lehre an den Universitäten angepasst und ein anwendungsorientiertes Prüfungsformat eingeführt werden, um die Studierenden bestmöglich auf die Prüfung und den Erhalt einer Approbation vorzubereiten. Praktischen Anteilen kommt aufgrund dessen ein noch höherer Stellenwert zu als bisher.
Konkrete Themenvorschläge
Anfertigung eines Studiendesigns zur Evaluation von Lehrvideos mit Simulationspatient:innen
Inhalt
Neben Vorlesungen, praktischen Seminaren mit Rollenspielen und Prüfungen mit Simulationspatient:innen werden auch Lehrvideos zur Vermittlung von praxisrelevanten psychotherapeutischen Fertigkeiten eingesetzt. In den Lehrvideos demonstrieren Lehrtherapeut:innen im Gespräch mit Simulationspatient:innen relevante Techniken, die zu einem Lernzuwachs, einer Vorbereitung auf die Prüfungen im Studium, sowie auf die Approbationsprüfung führen sollen. Das praxisrelevante Forschungsziel ist es, Lehrvideos als neue Lehr- und Lernmethode im polyvalenten Bachelor und approbationskonformen Master zu evaluieren.
Nähere Informationen
Bachelorarbeitsthema für 2 Personen
Ansprechperson
Rehabilitationspsychologie
Die Rehabilitationspsychologie kann als ein umfangreiches Anwendungsgebiet der Klinischen Psychologie aufgefasst werden. Das Ziel von Rehabilitation im Allgemeinen ist es, Folgen physischer und psychischer Erkrankungen auf das soziale und berufliche Leben zu mindern oder zu beseitigen und somit die gleichberechtigte Aktivität und Teilhabe chronisch erkrankter Menschen im Alltag und Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Rehabilitationspsychologie betrachtet im Rahmen ihrer Forschung z.B. die Umsetzung von Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation in Rehabilitationseinrichtungen nach SGB VI. Hierbei werden deren Wirksamkeit, die beispielsweise an der erfolgreichen Wiedereingliederung der erkrankten Menschen ins Erwerbsleben gemessen werden kann, betrachtet. Die Relevanz dieses Forschungszweigs ergibt sich u.a. daraus, dass über erfolgreich durchgeführte und nachhaltig wirksame Rehabilitationsangebote für Rehabilitand:innen der Wiedereintritt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht wird und somit das Rentenniveau der Solidargemeinschaft dauerhaft gesichert werden kann.
Rehabilitationspsychologie – auf Anfrage auch bei Privatdozent Dr. apl. Professor Axel Kobelt-Pönicke möglich
Understanding the role of forgiveness in romantic relationships
Longitudinal Design:
Tracking relationship dynamics and forgiveness processes over time to capture changes and causal directions
Empirical Approach:
Use of both self-report measures and experimental data to investigate communication, blame, and cooperation
Multicultural Perspective:
Comparing romantic relationships and forgiveness processes across religious/cultural groups
Religious Frameworks and Forgiveness:
Integrating culturally tailored models of forgiveness based on religious beliefs
Innovation in Couple Research:
Combining daily assessments with experimental tasks to study relational processes in naturalistic and controlled settings
Applied Relevance:
Implications for intercultural couple therapy and designing interventions based on real-life relational patterns
Sonstiges / Nähere Informationen:
Die Arbeit ist auf Englisch zu verfassen. Die Kontaktaufnahme hat ebenfalls auf Englisch zu erfolgen
Ansprechpartner:
Masterarbeiten
Die allgemeinen Vorgaben für Masterarbeiten in der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie entnehmen Sie bitte dem Merkblatt.
Themenbereiche
Arbeit und psychische Gesundheit
Kurzbeschreibung
Die eigene Berufstätigkeit ist eine wichtige Quelle der Lebenszufriedenheit und hat gesundheitsförderliche Funktionen. Sie trägt zur persönlichen Identität, der Weiterentwicklung von Kompetenzen und finanziellen Sicherheit bei. Außerdem fördert sie die Entstehung sozialer Unterstützungsnetzwerke und ermöglicht das Erleben von Wertschätzung und Anerkennung. Berufliche Belastungen wie Arbeitsplatzunsicherheit, Konflikte mit Vorgesetzten oder hohe Anforderungen können jedoch auch zu psychischen Beschwerden führen oder bestehende psychische Störungen aufrechterhalten bzw. verschlimmern. Neben somatischen Beschwerden und familiären Belastungen stellen arbeitsbezogene Belastungen einen häufigen Grund für die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Versorgungsangebote dar.
Konkrete Themenvorschläge
Präsentismus bei psychischen Störungen
Ansprechperson
Diagnostik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Kurzbeschreibung
Die Skala zur Erfassung der Impulsivität und emotionalen Dysregulation (IES-27) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das die drei zentralen Symptombereiche der Borderline-Persönlichkeitsstörung – Impulsivität, emotionale Dysregulation und zwischenmenschliche Schwierigkeiten – bei Erwachsenen reliabel und valide erfasst.
Geplante Untersuchung
Ziel der Studie ist es, eine konfirmatorische Faktorenanalyse mit der Version für Jugendliche durchzuführen und diese mit klinisch relevanten anderen Faktoren (z. B. Persönlichkeitsfunktion und Schulabsentismus) zu assoziieren.
Ansprechperson und Kooperationspartnerin
Prof. Dr. Christoph Kröger und Privatdozentin Maya Krischer
Nähere Informationen
Die Datenerhebung findet aktuell statt. Im Rahmen eines Forschungspraktikums können die Daten an der Universität Köln eingegeben und bereinigt werden. Gleichzeitig können Praktikant:innen die übertragungsfokussierte Behandlung kennenlernen: https://kinder-jugendpsychiatrie.uk-koeln.de/forschung/ag-uebertragungsfokussierte-psychotherapie/
Abschlussarbeiten
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Literatur
Brede, M., Dippold, B., Bender, S., Kröger, C. & Krischer, M. (2025). Identification of borderline personality disorder in adolescents: psychometric properties and diagnostic efficiency of a juvenile version of the impulsivity and emotion dysregulation scale (IES‐27‐J). Journal of Clinical Psychology. https://doi.org/10.1002/jclp.23792
Dreyße, K., Zoellner, E., Behrens, C., Armbrust, M. & Kröger, C. (2021). Faktorielle und konvergente Validität der Skala zur Erfassung der Impulsivität und emotionalen Dysregulation (IES-27) bei Borderline-Persönlichkeitsstörung. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 71(5), 177-184. doi.org/10.1055/a-1322-3334
Ökonomie, Stigmatisierung und Arbeitsfähigkeit in der psychotherapeutischen Versorgung
Thema: Kosten-Nutzen von Psychotherapie
Vor 10 Jahre würde eine Kosten-Nutzen-Studie von Psychoherapie unter der Frage "Wie teuer wird es wirklich?" veröffentlicht. Inzwischen können diese Berechnungen aktualisiert und präzisiert werden. Ziel: Auswirkungen von psychotherapeutischer Behandlung auf Arbeitsunfähigkeitstage, Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und Lebensqualität
Methode: Gesundheitsökonomische Analysen, die störungsspezifisch angelegt sein sollten (z. B. für depressive Störungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Somatoforme Störungen)
Nähere Informationen:
Abschlussarbeit: Eine Masterarbeit pro Störung, Artikelformat
Vorhanden Literatur:
Melzner, L. & Kröger, C. (2024). Arbeitsfähigkeit bei psychischen Störungen – ökonomische, individuelle und behandlungsspezifische Aspekte. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 67(7), 751–759. doi.org/10.1007/s00103-024-03894-6
Wunsch, E.-M., Kliem, S., Grocholewski, A. & Kröger, C. (2013). Wie teuer wird es wirklich? Kosten-Nutzen Abschätzung für Psychotherapie bei Angst- und affektiven Störungen in Deutschland. Psychologische Rundschau, 64, 75-93. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000154
Ansprechperson:
Prof. Dr. Christoph Kröger und Lena Melzner
Thema: Begutachtung der Arbeitsfähigkeit
Kurzbeschreibung
Die Finanzkommission „Gesundheit“ hat im März 2026 vorgeschlagen, die Arbeitsfähigkeit stufenweise zu beurteilen. Teilweises Arbeiten könne die Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtern, insbesondere bei Menschen mit psychischen Störungen. Leider können Psych. Psychotherapeut:innen bis heute nicht Bescheinigungen der Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Die Berufsgruppe ist sich auch nicht einig, ob diese sozialrechtlich zu verankernde Möglichkeit politisch gefordert werden sollte.
Geplante Untersuchung
Ziel der online-Studie sollte es sein, die Einstellungen von niedergelassenen Psychotherapeut:innen in Kooperation mit einem Berufsverband zu erfassen und eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an einem Beispielfall mit geeigneten Messinstrumente durchführen zu lassen.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Christoph Kröger, M.Sc. Selin Altiok, M. Sc. Leoni Stöckle
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Thema: Stigmatisierung oder notwendige Einsparung in der psychotherapeutischen Versorgung?
Kurzbeschreibung
Die Finanzkommission „Gesundheit“ hat im März 2026 vorgeschlagen, psychotherapeutische Leistungen wieder in die sogenannte Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) einzugruppieren. Damit wird der Anreiz genommen, kurzfristig Termine anzubieten. Gleichzeitig soll es nach dem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) eine Honorarkürzung von 4,5 % im Bereich der Psychotherapie geben. Wie Menschen mit psychischen Störungen die gesellschaftliche Situation wahrnehmen, steht derzeit nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Geplante Untersuchung
Ziel der online-Studie sollte es sein, das Wissen und die Einstellungen von Betroffenen – idealerweise in Kooperation mit Patient:innenvertreter und /oder einem Berufsverband - zu erfassen.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Christoph Kröger, M.Sc. Selin Altiok, M. Sc. Leoni Stöckle
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Lebensqualität schwer-adipöser Erwachsener
Kurzbeschreibung
Ziel dieser Masterarbeit ist die Überprüfung der Messinvarianz des Konstrukts Lebensqualität bei schwer-adipösen Erwachsenen. Als Datengrundlage dienen Routinedaten aus zwei Messzeitpunkten von etwa 3500 Patient:innen. Zur Erhebung wurden der Bariatric Quality of Life Index (BQL) und der Eating Disorder Examination-Questionnaire 8 (EDE-Q8) eingesetzt.
Für beide Instrumente sollen Analysen zur Messinvarianz durchgeführt werden, um zu prüfen, ob die Fragebögen das jeweilige Konstrukt in unterschiedlichen Gruppen (z.B. Geschlecht, Operationsmethode) und über die Messzeitpunkte hinweg in gleicher Weise erfassen.
Ansprechperson und Kooperationspartner
Prof. Dr. Christoph Kröger und PD Dr. med. habil. Hinrich Köhler (Herzogin Elisabeth Hospital Braunschweig)
Literatur
Weiner, S., Sauerland, S., Fein, M. et al. The Bariatric Quality of Life (BQL) Index: A Measure of Well-being in Obesity Surgery Patients. Obesity Surgery 15(4), 538–545 (2005). https://doi.org/10.1381/0960892053723439
Kliem, S., Mößle, T., Zenger, M., Strauß, B., Brähler, E., & Hilbert, A. (2016). The eating disorder examination-questionnaire 8: A brief measure of eating disorder psychopathology (EDE-Q8). The International journal of eating disorders, 49(6), 613–616. https://doi.org/10.1002/eat.22487
Rehabilitationspsychologie
Die Rehabilitationspsychologie kann als ein umfangreiches Anwendungsgebiet der Klinischen Psychologie aufgefasst werden. Das Ziel von Rehabilitation im Allgemeinen ist es, Folgen physischer und psychischer Erkrankungen auf das soziale und berufliche Leben zu mindern oder zu beseitigen und somit die gleichberechtigte Aktivität und Teilhabe chronisch erkrankter Menschen im Alltag und Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Rehabilitationspsychologie betrachtet im Rahmen ihrer Forschung z.B. die Umsetzung von Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation in Rehabilitationseinrichtungen nach SGB VI. Hierbei werden deren Wirksamkeit, die beispielsweise an der erfolgreichen Wiedereingliederung der erkrankten Menschen ins Erwerbsleben gemessen werden kann, betrachtet. Die Relevanz dieses Forschungszweigs ergibt sich u.a. daraus, dass über erfolgreich durchgeführte und nachhaltig wirksame Rehabilitationsangebote für Rehabilitand:innen der Wiedereintritt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht wird und somit das Rentenniveau der Solidargemeinschaft dauerhaft gesichert werden kann.
Rehabilitationspsychologie – auf Anfrage auch bei Privatdozent Dr. apl. Professor Axel Kobelt-Pönicke möglich