Abschlussarbeiten
Bei näherem Interesse zu einem konkreten Thema für Bachelor- oder Masterarbeiten wenden Sie sich bitte an die jeweilige Ansprechperson.
Bei eigenen Themenvorschlägen oder extern betreuten Abschlussarbeiten, wenden Sie sich bitte an M.Sc. Lena Puhl Sie wird sich um eine Vermittlung an eine geeignete Person für die Betreuung bemühen.
Bachelorarbeiten
Die allgemeinen Vorgaben und mögliche Formate für Bachelorarbeiten in der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie entnehmen Sie bitte dem Merkblatt.
Themenbereiche
Rehabilitationspsychologie
Die Rehabilitationspsychologie kann als ein umfangreiches Anwendungsgebiet der Klinischen Psychologie aufgefasst werden. Das Ziel von Rehabilitation im Allgemeinen ist es, Folgen physischer und psychischer Erkrankungen auf das soziale und berufliche Leben zu mindern oder zu beseitigen und somit die gleichberechtigte Aktivität und Teilhabe chronisch erkrankter Menschen im Alltag und Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Rehabilitationspsychologie betrachtet im Rahmen ihrer Forschung z.B. die Umsetzung von Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation in Rehabilitationseinrichtungen nach SGB VI. Hierbei werden deren Wirksamkeit, die beispielsweise an der erfolgreichen Wiedereingliederung der erkrankten Menschen ins Erwerbsleben gemessen werden kann, betrachtet. Die Relevanz dieses Forschungszweigs ergibt sich u.a. daraus, dass über erfolgreich durchgeführte und nachhaltig wirksame Rehabilitationsangebote für Rehabilitand:innen der Wiedereintritt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht wird und somit das Rentenniveau der Solidargemeinschaft dauerhaft gesichert werden kann.
Rehabilitationspsychologie – auf Anfrage auch bei Privatdozent Dr. apl. Professor Axel Kobelt-Pönicke möglich
Wie können Arbeitsunfähigkeitstage retrospektiv gemessen werden?
Kurzbeschreibung
Die Arbeitsunfähigkeitstage in Folge von psychischen Störungen steigen laut Krankenkassen-Reports über die letzten ca. 20 Jahre kontinuierlich an. Im Kontext der Psychotherapie – dem Verfahren der Wahl bei der überwiegenden Zahl dieser Störungen – werden Arbeitsunfähigkeitstage aber nur unzureichend oder gar nicht erfasst. Dies liegt zum Teil an einer unzureichenden reliablen und validen Erfassung der Arbeitsunfähigkeitstage.
Geplante Untersuchung
Ziel sollte es sein, verschiedene Operationalisierungen beispielhaft an Einzelfällen zu erproben und mit Angaben der zuständigen Krankenkasse zu vergleichen.
Ansprechpersonen
M.Sc. Lena Puhl und M.Sc. Leonie Stöckle, Prof. Dr. Christoph Kröger
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Bachelorstudierende geeignet.
Literatur
Lidolt, G., Berger, E.-M., Brakemeier, E.-L., Bräscher, A.-K., Christiansen, H., Eberhardt, S. T., … Kröger, C. (2024). Arbeitsfähigkeit nach ambulanter Psychotherapie: Der prädiktive Wert von Patient_innen- und Behandlungsmerkmalen für den Arbeitsfähigkeitsstatus. Zeitschrift für klinische Psychologie und Psychotherapie, 53(4), 205–217. https://doi.org/10.1026/1616-3443/a000779
Masterarbeiten
Die allgemeinen Vorgaben für Masterarbeiten in der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie entnehmen Sie bitte dem Merkblatt.
Themenbereiche
Kosten-Nutzen von Psychotherapie
Kurzbeschreibung:
Vor 10 Jahre würde eine Kosten-Nutzen-Studie von Psychoherapie unter der Frage "Wie teuer wird es wirklich?" veröffentlicht. Inzwischen können diese Berechnungen aktualisiert und präzisiert werden. Ziel: Auswirkungen von psychotherapeutischer Behandlung auf Arbeitsunfähigkeitstage, Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und Lebensqualität
Methode: Gesundheitsökonomische Analysen, die störungsspezifisch angelegt sein sollten (z. B. für depressive Störungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Somatoforme Störungen)
Nähere Informationen:
Abschlussarbeit: Eine Masterarbeit pro Störung, Artikelformat
Vorhanden Literatur:
Melzner, L. & Kröger, C. (2024). Arbeitsfähigkeit bei psychischen Störungen – ökonomische, individuelle und behandlungsspezifische Aspekte. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 67(7), 751–759. doi.org/10.1007/s00103-024-03894-6
Wunsch, E.-M., Kliem, S., Grocholewski, A. & Kröger, C. (2013). Wie teuer wird es wirklich? Kosten-Nutzen Abschätzung für Psychotherapie bei Angst- und affektiven Störungen in Deutschland. Psychologische Rundschau, 64, 75-93. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000154
Ansprechperson:
Prof. Dr. Christoph Kröger und Lena Melzner
Arbeit und psychische Gesundheit
Kurzbeschreibung
Die eigene Berufstätigkeit ist eine wichtige Quelle der Lebenszufriedenheit und hat gesundheitsförderliche Funktionen. Sie trägt zur persönlichen Identität, der Weiterentwicklung von Kompetenzen und finanziellen Sicherheit bei. Außerdem fördert sie die Entstehung sozialer Unterstützungsnetzwerke und ermöglicht das Erleben von Wertschätzung und Anerkennung. Berufliche Belastungen wie Arbeitsplatzunsicherheit, Konflikte mit Vorgesetzten oder hohe Anforderungen können jedoch auch zu psychischen Beschwerden führen oder bestehende psychische Störungen aufrechterhalten bzw. verschlimmern. Neben somatischen Beschwerden und familiären Belastungen stellen arbeitsbezogene Belastungen einen häufigen Grund für die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Versorgungsangebote dar.
Konkrete Themenvorschläge
Präsentismus bei psychischen Störungen
Ansprechperson
Befristete Erwerbsminderungsrente aufgrund psychischer Störungen: Belastungsfaktoren, Prognose und Wiedereingliederung
Kurzbeschreibung
Die Anzahl der Personen, die eine befristete Erwerbsminderungsrente wegen vollständiger oder teilweiser Erwerbsminderung aufgrund psychischer Störungen beziehen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ziel der Abschlussarbeit ist es, die Ergebnisse von Studien aus den letzten Jahren zusammenzufassen bzw. Wissenslücken zu identifizieren.
Ansprechperson und Kooperationspartner
Prof. Dr. Christoph Kröger und in Kooperation mit apl.-Prof. Kobelt-Poenicke, DRV Braunschweig-Hannover
Bereitschaft
Aufbauend auf Vorarbeiten soll eine Literaturarbeit erstellt werden, die vorab auf der Plattform prospero präregistriert ist und den Standards eines Reviews entspricht.
Literatur
Savvoulidou, D., Kröger, C. & Kobelt-Pönicke, A. (2024). Temporary disability pension recipients: Contextual stress factors and their effect on return-to-work-intention. Die Rehabilitation, 63(2), 81–88. https://doi.org/10.1055/a-2244-9958
Kobelt, A., Grosch, E., Hesse, B, Gebauer, E. & Gutenbrunner, C. (2009). Wollen psychisch erkrankte Versicherte, die eine befristete Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, wieder ins Erwerbsleben eingegliedert werden? Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 59(7), 273–280. https://doi.org/10.1055/s-2008-1067457
Diagnostik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Kurzbeschreibung
Die Skala zur Erfassung der Impulsivität und emotionalen Dysregulation (IES-27) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das die drei zentralen Symptombereiche der Borderline-Persönlichkeitsstörung – Impulsivität, emotionale Dysregulation und zwischenmenschliche Schwierigkeiten – bei Erwachsenen reliabel und valide erfasst.
Geplante Untersuchung
Ziel der Studie ist es, eine konfirmatorische Faktorenanalyse mit der Version für Jugendliche durchzuführen und diese mit klinisch relevanten anderen Faktoren (z. B. Persönlichkeitsfunktion und Schulabsentismus) zu assoziieren.
Ansprechperson und Kooperationspartnerin
Prof. Dr. Christoph Kröger und Privatdozentin Maya Krischer
Nähere Informationen
Die Datenerhebung findet aktuell statt. Im Rahmen eines Forschungspraktikums können die Daten an der Universität Köln eingegeben und bereinigt werden. Gleichzeitig können Praktikant:innen die übertragungsfokussierte Behandlung kennenlernen: https://kinder-jugendpsychiatrie.uk-koeln.de/forschung/ag-uebertragungsfokussierte-psychotherapie/
Abschlussarbeiten
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Literatur
Brede, M., Dippold, B., Bender, S., Kröger, C. & Krischer, M. (2025). Identification of borderline personality disorder in adolescents: psychometric properties and diagnostic efficiency of a juvenile version of the impulsivity and emotion dysregulation scale (IES‐27‐J). Journal of Clinical Psychology. https://doi.org/10.1002/jclp.23792
Dreyße, K., Zoellner, E., Behrens, C., Armbrust, M. & Kröger, C. (2021). Faktorielle und konvergente Validität der Skala zur Erfassung der Impulsivität und emotionalen Dysregulation (IES-27) bei Borderline-Persönlichkeitsstörung. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 71(5), 177-184. doi.org/10.1055/a-1322-3334
Ökonomie, Stigmatisierung und Arbeitsfähigkeit in der psychotherapeutischen Versorgung
Thema: Begutachtung der Arbeitsfähigkeit
Kurzbeschreibung
Die Finanzkommission „Gesundheit“ hat im März 2026 vorgeschlagen, die Arbeitsfähigkeit stufenweise zu beurteilen. Teilweises Arbeiten könne die Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtern, insbesondere bei Menschen mit psychischen Störungen. Leider können Psych. Psychotherapeut:innen bis heute nicht Bescheinigungen der Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Die Berufsgruppe ist sich auch nicht einig, ob diese sozialrechtlich zu verankernde Möglichkeit politisch gefordert werden sollte.
Geplante Untersuchung
Ziel der online-Studie sollte es sein, die Einstellungen von niedergelassenen Psychotherapeut:innen in Kooperation mit einem Berufsverband zu erfassen und eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an einem Beispielfall mit geeigneten Messinstrumente durchführen zu lassen.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Christoph Kröger, M.Sc. Selin Altiok, M. Sc. Leoni Stöckle
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Thema: Stigmatisierung oder notwendige Einsparung in der psychotherapeutischen Versorgung?
Kurzbeschreibung
Die Finanzkommission „Gesundheit“ hat im März 2026 vorgeschlagen, psychotherapeutische Leistungen wieder in die sogenannte Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) einzugruppieren. Damit wird der Anreiz genommen, kurzfristig Termine anzubieten. Gleichzeitig soll es nach dem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) eine Honorarkürzung von 4,5 % im Bereich der Psychotherapie geben. Wie Menschen mit psychischen Störungen die gesellschaftliche Situation wahrnehmen, steht derzeit nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Geplante Untersuchung
Ziel der online-Studie sollte es sein, das Wissen und die Einstellungen von Betroffenen – idealerweise in Kooperation mit Patient:innenvertreter und /oder einem Berufsverband - zu erfassen.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Christoph Kröger, M.Sc. Selin Altiok, M. Sc. Leoni Stöckle
Nähere Informationen
Das Thema ist für ein bis zwei Masterstudierende geeignet.
Partnerschaftliche Unterstützung bei Einsatzkräften. Anwendungsmöglichkeit und Wirksamkeit
Kurzbeschreibung
Partnerschaftlich-orientierte Präventionsprogramme sind insbesondere bei zivilen Paaren mit längerer Beziehungsdauer u.a. hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Partnerschaft erfolgreich. Ziel der Abschlussarbeit ist es, die Ergebnisse von Studien mit Einsatzkräften aus den letzten Jahren zusammenzufassen und Wissenslücken zu identifizieren.
Ansprechperson
Bereitschaft
Aufbauend auf Vorarbeiten soll eine Literaturarbeit erstellt werden, die vorab auf der Plattform prospero präregistriert ist und den Standards eines Reviews entspricht.
Literatur
Job, A.-K., Bodenmann, G., Baucom, D. H. & Hahlweg, K. (2014). Neuere Entwicklungen in der Prävention und Behandlung von Beziehungsproblemen bei Paaren. Aktueller Forschungsstand und zukünftige Herausforderungen. Psychologische Rundschau, 65, 11-23. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000187
Kröger, C., Kliem, S., Zimmermann, P. & Kowalski, J. (2018). Short‐term‐effectiveness of a relationship education program for distressed military couples, in the context of foreign assignments for the German Armed Forces. Preliminary findings from a randomized controlled study. Journal of Marital and Family Therapy, 44, 248-264. https://doi.org/10.1111/jmft.12250
Rehabilitationspsychologie
Die Rehabilitationspsychologie kann als ein umfangreiches Anwendungsgebiet der Klinischen Psychologie aufgefasst werden. Das Ziel von Rehabilitation im Allgemeinen ist es, Folgen physischer und psychischer Erkrankungen auf das soziale und berufliche Leben zu mindern oder zu beseitigen und somit die gleichberechtigte Aktivität und Teilhabe chronisch erkrankter Menschen im Alltag und Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Rehabilitationspsychologie betrachtet im Rahmen ihrer Forschung z.B. die Umsetzung von Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation in Rehabilitationseinrichtungen nach SGB VI. Hierbei werden deren Wirksamkeit, die beispielsweise an der erfolgreichen Wiedereingliederung der erkrankten Menschen ins Erwerbsleben gemessen werden kann, betrachtet. Die Relevanz dieses Forschungszweigs ergibt sich u.a. daraus, dass über erfolgreich durchgeführte und nachhaltig wirksame Rehabilitationsangebote für Rehabilitand:innen der Wiedereintritt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht wird und somit das Rentenniveau der Solidargemeinschaft dauerhaft gesichert werden kann.
Rehabilitationspsychologie – auf Anfrage auch bei Privatdozent Dr. apl. Professor Axel Kobelt-Pönicke möglich
Wie effektiv ist ein Training zur Psychologischen Ersten Hilfe. Proof-of-Concept-Study
Kurzbeschreibung
Inzwischen wird nach schwerwiegenden, potenziell traumatischen Ereignissen fast immer auch psychosoziale Unterstützung angeboten. Ziel dieser Masterarbeiten ist die Überprüfung des Zuwachses an Wissen, Selbstwirksamkeit und Kompetenz psychosozialer Fachkräfte in spezifischen Situationen, die von studentischen Simulationspersonen anhand strukturierter Vorgaben von Szenarien im Kontext eines gemeinsamen Schulungstages gespielt werden.
Ansprechperson und Kooperationspartner
Prof. Dr. Christoph Kröger und Notfallseelsorge der ev. Landeskirche
Bereitschaft
In der ersten Hälfte des WinSem 2026/2027 soll es eine vertiefende Lehrveranstaltung zur Psychosozialen Notfallversorgung geben, die am 27. und 28.11. das Training von psychosozialen Fachkräften umfasst. Fallvignetten werden derzeit von Ausbildern zusammengestellt. Das Schulungskonzept besteht weitgehend. Erwartet werden eine enge Kooperation in der Vor- und Nachbereitung des Trainings, Teilnahme an der Veranstaltung und eine erste Evaluation des Konzepts im Rahmen von ein bis zwei Abschlussarbeiten. Das Konzept kann gerne auch mit anderen Anbietern umgesetzt werden.
Literatur
Kröger, C. (2018). Akuttraumatisierung und Akute Belastungsreaktion. In J. Schellong, K. Weidner & F. Epple (Hrsg.), Praxisbuch Psychotraumatologie (S. 50-60). Stuttgart: Thieme.
Hannse-Reinhardt, C. &Kröger, C. (2026). Demonstration videos of psychodynamic and systemic techniques in clinical psychology education. Scientific Reports, 16, 14390. https://doi.org/10.1038/s41598-026-51978-x