Schwerpunkte

Prävention und Gesundheitsförderung

Kultur und Gesundheit

Arbeit und Gesundheit

Interkulturelle Psychologie

Umgang mit fehlenden Werten

Testfairness und Bias

Projekte

AAA-Prevent - Alcohol Abuse among Adolescents in Europe. Effective Environmental Strategies for Prevention

Obwohl der Trend seit 2003 dahin geht, dass Jugendliche in Europa generell seltener Alkohol trinken, sind gleichzeitig besorgniserregende Entwicklungen zu beobachten. So steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die bei einer Gelegenheit fünf alkoholische Getränke oder mehr zu sich nehmen. Ein Phänomen, das nicht nur unter der Bezeichnung „binge drinking“ mediale Aufmerksamkeit erregt, sondern auch der Politik und dem Gesundheitswesen Handlungsbedarf aufzeigt. Darüber hinaus zeigt das European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs (ESPAD), dass sich die Entwicklungsverläufe des Trinkverhaltens zwischen den Ländern Europas seit 1995 teilweise deutlich voneinander unterscheiden. Beispielsweise haben 80% der österreichischen Befragten im letzten Monat Alkohol konsumiert, hingegen nur 31% der Jugendlichen aus Armenien. Der europäische Durchschnitt liegt bei 61%.

Um europaweit effektive Präventionsstrategien entwickeln zu können, muss klar sein, unter welchen Bedingungen und an welchen Stellen diese ansetzen sollten. Aus diesem Grund versucht das Projekt AAA-Prevent mit einer Reanalyse der Daten der International Self-Reported Delinquency-Studie (ISRD-2) den Alkohol- und Drogenkonsum von 57.771 12- bis 17-jährigen Jugendlichen aus 25 europäischen Ländern zu beschreiben und zu erklären. Ausführlichen epidemiologischen Analysen folgt eine Bestandsaufnahme nationaler politischer Bemühungen, den Alkoholkonsum z. B. über Gesetze zu reglementieren. Außerdem werden Risikofaktoren aus den Bereichen Familie, Schule, Nachbarschaft, Freundeskreis u. a. identifiziert und Merkmale von Städten und Ländern gesammelt, die als Umweltbedingungen Einfluss auf den Alkoholkonsum nehmen können. Internationale Experten aus Kriminologie, Sozialarbeit, Drogenprävention u. a. wirken an diesem Prozess mit und reflektieren zudem die bisherigen Präventionsbemühungen ihrer Länder.

Mehrebenenanalysen dienen schließlich dazu, den jugendlichen Alkoholkonsum durch individuelle, schulische und nationale Faktoren zu erklären. Ermittelt werden soll, auf welcher Ebene Präventionsprojekte ansetzen sollten, um möglichst langfristige und weitgreifende Erfolge zu erzielen. Die Ergebnisse des Projektes werden auf der Projektwebsite einem breiten Publikum zugänglich gemacht, z. B. als Empfehlungen zur Gestaltung eines effektiven Präventionsprogramms.

Homepage: www.aaaprevent.eu

Projektleitung: 
Prof. Dr. Renate Soellner (Universität Hildesheim)
Prof. Dr. Herbert Scheithauer (Freie Universität Berlin)

Projektmitarbeiter: 
M. Sc. Psych. Astrid Bräker
Dipl. Psych. Kristin Göbel
Dipl. Psych. Stefan Huber

Förderung: 
EU 7th Framework Programme,
Health-2009-3-3-2
Environmental prevention of substance abuse by adolescents

Laufzeit: 
2010-2013

AnNet – Angehörigennetzwerk: Belastungen und Unterstützungsnetzwerke von Angehörigen von Menschen mit problematischem Konsum von Alkohol oder illegalen Drogen (BMG)

Im Rahmen des AnNet-Projekts werden Belastungs- und Unterstützungssituationen verschiedener Angehörigengruppen von Menschen mit problematischem Konsum (Missbrauch oder Abhängigkeit) von Alkohol und/oder illegalen Drogen untersucht. Zu diesem Zweck werden zum einen die Belastungsprofile der Angehörigen mithilfe von Fragebögen (u.a. Allgemeine Depressionsskala, Brief Symptom Checklist, Kurzversion der Lebensqualität-Skala der WHO) erhoben, zum anderen werden mit einigen Angehörigen qualitative Interviews geführt und Netzwerkkarten erstellt. Dabei soll eine möglichst große Vielfalt von Angehörigen in unterschiedlichen Lebenslagen erfasst werden. Um die Lebenssituation von Angehörigen Suchtkranker in verschiedenen Lebenslagen abbilden zu können, sind bundesweit verschiedenen Kooperationspartnern (u.a. eine Selbsthilfeeinrichtungen, ein Klinikverbund, eine Familienberatungsstelle, ein Jobcenter) eingebunden. Weiterhin ist geplant mit den jeweiligen Kooperationspartnern Experteninterviews zu führen, um die Herausforderungen in der Arbeit mir Angehörigen sowie die Vernetzungspotentiale, aber auch Barrieren im Hilfesystem zu erfassen.

Das Herzstück des partizipativen Forschungsdesigns ist die direkte Arbeit und der Austausch mit den Angehörigen. Community Based Participatory Research (CBPR) als Ansatz partizipativer Gesundheitsforschung richtet sich auf die gemeinsame Planung und Durchführung von Untersuchungsprozessen mit jenen Menschen, deren Bewältigungssituationen im untersucht werden sollen. Dieser aus Nordamerika stammende und in der dortigen Gesundheitsforschung auf eine lange Tradition zurückblickende Ansatz, konnte sich in den letzten Jahren auch zunehmend in Europa etablieren. Für das AnNet-Projekt bedeutet dies, dass in einer Reihe von Workshops unter Anleitung der beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen im Projekt (Christine Hofheinz und Marion Schnute) die Angehörigen als Mitforschende in einen Austausch miteinander treten und gemeinsam eine eigene Fragestellung erarbeiten.

Im Rahmen partizipativer Gesundheitsforschung – so zeigen bisherige Erkenntnisse - können Mitforschende dabei unterstützt werden, ihre Lebenslagen und Unterstützungsnetzwerke zu erforschen und über Reflexion ihrer Handlungsstrategien positiv zu verändern („empowerment“). Am Ende sollen die Ergebnisse der einzelnen Angehörigengruppen in einem gemeinsamen Arbeitsbuch zusammengefasst werden. Dieses wird publiziert werden und soll eine Grundlage für die Arbeit mit betroffenen Angehörigen bilden sowie Handlungsempfehlung aus Sicht von Angehörigen beinhalten.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Renate Soellner

Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Kooperationspartner

Al-Anon (Peine)

Jobcenter Peine

Therapieverbund Ludwigsmühle (Landau)

SOS-Mütterzentrum Salzgitter

Mitarbeiter*innen

Christine Hofheinz

Marion Schnute

Studentische HilfskraftLaura Bielefeld
FörderungBundesministerium für Gesundheit
Laufzeit2015 - 2017
Communities That Care (CTC)

Der Landespräventionsrat Niedersachsen hat im Rahmen eines Modellversuches (SPIN) die Instrumente und Methoden von "Communities That Care - CTC" aus dem US-amerikanischen und niederländischen Kontext für Deutschland einsetzbar gemacht. CTC ist ein umfassender Präventionsansatz, der in den USA an der Universität Seattle, School of Social Work, von den Professoren J. David Hawkins und Richard F. Catalano entwickelt wurde. Das Ziel von CTC ist die Etablierung einer Langzeitstrategie, welche die Rahmenbedingungen für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Kommunen und Gemeinden verbessern soll. Genutzt wird epidemiologisches Wissen über spezifische Risiko- und Schutzfaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder senken, dass Kinder und Jugendliche für sich selbst und ihre Umwelt problematische Verhaltensweisen entwickeln. Im Rahmen von CTC geht es um die Prävention von jugendlichem Gewalthandeln, Delinquenz, vorzeitigem Schulabbruch, Alkohol- und Drogenmissbrauch, früher Schwangerschaft und riskantem Sexualverhalten, sowie Depressionen und Ängsten. Anhand von detailliert erhobenen lokalen Profilen der Verteilung von Risiko- und Schutzfaktoren durch repräsentative Jugendlichenbefragungen sollen alle relevanten Akteure in einem Gebiet in die Lage versetzt werden, ihre Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen, zu koordinieren und bestehende Lücken zu schließen, um effektiv Risikofaktoren zu mindern und Schutzfaktoren zu stärken. CTC setzt bei der Auswahl von geeigneten Präventionsmaßnahmen auf den verstärkten Einsatz von evaluierten und in ihrer Wirksamkeit überprüften Programmen und Strategien.

Mit Unterstützung der Universität Hildesheim wird eine Verbreitung der Anwendung des CTC-Verfahrens auf lokaler Ebene innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, die wissenschaftliche Weiterentwicklung der CTC-Instrumente, sowie die Erweiterung der Wissensbasis über Problemverhaltensweisen von Jugendlichen und über Risiko- und Schutzfaktoren für dieses Verhalten realisiert. Dies beinhaltet auch die Weiterentwicklung der CTC-Materialien und Instrumente, z.B. des Jugendsurveys (Reliabilität und Validität der Messung, Anpassung an verschiedene Zielgruppen, Erhebungsverfahren, Auswertungsmöglichkeiten).

Die Projektberichte der vergangenen Erhebungen sind hier abrufbar:  2015, 20172021/2022.

ProjektleitungProf. Dr. Renate Soellner
KooperationspartnerLandespräventionsrat Niedersachsen (F. Groeger-Roth)

Mitarbeiter*innen

Ehemalige Mitarbeiter*innen

Dr. Helge Schlüter

Marie Kollek, M.Sc.

Dr. Maren Reder

Ronja Runge, M.Sc.

Studentische HilfskraftKarina Schnorr
FörderungLandespräventionsrat Niedersachsen, Niedersächsisches Justizministerium
Laufzeit2016 - 2022
Communities that Care - Grundschulbefragung (CTC-GS)

Im Rahmen des kommunalen Präventionssystems „Communities that Care (CTC)“ werden Kommunen in Niedersachsen angeleitet, ihre Präventionsmaßnahmen für Jugendliche zielgerichtet zu planen. Diese Präventionsmaßnahmen werden von den Kommunen auf der Grundlage von Schülerbefragungen zu Problemverhalten sowie zu Risiko- und Schutzfaktoren ausgewählt. Das Präventionssystem CTC wurde in den USA entwickelt und evaluiert.

Ziel des Projektes CTC-GS ist es, den CTC-Survey an Grundschulkinder in der dritten und vierten Klasse zu adaptieren. Die im Jugendsurvey enthaltenen Skalen zur Erfassung von Risiko- und Schutzfaktoren sowie erfassten Problemverhaltensweisen werden im Hinblick auf ihre Relevanz in dieser jüngeren Altersgruppe gesichtet und adaptiert. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf sozial-emotionalen Kompetenzen wie Selbstregulation und Selbstwahrnehmung.

Neben einer qualitativen und quantitativen Pilotierung wird ein Implementierungsmodell für Grundschulen erarbeitet.

 

ProjektleitungProf. Dr. Renate Soellner
KooperationspartnerLandespräventionsrat Niedersachsen (F. Groeger-Roth)
MitarbeiterinNadya-Daniela Schmidt, M.Sc.
FörderungAuridis-Stiftung
Laufzeit2022 - 2023
Communities That Care - Radikalisierungsprävention (CTC-RP)

Im Rahmen des kommunalen Präventionssystems „Communities that Care (CTC)“ werden Kommunen in Niedersachsen angeleitet, Präventionsmaßnahmen für Jugendliche zielgerichtet zu planen. Diese Präventionsmaßnahmen werden von den Kommunen auf der Grundlage von Schülerbefragungen zu Problemverhalten sowie zu Risiko- und Schutzfaktoren ausgewählt. Das Präventionssystem CTC wurde in den USA entwickelt und evaluiert.
Ziel des Projektes CTC-RP (Radikalisierungsprävention) ist es, Risiko- und Schutzfaktoren von Radikalisierung und Extremismus zu identifizieren. Hierfür soll ein Instrument zur Erfassung von Radikalisierung und Extremismus entwickelt und getestet werden.
Mittelfristig soll den teilnehmenden Kommunen eine Übersicht über das Risikoprofil hinsichtlich Radikalierungstendenzen unter den befragten SchülerInnen geliefert werden, um Präventionsprogramme früh und zielgerichtet einsetzen zu können. 

 

Projektleitung

Prof. Dr. Renate Soellner

Prof. Dr. Andreas Beelmann (Universität Jena)

Kooperationspartner

Prof. Dr. Andreas Beelmann (Universität Jena)

Landespräventionsrat Niedersachsen (F. Groeger-Roth, T. Müller)

MitarbeiterDr. Helge Schlüter
Studentische HilfskraftKarina Schnorr
FörderungLandespräventionsrat Niedersachsen
Laufzeit2020 - 2023
Effektivität des kommunalen Präventionssystems - Communities that Care (CTC-EFF)

Im Rahmen des kommunalen Präventionssystems „Communities that Care (CTC)“ werden Kommunen in Niedersachsen angeleitet, ihre Präventionsmaßnahmen für Jugendliche zielgerichtet zu planen. Diese Präventionsmaßnahmen werden von den Kommunen auf der Grundlage von Schülerbefragungen zu Problemverhalten sowie zu Risiko- und Schutzfaktoren ausgewählt. Das Präventionssystem CTC wurde in den USA entwickelt und evaluiert.

Ziel des Projektes CTC-EFF ist es im Rahmen einer kontrollierten, nicht-randomisierten Clusterstudie das Präventionssystem CTC in Deutschland zu evaluieren. In einer weitgehenden Replikation der Originalstudie soll überprüft werden, ob CTC die Etablierung evidenzbasierter Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung in den Kommunen und die Reduktion von Risikofaktoren und gesundheitsriskantem Verhalten bei Jugendlichen verbessert. Die Ergebnisse für Deutschland werden mit den Ergebnissen aus den USA und den Niederlanden verglichen.

An der Universität Hildesheim werden hierfür eine Panel- und eine Querschnittsbefragung durchgeführt. Die Erhebung im Querschnitt fand 2021/2022 statt. Im Panel wurde außerdem in den Jahren 2023/2024 und 2025/2026 erhoben.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Renate Soellner

Prof. Dr. Ulla Walter (Medizinische Hochschule Hannover)

Kooperationspartner

Medizinische Hochschule Hannover (Prof. Dr. U. Walter)

Landespräventionsrat Niedersachsen (F. Groeger-Roth)

Deutscher Präventionstag (S. Kruppik)

Mitarbeiter*innen

Dr. Maren Reder, MPH

Dr. Ronja A. Runge

Nadya-Daniela Schmidt, M.Sc.

FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung 
Laufzeit2020 - 2023, 2025-2026
Gesundheitskompetenz im Kontext der modernen Informationsgesellschaft (BMBF)

In der modernen Informationsgesellschaft werden Bürgerinnen und Bürger alltäglich mit einer Fülle an zum Teil widersprüchlichen Informationen zum Thema Gesundheit konfrontiert, die es adäquat zu nutzen gilt. Hierfür müssen sie über eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, die in der Literatur seit einigen Jahren unter dem Begriff der health literacy bzw. Gesundheitskompetenz subsumiert werden. Das vorliegende Promotionsvorhaben soll zum einen das Konstrukt der Gesundheitskompetenz im Kontext der modernen Informationsgesellschaft theoretisch betrachten. Den Ausgangspunkt hierfür stellt das Kompetenzstrukturmodell der Gesundheitskompetenz von Soellner, Lenartz, Huber und Rudinger (2010) dar. Zum anderen soll ein Messinstrument entwickelt werden, das eine standardisierte Erfassung der informationsbezogenen Facetten des Modells ermöglicht.

Das Forschungsvorhaben soll in drei Phasen ablaufen: In Phase 1 soll eine systematische theoretische Aufarbeitung derjenigen Strukturkomponenten des Modells von Soellner et al. erfolgen, die sich auf den Umgang mit Gesundheitsinformationen beziehen. Ergänzend dazu soll in Phase 2 der Aspekt des gesundheitsbezogenen Informationshandelns, das einen zentralen Teil dieser Strukturkomponenten darstellt, empirisch untersucht werden, wobei dem Medium Internet und der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen besondere Aufmerksamkeit zukommen soll. Im daran anschließenden Hauptteil des Projekts soll schließlich ein Messinstrument entwickelt werden, das es erlaubt, die informationsbezogenen Strukturkomponenten empirisch zu erfassen. Das Vorgehen bei der Konstruktion des Messinstrumentes soll sich an den four building blocks von Wilson (2005) orientieren. Ein auf der Basis eines theoretisch fundierten Strukturmodells der Gesundheitskompetenz entwickeltes Messinstrument zur standardisierten Erfassung des Konstrukts könnte sowohl zur Evaluation gesundheitsbezogener Interventionsmaßnahmen als auch zur Gestaltung von Gesundheitsbildung einen wichtigen Beitrag leisten. 

Projektleitung: 
Prof. Dr. Renate Soellner 

Projektmitarbeiter: 
Maren Reder, MPH
cand. Psych. Tugbar Agar

Zuwender: 
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 
2009-2013

Gesundheitskompetenz: Modellentwicklung und Validierung

Im Rahmen des Projektes soll ein umfassendes Modell des bislang theoretisch wenig verankerten Konzeptes der Gesundheitskompetenz entwickelt werden. Das Modell soll Aufschluss über die innere Struktur und Zusammensetzung der Gesundheitskompetenz geben sowie dessen Beziehungen zu verwandten Konstrukten kognitiver Art aufzeigen. Das so entwickelte Kompetenzstrukturmodell kann in einem weiteren Schritt als Grundlage für die Entwicklung von bereichs- und stufenspezifischen Gesundheitskompetenztests im schulischen Kontext verwendet werden.

Projektleitung 
Prof. Dr. Renate Soellner
Prof. Dr. Georg Rudinger

Projektmitarbeiter 
Dipl.-Psych. Stefan Huber
Dipl.-Psych. Norbert Lenartz

Zuwender 
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
DFG-Schwerpunktprogramm 1293 Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen
Website des Projekts Gesundheitskompetenz

Laufzeit 
2007-2009

PraevAlk-B - Primärprävention von Alkoholkonsum in Betrieben

In Deutschland sind knapp 1,8 Millionen Menschen alkoholabhängig. Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 74.000 Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums. Ökonomische Schätzungen gehen davon aus, dass die durch Alkoholkonsum verursachten Kosten in Deutschland – zum Beispiel für Therapie, Erwerbsunfähigkeit oder Frührente – 30 bis 40 Milliarden Euro jährlich betragen (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., 2015).

Ziel des Projektes ist es Effekte von primären Präventionsmaßnahmen in Betrieben bezogen auf Alkoholkonsum zu generalisieren. Hierzu wird die internationale Befundlage der letzten 20 Jahre systematisch untersucht und metaanalytisch zusammengefasst. Vor- und Nachteile sowie die Wirksamkeit der unterschiedlichen Präventionsprogramme sollen so genauer untersucht werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen spezifische Empfehlungen für die (Weiter-)Entwicklung von Maßnahmen am Arbeitsplatz zur Prävention von Alkoholkonsums in Deutschland abgeleitet werden. Mittelfristig kann die Übertragung auf andere Substanzen, Süchte und Erkrankungen erfolgen.

 

ProjektleitungProf. Dr. Renate Soellner
ProjektverantwortlichDr. Nils Benit
KooperationspartnerProf. Dr. Andreas Mojzisch
MitarbeiterinLena Fellbaum
Studentische HilfskraftLaura Bielefeld
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung 
Laufzeit2020 - 2021
Prävention von riskantem Substanzkonsum bei Studierenden (in Kooperation mit der delphi Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH)

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojektes „Prävention von riskantem Substanzkonsum bei Studierenden“ (PräviS) wird eine Online-Intervention in Form eines Internetportals konzipiert, bereitgestellt und evaluiert. Ziel ist es, Informations- und Beratungsangebote zu Substanzmissbrauch und studienbedingten Problemen für Studierende zielgruppenspezifisch aufzubereiten und zu bündeln. Dabei reicht das Themenspektrum vom riskanten Umgang mit Alkohol, Tabak, Cannabis, Partydrogen oder Medikamenten und der problematischen Nutzung von Online-Angeboten, Computer- und Glücksspielen bis hin zum Erleben von Schreibblockaden oder Prüfungsängsten im Studium. Bereits etablierte und evaluierte Inhalte und Programme der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden eingebunden, z.B. www.drugcom.de. Neu entwickelt wurde in diesem Zusammenhang das Trainingsprogramm Troubleshooter zur Bearbeitung studienbezogener Belastungserfahrungen. Auch hier werden Selbsttests, Informationsangebote sowie interaktive Beratungsangebote verknüpft. 

Zum Modellvorhaben gehört darüber hinaus die Erprobung unterschiedlicher Zugänge zur internetbasierten Intervention. So wird zum einen im Rahmen eines Gesundheitsmonitoring an der Universität Hildesheim auf das Präventionsportal hingewiesen. Zum anderen sollen Studierende mittels Werbemaßnahmen auf die Website aufmerksam gemacht werden. Spezifische Werbemaßnahmen werden hierfür an der Hochschule Magdeburg-Stendal erprobt.

Am Standort Hildesheim werden anhand des Gesundheitsmonitoring Selbstangaben der Studierenden zu ihrem Wohlbefinden, ihren gesundheitsrelevanten und suchtbedingten Verhaltensweisen sowie zu ihren studienbezogenen Belastungen und Ressourcen gesammelt. Hierbei soll das Gesundheitsmonitoring einen Teil des universitären Gesundheitsmanagements darstellen und durch eine alle zwei Jahre stattfindende Wiederholung nachhaltig implementiert werden.

Zentrales Element des Projektes stellt die umfassende Evaluation der einzelnen Komponenten mithilfe quantitativer und qualitativer Daten dar. So wird neben dem Erfolg der verschiedenen Zugangswege zum Internetportal auch die Online-Intervention selbst im Sinne einer Ergebnisevaluation beurteilt. Zudem wird eine Prozessevaluation der Zugangswege und der Implementierung der Website angestrebt.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Renate Soellner

Dr. Peter Tossmann (delphi)

Kooperationspartner

Dr. Peter Tossmann (delphi)

Prof. Dr. Mark Helle (HS Magdeburg-Stendal)

Ronny Türk (Minax Intermedia GmbH & Co. KG)

Mitarbeiter*innen

M.Sc. Päd. Psych. Astrid-Britta Bräker

B.Sc. Ethn. Bilke Schnibbe

FörderungBundesministerium für Gesundheit
Laufzeit2013 - 2015
Tele.TAnDem - Telefonische Therapie für Angehörige von Demenzkranken. Eine Kurzzeitintervention zur Ressourcenförderung bei häuslich betreuenden Angehörigen (Evaluation)

Das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Forschungsprojekt ist eingebettet in das „Leuchtturmprojekt Demenz“. Das Vorhaben dient der Erhebung eines innovativen Therapiekonzepts, um die Forschung über Demenz voranzubringen.

Ziel ist es daher, in einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie die Wirksamkeit einer telefonischen Kurzzeitintervention zur Prävention von Belastungsstörungen bei pflegenden Angehörigen von demenziell Erkrankten zu prüfen. Dazu werden weibliche und männliche pflegende Angehörige per Zufall drei Studiengruppen (Interventionsgruppe, behandelte und unbehandelte Kontrollgruppe) zugeordnet.

Zur Evaluation der Telefonintervention werden zu drei Messzeitpunkten mit allen drei Studiengruppen Befragungen zu Belastungsmaßen durchgeführt und miteinander verglichen. Es wird erwartet, dass sich die Problemlösekompetenz der pflegenden Angehörigen in der Interventionsgruppe durch die Teilnahme an der Telefonintervention erhöht und sich damit ihr Belastungserleben und das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen reduziert. Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, die Versorgungslandschaft weiter zu optimieren und die Situation der pflegenden Angehörigen und der an Demenz erkrankten Patienten zu verbessern.

Projektleitung
Prof. Dr. Renate Soellner

Projektmitarbeiter
Dipl. Psych. Mette Hallensleben
Dipl. Psych. Susanne Niedermayer

Kooperationspartner
Prof. Wilz, TU Berlin

Zuwender
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Laufzeit
2008-2010

Tele.TAnDem.Transfer - Telefonische Therapie für Angehörige von Demenzerkrankten. Praxistransfer einer telefonischen Therapie zur Unterstützung von betreuenden Angehörigen.

Pflegerische Unterstützung für ältere Menschen wird heute zu einem Großteil von Familienangehörigen erbracht. Diesen hohen Anteil von über 70% an häuslicher Pflege zu erhalten und zu stärken, ist ein erklärtes gesundheitspolitisches Ziel. Zahlreiche Untersuchungen haben in den letzten drei Jahrzehnten aufgezeigt, dass insbesondere pflegende Angehörige von Demenzkranken ein erhöhtes Risiko aufweisen, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu entwickeln. So wurden höhere Morbiditäts- und Mortalitätsraten sowie höhere Prävalenzraten von Angststörungen und depressiver Symptomatik berichtet. Im Rahmen des vorangegangenen Projektes Tele.TAnDem wurde eine telefonische psychotherapeutische Intervention für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten auf ihre Wirksamkeit geprüft. Über 100 Angehörige wurden drei Monate lang in regelmäßigen Gesprächen von qualifizierten Psychologinnen unterstützt und berichteten anschließend eine geringer empfundene Belastung durch die Pflege, eine geringere körperliche Erschöpfung, eine Verbesserung der Lebensqualität sowie der Stimmung und eine erhöhte Fähigkeit zur Problembewältigung.

 

In dem aktuellen vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt Tele.TAnDem.Transfer wird dieses qualifizierte psychologische Unterstützungsangebot, das aufgrund der Erkenntnisse aus dem Vorprojekt auf 6 Monate verlängert und inhaltlich weiterentwickelt wurde, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und der Alzheimer Gesellschaft München e.V. erstmals in bestehenden Versorgungsstrukturen getestet. Insgesamt wird erwartet, dass sich die positiven Interventionseffekte mit Verlängerung der Maßnahme noch vergrößern. Weiterhin werden erstmals die Effekte des telefonischen Unterstützungsangebots mit denen einer face-to-face Bedingung verglichen.

Ziel dieses Projektes ist es, die Versorgungssituation pflegender Angehöriger zu verbessern und dieses psychologische Unterstützungsangebot im Gesundheitssystem zu implementieren.

Methodische Vorgehensweise: 
Untersuchungsdesign: Randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie; summative und formative Evaluation.
Datengewinnung: Stichprobe (per Protokoll) N=120. Standardisierte Befragung.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Renate Soellner

Prof. Dr. Gabriele Wilz (Universität Jena)

Mitarbeiter*innen

Dr. Monika Ludwig (Universität Hildesheim)

M.Sc. Psych. Anna Machmer (Universität Hildesheim)

MPH Maren Reder (Universität Hildesheim)

cand. Psych. Sarah Gichie (Universität Hildesheim)

B.Sc. Leentje Wieder (Universität Hildesheim)

Dipl.-Psych. Kathi Albrecht (Universität Jena)

Dipl.-Psych. Tanja Kalytta (Universität Jena)

Dipl.-Psych. Franziska Meichsner (Universität Jena)

M.Sc. Denise Schinköthe (Universität Jena)

FörderungBundesministerium für Gesundheit
Laufzeit2012 - 2015