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Übersicht

 

Prävention von riskantem Substanzkonsum bei Studierenden (in Kooperation mit der delphi Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH)

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojektes „Prävention von riskantem Substanzkonsum bei Studierenden“ (PräviS) wird eine Online-Intervention in Form eines Internetportals konzipiert, bereitgestellt und evaluiert. Ziel ist es, Informations- und Beratungsangebote zu Substanzmissbrauch und studienbedingten Problemen für Studierende zielgruppenspezifisch aufzubereiten und zu bündeln. Dabei reicht das Themenspektrum vom riskanten Umgang mit Alkohol, Tabak, Cannabis, Partydrogen oder Medikamenten und der problematischen Nutzung von Online-Angeboten, Computer- und Glücksspielen bis hin zum Erleben von Schreibblockaden oder Prüfungsängsten im Studium. Bereits etablierte und evaluierte Inhalte und Programme der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden eingebunden, z.B. www.drugcom.de. Neu entwickelt wurde in diesem Zusammenhang das Trainingsprogramm Troubleshooter zur Bearbeitung studienbezogener Belastungserfahrungen. Auch hier werden Selbsttests, Informationsangebote sowie interaktive Beratungsangebote verknüpft.  

Zum Modellvorhaben gehört darüber hinaus die Erprobung unterschiedlicher Zugänge zur internetbasierten Intervention. So wird zum einen im Rahmen eines Gesundheitsmonitoring an der Universität Hildesheim auf das Präventionsportal hingewiesen. Zum anderen sollen Studierende mittels Werbemaßnahmen auf die Website aufmerksam gemacht werden. Spezifische Werbemaßnahmen werden hierfür an der Hochschule Magdeburg-Stendal erprobt.

Am Standort Hildesheim werden anhand des Gesundheitsmonitoring Selbstangaben der Studierenden zu ihrem Wohlbefinden, ihren gesundheitsrelevanten und suchtbedingten Verhaltensweisen sowie zu ihren studienbezogenen Belastungen und Ressourcen gesammelt. Hierbei soll das Gesundheitsmonitoring einen Teil des universitären Gesundheitsmanagements darstellen und durch eine alle zwei Jahre stattfindende Wiederholung nachhaltig implementiert werden.

Zentrales Element des Projektes stellt die umfassende Evaluation der einzelnen Komponenten mithilfe quantitativer und qualitativer Daten dar. So wird neben dem Erfolg der verschiedenen Zugangswege zum Internetportal auch die Online-Intervention selbst im Sinne einer Ergebnisevaluation beurteilt. Zudem wird eine Prozessevaluation der Zugangswege und der Implementierung der Website angestrebt.

 

Projektleitung: Prof. Dr. Renate Soellner (Universität Hildesheim)
                                    Dr. Peter Tossmann (delphi)

Kooperationspartner:  Dr. Peter Tossmann (delphi)
                                    Prof. Dr. Mark Helle (HS Magdeburg-Stendal)
                                    Ronny Türk (Minax Intermedia GmbH & Co. KG)

Projektmitarbeiter:      M.Sc. Päd. Psych. Astrid-Britta Bräker
                                    B.Sc. Ethn. Bilke Schnibbe

Förderung:
BMG

Laufzeit: 2013-2015

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Tele.TAnDem.Transfer - Telefonische Therapie für Angehörige von Demenzerkrankten. Praxistransfer einer telefonischen Therapie zur Unterstützung von betreuenden Angehörigen.

 

Pflegerische Unterstützung für ältere Menschen wird heute zu einem Großteil von Familienangehörigen erbracht. Diesen hohen Anteil von über 70% an häuslicher Pflege zu erhalten und zu stärken, ist ein erklärtes gesundheitspolitisches Ziel. Zahlreiche Untersuchungen haben in den letzten drei Jahrzehnten aufgezeigt, dass insbesondere pflegende Angehörige von Demenzkranken ein erhöhtes Risiko aufweisen, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu entwickeln. So wurden höhere Morbiditäts- und Mortalitätsraten sowie höhere Prävalenzraten von Angststörungen und depressiver Symptomatik berichtet. Im Rahmen des vorangegangenen Projektes Tele.TAnDem wurde eine telefonische psychotherapeutische Intervention für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten auf ihre Wirksamkeit geprüft. Über 100 Angehörige wurden drei Monate lang in regelmäßigen Gesprächen von qualifizierten Psychologinnen unterstützt und berichteten anschließend eine geringer empfundene Belastung durch die Pflege, eine geringere körperliche Erschöpfung, eine Verbesserung der Lebensqualität sowie der Stimmung und eine erhöhte Fähigkeit zur Problembewältigung.

 

In dem aktuellen vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt Tele.TAnDem.Transfer wird dieses qualifizierte psychologische Unterstützungsangebot, das aufgrund der Erkenntnisse aus dem Vorprojekt auf 6 Monate verlängert und inhaltlich weiterentwickelt wurde, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und der Alzheimer Gesellschaft München e.V. erstmals in bestehenden Versorgungsstrukturen getestet. Insgesamt wird erwartet, dass sich die positiven Interventionseffekte mit Verlängerung der Maßnahme noch vergrößern. Weiterhin werden erstmals die Effekte des telefonischen Unterstützungsangebots mit denen einer face-to-face Bedingung verglichen.

Ziel dieses Projektes ist es, die Versorgungssituation pflegender Angehöriger zu verbessern und dieses psychologische Unterstützungsangebot im Gesundheitssystem zu implementieren.

 

 

Methodische Vorgehensweise:

Untersuchungsdesign: Randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie; summative und formative Evaluation.

Datengewinnung: Stichprobe (per Protokoll) N=120. Standardisierte Befragung.

Projektleitung: Prof. Dr. Renate Soellner (Universität Hildesheim)
Prof. Dr. Gabriele Wilz (Universität Jena)

Projektmitarbeiter: Dr. Monika Ludwig (Universität Hildesheim)
M.Sc. Psych. Anna Machmer (Universität Hildesheim)
                                        MPH Maren Reder (Universität Hildesheim)
                                        cand. Psych. Sarah Gichie (Universität Hildesheim)
                                        B.Sc. Leentje Wieder (Universität Hildesheim)

Dipl.-Psych. Kathi Albrecht (Universität Jena)
Dipl.-Psych. Tanja Kalytta (Universität Jena)
Dipl.-Psych. Franziska Meichsner (Universität Jena)
M.Sc. Denise Schinköthe (Universität Jena)

Förderung: Bundesministerium für Gesundheit

Laufzeit: 2012-2015


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Communities That Care (CTC)

Der Landespräventionsrat Niedersachsen hat im Rahmen eines Modellversuches (SPIN) die Instrumente und Methoden von "Communities That Care - CTC" aus dem US-amerikanischen und niederländischen Kontext für Deutschland einsetzbar gemacht. CTC ist ein umfassender Präventionsansatz, der in den USA an der Universität Seattle, School of Social Work, von den Professoren J. David Hawkins und Richard F. Catalano entwickelt wurde. Das Ziel von CTC ist die Etablierung einer Langzeitstrategie, welche die Rahmenbedingungen für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Kommunen und Gemeinden verbessern soll. Genutzt wird epidemiologisches Wissen über spezifische Risiko- und Schutzfaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder senken, dass Kinder und Jugendliche für sich selbst und ihre Umwelt problematische Verhaltensweisen entwickeln. Im Rahmen von CTC geht es um die Prävention von jugendlichem Gewalthandeln, Delinquenz, vorzeitigem Schulabbruch, Alkohol- und Drogenmissbrauch, früher Schwangerschaft und riskantem Sexualverhalten, sowie Depressionen und Ängsten. Anhand von detailliert erhobenen lokalen Profilen der Verteilung von Risiko- und Schutzfaktoren durch repräsentative Jugendlichenbefragungen sollen alle relevanten Akteure in einem Gebiet in die Lage versetzt werden, ihre Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen, zu koordinieren und bestehende Lücken zu schließen, um effektiv Risikofaktoren zu mindern und Schutzfaktoren zu stärken. CTC setzt bei der Auswahl von geeigneten Präventionsmaßnahmen auf den verstärkten Einsatz von evaluierten und in ihrer Wirksamkeit überprüften Programmen und Strategien.

Mit Unterstützung der Universität Hildesheim wird eine Verbreitung der Anwendung des CTC-Verfahrens auf lokaler Ebene innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, die wissenschaftliche Weiterentwicklung der CTC-Instrumente, sowie die Erweiterung der Wissensbasis über Problemverhaltensweisen von Jugendlichen und über Risiko- und Schutzfaktoren für dieses Verhalten realisiert. Dies beinhaltet auch die Weiterentwicklung der CTC-Materialien und Instrumente, z.B. des Jugendsurveys (Reliabilität und Validität der Messung, Anpassung an verschiedene Zielgruppen, Erhebungsverfahren, Auswertungsmöglichkeiten).

Projektleitung:
Prof. Dr. Renate Soellner

Projektmitarbeiter:
Dr. Nils Benit
M.Sc. Psych. Johanna Frisch
M.P.H. Maren Reder
B.Sc. Psych. Christoph Kiefer

Förderung:
Landespräventionsrat Niedersachsen / Niedersächsisches Justizministerium

Laufzeit:
2012 - 2016

 

 

 

AnNet –Angehörigennetzwerk: Belastungen und Unterstützungsnetzwerke von Angehörigen von Menschen mit problematischem Konsum von Alkohol oder illegalen Drogen

Im Rahmen des AnNet-Projekts werden Belastungs- und Unterstützungssituationen verschiedener Angehörigengruppen von Menschen mit problematischem Konsum (Missbrauch oder Abhängigkeit) von Alkohol und/oder illegalen Drogen untersucht. Zu diesem Zweck werden zum einen die Belastungsprofile der Angehörigen mithilfe von Fragebögen (u.a. Allgemeine Depressionsskala, Brief Symptom Checklist, Kurzversion der Lebensqualität-Skala der WHO) erhoben, zum anderen werden mit einigen Angehörigen qualitative Interviews geführt und Netzwerkkarten erstellt. Dabei soll eine möglichst große Vielfalt von Angehörigen in unterschiedlichen Lebenslagen erfasst werden. Um die Lebenssituation von Angehörigen Suchtkranker in verschiedenen Lebenslagen abbilden zu können, sind bundesweit verschiedenen Kooperationspartnern (u.a. eine Selbsthilfeeinrichtungen, ein Klinikverbund, eine Familienberatungsstelle, ein Jobcenter) eingebunden. Weiterhin ist geplant mit den jeweiligen Kooperationspartnern Experteninterviews zu führen, um die Herausforderungen in der Arbeit mir Angehörigen sowie die Vernetzungspotentiale, aber auch Barrieren im Hilfesystem zu erfassen.

Das Herzstück des partizipativen Forschungsdesigns ist die direkte Arbeit und der Austausch mit den Angehörigen. Community Based Participatory Research (CBPR) als Ansatz partizipativer Gesundheitsforschung richtet sich auf die gemeinsame Planung und Durchführung von Untersuchungsprozessen mit jenen Menschen, deren Bewältigungssituationen im untersucht werden sollen. Dieser aus Nordamerika stammende und in der dortigen Gesundheitsforschung auf eine lange Tradition zurückblickende Ansatz, konnte sich in den letzten Jahren auch zunehmend in Europa etablieren. Für das AnNet-Projekt bedeutet dies, dass in einer Reihe von Workshops unter Anleitung der beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen im Projekt (Christine Hofheinz und Marion Schnute) die Angehörigen als Mitforschende in einen Austausch miteinander treten und gemeinsam eine eigene Fragestellung erarbeiten.

Im Rahmen partizipativer Gesundheitsforschung – so zeigen bisherige Erkenntnisse - können Mitforschende dabei unterstützt werden, ihre Lebenslagen und Unterstützungsnetzwerke zu erforschen und über Reflexion ihrer Handlungsstrategien positiv zu verändern („empowerment“). Am Ende sollen die Ergebnisse der einzelnen Angehörigengruppen in einem gemeinsamen Arbeitsbuch zusammengefasst werden. Dieses wird publiziert werden und soll eine Grundlage für die Arbeit mit betroffenen Angehörigen bilden sowie Handlungsempfehlung aus Sicht von Angehörigen beinhalten.

Weitere Informationen zu AnNet finden sich auch auf der Projekt-Homepage.

 

Projektleitung:         Prof. Dr. Renate Soellner (Universität Hildesheim)

                                    Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Universität Hildesheim)

 

Projektmitarbeiter:  M.Sc. Psych. Christine Hofheinz (Universität Hildesheim)

                                     Marion Schnute (Universität Hildesheim)

 

Kooperationspartner:  Al-Anon (Peine)

                                        Jobcenter Peine

                                        Therapieverbund Ludwigsmühle (Landau)

                                        SOS-Mütterzentrum Salzgitter

                                                                                             

Förderung:                Bundesministerium für Gesundheit

 

Laufzeit:                    2015-2017

 
 
Letzte Änderung: 12.01.2016