Erweiterungen jenseits von Sieg und Niederlage

Was bedeutet Leistung im Sport? Carina Eichele zeigt auf Basis qualitativer Interviews, wie vielfältig Leistung erlebt und gestaltet wird: als Steigerung, Ausdruck, Gemeinschaft, Stil, ästhetische Erfahrung oder Gesundheitsmanagement. Mit Blick auf den Trendsport eröffnet sie dabei nach der Grounded-Theory-Methodologie neue Perspektiven. Leistung bedeutet in diesem Kontext nicht nur Gewinnen, Rekorde und Medaillen, sondern auch Entwicklung, Selbstüberwindung und kreative Gestaltungsmöglichkeiten jenseits des Messbaren. So entsteht ein facettenreiches Bild, das neue Impulse und wertvolle Reflexionsansätze für die Sportpädagogik, das Training und das eigene sportliche Handeln bietet. 

Wissenschaftliche Disziplinen sind komplexe Strukturen mit spezifischen kognitiven und sozialen Eigenschaften. Was sie prägt, ist ein fortwährendes Wechselspiel von abstrakten Ideen, institutionellen Rahmenbedingungen und den Menschen, die diese miteinander verbinden. Diese Textsammlung zur Sportpädagogik ist dem verstorbenen Eckhard Meinberg gewidmet, der den Übergang von den Theorien der Leibeserziehung zur modernen Sportwissenschaft in Deutschland entscheidend mitgestaltet hat und zur Gründungsgeneration der wissenschaftlichen Sportpädagogik in Deutschland zählt, deren Entwicklung er zeit seines Lebens aufmerksam begleitet hat. 

Erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven

Der Band führt erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge zusammen, die sich auf der Basis von Videomaterial mit der Praxis inklusiven Unterrichts befassen. Ziel ist es, Potentiale videographischer Erforschung von inklusivem Unterricht auszuloten und einen Überblick über aktuelle Themen, Fragestellungen sowie forschungsmethod(olog)ische Zugänge zu geben.
 

Beiträge zu einer reflexiven Methodologie

Der Band setzt sich differenziert mit Ansätzen, Methoden und Phänomenen qualitativen Forschens in der Sportpädagogik auseinander. Aktuelle Forschungen werden kritisch diskutiert, Erfahrungen reflektiert und eine reflexive Methodologie qualitativen Forschens in der Sportpädagogik entwickelt.

Eine quantitativ-qualitative Studie zur Resilienz

Wie gelingt es Kindern und Jugendlichen im Nachwuchsleistungssport, den vielfältigen Belastungen standzuhalten und dabei sogar noch Spitzenleistungen abzurufen? Weder die Schulkarriere, daily hassles, familiäre Probleme, parallel ablaufende Entwicklungsaufgaben noch sportliche Rückschläge wie Niederlagen oder Verletzungen halten die meisten Nachwuchsathlet*innen langfristig vom Fortführen ihrer leistungssportlichen Bestrebungen ab. Wie also gelingt es Ihnen, diese Gegebenheiten scheinbar mühelos zu meistern?

Der Waschbrettbauch glänzt, die Beine sind straff und gebräunt, das Lächeln ist weiß. In sozialen Medien erfreuen sich Bilder und Videos derartigen Inhalts zunehmender Beliebtheit. Nicht erst seit der Covid-19 Pandemie und dem kometenhaften Aufstieg der Pamela Reif, sind Fitness-Gurus vielbeachtete und einflussreiche Stars. Vor allem auf Instagram wird millionenfach ein Lifestyle propagiert, der voll und ganz auf Fitness ausgerichtet ist. Sucht man indes nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diesem gesellschaftlich hoch aktuellen und relevanten Forschungsfeld, wird man kaum fündig. Insbesondere die Protagonisten des Phänomens, die Fitness-Gurus selbst, scheinen einen blinden Fleck in der sportwissenschaftlichen Forschung abzubilden.

Praxis ist durch Routinisiertheit bei gleichzeitiger Vollzugsoffenheit gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund bestimmt Gianna Wilm Geschlecht als kontingente Praxis und nimmt Geschlechteraktualisierungen im Sportunterricht in den Blick. Mithilfe videobasierter Praxeographie zeigt sie auf, wie geschlechtskonstruierende Praktiken in der Unterrichtspraxis routinisiert mitvollzogen, situativ (re)produziert und in einem Wechselspiel von doing und undoing gender durch die Teilnehmer*innen aktiv verhandelt werden. Über die Verknüpfung von Theorie, Methodologie und Empirie leistet sie einen Beitrag zur differenzierten Beschreibung der Bedeutung der Kategorie Geschlecht im Unterricht.

34. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 03. Juni -04. Juni 2021

Die vom Institut für Sportwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim ausgerichtete 34. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik lädt ein, sich mit dem Thema Figurationen sportpädagogischer Forschung und Lehre zu beschäftigen. Der Band umfasst die Abstracts der Vorträge und Poster.

In der Schul- und Unterrichtsforschung haben sich mittlerweile eine ganze Reihe Themen gefunden, die mit videografischen Beobachtungsmethoden untersucht werden. Daraus folgen interessante Befunde, aber auch neue Fragen: Welche Chancen gehen mit audiovisuellen Daten für die Schul- und Unterrichtsforschung einher? Welche methodischen und theoretischen Tendenzen zeichnen sich hier ab? Sind dabei bestimmte Unterrichtsformen oder Fächer der Videoanalyse zugänglicher als andere? Der Band gibt einen Überblick zu den derzeit einschlägigen Forschungen.

Aktuelle Zugänge, Herausforderungen und Potenziale

Das Sonderheft „Videografie in der Lehrer*innenbildung. Aktuelle Zugänge, Herausforderungen und Potenziale“ der Schriftenreihe „Hildesheimer Beiträge zur Schul- und Unterrichtsforschung“ geht aus der 4. Hildesheimer CeLeB-Tagung zur Bildungsforschung hervor und nimmt insbesondere konzeptionelle und method(olog)ische Fragestellungen in den Blick, die sich aus der Arbeit mit audio-visuellen Daten in der Lehrer*innenbildung ergeben. 

Eine lebensweltliche Exploration von Internatsahtletinnen- und athleten

Wie gestaltet sich so ein junges Leben im Nachwuchsleistungssport in Deutschland, unabhängig von späteren Erfolgsaussichten — zumal als Jugendlicher mit Migrationshintergrund oder körperlicher Behinderung? Um Antworten auf diese Fragen zu erarbeiten wurde für das vorliegende Werk die Lebenswelt jugendlicher Internatsathlet*innen aus soziologischer sowie sportpädagogischer und -psychologischer Perspektive betrachtet und bietet somit einen besonders tiefen Einblick in die Lebensgeschichten einzelner.

Wie wird soziale Ordnung im Sportunterricht hergestellt und aufrechterhalten? Mithilfe des analytischen Rahmens einer Praxeographie rekonstruiert Dennis Wolff das Zusammenspiel der beteiligten Akteure entlang eines Spielplans sportunterrichtlicher Ordnung und bietet so vielfältige Einblicke in die Möglichkeiten, soziale Mikroordnungen situativ zu (re-)produzieren - z.B. mithilfe von Körperpositionen, Raumbewegungen, Gesten, Blicken, durch die Verteilung von Rederechten oder den Einbezug von Dingen. Die Analyse leistet einen Beitrag zur präziseren Beschreibung der Kultur des Sportunterrichts.

Was treibt Senioren zum regelmäßigen intensiven Training? Wie kommen sie zum Sport und was erwarten sie sich von den physischen Anstrengungen? Geht es ihnen um den Sport an sich oder auch um Gesundheit sowie soziale Anerkennung?
Diese und andere Fragen werden in dem vorliegenden Buch erstmals systematisch betrachtet. Grundlage für die Pionierstudie bilden die Senioren-Europameisterschaften der Leichtathletik 2012.

Das Buch gibt einen State-of-the-art Überblick über Forschungen zur visuellen Wahrnehmung in Feldern wie Sportwissenschaft, Psychologie oder Neurowissenschaft. 49 Autoren besprechen aktuelle theoretische Entwicklungen, Forschungsarbeiten und praktische Anwendungen zur Rolle der visuellen Wahrnehmung beim Menschen in 15 Kapiteln. Das Buch ist über die Homepage des Verlags als Hardcover und ebook-Version zu erhalten.

Der Begriff »Dimension« ist traditionell eng mit dem Bewegungslernen im Turnen verknüpft. Die Erschließung der dritten Dimension des Raumes gilt als charakteristisch für turnerisches Sich-Bewegen. Im Bereich des institutionell verankerten Turnens, aber auch im Bereich des informellen Turnens, ergeben sich hieraus spezifische Anforderungen an die Gestaltung von Lernprozessen.

S. Körner & P. Frei (2014) Die Möglichkeit des Sports

Kontingenz im Brennpunkt sportwissenschaftlicher Analyse

Die Sportwissenschaft hat mehrfach guten Grund, den Blick für die ebenso zahlreichen wie spezifischen Kontingenzen ihres Gegenstandsbereichs, ihrer Theorien und Methoden, des durch sie erzeugten Wissens sowie schließlich ihrer Anwendungsfelder und begleitenden Professionen zu schärfen. Dieser Band versammelt hierzu soziologische, philosophische, pädagogische, historische sowie kulturtheoretische Perspektiven.

Die Hildesheimer Tagung 2009 bot unter dem Thema „Ungewissheit – Sportpädagogische Felder im Wandel“ die Gelegenheit für eine angemessene Reflexion auf einen zentralen unsichtbaren Begleiter dieser Fortschrittsdynamik. Die hier versammelten Beiträge zeigen: Ungewissheit ist für die Sportpädagogik keineswegs von rein theoretischer Relevanz, sondern gerade auch in praktischer und empirischer Hinsicht konstitutiv.

Mit diesem Schwerpunktheft soll nun der Versuch unternommen werden, vielfältige Blicke, unterschiedliche Zugänge und eigene, auch durchaus eigenwillige Akzentsetzungen auf den Themenkomplex Sport-Medien-Kultur zuzulassen. Auf dem Prüfstein stehen somit gerade auch nicht originär sportwissenschaftliche Perspektivierungen.

Peter Frei u. a. (2004) Sportpädagogisches Wissen

Spezifik - Transfer - Transformationen

Die in diesem Band nachzulesenden Beiträge der Tagung geben die notwendige Gelegenheit zu weiterführenden Anstrengungen, die Modi der Verwendung und Verwandlung disziplinären sportpädagogischen Wissens in professionellen Handlungsfeldern analytisch und kritisch nachzuzeichnen.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat bereits 1992 eine Studie initiiert, die sich mit den physischen und medizinischen Belastungen des weiblichen Kunstturnens differenziert auseinander setzt. Diese interdisziplinaer angelegte Untersuchung hat bereits in einem Ende 1994 veröffentlichen Zwischenbericht Hinweise zu einer partiellen Relativierung der existierenden Szenerie hinsichtlich gesundheitlicher Extrem- oder Dauerschädigungen durch das Kunstturnen gegeben.

Dem Thema 'Kommunikation' haftet nach wie vor eine ganze Reihe idealisierender, beinahe schon verklärter Konnotationen an, gerade im Hinblick darauf, was denn nun mit einer Art 'kommunikativer Kompetenz' im konkreten Unterrichtshandeln gewonnen sei. Die vorliegende Studie zum kommunikativen Handeln im Sportunterricht greift derartige Verklärungen auf, deutet aber zugleich die Möglichkeiten für gelingende Praxis an.

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