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Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik

Zum 01.01.2019 wurde am Institut für Sozialwissenschaften und dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim eine Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik eingerichtet. Sie basiert auf der Wahrnehmung, dass einerseits das Thema Migration aktuell in der Öffentlichkeit stark diskutiert wird und dass dabei andererseits wissenschaftliche Erkenntnisse nicht immer Eingang in politische Prozesse und gesellschaftliche Debatten finden. Daher ist das Ziel der Transferstelle, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Bereich der Migrationspolitik zu verbessern.

Hierfür werden lokale, regionale und nationale Kooperationen mit Vertreter*innen aus Politik und Praxis aufgebaut, gemeinsame Veranstaltungen und Projekte entwickelt und der wechselseitige Austausch durch regelmäßige Kommunikation verstärkt. Die verschiedenen Formate zielen darauf ab, einerseits wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie für Praktiker*innen eine effektive Hilfestellung bieten können. Andererseits sollen sie dazu dienen, Impulse aus der Praxis aufzugreifen und in die Wissenschaft einzuspeisen, um praxisrelevante Forschung im Bereich der Migrationspolitik voranzutreiben.

Start des Projekts "Hand in Hand? Chancen und Risiken des Datenmanagements in der lokalen Integrationsarbeit"

Im November 2020 startete das neue Projekt "Hand in Hand? Chancen und Risiken des Datenmanagements in der lokalen Integrationsarbeit", das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert und in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung umgesetzt wird.

Das Projekt wird bis Januar 2022 einen Überblick über Zielsetzungen und bestehende Ansätze des Datenmanagements in der lokalen Integrationsarbeit erarbeiten und diese auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie ethischer und datenschutzrechtlicher Aspekte weiterentwickeln. Ziel ist es, durch Handlungsempfehlungen bedarfsgerechte Lösungen vor Ort zu unterstützen, um Integrationsverläufe besser als bisher begleiten zu können.

Ansprechpartnerin für das Projekt ist Dr. Christiane Heimann.

Online-Vortragsreihe zum Transfer in der Fluchtforschung wird verlängert

Chancen, Herausforderungen und Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Wissensformen in Wissenschaft und Praxis

Die Themenreihe des Arbeitskreises Transfer im Netzwerk Fluchtforschung in Kooperation mit dem Verbund der sozialkulturellen Migrantenvereine in Dortmund (VMDO) zum Transfer in der Fluchtforschung wird verlängert. Ab Oktober starten wir mit weiteren Vorträgen in die Fortsetzung der Reihe. Die Online-Seminare finden jeweils am 2. Dienstag im Monat von 14.00-15.00 Uhr statt. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Kirsten Hoesch (VMDO): k.hoesch@vmdo.de.

Der letzte Vortrag der Reihe (12.01.2021, 14-15 Uhr) befasst sich mit dem Thema: Wie kann ein sinnvoller Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis gelingen? Einblicke in die lokale Krisenmanagementsforschung zur sogenannten "Flüchtlingskrise 2015/16". Vortragen wird Lisa Mende (ETH Zürich).

Zum Inhalt:

Das Projekt HybOrg (Entstehung und gesellschaftliche Wirkung hybrider Organisationen im lokalen Krisenmanagement) untersucht seit 2018 das lokale Verwaltungshandeln in der sogenannten "Flüchtlingskrise" der Jahre 2015/16 in Deutschland. Insbesondere wurde in quantitativen und qualitativen Analysen analysiert, wie flexibel und partizipativ die Verwaltung auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städten agiert hat. Ein wichtiger Aspekt von HybOrg war und ist die Einbindung von Praktiker*innen im gesamten Projektverlauf, um das Wissen und die Bedürfnisse aus der Praxis in den wissenschaftlichen Prozess einfließen zu lassen (Stichwort: "reality check"). In diesem Beitrag möchten wir auf Basis der diesbezüglichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem HybOrg Projekt diskutieren, wie im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts ein sinnvoller Dialog zwischen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen (gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie) gestaltet werden kann.

Moderation: Prof. Dr. Monika Gonser, Duale Hochschule Baden-Württemberg; Dr. Kirsten Hoesch, VMDO; Dr. Danielle Gluns, Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik, Universität Hildesheim

Die Veranstaltung wird im Rahmen des VMDO-Projekts „INSIST – Interkulturelle städtische Initiativen stärken“ aus Mitteln des EU-Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) kofinanziert.

Vergangene Termine:

12.5.2020: Sascha Krannich und Candan Menderes: Wissenstransfer zu Migration und Integration zwischen Wissenschaft und Praxis am Beispiel der AWO

09.06.2020: Boris Kühn: Fachwissen zu Flucht und Integration: Wo verläuft die eigentliche Trennlinie?

14.07.2020 (14-15 Uhr): Patricia Schütte et al.: Wissensmanagement und -transfer durch Akteurskooperationen – empirische Befunde aus der Flüchtlingslage 2015/2016

11.08.2020: Renate Breithecker und Maik Stöckinger: Fluchtforschung in der Praxis. Stolpersteine, Dilemmata und Herausforderungen am Beispiel einer empirischen Studie zur Beziehungsgestaltung von bürgerschaftlich Engagierten und Geflüchteten

08.09.2020: Memet Kart: Soziale Kompetenzen für Auszubildende und Mediationstraining für Ausbilder*innen

13.10.2020: Ariana Kellmer, Daniel Huber und Eva Günzel „Verbundprojekt: Migrantenorganisationen und die Ko-Produktion sozialer Sicherung (MIKOSS) – Eine Mehr-Ebenen-Analyse migrantischer Praktiken in wohlfahrtstaatlichen Arrangements“

10.11.2020: Ildikó Pallmann und Madeha Alsaleh. "Women´s Science: Situationen, Bedarfe und Visionen geflüchteter Frauen".

08.12.2020: Dr. Sarah Jahn "Zum Potential von Handreichungen als Instrument für den Wissenschafts-Praxis-Transfer. Das Beispiel „Religion unterbringen: Regulierung kultureller und religiöser Vielfalt in Flüchtlingsheimen"

Neuer Sammelband: Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung

In Kürze erscheint der Sammelband Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung. Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln im Waxmann-Verlag.

Das Buch wird gemeinsam von Monika Gonser, Karin Zimmer, Nicola Mühlhäußer und Danielle Gluns herausgegeben und ist sowohl online (Open Access) als auch gedruckt erhältlich. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wird aktuell häufig thematisiert: Wie lässt sich Transfer konzeptualisieren und systematisieren? Wie kann ein solcher Transfer konkret aussehen? Was sind Beispiele für Transfer in der Fluchtforschung und was wird aus Beispielfällen sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis ersichtlich?
In diesem Buch wird Transfer zunächst im Sinne einer Wissensmobilisierung konzeptualisiert: als Kommunikation, Beratung oder kooperatives Handeln und Forschen. Daran anschließend greift der Band die Fluchtforschung als Themenbereich heraus und die Autorinnen und Autoren diskutieren Transfer etwa aus Sicht der verschiedenen Bildungsbereiche, der Sozialen Arbeit und der öffentlichen Verwaltung. Fallbeispiele und Erläuterungen bieten einen Einstieg in das Thema und machen Transfer auch außerhalb der eigenen Fachperspektive verständlich. Interviews mit Akteur*innen aus der praktischen Arbeit ergänzen die Beiträge.
Der Sammelband richtet sich an alle, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Themenkreisen Transfer und dem Ankommen und der Teilhabe von Geflüchteten beschäftigen – an Entscheidungstragende in den Kommunen und Ländern, Forschende und Forschungsfördernde, Geflüchtete, Ehrenamtliche und Akteur*innen aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.

Start der zweiten Phase des Programms "Land.Zuhause.Zukunft"

Nach Abschluss der Pilotphase im Sommer diesen Jahres wird das Programm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ fortgesetzt. Ab sofort führt die Robert Bosch Stiftung das Programm in Kooperation mit der Universität Hildesheim durch.

Mit dem Programm werden Landkreise dabei unterstützt, innovative und nach vorne gerichtete Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen zu entwickeln. Im Rahmen der zweiten Programmphase, die von Januar 2020 bis Juni 2022 läuft, ist das Programmbüro von Land.Zuhause.Zukunft bei der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik der Universität Hildesheim angesiedelt. Das neue Programmbüro übernimmt die Gesamtkoordination von Land.Zuhause.Zukunft, konzipiert Vernetzungs- und Austauschformate und bereitet die Ergebnisse des Programms für Politik und die breitere Öffentlichkeit auf.

Sie erreichen die Mitarbeiterinnen des Programmbüros unter folgenden Adressen:

Julia Lisa Gramsch: gramsch [at] land-zuhause-zukunft.de

Johanna Caroline Günther: guenther [at] land-zuhause-zukunft.de

 

Online-Diskussion im Rahmen der "Digitalen lokalen samo.faPlus Dialogkonferenz"

Im Rahmen der diesjährigen digitalen samo.faPlus-Dialogkonferenz unter dem Motto „Hier Leben - Zur Lage der Menschen mit Fluchtgeschichte heute“ führte die Brücke der Kulturen Hildesheim mit samo.faPlus eine Online-Diskussion durch.

Hierin diskutierte Dr. Danielle Gluns mit Malte Spitzer (Sozialdezernent Stadt Hildesheim), Peyman Ramadan (Beirat für Migration der Stadt Hildesheim), Dr. Gülsan Yalçin (Niedersächsischer Integrationsrat) und Dr. Elizabeth Beloe (Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V.) über den Umgang mit Rassismus, die Rolle der Migrant*innenorganisationen in der Migrationsarbeit sowie Perspektiven und Perspektivlosigkeit von Geflüchteten in Deutschland. Moderiert wurde die Diskussion von Jan-Philipp Kania (samo.faPlus).

Die gesamte digitale Konferenz kann unter diesem Link abgerufen werden (Beginn der Online-Diskussion bei 01:14).

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich an:

Dr. Danielle Gluns

Leiterin der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik

E-Mail: danielle.gluns [at] uni-hildesheim.de

Telefon: +49-5121-883-10776

Neueste Publikationen

Danielle Gluns (2020): Europäische Flüchtlings- und Integrationspolitik und Geflüchtete in Sizilien. In: Toens, K. und Pioch, R. (Hg.): Innovation und Legitimation in der Migrationspolitik - Politikwissenschaft, politische Praxis und soziale Arbeit im Dialog. Studien zur Migrations- und Integrationspolitik. Wiesbaden: Springer VS

Monika Gonser, Karin Zimmer, Nicola Mühlhäußer und Danielle Gluns (Hrsg.) (2020): Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung. Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln. Münster: Waxmann. Hier online (Open Access) verfügbar.

Gluns, Danielle; Schammann, Hannes (2020): Die EU und die globale Migration als gegenwärtige
Herausforderung und bleibende Zukunftsfrage
. Michael Gehler, Alexander Merkl, Kai Schinke (Hrsg.): Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft. Wien: Böhlau Verlagsgesellschaft, S. 242-256.

Schammann, Hannes; Younso, Christin; Meschter, Diana (2020): Lokale Migrationspolitik in ländlichen Regionen Deutschlands: Ausgangspunkte für empirische Forschung. Thünen Working Paper 142. [Link]

Bendel, Petra; Heimann, Christiane; Schammann, Hannes; Stürner, Janina (2020): When Mayors make Migration Policy’: What role for cities in EU migration and integration policymaking? Brüssel: European Policy Centre [Link zum PDF]

Heimann, Christiane; Müller, Sandra; Schammann, Hannes; Stürner, Janina (2019): Challenging the Nation-State from within: The Emergence of Transmunicipal Solidarity in the Course of the EU Refugee Controversy. In: Social Inclusion 7 (2), S. 208–218. [Link]

Bendel, Petra; Schammann, Hannes; Heimann, Christiane; Stürner, Janina (2019): Der Weg über die Kommunen. Empfehlungen für eine Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union, Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung. [Link zum PDF]

Schammann, Hannes (2019): Auf irrationalen Pfaden zur politischen Wahrheit? Rechtspopulismus als spirituelles Phänomen. Werner Greve und Carsten Jochum-Bortfeld (Hrsg.): Nachdenken über Spiritualität. Hildesheim: Olms, S. 149-160.

Schammann, Hannes (2019): Aufenthalt gegen Leistung. Der Einzug meritokratischer Elemente in die deutsche Flüchtlingspolitik. In: Meike Sophia Baader, Tatjana Freytag und Darijusch Wirth (Hg): Flucht - Bildung - Integration? Bildungspolitische und pädagogische Herausforderungen von Fluchtverhältnissen, Wiesbaden: Springer VS, S 43–62.

Weitere Publikationen

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