Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik

Zum 01.01.2019 wurde am Institut für Sozialwissenschaften und dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim eine Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik eingerichtet. Sie basiert auf der Wahrnehmung, dass einerseits das Thema Migration aktuell in der Öffentlichkeit stark diskutiert wird und dass dabei andererseits wissenschaftliche Erkenntnisse nicht immer Eingang in politische Prozesse und gesellschaftliche Debatten finden. Daher ist das Ziel der Transferstelle, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Bereich der Migrationspolitik zu verbessern.

Hierfür werden lokale, regionale und nationale Kooperationen mit Vertreter*innen aus Politik und Praxis aufgebaut, gemeinsame Veranstaltungen und Projekte entwickelt und der wechselseitige Austausch durch regelmäßige Kommunikation verstärkt. Die verschiedenen Formate zielen darauf ab, einerseits wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie für Praktiker*innen eine effektive Hilfestellung bieten können. Andererseits sollen sie dazu dienen, Impulse aus der Praxis aufzugreifen und in die Wissenschaft einzuspeisen, um praxisrelevante Forschung im Bereich der Migrationspolitik voranzutreiben.

Online-Vortragsreihe zum Transfer in der Fluchtforschung wird verlängert

Chancen, Herausforderungen und Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Wissensformen in Wissenschaft und Praxis

Die Themenreihe zum Transfer in der Fluchtforschung wird aufgrund der Nachfrage und der vielen zu diskutierenden Themen verlängert. Ab Oktober starten wir mit weiteren Vorträgen in die Fortsetzung der Reihe.

Der nächste Vortrag (13.10., 14-15 Uhr) befasst sich mit dem Thema: „Verbundprojekt: Migrantenorganisationen und die Ko-Produktion sozialer Sicherung (MIKOSS) – Eine Mehr-Ebenen-Analyse migrantischer Praktiken in wohlfahrtstaatlichen Arrangements“. Vortragen werden Ariana Kellmer (Universität Duisburg-Essen), Daniel Huber (Technische Universität Dortmund) und Eva Günzel (Ruhr-Universität Bochum).

Zum Inhalt: Im Kontext der verschiedenen Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre entwickelte sich ein breites Spektrum lokaler, nationaler und transnationaler sozialer Sicherungspraktiken in mehrdimensionalen Ordnungsräumen. Das Forschungsprojekt MIKOSS untersucht die Transformation institutioneller und informeller sozialer Sicherung unter Bedingungen von Migration, Transnationalisierung und Globalisierung am Beispiel von Migrantenorganisationen, die zu wichtigen Adressaten politischer Interventionen geworden sind. Im Vortrag werden theoretische Vorannahmen und das Forschungsdesign vorgestellt.

Moderation: Prof. Dr. Monika Gonser, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Dr. Danielle Gluns, Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik, Universität Hildesheim

Die Veranstaltung wird im Rahmen des VMDO-Projekts „INSIST – Interkulturelle städtische Initiativen stärken“ aus Mitteln des EU-Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) kofinanziert.

 

Hier die ursprüngliche Ankündigung der Reihe:

Wenn Wissenschaftler*innen und Praxisakteur*innen in gemeinsamen Projekten kooperieren, haben sie bestimmte Erwartungen aneinander. Für Praxisaktuer*innen mag das u.a. der Wunsch nach belastbarem Wissen sein, für Wissenschaftler*innen der Einblick in das "reale" Leben. Beide Erwartungen thematisieren Wissen, obwohl sich die beiden Wissenstypen ganz unterschiedlich darstellen, unterschiedlich fassbar sind und unterschiedlich dokumentiert werden. Der Arbeitskreis Transfer im Netzwerk Fluchtforschung will sich diesen Unterschieden, die bei Transferprojekten im Themenbereich Flucht eine besondere Rolle spielen, widmen und sie sowohl aus wissenschaftlicher als auch praktischer Sicht näher betrachten.

Dazu bietet er ab Mai 2020 eine Online-Reihe an, in der verschiedene Inputs zum Thema im Rahmen von Online-Seminaren gegeben und diskutiert werden. Die Online-Seminare finden jeweils am 2. Dienstag im Monat von 14.00-15.00 Uhr statt. Für die Teilnahme muss keine Software heruntergeladen werden, der Zugang erfolgt über einen Link. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Kirsten Hoesch (VMDO): k.hoesch@vmdo.de.

 

Vergangene Termine:

12.5.2020: Sascha Krannich/Candan Menderes: Wissenstransfer zu Migration und Integration zwischen Wissenschaft und Praxis am Beispiel der AWO

09.06.2020: Boris Kühn: Fachwissen zu Flucht und Integration: Wo verläuft die eigentliche Trennlinie?

14.07.2020 (14-15 Uhr): Patricia Schütte et al.: Wissensmanagement und -transfer durch Akteurskooperationen – empirische Befunde aus der Flüchtlingslage 2015/2016

11.08.2020: Renate Breithecker / Maik Stöckinger: Fluchtforschung in der Praxis. Stolpersteine, Dilemmata und Herausforderungen am Beispiel einer empirischen Studie zur Beziehungsgestaltung von bürgerschaftlich Engagierten und Geflüchteten

08.09.2020: Memet Kart: Soziale Kompetenzen für Auszubildende und Mediationstraining für Ausbilder*innen

Neuer Sammelband: Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung

In Kürze erscheint der Sammelband Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung. Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln im Waxmann-Verlag.

Das Buch wird gemeinsam von Monika Gonser, Karin Zimmer, Nicola Mühlhäußer und Danielle Gluns herausgegeben und ist sowohl online (Open Access) als auch gedruckt erhältlich. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wird aktuell häufig thematisiert: Wie lässt sich Transfer konzeptualisieren und systematisieren? Wie kann ein solcher Transfer konkret aussehen? Was sind Beispiele für Transfer in der Fluchtforschung und was wird aus Beispielfällen sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis ersichtlich?
In diesem Buch wird Transfer zunächst im Sinne einer Wissensmobilisierung konzeptualisiert: als Kommunikation, Beratung oder kooperatives Handeln und Forschen. Daran anschließend greift der Band die Fluchtforschung als Themenbereich heraus und die Autorinnen und Autoren diskutieren Transfer etwa aus Sicht der verschiedenen Bildungsbereiche, der Sozialen Arbeit und der öffentlichen Verwaltung. Fallbeispiele und Erläuterungen bieten einen Einstieg in das Thema und machen Transfer auch außerhalb der eigenen Fachperspektive verständlich. Interviews mit Akteur*innen aus der praktischen Arbeit ergänzen die Beiträge.
Der Sammelband richtet sich an alle, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Themenkreisen Transfer und dem Ankommen und der Teilhabe von Geflüchteten beschäftigen – an Entscheidungstragende in den Kommunen und Ländern, Forschende und Forschungsfördernde, Geflüchtete, Ehrenamtliche und Akteur*innen aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.

Start der zweiten Phase des Programms "Land.Zuhause.Zukunft"

Nach Abschluss der Pilotphase im Sommer diesen Jahres wird das Programm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ fortgesetzt. Ab sofort führt die Robert Bosch Stiftung das Programm in Kooperation mit der Universität Hildesheim durch.

Mit dem Programm werden Landkreise dabei unterstützt, innovative und nach vorne gerichtete Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen zu entwickeln. Im Rahmen der zweiten Programmphase, die von Januar 2020 bis November 2021 läuft, ist das Programmbüro von Land.Zuhause.Zukunft bei der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik der Universität Hildesheim angesiedelt. Das neue Programmbüro übernimmt die Gesamtkoordination von Land.Zuhause.Zukunft, konzipiert Vernetzungs- und Austauschformate und bereitet die Ergebnisse des Programms für Politik und die breitere Öffentlichkeit auf.

Sie erreichen die Mitarbeiterinnen des Programmbüros unter folgenden Adressen:

Julia Lisa Gramsch: gramsch [at] land-zuhause-zukunft.de

Johanna Caroline Günther: guenther [at] land-zuhause-zukunft.de

 

Online-Diskussion im Rahmen der "Digitalen lokalen samo.faPlus Dialogkonferenz"

Im Rahmen der diesjährigen digitalen samo.faPlus-Dialogkonferenz unter dem Motto „Hier Leben - Zur Lage der Menschen mit Fluchtgeschichte heute“ führte die Brücke der Kulturen Hildesheim mit samo.faPlus eine Online-Diskussion durch.

Hierin diskutierte Dr. Danielle Gluns mit Malte Spitzer (Sozialdezernent Stadt Hildesheim), Peyman Ramadan (Beirat für Migration der Stadt Hildesheim), Dr. Gülsan Yalçin (Niedersächsischer Integrationsrat) und Dr. Elizabeth Beloe (Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V.) über den Umgang mit Rassismus, die Rolle der Migrant*innenorganisationen in der Migrationsarbeit sowie Perspektiven und Perspektivlosigkeit von Geflüchteten in Deutschland. Moderiert wurde die Diskussion von Jan-Philipp Kania (samo.faPlus).

Die gesamte digitale Konferenz kann unter diesem Link abgerufen werden (Beginn der Online-Diskussion bei 01:14).

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich an:

Dr. Danielle Gluns

Leiterin der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik

E-Mail: danielle.gluns [at] uni-hildesheim.de

Telefon: +49-5121-883-10776

Neueste Publikationen

Danielle Gluns (2020): Europäische Flüchtlings- und Integrationspolitik und Geflüchtete in Sizilien. In: Toens, K. und Pioch, R. (Hg.): Innovation und Legitimation in der Migrationspolitik - Politikwissenschaft, politische Praxis und soziale Arbeit im Dialog. Studien zur Migrations- und Integrationspolitik. Wiesbaden: Springer VS

Monika Gonser, Karin Zimmer, Nicola Mühlhäußer und Danielle Gluns (Hrsg.) (2020): Wissensmobilisierung und Transfer in der Fluchtforschung. Kommunikation, Beratung und gemeinsames Forschungshandeln. Münster: Waxmann. Hier online (Open Access) verfügbar.

Gluns, Danielle; Schammann, Hannes (2020): Die EU und die globale Migration als gegenwärtige
Herausforderung und bleibende Zukunftsfrage
. Michael Gehler, Alexander Merkl, Kai Schinke (Hrsg.): Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft. Wien: Böhlau Verlagsgesellschaft, S. 242-256.

Schammann, Hannes; Younso, Christin; Meschter, Diana (2020): Lokale Migrationspolitik in ländlichen Regionen Deutschlands: Ausgangspunkte für empirische Forschung. Thünen Working Paper 142. [Link]

Bendel, Petra; Heimann, Christiane; Schammann, Hannes; Stürner, Janina (2020): When Mayors make Migration Policy’: What role for cities in EU migration and integration policymaking? Brüssel: European Policy Centre [Link zum PDF]

Heimann, Christiane; Müller, Sandra; Schammann, Hannes; Stürner, Janina (2019): Challenging the Nation-State from within: The Emergence of Transmunicipal Solidarity in the Course of the EU Refugee Controversy. In: Social Inclusion 7 (2), S. 208–218. [Link]

Bendel, Petra; Schammann, Hannes; Heimann, Christiane; Stürner, Janina (2019): Der Weg über die Kommunen. Empfehlungen für eine Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union, Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung. [Link zum PDF]

Schammann, Hannes (2019): Auf irrationalen Pfaden zur politischen Wahrheit? Rechtspopulismus als spirituelles Phänomen. Werner Greve und Carsten Jochum-Bortfeld (Hrsg.): Nachdenken über Spiritualität. Hildesheim: Olms, S. 149-160.

Schammann, Hannes (2019): Aufenthalt gegen Leistung. Der Einzug meritokratischer Elemente in die deutsche Flüchtlingspolitik. In: Meike Sophia Baader, Tatjana Freytag und Darijusch Wirth (Hg): Flucht - Bildung - Integration? Bildungspolitische und pädagogische Herausforderungen von Fluchtverhältnissen, Wiesbaden: Springer VS, S 43–62.

Weitere Publikationen

Kontakt

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Institut für Sozialwissenschaften

migrationspolitik@uni-hildesheim.de

Postanschrift
Professur für Migrationspolitik
Stiftung Universität Hildesheim
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