Match'In - Pilotprojekt zur Verteilung von Schutzsuchenden mit Hilfe eines algorithmengestützten Matching-Verfahrens

Die Lebenschancen Geflüchteter sind von den lokalen Bedingungen an ihrem neuen Wohnort abhängig. Doch bislang weisen Bundesländer die Schutzsuchenden nur selten systematisch bedarfsgerecht auf Kommunen zu. Meist werden Quoten genutzt; die individuellen Voraussetzungen der Schutzsuchenden sowie die Bedingungen in den aufnehmenden Kommunen werden nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. 

Das will das Projekt „Match‘In“ ändern. Die Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg haben in einer ersten, von der Stiftung Mercator geförderten Projektphase zwischen 2021 und 2025 gemeinsam mit vier Bundesländern ein algorithmengestütztes Verfahren entwickelt. Dieses erfasst die individuellen Bedarfe der Schutzsuchenden ebenso wie die Bedingungen in den Kommunen systematisch und macht Vorschläge für die Verteilung der Schutzsuchenden. Das Verfahren wurde mit mehr als 20 aufnehmenden Kommunen unter Realbedingungen für die Zuweisung alleinreisender, volljähriger Schutzsuchender getestet und wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse lesen Sie hier

Das Vorhaben im gegenwärtigen Förderzeitraum (2025–2027), Match’In 2.0, baut auf den Ergebnissen des ersten Förderzeitraums auf. Ein durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz gefördertes Teilprojekt konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des Verteilungsprototyps für Familienverbünde. Dafür wird ein Verfahren entwickelt, das diskriminierungssensibel die Eigenschaften aller Familienmitglieder berücksichtigt. In einem weiteren Teilprojekt, gefördert durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, wird eine App zur Datenerfassung für Schutzsuchende entwickelt. Diese wird es den Schutzsuchenden ermöglichen, ihre Daten und Bedarfe selbst einzugeben. Das macht die Datenerfassung effizienter und entlastet die bisher für die Eingabe zuständigen Sozialarbeitenden in den Einrichtungen.

Zur Projektwebseite gelangen Sie hier: https://matchin-projekt.de/ 

Ansprechpartnerin:

Dr. Danielle Kasparick
Leiterin der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik
Tel.: +49-5121-883-10776
danielle.kasparick(at)uni-hildesheim.de

Projektmitarbeitende:

Dr. D. Deniz Nergiz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik
Universität Hildesheim
Tel.: +49-5121-883-10788
nergiz(at)uni-hildesheim.de 

Dr. Christian Sauer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik
Universität Hildesheim
Tel.: +49-5121-883-10786
sauerc(at)uni-hildesheim.de 

Anna Werning M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik
Universität Hildesheim
Tel.: +49-5121-883- 10818
anna.werning(at)uni-hildesheim.de

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz und das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.