SOLDISK: Solidaritätsdiskurse in Krisen

Analyse und Erklärung von Solidaritätsvorstellungen in Migrationkontexten

Projektlaufzeit: Januar 2019 – Dezember 2021. Das Forschungsprojekt wird von der VolkswagenStiftung im Rahmen des Förderprogramms „Niedersächsisches Vorab“ gefördert.

Projektleitung: Prof. Dr. Marianne Kneuer, Prof. Dr. Michael Corsten, Prof. Dr. Hannes Schammann, Prof. Dr. Ulrich Heid

Projektmitarbeiter_innen: Patrick Kahle, Kristina Khrul, Max Kisselew, Stefan Wallaschek, Franziska Ziegler

Im interdisziplinären Forschungsverbund „SOLDISK: Solidaritätsdiskurse in Krisen – Analyse und Erklärung von Solidaritätsvorstellungen in Migrationskontexten“ gehen die beteiligten Wissenschaftler_innen des Instituts für Sozialwissenschaften und des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim davon aus, dass Ausnahmesituationen die Solidarität innerhalb der Gesellschaft auf die Probe stellen. Welche individuellen Vorstellungen die politischen Entscheidungsträger, aber auch die sozialen Akteure von Solidarität haben, ist der Kern der Analyse des Vorhabens.

Als Phänomen, welches nicht nur eine verstärkte öffentliche und politische Debatte verzeichnete, sondern sich zudem auch durchaus krisenhaft entwickelte, eignet sich Migration besonders gut, um mögliche diskursive Verschiebungen und Differenzierungen des Solidaritätsdiskurses zu untersuchen. Daher fokussiert das Forschungsvorhaben die Kommunikation über Solidarität gegenüber EU-Binnenmigration und Fluchtmigration. Es soll den Fragen nachgegangen werden, ob sich in der Kommunikation über die Zuwanderung auf politischer, sozialer und individueller Ebene Muster erkennen lassen, die entweder auf Solidarisierung oder Entsolidarisierung hinweisen oder ob die Solidaritätsdiskurse vielfältiger werden. Zudem wird untersucht, wie belastbar das Solidargefüge ist und wie eine Kommunikationsstrategie aussehen könnte, die Entsolidarisierungseffekte verringert.

Das Forschungsvorhaben verfolgt einen Mehrebenenansatz, der die Mikroebene (online und offline Kommunikation individueller Einwohner_innen), die Mesoebene (Kommunikation gesellschaftlich organisierter Akteure) und die Makroebene (Kommunikation politischer Entscheidungsträger) abdeckt. Die diskursanalytische Untersuchung des Solidaritätsverständnisses auf den drei Ebenen wird mit Hilfe von Instrumenten der Corpuslinguistik umgesetzt. Damit unterteilt sich das Forschungsvorhaben in vier Teilprojekte:

1.       Mikro-Ebene (Politikwissenschaft) unter der Leitung von Prof. Dr. Marianne Kneuer

2.       Meso-Ebene (Soziologie) unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Corsten

3.       Makro-Ebene (Politikwissenschaft) unter der Leitung von Prof. Dr. Hannes Schammann 

4.       Computerlinguistik unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Heid

Im Vergleich zu den bisher dominierenden punktuellen Einsichten einzelner Akteure lässt der breite Analyseansatz auf Grund der gewählten Methodik der computergestützten Diskursanalyse weiterführende Erkenntnisse erwarten. Der Mehrebenenansatz ermöglicht zudem eine Analyse der Frage, inwiefern mögliche Verschiebungen bestehender Solidaritätsvorstellungen auf den unterschiedlichen Ebenen interagieren und sich beeinflussen.