Ethnographische Semantik

Workshopleitung: Prof. Dr. Christoph Maeder (Universität St. Gallen)

Termin: Mo., 28.03.2011, 10:00 – 18:00 Uhr | Di., 29.03.2011, 10:00 – 14:30 Uhr

Workshopbeschreibung:

Jede (Sub-)Kultur hat ihren eigenen Sprachgebrauch. Solange der/die Forschende diesen nicht beherrscht ist er nicht Teil der zu untersuch enden Gemeinschaft und hat es schwerer immanente Sinnstrukturen zu erforschen. Die ethnographische Semantik, deren Ursprung in der linguistischen Kulturanthropologie nordamerikanischer Prägung liegt, rekonstruiert Objekte einer Kultur aus deren Binnensicht, um die Bedeutungssysteme der (Sub-)Kultur in ihrer praktischen Verwendung zu verstehen. Sie untersucht den fraglosen, situativ kompetenten Sprachgebrauch sozial handeln der Mitglieder im kommunikativen Austausch und zielt auf sogenannte „categories in use“, d. h. alltagssprachliche Begriffe und Konzepte, über die Mitglieder einer Kultur als handlungsleitende Wissensbestände verfügen können müssen, um als kompetent Handelnde zu gelten. Ziel der Methode ist die Erarbeitung eines geordneten Kategoriensystems, das die sozial handelnden Mitg lieder in ihrem Sprachgebrauch alltäglich nutzen. Im Workshop soll die ethnographische Semantik nicht nur theoretisch und im analytischen Gebrauch sondern auch mittels aktueller Forschungsprojekte besprochen werden. Der Workshop richtet sich an interessierte Studierende und Wissenschaftler/innen der Stiftung Universität Hildesheim, die in ihrer Qualifikationsarbeit (Bachelor, Master, Dissertation, Habilitation usw.) oder ihrer Forschungsarbeit mit der Methode der ethnographischen Forschung arbeiten oder Interesse an der Methode der ethnographischen Semantik haben.

Für den Workshop konnte der Gastexperte Prof. Dr. Christoph Maeder von der Universität St. Gallen (Schweiz) gewonnen werden.Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissenssoziologie, Bildungssoziologie, Organisations- und Arbeitssoziologie, Ethnographie und allgemeine Methoden der qualitativen Sozialforschung. Im Rahmen der Semantischen Ethnographie befasst er sich u. a. mit Untersuchungsfeldern schulischer Interaktion, der Gefängnisforschung, dem Bergsport und Bogenschießen.

Für die Teilnahme am Workshop entstehen keine Kosten. Wir empfehlen die selbständige Vorbereitung auf den Workshop durch das Erarbeiten ausgewählter Literatur von Christoph Maeder, die im Methodenbüro als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt wird.

Termine: Mo., 28.03.2011, 10:00 – 18:00 Uhr und Di., 29.03.2011, 10:00 – 14:30 Uhr

Verbindliche Anmeldung und weitere Informationen: irene.leser[at]uni-hildesheim.de