Julia Schröder

Dr. Julia Schröder

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Arbeitstitel Dissertationsprojekt

„Beratung von Männern mit Gewalterfahrungen“

Abstract

In der Beratungsforschung existieren bislang nur wenige empirische Untersuchungen zur Praxis in der männerorientierten Gewaltberatung. Vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung zur männlichen Sozialisation sowie den Erfahrungsberichten der Männergewalt-Arbeit kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Beratung von Männern mit Gewalterfahrungen um eine komplexe Beratungssituation handelt. Die Arbeit mit gewalttätigen Männer bedeutet die schwierige Integration zweier unterschiedlicher, sich jedoch notwendigerweise ergänzender Haltungen: einerseits gilt es parteilich bzw. anerkennend mit dem betroffenen Mann zu arbeiten, ohne jedoch andererseits seine Gewalthandlungen zu verharmlosen. Erschwerend kommt hinzu, dass Männer, die eine Beratung aufsuchen, oft als „verschlossen“, „sprachlos“ und mit vielen Widerständen gegen und wenig Offenheit für eine beraterische Intervention beschrieben werden.

In diesem Zusammenhang erscheint es daher weiterführend, solche Beratungsgespräche aufzuzeichnen und den gemeinsamen sprachlichen Austausch in der Beratung daraufhin zu untersuchen, wie die Interagierenden diese gesellschaftlich sanktionierte und zugleich persönlich intime Problemstellung der GEWALT bearbeiten und vor allem wie sie dabei im Gesprächsprozess BERATUNG herstellen.

In dem nachstehenden Dissertationsvorhaben sollen darum mit Hilfe einer Metaphern- und Gesprächsanalyse die sprachlichen Interaktionen in solchen Beratungsgesprächen untersucht werden. Damit betritt die folgende Analyse in zweifacher Hinsicht Neuland: erstens werden anhand verschrifteter Beratungsgespräche die vielfältigen Metaphorisierungen für GEWALT und BERATUNG herausgearbeitet und interpretiert. Und zum Zweiten soll überprüft werden, inwiefern die metaphorischen Konzepte für GEWALT und BERATUNG zueinander „passen“. Geht man nämlich von der These bisheriger metaphernanaltyischer Interviews zu männlicher Gewalt aus, stellt sich vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse die Frage, ob man nicht von einer immanenten „Verunmöglichung“ männlicher Gewaltberatung ausgehen müsste? Eine empirische Realität, von der die bisherige Beratungsforschung bislang erstaunlich wenig Notiz genommen hat.

Arbeitsschwerpunkte/ Forschungsinteressen

  • Qualitative Forschung in der Beratung
  • Metaphorische Kommunikation
  • Geschlechterforschung
  • Hochschulforschung/Strukturen wissenschaftlicher Nachwuchsförderung

Beruflicher Werdegang

  • seit 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Professionelles Handeln von Familienhebammen", Universität Hildesheim
  • 2011-2013 Stipendiatin im Promotionsprogramm „Soziale Dienste im Wandel“. Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim.
  • Seit 06/2011 Stipendiatin im Promotionsprogramm „Soziale Dienste im Wandel“. Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim.
  • 2009-2011 Projekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen – Gender und Diversity“. Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim.
  • 2008-2009 Projekt „Gesprächspraktiken in Job Centern im Rechtkreis des SGB II (Bereich der unter 25-Jährigen) – eine konversationsanalytische Studie“. Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim.
  • 2000-2007 Studium Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim.

Publikationen

  • Schröder, Julia (2014): Grenzen setzen, Grenzen zeigen, Grenzen respektieren, spüren und wahrnehmen - beratung ist Grenzbearbeitung. In: VPP, 4/2014 - Schwerpunkt: Metaphern; S. 959-970.
  • Schröder, Julia/ Zeller, Maren/ Rettig, Hanna (2014): Familienhebammen als professionelle Grenzarbeiterinnen? Interagieren im Schnittfeld zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitsförderung. In: Sozialmagazin, 39. Jg., H. 7-8; S. 62-69.
  • Schröder, Julia (2014): "Das soll mir nich noch mal passieren dass ich ihr eine donner" - Metaphorische Konzepte für GEWALT in der männerorientierten Beratung. In: Junge, Matthias (Hrsg.): Methoden der Metaphernforschung und -analyse. Wiesbaden: Springer VS; S. 83-98.
  • Oppermann, Carolin/ Schröder, Julia (2013): Die Rezeptur der strukturierten Promotionsförderung oder der Wandel muss kommen - eine diskursanalytische Rekonstruktion der Konstrukte "strukturierte Promotionsförderung" und "Chancengleichheit". In: Korff, Svea/ Roman, Navina (Hrsg.): Promovieren nach Plan? Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung. Wiesbaden: Springer VS; S. 15-40.
  • Schröder, Julia (2012): Es klingelt - Ungehörte und unerhörte Geräusche. In: Böhringer, Daniela/ Karl, Ute/ Müller, Hermann/ Schröer, Wolfgang/ Wolff, Stephan (Hrsg.): Den Fall bearbeitbar halten. Gespräche in Jobcentern mit jungen Menschen. Opladen: Barbara Budrich; S. 187-211.
  • Schröder, Julia (2012): "Beratung ist Schule" - metaphorische Konzepte in der Männerberatung. In: Baader, Meike Sophia/ Bilstein, Johannes/ Tholen, Toni (Hrsg.): Erziehung, Bildung und Geschlecht. Männlichkeiten im Fokus der Gender-Studies. Wiesbaden: Springer VS; S. 165-176.
  • Korff, Svea/ Roman, Navina/ Schröder, Julia (2012): Inside the Blackbox - Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung? In: Beaufays, Sandra/ Engels, Anita/ Kahlert, Heike (Hrsg.): Einfach Spitze? Neue Geschlechterperspektiven auf Karrieren in der Wissenschaft. Frankfurt am Main: Campus Verlag; S. 25-56.
  • Oppermann, Carolin; Schröder, Julia (2011): „Mein reizender Castor…..“, „Ganz liebes kleines Geschöpf….“ Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen – Gender und Diversity – Eine kritische Reflexion aus der Perspektive eines fiktiven Briefwechsels zwischen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. In: Stadlober- Degwerth, Marion; Kremberg, Bettina (Hg.): Frauen eine Stimme geben. Opladen: Barbara Budrich Verlag.
  • Schröder, Julia (2011): Metaphorische Konzepte für Beratung. In: Graf, Eva-Maria u.a. (Hrsg): Beratung, Coaching, Supervision. Multidisziplinäre Perspektiven vernetzt. Wiesbaden: VS-Verlag; S. 205-218.
  • Korff, S./Oppermann, C./Roman, N./Schröder, J.: „Bleibt alles anders? - Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen. In: Blätter, B./Franzke, A./Wolde, A. (Hrsg.): Neue Karrierewege für Frauen an der Hochschule?“ Ulrike Helmer-Verlag; S. 143-162.
  • Schröder, J. (2010): „Es klingelt“ – Institutionelle Kommunikation in sozialen Diensten. In: Neue Praxis, Heft 5; S. 493-512.
  • Braun, G./Ebbers, I./Klein, R./Oumard, J./Schröder, J. (2009): Praxishandbuch Curriculum für den Berufswahlunterricht. Betriebsnahe Berufsorientierung und Berufsvorbereitung an der Hauptschule. Wochenschauverlag, Schwalbach.

Workshop

  • Schmitt, Rudolf/ Schröder, Julia: Workshop Metaphernanalyse. Berliner Methodentreffen 2012, 13.07-14.07.2012.
  • Schmitt, Rudolf/ Schröder, Julia: Forschungswerkstatt Metaphernanalyse. Berliner Methodentreffen 2011, 15.07.-16.07 2011.