„Ringvorlesung „Care“ zwischen Privathaushalt, Markt und sozialen Dienstleistungen - Interdisziplinäre Perspektiven

Ringvorlesung „Care“ zwischen Privathaushalt, Markt und sozialen Dienstleistungen - Interdisziplinäre Perspektiven

Dienstags 16.15 Uhr, Beginn 6.11.2012, Bühlercampus, Lüneburger Str., Aula L 131

Wer sorgt in der Gesellschaft für diejenigen, die zeitweilig nicht oder nur teilweise für sich selbst sorgen und die Unterstützung benötigen? Wie ist diese Arbeit gesellschaftlich organisiert und anerkannt, unter welchen Bedingungen wird sie geleistet? Damit beschäftigen sich die Vorträge von Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Recht, Sozialpolitik Sozial- und Haushaltswissenschaft.
Kinder in der Krippe betreuen, als Babysitter Taschengeld verdienen, im Hospiz ehrenamtlich Sterbende begleiten und als KrankenpflegerIn PatientInnen im Krankenhaus versorgen, zu Hause die Versorgung der Familie leisten oder ein Pflegeheim leiten - bei all diesen Aufgaben handelt es sich um Tätigkeiten, die unter die Bezeichnung ‚Care‘ fallen. Wer diese Arbeit übernimmt und welche Anerkennung der Sorgearbeit  zukommt, behandelt die Care-Diskussion. Das ‚Care‘“-Paradigma thematisiert  Sorgearbeit, fürsorgliche Praxis, bezahlte oder unbezahlte personale Dienstleistungen und bildet eine theoretische Schnittstelle für verschiedene Disziplinen. Es ermöglicht einen interdisziplinären Blick auf die gesellschaftliche Organisation der Fürsorge- und Sorgearbeit und ihre geschlechtsspezifischen Aspekte. Dabei stehen Fragen im Vordergrund, inwieweit die Versorgung von Kindern oder die Pflege älterer Pflegebedürftiger als unbezahlte familiale Tätigkeit, als soziale Dienstleistungen oder als marktförmige Angebote erbracht werden. Ebenso spielen normative, rechtliche und sozialpolitische Aspekte eine wichtige Rolle und beeinflussen den gesellschaftlichen und historischen Wandel von ‚Care‘ als private, gesellschaftliche oder sozialstaatliche Aufgabe. Unterschiedliche Formen eines ‚public-private‘-Mixes von fürsorglicher Praxis und personalen Dienstleistungen und deren Regulierung werden in der Ringvorlesung beleuchtet.
Die Ringvorlesung wird organisiert durch das Forschungscluster care@work am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Informationen zum Programm können auch unter folgendem Link heruntergeladen werden.

 

Programm
06.11.2012
Margit Brückner, Frankfurt: ‚Take care, aber wer?‘ Entwicklungen und Konzepte
der Care Debatte

20.11.2012
Susanne Maurer, Marburg: Die Dienstbotinnen-Frage im Kontext früher Frauenbewegungen – ein `Vorschein` aktueller Care-Debatten?

27.11.2012
Julia Lepperhoff, Berlin: Care im Wohlfahrtsstaat

11.12.2012
Christel Riedel, Berlin: Care, Dienstleistungsarbeit und Daseinsvorsorge – vom Nutzen
guter Infrastrukturen im Pflege- und Gesundheitsbereich für die Erwerbstätigkeit von
Frauen und Männern

08.01.2013
Karin Jurczyk, München: Care: der ‚Kern von Familie?‘

22.01.2013
Lisa-Marie Heimeshoff/Helen Schwenken, Kassel: Transnationale Organisierung von Hausangestellten: Die IAO-Konvention Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte

05.02.2013
Uta Meier-Gräwe, Gießen:  Sorgearbeit zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung – Professionalisierungstendenzen haushaltsnaher Dienstleistungen