SchutzNorm

Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit. Normalitätskonstruktionen von Sexualität und Gewalt unter Jugendlichen

Laufzeit: 2018 - 2021

Projektbeschreibung

Die verschiedenen Formen der Kinder- und Jugendarbeit – Jugendverbandsarbeit, Jugendsozialarbeit, Jugendfreizeiten, internationale Jugendarbeit – wie sie im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) formuliert sind, gehen im Kern von dem Ansatz aus, dass sie Bildungsgelegenheiten für Jugendliche schaffen und ihnen Räume zur Verfügung stellen, in denen sie ihre Interessen, Anliegen und Bedürfnisse ausdrücken und formulieren können. Damit sind die Normalitätskonstruktionen der Jugendlichen – verstanden als sozial gerahmte Wahrnehmungen, Einschätzungen und Handlungsweisen – immer der pädagogische Ausgangspunkt der Kinder- und Jugendarbeit. Auch Schutzkonzepte in diesem Feld stehen deshalb vor der Herausforderung, bei den Jugendlichen und ihren Normalitätskonstruktionen anzusetzen. Dies gilt sowohl für das Thema Sexualität als auch für das Thema Gewalt im Jugendalter. Gleichzeitig finden sich in den bisherigen Schutzkonzepten in diesem Feld bisher nur wenig konkrete Ansatzpunkte, wie sie an diese Normalitätskonstruktionen von Sexualität und Gewalt im Alltag der Jugendlichen anknüpfen.

Schutzkonzepte sind Teil eines Organisationsentwicklungsprozesses mit dem Ziel Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexueller Gewalt in der jeweiligen Organisation zu ermöglichen und im je spezifischen sozialen Zusammenhang zu verorten. Dabei sollen sie die höchstpersönlichen Rechte der Kinder und Jugendlichen schützen und in diesem Zusammenhang die sexuelle Selbstbestimmung stärken. In den aktuellen Forschungen und Entwicklungen zu Schutzkonzepten (vgl. dazu Schröer/Wolff 2016) ist jedoch ebenfalls häufig ungeklärt, wie und in welchem Umfang Konzepte zu Sexualität und Sexualpädagogik Eingang finden. Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit mit ihren offenen pädagogischen Zugängen erscheint diese Klärung aber von besonderer Bedeutung, da Jugendliche hier ihre alltäglichen Themen und Herausforderungen auch im Kontext von Sexualität „mitbringen“.

Projektziele

Das Verbundvorhaben SchutzNorm will darum partizipativ mit Jugendlichen Normalitätskonstruktionen von Sexualität und Gewalt in den unterschiedlichen Feldern der Kinder- und Jugendarbeit analysieren, um auf dieser Grundlage mit Jugendlichen, Fachkräften und Ehrenamtlichen zu erarbeiten, welche Herausforderungen sich für Schutzkonzepte aus diesen Normalitätskonstruktionen Jugendlicher ergeben:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Jugendsozialarbeit

Stiftung Universität Hildesheim: Offene Jugendarbeit

Universität Kassel: Internationale Jugendarbeit

Hochschule Landshut: Jugendverbandsarbeit

Die Arbeitsziele des Verbundvorhabens lassen sich in den folgenden Fragestellungen bündeln:

a.) Welche Normalitätskonstruktionen zu Sexualität und Gewalt werden unter Jugendlichen in ihrem Alltag hergestellt?

b.) Welche Schutzkonzepte bestehen im Feld der Kinder- und Jugendarbeit und wie beziehen sich diese auf die Alltagswelten von Jugendlichen?

c.) Welche Herausforderungen ergeben sich aus den Normalitätskonstruktionen zu Sexualität und Gewalt für die Formulierung und Umsetzung von Schutzkonzepten im Feld der Kinder- und Jugendarbeit?

Kontakt

Die Arbeitsgruppe des Verbundprojekts „SchutzNorm“ besteht in Hildesheim aus Tanja Rusack und Prof. Dr. Wolfgang Schröer.