SchutzJu

Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit

Das Transferprojekt SchutzJu unterstützt die partizipative Erarbeitung von Schutzkonzepten in den vier Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit (§§ 11 bis 13 SGB VIII).

Projektlaufzeit: 10.2021 - 09.2024

Projektbeschreibung

Das Transferprojekt SchutzJu ist ein Verbundprojekt der Hochschulen Kiel und Landshut sowie der Universitäten Kassel und Hildesheim und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie „Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten“ gefördert. Es unterstützt die partizipative Erarbeitung von Schutzkonzepten in den vier Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit (§§ 11 bis 13 SGB VIII).

Schutzkonzepte dienen dem besseren Schutz und der Stärkung unveräußerlicher, persönlicher Rechte junger Menschen und tragen zu deren gesellschaftlicher Teilhabe bei. Bislang ist keine flächendeckende Umsetzung von Schutzkonzepten überall dort erfolgt, wo sich junge Menschen aufhalten. Im Projekt SchutzNorm (Laufzeit 2018-2021) wurden die Normalitätskonstruktionen und Perspektiven junger Menschen auf Schutzkonzepte untersucht. Deutlich wurde, dass Schutzkonzepte in den auf Partizipation und Selbstorganisation basierenden Feldern der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit bei den jungen Menschen zu wenig ankommen. Zudem wurde der Bedarf nachgewiesen, die Schutzkonzepte an den Lebenswelten junger Menschen zu orientieren und sie passgenau für die jeweiligen Felder zu entwickeln. Im Transferprojekt SchutzJu werden deshalb kooperativ mit regionalen und überregionalen Praxispartner*innen und partizipativ mit jungen Menschen feldspezifische Strategien zur Implementierung von Schutzkonzepten erarbeitet. In einem kooperativen bzw. partizipativen Forschungsprozess werden die handlungsfeldbezogenen Möglichkeiten und Schwierigkeiten ermittelt (Online-Befragung und Gruppendiskussionen). In einem Entwicklungsprozess werden Transfermaterialien für feldspezifische Umsetzungsmodelle und Beispiele guter Praxis zusammengeführt und auf einer Online-Plattform nachhaltig zur Verfügung gestellt.

Im Teilprojekt Offene Jugendarbeit wird aufgegriffen, dass dieses Feld durch Selbstorganisation, Freiwilligkeit und Diversität gekennzeichnet ist. Kooperativ und partizipativ werden (1) feldspezifische Strategien erarbeitet, wie tabuisierte Themen in der Offenen Jugendarbeit an- und besprechbar werden und (2) Mindeststandards für Schutzkonzepte in der Offenen Jugendarbeit entwickelt. 

Ergebnisverwertung

Für das Transferprojekt SchutzJu gelten die Prinzipien von Kooperation und Partizipation. Durch die kooperative Zusammenarbeit mit Fachkräften und Verbänden sowie die partizipative Beteiligung junger Menschen können die entwickelten Schutzkonzepte in den Feldern der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit nachhaltig umgesetzt werden. Das bereits durch die vorangegangenen Projekte SaferPlaces und SchutzNorm entstandene Netzwerk im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit trägt zur Multiplikation und zum Transfer bei. Dabei wird von den in SchutzNorm gewonnenen Erfahrungen mit Peer-Ansätzen profitiert. Insgesamt sorgen Kooperation und Partizipation für eine bessere Passförmigkeit der feldspezifischen Umsetzungsmodelle und der Transfermaterialien, die auf der feldübergreifenden Online-Plattform bereitgestellt werden. Über das Projektende hinaus soll die Online-Plattform von den Praxispartner*innen in der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit weitergeführt und in die jeweiligen Internetauftritte der eingebettet werden. In Vorträgen und Publikationen werden das Transferprojekt fortlaufend vorgesellt und die empirischen Befunde und Beispiele guter Praxis zur

Diskussion gestellt. Die Erkenntnisse wirken in die Fachpraxis und in die Wissenschaftscommunity von Erziehungswissenschaft, Sozialpädagogik und Soziologie hinein.

Im Teilprojekt Offene Jugendarbeit werden Erkenntnisse und Materialien insbesondere für das Feld der Offenen Jugendarbeit über Fachartikel, Fachvorträge und die Online-Plattform zur Verfügung gestellt.

Durch die Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen (BAG OKJE e. V.) ist hier von einer nachhaltigen Transferstrategie und Nutzung auszugehen.

Kontakt

Die Arbeitsgruppe des Verbundprojekts SchutzJu besteht in Hildesheim derzeit aus Dr. Tanja Rusack und Prof. Dr. Wolfgang Schröer.

Gefördert durch