KJH an der Grenze
Kinder- und Jugendhilfe an der Grenze. Eine Studie zur öffentlichen Fürsorge für Minderjährige im niedersächsischen Grenzgebiet der Bundesrepublik und der DDR zwischen 1949 und 1989/1990
Projektlaufzeit: 04.2024 - 03.2027
Projektbeschreibung
Niedersachsen hatte mit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) den längsten innerdeutschen Grenzabschnitt der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und mit Helmstedt/Marienborn einen zentralen Grenzübergang. Von der Teilung in zwei deutsche Staaten und den damit zusammenhängenden innerdeutschen Mobilitäts- und Fluchtbewegungen waren auch Kinder und Jugendliche betroffen. Innerdeutsche Mobilität und Flucht war somit auch in den deutsch-deutschen Beziehungen immer eine Herausforderung, die Aufgabenstellungen der Kinder- und Jugendhilfe berührt hat. Allerdings gibt es bisher wenig Erkenntnisse darüber, welche Rolle die Kinder- und Jugendhilfe in beiden deutschen Staaten dabei gespielt hat. Die Diskussion um Flucht bzw. Ausreise oder Ausweisung aus der DDR ist überwiegend politisch gewürdigt worden. Welche Akteur*innen allerdings im Hin- tergrund nach einer Flucht von Minderjährigen (und ihren Familien) – mitunter auch nach einer Ausreise von der BRD in die DDR – tätig werden mussten und welche Verfahren dafür etabliert wurden, ist wenig bekannt und soll im vorliegenden Vorhaben erforscht werden.
Zeitzeug*innen (und weitere Expert*innen) gesucht – Bitte um Teilnahme am Zeitzeug*innenportal
Das Projekt ist zum einen auf der Suche nach Zeitzeug*innen. Zeitzeug*innen können zunächst Personen sein, die selbst (als junge Menschen, als begleitende Person von jungen Menschen) in der Zeit zwischen 1949 und 1989 die Grenze zwischen der SBZ/DDR und der BRD passiert haben bzw. geflohen sind (hierbei kann die Grenzüberschreitung sowohl von der SBZ/DDR in die BRD als auch von der BRD in die SBZ/DDR erfolgt sein). Die Projektmitarbeiterinnen freuen sich zudem, mit jenen Zeitzeug*innen zu sprechen, die zwischen 1949 und 1989 in einer beruflichen oder ehrenamtlichen Funktion Kontakt zu jungen Geflüchteten (und ihren Familien) hatten (z. B. Mitarbeitende/Ehrenamtliche der Kinder- und Jugendhilfe in der DDR bzw. BRD, in Auffang-/Grenzlagern, in anderen Behörden, die mit (minderjährigen) Geflüchteten zu tun hatten).
Die Forscherinnen sind sehr dankbar, wenn Sie als Zeitzeug*in an einer Onlinebefragung in dem Zeitzeug*innenportal des Projekts teilnehmen. Dieses Zeitzeug*innenportal ist über folgende Webseite https://www.soscisurvey.de/Jugendhilfe-grenze/ oder über den QR-Code zu erreichen.
Darüber hinaus können sich auch weitere Expert*innen, die keine direkten Zeitzeug*innen sind, aber über Wissen zum Thema des Forschungsprojekts verfügen, beim Projektteam melden (z. B. Historiker*innen).
Für Rückfragen zum Zeitzeug*innenportal oder für eine anderweitige Kontaktaufnahme können Sie die Forscherinnen auch über folgende Mailadresse erreichen: jugendhilfe-ddr(at)uni-hildesheim.de
Kontakt
Mail: jugendhilfe-ddr(at)uni-hildesheim.de
Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim
Gefördert durch
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Inst. für Sozial- und Organisationspädagogik