Jugendfreundlicher Landkreis

Wissenschaftliche Begleitung beim (Forschungs-)Vorhaben Jugendfreundlicher Landkreis der Jugendförderung des Landkreises Peine

Projektlaufzeit: 10.2020 - 09.2021

Projektbeschreibung

Hintergrund:

Im Visionspapier des Landkreises Peine für das Vorhaben Jugendfreundlicher Landkreis wird die Herausforderung skizziert, dass für junge Menschen das Alltagsleben im ländlichen Raum häufig bereits früh an „Reiz“ verliert. Nicht nur die großstädtischen Freizeit- sondern auch Bildungsangebote konkurrieren mit den lokalen Gegebenheiten und zieht die junge Altersgruppe verstärkt in die benachbarten Oberzentren. Im Fall der Region Peine bedeutet dies, dass sich Jugendliche verstärkt nach Hannover, Hildesheim und Braunschweig wegbewegen.

Die Jugendforschung bestätigt diesen Trend: Junge Menschen weisen heute eine gestiegene soziale und geografische Mobilität auf, die Digitalisierung ermöglicht neue transregionale Zugehörigkeiten und die Verdichtung und Verlängerung der Bildungsphase führt zu einer neuen Sozialstruktur im jungen Erwachsenenalter (BMFSFJ 2017). Gleichzeitig bedeutet dies, dass dem ländlichen Raum perspektivisch die Jugend fehlen wird. So heißt es auch im Visionspapier des Landkreises Peine: Damit sie als Erwachsene im Landkreis Peine bleiben oder gerne wiederkommen, müssen junge Menschen sich im Alltag an ihrem (Lebens-)Ort wohl fühlen, sich sicher fühlen und sich mit ihm identifizieren!

Projektziel:

An diese Forderung knüpft das (Forschungs-)Vorhaben an. Um die Fragen beantworten zu können, braucht es die Expertise der jungen Menschen, die dort leben und ihren Alltag gestalten.

  • Wo fühlen sich junge Erwachsene wohl und sicher im Landkreis Peine?
  • Warum kommen sie gerne wieder und warum nicht?
  • Warum bleiben und gehen sie?
  • Was fehlt ihnen?
  • Was wünschen sie sich?
  • Was gibt es schon?
  • Was kommt gut an, was kommt nicht so gut an?
  • Was kann und muss aus ihrer Sicht verändert werden?

Mit diesen und weiteren Fragen will sich das (Forschungs-)Vorhaben beschäftigen, in dem es in qualitativen und quantitativen Erhebungen die betroffenen Jugendlichen selbst zu Wort kommen lässt.

Projektplan:

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim wird deshalb ab dem Wintersemester 2020/21 ein zweisemestriges Forschungsseminar für Studierende angeboten, welches in einem 3-Schritt aufgebaut sein wird:

  • Im ersten Teil des Forschungsseminars im Wintersemester 20/21 wird, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Peine, eine Bestandsaufnahme gemacht, was der Landkreis bisher an Jugendförderung anbietet und wie diese angenommen wird.
  • Im zweiten Teil werden darauf aufbauend Leitfäden und Fragebögen für die Datenerhebung mit der Zielgruppe entwickelt und es folgt die Datenerhebung, die von den Studierenden im Forschungsseminar durchgeführt wird.
  • Im darauffolgenden Sommersemester 2021 werden die erhobenen Daten ausgewertet und daraus resultierende Ergebnisse präsentiert.

Parallel zu dem Forschungsseminar am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik werden vom Landkreis Peine immer wieder Beteiligungsformate/-veranstaltungen für junge Erwachsene angeboten.

Aufgabenwahrnehmung:

Neben der Betreuung der Studierenden und der Durchführung der beiden Seminare durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Agnetha Bartels erfolgt weiterhin eine wissenschaftliche Begleitung in diesem Vorhaben, als das die Ergebnisse so vom Projektteam (bestehend aus Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Dr. Agnetha Bartels) aufbereitet, verschriftlicht und publiziert werden, dass der Landkreis Peine mit diesen in Zukunft – bzw. nach dem Ablauf des zweisemestrigen Seminars ­­­- arbeiten kann.

Das Projektteam ist ausgewiesen für den Forschungsschwerpunkt Jugendforschung, hier insbesondere für den Bereich der Übergangsforschung, der Forschung zu Lebenspraktiken junger Menschen und der Kinder- und Jugendhilfeforschung. Darüber hinaus sind sie Expert*innen im Bereich der qualitativen und partizipativen Sozialforschung, da sie diese Verfahren bereits in anderen Forschungsprojekten umfassend erprobt, angewandt und reflektiert haben.

Kontakt

Dr. Agnetha Bartels
Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 1
31141 Hildesheim