SOBIS - Sozial- und Bildungsinfrastruktur: Sozialpädagogisches Prozessieren von Kindheiten

Projektbeschreibung

Dass sich der Alltag von Kindern und Familien in den vergangenen Jahren durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung und der Ganztagsschule grundlegend verändert hat, wird in den Medien, aber auch im Alltag vieler Menschen, diskutiert. Die Menschen spüren diese Veränderungen und sind Teil dieser Entwicklungen. Kinder verbringen heute - werden zum Beispiel allein Anwesenheitszeiten betrachtet -, mehr Zeit in öffentlichen Einrichtungen zur Betreuung, Pflege, Erziehung oder Bildung.

Diese Zusammenhänge werden im „Wissenschaftsraum“ – SOBIS erforscht. Der Wissenschaftsraum SOBIS wird in Kooperation mit der Universität Osnabrück und den Hochschulen Hannover und Emden/Leer durchgeführt. An der Universität Hildesheim sind die Institut Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft sowie das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (ISOP) beteiligt.

Projektlaufzeit: 01.2025-03.2029

Informationen zu den vier Teilprojekten

SoWeKi: Soziale Welten von Kindern in der Binnenarena der fachschulischen Qualifizierung

Als Ausbildungsstätte für angehende pädagogische Fachkräfte werden Fachschulen für Sozialpädagogik als bedeutsame Organisationen in den sozialen Arenen der Infrastruktur für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit verstanden. Während Kinder selbst in diesen Organisationen nicht anwesend sind, erfolgen dort Prozesse der Herstellung und Konzeptualisierung von Kindheit(en). Wie und welche Positionierungen mit Blick auf Kindheit(en) in sozialen Welten der Fachschulen als Organisation diskursiv verhandelt, konstruiert und bearbeitet werden, untersucht das Teilprojekt SoWeKi mit einem mehrperspektivisch ethnografisch angelegten Forschungsdesign (Dokumentenanalyse, Teilnehmende Beobachtungen, Interviews, Gruppendiskussionen) in mehreren Bundesländern. Ausführliche Infos zum Teilprojekt hier.

 

Projektteam: 

Universität Hildesheim: Prof. Dr. Peter CloosStephanie Meiland (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Kim Sophie Paulsen (studentische Mitarbeiterin),       
Kontakt über: meiland(at)uni-hildesheim.de

Universität Osnabrück: Prof.in Dr.in Melanie KubandtEllen Bogorinsky (wissenschaftliche Mitarbeiterin),   
Kontakt über: ellen.bogorinsky(at)uni-osnabrueck.de

Hochschule Emden/LeerProf.in Dr.in Edita JungJannes Boekhoff (wissenschaftlicher Mitarbeiter),       
Kontakt über: jannes.boekhoff(at)hs-emden-leer.de

GaBi: Ganztag als relationales Bildungs- und Betreuungsarrangement zwischen unterschiedlichen sozialen Welten

Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 hat der Gesetzgeber die Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe zur Schaffung und Bereitstellung von ganztägigen Bildungs- und Betreuungsarrangements für alle Schulkinder der ersten Klasse verpflichtet. Dieser Rechtsanspruch wird in den Folgejahren sukzessive auf alle Kinder im Grundschulalter ausgeweitet. Die ganztägige Betreuung von Kindern im Grundschulalter wird damit zu einer relationalen sowie häufig auch transorganisationalen und multilokalen Infrastruktur der Bildung und Betreuung, die durch das verschränkte Zusammenwirken von Kindern, Familien, Fachkräften sowie Akteur*innen aus Politik und Verwaltung als Mitglieder verschiedener sozialer Welten alltäglich hervorgebracht wird. Auf der Grundlage eines ethnografischen Forschungsdesigns und mittels kontrastiver Case Studies in Kommunen mit unterschiedlichen Governance-Strukturen, wird im Teilprojekt GaBi u. a. untersucht, welche Funktionen der Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter von Mitgliedern unterschiedlicher sozialer Welten zugeschrieben und wie diese vermittelt werden, welche Relationen sich zwischen sozialen Welten bei der Herstellung ganztägiger Bildung und Betreuung als Infrastruktur rekonstruieren lassen sowie mittels welcher politischer und administrativer Steuerungsversuche die Ganztagsbetreuung vor und nach dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs prozessiert wird.

 

Projektteam: 

Universität Hildesheim: Prof. Dr. Gunther Graßhoff, Daniel Rohde (wissenschaftlicher Mitarbeiter).

 

Universität Osnabrück: Prof. Dr. Florian Eßer, Prof. Dr. Dominik Krinninger, Dr. Maximilian Schäfer (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Dr.in Kaja Kesselhut (wissenschaftliche Mitarbeiterin).

KiSchu: Kinderrechte und Schutzkonzepte in transorganisationalen Bildungs- und Betreuungsarrangements

Das Forschungsvorhaben KiSchu ist entlang der Dimensionen Fachräfte, Eltern und Organisation strukturiert. Im Fokus steht hier die Fragestellung, ob und – wenn ja – inwiefern, die Verpflichtung zu Schutzkonzepten ein sogenannter ‚game-changer‘ für die Umsetzung von Kinderrechten ist. Darauf basierend werden Dokumentenanalysen sowie einrichtungsspezifische Gruppendiskussionen unter anderem mit Fachkräften und Eltern erhoben, die mit Blick auf Positionen und Verantwortungszuschreibungen bezüglich Kinderschutz und -rechten ausgewertet werden.

 

Projektteam

KiSchu 1: Dimension Eltern (Team Uni Hildesheim Institut für Erziehungswissenschaft: Meike Sophie Baader, Emelie Laura Rimauro)

KiSchu 2: Dimension Organisation (Team Uni Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik: Alida Birke, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer)  

KiSchu 3:  Dimension Fachkräfte (Hochschule Hannover: Lena Knaebe, Martin Wazlawik

 

Responsibilisierungen ex*inklusiver Infrastrukturen

Ein weiteres, querliegendes Teilprojekt widmet sich beispielsweise der Fragestellung, wie sich Verantwortungszuschreibungen und -übernahmen verschieben, wenn der Anspruch inklusiver Kindheiten und somit einer diskriminierungsfreien Teilhabe aller Kinder in der Sozial- und Bildungsinfrastruktur formuliert wird.

Kontakt am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim

Prof. Dr. Gunther Graßhoff

Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim

Gefördert durch

Ein gemeinsames Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für
Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.