Familie auf Zeit - Who cares after care? Eine niedersächsische Studie zur biografischen Bewältigung des Übergangs von jungen Menschen aus der Pflegekinderhilfe

Projektlaufzeit: 01.2021 - 12.2023

Projektbeschreibung

In Niedersachsen lebten zum 31.12.2017 ca. 17.700 junge Menschen in Pflegefamilien oder in stationären Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe. Beide Formen der Fremdunterbringung außerhalb des Elternhauses bedeuten einen intensiven staatlichen Eingriff in die Autonomie der Familie und in die Selbstbestimmung von jungen Menschen. Etwa 7.000 junge Erwachsene zwischen 17 und 19 Jahren haben im Jahr 2017 in Niedersachsen die stationäre Hilfe verlassen.

Das Projekt Familie auf Zeit untersucht explizit den Leaving Care Prozess aus Pflegefamilien in Niedersachsen. In einer mehrperspektivischen Analyse wird erhoben, wie die Beendigung von Pflegeverhältnissen hergestellt wird und sich die soziale Teilhabe der jungen Erwachsenen danach gestaltet. Die Untersuchung erfolgt nach einem multi-method-Verfahren: In einer teilstandardisierten Befragung, sowohl von Care Leavern aus Pflegefamilien als auch von Pflegeeltern, die junge Menschen ins Erwachsenenleben begleitet haben, wird zu zwei Erhebungs­zeitpunkten nach dem Leaving Care erhoben, wie sich dieser Prozess aus der Sicht der Befragten ereignet und weiterentwickelt hat. Dazu werden Care Leaver und Pflegeeltern aus unterschiedlichen Regionen in Niedersachsen an beiden Erhebungszeitpunkten befragt. Zentrale Ergebnisse werden  mit den Befragten in Auswertungsworkshops diskutiert. Ziel ist es, strukturelle Risiken der sozialen Teilhabe in der Übergangsgestaltung und aus der Pflegekinderhilfe und deren biografische Bearbeitung von Care Leavern zu identifizieren sowie den gemeinsamen Herstellungsprozess der Transformation der Familie auf Zeit am Ende der  Pflegekinderhilfe zu beleuchten.

Kontakt

Dr. Severine Thomas
Carina Schilling

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim

Gefördert durch