Essenspraktiken Jugendlicher in stationären Erziehungshilfen

Eine Mixes-Methods-Studie

Projektlaufzeit: 04.2018 - 03.2021

Projektbeschreibung

Jugendliche werden durch Essen sozialisiert, erzogen und gebildet. In öffentlichen Einrichtungen, in denen Jugendliche leben, stellen die Organisation von Essen und der alltägliche Umgang mit Essen Jugendlicher einen  zentralen Aspekt der pädagogischen und therapeutischen Arbeit dar. Das beantragte Forschungsprojekt untersucht mit einem Mixed-Methods-Ansatz die Essenspraktiken Jugendlicher, die in stationärer Erziehungshilfe leben, sowie die organisationale Herstellung des Essens Jugendlicher in den Einrichtungen. Das Untersuchungsdesign besteht neben einer integrierten Übersichtsarbeit zur Aufbereitung des internationalen Forschungsstandes aus den folgenden zwei Zugängen:

  • Mit einer Fragebogenerhebung werden Essensformen Jugendlicher und deren Organisation in stationärer Erziehungshilfe über eine deskriptive Analyse herausgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wer isst was, wann, wo, wie, mit wem sowie Fragen zu den Einstellungen zum Essen und der Organisation von  Essen.
  • In einer qualitativen Untersuchung (teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalyse, Interviews mit Jugendlichen und Fachkräften) steht die Analyse der Essenspraktiken Jugendlicher im Mittelpunkt. Es wird  die Nahrungsaufnahme und Essensorganisation beobachtet. Dabei wird insbesondere auf Essensformen
    geachtet, die „by the way“ stattfinden oder spontan organisiert werden. Die Dokumentenanalyse und die Experteninterviews fokussieren den Sinn und die Deutungen der Organisation zum Essen; die Interviews mit den Jugendlichen die Sinngebungen der Jugendlichen.

Mit dieser Untersuchung soll ein grundlegender Beitrag zur Erforschung der alltäglichen Pädagogik stationärer Einrichtungen in öffentlicher Verantwortung wie auch der Essenssozialisation im Jugendalter geleistet werden.

Kooperation

  • Institut für Medizinische Soziologie der Universität Halle
  • Department Erziehungswissenschaft Psychologie der Universität Siegen durchgeführt