Zum Wandel von Orientierungen in Bezug auf Ausbildung, Arbeit und Solidarität

Projektlaufzeit: 06.2024-02.2027

Projektbeschreibung

Was die arbeitsweltbezogenen Orientierungen junger Menschen am Arbeitsmarkt betrifft, gilt bis heute die vor 35 Jahren u.a. von der Böckler-Stiftung geförderte qualitative Studie „Jugend: Arbeit und Identität. Lebensperspektiven und Interessenorientierungen von Jugendlichen“ (Baethge u.a. 1988) als Scheitelpunkt und Basis der Diskussionen. Diese Studie trug maßgeblich zu einer Differenzierung des Blicks auf die Bedeutung von Arbeit in den Lebensentwürfen und Berufswahlprozessen junger Menschen bei. Seitdem ist abgesehen von quantitativen Abfragen berufsbezogener Einstellungen und Orientierungen und allgemeinen Generationenzuschreibungen keine vergleichbar umfassende Analyse mehr durchgeführt worden. Insbesondere liegen keine systematischen Befunde der Jugendforschung vor, wie sich junge Erwachsene angesichts des fortlaufenden Wandels des Jugendalters und der Erwerbsarbeitsgesellschaft, der Digitalisierung und Klimakrise sowie in der Folge von Wiedervereinigung, Finanzkrise und Covid-19-Pandemie in Bezug auf die Arbeitswelt positionieren.
Vor diesem Hintergrund zielt das Vorhaben auf eine qualitative Analyse der arbeitsweltbezogenen Positionierungen junger Erwachsener und analysiert deren Orientierungen auf Ausbildung, Arbeit und Solidarität. Mit arbeitsweltbezogenen Positionierungen sind dabei nicht nur berufliche Präferenzen, kognitive Deutungsmuster und normative Werteinstellungen in Bezug auf Arbeit und Mitbestimmung gemeint, sondern wechselseitige Prozesse der Anerkennung, Adressierung und Identifikation in Bezug auf Anforderungen und Möglichkeiten der Arbeitswelt im dynamischen Horizont des persönlichen Lebens, solidarischen Handelns und der Bedingungen sozialer Teilhabe, die sich nur qualitativ rekonstruieren lassen.
Im Sinne einer empirischen und theoretischen Weiterentwicklung der Baethge-Studie von 1988 lautet die Fragestellung: Mit welchen Berufs-, Lebens- und Solidaritätsorientierungen positionieren sich junge Erwachsene beim Eintritt in Ausbildung, Studium und Erwerbstätigkeit in der Arbeitswelt? Dazu sollen in jeweils einer städtischen und einer ländlichen Region in Hessen und Sachsen-Anhalt insgesamt 12 Gruppendiskussionen, 50 problemzentrierte Interviews sowie 2 partizipative Workshops mit jungen Erwachsenen im Alter von ca. 20 Jahren zu ihrer Entwicklung und Positionierung in Bezug auf berufliche, politische, gesellschaftliche sowie gewerkschaftsbezogene Themen durchgeführt werden.
Das Sampling erfolgt mit Blick auf die ungleichen Strukturen von Übergängen entlang der regionalen Bildungs- und Arbeitsmarktstatistik kontrastiv und intersektional, wobei ein besonderes Augenmerk auf eine geschlechterbezogene Verteilung gelegt wird.
Die Anlage der Untersuchung erlaubt eine spätere erneute Befragung der jungen Erwachsenen und so eine längsschnittliche Analyse.

Teilnahme und Kontakt

Teilnahme:

- Du bist 18-25 Jahre alt?
- Du kannst dir vorstellen, an einer Gruppendiskussion oder einem Einzelinterview teilzunehmen?

Dann meld dich bei uns!

Insta: @apos_forschungsprojekt
Mail: apos(at)uni-hildesheim.de

 

Ansprechpersonen

Caroline Krieg

Milena Schon

Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim