Ziele

Ziel ist die weitere Entwicklung und Ausdifferenzierung des Themenschwerpunktes „Pflege- und Versorgungsorganisation (PVO)“, der in den Kontext sozialer Dienstleistungen eingebettet werden kann.

Angedacht ist eine Erweiterung des bestehenden curricularen Angebots, das für den BA-Studiengang nutzbar ist, aber ggf. auch auf Zertifikatsbasis von anderen Zielgruppen studierbar sein könnte. Der konkrete Umfang, die Veranstaltungsformen und Zugangsfragen sollen gemeinsam im Institut SOP entwickelt werden. Flankierende Projektanträge sollen genutzt werden, um weitere Ressourcen für die Entwicklungsarbeit gewinnen zu können.

Es sollen Studieninhalte entwickelt werden, die explizit auf den „PVO“-Schwerpunkt ausgerichtet sind. Dabei sollen auch flexibilisierende hochschuldidaktische Arrangements, z.B. digitale Lehrformen, entwickelt und erprobt werden. Im Ergebnis entstehen durch diesen Schwerpunkt zusätzliche Lehrveranstaltungen, die für alle SOP-Studierenden geöffnet werden und schrittweise zu einem Schwerpunkt ausgebaut werden.

Mit der Entwicklung eines modularen und in einem universitären Zertifikat mündendes Qualifizierungsangebots „Pflege- und Versorgungsorganisation (PVO)“, das zu ausgewählten Themen auch digital studierbar sein soll, beabsichtigt die Universität Hildesheim eine zukunftsweisende Qualifizierung von Pflege-Personal neuen Typs, das für die soziale und regionale Organisation von Pflegedienstleistungen befähigt werden soll. Damit soll ein Beitrag zur Sicherung einer patienten-orientierten Pflegeversorgung geleistet werden, insbesondere auch in dünnbesiedelten Regionen. Berufstätige mit abgeschlossener Pflegeausbildung (auch Personen, die sich z.B. in einer Familienphase befinden) sollen mit dieser wissenschaftlich fundierten Weiterqualifizierung angesprochen werden, um Pflegeprozesse – über die stationäre Pflege hinaus – entsprechend sozialer und regionaler Erfordernisse qualitäts- und patientensicherheits-orientiert organisieren zu können. Nicht nur mittels klassischer Hochschuldidaktik, sondern auch über digitale Lern-arrangements, sollen individuelle Einstiegs- oder Vertiefungsmöglichkeiten angeboten werden, die im Idealfall mit einem systematisch erworbenen Zertifikatsabschluss abgeschlossen werden.

Um die Motivation für ein entsprechendes nebenberufliches Modul- oder Zertifikats-Studium zu fördern, soll durch eine betont digitalisierte Studienkommunikation und -organisation quasi beiläufig eine Kompetenzmotivation für eine Art Workplace-Learning gefördert werden, die für die absehbare Digitalisierung von Dienstleistungen im Bereich der Pflege- und Versorgungsorganisation funktional sein dürfte (wie z.B. elektronische Assistenzsysteme zur Erfassung und Dokumentation pflegerelevanter Patientendaten, digitale Aktenführung etc).

Die entwickelten Module können sich die Berufstätigen auch im bestehenden Bachelor-Studiengang Sozial- und Organisationspädagogik formal anrechnen lassen und erhalten damit einen gut organisierten Übergang in ein Studium.

Zudem ist als Synergieeffekt intendiert, dass die entwickelten die bewusste potentielle Verzahnung von berufstätigen und konsekutiv studierenden Lernern fruchtbare ‚Irritationen’ auslöst: Die Auseinandersetzungen von Berufstätigen in der Pflege mit Studierenden, die ein breites Spektrum sozialer Dienstleistungen organisieren lernen, verspricht einen didaktischen Profit bei der wechselwirksamen Konfrontation von wissenschaftlichen Modellen und Konzepten mit praxisfokussierten Erfahrungen / Praxisfällen.

Pflege wird dabei als eine soziale Dienstleistung betrachtet, die gegenwärtig grundlegenden Veränderungstendenzen unterworfen ist. Zusammenfassend lassen sich Kristallisationspunkte dieser Veränderungen im Sozial- und Gesundheitssektor markieren, die insbesondere die regionale und kommunale Pflegeorganisation sowie Aus- und Weiterbildung herausfordern. Angesichts dieser Herausforderungen kommt es darauf an, Forschungsperspektiven und Studieninhalte auszubilden, die eine patientenorientierte soziale Pflegeorganisation wohnortnah, zeitlich unbegrenzt und kultursensibel thematisieren können.