Universität Hildesheim - Meldungen - Institut für Sozial- und Organisationspädagogik https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Institut für Sozial- und Organisationspädagogik de-de Stiftung Universität Hildesheim Thu, 05 Dec 2019 23:07:05 +0100 Thu, 05 Dec 2019 23:07:05 +0100 TYPO3 EXT:news news-17896 Wed, 20 Nov 2019 07:42:00 +0100 App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/app-zur-staerkung-der-rechte-von-jungen-menschen-in-pflegefamilien/ Eine neu entwickelte App für junge Menschen in Pflegefamilien soll dabei helfen, die Beteiligungs-, Schutz- und Beschwerderechte von jungen Menschen in Pflegefamilien zu stärken. Entwickelt wurde die App im Verbundprojekt FosterCare am Universitätsklinikum Ulm, der Hochschule Landshut und der Universität Hildesheim. Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlicht das Verbundprojekt FosterCare eine App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien.

Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2019 setzt eine neue App die Stärkung der Kinder- und Jugendrechte im Bereich der Pflegekinderhilfe ganz oben auf die Agenda. Die schwerwiegenden Fälle von Kindesmissbrauch in einer Pflegestelle auf einem Campingplatz in Lügde machen offenkundig, dass die App des Verbundprojekts FosterCare genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Die App ist eine Möglichkeit junge Menschen in Pflegefamilien zu informieren und ihnen ein Kontaktangebot zu machen. Erfahrungen in anderen Projekten zeigen, dass es hierbei neuer Wege bedarf, um die jungen Menschen vor allem in möglichen belastenden Situationen zu erreichen. Mithilfe der App können sie Infos erhalten und über eine Messenger-Funktion mit den Projektmitarbeiter*innen in Kontakt treten und über ihre Erfahrungen berichten. Bei Bedarf werden die Betroffenen an Beratungsstellen vermittelt. Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende 2020 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ gefördert.

Die App ergänzt das bereits vom Projekt bereitgestellte niederschwellige Angebot der bundesweiten FosterCare-Hotline unter der Nummer 0800 98 00 200. Hier können junge Menschen in Pflegefamilien bereits kostenfrei ihre Erfahrungen und Vorstellungen mitteilen, was eine gute Pflegefamilie ausmacht und was ihre Schutz-, Beteiligungs- und Beschwerderechte stärken kann. Mithilfe der verschiedenen Zugänge will der Forschungsverbund Erfahrungen, Sichtweisen und Wünsche der jungen Menschen sammeln und auswerten, um anschließend herauszuarbeiten, welche Schutzkonzepte im Bereich des Pflegekinderhilfe benötigt werden.

Bislang sind mögliche Risiken für junge Menschen in Pflegefamilien wenig erforscht. In der Praxis finden sich bislang nur Einzelmaßnahmen für einen besseren Schutz, aber keine aufeinander abgestimmten Konzepte oder Verfahren für alle Akteur*innen in der Infrastruktur der Pflegekinderhilfe. Mit dem Verbundprojekt FosterCare soll dazu beigetragen werden diese Lücken zu schließen. Auf Basis der Erfahrungen junger Menschen sowie von Pflege- und Herkunftsfamilien und Fachkräften werden feldspezifische Schutzkonzepte für die Pflegekinderhilfe entwickelt. Am Universitätsklinikum Ulm, der Universität Hildesheim und der Hochschule Landshut werden darum auch Praxisrecherchen und Gruppendiskussionen mit allen Akteur*innen durchgeführt. Vor dem Hintergrund aller Ergebnisse werden schließlich mit fachpolitisch relevanten Schlüsselpersonen Handlungsempfehlungen erarbeitet. 

Im Jubiläumsjahr der UN-Kinderrechtskonvention leistet das Verbundprojekt FosterCare einen notwendigen Beitrag zur Stärkung persönlicher Rechte junger Menschen in der Pflegekinderhilfe durch Schutzkonzepte. Die UN-Kinderrechtskonvention stattet alle jungen Menschen mit Rechten zur Aufklärung, Information und Transparenz in allen Angelegenheiten aus, die sie betreffen. Ihnen werden auch Möglichkeiten zur Beschwerde sowie Mitsprache bei behördlichen Vorgängen garantiert. Die Stärkung dieser Kinderrechten in der Pflegekinderhilfe gehört darum endlich auf die Agenda.

Die App ist im App Store und im Google Play Store verfügbar.

Durch unterschiedliche Forschungsprojekte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe liegt im Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, seit Jahren, ein Fokus auf der Entwicklung und Etablierung von Schutzkonzepten und der Stärkung der höchstpersönlichen Rechte von jungen Menschen.

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Universität Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17888 Mon, 18 Nov 2019 10:16:41 +0100 Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/empfehlungen-fuer-mehr-beteiligung-der-jungen-generation-auf-bundesebene/ Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen erarbeitet, wie junge Menschen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer – Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums – weist darauf hin, dass gegenwärtig politische Beratungsprozesse auf Bundesebene in vielen Ressorts weitgehend ohne die junge Generation stattfinden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit diesem Jahr Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen.

Das Bundesjugendkuratoriums hat jetzt Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation in der Politikberatung auf Bundesebene erarbeitet.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden?

Junge Menschen fordern gegenwärtig, wie sich beispielsweise mit den Protesten für mehr Umwelt- und Klimaschutz („Fridays for Future“) zeigt, die Politik heraus. Sie machen ihr Wissen deutlich und verlangen neue Antworten der Politik für eine bessere Gegenwart und Zukunft.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden? Gerade gegenwärtig – 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderechtekonvention – ist diese Frage hochaktuell.

Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen bisher kaum vertreten

Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums findet die Bundespolitik weitgehend ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit jungen Menschen statt. Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen kaum vertreten.

Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, so die Forderung des Gremiums. Entscheidungsträger sollten sich stärker neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen annähern, in denen junge Menschen sich austauschen, eine politische Meinung bilden und diese mitteilen. Die Kinder- und Jugendpolitik sollte mit jungen Menschen gestaltet werden. Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Professor Wolfgang Schröer: „Das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen“

„Schauen wir uns die Gremien genauer an, die über die Zukunft und Politik auf Bundesebene – aber auch in anderen Kontexten – beraten, hier fehlen junge Menschen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen. Dafür gilt es neue Formen der Auseinandersetzung zu finden und diese nachhaltig mit jungen Menschen aufzubauen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leaver*innen“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer@uni-hildesheim.de.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

Sommerfest

Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
news-16370 Tue, 30 Jul 2019 13:26:00 +0200 Soziale Dienste: Dualer Masterstudiengang an Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/soziale-dienste-dualer-masterstudiengang-an-uni-hildesheim/ Zum Wintersemester 2019/2020 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste universitäre berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Die Studierenden können sich auf „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“ spezialisieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!). Soziale Dienste studieren:
Jetzt bis 15.9.2019 bewerben

Die Universität Hildesheim bietet den bundesweit ersten berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an. Das Studium bereitet Berufstätige auf eine hoch qualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor.

Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort bis zum 15. September 2019  (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium beginnt im Herbst 2019.

Beruf und Studium kombinieren

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Das bestätigen Praxispartner der Hildesheimer Universität. Dr. Stefan Henniger, Chefarzt Psychosomatik der Median Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, sagt: „In der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation stehen wir Menschen zur Seite, die sich in einer komplexen Lebenskrise oder Neuorientierung nach körperlicher Erkrankung befinden. Neben dem sich Einfühlen, Mitfühlen und Aushalten von schwierigen Bedingungen und Kontexten benötigen wir ein sozialmedizinisches Denken und Handeln, welches sich erst in der Verbindung zwischen profundem Wissen und Praxiserfahrung entfalten kann. Die Kooperation mit dem dualen Masterstudiengang Soziale Dienste der Universität Hildesheim sehen wir als wichtige Bereicherung unseres multiprofessionellen Teams, um in unserem Haus eine bestmögliche bio-psycho-soziale Behandlung anzubieten.“

„Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Mit dem neuen Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

Schwerpunkte im Studium sind „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung.

Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang sind online abrufbar.

Sie haben Fragen zum Masterstudiengang? Sprechen Sie uns gerne an!

Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. September 2019 (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Was ist ein berufsintegrierender Masterstudiengang?

Es handelt sich um den bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang. Viele der bisherigen Angebote sind von Fachhochschulen oder privaten Hochschulen. Die Angebote von Universitäten sind bisher entweder Weiterbildungsmaster und damit nicht grundständig oder nur praxis- oder berufsbegleitend, d.h. Beruftätigkeit ist nebenbei möglich oder erwünscht.

„In unserem Fall bedeutet berufsintegrierend, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Unser Studienangebot ist in der spezifischen Kombination von Master, berufsintegrierend und Universität einmalig“, erläutert Professorin Inga Truschkat.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-16849 Mon, 27 May 2019 15:31:39 +0200 Hochschulforschung – Hohe Relevanz für die Hochschulpraxis https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/hochschulforschung-hohe-relevanz-fuer-die-hochschulpraxis/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ arbeiten an Forschungsprojekten, die eine hohe gesellschafts- wie hochschulpolitische Relevanz aufweisen. Um sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulforschung sowie aus dem Hochschulmanagement bundesweit auszutauschen, trafen sie sich im Rahmen der „3. Hildesheimer Dialoge“ an der Universität Hildesheim. Ein Gastbeitrag des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“

Zu den aktuellen Themen an Hochschulen zählen zum Beispiel, wie die Betreuung von Promovierenden stetig verbessert werden kann, wie die Hochschulen angesichts der gestiegenen Studierendenzahlen und nach wie vor hohen Abbruchquoten eine qualitativ gute und ansprechende Lehre leisten können, aber auch, wie sukzessive der Anteil an Professorinnen und Frauen in den Spitzen- und Leitungspositionen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb erhöht werden kann, und welche Maßnahmen und Strategien Hochschulen ergreifen, um ihre Beschäftigten sowie die Studierenden vor sexualisierter Gewalt und Belästigung zu schützen.

Grund genug für das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ einige empirische Forschungsprojekte zu den oben genannten aktuellen Themen beim 3. Hildesheimer Dialog vorzustellen und Inhalte, Methoden, Vorgehensweisen, Ergebnisse und die Praxisrelevanz mit den Gästen intensiv zu diskutieren.

Empirische Forschungsprojekte, Methoden, Inhalte und Vorgehensweisen wurden auf der Tagung vorgestellt

Die meisten – mit einer Ausnahme – dort vorgestellten Projekte stehen am Beginn ihrer Forschungsphase. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Bührmann. Sie ist Professorin für Soziologie und Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen und war mit großem Interesse nach Hildesheim gereist, um sich einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen rund um die Hochschule zu verschaffen.

Den Auftakt der Diskussionsrunde machte Prof. Dr. Tanja Paulitz von der TU Darmstadt. Sie gab einen spannenden Einblick in ein in Deutschland wenig untersuchtes Forschungsfeld: In dem BMBF-Projekt „Jenseits der Gläsernen Decke“ untersucht sie gemeinsam mit Leonie Wagner, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und einem Team, welche Marginalisierungserfahrungen Professorinnen an Universitäten wie Fachhochschulen machen. Im Kern ihres Projektes geht es darum, die sehr feinen und zum Teil wenig bewussten Mechanismen des Unsichtbarmachens, des Übersehens und Wegdrängens von Spitzenfrauen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb aufzuzeigen und daraus Gegenstrategien für eine Sensibilisierung und für inklusive Anerkennungspraktiken zu entwickeln.

Noch in der ersten Phase der Förderung ist das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“, das Prof. Dr. Meike Sophia Baader, vom Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim, zusammen mit Dr. Christin Sager, ebenfalls vom Institut für Erziehungswissenschaft, leitet: „Unser Projekt geht der Frage nach, wie Hochschulen als Organisation mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ umgehen, welche Richtlinien und Beratungsangebote institutionalisiert und welche Formen von Best Practice identifiziert werden können“, erklärte Meike Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft und Vize-Präsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim.

„Zudem fragen wir danach, ob das Thema in pädagogischen Studiengängen in der Lehre angekommen und verankert ist, gibt es doch seit 2010 eine erhöhte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten, so dass ein professioneller Umgang damit Teil der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sein sollte. Zusammen mit Akteuren und Akteurinnen aus der Region werden wir Handlungsempfehlungen erarbeiten“. Ihr Projekt wird bis Ende 2021 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, ebenso wie das Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“ von Dr. Daniela Böhringer und Prof. Kai-Olaf Maiwald, beide von der Universität Osnabrück, und Dr. Svea Korff vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. Das Forschungsteam an den beiden Standorten untersucht unterschiedliche Settings der Betreuung, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft dem Nachwuchs Leistung interaktiv zugeschrieben wird. Dazu werden Videoaufnahmen gemacht und konversationsanalytisch ausgewertet.

Die Promotionsphase und der anschließende Übergang in den akademischen und außerakademischen Arbeitsmarkt stehen im Mittelpunkt eines weiteren Forschungsprojektes, dessen Eckpunkte ebenfalls bei den Hildesheimer Dialogen vorgestellt wurden: Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab einen Überblick über die großangelegte Studie „NACAPS – National Academics Panel Study“. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie, die er mit seinem Team durchführt, werden regelmäßig Promovierende und Promotivierte in Deutschland zu den Bedingungen des Promovierens, ihren Karriereabsichten, Karriereverläufen und allgemeinen Lebensbedingungen gefragt. Auch die Universität Hildesheim beteiligt sich an dieser Befragung.

Den thematischen Abschluss bildete ein aktuelles Forschungsprojekt, das die akademische Lehre und vor allem die Hochschullehrenden in den wissenschaftlichen Blick nimmt: Wie reagieren Lehrende auf neue Anforderungen, die an eine zeitgemäße Lehre gestellt werden? Gehen Lehrende darauf ein, digitale Medien vermehrt in ihre Lehre zu integrieren? Setzen sie Aspekte einer gender- und diversityorientierten Lehre um? Diesen Fragen geht Dr. Marion Kamphans vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ in ihrem von der Universität Hildesheim geförderten Habilitationsprojekt nach, das sie den Anwesenden vorstellte.

Hildesheimer Dialoge initiieren Austausch über Hochschulforschung und Hochschulentwicklung

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft und für Sozial- und Organisationspädagogik (Prof. Dr. Meike Baader; Prof. Dr. Wolfgang Schröer; Dr. Svea Korff; Dr. Marion Kamphans) der Universität Hildesheim die „Hildesheimer Dialoge“. Von besonderem Interesse ist es, einen Austausch mit anderen an Themen der Hochschulforschung und Hochschulentwicklung Interessierten zu initiieren.

Zentrales Ziel ist es, sich auf Landes- und Bundesebene zu vernetzen. Ein dritter Grund für dieses Format ist, die hochschulpolitische wie praktische Relevanz der empirischen Studien und Projekte – die im Forschungscluster bearbeitet werden in ihrer Anschlussfähigkeit für Veränderungsprozesse an Hochschulen, etwa für das Hochschulmanagement oder die akademische Personalentwicklung zu diskutieren.

Kontakt bei Fragen zu den Hildesheimer Dialogen: Dr. Marion Kamphans, Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allg. Erziehungswissenschaft (E-Mail: kamphans@uni-hildesheim.de)

Kontakt bei Fragen zum Forschungscluster „Hochschule und Bildung“: Dr. Svea Korff, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de)

Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim; Dr. Daniela Böhringer, Universität Osnabrück; Dr. Svea Korff, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim; Dr. Mark Bajohrs, Universität Mainz; Carolin Bätge, Universität Hildesheim; Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück; Dr. Marion Kamphans, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“; Dr. Christin Sager, Universität Hildesheim; Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim; Dr. Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover; Prof. Dr. Tanja Paulitz, TU Darmstadt.

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news-16733 Tue, 07 May 2019 14:07:00 +0200 Übergang von der Heimerziehung in ein eigenverantwortliches Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uebergang-von-der-heimerziehung-in-ein-eigenverantwortliches-leben/ Wissenschaftlerinnen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik entwickeln eine vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben. Ministerin Birgit Honé informierte sich über das EU-geförderte Projekt. EU-Pojekt - Soziale Innovationen
Übergänge aus Heimerziehung und Vollzeitpflege

Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, hat auf ihrer europapolitischen Tour durch Niedersachsen das Forschungsteam am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das EU-geförderte Projekt „Trans-Fair“.

Das EU-geförderte Projekt hat das Ziel, jungen Menschen den Übergang aus der Heimerziehung und Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben zu erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen stellten der Ministerin das Projekt, welches sich im letzten Drittel des zweijährigen Förderzeitraums befindet, vor. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftlerinnen Britta Karner, Jessica Feyer, Maria Schube und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik erstmals für die Region Hildesheim - auch mit Signalwirkung für Landes- und Bundesebene, eine rechtskreisübergreifende, vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben (sogenannte Care Leaver) entwickeln.

Hierzu bindet das Forschungsteam möglichst viele Akteuere unterschiedlicher sozialer Dienste in den Prozess ein. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftlerinnen Informationsmaterialien über die eigenen Rechte im Übergang für Care Leaver und entwickeln gemeinsam mit freien Trägern und unter Mitwirkung von betroffenen jungen Menschen Konzepte zu einer besseren informellen Begleitung (unter anderem Paten, peer-to-peer-Angebote).

„Ziel ist es, die Risiken des Übergangs von Care Leavern in ein eigenverantwortliches Leben abzumildern. Diese zeigen sich zum Beispiel in einer zum Teil fehlenden Existenzsicherung oder auch drohender Wohnungslosigkeit, aber auch in der Gefährdung von Bildungszielen aufgrund der belastenden Lebenssituation an der Schwelle zwischen stationärer Jugendhilfe und einem eigenständigen Leben“, sagt Dr. Severine Thomas.

„Das Projekt Trans Fair beeindruckt mich sehr, denn Care Leaver verdienen unser besonderes Augenmerk. Und die eng verzahnte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Jobcenter und Universität zeigt, dass auf diesem Weg nicht nur die Situation junger Menschen verbessert wird, sondern auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner“, sagt Ministerin Birgit Honé.

Kontakt bei Fragen zum Forschungsprojekt Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de).

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news-16657 Wed, 24 Apr 2019 13:33:50 +0200 In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/in-der-praxis-sozialpaedagogisches-projektsemester/ 120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

Abschlussveranstaltung

Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

„Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Universität Hildesheim Fachbereich 1 Studierendenportal
news-16089 Fri, 01 Feb 2019 10:54:30 +0100 Professor Wolfgang Schröer ist Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/professor-wolfgang-schroeer-ist-vorsitzender-des-bundesjugendkuratoriums/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert. Professor Wolfgang Schröer wurde nun zum Mitglied des Bundesjugendkuratoriums berufen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge übernimmt zugleich den Vorsitz des Gremiums. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer wurde zum Vorsitzenden des Bundesjugendkuratoriums berufen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Bundesjugendministerin Franziska Giffey hat die 15 Mitglieder des Sachverständigengremiums für die 19. Legislaturperiode in dieser Woche berufen.

Über Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutieren

Kindheit und Jugend ermöglichen! ist ein zentraler Anspruch der Kinder- und Jugendpolitik. An diesem Anspruch ist auch jede Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik zu messen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler möchte Wolfgang Schröer dazu beitragen, dass grundlegend über die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutiert wird und Kinder- und Jugendpolitik auch für Kinder und Jugendliche erfahrbar wird. So unterstützt das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch die Veranstaltung „#letstalkabout“ am 22. Februar 2019 von 17:00 bis 20:00 Uhr im Rathaus Hildesheim, die von jungen Menschen in Hildesheim vorbereitet wird, damit Jugendliche mit Politikerinnen und Politiker ins Gespräch kommen.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leavern“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Politik ist angewiesen auf die Kompetenz der Sachverständigen, um das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln

Die Ministerin hebt hervor: Die Politik sei angewiesen auf die „Kompetenz der Sachverständigen, um den Kinder- und Jugendmedienschutz auf die Höhe der Zeit zu bringen und das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln. Auch beim Thema Kinderrechte ins Grundgesetz ist das Bundesjugendkuratorium gefragt- damit Deutschland spürbar kinderfreundlicher wird und letztlich auch die Rechte von Familien gestärkt werden.“

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer[at]uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Startseite Forschung
news-15912 Tue, 18 Dec 2018 15:10:23 +0100 St. Bernward Krankenhaus fördert Stiftungsprofessur an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/st-bernward-krankenhaus-foerdert-stiftungsprofessur-an-der-universitaet-hildesheim/ Neue Berufsperspektiven für die Pflege: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik wollen gemeinsam mit dem St. Bernward Krankenhaus das Gesundheitswesen in der Region stärken. Das Krankenhaus fördert über fünf Jahre die Stiftungsprofessur im Bereich der Pflege- und Versorgungsorganisation. Welche Zukunftsstrategien gibt es für den Pflegeberuf? Wie lässt er sich weiterentwickeln und wie kann die Versorgungssituation für die Menschen in der Region verbessert werden? Mit diesen Fragen haben sich die Universität Hildesheim und das St. Bernward Krankenhaus auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wurden unterschiedliche Initiativen im Kontext von Pflege und Versorgung vor gut einem Jahr zu einem neuen Forschungsschwerpunkt gebündelt. Das St. Bernward Krankenhaus (BK) unterstützt die dafür eigens geschaffene Stiftungsprofessur finanziell über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer sechsstelligen Summe.

„Mit der Förderung der Stiftungsprofessur möchten wir uns zum einen als Akademisches Lehrkrankenhaus im Bereich Pflege positionieren“, erläutert Stefan Fischer, Geschäftsführer des St. Bernward Krankenhauses. Zum anderen wolle das BK gemeinsam mit der Universität Hildesheim neue Wege gehen und die Zukunft der Pflege mitgestalten, das Berufsfeld breiter und vernetzter aufstellen.

„Wir denken dabei an neue Berufsbilder, die wir im Pflegesektor schaffen können, oder an engere Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, ergänzt Dr. Cornelia Schwenger-Fink, die als Hebamme und Pädagogin am Ausbildungszentrum des St. Bernward Krankenhauses tätig ist und die dortige Hebammenschule leitet. Vorstellbar seien zum Beispiel Gesundheitsberatungsstellen, unter anderem für Sucht- oder Adipositaspatienten, oder andere, stark patientenorientierte Angebote. Gerade vor dem Hintergrund überlasteter ärztlicher Praxen und mit Blick auf den demografischen Wandel seien dies interessante Zukunftsperspektiven für den Gesundheitssektor.

Der Schwerpunkt Pflege und Versorgung ist neben anderen Themen ein wichtiger Fokus im Bachelorstudium Sozial- und Organisationspädagogik. Es wird dort ein sozialpädagogisches Verständnis von Pflege entfaltet und es stehen vor allem ganzheitliche Konzepte im Zentrum des Curriculums, die multiprofessionelles Können erfordern. Aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung im Kontext der Pflege wie auch Diversität als Chance bei der Erbringung von Pflegedienstleistungen sind Querschnittsthemen.

Der Transfer von Forschungserkenntnissen in die Region im Bereich des Gesundheitswesens sei von hoher Bedeutung, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Berufsanfängern innerhalb der Pflege bietet der neu geschaffene Schwerpunkt die Möglichkeit des Übergangs in eine akademische Laufbahn und somit ein erweitertes berufliches Spektrum. „An unserem Ausbildungszentrum führen  wir in der Regel keine Studien durch. Ein wissenschaftliches Lehren und Lernen können wir daher nur bedingt selbst anbieten“, erläutert Dr. Schwenger-Fink. Aus diesem Grund sei die Kooperation mit der Universität Hildesheim eine gute Ergänzung zur Pflegeausbildung am BK und ermöglicht die Anschlussfähigkeit an den tertiären Bildungsbereich.

Aber auch Pflegekräfte, die bereits seit Jahren in ihrem Beruf arbeiten, können diese Ressourcen zur akademischen Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernkonzeptes nutzen. „Dank des modular strukturierten und zum Teil digitalen Lehr- und Lernangebotes können Seminare berufsbegleitend belegt werden“, freut sich Schwenger-Fink.

Wer sich für die Forschung und Lehre am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik im Bereich der Pflege interessiert, erreicht den Institutsleiter Professor Dr. Gunther Graßhoff sowie Birgit Oelker und Professor Dr. Herbert Asselmeyer, Leiter der Lehr- und Forschungseinheit „Pflege- und Versorgungsorganisation“.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-15893 Fri, 14 Dec 2018 07:45:00 +0100 Studie zur Evakuierungshilfe: Wo finden Hildesheimer Einwohner Zuflucht in Notsituationen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studie-zur-e/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim haben vor einem Jahr während einer Bombenentschärfung in Hildesheim 445 Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 15 bis 96 Jahren befragt, wo sie Zuflucht finden. Mit der Studie dokumentiert das Forschungsteam, bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen. Vor einem guten Jahr wurde in der Hildesheimer Innenstadt zwischen der Marienschule und der Friedrich-List-Schule eine Bombe entschärft. Rund 20.000 Menschen mussten am 16. August 2017 aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert werden. Im ganzen Stadtgebiet gab es an nächsten Morgen kein anderes Gesprächsthema: „Wo hast du die Nacht verbracht?“.

Diese besondere Notsituation hat Alia Herz-Jakoby, Katharina Mangold und Andreas Herz vor einem Jahr teilweise selbst zu Evakuierten gemacht. Über eine Onlinebefragung wollten sie herausfinden, wie die Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sich in einer solchen Situation gegenseitig unterstützen. Denn übliche Unterstützungsbeziehungen in der Nachbarschaft tragen in solchen Notsituationen nicht, weil ganze Straßenzüge und Stadtteile evakuiert werden mussten, sagt  Alia Herz-Jakoby.

Wie haben die Menschen überhaupt von der Evakuierung erfahren, wo fanden sie Unterkunft für die Nacht und wie haben sie die Evakuierung erlebt? Aus ihrer Studie können Aussagen über spontane Unterstützungsleistungen in Notsituationen abgeleitet und Anregungen für ein Notfallmanagement gegeben werden.

445 Personen im Alter zwischen 15 und 96 Jahren füllten den Onlinefragebogen aus.

Kritik am Informationsfluss: Ohne Freunde und soziale Medien hätten viele nicht von der Bombe erfahren

Viele der Betroffenen haben über Medien und Freunde erfahren, dass es zu einer Evakuierung kommt. So geben 27,9% der Befragten an, dass sie über soziale Medien (Facebook, Twitter) von der Evakuierung erfahren haben, weitere 19% nennen Freunde als Informationsquelle. Die meisten Personen wurden über persönliche Kontakte über die Evakuierung informiert, lediglich 6% waren auf die Information durch die Feuerwehr oder Polizei angewiesen. Generell wird Kritik am Informationsfluss bezüglich des Zeitpunkts der Information deutlich; die Bürgerinnen und Bürger hätten sich schnellere und breitere Informationen gewünscht.

Der Live-Ticker der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung wurde von einigen Befragten als sehr hilfreich und gut bewertet. Dem Internet kam dabei im Gegensatz zu den anderen Medien wie TV oder Radio die zentrale Rolle zu, das eingerichtete Bürgertelefon sei hingegen wenig hilfreich gewesen, weil die Nummer immer besetzt war. Die befragten Personen beschreiben die Arbeit der Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer in dieser Nacht als sehr engagiert.

Rund 26% geben an, dass sie bei Freunden unterkommen, während 16% bei Eltern sowie 10% bei anderen Verwandten eine Herberge finden. Insgesamt sind private Kontakte – also die Partnerin oder der Partner, das Kind, Geschwister oder Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte – höchst relevant für eine kurzfristige Unterkunft und machen insgesamt 75% aus. Dabei sind es meist die langjährigen Beziehungen (durchschnittlich kennen sich die Personen 17 Jahre) zu Personen die einem nahe stehen und mit denen man sehr regelmäßig Kontakt hat, auf die in der Notsituation zurückgegriffen wird. In Sammelunterkünften verbringen hingegen rund 7% die Nacht, wobei es sich hierbei insbesondere um ältere Menschen handelt. Einige Personen halfen sich selbst und verbrachten die Nacht im Auto (4,5%) oder harrten bis zur Entwarnung im Freien aus (1,4%). Die meisten Personen (75%) haben vier Stunden nach Bekanntgabe des Bombenfundes ein neues Quartier für die Nacht gefunden, dabei benötigen 80% der Befragten eine halbe Stunde oder weniger für den Weg zu ihrem Spontanquartier, meist in anderen Stadtteilen wie Itzum oder Himmelsthür, sowie in Derneburg, Harsum, Hannover, Sorsum oder Lengede.

Der abendliche und nächtliche Transport war für einige Personen eine zentrale Herausforderung, da der öffentliche Nahverkehr eingestellt war und die Menschen nicht mehr von A nach B kamen.

Studie dokumentiert Unterstützungssysteme in Notsituationen

Das Forschungsteam leitet aus der Studie Überlegungen für ein Katastrophenmanagement ab: Eine zentrale Informationsplattform auf der Internetpräsenz der Stadt Hildesheim könnte die notwendigen Fakten liefern und die Lage erläutern, um Bürgerinnen und Bürgern möglichst zeitnah und transparent Informationen zur Verfügung zu stellen. Hierüber wäre ein Art spontane Herbergsbörse, auf welche Privatpersonen ihre Unterstützung hätten anbieten können, wünschenswert, um die Hilfsbereitschaft der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger zu organisieren, sagt Katharina Mangold.

Die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim dokumentieren mit ihrer Studie beispielhaft die Unterstützungssysteme in Notsituationen. „Diese Studie war insbesondere wichtig, um diese Form der Spontan-Unterstützung besser verstehen zu können. Dies kann für kommende Einsätze hilfreiche Informationen geben, beispielsweise zur Mobilisierung von Schlafplätzen, Informationsweitergabe zum Evakuierungsstatus, Vorhandensein von privaten Unterkunftsmöglichkeiten", sagt Andreas Herz.

Medienkontakt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sind bei Fragen per E-Mail erreichbar (Dr. Andreas Herz, herzand[at]uni-hildesheim.de).

Weitere Informationen über die Forschung

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung
news-17403 Sat, 01 Dec 2018 14:09:00 +0100 "Ich kann Chlor nicht mehr riechen" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ich-kann-ch/ Die ehemalige deutsche Schwimmmeisterin Franziska Meyer studierte Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-17402 Fri, 30 Nov 2018 14:02:00 +0100 Expertin für Bildung an der Uni https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/expertin-fuer/ Janna Teltemann ist die neue Professorin für den Bereich Bildungssoziologie. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Bildungsungleichheiten. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Soziologie news-17281 Tue, 25 Sep 2018 11:18:00 +0200 Kann ein Kind zwei Mütter haben? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kann-ein-kin/ Theresa Richarz, Kirsten Scheiwe und Harry Willekens von der Universität forschen zum Thema Kindeswohl im internationalen Vergleich. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-16913 Tue, 11 Sep 2018 14:35:00 +0200 Elternrechte nach der Trennung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/elternrechte/ Die Universität veranstaltet unter der Federführung von Kirsten Scheiwe eine Tagung zum Thema Mutterschaft und Recht. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse news-16912 Tue, 11 Sep 2018 14:30:00 +0200 Wo das Geschlecht unwichtig ist https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wo-das-gesch/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik veranstaltet zusammen mit der AIDS-Hilfe und dem TfN eine Filmreihe und ein Theaterstück, um über queere Familien aufzuklären. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-15430 Mon, 10 Sep 2018 08:53:00 +0200 Internationale Konferenz zu Recht und Mutterschaft https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/internationale-konferenz-zu-recht-und-mutterschaft/ Kann ein Kind rechtlich zwei Mütter oder zwei Väter, oder mehr als zwei haben? Ein Team um Professorin Kirsten Scheiwe befasst sich mit den rechtlichen Regelungen der Mutterschaft. Fachleute aus Kanada, England, Belgien und Deutschland stellen an der Universität Hildesheim Forschungserkenntnisse vor. Professorin Kirsten Scheiwe forscht und lehrt am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zu den Themen Familienrecht, Sozialrecht, Sozialpolitik sowie Recht und Geschlechterverhältnisse. Die Wissenschaftlerin lädt im September 2018 gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung der Universität Göttingen zur internationalen Konferenz „Motherhood and the Law“ (Mutterschaft und das Recht) ein.

Fachleute unter anderem aus Oxford, Antwerpen und Vancouver befassen sich mit den rechtlichen Regelungen der Mutterschaft aus der Perspektive der Rechtswissenschaft und Gender Studies.

Sie stellen Forschungsergebnisse aus den Projekten „Mutterschaft im Zeitalter der Reproduktionsmedizin: Eizellspende, Embryoadoption und Leihmutterschaft“ (Prof. Dr. Eva Schumann, Karina Seebode, Göttingen), „Elternschaft jenseits der Geschlechternorm: Single Mothers by Choice, gleichgeschlechtliche und multiple Elternschaft“ (Prof. Dr. Friederike Wapler, Theresa Richarz, Mainz) und „Gemeinschaftliche oder Alleinausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge? Ein internationaler Vergleich der Rechtsregeln und ihr Einfluss auf Verhandlungsmacht“ (Prof. Dr. Kirsten Scheiwe) vor.

Die Konferenz findet vom 13. bis 15. September 2018 in Hildesheim statt [Programm]

Im Interview spricht Professorin Kirsten Scheiwe über die Notwendigkeit der Forschung in diesem Bereich.

„Durch Veränderungen der Lebensformen stellen sich neue Fragen an Mutterschaft“

Interview mit Prof. Dr. Kirsten Scheiwe

Sie veranstalten die internationale Konferenz „Motherhood and the Law“. Warum ist die Forschung in diesem Bereich wichtig?

Vaterschaften im Recht ist ein vieldiskutiertes Thema, während Mutterschaft als etwas „Selbstverständliches“ gilt – das ist es aber nicht. Was ist etwa, wenn mehrere Frauen beteiligt sind, etwa bei Leihmutterschaft und Eizellspende? Oder zwei Partnerinnen einer gleichgeschlechtlichen Ehe?

Einmal haben sich durch die Fortschritte der Reproduktionstechnik sehr viele neue Fragen und Herausforderungen an das Recht gestellt, von denen viele noch ungeklärt oder strittig sind, etwa im Zusammenhang mit Leihmutterschaft oder Eizellspende, die nach deutschen Recht verboten ist, während dies in anderen Rechtsordnungen erlaubt ist, etwa in Kalifornien oder der Ukraine. Bei einer Leihmutterschaft in Kalifornien, die von deutschen Wunscheltern in Auftrag gegeben wurde, kann dann das Kind nach kalifornischem Recht eine deutsche Mutter haben, die aber nach deutschem Recht nicht Mutter des Kindes ist, und im Niemandsland befindet sich das Kind.

Forschung ist auch wichtig, um Ungleichbehandlungen oder Diskriminierungen hinter dem geschlechtsneutralen Begriff von Elternteilen zu thematisieren. Denn dabei besteht die Gefahr dass aus dem Blick gerät, dass überwiegend Mütter die Betreuung und Versorgung der Kinder übernehmen und dass damit auch Nachteile (beim Einkommen, der Karriere, der Alterssicherung) verbunden sein können.

Was weiß man bisher über die rechtliche Regelung der Mutterschaft? Wo setzt ihre Forschung an, welcher Bereich ist zum Beispiel ungeklärt?

Durch Veränderungen der Lebensformen und auch durch die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen stellen sich neue Fragen an Mutterschaft und Elternschaft im Recht: Hat ein Kind dann rechtlich automatisch zwei Mütter (oder zwei Väter), oder mehr als zwei?

Wir untersuchen etwa die Frage nach dem Verhältnis von biologischen, genetischen und sozialen Kriterien bei der Zuordnung der Mutterschaft und Elternschaft. Das biologische Kriterium wird heutzutage von manchen überschätzt, während soziale Kriterien etwa bei der Adoption oder auch bei der Vaterschaftsvermutung des Ehemannes immer eine wichtige Rolle spielten. Und warum können nicht mehr als zwei Personen Eltern sein, wenn sie die faktische Verantwortung für das Kind teilen (etwa wenn Stiefmütter beteiligt sind)?

Was erforschen Sie derzeit in diesem Themenfeld in Hildesheim? Welcher Forschungsfrage gehen Sie und ihr Team nach?

Ein Teilprojekt aus unserem Forschungsverbund beschäftigt sich international vergleichend mit den Rechtsregeln über die gemeinsame elterliche Sorge nach Trennung und Scheidung, und wie Elternkonflikte rechtlich gelöst werden. Es gibt doch eine Reihe von Unterschieden, die sich auch auf die Verhandlungsmacht von Eltern in Trennungskonflikten auswirken. Wer darf was allein entscheiden, und was muss gemeinsam entschieden werden? Kann das Gericht etwa ein Wechselmodell gegen den Willen eines Elternteils anordnen oder nicht? Was ist, wenn ein Elternteil mit dem Kind im Inland umziehen will, und der andere ist dagegen? Während in England das Grundmodell die Alleinhandlungsmacht eines Elternteils mit Widerspruchsmöglichkeit des anderen ist – der muss dann das Gericht anrufen –, wird in Deutschland die gemeinsame Entscheidung auch nach Trennung und Scheidung stärker betont. Es gibt auch Zwischenlösungen – in Norwegen könnte das ein Elternteil dann allein entscheiden, wenn die Person das Kind überwiegend betreut. Wir fragen auch, wie sich unterschiedliche Rechtsregeln auf die Handlungsmöglichkeiten und Verhandlungsmacht getrennt lebender Eltern auswirken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Startseite Forschung
news-16876 Tue, 21 Aug 2018 13:30:00 +0200 Gesucht: Junge Ideen für lebenswerte Wohnorte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/gesucht-jun/ Eine Studentin der Sozial- und Organisationspädagogik begleitet die Jugendkonferenz wissenschaflich und dokumentiert die Ergebnisse. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-15104 Tue, 24 Jul 2018 10:48:00 +0200 Land unterstützt Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/land-unterstuetzt-forschung-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/ Das Land Niedersachsen unterstützt im Programm „PRO*Niedersachsen“ mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Projekte in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu den Themen „Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“, „Sexualisierte Gewalt“ und „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music“ werden mit insgesamt rund 750.000 Euro gefördert. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Die Analyse kultureller, sozialer und historischer Zusammenhänge fördert das Verständnis für die Vergangenheit, schärft den Blick auf die Gegenwart und gibt Impulse für die Gestaltung moderner Gesellschaften.

Das Land Niedersachsen unterstützt mehrere Forschungsprojekte von Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit dem Programm „PRO*Niedersachsen“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit insgesamt rund 750.000 Euro Projekte in den Hildesheimer Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Mit dem Programm soll die „wissenschaftliche Vielfalt“ gefördert und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützt werden, „innovative Ansätze in Forschung und Praxis zu entwickeln“, sagt der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Niedersachsen ist in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften breit aufgestellt. Das zeigen die geförderten Projekte eindrucksvoll“, so der Wissenschaftsminister.

Wissenschaftsministerium fördert Hildesheimer Forschung

In Hildesheim wurden drei Projekte bewilligt, darunter das Projekt mit dem Titel „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“. Ein Team um Prof. Dr. Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie untersucht empirisch die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen bei der Therapie von Alkoholismus. Alkoholkonsum gilt als der drittgrößte Risikofaktor für Krankheiten und gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei der Behandlung von Alkoholismus, insbesondere bei der Rückfallprophylaxe, spielen Selbsthilfegruppen eine zentrale Rolle, so Mojzisch. „Während die grundsätzliche Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen zur Therapie des Alkoholismus als gesichert gelten kann, ist noch relativ ungeklärt, was die psychologischen Mechanismen hinter der positiven Wirkung sind.“ In zwei Studien mit insgesamt 400 Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmern überprüft Andreas Mojzisch empirisch die Hypothese, dass eine geteilte soziale Identität in Selbsthilfegruppen der entscheidende Prädiktor für die Aufrechterhaltung der Abstinenz ist.

Das Land fördert zudem die Forschung von Prof. Dr. Meike Baader vom Institut für Erziehungswissenschaft. Die Wissenschaftlerin leitet das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“. „Seit der Aufdeckung der Fälle sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen im Jahr 2010 wird von Expertinnen und Experten, aber auch von der Bundesregierung eine Verankerung der Thematisierung von sexualisierter Gewalt und deren Prävention in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte gefordert. Damit ist auch die Hochschule angefragt – und zwar sowohl auf der Ebene der Wissensvermittlung für zukünftig pädagogisch Handelnde als auch auf der Ebene der Organisation, da die Hochschule selbst ihre Mitglieder vor Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen schützen muss“, sagt Professorin Meike Baader. Inwiefern diese Themen in der Lehre an niedersächsischen Hochschulen verankert sind und über welche Präventions-, Hilfe- und Beratungsstrukturen die Hochschulen verfügen, untersucht die Erziehungswissenschaftlerin in dem dreijährigen Forschungsprojekt. In der Abschlußphase kooperiert die Professorin mit regionalen Fachberatungsstellen. Seit vielen Jahren forscht Baader in diesem Bereich und befasst sich mit der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften, zudem betreut die Professorin erziehungswissenschaftliche Abschlussarbeiten und Promotionen.

Im Rahmen der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ fördert das Wissenschaftsministerium das Forschungsprojekt „Die tibetischen Musikinstrumente des Center for World Music Hildesheim“. Ziel des Teams um den Musikethnologen Prof. Dr. Raimund Vogels ist die wissenschaftliche Erschließung der Musikinstrumente der tibetisch-buddhistischen Klöster und Wandermönche aus der Sammlung Rolf Irle. Die Wissenschaftler arbeiten an der Digitalisierung, Erschließung und Sicherung von Kulturerbe und setzen sich dafür ein, Instrumenten- und Tonträgersammlungen zugänglich zu machen.

Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Svea Korff und Prof. Dr. Meike Baader vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ sind zudem Kooperationspartner in dem Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung“ der Universität Osnabrück.

„Hochrangige Forschungsvorhaben, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen“

Die drei Projekte der Universität Hildesheim werden mit jeweils rund 250.000 Euro gefördert. Gefördert werden die Projekte, da sie für hochrangige Forschungsvorhaben stehen, die neue Impulse für ihre jeweilige Fachrichtung setzen. Weitere Forschungsprojekte fördert das Land etwa an den Univesitäten in Göttingen, Osnabrück und Oldenburg.

Die Auswahl erfolgte durch Fachgutachterinnen und Fachgutachter in Zusammenarbeit mit der „Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen“ (WKN). Die Mittel für das Förderprogramm stammen aus dem „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-14813 Mon, 16 Jul 2018 08:11:00 +0200 Soziale Dienste: Bundesweit erster dualer Masterstudiengang https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/soziale-dienste-bundesweit-erster-dualer-masterstudiengang/ Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Masterstudium „Soziale Dienste“ – jetzt bewerben

Zum Wintersemester 2018/2019 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“, der von einer Universität angeboten wird. Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 15. August 2018 verlängert. Das Studium beginnt im Herbst 2018.

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat. „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Mit unserem neuen Studienangebot leisten wir deshalb einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung. Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung sind online abrufbar. Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. Augsut 2018 bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-15549 Tue, 29 May 2018 17:08:00 +0200 Marktplatz für freiwilliges Engagement: Ringen um ehrenamtliche Mitstreiter https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/marktplatz-f/ Fünf Sozial- und Organisationspädagogik-Studentinnen sind Teil einer Aktion, die mehr Freiwillige zum Engagement motivieren soll. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-14793 Thu, 17 May 2018 11:51:39 +0200 Fachtag "LGBTIQ in der Kinder- und Jugendhilfe" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/fachtag-lgb/ Freitag, 8. Juni 2018, 14.00 - 17.30 h in der Aula auf dem Bühlercampus Eintritt frei, Anmeldung unter julia.schroeder[at]uni-hildesheim.de

Link zum Flyer

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-14791 Thu, 17 May 2018 10:51:41 +0200 „Förderung ist ein Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/foerderung-ist-ein-ansporn-fuer-gute-wissenschaftliche-praxis/ Die Universität unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 30. Mai 2018 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum dritten Mal. Die ersten Förderperioden fand im Wintersemester 2016/17 sowie 2017/18 statt, von der bisher 20 Personen profitieren konnten. Bis zum 30. Mai 2018 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 30. Mai oder der 30. November.

Jetzt einen Antrag einreichen!

Nachgefragt bei Timo Habedank (Sportwissenschaft) und Sabrina Volk (Sozial- und Organisationspädagogik)

Sabrina Volk und Timo Habedank werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und Lehre gefördert. Volk diskutiert in ihrer Dissertation Elternratgeber systematisch unter der Perspektive von Wissensordnungen, um so den Transfer von Wissen zwischen fachlich-öffentlichen und privaten Erziehungs- und Bildungsdiskursen zu untersuchen. Habedank befasst sich in seiner Forschung mit pädagogischen und psychologischen Konstrukten im Nachwuchsleistungssport. Der Sportwissenschaftler erhält die Förderung für die Entwicklung eines neuen universitären Lehr- und Lernkonzeptes, welches auf Grundlage einer Exkursion Theorie und Praxis miteinander verzahnt.

Interview mit Timo Habedank

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

In meiner Dissertation befasse ich mich mit Resilienz und Nachwuchsleistungssport. Außerdem habe ich das Lehr-Lern-Konzept „Exkursion Hüttentrekking“ entwickelt; mit Studierenden untersuche ich vor allem das psycho-physische Wohlbefinden nach und durch Bergwandern, insbesondere befasse ich mich mit dem Stressausgleich und der Stressbewältigung durch Bergwandern, aber auch mit der Aufzeichnung und Messung von Leistungsparametern wie beispielsweise Laktat in Abgleich mit dem Höhenprofil der erwanderten Strecken.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Die Fördermittel haben es mir ermöglicht, ein innovatives Lehr-Lern-Konzept fortzusetzen und dafür eine Reihe an Anschaffungen für die Weiterentwicklung der theoretisch-praktisch verzahnten Lehre zu tätigen. Ich habe zum Beispiel Fachbücher beschafft, die sich speziell mit Bergsport auseinandersetzen sowie eine Pulsuhr mit barometrischer Höhenaufzeichnung, die die Studierenden zusammen mit einem mobilen Laktatmessgerät nun für ihre Forschungsprojekte nutzen können.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Natürlich ist die Förderung eine Anerkennung, gerade für innovative und unkonventionelle Lehrkonzepte. Sie hilft auch dabei, das Konzept der Exkursion noch weiter zu schärfen, Anreize mittels neuer Gerätschaften für die Studierenden zu schaffen und so einen Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis zu bieten.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Auf jeden Fall! Es ist toll, dass das Geld dem Mittelbau des Fachbereichs 1 direkt zur Verfügung gestellt wird. Die Antragstellung ist unkompliziert und die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Interview mit Sandra Volk

Wie nutzen Sie die Förderung des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften?

Die Förderungsumme hat mir die zügige Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Elternratgeber der Weimarer Republik. Wissensordnungen über Familienerziehung zwischen zwei Weltkriegen“ ermöglicht.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Ja, gerade die Arbeit an einer Dissertation findet ja in der Regel im Verborgenen statt und die Veröffentlichung ist häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, weswegen ich mich über die Förderung sehr gefreut und diese durchaus als Anerkennung meiner Leistung verstanden habe.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Unbedingt! Es ist ein unkompliziertes Vorgehen ohne große bürokratische Hürden.

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

Aktuell bin ich in erster Linie mit der Organisation des berufsintegrierenden Dualen Masters „Soziale Dienste“ befasst, der am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zum Wintersemester 2018/2019 starten soll. Da es sich hier um den ersten universitären dualen Masterstudiengang in diesem Fach handelt, verbinden wir mit diesem einen hohen Anspruch im Bereich der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Sportwissenschaft Fachbereich 1 Personalportal
news-14760 Thu, 03 May 2018 19:48:00 +0200 Forschungscluster untersucht internationale Wissenschaftskarrieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungscluster-untersucht-internationale-wissenschaftskarrieren/ Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ mit internationaler Mobilität im Wissenschaftssystem. „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen“, sagt Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ analysiert den Bildungsraum „Hochschule“ und entwickelt empirisch angelegte Studien. Derzeit befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Erziehungswissenschaft sowie Sozial- und Organisationspädagogik mit internationalen Wissenschaftskarrieren. Im Frühjahr 2018 kamen im Rahmen der Tagung „Hildesheimer Dialoge“ Expertinnen und Experten in Hildesheim zusammen. Gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Dorothea Rüland, diskutierten sie über internationale Mobilität im Wissenschaftssystem.

Die promovierte Hildesheimer Wissenschaftlerin Marion Kamphans skizzierte anhand ihrer eigenen Biografie, was das „Forschen im Ausland“ bewirken kann. Mit einem Stipendium, dem Hildesheimer „Didrik-Pining-Fellowship“, konnte Kamphans mehrere Monate in den USA forschen. Zurück in Hildesheim sagt sie heute: „Man braucht eine gute Idee, um sich für das Fellowship zu bewerben. Ich habe sehr positive Erfahrungen gesammelt, das beginnt bei der Wohnungssuche im Ausland. Fremde Leute, die über das Uni-Netzwerk von meiner Suche erfahren haben, haben sich bei mir gemeldet und Wohnraum angeboten. Mit der Zeit entstand das Gefühl: Ich hab es geschafft, ich bin angekommen. Nach und nach wurden mir der fremde Ort, die fremde Universität mit ihrer ‚anderen‘ Struktur und Kultur und die fremde Sprache vertraut. Vor Ort an der University of Washington wurden meine Ideen buchstäblich vermehrt, forschen in einer anderen Universitätsstruktur kann die Arbeit beflügeln, da man das bisherige Vorgehen hinterfragt und neue Perspektiven einnimmt.“

In den USA führte Marion Kamphans Interviews mit internationalen Doktorandinnen und Doktoranden. Ein Ergebnis: Durch den Forschungsaufenthalt im Ausland gewannen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an Selbstvertrauen und bauen ihr wissenschaftliches Netzwerk aus.   

„Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt. Man wächst persönlich und baut Netzwerke aus“

Marion Kamphans hat ihren Forschungsaufenthalt bei Professorin Maresi Nerad, Direktorin des „Center for Innovation and Research in Graduate Education“ an der University of Washington in Seattle verbracht. Nerad war nun zum Gegenbesuch an der Universität Hildesheim. Während der Hildesheimer Tagung gab sie Einblicke in ihre Analysen zur Bedeutung von internationalen Forschungsaufenthalten für Doktorandinnen und Doktoranden und „Post-docs“, womit die Phase nach der Promotion bezeichnet wird.

Welche Möglichkeiten ergeben sich für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland – und wie stellen sich Universitäten auf internationale Gäste ein? Fellowships wie das Hildesheimer Didrik-Pining-Programm seien eine „wichtige Unterstützung“, die die Universitäten für den wissenschaftlichen Nachwuchs einrichten können, so Professorin Nerad. „Ein Forschungsaufenthalt bedeutet nicht nur, dass man ein Experiment im Labor umsetzt, sondern persönlich wächst, das Netzwerk ausbaut und das Land erlebt – das braucht Zeit, 6 Monate sollten es mindestens sein.“

Leider wagen vor allem nur jene den Schritt ins Ausland, die in der Familie bereits internationale Erfahrungen etwa durch Reisen gesammelt haben oder die aus einem Elternhaus kommen, in dem das Vorhaben unterstützt wird. „Mobilität befördert weitere Mobilität“, so Nerad. Deshalb sollten Universitäten gerade diejenigen Wissenschaflerinnen und Wissenschaftler unterstützen, die noch nicht diesen Schritt gewagt haben. Denn, wer einmal ins Ausland geht, dem fällt auch der nächste Schritt leichter. Zudem sollten „Universitäten  honorieren, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in verschiedenen Ländern forschen und lehren, etwa durch Preise. Internationle Stipendien sollten formal ausgeschrieben werden, damit jeder die Chance hat, sich zu bewerben. Internationale Studierende, die an der Hochschule lernen, können angefragt werden, ob sie ihren Kolleginnen und Kollegen, denen ein Auslandsaufenthalt bevorsteht, Ratschläge für den Aufenthalt in China oder Spanien geben können. Zudem sollten Hochschulen Raum schaffen, um sich über internationale Erfahrungen auszutauschen“, so die Empfehlungen der Professorin.

Internationale Mobilität während und nach der Promotion untersucht

Professorin Meike Baader und Svea Korff haben sich in ihrer Forschung auf die Promotions-Phase und die Postdoc-Phase im deutschen Wissenschaftssystem spezialisiert. Im Forschungsprojekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen“ haben sie die Lebenslagen von Doktorandinnen und Doktoranden untersucht. In einem weiteren Forschungsprojekt hat sich das Hildesheimer Forschungsteam mit dem Thema „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“ befasst. Die Ergebnisse geben Einblicke in die Beschäftigungssituation, die beruflichen Perspektiven und die Arbeitsbedingungen von Promovierten an Hochschulen – eine bislang wenig erforschte Thematik. Ein Ergebnis: Die Phase nach der Promotion (Postdoc-Phase) ist gegenwärtig unsicher und prekär, Frauen scheiden in den wesentlichen Übergangsphasen von einer Qualifikationsstufe zur nächsten häufiger aus als Männer, sagt die promovierte Sozialwissenschaftlerin Svea Korff.

Dabei analysierten die Forscherinnen auch die internationale Mobilität. „Verlaufen die Wege von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern international, über Ländergrenzen hinweg, so fehlt es häufig an Informationen über das spezifische Funktionieren in den jeweiligen Wissenschaftskulturen, der Beratungsbedarf ist da“, so Meike Baader.

Viele befragte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisieren: Die Bewältigung der internationalen Mobilität bleibt oft auf der subjektiven Ebene, jeder hilft sich selbst irgendwie weiter. Für viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beginnt das Problem, wenn sie versuchen Fuß zu fassen, sagt Svea Korff. „Sie hangeln von einer Universität zur nächsten und fangen immer wieder neu an.“

DAAD-Wissenschaftsmanagerin: „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen“

Über transnationale Bildung und die zukünftige Rolle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sprach Dorothea Rüland. Die promovierte Wissenschaftsmanagerin arbeitet seit 1991 beim DAAD, seit 2010 ist sie Generalsekretärin und damit verantwortlich für die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern.

Mobilität sei für das Individuum enorm bereichernd, so Rüland. Auslandsaufenthalte können dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Persönlichkeit weiterentwickeln, Kommunikationsfähigkeit üben und Fremdsprachenkenntnisse erweitern. 2014 waren weltweit etwa 4,5 Millionen Studentinnen und Studenten unterwegs und haben außerhalb ihres Herkunftslandes studiert. Warum die Internationalisierung an Universitäten weltweit so stark an Bedeutung gewonnen hat, beantwortet Rüland: „Die großen Themen, die uns heute umtreiben, kann keiner mehr alleine lösen – wir brauchen internationale Netzwerke. Und wir müssen unseren akademischen Nachwuchs auf eine globale Welt vorbereiten, die in Wirtschaft, Kultur und Politik vernetzt ist.“ Die meisten Länder haben Internationalisierungsstrategien aufgelegt, etwa die Universitäten in China. Der Inselstaat Mauritius spezialisiert sich auf Informationstechnologie, Botswana entwickelt sich zum „Education-Hub“.

Hochschulen müssen sich entscheiden, so Rüland: Wer sind meine kongenialen Partner, mit welchen 5 bis 15 Partnern in der Welt arbeitet die Hochschule intensiv auf allen Ebenen zusammen? Entscheidend sei, dass die Partner auf Augenhöhe zusammenarbeiten und ihre Kontakte pflegen.

Kurz erklärt: Forschungscluster „Hochschule und Bildung“

Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ wurde 2009 von Prof. Dr. Meike Sophia Baader und Prof. Dr. Wolfgang Schröer als eigenständige, unabhängige Einheit zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim gegründet. Als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen unterstützen Dr. Svea Korff, ebenfalls Gründungsmitglied und seit 2015 Sprecherin des Forschungsclusters, und Dr. Marion Kamphans das Team.

Forschungscluster „Hochschule und Bildung“

Tipp: Didrik-Pining-Fellowship

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim, die neue Kontakte zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen und Hochschulen aufbauen oder bestehende Kontakte intensivieren möchten, können sich um das Reisestipendium „Didrik-Pining-Fellowship“ bewerben.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-14668 Thu, 26 Apr 2018 09:44:00 +0200 1. Forum Kinder- und Jugendhilferecht https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/1-forum-kin/ 7. - 8. Juni 2018 am WZB, Reichpietschufer 50, 10785 Berlin, Raum A 300 Das erste Forum befasst sich mit der grundlegenden Frage des Rechtsstatus junger Menschen im Kinder- und Jugendhilferecht.

Link zum Programm

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-14428 Thu, 26 Apr 2018 08:41:00 +0200 Workshop „Introduction to Qualitative Structural Analysis (QSA) https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/workshop-in/ Am Dienstag den 16. Juni findet im Rahmen der XXXVIII Sunbelt Conference 2018 in Utrecht (NL) ein Workshop zur Qualitativen Strukturalen Analyse statt. Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-15398 Tue, 17 Apr 2018 13:40:00 +0200 Uni liefert Ideen für Menschen in Not https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uni-liefert/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat 21 verschiedene Projekte angestoßen, die im Rahmen des Praxissemesters gemeinnützige Arbeit leisten. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Projekte news-14638 Wed, 11 Apr 2018 09:45:59 +0200 Kinder als Forscher https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kinder-als-forscher/ Miriam Sitter und Florian Eßer forschen nicht über Kinder und Kindheit, sondern gemeinsam mit Kindern. Wie Kinder forschen, darüber sprechen die promovierte Soziologin Sitter und der promovierte Sozialpädagoge Eßer im Interview. Kinder zeigen, was für ihre Lebenswelt von Bedeutung ist. Studie „Kinder als Inklusionsakteure“

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. PD Dr. Florian Eßer, Dr. Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit sechs- bis zehnjährigen Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

Das Forschungsprojekt ist Teil eines Forschungsverbundes am „Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen“ der Universität Hildesheim. Das Land Niedersachsen fördert die Hildesheimer Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung und Entwicklung. Es gibt bisher kaum Untersuchungen darüber, wie Inklusion in der frühen Kindheit umgesetzt wird. Der Forschungsverbund erhält bis 2020 insgesamt 1,3 Millionen Euro vom Land Niedersachsen.

Interview mit Dr. Miriam Sitter und PD Dr. Florian Eßer

Dr. Miriam Sitter lehrt und forscht international zu kindlicher Trauer und zur partizipativen Forschung mit Kindern. Neben ihren Forschungstätigkeiten im „INKA“-Projektan leitet die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim seit Januar 2018 eine Vorstudie „Zur Sozialität des Kinderwissens über Tod und Trost“, die ebenfalls einen partizipativen Forschungsansatz einschließt.
PD Dr. Florian Eßer promovierte zum historischen Zusammenhang von Sozialpädagogik und früher Kinderforschung. In seiner Habilitation setzte er sich mit dem Verhältnis von Kindheit und Agency theoretisch und empirisch auseinander. Als Akademischer Rat a.Z. und Leiter der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe „Kinder- und Jugendhilfe“ lehrt und forscht er am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim zur Geschichte und Theorie der Sozialpädagogik ebenso wie zu Kindheitsforschung im Kontext von Kinder- und Jugendhilfe.

Manchmal neigen Erwachsene dazu, im Gespräch mit Kindern die Inhalte zu vereinfachen. Wenn Kinder forschen, sollte man sie ernst nehmen und ihnen auch Komplexität und Tiefe der Materie zutrauen – oder? Wie gelingt Ihnen das, wie ist hier Ihr Ansatz?

Miriam Sitter: Nun, unser Ansatz ist zunächst einmal ein partizipativer. Das heißt wir forschen in erster Linie nicht über Kinder und Kindheit, sondern wir forschen mit Kindern zusammen über Themen, die ihre Kindheit betreffen. In unserem Projekt „INKA“, das für „Kinder als INKlusionsAkteure“ steht, ist dies das Thema der Zugehörigkeit in Zeiten diskutierter Inklusion. Zusammen mit Kindern erforschen wir also, wo und wann sie Zugehörigkeit herstellen, sehen und wie sie diese mit anderen Kindern und Erwachsenen erfahren und empfinden. Und höchstwahrscheinlich empfinden sie auch Ausschlüsse. In der Tat sollte ein partizipatives Forschungsprojekt so ausgerichtet sein, dass es Kinder in ihrem Wissen und ihren individuellen Kompetenzen wertschätzt und ernstnimmt. Unser Ansatz ist von einer für uns wichtigen Annahme geprägt, und zwar: dass Kinder in ihrer eigenen Lebenswelt über ein spezifisches Erfahrungswissen verfügen, über das wir Erwachsene eben nicht verfügen.

Florian Eßer: Kinder werfen eine gänzlich andere Perspektive auf Themen, die wir als erwachsene Forscherinnen und Forscher möglicherweise ausblenden würden, weil wir sie einfach anders betrachten. Deshalb ist es für uns wichtig, das Alter der Kinder natürlich zu berücksichtigen – aber das würden wir ja bei der Forschung mit Erwachsenen auch machen, nur eben implizit. Es ist uns wichtig, dass „Alter“ kein Ausschlusskriterium für eine ernsthafte Forschung sein sollte. Ihr Alter macht die Kinder schließlich zu Expertinnen und Experten einer gewissen Lebensphase, von der wir sehr viel lernen und über die wir sehr viel erfahren können.

Können Sie ein Beispiel aus Ihrer bisherigen Projekttätigkeit nennen?

Florian Eßer: Ja, zum Beispiel machen wir gerade die Erfahrung, wie wichtig für Kinder die gleichberechtigte Teilnahme an Forschungstätigkeiten ist, die ihnen Freude bereiten. Wenn wir Kinder als Ko-Forschende gewinnen wollen, müssen wir an ihren Interessen ansetzen und diese ernst nehmen. Das erfordert Flexibilität: So stellte sich etwa im Forschungsprozess heraus, dass das Medium „Film“ und „Video“ eine hohe Attraktivität für die Kinder hat, weil sie ja auch im Alltag viel mit Fernsehen und besonders „YouTube“ konfrontiert sind.  Wir haben also Videodrehs als Erhebungs- und Analyseinstrument in unsere Forschung mit einbezogen – das war am Anfang definitiv nicht so geplant. Auch ist uns wichtig, eine Forschungsbeziehung auf Augenhöhe zu stiften. Hierzu gehört für uns, dass nicht nur wir wissen, wo sich die Kinder so aufhalten, sondern dass die Kinder umgekehrt auch unseren Alltag kennenlernen – wir haben sie also an die Universität eingeladen.

Miriam Sitter: Wir haben gerade die wertvolle Erfahrung gemacht, was Kinder unter Forschen verstehen. Für uns erwachsene Forschende war es nahezu selbstverständlich, dass Forschen im Kinder- und Jugendhaus bedeutet, sich die vielseitigen Tätigkeiten der Kinder und Erwachsenen vor Ort, also in diesem Kinder- und Jugendhaus anzuschauen. Die Kinder haben sich jedoch eigenständig für etwas Anderes entschieden. Sie haben insofern die Video-Kamera, die als Forschungskamera dient, genommen und sind nach draußen gegangen, um Passanten zu befragen. Wenn wir dies aus unserer Perspektive nicht zugelassen hätten, weil wir diese Entscheidung beispielsweise (normativ) als unwichtig für unsere Forschungsfrage oder als nicht passend bewertet hätten, hätten wir diese Form der Erfahrung und Erkenntnis nicht machen können. Forschen für Kinder bedeutet also für sie, großes Interesse daran zu haben, Personen zu befragen, die sie nicht kennen.

Besuch beim Präsidenten – die Kinder können sich nun durchaus vorstellen, einmal Präsident zu werden.

Kinderforscherinnen und Kinderforscher waren im Wintersemester zu Gast an der Universität Hildesheim: Was haben die Kinder und beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier an der Uni gemacht?

Miriam Sitter: Dieser Besuch war als „Auftaktveranstaltung“ konzipiert und genau dieser Besuch knüpft vom Konzept her nochmals an Ihre erste Frage an. Für Auftaktveranstaltungen unter kooperierenden erwachsenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist es üblich, einen Konferenzraum zu buchen, eine Begrüßungsrede zu halten, sich gegenseitig vorzustellen und über mehrere Stunden wissenschaftlich auszutauschen, um die konkreten Vorgehensweisen der zukünftigen Forschungskooperation im Detail zu planen. Nicht selten werden solche Veranstaltungen von einer Verköstigung begleitet. Partizipativ mit Kindern zu forschen heißt also für uns, sie trotz ihres jungen Alters in genau solche Formen der Veranstaltung einzubinden, die eben kooperatives Forschen kennzeichnen. Das kann nicht genau so ablaufen, wie es unter erwachsenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geschieht. Also bedarf es einer sehr guten Planung im Vorfeld und einer Anpassung an die Interessen der Kinder. Genau deshalb haben wir im Team und zusammen mit unseren studentischen Mitarbeiterinnen Christiane Drozd und Lisa Möller überlegt, wie ein erster Universitätsbesuch, in dem die Kinder unsere Aufgaben an der Universität kennenlernen, am besten arrangiert werden kann.

Florian Eßer: Für uns war klar, dass wir mit den Kindern nicht einfach nur in die Universitätsräume gehen können, ihnen diese zeigen und abschließend noch gemeinsam etwas essen. Ebenso war klar, dass es nicht ausreicht, nur einen Konferenzraum zu buchen, in dem wir uns zwei Stunden unterhalten. Stattdessen haben wir uns eine Art „Rallye“ als einen kindgerechten attraktiven Universitätsbesuch überlegt, in der unsere bekannte Universitätskatze „Fräulein Sinner“ einen zentralen Part hatte. Fräulein Sinner hat Briefe für die Kinder hinterlegt und ihre Pfoten-Spuren hinterlassen. Diesen Spuren sind wir alle gefolgt und die Kinder haben so verschiedene Bereiche des universitären Lebens auf wunderbare Weise kennengelernt. Beispielsweise besuchten wir alle ein Seminar zum Thema „Sind Kinder (keine) Künstler?“. Dort konnten die Kinder erfahren, wie ein Seminar gestaltet wird und was Studierende dort so machen. Zusammen mit den Professorinnen Dr. Meike Baader und Dr. Bettina Uhlig sowie den Studierenden wurden sogar Bilder betrachtet und gemeinsam interpretiert. Besonders interessant fanden die Kinder natürlich den Besuch bei unserem Präsidenten in seinem Büro. Der freundliche Empfang und die Unterhaltung mit Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich hat scheinbar einen nachhaltigen positiven Eindruck hinterlassen. Denn die Kinder können sich nun durchaus vorstellen, auch einmal Präsident zu werden.

Miriam Sitter: Und wir haben gemeinsam die Bibliothek besucht, um den Kindern zu zeigen, auf wie viele verschiedene Bücher man dort als Forscherin oder Forscher zugreifen kann. Und selbstverständlich haben wir uns zum Abschluss gemütlich in einem kleinen Konferenzraum zusammengesetzt, uns an einem bestellten Buffet gemeinsam gestärkt und unterhalten.

Kinder haben schnell eine andere Lösung parat

Ich vermute, Kinder forschen anders als Erwachsene – die das ja als Profis über Jahre gelernt haben. Was sind Unterschiede, was sind Gemeinsamkeiten? 

Miriam Sitter: Ja, natürlich. Sie forschen durchaus anders. Und genau dies macht die partizipative Forschung mit ihnen so fruchtbar und erkenntnisreich. Wobei wir uns immer fragen müssen – und das haben Sie ja durch Ihre Frage schon angedeutet – ob der Unterschied tatsächlich in der generationalen Differenz zwischen Kindern und Erwachsenen besteht oder vielleicht auch darin, dass wir Wissenschaft als Beruf betreiben und die Kinder eher als Laien. Unterschiede finden sich einerseits in ihren empirischen Zugängen. Sie haben noch keine Erfahrung darin, wie man ein qualitatives Interview führt. Ebenso wissen sie auch noch nicht, wie diese Interviews ausgewertet werden können. Andererseits finden sich Unterschiede in der Aufmerksamkeitsspanne. Uns Erwachsenen fällt es einfach leichter, eine halbe Stunde auf dem Stuhl zu sitzen und sich in einem Gespräch der Forschungsfrage zu widmen. Genau solche Aspekte müssen wir nicht nur im Hinblick auf den empirischen Forschungsprozess, sondern vor allem auch hinsichtlich ethischer Aspekte berücksichtigen. Also müssen wir Kinder als Co-Forscherinnen und Co-Forscher wertschätzen und ihnen je nach ihren Anliegen und Bedürfnissen stets respektvoll begegnen.

Florian Eßer: Und es ist ja auch gar nicht nötig, dass alle am Prozess Beteiligten alles gleich gut können: Daten analysieren ist unser Job als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und wir wollen dieses Know-how natürlich auch einbringen. Zugleich haben die Kinder eine Perspektive auf bestimmte Dinge, die wir einfach nicht mehr haben und die entscheidend ist für eine Forschung, die ja auch Kindern in sozialpädagogischen Einrichtungen wieder zugutekommen soll. Gemeinsam sind uns dann die gewissen Momente des Aushandelns, in denen wir alle merken, dass das, was wir uns gerade überlegt haben, irgendwie nicht so richtig funktioniert. Und natürlich stellen genau diese Aushandlungen auch Momente der Freude und des Lachens darüber bereit, warum das Ganze gerade nicht funktioniert hat. Kinder sind in solchen Dingen sehr kreativ und sie haben schnell eine andere Idee und Lösung parat. Wir teilen also mit den Kindern die Vorfreude darüber, dass wir beim nächsten Mal einfach was Neues ausprobieren.

Wie tragen Kinder dazu bei, zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen?

Florian Eßer: Sie tragen dazu bei, indem sie uns forschend zeigen, was für ihre Lebenswelt von Bedeutung ist. Forschen für Kinder bedeutet, sich nach draußen zu begeben, und Passanten zu befragen, die sie nicht kennen. Wir sind der Ansicht, dass gemeinsames Forschen mit Kindern zu neuen Erkenntnissen führen kann, die in einer alleinigen Forschung unter Erwachsenen höchstwahrscheinlich nicht in der Art und Weise sichtbar geworden wären.

Miriam Sitter: Mit Kindern zu forschen trägt also dazu bei, ihre Bedürfnisse zu erkunden und daher auch die Lebenssituation von Kindern zu verbessern. Wir sind deshalb der Ansicht – und auch mit Blick auf die Kinderrechtskonvention – dass Kinder nicht nur vermehrt angehört werden müssen, sondern, im Sinne einer partizipativen Forschung, ihnen vermehrt mehr Entscheidungsräume zugeteilt werden sollten.

Zum Schluss: Ihre Botschaft an die Erwachsenen.

Florian Eßer: Mit Blick auf die Forschung können wir also nur dazu raten, mehr Partizipation zu wagen – auch wenn es natürlich mitunter anstrengend ist. Weil wir herausgefordert sind, unsere lieb gewonnen Instrumente und routinierten Praktiken noch einmal darauf hin zu befragen, inwiefern sie geeignet sind, Kinder aktiv in den Forschungsprozess mit einzubinden. Aber letztlich handelt es sich hierbei um eine Frage, die jede Forschung betrifft und die sich durch die generationale Differenz zwischen Kindern und Erwachsenen lediglich noch einmal in besonderer Weise zuspitzt: Welche Beziehung wollen wir zu denen pflegen, die von unserer Forschung betroffen sind und denen sie zugutekommen soll?

Miriam Sitter: Und hier geht der Trend – glücklicher Weise – langsam weg von der alleinigen Expertokratie der Forschung und hin zu Ansätzen, die Forschung als einen gemeinsamen Prozess begreifen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Startseite Forschung
news-15282 Sat, 03 Mar 2018 13:11:00 +0100 Positive Botschaften in der Sportumkleide https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/positive-bot/ Im Rahmen des Projektsemesters der Sozial- und Organisationspädagogik, beschäftigen sich Studierende mit Schönheitsidealen bei Frauen und wollen jungen Mädchen ein positives Körpergefühl vermitteln. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Projekte BA SOP news-14291 Tue, 20 Feb 2018 15:49:00 +0100 Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/beratung-in-der-promotions-und-postdoc-phase/ Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ startet an der Universität Hildesheim ein Beratungsangebot für Promovierende und Postdocs. Die Sozialwissenschaftlerin Svea Korff befasst sich mit Lebenslagen während und nach der Promotion – im Interview spricht sie über ihre Forschung. Sie kordiniert auch das neue DFG-Netzwerk „Ausstieg aus der Wissenschaft“, das Ende Februar in Hildesheim tagt. Die Wissenschaftlerin Dr. Svea Korff aus dem Hildesheimer Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ startet ein Beratungsangebot für Promovierende und Postdocs. Das Beratungsangebot ist individuell und lösungsorientiert.

Die lösungsorientierte Einzelberatung für Promovierende und Postdocs bietet Unterstützung in Phasen der Unsicherheit oder bei Konflikten. Im Gespräch werden gemeinsam ein Erkenntnisgewinn oder Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Das Beratungsangebot ist offen, kostenfrei und wird auf die individuellen Bedürfnisse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugeschnitten.

Hochschulen sind Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen

Das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ entwickelt theoretisch fundierte und empirisch angelegte Studien und analysiert den Bildungsraum „Hochschule“. Die vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in ihrer Forschung auf die Promotions- und Postdoc-Phase im deutschen Wissenschaftssystem spezialisiert.  So hat etwa eine Arbeitsgruppe um Professorin Meike Baader und Professor Wolfgang Schröer im Forschungsprojekt „Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen“ die Lebenslagen von Doktorandinnen und Doktoranden untersucht. Das Team der Universität Hildesheim hat sich in einem weiteren Forschungsprojekt mit dem Thema „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“ befasst. Auf der Forschungsexpertise basiert auch das vom Forschungscluster angebotene Informations- und Beratungsangebot.

Kontakt: Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Svea Korff gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist seit 2015 Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“. Sie wirkt nun als Beraterin (in Ausbildung) als eine Anlaufstelle für Promovierende und Postdocs. Wenn Sie einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren möchten, richten Sie Ihre Anfrage direkt per Telefon (05121 883 11750) oder per E-Mail (svea.korff@uni-hildesheim.de) an Dr. Svea Korff. Weitere Informationen zum Beratungsangebot, der Beraterin und zum Forschungscluster finden Sie online.

 

Interview mit Dr. Svea Korff

„So manches Mal stellt man sich die Frage, ob es nicht leichter wäre aufzugeben“

Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Svea Korff forscht im Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. 2014 promovierte Korff am Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Seit 2009 forscht sie am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und hat hier die Lebenslagen von Promovierenden und Postdocs in Deutschland untersucht. Nun berät sie Promovierende und Postdocs.

Warum ist denn Beratung in der Promotions- und Postdoc-Phase notwendig?

Svea Korff: Die Promotionsphase und die Zeit nach der Promotion, auch Postdoc-Phase genannt, sind relativ unübersichtliche und unsichere Karriereabschnitte: unübersichtlich, da sie nicht einheitlich geregelt sind und unsicher sowie prekär, durch die zumeist befristeten Beschäftigungsverhältnisse und die zeitliche Beschränkung durch das Wissenschaftzeitvertragsgesetz.
Insgesamt lassen sich die Ergebnisse unserer bundesweiten Untersuchung zur strukturieren Promotion hinsichtlich Beratung so zusammenfassen, „dass die Promovierenden in den Programmen die wissenschaftliche Beratung als ‚Top‘, die Karriereberatung hingegen als ‚Flop‘ beurteilen“ (Baader/Korff/Schröer 2016, S. 14).
In der Postdoc-Phase ließen sich Förderprogramme ausmachen, die sich besonders durch kurzzeitige, über Anmeldung zugängliche Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Beratungsangebote auszeichnet (Typus „Flow“). Hierbei können die Postdocs die Möglichkeit zur Weiterbildung nutzen, jedoch werden sie nicht längerfristig eingebunden oder unterstützt, sondern müssen in „Bewegung“ bleiben (Böhringer/Gundlach/Korff 2014).

Was ist besonders an dem neuen Beratungsangebot des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“?

Wir bieten eine Beratung durch eine dritte, unabhängige Person – unabhängig, weil kein Abhängigkeitsverhältnis besteht, wie dies zum Beispiel bei Promovierenden und deren Betreuungspersonen der Fall ist. Das Angebot ist eine strukturierende Beratung, aber keine inhaltliche – also thematische, fachliche oder methodische Betreuung. Die inhaltliche Beratung bleibt natürlich im Verantwortungsbereich der Betreuungspersonen.

Mit welchen Problemen wenden sich eine Doktorandin oder ein Wissenschaftler in der Postdoc-Phase zum Beispiel an Sie?

Bisher ging es eher um Anfragen rund um die Strukturierung im Promotionsprozess: Wann muss ich mich um was kümmern? Was kommt noch alles auf mich zu? An was muss ich denken, was ist wirklich wichtig und relevant?
Neben Unsicherheiten in der Strukturierung des Promotionsprozesses können aber auch Unsicherheiten in der weiteren Karriereplanung oder Konflikte beim Zusammenspiel unterschiedlicher Lebensbereiche und Anforderungen (Promotion, Projektarbeit, Peer-Group, Betreuung, Familie, Beziehung, Karriere, Moblität und andere) in der Beratung thematisiert werden.
Die Promotions-Phase oder Postdoc-Phase kann wie der Aufstieg auf einen Berg sein. Eine lange Zeit ist es einfach nur beschwerlich. Der Weg ist steil, man kommt gehörig ins Schwitzen. Das Ziel, die Bergspitze, liegt lange Zeit scheinbar unerreichbar über den Wolken. So manches Mal stellt man sich die Frage, ob es nicht leichter wäre aufzugeben, umzukehren und sich einen anderen Weg zu suchen. Erreicht man jedoch ein Etappenziel und die eigene Forschungslandschaft formiert sich vor einem, erhält man einen Überblick über das bereits Erreichte und das noch zu Tuende. Ein solcher Berg wird in der Regel nicht allein bezwungen – und ich möchte Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler vor dem Hintergrund meiner Forschungs- und Beratungsexpertise beratend zur Seite stehen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Ausstieg aus der Wissenschaft

DFG-Netzwerk zu Ausstiegsprozessen im akademischen Kontext startet an Universität Hildesheim

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das wissenschaftliche Netzwerk „Ausstieg aus der Wissenschaft“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehreren Hochschulen untersuchen bis 2019 Ausstiegsprozesse im akademischen Kontext. Die Hildesheimer Wissenschaftlerin Dr. Svea Korff koordiniert das DFG-Netzwerk. Am 21. und 22. Februar 2018 startet der DFG-Verbund mit einem Auftakttreffen an der Universität in Hildesheim.

Karrieren sind im deutschen Wissenschaftssystem wenig planbar und von prekären Beschäftigungsbedingungen sowie unsicheren Zukunftsaussichten gezeichnet, so Korff. Entsprechend hoch sei die Zahl derjenigen, die der Wissenschaft den Rücken kehren und langfristig aus dem wissenschaftlichen Feld aussteigen. Bisher fehlen jedoch grundständige empirische und theoretische Erkenntnisse. Das interdisziplinäre DFG-Netzwerk untersucht in den nächsten zwei Jahren individuelle und organisationale Bedingungen des Ausstiegs aus dem wissenschaftlichen Feld und erfasst den Ausstiegsprozess auf den unterschiedlichen Stufen der wissenschaftlichen Karriere (Promotionsphase, Postdoc-Phase und Berufungsphase) theoretisch und empirisch.

An dem DFG-Netzwerk sind verschiedene fachwissenschaftliche Disziplinen beteiligt: Erziehungswissenschaften, Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften. Zur interdisziplinären Gruppe gehören: Dr. Sandra Beaufaÿs (Universität Duisburg-Essen, Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW), Dr. Daniela Böhringer (Universität Osnabrück, Institut für Sozialwissenschaften), Gesche Brandt (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung DZHW), Dr. oec. Anke Burkhardt (Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Institut für Hochschulforschung HoF), Prof. Dr. Patricia Graf (BSP Business School Berlin, Professur für Forschungsmethodik), Dr. Anja Franz (Otto von Guericke Universität Magdeburg, Institut für internationale und interkulturelle Bildungsforschung) und Dr. Svea Korff (Stiftung Universität Hildesheim, Forschungscluster Hochschule und Bildung). Die Wissenschaftlerinnen arbeiten in sieben Teilprojekten.

Auf dem Programm des Auftakttreffens stehen ein erster Austausch unter den Wissenschaftlerinnen, die Vorstellung ihrer Projekte sowie die gemeinsame Planung und Zielsetzungen für die kommenden zwei Jahre.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-15261 Tue, 20 Feb 2018 13:50:00 +0100 Wie aus einer Notlösung eine Top-Plazierung wird https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wie-aus-eine/ Die Leichtathletin Hanna-Marie Studzinski von Eintracht Hildesheim studiert an der Uni Sozial- und Organisationspädagogik. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Studierende news-15260 Tue, 20 Feb 2018 13:44:00 +0100 Digitale Hilfe für ein Studium https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/digitale-hil/ In der Universität Hildesheim entstehen Projekte zum Thema Digitalisierung und Studium. Ein Projekt soll es Berufstätigen in der Pflege ermöglichen, digital via App zu studieren. Ein zweites Projekt beschäftigt sich mit der Studienauswahl. Pressespiegel regional Weiterbildung Sozial- und Organisationspädagogik news-13732 Mon, 19 Feb 2018 15:00:00 +0100 Zugänge zur Universität: Digitalisierungsprojekte bewilligt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/zugaenge-zur-universitaet-digitalisierungsprojekte-bewilligt/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und die Zentrale Studienberatung entwickeln derzeit digitale Bildungsangebote: Mit dem digitalen Qualifizierungsangebot „Pflege- und Versorgungsorganisation“ unterstützt die Universität kunftig Berufstätige aus dem Pflegebereich. Über ein „Studieninformationsportal“ sollen Studieninteressierte fachspezifische Interessen mit den tatsächlichen Anforderungen an ein Studium abgleichen können. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert die beiden Projekte. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert zehn digitale Bildungs- und Weiterbildungsangebote, die den Hochschulzugang mit und ohne Abitur erleichtern. Zwei der zehn Programme sind an der Universität Hildesheim angesiedelt. Die Förderung im Programm „Öffnung von Hochschulen“ setzt sich zusammen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und zusätzlichen Landesmitteln. Die Digitalisierung ermögliche Hochschulen, sich durch flexible Angebote neuen Gruppen von Studieninteressierten weiter zu öffnen, so das Wissenschaftsministerium.

„Durch das große Engagement unserer niedersächsischen Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen können wir die Entwicklung zahlreicher innovativer Angebote für neue Zielgruppen unterstützen. Die geförderten Projekte setzen die Potenziale der Digitalisierung für flexible Studienbedingungen vorbildlich um“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Die in Braunschweig, Hannover und Hildesheim entwickelten Bildungs- und Weiterbildungsangebote nutzen den digitalen Wandel, um die Hochschulen zu öffnen.

Kurzbeschreibung der geförderten Projekte an der Universität Hildesheim:

„Pflege- und Versorgungsorganisation“:

Mit dem digitalen Qualifizierungsangebot „Pflege- und Versorgungsorganisation (PVO)“ unterstützt die Universität Hildesheim Berufstätige aus dem Pflegebereich. Das modularisierte Angebot „Pflege- und Versorgungsorganisation“ soll Berufstätigen im Bereich Pflege eine berufsbegleitende Zusatzqualifizierung ermöglichen.

Das Angebot soll orts- und zeitflexibel studierbar sein: Neben der Präsenzlehre werden digitale Lernbausteine über Open Education Resources als offenes Bildungsangebot einem breiteren Interessentenkreis zur Verfügung stehen. Professionelle Lern-Apps sollen PVO-Interessierte aus der Pflege ansprechen, Orientierung verschaffen und helfen, studienrelevante Vorkenntnisse zu vermitteln. Durch Multimedia-Tools sollen PVO-Studierende die Inhalte vorbereiten und nachbereiten und Themen vertiefen können. Um das kooperative, vernetzte und forschende Lernen zu fördern, ist eine Interaktion der PVO-Jahrgangskohorten untereinander sowie mit Mitgliedern des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik geplant. Auf diese Weise können in divers zusammengesetzten Gruppen kooperative Entwicklungsprojekte durchgeführt werden, um multiperspektivisch Ressourcen für komplexe Pflege-Herausforderungen kennen, organisieren und koordinieren zu lernen.

Projektleiter ist Prof. Dr. Herbert Asselmeyer, die Projektkoordination übernimmt Birgit Oelker vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Zum Projektteam gehören außerdem Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Gunther Graßhoff.

„Studieninformationsportal der Universität Hildesheim“:

Das Projekt „Studieninformationsportal der Universität Hildesheim (SIP)“ ist in der Zentralen Studienberatung angesiedelt. Das Studieninformationsportal der Universität Hildesheim dient nicht-traditionellen Studieninteressierten zum Abgleich der eigenen fachspezifischen Interessen mit den tatsächlichen Anforderungen des Studiums. Durch praxisnahe Einblicke in die Leistungsanforderungen soll es falsche Erwartungen an das Fach und den Studiengang verhindern.

Ziel ist es, eine realistische Vorstellung von Studieninhalt, Studienablauf und Studienaufwand zu vermitteln, somit Studienabbrüche zu verhindern und gleichzeitig für eine Aufnahme eines Studiums zu sensibilisieren. Zudem wird das Portal die Zugangsvoraussetzungen für die Zielgruppe transparent darstellen, den Bewerbungsprozess erleichtern und passgenaue Informationen zu Unterstützungsangeboten liefern. Die Aufbereitung der Informationen erfolgt multimedial und interaktiv. Um die Zielgruppe passgenau anzusprechen, erfolgt der Aufbau eines Netzwerkes mit Partnern in Bildungseinrichtungen, Berufsbildenden Schulen und weiteren Einrichtungen, die mit ihrem Expertenwissen zu einer zielgruppengerechten Aufbereitung beitragen und das Portal in Beratung oder Unterricht nutzen werden. Das Studieninformationsportal soll, dem „Blended Counseling“-Ansatz folgend, eine enge Verzahnung in die Face-to-Face-Beratung liefern, klare Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb der Universität aufzeigen und somit die potentiellen Hemmschwellen der nicht-traditionellen Studieninteressierten abbauen.

Bereits seit einem Jahr wird im Programm „Öffnung von Hochschulen“ das Projekt „Vernetzte Anerkennungsberatung“gefördert:

In der vorigen Runde des Programms „Öffnung von Hochschulen“ wurde erstmals ein Projekt der Universität Hildesheim bewilligt. Seit April 2017 entwickeln die Erziehungswissenschaftlerinnen Prof. Dr. Carola Iller, Dr. Kathrin Weise, Julietta Adorno und Cindy Mieth im Projekt „Vernetzte Anerkennungsberatung“ eine vernetzte Beratung in der Region.

Frauen und Männer mit im Ausland erworbenen akademischen Qualifikationen sollen dadurch schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss gelangen. Ziel ist eine ausbildungsadäquate berufliche Integration. In dem Projekt werden die in der Anerkennungsberatung tätigen Akteure mit den Fach- und Studienberatungen der Hochschulen vernetzt, um Beratungsleistungen besser aufeinander abzustimmen und Widersprüche zu vermeiden. Im Projekt kooperiert die Universität unter anderem mit der Volkshochschule Hildesheim, dem IQ Netzwerk Niedersachsen und dem Integrationscenter der Agentur für Arbeit.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-15163 Sat, 27 Jan 2018 11:54:00 +0100 Jetzt kümmert sie sich um alte Menschen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/jetzt-kuemmer/ Die ehemalige Sozialpädagogik-Studentin Heidemarie Schwartzkopff war lange Zeit Kita-Leiterin und möchte sich jetzt der Arbeit mit alten Menschen widmen. Pressespiegel regional BA SOP Sozial- und Organisationspädagogik Alumni news-15201 Sat, 27 Jan 2018 11:46:00 +0100 Eine Oma mit viel Zeit für Leyla https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/eine-oma-mit/ Ein Projekt der Uni bringt alte und junge Menschen zusammen. Sie überlegen gemeinsam, wie die Zukunft der Generationen aussehen wird. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Projekte news-15151 Sat, 13 Jan 2018 10:00:00 +0100 Klima und Ernährung im Fokus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/klima-und-er-1/ Eine Studiengruppe des Faches Politik setzt sich mit der Frage auseinander, wie Klima und Ernährung zusammenhängen. Das Ergebnis soll in einer Theaterinszenierung gezeigt werden. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik BA SOP news-14237 Thu, 28 Dec 2017 08:01:00 +0100 Professor Michael Wrase verbindet Bildungsrecht und Sozialrecht https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/professor-michael-wrase-verbindet-bildungsrecht-und-sozialrecht/ Professor Michael Wrase ist Spezialist für Bildungsrecht und Sozialrecht. An der Universität Hildesheim forscht er in den Bereichen Verfassungsrecht, Bildungsrecht, Sozialrecht, Antidiskriminierungsrecht und Rechtssoziologie. Studentinnen und Studenten aus der Sozialpädagogik sowie dem Lehramt befassen sich in Wrases Vorlesungen mit rechtlichen Fragen des Bildungswesens und dem Zugang zu Bildungseinrichtungen, mit internationalen, menschenrechtlichen und verfassungsrechtlichen Grundlagen. Zur Person

Michael Wrase, 43, ist seit einem Jahr Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Es handelt sich dabei um eine fünfjährige Gastprofessur, die auf einer Kooperation zwischen der Universität und dem WZB beruht. Die Forschungsschwerpunkte von Professor Michael Wrase liegen in den Bereichen Verfassungsrecht, Bildungsrecht, Sozialrecht, Antidiskriminierungsrecht und Rechtssoziologie. Er befasst sich zum Beispiel mit dem Recht auf Bildung als Herausforderung für das deutsche Sozial- und Bildungssystem.

In der Lehre liegen die Schwerpunkte im Bildungsrecht, dem Sozialrecht und den Grundlagen des Sozialstaats. Im Wintersemester 2017/18 und im Sommersemester 2018 lehrt Michael Wrase unter anderem in der Hildesheimer Vorlesung „Einführung in das Bildungsrecht“. Die Studentinnen und Studenten, unter anderem aus der Sozialpädagogik sowie dem Lehramt, befassen sich mit rechtlichen Fragen des Bildungswesens, mit internationalen, menschenrechtlichen und verfassungsrechtlichen Grundlagen, mit dem Erziehungsrecht und staatlichen Bildungsauftrag sowie mit Schulgesetzen. Die Vorlesung trägt dazu bei, dass die Studierenden eine Grundqualifikation erhalten und sie lernen, mit Rechtstexten umzugehen.

Interview mit Prof. Dr. Michael Wrase

„Man muss sich Rechtsvorschriften und ihre Umsetzung genau anschauen“

Sie sind Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und forschen auch am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Was macht man eigentlich als Professor für Bildungsrecht? Worum geht es in Ihrem Beruf?

Michael Wrase: In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Rechtsfragen in Bildungsinstitutionen, vor allem Schule und Kita. Da hat das Recht eine große Bedeutung, weil es den Handlungsrahmen für die Arbeit von Pädagog_innen setzt und auf der anderen Seite auch Rechte von Schüler_innen und Eltern definiert. Und es ist das zentrale Steuerungsmittel, um Bildungsorganisationen und Bildungsprozesse zu gestalten. 

Können Sie das an einem Beispiel erklären?

In Nordrhein-Westfalen wollte die frühere rot-grüne Landesregierung einen inklusiven Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung an den Regeschulen einführen. Dafür hat man das Schulgesetz geändert. Aber leider nicht sehr klug. Am Ende steht im Gesetz jetzt ein Vorrang für die inklusive Beschulung. Tatsächlich aber steigen, die Quoten von Kindern an Förderschulen, das ganze kostet eine Menge Geld und in der Öffentlichkeit hat die Inklusion ein sehr negatives Image bekommen – das war ein großes Thema im Wahlkampf, das Rot-Grün geschadet hat. Da ist einiges schief gelaufen. Man muss sich also die Rechtsvorschriften und ihre Umsetzung genau anschauen. Das mache ich in meiner Forschung, die auch einen Schwerpunkt in der Rechtssoziologie, das heißt der Forschung zur tatsächlichen Umsetzung und Praxis des Rechts (law in action), hat.

Was sind weitere Themen, mit denen Sie sich als Professor für Bildungsrecht beschäftigen?

In meiner Forschung geht es um menschen- und verfassungsrechtliche Fragen. Was ist, wenn Kinder unterschiedliche Chancen zum Beispiel auf den Zugang zu Bildungseinrichtungen haben? Wann liegt eine Diskriminierung im Rechtssinn vor? Welche völkerrechtlichen Vorgaben müssen für die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen beachtet werden? Wie ist ein inklusives Schulsystem nach der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen?

Ein wichtiger Teil meiner Professur ist die Verbindung zwischen Bildungs- und Sozialrecht. Eigentlich muss das viel mehr zusammen gedacht werden. Denn Armut hat sehr viel mit dem Bildungsstand der Betroffenen zu tun. In Deutschland haben wir eine extrem hohe Bildungs- und damit auch Armutsvererbung. Wir haben ein Grundsicherungsrecht, das die Armut nur verwaltet und die Betroffenen auch noch sanktioniert. In Großstädten wie Berlin kommen über 30 Prozent aller Kinder aus solchen Familien, auch in Niedersachsen ist der Anteil hoch. Hier müsste viel mehr für die Bildung und (Weiter-)Qualifizierung getan werden. Die Bildungs- und Teilhabeleistungen für junge Menschen sind aber weitgehend ineffektiv. In meiner Forschung versuche ich, an dieser Stelle anzusetzen, die einen Schnittpunkt zum Kinder- und Jugendhilferecht hat.

Warum haben Sie sich für Hildesheim als Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

Die Universität Hildesheim hat ja ihren Schwerpunkt im Bereich Bildung und Pädagogik. Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik gibt es schon seit langem eine Professur für Recht der sozialen Dienstleistungen von meiner Kollegin Kirsten Scheiwe. Damit hat das Recht hier einen deutlichen Stellenwert in der pädagogischen Ausbildung, aber auch in der Forschung. Das wird auch nach außen wahrgenommen. Insofern ergänzt sich das sehr gut. Meine Professur hat die Besonderheit, dass sie auf einer Kooperation mit dem WZB als außeruniversitärer Forschungseinrichtung beruht, wo ich als Research Fellow arbeite. Am WZB machen wir vor allem Forschung zu strukturellen Fragen von Bildung und Sozialpolitik. Und genau auf der Schnittstelle zwischen diesen strukturellen und den bildungsorganisatorischen Fragen liegt mein Arbeitsschwerpunkt, insofern gefällt mir das sehr gut.

Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit, welchem Problem sind Sie auf der Spur?

Ganz konkret schreibe ich gerade einen Beitrag für die Bertelsmann-Stiftung. Darin geht es um die Regulierung kultureller Vielfalt, also zum Beispiel um die Frage, ob auch muslimische Organisationen das Recht haben, Religionsunterricht an öffentlichen Schulen anzubieten. 

Im zu Ende gehenden Jahr haben unsere Studien zur sozialen Selektivität von Privatschulen viel Zeit in Anspruch genommen. Zusammen mit einem Kollegen vom WZB und einer Kollegin von der Humboldt-Universität haben wir uns die soziale Zusammensetzung und die Entwicklung an den freien Schulen sehr genau angeschaut und analysiert. Wir haben festgestellt dass die Vorgaben des Grundgesetzes zur allgemeinen Zugänglichkeit der Privatschulen „unabhängig von den Besitzverhältnissen der Eltern“ weder ausreichend in Gesetzen konkretisiert noch von den zuständigen Behörden in der Praxis effektiv kontrolliert werden. Die Studien sind auch in der Öffentlichkeit relativ breit wahrgenommen worden. Der Landesgesetzgeber in Baden-Württemberg hat dann wesentliche Empfehlungen aus unserer Forschung in seinem Privatschulgesetz umgesetzt. Das Land Berlin plant jetzt Vorschriften, die das System der Finanzierung und Kontrolle freier Schulen auf eine neue Grundlage stellen sollen. Es geht darum, den einkommensunabhängigen Zugang und eine bessere soziale Durchmischung an den Privatschulen zu gewährleisten. Auch hier in Niedersachsen steht in der jetzigen Legislaturperiode eine Neuregelung an. Insofern wird uns das Thema zweifellos noch beschäftigen.

Zusammen mit Kolleg_innen arbeite ich gerade an Fragen der Schulaufsicht und der Steuerung von Bildungsprozessen. Und natürlich die Umsetzung der Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention. Nicht sehr geglückt sind da zum Beispiel die Regelungen zur Schulbegleitung, die auf der Schnittstelle zwischen Sozialhilfe-, Kinder- und Jugendhilferecht und Schulrecht in der Praxis zu großen Problemen führen. Das will ich mir genauer anschauen und alternative Regulierungsmodelle erarbeiten. Außerdem verfasse ich ein Rechtsgutachten, wo es um die geplante Verlagerung der beruflichen Bildung vom Kultus- an das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein geht. Das ist bislang beispiellos und wirft eine Reihe von Rechtsfragen auf. Und ich arbeite an einem Buch zu Antidiskriminierungsrecht im internationalen Vergleich mit, das von einer Kollegin an der Universität Oxford herausgegeben wird.

Gibt es Themen, mit denen Sie zum Beispiel in der Lehre oder Forschung in die Stadt Hildesheim wirken?

Viele der genannten Themen berühren ja bildungs- und sozialpolitische Fragen, die für das Land und natürlich auch die Region von Bedeutung sind. Ganz konkret in Bezug auf Hildesheim möchte ich hier das Projektsemester erwähnen, das dieses Jahr zum ersten Mal im Studiengang Sozial- und Organisationspädagogik durchgeführt wird. Hier entwickeln Studierende in Gruppen von fünf oder sechs Personen eigenständig Projekte, die sie während des Semesters durchführen. Sie müssen dafür eine Idee entwickeln, einen Projektantrag schreiben, sich Kooperationspartner_innen in der Region suchen, das Projekt möglichst eigenständig durchführen und am Ende einen Abschlussbericht verfassen. Begleitet wird das ganze durch Basisseminare, Fortbildungen und ein Mentoriat. Ich fand die Idee gleich wunderbar, dass die Studierenden hier etwas Eigenes entwickeln und umsetzen können, statt nur im Hörsaal zu sitzen. Da betreue ich Studierende, die Sportangebote für Jugendliche in der Region oder musikalische Angebote für geflüchtete Jugendliche anbieten. Eine andere Gruppe führt eine Aktion zugunsten der Knochenmarkspende durch und eine andere will Geschichten über Menschen in Hildesheim sammeln und daraus eine Publikation machen. Das bringt  meines Erachtens für die Ausbildung eine Menge, da die Projekte wissenschaftlich reflektiert werden, und wirkt unmittelbar in die Stadt und Region.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Startseite
news-15148 Mon, 18 Dec 2017 13:10:00 +0100 Mit Geigen Türen öffnen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/mit-geigen-t/ Peruanerin Keizyu Fernández kam nach Hildesheim, um benachteiligten Kindern Geigenunterricht zu geben. Jetzt will sie Sozial- und Organisationspädagogik studieren. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Studieninteressierte news-14122 Tue, 05 Dec 2017 11:25:27 +0100 Gender und Machttheorien - Vortrag von Prof. Dr. Ilona Ostner https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/gender-und-m/ Donnerstag, 14.12.2017, 10-12 Uhr Raum C 213 Samelsonplatz, 31141 Hildesheim Für Studierende und Mitarbeitende aller Fachrichtungen, keine Anmeldung erforderlich Organisiert vom Projekt „Macht und Ohnmacht der Mutterschaft - Die geschlechterdifferente Regulierung von Elternschaft im Recht, ihre Legitimation und Kritik aus gendertheoretischer Sicht“, SOP  

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-14900 Tue, 10 Oct 2017 14:44:00 +0200 An der Bar entstehen die Geschichten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/an-der-bar-e/ Hildesheimer Absolvent tourniert mit seiner Band B.B. & The Blue Shack anlässlich ihres 14. Albums. Pressespiegel regional Alumni Sozial- und Organisationspädagogik news-13942 Mon, 02 Oct 2017 17:40:43 +0200 Sozial- und Organisationspädagogik AbsolventInnenstudie gestartet!!! https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/sozial-und/ Ihre Erfahrungen sind uns sehr wichtig! Zur Teilnahme sind alle AbsolventInnen des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik herzlich eingeladen, die den Bachelor- und/oder Master-Abschluss erlangt haben. Bitte nehmen Sie an der Befragung des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik teil, damit wir auch Ihre persönliche Erfahrung im Studium und Beruf in die Weiterentwicklung des Studiengangs einbinden können. Über folgenden Link gelangen Sie direkt zur Befragung: https://www.soscisurvey.de/sopas17/

Das Institut möchte sich schon an dieser Stelle herzlich bei Ihnen für Ihre Unterstützung bei unserer AbsolventInnenstudie bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Gunther Graßhoff (Institutsleitung), Tammy Ely, Dr. Andreas Herz, Dr. Svea Korff und Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Hinweis: Weitere Informationen zur Sozial- und Organisationspädagogik AbsolventInnenstudie (SOPAS) erhalten Sie auf der folgenden Homepage.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13941 Mon, 02 Oct 2017 17:28:09 +0200 Call for Papers: Partizipative Forschung in der Sozialen Arbeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/call-for-pap/ Hier finden Sie den Call for Papers zum trinationalen Workshop "Partizipative Forschung in der Sozialen Arbeit" Link

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13940 Mon, 02 Oct 2017 17:25:10 +0200 Call for papers: Jugendforschung in der Erziehungswissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/call-for-pap-1/ Hier finden Sie den Call of Papers zur Tagung "Jugendforschung in der Erziehungswissenschaft" Link

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-14871 Wed, 13 Sep 2017 15:08:00 +0200 Und was kommt nach dem Heim? Zwei junge Frauen auf dem Weg ins Leben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/und-was-komm/ Britta Sievers und Severine Thomas der Universität Hildesheim haben das Projekt Care Leaver ins Leben gerufen, das Jugendlichen helfen soll, den Übergang aus der Jugendhilfe in ein eigenes Leben zu meistern. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik BA SOP news-14280 Mon, 28 Aug 2017 16:55:00 +0200 "Da kommt der ganze Schmerz wieder hoch - und die Frage: Was war das für ein Staat?" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/da-kommt-de/ In den 1970er-Jahre studierte Wolfgang Liß Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim. Nach seinem Abschluss wird ihm jedoch die Arbeit an einer Schule verweigert, weil die das Land seine Verfassungstreue anzweifelt. Im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Radikalenerlass erinnert sich der Hildesheimer Absolvent zurück. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-13773 Wed, 23 Aug 2017 17:42:10 +0200 Auflagen bei der Zulassung im WS 2017/2018 im MA SOP: https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/auflagen-bei/ Wenn Sie eine Zulassung für unseren Master im WS mit Auflagen haben, dann schreiben Sie sich erstmal direkt für den Studiengang ein. Wir werden in der ersten Semesterwoche im Rahmen der Einführung das weitere Prozedere dann individuell besprechen. Ausdrücklich weisen wir nochmals darauf hin, dass die Auflagen nicht vor der Einschreibung erfüllt sein müssen. Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit an Prof. Gunther Graßhoff. Kontakt Prof. Gunther Graßhoff

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-10581 Thu, 17 Aug 2017 11:41:41 +0200 Kurzfragebogen zur Evakuierungshilfe in Hildesheim: Wo finden Einwohner Zuflucht in Notsituationen? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kurzfragebogen-zur-evakuierungshilfe-in-hildesheim-wo-finden-einwohner-zuflucht-in-notsituationen/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim rufen Hildesheimer Bürger auf, sich an einer Online-Umfrage zu beteiligen. In einer Studie möchten sie herausfinden, bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen und ob sie spontan Zuflucht finden. Teilnehmen können Personen, die aufgrund der Bombenentschärfung am Mittwochabend ihre Wohnung verlassen mussten. Wie haben Sie die Evakuierung erlebt? Hier geht es direkt zum Fragebogen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, die selbst die Wohnung aufgrund einer Bombenentschärfung am Mittwochabend verlassen mussten, möchten mit einer Online-Befragung mehr über Unterstützungssysteme in Notsituationen herausfinden. In einer Studie möchten Alia Herz-Jakoby, Andreas Herz und Katharina Mangold herausfinden, wo und bei wem Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Hildesheim in der Nacht der Evakuierung untergekommen sind.

Der Fragebogen richtet sich an Personen aus dem Evakuierungsgebiet. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wohnung/ihr Haus aufgrund der Bombenentschärfung am Mittwochabend (16. August 2017) verlassen mussten, können sich ab sofort an der Online-Umfrage beteiligen: www.soscisurvey.de/evakuierungshilfe

Hintergrund der Studie ist das Interesse an Unterstützungsstrukturen in Notsituationen. „Uns interessiert insbesondere bei welchen privaten oder nicht-privaten Kontakten Evakuierte unterkommen, ob sie spontan Zuflucht innerhalb oder außerhalb Hildesheims finden und wie die Evakuierten dies erlebt haben“, sagt Andreas Herz. „Diese Studie ist insbesondere wichtig, um diese Form der Spontan-Unterstützung besser verstehen zu können. Dies kann für kommende Einsätze hilfreiche Informationen geben (bspw. zur Mobilisierung von Schlafplätzen, Informationsweitergabe zum Evakuierungsstatus, Vorhandensein von privaten Unterkunftsmöglichkeiten).

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik sind bei Fragen per E-Mail erreichbar (Dr. Andreas Herz, herzand(at)uni-hildesheim.de).

Mehr erfahren über Forschung am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-13426 Wed, 07 Jun 2017 19:27:39 +0200 WICHTIGE ÄNDERUNG! Staatliche Anerkennung für Diplomabsolvent_innen SOP https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wichtige-aend/ Mit der Inkrafttretung der neuen SozHeilKind-Verordnung des Ministeriums ist es uns als Hochschule möglich, die Staatliche Anerkennung als Sozialpädagog_in auch den ehemaligen Diplomstudierenden anzubieten. Weitere Informationen hier (PDF)

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13427 Wed, 07 Jun 2017 19:00:00 +0200 Informationsveranstaltung Staatliche Anerkennung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/informations-4/ Mittwoch, 14.06.2017 14:15 – 15:15 Uhr L 131 (Aula)

Die Staatliche Anerkennung ist eine Zusatzqualifikation, die an einen BA in Sozialpädagogik,

SOP oder Sozialer Arbeit anknüpft. Voraussetzung ist u.a., dass

nach Abschluss des BA ein Berufspraktikum absolviert wird.

Die Infoveranstaltung richtet sich an alle, die überlegen die Staatliche Anerkennung

auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit zu erwerben. Es werden allgemeine

Informationen zu den Voraussetzungen und dem Ablauf des Verfahrens

gegeben.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13750 Tue, 09 May 2017 11:09:00 +0200 Wer klappert denn da im Park? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wer-klappert/ Die Sozial- und Organisationspädagogik-Studentinnen Maria Lucke, Teresa Horn und die Szenische-Künste-Studentin Marie König nehmen am Programm des Festivals Babel im Park teil. Pressespiegel regional BA SK BA SOP MA SOP Sozial- und Organisationspädagogik news-8505 Thu, 13 Apr 2017 12:16:00 +0200 Bildung: Besseres Miteinander https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/bildung-bes/ Der Beirat "Evangelische Bildung" des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt trifft sich zu einer "Zukunftswerkstatt" im Institut für Organization Studies an der Universität Hildesheim. Im Rahmen des Projektes tauschten sich bereits Studenten und evangelische Kindertagesstätten über religionspädagogische Methoden aus. Pressespiegel regional MA OS Projekte organization studies Sozial- und Organisationspädagogik news-13271 Tue, 11 Apr 2017 09:23:53 +0200 Universität als Bildungsraum – eine universitätsübergreifende Ringvorlesung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/universitaet-4/ Termin: donnertags 10-12 Uhr (Start 20. April 2017) Ort: Raum N006 Die vom Forschungsnetzwerk „Universitätsforschung in der Erziehungswissenschaft“ organisierte Ringvorlesung macht die Universität als „Bildungsraum“ aus systematischer, historischer und empirischer Sicht zum Thema. Sie fokussiert die Konfigurationen pädagogischer Räume von Universität im wörtlichen wie im übertragenen Sinn und fragt nach deren Einbettung in größere gesellschaftlich-politische Zusammenhänge. Die Analyse der sozialen Bedingungen und Rahmungen verbindet sich mit einer Reflexion pädagogischer Dimensionen der Universität: der Sozialisation von Forscher*innen und Student*innen, der universitären Bildung oder auch des Curriculums. Die Ringvorlesung „Universität als Bildungsraum“ findet zeitgleich an den Universitäten Gießen, Kassel, Münster, Wuppertal, Hildesheim, Frankfurt am Main sowie an der Universität der Bundeswehr in Hamburg statt. Die Vorträge werden jeweils per Videokonferenz von der Universität des Vortragenden in die Hörsäle aller anderen beteiligten Einrichtungen übertragen.

Programm

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13579 Fri, 17 Mar 2017 13:32:00 +0100 Jugend ist nicht mehr das, was sie war https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/jugend-ist-n/ Prof. Dr. Wolfang Schröer vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik arbeitet am 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung mit. Das Ergebnis: Die Lebensumstände von Jugendlichen haben sich in den vergangegnen Jahren stark verändert. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Professoren news-13571 Thu, 16 Mar 2017 16:11:00 +0100 Praxistest für die Arbeit in den Kitas https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/praxistest-f/ Der Forschungsverbund der Universität Hildesheim erhält vom Land Niedersachsen 1,3 Millionen Euro für die Förderung im Bereich frühkindliche Bildung. Von den Geldern werden Projekte finanziert, die die Förderung von Kindern beim Schreibenlernen, den Zusammenhang von Mathematik und Raumerfahrung oder den Einfluss von mehrsprachigen Kindergärten und Elterninitiativen auf die Entwicklung von Kindern erforschen. Pressespiegel regional Inklusion Bildungsintegration Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Mathematik & Angewandte Informatik Fachbereich 3 Forschung Kompetenzzentrum Frühe Kindheit news-13047 Wed, 22 Feb 2017 10:45:00 +0100 Bildungsforschung: Inklusion in der frühen Kindheit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/bildungsforschung-inklusion-in-der-fruehen-kindheit/ Land Niedersachsen fördert Forschungsverbund an der Universität Hildesheim: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen die Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung aus. Sie dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule. Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen. Bereits 2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen. Seitdem verändert sich das gesamte Bildungssystem und die Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Kindertagesstätten. Pädagoginnen und Pädagogen lernen, konstruktiv mit den unterschiedlichen sozialen, sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen und die Teilhabechancen für alle zu verbessern. Wie das aber im Alltag passiert, etwa in Kindertagesstätten, wird bisher kaum untersucht. Hier setzt der Hildesheimer Forschungsverbund an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauchen ein in den Alltag und dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule.

„Wir vertiefen die Bildungs- und Teilhabeforschung in der frühen Kindheit“, sagt Peter Cloos, Professor für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Hildesheim und Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen. Gerade im Bereich der Bildung und der sozialen Teilhabe der bis sechsjährigen Kinder gibt es noch erhebliche Forschungslücken in Bezug auf die Inklusion. „Im gesamten Bildungssystem und in der Kinder- und Jugendhilfe geschehen aktuell große Umwälzungen. Inklusion ist eine breit diskutierte Herausforderung. Wir wollen dazu beitragen, das noch geringe empirische Wissen auszubauen und die unterschiedlichen Forschungstraditionen zu verbinden“, so Cloos.

Das Land Niedersachsen fördert am Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim den Forschungsverbund „Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit als multidisziplinäre Herausforderung" bis 2020 mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Neben Hildesheim werden Verbundprojekte in Göttingen und Hannover aus dem „Niedersächsischen Vorab“ gefördert.

Der Hildesheimer Forschungsverbund bearbeitet sechs Forschungsprojekte. Beteiligt sind insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, dem Fremdsprachenerwerb und der Mathematikdidaktik, der Neurodidaktik sowie Sozial- und Organisationspädagogik. „Ich freue mich auf die weitere Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum, wir wollen gemeinsam neue Perspektiven für eine inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit entwickeln", sagt Professor Cloos.

Neue Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen – in die Wissenschaft, die Politik, die Kinder- und Jugendhilfe und in die Bildungseinrichtungen. Der Forschungsverbund arbeitet eng mit Partnern aus der Praxis zusammen und entwickelt gemeinsam mit den Praxispartnern Konzepte für den Transfer, unter anderem mit Kindertagesstätten und Grundschulen, der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/Bremen e.V. (lagE), dem Kinder- und Jugendbereich der Diakonie Himmelsthür, dem Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen (FMKS). Geplant sind ebenso Kooperationen mit Jugendämtern, Fachschulen und Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung. In allen Forschungsprojekten werden konkrete Transfermaßnahmen für die pädagogische Praxis entwickelt und umgesetzt. Die Forschungsprojekte laufen bis 2020. Ergebnisse werden auf Tagungen vorgestellt.

Im Forschungsverbund unterstützt die Universität Hildesheim zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in der Phase  während und nach der Promotion. Sie promovieren in den Projekten, werden vom Uni-Methodenbüro in der Wahl der Forschungsmethoden unterstützt und können sich mit laufenden Vorhaben aus den Graduiertenkollegs „Multiprofessionalität in der Bildungsinfrastruktur und in Sozialen Diensten“, „Gender und Bildung“ und den Promotionskollegs „Bildungsintegration“ und „Unterrichtsforschung" vernetzen. Die im Verbund beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch im Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik, dem bundesweit ersten akkreditierten Studiengang dieser Art, promovieren.

Wer Interesse an dem Forschungsverbund hat, kann sich an Prof. Dr. Peter Cloos wenden (E-Mail cloosp@uni-hildesheim.de).

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim leiten die sechs Forschungsprojekte:

  • Prof. Dr. Meike S. Baader (Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Prof. Dr. Peter Cloos (Pädagogik der frühen Kindheit) (Sprecher)
  • Dr. Florian Eßer (Sozialpädagogik)
  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs (Neurodidaktik)
  • Prof. Dr. Kristin Kersten (Didaktik des Englischen und Spracherwerb)
  • Prof. Dr. Claudia Mähler (Pädagogische Psychologie und Diagnostik)
  • Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Mathematik und ihre Didaktik)
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Sozialpädagogik)

 

Die sechs Forschungsprojekte im Überblick:

Wie Kinder sich entwickeln – Kognitive Entwicklung und Förderung in inklusiven Settings

Studie „Frühe Inklusion beim Schriftspracherwerb“ (FRISCH)

Schon lange vor der Einschulung bringen Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Schriftsprache mit. Ein Team aus der Pädagogischen Psychologie und Diagnostik um Professorin Claudia Mähler untersucht, wie Kindern der Einstieg in den Schriftspracherwerb gelingt. Welche Kinder profitieren in welcher Weise von einer Förderung zu welchem Zeitpunkt?

Claudia Mähler arbeitet mit Kitas und Grundschulen in der Region Hildesheim zusammen. Die Interventionsstudie beginnt im letzten Kindergartenjahr und begleitet 160 Kinder beim Übergang in die Grundschule und in den ersten beiden Schuljahren. Zunächst werden verschiedene Vorläuferkompetenzen erfasst, die für das Erlernen der Schriftsprache wichtig sind, etwa die Leistung des Arbeitsgedächtnisses, der Sprachentwicklungsstand und vor allem die „phonologische Bewusstheit“. Die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sich ein Training der phonologischen Bewusstheit im letzten Kindergartenjahr und wie sich eine Umstellung des Eingangsunterrichts im Fach Deutsch auf das Erlernen der Schriftsprache auswirken.

„Ich freue mich, das Thema Inklusion nun auch in die frühe Bildung hineinzutragen und den Übergang vom Vorschulalter in die Schule begleiten zu können“, sagt Claudia Mähler. Die Professorin befasst sich in der Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, welche frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten es genau sind, die am Ende einen Einfluss darauf haben, ob ein Kind in der Schule gut zurechtkommt und erfolgreich ist. Bisherige Hildesheimer Langzeitstudien zeigen, dass die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, bereits im Alter von vier Jahren sehr groß sind.

Studie „Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition (zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses)“ (STARK)

Wie kann das mathematische Grundverständnis in der frühen Kindheit gefördert werden? Professor Kristian Folta-Schoofs und Professorin Barbara Schmidt-Thieme untersuchen, in welcher Weise Kinder im letzten Kindergartenjahr von einem Training der Raumwahrnehmung profitieren können.

„Die vorschulische mathematische Förderung beinhaltet immer noch bevorzugt das Lernen von arabischen Zahlen und rechnerischem Faktenwissen. Wir wollen alternative Zugänge zur Förderung des mathematischen Grundverständnisses in den Blick nehmen, die weniger an Sprache und stärker auf die unmittelbare Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder bezogen sind“, sagt Professor Kristian Folta-Schoofs. „Dazu gehört auch die Berücksichtigung der körperlich-sinnlichen Erfassung von Raummerkmalen – auch im Verhältnis zum eigenen Körper – sowie von handlungs- und bewegungsorientierten Lernmöglichkeiten, die im Rahmen der vorschulischen Vorbereitung auf den Mathematikunterricht bislang noch wenig berücksichtigt werden und noch unzureichend wissenschaftlich untersucht sind.“

Barbara Schmidt-Thieme verfügt über Expertise auf dem Gebiet der mathematischen Frühförderung, vor allem zur Didaktik der Geometrie. Kristian Folta-Schoofs forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim im Bereich der neuronalen Grundlagen von Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Zeitverarbeitungsprozessen und zu den Ansätzen einer barrierefreien Gestaltung von Lernumgebungen.

Studie „Fremdsprachenlernen in inklusiven Kontexten: Sprachliche und kognitive Entwicklung in zweisprachigen Einrichtungen“ (FLINK)

Wie die sprachliche Entwicklung in ein- und zweisprachigen Kindertagesstätten und im Übergang in die Grundschule verläuft, untersucht Professorin Kristin Kersten in Kooperation mit Professor Werner Greve vom Institut für Psychologie. In der Studie erfassen die Wissenschaftler bis 2019, wie sich Kinder sprachlich und kognitiv entwickeln.

Dabei vergleichen sie die Entwicklungsverläufe von Kindern in einsprachigen und zweisprachigen Kitas und Grundschulen. In den bilingualen Kitas verwenden muttersprachliche Erzieherinnen und Erzieher im gesamten Tagesablauf Englisch im Umgang mit den Kindern, in bilingualen Schulen unterrichten Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel Mathe, Sport, Musik oder Sachkunde auf Englisch. Bislang wenig untersucht ist die Frage, inwieweit die sprachliche Entwicklung mit dem Selbstkonzept von Kindern zusammenhängt. Auch hierzu soll die Studie Erkenntnisse liefern. Durch teilnehmende Beobachtung werden außerdem die Strategien aller pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte dokumentiert: Wie begleiten sie die Lernprozesse? Wie gestalten sie den sprachlichen Input für inklusiv ausgerichtete Lernergruppen?

„Forschungsergebnisse aus früheren Studien weisen darauf hin, dass die Intensität, Dauer des Kontakts sowie das handlungsbegleitende Erlernen der Fremdsprache an Objekten, Bildern und der Umwelt entscheidend sind. Wir wissen außerdem, dass intensives bilinguales Lernen zu kognitiven Vorteilen führen kann. Ob die Fremdsprache mehrere Stunden pro Tag oder nur zwei Stunden pro Woche angeboten wird und wie sie von der Lehrkraft umgesetzt wird – das macht für die Entwicklung der Kinder viel aus. Dazu kommt, dass jedes Kind individuelle Voraussetzungen zum Lernen mitbringt, die sich nicht nur in den kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch im sozialen Umfeld unterscheiden. Und schließlich ist jedes Schulprogramm ein komplexes Gefüge, in dem auch jede Lehrkraft ihre eigenen Kenntnisse, Einstellungen und Motivation mitbringt“, so Kersten. Die Sprachwissenschaftlerin hat zuvor ein EU-Projekt geleitet und in niedersächsischen Grundschulen den bilingualen Unterricht analysiert.

Der Alltag in Kitas – „Doing inclusion“ – Inklusion als alltägliche Herstellungsleistung

Studie „Inklusive Elterninitiativen“ (IKE)

10 Prozent aller 4500 Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen sind Elterninitiativen. Elterninitiativen sind bislang kaum erforscht, dabei sind sie heute ein fester Bestandteil in der Kita-Landschaft. Eltern bauen somit einen Teil der Strukturen auf, die Bildungsteilhabe befördern oder verhindern können.

Einen Gesamtüberblick, welche Inklusionskonzepte Elterninitiativen im Bundesland Niedersachsen verfolgen, soll die Studie von Professorin Meike Baader liefern. Wer sind die Akteure und Akteurinnen, welches sind ihre Motive, Erfahrungen, Ressourcen aber auch Hindernisse? Wie gehen Eltern und Professionelle in diesen Einrichtungen mit Inklusion um? Die Erziehungswissenschaftlerin führt in den kommenden Monaten Interviews mit 45 Einrichtungsleitungen und analysiert, wie private Elterninitiativen in Niedersachsen handeln. Während sie in den 1970er Jahren anfänglich als Alternative für fehlende Plätze gegründet wurden, hat sich schon in den siebziger Jahren gezeigt, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Migrationserfahrungen aufgrund des Betreuungsschlüssels besonders gut versorgt wurden, wie eine DFG-geförderte Studie von Meike Baader zeigt.

Studie „Multiprofessionelle Teams in inklusiven Settings“ (MUPRO)

Zusammen statt allein: Professor Peter Cloos nimmt die Arbeit von multiprofessionell zusammengesetzten Teams in Kindertageseinrichtungen unter die Lupe. Der Erziehungswissenschaftler analysiert in 10 Einrichtungen 20 Teamgespräche.

„Wir tauchen ein in den Alltag“, sagt Cloos. Bisher wurde kaum empirisch untersucht, wie unterschiedliche Berufsgruppen in Organisationen wie Kitas zusammenarbeiten. Wie verständigen sie sich in Teamgesprächen über Zuständigkeiten und Aufgabenbereiche? Teilen sie Aufgaben auf und grenzen sich voneinander ab („Das ist nicht mein Gebiet!“) oder entstehen Räume, um gemeinsam unter Einbeziehung vieler Perspektiven die individuelle Entwicklung von Kindern zu erfassen? Die Forschungsergebnisse sollen in die Beratung von multiprofessionellen Teams fließen.

Studie „Kinder als Inklusionsakteure“ (INKA)

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. Florian Eßer, Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit acht Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

„Differenzdilemma“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren im Forschungsverbund außerdem, inwieweit Wissenschaft selbst Differenzen erzeugt. Die Wissenschaft spricht von „Differenzdilemma“: Jede Thematisierung von Differenz behebt diese nicht nur, sondern kann Differenz durch ihre Betonung erst hervorheben oder verstärken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Startseite Forschung
news-11395 Thu, 26 Jan 2017 14:18:00 +0100 Tafeln sind Thema in der Uni https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/tafeln-sind/ Sinnvolle Hilfe oder Ventil für Mitleid? Prof. Dr. Katja Maar von der TH Köln spricht im Rahmen der Ringvorlesung "Mahlzeit! - Interdisziplinäre Perspektiven auf (gemeinsames) Essen" über Lebensmitteltafeln. Die Ringvorlesung wird vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik veranstaltet. Pressespiegel regional BA SOP MA SOP Sozial- und Organisationspädagogik Ringvorlesungen news-11400 Wed, 25 Jan 2017 13:24:00 +0100 Nordstadt-Ideenschmiede will mit einem Straßenfest starten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/nordstadt-id/ Jessica Feyer studiert Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim und ist Vorstandsvorsitzende des neu gegründeten Stadtteilvereins, der sich für das Zusammenleben in der Nordstadt engagiert. Pressespiegel regional BA SOP MA SOP Sozial- und Organisationspädagogik news-12929 Mon, 23 Jan 2017 18:10:00 +0100 Die Dinge in der Pflege https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/die-dinge-in-der-pflege/ Aus der Forschung: Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause: In der Pflege kommen Dinge wie Waschlappen und Einmalhandschuhe zum Einsatz. „Die Dinge wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege“, sagt Lucia Artner. Seit 2014 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „Pflegedinge“. Einblicke in Ergebnisse aus der Forschung. Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause: In der Pflege kommen Dinge wie Waschlappen und Einmalhandschuhe zum Einsatz. „Die Dinge wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege“, sagt Lucia Artner. Seit 2014 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „Pflegedinge“. Einblicke in Ergebnisse aus der Forschung.

Einmalhandschuhe, Bettpfanne, Hebelifter – diese Dinge gehören zum Alltag von Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht, welche Bedeutung Objekte im Pflegealltag einnehmen. Um dies herauszufinden, geht die Kulturanthropologin in Pflegeheime und auf Krankenstationen und beobachtet: Was passiert mit diesen Dingen, wer nutzt sie wie?

„Ein Pflegeheim ist nicht nur ein Ort der Pflege, sondern auch Wohnraum und Ort des Lebens“, sagt Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin spricht mit Pflegekräften sowie älteren Damen und Herren über die Dinge in ihrem Alltag. In den Zimmern liegen Familienfotografien, Kosmetika und Briefe neben sterilen Einmalhandschuhen und Wattestäbchen, die das Kauen anregen sollen. Was machen solche Gegenstände, wenn sie so prägnant sind im Lebensraum? „Sie wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege.“ Artner nennt sie „institutionalisierte Dinge“.

Lucia Artner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge“. In dieser Woche stellt sie nach vierjähriger Forschung erstmals gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Heidelberg, Berlin, Osnabrück und Hildesheim Forschungserkenntnisse vor. „Pflege gehört zum Alltag in allen Gesellschaften und findet nicht nur im Pflegeheim statt – auch innerhalb von Familien wird sehr viel geleistet. Pflege ist eine zentrale Praxis menschlichen Zusammenlebens, sie gehört zum Alltag – und dennoch ist Pflege kaum sichtbar“, sagt Artner. Die gesellschaftliche Bedeutung von Pflege wachse angesichts des demographischen Wandels. „Dennoch wird Pflege als entlohnte Arbeit – etwa als Pflegekraft in einem Pflegeheim – oder als reine Beziehungsarbeit – etwa die Pflege von Angehörigen innerhalb der Familie – kaum anerkannt. Mit unserem Forschungsprojekt möchten wir Pflege sichtbar machen, in dem wir anhand der Dinge zeigen, wie sich Pflege verändert und was den Pflegealltag prägt.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Bandbreite an Dingen untersucht – von der Schnabeltasse aus dem 19. Jahrhundert über zeitgenössische Technologien wie Stehlifter bis hin zu sensorbasierten High-Tech-Systemen, die im Notfall Alarm schlagen.

Gerade in schambehafteten, intimen Momenten können die Dinge auch zu Professionalität und Sachlichkeit beitragen. „Der Toilettengang wird durch den Einsatz eines Toilettenstuhls zu etwas Gewöhnlichem – es ist dann weniger peinlich für alle Beteiligten“, sagt Artner.

Viele Dinge werden dabei auch mehrzweckmäßig, kreativ und anders als vom Hersteller angedacht verwendet. Ein Beispiel aus der Region Hannover: Der Toilettenstuhl kann nicht nur für den Toilettengang eingesetzt werden, so Artner. „Er wird auch zum Duschen und zum Transport genutzt. Eine ältere Dame guckt da Fernsehen drauf, statt auf einem Sessel. Bei einem anderen Herren wird mit dem Toilettenstuhl auch dessen Beweglichkeit trainiert.“ Man braucht Vertrauen in Dinge, vor allem auch in neue Technik, resümiert die Wissenschaftlerin. „Auch Ältere wollen sich wohl fühlen, wenn sie in einem Lifter hängen.“

Die Hildesheimer Wissenschaftlerin interessiert sich auch für die Veränderungen im Wandel der Zeit. Artner spricht deshalb mit Pflegekräften, die in den 1960er Jahren gearbeitet haben, sie untersucht Schwesternakten und Lehrbucheinträge. Dabei wird deutlich: In der Pflege wurden neue Gegenstände zunächst einmal auf ihre ‚Praxistauglichkeit‘ geprüft. Als in den 1970er Jahren die Einmalhandschuhe ihren Weg in den Pflegealltag fanden, wurde diese Entwicklung kritisch begleitet. „Die Handschuhe sind hygienisch. Ich habe aber so eine Distanz zu den Pflegenden. Ich möchte die Nähe nicht verlieren“, sagte etwa eine Pflegerin aus der damaligen Zeit.

Wie sich der Berufsalltag und Anforderungen an den Arbeitnehmer verändern, zeigen die Analysen von Isabel Atzl. Die Pfleghistorikerin und Sammlungsforscherin vom Medizinhistorischen Museum der Charité in Berlin zeigt, wie mit dem Einsatz von Dingen Veränderungen im Pflegeberuf einhergehen. So wurde das Fieberthermometer früher zunächst von Ärzten und später von Pflegekräften benutzt. Mit diesem Wechsel mussten Pflegekräfte auch neues Wissen und neue Qualifikationen erlernen. Beispielsweise mussten mit der Fieberkurve, die geschrieben wurde, Pflegekräfte nun Lesen und Schreiben können.

Außerdem wurde untersucht, wie Dinge zum Handeln anregen können. „In der stationären Langzeitpflege zeigt sich, dass es in erster Linie die Pflegekräfte sind, die die Nutzung der Dinge und den Ablauf der Tätigkeiten dirigieren. Sie geben den Menschen, die sie pflegen, Anstöße, Dinge zu nutzen“, sagt Artner. Über Dinge werden zum Beispiel ältere Menschen in einem Pflegeheim aktiv gehalten, indem Pflegekräfte beim Stuhlgang mit einem Toilettenstuhl eine Mobilisierungseinheit einbauen.

Ob es auch nutzlose Dinge gibt im Pflegealltag? Manche Utensilien, sagt Artner, finden erst mit der Zeit Anwendung. „In einem Pflegeheim wurde der Hebelifter kaum genutzt. Man hängt von der Decke, wird in die Badewanne gehievt. Für viele Menschen ist das ungewohnt, man fühlt sich zunächst unsicher.“

Lucia Artner forscht in einem sensiblen, intimen Bereich. „Ich kläre von Anfang an auf, was ich mache und warum, ich spreche viel mit Angehörigen von Demenzerkrankten.“ Mit den Objekten, sagt Artner, „kann man nicht reden“. Es sind die Menschen, die ihr erzählen und zeigen, was die Dinge im Alltag machen und die Einblicke geben in ihr Leben mit den Dingen. Und dafür, für all diese Begegnungen, ist die junge Forscherin sehr dankbar.

Worum geht’s? Kurz erklärt: Das Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge“

In dem Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge – Die Bedeutung von Objekten in Geschichte und gegenwärtiger Praxis der Pflege“ (kurz: „Pflegedinge“, www.pflegederdinge.de) arbeiten neun Fachleute des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim zusammen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Forschung von 2014 bis 2017. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe untersucht die Dinge der Pflege, die im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause zum Einsatz kommen. Im Projekt wurde der Einsatz von Gegenständen in der Altenpflege, in Privathaushalten und Krankenhäusern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin untersucht. Ergebnisse aus der Forschung stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der internationalen Tagung „Dumme Dinge, schlaue Sachen?“ vom 18. bis 20. Januar 2017 in Heidelberg vor.

„Wir möchten künftig in der interdisziplinären Objektforschung jene Dinge verstärkt in den Blick nehmen, die die Pflege der Zukunft schon heute mitgestalten wie digitale Technologien oder Pflegeroboter“, sagt Lucia Artner. Wie erleben die Beteiligten zum Beispiel neue technische Geräte, die registrieren, wie sich Personen bewegen und im Notfall Alarm schlagen?

Das Thema Pflege steht am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch weiterhin im Fokus der Forschung. Professor Wolfgang Schröer und Professorin Kirsten Scheiwe haben 2011 das Forschungscluster „care@work“ gegründet.  Innerhalb der Universität und deutschlandweit baut die Hildesheimer Arbeitsgruppe den Austausch zu verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus.

„Bislang fehlt es in Deutschland an grundlagenorientierter Forschung über die materiale Seite von Pflege. Fragen danach, welchen Anteil Dinge wie ein Fieberthermometer an der Pflege haben, wie damit Pflege-Arbeit strukturiert und das Wissen der Pflege realisiert wird, wurde im Bereich der historischen und gegenwärtigen Pflegeforschung bisher nicht systematisch untersucht“, sagt Lucia Artner.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Startseite Forschung
news-12898 Wed, 11 Jan 2017 11:21:00 +0100 Forschungskonferenz 'Herausforderungen der Gesetzesevaluation und Rechtswirkungsforschung' https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungsko-8/ am 30./31. März in Berlin gemeinsam veranstaltet von Prof. Kirsten Scheiwe und Prof. Michael Wrase, Universität Hildesheim, mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (wzb)

Den Flyer als PDF zum Download finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-2855 Mon, 02 Jan 2017 11:05:00 +0100 Organisation und Netzwerke https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/organisation-1/ 10. Jahrestagung der DGfE-Kommission Organisationspädagogik "Organisation und Netzwerke" am 23./24.02.2017 und 3. Forum "Pädagogische Organisationforschung" (PreConference für NachwuchswissenschaftlerInnen) am 22./23.02.2017 am Insitut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim Link zur Seite

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-12813 Wed, 21 Dec 2016 17:48:00 +0100 Studenten entwickeln Online-Plattform für Engagement https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studenten-entwickeln-online-plattform-fuer-engagement/ In den letzten Monaten haben die Studenten Jonathan Weldeab und Nils Fabig eine digitale Plattform aufgebaut, die studentisches Engagement sichtbar macht. Statt ein eigenes Engagement-Projekt zu starten, wollen Jonathan Weldeab und Nils Fabig studentische Projekte und Initiativen in der Stadt vernetzen. In den letzten Monaten haben die beiden Studenten der Universität Hildesheim eine digitale Plattform aufgebaut, die studentisches Engagement sichtbar macht. Sie nennen ihr Onlineportal „Luftikus“.

„Wir möchten einen frischen Blick auf Engagement werfen und das Bild erweitern. Der Name ist auch eine ironische Anspielung auf unsere Zielgruppe, wir möchten die etwas passive Menge erreichen und aktivieren, in Bewegung setzen“, sagt Weldeab. Der Vorteil der Online-Plattform sei ihre Schnelligkeit. „Man kann direkt Kontakt mit den Projekten und Veranstaltungen aufnehmen um beispielsweise Karten für eine Theateraufführung zu reservieren. Man kann vor der Vorlesung in unserem blog stöbern und sich danach entscheiden: Ich mache mit – im Sprachlernprojekt der Uni, bei der Organisation einer Diskussionsreihe oder bei der Fahrradwerkstatt. Wir möchten mit unseren Inhalten nicht nur informieren, sondern auch aktivieren. Viele Projekte wissen nicht voneinander und sind nicht sichtbar. Wir wollen auch ein Gedächtnis sein, für Eigeninitiative und studentisches Engagement im Alltag und dieses damit wertschätzen.“

Der Programmierer Nils Fabig setzt die Plattform auf der technischen Seite um. Fabig zog es zum Lehramtsstudium von Wunstorf nach Hildesheim, der 22-Jährige studiert Geographie und Wirtschaft und schätzt die Praxisphasen, etwa in 8. und 9. Klassen einer Haupt- und Realschule in der Region. In seiner Schulzeit hat er mit Freunden erste Seiten programmiert. Nun sitzt er nach der Vorlesung am Rechner, kombiniert Farben, programmiert „Luftikus“. „Unsere soziale Online-Plattform besteht aus zwei Teilen: Ein Projektportal, auf dem wir Engagement-Projekte vorstellen, die nach Studierenden suchen, die mitwirken möchten. Und wir haben den Campus-blog, in dem wir in Reportagen und Interviews darüber berichten, was aus den Projekten wird“, sagt Fabig.

Nachgefragt bei Jonathan Weldeab

Jonathan Weldeab, 23, aus Göttingen, studiert im Bachelor Sozial-und Organisationspädagogik, studentische Hilfskraft am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim, engagiert sich in einer Arbeitsgruppe „Antidiskriminierung“, war bis Sommer 2016 im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) aktiv.

Warum ist es sinnvoll, im Studienalltag über den Tellerrand zu schauen und nicht allein an Noten zu denken, sondern und auch anderen zu helfen, sei es als Sprachtandempartner oder in der Fahrradwerkstatt „Fazze“, um Räder zu reparieren?

Jonathan: Über den Tellerrand zu schauen hat viel mit persönlichem Wachstum zu tun. Wer über den Tellerrand schaut, lernt sich selbst und seine eigenen Ziele zu hinterfragen und ins Verhältnis mit der Lebenssituation anderer zu setzen. Es bewahrt mich außerdem davor, allzu linear zu denken. Die besten Erkenntnisse und Inspirationen hat man immer da, wo man nicht mit ihnen rechnet…

Dein Tipp für Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Wie bekommt man Engagement und Uni-Alltag unter einen Hut?

Das geht viel leichter als man denkt. Unglaublich viel von dem, was man in der Uni an Theorie lernt, lässt sich im Engagement finden und erleben, besonders weil man im Engagement eigentlich immer die Möglichkeit hat, sich seine eigenen Räume und Profile zu schaffen. Das macht vieles greifbarer und besser verständlich, weshalb bei mir beides eng miteinander verwoben ist. Außerdem ist ein Engagement immer freiwillig und alle sitzen im selben Boot, weshalb viel Rücksicht, Verständnis und Wertschätzung mit im Spiel sind. Gerade letzteres hilft wiederum sehr im Uni-Alltag. Wer seine eigenen Ideen im Engagement aufblühen sieht, traut sich mehr in der Uni.

Du warst Mitglied im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss. Dein Tipp für Studierende, die noch nie etwas vom „AStA“ gehört haben…

Im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss macht eigentlich fast jeder etwas anderes. Der AStA ist in Referate unterteilt. Man sollte sich nicht zu steif an der Referatsbeschreibung langhangeln, sondern überlegen, was man für sinnvoll hält. Im besten Fall entdeckt man dann selbstständig Handlungsbedarfe und Leerstellen und wird aktiv. Mit der Zeit ist das natürlich so eine Sache. Je länger man mitarbeitet, desto mehr interessante Projekte, Menschen und Ansätze entdeckt man und dann ist man auf einmal fast überall dabei. Da muss man aufpassen. Wer noch nie davon gehört hat, sollte unbedingt zu einer Sitzung gehen oder die Aktionen besuchen. Je mehr Leute im AStA und an seiner Arbeit partizipieren, desto besser wird er und desto repräsentativer werden auch seine Aktionen.

Du arbeitest im „Runden Tisch Flucht“ mit. Was machst du hier?

Bisher wurde der Runde Tisch als Austausch und Informationsplattform genutzt. Wie kann man alle an der Universität Beteiligten, alle Projekte mit einbinden und zusammentreffen? Darüber mache ich mir gerade Gedanken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Mitwirken bei der Online-Plattform „Luftikus“

Das Online-Portal „Luftikus“ sucht Studentinnen und Studenten, die die neue Engagementplattform mit weiterentwickeln möchten. Vor allem wer einfach Freude daran hat, Veranstaltungen zu planen oder redaktionell tätig zu werden und Interviews und Videos herzustellen, kann sich gerne melden. Studierende aus allen Fachbereichen können sich beteiligen. Einfach eine E-Mail schreiben an kontakt@luftikus-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Studierendenportal
news-13247 Sat, 17 Dec 2016 14:13:00 +0100 Vortrag zum Thema Essen in der Kita https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/vortrag-zum-1/ Unter dem Titel "Ernährung als pädagogischer Raum für Bildung" spricht Sandra Koch über kindgerechte Ernährungs- und Essensweisen und ihr Bildungspotenzial in Kindertageseinrichtungen. Der Vortrag ist Teil der Rindvorlesung "Mahlzeit!" und wird vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik veranstaltet. Pressespiegel regional BA SOP MA SOP Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Ringvorlesungen news-13246 Sat, 17 Dec 2016 13:58:00 +0100 Die Strategie: früh ans Regal - und bitte freitags https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/die-strategi/ Tipps und Tricks für den Studienalltag - Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung begleitet Sozial- und Organisationspädagogik-Studentin Janina in die Universitätsbibliothek und berichtet über den Studienalltag an der Universität. Pressespiegel regional MA SOP Universitätsbibliothek Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Studierende news-12729 Mon, 28 Nov 2016 13:20:00 +0100 Übergang ins Erwachsenenalter: „Care Leaver“ brauchen Unterstützung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uebergang-ins-erwachsenenalter-care-leaver-brauchen-unterstuetzung/ Der Rechtsanspruch auf Hilfe für junge Volljährige ist zu stärken, fordern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim. Eine Arbeitsgruppe geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Jugendhilfeleistungen werden oft beendet, wenn junge Menschen 18, also volljährig, werden. Diese jungen Menschen, die in öffentlicher Verantwortung zum Beispiel in der Heimerziehung oder in Pflegefamilien aufgewachsen sind („Care Leaver“), müssen dann häufig den Übergang ins Erwachsenleben – in Ausbildung, Arbeit und Beruf – ohne weitere Unterstützung meistern. Für sie, die als Kinder und Jugendliche schwierige Lebenssituationen zu bewältigen hatten, ist diese Situation eine große Belastung, sagt die Sozialpädagogin Katharina Mangold. Junge Menschen, die dagegen bei ihren Familien aufwachsen, verlassen heute durchschnittlich das Elternhaus im Alter von 24 oder 25 Jahren. „Sie können bei Fragen und Unterstützungsbedarf in der Regel wieder nach Hause kommen. Das ist jungen Menschen, die in öffentlicher Verantwortung aufgewachsen sind, vielfach verwehrt“, so Mangold.

Katharina Mangold und Professorin Kirsten Scheiwe vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik befassen sich in der Forschung mit diesen Lebenslagen. Sie teilen Forschungserkenntnisse und bringen Fachleute und Jugendliche zusammen, über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis sowie „Care Leaver“ kamen etwa im November auf einem Workshop an der Universität Hildesheim zusammen.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) sieht vor, dass Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur eigenverantwortlichen Lebensführung für junge Volljährige gewährt werden sollen, wenn und solange dies aufgrund der individuellen Situation notwendig ist (§ 41 SGB VIII). Im Regelfall sind Hilfen also zu gewähren, wenn dieser Bedarf vorliegt. In der Praxis sieht es jedoch je nach zuständiger Kommune in Deutschland sehr uneinheitlich aus. In vielen Bereichen treffen die Betroffenen und auch Fachkräfte oft auf Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der benötigten Unterstützung.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen standen deshalb Fragen von Recht und Praxis, Problemen und Veränderungsbedarf der Hilfen für junge Volljährige. Thomas Meysen vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht berichtete über die geplanten Veränderungen der Hilfen für junge Volljährige durch die Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII), die noch in dieser Legislaturperiode geplant ist. Professorin Sabine Dahm von der HAWK Hildesheim zeigte an Beispielen aus der Rechtsprechung der Gerichte, dass in den wenigen Streitfällen in erster Linie die jungen Menschen ihr Recht bekamen. Vor allem das Plädoyer der Vertreterinnen der Selbstorganisationen Anna Seidel (Careleaver e.V.) und Amina Önder (Jugend ohne Grenzen) zeigte, wie notwendig die Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus für alle jungen Menschen ist. Der Vertreter der Jugendämter und Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt Karlsruhe, Reinhard Niederbühl, unterstützt diese Forderung. Er zeigte auf, wie junge Menschen im Übergang unterstützt werden können. Professorin Susanne Gerner von der FH Darmstadt ergänzte diese Forderungen um die Problemlagen der jungen Erwachsenen mit einer sogenannten Behinderung. Henriette Katzenstein vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht forderte nicht nur ein Ende des „Verselbständigungswahns“ mit 18 Jahren, sondern eine „stand-by“-Option, so dass die jungen Menschen wieder Zugang zur Jugendhilfe haben, auch wenn sie diese bereits verlassen haben. Bernd Hemker von der Ombudschaft Jugendhilfe Nordrhein-Westfalen konnte diese Notwendigkeit auch an einzelnen Fällen deutlich machen. Es braucht einfach manchmal nochmals einige Monate Unterstützung, auch wenn der junge Erwachsene zunächst vielleicht selbst ausziehen wollte.

Alle Beteiligten fordern, dass die gegenwärtigen Reformen in der Kinder- und Jugendhilfe dahingehend zu prüfen sind, ob sie die Rechte für junge Volljährige transparenter machen und vor allem die Durchsetzungskraft in allen Kommunen verstärken. Es sind starke Rechtsansprüche für diese jungen Volljährigen notwendig, damit sie den Übergang ins Erwachsenenleben wie andere junge Menschen auch gestalten können.

Kurz erklärt: „Care Leaver“ in Deutschland / Forschungsergebnisse

Eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim untersucht die Lebenslagen und Bildungswege von Care Leavern (= Jugendliche, die Hilfen verlassen) in Deutschland und den Übergang ins Erwachsenenalter. Dabei befassen sie sich unter anderem mit der Bildungslaufbahn der Jugendlichen. Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Nach der stationären Erziehungshilfe – Unterstützungsmodelle für Care Leaver in Deutschland“ wurden im Buch „Jugendhilfe – und dann?" veröffentlicht. Die Wissenschaftler dokumentieren, wie junge Menschen den Übergang aus Erziehungshilfen ins Erwachsenenleben erleben und welche Unterstützung sie dabei erfahren. Nationale und internationale Praxisbeispiele guter Übergangsbegleitung wurden analysiert.

Die Arbeitsgruppe um Professor Wolfgang Schröer von der Universität Hildesheim geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Manche haben zuvor einschneidende Ereignisse erlebt, einige wurden als Kleinkind misshandelt, von anderen starben die Eltern oder diese waren mit der Erziehung überfordert. Nach dem Ende der stationären Erziehungshilfe können diese Jugendlichen oft auf kein gesichertes familiäres und sozial gewachsenes Netz zurückgreifen und sind früh auf sich alleine gestellt.

Die Forschergruppe begleitet den Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes von jungen Erwachsenen und hat umfangreichere Daten über die Lebenswege dieser jungen Menschen in Deutschland gesammelt, gelungene Übergangsmodelle in anderen Ländern erfasst und dokumentiert, wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Die Forscher verfolgen auch Übergänge in Hochschulen. Bislang gab es keine verlässlichen Daten darüber, wie viele Care Leaver an deutschen Hochschulen studieren und vor welchen Herausforderungen sie stehen.

Mehr Informationen zu den Forschungsprojekten des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik finden Sie online:

Care Leaver an Hochschulen

Medienkontakt: Kontakt zu jungen Erwachsenen und zu Dr. Katharina Mangold, Prof. Dr. Kirsten Scheiwe und Prof. Dr. Wolfgang Schröer über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-12712 Sun, 20 Nov 2016 16:13:00 +0100 017 „Dumme Dinge – schlaue Sachen? Die materiale Seite von Pflege und Care“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/017-dumme-d/ Abschlusstagung des Forschungsprojekts „Die Pflege der Dinge – Die Bedeutung von Objekten in Geschichte und gegenwärtiger Praxis der Pflege“ 18. – 20. Januar 2017 Palais Prinz Carl, Kornmarkt 1, Heidelberg

Programm der Tagung: LINK

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-12603 Tue, 25 Oct 2016 19:45:00 +0200 Ringvorlesung: “Mahlzeit!” https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ringvorlesun-22/ Interdisziplinäre Perspektiven auf (gemeinsames) Essen Aus der Perspektive sozial- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen ist Essen mehr als individuelle Nahrungsaufnahme. Gerade gemeinsames Essen ist ein Phänomen, ein Kristallisationspunkt, an dem sich viele drängende Fragen entzünden - Fragen von Gerechtigkeit, Gemeinschaft, von kulturellen und sozialen Besonderheiten oder geläufigen, alltäglichen Praktiken. Das (gemeinsame) Essen wird gleichsam als Spiegel unserer Zeit oder der Gesellschaft wahrgenommen. Kulturpessimist_innen bemängeln gelegentlich auch seine zunehmende Abwesenheit. Was brauchen Menschen? Wie leben sie miteinander? Wer bekommt wieviel und wie wird zugeteilt? Wie arbeiten sie zusammen, konstituieren sich z. B. als Familie oder regeln ihre Konflikte? Viele Fragen, die wiederum andere Sinnschichten erschließen, sind mit dem (gemeinsamen) Essen verbunden. Es ist das Ziel der Ringvorlesung, diesen und ähnlichen Fragen nachzugehen und sie aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Die Ringvorlesung findet immer Montag 16-18 Uhr im Gebäude K - Musiksaal  (Hauptcampus der Universität Hildesheim)  statt.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-12490 Tue, 11 Oct 2016 17:15:00 +0200 Workshop Hilfen für junge Volljährige - Probleme, Rechtsverwirklichung und die Zukunft des § 41 SGBVIII https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/workshop-hil/ Probleme, Rechtsverwirklichung und die Zukunft des § 41 SGBVIII Jugendhilfeleistungen werden oft abgebrochen, wenn junge Menschen volljährig werden, sei es Heimerziehung oder Vollzeitpflege in einer Pflegefamilie oder andere Hilfen zur Erziehung. Für die Betroffenen, die schwierige Lebenssituationen zu bewältigen hatten, ist diese Beendigung der Hilfen oft eine große Belastung. Das SGB VIII sieht vor, dass Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur eigenverantwortlichen Lebensführung für junge Volljährige gewährt werden sollen, wenn und solange dies aufgrund der individuellen Situation notwendig ist (§ 41 SGB VIII). Im Regelfall sind Hilfen also zu gewähren, wenn dieser Bedarf vorliegt. Die Praxis ist jedoch sehr uneinheitlich. Die Betroffenen und auch Fachkräfte haben häufig Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der benötigten Hilfen. Auch die geplante Reform des SGB VIII wirft die Frage auf, welche Zukunft die Hilfen für junge Volljährige haben und wie Veränderungen einzuschätzen sind.

Der Workshop hat das Ziel, Recht und Praxis, Probleme und Veränderungsbedarf der Hilfen für junge Volljährige zu diskutieren. Beteiligt sind Rechtswissenschaftler_innen, Sozialpädagog_innen, Fachkräfte aus der Jugendhilfepraxis und Expert_innen in eigener Sache.

Übersicht Programm und Vortragende als PDF

Teilnahmebetrag 35,-- € 

Anmeldung bei Sabine Laus, Email: laus@uni-hildesheim.de

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-12520 Wed, 14 Sep 2016 15:05:00 +0200 Mutter rettet ihren Sohn aus der Drogenfalle https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/mutter-rette/ Um Eltern zu helfen, deren Kinder drogenabhängig sind, gründet eine selbst betroffene Mutter mit der Unterstützung der Universität Hildesheim einen Selbsthilfekreis für Eltern mit suchtkranken Kindern. Das Projekt setzt darüber hinaus nicht nur auf Hilfe, sondern auch auf Prävention. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Projekte news-12268 Wed, 06 Jul 2016 11:39:00 +0200 Pflegeeltern dringend gesucht https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/pflegeeltern/ Der Landkreis Hildesheim ist auf der Suche nach Pflegeeltern. Noch immer gibt es viele Minderjährige, die aus den verschiedensten Gründen ohne Eltern aufwachsen müssen. Die Universität Hildesheim bietet zum Thema Pflegekinder eine öffentliche Vorlesungsreihe an. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Veranstaltungen news-11748 Fri, 01 Jul 2016 09:41:00 +0200 Treffen zur Pflegekinderhilfe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/treffen-zur/ Die Universität Hildesheim lädt zu einer Abschlussveranstaltung zum Thema Pflegekinderhilfe am Bühler Campus ein. Die Tagung kombiniert praktische Erfahrungen zum Thema mit theoretischem Wissen. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse news-12060 Fri, 24 Jun 2016 17:57:00 +0200 Befreundete Kollegen der Jugendforschung und Jugendarbeit aus Wien grüßen Hildesheim von der EM aus Paris https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/befreundete/

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-11826 Thu, 12 May 2016 11:37:00 +0200 Ort des Lebens: Forschung im Pflegeheim https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ort-des-lebens-forschung-im-pflegeheim/ Einmalhandschuhe, Bettpfanne, Hebelifter – diese Dinge gehören zum Alltag von Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht, welche Bedeutung Objekte im Pflegealltag einnehmen. Um dies herauszufinden, geht die Kulturanthropologin in Pflegeheime und auf Krankenstationen und beobachtet: Was passiert mit diesen Dingen, wer nutzt sie wie? Zum Tag der Pflege am 12. Mai – dem Geburtstag der berühmten Krankenpflegerin Florence Nightingale – macht eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim auf die Bedeutung von Dingen im Pflegealltag und auf die sozial- und geisteswissenschaftliche Pflegeforschung aufmerksam.

Einmalhandschuhe, Bettpfanne, Hebelifter – diese Dinge gehören zum Alltag von Lucia Artner. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim untersucht, welche Bedeutung Objekte im Pflegealltag einnehmen.

Um dies herauszufinden, geht die Kulturanthropologin in Pflegeheime und auf Krankenstationen und beobachtet: Was passiert mit diesen Dingen, wer nutzt sie wie?

„Ein Pflegeheim ist nicht nur ein Ort der Pflege, sondern auch Wohnraum und Ort des Lebens“, sagt Lucia Artner, die mit Pflegekräften und älteren Damen und Herren über die Dinge in ihrem Alltag spricht. Dabei fallen die vielen Utensilien in den Einzelzimmern der Bewohner auf, die nur die Pflegekräfte verwenden – vom Einmalhandschuh bis zur Kanüle. Artner nennt sie „institutionalisierte Dinge“. „Es gibt Dinge, die bedeutsam für die Persönlichkeit sind, und Hilfsmittel, die sind funktionell.“ Und so liegen in den privaten Bewohnerzimmern in Pflegeheimen Familienfotografien, Kosmetika und Briefe neben sterilen Einmalhandschuhen, die nach dem Gebrauch entsorgt werden, und Stäbchen aus Schaumstoff, Watte oder Holz, die das Kauen anregen sollen. Was aber machen solche Gegenstände, wenn sie so prägnant sind im Lebensraum? „Sie wandeln das private Zimmer der Bewohner in einen Raum der Pflege. Die Trennung von persönlichen Räumen und der Institution Pflegeheim wird auf der Ebene der Dinge aufgehoben“, sagt Artner.

Viele Dinge werden mehrzweckmäßig, kreativ und anders als vom Hersteller angedacht verwendet. Ein Beispiel aus der Region Hannover: Der Toilettenstuhl gibt Sicherheit, so Artner. „Er wird aber auch zum Duschen und zum Transport genutzt. Eine ältere Dame guckt da Fernsehen drauf, statt auf einem Sessel.“ Man braucht Vertrauen in Technik, resümiert die Wissenschaftlerin. „Auch Ältere wollen sich wohl fühlen, wenn sie da in einem Lifter hängen.“ Ob es auch nutzlose Dinge gibt im Pflegealltag? Manche Utensilien, sagt Artner, finden erst mit der Zeit Anwendung. „In einem Pflegeheim wurde der Hebelifter kaum genutzt. Man hängt von der Decke, wird in die Badewanne gehievt. Für viele Menschen ist das ungewohnt, man fühlt sich zunächst unsicher.“

Die Hildesheimer Wissenschaftlerin interessiert sich auch für Veränderungen im Wandel der Zeit. Artner spricht deshalb mit Pflegekräften, die in den 1960er Jahren gearbeitet haben, sie untersucht Schwesternakten und Lehrbucheinträge. Dabei wurde deutlich: In der Pflege wurden und werden Veränderungen auf dinglicher Ebene zunächst einmal auf ihre ‚Praxistauglichkeit‘ geprüft. Als in den 1970er Jahren die Einmalhandschuhe ihren Weg in den Pflegealltag fanden, wurde diese Entwicklung kritisch begleitet. „Die Handschuhe sind hygienisch. Ich habe aber so eine Distanz zu den Pflegenden. Ich möchte die Nähe nicht verlieren“, sagte etwa eine Pflegerin aus der damaligen Zeit.

Die Wissenschaftlerin forscht in einem sensiblen, intimen Bereich. „Ich kläre von Anfang an auf, was ich mache und warum, ich spreche viel mit Angehörigen von Demenzerkrankten.“ Mit den Objekten, sagt Artner, „kann man nicht reden“. Es sind die Menschen, die ihr erzählen und zeigen, was die Dinge im Alltag machen und die Einblicke geben in ihr Leben mit den Dingen. Und dafür, für all diese Begegnungen, ist die junge Forscherin sehr dankbar.

Worum geht’s? Kurz erklärt: Das Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge“ – Ausblick

Lucia Artner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Die Pflege der Dinge – Die Bedeutung von Objekten in Geschichte und gegenwärtiger Praxis der Pflege“ (kurz: „Pflegedinge“ www.pflegederdinge.de). In dem Forschungsprojekt arbeiten neun Fachleute des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim zusammen. Zum Team gehört auch der Hildesheimer Professor Wolfgang Schröer. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Forschung von 2014 bis 2017.

Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause – im Bereich Pflege und Care kommen ganz unterschiedliche Dinge zum Einsatz: Neben Bettpfanne oder Einmalhandschuhe, Beatmungsgerät oder Hebelifter kann das auch ein persönlicher Gegenstand wie eine Handtasche sein. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe untersucht diese und weitere Dinge der Pflege. Ergebnisse aus der Forschung stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der internationalen Tagung „Dumme Dinge, schlaue Sachen?“ vom 18. bis 20. Januar 2017 in Heidelberg vor. Derzeit plant die Arbeitsgruppe auch eine Ausstellung, um die Erkenntnisse aus der Forschung  der Öffentlichkeit vorzustellen.

Mit einem Fokus auf materielle Objekte eröffnet das Projekt neue Sichtweisen auf das Feld der Pflege. Ausgangs- und Endpunkt der Untersuchung sind konkrete Gegenstände in der Altenpflege, in Privathaushalten und Krankenhäusern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin. Gegenstand der Forschung sind sowohl neue technische Geräte, die registrieren, wie sich Personen bewegen und im Notfall Alarm schlagen („Ambient Assisted Living“) als auch der vermeintlich triviale Waschlappen. „Bislang fehlt es in Deutschland an grundlagenorientierter Forschung über die materiale Seite von Pflege. Fragen danach, welchen Anteil Dinge wie ein Fieberthermometer an der Pflege haben, wie damit Pflege-Arbeit strukturiert und das Wissen der Pflege realisiert wird, wurde im Bereich der historischen und gegenwärtigen Pflegeforschung bisher nicht untersucht“, sagt Lucia Artner.

Die Forschergruppe untersucht bis 2017 die Bedeutungen, die den Dingen gegeben werden und die Art, wie sie in pflegerische Tätigkeiten eingebettet sind, die konkrete Materialität der Dinge, ihre Wechselwirkungen mit Räumen und Körpern sowie die gesellschaftlichen Diskurse, in die sie eingebunden sind. Erst dieser breite Blick auf die dreidimensionalen Objekte macht die Vielschichtigkeit und Komplexität von Pflege als zentrale menschliche Praxis nachvollziehbar.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-777 Sat, 30 Apr 2016 11:19:00 +0200 Qualitative Social Network Research in Practice (QSNRP) https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/qualitative/ 28-29th April 2016 Zum zweiten Mal trafen sich am 28. und 29. April 2016 NetzwerkforscherInnen zum Workshop „Qualitative Social Network Research in Practice (QSNRP)“.

Link zur Seite

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-11515 Fri, 01 Apr 2016 10:00:00 +0200 Digitale Welt und demografischer Wandel: Wie Betriebe reagieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/digitale-welt-und-demografischer-wandel-wie-betriebe-reagieren/ Uni-Team holt bundesweites Forschungsprojekt nach Hildesheim: Die Professoren Ralf Knackstedt und Inga Truschkat koordinieren das „InDeKo.Navi“-Projekt, in dem bundesweit untersucht wird, wie Betriebe mit Nachwuchssorgen und Personalentwicklung umgehen. Wie verändert sich Arbeit? Im BMBF-Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ befassen sich bundesweit Fachleute in 31 Verbundprojekten mit den Folgen des demografischen Wandels und der modernen digitalisierten Arbeitswelt. Und in der lebt und arbeitet noch immer der Mensch – mit all seinen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Wie sehen Arbeitsumgebungen aus, die Gesundheit und Lernen fördern? Wie geben ältere Ärzte, IT-Führungskräfte oder Fachleute im Maschinenbau ihr Wissen weiter? Wie erleben Jüngere nach Abschluss der ersten Bildungsphasen ihre Karriereperspektiven? Und wie entwickeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mittelständischen Betrieben – ob im Handwerk, in der Landwirtschaft oder in der Pflege – notwendige Kompetenzen?

Professorin Inga Truschkat und Professor Ralf Knackstedt leiten die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro geförderte wissenschaftliche Begleitforschung. Um das bundesweite Forschungsprojekt nach Hildesheim zu holen, war der interdisziplinäre Wissensaustausch wertvoll. Der Wirtschaftsinformatiker Ralf Knackstedt entwickelt schon seit seiner Promotion Forschungsportale im Internet und wendet diese Kenntnisse nun weiter an. „Wissenskarten sind ein Mittel, um sichtbar zu machen, wo das Wissen in Deutschland wächst und wer sich mit welchen Forschungsfragen tatsächlich beschäftigt. Wir können Trends erkennen“, sagt Knackstedt. Die Sozial- und Organisationspädagogin Inga Truschkat geht in ihrer Forschung der Frage nach, wie Übergänge in Arbeit gelingen und wie Organisationen ihr Personalmanagement weiterentwickeln. „Wir haben gemeinsam eine Skizze und eine aufwendige Vorhabensbeschreibung erarbeitet und damit den Zuschlag vom Bundesministerium bekommen“, erinnert sich Knackstedt an das Antragsverfahren. Das fünfköpfige Team der Stiftungsuniversität Hildesheim leitet die wissenschaftliche Begleitforschung gemeinsam mit einem Team der RWTH Aachen.

Das Hildesheimer Team, das die 31 Verbundprojekte – von Hamburg und Chemnitz über Stuttgart bis nach Wuppertal – koordiniert, kombiniert IT-Perspektiven und pädagogische sowie sozialwissenschaftliche Sichtweisen. „Unsere Kompetenzen fließen zusammen. Nur gemeinsam können wir untersuchen, wie sich Organisationen in einer digitalisierten Welt entwickeln“, beurteilt Inga Truschkat die interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Wir werfen unsere Fähigkeiten, Erfahrungen und Vorarbeiten in einen Topf und können damit eine innovative Begleitforschung entwickeln.“

So bringen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Luisa Peters und Miriam Sitter sowohl ihr sozial- und organisationspädagogisches als auch ihr diskursanalytisches Wissen in das Forschungsprojekt ein. „Wir beobachten etwa die Debattenlage rund um das betriebliche Kompetenzmanagement im demografischen Wandel. Wir fragen uns dabei, Welche Akteure sind an dieser Debatte beteiligt, wie arbeiten sie zusammen? Und welche Rolle spielen darin Themen wie Migration und eine humane Arbeitswelt?“, so Sitter.

Wer forscht zu welcher Frage? Der Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer entwickelt Wissenskarten für das Projekt. Derzeit entsteht eine interaktive Forschungslandkarte, sie zeigt, wo Wissen „liegt“ und verschafft einen Überblick. Dieser moderne „Atlas“ ist über das Internet verfügbar. „Ich baue interaktive Grafiken, über sie können sich Beteiligte aus Forschung und Praxis vernetzen“, sagt der Wissenschaftler, der für die Forschung von Hamburg nach Hildesheim gezogen ist. „Wir wollen Wissen besser verfügbar machen und Forschungserkenntnisse in die Breite tragen.“

Warum sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit dem Kompetenzmanagement in Betrieben beschäftigen, verdeutlicht ein Blick in die Praxis. Harsum, im Frühjahr 2016 – der Personalchef eines mittelständischen Unternehmens zwischen Hannover und Hildesheim gibt Einblicke, wie der Betrieb zu seinen Auszubildenden gelangt. Derzeit entstehen die Kontakte über regionale Bewerbermessen und Veranstaltungen in Gymnasien. Viele der 20 Azubis der Schlote GmbH kommen aus dem Großraum Hannover, sagt der Personalleiter Torge Brandenburg. Bundesweit zählt das Unternehmen etwa 1200 Mitarbeiter, etwa 20 Prozent sind Industriekaufleute, der Rest arbeitet in gewerblich-technischen Berufen. „Sie beherrschen es nicht nur, große Dreh- und Fräsanalagen zu bedienen, sondern auch die Instandhaltung, die Wartung von mechanischen und elektronischen Teilen“, sagt Brandenburg. Etwa 90 Prozent der Auszubildenden sind Männer.

Wie gelangen Betrieb und Arbeitnehmer zueinander? Das Harsumer Unternehmen setzt auf Auswahlverfahren, in denen zunächst „soft skills" abgefragt werden. Erst im zweiten Schritt blicken die Entscheider auf die formalen Voraussetzungen. Der Personalverantwortliche sagt, das sei ein Vorteil, jeder Bewerber habe somit die Chance, das Auswahlverfahren zu durchlaufen. „Wir richten uns nach den Talenten. Wir prüfen, wie der Bewerber und die Ansprüche an die Arbeitsstelle zueinander passen, zum Beispiel, ob jemand zu Genauigkeit neigt und sich somit in der Endkontrolle von Maschinen gut konzentrieren kann“, sagt Torge Brandenburg. „In der Regel bewirbt sich der Topingenieur nicht auf den Posten als Staplerfahrer und umgekehrt.“ Um Vergleichbarkeit zwischen den Bewerbern zu schaffen, führt der Personalverantwortliche strukturierte Interviews.

Es werde „im Zuge des demografischen Wandels immer schwieriger, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze gut zu besetzen, weshalb auch neue Auswahlmethoden zum Zuge kommen“, sagt Professorin Inga Truschkat. Das Harsumer Unternehmen startet gemeinsam mit der Industrie- und Handwerkskammer und etwa 20 Mittelständlern in Niedersachsen im Frühjahr 2016 einen regionalen Bewerberpool. Wenn ein Bewerber bei einem Unternehmen nur die „zweite Wahl" – aber dennoch gut qualifiziert – ist und nicht eingestellt werden kann, da nur eine Stelle zur Verfügung steht, erhält der Bewerber keine Absage, sondern kann sich bei den anderen Unternehmen in dem Netzwerk bewerben. „Auch andere Mittelständler fragen sich, wie sie in dieser Region im ländlichen Raum neben den Großen aus Hannover oder Wolfsburg zum Zuge kommen. Wir sind oft nicht sichtbar als Zulieferer. Wir wollen aufeinander aufmerksam machen. In Hannover sieht man uns nicht. In Langenhagen wissen die nichts von uns“, sagt der Personalchef. „Wir teilen uns die Bewerber, wir geben Hinweise auf andere freie Stellen.“

Wie sinnvoll sind solche Verfahren und Netzwerke auf der Suche nach qualifiziertem Personal? Das „vernetzte und regionale Kompetenzmanagement“ sei ein derzeit „heiß diskutiertes Thema“, aber bislang kaum im Alltag angekommen, sagt Truschkat. „Wie kann hier Kooperation entstehen, wenn man eigentlich um die klugen Köpfe konkurriert?“, beschreibt die Wissenschaftlerin den Konflikt.

Unternehmen seien zunehmend dem Fachkräftemangel im Zuge des demografischen Wandels ausgesetzt. „Lange Zeit wirkte dies eher als Floskel, doch die zunehmenden Aktivitäten in diesem Bereich zeigen, dass die Auswirkungen langsam spürbar werden. Ein typisches Zitat, dass ich hierzu gehört habe, war: ‚Früher haben wir um die Aufträge konkurriert, jetzt um die Fachkräfte‘“, berichtet Inga Truschkat.

Info: Über das Forschungsprojekt

Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Förderschwerpunkt befasst sich mit dem betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel. Hierzu forschen bundesweit 31 Verbundprojekte im Zeitraum von 2014 bis 2018.

Die wissenschaftliche Begleitforschung „Integratives demografiesensibles Kompetenzmanagement (InDeko.Navi)“ startete Ende 2015 und verbindet das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim mit dem Lehrstuhl für Technik- und Organisationssoziologie gemeinsam mit der Professur für Innovations- und Zukunftsforschung der RWTH Aachen. Mitte Februar 2016 fand in Hildesheim die erste Förderschwerpunkttagung „Kompetenzen vernetzen“ statt.

Mit dem demografischen Wandel stellen sich für die Unternehmenspraxis im Hinblick auf ihre Innovationskraft sowie Produktivität neue Fragen unter anderem zu flexibleren Produktionszyklen, Technologiewechseln und neuen Formen der Unternehmensorganisation. Arbeitsprozesse werden immer schneller, flexibler und autonomer. Damit werden altersübergreifend hohe Anforderungen an das Wissen und Können von Beschäftigten gestellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln die Fachleute zum Beispiel Online-Coachings und Präsenztrainings zum nachhaltigen Kompetenzaufbau. Wenn ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, kann eine Menge an Wissen verloren gehen. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Erhalt und der Weitergabe von Erfahrungswissen von älteren Beschäftigten.

Neben der Betrachtung auf nationaler Ebene wurden auf der Hildesheimer Tagung regionale Aspekte des Kompetenzmanagements aufgegriffen. Mehr Einblicke in die Forschung bietet die Internetseite des Projekts.

Info: Wirtschaftsinformatik und Sozial- und Organisationspädagogik: Gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit geht weiter: Inga Truschkat und Ralf Knackstedt setzen auch in der Lehre an und bieten im Sommersemester gemeinsam ein Seminar für Studentinnen und Studenten in den Bereichen Wirtschaftsinformatik, Informationstechnologie und Sozial- und Organisationspädagogik an. Warum sie zusammen im Seminar sitzen? „Es geht schließlich um Organisationsgestaltung, wir haben nur unterschiedliche Methoden und Instrumente, die im Vordergrund stehen. In der Wirtschaftsinformatik können wir zum Beispiel sehr gut Prozesse dokumentieren und formal aufschreiben und anhand von Visualisierungen konkret diskutieren, was sich in Unternehmen verändern muss“, sagt Professor Knackstedt. „Während wir uns auf Informationssysteme konzentrieren, rücken andere Bereiche in den Hintergrund, wie man sinnvoll Gespräche führt, wie man Menschen so abholt, dass sie auch veränderungsbereit sind für die Organisationsgestaltung. Hier kommen die Fachleute für Sozial- und Organisationspädagogik ins Spiel. Sie denken sich in die menschliche Komponente für Organisationsgestaltung rein und davon können unsere Wirtschaftsinformatiker heftig profitieren. Denn letztlich müssen sie das auch können, damit ihre IT-Projekte funktionieren.“ Sozial- und Organisationspädagogik zeigt, „dass das, was in Organisationen geschieht, etwas mit Machtdynamiken und informellen Regeln zu tun hat und öffnet den Blick für eine partizipative Organisationsgestaltung“, so Professorin Truschkat.

Info: Forschungsschwerpunkt in Hildesheim: Übergänge in Arbeit

Was bedeutet der Übergang – zum Beispiel von der Schule in einen Ausbildungsplatz und später in einen Arbeitsplatz – eigentlich für eine Person? Übergänge sind „Veränderungsphasen im Leben, die biographisch bewältigt werden müssen“, sagt die Sozial- und Organisationspädagogin Inga Truschkat. Oftmals erleben junge Erwachsene mehrere Veränderungen gleichzeitig, etwa die Ablösung von den Eltern, eine erste eigene Wohnung, Liebesbeziehungen und Freundschaften.

„Die Gestaltung des Übergangs endet nicht mit dem unterschriebenen Arbeitsvertrag, sondern muss auch nach Eintritt in das Unternehmen gestaltet werden“, so Truschkat über die Verantwortung der Arbeitgeber. Größere Unternehmen setzen zum Beispiel „Ausbildungsbegleiter“ ein, die Ansprechpartner für die Azubis sind. „Oftmals sind diese auch am Auswahlprozess beteiligt. Aktuelle Forschungen zeigen aber auf, dass das Selbstverständnis dieser Begleiter sehr unterschiedlich sein kann. Sie agieren einerseits als Vorgesetzte und als Vertreter der Organisation und andererseits als Pädagogen. Das erzeugt durchaus Ambivalenz“, sagt die Hildesheimer Professorin.

In der Grundlagenforschung im Bereich „Übergänge“ untersuchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen derzeit in einem DFG-Projekt gemeinsam mit den Universitäten Flensburg, Frankfurt, Tübingen und Luxemburg, wie Übergänge von der Schule in den Beruf und Übergänge in Arbeit im Erwachsenenalter verlaufen.  Dabei blicken sie vor allem auch auf die „Pädagogisierung der Übergänge“ durch eine Zunahme der Beratungs- und Begleitungsdienstleistungen in diesem Bereich.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung
news-13096 Sat, 12 Mar 2016 11:12:00 +0100 Ringvorlesung: Refugee Support https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ringvorlesun-23/ Rechts- und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Flucht und Asyl, SoSe 2016 Dienstags, 18:15 Uhr
Aula Bühler Campus

Flyer mit Programmübersicht als PDF zum Download

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-11496 Sat, 23 Jan 2016 15:45:00 +0100 Vortrag zur Kinder- und Jugendhilfe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/vortrag-zur-2/ Angela Smessaert, Vorstandsvorsitzende des Berliner Rechtshilfefonds für Jugendliche, ist Referentin bei einem Vortrag zum Thema Kinder- und Jugendhilfe. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Universität Hildesheim Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-11457 Mon, 18 Jan 2016 14:19:00 +0100 Abramishvili zeigt ,,Goldenes Vlies" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/abramishvili/ Zusammen mit Oberbürgermeister Ingo Meyer eröffnete Barbara Abramishvili auf der Galerie des Rathauses ihre Ausstellung „ Goldenes Vlies". Die gebürtige Georgierin studiert an der Uni Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik. Die Ausstellung kann noch bis zum 15. März 2016 besucht werden. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Bildende Kunst und Kunstwissenschaft news-12192 Fri, 01 Jan 2016 14:03:00 +0100 Studentisches Projekt: Objekte der Sozial- und Organisationspädagogik https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studentische-3/ Eine Objekt-Ausstellung im Rahmen der Einführung in die Sozial- und Organisationspädagogik 2015/2016 im 1. Semester des Bachelorstudiengangs als PDF zum Download Link zur Seite der Objekt-Ausstellung in drei Teilen

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13090 Thu, 10 Dec 2015 11:43:00 +0100 Relationale Theoriezugänge in den angewandten Sozialwissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/relationale/ Translokale Workshopreihe; 17.12.2015 und 14.1.2016

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-11070 Tue, 08 Dec 2015 17:14:00 +0100 Graduiertenkolleg startet: „Wir wollen selbst dabei klüger werden“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/graduiertenk/ Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung" startet in eine zweite Runde: Die acht Promovierenden untersuchen in den kommenden drei Jahren zum Beispiel Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel. „Ich freue mich auf die individuelle Betreuung, auch methodisch", sagt Professorin Kathrin Audehm, die zwei Promotionsprojekte betreut. Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung" startet in eine zweite Runde. Das Kolleg ist erneut interdisziplinär ausgerichtet und fördert Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. „Ich hoffe, Sie, liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten können die nächsten drei Jahre gut nutzen. Sie haben einen enormen Freiraum, um zu forschen und ihre Schwerpunkte zu entwickeln“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Silvia Lange.

Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim. Es gebe „genügend zu erforschen“, sagt Professor Toni Tholen. „Auf vielen Ebenen des Bildungssystems und in Medien können wir die (Re-)Produktion von problematisierwürdigen Geschlechterpraktiken und Geschlechterbildern beobachten. Das Graduiertenkolleg bietet vielfältige Möglichkeiten, der Konstruktion von Geschlechterrollen nachzugehen“, so der Literaturwissenschaftler.

Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Das sei „kein vordergründiges Label, sondern wird gelebt“, sagt Toni Tholen. Er verweist auf die Diskussionsrunden, die in den kommenden Monaten anstehen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten können sich wissenschaftlich auseinandersetzen – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen im zweiwöchigen Abstand. „Wir wollen selbst dabei klüger werden“, freut sich Tholen auf den Austausch.

Das Graduiertenkolleg – eines der wenigen dieser Art bundesweit – kann durch eine Förderung des Bundesforschungsministeriums und aus Mitteln des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums im Rahmen des Professorinnenprogramm II in eine zweite Runde starten. Insgesamt wurden für die neue Runde acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben. Die Promovierenden untersuchen in den kommenden drei Jahren zum Beispiel Geschlecht in der Literatur, in der bildenden Kunst, in spirituellen Diskursen und im Computerspiel, Raptexte als Orte informeller Bildung und das Selbstverständnis der Sexualpädagogik der 1980er. Weitere Wissenschaftlerinnen untersuchen, welche Rolle Geschlecht in der Sterbebegleitung spielt und mit welchen Begrifflichkeiten und Verständnissen von Identität in der pädagogischen Praxis gearbeitet wird.

Heidi Süß ist eine der Stipendiatinnen. Sie hat in Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“ studiert, mit einem Schwerpunkt in der Sprachwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit der Hip-Hop-Kultur. „Es geht um soziale Ungleichheit. Innerhalb der Hip-Hop-Kultur gibt es Exklusionsprozesse, die diskursiv stattfinden“, sagt Heidi Süß. Wer wird außen vorgehalten? – das ist eine ihrer Forschungsfragen. In ihrer Dissertation möchte sie herausfinden, „ob jemand durch Musik ausgeschlossen wird“. Ihr Datenmaterial sind Raptexte in deutscher Sprache. Welche Texte sie analysieren wird, wird sie in den kommenden Monaten festlegen. „Das ist ein Vorteil des Kollegs – wie ich das Datenmaterial erhebe, können wir ausdiskutieren.“

Sie wolle dann untersuchen, ob Personen aufgrund ihres Geschlechts, der Herkunft, des Bildungsgrades oder des Alters Ungleichheit erfahren. Sie sei selber mit Hip-Hop aufgewachsen und habe erfahren, „dass es schon dazu kommt, dass bestimmte Personengruppen als nicht zugehörig betrachtet werden“. „Ich möchte aber kein Hip-Hop-Bashing machen. Ich untersuche auch, welche positiven Strategien es gibt, wieder teilzuhaben in der Szene, etwa indem Begriffe rückerobert und positiv gedeutet werden“, sagt Heidi Süß, die bereits in ihrer Abschlussarbeit bei der Sprachwissenschaftlerin Prof. Beatrix Kreß über „Gangsta-Rap“ geforscht hat und nun im Graduiertenkolleg „ganz viel Austausch und neue Erfahrungen“ erwartet. „Ich möchte viel lernen von den anderen.“

Eine der Professorinnen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs in den kommenden drei Jahren begleitet, ist Kathrin Audehm. Die Erziehungswissenschaftlerin forscht zu Autoritätsverhältnissen in pädagogischen Organisationen und Genderkonstruktionen im Film. Sie unterstützt zwei Promovendinnen auf dem Weg, die Forschung zu beginnen und abzuschließen: Eva Reuter erforscht kritische Bildungsdiskurse in der außerschulischen Jugendarbeit und Melanie Pierburg befasst sich mit der Ausbildung von Ehrenamtlichen, die in Hospizen in der Sterbebegleitung tätig sind. „Die meisten, die im Hospiz arbeiten sind Frauen. In der letzten Lebensphase und im Umgang mit Tod und der Vergänglichkeit des Lebens müssen wir auch Geschlechteraspekte beachten.“

Was man erlebt, wenn man eine Promotion begleiten kann? „Ich freue mich auf die individuelle Betreuung, auch methodisch. Und ich bin gespannt, wie die ganz jungen Wissenschaftlerinnen ihr Feld erarbeiten und ihre Fragen entwickeln. Wichtig ist am Anfang in der Beratung, auch einzugrenzen. Dann sagt man auch: Jetzt ist genug mit Theorie, jetzt geht es ins Feld und darum, Material zu sichten. Man kann sich auch auf den Weg machen, ohne ihn vollständig zu kennen, es geht auch darum, das Selbstvertrauen zu stärken“, sagt Kathrin Audehm.

Graduiertenkolleg startet mit Auftaktveranstaltung

Im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg kamen die unterschiedlichen Fachdisziplinen im November 2015 zusammen. Vizepräsident Prof. Martin Schreiner hob die „interdisziplinäre Zusammenarbeit“ und die Bedeutung der „strukturierten Nachwuchsförderung“ hervor. Zum Auftakt sprach unter anderem Professorin Kerstin Palm von der Humboldt-Universität zu Berlin über „Naturwissenschaften und Gender Studies". Außerdem wurde der gut 450 Seiten starke Sammelband „Bildung – Selbst(bild) – Geschlechterbilder“, der in der ersten Runde des Kollegs entstanden ist, vorgestellt.

Mit ihrer Forschung starten Marcus Felix, Sarah-Christina Glücks, Jöran Klatt, Alexandra Mieth, Melanie Pierburg, Eva Reuter, Heidi Süß und Nina von Wildenradt. Die Professorinnen und Professoren Kathrin Audehm, Meike Sophia Baader, Stefani Brusberg-Kiermeier, Michael Corsten, Beatrix Kreß, Annemarie Matzke und Toni Tholen begleiten die Stipendiatinnen und Stipendiaten in den nächsten drei Jahren. Wer mehr über die einzelnen Forschungsvorhaben erfahren möchte, wird auf der Internetseite des Kollegs fündig.

Wer Fragen zu dem Promotionsprogramm hat, kann die Projektkoordinatorin Dr. Kerstin Bueschges kontaktieren (E-Mail bueschge@uni-hildesheim.de).

Rückblick auf das erste Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 3 Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation Fachbereich 4 Gleichstellungsbüro
news-10912 Fri, 30 Oct 2015 11:12:00 +0100 Nach der Flucht: Wie Jugendliche auf eigenen Füßen stehen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/nach-der-flucht-wie-jugendliche-auf-eigenen-fuessen-stehen/ An der Universität Hildesheim befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche über Ländergrenzen hinweg außerhalb des familiären Umfeldes aufwachsen und wie Übergänge gestaltet werden. Die Universität lädt am 4. November 2015 zu einem öffentlichen Vortrag ein. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim lädt ein zu einem Vortrag. Johanna Karpenstein und Franziska Schmidt vom „Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge" berichten über Ergebnisse aus dem Projekt „Auf eigenen Füßen stehen“

Das Projekt richtet den Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten junger Geflüchteter in und nach der Jugendhilfe. Der öffentliche Vortrag beginnt am Mittwoch, 4. November 2015, um 18:00 Uhr am Bühler-Campus der Uni Hildesheim (Lüneburger Straße, 31141 Hildesheim, Raum L 067). Der Vortrag ist öffentlich. Die Referentinnen werden das Projekt in Kürze vorstellen und aktuelle Fragen der Flüchtlingssituation thematisieren. Auch die Sozialpädagogen Severine Thomas, Professor Wolfgang Schröer und Anke Kuhls von der Uni Hildesheim sind anwesend und beantworten Fragen zum Thema.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden in der Jugendhilfe Unterstützung und Orientierung. Doch die Phase des Ankommens und der Integration dauert oft länger, als die Leistungen der Jugendhilfe gewährt werden. Bislang fehlt der Blick auf das Ende der Jugendhilfe und der damit verbundene Übergang in die Selbstständigkeit. Insbesondere der in der Regel ungeklärte Aufenthaltsstatus ist belastend und beeinträchtigt Hilfsangebote.

Der „Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge" hat in Zusammenarbeit mit fünf kooperierenden Jugendhilfeeinrichtungen erfasst, wie diese schwierige Phase des Übergangs von der Jugendhilfe in die Selbstständigkeit gestaltet wird und entwickelt hieraus Handlungsempfehlungen und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte. Dabei spielt die Perspektive (ehemaliger) unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eine wichtige Rolle. Zudem werden Vorschläge zur Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen erarbeitet, um bestehende Spannungen zwischen Sozial-, Arbeits- und Ausländerrecht abzubauen, die die Übergänge in die Selbstständigkeit belasten.

„Dass die Thematik der Flucht nach Deutschland und die Situation der unbegleiteten Minderjährigen eine so zentrale Bedeutung in der Tagespolitik einnimmt, war zu dem Zeitpunkt, als wir die Kolleginnen vom Bundesverband eingeladen haben, nicht absehbar. Somit laden wir zu einem hochaktuellen und perspektivisch gesehen zu einem Grundsatzthema für die Kinder- und Jugendhilfe und andere pädagogische und sozialpolitische Handlungsfelder ein", sagt Severine Thomas. Die Sozialpädagogin befasst sich mit der Frage, wie Bildungswege von Jugendlichen verlaufen, die Unterstützung durch die Jugendhilfe erfahren. Oftmals fehlen passende Betreuungsangebote, so Severine Thomas. „Es fehlen Fachkräfte, die darauf vorbereitet werden, Jugendliche zu unterstützen, die eine schwere Vergangenheit und Flucht erlebt haben.“

Ein Team vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim befasst sich mit Übergängen in der Heimerziehung und Pflegekinderhilfe. Derzeit wird unter anderem in einem Forschungsprojekt untersucht, wie die Jugendhilfe mit „transkulturellen Erfahrungen“ umgeht. Es liegen deutschlandweit kaum belastbare Erkenntnisse zum Thema Vollzeitpflege und Migration vor. Das Hildesheimer Forscherteam hat in den vergangenen Monaten Basisdaten zu Unterbringungen ermittelt, die praktische Umsetzung beobachtet und Fachkräfte der Pflegekinderhilfe in Niedersachsen interviewt.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Weitere Informationen zum Thema findet man auf der Seite des Mediendienstes Integration.

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Pressemeldungen Flüchtlinge Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Bildungsintegration
news-10536 Sat, 01 Aug 2015 15:51:00 +0200 Geschichten ohne Grenzen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/geschichten-2/ Ein neues Projekt der Uni Hildesheim will Träume, Wünsche und Projektansätze von Hildesheimer Bürgern in die Tat umsetzen. Die hierfür als Kurzzeit Quartier eingerichtete „zuständige Behörde” am Hindenburgplatz nennt sich denn auch „das Stadtlabor”. Mit „Grenzenlose Geschichte-N“, startet nun eine Ausstellung, die die Lebensgeschichten von zehn Hildesheimern porträtiert. Die Macher sind die Studierenden Mathilde Pernot, Magdalena Kestner und Ben Lantzsch. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-10479 Wed, 08 Jul 2015 13:45:00 +0200 Student Ben erklärt sein Hildesheim-Projekt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/student-ben/ An der Universität Hildesheim entsteht aktuell ein Inklusionsprojekt: „Wünsch dir was - deine Ideen für Hildesheim". In einem leerstehenden Ladenlokal können Interessierte gemeinsam mit Studierenden Ideen und Szenarien unterschiedlichster Art entwickeln. Für zwei Wochen wird das Projekt­Lokal seine Türen öffnen. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit, den Medienvertretern und der Stadtverwaltung präsentiert. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 2 Kulturpolitik news-10444 Sat, 27 Jun 2015 16:02:00 +0200 Uni checkt das Jugendamt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uni-checkt-d/ Die Arbeit der Experten in den Jugendämtern gegen den Schulabsentismus, besser bekannt als das Schulschwänzen, möchte die Universität Hildesheim mit einem zweijährigen Forschungsprojekt unterstützen. "Es gibt kaum Erkenntnisse darüber wie Betroffene Hilfeempfänger den Umgang der Behörden mit sich einschätzen", beschreibt Uni-Professor Wolfgang Schröer den Ansatz der Forschungsarbeit. Nun begleiten Uni-Studenten die Sozialpädagogen bei ihrer täglichen Arbeit, analysieren und bewerten die Besuche und Gespräche. Ein Ziel des Projektes ist es, Standards für die Bearbeitung von Fällen zu erarbeiten, das Ganze in enger Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Jugendamts. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Sozial- und Organisationspädagogik Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft news-10256 Wed, 24 Jun 2015 13:36:00 +0200 Wie werden Hilfen zur Erziehung organisiert? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wie-werden-hilfen-zur-erziehung-organisiert/ Die Kinder- und Jugendhilfe sieht eine Reihe von „Hilfen zur Erziehung“ vor, um Kinder, Jugendliche und Eltern zu unterstützen. Diese Hilfen reichen von der Beratung, über die sozialpädagogische Familienhilfe bis hin zur Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie oder Wohngruppe. Ein Forscherteam untersucht im Jugendamt, wie „Hilfen zur Erziehung“ organisiert werden und wie Kinder, Jugendliche und Eltern sie erleben. Verschlossen ist das Jugendamt des Landkreises Hildesheim nicht. Im Gegenteil, es öffnet die Türen für die Forschung, sucht Kooperation. Man muss nur Ulrich Wöhler, Dezernent für Jugend und Soziales, begegnen und ahnt, dass dieses Bild einer Behörde – verriegelt, intransparent – so nicht der Realität entspricht. Zumindest nicht in Hildesheim. Wöhler leitet einen Bereich mit über 300 Mitarbeitern. Herzstück seiner Arbeit sind die Hilfen zur Erziehung und deren Planung. Die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe sieht eine Reihe von Hilfen vor, „wenn eine Familie nicht in der Lage ist, dem Erziehungsauftrag nachzukommen“. „Die intensivste Form der Hilfe ist die Unterbringung in einer Pflegefamilie oder Wohngruppe, was wir möglichst vermeiden.“

Wenn Jugendliche und deren Familien Unterstützung brauchen, dann werden sie, um den Vorgang zu organisieren, in Jugendämtern zu einem Fall. Wie solche Hilfen geplant werden, untersuchen Sozialpädagogen der Universität Hildesheim nun gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Hildesheim. „Wir schauen uns an, wie Hilfen für Kinder und Jugendliche bearbeitet werden. Wir untersuchen vor Ort in der Fallbearbeitung, wie diese Prozesse ablaufen, wie Diagnosen getroffen und wie Kinder und Jugendliche beteiligt werden. Wir wissen aus der Fachdebatte, dass die Beteiligung der Jugendlichen entscheidend ist für das Gelingen der Hilfen“, sagt Professor Gunther Graßhoff.

Florian Hinken ist Jugendhilfeplaner im Landkreis, er erfasst, welche Jugendhilfeeinrichtungen es gibt, wie der Bedarf ist und wie die Zusammenarbeit mit freien Trägern erfolgt, die die Hilfen durchführen, etwa Wohlfahrtverbände. In der Hilfeplanung sei viel Abstimmung erforderlich. Das Verfahren ist „partizipativ“, so Hinken, „es soll nicht über Jugendliche entschieden werden, sondern mit ihnen gemeinsam“. Jugendliche bearbeiten „ihren Fall“ also auch selber. Die Hilfen zur Erziehung basieren zu etwa 85 Prozent auf Freiwilligkeit. 

Mit den Hilfen soll zum Beispiel erreicht werden, dass ein Kind den Schulbesuch positiv erleben kann. In manchen Familien geht es auch um die Grundversorgung, morgens ein Frühstück, mittags eine warme Mahlzeit. Manchmal leiden Jugendliche unter Trennungsstreitigkeiten der Eltern und Sozialpädagogen unterstützen die Familie dabei, damit umzugehen. Mitunter müssen in den Hilfen auch Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen bewältigt werden. Bisher ist wenig erforscht, wie die Hilfen zur Erziehung im Verlaufe der Zeit gesteuert und überprüft werden. Es liegen kaum Erkenntnisse darüber vor, wie die Empfänger der Hilfen, also Kinder, Jugendliche und Eltern, diese einschätzen, sagt Professor Wolfgang Schröer. Sind sie mit der Fallbearbeitung zufrieden? Was passiert mit Beschwerden? In dem zweijährigen Projekt „Hilfeplanung in den Hilfen zur Erziehung“ erfasst das Forscherteam seit 2015, wie Hilfeplanung in den einzelnen Schritten konkret umgesetzt und dokumentiert wird. Dabei sichten sie Akten, arbeiten eng mit den Fachkräften des Landkreises zusammen, diese schildern Fallbeispiele („good case“,  „bad case“) und erfassen, wie Familien die Hilfen selbst einschätzen. Außerdem erarbeiten sie Kriterien für die zukünftige Fallbearbeitung.

Landrat Reiner Wegner weist anlässlich der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung auf die bisherige jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen der Jugendhilfe im Landkreis Hildesheim und der Universität hin. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bezeichnet die Zusammenarbeit „als unsere gesellschaftliche Verpflichtung“.

Das Hildesheimer Forscherteam arbeitet seit über zehn Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe mit Einrichtungen und Behörden in Hildesheim zusammen und tauscht sich zum Beispiel in regionalen Kinder- und Jugendfachtagen aus. „Diese Nähe ist wichtig für unsere Studierenden“, so Schröer. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik bildet in Bachelor- und Masterstudiengängen etwa 500 Fachkräfte aus.

Lesen Sie diesen Artikel im neuen Uni-Magazin auf Seite 62-63 (zum epaper)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-10380 Thu, 11 Jun 2015 15:09:00 +0200 Freier Eintritt für Utopisten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/freier-eintr/ Ein neues Projekt der Uni Hildesheim will Träume, Wünsche und Projektansätze von Hildesheimer Bürgern in die Tat umsetzen. Die hierfür als Kurzzeit Quartier eingerichtete „zuständige Behörde” am Hindenburgplatz nennt sich denn auch „das Stadtlabor”. Wirtschaftsförderer Eckhard Homeister hat für die Ansiedlung in dieser prominenten Lage gesorgt. Das gemeinsame Projekt von Hochschule und Kulturfabrik soll den Weg vom Elfenbeinturm Uni in Richtung Stadtmitte ebnen. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-9888 Wed, 06 May 2015 12:40:00 +0200 „Grenzüberschreitende Prozesse bestimmen den Alltag in der Jugendhilfe" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/grenzuebersc/ Bevor man in das Büro von Professor Gunther Graßhoff gelangt, begegnet man elf orange gekleideten Figuren. Tischfußballspiel im Flur. Schließlich befasst sich der Sozialpädagoge an der Universität Hildesheim mit Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Man ist jugendnah. Im Gespräch mit Isa Lange weist der Professor darauf hin, dass grenzüberschreitende Prozesse den Alltag in der Jugendhilfe bestimmen und Fachkräfte darauf vorbereitet werden müssen. Mittlerweile ist etwa jedes zehnte Kind in einem Heim als minderjähriger Flüchtling ohne Eltern nach Deutschland gekommen. Sie haben seit einem Jahr eine Professur für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim inne, waren zuvor Professor für außerschulische Bildung in Jena. Vielleicht können Sie einen Einblick in Ihre Forschung geben.

Gunther Graßhoff: Kinder- und Jugendhilfe ist ein Feld, welches mich innerhalb der Sozialpädagogik sehr interessiert, mein Hauptinteresse ist, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen stark zu machen. Es geht um Partizipation, es geht darum, die Interessen und Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu besprechen.

Es geht darum, mitzubestimmen? Was meint „Partizipation“ in diesem Bereich?

Es gibt eine Bandbreite von sozialer Infrastruktur, und gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vorsehen. Das meint zum Beispiel Mitbestimmung in Einrichtungen, etwa Heimen und Jugendzentren. Dass Kinder ihren Alltag hier gleichberechtig mitbestimmen. Das meint aber auch, auf einer politischen Ebene, jugendpolitische Positionierungen der Jugendlichen, da eine Stimme zu haben im demokratischen Prozess der Meinungsbildung. Die Kinderrechte sind ein Rahmen für das Ganze. Ich schätze die kollegiale Struktur im Fachbereich, wir arbeiten kooperativ und tauschen uns aus, etwa was das Themenfeld „Inklusion“ angeht. Vielleicht etwas ungewöhnlich für einen Sozialpädagogen: Ich habe keine großen Berührungsängste mit dem Thema Schule. Ich beschäftige mich mit der Entwicklung der Ganztagsschule und mit der Öffnung zu nicht-schulischen Institutionen und Sozialräumen. Die Veränderung von Schule hat Konsequenzen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen und die Grenzen zwischen den einzelnen Feldern Schule, Soziale Arbeit verschiebt.

Wenn wir von der Sozialen Arbeit auf die Entwicklung hin zur Ganztagsschule blicken, was verändert sich? Ist man hier stärker gefordert, zusammenzuarbeiten?

Empirisch ist ganz klar zu sehen: Ganztagsschule funktioniert nur in der Kooperation mit außerschulischen Partnern.

...von der Musikschule über den Sportbereich und künstlerische Einrichtungen wie Museen bis zu Umwelteinrichtungen, etwa Schulbiologiezentren?

Genau. Unterschiedliche Partner werden Teil dieser Ganztagsschule. Es gibt auch in Niedersachsen sehr unterschiedliche Wege und Vorstellungen, wie man dies gestaltet. Grundsätzlich ist es eine Ausweitung von Schule über den ganzen Tag, oder zumindest weiten Teilen. Dies bedeutet eine gewisse Konkurrenz zu Angeboten außerschulischer Bildung. Wenn Kinder bis um 16, 17 Uhr in der Schule sind, können sie nicht um 14 Uhr im Jugendzentrum sein. Da gab es zu Beginn große Bedenken, ob sich eine solche Konkurrenzsituation entwickelt. Für Schule bedeutet das eine ganz neue Form der Zusammenarbeit. Wir arbeiten am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim mit der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Melanie Fabel-Lamla zusammen, um zu untersuchen, wie es gelingt, zwischen den Professionen zusammenzuarbeiten – Sozialpädagogen, Lehrer, Schulbegleiter und Erzieher.

Welche Formen der Zusammenarbeit beobachten Sie in Niedersachsen?

Was sich in der Praxis zeigt: Die Kooperation kann für alle Seiten produktiv sein, am Anfang gab es Ängste. Aber für einen Sportverein oder ein Jugendzentrum kann es interessant sein, Angebote aufrecht zu erhalten.

Weil sie vorher gar nicht alle Schülerinnen und Schüler erreicht haben?

Genau, auch die StEG-Studie über Ganztagsschulen zeigt, dass das eher für beide Partner Synergien auslöst, wenn man kooperiert. Man muss nicht immer so parallel denken.

Ein Blick in die Jugendzentren: Was ist deren Aufgabe? Jeder assoziiert etwas mit Jugendzentren, vielleicht können Sie einen Einblick geben: Was ist denn deren Leistung in einem Stadtteil?

Die Arbeit mit Jugendlichen hat sich verändert. Jugendzentren sind Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, die vor allem die Aufgabe haben, Freizeit zu gestalten, offene Angebote für jene zu schaffen, die wenig Spielräume im kommerziellen Markt der Freizeitgestaltung haben. Bildungsaspekte spielen zunehmend eine Rolle, sie gestalten Übergänge in Ausbildung und Arbeit mit. Im Grunde kann man sagen, diese niedrigschwelligen Zugänge zu Kindern und Jugendlichen werden genutzt, um Beratung im Kontext von Schule und Ausbildung zu gewährleisten. Die Bedeutung vom Jugendzentrum im Sozialraum ist größer geworden. Das sind zum Teil Einrichtungen, in denen Kinder- und Jugendinteressen im Stadtteil gebündelt werden. Man kann nicht mehr davon ausgehen, das sind so Einrichtungen, wo ein Billardtisch im Raum steht und man ein bisschen guckt, dass alles läuft. Es sind schon anspruchsvolle Aufgaben geworden...

...die das Erwachsen werden begleiten. Kommen wir zu weiteren Arbeitsschwerpunkten: Sie haben ein Buch „Soziale Arbeit in Europa“ mitherausgegeben. In dem Band erschienen auch Beiträge über die Krise und Sozialpolitik in Griechenland und über sozialpädagogische Dienste in Spanien. Warum dieser Blick auf Europa? Sie lehren etwa auch im Seminar zu internationalen und transnationalen Perspektiven in der Sozialen Arbeit. Warum endet Ihr Blick nicht an den Grenzen von Deutschland?

Grundsätzlich ist Soziale Arbeit immer schon mit grenzüberschreitenden Prozessen verwoben. Im Zuge von Transnationalisierung und Globalisierung nimmt dies zu. Soziale Arbeit ist eng an sozialstaatliche, nationale Regularien gebunden. Alles was wir tun, ist in einem rechtlichen Rahmen verortet, dieser wird zunehmend auf europäischer und internationaler Ebene verhandelt. Wenn wir uns zum Beispiel Armut und die Flüchtlingsthematik anschauen, sind dies keine Entwicklungen, die an den Grenzen halt machen. Sie werden europaweit diskutiert. In unserem Fach, der Sozialpädagogik, setzen wir uns damit auseinander.

Die Geschichte der Sozialpädagogik werde nationalstaatlich eng geführt und internationale Bezüge bleiben randständig, schreiben Sie in der Kurzerläuterung zu Ihrem Seminar. In einer Stadt wie Hildesheim oder in einer Großstadt wie Hannover, wie ist hier im Alltag spürbar, dass Soziale Arbeit „international gedacht werden muss“?

Wir beschreiben uns als ein Einwanderungsland. Der Blick auf den Alltag in Hildesheim ist davon gekennzeichnet, dass wir es zunehmend mit Migration und heterogenen Gruppierungen zu tun haben. Grenzüberschreitende Prozesse sind nicht nur ein Rahmen, die diese Arbeit bestimmen, sie bestimmen auch den Alltag. Wenn wir uns einzelne Felder der Erziehungshilfe anschauen: In Heimen, in stationären Einrichtungen, ist mittlerweile jedes zehnte Kind ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Die Kinder kommen ohne Eltern nach Deutschland. Diese Vielfalt ist kein akademischer Diskurs, sondern das bestimmt die Realität und den Arbeitsalltag von Sozialpädagogen – wie auch Lehrern – jeden Tag. Man sollte das aber nicht überdramatisieren, Vielfalt war schon immer die Realität.

Womit auch diejenigen, die in Heimen, an Schulen und in Jungendeinrichtungen arbeiten und diese Wege der Kinder begleiten und unterstützen sollen, auch die Kompetenzen mitbringen müssen. Etwa mit einem Kind, das eine Flucht erlebt hat, wie können sie hier sorgsam mit umgehen? Wie bereiten Sie denn die künftigen Fachkräfte darauf vor? Ich bin gerade am Informationsbrett des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik vorbeigegangen. Professorin Kirsten Scheiwe lehrt Sozialrecht, Professor Wolfgang Schröer lehrt im Seminar „Weltatlas Soziale Arbeit“ und schafft Zugänge zu unterschiedlichen Regionen der Welt, bei Andreas Oehme befassen sich die Studierenden mit Schulsozialarbeit und Berufsorientierung, bei Lucia Artner und Johanna Krawietz geht es um die Betreuung und Pflege von Älteren mit einer Zuwanderungsgeschichte – das sind einige der Lehrveranstaltungen in diesem Sommersemester. Welches Wissen geben Sie Ihren Studierenden mit?

Studierende sollen diese Prozesse kennenlernen. Die rechtlichen, psychosozialen oder auch sprachlichen Anforderungen sind komplex, sie sollen sich damit intensiv auseinandersetzen.

Die Auseinandersetzung mit transnationalen Fragen ist eine Stärke am Institut, im Team mit Professor Inga Truschkat und Professor Wolfgang Schröer untersuchen Sie etwa in einem Graduiertenkolleg, wie Unterstützung über Grenzen hinweg gestaltet wird (zur Pressemeldung). Ist dies ein Pflichtteil oder Wahlbereich im Studium?

In der Sozial- und Organisationspädagogik starten durchschnittlich 100 Personen in den Bachelor, sie arbeiten später vor allem in unterschiedlichsten sozialen Diensten. Im Master sind es 45 Plätze, dort sind vor allem die Möglichkeiten, eigene Forschungserfahrung im Kontext der Sozial- und Organisationspädagogik wichtig. Innerhalb des Studiums können Studierende Schwerpunkte auswählen.

Sie befassen sich im Hörsaal mit all diesen Fragen. Wie stellen Sie den Übergang zur Praxis her, zu dem was im realen Leben passiert?

Wir legen in den Studiengängen Wert darauf, dass die Studierenden konkrete Einblicke in Handlungsfelder erhalten, in einem mehrwöchigen Praktikum im Bachelor und in einem halbjährigen Praktikum im Masterstudium. Diese Erfahrungen besprechen wir mit den Studierenden vorher und nachher, etwa mit der Kollegin Ulla Bosse.

Wo gehen die Studierenden zum Beispiel hin?

Eine Masterstudentin, die ich im Praktikum gerade begleitet habe, hat im Bundesministerium für Entwicklung sich in einem der Referate mit Entwicklungspolitik befasst. Andere Studierende arbeiten etwa in einer Beratungsstelle für Schwangere, erhalten bei Bosch Einblicke in die Personalentwicklung oder sammeln Erfahrungen in der Migrationsberatung und Zusammenarbeit mit älteren Migrantinnen und Migranten.

Im Masterstudium steht ein Forschungspraktikum an, welche Fragen tauchen auf?

In dem Forschungspraktikum bearbeiten die Studierenden eine eigene Forschungsfrage von A bis Z, noch vor der Masterarbeit. Wir begleiten die Studierenden dabei eng. Dabei gibt es viele Verbindungen zu den praktischen Erfahrungen, sie sollen darüber hinaus aber einen eigenen kleinen Beitrag zur Forschung leisten. Im laufenden Semester haben wir etwa ein Projekt, das sich mit dem Alltag von Flüchtlingen beschäftigt. Die Studierendengruppe war auch in Hildesheim. Sie untersuchen, wie Kinder und Jugendliche in dieser Situation aufwachsen, etwa in Flüchtlingsheimen. Ein anderes Projekt, an der Schnittstelle zur Organisationspädagogik, untersucht, warum sich Menschen überhaupt noch ehrenamtlich engagieren. Weshalb machen sie das, was lernen sie dabei? Die Studierenden haben Interviews mit Menschen geführt, die in sehr anspruchsvollen und psychosozial belastenden Bereichen arbeiten, etwa in der Katastrophenhilfe und beim Deutschen Roten Kreuz. Wieso machen die das überhaupt, was sind ihre Beweggründe? Ein Projekt befasst sich mit Frauen in der Bundeswehr. Wie ist das als Frau in einer männlich dominierten Welt der Bundeswehr? Das studentische Team befragt Frauen, die selbst eine Karriere in der Bundeswehr machen, wie sie ihren Weg in dieser Institutionen – auch mit Hindernissen – beschreiben.

Eine letzte Frage: Der Fall. Sie haben ein Buch über die „sozialpädagogische Fallarbeit“ verfasst. Können Sie noch diese Wortkombination erläutern?

In dem Buch geht es um die Arbeit mit Fällen im Studium. Mit Wolfgang Schröer zusammen arbeite ich an einem Projekt, gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Hildesheim, über die Planung von Hilfen. Wenn Kinder und Jugendliche und deren Familien Unterstützung brauchen, dann werden sie dort – in Form von einer Akte – zu einem Fall. Dieser Prozess ist für den Hilfeverlauf ganz zentral. Wir schauen uns an, wie in der Jugendhilfe Hilfen für Kinder und Jugendliche bearbeitet werden. Wir untersuchen etwa vor Ort in der Fallbearbeitung, wie diese Prozesse ablaufen, wie Diagnosen getroffen und Hilfen geplant und wie Kinder und Jugendliche beteiligt werden. Wir wissen aus der Fachdebatte, dass die Beteiligung der Jugendlichen entscheidend ist für das Gelingen der Hilfen. Dies nun sehr nah an der Praxis, im Landkreis Hildesheim, im Jugendamt, im Büro, bei den Mitarbeitern aus der Fallbearbeitung zu untersuchen, wird sehr spannend sein, auch um die Hilfeplanung in der Region gemeinsam zu verbessern.

Öffentliche Antrittsvorlesung

In seiner Antrittsvorlesung spricht Professor Gunther Graßhoff über Partizipation und Verstehen in der sozialpädagogischen Forschung. Er geht der Frage nach, wie junge Menschen selbst im Kontext unterschiedlicher Forschungsprojekte beteiligt werden können. Die Vorlesung beginnt am Mittwoch, 6. Mai 2015, um 18:15 Uhr in der Aula am Bühler Campus der Uni Hildesheim. Interessierte sind herzlich willkommen.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Bildungsintegration
news-10065 Sat, 25 Apr 2015 13:32:00 +0200 "Asylpolitik dient der Abschreckung" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/asylpolitik-1/ Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutierten Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Auf dem Abschlusspodium hofft Doris Schröder-Köpf auf eine politische Chance für den Kurswechsel, weil die Akzeptanz von Flüchtlingen steigt. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Sozial- und Organisationspädagogik news-10058 Fri, 24 Apr 2015 13:50:00 +0200 Angekommen und jetzt? https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/angekommen-u/ Angesichts der Flüchtlingsnot ist die Hilfsbereitschaft groß, doch richtige Hilfe will gelernt sein. Wie das funktionieren kann, will die Uni Hildesheim mit einer zweitägigen Konferenz zum Thema Menschenrecht auf Bildung zeigen. Theoretisch wie auch praktisch. Deswegen sind unter den rund 160 Fachleuten auch zahlreiche Vertreter von Initiativen auch aus Hildesheim mit dabei. Veranstalter sind das Institut für Sozial­ und Organisationspädagogik und das Zentrum für Bildungsorganisation der Uni Hildesheim. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Sozialwissenschaften Sozial- und Organisationspädagogik news-9900 Sun, 19 Apr 2015 15:40:00 +0200 Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/migration-ankommen-und-weiterkommen-das-recht-auf-bildung/ Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe. Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können." Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren." Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.

An der Universität Hildesheim diskutieren am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Migrantenkindern, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Es werden etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erwartet, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim und Berlin. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es dringend notwendig ist, konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi.

Im Schwerpunkt „Ankommen und Weiterkommen“ sprechen Forscher am Freitagnachmittag mit jungen Flüchtlingen, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und mit einer Schulleiterin einer Hildesheimer Grundschule. Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, äußert sich zum Thema und diskutiert mit Nurjana Arslanova, die die Hälfte ihres Lebens im Flüchtlingslager verbracht hat und keine Ausbildung beginnen durfte, nun macht sie ihr Fachabitur. Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik, moderiert das Panel. Die Teilnahme an dieser öffentlichen Diskussion am Freitag , 24. April 2015, um 14:00 Uhr ist ohne Anmeldung möglich. Die Plätze an den weiteren Programmpunkten der Konferenz sind begrenzt, eine Teilnahme ist noch vereinzelt nach Anmeldung möglich (Email: presse@uni-hildesheim.de).

Zur Konferenz laden das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften" und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte ein. Auf der Konferenz spricht Professor Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit und Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte der Universität Erlangen-Nürnberg über Menschenrechte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Dokumentarfilmerin Jutta Neupert zeigt den Dokumentarfilm „Familien auf der Flucht – von Syrien nach Deutschland“.

In Hildesheim – wo auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen seinen Sitz hat – haben Mitglieder der Universität Hildesheim gemeinsam mit dem Verein Asyl e.V. zum Sommersemester eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlinge in ihren Bildungswegen zu unterstützen. Die Studentin Vanessa Gauer vom „Anker-Peer-Programm" der Uni begleitet gemeinsam mit weiteren Kommilitonen die Studierenden mit Fluchterfahrung. Die Studentinnen zeigen den Flüchtlingen in Campusführungen die Universität, bilden Tandems, um die Alltagssprache zu lernen, kennen Unterstützungsprogramme und stellen den Kontakt zu Lehrenden her. Die Studieninteressierten unter anderem aus Afghanistan, Syrien und Sudan haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse.

Programm und Kurzinfo zu den Vortragenden als PDF

Wann und Wo? Konferenz „Recht – Bildung – Migration. Das Menschenrecht auf Bildung im Kontext von Migration und Integration", 23. und 24. April 2015, Universität Hildesheim, Bühler-Campus

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Lehrerbildung Inklusion Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10005 Sat, 18 Apr 2015 13:32:00 +0200 Reden für das Recht auf Bildung – Uni will sich mit Konferenz für Flüchtlinge engagieren https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/reden-fuer-da/ Deutschland hat sich zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch Rechtsanspruch und Wirklichkeit klaffen oft auseinander, so Prof. Kirsten Scheiwe von der Universität Hildesheim. Die Hochschule lud aus diesem Anlass 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zu einer Konferenz ein, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und Ehrenamtliche aus Bremen, Hildesheim und Berlin. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Allg. Erziehungswissenschaft Flüchtlinge news-9889 Thu, 09 Apr 2015 13:32:00 +0200 HAWK als Motor für den Sozialbereich https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/hawk-als-mot/ Die Liste der sozialen Probleme ist endlos – misshandelte Kinder, Drogentote oder einsame Senioren. Es gibt mittlerweile mehr als 450 Berufszweige in diesem Arbeitsfeld. Doch wichtig ist eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung für die Berater, Pfleger und Betreuer im sozialen Arbeitsumfeld. Für einen Großteil deckt hier die Hildesheimer Hochschule, gemeinsam mit der Universität, die Ausbildung ab. Eine Ausstellung in der Arneken Galerie der HAWK gibt einen Überblick. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Psychologie news-9834 Mon, 30 Mar 2015 16:02:00 +0200 Annja Bormann hilft noch bis September mit und geht dann in den Ruhestand https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/annja-borman/ 15 Jahren lang hat Annja Bormann als Schulleiterin die Entwicklung der Logopädie-Schule des Diakonie-Kollegs Hildesheim gesteuert. Vom Aufbau der Schule über den Umzug bis hin zum Neuanfang in Hildesheim. Ende September startet Annja Bormann mit dem „Ruhestand” in einen neuen Lebensabschnitt. Ab April wird Melanie Wipprecht neue Schulleiterin. Durch den neuen Studiengang „Bildungswissenschaften in den Gesundheitsfachberufen” der HAWK und der UNI Hildesheim wird es zukünftig noch intensivere Kooperationsmodelle geben. Pressespiegel regional Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Sozial- und Organisationspädagogik news-9791 Sat, 28 Mar 2015 16:02:00 +0100 Neuer Studiengang für Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/neuer-studie/ Die Stiftung Universität Hildesheim bietet zusammen mit der HAWK einen neuen Bachelorstudiengang an: Bildungswissenschaften in den Gesundheitsfachberufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie so die Bezeichnung. Mit dem Abschluss können Lehrkräfte dann an Schulen für Gesundheitsfachberufe qualifiziert unterrichten. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Einrichtungen Lehrerbildung news-9784 Wed, 25 Mar 2015 16:02:00 +0100 Uni untersucht Pflegedienste für Migranten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uni-untersuc/ Pflegekräfte, die selber zugewandert sind, haben deutliche Vorteile bei der Versorgung von älteren Menschen mit Migrationsgeschichte. Diesen Zusammenhang untersucht nun eine Arbeitsgruppe der Uni Hildesheim. Das Forschungsprojekt der Uni wird von einer Arbeitsgruppe um Johanna Krawietz, Friederike Isensee, Professor Wolfgang Schröer und Stefanie Visel geleitet. Sie untersuchen derzeit Pflegedienste ganz Niedersachsen. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-9762 Tue, 24 Mar 2015 09:28:00 +0100 Zuwanderungsgeschichte als Vorteil in der Pflege https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/zuwanderungsgeschichte-als-vorteil-in-der-pflege/ Ambulante Versorgung älterer Menschen mit Migrationsgeschichte: Eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim untersucht den Arbeitsalltag und die Geschäftsstrukturen von Pflegekräften und Verantwortlichen in Pflegediensten, die selbst eine Zuwanderungsgeschichte haben. Ein Vorteil: Sie verfügen über Kontakte zu mehrsprachigen Arztpraxen und Apotheken. Im Bereich der ambulanten Pflege gründen sich in den letzten Jahren zunehmend Pflegedienste, die sich speziell an ältere Menschen mit Migrationsgeschichte richten. Auf diese Pflegedienste trifft man am häufigsten in größeren Städten. Viele Verantwortliche in Pflegediensten bringen dabei selbst eine Migrationsgeschichte mit – dieses Phänomen untersucht eine Arbeitsgruppe um Johanna Krawietz, Friederike Isensee, Professor Wolfgang Schröer und Stefanie Visel von der Universität Hildesheim im Projekt „Care-Dienstleistungen als ethnisches Unternehmertum".

Sie untersuchen derzeit Pflegedienste in Niedersachsen. Dafür wurden bisher zehn Einrichtungsleitungen nach ihrer Unternehmensstruktur, ihrem Arbeitsalltag und ihrer Geschäftsstrategie befragt. „Diese Pflegedienste verfügen über Kontakte zu Beratungsstellen, Arztpraxen und Apotheken, die mehrsprachige Dienste für Ältere anbieten. Ihre eigene Zuwanderungsgeschichte wird von den Unternehmerinnen in der Arbeit mit älteren Migrantinnen und Migranten als Vorteil angesehen", sagt die Sozialpädagogin Johanna Krawietz. Durch ihre Mehrsprachigkeit, so die Aussagen der Interviewten, könnten sie besseren Kontakt zu älteren Migrantinnen und Migranten aufnehmen. Dadurch könnten sie zum Beispiel die Pflegebedürftigen bei Arztbesuchen begleiten und Übersetzungsarbeit leisten.

Die untersuchten Pflegedienste spezialisieren sich in ihren Pflegeleistungen auf unterschiedliche Zielgruppen. Ein großer Teil richtet sich mit ihrem Angebot an Ältere aus der ehemaligen Sowjetunion und der Türkei.

Friederike Isensee, die als studentische Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt mitwirkt und an der Uni Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik studiert, hat Pflegedienste befragt. Sie nennt ein Beispiel aus der Studie: Natalia Dobat (Name geändert) ist seit über zehn Jahren Geschäftsführerin eines ambulanten Pflegedienstes, der mit seinen rund 300 Klientinnen und Klienten speziell auf Leistungen in deutscher und in russischer Sprache ausgerichtet ist. Dobat zog Mitte der 2000er Jahre mit ihrer Familie aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Die Pflegedienstleistungen werden nicht nur von russischsprachigen Pflegebedürftigen nachgefragt. Friederike Isensee betont, dass sich die Geschäftsführerin Dobat entgegen der öffentlichen Annahme von starren Konzepten kultursensibler Altenpflege abgrenzt. Sie legt ihren Schwerpunkt auf biographiesensible Pflege.

Die Arbeitsgruppe um den Sozialpädagogen Professor Wolfgang Schröer weist darauf hin, dass kultursensible Pflegeleistungen nicht automatisch durch Personen des gleichen Herkunftskontextes sichergestellt werden. „Frau Dobat legt in ihrem Pflegedienst Wert darauf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein vielfältiges Bild von Pflege zu vermitteln. Sie möchte ihre Pflegekräfte dafür sensibilisieren, aufmerksam mit den Pflegebedürftigen umzugehen und offen für mögliche Wünsche bei der pflegerischen Versorgung zu sein", berichtet Friederike Isensee. Russischsprachige Pflegebedürftige könne man zum Beispiel nicht alle gleichsetzen, sagt die Geschäftsführerin den Forschern. Sie bringen verschiedene Sprachen, Dialekte, religiöse Zugehörigkeiten und Lebensstile mit.

Die Studie „Care-Dienstleistungen als ethnisches Unternehmertum" wird vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert. Sie läuft noch bis Januar 2016.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Bildungsintegration
news-13091 Sat, 14 Mar 2015 11:54:00 +0100 QMSNR - Qualitative method[ologie]s in social network research https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/qmsnr-qual/ Workshop „Qualitative Method[ologi]en der sozialen Netzwerkforschung“ / Workshop “Qualitative method[ologie]s in social network research” Universität Hildesheim, 12./13. März 2015 / University of Hildesheim, 12/13 March 2015 Link zur Seite

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-9493 Wed, 21 Jan 2015 15:04:00 +0100 Guter Eindruck gegen alte Vorbehalte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/guter-eindru/ Entscheidet bereits der Name, ob ein Bewerber eine Chance bekommt? In vielen Fällen ist das immer noch der Fall. Bei der Auswahl von Bewerbern spielt neben dem Namen, Aussehen und Wohnviertel, sogar die Schule eine Rolle. Und natürlich die Herkunft. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-9398 Tue, 23 Dec 2014 07:51:00 +0100 Jugendämter nehmen Tausende Kinder unter ihre Fittiche https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/jugendaemter/ Sie werden misshandelt, vernachlässigt oder kommen als Flüchtlinge allein in Deutschland an: 2013 haben die niedersächsischen Jugendämter 3738 Kinder in Obhut genommen, um sie zu schützen. Besonders in Großstädten fehlen Familien, die bereit sind, ein Pflegekind aufzunehmen. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Flüchtlinge news-9230 Tue, 16 Dec 2014 18:00:00 +0100 Ein neues Zuhause geben: Aufwachsen in einer Pflegefamilie https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ein-neues-zuhause-geben-aufwachsen-in-einer-pflegefamilie/ Eigentlich ziemlich eindeutig – Familie ist Familie und jede ist einzigartig. Aber wie organisiert die Jugendhilfe den Übergang von der leiblichen Familie hin zur Pflegefamilie? Die Lebenslagen von Pflegekindern erforschen Anke Kuhls und Professor Wolfgang Schröer an der Universität Hildesheim. Sie gehen der Frage nach, was eine Pflegefamilie an Belastung aushalten kann und wer den Rahmen setzt. In Niedersachsen beschreibt seit kurzem ein Leitfaden, wie Jugendämter die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien organisieren sollten. Denn bisher war wenig standardisiert. Eigentlich ziemlich eindeutig – Familie ist Familie. Auch eine Pflegefamilie ist eine Familie. Oder ist sie keine? Die Frage berührt eine der Herausforderungen in der Pflegekinderhilfe: In welchem Maße legen die Fachleute in den Jugendämtern und den sie begleitenden Diensten fest, wie eine Pflegefamilie zu funktionieren hat und welchen Spielraum lässt man der Familie in ihrer Einzigartigkeit?

Pflegeeltern sollen Kindern ein neues Zuhause geben. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, manche Kinder wurden von den leiblichen Eltern vernachlässigt, körperlich oder seelisch misshandelt. Diese Kinder wachsen dann häufig nicht mehr in der Herkunftsfamilie auf. Am 31. Dezember 2012 waren 64.000 Kinder in Pflegestellen untergebracht.

Pflegeeltern sollen Kindern ein neues Zuhause geben

„Bei all der Tragik, die eine zerissene Kernfamilie und das von ihr getrennt lebende Kind erfahren, ist es auf der anderen Seite ehrbar, wenn Kinder, deren Eltern ausfallen, eine zweite Möglichkeit erhalten, in einer Familie aufzuwachsen. Das bedeutet, dass sich Personen zur Verfügung stellen, und diese nicht leichte Aufgabe übernehmen wollen. Das verdient der besonderen Anerkennung“, sagt Anke Kuhls, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Sie befasst sich mit den Lebenslagen von Pflegekindern und Pflegeeltern und geht der Frage nach, was eine Pflegefamilie an Belastung aushalten kann, wie man Pflegefamilien unterstützen und zum Beispiel auf Besuche der leiblichen Familie vorbereiten kann.

Anke Kuhls hat zuvor lange Jahre in einem Pflegekinderdienst gearbeitet. „Ich habe eine Vielzahl an Begrenzungen erlebt. Bei Pflegekindern, Herkunftseltern und Pflegeeltern habe ich Beratungs- und Unterstützungsbedarf wahrgenommen, der nicht immer zufriedenstellend bedient werden konnte. Viele gute Ideen zur Verbesserung konnten sich aufgrund fehlender Unterstützungssysteme im Bereich Pflegekinderhilfe und fehlenden Wissens nicht entfalten.“ Derzeit promoviert sie zum Thema „Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Pflegeeltern“. Die Daten wurden in Experteninterviews erhoben.

Das Land Niedersachsen unterstützt seit etwa zehn Jahren die Kommunen bei der Qualitätsentwicklung. Mit den „Strukturen der Vollzeitpflege in Niedersachsen“ wurde 2003 eine erste Bestandsaufnahme vorgenommen. Diese bescheinigte den Jugendämtern, dass sie ihre Aufgaben äußerst unterschiedlich wahrnehmen. Jeder Umzug einer Pflegefamilie in einen anderen Jugendamtsbezirk bot zum Beispiel ein Mehr an Unsicherheit. Daraufhin sind 2008 die „Anregungen und Empfehlungen für die Niedersächsischen Jugendämter“ entstanden. Dieser Leitfaden beschreibt in standardisierter Form organisatorische Abläufe  von Pflegestellenunterbringungen. Er bietet mögliche Handlungsanweisungen, die mit Beispielen aus der „guten Praxis“ angefüllt sind. Auf Initiative der Uni Hildesheim (Anke Kuhls und Professor Wolfgang Schröer) und des Landesamts für Soziales, Jugend und Familie (Joachim Glaum) findet seit 2012 ein Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von inzwischen sieben niedersächsischen Hochschulstandorten mit Fachkräften der Jugendämter und freien Träger, Studierenden und Pflegefamilien statt. Mit dieser Ringvorlesung entsteht ein Netzwerk zwischen Land, Kommunen und Wissenschaft.

Unübersichtlich: Geschwister, Gerichte, Lehrkräfte beteiligt

„Das tägliche fachliche Handeln muss sich neuen Bedarfen anpassen und sollte stärker Erkenntnisse aus der frühkindlichen Entwicklung und Bindungsforschung einbeziehen“, appelliert die Hildesheimer Wissenschaftlerin. Früher wurde ein „Aufwuchsplatz“ für Kinder gesucht, heute sind die Verbindungen weitaus vielfältiger. Geschwisterkinder, Gerichte, Therapeuten und Lehrkräfte werden in die Planung einbezogen und Pflegeeltern öffnen die Privatheit zugunsten des Kontakts mit der Ursprungsfamilie.

Daneben betreut häufig der Allgemeine Sozialdienst die leiblichen Eltern, „um deren Erziehungskompetenzen zu verbessern und eine Rückführung des fremd untergebrachten Kindes vorzubereiten. Das scheint alles erforderlich. Aber durch die Beteiligung aller ist das Beziehungsgeflecht unübersichtlich geworden“, sagt Anke Kuhls. Viele kleine Subsysteme entstehen, mit jeweils unterschiedlichen Zielen und Informationen. „Die Steuerung und Koordination der Aufgaben um ein Pflegekind können nur dann gelingen, wenn die Beteiligten den Überblick und das Ziel der Unterbringung im Auge behalten.“ Ein erster Schritt dazu seien die Empfehlungen zur Vollzeitpflege in Niedersachsen.

Öffentlicher Vortrag

Im Rahmen der Ringvorlesung „Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege“ spricht Josef Koch von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (Frankfurt/Main) am 4. Dezember 2014 an der Universität Hildesheim (Bühler-Campus, Lübecker Straße 3, 14:00 Uhr). Er zieht eine Bilanz der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Vollzeitpflege. Daneben werden die Mitarbeiterin des Pflegekinderdienstes Hameln-Pyrmont, Annette Kleine-Gödde, und der Vorstand des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder, Kerstin Held und Waltraud Timmermann, aus ihrer Arbeit berichten. Der öffentliche Vortrag mit anschließender Diskussion ist kostenfrei. Mitarbeiter aus Jugendamt und Behörden, Pflegeeltern und Interessierte sowie Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität sind herzlich eingeladen. Am Thema Interessierte können sich bei Fragen an Anke Kuhls wenden (05121.883-11758 und kuhlsan@uni-hildesheim.de).

Lesetipp: Pflegekinderhilfe im Aufbruch

Der Sammelband „Pflegekinderhilfe im Aufbruch“ diskutiert aktuelle Entwicklungen und neue Herausforderungen in der Pflegekinderhilfe. Was ist möglich? Was ist nötig? Das Buch dokumentiert erfolgreiche Pflegeverläufe von Kindern und Jugendlichen, fasst rechtliche Rahmenbedingungen zusammen und erläutert, wie der Pflegekinderdienst organisiert und welche Infrastruktur notwendig ist. Neu ist, dass die Hilfe aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird: Die Beiträge beschreiben die Situation der Eltern und deren Möglichkeiten, den Hilfeprozess mitzugestalten; untersuchen die Zufriedenheit von Pflegeeltern und deren Einfluss auf die Stabilität innerhalb der Familie und zeigen, wie Geschwisterkinder unterstützend wirken. Severine Thomas und Wolfgang Schröer von der Universität Hildesheim skizzieren, welche Unterstützung Kinder und Jugendliche erhalten – und nicht erhalten – , um den Übergang aus der Pflegefamilie oder dem Heim in das Erwachsenenleben zu bewältigen. Zudem werden die neuen Empfehlungen des Landes Niedersachsen für die Pflegekinderhilfe vorgestellt.

Forschungsprojekt: Pflegefamilien und Migration

Seit Dezember 2013 untersucht ein Team um Professor Wolfgang Schröer und Anke Kuhls „Pflegekinder und Pflegefamilien mit Migrationshintergrund“. Das Forschungsprojekt wird durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert und vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie unterstützt. Es ist gestartet, weil deutschlandweit kaum belastbare Erkenntnisse zum Thema Vollzeitpflege und Migration vorliegen. Es besteht wenig Wissen darüber, wie die Jugendhilfe mit „transkulturellen Erfahrungen“ in diesem Zusammenhang umgeht. Die gesetzliche Statistik erfasst diese Pflegekinder nur am Rande und Pflegefamilien werden gar nicht aufgeführt.

Mit dem Projekt ermittelt das Forschungsteam erstmals Basisdaten zu Unterbringungen und erfragt gleichzeitig die praktische Umsetzung der oben benannten Empfehlungen. Dazu sind die Fachkräfte der Pflegekinderhilfe in Niedersachsen interviewt worden, die sich zu 100 Prozent beteiligt habe (= Vollerhebung).

In einem zweiten Schritt sind auf der Grundlage der Ergebnisse Expertinnen und Experten ausgewählt worden, die eingehender zu den Themen Vollzeitpflege und Migration befragt werden konnten. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob sich Unterschiede in der Unterbringung mit und ohne Migrationserfahrung ergeben und wenn ja, wie sich diese auf die Praxis auswirken. Derzeit befinden sich die erhobenen Daten in der Auswertung. Mit abschließenden Ergebnissen ist ab Frühjahr 2015 zu rechnen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-9290 Fri, 12 Dec 2014 18:57:00 +0100 Geschichte der Kindheit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/geschichte-der-kindheit/ Wie viele Seiten wohl täglich in Hildesheim verfasst werden? Die neue Serie „Wortwörtlich" gibt Einblicke in wissenschaftliche Publikationen. Diesmal: Aufwachsen in der Großstadt, in Institutionen und außerhalb der Heimat – die Geschichte der Kindheit. Ein umfassender Überblick über moderne Kindheiten seit 1800 in Europa. Was wir Kindheit und Familie nennen, habe es nicht immer gegeben, davon geht der französische Historiker Philippe Ariès aus. Diese Gedanken sind über 50 Jahre her. Seitdem ist keine große Geschichte der Kindheit mehr erschienen.

50 Jahre nach Ariès bahnbrechender Studie „L᾿enfant et la vie familiale sous l᾿Ancien régime" erzählen Soziologen, Historiker und Erziehungswissenschaftler auf 500 Seiten die Geschichte der Kindheit noch einmal. Zum Herausgeberteam gehören neben Meike Sophia Baader, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Hildesheim, auch die Sozialpädagogen Professor Wolfgang Schröer und Florian Eßer. Im Buch „Kindheiten in der Moderne” erzählen sie eine „Geschichte der Sorge". Der Leser taucht ein, etwa in die bürgerliche, die verwissenschaftlichte, die wohlfahrtsstaatliche, die transnationale Kindheit und erfährt mehr über das Aufwachsen in sozialen Bewegungen und Großstädten und nationalsozialistischen Konzentrationslagern (letzterer ist ein Beitrag der Hildesheimer Doktorandin Wiebke Hiemesch).

„Die vorliegende Kindheitsgeschichte konzentriert sich auf die europäische Moderne. Ausgangspunkt bildet die These, dass sich in den jeweiligen Diskursen über Kindheit charakteristische Elemente der jeweiligen Epochen der Moderne wie in einem Brennglas spiegeln. Ob das Kind zum Beispiel als 'heilig', als 'Künstler' oder als 'Turbo-Lerner' und 'Unternehmer seiner Selbst' imaginiert und beschrieben wird, hat wesentlich mit den Grundzügen und Themen der jeweiligen Epochen und den dazugehörigen Leitbildern zu tun“, schreibt das Herausgeberteam der Universität Hildesheim.

Textpassagen aus dem Buch

Um 1900: Die Straßen der Stadt sind die Schule

Die großstädtische Kindheit, Hakan Forsell (Seite 190ff):

„Es gab Kinder, die zwischen mehr oder minder befristeten Aufgaben (Zeitungsjungen, Schuhputzer, Botenjungen), kriminellen oder semikriminellen Aktivitäten (Taschendiebstahl, oder Beschäftigungen im Bereich Varieté und Bordellen) und Betteln hin- und herwechselten. Im Untergrund existierte eine informelle urbane Wirtschaft, die scheinbar völlig jenseits der Aufsicht durch Eltern und die Gesellschaft lag. Einige dieser Kinder besuchten eine Schule und manche hatten sogar einen überdachten Schlafplatz, doch dauerte es bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, bis in größerem Umfang freiwillige und öffentliche Aktionen organisiert wurden, um gegen die soziale Verwundbarkeit dieser Kinder anzugehen.

Tatsächlich war es um 1900 in europäischen Städten en vogue, die Straßen der Stadt als eine Art Schule zu begreifen, als natürliche Heimat für Kinder aus der Arbeiterklasse. In Berlin veröffentlichte der Lehrer Charles Grazza ein Tagebuch über seine 'pädagogischen Expeditionen' zu talentierten Schülern aus den Arbeiterfamilien der Stadt. Pädagogen und Journalisten entdeckten, dass Kinder auf der Straße Dinge lernten, die ihnen keine Schule beibringen konnte. Der Berliner Fotograf Willy Römer porträtierte ihre physische Präsenz, ihre Körperlichkeit und Aufmerksamkeit, den Zusammenhalt und die Überlebenskompetenz. Die Kinder waren überall und sahen und wussten alles, was in ihrer direkten Umgebung geschah."

Eine Kinderkultur entstand, mit Spielplätzen und Kindertheater

Die reflexive Kindheit, Meike Baader (Seite 414 ff):

„Reflexive Kindheit wird durch eine Institutionalisierung der Lebensphase Kindheit bestimmt, die unter anderem in einem Zuwachs an Bildungs- und Freizeitinstitutionen gründet und von Professionalisierungsprozessen der zuständigen Fachkräfte flankiert wird. In den 1970er-Jahren bildete sich verstärkt eine eigene Kinderkultur im öffentlichen Raum – etwa in Form von Spielplätzen, Kindertheatern und Kinderzentren – heraus. Es entstanden jugendkulturelle Räume, die primär geschlechtergemischt waren.

Elterninitiativen protestierten gegen autozentrierte Innenstädte, forderten Spiel- statt Parkplätze und versuchten so, den städtischen Raum für Kinder attraktiver zu gestalten. Die neue Selbstständigkeit der Kinder wurde für immer mehr Eltern zum wichtigsten Erziehungsziel.

Reflexive Kindheit schließt eine Stärkung der Rechtsposition von Kindern ein und den Abbau eines stark hierarchisch konzipierten Generationenverhältnisses. Die Ablösung der 'elterlichen Gewalt' durch die 'elterliche Sorge' im Familienrecht ab 1980 sowie die Durchsetzung eines Rechts auf 'gewaltfreie Erziehung' im Jahre 2000 bringen dies exemplarisch zum Ausdruck. Die Stärkung der Rechtspositionen von Frauen und Kindern seit den 1970er-Jahren verändert die Generationen-, Geschlechter- und Familienverhältnisse fundamental. Die Entkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung führt schließlich zur Möglichkeit der Planung von Kindern bzw. zur Frage 'Kinder oder keine und wann'."

Reisende Diplomatenkinder werden als kleine Weltbürger bezeichnet

Die transnationale Kindheit, Nicole Himmelsbach, Wolfgang Schröer (Seite 492ff):

„Wir finden vielfältige Initiativen, Politiken und Märkte, die gerechtere oder erfülltere Kindheiten versprechen. Seit vielen Jahren wird der grenzüberschreitende Aktionsradius von Kindern in ganz unterschiedlichen Kontexten beschrieben, die sogenannte Zirkulation von Kindern in Afrika und Lateinamerika, Migrationsbewegungen arbeitender Kinder und Kinderflüchtlinge. Reisende Kinder von Diplomaten oder Geschäftsleuten werden als kleine Weltbürger bezeichnet. Kinder, die zum Beispiel nationale Grenzen überschreiten, um zu arbeiten oder zu flüchten, bezeichnet man dagegen weniger als Weltbürger, sondern eher als Opfer ihrer Lebensumstände. Je nach Alter und Lebensweise werden sie zuweilen auch als Gefahr für die nationale öffentliche Sicherheit wahrgenommen. Mädchen in einem Heim einer kolumbianischen Grenzstadt nennen Gesundheit, Arbeit und Schulbildung als die wesentlichen Bestandteile einer 'guten Kindheit'. Der Großteil der Mädchen kommt aus den umliegenden Dörfern nahe der Grenze. Einige habe in fremden Haushalten oder auf der Straße gearbeitet und bezeichnen sich selbst nicht als Kinder: 'Wir machen nicht das was Kinder machen. Also spielen und so.' Mädchen, die als Prostituierte in der Grenzregion arbeiteten haben ihre Kindheit mit dem ersten sexuellen Kontakt für beendet erklärt.

Zweifelsohne bedeutet Kindheit heute für eine Mehrheit der Kinder weltweit 'Schulkindheit' – wenn auch für einen unterschiedlichen Zeitraum. Auch lebt die Mehrheit der Kinder weltweit in Familien, wobei die Definition dessen, was Familie bedeutet, sehr unterschiedlich ist. Darüber hinaus ist Kindheit in vielen Teilen der Erde aber auch Arbeitskindheit, Kriegskindheit und insgesamt 'eine gesundheitsgefährdende Lebensphase'."

Die kindliche Natur ergründen

Die verwissenschaftlichte Kindheit, Florian Eßer (Seite 124ff):

„1890 beschrieb ein Leipziger Pädagoge mehr als 300 'Kinderfehler' – die Liste reichte von 'Ängstlichkeit' über 'Denkfaul' bis hin zu 'Zwangshandlungen'. Die Idee, die kindliche Natur ergründen zu wollen, löste eine rege Forschungstätigkeit aus, die bis heute nie wirklich abebben sollte. Die Geschichte der Verwissenschaftlichung von Kindheit handelt von der Child Study, die, von Nordamerika ausgehend, den europäischen Kontinent erreichte und ein immenses Forschungsinteresse rund um die Natur des Kindes auslöste. Forschungseinrichtungen, Vereine und Organisationen wurden gegründet, so besuchten etwa 700 Teilnehmer den Kongress für Kinderforschung und Jugendfürsorge 1907 in Berlin.

Väter aus dem bürgerlichen Milieu hielten in Journalen fest, wie ihre Kinder in körperlicher, geistiger und moralischer Hinsicht Fortschritte machten. In fertig zu kaufenden Kindertagebüchern sollten Eltern anhand vorgegebener Beobachtungskategorien systematisch die 'Fortschritte' ihrer Kinder vermerken. Schülerinnen und Schüler mussten ständig beobachtet und auf der Grundlage von Verfahren der Notengebung bewertet werden. Intelligenzmessungsverfahren kamen dem Bedürfnis der Lehrerinnen und Lehrer entgegen, Ursachen für die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern zu finden. Mit Hilfe des wissenschaftlichen Wissens ließen sich der Grad der Gesundheit, Intelligenz und Kompetenz jedes einzelnen Kindes bestimmen. Die Verfeinerung von Instrumenten führten zu flächendeckenden Messungen an Kindern. Im Hier und Jetzt ließ sich prognostizieren, was aus den Kindern morgen werden würde."

Der Geschichte der Kindheit auf der Spur. Fotos: Buchcover Campus-Verlag (Collage)

Angaben zum Buch, diesmal entdeckt:

Meike Sophia Baader, Florian Eßer, Wolfgang Schröer (Hg.): Kindheiten in der Moderne. Eine Geschichte der Sorge, 2014, 514 Seiten, Campus-Verlag

Ein Buch zum Entdecken?

Wie viele Seiten und welche Themen wohl täglich an der Universität Hildesheim verfasst werden? Die neue Serie „Wortwörtlich“ gibt Einblicke in wissenschaftliche Publikationen der Forscherinnen und Forscher. Auch etwas gelesen oder geschrieben? Senden Sie Ihre Vorschläge an Isa Lange (presse@uni-hildesheim.de).

Lesetipp:

Lesen Sie diesen Beitrag im aktuellen Uni-Journal (pdf)

DIE ZEIT, „Goldene Jahre auf der Straße / Wie hat sich die Kindheit verändert, uns was bedeutet das für die heutige Bildungspolitik", Interview mit Meike Baader, 14.08.2014 (print, online)

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-9289 Fri, 12 Dec 2014 15:21:00 +0100 Transnational? Transkulturell? Transreligiös? - Alter(n)s- und Versorgungserwartungen türkeistämmiger Pendelmigranten" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/transnationa/ Das Forschungscluster care@work veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Gerontologie der Akdeniz Universität Antalya im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres vom 19.-23.01.2015 die Projektwoche "Altern im transnationalen Raum". Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir Sie zu folgendem hochschulöffentlichen Vortrag am 22.01.2014 um 18.15 Uhr einladen:

Sarina Strumpen, Universität Rostock: "Transnational? Transkulturell? Transreligiös? - Alter(n)s- und Versorgungserwartungen türkeistämmiger Pendelmigranten"

Ort: Universität Hildesheim, Bühlercampus, Raum LN014 (=> Flyer)

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-9286 Thu, 04 Dec 2014 15:43:00 +0100 Ringvorlesung zum Thema Vollzeitpflege https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ringvorlesun-24/ Die Probleme bei der den Erziehungsaufgaben in Pflegefamilien sind vielfältig. In der Aula am Bühler-Campus diskutieren Experten zum Thema und beantworten Fragen des Publikums. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik news-9104 Mon, 10 Nov 2014 12:48:00 +0100 Care Leaver: Erwachsen werden ohne Eltern https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-leaver-erwachsen-werden-ohne-eltern/ Dass Jugendliche nicht in der Herkunftsfamilie leben, ist selten ein Thema auf dem Campus. Viele junge Menschen die im Heim, in der Pflegefamilie und Wohngruppe aufwachsen, erhalten kaum Unterstützung beim Übergang in das Erwachsenenleben, Hilfen enden abrupt. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik baut mit Studierenden ein Netzwerk auf und erforscht die Bildungsbiografien der jungen Leute. Eine Forschergruppe der Universität Hildesheim geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Dabei verfolgen sie auch Übergänge in Hochschulen. Die jungen Leute können in ihrer Bildungslaufbahn nur bedingt auf familiäre Unterstützung zurückgreifen. Von ihnen wird früh viel erwartet, etwa ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum mit 18 Jahren. Die Hilfen enden abrupt. Ein Drittel der jungen Erwachsenen besuchen zum Zeitpunkt der Beendigung der Hilfe weder eine Schule noch machen sie eine Ausbildung. Ein Team um Professor Wolfgang Schröer untersucht in mehreren Projekten Bildungswege der Care Leaver, also junger Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind.

So wurden umfangreichere Daten über die Lebenswege von Care Leavern in Deutschland und gelungene Übergangsmodelle in anderen Ländern erfasst und wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Mit Studierenden wurden biografische Interviews geführt – wie verlief ihr Weg in die Uni? In einer Studie mit rund 250 Jugendlichen, die derzeit in Jugendhilfeeinrichtungen leben, untersuchen die Forscher, welche Unterstützung die befragten 16-Jährigen auf ihrem Bildungsweg erhalten und welche Erwartungen an sie gestellt werden. Derzeit entsteht ein Arbeitsbuch, das sich an Fachleute in der Kinder- und Jugendhilfe wendet.

Gemeinsam mit Betroffenen haben die Sozialpädagogen seit 2012 das bundesweite Netzwerk „Care Leavers in Deutschland" aufgebaut. Mittlerweile wurde ein Verein gegründet. Die jungen Erwachsenen entwickeln Informationsmaterial, einen Flyer, drehen einen Film und geben Tipps – zum Beispiel, wie man einen Bafög-Antrag stellen kann, ohne die Einkommensnachweise der Eltern vorlegen zu müssen.

Auch die Aktivitäten in Niedersachsen sollen regional weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit sechs weiteren Hochschulen aus Hildesheim, Emden, Holzminden, Oldenburg und Vechta wollen die Sozialpädagogen auf die Lebenssituation von Studierenden mit Jugendhilfeerfahrung aufmerksam machen und sie auf den Weg zu höheren Bildungsabschlüssen unterstützen. „Junge Menschen, die in der stationären Jugendhilfe aufgewachsen sind, sind wesentlich seltener als ihre Peers an Hochschulen anzutreffen. Care Leaver müssen den Übergang in Selbständigkeit früher, schneller und in der Regel ohne familiäre Unterstützung bewältigen", so die Sozialpädagogin Katharina Mangold. Mit dem Projekt „Care Leaver an Hochschulen in Niedersachsen“ begegnet die Hildesheimer Arbeitsgruppe dieser Chancenungleichheit. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Wege ins Studium öffnen“. Dabei gehe es nicht allein um harte und finanzielle Faktoren, sondern darum, „sich bewusst zu machen, was es für unterschiedliche Lebenslagen an unserer Uni gibt", so Mangold.

Hochschulöffentliche Informationsveranstaltung

Sara Milde und Katharina Mangold vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim laden zur Informationsveranstaltung ein. Dr. Eric van Santen (DJI München) spricht mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Hochschulen, Jugendhilfe und Studierenden über die Lebenssituation von Care Leaver an Hochschulen. Die Diskussion „Bildungserfolgreiche Jugendliche in stationären Hilfen zur Erziehung? – Das gibt's doch nicht!“ findet am 10. November 2014 um 16.15 Uhr im Hörsaal 3 am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt. Insbesondere junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung – aber auch alle anderen Interessierten – sind herzlich eingeladen.

Unterstützung: Studienberatung und Stipendienberatung ansprechen

Betroffene und am Thema Interessierte können sich an Katharina Mangold wenden (mangoldk[at]uni-hildesheim.de). Die Studienberatung unterstützt in der Orientierungsphase und berät Studieninteressierte, Studierende gehen in Jugendzentren und informieren Schülerinnen und Schüler über Wege an die Hochschule und Unterstützungsmöglichkeiten. Dabei gehe es nicht darum, immer mehr junge Leute an die Hochschulen zu holen, sondern aufzuzeigen, dass ein Studium ein möglicher, denkbarer Weg ist, sagt Studienberater Martin Scholz. Die Stipendienberatung der Universität gibt einen Überblick über Stipendienprogramme und hilft bei der Antragstellung weiter. Markus Langer von der Stipendienberatung ermutigt junge Leute, sich um ein Stipendium zu bewerben. Der Sozialfonds springt zudem in unerwarteten Notlagen ein.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik ZSB Anker Peers Sozialfonds
news-9028 Thu, 30 Oct 2014 10:43:00 +0100 „Akademische Beziehungen zu Russland aufrecht erhalten“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/akademische-beziehungen-zu-russland-aufrecht-erhalten/ Die Universitäten in Hildesheim und Nowgorod kooperieren seit zehn Jahren. Die aktuellen politischen Beziehungen der beiden Länder sind wegen der Ukraine-Krise angespannt. „Je mehr Verbindungen wir stärken, desto mehr Vorurteile können wir abbauen", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Olga Graumann. Doch es sei nicht leicht, deutsche Studierende für einen Studienaufenthalt in Russland zu gewinnen, denn diese zieht es in westliche Länder. In Zeiten politischer Spannungen darf dieser Kontakt nicht abreißen, so Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Seit zehn Jahren arbeiten die Universitäten Hildesheim und Nowgorod zusammen. „Wir sollten wissenschaftliche und kulturelle Beziehungen aufrecht erhalten und keinesfalls aufgrund von aktuellen politischen Ereignissen abbrechen“, sagt Prof. Dr. Olga Graumann anlässlich einer Feierstunde mit 90 Gästen aus beiden Städten. „Je mehr wir Verbindungen stärken, desto mehr Vorurteile können wir abbauen –  etwa durch Studierendenaustausch. Unsere Wissenschaftsbeziehungen ändern die Politik nicht, aber wir schaffen Begegnungen.“ Biographien wie jene der Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen, dass der Austausch und Sprachkenntnisse helfen, sich Urteile zu bilden und nicht mit Vorannahmen zu arbeiten.

Die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in Studiengängen und Forschungsprojekten hob Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich hervor: „Unser Austausch ist ein kleiner Mosaikstein auf der Karte der Wissenschaften in Europa. Er trägt auch zum besseren Verständnis bei. Gerade in Zeiten politischer Spannungen darf dieser Kontakt nicht abreißen. Er muss gepflegt werden, um zu einer besseren Zukunft beizutragen.“

Der Austausch zwischen Nowgorod und Hildesheim sei deshalb so lebendig, weil man sich „persönlich kennen und wertschätzen gelernt hat“, so die Erziehungswissenschaftlerin, die seit fast zwanzig Jahren an der Universität Hildesheim lehrt. Olga Graumann erinnert sich an die erste Begegnung mit ihrem russischen Kollegen aus den Erziehungswissenschaften, Prof. Dr. Michael Pewsner, in den 90er Jahren: „Mit einem russischen Wissenschaftler in deutscher Sprache über Politik sprechen zu können und über die Bedeutung der Perestroika, das hat mich fasziniert. Ich habe berühmte russische Autoren gelesen und russische Psychologen und Pädagogen studiert, aber das Land Russland und die Menschen kannte ich bis dahin nicht.“

Gemeinsam haben die Erziehungswissenschaftler dann den „Doppelabschluss in Erziehungswissenschaft“ entwickelt. Die Zeit war günstig, denn in Hildesheim und Nowgorod stellten sich die Universitäten auf das Bachelor- und Mastersystem um. Die Staatliche Universität Nowgorod und die Stiftungsuniversität Hildesheim sind die ersten und bis heute die Einzigen geblieben, die einen Doppelabschluss in Erziehungswissenschaft zwischen Deutschland und Russland haben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat den gemeinsamen Studiengang mit  500.000 Euro unterstützt. 28 deutsche Bachelor- und Masterabschlüsse in Erziehungswissenschaft wurden bis 2014 an russische Studierende vergeben, 7 weitere folgen. Die deutschen Studierenden sind zurückhaltender. „Es ist nicht leicht, deutsche Studierende zu gewinnen, denn diese zieht es in westliche Länder. Der Gedanke, in einem osteuropäischen Land zu studieren ist ungewohnt und löst Unsicherheiten und Ängste aus. Umso mehr freuen wir uns, dass 10 deutsche Studierende, doch den Mut aufbrachten. Sie haben alle mit großem Erfolg studiert und sich hervorragend integriert“, so Graumann. Einer der Studenten hat ein rotes Diplom erhalten, das heißt einen Abschluss mit einer besonderen Auszeichnung. „Ohne die Unterstützung von vielen Kolleginnen und Kollegen in der Erziehungswissenschaft, der Sozial- und Organisationspädagogik und der Psychologie und aus dem Prüfungsamt wäre dies nicht möglich gewesen. Sie waren immer bereit, an dem gemeinsamen Curriculum mitzuarbeiten und auf die russischen bzw. deutschen Studierenden einzugehen und sie zu unterstützen. Das ist keineswegs selbstverständlich“, so die Erziehungswissenschaftlerin.

Was solche Kooperationen mit Menschen machen? Olga Graumann zeigt sich von den Studierenden beeindruckt und nennt zwei Beispiele: „Alle russischen Studenten und Studentinnen im Doppelabschlussprogramm verteidigten ihre Abschlussarbeit in der Abschlussprüfung in Nowgorod in deutscher Sprache. Sie sind selbstsicher und weltoffen durch ihren Aufenthalt in einem zunächst fremden Land geworden. Drei deutsche Studentin hat in Russland mit behinderten Menschen ein Märchen gestaltet und sich in die Sprache und die Landestraditionen eingelebt.“ Auch länderübergreifende Promotionen entstanden: Die russische Doktorandin Ekaterina Egorova hat im Promotionskolleg „Interkulturalität in Bildung. Ästhetik, Kommunikation“ der Universität Hildesheim ihre Dissertation über „Individualisierung im russischen Schulsystem“ in deutscher Sprache geschrieben.

Allein 88 deutsche und russische Lehrende lehrten jeweils an der Partneruni. „Wir arbeiten im russisch-deutschen Team, stehen zu zweit vor den Studierenden. Es ist wichtig, sich verständlich und klar auszudrücken. Wenn mein Kollege einen Satz nicht ins Russische übersetzen kann, dann wusste ich, dass der Satz auch im Deutschen nicht gut ist und ich den Gedanken nicht ausreichend durchdacht habe. Das sind neue Lernerfahrungen“, so Olga Graumann. Auch ein deutsch-russisches Wörterbuch „Schul- und Hochschulmanagement. 100 aktuelle Begriffe“ ging aus der Kooperation hervor.

Viele Kooperationsvereinbarungen mit einem ausländischen Partner stehen oft nur auf dem Papier. „Projekte werden nicht lebendig, wenn man nur digitale Kommunikationsmittel nutzt und sich nicht persönlich kennen lernt“, sagt Olga Graumann. Nicht alle Ideen für die Zusammenarbeit entstehen am Schreibtisch: auf einem Donauschiff bei einer gemeinsamen Kulturfahrt entstand ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung im Bildungsmanagement, das im Rahmen des EU Programms TEMPUS gefördert wurde.

Mittlerweile haben die Universitäten Hildesheim und Nowgorod gemeinsam ein Netz aus 20 Universitäten in West- und Osteuropa gespannt (siehe Projekt unten).

Beispiel: EU-Projekt Tempus startet: Hildesheimer Erkenntnisse kommen in Ukraine, Weißrussland und Russland an

Hildesheimer Erkenntnisse in der Bildungsforschung kommen in der Ukraine, Weißrussland und Russland an: Bis 2016 arbeiten Erziehungswissenschaftler der Universitäten Hildesheim, Bremen, Wien, Helsinki und Rom gemeinsam mit Hochschulen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland an Wegen, wie „Diversity“ in der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Bildungsmanagern in den östlichen Ländern berücksichtigt werden kann. Auch eine Schule in St. Petersburg und ein Kinderheim gehören zu den Projektpartnern.

Zunächst erfassen Soziologen in den Städten der beteiligten Hochschulen, was den Eltern – etwa in St. Petersburg, Welikij Nowgorod, Tjumen, Kiew, Minsk, Witebsk, Berdjansk und Khmelnitzkij – wichtig ist. Was erhoffen sie sich in Bezug auf Umgang mit Vielfalt? Dann sollen Schulungsinhalte für Sozialpädagogen, Erzieher und Lehrer erarbeitet werden, erläutert die Hildesheimer Projektleiterin Prof. Dr. Olga Graumann. „Die Curricula in den Studiengängen sollen modernisiert werden – dabei beraten wir die Hochschulen. Wie können Lehrer mit physischen Beeinträchtigungen, Sprachproblemen, mit kultureller und sozialer Vielfalt, mit Hochbegabung professionell umgehen? In allen drei Ländern ist ein zunehmender Zustrom der Migranten zu verzeichnen.“ Die Mehrzahl der Arbeitsmigranten hat selbst keine höhere Schulbildung. Das bedeutet, dass die Eltern ihren Kindern in der Schule eher nicht helfen können, da sie auch in der Regel die Landessprache nicht oder nur ungenügend beherrschen. In der Ukraine wurde Inklusion in das Bildungsprogramm aufgenommen, doch ausgebildete Pädagogen fehlen weitgehend.

Man wolle in der „länderübergreifenden Vernetzung voneinander lernen“, sagt Olga Graumann. Das Projekt „Aus- und Weiterbildung für Pädagogen und Bildungsmanager im Bereich Diversity" wird bis Ende 2016 mit rund 1,2 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert, über 900 Anträge wurden eingereicht – nur 13 Anträge von deutschen Hochschulen wurden bewilligt. Von den 171 bewilligten Anträgen werden nur 27 Universitäten mit über einer Millionen Euro gefördert. Hildesheim wurde ausgewählt, da die Universität umfassende Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt nachweisen kann. So läuft in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Schulen seit mehreren Jahren das Projekt Lernku(h)lt, bei dem Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen gemeinsam in Kleingruppen lernen und Lehramtsstudierende wiederum praxisnahe Erfahrungen im Umgang mit Mehrsprachigkeit, Diagnostik und Eltern sammeln.

Um Diskriminierungen von Menschen abzubauen, um eine möglichst chancengerechte Entwicklung aller zu ermöglichen, könne man gerade im Bildungsbereich ansetzen, so die Erziehungswissenschaftlerin. „Die Pädagogik und Bildungspolitik sind aufgerufen, den Bereich Diversity in den Mittelpunkt ihrer Zielsetzung zu stellen.“ Die Folgekosten gescheiterter Biografien seien auf Dauer höher als die Investitionen in eine gute Erziehung und Bildung, sagt Olga Graumann.

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Pressemeldungen Psychologie Sozial- und Organisationspädagogik Erziehungswissenschaft Fachbereich 1
news-8601 Mon, 29 Sep 2014 08:43:00 +0200 Angst und Verunsicherung im Umgang mit Missbrauch / Fachkräfte fortbilden und Kinder stärken https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/angst-und-verunsicherung-im-umgang-mit-missbrauch-fachkraefte-fortbilden-und-kinder-staerken/ Missbrauchsfälle in Internaten, kirchlichen Einrichtungen und in der Kinder- und Jugendarbeit haben die Öffentlichkeit erschüttert. Forscherinnen und Forscher der Uni Hildesheim fordern, das Thema stärker in der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften zu verankern. Niedersachsen hat als erstes Bundesland vor zwei Jahren eine Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs und Diskriminierungen in Schulen eingerichtet. Betroffene müssten vor Ort in regionalen Beratungsstellen schnell ihre Fragen und Sorgen in einem geschützten Rahmen mitteilen können, sagt Professorin Meike Baader. Der Umgang mit sexuellem Missbrauch werde nach wie vor zu wenig in der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften thematisiert,  kritisiert Meike Sophia Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft. Seit 2010 bietet sie an der Universität Hildesheim regelmäßig Lehrveranstaltungen zum Thema an. „Sexualisierte Gewalt war in pädagogischen Einrichtungen bis zum öffentlichen Bekanntwerden von Missbrauchsvorfällen in pädagogischen Institutionen 2010 mit einem Tabu versehen. Derzeit ist es eher mit Angst und Verunsicherung verbunden, wie Forschungsergebnisse zum Umgang von pädagogischen Einrichtungen mit der Thematik zeigen“, sagt Baader.

Einige pädagogische Organisationen und Institutionen übernehmen eine Verantwortung für das Thema. Sie entwickeln Schutzkonzepte, die Verfahrensregeln enthalten, wie Lehr- und andere pädagogische Fachkräfte bei Verdachtsfällen vorgehen, an welche Expertinnen und Experten sie sich wenden, wer vor Ort Ansprechpartner für Betroffene ist und wie und wann das Lehrerkollegium, Fachkräfte, Eltern sowie Mitschüler und Mitschülerinnen informiert werden sollten. Doch ein solches Vorgehen ist bislang kaum flächendeckend der Fall, sagt Professorin Baader.

Ergebnisse aus einer Recherche zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in pädagogischen Einrichtungen zeigen, dass vor allem Schulen sich schwer tun, während das Thema in Kindertageseinrichtungen und Heimen eher angekommen ist. „In den Schulen wird das Thema gerne an die Sozialpädagogik delegiert“, so Baader. Sie hat in der Ethikkommission „Nähe und Distanz in pädagogischen Beziehungen“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft mitgewirkt, die 2010 eingerichtet wurde.

Lehrveranstaltungen, die das Institut für Erziehungswissenschaft an der Hildesheimer Universität zur sexualisierten Gewalt durchführt, werden von Studierenden stark nachgefragt. Mehrere Forschungsarbeiten entstehen. So hat die Studentin Lisa Quasthoff in ihrer erziehungswissenschaftlichen Master-Abschlussarbeit aktuelle Vorfälle in pädagogischen Institutionen und die Bedingungen in zwei Internatsschulen miteinander verglichen. Pauline Karch hat präventive Projekte in Kindertageseinrichtungen untersucht. „Prävention beginnt im Erziehungsalltag. Kinder müssen darin gestärkt werden, Nein zu sagen und lernen, was Geheimnisse und Grenzen sind und wo sie sofort Hilfe erhalten. Ein einmaliges Projekt nur für Kinder reicht nicht, kein Kind kann sich selber schützen. Die Erwachsenen müssen mit ins Boot geholt werden“, sagt Karch. Claudia Bowe-Traeger befasste sich damit, wie die katholischen Kirche mit dem Thema umgeht und Henrike Niedermeyer fragt in ihrer Bachelor-Arbeit nach den Anforderungen an pädagogische Professionalität. Außerdem sind mehrere Promotionen entstanden. Julia Gebrande, inzwischen Professorin an der Hochschule Esslingen, hat ihre Promotion „Handlungskompetenz zur Unterstützung von Kindern mit sexualisierter Gewalterfahrung. Bedarfsanalyse von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen“ abgeschlossen. Christin Sager, Mitarbeiterin in der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft hat eine Dissertation zur „Geschichte der Sexualaufklärung“ verfasst. Derzeit entsteht eine weitere Dissertation zu „Schutzkonzepten und Frühen Hilfen“ von Anne-Kathrin Grebenstein.

Niedersachsen hat als erstes Bundesland vor zwei Jahren (August 2012) eine Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierungen in Schulen eingerichtet, die telefonisch an vier Tagen in der Woche erreichbar ist (www.mk.niedersachsen.de). Die Anrufer, darunter Lehrer, Schüler und Eltern, hatten allgemeine Fragen zu sexuellem Missbrauch, Mobbing, Cybermobbing und Diskriminierung. Meike Baader unterstreicht die Bedeutung von regionalen Beratungsstellen. „Sie können für Betroffene vor Ort schnell und einfach erreichbare Anlaufstellen sein, wo sie ihre Fragen und Sorgen in einem geschützten Rahmen mitteilen können.“

Forschungs- und Handlungsbedarf sieht Baader in der Frage der Betroffenheit von Jungen durch sexualisierte Gewalt, aber auch in der Problematik eines „Generalverdachts“ gegen männliche Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen. Beratungseinrichtungen sind jedoch aufgrund ihrer historischen Entstehung häufig auf die Beratung von Mädchen und Frauen spezialisiert. Während Mädchen in der Familie und im persönlichen Nahraum stärker sexualisierte Gewalt erleiden, sind Jungen in den pädagogischen Einrichtungen stärker betroffen.

Weitere Forscher der Universität Hildesheim arbeiten in diesem Themenfeld, darunter ein Team um den Sozialpädagogen Professor Wolfgang Schröer. Was macht ein sicheres Umfeld aus? Derzeit läuft eine bundesweite Untersuchung: In dem dreijährigen Forschungsprojekt „Ich bin sicher! Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen" befragen Wissenschaftler seit Sommer 2014 Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie Betreuungspersonen bundesweit. In dem Forschungsprojekt stehen die Bedürfnisse und Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Forscher der Universität Hildesheim, der Hochschule Landshut und der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie fragen Jugendliche, was ein sicheres Leben in stationären Erziehungshilfen, Internaten und Kliniken ausmacht, was Einrichtungen hierfür tun können und wie sie ihre aktuelle Situation einschätzen. Von den Betreuungspersonen möchte das Forschungsteam erfahren, welche Voraussetzungen und Hinderungsgründe sie erleben und wie sie im Alltag handeln, um Kindern und Jugendlichen in ihren Einrichtungen ein sicheres Leben zu ermöglichen. „Wir wollen von den Kindern und Jugendlichen erfahren, wie Wohngruppen, Internate und Kliniken beschaffen sein müssen, damit sie sich dort zuhause, wohl und sicher fühlen", sagt Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Mithilfe der Ergebnisse will der Forschungsverbund zur Verbesserung von Schutzkonzepten in pädagogischen Organisationen beitragen. Das Forschungsprojekt wird mit 694.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“ unterstützt.
Der Forschungsverbund erhebt die Daten in Online-Befragungen und Gruppendiskussionen mit Fachkräften, Kindern und Jugendlichen. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie Betreuungspersonen aus stationären Einrichtungen können bis Mitte November 2014 an der Online-Befragung teilnehmen (www.projekt-ichbinsicher.de). Die Daten im Online-Fragebogen werden anonym erhoben.

Konferenz „Entgrenzung“

40 Fachleute unter anderem aus den USA, Dänemark, Tschechien, Großbritannien und Deutschland tagen vom 29. September bis 1. Oktober 2014 an der Universität Hildesheim. Auf der internationalen Tagung „Zwischen notwendiger Enttabuisierung und problematischer Entgrenzung. Sexuelle Revolution und Kindheit im historischen Kontext der 1970/80er" geht es um historische Perspektiven, Recht, Politik und Medien, Kindheit, Sexualität und Erziehung; um Politik-, Erziehungs- und Zeitgeschichte. Veranstaltet wird die Konferenz von Forschern der Universitäten Hildesheim, Trier und Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin bei Fragen ist Meike Sophia Baader, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Hildesheimer Universität. Die dreitägige Konferenz richtet sich an Fachleute und ist nicht öffentlich. Kooperationspartner ist das Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung.

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-8736 Thu, 28 Aug 2014 17:35:00 +0200 Über Ländergrenzen hinweg aufwachsen und arbeiten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ueber-laendergrenzen-hinweg-aufwachsen-und-arbeiten/ Wie Jugendliche, Paare, Erwachsene und ältere Menschen über Ländergrenzen hinweg aufwachsen, leben und arbeiten – damit befasst sich das DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ an den Universitäten Hildesheim und Mainz. Nun starten elf weitere Promovierende. Wie Jugendliche, Paare, Erwachsene und ältere Menschen über Ländergrenzen hinweg aufwachsen, leben und arbeiten – damit befassen sich Forscherinnen und Forscher an den Universitäten Hildesheim und Mainz. Im DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ untersuchen sie seit 2008, wie über nationalstaatliche Grenzen hinweg soziale Hilfe geleistet wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt die Forschung am Standort Hildesheim bis 2017 mit insgesamt 2,57 Millionen Euro. Für den Zeitraum der nächsten drei Jahre wurden nun elf neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgenommen, die an ihren Promotionen arbeiten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten monatlich 1.303 Euro und werden auf dem Weg zur Promotion von Expertinnen und Experten begleitet.

Der Forschungsnachwuchs untersucht zum Beispiel transnationale Beziehungen von Paaren, Flüchtlinge als Studierende, wie Berufsabschlüsse in der Einwanderungsgesellschaft anerkannt werden und das Bild von Afrika in der Entwicklungszusammenarbeit. Am Standort Hildesheim starten diese Promovierenden: Agnetha Bartels beschäftigt sich mit Begegnungen von Menschen in privaten Räumen in Lateinamerika, die über das Netzwerk „Couchsurfing“ hergestellt werden und untersucht diese neue Form des Reisens im 21. Jahrhundert. Alia Herz-Jakoby untersucht, wie in Bildmaterialien transnationaler Organisationen „Afrika“ und „Entwicklung“ hergestellt werden und welche Motive dabei den visuellen Diskurs prägen. Sonja Klaus analysiert die Biographien von Studierenden und den Weg „vom Flüchtlingslager an die Uni“. Dabei befasst sie sich mit der Lage von in Not geratenen ausländischen Studierenden in Deutschland und welche Unterstützung sie erhalten, um das Studium erfolgreich zu bewältigen. Fanny Petermann möchte in ihrer Arbeit den Diskurs in der Bundesrepublik Deutschland über Krankheit in afrikanischen Ländern erfassen. Sie interviewt Personen, die in transnationalen Interventionen beteiligt sind.

Heiraten über Ländergrenzen hinweg: Wie informelle soziale Unterstützung im Kontext von Heiratsmigration erfolgt, möchte Maria Schube herausfinden. Sie untersucht dafür die Situation von Paaren mit türkischem Hintergrund. Stefanie Visel untersucht, wie Berufserfahrungen und Kompetenzen über Grenzen hinweg in den Feldern der Pflege- und Gesundheitsberufe anerkannt werden. Dafür befragt sie Personen in Behörden, Beratungsstellen und Bildungseinrichtungen.

Bisher arbeiten rund 50 Kollegiatinnen und Kollegiaten im DFG-Graduiertenkolleg an ihren Dissertationen. Aus dem Kolleg ist die Zeitschrift „Transnational Social Review – A Social Work Journal“ (Routledge Verlag) hervorgegangen. Das Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung” ist an der Stiftung Universität Hildesheim am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Institut für Erziehungswissenschaft angesiedelt. Sprecher sind Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Cornelia Schweppe. In Zukunft werden an der Universität Hildesheim auch Prof. Dr. Gunther Graßhoff und Prof. Dr. Inga Truschkat die Kollegiaten in ihrem Promotionsprozess begleiten.

Konferenz

Auf der Konferenz „Transborder – Transnation – Transformation. Perspectives on Social Support” stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus den USA, Canada und europäischen Ländern aktuelle Forschungsergebnisse vor. Es geht um Biographien, die Rolle von Internet und Religion und Bildung; um geschlossene Räume etwa in Flüchtlingslagern; um Formen von Mobilität und den Umgang mit Druck. Carolin Oppermann spricht etwa im Vortrag „Wanna go Clubbing?“ über den Alltag in Seniorenclubs in südostasiatischen Megacities, Gavaza Maluleke analysierte den Alltag von afrikanischen Migrantinnen in Europa, Annett Bochmann befasst sich mit räumlichen und zeitlichen Orientierungen von Menschen in Flüchtlingslagern, die vorläufig sein sollten doch meist über lange Zeiträume bestehen. Soon Won Jung stellt Biographien von südkoreanischen Krankenschwestern in Deutschland vor, Thusinta Somalingam analysiert die Arbeit von tamilischen Bildungsorganisationen. Alice Altissimo und Rajalakshmi Kanagavel zeigen, welche Rolle das Internet in Migrationsprozessen spielt und wie sich Studierende über Ländergrenzen hinweg vernetzen. Die Konferenz findet vom 22. bis 23. September 2014 in Mainz statt (zum Programm und zur Anmeldung).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-8714 Fri, 15 Aug 2014 15:14:00 +0200 Pflegen, putzen, pendeln: Lebenslagen von Hausangestellten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/pflegen-putzen-pendeln-lebenslagen-von-hausangestellten/ Im September 2014 tritt in Deutschland das Übereinkommen „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Kraft. Professorin Kirsten Scheiwe befasst sich in der Forschung mit den Rechten und Arbeitsbedingungen von Hausangestellten. Sie fordert einen aktiven Einsatz der Politik, sich für die Einhaltung der Rechte zu bemühen. Hausangestellte sollten stärker über ihre Rechte aufgeklärt werden. Sie pflegen alte Menschen, betreuen Kinder, sie bügeln, putzen, führen den Haushalt und hegen den Garten. Die Mehrheit der Beschäftigten in Privathaushalten sind Frauen, viele davon Migrantinnen. Sie arbeiten überwiegend stundenweise, meist unangemeldet oder sind geringfügig beschäftigt, haben ungeregelte Arbeitszeiten und niedrige Löhne. Manche leben als „Live-ins" sieben Tage die Woche, 24 Stunden täglich im Haushalt. Einige pendeln zwischen Heimat- und Einsatzland in mehrmonatigen Abständen hin und her. Viele haben oft überlange Arbeits- und Bereitschaftszeiten. Vor allem Migrantinnen können sich gegen Rechtsverletzungen im Privathaushalt kaum wehren, wenn etwa der Lohn vorenthalten, Freizeiten nicht eingehalten oder Kündigungen nicht möglich sind. Studien zeigen, dass sich auch die Arbeitgeber von Hausangestellten oftmals mit ihren Pflichten überfordert fühlen oder sie betrachten Hausangestellte nicht als Arbeitnehmerinnen mit Rechten.

Die Arbeitsgruppe care@work um Kirsten Scheiwe, Professorin für Recht sozialer Dienstleistungen an der Universität Hildesheim, untersucht die Rechtsfragen der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen von Hausangestellten und wie sich die Regulierung des „Arbeitsplatzes Privathaushalt“ historisch entwickelt hat.

Zum ersten Mal in der Geschichte der ILO sollen mit dem Übereinkommen 189 auch Beschäftigte aus einem weltweit überwiegend informell organisierten Bereich – dem Privathaushalt – durch ein rechtsverbindliches Übereinkommen geschützt werden. Das Dokument definiert Haushaltsarbeit sehr breit als Arbeit, „die in einem oder für einen Haushalt ausgeübt wird“ (Art. 1). Auch Migrantinnen „ohne Papiere“ oder mit irregulärem Aufenthaltsstatus sind eingeschlossen. „Das Übereinkommen umfasst grundlegende Rechte von Hausangestellten, Menschenrechte, Schutz vor Missbrauch, Belästigung und Gewalt. Es betont, dass Hausangestellten als Arbeitnehmerinnen dieselben Rechte wie allen anderen Beschäftigten zustehen – hinsichtlich Entlohnung, Arbeitszeit und sozialer Sicherheit“, sagt Kirsten Scheiwe. Sie ist Mitinitiatorin eines gemeinsamen Aufrufs von über 50 Wissenschaftlern „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“.

Jeder Mitgliedstaat muss Maßnahmen ergreifen, „um den wirksamen Schutz der Menschenrechte aller Hausangestellten wie in diesem Übereinkommen festgelegt sicherzustellen“. „Die Bundesebene ist aufgefordert, sich aktiv für die Einhaltung der Rechte einzusetzen“, sagt Kirsten Scheiwe. Bestehende Rechte von Hausangestellten – vor allem von migrantischen Pflegekräften – werden in Deutschland häufig nicht eingehalten. Scheiwe nennt das „Recht auf dem Papier, aber nicht gelebtes Recht". Im Alltag werden bestehende Rechte oft ignoriert. So werden etwa in der „24-Stunden-Pflege“ Arbeitszeitbestimmungen und Arbeitsschutzrechte der Beschäftigten meist verletzt. „Das sind oft unmögliche Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Eigentlich benötigt man für die 24-Stunden-Pflege drei Arbeitskräfte, da auch Bereitschaftszeiten als Arbeitszeit gelten. Pflegekräfte, die als ‚Live-ins‘ allein stark pflegebedürftige Personen pflegen, sind überfordert“, sagt Scheiwe. Das ILO-Übereinkommen 189 formuliert klar auch für diese „Live-ins“ Mindestanforderungen an den Schutz der Privatsphäre und Freizeit. „Für Migrantinnen, die in Privathaushalten arbeiten, soll sichergestellt werden, dass sie vor ihrer Einreise in das Aufnahmeland ein schriftliches Angebot oder einen schriftlichen Vertrag erhalten, der die wesentlichen Arbeitsbedingungen enthält“, sagt Professorin Scheiwe.

Welche Maßnahmen sollte die Bundesrepublik ergreifen? Die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen schlagen vor, die Formulierung der Ausnahmeregelung in § 18 Arbeitszeitgesetz zu überprüfen und zu ändern. „Irrtümlich nehmen viele Menschen an, dass Live-ins in Privathaushalten grundsätzlich nicht unter das Arbeitszeitgesetz fallen“, sagt Kirsten Scheiwe. Außerdem fordern die Forscherinnen „Bemühungen, sozialversicherungspflichtige und existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse in und für Privathaushalte einzurichten“. Geringfügige Beschäftigung über Minijobs ist zwar ein Weg aus der Schwarzarbeit in Privathaushalten, aber in anderer Hinsicht höchst problematisch – Minijobs öffnen keinen eigenen Zugang zur Krankenversicherung und meist nur unzureichenden Rentenversicherungsschutz. Beschäftigungsverhältnisse von wenigen Stunden in mehreren Haushalten könnten über Dienstleistungsagenturen gebündelt werden, damit ein regulär sozialversicherter Teilzeit- oder Vollzeitarbeitsplatz entsteht.

Um  Hausangestellte über ihre Rechte aufzuklären empfiehlt die Forschungsgruppe, Anlaufstellen zur Beratung, Information und zur Unterstützung bei der Rechtsdurchsetzung zu fördern. „Vor allem in ländlichen Gebieten wäre eine mobile, flexible Beratung der Betreuungskräfte notwendig, da diese teilweise sehr isoliert leben und arbeiten“, sagt Stefanie Visel vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim. Es sollte ein Rechtshilfefond eingerichtet werden, aus dem Musterprozesse von Hausangestellten unterstützt werden. Bisher gibt es kaum Klagen. Eine Verbandsklage von Interessenorganisationen, wie es etwa im Umwelt- und Verbraucherrecht möglich ist, wäre eine sinnvolle Stärkung der kollektiven Interessenvertretung von Hausangestellten. „Live-ins sind zwar eine kleine Gruppe unter den Hausangestellten im Vergleich zu den zahllosen Reinigungskräften und Minijobbern, die landauf, landab in den privaten vier Wänden arbeiten. Rechtsverletzungen, geringe Entlohnung und prekäre Arbeitsbedingungen sind jedoch für beide Gruppen meist Alltag – das ist nicht akzeptabel. Das Abkommen 189 ‚Menschwürdige Arbeit für Hausangestellte‘, das am 1. September 2014 in Deutschland in Kraft tritt, ist ein Signal, daran etwas zu ändern“, sagt Kirsten Scheiwe.

Forschung zur Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt, Sorgearbeit und Pflege, Anerkennung und Recht

Damit befassen sich Projekte des Forschungsclusters care@work:

  • Das Team um Prof. Kirsten Scheiwe hat sich im Forschungsprojekt „Die Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt“, finanziert von der Thyssen Stiftung mit der historischen Entwicklung der Ungleichbehandlung von Arbeit im Privathaushalt im Vergleich zu anderen Arbeitsbereichen beschäftigt. Die Publikation „(K)Eine Arbeit wie jede andere – Die Regulierung von Arbeit im Privathaushalt“ erscheint im September beim De Gruyter Verlag.
  • Johanna Krawietz befasst sich in ihrer Forschung vor allem mit der häuslichen Pflege von Älteren: Sie hat untersucht, wie osteuropäische Pflegekräfte – über Agenturen nach Deutschland vermittelt – die Versorgung Pflegebedürftiger übernehmen. Anhand einer Fallanalyse hat sie die Verbreitung, die rechtliche Legitimation und pflegerischen Leitbilder der Vermittlungsagenturen analysiert.
  • Im abgeschlossenen Forschungsprojekt „Grenzüberschreitende Pflegeversorgung im Dienstleistungsmix“, finanziert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, beschäftigten sich Johanna Krawietz und Stefanie Visel mit Prozessen der Transnationalisierung und Formalisierung häuslicher und institutioneller Pflege, die von Migrantinnen und Migranten geleistet wird.
  • Gerade erschienen ist die Publikation „Prekarisierung transnationaler Care-Arbeit: Ambivalente Anerkennung“ von Johanna Krawietz und Stefanie Visel. Dass Migranten und Migrantinnen Betreuungs-, Pflege- und Haushaltsarbeit übernehmen, ist in vielen Ländern längst Alltag geworden. Auch Institutionen und etablierte Soziale Dienste fördern diese transnationalen Arbeitsverhältnisse, bereiten etwa Pflegekräfte in Sprach- und Qualifizierungskursen im Heimatland auf ihre Arbeit in Privathaushalten vor. Zwischen Ländern werden bilaterale Abkommen geschlossen, um Pflegepersonal anzuwerben.

Gemeinsamer Aufruf von über 50 Wissenschaftlern: „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ (27.08.2014, PDF)

ILO-Übereinkommen 189 „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ (Domestic Workers Convention)

Medienkontakt: Interessierte Redaktionen erreichen die Forscherinnen über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-8710 Wed, 13 Aug 2014 11:30:00 +0200 Wege in die Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wege-in-die-wissenschaft/ Eine Studie der Universität Hildesheim zeigt: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in der Postdoc-Phase, also der Zeit nach der Promotion, überwiegend unspezifisch und unverbindlich gefördert. Diese Phase sei „ein Nadelöhr für den weiteren wissenschaftlichen Karriereverlauf“, sagt Svea Korff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland". Wie Wissenschaftsorganisationen „Postdocs“ in ihrer beruflichen und wissenschaftlichen Laufbahn nach der abgeschlossenen Promotion unterstützen, das untersucht eine Hildesheimer Forschergruppe derzeit in einer Studie. Sie haben bundesweit und fächerübergreifend Frauen und Männer (Online-Befragung: 539 Personen, qualitativ: 66 Personen) in der Zeit nach der Promotion – der Postdoc-Phase – befragt. Zudem wurden in einer repräsentativen Stichprobe 365 Internetseiten deutscher Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen analysiert. Was bietet das jeweilige Förderprogramm an, etwa Information, Vernetzung, Finanzierung und Mentoring? Welche Hürden müssen die Postdocs überwinden, um am Programm teilzunehmen? Wer wird angesprochen?

„Wir haben untersucht, inwieweit die Förderprogramme Geschlecht thematisieren, die Postdoc-Phase ist ein Nadelöhr für den weiteren wissenschaftlichen Karriereverlauf. Wir haben die Internetseiten etwa nach Stichworten wie 'Postdoc', 'wissenschaftlicher Nachwuchs', 'Gender' und 'Diversity' unter Menüpunkten wie 'Forschung', 'Personal', 'Weiterbildung', 'Gleichstellungsbüro', durchforstet und außerdem über Google gesucht“, sagt Svea Korff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland“. Das Bundesforschungsministerium und die EU fördern das Projekt. Ergebnisse sollen auf einer Abschlusskonferenz im Februar 2015 vorgestellt werden.

Bislang lagen nur Einzeluntersuchungen vor, ein Gesamtüberblick zur Förderlandschaft fehlte hingegen. Die Forscherinnen und Forscher der Arbeitsgruppe „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim haben bereits in einem Vorgängerprojekt bundesweit den Weg zum Doktorgrad in strukturierten Promotionsprogrammen an deutschen Hochschulen erfasst. Dabei wurde ein Evaluationsinstrument entwickelt, mit dem Promotionsprogramme ihr „Gender und Diversity“-Profil analysieren können und so reflektieren können, was sie für „Chancengleichheit“ tun.

Erste Ergebnisse der Postdoc-Studie zeigen nun: Angebote für Postdocs gibt es an nahezu allen untersuchten Universitäten (37 Universitäten an denen 247 Förderprogramme identifiziert werden konnten) und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (4 externe Forschungseinrichtungen mit insgesamt 19 Förderprogrammen). An den Fachhochschulen fanden die Forscher nur in knapp 9 Prozent der Fälle (9 Fachhochschulen mit 19 Förderprogrammen) Angebote für Postdocs. Die untersuchten Universitäten fördern Postdocs meist in Form von Informationen (55,1 Prozent) und finanzieller Unterstützung (36,4 Prozent).

Knapp zwei Drittel (65,5 Prozent) der Programme sind zielgruppenunspezifisch und richten sich an alle interessierten Postdocs, ganz unabhängig von deren Geschlecht oder anderen kategorisierenden Merkmalen. Ein Viertel der untersuchten Förderprogramme (26,5 Prozent) richten sich explizit an Wissenschaftlerinnen. Kein Programm in der Stichprobe ist ausschließlich für Männer als Zielgruppe ausgeschrieben. 8 Prozent der Förderprogramme richten ihren Fokus ausdrücklich auf Diversity und sprechen vor allem ausländische Postdocs an.

„Bei der Postdoc-Phase handelt es sich überwiegend um einen Karriereweg, bei dem Eigeninitiative gefordert ist, um sich gezielt Informationen und finanzielle Unterstützung zu beschaffen“, sagt Svea Korff. Dabei macht die Studie vier Typen von Förderprogrammen aus: Neben Informationen und Finanzierungsmaßnahmen (Typus „Search“ und „Cash“) fand das Forschungsteam zwei weitere Formen, um Karrierewege in der Postdoc-Phase zu unterstützen: Kurzfristig angelegte Qualifizierungs- und Beratungsangebote (Typus „Flow“), die sich vor allem an ausländische Postdocs richten, und eher längerfristig angelegte Mentoring-Programme, welche vor allem Frauen fördern und in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten auf dem Weg zu einer Professur „wachsen lassen“ sollen (Typus „Grow“).

Wissenschaftseinrichtungen sollten nachvollziehbar erklären, für wen ihre Programme bestimmt sind und was sie anbieten. Schließlich sind sie öffentlich im Internet zugänglich und mögliche Adressaten müssen die Angebote finden können, sagt Svea Korff.

Um den Aufstieg von Frauen – von der Promotion bis zur Professur – zu fördern, setzen der Bund, Länder und Hochschulen Förderprogramme ein. Deutschland ist im europäischen Vergleich eines der Länder mit den wenigsten Professorinnen, zahlreiche Frauen verlassen die akademische Laufbahn bevor sie eine Professur in Aussicht haben. Bisher wurden vor allem erfolgreiche Promotionen und Karrieren derer untersucht, die dem Wissenschaftssystem erhalten bleiben. Die Hildesheimer Forschergruppe befragt derzeit in Gruppen- und Telefoninterviews Postdocs. Dabei gehen sie der Frage nach, wie ihre berufliche und persönliche Entwicklung verläuft, welche Anreize sie motivieren im Hochschulsystem zu arbeiten und wo auch Gründe für den Ausstieg aus der Wissenschaft liegen. Erste Auswertungen zeigen, dass die Postdoc-Phase kaum eine gesicherte berufliche Laufbahnperspektive bietet: In ihr spitzt sich der Wettbewerb in der Wissensgesellschaft derart zu, dass er für viele sehr gut qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unattraktiv wird, da sie ihre Potenziale nicht entfalten können, sondern aufgerieben werden. Zudem bietet das deutsche Wissenschaftssystem zu wenige Karriereoptionen jenseits der Professur, was auch in einer Erklärung des Wissenschaftsrates vom Juli 2014 moniert wird.

Abschlusskonferenz

Auf dem Abschlusssymposium „Chancengleichheit in der Postdoc-Phase in Deutschland – Gender und Diversity“ am 26. und 27. Februar 2015 an der Universität Hildesheim werden erstmals umfassend Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vorgestellt. Eine verbindliche Anmeldung ist via E-Mail möglich (chance@uni-hildesheim.de). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, weitere Informationen online.  Auf der Konferenz sollen Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Postdoc-Phase in Deutschland erarbeitet werden. Die Veranstaltung richtet sich an Postdocs und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Postdoc-Phase im Wesentlichen mitgestalten, etwa in der Nachwuchsförderung, Gleichstellung und Personalentwicklung in Wissenschaftsorganisationen. Interessierte können sich an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ wenden (Svea Korff, E-Mail: chance@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121.883-11750).

Lesetipp / Details zu den Forschungsergebnissen:

„Nachwuchs im Netz: Eine Untersuchung der Genderrelevanz von Förderprogrammen für Postdocs“, Daniela Böhringer, Julia Gundlach, Svea Korff (erschienen in: Beiträge zur Hochschulforschung, 36. Jahrgang, 3/2014)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-8543 Mon, 14 Jul 2014 08:40:00 +0200 Weichen stellen: Entscheidungsstress https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/weichen-stellen-entscheidungsstress/ Loslassen oder auf Nummer sicher gehen? Viele Eltern haben in den letzten Wochen ihre Kinder bei der Studienwahl unterstützt. Das spüren auch Studienberater in ihrem Arbeitsalltag an der Universität. Eine Entscheidung abnehmen, sollten Eltern nicht, sagt Studienberater Martin Scholz im Interview. Unsicherheit bei der ersten Entscheidung, wo es persönlich und beruflich hingehen soll, ist ganz normal. Es gibt ein großes „Drücken und Drängen" von außen, etwa durch Entwicklungen wie kürzere Schulzeit und Anforderungen von Eltern. Herr Scholz, setzen sich eigentlich viele Jugendliche erst kurz vor dem Stichtag – der Bewerbungsfrist am 15. Juli – mit der Studien- und Berufswahl auseinander? Was erleben Sie im Beratungsalltag?

Der überwiegende Teil der Studieninteressierten befasst sich ab dem Frühjahr konkreter mit der Studienwahl. Viele sind zwar fest entschlossen, dass sie studieren wollen und oft steht auch die grobe Richtung fest, aber welchen konkreten Studiengang sie wählen, entscheiden sie häufig erst zum Zeitpunkt der Bewerbung. Das führt bei einigen zu Entscheidungsstress. Wir wünschen uns eine frühzeitige und profunde Beschäftigung mit diesen weichenstellenden Entscheidungen – gleichwohl ist es verständlich, dass bei Schülerinnen und Schülern im letzten Schuljahr die Zeit von Klausuren und dem Abitur dominiert ist. Umso schwieriger ist es für alle Beteiligten, wenn sich diese Zeit dann bis weit in die Bewerbungsphase hinein ausdehnt, wie in diesem Jahr hier in Niedersachsen.

Kommt es häufiger vor, dass Eltern in den Beratungsprozess „reinreden", in der Studienberatung anrufen? Und was raten Sie – eher loslassen, eher reingrätschen und auf Nummer sicher gehen?

Eltern sollten ihre Kinder stärken und unterstützen, ohne sie dabei zu dominieren. Die angehenden Studierenden müssen die Entscheidung selbst treffen, sicher sind sie dankbar für „mentale“ Begleitung, aber eben nicht für übertragene „elternrelvante" Entscheidungskriterien. Gespräche mit Studieninteressierten wie Eltern im Beratungsalltag zeigen: Bei ihnen besteht mindestens der Wunsch, dass die Studienentscheidung auch in der Familie harmonisch aufgenommen wird und Unterstützung findet. Die Unsicherheit bei der ersten autonomen Bildungsentscheidung ist ganz normal. Unterstützung ist daher gut und notwendig, aber bitte keine Entscheidung abnehmen, das führt selten zum Erfolg.

Sie haben gemeinsam mit Studierenden das Anker-Peers-Programm aufgebaut. Die für die Beratung geschulten Studierenden gehen in Jugendzentren, Schulen und Stadtteile, um über den Uni-Alltag zu berichten (erste Bilanz). Dabei wollen sie auch Schüler erreichen, die als erste in ihrer Familie den Weg zur Universität einschlagen. Wie sind da die Erfahrungen, erreichen Sie Jugendliche zu einem Zeitpunkt, zu dem die Studien- und Berufswahl noch stattfinden kann?

Ja, unbedingt, dies ist ja gerade der Kern unseres Angebotes. Die Anker-Peers erreichen junge Menschen in der Zeit deutlich vor der Studienentscheidung. Sie stellen einen ersten sehr niederschwelligen Kontakt her und wollen potentielle Ratsuchende an die Universität mit all ihren beratenden und unterstützenden Institutionen heranführen, die von außen nicht immer eindeutig sichtbar sind. Dazu haben wir Studierende höherer Semester in beratungsrelevanten Kompetenzen geschult und einen theaterpädagogischen Workshop entwickelt. Im Workshop kommen sie in lockerer Atmosphäre mit den jungen Leuten ins Gespräch, etwa über die Motivation zum Studium. Dabei sprechen sie alle Studieninteressierten an, also auch diejenigen, die bislang nicht auf dem Weg zum Abitur waren oder für die das Studium nie eine Option war, ganz gleich welche Schullaufbahn sie bislang durchlaufen haben. Die Anker-Peers sind mit ihrem Workshop und Vortragsangebot in unterschiedlichen Schulformen unterwegs, bieten Veranstaltungen auch abseits der üblichen Lernorte an, wie im zum Beispiel im Berufsinformationszentrum und in Freizeitheimen. Und sie sind in der Uni direkt erreichbar, haben einen eigenen Beratungsraum am Hauptcampus. Das Beratungsangebot profitiert von der Nähe der Studierenden zu den Ratsuchenden, etwa was das Alter oder Bildungsbiografien betrifft.

Mit der Öffnung der Hochschulen sollen weitere Personen erreicht werden, etwa Menschen ohne Abitur, mit Meister – wie sind Ihre Erfahrungen? Tauchen viele Fragen in der Studienberatung auf?

Das ist ja eine extrem heterogene Zielgruppe und der Bedarf an Information und individueller Beratung ist enorm. So haben zum Beispiel Meister schon seit langer Zeit eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – wie das im Amtsdeutsch heißt. Die Öffnung der Universitäten und Hochschulen in wesentlich weitreichenderem Maße, zum Beispiel über berufliche Vorbildung, besteht erst seit Sommer 2010.

Es kommen seitdem viele Menschen zu uns, die erfahren haben, dass man auch ohne Abitur und nur auf der Basis von Berufsausbildung und Erfahrung studieren kann und jetzt Unterstützung benötigen, um ihre „Studienidee" zu konkretisieren und in den „Realitätscheck" zu gehen. Die Gespräche drehen sich dann um grundlegende Fragen nach Studienmotivation, Zieldefinition (Was will ich mit einem Studium erreichen?). Es geht häufig um die Hochschulzugangsberechtigung, die Studienform – Teilzeit oder Vollzeitstudium – und Finanzierungsmöglichkeiten. Eine weitere Gruppe sind Menschen, mit einem Studienabschluss eine neue Qualifikationsstufe oder gleich ein neues Berufsfeld erschließen wollen. In der Beratung geht es zum Beispiel um die Anforderungen des Studiums und  Veränderungen im Alltag: Wie hoch ist der Arbeitsaufwand? Wie kriege ich Job, auch Familie und Studium unter einen Hut? Schaffe ich das überhaupt und was ist, wenn nicht? Viele Menschen sorgen sich aufgrund der zusätzlichen Belastungen. Andere hingegen geben zu Gunsten der Studienaufnahme eine relativ sichere berufliche Existenz auf oder schränken sie massiv ein, für sie ist das Studium eine Art „Bildungsinvestition mit Renditeerwartung".

Versuche, hier eine Zielgruppe zu definieren und für diese gemeinsame Informationen auf Landesebene zentralisiert anzubieten, funktionieren nicht. Weshalb diese Studieninteressierten mit ihren individuellen Belangen sich direkt an die jeweiligen Hochschulen wenden, und das ist aufgrund der Unterschiede auch gut so. Vielen ist ein gutes Stück geholfen, wenn die „Blackbox" Universität erfahrbar wird. Dafür haben wir verschiedene Angebote entwickelt, wie die Infotage „Abi! ...und dann?" – die wir übrigens umbenennen werden, da sich viele Studieninteressierte, die ohne Abitur an die Uni kommen, aufgrund des Titels gar nicht angesprochen fühlen. Oder das Schnupperstudium zum Ausprobieren, wir nennen es „Studium Live". Unsere Anker-Peers sind schnell und unkompliziert ansprechbar und können aus erster Hand vom Studienalltag und den Anforderungen berichten. Wir haben grundlegende Informationen umfassend aufbereitet, auch im Web. Besteht erst mal Klarheit über die eigene Bildungsbiographie und wie diese mit Blick auf den Hochschulzugang bewertet ist, wird die Informationsrecherche wesentlich einfacher und man kann die folgenden Beratungsgespräche zielgerichtet führen.

Was häufig auffällt: Die Ratsuchenden weisen zumeist ein sehr hohes Maß an Motivation und Zielstrebigkeit auf, was auf dem Weg zu einem erfolgreichen Studium durchaus hilfreich sein kann.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen ZSB Anker Peers Sozial- und Organisationspädagogik
news-8624 Wed, 09 Jul 2014 14:15:00 +0200 "Helfer werden erst gerufen, wenn´s schon brennt" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/helfer-werd/ Uni-Professorin Melanie Fabla-Lamla im HAZ-Interview über Vertrauen und Teamarbeit in Schulen Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Inklusion Lehrerbildung Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Sozial- und Organisationspädagogik news-8622 Tue, 08 Jul 2014 14:08:00 +0200 Bitte mehr davon! https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/bitte-mehr-d/ Thelma von Freymann legt Erzählungen vor Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik news-8528 Mon, 30 Jun 2014 12:03:00 +0200 Plattform Inklusion https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/plattform-inklusion/ Wer im pädagogischen Alltag, ob an Schulen, in Jugendzentren und Stadtteilen, in der Kinder- und Jugendhilfe oder im Übergang von der Schule zum Beruf inklusiv arbeiten soll, sollte auch in der Ausbildung, Forschung und Fortbildung eine „inklusionssensible Universität erleben“ und die Möglichkeit haben, sich das notwendige Wissen anzueignen. Deshalb gibt es an der Universität Hildesheim seit Kurzem eine Plattform Inklusion. Die Universität Hildesheim macht sich auf dem Weg zur „inklusionssensiblen Hochschule“. Dazu gehört, ein entsprechendes Lehrangebot zu entwickeln und in den pädagogischen Studiengängen curricular zu verankern. Zum anderen geht es um die Entwicklung der Universität als inklusive Organisation, die sich auf Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Verschiedenheit einstellt und Benachteiligungen reflektiert und abbaut. Schließlich können die Hintergründe von Benachteiligungen sehr vielfältig sein, zum Beispiel Verpflichtungen zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen oder eigenen Kindern, die Notwendigkeit zur eigenen Existenzsicherung durch Zuverdienst, psychische Erkrankungen, Sinnesbeeinträchtigungen wie Hör- und Sehschädigungen, Legasthenien.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, entstand unter dem Label „Zukunft Inklusion – ZInk“ die interdisziplinär arbeitende „Plattform Inklusion“. Diese Plattform hat derzeit die Aufgabe, Strukturen für eine inklusionssensible Universität Hildesheim zu entwickeln. Darüber hinaus bietet die Universität ab dem Wintersemester 2014/15 themenbezogene Werkstätten für Studierende und Lehrende an. Dabei geht es zunächst um das Themenfeld „Mitbestimmung“ an der Universität sowie um „regionale Vernetzung“ in Stadt und Landkreis Hildesheim. Denn nicht nur die Universität, auch die Region befindet sich mitten im Prozess, inklusive Strukturen etwa an Schulen zu gestalten – hier kann sich die Universität einbringen und auch die Region als praktisches Feld zusammen mit Studierenden erschließen.

Am Dienstag, 1. Juli 2014, startet die Plattform mit einem Runden Tisch. Für Lehrende der Universität Hildesheim besteht die Gelegenheit, sich auszutauschen. Professorin Annedore Prengel spricht in einem Impulsvortrag zum Thema „Inklusive Pädagogik: historisch-systematische Grundlagen, empirisch fundierte Erfahrungen und Desiderate der Forschung“. Die Wissenschaftlerin befasst sich seit geraumer Zeit mit inklusiver Pädagogik und ist Autorin der „Pädagogik der Vielfalt“.

Bei Fragen zur „Plattform Inklusion“ können sich Studierende und Lehrende an die Erziehungswissenschaftlerin Anna Moldenhauer (anna.moldenhauer@uni-hildesheim.de) und den Sozialpädagogen Andreas Oehme: andreas.oehme@uni-hildesheim.de) wenden.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4
news-8520 Fri, 20 Jun 2014 10:55:00 +0200 Niedersachsen fördert Projekte der Uni https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/niedersachse-1/ Inklusion für die Schulsozialarbeit von Prof. Fabel-Lamla / Fallarbeit und Fallperspektiven von Peter Cloos Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Grundschuldidaktik und Sachunterricht Erziehungswissenschaft news-8463 Thu, 19 Jun 2014 14:05:00 +0200 INFORMATIONSVERANSTALTUNG am 30. Juni zur staatlichen Anerkennung B.A. https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/informations-5/ Samelsonplatz Raum A 9 16-17 Uhr: Veranstaltung für alle Interessierte, die ein Berufspraktikum ab Oktober 2014 anstreben

17-18 Uhr: Veranstaltung für alle, die sich bereits in einem Berufspraktikum befinden oder es bis Oktober 2014 antreten

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-8402 Wed, 11 Jun 2014 11:11:00 +0200 Ich bin sicher! Online-Befragung startet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ich-bin-sicher-online-befragung-startet/ Missbrauchsfälle in Internaten, kirchlichen Einrichtungen und in der Kinder- und Jugendarbeit haben die Öffentlichkeit erschüttert. Umso größer ist das Bewusstsein dafür geworden, wie wichtig es ist, für ein sicheres Umfeld in pädagogischen Institutionen zu sorgen. Was macht ein sicheres Umfeld aus – Forscher der Uni Hildesheim, der Hochschule Landshut und des Universitätsklinikums Ulm starten eine Online-Befragung. An der Studie können 14- bis 18-Jährige sowie Betreuungspersonen mitwirken. In dem dreijährigen Forschungsprojekt „Ich bin sicher! Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen" werden ab Juni 2014 Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie Betreuungspersonen bundesweit befragt. Die Forscherinnen und Forscher erfassen, wie diese Sicherheit vor sexualisierter Gewalt in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Internaten, Kliniken und Kurkliniken wahrnehmen. Denn Schutzkonzepte werden bisher größtenteils organisationspolitisch sowie hierarchisch entwickelt. In dem Forschungsprojekt stehen nun die Bedürfnisse und Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt.

Die Forscher fragen Jugendliche, was ein sicheres Leben in stationären Erziehungshilfen, Internaten und Kliniken ausmacht, was Einrichtungen hierfür tun können und wie sie ihre aktuelle Situation einschätzen. Von den Betreuungspersonen möchte das Forschungsteam erfahren, welche Voraussetzungen und Hinderungsgründe sie erleben und wie sie im Alltag handeln, um Kindern und Jugendlichen in ihren Einrichtungen ein sicheres Leben zu ermöglichen.

„Wir wollen von den Kindern und Jugendlichen erfahren, wie Wohngruppen, Internate und Kliniken beschaffen sein müssen, damit sie sich dort zuhause, wohl und sicher fühlen", sagt Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Mithilfe der Ergebnisse will der Forschungsverbund zur Verbesserung von Schutzkonzepten in pädagogischen Organisationen beitragen. Das Forschungsprojekt wird mit 694.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“ unterstützt. An dem Forschungsprojekt wirken die Uni Hildesheim, die Hochschule Landshut und die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie mit.

Zur Erhebung der Daten werden Online-Befragungen und Gruppendiskussionen mit Fachkräften, Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Ab Juni 2014 können Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie Betreuungspersonen aus stationären Einrichtungen an der Online-Befragung teilnehmen (www.projekt-ichbinsicher.de). Die Daten im Online-Fragebogen werden anonym erhoben.

Die Forscher um Prof. Dr. Wolfgang Schröer vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Hildesheimer Universität untersuchen in einem weiteren Projekt mit der Universität Kassel und der Hochschule Landshut sexualisierte Gewaltverhältnisse unter Jugendlichen. Sie erfassen in einem Forschungsverbund, wie achtsam Jugendliche in Jugendzentren, Jugendhäusern, Jugend- und Sportverbänden miteinander umgehen. Erziehungswissenschaftler um Prof. Dr. Meike Baader befassen sich mit der Frage, welchen Raum das Thema sexualisierte Gewalt in der Aus- und Fortbildung von Pädagogen einnimmt.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft
news-8326 Sat, 24 May 2014 08:00:00 +0200 Care Leaver: Heimkinder müssen für ihr Recht auf Bildung kämpfen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-leaver/ DIE WELT über Kinder und Jugendliche, die nicht bei der Herkunftsfamilie aufwachsen. Sozialpädagogen der Uni Hildesheim erforschen Lebenslagen und Bildungswege von Care Leavern. Dabei ist ein bundesweites Netzwerk entstanden. Eine Forschergruppe der Universität Hildesheim geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Die jungen Leute können in ihrer Bildungslaufbahn nur bedingt auf familiäre Unterstützung zurückgreifen. Von ihnen wird früh viel erwartet, etwa ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum mit 18 Jahren. Die Hilfen enden abrupt. Ein Drittel der jungen Erwachsenen besuchen zum Zeitpunkt der Beendigung der Hilfe weder eine Schule noch machen sie eine Ausbildung. Ein Team um Professor Wolfgang Schröer untersucht in mehreren Projekten Bildungswege der Care Leaver, also junger Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind. DIE WELT berichtet nun in einem Schwerpunktartikel über Care Leaver.

„Ganz gleich, ob sie noch zur Schule gehen oder auf der Suche nach einer Ausbildung sind – sie fallen mit 18 Jahren durch das Raster der Behörden. Wissenschaftler von der Universität Hildesheim haben nun untersucht, mit welchen Problemen die Care Leaver konfrontiert werden – und welche Angebote ihnen helfen könnten. [...] die eigene Biografie zehrt an den Kräften. [...] Die Probleme überlagern den Alltag. Viele sind gar nicht in der Lage, sich auf die Schule zu konzentrieren", schreibt DIE WELT. Vielen Care Leavern, die es an die Hochschule geschafft haben, ist gemein, dass sie „jemanden kennen, der an sie geglaubt hat [...] Freunde, Bekannte oder Berufsberater", sagt Benjamin Strahl, Sozialpädagoge an der Universität Hildesheim, der WELT.

Die Hildesheimer Forscher vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik haben umfangreichere Daten über die Lebenswege von Care Leavern in Deutschland und gelungene Übergangsmodelle in anderen Ländern erfasst und erhoben, wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Mit Studierenden wurden biografische Interviews geführt – wie verlief ihr Weg in die Uni? In einer Studie mit rund 250 Jugendlichen, die derzeit in Jugendhilfeeinrichtungen leben, untersuchen die Forscher, welche Unterstützung die befragten 16-Jährigen auf ihrem Bildungsweg erhalten und welche Erwartungen an sie gestellt werden. Derzeit entsteht ein Arbeitsbuch, das sich an Fachleute in der Kinder- und Jugendhilfe wendet. Gemeinsam mit Betroffenen haben die Sozialpädagogen seit 2012 das bundesweite Netzwerk „Care Leavers in Deutschland" aufgebaut.

„Heimkinder müssen für ihr Recht auf Bildung kämpfen", Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim, DIE WELT, 24.05.2014 (online und print)

Kontakt zu den Forschern und Care Leavern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Sozial- und Organisationspädagogik Pressespiegel überregional Bildungsintegration
news-8321 Sat, 24 May 2014 07:13:00 +0200 Care Leaver: Übergänge ins Erwachsenenleben begleiten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-leaver-uebergaenge-ins-erwachsenenleben-begleiten/ Auf das Leben im Heim, in der Pflegefamilie und Wohngruppe folgt Unsicherheit: Care Leaver sind junge Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind. Wenige werden beim Übergang in das Erwachsenenleben unterstützt, Hilfen enden abrupt. Die Uni baut mit Betroffenen ein Netzwerk auf und erforscht die Bildungsbiografien der jungen Leute. Eine Forschergruppe der Universität Hildesheim geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Die jungen Leute können in ihrer Bildungslaufbahn nur bedingt auf familiäre Unterstützung zurückgreifen. Von ihnen wird früh viel erwartet, etwa ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum mit 18 Jahren. Die Hilfen enden abrupt. Ein Drittel der jungen Erwachsenen besuchen zum Zeitpunkt der Beendigung der Hilfe weder eine Schule noch machen sie eine Ausbildung. Ein Team um Professor Wolfgang Schröer untersucht in mehreren Projekten Bildungswege der Care Leaver, also junger Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind.

So wurden umfangreichere Daten über die Lebenswege von Care Leavern in Deutschland und gelungene Übergangsmodelle in anderen Ländern erfasst und wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Mit Studierenden wurden biografische Interviews geführt – wie verlief ihr Weg in die Uni? In einer Studie mit rund 250 Jugendlichen, die derzeit in Jugendhilfeeinrichtungen leben, untersuchen die Forscher, welche Unterstützung die befragten 16-Jährigen auf ihrem Bildungsweg erhalten und welche Erwartungen an sie gestellt werden. Derzeit entsteht ein Arbeitsbuch, das sich an Fachleute in der Kinder- und Jugendhilfe wendet.

Gemeinsam mit Betroffenen haben die Sozialpädagogen seit 2012 das bundesweite Netzwerk „Care Leavers in Deutschland" aufgebaut. Sie entwickeln Informationsmaterial, einen Flyer, drehen einen Film und geben Tipps – zum Beispiel, wie man einen Bafög-Antrag stellen kann, ohne die Einkommensnachweise der Eltern vorlegen zu müssen. Auch die Aktivitäten in Niedersachsen sollen regional weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit sechs weiteren Hochschulen unter anderem aus Hildesheim, Emden, Holzminden, Oldenburg und Vechta wollen die Sozialpädagogen auf die Lebenssituation von Studierenden mit Jugendhilfeerfahrung aufmerksam machen. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms „Wege ins Studium öffnen“. Betroffene können sich an Katharina Mangold und Benjamin Strahl wenden (strahl[at]uni-hildesheim.de und mangoldk[at]uni-hildesheim.de).

Auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Berlin wollen die Forscher der Universität Hildesheim, gemeinsam mit der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), das Thema in breitere Fachkreise bringen. Sie bieten am 4. Juni 2014 ein eigenes Fachforum an, in dem es um die Übergangsbegleitung in ein selbständiges Leben geht. Im Sommer startet ein weiteres Projekt, die Forscher befassen sich mit den Rechten von Care Leavern. 

„Heimkinder müssen für ihr Recht auf Bildung kämpfen", Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim, DIE WELT, 24.05.2014 (online und print)

Artikel im Uni-Journal (pdf)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-7883 Thu, 20 Mar 2014 15:21:00 +0100 Wege ins Studium: Studierende sind Anker im Uni-Alltag https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wege-ins-studium-studierende-sind-anker-im-uni-alltag/ Seit einem Jahr gibt es die Anker-Peers – nun ziehen sie eine erste Bilanz. Die Studierenden der Universität Hildesheim beraten vor und während des Studiums. Sie gehen in Schulen, Freizeitheime und Stadtteile, um über den Uni-Alltag zu berichten. Dabei erreichen sie auch Schülerinnen und Schüler, die als erste in ihrer Familie den Weg zur Universität einschlagen. Die studentischen Beraterinnen und Berater kennen die Unterstützungsprogramme – von Bafög- und psychosozialer Beratung bis hin zu Hilfe bei Prüfungsangst oder wissenschaftlichem Arbeiten. Ihr Pluspunkt: Sie sind etwa gleichalt wie die Ratsuchenden und noch nah dran am Studienalltag. So sollen Vorbehalte, eine Beratung wahrzunehmen, sinken. Gleichaltrige werden für Studienanfänger außerdem zu „Anker“ im Uni-Alltag. Sie haben einen eigenen Beratungsraum am Hauptcampus und bieten offene Sprechstunden an, mittlerweile zweimal für jeweils zwei Stunden in der Woche und nach Vereinbarung.

Die studentischen Teams gehen auch in Schulen und Jugendzentren, um die Hemmschwellen zu senken. Etwa zehn Besuche stehen pro Semester in der Region Hildesheim an. Aus ihrer Sicht beschreiben die Studierenden den Alltag an der Uni. Damit sollen Jugendliche in der Region Hildesheim frühzeitig bei der Studienwahl unterstützt werden – vor allem jene, die mit dem Bewerbungsverfahren sowie dem Studienalltag noch nicht vertraut sind und keine Geschwister oder Eltern haben, die aus dem Uni-Alltag berichten können, sagt Martin Scholz von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim. Die Rückmeldungen fielen sehr positiv aus, „vor allem da über die Anker-Peers eine zentrale studentische Anlaufstation in der Universität existiert“.

Martin Scholz verdeutlicht: „Das niederschwellige Beratungsangebot richtet sich bewusst an alle Studieninteressierten und alle Studierenden.“ Somit vermeide die Uni eine Selektion oder gar Defizitorientierung in der Form von „nur für beruflich qualifizierte Studierende“ oder „nur für Studierende mit Migrationshintergrund“.

Nachdem zunächst acht Studierende als „Anker-Peers“ im Sommer 2013 starteten ist das Team mittlerweile auf zwölf angewachsen. Sie arbeiten als studentische Hilfskräfte und können sich die Schulungen und Tätigkeit als Studienleistungen in allen Studiengängen der Uni Hildesheim anrechnen lassen. Informationsflyer, eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Sender Radio Tonkuhle, ein Internetauftritt und Aktionen wir „Rent a Peer“ entstanden. „Dabei können sich Erstsemester einen Anker-Peer ‚leihen‘, sei es um sich an der Uni zurechtzufinden oder um den eigenen Stundenplan zu erstellen, erklärt Martin Scholz. Statt trockener Informationsveranstaltungen bieten die studentischen Berater in Zusammenarbeit mit dem theaterpädagogischen Zentrum Workshops an, um auf spielerischer Weise mit den Jugendlichen über das Studieren an einer Universität ins Gespräch zu kommen. „Die Workshops kommen gut an, da es hier mehr um Motivation und Ermöglichung geht als um Informationen zu einem bestimmten Studienangebot. Eine Teilnehmerin sagte jüngst begeistert: Es ging nur um mich und wie ich zu einem Studium komme und gar nicht so sehr um die Uni“, so Scholz.

Alle studentischen Berater werden regelmäßig geschult, verdeutlicht Scholz. „Sie kennen ihre Grenzen der Beratung. Zunächst klären sie das Anliegen des Ratsuchenden, oft können sie aus eigenen Erfahrungen berichten.“

Julia Bertuleit, Studentin der Sozial- und Organisationspädagogik, ist seit Beginn dabei und ging selbst „nicht krisenfrei“ durch das Studium. „Ich hatte den Gedanken, das Studium abzubrechen. Dass es allgemeine und psychische Beratung an der Universität gibt, habe ich gewusst – aber ich war nicht bereit diese anzunehmen. Ich weiß selber wie es ist, wenn Eltern mit der eigenen Lebenswelt wenig zu tun haben und hier kein Austausch stattfinden kann“, sagt Bertuleit, die als erste in ihrer Familie ein Studium aufnahm. Gerade für junge Menschen, deren Freunde nicht studieren, sei es notwendig, eine Anlaufstelle aufsuchen zu können, die über das Studium informiert und bei der man „Fragen jeglicher Art stellen kann“.

Das Projekt „Uni-APP – das Anker-Peers-Programm“ wurde mit 115.000 Euro vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert. Seit Anfang 2014 finanziert die Universität die Anker-Peers weiter, so dass die Studienberatung das Programm fortsetzen kann. Nun soll das Angebot externer Veranstaltungen intensiviert werden. Denn wer das Studieren gar nicht als Option für sich sieht und kennt, der wird auch nicht in die Universität kommen, um sich zu informieren, so Studienberater Martin Scholz. „Deswegen wollen wir diese Personen außerhalb der Universität aufsuchen. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des Angebotes müssen wir verstärken.“

Studierende und Schüler können Kontakt zu den studentischen Beratern aufnehmen (telefonisch 05121.883-92222, Internetseite der Anker-Peers). Persönlich kann man sie während der Sprechzeiten im Anker-Zentrum (Uni-Hauptcampus H012) erreichen.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 ZSB Anker Peers
news-7755 Fri, 14 Mar 2014 15:02:00 +0100 Wie Care Leaver die Hochschulen erreichen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wie-care-leaver-die-hochschulen-erreichen/ Aufwachsen im Heim, in der Pflegefamilie und Wohngruppe: Care Leaver sind junge Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind. Die Uni baut mit Betroffenen ein Netzwerk auf und erforscht die Bildungsbiografien der jungen Leute. Eine Forschergruppe geht der Frage nach, was aus Kindern und Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Care Leaver sind junge Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufgewachsen sind.

Die Sozialpädagogen der Universität Hildesheim starten nun das Projekt „Care-Ho“. Gemeinsam mit sechs Hochschulen in Hildesheim, Emden, Holzminden, Oldenburg und Vechta wollen sie auf die Lebenssituation von Studierenden mit Jugendhilfeerfahrung aufmerksam machen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms „Wege ins Studium öffnen“. „Der Weg ins Studium darf nicht vom Geldbeutel oder vom Bildungshintergrund der Eltern abhängen. Wir wollen mehr begabten jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den Weg ins Studium öffnen“, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. Die Hochschulen seien kein „closed-shop“.

Gemeinsam mit Studierenden und Studieninteressierten bauen die Forscher der Uni Hildesheim bereits seit 2012 das bundesweite Netzwerk „Care Leavers in Deutschland" auf. Sie entwickeln Informationsmaterial, einen Flyer, drehen einen Film und geben Tipps – zum Beispiel, wie man einen Bafög-Antrag stellen kann, ohne die Einkommensnachweise der Eltern vorlegen zu müssen. Die Aktivitäten in Niedersachsen sollen nun verstärkt und regional weiterentwickelt werden.

Die Hildesheimer Sozialpädagogen arbeiten in mehreren Projekten: So wurden umfangreichere Daten über die Lebenswege von Care Leavern in Deutschland erfasst und wie Organisationen den Übergang in das Erwachsenenleben begleiten. Mit 17 Studierenden haben Benjamin Strahl und Katharina Mangold biografische Interviews geführt – wie verlief ihr Weg in die Uni? In einer Studie mit rund 250 Jugendlichen, die derzeit in Jugendhilfeeinrichtungen leben, untersuchen die Forscher, welche Unterstützung die befragten 16-Jährigen auf ihrem Bildungsweg erhalten und welche Erwartungen an sie gestellt werden. Ergebnisse werden im Frühjahr 2014 erwartet.

Das nächste Care-Leaver-Treffen findet Ende März an der Universität Hildesheim statt. Betroffene können sich an Katharina Mangold und Benjamin Strahl wenden (strahl[at]uni-hildesheim.de und mangoldk[at]uni-hildesheim.de).

„Uni-Projekt kämpft für Bildungsgerechtigkeit: Heimkinder haben mit massiven Vorurteilen zu kämpfen. Vielen wird dadurch der Weg ins Studium verbaut. Mit dem 'Care Leaver'-Projekt will die Uni Hildesheim dafür sensibilisieren", NDR Fernsehen, 18.02.2014 (Filmbeitrag, 3 Min.)

Care-Leaver-Forschung in Hildesheim, Deutschlandfunk, 27.03.2014, Hörfunk-Beitrag (MP3, ab Min. 20:15)

Artikel im Uni-Journal (pdf)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-7988 Wed, 12 Mar 2014 08:00:00 +0100 Gleichaltrige werden zu Ankern an der Uni / Studentische Anlaufstelle zieht nach einem Jahr eine Zwischenbilanz / Besuch verschiedener Einrichtungen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/gleichaltrig/ Studentische Berater der Uni Hildesheim gehen in Schulen, Freizeitheime und Stadtteiltreffes, um Schüler zu erreichen, die aus bildungsfernen Schichten kommen. Die geschulten Berater begleiten Studieninteressierte auf ihrem Weg ins Studium Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik ZSB Anker Peers news-7934 Tue, 04 Mar 2014 17:01:00 +0100 Besetzung von Planstellen der Sozialen Arbeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/besetzung-vo/ Unter Berücksichtigung von Studierenden der Universität Hildesheim. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-7794 Fri, 24 Jan 2014 20:06:00 +0100 Ehemalige Heimkinder an der Universität https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ehemalige-he/ Wissenschaftsministerium fördert Universität für Forschungsprojekt Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Psychologie news-7749 Tue, 21 Jan 2014 17:52:00 +0100 Kirchgänger wollen keine Kunden sein https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kirchgaenger/ Die Universität befragt Gottesdienstbesucher Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Erziehungswissenschaft news-7723 Fri, 10 Jan 2014 17:55:00 +0100 Die große Leere für Heimkinder nach der Erziehungshilfe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/die-grosse-le/ Nur ein Prozent der Jugendlichen aus Heimen oder Pflegefamilien studieren / Wissenschaftlerin fordert mehr Unterstützung nach Volljährigkeit Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Kompetenzzentrum Frühe Kindheit news-7646 Sat, 14 Dec 2013 12:00:00 +0100 Studie Care Leaver: Jugendlichen fehlt es nach dem Heim an Unterstützung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studie-care/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und LEIPZIGER VOLKSZEITUNG über Bildungswege von Jugendlichen, die Erziehungshilfen verlassen „Wachsen Jugendliche in Pflegefamilien oder Heimen auf, haben sie oft einen schlechteren Start in das Berufsleben. [...] Mit der Volljährigkeit fallen viele abrupt aus der Erziehungshilfe heraus. [...] Viele haben kein gesichertes familiäres oder soziales Netz. Für diese Jugendlichen fehlen angemessene Übergangsmodelle", fasst die DEUTSCHE PRESSE-AGENTUR DPA Studienergebnisse von Sozialpädagogen der Universität Hildesheim zusammen. Einige der Care Leaver (= junge Menschen, die Hilfen verlassen) schaffen es an die Hochschulen. Die Uni baut mit betroffenen Studierenden ein bundesweites Netzwerk auf.

„Jugendlichen fehlt es nach dem Heim an Unterstützung", Hannoversche Allgemeine Zeitung, Neue Presse, Leipziger Volkszeitung, DPA (14.12.2013)

Kontakt zu den Forschern und zum Netzwerk über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

„Nach der stationären Erziehungshilfe – Unterstützungsmodelle für Care Leaver in Deutschland“

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressespiegel überregional
news-7333 Thu, 07 Nov 2013 12:55:00 +0100 Workshop Prekäre Anerkennung - grenzüberschreitende Pflege- und Haushaltsarbeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/workshop-pre/ Am 07.11.2013 Nähere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-7159 Sun, 06 Oct 2013 12:25:00 +0200 Permanently Beta. Erfassen, Sortieren, Verwerfen – Ordnungssysteme in Organisationen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/permanently/ Organisationen sehen sich tagtäglich Herausforderungen gegenüber, für deren erfolgreiche Bearbeitung ihnen Ordnungssysteme offensichtlich von Nutzen sind – nur so lassen sich ihre Vielfalt und Häufigkeit erklären. Prominente Beispiele sind die Aktenführung, das betriebliche Rechnungswesen oder funktionale Differenzierungen, wie sie in Organigrammen zum Ausdruck kommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13093 Tue, 01 Oct 2013 12:28:00 +0200 Preschool-History-Conference https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/preschool-hi/ Kindergarten and preschool developments in Europe and North America – a historical and comparative approach to institutional change. Hier geht es zum Programm und zum Anmeldeformular

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6887 Mon, 12 Aug 2013 09:53:00 +0200 Organisationen gestalten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/organisationen-gestalten/ Seit 13 Jahren werden Führungskräfte in einem Weiterbildungsstudiengang an der Universität Hildesheim fortgebildet. Die Studierenden wählen einen der drei Schwerpunkte Organisations-, Schul- oder Bildungsmanagement. Bis zum 31. August können sich Berufstätige um einen Studienplatz bewerben. Zu den Studieninhalten von „organization studies“ gehören die Bereiche Führung und Beratung, Strategien entwickeln, Konfliktmanagement und Streitschlichtung, Wissensmanagement, Personal- und Teamentwicklung sowie Grundlagen der Organisationsforschung. Die Studierenden wählen einen der drei Schwerpunkte Organisations-, Schul- oder Bildungsmanagement. „Sie kommen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen in die Uni und tragen zu einer Vielfalt der Lerngruppe bei“, sagt Birgit Oelker, die an der Universität Hildesheim „organization studies“ koordiniert.

„Wir verzahnen die Studieninhalte mit dem Organisationsalltag. Wo immer es möglich ist, werden Prüfungsleistungen auf die eigene Organisation bezogen. Die erlernten Inhalte sind nutzbar.“ Eine intensive Betreuung und Coaching gehören zum Studiensystem dazu, so Oelker. „Die Weiterbildung ist eine gute Ergänzung zu meinen Aufgaben im Organisationsreferat der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Der Master-Abschluss ist für mich der Schlüssel, um mir – als bisherigem Fachhochschul-Absolventen – die Tür in den höheren Dienst zu öffnen. Mit dem Abschluss des Studiums habe ich bereits die Zusage für den neuen Job im höheren Dienst“, sagt Hans-Gerd Brelage.

Der Studienschwerpunkt Organisationsmanagement bereitet Personen aus Wirtschaft, Verwaltung und Beratung auf Führungsaufgaben und Teamleitungen vor. Im Schwerpunkt Bildungsmanagement lernen Beruftätige aus den Bereichen Erwachsenenbildung und Hochschulen, Management-Aufgaben zu übernehmen. Im Studienschwerpunkt Schulmanagement werden Schulleiter und Lehrkräfte auf die Leitung von Schulen vorbereitet. Sie befassen sich mit bildungspolitischen Rahmenbedingungen, alltäglichen Entscheidungs- und Managementaufgaben und lernen, eine Schule strategisch weiterzuentwickeln, professionelle Personalentwicklung umzusetzen, ihre Organisation zu positionieren und die Rolle von Ministerien, Schulaufsicht, Eltern und außerschulischen Bildungseinrichtungen einzuordnen.

Der Studiengang (Master of Arts M.A.) ist berufsbegleitend über zwei Jahre angelegt – monatlich findet ein Präsenzwochenende an der Universität Hildesheim statt. Bis zum 31. August 2013 sind Bewerbungen möglich. Das Studium beginnt im Oktober. Wer nicht das gesamte Studium absolvieren möchte, kann auch Einzelmodule belegen. Studieninteressierte wenden sich an Birgit Oelker (Universität Hildesheim, 05121.883-241, info@organization-studies.de).

Seit 2006 ist die Universität Hildesheim zudem Bildungspartner für das Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung. Deutsche Hochschulabsolventen – derzeit rund 50 – unterrichten zwei Jahre an Hochschulen in Osteuropa und China, entwickeln vor Ort Projekte und lernen eine Fremdsprache. Neben Lehre und Projektarbeit absolvieren die Lektorinnen und Lektoren die wissenschaftliche Ausbildung „Bildungsmanagement an Hochschulen in Osteuropa und China". Die Arbeitsstelle organization studies hat das Programm speziell für die Lektoren entwickelt. Die Teilnehmer lernen u.a., wie sie im Gastland Lernprozesse gestalten, Bildungsbedarf analysieren, Bildungseinrichtungen weiterentwickeln und regionale und internationale Kooperationen eingehen können.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-6870 Mon, 05 Aug 2013 08:21:00 +0200 Grenzüberschreitend in der Pflege https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/grenzueberschreitend-in-der-pflege/ Die Familie und lokale Pflegedienste können die Pflege von älteren Menschen nicht alleine abdecken, der Bedarf wächst. Johanna Krawietz untersucht, wie osteuropäische Pflegekräfte – über Agenturen nach Deutschland vermittelt – die Versorgung übernehmen. Und wie stellen sich Heime auf kulturelle Vielfalt und Herkunftskulturen älterer Bewohner ein? Carolin Oppermann spricht über interkulturelle Arbeit in deutschen Altenheimen. Frau Krawietz, Sie haben untersucht, wie Migrantinnen aus Osteuropa in Privathaushalten die Pflege älterer Menschen übernehmen. Wie entsteht dieser Transfer?

Johanna Krawietz: Solche Beschäftigungsverhältnisse sind kein Randphänomen. Überwiegend weibliche Migrantinnen pendeln zwischen Heimat- und Einsatzland in mehrmonatigen Abständen hin- und her. Weshalb Pflegebedürftige und Angehörige diese Versorgungskonstellationen eingehen? Pflege ist zeit- und betreuungsintensiv. Die familiären Ressourcen und vorhandenen Sozialen Dienste können dies nicht abdecken.

Um den Pflegenotstand zu beheben, kommen Pflegekräfte aus anderen Ländern nach Deutschland. Was springt für Vermittlungsagenturen dabei heraus?

Häufig nehmen die Agenturen von den Familien und den Betreuungskräften eine Provision. Die monatlichen Kosten für eine Agentur variieren zwischen 1200 bis über 2000 Euro. In Deutschland kann sich nicht jeder diese Versorgung leisten. Häufig sind es Familien der Ober- und Mittelschicht. Agenturen, die die Familien und Betreuungskräfte begleiten, sind eher die Ausnahme. Nach erfolgter Vermittlung ziehen sie sich zurück.

Wie ist die rechtliche Stellung der Pflegekräfte, unter welchen Bedingungen arbeiten sie?

Die Betreuungskräfte leben meist gemeinsam im Haushalt des Pflegebedürftigen, wodurch Kost und Logis in der Bezahlung mit enthalten sind. Arbeit und Privatleben sind stark verschränkt, viele Frauen werden zu Ersatzfamilienmitgliedern. Diese Nähe zum Privaten und die ständige Anwesenheit der Migrantinnen führen zwangsläufig zur Entgrenzung von Arbeitszeiten und Arbeitsinhalten, die häufig nicht klar festgelegt sind. Die ständige Verfügbarkeit mündet nicht selten in einer 24-Stunden-Tätigkeit an sieben Tagen in der Woche.

Sie haben eine Publikation „Verantwortung und Heimweh. Perspektiven einer polnischen Betreuerin" verfasst. Welche Geschichte erlebt diese Betreuerin?

Ella ist Mitte 50. Ihr Mann und zwei erwachsene Kinder leben in Polen. Die Krankenschwester ist Frührentnerin. Seit drei Jahren pendelt sie zwischen ihrem Heimatort und ihrem Einsatzort in einer westdeutschen Kleinstadt, um etwas dazu zu verdienen. In einem dreimonatigen Rhythmus versorgt sie mit einer anderen Betreuerin eine 80-jährige verwitwete Dame. Im Privathaushalt in Deutschland arbeitet sie recht eigenständig, die Autonomie erlebt sie auch als belastend, hat das Gefühl, die alleinige Verantwortung für die ältere Dame zu tragen. In ihrer früheren Tätigkeit auf der Krankenhausstation konnte sie sich stets mit Kollegen austauschen, wenn es Probleme gab.

Frau Oppermann, Sie forschen im Graduiertenkolleg der Uni Hildesheim über interkulturelle Arbeit in Altenheimen. Welche Rolle spielt die Herkunftskultur im Alter?

Carolin Oppermann: Werte, Normen und Symbole der eigenen Herkunftskultur haben für ältere Migranten und Migrantinnen eine hohe Bedeutung. Essgewohnheiten, Religionsausübung oder der Gebrauch der Muttersprache gehören dazu. Interkulturelle Arbeit in Altenheimen erkennt diese kulturellen Bedürfnissen an. Gleichzeitig sollten Menschen nicht auf eine Kultur festgelegt, sondern in ihrer Individualität wahrgenommen werden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Eine Geschichte aus einem Altenheim: Einer älteren türkischen Bewohnerin wurden jeden Morgen Oliven und Fetakäse zum Frühstück serviert, weil man ihr eine besondere Freude machen wollte. Eines Tages bat die Tochter eine Pflegerin darum, ihrer Mutter doch ihr geliebtes Marmeladenbrötchen zu geben – das sie seit 30 Jahren jeden Morgen in Deutschland esse. Es geht um den Umgang miteinander im alltäglichen Leben in Institutionen. Im Alter werden soziale Ungleichheiten sichtbar. Ältere Migrantinnen und Migranten beziehen häufig geringere Renten als die einheimische Vergleichsgruppe – hier gilt es Lösungen zu finden.

Wie fortgeschritten ist interkulturelle Arbeit in deutschen Altenheimen?

Die ehemaligen „Gastarbeiter“ kommen ins Rentenalter. Ihr Unterstützungsbedarf wird steigen. Viele Einrichtungen stellen sich nicht auf ältere Migranten und Migrantinnen ein, sie könnten keine Nachfrage nach institutioneller Pflege feststellen. Ich habe Experten interviewt, die darauf hinweisen: Viele der älteren Migranten besuchen keine stationären Einrichtungen – da kultursensible Angebote fehlen. Sie wissen wenig über ihre Ansprüche. Es fehlt an Aufklärungsarbeit.

Ein Blick in andere Länder: In ihrer Dissertation untersuchen sie soziale Einrichtungen für ältere Menschen in Malaysia. Sie kommen gerade von einem Feldforschungsaufenthalt zurück – mit welchen Beobachtungen?

In meiner Dissertation konzentriere ich mich auf „Senior Citizens Clubs“. Das sind von älteren Leuten selbstorganisierte Clubs. Die älteren Menschen haben ein Haus, das sie jeden Tag ansteuern können. Sie organisieren dort viele Aktivitäten selbst – lernen Englisch, Mandarin und Computer, sie singen Karaoke und im Chor, tanzen Line Dance und sind im Kunsthandwerk tätig. Die Clubs fördern eine enorme Aktivität und stiften Gemeinschaft im Alter. Ob die älteren Menschen dort insgesamt aktiver sind als in Deutschland, kann ich nicht beurteilen. Ein besonderes Erlebnis während meiner letzten Erhebungsphase: Auf einer Party tanzten die älteren Leute „Gangnam Style“. Ich habe nur noch gestaunt!

Das Gespräch führte Isa Lange.

Info: DFG-Graduiertenkolleg

Wie wird über nationalstaatliche Grenzen hinweg soziale Hilfe geleistet? Im DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Mainz bis 2017 grenzüberschreitende soziale Unterstützungsprozesse. Das Kolleg wurde Ende um weitere fast 5 Jahre verlängert und wird mit rund 2,7 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Welche unterstützende Funktion virtuelle und soziale Netzwerke bei internationalen Studierenden einnehmen, prüfen die Hildesheimer Doktorandinnen Rajalakshmi Kanagavel und Alice Altissimo. Annett Bochmann untersucht die nationenübergreifende soziale Unterstützung in Flüchtlingslagern in Südostasien. Sprecher des Kollegs ist seit 2008 Prof. Dr. Wolfgang Schröer. Weitere Stipendiaten sollen 2014 aufgenommen werden. Das Kolleg ist in einem internationalen Forschungscluster vernetzt, in dem Universitäten aus Kanada, Australien, Taiwan und den USA zu dem Themenschwerpunkt „Transnational Social Support“ gemeinsam arbeiten.

Kontakt zur Forschergruppe über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-102, 0177.8605905).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-6921 Sat, 03 Aug 2013 14:20:00 +0200 Land fördert Forscher https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/land-foerdert/ Pressespiegel regional Deutsche Sprache Sozial- und Organisationspädagogik news-6825 Mon, 29 Jul 2013 10:36:00 +0200 Die neue Wahlfreiheit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/die-neue-wah/ Die Bedeutung des Kita-Rechtsanspruchs für die Kinderbetreuung. Ein Interview mit Prof. Dr. Kirsten Scheiwe
Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6819 Fri, 26 Jul 2013 11:35:00 +0200 Eltern, Kinder und ihr Recht: Kita-Platz für Unter-Dreijährige https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/eltern-kinder-und-ihr-recht-kita-platz-fuer-unter-dreijaehrige/ Ab August gilt für Ein- bis Dreijährige ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. „Das ist ein Fortschritt in Richtung Wahlfreiheit“, sagt Kirsten Scheiwe. „Entscheidend ist neben dem Ausbau die Qualität der Kita und Tagespflege.“ Die Professorin für Recht sozialer Dienstleistungen an der Universität Hildesheim blickt gespannt auf die nächsten Monate. Eine internationale Fachkonferenz widmet sich im Oktober der Erklärung von Unterschieden in der historischen Kindergarten- und Vorschulentwicklung in Europa und den USA. Am 1. August 2013 tritt der Rechtsanspruch auf einen Platz in Kindertagesbetreuung oder -pflege für Ein- bis Dreijährige in Kraft. „Alle Kinder haben ein Recht auf einen Platz, es ist ein universeller Anspruch – unabhängig davon, ob Vater oder Mutter erwerbstägig, alleinerziehend oder arbeitslos sind. Sie müssen keinen besonderen Bedarf nachweisen. Das ist ein Fortschritt in Richtung Wahlfreiheit“, sagt Prof. Dr. Kirsten Scheiwe von der Universität Hildesheim. „Bisher entstand oft Streit: Wer braucht den Kita-Platz eher? Kinder einer Hausfrau hatten schlechtere Karten als jene von Berufstätigen.“ Dabei sei die Kita ein Ort der Förderung, an dem die Kleinen das soziale Miteinander lernen, mit Gleichaltrigen spielen und Sprachfähigkeiten verbessern können. „Das sollten wir allen gleichermaßen ermöglichen.“

Der Bedarf auf einen Platz muss rechtzeitig angemeldet werden – in der Regel mindestens drei Monate, bevor das Kind in eine Kita gehen soll. Der Rechtsanspruch bezieht sich nicht auf einen Ganztagsplatz, sondern umfasst meist vier Stunden Betreuung pro Tag an fünf Tagen in der Woche – ohne Anspruch auf ein Mittagessen. Eltern können zwischen der Kindertagesstätte und Tagespflege wählen. „Wenn in der Wunsch-Kita kein Platz frei ist, ist  die Kommune verpflichtet eine Alternative anzubieten. Ist das Angebot unangemessen, können sich  Eltern dagegen wehren – etwa wenn der Weg viel zu lang ist“, so Scheiwe.

Durch den Rechtsanspruch erhöht sich der Druck zum bedarfsgerechten Ausbau auf Kommunen – einige sind sehr gut vorbereitet, an anderen Orten wird das Angebot nicht ausreichen. „Die Planungsverantwortung liegt beim öffentlichen Träger. Er ist in der Bringschuld, muss einen Platz finden und hatte mehrere Jahre Vorlaufzeit“, sagt Scheiwe. Vermutlich werden einige Eltern vor Verwaltungsgerichte ziehen.

Das Verhältnis von öffentlicher und privater Erziehung habe sich in den letzten Jahren in Deutschland gewandelt. „Im europäischen Vergleich ist die Bundesrepublik bei der frühkindlichen Erziehung eher ein Nachzügler. Wir nähern uns jetzt dem Modell von skandinavischen Ländern, Frankreich und Belgien an – in Belgien besuchten schon um 1900 etwa 60 % der über Dreijährigen eine Vorschule“, erklärt Kirsten Scheiwe. Sie forscht an der Uni Hildesheim über das Recht auf soziale Dienstleistungen und untersucht historisch-vergleichend die Kindergarten- und Vorschulentwicklung in Europa und den USA. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab drei (seit 1996) und für Kinder ab einem Jahr (ab 2013) markieren diesen Prozess ebenso wie die zunehmende Einführung von Ganztags-schulen. „Die Angebote öffentlicher Erziehung wurden erweitert. Statt sie gegeneinander auszuspielen, sollten öffentliche und private Erziehung in Deutschland als gemeinsame Verantwortung stärker verzahnt werden“, sagt Scheiwe.

Zugenommen habe der Bedarf an Unterstützung durch Jugendhilfeangebote. Familien werden zum Beispiel vermehrt durch Frühe Hilfen, Familienhebammen und Beratung unterstützt. „Aber auch Inobhutnahmen durch das Jugendamt und familiengerichtliche Sorgerechtseingriffe – staatliche Eingriffe zum Schutz des Kindeswohls – haben zugenommen. Die regionale Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsämtern, Schulen, Jugendamt und Familiengericht sollte gestärkt werden, das ist auch ein Ziel des Bundeskinderschutzgesetzes.“

Eine Forschergruppe um Kirsten Scheiwe betrachtet längerfristige sowie aktuelle Entwicklungen historisch und institutionell. Wie haben sich Kindergärten und Vorschulen in Europa und Nordamerika seit 1850 entwickelt? Wie lassen sich heutige Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklären? Vom 10. bis 12. Oktober 2013 tagen etwa 50 Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften, Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Hildesheim. Erstmals wird auf der internationalen Forschungskonferenz „Kindergarten and preschool developments in Europe and North America" die Zeitspanne seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrachtet. „Wo Kirche und Staat mit Erziehungsangeboten in starker Konkurrenz agierten, wurde die Ausbreitung von Betreuungsangeboten begünstigt“, so eine These. Bereits die Vorläuferkonferenz 2006 und das Buch „Child care and preschool development in Europe“ (Palgrave Macmillan) wurden stark nachgefragt.

„In der Debatte in der Bundesrepublik richtet sich der Fokus sehr auf die Erwerbstätigkeit von Frauen, im Mittelpunkt steht aber die Förderung von Kindern. Kinder sollen spielen, sich altersgemäß entwickeln und lernen können – nicht nur betreut werden. Die Qualität bei der Schaffung von Kita-Plätzen und auch in der Kindertagespflege ist entscheidend“, sagt Scheiwe. Allerdings seien die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher derzeit „nicht angemessen“ und führen zu hoher Fluktuation, Fachkräftemangel und Engpässen.

Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen

Den Alltag und die professionelle Begleitung von Bildungsprozessen in Kindertageseinrichtungen untersucht Prof. Dr. Peter Cloos. Der Erziehungswissenschaftler mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit" forscht wie auch Prof. Dr. Kirsten Scheiwe im Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen an der Universität Hildesheim. Das Zentrum ist seit 2007 überregional in Deutschland und Niedersachsen aktiv.

„Die neue Wahlfreiheit. Kirsten Scheiwe von der Uni Hildesheim über die Bedeutung des Kita-Rechtsanspruchs für die Kinderbetreuung", Hildesheimer Allgemeine Zeitung (26.07.2013)

Kontakt für Medien: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-102, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Kompetenzzentrum Frühe Kindheit
news-6671 Sun, 23 Jun 2013 11:46:00 +0200 Kindergarten and preschool developments in Europe and North America https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kindergarten-1/ A historical and comparative approach to institutional change Click here for more information.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6623 Tue, 11 Jun 2013 11:28:00 +0200 Öffnung des Ehegattensplittings https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/oeffnung-des/ Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Ehegattensplitting für eingetragene Lebenspartnerschaften Aktuelles Interview mit Dr. Maria Wersig zur Bedeutung der Entscheidung
http://www.tagesschau.de/inland/interview-wersig100.html

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6636 Sun, 09 Jun 2013 13:33:00 +0200 Tagung der DGS-Sektion "Soziologie der Kindheit" https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/tagung-der-d/ Vom 26. bis zum 28. September findet die Tagung der DGS-Sektion "Soziologie der Kindheit" in Hildesheim zum Thema "Kinder als Akteure - Agency und Kindheit" statt. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik ist Mitveranstalter.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6585 Tue, 28 May 2013 14:47:00 +0200 Gedenken an Prof. Dr. Burkhard Müller https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/gedenken-an-prof-dr-burkhard-mueller/ Burkhard Müller wirkte am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim von 1983 bis 2004. Er erfreute sich in der Universität Hildesheim wie in der nationalen und internationalen Fachwelt ganz außergewöhnlichen Anerkennung und großer Beliebtheit. Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom plötzlichen Tod unseres lieben Freundes und geschätzten Kollegen Burkhard Müller erfahren. Er wurde 1939 in Tübingen geboren. Nach dem Abschluss des Studiums der evangelischen Theologie in Zürich, Berlin und Tübingen war er zunächst im kirchlichen Dienst und in der Erwachsenenbildung tätig. 1971 promovierte er in Zürich. Daran schloss sich als weiteres Studium das der Sozialpädagogik in Tübingen an. Nach dessen Abschluss arbeitete er zwischen 1974 und 1982 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Tübingen. Am dortigen Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften erfolgte 1982 dann auch die Habilitation. 1983 erhielt er den Ruf auf eine Professorenstelle an die Universität Hildesheim, der er auch nach seiner Entpflichtung bis zuletzt als Lehrbeauftragter verbunden blieb.

Burkhard Müller hat die Entwicklung der Sozialpädagogik in den vergangenen vierzig Jahren grundlegend mitgeprägt und bereichert. Auch nach seiner Pensionierung im Jahre 2004 beteiligte er sich mit großer Begeisterung und Intensität am fachlichen Diskurs. Über 200 wissenschaftliche Arbeiten sind Ausweis seiner beeindruckenden wissenschaftlichen Produktivität. Seine Werke gehören zum Kanon des Faches. Sein mittlerweile in der siebten Auflage erschienenes Buch ‚Sozialpädagogisches Können‘ ist Pflichtlektüre jeder und jedes Studierenden und Orientierungspunkt jeden sozialpädagogischen Nachdenkens über Fallarbeit.

Die Frage, was sozialpädagogische Professionalität ausmacht, hat ihn zeitlebens umgetrieben. Bei seiner Suche nach Antworten konnte er einerseits auf ein beeindruckendes philosophisches und historisches Wissen bauen und andererseits sich auf eine psychoanalytisch geschulte Sensibilität für die Nuancen, Herausforderungen und Aporien der Fallarbeit verlassen. Wie wohl kein(e) andere(r) vermochte er die Ambivalenz des ‚Arbeitsbündnisses‘ in der Sozialen Arbeit zu erkennen und darzustellen. Auf die Frage, was Studierende von ihm persönlich lernen können, hat er einmal geantwortet: „Ich hoffe, dass sie das Stellen von Fragen (noch) besser lernen können und sich nicht zu fürchten vor der Ungewissheit, die daraus entstehen kann.“ Er wusste also um die ‚Last der großen Hoffnungen‘ und um die Risiken, die es dabei zu erkennen und einzugehen gilt. Seine Schlüsselfrage war, wie Soziale Arbeit die Selbstverantwortung ihrer Klienten stärken kann, ohne sich darin zu verlieren und ohne die Qualität der eigenen Dienstleistung zur Disposition zu stellen.

Burkhard Müller war auch einer der ersten Sozialpädagogen, der sich mit den interkulturellen und transnationalen Aspekten Sozialer Arbeit auseinandersetzte und entsprechende internationale Kooperationen pflegte. Burkhard Müller war aber nicht nur ein hoch ambitionierter und weithin anerkannter Wissenschaftler. Wir haben ihn als engagierten, weltoffenen und humorvollen Freund und Kollegen geschätzt, der bis zuletzt neben seinem Engagement als Gastprofessor an der International Psychoanalytic University (IpU) in Berlin Lehrveranstaltungen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik durchführte.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik ebenso wie viele Generationen von Studierenden haben ihm viel zu verdanken. Sie werden sich immer gerne und liebevoll an ihn erinnern.

Wir danken ihm für das Arbeitsbündnis, das er mit uns eingegangen ist, und für die fruchtbare Partnerschaft, die wir mit ihm erleben durften.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-6284 Wed, 13 Mar 2013 18:00:00 +0100 Workshop Hausangestellte in Deutschland https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/workshop-hau/ Die Chancen des ILO-Übereinkommens 189 am 19.04.2013 in Berlin, Ver.di Bundesverwaltung. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-6212 Thu, 21 Feb 2013 12:17:00 +0100 Haushalt als Arbeitsplatz https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/haushalt-als/ Uni untersucht die Arbeit in den eigenen vier Wänden Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-6193 Wed, 20 Feb 2013 14:41:00 +0100 Hilfe bei sexualisierter Gewalt in Schulen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/hilfe-bei-sexualisierter-gewalt-in-schulen/ „Pädagogische Institutionen müssen Schutzkonzepte entwickeln – mit eindeutigen Regelungen, wie sie bei Verdachtsfällen vorgehen. Wer ist vor Ort Ansprechpartner für Betroffene? Wie werden das Lehrerkollegium, Fachkräfte, Eltern, Mitschüler einbezogen und informiert?“, sagt Prof. Dr. Meike Sophia Baader. Zu wenig werde der Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Aus- und Fortbildung thematisiert. „Sexuelle Gewalt in Schulen ist weiterhin mit einem Tabu versehen, auch nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorfällen in pädagogischen Institutionen seit 2010“, sagt Dr. Meike Sophia Baader, Erziehungswissenschaftlerin an der Uni Hildesheim.

Dass Niedersachsen als erstes Bundesland seit 2012 eine Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierungen in Schulen eingerichtet hat, sieht Baader als wichtiges Signal. Innerhalb der ersten Monate sind „mehr als 100" Anrufe von Lehrern, Schülern und Eltern eingegangen, so das Niedersächsische Kultusministerium im Januar. Sie hatten allgemeine Fragen zu sexuellem Missbrauch, Mobbing, Cybermobbing und Diskriminierung. Es ging aber auch immer wieder um Einzelfälle. Kinder fühlen sich nicht nur von Lehrern schikaniert, sondern oft auch von Mitschülern. Neue strafrechtliche Ermittlungen hätten sich aus den teils anonymen Hinwiesen bislang noch nicht ergeben. Derzeit laufen rund 20 Disziplinarverfahren gegen Pädagogen, weil sie Schüler belästigt oder missbraucht haben.

„Wir brauchen niedrigschwellige Angebote für Betroffene“, sagt Baader. Welche Beratungsstellen gibt es in der Region überhaupt und an wen kann man sich wenden? Es muss „ein Netzwerk an Anlauf- und Beratungsstellen geknüpft werden“, so Baader. Sie hat in der Ethikkommission der „Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft" mitgewirkt, die 2010 eingerichtet wurde. Deren Ergebnisse zeigen, dass das Thema interdisziplinär betrachtet werden muss. Es gebe eine tendenzielle Blindheit der Pädagogik gegenüber Machtverhältnissen. In der Forschung hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher.

Zu wenig werde der Umgang mit sexuellem Missbrauch bisher in der Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften thematisiert, kritisiert die Hildesheimer Professorin. Es dürfe nicht sein, dass Einrichtungen, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Fortbildungen schicken, automatisch der Unterstellung ausgesetzt sind, dass ihre Einrichtung „ein Problem“ habe. Dies ist aber leider oft der Fall. Im pädagogischen Alltag sind „professionsethische Richtlinien“ erforderlich, zu denen etwa der reflektierte Umgang mit Distanz und Nähe in pädagogischen Beziehungen gehört.

„Zugleich müssen wir uns vor einem Generalverdacht gegenüber Männern hüten. Hier dürfen wir nicht vorverurteilen, wie es bisher häufig geschieht“, sagt Baader.

An der Universität Hildesheim werden die Lehrveranstaltungen zum Thema von Studierenden stark nachgefragt. So hat Studentin Lisa Quasthoff in ihrer erziehungswissenschaftlichen Abschlussarbeit die aktuellen Vorfälle in pädagogischen Institutionen untersucht und die Bedingungen in zwei Internatsschulen miteinander verglichen. „Nähe, Distanz, Macht und Sexualität als Grundthemen pädagogischer Arbeit müssen in der Ausbildung und in pädagogischen Einrichtungen verstärkt reflektiert werden“, so eines ihrer Ergebnisse. „Kenntnisse, über besondere Risikostrukturen sind wichtig, so können einerseits besonders autoritär und hierarchisch strukturierte Organisationen Risiken bergen, andererseits unklar und diffus aufgestellte“, ergänzt Baader.

Pauline Karch hat sich in ihrem Studium der Erziehungswissenschaften an der Uni Hildesheim in ihrer Masterarbeit mit Präventionskonzepten befasst. „Prävention beginnt im Erziehungsalltag“, sagt die 24 Jährige. „Kinder müssen darin gestärkt werden, Nein zu sagen und lernen, was Geheimnisse und Grenzen sind und wo sie sofort Hilfe erhalten.“ Ihre Untersuchungen zu präventiven Projekten in Kindertageseinrichtungen haben gezeigt, dass durch Fortbildungen, geschultes Personal, Elternarbeit und Projekte für Kinder eine umfassende präventive Arbeit geleistet werden kann. „Ein einmaliges Projekt nur für Kinder reicht nicht. Die Erwachsenen müssen mit ins Boot geholt werden“, sagt Karch. „Denn kein Kind kann sich selber schützen.“

In Hildesheim entstehen derzeit mehrere Promotionen, etwa zu „Schutzkonzepten und Frühen Hilfen“ und zur „Geschichte der Sexualaufklärung“. Julia Gebrande untersucht in einem Kooperationsprojekt der HAWK und der Universität, wie Kinder mit Missbrauchserfahrungen stabilisiert werden können und welche Möglichkeiten der Prävention es gibt.

Zwei weitere – vom Bundesforschungsministerium finanzierte – Forschungsprojekte der Universität Hildesheim befassen sich am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik – in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Ulm – mit sexueller Gewalt in der Heimerziehung und unter Gleichaltrigen, der sogenannten „peer violence“. Über den Umgang von Jugendlichen untereinander weiß man bisher noch wenig, dies stellt eine weitere Herausforderung an pädagogische Fachkräfte dar.

Info: Auf Bundesebene startete 2013 die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch"

Info: Runder Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch": Am 20. Februar kommen die drei Bundesministerinnen Familie, Justiz und Bildung/Forschung (vertreten durch die Staatssekretärin) und die ehemaligen Mitglieder des Runden Tischs in Berlin zusammen und informieren über den Stand der Umsetzung von Maßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-6197 Wed, 20 Feb 2013 14:32:00 +0100 Wie der Privathaushalt als Arbeitsplatz gestaltet wird https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/wie-der-privathaushalt-als-arbeitsplatz-gestaltet-wird/ Von der Hausarbeit über Kinderbetreuung bis zur Altenpflege: Wie der private Haushalt als Arbeitsplatz reguliert wird, untersuchen Forscher im Projekt „Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt“ an der Universität Hildesheim. „Der Privathaushalt wird häufig als Sonderarbeitsplatz betrachtet, das ist die Krux. Die dortige Tätigkeit wird nicht – wie bei Juristen, Lehrern, Ärzten üblich – als gleichwertige Arbeit anerkannt“, sagt Johanna Krawietz. Das Arbeitszeitgesetz wird zum Beispiel für im Haushalt aufgenommene Beschäftigte nicht angewendet. Sie haben oft überlange Arbeits- und Bereitschaftszeiten. Dieser Sonderarbeitsmarkt spiegelt sich auch in der Kindertagespflege wieder: In diesem Sektor arbeitet ein hoher Anteil an Selbstständigen, die selbst dafür verantwortlich sind sich sozial abzusichern. Wie der Privathaushalt als Arbeitsplatz rechtlich in seiner Entwicklung gestaltet wurde und bis heute hin reguliert wird, damit befassen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am 21. und 22. Februar in einem Forschungsworkshop an der Universität Hildesheim.

Wie hat sich der Arbeitsplatz Privathaushalt seit Ende des 19. Jahrhundert bis heute entwickelt? Welche Tätigkeiten verbleiben in der Familie, welche werden in bezahlte und qualifizierte Erwerbsarbeit verlagert? Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Kirsten Scheiwe und Prof. Dr. Wolfgang Schröer untersucht bis Ende 2013 die „Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt“. Die Thyssen-Stiftung fördert das zweijährige Forschungsprojekt am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

„Haushaltswirtschaftliche Tätigkeiten und familiale Dienstleistungen werden oft unterbezahlt oder abgewertet und rechtlich benachteiligt im Vergleich zu anderen Erwerbstätigkeiten – vom Gesinderecht des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Minijob oder dem Maxijob von im Haushalt lebenden Pflegekräften, die vielfach irregulär beschäftigt werden“, sagt Scheiwe. Die Hildesheimer Forschungsgruppe will nachzeichnen, wie sich die Entwicklung von unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern vollzogen hat, welche Akteure sie forciert oder behindert haben und wie sich Prozesse der Professionalisierung vollziehen, etwa im Bereich sozialer Dienstleistungen für Familien oder der Kindertagespflege.

Das Forschungsprojekt ist interdisziplinär angelegt. Johanna Krawietz, Soziologin, interessiert sich vor allem für die häusliche Pflege von Älteren. Sie hat zuvor im DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ an der Universität Hildesheim untersucht, wie Migrantinnen aus Osteuropa in westeuropäischen Privathaushalten die Versorgung Pflegebedürftiger übernehmen.

Verena Schwach, Juristin, untersucht, wie die Beschäftigungsverhältnisse des Dienstpersonals um die Wende zum 20. Jahrhundert rechtlich ausgestaltet wurden. Und sie befasst sich mit dem aktuellen Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation ‚Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte', das in Deutschland in Kürze ratifiziert werden soll.

Programm des Forschungsworkshops „Die Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt – Rechtswissenschaftliche und sozialhistorische Perspektiven“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-6189 Wed, 20 Feb 2013 08:39:00 +0100 Was kommt nach der Heimerziehung? Kaum Unterstützung beim Übergang ins Erwachsenenleben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/was-kommt-nach-der-heimerziehung-kaum-unterstuetzung-beim-uebergang-ins-erwachsenenleben/ In Deutschland wissen wir nur wenig darüber, was im späteren Leben aus den Kindern und Jugendlichen wird, die in öffentlicher Verantwortung aufgewachsen sind. Eine hinreichende Infrastruktur, die sie beim Übergang ins Erwachsenenleben auch nach Beendigung der Hilfe unterstützt, fehlt. Darüber beraten Fachleute am 25. und 26. Februar in Frankfurt auf Einladung der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik. Die Ergebnisse werden für die Kinder- und Jugendhilfe und Jugendpolitik in Deutschland aufbereitet. In Deutschland wachsen gegenwärtig ca. 100.000 Kinder und Jugendliche auf, die durch stationäre Erziehungshilfen oder Pflegefamilien betreut werden. Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe wurden ausdifferenzierte Angebotsformen von erzieherischen Hilfen entwickelt, die keineswegs mehr dem traditionellen Bild der Heimerziehung entsprechen. Dieses Bild der Erziehungsanstalten ist zwar, auch im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen von Heimkindern, noch weit verbreitet, trifft aber kaum mehr die Wirklichkeit der Erziehungshilfen.

Heute geben die Kommunen und Bundesländer ungefähr 4 Milliarden Euro für diese Hilfen aus. Im Gegensatz zu dieser gut ausgebildeten und sehr dynamischen Infrastruktur innerhalb der Erziehungshilfen verwundert es allerdings, dass in Deutschland nur ein geringes Interesse an der späteren Lebenssituation dieser Kinder und Jugendlichen besteht. So existieren kaum neuere Untersuchungen, die Auskunft darüber geben können, wie junge Menschen den Übergang ins Erwachsenenalter aus stationären Erziehungshilfen heraus meistern.

Doch es fehlt nicht nur an Wissen. Gleichzeitig wird bei der Gewährung von Erziehungshilfen nur wenig berücksichtigt, dass junge Erwachsene heute durchschnittlich bis weit in das dritten Lebensjahrzehnt hinein Unterstützung durch ihre Familien oder andere Netzwerke bekommen – während ihrer Berufsausbildung, im Studium, bei der Familiengründung oder als junge Eltern. Diese Hilfen stehen den jungen Erwachsenen, die in öffentlicher Verantwortung aufgewachsen sind, nur selten in vergleichbarer Form zur Verfügung. Zwar gibt es in Deutschland auch Hilfen für junge Volljährige, doch insgesamt werden diese kaum als selbstverständliche Unterstützungsstruktur für junge Erwachsene betrachtet. Damit unterliegen junge Menschen in Erziehungshilfen einer doppelten Benachteiligung: Sie sind aufgrund ihrer Herkunftssituation auf öffentliche Erziehungshilfen angewiesen, können aber gleichzeitig als junge Erwachsene nicht auf eine in Familien übliche Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben bauen.

In anderen Ländern ist dieses anders: In Kanada ist jüngst eine Initiative für ehemalige Kinder und Jugendliche aus Erziehungshilfen, sogenannte Care Leavers, gestartet worden, mit dem Slogan: „25 ist die neue 18“. Entsprechend sollen Hilfen nicht mehr automatisch mit der Volljährigkeit beendet, sondern eine Infrastruktur aufgebaut werden, die z.B. die Weiterbildung und die Einmündung in die Erwerbsarbeit sichert. In England werden die lokalen Behörden verpflichtet, einen Übergangsplan mit den jungen Menschen zu entwerfen. Sie müssen, zumindest bis zum 21. Lebensjahr, immer wieder bei den jungen Menschen nachfragen, wie die Zeit nach der Unterbringung in Erziehungshilfen bewältigt wurde.

Vor diesem Hintergrund veranstalten die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim am 25. und 26. Februar 2013 einen internationalen Expertenworkshop in Frankfurt, auf dem Expertinnen und Experten aus zehn Ländern darüber beraten, wie die Infrastruktur für Care Leavers in Deutschland weiterentwickelt werden kann. Die Tagung wird durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke unterstützt. Es nehmen Experten teil aus Bulgarien, Norwegen, Rumänien, Israel, England, USA, Irland, Kroatien, Niederlande, Ungarn, Finnland, Schweiz, Deutschland.

Die Ergebnisse werden anschließend für die Kinder- und Jugendhilfe sowie für die Jugendpolitik in Deutschland aufbereitet.

Kontakt zu den Forschern (Presseinformation, PDF)

Info Forschungsprojekt: Was passiert mit Kindern und Jugendlichen nach der stationären Jugendhilfe? In Zusammenarbeit mit Studierenden und Wissenschaftlern aus Israel entwickelt eine Forschergruppe der Uni Hildesheim bis 2014 ein Unterstützungsnetzwerk für Studierende. Erstmals wird in Deutschland systematisch untersucht, vor welchen Herausforderungen die jungen Erwachsenen stehen. Hochschulen beachten diese kaum (weitere Informationen).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse
news-6223 Mon, 18 Feb 2013 14:02:00 +0100 Uni modernisiert Jugendhilfe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uni-modernis/ EU zahlt eine Million für Forschungsprojekt von acht Hochschulen Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik news-6164 Fri, 15 Feb 2013 06:39:00 +0100 EU-Projekt gestartet: „Kinder wachsen grenzüberschreitend auf“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/eu-projekt-gestartet-kinder-wachsen-grenzueberschreitend-auf/ Kinder- und Jugendhilfe ist nationalstaatlich organisiert – dabei wachsen Kinder heute in Familien auf, die über Ländergrenzen hinweg reichen. Acht Universitäten aus Israel, Italien, Irland, Russland und Deutschland wollen die internationale Perspektive stärken und entwickeln in einem EU-Projekt ein gemeinsames Lehrprogramm. Erste Kurse sollen 2014 angeboten werden. An der Universität Hildesheim entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit Partnern aus der EU sowie aus Israel und Russland ein international ausgerichtetes Curriculum im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. „Die Unis bringen unterschiedliche Expertisen ein, zum Beispiel Migration und Transnationalität, Trauma-Therapie, Interkulturelle Pädagogik und soziale Arbeit in einem globalen Kontext“, sagt Alia Herz-Jakoby, die mit Dr. Stefan Köngeter und Prof. Dr. Wolfgang Schröer zur Forschungsgruppe der Uni Hildesheim gehört.

Erste Kurse sollen 2014 starten. Dabei geht es um ethische Grundsätze in der Kinder- und Jugendhilfe, um die Bedeutung von Migrationserfahrungen für Kinder und ihre Familien und um prekäre Lebenslagen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut. „Bisher fehlt in Ausbildungsprogrammen in der Kinder- und Jugendhilfe oft eine internationale Perspektive, die berücksichtigt, dass Familien grenzüberschreitend ihr Leben gestalten“, sagt Herz-Jakoby nach dem ersten Treffen des Projektkonsortiums. Vertreter aller Partnerinstitutionen kamen im Februar an der Universität Hildesheim zusammen. Die beteiligten Universitäten wollen nun ihre Lehrpläne modernisieren, sodass zukünftig Masterstudierende und Promovenden sich mit Kursen in der „Internationalen Kinder- und Jugendhilfe“ spezialisieren können.

Das Projekt „Transnational Academic Careers in Child and Youth Welfare“ (TACHYwe) hat eine Laufzeit von drei Jahren. Rund 970.000 Euro erhalten die Partner aus dem EU-Hochschulkooperationsprogramm Tempus IV.

Um das gemeinsam entwickelte Curriculum umzusetzen, sollen Kurse in bestehenden Master- und Doktorandenprogrammen in Russland und Israel angeboten werden. Hildesheimer Studierende haben dabei die Möglichkeit über Auslandsstipendien die Praxis und die Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe in den jeweiligen Ländern kennenzulernen und einen Einblick in andere wohlfahrtsstaatlich und kulturell geprägte soziale Dienste in diesem Feld kennenzulernen. Online- und face-to-face-Kurse (z.B. eine Summer School) werden kombiniert. Dadurch sollen Studierende sich vernetzen und so von Kommilitonen aus Europa, Russland und Israel lernen. „Alle Kurse und Inhalte werden von mindestens zwei Partnern aus unterschiedlichen Ländern entwickelt, um diese transnationale Dimension zu stärken“, sagt Herz-Jakoby. Das nächste Treffen findet im Sommer in Dublin statt.

Mit dem Tempus-Projekt baut das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Hildesheimer Universität die internationalen Kooperationen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe aus.

Zu den Kooperationspartner gehören die Hebrew University of Jerusalem (Israel), Ben-Gurion University of the Negev (Israel), Free University of Bozen (Italien), Moscow State Regional University (Russland), Don State Technical University (Russland), Haruv Institute Jerusalem (Israel), Fondazione Emanuela Zancan (Padova) (Italien), Trinity College Dublin (Irland), Sapir College (Negev) (Israel) und University of Hildesheim.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 BA SOP MA SOP
news-6005 Thu, 17 Jan 2013 19:49:00 +0100 Forschungsworkshop https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungswo/ Die Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt – Rechtswissenschaftliche und sozialhistorische Perspektiven Ort: Bühler-Campus, Universität Hildesheim, Lüneburger Straße, Raum LN 304
Zeit: Donnerstag, den 21.02.2013 von 13:30-18:00 Uhr
Freitag, den 22.02.2013 von 9:00-13:00 Uhr

Die Regulierung des ‚Arbeitsplatzes Privathaushalt weist viele Besonderheiten auf, die ihn wesentlich von anderen Arbeitsplätzen und Wirtschaftsbereichen unterscheiden. Ziel des Forschungsworkshops ist es, diese Merkmale des Arbeitsplatzes Privathaushalt aus historischer und aktueller Perspektive zu beleuchten und unterschiedliche Entwicklungsdynamiken, welche dieses Arbeitsfeld prägen, zu analysieren.

Programm Link

Interessierte können sich unter folgendem Link für den Workshop anmelden

http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=9015

oder anhand des Anmeldeformulars

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5477 Thu, 17 Jan 2013 13:26:00 +0100 Transnationale Organisierung von Hausangestellten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/transnationa-1/ 22.01.2013 Lisa-Marie Heimeshoff/Helen Schwenken, Kassel: Transnationale Organisierung von Hausangestellten: Die IAO-Konvention Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5985 Tue, 15 Jan 2013 16:29:00 +0100 Gastvorträge am Bühler Campus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/gastvortraege-1/ Die Berufungskommission zur Besetzung der W2/W3-Professur „Sozialpädagogik“ lädt zu folgenden Gastvorträgen am Bühler Campus ein: Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5501 Thu, 03 Jan 2013 13:27:00 +0100 Care: der ‚Kern von Familie?‘ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-der-k/ 08.01.2013 Karin Jurczyk, München: Care: der ‚Kern von Familie?‘ Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5880 Fri, 14 Dec 2012 19:18:00 +0100 Doing Research - Empirische Studien und ihre Vertreter/-innen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/doing-resear/ Im Sommersemester 2013 wird ausgehend vom Promotionsgrogramm "Soziale Dienste im Wandel" eine Vorlesungsreihe mit dem Titel „Doing Research - Empirische Studien und ihre Vertreter/-innen“ ausgerichtet. Hier werden ForscherInnen Ihre Studien sowie Ihre Vorgehensweise präsentieren. Die Veranstaltung ist für Master-Studierende der Uni Hildesheim aber auch für interessierte GasthörerInnen geöffnet.

Weitere Hinweise erfolgen im Frühjahr 2013.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5500 Thu, 06 Dec 2012 13:29:00 +0100 Care, Dienstleistungsarbeit und Daseinsvorsorge https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-dienst/ 11.12.2012 Christel Riedel, Berlin: Care, Dienstleistungsarbeit und Daseinsvorsorge – vom Nutzen guter Infrastrukturen im Pflege- und Gesundheitsbereich für die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5499 Wed, 21 Nov 2012 13:29:00 +0100 Care im Wohlfahrtsstaat https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/care-im-wohl/ 27.11.2012 Julia Lepperhoff, Berlin: Care im Wohlfahrtsstaat Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5754 Mon, 19 Nov 2012 13:21:00 +0100 2,7 Millionen Euro für DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/27-millionen-euro-fuer-dfg-graduiertenkolleg-transnationale-soziale-unterstuetzung/ Verlängert und mit rund 2,7 Millionen Euro gefördert wird das DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ der Universität Hildesheim. Es untersucht in Kooperation mit der Universität Mainz grenzüberschreitende soziale Unterstützungsprozesse. „Das DFG-Graduiertenkolleg hat sich in vier Jahren zu einem sehr produktiven Forschungslaboratorium der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung entwickelt und darüber das Themenfeld ‚Transnationale Soziale Unterstützung‘ in der wissenschaftlichen Gemeinschaft international vernetzt und etabliert. Dies hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft nunmehr mit ihrer Verlängerung um weitere 4,5 Jahre anerkannt. Darüber sind wir sehr froh. Ich möchte allen Beteiligten – insbesondere am Institut für Sozial- und Organisationpädagogik und in der Verwaltung der Universität Hildesheim sowie den Partnern an der Universität Mainz – danken. Sie haben großartige Arbeit geleistet“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Leiter des Hildesheimer Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik und Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs seit 2008.

12 Doktoranden und 2 Postdoktoranden untersuchen im Kolleg bis 2017 empirisch, wie über nationalstaatliche Grenzen hinweg soziale Hilfe geleistet wird. Die Nach-wuchswissenschaftler analysieren zum Beispiel, wie Sorge- und Unterstützungs-beziehungen über nationale Grenzen hinweg organisiert werden. Gegenwärtig erforschen an der Universität Hildesheim die folgenden jungen Wissenschaftler,

- wie soziale Unterstützung transnational in Flüchtlingslagern in Südostasien gestaltet wird (Annett Bochmann);

- wie in der Entwicklungszusammenarbeit nichtstaatliche Akteure (NGOs) Selbsthilfe verstehen und fördern (Lucia Artner);

- welche Rolle virtuelle und soziale Netzwerke bei internationalen Studierenden spielen und wie diese unterstützend wirken können (Rajalakshmi Kanagavel; Alice Altissimo);

- wie Altern sich transnationalisiert und wie in Altenclubs und Altenheimen Menschen aus unterschiedlichen Ländern leben (Carolin Oppermann);

- oder wie junge Menschen aus religiöser Mission transnational agieren (Hanna Rettig).

Eine neue Kohorte von Stipendiaten kann 2014 aufgenommen werden. Insgesamt ist das DFG-Graduiertenkolleg 1474 auch in einem internationalen Forschungscluster vernetzt, in dem Universitäten aus Kanada, Australien, Taiwan und den USA zu dem Themenschwerpunkt „Transnational Social Support“ gemeinsam arbeiten.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Forschung
news-5735 Sat, 17 Nov 2012 13:26:00 +0100 Religion and Social Work – Transnational Perspectives https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/religion-and/ Deadline for submission of proposals March 31, 2013 For more Information, please click here

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5497 Thu, 15 Nov 2012 13:30:00 +0100 Die Dienstbotinnen-Frage im Kontext https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/die-dienstbo/ 20.11.2012 Susanne Maurer, Marburg: Die Dienstbotinnen-Frage im Kontext früher Frauenbewegungen – ein `Vorschein` aktueller Care-Debatten? Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5495 Thu, 01 Nov 2012 13:09:00 +0100 Entwicklungen und Konzepte der Care Debatte https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/entwicklunge/ 06.11.2012 Margit Brückner, Frankfurt: ‚Take care, aber wer?‘ Entwicklungen und Konzepte der Care Debatte Weitere Informationen finden Sie hier

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-13092 Thu, 01 Nov 2012 12:18:00 +0100 Ringvorlesung „Care“ zwischen Privathaushalt, Markt und sozialen Dienstleistungen - Interdisziplinäre Perspektiven https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/ringvorlesun-25/ Dienstags 16.15 Uhr, Beginn 6.11.2012, Bühlercampus, Lüneburger Str., Aula L 131 Wer sorgt in der Gesellschaft für diejenigen, die zeitweilig nicht oder nur teilweise für sich selbst sorgen und die Unterstützung benötigen? Wie ist diese Arbeit gesellschaftlich organisiert und anerkannt, unter welchen Bedingungen wird sie geleistet? Damit beschäftigen sich die Vorträge von Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Recht, Sozialpolitik Sozial- und Haushaltswissenschaft.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5464 Tue, 09 Oct 2012 18:10:00 +0200 Unterstützungsanker in der Uni: Studierende beraten Studierende https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/unterstuetzungsanker-in-der-uni-studierende-beraten-studierende/ Da ist einerseits der Raum, ziemlich gewöhnlich, mit Telefon und Büroausstattung. Und da sind die Studierenden – die „Anker-Peers“. Auf sie wird es ankommen. Die Universität Hildesheim baut ein „Anker-Zentrum“ auf: In jedem Studiengang soll ab 2013 ein studentisches Team Studieninteressierte und Studienanfänger beraten. Schon in den Schulen werden sie Kontakt aufnehmen. Ihr Vorteil: Sie sind etwa gleichalt und können auf Augenhöhe kommunizieren. Nur etwa ein Viertel aller Kinder aus Familien ohne akademische Familientradition schaffen den Sprung an die Hochschule. Traue ich mir ein Studium zu, was muss ich leisten? Wie funktioniert eigentlich eine Universität? Wo liegen meine Stärken? Wie soll ich das Studium finanzieren? Diese Ungewissheiten, sagt Anna-Elise Weiß, tauchen besonders bei Studierenden aus bildungsfernen Elternhäusern auf. „Woher sollen sie auch etwas über die Uni wissen, wenn Eltern und Geschwister kaum von universitären Erfahrungen berichten können?“ Die Studienberaterin der Universität Hildesheim leitet seit Herbst 2012 gemeinsam mit Ulrike Oehme das Projekt „Uni-APP – das Anker-Peers-Programm“. Ihr Ziel: eine höhere und erfolgreiche Bildungsbeteiligung der „Studierenden der ersten Generation“. Also jener, die als erste in ihrer Familie den Schritt in die akademische Ausbildung wagen. Nur etwa ein Viertel aller Kinder aus Familien ohne akademische Familientradition schaffen den Sprung an die Hochschule Dabei unterstreicht das Projektteam: „Wir sprechen mit unserem Beratungsangebot alle Schülerinnen und Schüler an und setzen auf ihre Stärken.“

An guten Beratungsangeboten an Unis und in Berufsbildungszentren mangelt es nicht, sagt Weiß. „Aber diejenigen, die die Beratung besonders benötigen, erreichen die Unterstützungsangebote kaum.“ Woran das liegt? „Die Hemmschwelle beim Zugang zur professionellen Beratung im Komplex Hochschule scheint sehr hoch“, ergänzt Oehme. 

Die Universität Hildesheim baut deshalb ab sofort ein „Anker-Zentrum“ auf. Da ist einerseits der Raum in der Uni. Mit Telefon, Internet und Büroausstattung.

Und da sind die Studierenden – auf sie wird es wesentlich ankommen. Denn sie werden im Sommersemester 2013 in der Studienwahlphase als „Experten“ in die Schulen ausschwärmen. Ihr Pluspunkt gegenüber bestehenden Angeboten zur Studien- und Berufsorientierung? „Sie sind etwa gleichalt, haben den Studieneinstieg gerade selbst erlebt und können auf Augenhöhe Kontakt aufnehmen. Dabei klären sie erste Fragen, die im Zusammenhang mit dem Studium auftreten“, sagt Oehme. Für komplexere Anliegen vermitteln die studentischen Berater an bestehende Beratungsinstitutionen weiter. Zum Beispiel an die Zentrale Studienberatung, und weisen auf die Info-Woche „Abi!…und dann?“, das Schnupper-Studium, Ansprechpartner für Studienfinanzierung und Stipendien hin. Nach der Studieneingangsphase werden sie zu „Ankern“ im Uni-Alltag.

Das Projekt „Uni-APP“ startet mit acht Studierenden als „Anker-Peers“ im Fachbereich 1 Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Sie arbeiten als studentische Hilfskräfte und können sich die Schulungen und Tätigkeit als Studienleistungen anrechnen lassen. In den nächsten Wochen entwickeln die Studierenden einen Flyer, ein Logo und eine Internetseite. „Sie werden ihre eigene Sprache dafür finden. Unsere Studierenden wissen am besten, welche Fragen zum Ende der Schulzeit und am  Anfang des Studiums wichtig sind“, sagen Weiß und Oehme und sind gespannt auf die Ideen der Studierenden. Im Sommersemester 2013 kommen weitere acht „Anker-Peers“ hinzu.

Diese universitäre Infrastruktur ist bundesweit etwas Besonderes; ein Team aus ausgebildeten Studierenden baut eine Unterstützungsstruktur für Studieninteressierte und Studienanfänger auf, eben ihre Peergroup. Alle studentischen Berater werden regelmäßig geschult. Denn das sei „der Knackpunkt“, so Anna-Elise Weiß. „Sie müssen ihre Grenzen der Beratung kennen, empathisch sein, Gespräche führen und Fragen stellen können“, beschreibt sie die Anforderungen. „Vor allem müssen die studentischen Berater ein Verständnis von Beratung und Unterstützung erlangen. Nur so können sie als Anker für die Ratsuchenden wirken.“

Das Projekt Uni-APP wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und die Zentrale Studienberatung entwickeln es gemeinsam.

Jetzt bewerben und Anker-Peer werden!

Studierende aus dem Fachbereich I können sich noch bis zum 15. Oktober als Anker-Peers bewerben. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an Anna-Elise Weiß und Ulrike Oehme von der Zentralen Studienberatung.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Gleichstellungsbüro ZSB Anker Peers
news-5425 Sat, 22 Sep 2012 20:19:00 +0200 Bücherstapel im Kinderwagen https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/buecherstapel-im-kinderwagen/ „Manchmal werde ich nur als Mutter mit Kind wahrgenommen. Dabei bin ich eine ganz normale Studentin, ich will behandelt werden wie alle anderen", sagt Frauke Paschen. Ein Einblick in den gut organisierten Alltag zwischen Krippe und Hörsaal. Frauke Paschen sitzt im Seminar „Transnationale Familien“. Die 24-Jährige studiert an der Universität Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik. In ihrem Studium beschäftigt sie sich mit der Situation von Flüchtlingen und Kindern, die außerhalb der Familie aufwachsen. „In diesem Umfeld möchte ich künftig arbeiten, vielleicht einem Asylheim oder in Institutionen, die Flüchtlinge bei der Ankunft in der Bundesrepublik unterstützen“, gibt sie einen Ausblick in die Zukunft.

„In Seminaren über die Entwicklung von Kindern, über Entwicklungspsychologie und den Umgang mit Kindern habe ich einen Vorteil“, schmunzelt Frauke Paschen. „Ich bin eine Mama.“ Im Seminarraum steht der Kinderwagen von ihrem sieben Monate alten Sohn Toumany. Zwischen Fläschchen und Bilderbuch liegen die Uni-Bücher und Skripte unten im Korb. Zum Seminarthema – transnationale Familien – hat Frauke Paschen einen besonderen Bezug. „Mein Ehemann ist im Senegal geboren, arbeitet in Vollzeit. Toumanys Großmutter lebt in Afrika. Über Skype sieht sie ihren Enkel aus der Ferne aufwachsen.“ Die Eltern versuchen, dass ihr Kind deutsch- und französischsprachig aufwächst. „Momentan nimmt die deutsche Sprache aber den größten Raum ein.“

An der Universität Hildesheim studieren immer mehr Mütter und Väter. Die Universität trägt seit 2008 offiziell das Zertifikat „familiengerechte Hochschule" (Jahresbericht). Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Pflege und Familie werden regelmäßig begutachtet und weiterentwickelt. 

„Ob Rampen und Fahrstühle, eine Leseecke in der Uni-Bibliothek, Wickeltische an jedem Campus oder der Familienraum – die Unterstützung für studierende Eltern ist enorm wichtig“, unterstreicht Frauke Paschen. An der Uni Hildesheim fühlt sie sich gut aufgehoben. „Ich kann im Studium den Tag individueller planen, erleben, wie sich mein Sohn entwickelt. Diese Freiheiten hätte ich im Beruf mit 35 Jahren nicht“, ist sie sich sicher. „Dabei kann ich mich bei der Tagesplanung auf eines verlassen: Als Studentin mit Kind erhalte ich eine Zusage für Seminare, die ich besuchen möchte.“ Zudem fallen die Studiengebühren weg – das sind 500 Euro mehr für die Erziehung des Kindes, für Bilderbücher, Windeln oder Babykleidung.

„Mitstudierende, Dozentinnen und Dozenten unterstützen mich, sie haben Verständnis, sind tolerant“, freut sich die junge Mutter. „Manchmal werde ich aber nur als Mutter mit Kind wahrgenommen. Dabei bin ich eine ganz normale Studentin, ich will behandelt werden wie alle anderen und keine Extra-Wurst erhalten.“ Ihre Prüfungen und Hausarbeiten hat sie alle im vorgegebenen Zeitraum abgelegt.

Seit August besucht Toumany die Kindertagesstätte „Rasselbande“, ab Oktober soll er vormittags von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr in der Krippe sein, wenn Frauke Paschen nebenan im Hörsaal studiert. „Ich mache im Wintersemester meine letzten neun Seminare, damit ich im Sommersemester Zeit für meine Bachelorarbeit habe.“ 

Raum für Familien: Der Familienraum am Hauptcampus steht allen Beschäftigten und Studierenden mit ihren Kindern zur Verfügung und kann zum Ruhen, Schlafen, Stillen, Essen und Arbeiten genutzt werden. Gemeinsam mit Studierenden hat das Gleichstellungsbüro den Raum mit Spielmöglichkeiten ausgestattet. Ein Schreibtisch mit Internetzugang, Fläschchenwärmer und Wickeltisch sind vorhanden. 

Studieren mit Familie - Informationen des Gleichstellungsbüros

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audit familiengerechte hochschule Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 BA SOP
news-5394 Thu, 20 Sep 2012 11:38:00 +0200 Einführungswoche https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/einfuehrungsw-1/ BA Sozial- und Organisationspädagogik Hier finden Sie den Begrüßungsbrief für den BA Sozial- und Organisationspädagogik und den Übersichtsplan für die Einführungswoche vom 15. bis zum 18.10.2012.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-5342 Mon, 10 Sep 2012 14:31:00 +0200 Nach der Jugendhilfe an die Hochschule?! Deutsch-israelisches Forschungsprojekt https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/nach-der-jugendhilfe-an-die-hochschule-deutsch-israelisches-forschungsprojekt/ Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, was mit Kindern und Jugendlichen nach der stationären Jugendhilfe passiert. In Kooperation mit Studierenden und Wissenschaftlern aus Israel entwickeln die Forscher bis 2014 ein Unterstützungsnetzwerk für Studierende. Erstmals wird in Deutschland systematisch untersucht, vor welchen Herausforderungen die jungen Erwachsenen stehen. Hochschulen beachten diese kaum, kritisieren die Forscher. Im Forschungsprojekt „Higher Education without family support“ untersuchen Wissenschaftler der Universität Hildesheim, der Hebrew University Jerusalem und der Bar Ilan University in Ramat Gan, wie Universitäten junge Menschen im Studium unterstützen, die einen Teil ihrer Kindheit oder Jugend außerhalb ihrer Herkunftsfamilie verbracht haben. Welche Herausforderungen stellen sich für diese jungen Erwachsenen im Studium?

Internationale Pilotstudien zeigen, dass vor allem beim Zugang zu den Hochschulen selbst sowie zum Erreichen eines erfolgreichen Abschlusses besondere Unterstützungsbedarfe auftreten. Vorhandene Datenlagen etwa aus Großbritannien zeigen, dass nur ungefähr eine/r von Hundert Jugendlichen aus der stationären Jugendhilfe, dort Care Leavers genannt, es an die Universität schafft. In Deutschland hingegen werden die besonderen Lebenssituationen und Bildungsaspirationen von Care Leavers bislang kaum erforscht.

„Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämter und Hochschulen beachten die besonderen Herausforderungen dieser jungen Erwachsenen kaum“, kritisieren Dr. Katharina Mangold und Benjamin Strahl, die am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik das Projekt durchführen. „Der Zugang zu höheren Bildungswegen wird in der Regel weder gefördert noch als reelle Perspektive angesehen. Bei ihrer Entscheidung an die Hochschule werden sie häufig allein gelassen und müssen auf informelle Netzwerke zurückgreifen. Die jungen Erwachsenen erfahren kaum soziale, finanzielle und praktische Unterstützungsangebote.“ Während andere Studierende sich auf ein unterstützendes Elternhaus verlassen können, trifft dies in aller Regel für Care Leavers nicht zu. So bedeutet etwa die Lücke zwischen Schule und Studium nicht Freiheit, sondern Antragsstress, Finanzierungslücke und Hoffen auf fristgerechte Überweisungen des BAföG.

Neben der Erforschung der Lebenslage von Studierenden nach der Jugendhilfe zielt das deutsch-israelische Forschungsprojekt darauf ab, ein Netzwerk von Care Leavers aufzubauen. In diesem Netzwerk sollen sich die Studierenden gegenseitig unterstützen, Informationen aufbereiten und gemeinsam Forderungen artikulieren. Das nächste Treffen von ca. 20 Care Leavers aus Norddeutschland findet am 27. Oktober 2012 an der Universität Hildesheim statt. In Deutschland ist dies das erste Netzwerk, das sich mit dem Übergang aus der Jugendhilfe an Hochschulen beschäftigt. Insbesondere in England sind Initiativen für und von Care Leavers zu beobachten. Gemeinsames Ziel all dieser Initiativen ist es, den Studierendenanteil von jungen Erwachsenen aus außerfamilialen Jugendhilfemaßnahmen zu steigern und eine Infrastruktur zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht, ihr Studium erfolgreich abzuschließen.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen an die Jugendhilfeeinrichtungen und Hochschulen zurück, um den Zugang zu höherer Bildung populärer zu machen und zu erleichtern. Finanziert wird das zweijährige Projekt bis 2014 mit 288.000 Euro durch die Jacobs Stiftung.

Studierende gesucht

Für den gemeinsamen Aufbau des Unterstützungsnetzwerks sucht das Projekt „Higher Education without Family Support“ weiterhin Studierende mit Jugendhilfeerfahrung im stationären Bereich (Pflegefamilie, Wohngruppe oder Erziehungsstellen). Ziel ist es, die Situation von Care Leavers an Hochschulen zu verbessern, den Zugang zu erleichtern und Unterstützungsmöglichkeiten zu eröffnen. Interessierte melden sich bei Benjamin Strahl und Katharina Mangold (Tel. 05121.883-894).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-5275 Sat, 08 Sep 2012 14:53:00 +0200 „Von gesellschaftlicher Anerkennung der Heimerziehung weit entfernt“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/von-gesellschaftlicher-anerkennung-der-heimerziehung-weit-entfernt/ Zur Bundestagung Heimerziehung erwartet die Universität Hildesheim vom 12. bis 14. September 2012 rund 300 Fachleute aus der Praxis, aus Einrichtungen, Jugendämtern und Hochschulen. Laut Bundesstatistik erhalten etwa 950.000 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige Leistungen der Hilfen zur Erziehung (Dortmunder Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik 2011). Jede vierte Hilfe ist eine Maßnahme der Heimerziehung, deren Aufgabe es ist, Kindern und Jugendlichen einen lohnenden Lebensort und verbesserte Zukunftschancen zu bieten, sofern sie vorübergehend oder auf Dauer nicht in ihrer Familie leben können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Meist handelt es sich um sozial benachteiligte Familien, die mit einer Vielzahl von Problemen belastet sind. Wie können Kinder in unterschiedlichen Formen der Heimerziehung ihre familiären Krisen und kindlichen Enttäuschungen bewältigen, wie kann ein soziales Miteinander gestaltet werden?

„Von der gesellschaftlichen Anerkennung der Heimerziehung – als Ort, an dem Kinder aufwachsen – sind wir weit entfernt“, sagen Dr. Stefan Köngeter und Dr. Maren Zeller vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, die mit der Fachgruppe Heimerziehung der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH) die Bundestagung Heimerziehung vorbereitet haben. Von Heimerziehung im Allgemeinen kann kaum mehr gesprochen werden. 

In den letzten Jahren hat sich die Heimerziehung professionell weiterentwickelt und ausdifferenzierte Einrichtungsformen – von der kleinen Wohngruppen in der Nachbarschaft bis zu Einrichtungen zur Unterstützung von Kinder und Jugendlichen in besonders gefährdeten Lebenslagen – entwickelt. „An diese Entwicklungen gilt es anzuknüpfen“, so Köngeter und Zeller. „Wohngruppen und Einrichtungen müssen als Nachbarschaften akzeptiert und die Leistungen der Pädagoginnen und Pädagogen anerkannt werden. Die Kommunalpolitik darf die Heimerziehung nicht nur als Kostenfaktor sehen.“ Letztlich gehe es bei der Heimerziehung ja darum, „dass die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass sie ein Recht auf Bildung und auf ein Aufwachsen unter gerechten Bedingungen“ haben.

„Pädagogisches und soziales Gelingen in der Heimerziehung“: Die vierte Bundestagung Heimerziehung versucht in diesem Kontext eine aktuelle Standortbestimmung der Heimerziehung, in dem sie sich diesem „Lebensort auf Zeit" aus verschiedenen Blickwinkeln widmet. Bundesweit kommen Fachleute aus der Praxis, aus Einrichtungen, Jugendämtern, Hochschulen für drei Tage an der Universität Hildesheim zusammen, um zu diskutieren wie Heimerziehung zukünftig gestaltet werden kann, um Kinder zu schützen und zu fördern.

Die Bundestagung ist eine Kooperation der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen, des CJD Göddenstedt, des Psychagogischen Kinderheims Rittmarshausen e.V. und der Universität Hildesheim.

Fotorechte: Jeremy Page, creative commons, Attribution-NonCommercial-ShareAlike

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1 Tagungen & Kongresse
news-5082 Thu, 02 Aug 2012 15:45:00 +0200 Eine Million Euro EU-Förderung: Uni entwickelt Studienprogramm in der Kinder- und Jugendhilfe https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/eine-million-euro-eu-foerderung-uni-entwickelt-studienprogramm-in-der-kinder-und-jugendhilfe/ „Durch Migration organisieren sich Familien über Ländergrenzen hinweg. Kinder wachsen heute in der EU, in Israel und Russland in grenzüberschreitenden Familien und Haushalten auf.“ An der Universität Hildesheim entwickelt ein Team von Wissenschaftlern zusammen mit Partnern aus der EU (Irland, Italien) sowie aus Israel und der Russischen Föderation ein internationales Studienprogramm im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Rund 965.000 Euro erhalten sie aus dem EU-Hochschulkooperationsprogramm Tempus IV. Die Forschungsgruppe am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim – Alia Jakoby (MA), Dr. Stefan Köngeter und Prof. Dr. Wolfgang Schröer - freut sich über den Erfolg. In der fünften Auswahlrunde wurden von 676 eingereichten Anträgen 108 bewilligt, darunter 13 deutsche Anträge. 

Die sozialen Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche sind in Zeiten globaler Veränderungen herausgefordert, ihre Expertise international zu erweitern. „Kinder- und Jugendhilfe ist noch sehr nationalstaatlich organisiert. Erfolgreiche Programme – z.B. das in angelsächsischen Ländern verbreitete ‚Looking after Children‘-Programm – können nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen werden“, erklärt Stefan Köngeter und fordert eine stärkere international vergleichende Perspektive. „Durch Migration organisieren sich Familien über Ländergrenzen hinweg. Kinder und Jugendliche wachsen heute in der EU, in Israel und Russland in Familien und Haushalten auf, die grenzüberschreitend organisiert sind.“ 

Kinder- und Jugendhilfe steht vor der Herausforderung, angemessene Programme zu erarbeiten, wie sie beispielsweise im Rahmen eines „migrationssensiblen Kinderschutzes“ entwickelt werden. Wissen über Entwicklungen der Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen und über die Kinder- und Jugendhilfe im europäischen Ausland und in den Nachbarstaaten der EU wird daher immer bedeutsamer – für Forschung, Politik und Wohlfahrtsorganisationen. 

Ziel des Programms ist es, zusammen mit drei europäischen, vier israelischen und zwei russischen Partnerorganisationen ein kooperatives Studienprogramm zu entwickeln, das diese internationale Dimension der Kinder- und Jugendhilfeforschung stärkt. Fortgeschrittene Studierende (Master und Promotion) haben mit diesem Programm die Möglichkeit, eine grenzüberschreitende Qualifikation zu entwickeln und ihre Karrieren transnational auszurichten. 

Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik baut mit dem Tempus-Projekt seine vielfältigen internationalen Kooperationen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe aus. Seine Expertise im Bereich der strukturierten Promotionsförderung – das Promotionsprogramm „Soziale Dienste im Wandel“, gefördert durch das Land Niedersachsen, und das DFG-Graduiertenkolleg „Transnationale Soziale Unterstützung“ mit insgesamt fünfzehn Doktorandinnen und Doktoranden – ist eine wichtige Basis für das Gelingen dieser internationalen Kooperation. 

„Mit diesem Erfolg haben unsere Hochschulen ein hohes Maß an Internationalität und Verantwortung bewiesen. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten in ihren Projekten neben ihren Verpflichtungen in Lehre und Forschung einen wichtigen Beitrag zum Aufbau hochwertiger Hochschulstrukturen in den Nachbarländern der EU“, sagte der niedersächsische Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Josef Lange am Donnerstag. 

Tempus-Programm: Förderung für bundesweit 13 Hochschulen

Ziel von Tempus ist es, durch gemeinsame Projekte mit den europäischen Nachbarn die Modernisierung des dortigen Hochschulwesens voranzubringen. Die Auswahlentscheidungen hat die europäische Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) in Brüssel getroffen. Im bundesweiten Vergleich haben Niedersachsens Hochschulen am erfolgreichsten abgeschnitten. Insgesamt rund 4,3 Millionen Euro erhalten die Universitäten aus Hildesheim und Oldenburg, die TU Clausthal, die Jade Hochschule und die Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaft. 

Bereits seit 2008 leitet die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann an der Universität Hildesheim erfolgreich EU-Tempus-Projekte. Am Projekt „Konsekutive und vernetzte Aus- und Weiterbildung in Bildungsmanagement“ sind vier westeuropäische und sieben osteuropäische Universitäten beteiligt.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung
news-4857 Fri, 29 Jun 2012 11:02:00 +0200 Forschung zu frühkindlicher Bildung und Entwicklung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschung-zu-fruehkindlicher-bildung-und-entwicklung/ Das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen feiert sein fünfjähriges Bestehen. Im Rahmen eines Festakts wurden am Freitag, 29. Juni 2012, im Beisein des niedersächsischen Kultusministers Dr. Bernd Althusmann das Forschungsprofil und die erzielten Forschungsergebnisse kompakt vorgestellt. Zu den aktuell rund 20 Forschungsprojekten zählen u.a. Diversity in der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte, Mehrsprachigkeit in Kita und Schule, Neurokognitive Effekte sportlicher und musikalischer Frühförderung. Grußworte sprachen der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Prof. Dr. Peter Cloos, Erziehungswissenschaftler und Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen (Programm als PDF).

Das Kompetenzzentrum wurde 2007 mit der Antragstellung für die wissenschaftliche Begleitung des Niedersächsischen Landesprogramms „Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zur Grundschule" durch Prof. Dr. Baader, Prof. Dr. Cloos und Prof. Dr. Schröer gegründet. Es hat sich zu einem interdisziplinären Forschungszentrum der Universität Hildesheim mit acht Forschungseinheiten entwickelt.

Das Zentrum ist überregional in Deutschland und Niedersachsen aktiv und arbeitet mit anderen Forschungseinrichtungen eng zusammen. Im Rahmen des Festakts werden erstmals das Forschungsprofil und die erzielten Forschungsergebnisse kompakt einem interessierten Publikum aus Politik, Wissenschaft und Fachpraxis vorgestellt.

Im Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen hat sich gezeigt, dass die anstehenden Herausforderungen im Feld der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Entwicklung insbesondere durch eine systematische interdisziplinäre Bündelung und Institutionalisierung der Forschung und durch handlungsfeldübergreifende regionale Kooperationsformen bearbeitet werden können. Angesichts der Vielfalt der offenen Fragen kann die interdisziplinäre Zusammenarbeit innovative Antworten und Lösungsstrategien entwickeln. In diesem Sinne hat sich das Kompetenzzentrum zum Ziel gesetzt, Zugänge unterschiedlicher Disziplinen zu bündeln und interdisziplinären Wissenstransfer zu fördern.

Das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen stellt aktuelle Forschungsprojekte ausführlich auf der Internetseite vor.

Medienbericht:

„Fünf Jahre Kompetenzzentrum Frühe Kindheit. Projekt an der Uni Hildesheim untersucht Bildung für kleine Kinder", Deutschlandfunk, Campus und Karriere, 29.06.2012

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Sozial- und Organisationspädagogik Forschung
news-4794 Tue, 12 Jun 2012 13:25:00 +0200 Soziale Unterstützungsanker in der Uni: Studierende unterstützen Studierende https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/soziale-unterstuetzungsanker-in-der-uni-studierende-unterstuetzen-studierende/ Niedersachsen fördert Studierende aus nicht akademischen Familien. Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gab am Dienstag den Startschuss für fünf Projekte – darunter „UNI-APP“ der Universität Hildesheim. Unter Federführung der Zentralen Studienberatung baut die Universität Hildesheim ein „Anker-Zentrum“ auf: In jedem Studiengang soll künftig ein Team von studentischen Peers Studierende aus nichtakademischen Elternhäusern beraten und somit ein offenes Unterstützungsklima etablieren. Schon in den Schulen werden die Studierenden Kontakt aufnehmen und in der Studienwahlphase beraten. „Die gezielte Ansprache von Menschen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit Hochschulbildung hatten, wird immer wichtiger. Wir wollen an unseren Hochschulen Talente entdecken und Bildungschancen gezielt fördern“, sagte Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka am Dienstag in Hannover. Mit dem Ziel die Bildungsbeteiligung an den Hochschulen zu steigern, fördert das Land Niedersachsen neue Projekte mit insgesamt einer Million Euro. Fünf erste Projekte wurden als förderungswürdig ausgewählt und können nun starten, darunter die Vorhaben der Universitäten aus Hildesheim, Göttingen und Oldenburg.

„Wir wollen die Zugangsschwellen zur Universität Hildesheim und zu den Unterstützungsangeboten minimieren. Es hat sich gezeigt, dass Schwierigkeiten im Studium aufgrund von organisatorischen Fragen rund um das Studium, wie auch Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben signifikant häufiger Studierende betreffen, die über keine akademische Familientradition verfügen“, erklärt Martin Scholz, Leiter der Zentralen Studienberatung. „Verschärft wird diese Situation, wenn im Zuge des Übergangsprozesses in die Universität der Zugang zu Beratungsangeboten schlicht durch Unkenntnis der Institution verstellt ist. Wir sind überzeugt, dass vor allem das Etablieren eines offenen Unterstützungsklimas mit dem Erstkontakt und dem Beratungsangebot durch die studentischen Peers den Zugang zu den formellen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erleichtert und die Defizitorientierung in der Ansprache vermeidet.“

Unter Federführung der Zentralen Studienberatung wird in fachlicher Begleitung durch das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro in Hildesheim eine neue universitäre Infrastruktur – ein sogenanntes Anker-Zentrum – aufgebaut.

Künftig soll in jedem Studiengang ein Team aus ausgebildeten Studierenden eine Unterstützungsstruktur etablieren. Studierende beraten Studierende und werden für sie auch nach der Studieneingangsphase zu „Ankern“ im Uni-Leben. „Dabei klären sie jeweils individuell die Fragen, die im Zusammenhang mit dem Studium auftreten, um Studierende bei der Bewältigung ihres Studienalltags auf Augenhöhe zu unterstützen“, sagt Dr. Andreas Oehme, Experte für Übergangsforschung am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik.

Für Rückfragen stehen Martin Scholz, Leiter der Zentralen Studienberatung, und Dr. Andreas Oehme, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, gerne zur Verfügung. Kontakt über die Pressestelle (0177.8605905, presse[at]uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen ZSB Gleichstellungsbüro Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik
news-3749 Thu, 01 Dec 2011 19:13:00 +0100 Fachkoordination Erasmus https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/fachkoordina/ In Nachfolge von Frau Prof. Truschkat übernimmt ab sofort Dr. Stefan Köngeter die Fachkoordination Erasmus. Sozial- und Organisationspädagogik news-3360 Mon, 12 Sep 2011 20:12:00 +0200 Änderungen im Veranstaltungsangebot https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/aenderungen-i/ Sozial- und Organisationspädagogik Sozial- und Organisationspädagogik news-3359 Mon, 12 Sep 2011 20:03:00 +0200 Begrüßungsbrief Erstsemester BA SOP https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/begruessungsbr/ Sozial- und Organisationspädagogik news-3358 Mon, 12 Sep 2011 19:55:00 +0200 Übersicht Einführungswoche BA SOP https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/uebersicht-ei/ Sozial- und Organisationspädagogik news-2554 Wed, 16 Mar 2011 17:18:00 +0100 Angebot für eine Bachelor- oder Masterarbeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/angebot-fuer-1/ Im wirtschaftlichen Umfeld werden Projekte von besonderer strategischer Bedeutung als Change-Projekte aufgesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-4472 Tue, 15 Mar 2011 19:36:00 +0100 28./29. Januar 2011 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/2829-janu/ 28./29. Januar 2011 Workshop mit Herrn Prof. Dr. Klatzki als Gastreferenten; Vortrag mit dem Titel „Institutionelle Tatsachen, verkörpertes Wissen und Interaktion: Wie man soziale Dienste verstehen und erforschen kann.“ Sozial- und Organisationspädagogik news-971 Sun, 20 Feb 2011 12:53:00 +0100 Neuerscheinung: „Bildung des Effective Citizen“ https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/neuerscheinu-1/ Der soeben veröffentlichte Band zur „Sozialpädagogik auf dem Weg zu einem neuen Sozialentwurf“ enthält drei Beiträge von Mitgliedern des Instituts. Sozialpädagogik steht am Anfang des 21. Jahrhunderts in einem grundlegend veränderten wohlfahrtsstaatlichen Kontext. In diesem Zusammenhang wurden in den vergangenen Jahren vor allem bildungspolitische, manageriale und zivilgesellschaftliche Konzepte intensiv diskutiert und als widerstreitende Pole zumeist gegeneinandergestellt. Jedem dieser Diskussionsstränge wird eine spezifische anthropologische Prämisse zugeschrieben, das "kalkulierende Subjekt", das "unternehmerische Selbst" oder der "aktive Bürger".
Wenig in den Blick geraten ist dagegen bisher deren systematische Verkopplung, die sich gegenwärtig in einer neuen Mischung von Humankapitaltheorie, organisationaler Selbststeuerungstechnologie und prinzipieller Beteiligungsaufforderung ausdrückt.

In der Figur des Effective Citizen scheinen sowohl der zivilgesellschaftliche, der aktivierte als auch der strategisch-effiziente Akteur zusammenzufinden. Bildung wird dabei im Sinne einer ganzheitlichen zivilgesellschaftlichen Gestaltung des Humankapitals definiert und die Spannungsverhältnisse zwischen Bildung, Zivilgesellschaft und einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit von Wissen weitgehend nivelliert.

Vor dem Hintergrund dieser Beobachtungen gehen die Beiträge dieses Buches den Verschränkungen von managerialer, bildungspolitischer und zivilgesellschaftlicher Perspektive und den damit verbundenen neuen Sozialentwürfen, Steuerungstechnologien und deren anthropologischen Prämissen für die Sozialpädagogik nach.

Mit Beiträgen vonSarina Ahmed, Stefanie Albus, Katrin Bain, Karin Bock, Lothar Böhnisch, Micha Brumlik, Georg Cleppien, Bernd Dollinger, Jan Düker, Ulrike Eichinger, Natalie Eppler, Brit Heyer, Maksim Hübenthal, Bettina Hünersdorf, Ute Karl, Fabian Kessl, Nadia Kutscher, Susanne Maurer, Astrid Messerschmidt, Heinz Messmer, Chantal Munsch, Sascha Neumann, Thomas Olk, Eberhard Raithelhuber, Martina Richter, Kim-Patrick Sabla, Philipp Sandermann, Andreas Schaarschuch, Albert Scherr, Wolfgang Schröer, Barbara Stauber, Sabine Toppe, Thomas Wagner und Andreas Walther.

Kommission Sozialpädagogik (Hrsg.); Juventa Verlag, 2011; ISBN: 978-3-7799-1237-8; Ladenpreis: 28,00 €.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-2345 Mon, 10 Jan 2011 07:00:00 +0100 Forschungsprojekt Chance https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungsprojekt-chance/ Das Projekt Chance soll Antwort auf die grundlegende Frage geben: „Wer und was wird durch neue, strukturierte Promotionsformen in Deutschland produziert und wie realisiert sich darin Chancengleichheit?“. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Promotionsprogrammen in Deutschland sind nun eingeladen, bis zum 31. Januar an einer Online-Befragung teilzunehmen. Die strukturierte Promotionsförderung ist ein noch relativ junger, aber bereits stark frequentierter Weg zum Doktorgrad in Deutschland. Seit zwei Jahrzehnten wird daran gearbeitet, die strukturierte DoktorandInnenausbildung als eine qualitativ hochwertige Alternative zur Individualpromotion zu etablieren. "Das aktuelle Problem d er strukturierten Promotionsförderung besteht im Mangel an empirischen Daten über den Erfolg der momentan sehr unterschiedlichen Formen, welche beispielsweise Graduiertenkollegs, Promotionsstudiengänge oder Graduiertenschulen aufweisen", schildert Svea Korff, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, die Ausgangslage für das Projekt "Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung an deutschen Hochschulen". Die Projektverantwortlichen möchten zum Beispiel erforschen, ob sich unter den vielen verschiedenen Förderstrukturen inzwischen Typen erkennen lassen oder für welche Männer und Frauen unter Gender- und Diversity- Gesichtspunkten mehr Chancen geschaffen werden.

Das Projekt Chance ist ein dreijähriges Forschungsvorhaben an der Stiftung Universität Hildesheim, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Bekanntmachung „Frauen an die Spitze“ finanziert wird. Ein Wissenschaftsteam arbeitet seit Ende 2008 daran, bundesweit innovative Formen einer strukturierten Promotionskultur an Hochschulen zu identifizieren. Im Verlauf des Projekts sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet und somit Qualitätskriterien für Nachwuchsförderung und Geschlechtergleichstellung an deutschen Hochschulen entwickelt werden. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Meike Baader, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, und Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Direktor des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik, inne.

"Im Projekt Chance wird an der Universität Hildesheim eine Analyse zu den bundesweit existierenden Formen von Promotionsprogrammen vorgenommen. Wir benötigen nun die Unterstützung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Promotionsprogrammen in Deutschland, die wir herzlich einladen, sich an der anonymen Online-Befragung zu beteiligen", so Korff. Die Befragung endet am 31. Januar 2011. 

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-2014 Wed, 15 Dec 2010 20:13:00 +0100 Studienreise Mexiko/LA – Info-Treff Mi, 5.01.2011, 16-18h https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studienreise/ Bei dem Treffen soll überlegt werden, ob sich eine „Forschungsgruppe“ Studierender mit regionalem Schwerpunkt Mexiko/ Lateinamerika zusammenfindet, die gemeinsam eine Studienreise im Sommer/Herbst 2011 durchführt. Wer prinzipiell Interesse hat, im Ausland Forschungserfahrung zu sammeln, ist herzlich eingeladen, zu einem ersten konkreteren Informations- und Planungstreffen zu kommen:

Am Mittwoch, den 5. Januar 2011 von 16 bis 18h im Institut für Soz.- u. Org.päd., Sekretariat 1. Stock, L148

Das Angebot richtet sich primär an Studierende der BA- und MA-Studiengänge Soz.- und Org.päd. sowie Erz.wiss, ist aber auch für andere offen. Bei dem Treffen soll gemeinsam überlegt werden, ob sich eine „Forschungsgruppe“ mit regionalem Schwerpunkt Mexiko bzw. Lateinamerika zusammenfindet, die in den nächsten Monaten zu einem  Oberthema zusammenarbeitet ggf. sich auch gemeinsam vor Ort im Rahmen einer Studienreise im Sommer/Herbst 2011 bewegt. Frühester. Ein gemeinsames Thema könnte evtl. Migration/Transmigration sein. Die Ergebnisse einer solchen Forschung könnten z.B. in eine Abschlussarbeit münden oder als Studienleistung angerechnet werden.

Ob sich eine solche Möglichkeit des „Forschenden Lernens im internationalen Kontext“ entwickelt, hängt letztlich von Ihrem Interesse und Ihrer Beteiligung ab.

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie zum Treffen kommen wollen: Eberhard Raithelhuber und Elisabeth Tuider; raithelh(at)uni-hildesheim.de ; tuider(at)uni-hildesheim.de

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-2012 Tue, 14 Dec 2010 17:39:00 +0100 Thema für eine Diplom- oder Masterarbeit https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/thema-fuer-ei/ Organisationsentwicklung im Büro Weitere Informationen finden Sie hier.

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-1972 Tue, 07 Dec 2010 10:13:00 +0100 Stephan Wolff https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/stephan-wolf/ Bücher der Saison 2010 Sozial- und Organisationspädagogik news-1776 Tue, 16 Nov 2010 15:24:00 +0100 Forschendes Lernen in Internationalen Kontexten https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschendes/ Mi, 8.12.2010 13-15h, Raum L046 Im Rahmen des Dies Academicus bieten Prof. Dr. Elisabeth Tuider und Dr. Eberhard Raithelhuber eine Informationsveranstaltung an. Forschendes Lernen in Internationalen Kontexten": Mi, 8.12.2010  13-15h, Raum L046

Im Rahmen des Dies Academicus bieten Prof. Dr. Elisabeth Tuider und Dr. Eberhard Raithelhuber eine Informationsveranstaltung an.
Teil I: „Möglichkeiten des Forschendes Lernens“. Erfahrungen von Studierenden (13-14h)
Teil II: "Zur Lebenssituation von Frauen an der mexikanischen Südgrenze" (14-15h). Gastvortrag von Miriam Trzeciak, ehemalige Studentin des Lehrforschungsprojekts "Migration-Arbeit-Geschlecht". Der öffentliche Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „ZUG NACH NORDEN. MigrantInnen auf ihrem Weg durch Mexiko“, organisiert durch die Projektgruppe [trans]migration an der Universität Hildesheim (Link: www.uni-hildesheim.de/index.php)

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-1737 Thu, 11 Nov 2010 23:45:00 +0100 Erschöpft vom Bummeln https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/erschoepft-vo/ Studenten klagen über steigenden Leistungsdruck - nun aber enthüllt eine neue Studie, wie wenig die meisten in Wahrheit für ihr Studium tun. Sozial- und Organisationspädagogik news-1736 Thu, 11 Nov 2010 23:36:00 +0100 Grußwort zur Eröffnung des Bühler-Campus am 10.11.2010 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/grusswort-zur/ Stephan Wolff, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik Zunächst möchte ich im Namen des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik den Verantwortlichen Dank sagen für dieses gelungene Gebäude, aber auch für die Art und Weise seiner Fertigstellung. Entstanden sind nicht nur schöne und funktionale Arbeits- und Lehrräume, sondern auch Orte und Möglichkeiten der Begegnung und Vernetzung für Personen, Ideen und Projekte. Räumliche Nähe und räumliche Zugänglichkeit sind im Zeitalter des Internet ja keineswegs obsolet geworden – im Gegenteil. Hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist natürlich die Campuseigene Mensa als Ort der körperlichen Reproduktion wie der sozialen Kontaktpflege.
Besondere Anerkennung verdient die zügige Planung und Abwicklung der Baumaßnahme durch Sie, Herrn Hanold und Ihre, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Firmen. Besonders zu schätzen wissen wir Ihrer aller Gesprächsbereitschaft, Freundlichkeit und Rücksichtnahme, welche selbst die bei einem solchen Vorhaben unvermeidlichen Störungen des Lehr- und Institutsbetriebs erträglich gemacht haben.
Die Institute des Fachbereichs III und jene des Fachbereichs I verbindet traditionell die gemeinsame Arbeit im Rahmen der Lehramtsausbildung. Die „Wohngemeinschaft“ zwischen dem Fachbereich III und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik kam dagegen überraschend. Bei der Gründung dieser „Wohngemeinschaft“ ist es darum auch nicht immer ganz so romantisch zugegangen, wie im Fall unsere Namenspatronen Karl und Charlotte Bühler.

Die Fama weiß zu berichten, dass Charlotte auf die Arbeiten Karls 1914 in der Berliner Universitätsbibliothek aufmerksam geworden war. Einer Freundin sagte sie damals, dieser Mann wolle genau dasselbe wie sie, und sie wüsste gerne, wo er sei. Im Herbst 1915 reiste sie dann für Studien zu ihrer geplanten Dissertation über Denkprozesse nach München. Charlotte ahnte zu jener Zeit nicht, dass Karl Assistent ihres Münchener Lehrers Oswald Külpe am Psychologischen Institut war, zumal dieser auch gerade als Stabsarzt an der Front diente. Nach dem plötzlichen Tod eines anderen Professors am Institut wurde Karl Bühler am 30. Dezember 1915 nach München zurückberufen. Dort übernahm er kommissarisch die Leitung des Instituts, schaute sich unter den neuen Studierenden um und interessierte sich gleich sehr für Charlottes Arbeit – und Person. Bereits zwei Wochen nach seiner Rückkehr hielt der 37-jährige Professor Karl Bühler auf dem Weg durch den Englischen Garten in München um die Hand der 22 Jahre alten Studentin Charlotte Malachowski (wie sie damals hieß) an. Er blieb an einem großen Baum stehen, stellte die Milchkannen, die er trug, auf die Erde, und erklärte, sie sei genau jene, auf die er gewartet habe: eine Frau, die mit ihm seine Interessen teilen könne und die ihn als Mensch anzöge. Am 4. April 1916 feierten Charlotte und Karl Hochzeit. Danach bezogen beide eine Wohnung in Schwabing und stellten dort ihre beiden Schreibtische im Wohnzimmer nebeneinander.
Wie Sprachwissenschaftler und Organisationspädagogen wissen, sind Namen keineswegs Schall und Rauch. Namen sind wesentliche Bezugspunkte der Außen- und Selbstwahrnehmung wie auch der organisatorischen Sinnstiftung und Positionierung. Prozesse der Namensfindung sind daher für gewöhnlich umkämpft und gerade unter relativ fremden und in mancher Hinsicht ungleichen Partnern keineswegs trivial. Von daher ist die relative Kürze und Einvernehmlichkeit in unserem Fall ebenso bemerkenswert wie erfreulich. Offenbar haben sich alle Beteiligte in den beiden Bühlers wiederfinden können.

Die Bezugnahme auf Karl und Charlotte Bühler ist mehr als eine Referenz an bestimmte wissenschaftliche Inhalte oder Wurzeln. Sicherlich: Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik teilt Charlottes Perspektive auf den Lebenslauf als Ganzen - schließlich betreiben wir in verschiedenen Projekten Übergangsforschung und sind  im Hinblick auf Weiterbildung und lebenslanges Lernen mit „Organization Studies“ seit langem aktiv. Auch Charlottes Beiträge zur Etablierung einer Humanistischen Psychologie ebenso wie jene zur Biographieforschung sind für die Ausbildung sozialpädagogischer Handlungskompetenz wie für die Beratungspraxis relevant, die wir uns in Forschung und Lehre auf die Fahnen geschrieben haben. Und natürlich bildet Karls pragmatische Wendung der Sprachpsychologie für die am Institut seit langem beheimatete konversationsanalytische Forschung eine wichtige Traditionslinie.

Fast noch bedeutsamer, insbesondere was eine mögliche und anzustrebende „corporate identity“ des Bühler-Campus als ganzem angeht, erscheint mir aber der Stil, der die wissenschaftliche Praxis der Bühlers des Wiener Psychologischen Instituts, das beide zwischen 1922 und 1938 geleitet haben, auszeichnete.

Hervorstechende Kennzeichen dieser akademischen Lebenswelt waren:
das Bemühen um wissenschaftliche Exzellenz in der Forschung, insbesondere durch die Förderung und Einbindung einer Vielzahl begabter Nachwuchswissenschaftler. Unter den von den Bühlers Promovierten sind so illustre Namen wie Egon Brunswick , Else Frenkel, Hildegard Hetzer, Peter Hofstätter, Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld, Konrad Lorenz, Karl Popper, Hilde Spiel, Rene Spitz, Edward Tolman und Hans Zeisel.
Stilbildend war weiterhin die Aufgeschlossenheit für die Beiträge unterschiedlicher Disziplinen und methodischer/methodologischer Zugänge (so reichten die von ihnen eingesetzten bzw. akzeptierten Methoden von der Introspektion über Tagebücher, Verhaltensbeobachtung, Fragebögen bis zum Experiment)
Zum Stil des Instituts gehörte eine selbstverständliche Weltoffenheit und Internationalität. Dies zeigte sich insbesondere in dem außerordentlich hohen Anteil ausländischer Studierender (Charlotte berichtet, dass in einem Jahr Studenten aus 18 verschiedenen Ländern an ihren Kursen teilgenommen hätten).
Um schließlich ist da das Engagement für praktische Belange der Sozial- und Bildungspolitik. Besonders berühmt wurde die in mehrfacher Hinsicht bahnbrechende Studie über „die Arbeitslosen von Marienthal“.

Wenn ich nicht irre, sind die jetzigen Stärken, insbesondere aber die zukünftigen Perspektiven unserer „Wohngemeinschaft“ auf ganz ähnlichen Gebieten zu verorten: An Internationalität kann dem Fachbereich III wohl niemand das Wasser reichen. Auch wir im Institut für Sozial- und Organisationspädagogik bemühen uns thematisch wie institutionell um inter- bzw. transnationale Unterstützung und Vernetzung. Beide sind wir stark in der Promotionsförderung engagiert: sie haben das Promotionsprogramm „Interkulturalität“ initiiert, wir betreiben die Graduiertenkollegs „Transnationale soziale Unterstützung“ und „Soziale Dienste im Wandel“, beide gerahmt im Promotionsstudiengang “Sozial- und Organisationspädagogik“. Beide sind wir an Grundlagenforschung interessiert, setzen aber auch einen stark Akzent auf angewandter, problemlösender bzw. Problemlösung unterstützender Forschung. Und auch methodisch und methodologisch scheint es weder bei Ihnen noch bei uns unüberwindbare Voreingenommenheiten oder gar Grenzziehungen zu geben. Von daher sind die Chancen für ertragreiche Diskussionen und gemeinsame Projekte (zu denen es im Bereich von Veröffentlichungen vereinzelt ja schon gekommen ist) als ausgesprochen günstig zu bezeichnen.

Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wird gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten, dass der Bühler-Campus auch von diesem Bühler’schen Geist erfüllt ist. Wenn wir darin nicht nachlassen, ist es mir nicht bange, dass sich an diesem Ort etwas in Mengen einstellen wird, dem Karl Bühler den Namen gegeben und das er folgendermaßen definiert hat:
 „Ein eigenartiges im Denkverlauf auftretendes lustbetontes Erlebnis, das sich bei plötzlicher Einsicht in einen zuerst undurchsichtigen Zusammenhang einstellt.“
In diesem Sinne wünsche ich uns viele und viele gemeinsame „Aha-Erlebnisse“!

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Sozial- und Organisationspädagogik
news-1110 Tue, 05 Oct 2010 00:00:00 +0200 Dr. Stefan Köngeter gewinnt deutschen Jugendhilfepreis 2010 https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/dr-stefan-koengeter-gewinnt-deutschen-jugendhilfepreis-2010/ Dissertation aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wird ausgezeichnet. Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer zeichnete am 23.09.2010 in Münster die diesjährigen Preisträger des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises, den Hermine-Albers-Preis, aus. Wir würdigen damit herausragende Leistungen, die Kinder unterstützen, öffentlichkeit herstellen und wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe erzielt haben. Für die überzeugung und das Engagement, das hinter diesen Leistungen steht, danke ich den Preisträgern ganz herzlich", sagte Prof. Schäfer.

Der "Theorie- und Wissenschaftspreis der Kinder- und Jugendhilfe 2010" ging an Dr. Stefan Köngeter von der Universität Hildesheim, der für seine Dissertation "Relationale
Professionalität – Eine empirische Studie zu Arbeitsbeziehungen mit Eltern in den Erziehungshilfen" ausgezeichnet wurde. Der Preis ist mit 4.000 € dotiert.
"Die Preisträger stehen beispielhaft dafür, dass wir in der Kinder- und Jugendhilfe nur mit allen Akteuren gemeinsam erfolgreich sein können. Dieses Zusammenwirken für die und mit den Kindern und Jugendlichen sollte auch in Zukunft unser Leitbild sein", betonte Prof. Schäfer abschließend.

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis wird von der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden gestiftet und von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe -
AGJ verliehen. Der Preis gliedert sich in die Kategorien "Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe", "Medienpreis der Kinder- und Jugendhilfe", "Theorie- und Wissenschaftspreis der Kinder- und Jugendhilfe".

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Preise / Auszeichnungen
news-1085 Fri, 15 Jan 2010 00:00:00 +0100 Neujahrsempfang an der Universität Hildesheim: Erstmalig Preise für hervorragende Forschung, Lehre und Serviceleistungen vergeben https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/neujahrsempfang-an-der-universitaet-hildesheim-erstmalig-preise-fuer-hervorragende-forschung-lehre-u/ Zum Neujahrsempfang 2010 hat die Hochschulleitung der Universität Hildesheim Preise für hervorragende Forschung, Lehre und Service vergeben. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich hatte im Namen des Präsidiums im vergangenen Jahr dreimal 3000 Euro ausgelobt, um "symbolisch Dank zu sagen für besondere Leistungen innerhalb der Universität". "Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass wir Ihre Arbeit wertschätzen", so Friedrich anlässlich seiner Rede beim Neujahrsempfang für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Universität Hildesheim. Der Präsident bedankte sich für die sehr gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und brachte die Aufgaben für die Zukunft auf den Punkt: "Die Korrekturen der Bologna-Reform durchzuführen, ist eine große Aufgabe, daneben gilt es, den Akkreditierungsprozess zügig voranzubringen".
Auch Vizepräsident Christoph Strutz dankte den Beschäftigten der Universität für ihre produktive Mitarbeit und zeichnete die Mitarbeiterinnen des Akademischen Auslandsamtes unter der Leitung von Elke Sasse-Fleige mit dem Preis für hervorragende Service-Leistungen aus.
Professor Dr. Stephan Porombka, Vizepräsident für Forschung, vergab daran anschließend erstmalig den Forschungspreis der Stiftung Universität Hildesheim und betonte, dass die Universität in ihren Forschungen eine profilierte Exzellenz herstelle. Porombka wörtlich: "Wenn wir heute zum ersten Mal den Forschungspreis der Stiftung Universität Hildesheim vergeben, dann hat das ganz sicher mit einem Selbstbewusstsein zu tun, das in den letzten Jahren gewachsen ist – und das man probehalber dann auch noch mal an den gewachsenen Erfolgen in der Drittmitteleinwerbung ablesen kann." Folgerichtig wurde Professor Dr. Wolfgang Schröer mit seinem Team aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik mit dem ersten Forschungspreis der Universität ausgezeichnet, der sich seit nunmehr fast sechs Jahren um die Forschungskultur der Universität Hildesheim in vielen Projekten verdient gemacht hat, unter anderem durch die Einwerbung eines DFG-Graduiertenkollegs.
Der Vizepräsident für Lehre, Professor Dr. Toni Tholen konnte abschließend den Preis für hervorragende Lehre an drei KollegInnen vergeben. Tholen betonte, dass – neben vielen verbesserungswürdigen Aspekten – der Bologna-Prozess erreicht habe, dass die Qualität der Lehre mittlerweile besondere Beachtung fände, und so sei es nur konsequent, hervorragende Lehrende auszuzeichnen. Für diesen Preis konnten Vorschläge von Studierenden der Universität sowie Studiendekanen der Fachbereiche eingereicht werden, eine Jury – bestehend aus zwei Studierenden und zwei Studiendekanen – entschied abschließend über die PreisträgerInnen anhand von festgelegten Vergabekriterien. Ausgezeichnet wurden: Dr. Kim Philipp Schumacher vom Institut für Geographie und Dr. Torsten Richter vom Institut für Biologie und Chemie für ihre Lehrveranstaltung zum Thema "Sustainable University", sowie Janet-Marie McLaughlin vom Institut für englische Sprache und Literatur für ihre Lehrveranstaltung zum Thema "Textual Composition".
Zum Abschluss des Neujahrempfangs konnte Universitätspräsident Friedrich die gute Nachricht über eine weitere – mittlerweile die siebente – Stiftungsprofessur für die Universität verkünden, die in diesem Jahr dank Unterstützung durch die VGH-Stiftung und die Sparkasse Hildesheim im Bereich der Kunstvermittlung besetzt werde.


Der Preis für hervorragende Lehre ging an Janet-Marie McLaughlin
sowie an Dr. Torsten Richter und Dr. Kim Philip Schumacher (v.l.n.r.);
links Prof. Dr. Toni Tholen.


Das Team des Akademischen Auslandsamtes freute sich über
den Preis für hervorragende Serviceleistungen
(v.l.n.r.: Kerstin Mühlhausen-Lotze, Dr. Marit Breede,
Steffi Albrecht, Ulrike Bädecker-Zimmermann, Gundula
Sperling und Leiterin Elke Sasse-Fleige)

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Pressemeldungen Geographie Biologie & Chemie International Office Sozial- und Organisationspädagogik
news-1047 Tue, 09 Jun 2009 00:00:00 +0200 Unterwegs in Europa https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/unterwegs-in-europa/ Von Hildesheim nach Straßburg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und zum Europarat - Die Studienfahrt des Seminars 'Menschenrechte' Der internationale Menschenrechtsschutz stand im Mittelpunkt des Seminars 'Menschenrechte' von den Rechtswissenschaftlern Professor Kirsten Scheiwe und Professor Harry Willekens und 21 Studierenden, und nach der theoretischen Debatte begab sich die Gruppe mit 21 Studierenden vom 2. bis 4. Juni auf eine Reise quer durch Europa nach Straßburg - an den Ort, an dem vor 60 Jahren der Europarat gegründet wurde.

Menschenrechte sind in aller Munde – Menschen in allen Ländern berufen sich auf Menschenrechte als zwingende Rechtsnormen, um sich gegen staatliche Einschränkungen ihrer Grundrechte zu wehren, und in der internationalen Arena sind Menschenrechte rhetorische Waffen der Politik. Der internationale Menschenrechtsschutz stand im Mittelpunkt des Seminars 'Menschenrechte' von den Rechtswissenschaftlern Professor Kirsten Scheiwe und Professor Harry Willekens und 21 Studierenden, und nach der theoretischen Debatte begab sich die Gruppe mit 21 Studierenden vom 2. bis 4. Juni auf eine Reise quer durch Europa nach Straßburg - an den Ort, an dem vor 60 Jahren der Europarat gegründet wurde. Dort hat auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seinen Sitz, dessen Aufgabe es ist, die Einhaltung der Verpflichtungen aus der Menschenrechtskonvention durch die 47 unterzeichnenden Staaten sicherzustellen (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg der Europäischen Union, dessen Zuständigkeit die überwachung der Einhaltung der Verträge der Europäischen Union umfasst). Auf dem Programm der Gruppe stand der Besuch einer Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, in der zwei Kläger, Sejdic und Finci aus Bosnien-Herzegowina Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft durch die Verfassung und das Wahlrecht von Bosnien-Herzegowina rügten. Obwohl sie in der Vergangenheit hohe öffentliche ämter bekleidet hatten, waren sie wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit (Dervo Sejdic ist Roma, Jakob Finci jüdischer Herkunft) davon ausgeschlossen zur Wahl als Präsident von Bosnien-Herzegowina zu kandidieren oder zum Mitglied der zweiten parlamentarischen Kammer, der 'Kammer der Völker' gewählt zu werden, weil dies nur Mitgliedern der drei großen Volksgruppen erlaubt ist (bosnischen Muslimen, christlich-orthodoxen Serben, katholischen Kroaten), während alle 'anderen' (Mitglieder einer der anderen dreizehn anerkannten ethischen Gruppen im Vielvölkerstaat Bosnien-Herzegowina oder solche, die sich keiner ethnischen Gruppe zuordnen wollen) davon ausgeschlossen sind.

17 Richterinnen und Richter des Großen Senats hielten Einzug in blauen Roben und verhandelten diesen Rechtsstreit gegen Bosnien-Herzegowina, in dem sich die beiden Kläger Sejdic und Finci wegen Diskriminierung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit auf den Schutz der Europäischen Menschenrechtskonvention beriefen. Die beklagten Staatsvertreter Bosnien-Herzegowina wiesen jede Verantwortung für Diskriminierung von sich, weil diese Verfassungsregelungen von der internationalen Gemeinschaft im 'Dayton-Abkommen' eingeführt worden seien. Besonders beeindruckend war dagegen das Plädoyer der amerikanischen Rechtsanwältin Rosenberg, die Jakob Finci vertrat (der sich inzwischen als Botschafter für Bosnien-Herzegowina in der Schweiz befindet). Sie berief sich darauf, dass bei einer direkten Diskriminierung wegen der ethnischen Zugehörigkeit oder der sog. Rasse durch einen Mitgliedstaat fast keine Rechtfertigung möglich ist und daher eine Verletzung der Menschenrechte vorlag. Dagegen wirkten die Regierungsvertreter von Bosnien-Herzegowina eher blass und gaben sich wenig Mühe mit der Argumentation, was die Studierenden doch überraschte, weil sie sich von den offiziellen Repräsentanten eines Staates doch etwas mehr Präzision bei dem Versuch der Rechtfertigung ihrer Verfassungsregeln und des Wahlrechts erwartet hatten. Per Kopfhörer verfolgten die Zuhörerinnen und Zuhörer die englisch- und französischsprachige Verhandlung.

Auf dem Programm stand anschließend eine Diskussion mit einer deutschen Mitarbeiterin aus der Kanzlei des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die von der hohen Belastung der Gerichts mit zahlreichen Beschwerden aus allen Ländern berichtete. Beschwerden aus Deutschland betreffen zu einem großen Teil die lange Verfahrensdauer vor nationalen Gerichten, vor allem vor Sozialgerichten, und rügen die Verletzung des Grundrechtes auf ein faires Verfahren. Außerdem stand ein Besuch beim Europarat mit Besichtigung des Plenarsaals und einem Vortrag über die Europäische Sozialcharta und das Verfahren der überwachung der Einhaltung durch die Unterzeichnerländer. überraschend war für viele, dass Deutschland ein Zusatzprotokoll über ein kollektives Beschwerdeverfahren noch nicht unterzeichnet hat, so dass diese Konvention eher einem zahnlosen Tiger gleicht. Das Europäische Parlament konnte die Gruppe leider nicht mehr besuchen, denn das war schon über die nächsten Monate hinaus ausgebucht, so dass diese Institution der Europäischen Gemeinschaft bei einem Spaziergang am Fluss Ille nur von außen besichtigt werden konnte (auffällig die Reklame zur Teilnahme an den Europawahlen auf der riesigen Glasfront des Gebäudes) - kein Problem für die Gruppe, denn Straßburg bietet zahllose historische, künstlerische und touristische Anziehungspunkte.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-1041 Thu, 23 Apr 2009 00:00:00 +0200 Forschungstagung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungstagung/ Recht und Sozialpolitik – Forschungstagung zu Problemen grenzüberschreitender Pflege und der Beschäftigung von MigrantInnen in Pflegehaushalten Zwei Drittel der etwa 2 Milionen pflegebedürftigen Personen werden in Deutschland zu Hause betreut – häufig mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste und zunehmend auch durch Beschäftigung von Migrantinnen (fast immer Frauen) aus mittel- und osteuropäischen Staaten (MOE-Staaten), die mit im Haushalt von Pflegebedürftigen leben. Deren Zahl wird auf mindestens 60.000 Personen aus MOE-Staaten geschätzt.

 

Am 17. April 2009 diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis damit verbundene rechtliche und gesellschaftliche Probleme der Erbringung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen im Bereich der Pflege- und Haushaltsarbeit auf einer Forschungskonferenz an der Universität Hildesheim, die von Kirsten Scheiwe, Professorin für Recht sozialer Dienstleistungen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Zusammenarbeit mit dem DFG-Graduiertenkolleg 'Transnationale Soziale Unterstützung' und der Doktorandin Johanna Krawietz organisiert wurde. Hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis trafen sich zum Austausch über zahlreiche Themen. Das Spektrum der 'Praxis' reichte von der Gerichtsbarkeit über den Zoll, der für die Bekämpfung der Schwarzarbeit zuständig ist, die Zentrale Vermittlungsstelle der Bundesagentur für Arbeit bis hin zu freien Trägern aus dem Bereich der Pflege und der Beratung über Möglichkeiten der '24-Stunden-Pflege'.

Die derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten der Beschäftigung von Migrantinnen in Privathaushalten von Pflegebedürftigen werden von verschiedenen Akteuren unterschiedlich interpretiert und sind durch Kontroversen und s genannte Grauzonen charakterisiert. Irreguläre Beschäftigungsverhältnisse sind häufig. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grauzonen bei grenzüberschreitender Haushalts- und Pflegearbeit im Rahmen der EU und aus den neuen Beitrittsländern Mittel- und Osteuropas erläuterte kompetent Manfred Husmann, Richter am Bundessozialgericht i.R. Björn Nessler von der Diakonie Ruhr-Hellwege berichtete über das Beratungskonzept dieses freien Trägers im Rahmen der ambulanten Pflege. Dr. Hans-Joachim von Kondratowitz vom Deutschen Zentrum für Altersfragen kritisierte das "praktizierte Wegducken und Wegblenden zentralstaatlicher Instanzen' in der bisherigen Politik und diskutierte die Möglichkeiten einer potenziellen Entillegalisierung irregulärer Migrantinnen. Prof. Dr. Tom Schmid thematisierte den österreichischen Versuch der Integration und 'Entillegalisierung' von 'Haushaltsnomadinnen' aus osteuropäischen EU-Ländern.

Die wissenschaftliche Analyse dieses Politikfeldes unter Einbeziehung der international vergleichenden Diskussion wird als Forschungsaufgabe weiter an der Universität Hildesheim fortgeführt; die Tagungsbeiträge werden veröffentlicht.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse
news-1035 Tue, 10 Mar 2009 00:00:00 +0100 Forschungsworkshop https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/forschungsworkshop/ Forschungsworkshop diskutiert Reformbedarf im Kindesunterhaltsrecht In einem Expertenworkshop der Universität Hildesheim diskutierten vom 5. bis 6. März 2009 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Rechtspraxis grundlegende Probleme des Kindesunterhaltsrechts.

Kindesunterhaltszahlungen sind häufig zu niedrig und decken nur in einem Drittel der Fälle das kindliche Existenzminimum. Im Zentrum der Debatte standen die Annahmen des Rechts über die Verteilung der Unterhaltslasten zwischen Müttern und Vätern nach Scheidung oder Trennung.

Im Kindesunterhaltsrecht wird zwischen Barunterhalt, Naturalunterhalt und Betreuungsleistungen unterschieden. In welchem Verhältnis diese Unterhaltsbeiträge zueinander stehen und wie der tatsächlich geleisteter Unterhalt des Elternteils, bei dem das Kind lebt, besser berücksichtigt werden kann, waren zentrale Fragestellungen. Der Workshop war Teil des Forschungsprojekts "Einer zahlt und eine betreut? Rollenbilder im Kindesunterhaltsrecht und ihre Geschlechterdimensionen", das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird. Projektleiterin Prof. Dr. Kirsten Scheiwe zieht eine positive Bilanz der Veranstaltung: "Dies ist eine wichtige Basis für die weitere Arbeit des Forschungsprojekts." Im Sommer 2009 wird der Bericht des Forschungsprojekts dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Veranstaltungen
news-1031 Mon, 09 Feb 2009 00:00:00 +0100 Absolventenfeier https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/absolventenfeier/ 101 Absolventen des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik erhielten ihre Urkunden Im gut gefüllten Hörsaal 2 der Universität erhielten am 6. Februar zahlreiche Absolventinnen und Absolventen der Bachelor- und Masterstudiengänge Sozial- und Organisationspädagogik sowie des Diplomstudienganges in Anwesenheit vieler Gäste ihre Urkunden zum Studienabschluss.

Insgesamt haben im vergangenen halben Jahr 101 Studierende ihren Abschluss erreicht. Außerdem wurden vier Doktorarbeiten abgeschlossen – eine erfolgreiche Bilanz für das Institut, wie Institutsdirektorin Professor Dr. Kirsten Scheiwe in ihrer Begrüßung feststellte. "Sie sind jetzt fix und fertig, aber weder besonders erschöpft noch mit fertigen Antworten in der Tasche. Wir hoffen, dass Sie durch das Studium einen Kompass zur Orientierung in der Praxis durch wissenschaftliche Grundkenntnisse und Methoden gefunden haben." Das Institut setzt einen besonderen Schwerpunkt in der Graduiertenförderung und hofft, auch in den nächsten Jahren zahlreiche Promotionsurkunden an die heutigen Doktorandinnen und Doktoranden des DFG-Graduiertenkolleg 'Transnationale soziale Unterstützung' überreichen zu können.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-977 Wed, 12 Nov 2008 15:32:00 +0100 Internationaler Forschungsworkshop https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/internationaler-forschungsworkshop/ "Young People's Transition from Care to Adulthood" 06. bis 08.11.2008 am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik Vom 06. bis 08.11. 2008 diskutierten an der Universität Hildesheim 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf europäischen und außereuropäischen Ländern auf einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsworkshop „Young People’s Transition from Care to Adulthood“.

Die Analyse von „übergangen“ ist in den vergangenen zehn Jahren zu einem zentralen Feld der internationalen Kindheits- und Jugendforschung geworden, stellen Maren Zeller, Stefan Köngeter und Wolfgang Schröer, die verantwortlichen Wissenschaftler für diesen Bereich und Organisatoren des Workshops am Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik, heraus. Dabei steht in der europäischen Forschung in Bezug auf die Übergänge in das Erwachsenenalter vor allem die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit (employability) junger Menschen und deren Wahrnehmung des Bürgerstatus (active citizenship) im Vordergrund. Weniger sind in diesem Kontext die Übergänge ins Erwachsenenalter von jungen Menschen erforscht, die in pädagogischen Settings öffentlicher Verantwortung (z.B. in der Heimerziehung oder einer Pflegefamilie) aufwachsen: Diese Gruppe ist – darauf deuten bisher alle Untersuchungen hin – im Übergang ins Erwachsenenalter einem höheren Risiko sozialer Exklusion ausgesetzt, als die Vergleichsgruppe von jungen Menschen, die in ihrer Herkunftsfamilie aufgewachsen ist.

Insgesamt steht die international vergleichende Forschung auf diesem Gebiet aber vor der Schwierigkeit, dass erhobene statistische Daten (sofern vorhanden) auf sehr unterschiedlichen Grundlagen basieren und über sehr unterschiedliche Gruppen Aussagen treffen können. Mit dem Workshop am Institut für Sozialpädagogik ist es nicht nur gelungen, dass internationale Forschungsnetzwerk Young People’s Transition from Care to Adulthood erstmals nach Deutschland zu holen, sondern auch die Kick-off-Veranstaltung zu organisieren, um die Perspektiven und Forschungsmethoden des weiteren gemeinsamen Forschungsprozess abzustecken. So wurden auf dem Workshop in Hildesheim die Grundlagen für ein gemeinsames Methodeninventars in dem international vergleichenden Forschungsprozess diskutiert, denn bisherige Sekundärauswertungen haben gezeigt, dass die existierenden Daten aufgrund erheblicher forschungsmethodischer Unterschiede kaum kompatibel sind. Die Entwicklung des gemeinsamen Methodeninventars kann als Schlüssel für die zukünftige vergleichende Forschung in diesem Themengebiet angesehen werden.

 

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Veranstaltungen
news-1015 Tue, 18 Dec 2007 16:18:00 +0100 Millionen für Forschernachwuchs in der sozialen Unterstützungsforschung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/millionen-fuer-forschernachwuchs-in-der-sozialen-unterstuetzungsforschung/ Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Graduiertenkolleg mit einem Fördervolumen von 2,1 Millionen Euro Es war die TOP-Meldung zum Jahreswechsel: Der Antrag des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik auf Einrichtung eines Graduiertenkollegs wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn positiv beschieden. Die Mitglieder des Senats der DFG bestätigen der Universität mit der Einrichtung des Kollegs ein gutes Forschungsklima. Diese Nachwuchsförderung schärft auch das internationale Profil der Stiftungsuniversität.

über den Zeitraum von 4,5 Jahren stehen zusammen mit dem Kooperationspartner, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 2,1 Millionen Euro zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Verfügung. Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Hildesheimer Sprecher des Graduiertenkollegs, betont die Entgrenzung in der sozialen Unterstützungsforschung. "Ursprünglich an nationalgesellschaftliche Orte gebundene Wissens- und Handlungsformen verlaufen heute vielfach quer zu nationalstaatlichen und -gesellschaftlichen Grenzen", so Schröer, der diese Entwicklung als ein wesentliches Merkmal von Transnationalität beschreibt.

Der Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Martin Schreiner lobte spontan: "Der Wolfgang Schröer ist eine Rakete. Er hat die Initiative ergriffen und mit anderen Wissenschaftlern ein bisher einmaliges Forschungsprogramm in diesem Themenfeld erarbeitet". Uni-Präsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich dankte Professor Schröer für dessen herausragende wissenschaftliche Leistung und betonte: "Wir fördern gezielt Forschungsprojekte mit nationaler und internationaler Vernetzung. Das zahlt sich aus." Von der Einrichtung eines Graduiertenkollegs profitiert vor allem auch der wissenschaftliche Nachwuchs. "In ihm erhalten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren", heißt es in einer DFG-Mitteilung.

Im Sinne dieser Nachwuchsförderung werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem Hildesheimer Graduiertenkolleg in die internationale soziale Unterstützungsforschung integriert und auf die Entwicklung und die Mitarbeit in transnationalen Netzwerken und Organisationen vorbereitet. Dabei befasst sich die soziale Unterstützungsforschung ganz allgemein formuliert mit zwischenmenschlichen Beziehungen und die soziale Einbindung von Menschen in Netzwerke.

Das Graduiertenkolleg "Transnationale Soziale Unterstützung" geht von der Annahme aus, dass angesichts der globalen Entwicklungen auch die zukünftigen Herausforderungen sozialer Hilfe nicht mehr alleine durch nationalstaatlich und -gesellschaftlich orientierte Unterstützungsbeziehungen und -strukturen gelöst werden können. Die damit immer wichtigeren transnationalen Konstellationen sozialer Unterstützung sind bislang jedoch kaum erforscht. Diesen Mangel will das Kolleg in drei zentralen Untersuchungsbereichen - "Transnational Family Care", "Transnational Networks", "Transnational Professional Support" - beheben helfen. Damit zielt es nicht zuletzt darauf ab, die Handlungsmöglichkeiten der Akteure, etwa in transnationalen sozialen Organisationen, zu stärken.

 


Beteiligte WissenschaftlerUniversität Hildesheim: Prof. Dr. Kirsten Scheiwe, Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Stephan Wolff (alle Institut für Sozial- und Organisationspädagogik), Prof. Dr. Werner Greve (Psychologie) sowie als assoziiertes Mitglied Prof. Dr. Claudia Derichs (Politik). Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Prof. Dr. Cornelia Schweppe, Prof. Dr. Franz Hamburger (beide Medien und Sport) und Universität Trier: Prof. Dr. Hans Günther Homfeldt (Sozialpädagogik)

 

Stichwort DFG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland. Die DFG dient der Wissenschaft in allen ihren Zweigen durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsvorhaben und durch die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forschern.

Stichwort Graduiertenkolleg
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses durch Beteiligung an der Forschung. Graduiertenkollegs haben das Ziel, besonders qualifizierten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit zu geben, ihre Dissertationen in einem anspruchsvollen, von Zusammenarbeit geprägten Forschungsumfeld anzufertigen. Mit diesem Ziel verbunden sind auch eine Begrenzung der Pro-motionszeit und eine Senkung des Promotionsalters und eine Steigerung der Attraktivität der Promotion. Graduiertenkollegs sind Disziplinen übergreifend angelegt und fördern in diesem Sinne die Kooperation zwischen Fächern. Sie haben zudem das Ziels Strukturen zu schaffen, die einen Verbleib von Frauen in der wissenschaftlichen Laufbahn begünstigen. Ein weiteres Ziel dieses Programms ist die Förderung der internationalen Kooperation im Bereich der Promotionsförderung, insbesondere auch die Steigerung der Attraktivität deutscher Universitäten für ausländische Promovierende. Forschung ist der weitaus überwiegende und wesentliche Inhalt der Promotion. Ohne exzellente Forschung ist ein attraktives und leistungsfähiges Promotionsangebot nicht möglich. Graduiertenkollegs sollen daher an Zentren herausragender Forschung angesiedelt sein. Die Finanzierung von Graduiertenkollegs umfasst insbesondere Personalkosten und die Finanzierung von Gastvorträgen.

 


Kontakt:Prof. Dr. Wolfgang Schröer+49 (0) 5121.883-552schroeer@uni-hildesheim.de

 

 

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik
news-1000 Wed, 04 Jul 2007 00:00:00 +0200 Studiengänge "Sozial- und Organisationspädagogik" erhalten Qualitätssiegel https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/studiengaenge-sozial-und-organisationspaedagogik-erhalten-qualitaetssiegel/ Bewerbungen sind noch möglich Nein, ein hochschulpolitischer Spaziergang sei das nicht gewesen, meint Professor Dr. Stephan Wolff, Leiter des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik, auf Nachfrage zu dem Akkreditierungsverfahren der ZEvA (Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover). Ein Verfahren, in dem der Bachelor- und der konsekutiven Masterstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auf ihre Qualität hin überprüft wurden.

Die hierfür erbrachten Anforderungen sind nicht, wie die lateinische übersetzung von Akkreditierung (accredere, Glauben schenken) vermuten lässt, im Vorbeigehen zu meistern. "Im Gegenteil", betonen auch Professorin Dr. Kirsten Scheiwe und Professor Dr. Wolfgang Schröer, "es bedarf harter Arbeit und einiger kluger Köpfe bei der Konzipierung der Studiengänge, um letztlich das Siegel der Akkreditierung tragen zu dürfen". Beide Studiengänge konnten den hohen Prüfungsanforderungen jedoch mehr als gerecht werden und haben mit Bravur bestanden. Damit gehören die bundesweit einzigen Studiengänge mit dieser fachlichen Ausrichtung zu den ersten akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen an der Universität Hildesheim.

Die Akkreditierung an sich sei schon Auszeichnung genug, sind sich alle an dem Verfahren Beteiligten einig, doch bedenkt man weiterhin die Vielzahl der lobenden Worte der Gutachterkommission der ZEvA, so erscheint die Zukunft der Studiengänge innerhalb der Hochschullandschaft in einem verheißungsvollen Licht. Es ist nicht zuletzt die Kombination theoretischer und praktischer Qualifizierungen für die Felder der Sozial- und Organisationspädagogik im Bachelorstudiengang, und die Spezialisierung auf die hoch qualifizierten Tätigkeiten der professionellen Analyse und Gestaltung von Organisationen im Masterstudiengang, die den Hildesheimer Studiengängen eine besondere Note verleihen. Sondern auch, wie die ZEvA anerkennend erwähnt, die "inhaltliche Gestaltung der Module, welche ganz überwiegend überzeugt".


Wer Sozial- und Organisationspädagogik studieren möchte, kann sich noch bis zum 15. Juli 2007 (Bachelor) bzw. 15. August 2007 (Master) online bewerben: studienbewerbung.uni-hildesheim.de

 

 

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik BA SOP
news-2203 Mon, 07 May 2007 14:41:00 +0200 Kompetenzzentrum "Frühe Kindheit Niedersachsen" gegründet https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/kompetenzzentrum-fruehe-kindheit-niedersachsen-gegruendet/ Berufung von Prof. Dr. Peter Cloos/ öffentliche Gründungsfeier für September geplant Die Handlungsfelder der Pädagogik der frühen Kindheit erfahren gegenwärtig eine neue gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Durch die Ergebnisse von PISA und IGLU und durch das Forum Bildung wurden vielerlei Reformvorhaben auf Bundes- und Länderebene angestoßen. Die Stiftung Universität Hildesheim hat im Schwerpunkt Erziehungs- und Sozialwissenschaften langjährige Erfahrungen und stellt ihre Expertise niedersachsenweit mit der Gründung eines Kompetenzzentrums "Frühe Kindheit Niedersachsen" zur Verfügung. Das Zentrum wird zudem Plattform für weitergehende Forschungsvorhaben.

Durch die Ergebnisse von PISA und IGLU und durch das Forum Bildung wurden vielerlei Reformvorhaben auf Bundes- und Länderebene angestoßen. Insgesamt wird erneut die Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die individuellen kindlichen Entwicklungsprozesse und die gesamtgesellschaftliche Entwicklung herausgestellt. In diesem Kontext stehen insbesondere die Kindertageseinrichtungen gegenwärtig unter einem großen Veränderungsdruck.

Dabei bedarf eine nachhaltig gelingende Reform der öffentlich verantworteten Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern einer Untersetzung durch empirische Erkenntnisse, wissenschaftlicher Beratung und zukunftsweisender Fort-, Weiterbildungs- und Studienangebote - auch in Verknüpfung mit Erwachsenen- bzw. Familienbildung. Angesichts dieser Entwicklungen wurde in diesem Jahr an der im Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Stiftung Universität Hildesheim ein »Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen« gegründet.

Den Kern des »Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen« bilden als Vorstand Prof. Dr. Peter Cloos (Pädagogik der frühen Kindheit; Sprecher), Prof. Dr. Meike Baader (Allgemeine Erziehungswissenschaft) und Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Sozialpädagogik). Die institutsübergreifende Zusammensetzung des »Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen« bündelt Kompetenzen aus den unterschiedlichen erziehungswissenschaftlichen Teildisziplinen der Pädagogik der frühen Kindheit, der allgemeinen Pädagogik und Kindheitsforschung, der Sozialpädagogik und der Schulpädagogik. Diese Bündelung erscheint angesichts der vielfältigen Entwicklungen in den Handlungsfeldern der Pädagogik der frühen Kindheit unabdingbar.

Die Arbeit des Kompetenzzentrums wird durch vielfältige projektbezogene, interdisziplinäre Kooperationen an der Stiftung Universität Hildesheim begleitet. Hierbei kann das Kompetenzzentrum auf bestehende fachbereichsübergreifende Kooperationen und Kompetenzen zurückgreifen. An der Stiftung Universität Hildesheim liegen vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen in der Arbeit mit Kindern vor. Enge Kooperationsbeziehungen werden zukünftig hier nicht nur mit der (Grund-)Schulpädagogik, sondern auch innerhalb der drei Fachbereiche (Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation, Informations- und Kommunikationswissenschaften)der Universität bezogen auf die Felder »Recht«, »Körper, Bewegung, Gesundheit«, »Sprache und Sprechen«, »Mathematisches Grundverständnis«, »ästhetische Bildung« und »Ethische und religiöse Fragen« zu etablieren sein.

Folgende forschungs-, weiterbildungs- sowie studienbezogene Aufgaben hat sich das Kompetenzzentrum zum Ziel gesetzt:

  • Empirisches Wissen zur Pädagogik der frühen Kindheit systematisch aufbauen und die Methoden der frühpädagogischen Forschung weiterentwickeln.
  • Zugänge unterschiedlicher Disziplinen (Erziehungswissenschaften, Psychologie, Recht, Sozial- und Kulturwissenschaften) ordnen und interdisziplinär bündeln.
  • Kompetenzen der Akteure stärken und weiterentwickeln sowie zu einer Professionalisierung der dort beschäftigten Fachkräfte beitragen. 
  • Regionale Partner im Feld der Pädagogik der frühen Kindheit vernetzen und joint-development Prozesse anstoßen.
  • Die Disziplin der »Pädagogik der frühen Kindheit« durch Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stärken.

    Die anstehenden Herausforderungen können nur durch eine systematische Institutionalisierung der Forschung im Bereich der Frühen Kindheit und eine interdisziplinäre Bündelung sowie durch handlungsfeldübergreifende regionale Kooperationsformen bearbeitet werden. So wird das Kompetenzzentrum auch durch einen Beirat beraten werden, der sich aus unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertretern der Praxis und Wissenschaft der Pädagogik der frühen Kindheit zusammensetzt. Der Beirat umfasst auch internationale Wissenschaftlerinnen und Forscher sowie Vertreter der Anstellungs- und Fortbildungsträger, der Fachschu-len und Fachverbände.


 

Stiftung Universität Hildesheim
Kompetenzzentrum
Frühe Kindheit
Niedersachsen

Prof. Dr. Peter Cloos(Sprecher)(siehe Foto)
Prof. Dr. Meike Baader
Prof. Dr. Wolfgang Schröer


Kontakt
Stiftung Universität Hildesheim
Fachbereich 1, Erziehungs- und Sozialwissenschaften
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim
Tel. 05121/883-425; -421 fax
cloosp(at)uni-hildesheim.de

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Pressemeldungen Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik
news-931 Wed, 01 Nov 2006 00:00:00 +0100 Zukunftsperspektiven des Ausbaus für Kindertagesbetreuung und Vorschulen in Deutschland https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/zukunftsperspektiven-des-ausbaus-fuer-kindertagesbetreuung-und-vorschulen-in-deutschland/ Internationale Forschungskonferenz unternimmt einen europäischen Vergleich Etwa 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf Ländern trafen sich Ende Oktober auf Einladung der Universität Hildesheim an ihrem historischen Standort Domäne Marienburg.

Sie kamen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, österreich, der Schweiz, Spanien, Ungarn und den USA. Eingeladen hatte Dr. Kirsten Scheiwe, Professorin für Recht am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität. "Ich bin der Volkswagen Stiftung sehr dankbar für die Finanzierung dieser internationalen Tagung mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichster Disziplinen, aus den Rechts-, Sozial- und Politikwissenschaften", so Scheiwe. "Es gibt auf dem Gebiet der frühkindlichen Erziehung praktisch keine vergleichende europäische Forschung, die Entwicklungstendenzen, Pfadabhängigkeiten und Wendepunkte thematisiert und dabei auch die Bedeutung institutioneller Faktoren und rechtlicher Rahmenbedingungen einbezieht", betonte sie.

Im Bereich der Kindertagesbetreuung und des Vorschulwesens sind die Unterschiede zwischen den europäischen Ländern sehr groß. In Belgien und Frankreich besuchten bereits in den 1920er Jahren mehr als 70 Prozent der Kinder die ganztägigen Vorschulen – heute sind es über 90 Prozent der über 2- oder 2 ½ -Jährigen und fast 100 Prozent der 5-Jährigen. In Deutschland setzte die Expansion erst nach 1991 ein, als ein Rechtsanspruch auf einen (halbtägigen) Kindergartenplatz eingeführt wurde. Für unter 3-jährige Kinder bietet Dänemark Betreuung für 68 Prozent der Kinder an (Tagesmütter und Plätze in Tageseinrichtungen). Das Angebot von Plätzen in Tageseinrichtungen reicht dagegen in den Flächenstaaten der alten Bundesländer nur für 2,4 Prozent der Kinder aus. Ganztagsplätze für Kindergartenkinder ab 3 Jahren stehen in den alten Bundesländern nur für 23,6 Prozent der Kinder zur Verfügung. Während Eltern für den Kindergartenbesuch als Teil der öffentlichen Fürsorge und Jugendhilfe Gebühren zahlen müssen, ist der Vorschulbesuch gebührenfrei – etwa in Spanien, Italien, Frankreich, Belgien und Luxemburg, die diese Einrichtungen in das Erziehungswesen eingegliedert haben.

"Wir erleben in Deutschland oft, wie rechtliche Argumente als Hindernis einer Ausweitung der öffentlichen frühkindlichen Erziehung wirken – Streit über Gesetzgebungsbefugnisse des Bundes im Rahmen der Föderalismusdiskussion, über Finanzierungs- und Verwaltungszuständigkeiten oder über die Zuordnung zum Erziehungswesen oder der Jugendhilfe. Die Drohung mit dem Gang zum Bundesverfassungsgericht gehört zum Ritual der deutschen Politik", meint die Hildesheimer Rechtswissenschaftlerin Kirsten Scheiwe.

Die Diskussion wird sicher weitergehen, denn die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2010 für 33 Prozent der unter 3-Jährigen Plätze in Tagesbetreuung bereitzustellen.

Mit diesen doch wechselhaften Aussichten verließen die Tagungsteilnehmer bei schönstem Herbstwetter den historischen Tagungsort Domäne Marienburg. Sie werden ihn in bester Erinnerung behalten, denn der Transfer zu der inmitten der Hildesheimer Kulturlandschaft gelegenen Tagungsstätte verlief Dank des von den Hildesheimer Stadtwerken zur Verfügung gestellten Busses reibungslos. 

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse
news-902 Tue, 28 Feb 2006 00:00:00 +0100 Zukunftsfähig: Sozialpädagogik und Organisationsberatung https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/aktuelles/einzelnachricht/artikel/zukunftsfaehig-sozialpaedagogik-und-organisationsberatung/ Weiterbildungsmarkt für Lehrer und Forschungsvernetzung stellen wichtige Trends dar Sozialpädagogen, sind das nicht die mit dem Helfersyndrom, die sich für und mit wenig Geld im Sozialstaat engagieren? Eben nicht. Die Zeiten haben sich geändert. Heute studieren diejenigen Sozialpädagogik, die in Unternehmen beispielsweise für die Weiterbildung verantwortlich sein wollen und die andererseits Organisationen beraten, wie sich Personalentwicklung gestalten lässt.

Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat sich in den vergangenen Jahren den neuen Anforderungen der Gesellschaft gestellt und die Studierenden für neue Arbeitsfelder ausgebildet. Die Orientierung auf Organisationen war in dem Entwicklungsprozess eine entscheidende Erweiterung der Studieninhalte.

Das Sozialpädagogikstudium wurde zu unrecht über lange Zeit auf den Bereich sozialer Dienste eingegrenzt. Bei der Zuweisung von Praktika und auch der sich für die Absolventen anschließenden Berufstätigkeit dominierten öffentliche Träger und Non-Profit-Organisationen auf der Arbeitgeberseite. Dies hat sich seit den 90er Jahren entscheidend geändert. Ein Symposium, zu dem das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zum Ende des Wintersemesters unter dem Titel "Entgrenzung und Dynamisierung" eingeladen hatte, ist und so formulierte es Institutsleiter Prof. Dr. Stephan Wolff "Ausdruck einer in den letzten Jahren konsequent vorangetriebenen Profilierung der Hildesheimer Sozialpädagogik."

In der Veranstaltung markierten Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Prof. Dr. Susanne Maurer und Prof. Dr. Erwin Wagner in ihren Vorträgen prägnante Entwicklungen, übergreifende Verbindungen und mögliche Forschungsvernetzungen der Sozialpädagogik an der Hildesheimer Stiftungsuniversität.

Eine wichtige Botschaft für die Studierenden kam vorab: Sie können wegen der Erschließung neuer Berufsfelder zukünftig auf ein besseres Gehalt im späteren Job hoffen. Das betonte zumindest Institutsleiter Prof. Dr. Stephan Wolff: "Eine organisationspädagogische Praxis beschränkt sich nicht notwendig auf den für die Sozialpädagogik und soziale Arbeit typischen Bereich sozialstaatlicher Einrichtungen und Dienstleistungen. Für unsere Studierenden, Praktikanten und Absolventen eröffnen sich damit ganz neue und attraktive Arbeits- und Forschungsfelder im verbandlichen und privatwirtschaftlichen Bereich; sei es in der Fort- und Weiterbildung, im Personalwesen, im Qualitäts- und Wissensmanagement, in der Organisationsberatung oder in der Programmevaluation. Ich will nicht vergessen zu erwähnen, dass Ent-Grenzung in diesem Zusammenhang nicht zuletzt bedeutet: Zugang zu höheren Gehaltsniveaus zu erlangen, als jenen, die wir aus dem klassischen Bereich kennen."

Der erste Redner, Prof. Dr. Wolfgang Schröer, repräsentierte beispielhaft das, was man den "Hildesheimer Habitus" nennen könnte. Gestützt auf eine solide disziplinhistorische Selbstvergewisserung entwickelte er für das Fach neue inhaltliche und theoretische Perspektiven. Schröer beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den strukturellen Bedingungen und Herausforderungen, mit denen sich transnationale Organisationen und ihr Management in sozialen Bereich auseinander zu setzen haben.

Prof. Dr. Kerstin Maurer, die bereits an der Universität Marburg als Professorin lehrt, stellte ihren Hildesheimer Habilitationsvortrag zum Thema "Soziale Phantasie im Spiegel des Science Fiction" vor. Dass Maurer als Inspirationsquelle und Experimentierfeld sozialer Phantasie gerade das Science Fiction herausgestellt hat, bewies einmal mehr den Sinn von Entgrenzungen hier im Verhältnis zu den angewandten Kulturwissenschaften.

In einem dritten Vortrag stellte Prof. Dr. Erwin Wagner Perspektiven im Krisendiskurs vor. Wagner, der dem Institut seit langem als Lehrbeauftragter und als Mitstreiter bei diversen organisationspädagogischen Initiativen verbunden ist, arbeitet als Leiter des Zentrums für Fernstudium und Weiterbildung im Kern eines wichtigen Trends: dem Weiterbildungsmarkt. Die Qualifizierung von Schulleitern und das Schulmanagement sind hier wichtige neue Aufgabenfelder für die Stiftungsuniversität, was Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich in seinem Grußwort besonders betonte.

Der Vortragsabend der Sozialpädagogen zeigte deutlich, dass man in Hildesheim gut aufgestellt und zukunftsfähig ist. Vor allem mit Blick auf die Aufgaben und Herausforderungen, die eine entgrenzte Gesellschaft mit sich bringt.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Tagungen & Kongresse BA SOP