Ziele

Forschungsgruppe Übergänge – Bildung – Beschäftigung

Im Zuge sozialer Veränderungsprozesse wie beispielsweise der Migration, sozialer Mobilität, des demographischen Wandels oder der Entgrenzung von Bildung und Arbeit werden die Gestaltung und Bewältigung von Übergängen im Bildungs-, Erwerbs- und Sozialsystem zu einer besonderen gesellschaftlichen Herausforderung. So zeigt die Forschung gegenwärtig sehr deutlich den Zusammenhang von sozialen Disparitäten und sozialer Selektion in Übergängen im Bildungs-, Erwerbs- und Sozialsystem auf. Das deutsche Bildungs- und Erwerbssystem weist demzufolge nach wie vor eine hohe Entscheidungsintensität auf, bei der sich die sozialen Differenzkategorien von ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Herkunft, Alter, Geschlecht, Gesundheit und Regionalität selektierend auswirken. Diese Struktur bringt mit sich, dass bei jeder weiteren Entscheidung im Bildungs-, Erwerbs- und Sozialsystem neue Disparitäten auftreten, und dass jede weitere Übergangsentscheidung die soziale Ungleichheit verschärft. Vor diesem Hintergrund wird einer integrativen Übergangsgestaltung in unterschiedlichsten Lebensaltern und Lebensbereichen somit eine zentrale Bedeutung beigemessen.

Die Begriffstrias Übergänge – Bildung – Beschäftigung besitzt also eine hochaktuelle sozial- und bildungspolitische Bedeutung. Bildung und Beschäftigung werden in dieser Diskussionsperspektive vorwiegend als institutionelle Begriffe gefasst, welche auf die entsprechenden gesellschaftlichen Funktionssysteme verweisen. Mit dem Übergangsbegriff werden dann spezifische institutionelle Zustandsbeschreibungen der gesellschaftlichen Subjekte fokussiert, die sich als ein „Drinnen und Draußen“ oder auch als ein „Hier und Dort“ beschreiben lassen.

Die Forschungsgruppe Übergänge – Bildung – Beschäftigung fragt demgegenüber nach der Art und Weise des Funktionierens dieser Übergänge, also nach dem „Dazwischen“. Sie betrachtet Übergänge als eine spezifische soziale Praxis, in der Übergänge, Bildung und Beschäftigung als vom Subjekt zu bewältigende, von Organisationen zu gestaltende und von der Sozial-, Bildungs- und Beschäftigungspolitik zu steuernde Prozesse verstanden werden.