„Herbartianismus und Sozialpädagogik“

Eine übergangene Grundlegung und vergessene Tradition (DFG-Projekt)
 
Der Herbartianismus kann als eine übergangene Pädagogik in der Theoriegeschichte der Sozialpädagogik angesehen werden. Bislang wurde lediglich in Einzeluntersuchungen in den vergangenen zehn Jahre darauf hingewiesen, dass der Herbartianismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein zentralen Einfluss auf die sozialpädagogische Theorieentwicklung hatte und auch eigene sozialpädagogische Positionierungen und Professionalisierungsformen hervorbrachte. Ziel des Projektes ist es, mittels einer Zeitschriftenanalyse Entwicklungen und Kontroversen in den Argumentationen und Positionen systematisch nachzuzeichnen, um zu einem angemesseneren Verständnis der Verbindung von Herbartianismus und Sozialpädagogik sowie der Theoriegeschichte der Sozialpädagogik überhaupt zu kommen.

Förderungszeitraum: 01.10.07 – 30.09.10


Projektleitung und Mitarbeiter



ausgewählte Publikationen der Beteiligten zum Thema:

 

Dollinger, B. (2009): Die Prager Sozialpädagogik und die soziale Dimension des Herbartianismus. In: Adam, E/Grimm, G. (Hg.): Die Pädagogik des Herbartianismus in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Berlin/Wien.

Dollinger, Bernd (2007): Gibt es eine herbartianische Sozialpädagogik? Oder: Soziale Aspekte der Pädagogik Herbarts in ihrer Wahrnehmung durch die Sozialpädagogik. In: Bolle, R./Weigand, G. (Hrsg.): Johann Friedrich Herbart. 200 Jahre Allgemeine Pädagogik. Wirkungsgeschichtliche Impulse. Münster u.a.: Waxmann. S. 73-96 (mit C. Müller).

Dollinger, Bernd (2006): Die Pädagogik der sozialen Frage. (Sozial-)Pädagogische Theorie vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik. Wiesbaden: VS.

Dollinger, Bernd (2006): Johann Friedrich Herbart und die Sozialpädagogik. Eine gescheiterte Beziehung? In: Zeitschrift für Sozialpädagogik, 4. Jg., H.1, S. 2-20.

Dollinger, Bernd/Müller, Carsten (2006): Gibt es eine herbartianische Sozialpädagogik? - oder: soziale Aspekte der Pädagogik Herbarts in ihrer Wahrnehmung durch die Sozialpädagogik. In: Bolle, Rainer/Weigand, Gabriele (Hrsg.): Johann Friedrich Herbart. 1806-2006 - 200 Jahre Allgemeine Pädagogik. Wirkungsgeschichtliche Impulse. Münster: Waxmann, S. 73-96.

Dollinger, B./Schabdach, M. (2009): Theodor Waitz und die Konstitution pädagogischer Strömungen. Notizen zur Genese des Herbartianismus. In: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik. 86. Jg., S. 190-205. (im Erscheinen)

Eßer, Florian (2009): Herbartianische Pädagogik und die Reform von Erziehung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In: Müller, Carsten (Hg.): Historisch-kritische Zugänge zur Professionalität der Sozialpädagogik/Sozialarbeit. Essen, i. E.

Eßer, Florian (2010): Zwischen Selbsttätigkeit und Erziehungsbedürftigkeit. Das Kind in der Zeitschrift für Kinderforschung. In: Paedagogica Historica, 46. Jg, online zugänglich unter: http://www.informaworld.com/smpp/content~db=all~content=a913179574

Müller, Carsten (2007): Eine Neubewertung des Streites um Individual- und Sozialpädagogik - Die Begriffsverwendungen "Individual Pädagogik" und "Staatspädagogik". In: Zeitschrift für Sozialpädagogik, 5.Jg., H.2, S. 114-133.

Müller, Carsten (2007): Johannes Trüper als Sozialpädagoge - wider die reformpädagogische Engführung der Heilpädagogik. In: Sonderpädagogik (angekündigt für 37.Jg., H.2/3).

Müller, Carsten (2007): "Keine Demokratie ohne Bürger?!" - Zu Verständnis und Kritik der Bürgerprogrammatik im Begriff Sozialpädagogik. In: Dollinger, B./Müller, C./Schröer, W. (Hrsg.): Die sozialpädagogische Erziehung des Bürgers - Entwürfe zur Konstitution der modernen Gesellschaft. Wiesbaden: VS, S. 13-28

Müller, Carsten (2006): Hat Heilpädagogik sozialpädagogische Wurzeln? Ein begriffsgeschichtlicher Beitrag zur Annäherung zweier Fachgebiete. In: Sonderpädagogik, 36.Jg., H.2, Seiten 96-104.
Müller, Carsten (2005): Sozialpädagogik als Erziehung zur Demokratie - ein problemgeschichtlicher Theorieentwurf. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Müller, Carsten (2005): Sozialpädagogik und Arbeitsschule – der vergessene Beitrag von Carl Gottfried Scheibert. In: Konrad, F. M. (Hrsg.): Sozialpädagogik im Wandel - Historische Skizzen. Münster: Waxmann, S. 55-67.

Schabdach, M. (2009): Die Bürgerschule: Sozialpädagogik in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In: B. Dollinger/F. Merdian (Hg.): Vertrauen als Basiselement sozialer Ordnung. Augsburg. S. 111-134.

Schabdach, M./Dollinger, B. (2009): Die „Pädagogische Revue“: Sozialpädagogik im Kontext politischer und pädagogischer Transformation. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik. Heft 1.

Schröer, Wolfgang (2001): „Die Zeit der ‚Sozialpädagogik’ ... ist zu Ende“ – Peter Petersen und die Sozialpädagogik. In: Koerrenz, R./Lüttgert, W. (Hrsg.): Jena-Plan. Über die Schulpädagogik hinaus. Weinheim und Basel: Beltz. S. 83-96.

Schröer, Wolfgang (1999): Sozialpädagogik und die soziale Frage. Der Mensch im Zeitalter des Kapitalismus um 1900. Weinheim und München: Juventa.

Schröer, Wolfgang (1998): Der “Kathedersozialpädagoge” Wilhelm Rein. In: Coriand, Rotraud/Winkler, Michael (Hrsg.): Der Herbartianismus. Die vergessene Wissenschaftsgeschichte. Weinheim: Beltz. S. 169-187.