Einer zahlt und eine betreut? Rollenbilder im Kindesunterhaltsrecht und ihre Geschlechterdimensionen

Projektleitung:

Prof. Dr. jur. habil. Kirsten Scheiwe

Projektmitarbeiterin:

Maria Wersig, Dipl. Jur.

Themenbereich:

Familienrecht, Kindesunterhaltsrecht; Untersuchung von Rechtsnormen, Kommentarliteratur und Rechtsprechung

Fragestellung:

Welche Probleme und Ungleichheiten verursachen Grundannahmen des Kindesunterhaltsrechts, die von einer asymmetrischen Verteilung der Rollen als Betreuende/r und Zahlende/r ausgehen?

Diese Fragestellung soll auf der Grundlage einer Rekonstruktion der Unterhaltspflichten und ihres Umfangs aus geschlechtertheoretischer Perspektive bearbeitet werden.  

Zeitdauer:

Die Untersuchung soll in einem Zeitraum von max. 12 Monaten durchgeführt werden. Projektbeginn November 2008

Finanzierung: BMFSFJ (Referat 406)

Die vollständige Beschreibung des Forschungsprojektes finden Sie hier

Forschungsworkshop diskutiert Reformbedarf im Kindesunterhaltsrecht

Vom 5. bis 6. März 2009 diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Rechtspraxis grundlegende Probleme des Kindesunterhaltsrechts. Kindesunterhaltszahlungen sind häufig zu niedrig und decken nur in einem Drittel der Fälle das kindliche Existenzminimum. Im Zentrum der Debatte standen die Annahmen des Rechts über die Verteilung der Unterhaltslasten zwischen Müttern und Vätern nach Scheidung oder Trennung. Im Kindesunterhaltsrecht wird zwischen Barunterhalt, Naturalunterhalt und Betreuungsleistungen unterschieden. In welchem Verhältnis diese Unterhaltsbeiträge zueinander stehen und wie der tatsächlich geleisteter Unterhalt des Elternteils, bei dem das Kind lebt, besser berücksichtigt werden kann, waren zentrale Fragestellungen. Der Workshop war Teil des Forschungsprojekts "Einer zahlt und eine betreut? Rollenbilder im Kindesunterhaltsrecht und ihre Geschlechterdimensionen", welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird. Projektleiterin Prof. Dr. Kirsten Scheiwe zieht eine positive Bilanz der Veranstaltung: "Dies ist eine wichtige Basis für die weitere Arbeit des Forschungsprojekts." Im Sommer 2009 wird der Bericht des Forschungsprojekts dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben.