DigiCare – Ein Konzept zur Digitalisierung von Pflegedingen

Forschungsverbundprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „eHeritage" (Förderlinie 1)

Laufzeit: 1.2.2017 bis 31.10.2017

Projektpartner: Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Pflege war und ist eine zentrale Praxis menschlichen Miteinanders und des sozialen Zusammenhalts. Sie ist ein stilles soziales Kapital einer Gesellschaft und prägt die persönlichen Gemeinschaften, in denen sie praktiziert wird ebenso wie den Sozialstaat, der die Rahmenbedingungen der Pflege strukturiert. Materiale Objekte bzw. Dinge spielen in der Ausgestaltung von Pflege eine große Rolle. Sie wirken nicht nur durch ihre Materialität, sondern sie üben auch Einfluss auf die zwischenmenschliche Interaktion sowie das soziale Ordnungsgefüge aus sowie ihre sozialstaatliche Rahmung. Historische Pflegedinge stellen ein wichtiges kulturelles Erbe dar, sind bislang jedoch nur schwer zugänglich und deshalb wenig beforscht. . Im Rahmen des Verbundprojektes „Digicare“ wird nun ein Konzept zur Digitalisierung des kulturellen, materialen Erbes der Pflege (den Pflegedingen) erarbeitet. Damit sollen Pflegedinge für objektbasierte Arbeiten einer breiten Basis der scientific community sowie der interessierten Fachöffentlichkeit zu Forschungs- und Lehrzwecken zugänglich gemacht werden. Das Konzept bezieht sich auf die Digitalisierung von mehreren Hundert Objekten, die deutschlandweit in unterschiedlichen, zumeist medizinhistorischen, universitären Sammlungen lagern. Sie decken einen Zeitraum von etwa 1750 bis zur Gegenwart ab und umfassen Gegenstände, die sowohl bei alltäglichen pflegerisch-umsorgenden wie medizinisch-assistiven Tätigkeiten Verwendung fanden. Forschung diesbezüglich kann umgehend in konkrete Lehrformate für die pflegerische Ausbildung und das Studium münden, die mit der Erschließung des pflegerischen kulturellen Erbes an Attraktivität erheblich gewinnen würde. Weiterhin kann die Sichtbarkeit der Pflege in Publikationsformaten wie Ausstellungen oder Artikeln und Monografien durch die Zugänglichkeit des materiellen Erbes erhöht werden.

Kontakt: artnerl@uni-hildesheim.de

Projektleitung SOP: Prof. Wolfgang Schröer

Projektteam: Lucia Artner