Neuerscheinungen

Meike Sophia Baader/Daniela Böhringer/Svea Korff und Navina Roman. Equal opportunities in the postdoctoral phase in Germany? In: European Educational Research Journal. 16. Vol., h. 2/3 2017, pp. 277-298.

This paper discusses results of a research project on equal opportunities between women and men in the postdoctoral phase in German universities. It illustrates how the funding system is organized and whether this contributes to more equal opportunities for men and women, especially concerning the work–life interference. Although the system loses women after the doctorial phase, equal opportunity is not a core issue in the promotion of postdoctoral researchers in Germany. Instead, it tends to be addressed indirectly via an array of different compensatory support programmes. One key finding is that certain programmes, such as ‘coaching’, ‘networking’, ‘mentoring’ or financial support, are not offered everywhere, and therefore many postdoctoral researchers do not have the opportunity to utilize them. Furthermore, we found evidence of a gender-specific demand for support programmes. Another finding was that work–life interferences in scientific careers are not addressed by support programmes. The organization of everyday life is not taken into account. Given the context of uncertain career paths in Germany and the unequal working conditions of women and men in academia in Germany, it becomes clear that equal opportunities cannot be realized by ignoring the informal and gendered handling of work-life-balance.

http://journals.sagepub.com/toc/eera/current

https://hochschuleundbildung.de/2017/05/23/druckfrisch-equal-opportunities-in-the-postdoctoral-phase-in-germany/

Meike Sophia Baader: Pädosexualität. Kindheit und Geschlecht im wissenschaftlichen Diskurs. In: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung. 14. Jg., H. 1, 2017, S. 3-19.

Meike Sophia Baader; Tatjana Freytag (Hrsg.): Bildung und Ungleichheit in Deutschland. Wiesbaden 2017

Anliegen des Bandes ist es, aufzuzeigen, wie multifaktoriell Bildungsungleichheit ist. Er kann auch als ein Beitrag der Bildungsforschung zur aktuellen Rückkehr der Kategorie der sozialen Ungleichheit angesichts unübersehbarer gesellschaftlicher Abkoppelungsprozesse gesehen werden. Die herausragende Bedeutung von Bildung für die Lebensperspektiven junger Menschen in Deutschland ist unbestritten. Der Erwerb schulischer und beruflicher Bildungsqualifikationen spielt eine Schlüsselrolle im sozialen Integrationsprozess. Bildungsabschlüsse sind entscheidend für die Chancen auf gesellschaftlich anerkannte Positionen, auch wenn Bildung allein längst kein Garant mehr dafür darstellt. Da sich die Auswirkungen von sozialer Benachteiligung jeweils kumulativ-kontextuell darstellen, werden die Bereiche Familie und Kindheit, Schule und Hochschule sowie außerschulische Bildung und Weiterbildung in den Blick genommen und es wird nach Durchquerungen, Genderaspekten, Intersektionalität und Inklusion gefragt.

 

Meike Sophia Baader, Christian Jansen, Julia König und Christin Sager (Hrsg.): Tabubruch und Entgrenzung. Kindheit und Sexualität nach 1968. Köln/Weimar/Wien 2017

Die Aufdeckung der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule und in katholischen Internaten im Jahr 2010 sowie die Debatten um Daniel Cohn-Bendits Buch "Der Große Basar" 2013 führten zu einem öffentlichen Interesse an den Diskursen über die Befreiung der Sexualität in den 1970er und 1980er Jahren. Diese werden in diesem Sammelband in breitere historische und politisch-kulturelle Kontexte eingeordnet, dabei wird auch die Geschichte des Verhältnisses von kindlicher und erwachsener Sexualität sowie der Wandel generationaler Ordnungen in den Blick genommen. Rekonstruiert werden die Auseinandersetzungen um Pädosexualität innerhalb der Sexualwissenschaft und der Erziehungswissenschaft, die Geschichte der Pädophilie-Bewegungen in nationaler und internationaler Perspektive, die Positionen der GRÜNEN, die Praktiken in antiautoritären Kinderläden, die Geschichte der Beratungsstellen sowie die sexualrechtlichen Rahmungen und Veränderungen jener Jahre. Fokussiert werden darüber hinaus auch theoretische Bezüge um 1968 sowie Diskurse über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Dies leisten international ausgewiesene Wissenschaftler_innen der Erziehungswissenschaft, der Psychoanalyse, der Geschichts- und Politikwissenschaft, der Soziologie und der Gender studies in inter- und transnationaler Perspektive.

http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-50793-0.html

Uwe Bittlingmayer, Alex Demirovic, Tatjana Freytag (Hrsg.): Handbuch Kritische Theorie. Wiesbaden 2016ff.

"Wissensgesellschaft" fungiert im politischen Diskurs als Zeit- und Zukunftsdiagnose, die auf die Vorstellung verweist, dass sich Gegenwartsgesellschaften zu wissens- und forschungsabhängigen Ökonomien entwickeln. Eine "kritische Theorie" der Wissensgesellschaft begleitet weniger den Prozess der Politisierung des sozialwissenschaftlichen Konzepts, vielmehr rückt die Kritik am Gebrauch des Terminus ins Zentrum, weil er Herrschaftsdimensionen moderner Gessellschaften ignoriert und verschleiert. In diesem Beitrag soll die Entwicklung des Begriffs "Wissensgesellschaft" zuerst ideengeschichtlich nachvollzogen werden, um ihn anschließend ideologiekritisch auf seinen emanzipativen Gehalt zu befragen.

https://link.springer.com/referencework/10.1007%2F978-3-658-12707-7

Florian Esser; Meike Sophia Baader; Tanja Betz; Beatrice Hungerland (Hrsg.): Reconceptualising Agency and Childhood: New Perspectives in Childhood Studies. Oxfordshire 2016

By regarding children as actors and conducting empirical research on children’s agency, Childhood Studies have gained significant influence on a wide range of different academic disciplines. This has made agency one of the key concepts of Childhood Studies, with articles on the subject featured in handbooks and encyclopaedias.

Reconceptualising Agency and Childhood is the first collection devoted to the central concept of agency in Childhood Studies. With contributions from experts in the field, the chapters cover theoretical, practical, historical, transnational and institutional dimensions of agency, rekindling discussion and introducing fundamental and contemporary sociological perspectives to the field of research. Particular attention is paid to connecting agency in the social sciences with Childhood Studies, considering both the theoretical foundations and the practice of research into agency. Empirical case studies are also explored, which focus upon child protection, schools and childcare at a variety of institutions worldwide.

This book is an essential reference for students and scholars of Childhood Studies, and is also relevant to Sociology, Social Work, Education, Early Childhood Education and Care (ECEC) and Geography.

https://www.routledge.com/Reconceptualising-Agency-and-Childhood-New-perspectives-in-Childhood-Studies/Esser-Baader-Betz-Hungerland/p/book/9781138854192

Meike Baader im Interview mit Rembert Unterstell (Redakteur des DFG-Magazins „forschung“): Lost Illusions. Anti-authoritarian education movement. In: german research. Magazine of the Deutsche Forschungsgemeinschaft. 3/2016, S. 21-23

 Lost Illusions.

Meike Sophia Baader; Tatjana Freytag (Hrsg.): Erinnerungskulturen: eine pädagogische und bildungspolitische Herausforderung. Köln / Weimar / Wien 2015

Wie kann Gedenken mit zunehmendem Abstand zum historischen Ereignis praktiziert werden? Welche Formen kann Erinnerung annehmen, die immer weniger auf Zeitzeugenschaft setzen kann? Welchen Herausforderungen ist Erinnerungskultur in einer Einwanderungsgesellschaft mit heterogenen Erinnerungskulturen ausgesetzt?
Diese Fragen werden im vorliegenden Band von internationalen Expertinnen und Experten reflektiert. Dabei werden Aspekte des Generationenverhältnisses, der familialen Tradierungen, der Erinnerung im Kontext von Migrationsgesellschaft, der genderreflektierten Gedenkstättenpädagogik, der Shoah im Spielfilm sowie der Instrumentalisierung der Erinnerung in den Blick genommen. Der Band setzt Impulse, um über die pädagogischen und bildungspolitischen Dimensionen des Themas nachzudenken.

http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-22183-6.html 

Christin Sager: Das aufgeklärte Kind.Zur Geschichte der bundesrepublikanischen Sexualaufklärung (1950-2010). Bielefeld 2015

Die Notwendigkeit, Kinder sexuell aufzuklären, wird spätestens seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr in Frage gestellt. Dennoch herrscht Uneinigkeit über die Inhalte und die pädagogische Umsetzung der Aufklärung.

Anhand von (west-)deutschen Sexualaufklärungsbüchern für Kinder und Familien (1950-2010) und der darin enthaltenen Konstruktionen von kindlicher Sexualität rekonstruiert Christin Sager den Wandel von gesellschaftlichen Normstrukturen und von pädagogischen Debatten über kindliche Sexualität und Aufklärungspraxis: Welche Familien- und Geschlechterkonstruktionen, sexuelle Normen und Diversitätsvorstellungen sowie Diskurse über sexualisierte Gewalt manifestieren sich in den Aufklärungsbüchern?

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2950-7/das-aufgeklaerte-kind 

Volker Schubert; Dorle Klika: Einführung in die Allgemeine Erziehungswissenschaft. Erziehung und Bildung in einer globalisierten Welt. Weinheim: Beltz Juventa, 2013.

Dieses Buch bietet eine verständliche und problemorientierte Einführung in Grundbegriffe der Allgemeinen Erziehungswissenschaft (wie Erziehung, Bildung, Lernen, Sozialisation). Des Weiteren wird die praktische Bedeutung der Erziehungswissenschaft angesichts globalisierter Erziehungs- und Bildungsverhältnisse diskutiert, einen Überblick über Formen der Institutionalisierung von Erziehung sowie eine einführende Diskussion der Bedeutung der neueren Ungleichheitsforschung für die Erziehungswissenschaft und die praktische pädagogische Arbeit geboten.

https://www.beltz.de/produkt_produktdetails/6383-einfuehrung_in_die_allgemeine_erziehungswissenschaft.html

Volker Schubert; Cornelie Dietrich; Dominik Krinninger: Einführung in die ästhetische Bildung. Weinheim: Beltz Juventa, 2012 (2., durchgesehene Auflage 2013)

Das Buch bietet einen hervorragenden Einstieg in die wesentlichen Elemente der ästhetischen Bildung. Aufgezeigt werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ästhetischer Erfahrung, ästhetischer Erziehung und Bildung. Neben zentralen Begründungsfiguren (Schiller und Dewey) werden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen sowie exemplarische didaktische Arrangements dargestellt.

http://www.beltz.de/fachmedien/erziehungs_und_sozialwissenschaften/buecher/produkt_produktdetails/7168-einfuehrung_in_die_aesthetische_bildung.html

Cloos, Peter/Schulz, Marc (2011): Kindliches Tun beobachten und dokumentieren. Perspektiven auf die Bildungsbegleitung von Kindern in Kindertageseinrichtungen. Juventa, Weinheim und München

Die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Tätigkeiten wird immer bedeutsamer. Gleichzeitig ist jedoch festzustellen, dass eine an erziehungswissenschaftlichen Diskussionsständen anschlussfähige Auseinandersetzung mit diesen Verfahren und den damit verbundenen frühpädagogischen, aber auch bildungspolitischen Intentionen kaum geschieht. In diesem Buch werden daher die Grundzüge der Verfahren, die eine (bildungs-) prozessorientierte Beobachtung und Dokumentation kindlicher Tätigkeiten in Kindertageseinrichtungen ermöglichen sollen, skizziert. Anschließend werden Lücken der frühpädagogischen Diskussion um die Verfahren benannt, die sich aus einer beobachtungs-, bildungs- und professionstheoretischen Perspektive ergeben.

Oehlmann, Sylvia/Manning-Chlechowitz, Yvonne/Sitter, Miriam (Hrsg.) (2011): Frühpädagogische Übergangsforschung. Von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule. Weinheim/München

In den letzten Jahren sind Übergänge im kindlichen Lebenslauf stärker ins Blickfeld wissenschaftlicher, bildungs- und sozialpolitischer sowie professionspädagogischer Diskussionen gerückt. Dieser Band greift die aktuelle und interdisziplinär geführte Auseinandersetzung um das Thema des Übergangs unter dem Gesichtspunkt frühpädagogischer Übergangsforschung auf und stellt dabei die aktuellen Programmvorhaben und Evaluationskonzepte der unterschiedlichen Modellprojekte vor. Einführend werden grundlegende theoretische sowie interdisziplinäre Zugänge zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule thematisiert. Ein Fokus liegt im Weiteren auf den aktuellen Programmvorhaben zur Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule. Hier werden zentrale Ergebnisse aus den unterschiedlichen Modellprojekten einzelner Bundesländer gebündelt vorgestellt. Ebenso werden weitere Forschungsperspektiven eingeführt, mit denen der theoretische sowie empirische Blick auf institutionelle Übergänge und ihre Gestaltung erweitert werden könnte. Dazu werden die pädagogischen Prinzipien zur Rechtfertigung von Kontinuität in den Bildungsverläufen der Kinder hinterfragt und elementarpädagogische Übergangsmaßnahmen unter einer wissenssoziologischen Diskursperspektive betrachtet.

Mit Beiträgen von
Barbara Berthold, Ursula Carle, Peter Cloos, Rainer Dollase, Ulrike Freund, Lilian Fried, Wilfried Griebel, Patrick Isele, Ludwig Liegle, Yvonne Manning-Chlechowitz, Sylvia Oehlmann, Hans-Günther Roßbach, Miriam Sitter, Sybille Stöbe-Blossey, Juliane Stude, Wolfgang Schröer und Bea Zumwald.