Erinnerungskultur

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Symposion "Erinnerungskultur als pädagogische und bildungspolitische Herausforderung"

Symposion der Stiftung Universität Hildesheim anlässlich der Ausstellung

“Abgeschoben“ in den Tod – Die Deportation von 1001 jüdischen HannoveranerInnen nach Riga“

eine Kooperation mit dem Projekt Erinnerungskultur der Stadt Hannover vom 13. – 14. Januar 2012

„An der Schwelle zu einer neuen Epoche, in der auch die Überlebenden des Riga-Transports nicht mehr berichten können, haben sie selbst im Bewusstsein ihrer Verantwortung eine Gesamtdarstellung angestoßen und die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Ereignisse und Prozesse der Riga-Deportationen überliefert werden. Initiator war der Überlebenden-Verband mit Sitz in New York. Vorsitzende ist die in Hannover geborene und aus Hannover deportierte Lore Oppenheimer. Inzwischen liegt ein Standardwerk vor, das vom „Riga-Komitee der deutschen Städte“ mit herausgegeben wurde.“

Zum Programm (bitte folgend Sie diesem Link)

Zur Anmeldung (bitte folgen Sie diesem Link)

Am 15. Dezember 1941 wurden 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Hannover nach Riga verschleppt, in der Verwaltungssprache hieß es: sie wurden „abgeschoben“. Dieser ersten Deportation von Juden aus Hannover folgten sieben weitere. Insgesamt wurden mit acht Transporten 2.394 Menschen aus Hannover in die Ghettos und Lager in Osteuropa verbracht. Sammelstelle war Ahlem, der Bahnhof Fischerhof (Linden) diente als Ankunfts- und Abfahrtsbahnhof für die Deportationszüge, abgesehen vom letzten Transport. Von den 1001 nach Riga Deportierten lebten im Mai 1945 noch 68 Menschen.


Eine Ausstellung des Projektes Erinnerungskultur der Stadt Hannover widmet sich nun den Einzelschicksalen der Deportierten.


Gerahmt wird die Ausstellung durch ein wissenschaftliches Kolloquium.

Das Symposion soll die Bedeutung von Erinnern, Gedächtnis und Gedenken in gegenwärtigen Zusammenhängen reflektieren und zum Nachdenken über pädagogisch-bildungspolitische  Dimensionen anregen. Wie kann Gedenken mit zunehmendem Abstand zum historischen Ereignis praktiziert werden? Welche Formen können Erinnerung und Gedenken, die immer weniger auf Zeitzeugenschaft setzen können, annehmen? Welche Zugänge zur Zeitgeschichte sind möglich? Und welche Herausforderungen und Perspektiven ergeben sich für eine Einwanderungsgesellschaft mit heterogenen Erinnerungskulturen? Wie kann Gedenkstättenarbeit und - pädagogik zeitgemäß gestaltet werden?