Severin Cramm

Akademischer Werdegang

2005-2008 Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim, Abschluss des Abiturs 2008,

2009-2014 Universität Hildesheim, Abschluss des Masters of Education 2014

Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte der europäischen Integration
  • Gewerkschaftsgeschichte
  • Geschichte des Rechtsextremismus

  • Wirtschaftsgeschichte

Dissertationsvorhaben

Der DGB und die frühen Projekte der europäischen Integration.

Die Europapolitik des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949-1957/58

 

Der große Anteil der Gewerkschaften zur Ausformulierung der deutschen Außenpolitik schlug sich auch in der Europapolitik der 1940er und 1950er Jahre nieder. Ziel des Projektes ist es, in diesem Zusammenhang den Beitrag des DGB in den Verhandlungen zur Konstituierung von Montanunion und den Römischen Verträgen zu untersuchen. Erste Ergebnisse deuten bereits darauf hin, dass die Rolle des DGB in den Verhandlungen zum Schumanplan in der historischen Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung massiv unterschätzt wird. Der DGB konnte durch seine Teilnahme an den Schumanplan-Verhandlungen nicht nur inhaltlichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Kohle- und Stahlgemeinschaft (EGKS) nehmen, sondern auch ein eigenes europapolitisches Profil entwickeln. Die bislang gesichteten Quellen belegen zudem, dass der DGB in der Außenwahrnehmung sowohl bei parteilichen Vertretern als auch auf europäischer Ebene als wichtiger Faktor in den Verhandlungen sehr ernst genommen wurde.

Basierend auf diesen Erkenntnissen beschäftigt sich das Projekt damit, die europapolitischen Vorstellungen und Ziele der führenden DGB-Vertreter und ihre Stellung in diesem Prozess zu beleuchten. Wichtig erscheint hier die Frage, welche Auswirkungen die Vorsitzwechsel (Hans Böckler — Christian Fette — Walter Freitag — Willi Richter) auch auf die Außenpolitik des DGB im Allgemeinen und die Europapolitik im Besonderen hatten. Eine außerordentlich wichtige Rolle soll hierbei das Verhältnis der DGB-Spitze zur Basis spielen, namentlich die Vermittlung der Europapolitik an Landes- und Kreisverbände sowie Werbe- bzw. Öffentlichkeitsmaßnahmen. Auch der Kontakt des DGB zu den deutschen Parteispitzen und zur Bundesregierung soll entsprechend beleuchtet werden. Der Austausch mit weiteren europäischen Gewerkschaften im Rahmen des IBFG und des 21er-Ausschusses soll in diesem Kontext betrachtet und in das Gesamtbild eingefügt werden. Die Arbeit ist durch die Einbindung wirtschaftswissenschaftlicher, vor allem aber aktueller politikwissenschaftlicher Theorien interdisziplinär ausgerichtet. Diese sollen mit der historischen Entwicklung abgeglichen bzw. durch diese untermauert werden.

Als Grundlage für das Projekt dienen neben der Forschungsliteratur vor allem die Archivbestände des AdsD in Bonn, speziell die Unterlagen des DGB-Archivs. Als besonders ertragreich haben sich hier die Veröffentlichungen der Gewerkschaftlichen Monatshefte sowie die archivierten Unterlagen der Hauptabteilungen Ausland (später: Internationales) und Vorsitzender herausgestellt. Zusätzlich sind Forschungsaufenthalte am ACFTU in Amsterdam zur Einsichtnahme in Unterlagen des ERO und am Historical Archive of the European Union in Florenz zur Einsichtnahme in die Unterlagen der Institutionen der Montanunion geplant.