Abstract Prof. Dr. Andreas Körber (Hamburg): Kreuzzüge - ein ergiebiges Thema für interkulturelles Lernen?

Der Beitrag fragt danach, inwiefern der Gegenstand "Kreuzzüge" geeignet ist, interkulturelles Geschichtslernen anzuregen und zu organisieren. Dazu wird zunächst auf der Basis einer skizzenhaften Bestandsaufnahme der Entwicklung des Konzepts "Interkulturelles Lernen" und einer Kritik einiger Ansätze und Konzepte erarbeitet, was unter zeitgemäßem "interkulturellem Geschichtslernen" verstanden werden kann. Herausgestellt wird unter anderem, dass es dabei in der heutigen globalisierten Welt und ihren heterogenen Gesellschaften weder um eine nachholende Enkulturalisierung von Migranten zur Geschichtsauffassung der Mehrheit'' gehen kann noch um ein Kennenlernen 'der' jeweils als geschlossene und unveränderliche Gruppe gedachten 'anderen' und ihrer Geschichtsauffassungen - auch nicht unter der Perspektive der 'Toleranz'. Es wird argumentiert, dass Geschichtsunterricht die Lernenden vielmehr befähigen müsse, ihre eigene und die Sichtweisen der vielen unterschiedlich 'Anderen' kritisch und produktiv zu hinterfragen und dabei die eigene Kulturalität(en) zu erkennen und zu erweitern.
Unter dieser Perspektive wird dann skizziert, wie Geschichtsunterricht den Gegenstand "Kreuzzüge" thematisieren kann, um dem skizzierten Anspruch gerecht zu werden.