Dissertationen, Habilitationen & Stipendien

Joachim Algermissen

Joachim Algermissen

Abstract des Dissertationsvorhabens von Joachim Algermissen, MSc, EMBA

I. Angaben zum Forschungsvorhaben

a) Arbeitstitel der Dissertation:

Hans Tietmeyer. Eine deutsche Biographie im Zeichen von europäischer Finanz- und Währungspolitik.

b) Fachgebiet und Arbeitsrichtung:

Biografieforschung - Deutsche und europäische Wirtschafts-, Finanz- und Währungsgeschichte –Europäische Integrationsgeschichte

c) Gesamtdauer des Forschungsvorhabens:

Oktober 2013 bis Juli 2016

d) Wissenschaftlicher Betreuer der Dissertation:

Prof. Dr. Michael Gehler, Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis

II. Zusammenfassung des Forschungsvorhabens

Das Projekt beschäftigt sich mit der Verfassung einer Biografie über Prof. Dr. Hans Tietmeyer. Tietmeyer hat insbesondere in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren an zahlreichen wirtschafts- und währungspolitischen Entscheidungen mitgearbeitet, die die deutsche und europäische Wirtschafts- und Währungsentwicklung geprägt haben. Ob es um die Gründung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation (1963), um die Ausarbeitung der Werner-Gruppe für eine europäische Wirtschafts- und Währungsunion (1970), um das sog. Lambsdorff-Papier, dem entscheidenden Wendepapier in der deutschen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (1982) oder um die Einführung der europäischen Einheitswährung (1999) ging – Tietmeyer lieferte nicht nur wiederholt maßgeblich Gedanken und Konzepte, sondern wirkte auch entscheidend an ihrer Umsetzung mit.

Basierend auf seinen zahlreichen Erfahrungen zählt Tietmeyer zu einem besonderen Expertenkreis der deutschen und europäischen Wirtschafts- und Währungsgeschichte. Bei der Deutschen Einheit und dem europäischen Integrationsprozess hatte er erheblichen Einfluss. In den Jahren 1982 – 1989 war er als Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen tätig und Vorgänger von Horst Köhler, dem späteren Bundespräsidenten. Während dieser Zeit bereitete er im Auftrag von Bundeskanzler Helmut Kohl die Weltwirtschaftsgipfel vor und fungierte auch als Berater in Wirtschafts- und Währungsfragen, die der Gestaltung der Deutschen Einheit dienten. Im Jahr 1993 wurde Tietmeyer zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank berufen und war in hohem Maße an der Einführung der europäischen Währungsunion beteiligt, wie z.B. bei der Ausarbeitung des Maastricht-Vertrages, den er hinsichtlich der Kontrolle der nationalen Finanzpolitiken von Anfang an als nicht ausreichend bewertete.

Die Dissertation verfolgt das Ziel einer objektiven und detaillierten Darstellung seiner Person sowie einer kritischen Analyse seines Handelns als Leiter diverser Abteilungen im Bundesministerium für Wirtschaft, als Staatsekretär im Bundesministerium für Finanzen, als Berater von Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl und als Präsident der Deutschen Bundesbank. Dabei sollen vor allem neue Erkenntnisse über die 1970er, 1980er und 1990er Jahren generiert werden. Zwei Bereiche stehen dabei im Fokus: Einerseits die historischen Entwicklungen der deutschen Wirtschaftspolitik, die Tietmeyer insbesondere bis 1982 wesentlich mitgestaltet hat und andererseits die europäische Währungspolitik, die Tietmeyer von 1982 bis 1999 maßgeblich beeinflusst hat.

 

III. Schlüsselbegriffe

Hans Tietmeyer, Biographie, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland, Werner-Gruppe, Lambsdorff-Papier, Bundesbankpräsident, Wirtschaftsgeschichte, Währungsgeschichte, europäische Integration, europäische Einheitswährung


IV. Forschungsfragen

a) Zunächst wird es um eine Darstellung und Interpretation des Lebensweges und der Persönlichkeit von Hans Tietmeyer gehen. Welche Charaktereigenschaften bildete er in seiner Kindheit und Jugend heraus und inwiefern haben diese sein späteres Handeln und Wirken beeinflusst?

b) Danach wird sein sozialer Aufstieg detailliert dargestellt und analysiert. Wie schaffte es Hans Tietmeyer vom „einfachen“ Jungen aus einem kleinen Dorf im Münsterland zum Bundesbank-präsidenten und somit zu einem der einflussreichsten Finanz- und Wirtschaftslenker Deutschlands?

c) Drittens wird seine Rolle als Vordenker untersucht. Gingen seine Ausarbeitungen stets ein Stück weiter als vergleichbar andere? Gibt es einen Entwicklungsprozess in seinem Denken und Agieren?

d) Da er von 1962 bis 1982 im Bundesministerium für Wirtschaft (Abteilung I: Wirtschaftspolitik) arbeitete, wird sein Einfluss auf die deutsche Wirtschaftspolitik offensichtlich. In der Abteilung für Wirtschaftspolitik übernahm er ab 1972 sogar die Leitung. Welchen Einfluss hatte Tietmeyer auf die Konzeptionierung der deutschen Wirtschaftspolitik bis 1982 und welche Ergebnisse konnten erzielt werden?

e) Fünftens geht es um seinen Beitrag bei der Ausgestaltung und Vorbereitung der europäischen Einheitswährung. Er beschäftigte sich ab 1982 mit internationalen Währungsfragen. Zunächst als Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen und ab 1990 als Direktoriumsmitglied bzw. ab 1993 als Präsident der Deutschen Bundesbank. Wie hat Tietmeyer die Konzeptionierung des Euro beeinflusst? Wie ist er mit der „Herausforderung Euro“ umgegangen?

f) Abschließend werden seine Gedanken für die künftige Entwicklung der europäischen Integration und Währungsunion vorgestellt und analysiert. Welche Schritte sollten in naher Zukunft unternommen werden, um einen nachhaltigen Fortschritt in Europa zu gewährleisten?

 

IV. Quellen und Literatur (Auswahl)

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Bundesministerium für Wirtschaft. (1968). Reden zur Wirtschaftspolitik 3: von Professor Dr. Karl Schiller - Bundesminister für Wirtschaft. BMWI-Texte. Hameln: CW Niemeyer.

Bundesministerium für Wirtschaft. (1968). Reden zur Wirtschaftspolitik 4: von Professor Dr. Karl Schiller - Bundesminister für Wirtschaft. BMWI-Texte. Hameln: CW Niemeyer.

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Lena Blanke

Lena Blanke

Europäischer Ethnonationalismus: Der bewaffnete Kampf um die Unabhängigkeit des Baskenlands und die Troubles in Nordirland – ein Teil des kulturellen Gedächtnisses.
Teilgebiet: Vergleichende europäische Kultur- und Zeitgeschichte

 

Abstract zum Dissertationsvorhaben

Die Betrachtung der Konflikte im Baskenland und in Nordirland zeichnen ein differenziertes Bild des heutigen Europas: Sie belegen, dass historische Konflikte in beiden Ländern bis heute Teil des öffentlichen Diskurses sind. Ihre Ursachen liegen tief in der Geschichte.
Versteht man Europa nicht allein als den politischen Zusammenschluss, sondern als Auftrag der Verständigung, ermöglicht dies Einblicke in das historisch-kulturelle Erbe. Diese Darstellung gilt es sowohl für Nordirland wie auch für das Baskenland zu leisten, indem literarische Texte im Hinblick auf die Konfliktthematisierung untersucht werden: Während die jeweiligen Volkslieder einerseits den patriotischen Kampf um die Freiheit und damit den Widerstand gegen Großbritannien und Spanien forcieren, findet innerhalb der epischen Texte eine differenzierte Auseinandersetzung statt. Die gegensätzliche Darstellung in der Literatur zu den verschiedenen historischen Ereignissen gilt es kritisch zu prüfen.
Die Dissertation befasst sich mit verschiedenen Phasen der An- und Entspannung innerhalb der baskisch-spanischen und des (nord-) irisch-britischen Beziehungen. Aufgrund der Tatsache, dass die Wurzeln beider Konflikte bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, ist eine zeitliche Eingrenzung der Untersuchung zwingend:
Der Konfliktverlauf seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts bis hinein ins 21. Jahrhundert bildet das historische Fundament der Dissertation. Diese zeitliche Auswahl beruht auf der Annahme, dass sich die zentralen Ereignisse der Konfliktgeschichte in diesem Zeitraum ereigneten. Um ein umfassendes und differenziertes Bild der historischen Ereignisse entstehen zu lassen, wird bei der Untersuchung auf folgende Strukturmerkmale zurückgegriffen:
Der Gedanke der nationalen Einheit
Eigen- und Fremdwahrnehmung: Das Spannungsfeld zwischen empfundener und tatsächlicher Unterdrückung sowie die Selbstdarstellung der Briten bzw. Spanier
Interpretation der eigenen Geschichte als Verpflichtung zum „nationalen Widerstand“
Nationalbewusstsein und das Verständnis des jeweiligen nation buildings
Diese Kriterien erlauben innerhalb der Spannungs- und Entspannungsphasen eine vergleichende Dimension von Konfliktgeschichten. Es ist hierbei davon auszugehen, dass spezifische Ereignisse, wie die Periode der Diktatur Francos, oder der irische Unabhängigkeitskampf im Hinblick auf die Konfliktforcierung stärker fokussiert werden.
Die Einbeziehung entsprechender literarischer Texte (sowohl von Volksliedstrophen als auch Romanerzählungen) ermöglicht neue Sichtweisen innerhalb dieser Konfliktgeschichten. Neue Erkenntnisse werden angestrebt zu Fragen, ob und in wieweit literarische Texte zur Ent- und Anspannung der Ereignisse beitragen können und welche Darstellungsweise innerhalb der einzelnen Gattungen gewählt wurden. Zudem wird die Frage nach der Dependenz zwischen literarischen Werken und historischen Ereignissen innerhalb des kulturellen Gedächtnisses in der baskischen und (nord-)irischen Bevölkerung von großem Interesse sind.

Knappe Literaturauswahl

  • Fennert, Dana, Der baskische Nationalismus ab 1975, Hamburg 2010.
  • Helmerich, Antje, Nationalismus und Autonomie. Die Krise im Baskenland 1975-1981, Stuttgart 2002.
  • Jesse, Eckhard, Thieme, Tom (Hrsg.): Extremismus in den EU- Staaten, Wiesbaden 2011.
  • Kandel, Johannes, Der Nordirland- Konflikt. Von seinen historischen Wurzeln bis zur Gegenwart, Bonn 2005.
  • Kasper, Michael, Baskische Geschichte, Darmstadt 1997.
  • Morris, Danny, Troubles. Eine Einführung in die Geschichte Nordirlands. Münster 1997.
  • Niebel, Ingo, Das Baskenland. Geschichte und Gegenwart eines politischen Konflikts, Wien 2009.
  • Seidel, Carlos Collado, Die Basken. Einhistorisches Portrait, München 2010.
  • Simpson, William, Twentieth- Century- British History. A teaching ressource book, New York 2005.


Quellen
Literarische Texte:
„Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt  haben. Jedesmal, wenn ein in andere Hände gelangt, jedesmal, wenn jemand den Blick über die Seiten gleiten läßt, wächst sein Geist und wird stark“ (Zafon, Der Schatten des Windes, S. 10).


Nordirland- Konflikt

  • Farell, James Gordon, Troubles, New York 1970.
  • McCabe, Eugene, Death and Nightigales, New York 2002.
  • Morrison, Danny, Auf dem Rücken der Schwalbe, Münster 1996.
  • O´Brian, Edna, Das einsame Haus, Hamburg 1996.
  • O´Connor, Joseph: Die Überfahrt, Frankfurt am Main 2003.
  • O´Neill, Jamie: Im Meer, zwei Jungen, München 2003.
  • Trevor, William: The Story of Lucy Gault, New York 2003
  • Wilson, Robert Mc Liam, Eureka Street, Belfast, Frankfurt am Main 1999.


Konflikt im Baskenland

  • Atxaga, Bernado, Der Sohn des Akkordeonspielers, Frankfurt am Main 2006.
  • Atxaga, Bernado, Fenster zum Himmel, Frankfurt am Main 2007.
  • Hausemer, Georges, Lesereise Baskenland, Wien 2010.
  • Zelik, Raul, Der bewaffnete Freund, München 2007.


Liedertexte
„Wenn Sie uns Iren kennen lernen wollen […] dann lauschen Sie unserer Musik. Der Melodie und den Worten, wenn es Worte gibt. Und wenn Sie richtig hinhören, dann fangen Sie vielleicht an zu verstehen, was für Menschen wir sind. Musik ist das Herz jedes Volkes, das Herz jeder Kultur, weil sie aus dem Herzen kommt“ (Roberts, Nora, Töchter des Feuers, S. 127).

Baskische Lieder

  • Txiki
  • Goratagora
  • PelloJoxepe
  • AgurJaunak
  • TxoariaTxoria


Irische, bzw. englischsprachige Lieder

  • The town I loved so well
  • bloddy Sunday
  • Wearing of the Green
  • Only our rivers run free
  • James Conolly
  • Irish Soldier Boy
  • Give Ireland back to the Irish
  • Four green Fields
  • James Larkin



Severin Cramm

Dissertation

I. Das Thema

 a) Arbeitstitel des Forschungsprojekts

Der DGB und die frühen Projekte der europäischen Integration. Die Europapolitik des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949-1957/58

 

 b) Fachgebiet und Stichworte:

 Geschichte der europäischen Integration, Gewerkschaftsgeschichte, Internationale Geschichte, Geschichte nichtstaatlicher Akteure, Politische Integrationstheorien

 

c) Zeitplan

Oktober 2014 - Dezember 2016: Archivrecherche, Literaturrecherche, Zugang, Quelleneinordnung und -auswertung

Dezember 2016 - Oktober 2018: Verfassen des Forschungsprojektes, Internationale Vorstellung der Thesen, Abschluss des Projektes

 

d) Wissenschaftlicher Betreuer:

 Prof. Dr. Michael Gehler

  

II. Nähere Erläuterung des Vorhabens:

Der große Anteil der Gewerkschaften zur Ausformulierung der deutschen Außenpolitik schlug sich auch in der Europapolitik der 1940er und 1950er Jahre nieder. Ziel des Projektes ist es, in diesem Zusammenhang den Beitrag des DGB in den Verhandlungen zur Konstituierung von Montanunion und den Römischen Verträgen zu untersuchen. Erste Ergebnisse deuten bereits darauf hin, dass die Rolle des DGB in den Verhandlungen zum Schumanplan in der historischen Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung massiv unterschätzt wird. Der DGB konnte durch seine Teilnahme an den Schumanplan-Verhandlungen nicht nur inhaltlichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Kohle- und Stahlgemeinschaft (EGKS) nehmen, sondern auch ein eigenes europapolitisches Profil entwickeln. Die bislang gesichteten Quellen belegen zudem, dass der DGB in der Außenwahrnehmung sowohl bei parteilichen Vertretern als auch auf europäischer Ebene als wichtiger Faktor in den Verhandlungen sehr ernst genommen wurde.

 Basierend auf diesen Erkenntnissen beschäftigt sich das Projekt damit, die europapolitischen Vorstellungen und Ziele der führenden DGB-Vertreter und ihre Stellung in diesem Prozess zu beleuchten. Wichtig erscheint hier die Frage, welche Auswirkungen die Vorsitzwechsel (Hans Böckler — Christian Fette — Walter Freitag — Willi Richter) auch auf die Außenpolitik des DGB im Allgemeinen und die Europapolitik im Besonderen hatten. Eine außerordentlich wichtige Rolle soll hierbei das Verhältnis der DGB-Spitze zur Basis spielen, namentlich die Vermittlung der Europapolitik an Landes- und Kreisverbände sowie Werbe- bzw. Öffentlichkeitsmaßnahmen. Auch der Kontakt des DGB zu den deutschen Parteispitzen und zur Bundesregierung soll entsprechend beleuchtet werden. Der Austausch mit weiteren europäischen Gewerkschaften im Rahmen des IBFG und des 21er-Ausschusses soll in diesem Kontext betrachtet und in das Gesamtbild eingefügt werden. Die Arbeit ist durch die Einbindung wirtschaftswissenschaftlicher, vor allem aber aktueller politikwissenschaftlicher Theorien interdisziplinär ausgerichtet. Diese sollen mit der historischen Entwicklung abgeglichen bzw. durch diese untermauert werden.

 Als Grundlage für das Projekt dienen neben der Forschungsliteratur vor allem die Archivbestände des AdsD in Bonn, speziell die Unterlagen des DGB-Archivs. Als besonders ertragreich haben sich hier die Veröffentlichungen der Gewerkschaftlichen Monatshefte sowie die archivierten Unterlagen der Hauptabteilungen Ausland (später: Internationales) und Vorsitzender herausgestellt. Zusätzlich sind Forschungsaufenthalte am ACFTU in Amsterdam zur Einsichtnahme in Unterlagen des ERO und am Historical Archive of the European Union in Florenz zur Einsichtnahme in die Unterlagen der Institutionen der Montanunion geplant.

 

III. Quellen

 Sekundärliteratur

 Abelshauser, Werner, Der Ruhrkohlenbergbau seit 1945. Wiederaufbau, Krise, Anpassung, München 1984.

 Abelshauser, Werner, Konflikt und Kooperation. Strategien europäischer Gewerkschaften im 20. Jahrhundert, Essen 1988.

 Ahland, Frank, Ludwig Rosenberg. Der Bürger als Gewerkschafter, Witten 2002.

 Beever, R. Collin, European Unity and the Trade Union Movements, Leyden 1960.

 Brunn, Gerhard: Die Europäische Einigung von 1945 bis heute, Bonn 2004.

 Bühlbäcker, Bernd, Europa im Aufbruch : Personal und Personalpolitik deutscher Parteien und Verbände in der Montanunion 1949 - 1958, Essen 2007.

 Bührer, Werner, Westdeutschland in der OEEC. Eingliederung, Krise, Bewährung 1947-1961, Oldenburg 1997.

 Clairmont, Yves, Vom europäischen Verbindungsbüro zur transnationalen Gewerkschaftsorganisation. Organisation, Strategien und Machtpotentiale des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes bis 1990, Stuttgart 2014.

 Clemens, Gabriele/Alexander Reinfeldt/Gerhard Wille, Geschichte der europäischen Integration, Paderborn 2008

 Ebbinghausen, Bernhard/Jelle Visser, Trade Unions in Western Europe since 1945, Basingstoke 2000.

 Fattmann, Rainer, Für ein soziales Europa. Der Agrar- Lebensmittel- und Tourismusbereich in der europäischen Gewerkschaftspolitik seit der Gründung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Münster 2013.

 Gehler, Michael, Europa. Von der Utopie zur Realität, Innsbruck/Wien 2014.

 Gillingham, John, Coal, Steel and the Rebirth of Europe 1945-1955. The Germans and French from Ruhr Conflict to Economic Community, Cambridge 1991.

 Haas, Ernst B., The uniting of Europe: political, social, and economic forces 1950-1957, Stanford 1958.

 Hoffmann, Reiner/Emilio Gabaglio, Ein offener Prozeß. Elf Versuche über den europäischen Gewerkschaftsbund, Münster 1998.

 Köpper, Ernst-Dieter, Gewerkschaften und Außenpolitik. Die Stellung der westdeutschen Gewerkschaften zur wirtschaftlichen und militärischen Integration der Bundesrepublik in die Europäische Gemeinschaft und in die NATO, Frankfurt am Main-New York 1982.

 Küsters, Hanns Jürgen, Die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Baden-Baden 1982.

 Schneider, Michael, Kleine Geschichte der Gewerkschaften. Ihre Entwicklung in Deutschland von den Anfängen bis heute, Bonn 1989.

 Schroeder, Wolfgang/Bernhard Weßels (Hrsg.), Die Gewerkschaften in Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch, Wiesbaden 2003.

 Stöckl, Ingrid, Gewerkschaftsausschüsse in der EG. Die Entwicklung der transnationalen Organisation und Strategie der europäischen Fachgewerkschaften und ihre Möglichkeiten zur gewerkschaftlichen Interessenvertretung im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft, Kehl 1986.

 Suzuki, Hitoshi, Digging for European Unity. The role played by the Trade Unions in the Schuman Plan and the European Coal and Steel Community from a German Perspective 1950-1955, Florenz 2007.

 Tabakow, Robert/Brigitte Pellar, Globalisierung einmal anders. Der internationale Zusammenschluss der Gewerkschaftsbewegung und seine Geschichte, Wien 2006.

 Thum, Horst, Mitbestimmung in der Montanunion. Der Mythos vom Sieg der Gewerkschaften, Stuttgart 1982.

 Weilemann, Peter, Die Anfänge der Europäischen Atomgemeinschaft, Baden-Baden 1983.

 

Beiträge in Sammelbänden/Fachzeitschriften

Buschak, Willy, Der Europäische Gewerkschaftsbund und die Europäischen Gewerkschaftsverbände, in: Europäische Gewerkschaftsorganisationen - Bestände im Archiv der sozialen Demokratie und in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, hrsg. v. Uwe Optenhögel, Michael Schneider, Rüdiger Zimmermann, Bonn 2003, S. 9-19.

 Guasconi, Maria Eleonora, Die Gewerkschaften und die Neubelebung der europäischen Sozialpolitik, in: Berufsbildung (2004), Nr. 32, S. 61-70.

 Mittag, Jürgen, Deutsche Gewerkschaften und europäische Integration, in: Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen. Deutsche Gewerkschaften und europäische Integration im 20. Jahrhundert, hrsg. v. Jürgen Mittag (Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen 42), Bochum 2009, S. 5-25.

 Volkmann, Hans-Erich, Der DGB, Adenauer und der Schuman-Plan, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 44. Jahrgang (1996), Heft 3, S. 223-247.

 

Quelleneditionen

 Dokumentation der Europäischen Integration. 1946-1961 unter besonderer Beachtung des Verhältnisses EWG-EFTA. Von der Zürcher Rede Winston Churchills 1946 bis zur Bewerbung Großbritanniens um Mitgliedschaft bei der EWG 1961, hrsg. v. Archiv der Gegenwart, Bonn/Wien/Zürich 1961.

 Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund 1949-1956, Bd. 11, hrsg. v. Herrmann Weber/Siegfried Mielke, Köln 1987.

 Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund 1956-1963., Bd. 12, hrsg. v. Klaus Schönhoven/Herrmann Weber, Bonn 2005.

 Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Die Industriegewerkschaft Metall in der frühen Bundesrepublik, Bd. 10, hrsg. v. Klaus Schönhoven/Hermann Weber, Köln 1991.

 Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Organisatorischer Aufbau der Gewerkschaften 1945-1949, Bd. 6, hrsg. v. Herrmann Weber/Siegfried Mielke, Köln 1987.

 

Archivbestände

 Bestände des IBFG im Archiv des IISH in Amsterdam

 Bestände des DGB im Archiv der Sozialen Demokratie in Bonn

 Bestände zu den Schuman-Plan-Verhandlungen und zum DGB im Bundesarchiv in Koblenz

Oliver Dürkop

Oliver Dürkop, geb. 20.02.1971 in Hildesheim

 

 

 

I. Das Thema

a) Arbeitstitel des Forschungsprojekts (geplant als Dissertation):

Politische Akteure im deutsch-deutschen Transformationsprozess.
Persönliche Erinnerungen und mediale Erfahrungen von 1989 bis heute.

b) Fachgebiet und Stichworte:

Biografie- und lebensgeschichtliche Forschung, deutsche Teilung, deutsche Einheit, politische Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Medienanalyse mit Blick auf die Beurteilung von politischen Akteuren und ihr Agieren im deutsch-deutschen Transformationsprozess

c) Zeitplan:

September 2014 bis Oktober 2016: Interviews, Literaturrecherche, Archivbesuche
November 2016 bis September 2019: Auswertung und Dokumentation

d) Wissenschaftlicher Betreuer:

Betreuer und Erstprüfer: Prof. Dr. Michael Gehler

II. Nähere Erläuterung des Forschungsvorhabens

Das langfristig angelegte Dokumentations- und Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem Vergleich der Biografien, der autobiographischen Selbstzeugnisse von Egon Krenz, Hans Modrow und Lothar de Maizière vor, während und nach ihren jeweiligen Regierungszeiten sowie die zeitgenössische und retrospektive mediale Berichterstattung über ihre Rolle im deutsch-deutschen Transformationsprozess.

Egon Krenz gilt als "Wendehals", Hans Modrow als "Reformer" und "Hoffnungsträger" und Lothar de Maizière als "Denker" und "Lenker" sowie als Anwalt im deutschen Vereinigungsprozess gleichwohl im Schatten von Bundeskanzler Helmut Kohl. Diese einprägsamen Bilder gilt es auf ihren Gehalt und ihr Fortwirken in der medialen Rezeption der Jahre von 1989/90 an Hand der Erinnerungs- und Jubiläumsdaten 1994, 1999, 2004, 2009 und 2014 zu prüfen, zu rekonstruieren und gegebenenfalls auch zu dekonstruieren. Dabei geht es um den öffentlichen, persönlichen und medialen Umgang (veröffentlichte Meinung) der drei politischen Akteure. Sie sind durch ihre ehemaligen und späteren Funktionen (Bundestag, Europäisches Parlament, Stiftungen, Vereine, öffentliche Auftritte etc.), Interviews im Internet, Publikationen und Memoiren im öffentlichen Bewusstsein durchaus noch präsent. Alle drei Akteure haben unterschiedliche Biographien und Karrieren sowie mitunter verschiedene Sichtweisen auf die ehemalige DDR, die Einheitspartei und den Staat. Des Weiteren verweisen sie auf alternative Wege und Lösungen bei ihren Vorstellungen über das Ende DDR bzw. den politischen Neuanfang. Ebenso sind zahlreiche politische Weggefährten medial präsent und geben Auskunft über Erinnerungen und Erfahrungen der gemeinsamen DDR-Regierungszeit.

Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel einer systematischen vergleichenden biographie-und rezeptionsgeschichtlichen Analyse der drei ehemaligen DDR-Politiker. Dabei stehen die Jahre 1989/90, v.a. aber die Erkenntnisse, Einsichten, Nachbetrachtungen und Selbstreflexionen im Fokus: Einerseits geht es um die politischen Veränderungsprozesse in der DDR und den Reformprozess der eigenen Partei, andererseits aber auch um die Regierungsphasen und die Zeit danach durch die wiederholte Konfrontation mit der DDR-Vergangenheit und letztlich um die Frage der Bewertung ihrer Rolle in der deutsch-deutschen Einigungsgeschichte bzw. welchen Platz sie in der deutsch-deutschen und deutschen Geschichte haben könnten.

III. Quellen

-         Autobiographien und Memoiren sowie ihre Rezeptionen (u.a. Rezensionen)

-         Filme

-         Videos

-         TV Berichterstattung

-         Dokumentationen und Aufzeichnungen aus Politbüro Sitzungen

-         Leserbriefe und Veröffentlichungen in Zeitungen

-         Blog Einträge und Kommentare Kolumnen

-         Journalisten-Portale

-         Interviews

-         Plakate

-         Karikaturen

-         Audio-Radio-Podcast

-         Vorträge, Reden, Diskussionen

-         IDZ / Informations- und Dokumentationszentrum der Bundesbeauftrage für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR)

-         BStU-Bildungszentrum Berlin

Die Behörde des Bundesbeauftragen für die Stasi-Unterlagen www.bstu.bund.de/

Marcus Gonschor

*** Abgeschlossen ***

 

Abstract zum Dissertationsvorhaben

Die USA und die Bundesrepublik Deutschland 1945/49 bis 1990/91.
Vergleichende Analysen ausgewählter politischer Memoiren

 

Angaben zum Forschungsvorhaben (Fachgebiete):

Vergleichende Zeitgeschichte, Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen, Geschichte der europäischen Integration, der Vergleich in der Zeitgeschichte, Methodologie.

Voraussichtliche Gesamtdauer der Dissertation:

Januar 2011 bis Juli 2013

Wissenschaftlicher Betreuer:

Prof. Dr. Michael Gehler – Jean Monnet Chair

Die Forschungen zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen im Zeitraum von 1945/49 bis 1990/91 bewegen sich auf einem guten und umfassenden Stand. Die Bundesrepublik entwickelte sich in der Zeit des Kalten Krieges vom „besetzten Verbündeten“ (Hermann-Josef Rupieper) zu einem verhältnismäßig autonomen Partner, was vor allem durch ihre gestiegene wirtschaftliche Potenz, die nachlassende Wirtschaftsmacht der USA und die fortschreitende westeuropäische Integration seit den späten 1950er Jahren bis in die folgende Dekade hinein ermöglicht wurde. Bei allen tagespolitischen bzw. auch mittelfristig strukturellen Problemen im transatlantischen Verhältnis zwischen Bonn und Washington während der Jahrzehnte des Kalten Krieges wird die „Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten“ aber als „Staatsraison der Bundesrepublik“ (Wolfram Hanrieder) definiert, was die Kontinuität und den allgemeinen Stellenwert des bilateralen Verhältnisses impliziert.

Demgegenüber fehlt bei der Erforschung der deutsch-amerikanischen Beziehungen bislang eine systematisch-vergleichende Analyse von Memoiren völlig. Zwar werden sie – wie allgemein von der Historiographie – häufig genutzt, allerdings in der Regel sehr selektiv und unsystematisch, z. T. auch unreflektiert: Sie werden als „Faktensteinbruch“ (Angelika Schaser) verwendet, ohne dass eine tiefergehende und intensive Auseinandersetzung mit dieser Quellengattung erfolgt. Das eigentliche Potential dieser Quellen ist bislang von der einschlägigen Forschung noch nicht ausgeschöpft worden. Dabei besteht ein reichhaltiges, wenngleich nicht lückenloses Angebot an Erinnerungen, speziell an (politischen) Memoiren, amerikanischer und deutscher Politiker.

In diesem Promotionsvorhaben sollen daher exemplarisch gerade die Memoiren von US-Präsidenten und Bundeskanzlern systematisch-vergleichend analysiert werden. Denn sie sind und waren in ihrer Amtszeit bedeutende Entscheidungsträger und (Mit-)Gestalter der diplomatischen und politischen Beziehungen. In diesem Forschungsvorhaben wird damit zugleich der Auffassung Rechnung getragen, dass nicht nur Strukturen, sondern auch Menschen Geschichte bedingen und „machen“.

Daher untersucht diese Studie über die klassischen bilateralen Beziehungen zwischen Bonn und Washington im Zeitraum von 1945/49 und 1990/91 hinausgehend vor allem deren retrospektive Darstellung in den Memoiren der nachfolgend genannten Akteure:

für die Jahre


1945/49 bis 1960/63

Harry S. Truman

Konrad Adenauer

Dwight D. Eisenhower


1963 bis 1974

Lyndon B. Johnson

Kurt Georg Kiesinger

Richard M. Nixon

Willy Brandt


1974 bis 1981/82

Gerald R. Ford

Helmut Schmidt

James E. Carter


1981/82 bis 1990/91

Ronald W. Reagan

Helmut Kohl

George H. W. Bush

Dabei kann es nicht um eine flächendeckende Betrachtung des zeitgeschichtlichen Themenbereichs zwischen 1945/49 bis 1990/91 mit all seinen Facetten und eine umfassende Behandlung gehen, sondern um eine gezielte und selektive Analyse der retrospektiven Darstellungen. Dadurch ergibt sich automatisch eine deutliche Schwerpunktbildung des auf den ersten Blick übermäßig großen Zeitraums mit seiner ausufernden Masse an Ereignissen und Prozessen. Die Memoiren sind Ausgangspunkt, Basis und Zentrum der vergleichenden Untersuchung.

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung und Beurteilung des bilateralen Verhältnisses in der wechselseitigen Wahrnehmung der Präsidenten- bzw. Bundeskanzler-Memoiren im Hinblick auf die folgenden Themenfelder vom Beginn bis zum Ende des Kalten Krieges in Europa zu vergleichen und zu analysieren:

  • die charakter- und personenbezogenen Urteile über den bzw. die zeitgleich amtierenden Bundeskanzler oder US-Präsidenten,

  • das Deutschland- bzw. Amerikabild,

  • die Problematik und den Umgang mit der Deutschen Frage und Zweistaatlichkeit (eingeschlossen das Verhältnis zur DDR)

  • die deutsche Einheit,

  • die Fragen der Gestaltung von Sicherheitspolitik,

  • die Wirtschaftsbeziehungen und die Erarbeitung globalökonomischer Konzeptionen,

  • die Konzepte zur Formierung der westeuropäischen Integration,

  • die Beziehungen zu Frankreich,

  • die Verbindungen zu Großbritannien,

  • und das Verhältnis zur Sowjetunion („Rapallo-Komplex“).

Die in den Memoiren zum Ausdruck kommenden Meinungen sollen im Hinblick auf die genannten Themenfelder

  1. einem wechselseitigen synchronen Vergleich,

  2. einem wechselseitigen diachronen Vergleich,

  3. einem forschungsspezifischen Vergleich mit Blick auf die Ergebnisse einschlägiger Literatur (u.a. Biographien) und weiterer relevanter Quellen (v.a. Tagebücher, Briefe, etc.) unterzogen werden.

Unter Berücksichtigung zahlreicher Spezialstudien zur Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen, der Ergebnisse der Kulturwissenschaften und insbesondere aus dem Gebiet der Erforschung der biographischen, psychologischen und neurowissenschaftlichen Gedächtnisforschung können schließlich Erkenntnisse gezogen werden, wie mögliche Inkompatibilitäten zwischen Memoiren untereinander bzw. zwischen diesen und Ergebnissen der Forschung zu erklären sind. Somit können nicht nur Aussagen in konkreten Bezug auf das zeitgeschichtliche Thema, sondern auch auf den allgemeinen Quellenwert von Erinnerungen für die Historiographie getroffen werden.

Auswahlbibliographie

MEMOIREN

  • Adenauer, Konrad, Erinnerungen 1945-1953, Stuttgart 1965.

  • Adenauer, Konrad, Erinnerungen 1953-1955, Frankfurt/Main – Hamburg 1968.

  • Adenauer, Konrad, Erinnerungen 1955-1959, Frankfurt/Main – Hamburg 1969.

  • Adenauer, Konrad, Erinnerungen 1959-1963, Frankfurt/Main – Hamburg 1970.

  • Brandt, Willy, Begegnungen und Einsichten. Die Jahre 1960-1975, Hamburg 1976.

  • Brandt, Willy, Erinnerungen, Frankfurt/Main 1989.

  • Bush, George, All The Best. My Life in Letters and Other Writings, New York 1999.

  • Bush, George H./Scowcroft, Brent, A World Transformed, New York 1998.

  • Carter, Jimmy, Keeping Faith. Memoirs of a President, Fayetteville 20025.

  • Eisenhower, Dwight D., Mandate for a Change 1953-1956, New York 1963.

  • Eisenhower, Dwigth D., Waging Peace 1956-1961, Garden City 1965.

  • Ford, Gerald R., A Time to Heal. The Autobiography of Gerald R. Ford, New York 1979.

  • Johnson, Lyndon B., The Vantage Point. Perspectives of the Presidency 1963-1969, London 1972.

  • Kiesinger, Kurt Georg, Dunkle und helle Jahre 1904-1958, hrsg. v. Reinhard Schmoeckel, Stuttgart 1989.

  • Kiesinger, Kurt Georg, Stationen 1949-1969, Tübingen 1969.

  • Kohl, Helmut, Erinnerungen 1930-1982, München 2004.

  • Kohl, Helmut, Erinnerungen 1982-1990, München 2005.

  • Kohl, Helmut, Erinnerungen 1990-1994, München 2007.

  • Kohl, Helmut, Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung. Meine Erinnerungen, München 2009.

  • Nixon, Richard M., The Memoirs of Richard M. Nixon, New York 1978.

  • Reagan, Ronald, An American Life, New York 1990.

  • Schmidt, Helmut, Die Deutschen und ihre Nachbarn, München 1992.

  • Schmidt, Helmut, Menschen und Mächte, Berlin 1987.

  • Schmidt, Helmut, Weggefährten. Erinnerungen und Reflexionen, Berlin 1996.

  • Truman, Harry S., Years of Decisions, Garden City 1955.

  • Truman, Harry S., Years of Trial and Hope, Garden City 1956.

MONOGRAPHIEN & SAMMELBÄNDE

  • Bierling, Stephan, Geschichte der amerikanischen Außenpolitik. Von 1917 bis zur Gegenwart, München 20042.

  • Brandstetter, Karl J., Allianz des Misstrauens. Sicherheitspolitik und deutsch-amerikanische Beziehungen in der Nachkriegszeit, Köln 1989.

  • Brady, Stephen J., Eisenhower and Adenauer. Alliance Maintenance under Pressure 1953-1960, Lanham 2010.

  • Bredow, Wilfried von, Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung, Wiesbaden 2008.

  • Depkat, Volker, Lebenswenden und Zeitenwenden. Deutsche Politiker und die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, München 2007.

  • Elvert, Jürgen (Hrsg.), Transatlantische Beziehungen, Stuttgart 1993.

  • Forndran, Erhard, Die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa. Erfahrungen und Perspektiven transatlantischer Beziehungen seit dem Ersten Weltkrieg, Baden Baden 1991.

  • Friedrich, Wolfgang-Uwe (Hrsg.), Die USA und die deutsche Frage 1945-1990, Frankfurt/Main 1991.

  • Granieri, Ronald J., The Ambivalent Alliance. Konrad Adenauer, the CDU/CSU and the West 1949-1966, New York 2004.

  • Haftendorn, Helga, Deutsche Außenpolitik zwischen Selbstbeschränkung und Selbstbehauptung 1945-2000, Stuttgart 2001.

  • Hanrieder, Wolfram, Deutschland, Europa, Amerika. Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949-1994, Paderborn – München – Wien – Zürich 19952.

  • Junker, Detlef (Hrsg.), Die USA und Deutschland im Zeitalter des Kalten Krieges, Bd. 1: 1945-1968, Stuttgart 20012.

  • Junker, Detlef (Hrsg.), Die USA und Deutschland im Zeitalter des Kalten Krieges, Bd. 2: 1968-1990, Stuttgart 20012.

  • Knapp, Manfred (Hrsg.), Die deutsch-amerikanischen Beziehungen nach 1945, Frankfurt/Main – New York 1975.

  • Larres, Klaus, Politik der Illusionen. Churchill, Eisenhower und die deutsche Frage 1945-1955, Göttingen 1995.

  • Larres, Klaus/Oppelland, Torsten, Deutschland und die USA im 20. Jahrhundert. Geschichte der politischen Beziehungen, Darmstadt 1997.

  • Lundestad, Geir, „Empire“ by Integration. The United States and European Integration 1945-1997, New York 1998.

  • Markowitsch, Hans/Welzer, Harald, Das autobiographische Gedächtnis. Hirnorganische und biosoziale Entwicklung, Stuttgart 2005.

  • Neumann, Bernd, Identität und Rollenzwang. Zur Theorie der Autobiographie, Frankfurt/Main 1970.

  • Neuss, Beate, Geburtshelfer Europas? Die Rolle der Vereinigten Staaten im europäischen Integrationsprozeß 1945 – 1958, Baden-Baden 2000.

  • Ninkovich, Frank A., Germany and the United States. The Transformation of the German Question Since 1945, Boston 1988.

  • Paterson, Thomas G. et al., American Foreign Relations. A History, Vol. 2: Since 1895, Boston 2010.

  • Rupieper, Hermann-Josef, Der besetzte Verbündete. Die amerikanische Deutschlandpolitik 1949-1955, Opladen 1991.

  • Schaser, Angelika (Hrsg.), Erinnerungskartelle. Zur Konstruktion von Autobiographien nach 1945 (Herausforderungen. Historisch-Politische Analysen 14), Bochum 2003.

  • Schröder, Hans-Jürgen (Hrsg.), Die deutsche Frage als internationales Problem, Stuttgart 1990.

  • Schröder, Hans-Jürgen (Hrsg.), Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Positionen – Kontroversen, Stuttgart 1990.

  • Schulze, Winfried (Hrsg.), Ego-Dokumente. Annäherung an den Menschen in der Geschichte (Selbstzeugnisse der Neuzeit. Quellen und Darstellungen zur Sozial und Erfahrungsgeschichte Bd. 2), Berlin 1996.

  • Schwabe, Klaus, Weltmacht und Weltordnung. Amerikanische Außenpolitik von 1898 bis zur Gegenwart. Eine Jahrhundertgeschichte, Paderborn 2006.

  • Singer, Wolf, Der Beobachter im Gehirn. Essays zur Hirnforschung, Frankfurt/Main 20071.

Kurt Gritsch

Kurt Gritsch

*** Abgeschlossen ***

Arbeitstitel der Dissertation:

Inszenierung eines Krieges? Intellektuelle und Medien im ‚Kosovo-Krieg’ 1999

Fachgebiet: Zeitgeschichte – Rezeptionsgeschichte – Gesellschafts- und Politikgeschichte
Voraussichtliche Gesamtdauer: Oktober 2007 bis Frühling 2009
Wissenschaftlicher Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler, Direktor des Instituts für Geschichte UNI Hildesheim

Zweitgutachter: Prof. Dr. Jörg Becker, Leiter des KomTech-Instituts für Kommunikations- und Technologieforschung in Solingen

Zusammenfassung des Forschungsvorhabens

Das Ziel der Arbeit liegt darin, die Kosovo-Diskussion der Intellektuellen in Deutschland zu analysieren sowie den politischen Kontext und den historischen Hintergrund kritisch einzubeziehen. Dazu orientiert sich die Arbeit an einem Forum der zeithistorischen Auseinandersetzung, der Zeitung.1 Stellungnahmen von Künstlern und Wissenschaftlern aus aller Welt, die zwischen 24. März und 10. Juni 1999 von FAZ, Süddeutsche Zeitung, taz, Zeit und Der Spiegel publiziert worden waren, sind untersucht, nach Argumentationsmustern geordnet und anhand der zugänglichen Fakten kritisch bewertet worden. Zusätzlich wurden die Zeitungen Neues Deutschland und Freitag, da diese für das NATO-kritische linke Spektrum in den neuen Bundesländern bedeutsam waren, die Junge Welt sowie das Magazin Konkret auszugsweise berücksichtigt. Obwohl in Leserbriefen häufig Akademiker bzw. Intellektuelle zu Wort kamen, konnten die Diskussionsbeiträge aufgrund der Fülle des Materials nur punktuell ausgewertet werden wie Essays oder Interviews, die außerhalb der fokussierten Printmedien oder nach dem 10. Juni 1999 veröffentlicht worden waren. Als Kriterien dienten dabei vor allem Fragen nach der Begründung der jeweiligen Position, dem Renommee des Autors und seiner Bedeutung für die intellektuelle Debatte. Die Auseinandersetzung im Internet, beispielsweise in der ‚Speerspitze der intellektuellen Netzdebatte’, der Mailingliste nettime,2 fand auf Grund der Materialfülle ebenso wenig Berücksichtigung wie literarische Publikationen. Beispiele sind Peter Handkes Theaterstück ‚Die Fahrt im Einbaum oder das Stück zum Film vom Krieg’, aber auch der 2003 erschienene, kontrovers rezipierte Roman ‚Das Handwerk des Tötens’ von Norbert Gstrein.3 Darin wird, leicht verschlüsselt, die Ermordung des aus Südtirol stammenden Journalisten Gabriel Grüner im Kosovo vom 12. Juni 1999 thematisiert.

Am Beispiel von Handkes Äußerungen werden Mechanismen intellektueller Debatten offen gelegt. Seine wutentbrannten Verbal-Rundumschläge diskreditierten das Anliegen des Dichters auf eine Art und Weise, dass seine Kritiker ihn schließlich intellektuell selbstentmündigt sahen. In der immer schriller werdenden Debatte konnten sich schließlich auch sachliche Einwände gegen den Krieg kaum mehr Raum verschaffen. Handkes Versuch, über Wortkritik und Sarkasmus durchzudringen, musste da erst recht fehlschlagen und zu einer Outlaw-Stellung des Schriftstellers führen, denn für Sarkasmus und Ironie schien kein Platz zu sein.4 Was Wunder, war das Hauptargument der Kriegsbefürworter doch ein moralisches: Die angebliche Verhinderung eines neuen Auschwitz.5

Für eine umfassende Beurteilung der Standpunkte ist die Analyse der Kosovo-Berichterstattung vor und während des Krieges unerlässlich. Sie wurde anhand der Schlüsselereignisse ‚Milosevic-Holbrooke-Abkommen’ und ‚Racak’ erstellt, wobei die Beurteilung auf Ergebnisse der Forschungsliteratur aufbaut. Die Debatte um Jugoslawien hat bis heute eine ambivalente Rezeption erfahren, deren Kern die weltanschaulich divergierende Interpretation von Geschichtsbildern darstellt. Aus diesem Grund wurde ein Hauptaugenmerk auf das westliche Jugoslawienbild, die Vermittlung dieses Bildes durch die Printmedien und das Spannungsverhältnis zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung gelegt. Als Diskussionsbasis für die Frage nach der Inszenierung des gerechten Krieges wurde der Vorgeschichte des Konflikts ein umfangreiches Kapitel gewidmet. An dieses schließt die Auseinandersetzung mit Kernpunkten des Traditionalismus, der Inszenierung als ius bellum, an, gefolgt von der Frage nach der Interessenpolitik. Die völkerrechtliche Debatte wurde ebenso untersucht wie die Darstellung alternativer Lösungsmöglichkeiten seitens der Friedens- und Konfliktforschung. Vor dem Hintergrund der Berufung auf die Verhinderung eines ‚neuen Holocaust’ findet in der vorliegenden Arbeit auch eine Auseinandersetzung mit der Instrumentalisierung der deutschen Vergangenheit statt. Da es vorzugsweise sozialdemokratische und grüne Politiker waren, die sich auf das Auschwitz-Argument bezogen, wird in einem weiteren Kapitel die besondere Rolle der Linken beleuchtet. Gerade in Deutschland hat die Berufung auf die Vergangenheit die großen Legitimations- und Argumentationsschwierigkeiten der Linken sowohl im Umgang mit vermeintlichen oder tatsächlichen Aggressoren als auch bei der Auseinandersetzung um Normen und Werte gezeigt. Mit der Auflistung und Auswertung der gewonnenen Forschungserkenntnisse schließt die Arbeit.

Forschungsziele:

  1. Die Rekonstruktion und Auswertung der Debatte unter den Intellektuellen

  2. Die Darstellung und Kritik der unterschiedlichen Positionen und Argumente

  3. Die intellektuelle Kosovo-Debatte am Beispiel des Streits um Peter Handke

  4. Die Darstellung der Vorgeschichte des ‚Kosovo-Krieges’

  5. Der Versuch einer Historisierung der Geschichtsschreibung über Jugoslawien

  6. Die Darstellung der Positionen in der Völkerrechtswissenschaft

  7. Das ‚tertium datur’ – die Darstellung der Positionen der Friedensforschung

  8. Die Eruierung der Interessen der beteiligten Parteien

  9. Die Analyse des ‚Informationskrieges’ Kosovo – die Rolle der Medien

  10. Die Rolle der Linken im Umgang mit dem Thema Krieg

  11. Die Folgen der Intervention

  12. Die Diskussion und Einordnung der Ergebnisse

Ausgewählte Literatur
Quellen:

  • Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, tageszeitung, Die ZEIT, Der Spiegel vollständig im Zeitraum zwischen 24. März und 10. Juni 1999

  • Neues Deutschland, Junge Welt, Freitag, Konkret als für das linke Spektrum relevante Medien mehrheitlich im Zeitraum zwischen 24. März und 10. Juni

  • Frankfurter Rundschau, Die WELT, Der Tagesspiegel, Neue Zürcher Zeitung, Die Presse, Der Standard, Profil, Die Woche, Wochenzeitung, Weltwoche, Newsweek, Time, Jewish World Review, Los Angeles Times punktuell im Zeitraum zwischen 24. März und 10. Juni 1999

  • Weitere internationale Printmedien (z.B. International Herald Tribune) online punktuell im Zeitraum zwischen Januar 1998 und 2008

  • Zeitschriften: Vierteljahrsschrift für Sicherheit und Frieden; Blätter für deutsche und internationale Politik

  • Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu Jugoslawien und Kosovo 1998-99 (im Online-Archiv der UN)

  • Berichte der OSCE zu Kosovo 1998-99 (im Online-Archiv der OSCE)

  • Die Balkan-Reporte der International Crisis Group 1999-2007 (im Online-Archiv der ICG)

Literatur (Auszug):

  • Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg.), Medien zwischen Krieg und Frieden (Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. Bd. 29), Baden-Baden 2002.

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[1] Hans-Jürgen Schröder, Methodische Besonderheiten der Zeitgeschichte, in: Matthias Peter/Hans-Jürgen Schröder, Einführung in das Studium der Zeitgeschichte, Paderborn u.a. 1994, S. 48.

[2] Stefan Krempl, Krieg und Internet: Ausweg aus der Propaganda?, Hannover 2004, S. 166.

[3] Zur Rezeption vgl. Johann Holzner, Leiter der literarischen Forschungsstelle ‚Brenner-Archiv’ in Innsbruck, www.uibk.ac.at/brenner-archiv/literatur/tirol/rez_05/holzner_dasha.html, update 11. August 2008.

[4] So TV-Entertainer Harald Schmidt Mitte April 1999, vgl. „Ich hab’ den Nerv nicht mehr“. Entertainer Harald Schmidt über die Grenzen der Satire in den Zeiten des Krieges, in: Der Spiegel, 19. April 1999.

[5] Zur Rolle der Moral vgl. Kriegsbefürworter Alberto R. Coll, Kosovo and the Moral Burdens of Power, in: Andrew J. Bacevich/Eliot A. Cohen (Hg.), War Over Kosovo. Politics and Strategy in a Global Age, New York 2001, S. 124-154.

Rotraut Hammer-Sohns

Abstract des Dissertationsvorhabens von Rotraut Hammer-Sohns, Magistra Artium


I. Angaben zum Forschungsvorhaben


a) Arbeitstitel der Dissertation


Frauen am Ort

Eine Wirkungsgeschichte kommunaler Sozialpolitik der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hildesheim (1920-1988)


b) Fachgebiet und Arbeitsrichtung


Geschichte sozialer Bewegungen – Biografieforschung – Kommunale Sozial- und Frauenpolitik - Genderforschung.


c) Gesamtdauer des Forschungsvorhabens


Februar 2014 bis Februar 2017


d) Wissenschaftlicher Betreuer der Dissertation


Prof. Dr. Michael Gehler,


 

II. Zusammenfassung des Forschungsvorhabens


Das Projekt gibt

(1) einen kurzen Überblick über die Relevanz der kommunalen Sozialpolitik im deutschen sozialpolitischen Mehrebenensystem,

(2) verortet Wohlfahrtsverbände und insbesondere den Wohlfahrtsverband Arbeiterwohlfahrt (AWO) in diesem System,

(3) präzisiert Grundkategorien zur Analyse der politischen, kulturellen und biografischen Wirkungen des Engagements von vier Aktivistinnen der AWO im Zeitraum zwischen 1920 und 1988. Und erschließt schließlich

(4) das Wirkungspotential der vier Frauen, Elise Bartels MdR (1880 – 1925), Marie Wagenknecht (1885 – 1970), Dora Ender (1905 – 1988) und Elfriede Wipprecht (1927 – 2008), im Spannungsfeld zwischen Frauenöffentlichkeit und lokaler Öffentlichkeit der Stadt Hildesheim.

 

III. Schlüsselbegriffe

Elise Bartels, Marie Wagenknecht, Dora Ender, Elfriede Wipprecht, Aktivistinnen der Arbeiterwohlfahrt, Wohlfahrtsverbände, Geschichte der Sozialpolitik, kommunale Sozialpolitik in Hildesheim, Gender-Aspekte


IV. Forschungsfragen

a) Welche Bedeutung nimmt Sozialpolitik auf lokaler Ebene und in der Ratsarbeit ein? Ein historischer Überblick.

b) Von der sozialen Bewegung zum Wohlfahrtsverband: Welche Veränderungen hat die Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung bis heute in ihrer Geschichte erfahren?

c) Was bieten Theorien der öffentlichen Entscheidungsfindung, der Biografieforschung sowie der Generationenforschung der Bewegungsforschung?

  • Kolbs Modell der Verbindung von Theorien zu sozialen Bewegungen mit Theorien der öffentlichen Entscheidungsfindung zur Erfassung des politischen Einflusses;

  • Ferrees Konzept des „familied self“ für die Analyse des Gender-Aspekts der öffentlichen Wahrnehmung;

  • Gerhards Anwendung des von Karl Mannheim entwickelten Konzepts der Generationenlage für die Ressourcengewinnung der AWO bzw. SPD.

d) Welchen Einfluss nehmen die ehrenamtlich oder hauptamtlich Tätigen in ihrer Zeit auf die Gestaltung der Kommunalpolitik? Fallstudien bzw. qualitativen Analysen zu ihrem Wirkungspotential anhand ihrer

  • Berichte über Aktivitäten, Initiativen und Projekte der Hildesheimer AWO;

  • Impulse, Initiativen oder Gründungen als Erweiterung der anfangs ausschließlich bürgerlichen und männlichen Öffentlichkeit, die sie neben ihrem Engagement für die AWO angestoßen haben;

  • Impulse, Initiativen, Projekte im Bürgervorsteherkollegium bzw. Rat der Stadt Hildesheim mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik und im Sozialausschuss;

  • Interviews im Alter als Zeitzeuginnen der lokalen Erinnerungspolitik;

  • Biografie.

e) Wie werden die vier Aktivistinnen als Angehörige von Verwandschaftssystemen und damit Generationen in der Öffentlichkeit geschlechtsspezifisch wahrgenommen?

f) Welche Funktion erfüllt die SPD-Frauengruppe und die von ihr ausgehende Dynamik in Bezug auf ihr Wirkungspotential als eigener Raum und die Rückwirkung, die von der AWO-Gruppe bzw. vom Rat und seinen Gremien nicht wahrgenommen werden? Wie beeinflussen sich die SPD-Frauengruppe und die AWO gegenseitig in ihrer Wirkung?


g) Was bewegt Individuen in Hildesheim im Wandel der Generationenlagen zu sozialem bzw. politischem Engagement in der AWO bzw. der SPD (Ressourcen), und was nehmen sie positiv daraus für sich mit?


 

IV. Quellen und Literatur (Auswahl)


StA Hildesheim: Protokolle der Sitzungen des Vorsteher-Kollegiums bzw. des Stadtrats und des Sozialausschusses, lokale Zeitungen, Magistrats-/Verwaltungsberichte der Stadt Hildesheim.


Archiv der Friedrich Ebert Stiftung: z.B. Rechenschaftsberichte des Unterbezirks der SPD.


Archiv des DGB Hildesheim: u.a. Ordner Frauen mit Interviews und Berichten der Ortsgruppe der AWO an den Bezirk Hannover der AWO; weitere mit Interviews aus 1980.


Privat: Protokollbuch der Hildesheimer SPD Frauen von 1926 bis 1970 mit eingeklebten Einladungen und Presseberichten.


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Heinz-Jörg Heinrich

Dr. Heinz-Jörg Heinrich

Dr. Heinz-Jörg Heinrich

 

Habilitationsprojekt

 

Wilhelm Kube, eine deutsche Karriere im „Dritten Reich“

(* 13. November 1887 in Glogau; † 22. September 1943 in Minsk)

 

Fachgebiet: Biografieforschung, Zeitgeschichte, Kirchengeschichte, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, NS-Okkupations- und Annexionspolitik, Kriegsverbrechen, Holocaust

 

Wissenschaftliche Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler

 

Bildungs- und Berufsgang (Auszug) zum Habilitanden

 

Studium an den Universitäten Hannover und Hildesheim:  Erziehungswissenschaften, Geschichte, Deutsch, Ev. Religion (Lehramt an Gymnasien, Lehramt an Grund- und Hauptschulen)

 

Thema der Examensarbeit: „Die deutsche Rüstungswirtschaft in der Ära Speer“

(Betreuer Prof. Dr. Karl-Heinz Manegold)

 

Thema der Dissertation:

„Die Finanzwirtschaft der Stadt Hildesheim während der Zugehörigkeit zum Königreich Hannover 1815-1866” (Betreuer: Prof. Dr. Karl-Heinz Manegold; Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff)

 

Stipendium der Friedrich-Weinhagen-Stifung, Hildesheim;

 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Hannover (1987-1990);

 

Studienrat am Gymnasium Bismarckschule Hannover

 

Oberstudienrat am Goethegymnasium Hildesheim

 

Leiter der Fachgruppe Geschichte an beiden Schulen.

 

Publikationen

 

Armenfürsorge im Pauperismus: Das Hildesheimer Armenpflegeregulativ vom 17. Februar 1807, in: Alt-Hildesheim 60 (1989), S. 61-67.

 

In Zusammenarbeit mit Gerhard Voigt und Lothar Nettelmann (Hrsg.), Fachübergreifende Vorschläge für originelle Unterrichtsvorhaben. Entwickelt und beschrieben von Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule Hannover aus den Klassenstufen 9 bis 13 im Schuljahr 2007-2008, initiiert von Heinz-Jörg Heinrich, Hannover 2008.

 

Die Finanzwirtschaft der Stadt Hildesheim während der Zugehörigkeit zum Königreich Hannover 1815 – 1866 (Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim 18), Hildesheim 1989 [Diss. Univ.] Hannover 1988.

 

Aschoff, Hans-Georg/Heinrich, Heinz-Jörg (Bearb.), Ludwig Windthorst Briefe 1834 – 1880  (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte Reihe A: Quellen 45), Paderborn – München – Wien – Zürich 1995.

 

Aschoff, Hans-Georg (Bearb.)/Heinrich, Heinz-Jörg (Mitw.), Ludwig Windthorst Briefe 1881 – 1891 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte Reihe A: Quellen 47), Paderborn – München – Wien – Zürich 2002.

 

Abstract

 

Wilhelm Kube zählt zu den schillerndsten Figuren der NS-Zeit. Ziel der Habilitation ist es, seine Biografie einer differenzierten Analyse zu unterziehen. Sie stellt sich auch die Frage, wie er in seinem jeweiligen historischen Umfeld handelte, dieses mit prägte und sich persönlich entwickelte. Sie fragt nach den Motiven und untersucht die Wirkung.

 

Konkret geht es um folgende Fragestellungen:

 

 Welches psychosoziale Profil bildete sich bei Kube heraus und welche Auswirkungen hatte dieses auf sein politisches Handeln?

 Wie konnte es einem Charakter wie Kube gelingen, in hohe politische und staatliche Ämter aufzusteigen?

 In welcher Form drückte sich Kubes rassistisch-nationalistische Gesinnung in der Zeit der Weimarer Republik aus?

 Inwiefern bot gerade das nationalsozialistisch-verbrecherische Regime Kube mit seinen besonderen Eigenarten und Strukturen Möglichkeiten zur politischen Machtausübung?

 Wie prägte Kube die Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ mit?

 In welchem Maße nahm Kube Einfluss auf den NS-Machtapparat in Weißrussland und in welcher Form war er am Holocaust beteiligt?

 

Diese Biografie bietet Beiträge zu wichtigen Problemkomplexen der politischen Systeme der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus sowie auch der Kirchengeschichte, denn Kube bekleidete wiederholt entscheidende Funktionen:

 

Er war Mitglied mehrerer rechtsgerichteter völkisch-antisemitischer Organisationen, gehörte seit 1911 der „Deutschsozialen Partei“ Liebermann von Sonnenbergs an und hatte seit 1912 den Vorsitz des „Völkischen  Alt-Akademikerverbandes“ inne. Kube zählte außerdem zu den Gründern des „Deutschen Bismarckbundes“ („Bismarck-Jugend“, 1920). Im Jahr 1924 wurde er für die Nationalsozialistische Freiheitspartei in den Reichstag gewählt. 1927 wurde er Mitglied der NSDAP, 1928 Gauleiter im „Gau Brandenburgische Ostmark“ (ab Mai 1933 „Gau Kurmark“ genannt) sowie zwischen 1928 und 1933 Mitglied und Vorsitzender der NSDAP-Fraktion im Preußischen Landtag. Dabei galt er als „schlagfertig“ und „provokativ“ sowie „unbequem“ und „schwierig“ (selbst für Mitglieder der eigenen Partei).

 

Schriftstellerisch erlangte er vor allem durch sein 1920 erschienenes Theaterstück „Totila“ einen gewissen Bekanntheitsgrad. Publizistisch war Kube ebenfalls tätig: seine Wochenzeitschrift Der märkische Adler wurde beispielsweise das offizielle Organ der NSDAP im Gau Ostmark.

Auch im kirchlichen Bereich entwickelte Kube beachtliche Aktivitäten. Im Jahr 1932 wurde er Kirchenvorsteher der Berliner Gethsemanegemeinde und der Kreissynode Berlin-Stadt III, an der Gründung der „Glaubensbewegung Deutsche Christen“ war er maßgeblich beteiligt.

Im Machtgefüge der NSDAP und des späteren nationalsozialistischen Staates bekleidete Kube eine hohe Position. Mit wichtigen NS-Repräsentanten wie Göring und Goebbels war er eng verbunden, mit Kurt Daluege, Heinrich Himmler und Robert Ley duzte er sich und als Gauleiter war er direkt Hitler unterstellt. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde er außerdem zum Oberpräsidenten von Brandenburg ernannt und nahm diese Funktion zusätzlich kommissarisch für die preußische Provinz Posen-Westpreußen wahr.

Sein Weg verlief dabei keinesfalls geradlinig und eindimensional. Durch die Enthebung aus seinen Ämtern im Jahr 1936 aufgrund eines Skandals um die Erpressung Walter Buchs fand Kubes politische Karriere zunächst ein vorläufiges Ende. 1940 meldete er sich freiwillig zur Waffen-SS, 1941 wurde er eingezogen und als SS-Rottenführer im KZ Dachau eingesetzt.

Im selben Jahr wurde er politisch rehabilitiert und Generalkommissar für den Generalbezirk Weißruthenien in Minsk. Damit war er Leiter der Zivilverwaltung in einem mehrere Tausend Quadratkilometer großen Gebiet mit teils unterschiedlichen, teils verfeindeten ethnischen Gruppen, Schauplatz von systematischen Mord- und Verschleppungsaktionen, mit einem von Rivalitäten zwischen Zivil- und Militärverwaltung sowie SS geprägten Verhältnis, nur teilweise „befriedet“ und von verschiedenen Partisanenbewegungen durchsetzt.

Das Amt des Generalkommissars übte er bis zu seinem Tod im Jahre 1943 aus: Er starb an den Folgen eines Attentats durch russische Partisanen.

Kube wirkt als ambivalente, schillernde, streitfreudige und unberechenbare Figur. Immer wieder war er in interne Machtkämpfe verwickelt, einerseits geschickt und durchsetzungsfähig – für die Sowjets ein gefährlicher Gegner – , andererseits korrupt, opportunistisch und eitel, ja, für Teile der NS-Führung „unfähig“ und nach Weißrussland „weggelobt“, um keinen „Schaden“ mehr in Deutschland anzurichten.

Gliederung

 

Kindheit, Schule, Studium

 

Kubes psychosoziale Struktur und Entwicklung und deren Einfluss auf sein politisches Wirken in Weimarer Republik und NS-Diktatur

 

I. Kubes politisches Wirken bis 1927

 

1. Politische Stationen bis zum Eintritt in die NSDAP (1927)

 

a) Wirken in  politisch-gesellschaflichen Gruppierungen

                               Deutsch-Völkischer Studentenbund

                                Deutschsoziale Partei

                                Deutsch-Konservative Vereinigung

                                Alt-Akademikerverbandes

                                Deutscher Bismarckbund/Bismarckjugend

                                Bismarck-Orden

                                Deutscher Herold

                                Deutschnationale Volkspartei (DNVP)

                                Deutschvölkischen Freiheitspartei

                                (DVFP bzw. zeitgenössisch auch DFP)
                                Nationalsozialistische Freiheitspartei (NSFP, auch NF)

                                Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)

                                Völkisch-Sozialen Arbeitsgemeinschaft, (später Völkisch-
                                Sozialer Bund)

 

b) Kube in öffentlichen Ämtern

                                 Stadtverordneter in Berlin

                                 Mitglied des Reichstags (1924) (Nationalsozialistische                                  Freiheitspartei)

 

2. Kubes frühe Texte als Dokumente seiner politischen Ideologie

                                  Zeitungen, Zeitschriften, Reden, Positionstexte

                                   Deutschvölkische Hochschulblätter, Mecklenburger Warte,

                                   Schlesische Morgenzeitung, Schlesischer Bote, Märkischer
                                   Adler u.a.

                                   Kubes völkisch-nationale Gesinnung gespiegelt in seinem
                                   künstlerischem Werk: „D. Martin Luthers
                                   Weihnachtsabend“ (1907), „Totila“ (1920)

 

II. Die politische Arbeit Kubes in der Zeit von 1928 bis zur nationalsozialistischen „Machtergreifung“ (1933)

 

1. Kubes Arbeit in politischen und öffentlichen Ämtern

                        NSDAP-Gauleiter des Gaus Ostmark (seit 1928)

                        Mitglied des Preußischen Landtags (1928-1933),                          (Fraktionsvorsitzender der NSDAP)

2. Die Entwicklung von Kubes politischer Gesinnung im Spiegel seiner Langschriften:

                        „Die Versklavung des deutschen Volkes durch die Reparationen“
                         (1928)

                        „Die Verdummung des deutschen Volkes durch die
                         Sozialdemokratie“ (ca. 1929)

                        Zeitschriften, Zeitungen

 

III. Kubes Wirken in der NS-Diktatur in der Zeit um 1933 bis zum Verlust seiner Partei- und Staatsämter (1936)

 

1. Kube in politischen und öffentlichen Ämtern

                        Mitglied der SS (1933, Austritt 1936)

                        NSDAP-Gauleiter des Gaus Kurmark (seit 1933)

                        Oberpräsident Brandenburg (1933), kommissarischer
                        Oberpräsident der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen

                        Mitglied des Reichstags 

 

2. Kubes Engagement innerhalb der Kirche

                        Kirchenvorsteher der Berliner Gethsemanegemeinde und der
                        Kreissynode Berlin-Stadt III

                        Kube und die Glaubensbewegung „Deutsche Christen“

 

3. Die politische Entwicklung Kubes gespiegelt in seinen Texten seit 1933

                        „Nach der Aufrichtung des Dritten Reiches“ (1933)

                        „Die Bedeutung des deutschen Ostens für unser Volk“ (1933)

                        „Almanach der nationalsozialistischen Revolution“ (1934)

 

4. Der Skandal um die Erpressung des Leiters des Obersten Parteigerichts, Walter Buch (1936)

 

5. Der Verlust aller staatlichen und politischen Ämter

 

IV. Die Zeit der „Bewährung“ (1937-1941)

 

1. Kube als Mitglied der SS-Wachmannschaft im KZ-Dachau

 

2. Kube als Mitglied des Reichstags

 

V. Kube als Generalkommissar für Weißruthenien in Minsk (1941-1943)

 

1. Kube in seiner Funktion als Leiter des Generalkommissariats Weißruthenien

 

2. Kubes Beteiligung am Holocaust als Leiter der Zivilverwaltung in Weißrussland

 

3. Kube als Reichstagsabgeordneter

 

4. Die literarische Rezeption der Zeit Kubes in Minsk im Vergleich zur historischen Realität am Beispiel von Paul Kohls „Schöne Grüße aus Minsk“

 

 

Quellen- und Literaturlage

 

Die Quellenlage in Deutschland und Weißrussland ist entsprechend den unterschiedlichen politischen und beruflichen Betätigungsfeldern Kubes komplex, heterogen, aber gut. Es existieren zahlreiche Akten, zeitgenössische Redebeiträge, Veröffentlichungen und Zeitungsberichte, Briefe, Besprechungsnotizen u.v.m.

 

Literatur nach 1945 (Auszug)

 

Bräuninger, Werner, „Eines Deutschlands Kants und Goethes unwürdig“. Von der Ambivalenz des „alten Kämpfers“ Wilhelm Kube, in: Ders., Hitlers Kontrahenten in der NSDAP 1921-1945, München 2004, S. 194-205.

 

Chiari, Bernhard, Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrussland 1941-1944 (Schriften des Bundesarchivs 53), Düsseldorf 1998 [Diss. Univ.] Tübingen 1997.

 

Gailus, Manfred, Diskurse, Bewegungen, Praxis. Völkisches Denken und Handeln bei den „Deutschen Christen“, in: Uwe Puschner/Clemens Vollnhals (Hrsg.), Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 47), Göttingen 2012 , S. 233-248.

 

Gerlach, Christian, Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944, Hamburg 1999, zugl. Diss. Techn. Univ. Berlin 1998.

 

Heiber, Helmut, Aus den Akten des Gauleiters Kube, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 4 (1956), Heft 1, S. 67-92.

 

Meier, Kurt, Der evangelische Kirchenkampf, Gesamtdarstellung in 3 Bänden, Göttingen 1976-1984.

 

Ders., Die Deutschen Christen. Das Bild einer Bewegung im Kirchenkampf des Dritten Reiches (Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes. Ergänzungsreihe 3) Göttingen 1964, teilw. zugl. Diss. Univ. Leipzig.

 

Musial, Bogdan, Sowjetische Partisanen 1941-1944. Mythos und Wirklichkeit, Paderborn – München – Wien – Zürich 2009.

 

Quinkert, Babette, Propaganda und Terror in Weißrussland 1941 – 1944. Die deutsche „geistige“ Kriegführung gegen Zivilbevölkerung und Partisanen (Krieg in der Geschichte 45), Paderborn – München – Wien – Zürich 2009, Diss. Freie Univ. Berlin 2006 u. d. T.: Quinkert, Babette: Die deutsche Propaganda gegenüber der Zivilbevölkerung im besetzten Weißrussland 1941-1944.

 

Rein, Leonid, The kings and the pawns. Collaboration in Byelorussia during World War II (War and genocide 15), NewYork 2011.

 

Reitlinger, Gerald, The Doubst of Wilhelm Kube, in: Wiener Library Bulletin 4 (1950), H. 5/6, S. 33, und 5 (1951), H. 1/2, S. 8.

 

Stuk, Anatolij, Wilhelm Kube – der deutsche Faschist auf dem Höhepunkt seiner Rolle als Generalkommissar Weißrusslands (russisch), in: Belaruskaja Dumka 5 (1996), S. 149-175.

 

Teppe, Karl, Die preußischen Oberpräsidenten 1933 – 1945, in: Die preußischen Oberpräsidenten 1933-1945 (Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit15, Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte19), hrsg. von Klaus Schwabe, Boppard am Rhein 1985, S. 219-248.

 

Wolfes, Thomas, Wilhelm Kube, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 19, begr. und hrsg. v. Friedrich Wilhelm Bautz/fortgef. v. Traugott Bautz, Herzberg 2001, S. 832–859.

 

Ziegler, Walter, Gaue und Gauleiter im Dritten Reich, in: Nationalsozialismus in der Region. Beiträge zur regionalen und lokalen Forschung und zum internationalen Vergleich, hrsg. v. Horst Möller, Andreas Wirsching und Walter Ziegler (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte), München 1996, S. 139-160.

 

Zimmermann, Wilhelm, Der Ehrenbürger. Aus der politischen Biographie des NSDAP-Gauleiters der „Kurmark“ und Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg Wilhelm Kube, in: Uckermärkische Hefte 1 (1989), 1. Teil, S. 245-260, 2 (1995), S. 215-247.

 

Andere Medien

„Blutarbeit im Osten“. Das Attentat auf Wilhelm Kube 1943 in Minsk. Hörfunk-Dokumentation von Paul Kohl, Ausstrahlung: SFB 3, 21.9.1994.

 

Herren über Tod und Leben. Fernseh-Dokumentation von Jürgen Naumann, Susanne Spröer, WDR 2011.

Sabine Hofman-Reiter

*** Abgeschlossen***


Arbeitstitel der Dissertation:
Nicht Frühjahr, von den Blumen! Früher, von der Zeit!
Über das Konzept Zeit im Anfänger/innenunterricht „Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung“. Eine österreichische Perspektive


Fachgebiet: Geschichtsdidaktik
Voraussichtliche Gesamtdauer: Oktober 2010 bis Dezember 2013
Wissenschaftlicher Betreuer: Priv. Doz. Dr. Christoph Kühberger

Zusammenfassung des Forschungsvorhabens
Das geplante Forschungsvorhaben will erheben, mit welchen Zeitkonzepten Schüler/innen der 6. Schulstufe am Beginn des Unterrichts im Fach „Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung“ an historische Inhalte herangehen.
Zeit stellt eine wesentliche  Kategorie des historischen Denkens dar. Ausgehend von der theoretischen Einbettung im Rahmen der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsdidaktik soll im Rahmen einer Schulbuchanalyse erhoben werden, mit welchen normierten Zeitkonzepten Schüler/innen dieser Altersstufe konfrontiert werden. Eine empirische Erhebung soll klären, inwieweit diese Vorannahmen, auf denen die approbierten Schulbücher der 6. Schulstufe für das Unterrichtsfach „Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung“  basieren, den tatsächlichen Zeitkonzepten der Schüler/innen entsprechen bzw. inwieweit sie von diesen differieren. Ein derartiges empirisches Vorhaben versucht  auch, Impulse sowohl  für die derzeit wenig beachtete empirische fachdidaktische Forschung als auch für die  Entwicklung von didaktisch-methodischen Unterrichtsmaterialien zu geben.  

Ausgewählte Literatur

Bergmann, Klaus et al (Hrsg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik. Seelze-Velber: Kallmeyer´sche Verlagsbuchhandlung, 1997

Bergmann, Klaus, Rohrbach, Rita (Hrsg.): Kinder entdecken Geschichte. Theorie und Praxis historischen Lernens in der Grundschule und im frühen Geschichtsunterricht. Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2001
Bischof-Köhler, Doris: Kinder auf Zeitreise. Theory of Mind, Zeitverständnis und Handlungsorganisation. Bern: Verlag Hans Huber, 2000

Gautschi, Peter: Geschichte lehren. Lernwege und Lernsituationen für Jugendliche. Bern: Berner Lehrmittel-und Medienverlag, 2000

Gautschi, Peter: Guter Geschichtsunterricht. Grundlagen, Erkenntnisse, Hinweise. Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2009

Goswami, Usha: So denken Kinder. Einführung in die Psychologie kognitiver Entwicklung. Bern: Verlag Hans Huber, 2001

Klose, Dagmar: Klios Kinder und Geschichtslernen heute. Eine entwicklungspsychologisch orientierte konstruktivistische Didaktik der Geschichte. Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2004

Körber, Andreas, Schreiber, Waltraud, Schöner, Alexander (Hrsg.): Kompetenzen historischen Denkens. Ein Strukturmodell als Beitrag zur Kompetenzorientierung in der Geschichtsdidaktik. Neuried: ars una Verlag, 2007

Kühberger, Christoph, Windischbauer, Elfriede (Hrsg.): Jugend und politische Partizipation. Annäherung aus der Perspektive der Politischen Bildung. Innsbruck: StudienVerlag, 2009

Kühberger, Christoph (Hrsg.): Geschichte denken. Zum Umgang mit Geschichte und Vergangenheit von Schüler/innen der Sekundarstufe I am Beispiel „Spielfilm“. Empirische Befunde – Diagnostische Tools – Methodische Hinweise. Innsnbruck – Wien – Bozen: Studienverlag, 2013

Küppers, Waltraud: Zur Psychologie des Geschichtsunterrichts. Eine Untersuchung über Geschichtswissen und Geschichtsverständnis bei Schülern. Bern, Stuttgart: Verlag Hans Huber, 1961

Oerter, Rolf/ Montada, Leo (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 2008

Oswald, Paul/ Schulz-Benesch, Günter ( Hrsg.): Montessori, Maria: Kosmische Erziehung. Die Stellung des Menschen im Kosmos. Menschliche Potentialität und Erziehung. Von der Kindheit zur Jugend.  Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 1988

Pandel, Hans Jürgen/ Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts: Wochenschau-Verlag, 1999

Reeken von, Dietmar: Historisches Lernen im Sachunterricht. Eine Einführung mit Tipps für den Unterricht. Baltmannsweiler: Schneider Verlag, 2004

Rohlfes, Joachim: Geschichte und ihre Didaktik. Göttingen: Vandenhoeck& Ruprecht, 2005

Roth, Heinrich: Kind und Geschichte. Psychologische Voraussetzungen des Geschichtsunterrichts in der Volksschule. München: Kösel Verlag, 1968

Rüsen, Jörn: Historisches Lernen. Grundlagen und Paradigmen. Köln: Böhlau Verlag, 1994

Sauer, Michael: Geschichte. Das Methodenbuch. Donauwörth: Auer Verlag GmbH, 2009

Sauer, Michael: Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik. Seelze-Velber:  Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung, 2004

Schaub, Horst: Zeit und Geschichte erleben. Zeit in der Natur. Umgang mit Zeit. Erfahrung des Wandels. Berlin: Cornelsen Verlag, 2002

Schorch. Günther: Kind und Zeit. Entwicklung und schulische Förderung des Zeitbewusstseins. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 1982

Schreiber, Waltraud, Schöner, Alexander, Sochatzky, Florian: Analyse von Schulbüchern als Grundlage empirischer Geschichtsdidaktik. Stuttgart: Kohlhammer, 2013

Schreiber, Waltraud: Erste Begegnungen mit Geschichte. Grundlagen historischen Lernens. Band 1. Neuried: ars una, 2004

Schreiber, Waltraud, Körber, Andreas, Schöner, Alexander (Hrsg.): Kompetenzen historischen Denkens. Ein Strukturmodell als Beitrag zur Kompetenzorientierung in der Geschichtsdidaktik. Neuried: ars una Verlag, 2007
Seel, Norbert: Psychologie des Lernens. München: Ernst Reinhardt Verlag,  2000

Harald Hutterberger

Harald Hutterberger

Arbeitstitel der DissertationDie jüdische Gemeinde in Oberösterreich: Vom Neoabsolutismus bis zur NS-Herrschaft. Konzept Dissertation Harald Hutterberger

I. Titel

Die jüdische Gemeinde in Oberösterreich: Vom Neoabsolutismus bis zur NS-Herrschaft.

II. Zum Forschungsgegenstand: Die jüdische Gemeinde in Oö. im Überblick

II.1. Hoch- Spätmittelalter

Am Beginn des zehnten Jahrhunderts (Jh.) wurden Juden als Händler auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Oberösterreich erstmals urkundlich erwähnt (Raffelstettener Zollordnung). Zur Ansiedelung von Juden kam es ab der zweiten Hälfte des 13. Jh. in Linz, Enns, Steyr und Wels. Das Jahr 1420 markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung der jüdischen Gemeinden: Wegen angeblichen Hostienfrevel ließ Hzg. Albrecht II. alle Juden in Österreich verhaften, zog ihr Vermögen ein und stellte sie vor die Wahl Taufe oder Feuertod. Nur eine Minderheit beugte sich dem Zwang, nicht zur Konversion bereite reiche Juden wurden vor den Toren Wiens verbrannt, arme Juden setzte man auf (ruderlosen) Booten auf der Donau aus oder vertrieb sie. Jahrzehnte später ließen sich Juden in geringer Anzahl erneut in Oberösterreich nieder, 1572 mussten sie das Land erneut verlassen. In der Folge bereisten Juden von Böhmen regelmäßig die Linzer Märkte, durften ihre Geschäfte aber nur während der Woche ausüben, und mussten das Land sogleich wieder verlassen.

II.2. Die jüdische Gemeinde von Linz und Oberösterreich vom Neoabsolutismus bis zur NS-Herrschaft

Als Reaktion auf die Revolution von 1848/1849 erließ Kaiser Franz Joseph I. 1849 die sog. Oktroyierte Verfassung. Da in dieser allen Untertanen des Kaiserstaates die Freizügigkeit von Person und Eigentum garantiert wurde, wanderten sogleich Juden nach Oberösterreich ein. Sowohl Landes-, wie auch Kommunalbehörden reagierten auf diese Zuwanderung mit Ausweisungsbescheiden, welche die Juden zumeist via die Statthalterei beim kaiserlichen Innenministerium bekämpften. Grundsätzlich hob das Ministerium die angefochtenen Bescheide sogleich auf, und wies die betroffenen Behörden an, den Juden den Aufenthalt umgehend zu genehmigen. Somit konnten sich in der Zeit des Neoabsolutismus erstmals seit Jh. wieder Juden in Oberösterreich niederlassen, 1863 kam es zur Gründung einer jüdischen Religionsgesellschaft für Linz und Oberösterreich, die auch die im Hzgtm. Salzburg lebenden Juden einschloss.

Im Jahre 1890 beschloss der cisleithanische Gesetzgeber das sog. Israelitengesetz und stellte damit das Verhältnis der Juden zum Staat auf eine eigene, in ihren Grundzügen noch heute gültige Rechtsgrundlage.i Auf der Basis dieses Gesetzes wurden nun die jüdischen Gemeinden in der österreichischen Reichhälfte um- bzw. neugegründet, aus der nunmehrigen Israelitischen Kultusgemeinde für Linz und Oberösterreich (einschließlich Salzburg) lösten sich in der Folge die Juden von Stadt und Bezirk Steyr und begründeten ihre eigene Gemeinde noch in den 1892er-Jahren, 1911 sodann die Juden im Hzgtm. Salzburg.

In den Jahren des Ersten Weltkriegs strömten tausende jüdische Flüchtlinge aus den von den russischen Armeen bedrohten Kronländern Galizien und Bukowina nach Oberösterreich, die aber hier nicht sesshaft wurden, sondern das Land nach dem Ende des Kriegs rasch wieder verließen. Nach der Volkszählung vom 22. März 1934 lebten in Linz und Oberösterreich 959 Juden. Als Folge des zunehmenden Antisemitismus wanderten bereits vor dem sog. Anschluss Juden auch aus Oberösterreich ab, viele von ihnen in die klassen Einwanderungsstaate, manche auch nach Palästina.

II.3 Neubegründung 1945ff

Wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es über Betreiben eines jüdischen Militärgeistlichen der US-Streitkräfte zur Neugründung der jüdischen Gemeinde in Linz, darüber hinaus gründeten sich in anderen Orten Oberösterreichs eigene jüdische Gemeinschaften; Gründer dieser Gemeinden waren regelmäßig aus dem Archipel des ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen befreite Juden. Entsprechend der Bestimmungen des Israelitengesetzes wurde die heutige Israelitische Kultusgemeinde für Linz und Oberösterreich im Jahre 1948 mittels Bescheid des Landeshauptmannes wieder begründet. Viele der 1945 in (Ober)Österreich gestrandeten Juden sahen hier allerdings nur eine Zwischenstation auf ihrem Wege in eine neue Heimat, nur eine kleine Anzahl entschied sich für das Bleiben. Heute zählt die Gemeinde knapp 50 Gemeindeglieder.

II.4. Eigenes Thema: Vom Neoabsolutismus bis zur NS-Herrschaft

Ab den späten 1840er Jahren nutzten Juden vornehmlich aus Südböhmen, Franken und Westungarn, später aus der Bukowina und Galizien, ihre Wahlfreiheit des Sesshaftwerdens in Österreich ob der Enns und ließen sich vornehmlich in Linz, Steyr, Wels und Enns nieder. Es klaffte aber, wie erwähnt, eine erhebliche Lücke zwischen der Verfassungsnorm und den Zuständen im Lande. Jüdische Anliegen, wie z.B. Erwerb von Grund und Boden und/oder Ausübung bestimmter gewerblicher Tätigkeiten, stießen bei den hiesigen Behörden, insbesondere bei Gemeindeverwaltungen, in Oberösterreich auf Widerstand und Ablehnung. Die Juden ihrerseits bekämpften solche behördliche Willkür. Es stellt sich die Frage, wo hatten die Juden die hiefür erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen, die man als ein besonderes, kulturelles Kapital verstehen kann, erworben? Hier gilt es jene Rahmenbedingungen zu erheben, die den Juden den Erwerb solchen Kapitals in ihren Herkunftsland ermöglichten. Die Klärung dieser Fragen erscheint von Bedeutung, bedenkt man, dass bereits die dritte Klage (!) bei dem im Jahre 1876 eben erst errichteten Verwaltungsgerichtshof für Cisleithanien von einem böhmischen Juden eingebracht wurde.

Auch der neoabsolute Staat sah im wirtschaftlich aktiven (Bildungs)Bürger den, dem Staate in besonderer Weise nützlichen Untertanen. Diese Sicht, die in Europa bereits in der Zeit des Aufgeklärten Absolutismus und der Napoleonischen Ära entstanden war, ermöglicht binnen weniger Dekaden in manchen deutschen Staaten auch die Verbürgerlichung der ehemals marginalisierten jüdischen Bevölkerung. Die österreichische Monarchie holte diese Entwicklung spätesten nach 1850 nach. Dies mag folgendes Beispiel illustrieren: Zwischen 1860 bis 1938 haben wahrscheinlich an die 200 Juden (meist Burschen, aber auch einige Mädchen) in Linz die Matura abgelegt, die meisten von ihnen noch in der Zeit der Monarchie. Angesichts solcher Zahlen stellt sich hier die Frage, worauf diese Entwicklungen zurückzuführen ist. Von Bedeutung erscheint hier, dass die Mehrheit der Juden aus Elternhäusern stammte, die keine Tradition einer höheren Bildung kannten. Wie weit hat etwa die jüdische Gemeindeführung ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass (und vor allem auch wie) die Chance auf Zugang zu Bürgergesellschaft anhand von Bildungsaktivitäten erhöht werden kann?

III. Forschungstand

Der Forschungsstand zum Judentum in Oberösterreich wird namentlich der heimischen akademischen Forschung geschuldet, in Sonderheit den Instituten für Judaistik, für Zeitgeschichte und anderen, sowie weiteren Forschungseinrichtungen wie dem Institut für jüdische Geschichte in St. Pölten, jüdischen Museen wie jenen in Hohenems und Eisenstadt, aber auch Außenseitern, darunter jüngst Verena Wagner. Im Blickpunkt der meisten vorliegenden Arbeiten (meist Aufsätze, weniger Monographien) sind vor allem die Gründung der jüdischen Gemeinde(n) in Linz und Oberösterreich, deren Vernichtung in der Zeit der NS-Herrschaft, sowie die sog. DP-Lager in- und außerhalb der US-Besatzungszone.

Auf dem Gebiet der historischen Bürgertumsforschung liegen zahlreiche Arbeiten, insbesondere zur deutschen Bürgertumsforschung vor. Besondere Beachtung fand die jüngst von Simone Lässig vorgelegte Habilitationsschriftii und die von ihr dort entwickelte Theorie über den Erfolg des jüdischen (Bildungs)Bürgertums am Beispiel einzelner jüdischer Gemeinden im alten Reich im Zeitalter der Emanzipation, und die darauf bezogenen Mechanismen einer Verbürgerlichung der bis dato marginalisierten Juden. Lässig stellt in den Mittelpunkt ihrer Arbeit die Frage nach den Faktoren, die in manchen deutschen Staaten besonders erfolgreich verlaufenen sozialen Aufstieg der Juden förderten. Hier soll es sich um ein spezifisch deutsches Phänomen handeln, das es in anderen europäischen Ländern kein Pendant hat. Gestützt hat sie ihre Untersuchung auf zentrale Kategorien der modernen Bürgertumsforschung und der von Pierre Bourdieu entwickelten Sozialkapitaltheorien, aus welchen Lässig auch ihre Arbeitshypothese ableitet: iii

„Beeinflusst durch den in Deutschland konditionalen Charakter der Emanzipation erwarben die Juden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein spezifisches ‚kulturelles Kapital’, das auch ehemals marginalen Existenzen die sozial-ökonomische Verbürgerlichung erleichterte.“

Die von mir angezogene(n) Forschungsfrage(n) kann, darf wohl als ein Desiderat der Forschung bezeichnet werden. Mit meiner Arbeit will ich versuchen, diese Lücke zu schließen.

IV. eigene Forschungsfrage(n)

IV.1. persönliches Interesse

Mein ganz besonderes Interesse gilt der Herausbildung einer verbürgerlichten jüdischen Gemeinde nach 1851 in Oberösterreich, dargestellt am Beispiel des Zugangs zu höherer Bildung: Mein erklärtes Ziel in diesem Zusammenhang ist es, Faktoren der Akzeptanz und Interaktion zu finden, die lernförderlich auf jüdische Kinder und Jugendliche innerhalb ihrer Familien und der jüdischen Gemeinde wirken, bei unzureichenden Lernvoraussetzungen im Bereich des Wissenserwerbs.

IV.2. Zugrunde liegende Fragestellung

Auf der Basis welcher Erfahrungen entwickelte sich bei jüdischen Kindern und Jugendlichen ein positives Selbstkonzept, um den Kreis von sozialer Benachteiligung mit höherer Bildung durchbrechen zu können, welche Erlebnisse, symbolische Ordnungen – institutionelle Mechanismen etc. waren dafür ausschlaggebend, und wie veränderte das gewonnene positive Selbstbild ihre Wahrnehmung und Stellung im Vergleich zur Mehrheitsbevölkerung?

IV.3. Hypothesen

a) Kulturelle Produktivität, beispielsweise in Form von Theaterbesuchen und anderem, dient der Distinktion, der Anhäufung von kulturellem Kapital, der Bildung von Geschmack, und hat fast ausschließlich eine gesellschaftliche Funktion. Ich hoffe, basierend auf empirischen Daten, valide Ergebnisse zu erhalten, die erweisen, dass überwiegend Personen mit hohen ökonomischem und kulturellem Kapital Theaterbesuche oder ähnliche Aktivitäten mit ihren Kindern setzten.

b) Je weniger kulturelles Kapital zum Erwerb von schulischen Wissen zur Verfügung steht, desto mehr Zeit muss zur Korrektur der negativen Folgen seitens der Familie bzw. der sozialen Gemeinschaft aufgewandt werden.iv

V. eigene Forschungsinstrumente

In meiner Dissertation will ich mich grundsätzlich auf die Rezeption Pierre Bourdieus Theorie über den Erwerb kulturellen Kapitals stützen, namentlich auf die in der Bundesrepublik vorgelegten Arbeiten zur Bürgertumsforschung, erweitert um alternative soziologische Theorien, wie etwa jener von Hans-Peter Müller und Martin Dingens.

Ausrichten möchte ich meine Arbeit an der von Simone Lässig entwickelten Theorie über den Erfolg des jüdischen (Bildungs)Bürgertums in Deutschland im Zeitalter der Emanzipation. Entsprechend Lässigs Konzept werde ich hinterfragen, wie stark die vom Staat, aber auch aus der jüdischen Gemeinde heraus entwickelten Orientierungsmuster und Normative bürgerlichen Ursprungs waren. Dies ließe sich anhand von Medien und Formen der kulturellen Verbürgerlichung sowie Produzenten neuer Leitbilder darstellen. Zu untersuchen wäre, ob es signifikante Unterschiede, Parallelen oder Brüche gab zwischen jüdischen Gemeinde(n) in Oberösterreich und Deutschland? Wenn ja, wie äußern sich diese, worauf waren sie zurückzuführen, wie waren die Bindungen und Faktoren? Weiters soll die Rezeption und Verankerung von bürgerlichen Lebensstilkonzepten geprüft werden. Auf dieser Ebene sollen Erkenntnisse zur Sozialrelevanz des Kulturellen, speziell zum Wechselverhältnis von Bürgerlichkeit und sozialökonomischen Verbürgerlichung gewonnen werden.

Auch die deutschsprachige Historiographie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten wieder vermehrt der Regionalgeschichtliche zugewandt. Auch ich sehe meine Arbeit als einen regionalgeschichtlichen Beitrag. Eine regionalgeschichtliche Analyse muss sich mit der Frage der Konstituierung der Region befassen. Oberösterreich erscheint in besonderem Maße für diese Fragestellung geeignet, war das Land doch noch am Beginn des 20. Jh. zum einen noch weitgehend durch die Landwirtschaft geprägt, zum anderen strebte die Landeshauptstadt bereits nach dem Range einer Großstadt, in Steyr hatte eine der größten Waffenfabriken der Welt ihren Sitz. Es gilt somit, die Besonderheiten des Landes zu analysieren und deren Wirkung auf die Struktur der Gesamtgesellschaft auszuloten, um sodann die Situation des Erzherzogtums mit der Lage in den anderen habsburgischen Erbländern und darüber hinaus in der österreichischen Reichshälfte vergleichen zu können. Es wäre zu erheben, welche Gemeinsamkeiten mit, welche Abweichungen von der Entwicklung in den Erbländern bzw. in Cisleithanien lassen sich feststellen.

In allen Teilen meiner Arbeit sollen zudem folgende Aspekte durchgängig berücksichtigt werden, soweit dies nach sachlichen Erwägungen und im Lichte der Quellenlage möglich und sinnvoll erscheint:

  • Geschichte der Juden in Linz und Oberösterreich: Zu behandeln als Regionalgeschichte, als Darstellung der Verhältnisse, die für Oberösterreich und die hier lebenden Juden spezifisch sind. Im Rahmen dieses Vorhabens werden auch das Gesamtbild in Cisleithanien sowie die Situation im wilhelminischen Deutschland mitgedacht und thematisiert; fallweise mag ein Bezug auf Regionen in anderen Staaten Europas sinnvoll sein.

  • Innerregionale Unterschiede: Unterschiede innerhalb Oberösterreichs sind flexibel zu thematisieren, beispielsweise unter Verwendung gleichförmiger Daten aller Gemeinden oder aller Bezirke in einer Gesamtschau, als Vergleich von lokalen Ereignisfolgen und so weiter.

  • Institutionengeschichtliche Aspekte: In allen Teilen soll ein solcher Ansatz (formelle und informelle Institutionen betreffend) als durchgängiges Prinzip zur Anwendung kommen. Politisch relevante Vorgänge in Behörden, Parteien, Verbänden und Religionsgemeinschaften sowie mentalitätsgeschichtlich relevante Faktoren für die Entwicklung im jeweiligen Kontext sollen nicht als separate Kapitel abgehandelt werden; es soll also keinen gesonderten Abschnitt Kultur- oder Wirtschaftspolitik und so weiter geben, sondern die Politik ist in der Darstellung der konkreten kulturellen beziehungsweise wirtschaftlichen Angelegenheiten ein erklärender Faktor, der unmittelbar zu diskutieren ist.

  • Ganzheitlich-integrativer Ansatz: Ein solcher besteht darin, das Streben der Juden nach höher Bildung, Eigentum etc. nicht als moralische Kategorie bzw. als genuin jüdischen Wesenszug einzuführen, sondern in der Beschreibung der bürgerlichen Gesellschaft nach Mitte des 19. Jh. als eine soziale Formation, in der die Juden vor allem durch den Erwerb besonderen kulturellen Kapitals den ihnen bis dato zugewiesenen Status einer diskriminierten Minderheit überwinden und Zugang zur Mehrheitsbevölkerung gewinnen konnten. Da hier in keiner Weise dem Stereotyp Vorschub geleistet werden darf, bei der Judenschaft handle es sich um eine in sich geschlossene, homogene Gruppe von Menschen, wären auch alternativer jüdische Lebensentwürfe vorzustellen.

Die soziale Struktur der jüdischen Gesellschaft kann weiters auch mit dem Konzept sozialer Ungleichheit der Soziologen Stefan Hradil und Peter Berger untersucht und reproduziert werden. Hier gilt es soziale Lage, Lebensstil, Milieu etc. zu analysieren. Nach Berger und Hradil stellen sich die drei Dimensionen ungleicher Lebensbedingungen wie folgt dar:v

„1. ökonomische (Wohlstand, Erfolg, Macht): Bedingungen: Geld, Bildung, Berufsprestige etc. 2. wohlfahrt-staatliche (Sicherheit, Entlastung, Gesundheit, Partizipation): Bedingungen: Arbeitslosigkeits- Armutsrisiko, soziale Absicherung, demokratische Institutionen etc. 3. soziale (Integration, Selbstverwirklichung, Emanzipation): Bedingungen: soziale Beziehungen, Privilegien, etc.“

Es sollen unterschiedliche soziale Schichten innerhalb der jüdischen Gemeinde betrachtet werden. Sie werden eingeteilt in Geschlecht, Einkommen, Vermögensverhältnisse, Religionszugehörigkeit und beruflicher Stellung (vom einfachen unselbständig Erwerbstätigen bis zum Selbständigen mit Arbeitnehmern). Diese werden darüber heraus weitere aussagekräftige Hauptkomponenten innerhalb der verschiedenen sozialen Schichten erfasst, um daraus Ähnlichkeiten abbilden zu können. Die Frage ist, ob noch andere Faktoren die Daten bestimmen.

VI. Aufbau der Arbeit

Die Gliederung der Arbeit folgt der chronologischen Abfolge und orientiert sich an den inhaltlichen Entwicklungsphasen des Untersuchungsgegenstandes. Der letzte Abschnitt versteht sich als Ausblick, er ist der dritten Generation und Rezeption der Shoa gewidmet. Die Kapiteleinteilung wie auch die Themensetzung verstehen sich als vorläufige Disposition.

a) Gemeinden im Überblick: rechtliche Voraussetzungen 1848ff; Gründungsväter; Kultusgenossenschaft 1862ff; Israelitengesetz 1890; Abspaltungen; Gemeinde 1913; Erster Weltkrieg; Zwischenkriegszeit; Anschluss, Auflösung, Vertreibung, Vernichtung; Bilanz der NS-Herrschaft,

b) Gründungsväter (1. Generation): Herkunft; soziokulturelle Voraussetzungen; Berufe, berufliche Tätigkeit; Verbindungen (national, international)

c) Gemeinde: Einrichtungen; Stellung zur Mehrheitsbevölkerung

d) Söhne (2. Generation): Herkunft, Bildungsniveau; politische und berufliche Tätigkeit; Verbindungen

e) Enkel (3. Generation): Herkunft, Bildungsniveau; politische und berufliche Tätigkeit; Verbindungen; Emigration; Zeit der Shoa

f) Ausblick: Situation der Juden in (Ober)Österreich nach 1945; Neugründung der Gemeinde; jüdische Rezeption der Shoa bei Juden und Mehrheitsbevölkerung; Auswanderung

[i] Bundeskanzleramt Österreich, Rechtsinformationssystem (RIS), Gesetz vom 21. März 1890, betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft, RGBl. Nr. 57/1890, 2008, [http://www.ris.bka.gv.at/BgblAltDokument.wxe?Abfrage=BgblAlt&Bgblnummer=57/1890], 27.7.2009

[ii] Simone, Lässig, Jüdische Wege ins Bürgertum. Kulturelles Kapital und sozialer Aufstieg im 19. Jahrhundert, Göttingen 2004. Vgl. Verlag Vandenhoeck Ruprecht: Buchvorstellung Simone Lässig, Jüdische Wege ins Bürgertum. Kulturelles Kapital und sozialer Aufstieg im 19. Jahrhundert. Bd. 1, 2004,[http://www.v-r.de/de/titel/352536840/], 27.7.2009.

[iii] Vita von Simone Lässig, Kurzbeschreibung des Habilitationsprojekts, o.D., [http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~lsge/mlaessig.htm], 27.7.2009.

[iv] Vgl. Pierre Bourdieu, Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in: Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2, hrsg. R. Kreckel, o.O. 1983, S. 183-198, hier S. 220, zit. n. Wikipaedia: Artikel Kulturelles Kapital, o.D., [http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelles_Kapital], 27.7.2009

[v] Peter Berger/Stefan Hradil, Die Modernisierung sozialer Ungleichheit und die Konturen ihrer Erforschung, in: Lebenslagen, Lebensläufe, Lebensstile, Soziale Welt. Sonderband 7, hrsg. Peter Berger/Stefan Hradil, Göttingen 1989, S. 3-26.

Alexandra Janda

Alexandra Janda
  • 1994-2003: Gymnasium Marienschule Hildesheim; Schulabschluss:  Abitur mit Endnote 1.6 (Leistungskurse Geschichte/ Englisch)
  • Auslandsaufenthalt: Australienreise via Working- Holiday-Visa (Januar 2005 - Juni 2005)
  • seit 23.10.2005 Bachelor-Studiengang (GSKS) an der Universität Hildesheim (Fächer: Geschichte, Politik, Philosophie)
  • Sprachkenntnisse: Deutsch, Englisch, Polnisch, Französisch


Erhalt des Stipendiums für besonderes Engagement in Seminaren und hervorragende Studienleistungen

Auskunft der Friedrich Ebert Stiftung (FES):
"Wir fördern mehr als nur Leistung. Auf das Gesamtbild kommt es an.
        Unsere Kriterien:

  • Besondere Begabung, überdurchschnittliche schulische und studienbezogene Leistungen (1);
  • Politisches und/oder soziales Engagement (2);
  • Persönlichkeitsbild (3)"

Affo Kassi Kassi

Two Germany's foreign policies towards Africa after World War II.

The question of ACP countries and the special cases of Cameroon, Togo and Benin.

 

I. Introduction

Germany began its world expansion in the 1880s under Bismack's leadership, encouraged not only by national middle but also by higher classes. The race for Africa also known as the “Scramble” for Africa was the colonization, invasion, occupation and annexation of African territories by European powers during the new imperialism period between 1881 and 1914. In fact, Sub-Saharan Africa, one of the last regions of the world largely untouched by informal imperialism was attractive to Europe ruling elites for economic reasons. However the defeats of Germany as a consequence of the First and Second World War had profound impact on German policies towards Africa after 1945.

 

II. Questions of the research project

Although Germany has been a major international player in Africa ever since its readmission to international politics after 1955 surprisingly little has been written about this topic and even less reliable knowledge has been established. After the unification Germany was the second or third single most important bilateral donor in Sub-Saharan Africa in comparison with France and Japan. On average Germany has been the second most important trading partner of these countries and one of the five most important sources of foreign direct investment (FDI) in Africa[1].

At the end of the Cold War, Germany maintained a dense diplomatic network in Africa South of the Sahara with 40 fully-fledged diplomatic missions. So clearly there must have been some policy impact, some relevance to someone. Yet this relative importance had not been in the focus of academic research compared with the Africa policies of the United States or France. Germany's Africa policy has remained an international enigma up to now. (through maybe one of the smaller states).

The guiding questions of this PhD project are the following ones:

How can these policies be explained?

Are Germany's policies governed by a mix of primarily geostrategic and trade imperatives like the US policy (towards Africa), or does it follow a more or less cultural mission like the French?

Or does it like Japan first and foremost pursue its own economic advantage? To a stronger degree in comparison to the others general interests, are there other relevant determinants?

And how do policy decisions relate to other levels both of the national policy environment and the international system?

How to assist the growth of a strong indigenous “bourgeoisie” that does not have to rely on the state to accumulate capital?

How to help the transformation of those governed into enlightened and self-confident citizens?

How to enable Africa to initiate a sustainable process of economic catching-up and how to protect both African states in the global economy and African citizens vis-a-vis rapid process of modernization without resort to violence? All these questions mentioned above need to be answered. As trade constitutes a key element in economic growth and development this study will also put the subject in a larger framework and try to show how the economic exchange developed within a comparative European context.

 

III. German-African relations: Content

German relations with and policies towards Sub-Saharan Africa since the end of World War II  have seen several very distinct phases, but these must be clearly viewed within the wider perspective of the general foreign policy considerations and priorities of the two separate German states from 1949 and of a united Germany in 1990. It was only in the 1990s that genuinely African developments and factors came to play a somewhat more important role in shaping Germany's Africa policies. As a result of the conspicuously low overall attention given to African questions in Germany, it seemed that no clearly focused and comprehensive Africa policy strategy has ever been formulated as a government document or even indirectly been discernible. A wide spectrum of different political, economic and societal actors and interest groups has over the years shown an interest in intensifying German-African relations. The pursuance of Africa-related interests and policies has, as a consequence, almost invariably been a minority concern promoted in a rather divergent and pluralistic fashion and by and large focused on just a few areas and countries. The fact that six African countries – Burundi, Cameroon, Namibia, Rwanda, Tanzania and Togo – were German colonies until the end of World War I no longer seem to have any significant relevance for their relationship with Germany, with the singular exception of Namibia with her remaining German-speaking minority. The first and second Lomé Convention signed respectively in February 1975 and October 1979 between the European Community and ACP countries are important to scrutiny and also pricked up the Yaoundé I and II agreements from July 1963 and 1969 between EC and the ACP countries and finally the Cotonou agreement signed on June 2000 in Benin between EU and ACP countries. The study starts with a general introduction and will end with a conclusion, which summarizes the main output of the entire work. Each chapter will begin with a special introduction and ends with a partial conclusion.

 The study starts with a description of the historical background of Germany's colonization policy in Africa and the circumstances which surrounded the German conquest and its exit.

Furthermore we will raise the question of German African policy continuities from the interwar to the post war period. In a next step the strategic goals of West and East Germany's Africa policy after 1949/60 will be analysed generally and especially with regard to their interests as the main past of the study. In the last part the project will show the German contribution to development policies in general and how mechanism worked within the framework of the association-policies pursued by the European Communities with the so called African, Pacific and Caribian (ACP) countries.

 

IV. Contributions of the subject

This topic firstly poses the need for a review of Germany's colonial past towards Africa relations. Secondly it presents a challenge to fill in some of the factual gaps which characterize the state of research so far. Thirdly, it calls for scrutiny of some of the theoretical and methodological undercurrent of this past research. The first five contributions address questions of a more general nature. They look into the fundamentals of Germany's Africa policy, inter alia tackling questions of intentions, images, motivations perceptions and effects. With this topic, we try to define what exactly constitutes Germany's national interest vis-à-vis the African continent, playing on a theme which resourcefully has developed since the mid-1990s. The study will also analyze the role of powerful common images in policy making. Based on the contrasts in the way politicians and bureaucrats understand Africa on the one hand and the way Africa is interpreted by some social historians and politicians as well as scientists and economists on the other hand, call for more realism in policy analysing and formulating.

 

 

This topic also provides an overview of the different phases in both East and West German Africa policies. With regard to the latter our main thrust is on the tension between limited interests, low political profile and substantial aid donations. In his article on the 2000 Cotonou Agreement between the EU and so-called ACP countries, Peter Molt – professor emeritus at Trier University and former practitioner with the German Volunteer Service, UNDP and the federal state of Rhineland-Palatinate-looks to a wider international scene. He asked how Germany's Africa policy was embedded in Europe (Council of Europe, European Communities etc) and the adequacy of policy responses to Africa's development challenges beyond the national level[2].

 

The second set of contributions focuses on specific policy actors who, in the past, have been more or less neglected by academic research on Germany's Africa policy. We would look into the role of the West and East German solidarity movement in the liberation struggles of South Africa. In the last bloc some contributions must be presented dealing with central policy areas: economics, democratization and conflict prevention. This contribution looks at Germany's economic instruments vis-à-vis sub-Saharan Africa and explains the country's limited economic interest in the continent. Berlin's thrust is on European politics and regarding Africa on the Lomé Convention.

 

V.  General interests

All the immediate interests discussed so far require direct action and the allocation of the resources. The preservation of these interests in Africa would be easier if the partner states there were peaceful and civilian, developed and cooperative democratic and law-abiding. Global order interests aim at the creation of such conditions. That means that Germany has great interest in promoting peace, human rights, democracy, rule of law, market economy and socio-economic development as well as in taking decisive action against military rules, dictatorships, warmongers, poverty and corruption. This interest can be translated in two different ways: on the one hand, in focussing on those countries that have made considerable steps forward in becoming democratic, stable, market oriented, fairly developed states; on the other hand, in concentrating on those areas suffering humanitarian crises and violent anarchy. There cannot be any doubt that the most serious threat to German global order interest derives as already discussed above from a violent collapse of African states. It puts into question the functioning of the present international order and provides safe havens for international crime and terrorists.

 

General interests also demand that Germany preserves the effectiveness of the system of collective defense, political cooperation and economic integration it is committed to. This turn requires consideration of its European and North American partners as well as conformity with the policies of international organizations. Among the former, the United States and France are of particular importance and among the latter, the World Bank and IMF as well as the EU. Sub-Saharan Africa is one of those regions in which the EU Common Foreign and Security Policy (CSFP) should function especially well.

 

VI. Methodology

The following study attempts to provide a rather condensed and necessarily somewhat generalized overview of the key elements and characteristics of German relations with Africa since the creation of the FRG and the GDR in 1949. For ease of presentation and interpretation this longitudinal overview is based on a combination of influencing factors (general foreign policy periodization of both FRG and GDR, major milestones in German development cooperation policies, outstanding phases of development on the African continent). Although the FRG and the GDR for forty years (during the entire period of the Cold War) were staunch members of their respective ideological camps and were fiercely engaged in their own specific conflict based inner-German competition, their contacts with Africa by and large proceeded in somewhat parallel steps and phases.

 

VII. Sources and Bibliography

 

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-File No. APA, 10813, De l’accord de 1916 à l’accord de 1919, incidents locaux, Douala.

-File No. APA, 1006/c, Chef de la circonscription de Dschang à Monsieur le Commissaire de la République Française, le 12 Novembre 1923.

National Archives of Buea (NAB)

-File No. AB, (1920) 5, Special Report on Balong for 1923, by F.B carr. A.D.O. 1923.

-File No. Ba, 2457, Cameroons Province: Notes for the League of Nations report, 1938.

Centre  of Outre Mer  Archives (PA), France

-CAOM, AP, carton 22, Dossier 195, Note de M. Angoulvent du 08 0ctobre 1917 “ Pourquoi nous devons conserver le Cameroun”.

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- Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871 1914.

- Die deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914.

- L'Allemagne et les problème de la paix pendant la première guerre mondiale.

- Akten zur deutschen Auswärtigen Politik 1918-1945.

- Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Adenauer und die hohen-kommisare (1949-1952).

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5. Unpublished documents and Dissertations

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6. Electronic sources

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http://www.auswaertiges-amt.de/EN/AAmt/PolitischesArchiv/Uebersicht_node.html

https://archiv.diplo.de/Vertretung/archiv/de/Kontakt.html?verteiler=3973440

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https://archiv.diplo.de/Vertretung/archiv/de/Kontakt.html?verteiler=3973440

http://www.archiv.diplo.de/Vertretung/archiv/de/04-Veroeffentlichungen/4-1-akteneditionen.html#topic3

http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/akten-zur-auswaertigen-politik/open-access/

https://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0000/k/index.html

 

 Kassi Kassi Affo, Institut für Geschichte, Universität Hildesheim

 

 


[1]           Ulf Engel/Robert Kappel (Eds.), Germany's Africa Policy Revisited. Interest, images and incrementalism, Münster 2002.

[2]    Ibid., p 7.

 

 

 

  • Bilder des Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe "Afrika Bilder in Theorie und Praxis" im WS 2015/16:
    Bild 1
    Bild 2
    Bild 3

Hinnerk Meyer

Hinnerk Meyer

*** Abgeschlossen ***

Arbeitstitel der Dissertation

Die Bundesrepublik, Frankreich und Großbritannien zwischen „relance européenne“ (1954/55-1958) und Lancierung des Binnenmarktes (1985/86-1993).

 

Fachgebiet: Vergleichende europäische Zeitgeschichte und Geschichte der europäischen Integration.

 

Wissenschaftlicher Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler – Jean Monnet Chair

 

„Formationsphasen der europäischen Integrationspolitik im Vergleich. Die Bundesrepublik Frankreich und Großbritannien zwischen „relance européenne (1954/55-1958) und Lancierung des Binnenmarktes (1985/86-1993).

Die von den Nationalstaaten getragene europäische Integration, hat sich nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges zu einer Notwendigkeit der politischen und ökonomischen Zusammenarbeit in Europa entwickelt. Dabei haben die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Integrationsprozess durch unterschiedliche Konzepte ihrer Europa- und Integrationspolitik beeinflusst. Während Bonn und Paris als Gründungsmitglieder der EWG exemplarisch als Initiatoren und Taktgeber der europäischen Integration stehen, gilt London traditionell als integrationspolitischer Außenseiter, Skeptiker und Nachzügler. Es gilt diese Bilder und die damit verbundenen wechselseitigen Wahrnehmungen kritisch zu prüfen.

Die Dissertation befasst sich mit zwei Zeiträumen, die als „Formationsphasen“ der europäischen Integrationsbestrebungen für große europapolitische Debatten und Kontroversen sorgten, zumal es hier nicht um Erweiterung, sondern um die Vertiefung der Integration ging und an deren Ende jeweils ein fundamental neues Vertragswerk (Römische Vertrage 1958 sowie Vertrag von Maastricht 1993) stand. Das Forschungsanliegen beruht auf der Annahme, durch einen Vergleich der genannten Zeiträume, die Teilhabe bzw. Nichtteilhabe am europäischen Einigungsprozess sowie dessen Vertiefungs- und Begrenzungsbemühungen aus den nationalstaatlichen und historischen Bedingungen und Voraussetzungen heraus zu untersuchen und zu interpretieren. Durch die Einbeziehung und Analyse relevanter Forschungsliteratur, international führender Printmedien sowie von Memoiren und Biografien maßgeblicher Politiker soll ein umfangreiches Bild erarbeitet werden, das sowohl Gemeinsamkeiten als Unterschiede in den jeweiligen Europakonzeptionen deutlich machen kann. Ausgehend von dieser Prämisse werden vergleichende Betrachtungen auf unterschiedlichen Ebenen vorgenommen:

  1. auf der Ebene der EGKS- und EWG-Formationsphase 1954/55 bis 1958,
  2. auf der Ebene der EG-Formationsphase 1983/84 bis 1993,
  3. auf der Ebene des Vergleichs beider Formationsphasen.

Damit findet neben dem Vergleich nationalstaatlicher Europapolitiken während Formationsphase der europäischen Einigung, ebenfalls ein zeitversetzter Vergleich unterschiedlicher Phasen der Integrationsbestrebungen statt. Es ist davon auszugehen, dass diese Vorgehensweise eine Reihe von Fragen aufwerfen wird, deren Beantwortung durch die vergleichende Perspektive neue Sichtweisen auf den europäischen Integrationsprozess eröffnet. Neue Erkenntnisse werden angestrebt zu Fragen, ob Integrationsschübe nach einem bestimmten, vergleichbaren Muster ablaufen, vor allem aber ob sich neue Einsichten in die unterschiedlichen nationalstaatlichen Europakonzeptionen sowie ihre Qualität und Grundlagen im wechselseitigen Zusammenspiel ergeben. Nicht zuletzt die institutionelle Entwicklung Europas wird in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse sein.

 

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Taina Niederwipper

Taina Niederwipper

PhD-Project
Working title:
Identities in Change – Cyprus from 1878 to 2004

Supervisors: Prof. Dr. Michael Gehler (Stiftung Universität Hildesheim, Germany); Assoc. Prof. Dr. Hubert Faustmann (University of Nicosia, Cyprus)

Abstract: The doctorate shall illustrate the continuous evolution and transformation process of Cypriot identities between 1878 and 2004, focusing especially on the post-colonial period after 1960, from a multidimensional point of view, making allowance for the the increasing multidisciplinarity of the field. Giving a comprehensive review of the change of identities and identity politics in Cyprus from the beginning of the British colonial rule until the failed referenda on the so-called Annan-Plan, which was to found the United Cyprus Republic, shall allow for an assessment of the conflict's status quo (2004) in terms of its identity-driven nature. Furthermore, the thesis is aimed at glancing at the future development of Cypriot identities and the implications it might have for the conflict's outlook. The effects of globalization on the change of Cypriot identities are also taken into consideration.

In contrast to the previous and current (academic) debate on the subject, the doctorate looks beyond the concepts (and limits) of ethnic and national identity in Cyprus, persuing a broader, but also a more detailled approach: Besides ethnic and national identity, additional concepts of collective identity such as political, historical, cultural, religious, linguistic, geographical, refugee and European identity, as well as the idea of Cypriotism/Cypriotness (understood as something more than just a form of national identity) are included. Partly, these concepts overlap and therefore cannot be handled separately. On the other hand, the doctorate shall throw light on the tensions and conflicts which arise between these different levels of identity.

The identity concepts are dwelled upon in terms of when, how, whereby and why they evolved, developed and changed. The change in identities is, not only, separately evaluated for the Greek Cypriot and the Turkish Cypriot community respectively, but also by comparing and contrasting the development of the two communities which has implications for solving the identity-driven conflict on the island.

In addition to the identity debate, theories of nationalism and Halbwachs' concept of collective memory constitute further aspects of the doctorate's theoretical background which is oriented towards the concept of constructivism.

The intention to approach the subject of Cypriot identities multidimensionally is reflected by the variety of sources inquired and analyzed which includes official (archive) documents, public opinion polls, academic texts from various disciplines, newspaper/journal articles and (expert) interviews as well as other devices (clothing, maps, flags, hymns, statues, memorials, museums etc.) (re)presenting the island's (everyday) history and forms of art (literature, paintings, music, dance etc.) which can be seen as expressions and symbols of identity.

Selected references:

Primary sources:

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Turkish Republic Northern Cyprus Deputy Prime Ministry and Ministry of Foreign Affairs Public Relations Department 1983, Declaration of Independence by Turkish Cypriot Parliament on 15 November 1983, viewed 17 April 2011, http://www.trncinfo.com/tanitmadairesi/2002/ENGLISH/DOCUMENTS/7.htm.

Turkish Republic of Northern Cyprus 1985, Constitution of the Turkish Republic of Northern Cyprus, viewed 17 April 2011, http://www.cypnet.co.uk/ncyprus/main/polsyst/constitution/.

UN Plan (Annan V) in Ker-Lindsay, James 2006, EU accession and UN peacemaking in Cyprus, pp. 165-193, Palgrave Macmillan, Basingstoke.

Secondary sources:

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Calotychos, Vangelis 1998 (ed), Cyprus and its people: nation, identity, and experience in an unimaginable community, 1955-1997, Westview Press, Boulder.

Checkel, Jeffrey T & Katzenstein, Peter J 2009 (eds), European identity, Cambridge University Press, Cambridge.

Choisi, Jeanette 1993, Wurzeln und Strukturen des Zypernkonfliktes 1878 bis 1990: Ideologischer Nationalismus und Machtbehauptung im Kalkül konkurrierender Eliten, Franz Steiner Verlag, Stuttgart.

Coser, Lewis A 1992 (ed), Maurice Halbwachs: on collective memory, University of Chicago Press, Chicago.

Eickelpasch, Rolf & Rademacher, Claudia 2004, Identität, Transcript, Bielefeld.

Faustmann, Hubert 2003, 'Cypriotness in historical perspective', in German-Cypriot Forum (Deutsch-Zyprisches Forum) (ed), Culture in common-living cultures in the Cypriot communities, Proceedings of German-Cypriot Forum Conference in Berlin/Üdersee (22-24 May 2003), Cologne.

Gellner, Ernest 2008 [1983], Nations and nationalism, 2nd edn, Cornell University Press, Ithaca.

Hobsbawm, Eric J & Ranger, Terence 2008 [1983] (eds), The invention of tradition, Cambridge University Press, Cambridge.

Hobsbawm, Eric J 2009 [1990], Nations and nationalism since 1780: programme, myth, reality, Cambridge University Press, Cambridge.

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Papadakis, Yiannis 2008, History education in divided Cyprus: a comparison of Greek-Cypriot and Turkish-Cypriot schoolbooks on the 'history of Cyprus', PRIO Cyprus Centre Report 2/2008, viewed 17 April 2011, http://www.prio.no/upload/Report-History%20Education%20low.pdf.

Peristianis Nicos 2006, 'Cypriot nationalism, dual identity, and politics', in Papadakis, Yiannis, Peristianis, Nicos & Welz, Gisela (eds), Divided Cyprus: modernity, history, and an island in conflict, Indiana University Press, Bloomington.

Ramm, Christoph 2009, Turkish Cypriots, Turkish 'settlers' and (trans)national identities between Turkish nationalism, Cypriotism and Europe, Bochum.

Stamatakis, Nikos A 1991, 'History and nationalism: the cultural reconstruction of the modern Greek Cypriot identity', Cyprus Review, vol. 3, no. 1, pp. 59-86.

Trimikliniotis, Nicos 2010, Nationality and citizenship in Cyprus since 1945: communal citizenship, gendered nationality and the adventures of a post-colonial subject in a divided country, viewed 17 April 2011, http://works.bepress.com/cgi/viewcontent.cgi?article=1019&content=nicos_trimikliniotis.

Varnava, Andrekos 2009, British imperialism in Cyprus, 1878-1915: the inconsequential possession, Manchester University Press, Manchester.

Yavuz, M. Hakan 1991, 'The evolution of ethno-nationalism in Cyprus under the Ottoman and British systems', Cyprus Review, vol. 3, no. 2, pp. 57-79.

Other Media:

Podcast of an interview with Bundeskanzlerin Angela Merkel
http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2011/06/2011-06-11-podcast.html

Horst Ortmann

Horst Ortmann

***Abgeschlossen***

 

 

Sport und Politik in der DDR und der BRD am Beispiel des Segelflugs: Ein Vergleich

 

Fachgebiete:

Zeit-, Kultur- und Sportgeschichte

 

Dauer: WS 2011 bis SS 2014

 

Wissenschaftlicher Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler

Zweitgutachter: Prof. Dr. Jürgen Mittag

 

 

Abstract:

Seit Gründung der DDR spielte der Sport eine herausragende Rolle. Diese wurde sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport gezeigt. Dabei war der Segelflugsport eine von vielen Sportdisziplinen. Es soll deutlich gemacht werden, mit welchen Schwierigkeiten der Flugsport und auch der Segelflugsport zu kämpfen hatten. Sowohl Vorgaben der Politik als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Belange bestimmten im besonderen Maße diese Sportarten. Nicht vor allem die Freude am Segelflugsport war maßgeblich, sondern die Frage nach dem Zweck, der staatlich vorgegeben war. Das gilt es herauszuarbeiten.

Welchen Einfluss hatte die Sowjetunion sowohl auf die Anfänge als auch auf Entwicklung des Flugsports in der DDR? Welche Ziele verfolgten die staatlichen Institutionen der DDR mit der Zulassung und auch Förderung des Flugsports. Welche Personen durften fliegen, welche Verpflichtungen gingen die Sportflieger ein? Diese und andere Fragen sollen deutlich machen, dass der Flugsport vor allem staatlich reglementiert war.

Die Tragweite und Bedeutung des Segelflugsports lässt sich nur dann ins rechte Blickfeld rücken, wenn diese Sportart dem Flugsport insgesamt gegenübergestellt wird. Deshalb sollen in die Untersuchung auch der Motorflug-, der Fallschirm und der Modellflugsport einbezogen werden.

Dass der Flugsport und auch der Segelflugsport den gemeinen Bürger nur bedingt und in geringem Maße erreichte, soll ebenfalls deutlich gemacht werden. Dabei spielte vornehmlich die Frage nach der Sicherheit für Staat und Gesellschaft eine Rolle. Dafür zuständig war vor allem die Behörde für Staatssicherheit, die allgegenwärtig zu sein schien. Auch nahmen ihre Mitarbeiter erheblichen Einfluss auf das Fluggeschehen. Das soll durch Materialien beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik nachgewiesen werden.

Das Flugzeug symbolisierte von jeher die Freiheit, die es aber in der DDR zu keiner Zeit gegeben hat. Freiheit an sich gab es in der DDR nicht. Dafür sorgten die einzelnen politischen Organe, die den Flugsport bis ins kleinste Detail reglementierten. Um das transparent zu machen, werden die Massenorganisationen in der DDR untersucht.

Ein weiterer Aspekt der Arbeit sind die einzelnen Flugzeugtypen, Flugplätze und Luftraumstrukturen. Ihre Bedeutung soll hinterfragt werden. Flugplätze und Lufträume wurden stets überwacht und kontrolliert und standen in Wechselbeziehung zum nationalen und internationalen Geschehen in der Politik.

Kontrolle erstreckte sich auch auf die Mitglieder des Flugsports. Auswahlkriterien für die Piloten waren die politische Zuverlässigkeit und die Loyalität gegenüber dem Staat der DDR.

Wie viele andere Sportarten sollte auch der Flugsport die Leistungsfähigkeit des sozialistischen Staates repräsentieren. Aus dem Breitensport ging der Leistungssport hervor; dieser wurde in nationalen und internationalen Wettkämpfen dargeboten. Es ging um internationale Anerkennung. Das spiegelte sich auch in der Öffentlichkeitsarbeit wider. Dabei kamen verschiedene Medien zum Einsatz. Welche Bedeutung hatten diese für Staat und Gesellschaft? Konnten Wettbewerbsergebnisse den Leistungsansprüchen standhalten?

Die nachhaltige Wirkung des Flugsports und des Segelflugsports der DDR erfährt heutzutage einen nostalgischen Charakter. Es gilt, die Bandbreite dieser Darstellung aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

Um die Bedeutung des Segelflugs in der DDR möglichst sachgerecht und neutral herausarbeiten zu können, soll auch der Segelflug in der BRD vergleichend herangezogen werden. Die Frage nach der politischen Einflussnahme auf den Segelflug bleibt auch hier zu beantworten, wobei die Zeit zwischen 1945 und 1990 berücksichtigt werden soll, aber auch die Zeit vor 1945 und nach 1990.  Die vergleichende Arbeitsweise des Segelflugsportes in der DDR und in der BRD dürfte aufgrund der verschiedenartigen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verfasstheit schwierig, aber recht aufschlussreich sein.

Dass der Segelflugsport die Bürger in der DDR und in der BRD über politische Grenzen hinaus zusammenführte, soll durch Gespräche mit Zeitzeugen herausgearbeitet werden.

„Sport verbindet.“ Gilt das auch für den Segelflug?

 

              

Selektive Forschungsbibliographie

 

1.1.        Primärliteratur

 

Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO)

DY 59   -   Gesellschaft für Sport und Technik (GST)

                  63, 66-69, 71-74, 77-81, 86, 91, 101, 432

DY 24   -   Freie Deutsche Jugend (FDJ)

                  2389, 2391, 2393-2396, 2398-2400, 2402-2404, 2422, 2423, 2515

DY 30/IV 2/2.036   -   Politbüro des ZK der SED

                                     22, 24, 32, 33

DY 30-IV B 2/12…-   Abteilung Sicherheitsfragen im ZK der SED

                                     264

DY 30   -   Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)

                  1345, 1347, 1348, 1349, 1350

 

Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde (BA), Abteilung DDR

DC 20-I/4   -   Sitzungen und Beschlüsse des Präsidiums des Ministerrats

                   228

DM 1   -    Ministerium für Verkehrswesen. Teilbestand Zivile Luftfahrt

                  2637, 2646, 2649a, 7098, 7105, 23177

 

Bundesarchiv-Militärarchiv (BA-MA) Freiburg/Br.

DVL 3   -   Dienststellen der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung der DDR 1950-1990

                   24767, 26249, 26256, 26292, 26305

 

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Zentralarchiv (ZA)

 

1.2.   Sekundärliteratur

 

Arnold, Hans, Gudemann, Wolf-Eckhard, Wirtschaft, Staat, Gesellschaft, Gütersloh 2002

Austermühle, T., Der Sport im Lichte der Totalitarismus-Theorien, in: Sozial- und Zeitgeschichte des Sports 11 (1997) 1, 28 - 51

Autorengemeinschaft, Dokumentation der 90jährigen Geschichte der Luftfahrt und des Luftsports in der Region Halle (Saale), Halle / Saale 1997

Baur, J., Spitzer, G., Telschow, S., Der DDR-Sport als gesellschaftliches Teilsystem, in: Sportwissenschaft 27 (1997) 4, 369-390

Baustian, G., 30 Jahre Gesellschaft für Sport und Technik. GST-Flugsport, Geschichte und Ausblick, in: Sellenthin, W. (Hrsg.), Fliegerkalender der DDR 1982, (Ost-) Berlin 1981, S. 5 – 19

Berger, U., Frust und Freude. Die zwei Gesichter der Gesellschaft für Sport und Technik, Schkeuditz 2002a

Berger, Ulrich (Hrsg.), Frust und Freude. Die zwei Gesichter der Gesellschaft für Sport und Technik, Schkeuditz 2002

 

Bernett, H., Körperkultur und Sport in der DDR. Dokumentation eines geschlossenen Systems, Schorndorf 1994a

Bernett, H., Prolegomena zur historischen Aufarbeitung des Systems von Sport und Körperkultur in der DDR, in: Stadion XVI (1990a), 1-36

Bessel, R., Jessen,R., Die Grenzen der Diktatur. Staat und Gesellschaft in der DDR, Göttingen 1996

Blasius, T., Olympische Bewegung. Kalter Krieg und Deutschlandpolitik 1949-1972, Frankfurt a. M. 2001

Brandt, Joachim, Mahn, Udo, Die „Junkers-Jugend“. Lehrausbildung und Segelflug in den Dessauer Junkers-Werken (Schriftenreihe Luftfahrtgeschichte im Land Sachsen – Anhalt, Heft 10, Interessengemeinschaft Luftfahrtgeschichte im Luftsportverband Sachsen-Anhalt (Hrsg.), Halle 2002

 

Brandt, Joachim, Mahn, Udo, Die „Junkers-Jugend“. Lehrausbildung und Segelflug in den Dessauer Junkers-Werken (Schriftenreihe Luftfahrtgeschichte im Land Sachsen-Anhalt, Heft 10, Interessengemeinschaft Luftfahrtgeschichte im Luftsportverband Sachsen-Anhalt, Hrsg.) Dessau 2002

 

Deutz-Schroeder, Monika, Schroeder, Klaus, Soziales Paradies oder Stasi-Staat? Das DDR-Bild von Schülern – ein Ost – West – Vergleich (Studien zu Politik und Geschichte, Bd. 6, hrsg. Von Peter März und Klaus Schroeder), 1. Auflage, München 2008

 

Ehlert, Hans, Rogg, Matthias (Hrsg.), Militär, Staat und Gesellschaft in der DDR. Forschungsbilder, Ergebnisse, Perspektiven ( Militärgeschichte der DDR. Militärgeschichtliches Forschungsamt, Potsdam, Bd. 8),1. Auflage, Berlin 2004

 

Engels, Julia Franziska, Helden an der Mauer. Die propagandistische Aufbereitung von Republikfluchten in der deutschen Presse ( Beiträge zur Kommunikationstheorie. Institut für Kommunikationswissenschaft. Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Bd. 22, Westerbarkey, Joachim, Hrsg.), Münster 2004

 

Finke, Julian-Andre, Hüter des Luftraums? Die Luftstreitkräfte der DDR im Diensthabenden System des Warschauer Paktes (Militärgeschichtliches Forschungsamt, Hrsg., Bd. 18, Berlin 2010

 

FliegerKlub „Hugo Junkers“ Dessau e.V. (Hrsg.), 1908-2008, 100 Jahre Segelflug in Dessau. Chronik zur Festveranstaltung des Fliegerklubs „Hugo Junkers“ Dessau e.V., Dessau- Roßlau 2008

 

Heermann, Jürgen, Warum sie oben bleiben. Ein Flugbegleiter für Passagiere. Vom Start bis zur Landung, Hamburg 1997

 

Hein, Christoph, Willenbrock (Suhrkamp Taschenbuch 3296), 1. Auflage, Frankfurt am Main 2000

 

Herlin, Hans, Der Teufelsflieger. Ernst Udet und die Geschichte seiner Zeit (Heyne Taschenbuch 5032), München 1974

 

Lamprecht, Helmut (Hrsg.), Vom Fliegen. Gedichte, Prosa, Bilder (Insel Taschenbuch 1244), 1. Auflage, Frankfurt am Main 1990

 

Mertin, Evelin, Sowjetisch-deutsche Sportbeziehungen im „Kalten Krieg“(Studien zur Sportgeschichte, Bd.8, hrsg. von Lämmer, Manfred), 1. Auflage, Sankt Augustin 2009 (Dissertation Köln)

 

Reinhart, Kai, „Wir wollten einfach unser Ding machen“. DDR-Sportler zwischen Fremdbestimmung und Selbstverwirklichung (Campus Forschung, Bd. 945), Frankfurt am Main 2010 (Dissertation .Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

 

Wagner, Ringo, Der vergessene Sportverband der DDR. Die Gesellschaft für Sport und Technik in sporthistorischer Perspektive (Sportforum, Bd. 16), Aachen 2006 ( Dissertation Universität Potsdam)

 

Wolf, Christa, Der geteilte Himmel, 42. Auflage, München 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Editha Schertl

Exposé der Dissertation

1.Allgemeine Angaben

Angaben zum Forschungsvorhaben

Arbeitstitel der Dissertation: Begriffslernen in einem sprachsensiblen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Der Deutungsbegriff „Revolution“ bezogen auf die revolutionären Ereignisse des 18. und 19. Jahrhunderts.

Fachgebiet: Geschichtsdidaktik

Gesamtdauer des Forschungsvorhabens: Sommer 2016 bis Frühjahr 2019

Wissenschaftlicher Betreuer der Dissertation: Prof. Dr. Michael Gehler

 

2. Zusammenfassung des Forschungsvorhabens

 

In vielen Unterrichtsfächern und ihren Didaktiken haben Begriffslernen und Begriffsarbeit eine zentrale Bedeutung und jede Wissenschaft ist ohne Fachbegriffe nicht denkbar. Mit Begriffen werden Objekte, methodische Zugriffe, Theorien und Modelle bezeichnet und erklärt.

 

Das grundlegende Wissen über Begriffe und deren adäquate Anwendung lässt sich im Fach Geschichte dem Bereich der Sachkompetenz zuordnen und bildet demnach einen wichtigen Aspekt im Rahmen des kompetenzorientierten Geschichtsunterrichts und bedarf somit einer genaueren Betrachtung. Wenn man von Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht spricht, müssen neben den unterschiedlichen Begriffstypen auch der historische Entstehungskontext und die Änderung der Begriffsbildung in der Zeit betrachtet werden. Auf diese Weise kann systematische Begriffsarbeit konzeptionell und zielführend im Unterricht verankert werden. Besonders hinsichtlich des Textverständnisses zeigt sich die zentrale Bedeutung von Begriffsverständnis und somit die Unabdingbarkeit der dezidierten Auseinandersetzung mit Begriffen im Geschichtsunterricht. Nur wenn die Lernenden fähig sind, Begriffe mit Vorwissen zum Text zu füllen, können sie den Inhalt und den Sinnzusammenhang erfassen. In diesem Zusammenhang findet auch das Konzept der Durchgängigen Sprachbildung in der Arbeit seine Berücksichtigung. Die Lernenden sollen mithilfe des Konzepts, die Unterschiede zwischen Alltags- und Bildungssprache kennen. Ziel dabei ist es auch, insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch Lernende aus bildungsfernen Familien im Sinne der Sprachbildung zu fördern. Um die Sprachförderung in allen Fächern in Form der Verbindung von Sach- und Sprachlernen zu verankern, wird das Konzept des „scoffolding“ in der Dissertation aufgegriffen. Auf diese Weise sollen die Schülerinnen und Schüler Gerüste als Mittel zum Aufbau bildungssprachlicher Textkompetenz im Geschichtsunterricht kennen und anwenden lernen.[1]  

 

Im Mittelpunkt der Arbeit steht der schwierige Deutungsbegriff „Revolution“.  Die Lernenden kommen beim chronologischen Gang des Faches Geschichte mehrmals mit dem Revolutionsbegriff in Berührung. Um die Revolutionen zeitlich einzugrenzen, liegt der Fokus des Interesses auf den Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts, d.h. die Französische Revolution, die industrielle Revolution und die Revolution von 1848 werden fachdidaktisch gesehen in den Blick genommen. Diese Themen werden im Fach Geschichte in der Sekundarstufe I in Niedersachsen in den Jahrgängen sieben und acht unterrichtet und deswegen bilden die Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge den Bestandteil der Untersuchung.

 

Ziel ist es zunächst den Schülerinnen und Schülern ein Grundverständnis des Begriffs „Revolution“ und des dazugehörigen Wortfeldes zu vermitteln. Dieses Vorgehen stellt die Basis dar, um die Lernenden in einem zweiten Schritt zum Herstellen von Bezügen, Vergleichen, Differenzierungen und Relativierungen heranzuführen. Indem mehrere Revolutionen in diachroner Perspektive verglichen werden, kann sich der Revolutionsbegriff entfalten und differenziert betrachtet werden. An bereits erarbeitetes Vorwissen wird auf diese Weise angeknüpft.[2]

 

Im Rahmen der Arbeit wird das Modell von Bettina Alavi zu einer Systematik von Bereichen und Operationen eines konkreten Umgangs mit Begriffen erprobt. Dieses Modell gliedert sich in den Dreischritt „Begriffserwerb“, „Begriffsgebrauch“ und „Begriffskritik“. Im Anschluss daran werden die Lernenden Concept Maps erstellen und diese im Rahmen von halbstandardisierte Leitinterviews erläutern. Unter Concept Maps versteht zweidimensionale Strukturdarstellungen von Wissen und Informationen in Form eines Netzwerkes. Ein Ziel ist es dabei, Begriffe in Relation zu anderen zu setzen und die Relation zu den Begriffen zu beschreiben.

 

Als Auswertungsverfahren wird die Qualitative Inhaltsanalyse gewählt. Ein derartiges empirisches Vorhaben hat zum Ziel  sowohl Impulse für die derzeit wenig beachtete empirische fachdidaktische Forschung als auch für die Entwicklung von didaktisch-methodischen Unterrichtsmaterialien zu geben.  

 

In der geplanten Dissertation wird den folgenden Fragen nachgegangen:

 

1.      Welche Methoden und Strategien einer systematischen Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht führen die Schülerinnen und Schüler zu einer umfassenden Begriffskenntnis, zu einem vertiefenden Begriffsverständnis und zu einem adäquaten Umgang mit Begriffen?

 

2.      Bestätigt sich anhand der Leitinterviews und der Concept Maps die Annahme der Dominanz lebensweltlicher Konzepte und des Vorherrschens dichotomischer Basiskonzepte von Schülerinnen und Schülern hinsichtlich der Begriffskenntnis und des Begriffsverständnisses am Beispiel des Revolutionsbegriffes?

 

 

 

3. Stand der Forschung

 

Sowohl im Fach Geschichte als auch in der Geschichtsdidaktik stellt die Begriffsbildung ein vernachlässigtes Gebiet dar. Es gibt diesbezüglich nur wenige theoretische Erkenntnisse und empirische Untersuchungen. Im Gegensatz zu den Naturwissenschaften gibt es im Fach Geschichte und in der Geschichtswissenschaft häufiger lebensweltbezogene Begriffe, die man verschieden auslegen kann und deswegen der politischen und gesellschaftlichen Aushandlung bedürfen. Zudem unterliegen Begriffe einem dynamischen Wandel. So werden ältere Bedeutungen „aufgesprengt, verblassen oder passen sich an, werden überlagert und verdrängt durch neue“.[3] Diese Tatsache erschwert den Umgang mit Begriffen im Allgemeinen und insbesondere die Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht.

 

Michael Sauer beschreibt die Funktion von Begriffen folgendermaßen: „Begriffe benennen und strukturieren Phänomene, beschreiben ihr Verhältnis zueinander und ermöglichen die Kommunikation über sie.“[4] Ferner werden sie durch eine Klassifizierung anhand überein-

 

stimmender Merkmale und Beziehungen gebildet. Begriffe entwickeln sich somit nicht erst im Zuge der Auseinandersetzung mit einer Sache oder eines Gegenstandsbereichs, sondern der Zugang zu den Begriffen wird durch vorhandene Begriffe bereits „präformiert“. Die Bezeichnung „historische Begriffe“ ist in diesem Zusammenhang nicht passend, weil es sich nicht um in der Vergangenheit entstandene Begriffe handelt.[5]

 

Um Begriffe im Fach Geschichte und in der Geschichtswissenschaft heuristisch zu erschließen und zu typologisieren, bietet sich die von Joachim Rohlfes im Jahre 1986 entwickelte Begriffstypologie an. Rohlfes differenziert fünf Typen, deren Komplexität und Reichweite aufbauend zunimmt. Folgende fünf Typen sind vorhanden: Symbolische Begriffe, gegen-stands- und funktionsbezogene Begriffe, Begriffe, die komplexe Funktionszusammenhänge bezeichnen und Begriffe, die Geschehenszusammenhänge bezeichnen und die Gruppe der Deutungsbegriffe. Dabei muss man jedoch festhalten, dass es zwischen den Typen keine vollständige Trennschärfe gibt. So gestaltet sich der Übergang von den gegenstands- und funktionsbezogenen Begriffen als nicht leicht. Das Modell zeigt, dass eine klassische Beschreibung eines Begriffs als Bezeichnung einer Kategorie (der erste Typus ist davon ausgenommen), „die sich über relevante Merkmale definieren lässt und der man anhand dieser Merkmale Fälle zuschreiben kann, kaum zutrifft.“[6] In diesem Zusammenhang trifft die Aussage von Gerd Mietzel zu, der von „unscharfen Begriffen“, von „fuzzy concepts“ spricht. Diese Feststellung wird in der Arbeit ihre Berücksichtigung finden.

 

Empirische Befunde zum Begriffsverstehen von Schülerinnen und Schülern sind bisher kaum vorhanden. Lediglich Helmut Beilner und  Martina Langer-Plän haben bei Lernenden aus der 6., 8. und 10. Klasse des Gymnasiums und der Realschule, aus 9. Klassen der Hauptschule sowie bei Studierenden das Verständnis von Begriffen anhand von schriftlichen Definitionen und Interviews erhoben.

 

 

 

4. Ziele des Forschungsprojekts

 

Eine wissenschaftliche Zielsetzung der Dissertation besteht darin, zu überprüfen, ob Schülerinnen und Schüler Begriffe mit gegenwarts- und alltagsbezogenen Vorstellungskomplexen füllen. Gleichzeitig werden Methoden und Strategien zur Überprüfung einer zielführenden Begriffskenntnis und zu einem verbesserten Begriffsverständnis eingesetzt.

 

Der Wandel bewirkt in der Zeit besondere ausgeprägte Veränderungen bei zahlreichen Merkmalen des Begriffs. Eine sich daraus ergebende Schwierigkeit besteht dann, wenn ein Begriff auch für die Bezeichnung von Gegenwartsphänomenen gebraucht wird und diese Tatsache trifft auf den Revolutionsbegriff zu. So bezeichnet der Begriff „Revolution“ heute neben den politisch-sozialen Wandlungsprozessen auch zügige und tiefgreifende Veränderungen bzw. Umwälzungen in vielen Lebensbereichen wie Esskultur, Kunst, Mode, Technik und Wissenschaft.[7] Dann kann die Differenzierung in der historischen Dimension für Lernende schwierig werden. Schülerinnen und Schüler denken dann, sie wissen etwas über den Begriff. Dabei werden jedoch in diesem Zusammenhang oftmals gegenwartsbezogene Vorstellungen hervorgerufen. Um hierbei ein adäquates Begriffsverständnis bei den Lernenden zu erzielen, muss der Begriff erst historisiert werden. In der Dissertation werden diesbezüglich, wie bereits erwähnt, Methoden und Strategien zur Erreichung dieses Ziels aufgezeigt.

 

Die Veränderung der Begriffe selbst, die mit dem Wandel der bezeichneten Phänomene zusammenhängen kann, ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. „Komplexe Begriffe haben keine feststehende Bedeutung, sondern die Bedeutungen werden im gesellschaftlichen Diskurs immer wieder neu verhandelt“, so Michael Sauer.[8] Zum Bedeutungskern kommen unterschiedliche Konnotationen. Dabei müssen jedoch auch die Differenzen zwischen unterschiedlichen zeitgleichen Begriffsnutzern beachtet werden, d.h. jeder Begriff hat auch immer seine Perspektivität. Dies gilt es den Lernenden im Rahmen des durchgeführten Geschichtsunterrichts im Rahmen des Forschungsprojekts zu verdeutlichen.

 

An dieser Stelle soll auf die conceptual change-Theorie eingegangen werden. Diese Theorie findet insbesondere im Geschichtsunterricht ihre Beachtung, wenn mit Begriffen komplexere Vorstellungen von historischen Phänomenen und Prozessen verbunden sind und der Unterricht dann das Ziel verfolgt, Ergänzungen bzw. auch Veränderungen der bei Schülerinnen und Schülern anderweitig erworbenen Vorstellungen herbeizuführen.[9] In den Leitinterviews wird somit der Frage nach bereits vorhandenen außerschulisch geprägten Begriffsvorstellungen nachgegangen und diese werden hinsichtlich historischer Stereotypen untersucht.

 

Die unterschiedlichen Begriffskontexte bei Lernenden und den Lehrenden bilden deshalb einen Aspekt der Untersuchung. Bettina Alavi spricht in diesem Zusammenhang von einer „Rahmungsdifferenz“, die das unterschiedliche Begriffsverständnis meint, dass sich innerhalb eines jeweils anderen Kontextes abspielt. So stammt die Rahmung der Begriffsbildung und des Begriffsgebrauchs bei Lehrkräften aus dem fachwissenschaftlichen und/oder dem fachdidaktischen Bereich,[10] wohingegen die Lernenden ihre Rahmung aus Alltagszusammenhängen oder aus einem reduzierten Vorwissen nehmen. Möglichkeiten des Herbeiführens dieser Passung werden in der Arbeit in den Blick genommen.

 

 

 

5. Eigene Vorarbeiten

 

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts wurde bereits ein Verfahren einer systematischen Begriffsarbeit praktiziert. So wurde zunächst an zentralen komplexen Begriffen wie Epochen- und Deutungsbegriffen gearbeitet, um ein Grundverständnis bei den Lernenden zu sichern. Zudem wurden Concept Maps im Unterricht eingesetzt.

 

Die Arbeit mit Begriffsfeldern stellte einen weiteren Arbeitsschwerpunkt dar. Dabei steht das Begriffsverständnis eng benachbarter Begriffe durch Vergleich und Abgrenzung im Mittelpunkt. Dazu gehören auch verschiedene Deutungsperspektiven und Urteile über ein historisches Phänomen, die sich hinter verschiedenen Begriffen verbergen oder auch die historischen Veränderungen eines Begriffsfeldes in der Zeit.

 

 6. Arbeitsprogramm

 

Zur Erstellung des theoretischen Konzepts wird der Forschungsstand erhoben und eine Literaturrecherche betrieben. Um die Ausgangsfrage nach adäquaten Methoden und Strategien einer systematischen Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht beantworten zu können, wird den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Geschichtsunterrichts zunächst die Begriffstypologie verdeutlicht. Zudem sollen den Lernenden die zeitliche Provenienz und der zeitliche Wandel der Begriffe bewusst werden. Nur vor dem Hintergrund dieses Wissens kann die historische Begriffsbildung im Unterricht zielführend angebahnt und vertieft werden. Daraufhin erfolgt die methodische Umsetzung im Geschichtsunterricht.

 

Ferner wird der Frage nach der Annahme der Dominanz lebensweltlicher Konzepte und des Vorherrschens dichotomischer Basiskonzepte von Schülerinnen und Schülern hinsichtlich der Begriffskenntnis und des Begriffsverständnisses im Geschichtsunterricht nachgegangen. Im Hinblick darauf findet eine Untersuchung der Concept Maps statt  und die halbstandardisierten Leitinterviews werden auf der Grundlage der aus der methodischen Erprobung gewonnenen Erkenntnisse geführt. Daran anschließend steht die Auswertung dieser Interviews im Fokus des Interesses.

 

 

 

7. Zeitplan

Zeitraum

Arbeitsschritte

07/16 - 08/16

Erhebung des Forschungsstands, Quellenrecherche & Entwicklung einer Forschungsskizze

09/16 - 10/16

Niederschrift und Einreichung des Exposés

11/16 - 02/17

Eingrenzung & Fokussierung des theoretischen Konzepts der Arbeit

03/17 - 09/17

Weitere Literaturrecherche, Entwicklung von Praxisbeispielen

10/17 – 01/18

Ausarbeitung einer detailierten Beschreibung der einzelnen Kapitel

Niederschrift des theoretischen Teils

02/18

Vorstellung der Arbeit im Forschungskolloquium

03/18-05/18

Einarbeitung der Kritik und Überarbeitung

06/18 - 07/18

Unterrichtspraktische Durchführung

08/18 - 10/18

Niederschrift des praktischen Teils

11/18 - 01/19

Überarbeitung, Korrektur und Formatierung

02/19

Voraussichtlicher Einreichungstermin der Arbeit

 

 8.  Selektive Forschungsliteratur

 

·         Alavi Bettina, Begriffslernen. In: Mayer Ulrich/ Pandel Hans-Jürgen/ Schneider Gerhard/ Schönemann Bernd (Hg.), Wörterbuch Geschichtsdidaktik. Schwalbach/Ts. 2014, S. 32f.

 

·         Alavi Bettina, Begriffsbildung im Geschichtsunterricht. In: Uffelmann Uwe/Seidenfuß Manfred (Hg.). Idstein 2004. S. 39-61.

 

·         Barricelli Michele/Sauer Michael, «Was ist guter Geschichtsunterricht?» Fachdidaktische Kategorien zur Beobachtung und Analyse von Geschichtsunterricht. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Jg. 57, (2006) Heft 1, S. 4-26.

 

·         Becher, Ursula A. J., Sprachgebrauch im historischen Lernen. In: Klaus Bergmann (Hg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik. 5., überarb. Aufl., Seelze-Velber 1997.  S. 293-297.

 

·         Beilner Helmut/Langer-Plän Martina, Zum Problem historischer Begriffsbildung, In: Günther-Arndt Hilke/Sauer Michael (Hg.), Geschichtsdidaktik empirisch. Untersuchungen zum historischen Denken, Berlin 2006, S.215-250.

 

·         Dowe Dieter (Hg.), Europa 1848: Revolution und Reform. Bonn 1998.

 

·          Engehausen Frank, Die Revolution von 1848/49. Stuttgart 2007.

 

·         Fehrenbach Elisabeth , Verfassungsstaat und Nationsbildung  1815-1871. München 2007.

 

·         Flemming Jens, Begriffsgeschichte, In: Asendorf Manfred (Hg.), Geschichte. Lexikon der wissenschaftlichen Grundbegriffe, Hamburg 1994, S.96-98.

 

·         Gautschi Peter, Guter Geschichtsunterricht: Grundlagen, Erkenntnisse, Hinweise. Schwalbach/ Ts. 2009.

 

·         Günther-Arndt Hilke/Zülsdorf-Kersting Meik (Hg.),  Geschichtsdidaktik, Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin 2014.

 

·         Günther-Arndt Hilke, Hinwendung zur Sprache in der Geschichtsdidaktik. Alte Frage und neue Antworten. In: Saskia Handro / Bernd Schönemann (Hg.): Geschichte und Sprache. Berlin u.a., 2010, S. 17-48.

 

·         Handro Saskia,  Sprache und historisches Lernen. Dimensionen eines Schlüsselproblems des Geschichtsunterrichts. In: Michael Becker-Mrotzek u.a. (Hrsg.): Sprache im Fach. Sprachlichkeit und fachliches Lernen. Münster u.a. 2013, S. 317-333.

 

·         Hasberg Wolfgang, Begriffslernen im Geschichtsunterricht oder Dialog konkret. In: Geschichte – Erziehung – Politik Jg. 6, (1995), S. 145-159, S. 217-259.

 

·         Heil Werner, Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht. Stuttgart 2011.

 

·         Kühberger Christoph, Kompetenzorientiertes historisches und politisches Lernen, Methodische und didaktische Annährungen für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Innsbruck 2009.

 

·         Kühberger, Christoph, Fachdidaktische Diagnostik im Politik- und Geschichtsunterricht. In: Forum Politische Bildung (Hg.): Medien und Politik. Informationen zur Politischen Bildung, Heft 35, 2012, S.45-48.

 

·         Kühberger Christoph/Windischbauer Elfriede, Individualisierung und Differenzierung im Geschichtsunterricht. Offenes Lernen in Theorie und Praxis. Schwalbach/ Ts. 2013.

 

·         Langer-Plän, Martina / Beilner, Helmut, Zum Problem historischer Begriffsbildung. In: Hilke Günther-Arndt / Michael Sauer (Hg.): Geschichtsdidaktik empirisch. Untersuchungen zum historischen Denken und Lernen. S. 215-250. Berlin 2006.

 

·         Mietzel Gerd, Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, Bern 2003.

 

·         Möller, Kornelia, Genetisches Lernen und Conceptual Change. In: Kahlert, Joachim (Hg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts. Bad Heilbrunn 2007, S.258-266.

 

·         Pandel Hans-Jürgen, Geschichtsunterricht nach PISA. Kompetenzen, Bildungsstandards und Kerncurricula. Schwalbach/Ts. 2005.

 

·         Rohlfes Joachim, Geschichte und ihre Didaktik. Göttingen 2005.

 

·         Rüsen Jörn, Historisches Lernen. Grundlagen und Paradigmen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwalbach/Ts. 2008.

 

·         Sauer Michael, Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik. Seelze 2013.

 

·         Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, 2015, Heft 168, S.2-9.

 

·         Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Hg.), Claudia Buchert, Susanne Mehlin: Durchgängige Sprachbildung – Fortbildungsmodule, Arbeitsaufträge selbstständig entschlüsseln und bearbeiten, FörMig-Transfer/Berlin 2014.

 

·         Schönemann Bernd/ Thünemann Holger (Hg.), Kompetenzorientierung, Lernprogression, Textquellenarbeit. Berlin 2013.

 


[1] Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Hg.), Claudia Buchert, Susanne Mehlin: Durchgängige Sprachbildung – Fortbildungsmodule, Arbeitsaufträge selbstständig entschlüsseln und bearbeiten, FörMig-Transfer/Berlin 2014, S.9.

[2] Vgl. Dräger Marco, Vive la revolution!, Zum Umgang mit einem schwierigen Deutungsbegriff, In: Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, (2015), Heft 168, S.22.

[3] Flemming Jens, Begriffsgeschichte, In: Asendorf Manfred (Hg.), Geschichte. Lexikon der wissenschaftlichen Grundbegriffe, Hamburg 1994, S.97.

[4] Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, (2015), Heft 168, S.2.

[5] Ebd. Vgl. Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, (2015), Heft 168, S.2.

[6] Mietzel Gerd, Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, Bern 2003, S.200.

[7] Vgl. Dräger Marco, Vive la revolution!, Zum Umgang mit einem schwierigen Deutungsbegriff, In: Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, (2015), Heft 168, S.24.

[8] Sauer Michael, Begriffsarbeit im Geschichtsunterricht. In: Geschichte Lernen. Begriffe, Jahrgang 28, (2015), Heft 168, S.4.

[9] Vgl. Günther-Arndt Hilke/Zülsdorf-Kersting Meik (Hg.),  Geschichtsdidaktik, Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin 2014, S. 28ff.

[10] Alavi Bettina, Begriffsbildung im Geschichtsunterricht. In: Uffelmann Uwe/Seidenfuß Manfred (Hg.). Idstein 2004. S. 43ff.

 

Zusammenfassung der Dissertationsarbeit (pdf)

Andreas Schimmelpfennig

Andreas Schimmelpfennig

Arbeitstitel der Dissertation:
Die Sicht der Anderen: Kulturelle Divergenzen als Basis außenpolitischer Interpretation
Die Donaumonarchie in den Augen dreier Nachbarn von 1894 bis 1915, ein Vergleich politischer und kultureller Zeitschriften Großbritanniens, Italiens und Deutschlands

Fachgebiet: Neuere Geschichte – Politische Printmediengeschichte, Diplomatie-, Gesellschafts- und Politikgeschichte, historische Imagologie bzw. interkulturelle Hermeneutik
Voraussichtliche Gesamtdauer: Abgabe Sommer 2015
Wissenschaftlicher Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler


Zusammenfassung des Forschungsvorhabens
Die Dissertation beruht auf der Annahme, daß sich Fremdwahrnehmungen verschiedener Länder unterscheiden. Dieses wird für die Sicht auf Österreich-Ungarn in den drei Ländern Italien, Großbritannen und Deutschland für den Zeitraum von 1894 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs untersucht, wobei als Hauptquelle politisch-kulturelle Zeitschriften dienen.
Durch die Sammlung und Analyse der Artikel dieser Zeitschriften soll sich ein Bild ergeben, daß die Gemeinsamkeiten herausstellt und Unterschiede nachweist, die beide entweder durch die Verschiedenheiten und auch Gemeinsamkeiten der Kulturen der drei Beobachterländer oder die biographischen Gegebenheiten der Autoren und Autorinnen zu erklären sein werden. Diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten können sowohl einfacher faktischer Natur sein als auch politische Wertungen enthalten.
Als Resultat werden sich neue Erkenntnisse zur Geschichte Österreich-Ungarns ergeben, ebenso zu den drei Fremdsichtländern und ihrer politischen Kultur und ihren Medien, vor allem aber Einsichten in ihre Perzeptionen, ihre Qualität und Grundlagen, sowie die methodischen Möglichkeiten und Grenzen mehrseitiger Vergleiche.
Österreich-Ungarn besaß eine äußerst komplizierte Struktur, die sich Außenstehenden häufig nicht erschloß. Die Vielzahl der Nationalitäten und das daher notwendige interkulturelle Agieren der jeweiligen Politiker machten es Bürgern von scheinbar reinen Nationalstaaten wie Frankreich oder auch Großbritannien schwer, einen Sinn in diesem deshalb mitunter als ‚Völkerkerker’ betitelten Staat zu finden. Viele Untersuchungen behandeln dieses einmalige politische Gebilde, das in vieler Hinsicht als Vorläufer der Europäischen Union gelten kann; in dieser Arbeit soll nicht die so oft gestellte Frage erörtert werden, ob Österreich-Ungarn wegen seiner Außenpolitik oder wegen des Nationalitätenstreites unterging, sondern ob und wie die Zeitgenossen diese beiden Probleme wahrnahmen.
Die Dissertation versucht die Sichtweise dreier europäischer Großmächte der Lage Österreich-Ungarns für die zwei Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg darzulegen und zu vergleichen. Die so oft zitierte ‚öffentliche Meinung’ ist für die Untersuchung länger zurückliegender Zeiträume eher irritierend, da ein vollständiges Bild, das die modernen Sozialwissenschaftler erforschen können, für den Historiker zumeist schwer rekonstruierbar ist. Daher konzentriert sich diese Arbeit auf eine ausgewählte Quellengruppe, die den Wissensstand und die Meinung der politisch Interessierten der drei gewählten Länder verdeutlicht und mehr als andere Quellen eine intensive und mehrdimensionale Diskussion der zeitgenössischen Politik bietet. Es wird auf Fachzeitschriften fokussiert, da Zeitungen in der Regel den Nachteil haben, daß sie sich an eine relativ homogene Gruppe von Lesern richten, die meist schon die Meinung der Zeitung teilt, wobei diese sich aber unter dem Einfluß neuerer Nachrichten häufig schnell und radikal ändern kann, ohne daß solche Änderungen tiefgehend thematisiert werden oder gar eine thematische Diskussion wie in Zeitschriften möglich gemacht wird.
Der Zeitraum von 1894 bis 1915 umfaßt die entscheidenden Jahrzehnte des außenpolitischen Zerfalls des Bismarckschen Bündnissystems, ebenso die immer stärker werdenden Rufe nach Emanzipation wenn nicht Unabhängigkeit einzelner Nationalitäten in Österreich-Ungarn. Der Schlußpunkt der Darstellung ist mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gegeben, nur für Italien wird der Untersuchungszeitraum um ein Jahr ausgedehnt, um Vergleichbarkeit zu erreichen. Als Ausgangspunkt wurde das Todesjahr Lajos Kossuths gewählt, mit dem sich das politische Bestreben der Magyaren stark abzeichnete und somit besser als zuvor von ausländischen Autoren erkannt und beschrieben werden konnte. Der eigentlich reizvolle Beginn mit dem ‚Ausgleich’ von 1867 mußte verworfen werden, da mit über vier Jahrzehnten der Untersuchungszeitraum zu groß gewesen wäre.
Die Biographien herausragender Autoren der Zeitschriften sollen als Vergleichsmittel herangezogen werden, um an Fallbeispielen ausführen zu können, inwieweit der persönliche oder kulturelle Kontext für den Inhalt als verantwortlich angesehen werden muß.
Auch müssen die Zeitschriften als Quelle sowohl in die historisch-publizistische Forschung inhaltlich und methodisch eingebettet werden als auch auch in die sozialwissenschaftlich orientierte Imagologie, denn nur dann lassen sich Erkenntnisse zu einer weiterführenden Methodik gewinnen.
Daher wird die ständige Erfassung der Quellen in der erwähnten Datenbank begleitet durch die Suche nach möglichen methodischen Beispielen und Hilfen in allen Sozialwissenschaften.
Sobald die Aufnahme in die Datenbank abgeschlossen ist, wird durch gezielte thematische und biographische Auswertung zuerst die komplizierte Staatlichkeit der Doppelmonarchie dargestellt werden. Das Nationalitätenproblem bildet sodann den größten Posten, woran sich eine Darstellung der Sichten zur Außenpolitik anschließt.

Ausgewählte Literatur
Quellen:

  • Die Deutsche Rundschau 1894-1914
  • Die Gegenwart 1894-1914
  • Die Zukunft 1894-1914
  • The Contemporary Review 1894-1914
  • The Fortnightly Review 1894-1914
  • The National Review 1894-1914
  • The Nineteenth Century (später The Nineteenth Century and After) 1894-1914
  • La Nuova Antologia 1894-1915

Literatur

  • Fischer, Heinz-Dietrich (Hrsg.): Deutsche Zeitschriften des 17. - 20. Jahrhunderts. Pullach 1973.
  • Frank, Tibor: The British Image of Hungary: 1865-1870. Budapest 1976.
  • Frank, Tibor: Picturing Austria-Hungary: British Perceptions of Hungary between 1865 and 1870. London 2005.
  • Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Herausgegeben von Adam Wandruszka und Peter Urbanitsch. Wien 1973ff.
  • Houghton, Walter E.: Periodical literature and the articulate classes. In: The Victorian periodical press: Samplings and soundings. Herausgegeben von Joanne Shattock und Michael Wolff. Leicester/Toronto 1982, S. 3-27.
  • Jászi, Oszkar: The Dissolution of the Habsburg Monarchy. Chicago 1929.
  • Jeszensky, Géza: Az elveszett presztízs: Magyarország megítélésének megváltozása Nagy-Britanniában (1894-1918). Budapest 1986. (Verlorenes Prestige. Das sich verändernde Bild Ungarns in Großbritannien 1894-1918)
  • Kim, Yoon Jeong: British Public Opinion on the Labour Question in Germany 1871-1914. Diss. FU Berlin, Berlin 2004
  • Müller, Carmen: Weimar im Blick der USA. Amerikanische Auslandskorrespondenten und öffentliche Meinung zwischen Perzeption und Realität (Studien zur Geschichte, Politik und Gesellschaft Nordamerikas, 7).  Münster 1997
  • Rosenberger, Bernhard: Zeitungen als Kriegstreiber? Die Rolle der Presse im Vorfeld des Ersten Weltkrieges. Köln 1998.
  • Rumpler, Helmut : Eine Chance für Mitteleuropa; bürgerliche Emanzipation und Staatsverfall in der Habsburgermonarchie.  Wien 1997.
  • Sked, Alan: The Decline and Fall of the Habsburg Empire, 1815-1918. London 1989.
  • Taylor, A. J. P.: The Habsburg Monarchy, 1809-1918. London 1948.
  • Wilke, Jürgen: Die periodische Presse im Kaiserreich. Archiv für Geschichte des Buchwesens 31 (1988) S. 22-230.

Marco G. Schinze-Gerber

Marco Schinze-Gerber

Abstract des Dissertationsvorhabens

von Marco G. Schinze-Gerber M.Ed.

I. Angaben zum Forschungsvorhaben

a) Arbeitstitel der Dissertation:

Die Außenpolitik des Franz Josef Strauß

- Der Außenminister ohne Amt

b) Fachgebiet und Arbeitsrichtung:

Zeitgeschichte - Politische Geschichte

c) Gesamtdauer des Forschungsvorhabens:

Sommersemester 2011 bis Sommersemester 2013

d) Wissenschaftlicher Betreuer der Dissertation:

Prof. Dr. phil. habil. Michael Gehler

II. Zusammenfassung des Forschungsvorhabens

Das zugrunde liegende Thema der geplanten Dissertation ist die Außenpolitik des späteren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Ziel der Arbeit ist eine differenzierte Beurteilung seines politischen Wirkens bis zu seinem Tode 1988.

Von seinen Anhängern wurde Strauß zur Heilsfigur stilisiert, als Landesvater, Fürst und bayerischer König bezeichnet, verehrt und geliebt. Selbst Jahre nach seinem Tod wird er von seiner Partei nahe der Seligsprechung verehrt. Von seinen politischen Gegnern wurde er jahrzehntelang bekämpft, als Führer des rechten Konservativismus diffamiert und als eine tödliche Gefahr für die Demokratie verleumdet. Entsprechend sind die zahlreichen unterschiedlichen Darstellungen überwiegend stark polarisierend verfasst. Eine differenzierte Auswertung der Politik Franz Josef Strauß´ wurde bisher nicht vorgenommen, dessen außenpolitische Ziele und sein Wirken eingeschlossen.

Nach einer biographischen Darstellung untersucht die geplante Dissertation die Außenpolitik Strauß´ im historischen Kontext. Ausgangspunkt aller außenpolitischen Ambitionen stellt dessen Ost- und Deutschlandpolitik dar, die den Schwerpunkt seines außenpolitischen Handelns darstellte. Darauf aufbauend wird der Fokus auf das Europabild und die Europapolitik Strauß´ gelegt, ehe anschließend seine außereuropäischen politischen Engagements analysiert und bewertet werden.

Abschließend werden die gewonnen Forschungserkenntnisse exploriert.

III. Schlüsselbegriffe

CSU, Deutsche Außenpolitik, Entspannungspolitik, Europäische Union, Europäische Volkspartei (EVP), Europapolitik, Franz Josef Strauß, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Ost- und Deutschlandpolitik, Milliardenbürgschaft, Wiedervereinigung.

IV. Quellen und Literatur (Auswahl)

Adenauer, Konrad, Erinnerungen, Band 1, 1945-1953, Stuttgart, Hamburg 1965.

Augstein, Rudolf, Wie Strauß dem Spiegel unentbehrlich wurde, in: Ders. (Hrsg.), Überlebensgroß Herr Strauß. Ein Spiegelbild. Reinbek bei Hamburg 1980, S. 7-38.

Auswärtiges Amt (Hrsg.), Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland, September 1949 bis Dezember 1950.

Baring, Arnulf, Außenpolitik in Adenauers Kanzlerdemokratie. Bonns Beitrag zu Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, München, Wien 1969.

Bickerich, Wolfram, Franz Josef Strauß. Die Biographie, Düsseldorf 1996.

Carstens, Karl,/Goppel, Alfons, Kissinger, Henry/Mann, Golo (Hrsg.), Franz Josef Strauß. Erkenntnisse, Standpunkte, Ausblicke, München 1985.

Dalberg, Thomas, Franz Josef Strauß. Portrait eines Politikers. Gütersloh 1968.

Finger, Stefan, Franz Josef Strauß-ein politisches Leben. München 2005.

Gehler, Michael, Deutschland. Von der Teilung zur Einigung 1945 bis heute, Wien/Köln/Weimar 2010.

Geiger, Tim, Atlantiker gegen Gaullisten. Außenpolitischer Konflikt und innerparteilicher Machtkampf in der CDU/CSU 1958-1969 (Studien zur Internationalen Geschichte 20), Diss. München 2008.

Grau, Andreas, Gegen den Strom, Die Reaktion der CDU/CSU-Opposition auf die Ost-und Deutschlandpolitik der sozial-liberalen Koalition 1969-1973 (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte 47), Düsseldorf 2005.

Hacke, Christian, Die Ost-und Deutschlandpolitik der CDU/CSU – Wege und Irrwege der Opposition seit 1969, Bibliothek Wissenschaft und Politik 12), Gütersloh 1975.

Haftendorn, Helga, Sicherheit und Entspannung. Zur Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1955-1982, Baden-Baden 1986.

Hanns-Seidel-Stiftung (Hrsg.), Geschichte einer Volkspartei. 50 Jahre CSU – 1945-1995 (Sonderausgabe der politischen Studien), München 1995.

Hildebrand, Klaus, Integration und Souveränität. Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949-1982, Bonn 1991.

James, Peter, Franz Josef Strauß – Lasting Legacy or Transitory Phenomen?, in: German Politics, Jg. 7 (1998), Nr. 2, S. 202-210

Kohl, Helmut, Erinnerungen 1930-1982, München 2004.

Krieger, Wolfgang, Franz Josef Strauß. Der barocke Demokrat aus Bayern, (Persönlichkeit und Geschichte, 150), Göttingen/Zürich 1995.

Lemke, Michael, CDU/CSU und Vertragspolitik der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren , 1969-1975. Kontinuität und Wandel christdemokratischer Ost-und Deutschlandpolitik, (Historie und Kontinuität 2), Saarbrücken 1992.

o.V., Der Primus, in: Der Spiegel, Jg. 11 (1957), Nr. 1, S. 11-20.

Presse-und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.), Dokumentation zur Entspannungspolitik der Bundesregierung. Ostpolitik, Hamburg 19819.

Richter, Saskia, Die Kanzlerkandidaten der CSU. Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber als Ausdruck christdemokratischer Schwäche? (Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft 59), Diss. Hamburg 2004.

Schalck-Golodkowski, Alexander, Deutsch-deutsche Erinnerungen. Reinbeck 2000.

Strauß, Franz Josef, Bundestagsreden und Zeitdokumente, Bonn 1975.

Strauß, Franz Josef, Deutschland Deine Zukunft, Stuttgart 1975.

Strauß, Franz Josef, Die Erinnerungen, Berlin 1989.

Strauß, Franz Josef, Entwurf für Europa, Stuttgart 19662.

Strauß, Franz Josef, Gebote der Freiheit, München 1980.

Weidenfeld, Werner/Korte, Karl Rudolf (Hrsg.), Handbuch zur deutschen Einheit 1949-1989-1999, Bonn 1999.

Wende, Peter/Recker, Marie-Luise (Hrsg.), Politische Reden 1945-1990 ( Politische Reden in vier Bänden), Frankfurt a.M. 1990.

Gabriele Vogt

Arbeitstitel der Dissertation
Soll ich nur zuschauen und klagen? Die politische Biographie eines streitbaren Gottesmannes in der NS-Zeit. Dr. Joseph Godehard Machens (1886-1956). Bischof von Hildesheim 1934-1956.

Fachgebiet: Neuere Geschichte/Regionalgeschichte-Biografieforschung (Soziologie), Gesellschafts- und Politikgeschichte.

Wissenschaftliche Betreuer: Prof. Dr. Michael Gehler; Prof. Dr. Herbert Reyer.

 

Bildungsgang

  • 1981: Abitur am Goethegymnasium Hildesheim.1981-1987: Universität Hannover: Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie mit dem Abschluss MAGISTER ARTIUM.

  • Magisterarbeit: „Die Durchsetzung und Einführung der Reformation in die Stadt Hildesheim 1542.“

  • 1988-1990 Aufbau der Dokumentationsstelle des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Hildesheim. Im Rahmen dieser Tätigkeit Konzeption einer Wanderausstellung zur katholischen Jugendarbeit im Bistum Hildesheim 1930 bis 1990.

  • 1990-1996 Wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Handbuch des Bistums Hildesheim in der Abteilung für Struktur- und Planungsfragen im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim.

  • Seit 1996 Referentin für Pfarrarchivpfleg/Zentralbestände im Bistumsarchiv Hildesheim. Im Rahmen dieser Tätigkeit diverse Seminar- und Vortragstätigkeit.

  • 1986 Praktikum in der Redaktion der Kirchenzeitung für das Bistum Hildesheim.

  • 1998 Praktikum im Diözesan-Archiv Würzburg und Historischen Archiv des Erzbistums Köln.

  • 1995-1999 Stipendiatin des Instituts für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte in Regensburg zum Thema Flüchtlingsintegration im Bistum Hildesheim nach dem Zweiten Weltkrieg.

  • 2002-2005 Ehrenamtliche Mitarbeit beim Aufbau des Gemeindearchivs Schellerten.

  • 2003 Hildegard Sanner und Gabriele Vogt: Leitung der Geschichtswerkstatt: „Frauenleben im Bistum Hildesheim von 1934 bis 1956“ zur Ausstellung: „Christliche Frauen im Widerstehen gegen den Nationalsozialismus.“

  • 2001-2006 Mitarbeit im Arbeitskreis/Volkshochschule/Geschichtswerkstatt Hildesheim: Hildesheim in der NS-Zeit, Durchführung von Stadtführungen zum Thema: Katholische Kirche und Nationalsozialismus.

Publikationen:

Gabriele Vogt: Die historische und aktuelle Relevanz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Hildesheim, in: Unsere Diözese in Vergangenheit und Gegenwart (1991), S. 178-181.

Willi Stoffers und Gabriele Vogt: Handbuch des Bistums Hildesheim, Teil 1-Region Hildesheim im Jahr des Bernwardsjubiläums, Hildesheim 1993, 261 Seiten; Teil 2-Region Hannover, Hildesheim 1995, 346 Seiten; Teil 3-Region Braunschweig, Hildesheim 2001; 376 Seiten.

Gabriele Vogt: Festschriften und Chroniken aus dem Bistum Hildesheim, in: Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart, (1995) S. 314-316.

Gabriele Vogt: Die katholische Zeitschrift „Das Word“. Eine kulturpolitische Quelle zur Hildesheimer Diözesangeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Die Dombibliothek Hildesheim, Bücherschicksale, (Hg.) Jochen Bepler und Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 1996.

Gabriele Vogt: Bischof Machens und das Bonifatiuswerk im Bistum Hildesheim 1934 bis 1956, in: Der Zukunft eine Heimat geben, Jubiläumsschrift des Bonifatiuswerkes der der deutschen Katholiken im Bistum Hildesheim, (Hg.) Willi Stoffers, Hildesheim 1999, S. 252-256.

Gabriele Vogt: Bischof Dr. Joseph Godehard Machens (1934-1956) und die Caritas im „Dritten Reich“, in: Caritas und Diakonie in der NS-Zeit. Beispiele aus Niedersachsen, (Hg.) Hans Otte und Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 2001, S. 129-157.

Gabriele Vogt: Mitarbeit am Kapitel 3: Renaissance einer Kulturstadt. Hildesheim nach dem Zweiten Weltkrieg von Manfred Overesch u.a., Hildesheim 2001.

Gabriele Vogt: Die Not ist groß, ist riesengroß. Der Hildesheimer Bischof Dr. Joseph Godehard Machens und der Aufbau der Flüchtlingsseelsorge im Bistum Hildesheim 1945 bis 1953, in: Archiv für schlesische Kirchengeschichte Bd. 13, 2002.

Gabriele Vogt (Redaktion): 100 Jahre gelebter Glauben. Braunschweig, St. Joseph, 1903-2003, Hildesheimer Chronik Bd. 11, (Hg.) Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 2003, 48 Seiten.

Claudia Höhl und Gabriele Vogt: Katalogteil zur Ausstellung: Verwaist steht unser Bistum ohne Hirten da. Sedisvakanz-Zeiten im Bistum Hildesheim, Katalog zur Ausstellung des Bistumsarchivs Hildesheim und des Dom-Museums Hildesheim im Dom-Museum Hildesheim, Hildesheim 2003, S. 95-143.

Gabriele Vogt: Bettmar in Not, Umkehr und Hoffnung. Erlebte Geschichte eines niedersächsischen Dorfes in der NS-Zeit, in: Bettmar 1204-2004. Ein Rückblick auf 800 Jahre lebendige Geschichte, Bettmar 2004, S. 72-87.

Gabriele Vogt: Pfarrer Godehard Ontrupp (1773-1826), in: St. Jakobi-Kirche Goslar 1073,1805,2005. Hildesheimer Chronik Bd. 15, (Hg.) Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 2005, S. 142-148.

Jochen Bepler, Gabriele Vogt, Thomas Scharf-Wrede: Buchvorstellungen, in: Jahrbuch für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim, 73. Jg., Hildesheim 2005, S. 239 ff.

Gabriele Vogt: Streiflichter Machtsumer Geschichte. Fakten und Vermutungen, in: Machtsumer Geschichten mit Chronik und Bildern zum 850-jährigen Bestehen. 1155-2005. Ein Dorf mit Tradition vor den Toren Hildesheims. (Hg.) Arbeitsgemeinschaft „850 Jahre Machtsum“, 2 Aufl., Machtsum 2005, S. 21-24.

Gabriele Vogt: Nur durch das Bonifatiuswerk war das alles möglich. Bischof Heinrich Maria Janssen und das Bonifatiuswerk im Bistum Hildesheim, in: Heinrich Maria Janssen. Bischof von Hildesheim 1957-1982, (Hg.) Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 2008, S. 88-99.

Internetauftritt Geschichtswerkstatt Hildesheim: Hildesheim in der NS-Zeit.

Gabriele Vogt: Bischof Dr. Joseph Godehard Machens (1886-1956);

Bischöfliches Generalvikariat Pfaffenstieg 2; Generalvikar Dr. Otto Seelmeyer (1877-1942); Generalvikar Dr. Wilhelm Offenstein (1889-1964); Bischöfliches Gymnasium Josephinum, Domhof 7; St. Magdalenenkirche, Mühlenstraße 23; Kardinal Dr. Adolf Bertram (1859-1945); Katholisches Kirchenblatt, Domhof 15; Prof. Dr. Konrad Algermissen (1889-1964); Marienschule, Brühl 1-3; Priesterseminar, Brühl 16; Pfarrer Joseph Müller (1894-1944): Pfarrer Christoph Hackethal (1899-1942).

 

Abstract

In der Arbeit wird das Leben des Hildesheimer Bischofs Dr. Joseph Godehard Machens (1886-1956) beschrieben und seine politische Funktion im Spannungsfeld zwischen Kirche und Staat analysiert. Sie ist in den Bereich politischer Biographien einzuordnen, zumal Bischof Machens seit 1937 eher über das Selbstverständnis eines passionierten Politikers als eines ausschließlich pastoral denkenden katholischen Geistlichen verfügte.

Die Politik von Bischof Machens ist während der NS-Zeit umstritten. Die englische Militärregierung attestierte dem Bischof gewisse Mitschuld am Nationalsozialismus. Die katholische Friedensbewegung „pax christi“ urteilte 1999 über ihn als „Kriegstreiber“. Dagegen würdigten ihn Politiker, Theologen und Historiker als Gegner des NS-Regimes. Die jüdische Gemeinde Hildesheims nannte ihn 1956 sogar einen Freund und großen katholischen Bischof. Zeitzeugen fällten über ihn ein unterschiedliches Urteil. Fragen zu Bischof Machens und seiner Politik blieben bis heute offen.

Zum reinen biographischem Wissen treten in der Untersuchung Kenntnisse über institutionelle, zeitliche und geographische Rahmenbedingungen, über menschliche Stärken und Schwächen dieses Mannes, über seine Stimmungen und Verstimmungen, die manchen Schritt in seiner Politik erst begreiflich machen. Als Institution werden die katholische Kirche, als Zeitrahmen die Jahre 1886 bis 1945 und als geographischer Raum das Bistum Hildesheim angesprochen. Die Untersuchung wurde auf Bischof Machens und das Bistum Hildesheim abgestimmt, weshalb sie auch regionalgeschichtlich einzuordnen ist.

Die Biographie stützt sich in ihren Quellen hauptsächlich auf die Aktenüberlieferung des Bistumsarchivs Hildesheim. Wegen der dort vorherrschenden Quellenvielfalt und der inhaltlichen Tiefe des Themas, musste sogar der zeitliche Rahmen der Untersuchung neu definiert werden. So behandelt der erste Teil der Biographie die Jahre 1886 bis 1945, die mit dem Kaiserreich, der Weimarer Republik, der NS-Zeit und dem Ersten und Zweiten Weltkrieg auf signifikante Weise ein Stück jüngster deutscher Geschichte wiederspiegeln. Mit einem Ausblick auf die Nachkriegszeit schließt der erste Teil der Machens Biographie ab.

Die Biographie zeigt deutlich auf, in welcher Zeit Joseph Machens aufwuchs, wodurch sein Weltbild geprägt wurde, welche geistigen und politischen Anregungen ihm zuflossen, was ihn dazu drängte, katholischer Priester zu werden, was seine Affinität zur Politik begründete, wie er die Zeit des „Dritten Reiches” bewältigte, welchen Anteil er an der Entwicklung des modernen Bistums Hildesheim hatte, wie er die Fülle der Aufgaben im Bischofsamt bewältigte, wer seine Berater dabei waren und wie er gelegentlich selbst Opfer seines energischen und schwierigen Charakters wurde.

Insgesamt zielt die Untersuchung in ihrem biographischen Ansatz darauf ab, einen möglichst umfassenden Zusammenhang zwischen der Biographie und dem jeweiligen Zeithintergrund herzustellen, in der Bischof Machens lebte.

Bei dem Versuch, die Emotionen und gefühlsbetonten Bindungen dieses Mannes ansatzweise zu erhellen, folgt die Biographie der Psychologie und Pädagogik. Nach seinem Selbstverständnis zu urteilen, fühlte sich Joseph Machens zum Priester berufen. Seine Denkungsart war theologisch akzentuiert, seine Sprache war die Sprache der Theologie. Ihn als Politiker beleuchten zu wollen, bedeutet folglich auch, sein theologisches Denkmuster und seine theologische Sprache z. B. in seinen Hirtenbriefen zu verstehen, in denen er sich hauptsächlich auf das Kerygma des Paulus [Kerygma = Verkündigung, Botschaft ] in dessen neutestamentlichen Schriften stützte. Seine politischen Botschaften präsentierte er verschlüsselt in der Sprache der Paulinischen Theologie.

Das erkenntnisleitende Interesse dieser Untersuchung besteht darin, die politischen Motive von Bischof Machens in der Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten zu erhellen. Das Pro und Kontra für Machens als Gegner der Nationalsozialisten wird beleuchtet, womit sich diese Arbeit auch an der kontrovers geführten Diskussion um den Widerstand der katholischen Kirche im „Dritten Reich” beteiligt. Die Frage nach dem Widerstand oder der Anpassung dieses Bischofs an das NS-Regime ist dabei zentral.

Die Ursachen und Folgen der Politik von Machens wurden innerhalb des Bistums Hildesheim fokussiert, d.h. die Klärung z. B. der Frage, welche Außenwirkung diese Politik auf Ebene der deutschen Bischofskonferenz hatte, bleibt zukünftiger Forschung überlassen.

Zhou Zhongli

Zhou Zhongli

*** Abgeschlossen ***

Title of the PhD-Project

Dynamic Mechanisms of Transformation: A Comparative Research Literature Analysis
by

Zhou Zhongli, Master

  • born on 27th, Nov 1981
  • Chinese
  • PhD-Fellow at the Institute for History at the University of Hildesheim

The Project

  • Dynamic Mechanisms of Transformation:A Comparative Research Literature Analysis
  • Field: History, Speciality: EU eastern enlargement
  • Research period: Oct. 2007- Oct. 2010
  • Supervisor: Prof. Dr. Michael Gehler
  • Joint PhD with the Renmin University of China


Summary

Key words:  European Union, EU Enlargement, Reform and Opening up, Transformation, Transition, Conditionality, International Organizations , China, Poland, Slovakia

Abstract

China and many Central and Eastern European countries have in common that from the 1980s on they had to undergo the difficult process of transformation towards a market economy and towards democracy. This PhD will investigate this process and compare it for China and for Slovakia and Poland.

In the wider context of globalization these three countries tried to complement their political and social inner development by a vast diplomatic effort directed towards joining international organizations. Their domestic transformation faced tough international challenges, additional institutional constraints, risks and opportunities, especially the conditionality of the international organizations for the accession processes and afterwards the implementation of the respective organization's regulations for the new member state.

On the base of a comparative study for the literature in this field of research in Chinese and English, this dissertation attempts to look at two aspects: first how the applications for international organizations influenced the domestic politics of the three chosen countries, and second the effect of the membership in international organizations. A major purpose of this research will be to introduce the relevant literature to the academic community of the respective countries and this way to overcome the eminent language barrier still existing between Europe and China.