Die Türkei, der deutsche Sprachraum und Europa

Montag, 14. Mai 2012 um 09:42 Uhr

Internationale Konferenz vom 17. bis 19. Mai: Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Türkei untersuchen auf einer Expertentagung die Türkei, den deutschen Sprachraum und Europa. Dabei geht es um Geschichte, Bildung, Sprache und Diplomatie.

Gegenstand der Konferenz sind fünf Felder, die erstmals im Kontext der Zeitgeschichte und unmittelbaren Gegenwart gemeinsam betrachtet werden: Geschichte und Kulturtransfer; der deutsche Sprachraum und die Türkei im Kulturvergleich; Deutsch und Türkisch im Sprachvergleich; Bildungspolitik, Didaktik und Pädagogik sowie Diplomatie, Politik und Sicherheitsfragen (Programm als PDF). Das Institut für Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim organisiert die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultat der Ege Üniversitesi Izmir.

„Im deutschen Sprachraum leben Millionen Menschen türkischer Abstammung und Sprache. Welche Rolle haben Geschichte, Kultur, Sprache, Bildung und Pädagogik sowie Diplomatie, Politik und Sicherheit für das wechselseitige Verhältnis zwischen der Türkei und dem deutschen Sprachraum gespielt?“, wirft Prof. Dr. Michael Gehler vom Institut für Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim Fragen auf, die auf der Konferenz beantwortet werden sollen. „Welche Faktoren förderten ein engeres Verhältnis und bieten Chancen für zukünftige Kooperationen zwischen der türkischen Welt und dem deutschen Sprachraum? Inwieweit kann, soll und muss die deutschsprachige Welt für die Türkei bzw. die Türken offen sein bzw. sich ihr öffnen? Inwieweit gilt dies auch in umgekehrter Richtung?“.

Auf der Konferenz werden die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Türkei und der deutschsprachigen Welt analysiert und Praxisbezüge zur Gegenwart hergestellt. „Weitere wichtige Aspekte wie Demoskopie, Demographie, Handel, Investitionen, Ökonomie, Ressourcentransfer und Tourismus sollen einer groß angelegten Folgekonferenz an der Ege Üniversitesi Izmir vorbehalten sein. Der Doppelkongress in Hildesheim und Izmir unterstreicht, dass zwei Nationen gleichberechtigt zusammenarbeiten“, so der Sprachwissenschaftler Prof. em. Dr. Reiner Arntz. „Wir streben Integration auf Augenhöhe an. Viele der Einwanderer sehen die Werte, die Deutschland bietet und sind gleichzeitig stolz auf ihre eigene Herkunft. Einwanderung ist ein Kommen und Gehen, in Freiheit, mit Respekt vor der Identität des Anderen.“

Die Ergebnisse der Konferenz werden in einem Buch publiziert und auf der Internetseite der Universität Hildesheim veröffentlicht. Am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim wurde eine „Arbeitsstelle zur Erforschung der Beziehungen zwischen der Türkei und dem deutschen Sprachraum“ eingerichtet, die von Buket Yilmaz koordiniert wird. Die Hildesheimer Studentin forscht zu Minderheiten in der Türkei und unterstreicht die Rolle der Jugend für die zukünftigen deutsch-türkischen Beziehungen.

Die Universität Hildesheim und die Ege Üniversitesi Izmir kooperieren im Rahmen einer Erasmus-Partnerschaft, die sich neben dem Studenten- und Dozentenaustausch die Durchführung gemeinsamer wissenschaftlicher Projekte zum Ziel gesetzt hat. Ein „Runder Tisch Türkei“ bündelt die interdisziplinären Forschungsprojekte in Hildesheim.

Eröffnet wird die Konferenz am Donnerstag, 17. Mai um 08:30 Uhr. Die Veranstaltung richtet sich an eine breite Öffentlichkeit, Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur sowie Studierende der Fächer Geschichte, Internationales Informationsmanagement, Kulturwissenschaften und Pädagogik. „Wir bieten die Konferenz als akademische Lehrveranstaltung an, so dass Studierende einschlägiger Studiengänge einen Leistungsnachweis erwerben können“, so Gehler. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ort: Tagungsstätte Michaeliskloster, Hildesheim

Programm als PDF

Erstellt von Pressestelle, Isa Lange