Bildungssoziologie: Professorin Janna Teltemann untersucht international vergleichend die Eigenschaften von Bildungssystemen

Freitag, 16. April 2021 um 09:06 Uhr

Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „SysteMig“ untersucht ein Forschungsteam um Prof. Dr. Janna Teltemann international vergleichend Eigenschaften von Bildungssystemen. Teltemann ist Professorin für Bildungssoziologie der Universität Hildesheim. Einen Einblick in die Forschung erhalten Interessierte während eines Kurzvortrags im Rahmen der digitalen Veranstaltungsreihe „ZBI Mini Lectures“ am Donnerstag, 22. April 2021.

Janna Teltemann forscht und lehrt als Professorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Foto: privat

„Die Zahl der Personen mit Zuwanderungshintergrund wächst in Deutschland und vielen anderen Staaten. Der Schlüssel zu ihrer Integration ist eine erfolgreiche Bildungsbeteiligung", sagt Prof. Dr. Janna Teltemann vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.

Die Hildesheimer Professorin für Bildungssoziologie weist darauf hin: „Eine wachsende Zahl an Forschungsarbeiten zeigt, dass Schüler*innen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Ländern unterschiedlich abschneiden. Dies kann mitunter daran liegen, dass sich die Zuwander*innengruppen in den verschiedenen Ländern unterscheiden. Allerdings zeigen bisherige Untersuchungen, dass die Unterschiede in der Kompetenzentwicklung und im Bildungserfolg nicht gänzlich durch individuelle Faktoren wie die Herkunft, den Sprachgebrauch zu Hause oder die Ausstattung mit bildungsrelevanten Ressourcen erklärt werden können“

Weil sich der Bildungserfolg von Migrant*innen deutlich zwischen Bildungssystemen unterscheidet, sei es naheliegend, Merkmale von Bildungssystemen als mögliche Ursachen für diese Unterschiede in den Blick zu nehmen, so Professorin Teltemann. Der Einfluss von Bildungssystemen sei auch deshalb von großem Interesse, da Bildungssysteme „potenziell veränderbar und anpassbar“ sind.

DFG-Forschungsprojekt – Aufbereitung der Daten internationaler Schulleistungsstudien von 1995 bis 2018

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Forschungsprojekt „SysteMig Bildungssysteme und migrationsspezifische Bildungsungleichheit: Harmonisierung von Kontextdaten aus internationalen Schulleistungsstudien zur Analyse von Bildungssystemeffekten auf die Entwicklung migrationsspezifischer Kompetenzungleichheiten“ der Universität Hildesheim von 2020 bis 2023.

In dem Projekt untersucht ein Forschungsteam um Prof. Dr. Janna Teltemann international vergleichend, inwieweit institutionelle Eigenschaften von Bildungssystemen die Entstehung migrationsspezifischer Bildungsungleichheit beim Kompetenzerwerb beeinflussen. Dafür werden Daten aus den wichtigsten internationalen Schulleistungsstudien (PISA, TIMSS, IGLU/PIRLS) zwischen 1995 und 2018 so aufbereitet, dass sie vergleichbar und kombinierbar sind.

Damit wird es möglich, Merkmale der Bildungssysteme und Bildungsergebnisse in einer großen Zahl von Ländern (im Fall von PISA in bis zu 70 Ländern) zu untersuchen.

Mit ersten Forschungsbefunden ist im Herbst 2021 zu rechnen. In dem Projekt kooperiert das Forschungsteam der Universität Hildesheim mit Prof. Dr. Reinhard Schunck von der Bergischen Universität Wuppertal.

International vergleichende Analyse von Bildungssystemen und Bildungsergebnissen

Ein Ziel ist es, die neu entstandenen vergleichbaren Datensätze der wissenschaftlichen Community zur Verfügung zu stellen.

„Eine besondere Herausforderung liegt darin, die verschiedenen Schulleistungsstudien so aufzubereiten, dass sie über den gesamten Zeitraum vergleichend analysiert werden können“, sagt Janna Teltemann, „denn die Schulleistungsstudien sind in erster Linie dafür gemacht, die teilnehmenden Länder über die Kompetenzentwicklung und den Lernerfolg ihrer Schüler*innen zu informieren. Es bedarf daher umfangreicher Vorbereitungen, bis die Daten in einer Form vorliegen, die es erlaubt, die für das Projekt notwendigen Analysen durchzuführen.“

Veranstaltungshinweis

„ZBI Mini Lectures“: Kurzvortrag am Donnerstag, 22. April 2021

Einen Einblick in die Forschung erhalten Interessierte während eines Kurzvortrags im Rahmen der digitalen Veranstaltungsreihe „ZBI Mini Lectures 2021“ am Donnerstag, 22. April 2021, von 12:15 Uhr bis 12:45 Uhr. Das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Universität Hildesheim lädt zu dem Kurzvortrag ein, um aktuelle Einblicke in die Forschungs- und Transferprojekte geben. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

Der Link ist auf der Website des ZBI verfügbar sowie direkt hier: https://zoom.us/j/98283098031?pwd=cTFMdEd1VTFnbFZNRHlobU9NaHVaQT09 (Zoom Meeting-ID: 982 8309 8031, Kenncode: 042021). Den Kurzvortrag zum Thema „Schulleistungsstudien im Vergleich: Bildungssysteme und migrationsspezifische Bildungsungleichheit“ hält Maximilian Brinkmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsteam von Prof. Dr. Janna Teltemann.