Tipps rund ums Studieren | Ziele setzen und angehen

Wednesday, 15. November 2017 um 10:18 Uhr

Ziele setzen | Wo will ich hin? | Auf den Weg machen | Teilschritte formulieren

Die Zeit in Deinem Studium ist von viel Ausprobieren geprägt. Neues kennen lernen: Neue Leute, neue Orte, neue Inhalte und sicherlich auch neue Perspektiven entdecken. Dabei  wirst Du immer wieder merken, dass Du bestimmte Ziele erreichen willst: Die Prüfung bestehen, das Modul abschließen, den Praktikumsplatz bekommen, Deine Abschlussarbeit schreiben, einen Job finden. Ziele zu verfolgen, kann uns in unserem Alltag antreiben und voranbringen. In einer Welt voller Möglichkeiten können Dir Ziele Orientierung geben und als eine Art Wegweiser durchs Leben funktionieren. Damit Ziele motivieren und nicht überfordern, hilft es, sich den Weg genauer anzusehen und ihn in kleinere Etappen zu unterteilen.

 

Was ist mir wichtig und wo will ich hin?

Persönliche Ziele nur auf Dein Studium und die Arbeitswelt zu beziehen wäre zu kurz gedacht. Dein Leben besteht aus so viel mehr und in allen Bereichen kann man Ziele haben. Ein Gedankenmodell, das diese Lebensbereiche beschreibt, ist das 5-Säulenmodell. Stell dir Dein Leben als ein Gebäude vor, das von fünf Säulen getragen wird:

1. Gesundheit, Körper und Psyche
2. Familie und soziale Beziehungen
3. Arbeit und Leistung
4. Besitz und Einkommen
5. Persönliche Werte und Lebenssinn

Um Dir bewusst zu werden, wo Du hin möchtest, hilft es in einem ersten Schritt zu brainstormen und Dich für jede einzelne Säule zu fragen: Was wünsche ich mir für diesen Bereich meines Lebens? Ein zweiter Schritt wäre die Gewichtung: Welche Säulen sind die Tragenden und welche sind in meinem Gebäude weniger wichtig für die Stabilität?

 

Auf den Weg machen

Stell Dir mal vor, Anna hat als Ziel einen Marathon zu laufen. Wie könnte ihr Weg dahin aussehen? Vielleicht so: Anna steht morgens auf. Sport hat sie schon seit Monaten nicht mehr gemacht. Sie kramt die verstaubten Turnschuhe aus einer Schublade und läuft los: 42,196 km, am Stück. Ziel geschafft!

Wahrscheinlich würde Annas Weg so eher nicht aussehen! Anna hat zwar ein konkretes Ziel vor Augen, aber wie sie den Weg bestreiten kann, wird sie sich im Vorfeld überlegen. Vielleicht beginnt sie mit 2 km, bis sie es irgendwann schafft 10 km am Stück zu laufen, dann setzt sie sich 15 km als Ziel... Die meisten Ziele erfordern Zeit, Geduld und einen Weg, den man sich in kleineren Teilzielen unterteilen sollte. Das gilt für den Sport, aber auch für Deinen Weg zu einem Praktikum, zum Modulabschluss, durch die Abschlussarbeit. Egal ob kurzfristige (unter 1 Jahr), mittelfristige (1-3 Jahre) oder langfristige Ziele (ab 3 Jahre), der Weg zum Ziel lässt sich immer in Etappen unterteilen!

 

Teilschritte formulieren. Was bedingt was?

Um sich über mögliche Teilschritte bewusst zu werden, kann es hilfreich sein, mal von hinten nach vorne zu denken. Angenommen Du gehst von Deiner Abschlussarbeit aus. Um Deine Abschlussarbeit abzugeben, musst Du sie geschrieben haben. Um zu diesem Punkt zu kommen, musst Du regelmäßig an deiner Thesis arbeiten. Um überhaupt an Deiner Thesis arbeiten zu können, solltest Du ein Thema gefunden und eine gute Gliederung haben. Damit Thema und Gliederung stehen, musst Du mit einem/einer deiner Dozent*innen sprechen.
Hast Du einmal von hinten nach vorne gedacht, dann kannst Du dir deine Teilschritte noch einmal aufschreiben.

1. Gespräch mit meiner Dozentin
2. Literaturrecherche zu meinem Thema
3. Regelmäßiges Arbeiten in der Bibliothek
...

Du wirst merken: Ein großes Ziel in überschaubare Teilziele zu unterteilen wird Dein Vorhaben realisierbar erscheinen lassen und Lust machen, den ersten Schritt zu gehen! Was auf Deinem Weg außerdem helfen kann, ist Dein Vorhaben mitzuteilen. Erzähle Freunden oder Familie von den Teilschritten, die Du angehen möchtest und lass sie nachfragen. Das hilft Dir, Deinen Weg ehrlich zu betrachten, in Gesprächen zu reflektieren was nicht geklappt hat, aber auch die Freude über den Erfolg zu teilen.

 

Ziel verfehlt?

Nicht alle Erfolge hängen nur von unserem Ehrgeiz und unserer Investition ab. Zu Planen und Ziele in kleinen Etappen anzugehen, hilft Dir auf deinem Weg, schützt Dich aber leider nicht immer vor Misserfolg. Manche Weichen, die in unserem Leben gestellt werden, können wir kaum oder gar nicht beeinflussen. Angenommen an dem Tag, an dem Anna ihren Marathon läuft, stürmt es so sehr, dass Straßen gesperrt werden müssen und sie das Ziel nicht erreicht. Dann liegt das nicht an Annas Versagen, sondern an äußeren Umständen. Mit einem Praktikumsplatz oder einem Job kann das genauso sein. Solche Misserfolge können sehr enttäuschen, sollten Dich aber nicht zum Aufgeben bringen, oder Dich an deinem Können zweifeln lassen. Manchmal hakt es an einem Teilschritt, aber es wird neue Chancen und Möglichkeiten geben!