Care und Gender

Die gesellschaftliche Organisation und Anerkennung von Care - als Fürsorge, Sorgearbeit, Zuwendung, soziale Unterstützung, Pflege sowie Erziehung -  ist ein zentrales Thema der Geschlechterforschung. Caretätigkeiten sind immer noch geschlechtsspezifisch und hierarchisch organisiert, meist Frauen zugewiesen und häufig wenig anerkannt und geringer bezahlt. Carearbeit ist inzwischen transnational organisiert und ein wichtiger Bereich internationaler care chains, wodurch in den Herkunftsländern care drains (soziale Probleme und Versorgungslücken) sowie neue soziale Ungleichheiten  entstehen, welche die traditionellen Ungleichheitsdimensionen und Genderhierarchien überlappen.

Die Forschung über Care und Gender umfasst unterschiedliche disziplinäre Perspektiven, ist intersektional angelegt und fokussiert Fragen der Anerkennung und Teilhabe ebenso wie die Regulierung und Regimen, auch im transnationalen Vergleich. Im Forschungsfeld Care und Gender werden angesichts der Ausdifferenzierung von Geschlechterarrangements, Haushaltsformen, Familienstrukturen sowie Sorge- und Erziehungsverhältnissen die Ambivalenzen der familialen und sozialrechtlichen Konstruktion und Regulierung von öffentlicher und privater Sorge sowie transnationaler Pflege analysiert. In diesem Zusammenhang werden auch Konstruktionen von Mütterlichkeit und Väterlichkeit, vergeschlechtlichte Rollenzuweisungen und Arbeitsteilungen und Gewalt in familialen und institutionalisierten Erziehungsverhältnissen und Sorgebeziehungen untersucht.

Im Dezember 2018 veranstaltet die AIM Gender eine Tagung zum Thema "Männlichkeiten und Care - Selbstsorge, Familiensorge, Gesellschaftssorge." vom 13.-15. Dezember im Tagungszentrum Hohenheim. Informationen zur Tagung und dem Progamm entnehmen sie bitte dem Tagungsflyer.

Gender und Recht ist ein Schwerpunkt der Forschung in Hildesheim. Der Forschungsverbund Macht und Ohnmacht der Mutterschaft - Die geschlechterdifferente Regulierung von Elternschaft im Recht, ihre Legitimation und Kritik aus gendertheoretischer Sicht befasst sich aktuell in drei Teilprojekten mit den rechtswissenschaftlichen Diskursen zu Mutterschaft aus einer sowohl transdisziplinären als auch rechtsvergleichenden Perspektive. Vom 13.-15.9.2018 findet dazu eine internationale Forschungskonferenz statt zum Thema ‚The regulation of motherhood under change – neutered, unsexed or stubbornly gendered? Feminist legal perspectives‘. Weitere Informationen dazu finden sie hier.

Im Rahmen der Forschung zum Antidiskriminierungsrecht werden Fragen von Gender im intersektionalen Zusammenhang mit anderen Benachteiligungskategorien wie soziale und ethnische Herkunft, Behinderung und Alter untersucht. In diesem Kontext steht die Neubearbeitung des Studienbuchs „Feministische Rechtswissenschaft“. Weitere Informationen dazu finden sie hier.

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