Universität Hildesheim - Meldungen https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim de-de Stiftung Universität Hildesheim Fri, 15 Nov 2019 23:45:42 +0100 Fri, 15 Nov 2019 23:45:42 +0100 TYPO3 EXT:news news-17862 Thu, 14 Nov 2019 09:10:25 +0100 Erstmals Master Lehramt Informatik für Haupt-, Real- und Oberschulen in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/erstmals-master-lehramt-informatik-fuer-haupt-real-und-oberschulen-in-niedersachsen/ Die Uni Hildesheim bildet als eine der wenigen Hochschulen in Niedersachsen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt-, Real- und Oberschulen aus. Nun wächst das Team der Lehrenden: Dr. Bernadette Spieler forscht und lehrt seit November 2019 an der Universität Hildesheim. Im Interview gibt die Informatikerin Einblicke in ihre Arbeit. Informatik durchdringt alle Lebensbereiche. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim weist darauf hin, dass es unsere Aufgabe als Gesellschaft ist, Schülerinnen und Schülern eine  informatische Grundkompetenz zu vermitteln. Sie können lernen, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Nicht jedes Kind muss Programmierer oder Programmiererin werden, aber alle Heranwachsenden sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen Technik haben kann. Ansonsten sind sie der Technik machtlos ausgeliefert.

Im Interview gibt Dr. Bernadette Spieler Einblicke in die Ausbildung von Informatiklehrerinnen und Informatiklehrern. Die Informatikerin forscht und lehrt seit November 2019 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik,  leitet dort die neu gegründete Abteilung für Didaktik der Informatik und erfüllt alle Aufgaben der Professur für Didaktik der Informatik an der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat zuvor an der Technischen Universität Graz am Institut für Softwaretechnologie in Österreich gearbeitet.

Interview mit Dr. Bernadette Spieler

„Wir können Kindern spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen, vermitteln“

Frau Dr. Spieler, Sie sind selbst Informatikerin, kommen aus der Softwareentwicklung. Was fasziniert Sie am Fach Informatik?

Die Informatik erlaubt es, eigene Ideen zu entwickeln, diese kreativ umzusetzen und sich dabei vielseitiger Technologien zu bedienen. Sie bietet laufend spannende  Herausforderungen, daher gibt es in diesem Bereich immer wieder Neues zu erforschen, auszuprobieren und zu lernen. In der Informatik verschwimmen die Grenzen verschiedener Fachbereiche miteinander und neben digitalen Kompetenzen sind Unternehmen auf diverse Teams angewiesen, welche kreative Ideen und die Innovationen der Zukunft steuern. Die Jobs von morgen werden nicht nur weitreichend digital und vernetzt sein, sondern erfordern das Entwickeln von Problemlösungskompetenzen und die Fähigkeit kritisch zu hinterfragen, zu deuten und bewerten zu können. Dies bildet die Basis des Informatikunterrichts und vor allem viele Anreize für Begeisterung.

Und wie bringt man diese Begeisterung Kindern bei?

In erster Linie möchte ich meine eigene Begeisterung weitergeben und vor allem aufzeigen, wie einfach es sein kann selbst etwas zu entwickeln und seine eigenen Ideen zu verwirklichen und dass Programmieren und die Informatik nicht schwierig sein müssen. Ich möchte Jugendliche bestärken, sich mehr mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und ihnen neue Wege durch die Informatik eröffnen, sowie einen spielerischen Ansatz in die Welt der Programmierung vermitteln. Jugendliche und vor allem Mädchen bekommen meist nicht die Chance für die Informatik interessiert oder motiviert zu werden. Vor allem der Informatikunterricht variiert sehr von Schule zu Schule und Programmieren nimmt im Vergleich zu anderen Inhalten oft wenig Platz ein. Junge Erwachsene wissen oft nicht, was eigentlich hinter der Technik, die sie tagtäglich wie selbstverständlich nutzen, steckt. Hier ist es mir wichtig, ein umfassendes Bild der Informatik zu vermitteln und diesen Weg als ein mögliches und vor allem zukunftsträchtiges Berufsbild zu präsentieren.

Sie haben zuvor an der Technischen Universität Graz gearbeitet, sind nun von Österreich nach Hildesheim gezogen, um hier zu forschen und zu lehren. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen – warum Hildesheim?

Mein Ziel ist es, meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich der Informatikdidaktik und Gender&Diversität sinnvoll einsetzen zu können, um allen Jugendlichen die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt zu nutzen und sich weiterbilden zu können. Durch die Erforschung neuer Konzepte und Standards im Bereich der Informatischen Bildung, möchte ich meinen Teil zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen. Die Universität Hildesheim bietet mir hier nicht nur ein spannendes Berufsfeld, sondern gibt mir auch die Möglichkeit, die Informatikdidaktik an Schulen zu stärken und zu Verbesserungen im Bildungswesen beizutragen. Die Universität Hildesheim hat frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist die zukünftigen Informatikleherinnen und Informatiklehrer bestmöglich auszubilden.

Womit befassen Sie sich Ihrer Forschung und Lehre? Sie haben in Projekten zu den Themen „Computer Science for all“, „Girls Coding Week“ und „Women & Technology“ gearbeitet.

Ich sehe es als meine Aufgabe, Jugendliche und vor allem junge Mädchen für die Technik zu begeistern und vorzubereiten. Ich selbst hatte das Glück, dass ich nicht nur den Rückhalt aus meiner Familie erhalten, sondern auch eine motivierte Informatiklehrerin gehabt hatte. Ich glaube, dass vor allem junge Frauen oft sehr unsicher sind, ob sie in diesen, doch noch sehr männerdominierten, Bereich passen. Wenn Frauen aber in diesem Berufsfeld nicht einbezogen werden, haben sie keine Chance eine tragende Entscheidungsrolle in der Umsetzung von Innovationen, Projekten und Forschungen einzunehmen und daher werden diese Entwicklungen weitestgehend ohne ihre Beteiligung durchgeführt. Es geht darum, Angebote öffentlich sichtbarer zu machen und ihnen die Chance zu geben, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten. Aus diesem Grund möchte ich auch gerne neue Angebote und Anreize für Frauen und Mädchen an der Universität Hildesheim eröffnen.

Lehrerinnen und Lehrer für das Schulfach Informatik fehlen. Die Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören zum Beispiel Algorithmen, Datenstrukturen und Medieninformatik zum Bachelorstudium. Nun starten im Wintersemester 2019/20 die ersten Masterstudierenden in das Lehramt Informatik in Hildesheim. Was steht im ersten Masterjahr zum Beispiel auf dem Stundenplan der Studierenden?

Ich unterrichte vor allem Fächer zur Vermittlung der Informatik – vertiefende Elemente der informatischen Bildung. Neben Vorlesungen stehen auch Seminare und Übungen auf dem Lehrplan. Auf der einen Seite ist es wichtig, selbst auszuprobieren und zu experimentieren, um unterschiedliche Fähigkeiten und Talente von Schülern und Schülerinnen zu aktivieren. Auf der anderen Seite sollen die fundamentalen Ideen der Informatik vermittelt sowie die oftmals genannten „Computational Thinking Skills” angeregt werden. Folglich möchte ich unterschiedliche Tools in meine Lehre integrieren, wie die am Institut für Softwaretechnologie der TU Graz entstandene Lernapp Pocket Code (https://catrob.at/pc), aber auch kleine leistungsfähige Microcontroller wie BBC Micro:Bit, Arduino oder Raspberry Pi. Diese bieten umfangreiche Funktionen und sorgen für Spaß und Unterstützung bei der Aneignung von Programmierkenntnissen. In erster Linie steht aber nicht das Tool selbst im Vordergrund, sondern wie und welche Konzepte damit vermittelt werden sollen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es,  die Vielfalt zu präsentieren, damit die zukünftigen Lehrenden ein umfassendes Verständnis und Repertoire erhalten, aus dem sie wählen können. Daneben stehen auch „unplugged“-Aufgaben am Lehrplan – das sind Informatik-Aktivitäten, welche ohne die tatsächliche Verwendung eines Computers auskommen. Diese vermitteln spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen und stellen Konzepte so greifbarer für Kinder dar.

Eine Praxisphase gehört zum Studium. Wie kombinieren die Informatikstudierenden Theorie und Praxis, wie arbeitet die Universität im Lehramtsfach Informatik mit regionalen Schulen zusammen?

Die Praxisphase der Studierenden im Master wird sich über drei Semester erstrecken: ein Vorbereitungsseminar, ein Praxisblock an den Schulen mit einem Begleitseminar an der Universität und ein Nachbearbeitungsseminar. Im jetzigen Wintersemester starte ich das Vorbereitungsseminar gemeinsam mit Herrn Stephan Kreuzkam. Er ist Informatiklehrer  an der Oberschule Bockenem und begleitet die Studierenden in der Rolle des „Lehrerbeauftragten in der Praxisphase“ kurz LiP. Wir werden auch gemeinsam das Vorbereitungsseminar an der Universität Hildesheim leiten. Hier können die Studierenden Lehrpläne und Unterrichtseinheiten entwickeln und deren Umsetzung praktisch erproben.

Sie arbeiten im Arbeitskreis Informatik. Wer ist daran beteiligt, was ist das Ziel?

Der Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ umfasst die Projektgruppe Medienbildung des Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) an der Universität Hildesheim und setzt sich zusammen aus Nicole Ude, Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Candy Walter und Dr. Hartmut Schröder. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, Schulen in den Anforderungen, welche der digitale Wandel mit sich bringt, bestmöglich zu unterstützen. Dafür soll der Arbeitskreis ein Forum bieten, um gemeinsam über Bedarfe, Anforderungen, bildungspolitische Vorgaben, Kompetenzmodelle, Materialien, Medien und vieles mehr zu informieren, auszutauschen und zu diskutieren. Direkt an den Schulen oder an der Universität Hildesheim werden dafür monatlich Veranstaltungen durchgeführt, welche Good-practice Beispiele, Erfahrungen und auch Fortbildungen bereitstellen. Gerade habe ich Einblicke in „Spielerische Aktivitäten mit Smartphones im Schulkontext“ gegeben.

Woher kommen denn die gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer für Informatik an Schulen? Wie wird das Thema an den Universitäten bearbeitet?

Ich habe speziell in Österreich die Erfahrungen gemacht, dass leider zu wenige gut ausgebildete Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer an den Schulen vorhanden sind. Informatik wird zwar an vielen Neuen Mittelschulen (ehem. Hauptschulen) schulautonom unterrichtet, es fehlt aber an einer fundierten flächendeckenden Aus- oder Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Was dies für die Qualität des Unterrichts bedeutet kann man sich leicht vorstellen. Viele Informatiklehrende haben in Österreich keine grundlegende Informatikausbildung durchlebt, sondern ihre Kenntnisse durch Weiterbildungsangeboten in ihrem eigenen Ermessen erworben. Leider sind viele Lehrkräfte mit der Thematik „Neue Medien“ und deren Auswirkungen überfordert. Es fehlt ihnen in diesem sich rasant entwickelnden Gebiet an allgemeinem, technischem und rechtlichtem Wissen. Daher müssen attraktive Fortbildungsmaßnahmen für bestehende Lehrerinnen und Lehrer entwickelt und angeboten, sowie zukünftige Informatiklehrende bestmöglich vorbereitet werden.

Die Digitalisierung dringt in alle Lebensbereiche ein, in Politik, Wirtschaft, Kultur. Gesellschaftlich wird viel über den Einsatz von Technologie, über soziale Netzwerke, die den Nährboden für Hasskommentare bilden, diskutiert. Wie gehen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer mit den Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft um? Sind auch ethische Fragen Teil des Studiums?

Der kompetente und aufgeklärte Umgang mit Medien ist eine grundlegende Voraussetzung, um erfolgreich an der Wissensgesellschaft teilnehmen zu können. Die Digitalisierung ist ein nicht aufzuhaltender Prozess. Für Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer ist es daher wichtig, junge Menschen mit dem Grundwerkzeug auszustatten, sich in einer immer vernetzen und digitale Welt zurecht zu finden. Im Masterstudium finden die angehenden Informatiklehrer und Informatiklehrerinnen daher auch das Fach „Informatik und Gesellschaft“, in welchem ethische, gesellschaftspolitische und rechtliche Implikationen verschiedener Bereiche und Anwendungen der Informatik analysiert werden, insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Verantwortung als zukünftige Lehrenden.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Lehramtsfach Informatik in Hildesheim: Programmieren, Datenstrukturen und Robotik auf dem Stundenplan

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen, das Fach Informatik künftig auch an Hauptschulen und Realschulen einzuführen und seit dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik seit 2016 nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrkräfte. 

Die ersten Bachelorstudierenden haben ihr Studium im Sommersemester 2019 abgeschlossen, die ersten Masterstudierenden im Lehramt Informatik bildet die Universität Hildesheim seit dem Wintersemester 2019/20 aus.

Insgesamt 42 Lehramtsstudierende im Fach Informatik bildet die Universität Hildesheim im Bachelor und Masterstudium im Wintersemester 2019/20 aus. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehre junge Menschen für das Lehramtsfach Informatik entscheiden“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Die Lehramtsstudierenden besuchen Vorlesungen und Seminare zum Teil gemeinsam mit den etwa 800 IT-Studierenden aus den IT-Studiengängen „Angewandten Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Data Analytics“ und sind damit nah dran an den aktuellen fachwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Didaktik, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Schulpraktika.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

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Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
news-17859 Wed, 13 Nov 2019 17:36:23 +0100 Ein neuer Menschaffenfund aus dem Allgäu wirft Licht auf die Entstehung des aufrechten Ganges https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ein-neuer-menschaffenfund-aus-dem-allgaeu-wirft-licht-auf-die-entstehung-des-aufrechten-ganges/ Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig. Ein Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr. Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr, Anthropologe, Institut für Biologie und Chemie, Universität Hildesheim. Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahre als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Sie entstammen einer Epoche der Erdgeschichte, dem Miozän, in der Menschenaffen in einer viel größeren Vielfalt gelebt haben als heute. Das Brisante hierbei ist, dass sich aus einem bisher unbekannten Vertreter jener miozänen Menschenaffen die zum heutigen Menschen führende Stammeslinie entwickelt hat.

Die Diskussion über dieses Thema wird daher oft eher emotional als sachlich geführt. Der Mainzer Paläoanthropologe Winfried Henke schrieb das Phänomen der „Subjekt-Objekt-Identität“ zu, nach welchem der Mensch Beobachter und beobachtetes Objekt zugleich ist, was eine neutrale Bewertung der Befunde erschwert. Genau dieses Dilemma wird in der aktuellen medialen Berichterstattung zu den Funden aus dem Allgäu spürbar. Da ist reißerisch die Rede davon, dass aktuell geltende Vorstellungen zur Evolution auf den Kopf gestellt werden müssten und Ähnliches mehr.

Die Diskussion wird oft eher emotional als sachlich geführt

In der Tat ist der Fund eindrucksvoll und ohne Zweifel bedeutsam. Die Bewertung durch die Autoren Madelaine Böhme und Mitarbeiter im Fachjournal „Nature“ ist sehr viel differenzierter als in den Populärmedien. Nach den Autoren weist Danuvius ein einzigartiges Mosaik an Merkmalen auf, das sowohl Anpassungen an die zweibeinige als auch die kletternde Fortbewegungsweise widerspiegelt. Insbesondere sei bei Danuvius eine Streckung des Knie- und Hüftgelenkes nachweisbar, wie sie auch für die menschliche Bipedie typisch ist. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung und könnte nach Ansicht der Erstbeschreiber als Modell für die Entwicklung der Bidepie beim Menschen dienen.

Durch den Fund ergeben sich interessante Fragen und Diskussionsansätze. Schon früher wurde miozänen Menschenaffen aus dem europäischen Raum eine zweibeinige Fortbewegungsweise zugesprochen. Allerdings fand keine dieser Interpretationen bisher eine breite Zustimmung in der Fachwelt. Ob dies im Fall von Danuvius anders ist, wird sich erst in der Zukunft zeigen, wenn auch andere Experten die Funde analysiert haben.

Dieser Prozess wird sich sicher über viele Jahre, womöglich Jahrzehnte hinziehen. Sollte die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigt werden, so wäre belegt, dass sich der aufrechte Gang bei Menschenaffen mehrmals und auf womöglich unterschiedliche Weise unabhängig voneinander entwickelt hat. Mehrmals deshalb, weil die Vorfahren des heutigen Menschen diesen Schritt vollzogen haben und Danuvius sicherlich nicht zu diesen Vorfahren zählt. Ansonsten müsste Danuvius aufgrund seines geologischen Alters auch der Urahn der heutigen Gorillas und Schimpansen sein. Erstere spalteten sich vor rund neun Millionen Jahren von der zum Menschen führenden Stammeslinie ab, letztere vor rund sechs Millionen Jahren. Beide hätten also wie auch die Menschen die Bipedie von Danuvius „geerbt“ und hätten beide unabhängig voneinander die zweibeinige Fortbewegungsweise wieder aufgegeben. Eine solche Entwicklung ist fossil nicht belegt und evolutionsbiologisch extrem unwahrscheinlich.

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes?

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes? Es ist die Erkenntnis, dass die Diversität der Menschenaffen im Miozän offenbar noch größer war als zuvor angenommen. Weiterhin – sollte sich die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigen – die Erkenntnis, dass es mehrere „Anläufe“ zur Etablierung des aufrechten Ganges gegeben hat. Außerdem fanden diese offenbar schon sehr viel früher statt als bisher angenommen wurde und waren nicht auf Afrika beschränkt, wo sie durch ein paar jünger datierende Funde als gut belegt gelten.

Fakt ist, dass sich von diesen Anläufen nur einer über die Zeit gerettet hat, nämlich derjenige, der zum heutigen Menschen führte. Danuvius und seine Nachkommen haben es offenbar nicht geschafft. Aber die große Familie der rezenten und fossilen Menschenaffen ist um ein hochinteressantes Mitglied reicher.

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Fachbereich 4 Biologie & Chemie Biologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17851 Wed, 13 Nov 2019 15:32:37 +0100 Orchester an der Universität: Dirigent Volker Mühlberg über den Wert des gemeinsamen Musizierens https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/orchester-an-der-universitaet-ueber-den-wert-des-gemeinsamen-musizierens/ Seit 2015 spielt das Universitätsorchester unter der Leitung von Dirigent Volker Mühlberg in Hildesheim – und lädt auch in diesem Semester wieder zu einem Konzert ein. In dem Universitätsorchester spielen Musikerinnen und Musiker aus allen Fachbereichen. Flöten, Geigen, Posaunen – Volker Mühlberg vom Musikinstitut probt einmal wöchentlich mit Musikerinnen und Musikern aus allen Fachbereichen, darunter Studierende und Lehrende.

„Wenn man selbst Musik macht, bekommt man einen anderen emotionalen und intellektuellen Zugang zu den Stücken, die man spielt. Dadurch verstehe ich diese Musik besser. Das macht auch deutlich: Musik ist eine der Künste, die sich im zeitlichen Ablauf vollzieht", sagt Volker Mühlberg über die Musik.

Über den Wert des gemeinsamen Musizierens sagt Volker Mühlberg: „Das Studienziel aller Studiengänge ist nicht, einen Solisten auszubilden oder Berufsmusikerin zu werden. Sondern eigentlich besteht es ja in der Vermittlung, sowohl in den Hildesheimer Kulturwissenschaften als auch im Lehramt. Die Studiernenden sollen Menschen – Schülerinnen und Schüler, Erwachsene – packen. Das Miteinander ist wichtig und das erlernt man bei gemeinsamen Konzertproben.“

Im Universitätsorchester kamen in den vergangenen Jahren Studierende, Mitarbeiter und Ehemalige aus allen Hildesheimer Hochschulen und aus ganz Europa zusammen und spielten als Team. Volker Mühlberg zieht die folgende Bilanz: „Durch die Auftritte in der Lambertikirche, beim Campusfest und bei der Mittsommernacht ist das kleine aber feine Uniorchester in der Stadt Hildesheim angekommen. In jedem Semester neu ist der Weg vom Probenbeginn zum Konzert ein steiler und anspruchsvoller: aber genau das schweißt ja die alten und neuen Mitspieler zusammen."

Das Universitätsorchester sucht nun weitere Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Ob Informatikerin, Sprachwissenschaftler oder Sozialpädagogin, Verwaltungsmitarbeiter oder Lehramtsstudentin: Volker Mühlberg lädt fortgeschrittene Instrumentalisten aus allen Fachbereichen, Studierende und Lehrende ein, im Universitätsorchester mitzuspielen.

Das Universitätsorchester hat in diesem Wintersemester seine Probenarbeit zum Programm „Harmonie + Dissonanz“ mit Werken von Manookian, Mozart, Schubert und anderen begonnen und startet damit in die 10. „Saison" unter der Leitung von Volker Mühlberg. Die Proben im Musiksaal am Hauptcampus finden montags von 18 bis 20 Uhr statt und finden ihren Abschluss in zwei Konzerten am 18. Januar 2020 in der Lambertikirche und am 27. Januar 2020 in der Universität Hildesheim.

Musikerinnen und Musiker aus allen Fachrichtungen der Uni, Studierende und Lehrende, sind herzlich willkommen, mitzuwirken und können sich noch bis zum 15. November 2019 im LSF oder per Mail (v.muehlberg@gmx.de) anmelden.

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Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen
news-17765 Wed, 13 Nov 2019 08:05:00 +0100 Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche: Wie entwickelt sich mein Kind? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zehn-jahre-h/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter. Nun feiert das Forschungsteam das zehnjährige Jubiläum mit einem öffentlichen Festakt. Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
Öffentlicher Festakt und Empfang
Mittwoch, 6. November 2019, 15:00 Uhr
Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche „Kind im Mittelpunkt“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Neben Einblicken in Forschung und Praxis in der Ambulanz hält Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universitätsklinik Köln) den Festvortrag zum Thema „Wenn Lernstörungen auf psychische Störungen treffen – was tun?“. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter.

Statt im Hörsaal steht Claudia Mähler zwischen Knete, Kinderzeichnungen, Bausteinen. Aus der früheren Uni-Hausmeisterwohnung ist vor zehn Jahren die Forschungs- und Lehrambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) geworden. „Das Gute an der Lage ist: Wir haben einen eigenen Eingang und können die Wohnung gestalten, so wie es passend ist für unsere Arbeit“, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Hildesheim.

Täglich kommen und gehen Familien zur Universität. Im Rahmen von Forschungsprojekten und Studien suchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen nach bestimmten Kindern. Über sieben Jahre haben sie zum Beispiel die Entwicklungsverläufe von 200 Kindern untersucht – vom Kindergarten bis in das vierte Schuljahr. Die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ tragen maßgeblich zu den Schulleistungen in der Grundschule bei. Zur Zeit läuft eine Studie, in der ein Fragebogen entwickelt wird, der die psychische Belastung von Kindern mit Lernproblemen erfassen soll.

Neben Forschungsprojekten und Studien bietet die Hochschulambulanz KiM einen offenen Zugang für Familien aus der Region

Außerdem bietet die Ambulanz einen offenen Zugang an. Familien können anrufen, wenn sie Entwicklungsschwierigkeiten beobachten, etwa wenn ein Vorschulkind in der Sprachentwicklung zurückliegt. Oder der Kindergarten schlägt vor, das Kind in der Ambulanz vorzustellen, da es Auffälligkeiten in der Motorik, beim Greifen, Halten, Drehen, Sprechen zeigt. Oder in den ersten Schuljahren wird deutlich, dass Kinder mit den Anforderungen nicht klarkommen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Forschung in der Ambulanz fasst Professorin Claudia Mähler zusammen: „Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher. Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen. Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien. Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen durch Lerntherapie. Außerdem müsste beim Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Selbstwertproblemen und Schulangst stärker interveniert werden.“

Wie entwickelt sich mein Kind? – Entwicklungsverläufe von Kindern erforschen

1000 Familien aus der Region haben das offene Angebot des Forschungsteams in den vergangenen zehn Jahren genutzt. Meist kommen Sechs- bis Zehnjährige, seltener auch Kinder höherer Klassenstufen, in die Hochschulambulanz: Weil sie in der Grundschule nicht mitkommen – beim Lesen, Schreiben, Rechnen –, oder Kinder, „bei denen man den Eindruck hat, sie profitieren nicht vom Unterricht, weil sie unaufmerksam sind“.

„Die Familien machen sich Sorgen, sie spüren, ob in den ersten Schuljahren das Lesen oder Schreiben lernen gelingt oder nicht. Beim ersten Gespräch sind alle etwas aufgeregt, sie haben sich endlich auf den Weg gemacht, darüber zu sprechen. Manche hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist. Manche hoffen auf Gewissheit, auf Sicherheit“, sagt Claudia Mähler. „Wir nutzen standardisierte Testverfahren. Damit können wir an einer repräsentativen Stichprobe der ganzen Bundesrepublik feststellen, inwiefern ein Kind tatsächlich gravierend mehr Schwierigkeiten als andere Kinder hat“, so die Psychologieprofessorin.

Die Ambulanz hat eine eigene „Testothek“. Die Ergebnisse teilen die Forscherinnen den Kindern und Eltern mit. Kinder haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule und benötigen meist eine Lerntherapie. Außerdem bietet die Hochschulambulanz Psychotherapie an. Psychologiestudierende erhalten in der Ambulanz Einblicke in die kindliche Entwicklung, in Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten wirken sie in der Diagnostik mit. Psychologinnen bringen ihre Praxiserfahrungen in die Lehrerausbildung ein, etwa in Seminaren zu Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.

Große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der Vorläuferfertigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart wichtig sind

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder dar. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Sind die Kinder dann in der Schule und es treten Schwierigkeiten auf, sind eine frühe Diagnostik und Intervention eine große Hilfe. „Wir investieren viel Zeit in eine gründliche Diagnostik und eine umfangreiche Aufklärung der Familien“, so Professorin Claudia Mähler. Hierzu wurde in einer Studie eigens Material entwickelt und evaluiert, das dabei hilft, auf kindgerechte Weise mit den Eltern und Kindern über die Lernprobleme und vor allem auch über die Bewältigung ins Gespräch zu kommen. Psychotherapeutische Gruppenprogramme wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden konzipiert und unterstützen die Kinder dabei, die Frustration über die Lernschwierigkeiten zu bewältigen und ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten oder wieder aufzubauen. Besonders schwer haben es Kinder mit gleichzeitigen Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen. Für diese Kinder gibt es ein Angebot, das sich an Kinder in kleinen Gruppen und ebenso an ihre Eltern richtet. Hier heißt es Regulationsstrategien zu entwickeln, zu lernen die Aufmerksamkeit zu steuern auch und gerade in den Lernbereichen, die den Kindern schwerfallen.

Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und Schulen und bieten Fortbildungstage an.

Einige Fakten zur Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“:

Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler + studentische Hilfskräfte arbeiten in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt"?

  • inklusive Leitung 8 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 davon auch in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder zur Psychologischen Psychotherapeutin), alle in Teilzeit, da sie auch andere Aufgaben haben (Lehre, Forschung etc.)
  • 1 Verwaltungskraft (medizinische Fachangestellte)
  • 2 Praktikantinnen in Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in/ Psychologischen Psychotherapeutin
  • 3 studentische Hilfskräfte
  • immer ca. 3 bis 6 studentische Praktikantinnen und Praktikanten

Wie viele Familien/Kinder wurden in den 10 Jahren erreicht?

  • Insgesamt mehr als 1000 Familien, viele davon waren mehrfach bei der Hochschulambulanz KiM vorstellig.

Die Kinder, die in die Ambulanz kommen, sind im Alter von:

  • 2 bis 17 Jahre
  • die meisten Kinder sind jedoch im Grundschulalter

Was sind wesentliche Ergebnisse aus der Forschungsarbeit an der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“?

Forschungsschwerpunkte sind:

  • differentielle Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern
  • Sprachentwicklung und Sprachförderung in der frühen Kindheit
  • Ursachen- und Interventionsforschung bei Lernstörungen
  • Entwicklung und Evaluation diagnostischer Instrumente

Wichtige Ergebnisse aus der Hildesheimer Forschung:

  • Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien
  • Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher
  • Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten
  • Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen
  • Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen (Lerntherapie) als auch zum Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten (Aufmerksamkeitsprobleme, Selbstwertprobleme, Schulangst u.a.m.)

Worin sehen Sie die Hauptaufgaben der Ambulanz, etwa im Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft, um in der Region Familien und Kinder mit zum Beispiel Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und frühestmöglich etwa Lernschwierigkeiten zu diagnostizieren?

  • Verknüpfung von Praxis, Lehre und Forschung
  • Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft
  • Beratung und Therapie für Kinder mit Lern-, Entwicklungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Gute Ausbildung für Psychologiestudierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (z.B. durch Einbindung der Studierenden durch Vernetzung mit Lehrveranstaltungen und Praktika)
  • Vernetzung mit Praxispartnern in Schule, Vorschule und außerschulischer Förderung
  • Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten

Gibt es ähnliche Ambulanzen in der Bundesrepublik? Was ist das Alleinstellungsmerkmal in Hildesheim?

  • Ja, es gibt Hochschulambulanzen für Kinder- und Jugendliche und auch für Erwachsene an anderen Universitäten (z.B. in Göttingen oder Braunschweig)
  • Besondere Verzahnung in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie, daher Berücksichtigung des Themas Lernschwierigkeiten und Bewältigung, Gruppenangebote zum Coping mit den emotionalen Folgeproblemen; Gruppenangebote für Kinder mit komorbiden Auffälligkeiten (Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme)
  • Besondere Verzahnung mit dem Thema Sprachentwicklung und dem Interventionsprojekt KEA
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Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
news-17824 Mon, 11 Nov 2019 10:07:41 +0100 Tagung: Forschungsstelle Konsumkultur debattiert über das Konsumvergnügen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/tagung-forschungsstelle-konsumkultur-debattiert-ueber-das-konsumverguengen/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht all das, was wir täglich kaufen und verbrauchen. Die Forschungsstelle Konsumkultur auf dem Hildesheimer Kulturcampus ist einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft. Nun lädt das Forschungsteam zu einer öffentlichen Tagung am 14. November 2019 ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsstelle Konsumkultur analysieren die Theorie, Geschichte und Ästhetik des Konsums. Am Donnerstag, 14. November 2019, findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Tagung der Forschungsstelle Konsumkultur statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Konsumvergnügen. Die Populäre Kultur und der Konsum“ beginnt um 13:00 Uhr. Die Tagung ist ohne Anmeldung und kostenfrei zugänglich.

Die öffentliche Veranstaltung wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert. Interessierte Hildesheimer Bürger, Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Kopenhagen, Oslo, Leipzig und Berlin setzen sich mit dem Unterhaltungswert des Konsums auseinander und nehmen dabei auch digitale Formen der aktuellen Erlebnisökonomie in den Blick, erläutert der Kulturwissenschaftler Dirk Hohnsträter. Die Referentinnen und Referenten sprechen zum Beispiel über Konsumvergnügen am Beispiel des Spiels „Pokémon Go“ für Mobilgeräte, über den „Kreislauf der Unterhaltung - Shopping auf Instagram“ sowie über „Die Shopping Mall als Ort des Erlebniskonsums“.

„Die Lebenswelt von Verbraucher/innen in der Gegenwart beschränkt sich nicht nur auf die Grundversorgung und Statuskonsum. Vielmehr erweist sich ästhetisches Erleben als ein Kernmotiv des Konsumierens. Vom Drogeriemarkt bis zu YouTube: in der joyful economy bilden sich vielfältige Allianzen aus Popkultur und Konsum heraus, und die Kommunikation über Konsum spielt sich immer mehr in neuen, oftmals digitalen Kanälen, auch geprägt von Influencern, ab“, so Dirk Hohnsträter.

Kurz erklärt:

Konsumkultur

Seit 2017 gibt es am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim die „Forschungsstelle Konsumkultur“, deren Gründung von Prof. Dr. Stefan Krankenhagen initiiert wurde und die von dem Kulturwissenschaftler Dr. Dirk Hohnsträter geleitet wird.

Die Forschungsstelle widmet sich – durchaus einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft – den vielfältigen Aspekten des Konsums aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie leistet kontinuierliche Schwerpunktsetzung in der Forschung durch Tagungen, Publikationen, Workshops und Nachwuchsförderung.

Forschungsstelle Konsumkultur

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Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Pressemeldungen
news-17795 Thu, 07 Nov 2019 09:27:42 +0100 Eine Diktatur und ihr Nachleben: Uni Hildesheim forscht über Erziehung und Bildung in der DDR https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eine-diktatur-und-ihr-nachleben-uni-hildesheim-forscht-ueber-erziehung-und-bildung-in-der-ddr/ Aufarbeiten der Geschichte: Forschungsteams der Universität Hildesheim untersuchen anhand der vollständigen Bestände der Kinder- und Jugendliteratur und der Schulbücher der DDR sowie von Interviews mit Zeitzeug*innen die darin erzählten Mythen über Erziehung und Bildung. Dabei kooperiert die Arbeitsgruppe um Professorin Meike Sophia Baader und Professor Michael Corsten mit Universitäten und Bibliotheken in Berlin und Rostock. Ein Ziel des gesamten Verbundprojekts ist es, die Erkenntnisse für Forschung und Lehre, für die politische Bildung als auch für Museen und Schulen aufzubereiten und das Wissen digital verfügbar zu machen. Darstellung des gesamten Verbundprojekts

„30 Jahre nach dem Mauerfall ist die Aufarbeitung nicht abgeschlossen, die damit verbundenen Themen müssen bearbeitet werden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader. Die Geschichte der DDR wirke auch 30 Jahre nach dem Mauerfall zum Beispiel in Biografien fort.

Im Verbundprojekt „Bildungs-Mythen über die DDR – eine Diktatur und ihr Nachleben“ arbeitet die Erziehungswissenschaftlerin der Universität Hildesheim  mit einem Team um Soziologieprofessor Michael Corsten, der Humboldt Universität zu Berlin, der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin und der Universität Rostock zusammen.

„Diese Forschung kann dazu beitragen, die unterschiedlichen Entwicklungspfade in den Bundesländern in Ost und West zu verstehen“, so Baader. Bisher liegen wenig vergleichende und vertiefende Untersuchungen zu den Inhalten der Kinder- und Jugendliteratur und den Schulbücher der DDR sowie den Mythen über das Bildungssystem der Diktatur vor.

Kindheit in der DDR: Bundesforschungsministerium unterstützt den Forschungsverbund zur DDR-Geschichte

Die Universität Hildesheim gehört zu jenen Hochschulen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt wurden, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der DDR und dem SED-Unrecht auszubauen. Insgesamt fördert das Ministerium 14 Forschungsverbünde in Deutschland. Viele der geförderten Hochschulen arbeiten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Gedenkstätten, Archiven und Einrichtungen der politischen Bildung zusammen. So sollen Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gebaut und die Forschungsergebnisse breiter in die Bevölkerung vermittelt werden. Der Förderzeitraum beträgt vier Jahre, von 2019 bis 2022.

„Dass wir zu den geförderten Universitäten gehören, die neue Perspektiven einnehmen, um die Geschichte der DDR zu erforschen, freut uns sehr. Wir arbeiten eng mit unseren Kooperationspartnern und –partnerinnen in Berlin und Rostock zusammen“, so Baader. Die Erziehungswissenschaftlerin hat sich auf die historische Bildungsforschung und Familien- sowie Kindheitsforschung spezialisert. Sie ist Sprecherin des Arbeitskreises „Historische Familienforschung“ in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

In dem Forschungsverbund arbeiten gleich zwei Hildesheimer Forschungsteams des Instituts für Erziehungswissenschaft und des Instituts für Soziologie in einem gemeinsamen Teilprojekt mit dem übergreifenden Titel „Konstruktionen von Kindheit in der DDR“ zusammen. Das Hildesheimer Teilprojekt gliedert sich wiederum in zwei Fallstudien.

Forschung in der Fallstudie: „Bilderwelten in Kinder- und Jugendliteratur und Schulbüchern der DDR“

Ein Forschungsteam um Professorin Meike Sophia Baader untersucht die Bilderwelten in der Kinder- und Jugendliteratur und in Schulbüchern der DDR, deren vollständige Bestände in der Staatsbibliothek Berlin und in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung vorhanden sind.

Je weiter der Mauerfall zurückliege, desto intensiver würden sich die Mythen über das Bildungssystem in der DDR verfestigen, so die Feststellung ihrer Arbeitsgruppe. „Ein Mythos ist zum Beispiel die Annahme, das Schulsystem sei in der DDR weniger selektiv und damit chancengerechter gewesen, oder die Vorstellung, es herrschte Gleichberechtigung in Bezug auf Herkunft, Geschlecht und Generationen“, sagt Meike Sophia Baader. Erstaunlicherweise hätten sich diese Sichtweisen mit wachsendem Abstand zur Wende tendenziell eher verschärft. Dass diejenigen, die nicht systemkonform waren, im Bildungssystem mit spezifischen Schwierigkeiten konfrontiert waren, wird bei dieser Mythenbildung übergangen.

Während das gesamte Verbundprojekt bislang nicht erschlossene Bild-, Text-, Ton-und Filmquellen auf emotional wirkmächtige mentale Bilder und Narrative über Bildung, Erziehung und Schule der DDR untersucht, analysiert Meike Baader zusammen mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Sandra Koch und Friederike Kroschel die Bilder und Texte in Kinder- und Jugendliteratur sowie in Schulbüchern der DDR. Von besonderem Interesse sind Familien- und Kindheitskonzepte, Generationen- und Geschlechterverhälnisse sowie Vorstellungen von Autorität und Agency.

Literatur und Lesepädagogik und damit Kinder- und Jugendbücher sowie Schulbücher hatten in der DDR einen hohen Stellenwert, da sie für die Herausbildung der „sozialistischen Persönlichkeit“ herangezogen wurden. Das Lesen von Kinder und Jugendliche wurde dabei besonders gefördert und honoriert. Die DDR hatte seit Ende der 1950er Jahre ein einheitliches Bildungssystem von der Krippe bis zur Hochschule. Oberstes Ziel der Bildung von Kindern war die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“. „Es gehörte zur Politik des Regimes, dass jedes Kind einen Bibliotheksausweis erhält, das Lesen wurde gefördert und die Buchbestände dokumentieren, welche Inhalte kommuniziert wurden“, so Koch. 14 Kinderbuchverlage publizierten in der DDR, mehr als 150 Autorinnen und Autoren schrieben Kinderliteratur, über 100 Illustratorinnen und Illustratoren produzierten Darstellungen. Etwa 80 % der Kinder hatte einen Bibliotheksausweis, im Schnitt haben Kinder 23 Bücher im Jahr ausgeliehen.

Welches Wissen wurde in den Büchern von Generation zu Generation weitergegeben? „Wir interessieren uns dafür, welches Wissen über das Aufwachsen in der DDR in den Büchern hervorgebracht wird und wie dieses im kommunikativen Gedächtnis tradiert wird.“  

Kinder- und Jugendbücher sowie Schulbücher sind Medien für Kinder – was darin an Inhalten transportiert wird mit denen Kinder aufwachsen, das untersucht diese  Hildesheimer Arbeitsgruppe in ihrer Fallstudie. Es handele sich um „Medien für Kinder, von Erwachsenen geschaffen, die mit Vorstellungen geschrieben wurden, was Kinder wie verstehen sollen“, so Sandra Koch. Der Zugang zu den vollständigen Sammlungsbeständen der Kinder- und Schulbücher der DDR sei eine hervorragende Grundlage für die Forschung. „Die gesamte Schulbuch- und Kinderliteratur steht uns zur Verfügung, von der Frühphase bis 1989, das sind enorme Bestände.“ Der gesamte Bestand der neueren deutschsprachigen Kinder- und Jugendbücher nach 1945 umfasst in der Staatsbibliothek Berlin etwa 69.000 Titel, darunter die Titel der DDR-Verlage vollständig. Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung enthält über 5000 Schulbücher seit 1945, die vom staatseigenen Verlag „Volk und Wissen“ verlegt wurden. Alle mussten vom Kultus- oder Bildungsministerium der DDR vor der Veröffentlichung abgesegnet werden.

Sowohl für die Analyse der Kinder- und Jugendbüchern als auch für die Analyse der Schulbücher müssen die Quellen zunächst systematisiert und kategorisiert werden, um dann eine begründete Auswahl für ihre Text- und Bilduntersuchung treffen zu können. „Gerade weil die Bücher in der DDR zur Herausbildung einer „sozialistischen Persönlichkeit“ beitragen sollten, haben diese eine hohe politische Bedeutung. Historisch interessant ist aber, welche Spielräume es möglicherweise doch gab, jedenfalls in der Kinderliteratur, obwohl die Inhalte staatlich gesteuert wurden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader. Beim Schulbuch hingegen stelle sich dies anders dar.  

Friederike Kroschel als Historikerin und Sandra Koch als Erziehungswissenschaftlerin ergänzen sich in ihren wissenschaftlichen Perspektiven und fokussieren sich vor diesem Hintergrund in besonderer Weise auf die visuellen Darstellungen in den Büchern. „Bilder und Illustrationen wirken unmittelbar als ein eigenes Genre und sie verraten möglicherweise einiges, was im Text nicht steht. So wird in einem Bild zum Beispiel offenbar, dass nicht alles gleichberechtigt zuging, etwa wenn Jungen mit Technik gezeigt werden und Mädchen am Rand des Bildes stehen“, sagt Kroschel.

Die Kinder- und Jugendliteratur sowie die Schulbücher sind eine gute Quelle, um etwas über die Herkunft bestimmter Narrative und Mythen zu erfahren. „Insgesamt gibt es an der Universität Hildesheim einige Projekte, die sich mit Kinder- und Jugendliteratur befassen, so dass sich daraus über die Fachbereiche hinweg ein interessanter Forschungsschwerpunkt ergeben könnte“, so Baader.

Forschung in der Fallstudie: „Mythen in erzählten Bildungs- und Kindheitserfahrungen in der DDR“

Es wird vielfach unterstellt, dass Geschichtsbewusstsein zur (Allgemein-)Bildung dazu gehört. Allerdings ist das Wissen über die Vergangenheit unserer Gesellschaft, gerade mit Blick auf die Entwicklungen der ehemaligen DDR, in der heutigen Gesellschaft recht heterogen. Doch woran liegt das?

Die Fallstudie „Mythen in erzählten Kindheits- und Bildungserfahrungen der DDR“ geht von der Annahme aus, dass Geschichtswissen Teil des individuellen und kollektiven Gedächtnisses von Menschen in einer Gesellschaft ist. Die damit einhergehenden Formen des Erinnerns sind schwierig; sie unterliegen je besonderen Perspektiven und Standorten. Nicht zuletzt werden sie zudem von biographischen Brüchen geprägt. Dies gilt insbesondere für Zeitzeug*innen, welche selbst in der DDR gelebt und das dortige Bildungssystem auf ihren eigenen Bildungswegen erfahren haben: „Was wird heute eigentlich noch erinnert an Bildungs- und Erziehungspraktiken? Was können Zeitzeug*innen berichten, wie erinnern sie sich an das Bildungswesen der DDR?“, fragt Professor Michael Corsten.

Das Wissen über Bildung und Kindheit in der DDR ist also unter anderem davon abhängig, ob jemand selbst in der DDR gelebt hat oder nicht, in welchem Alter und welchen geschichtlichen Phasen sie oder er dort mit den Institutionen des Bildungssystems, sei es Schule, Studium, Berufsausbildung oder Weiterbildung, in Berührung gekommen ist. Und sicher spielt es ebenfalls eine Rolle, welche (politische) Position ein Mensch in der DDR eingenommen hat, ob er zur Arbeiterschicht, zur sogenannten „Intelligenz“, zu den Kadern in Betrieben oder den Parteien zählte.

Im Rahmen der Fallstudie „Mythen in erzählten Kindheits- und Bildungserfahrungen der DDR“ untersuchen der Soziologe Prof. Dr. Corsten sowie die Sozial- und Organisationspädagogin Larissa Jafke biographische Interviews mit Zeitzeug*innen aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Hierbei kann im Kern auf einen Datensatz von 50 Personen zurückgegriffen werden, die zwischen 2001 und 2010 dreimal biographisch interviewt wurden. Darüber hinaus werden über Kooperationen mit weiteren Forschenden sowie mit dem Archiv „Deutsches Gedächtnis“ zusätzliche Interviewmaterialien ausgewertet. „So wird u.a. die interessante Möglichkeit eröffnet, auf Interviews zurückzugreifen, welche Ende der 1980er Jahre und somit noch während des Bestehens der DDR mit Zeitzeug*innen  geführt wurden“, so Jafke. Denn für das individuelle und kollektive Erinnern ist es ebenso wichtig, zu welchem Zeitpunkt sich Personen erinnern sowie, ob sich das Erinnern der Person im Laufe des eigenen Lebens verändert.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens ist jedoch zu berücksichtigen, dass Änderungen des Erinnerns noch nicht die Form des Mythos annehmen müssen. Das, was geschah, kann später in einem neuen Licht, vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen neu eingeschätzt und gewichtet werden. „Mythen sind daher aus unserer Sicht eher primäre Bilder der Geschichte, die sich individuell und kollektiv als selbstverständliches Wissen um die eigene Vergangenheit als Bedeutungen durchgesetzt haben und an die Menschen mehr oder weniger vorbewusst anknüpfen“, so Corsten.

Mythen können demnach ebenfalls eine Funktion für den eigenen Selbstentwurf einnehmen – ganz im Sinne des britischen Sozialhistorikers Paul Thompson: „The myths we live by“. Solche Mythen anhand der Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit dem Fokus auf Erfahrungen von Bildung und Kindheit herauszuarbeiten, stellt folglich die wesentliche Aufgabe der Fallstudie dar.

Die gesamten Erkenntnisse, Daten und Quellen beider Fallstudien sollen für Forschung, Lehre und Unterricht zugänglich gemacht werden

Aktuell befindet sich das Team noch in der anfänglichen Forschungsphase und befasst sich bisher primär mit den Interviewanfängen, bzw. mit den anfänglichen Selbsteinführungen der Interviewten. „Im Zuge dessen analysieren wir unter anderem, inwiefern und auf welche Weise sich hier bereits zu dem sozial historischen Kontext der DDR positioniert wird und was dies wiederum für die eigene Subjektivierung bedeutet“, fügt Jafke ergänzend hinzu.  

Die gesamten Erkenntnisse, Daten und Quellen beider Fallstudien sollen für Forschung, Lehre, Unterricht sowie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Online-Plattform sowie interaktive Formate wie virtuelle Ausstellungen oder Handapparate, angereichert mit didaktischen Konzepten für den Unterricht.

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news-17794 Thu, 07 Nov 2019 08:59:05 +0100 Professor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professor-fuer-systematische-theologie-antrittsvorlesung-von-rene-dausner/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. Zu den Forschungsschwerpunkten des 43-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur.

Nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik in Bonn und Jerusalem, folgten die Promotion zum Dr. theol. mit einer dogmatischen Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters. Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg.

2015 folgte die Habilitation zum Dr. theol. habil. an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“.

In der Lehrerausbildung befasst sich Professor René Dausner mit seinen Studierenden derzeit zum Beispiel mit dogmatischen Kernthemen, etwa mit Fragen nach Gott und dem Menschen, nach Jesus Christus und der Offenbarung, nach der Kirche und den Sakramenten sowie nach Tod und Auferstehung.

„Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie“

Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Als Dogmatiker und Fundamentaltheologe bin ich in entscheidender Weise für das Studium der künftigen katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Bistum Hildesheim mitverantwortlich. In einer Zeit, in der das Interesse an Religion in ihrer Diversität wächst, kommt der Theologie auch eine zentrale gesellschaftspolitische Relevanz zu, weil sie Impulse zu Toleranz und einem neuen Humanismus geben kann.“

Als „eine Stadt der Ökumene und der Kultur“ biete Hildesheim zudem Möglichkeiten, um den Dialog mit dem Judentum und dem Islam zu pflegen, was für seine theologische Arbeit von zentraler Bedeutung sei.

Professor René Dausner hofft nun, dass pünktlich zu seiner Antrittsvorlesung das neue Buch vorliegen wird, das er im Herder-Verlag unter dem Titel „Revisionen des Heiligen. Streitgespräche zur Gottesfrage“ im Deutschen herausgibt. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat.  

Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“

Am Mittwoch, 13. November 2019, gibt der Theologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. „Die Gottesfrage wird auch heute sehr intensiv gestellt; man denke etwa an so unterschiedliche, wenn auch nicht immer unumstrittene Autorinnen und Autoren wie Peter Handke, Sibylle Lewitscharoff oder auch an Hanns-Josef Ortheil und Daniel Kehlmann“, sagt René Dausner. „Was hier zur Sprache kommt, lässt sich mit Max Horkheimer als Sehnsucht nach dem ‚anderen‘, nach Transzendenz beschreiben – eine Sehnsucht, die für unser Bild vom Menschen neu zu denken gibt.“

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news-17779 Tue, 05 Nov 2019 13:22:04 +0100 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni-2/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 14. November 2019 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 14. November 2019, von 10:00 bis 12:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Monaten ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

Hier berichten zwei Mitarbeiterinnen, warum sie eine Teilnahme an der Begrüßungsveranstaltung empfehlen:

„Bei der Begrüßungsveranstaltung konnte ich gleich neue Kontakte finden. Der Empfang ist sehr herzlich“

Luzie J. Almenräder ist seit September 2018 Projektkoordination für das „Studieninformationsportal“ in der Zentralen Studienberatung (ZSB) der Universität Hildesheim. Warum sie an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet die Mitarbeiterin so:

„Die Willkommensveranstaltung kann ich jeder neuen Mitarbeiterin und jedem neuen Mitarbeiter empfehlen. Ich war letztes Jahr dabei und habe gleich neue Kontakte gefunden. Der Empfang war sehr herzlich!“

„Eine sehr gute Gelegenheit sowohl die Strukturen der Universität als auch die damit verbundenen Personen real kennen zu lernen“

Darina Hondong-Kulková arbeitet seit einem Jahr als Controllerin in der zentralen Wissenschaftsadministration der Stiftungsuniversität Hildesheim und ist vor allem mit dem Aufbau eines Data Warehouses als einem wichtigen Informationsinstrument des zentralen Berichtswesens betraut. Hier begründet die Mitarbeiterin, warum sie neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Für Neuzugänge in Hildesheim bietet die Einführungsveranstaltung eine sehr gute Gelegenheit sowohl die Strukturen der Universität als auch die damit verbundenen Personen real und in zeitnaher wie komprimierter Form kennen zu lernen. Der persönliche Bezug und die Möglichkeit zum Dialog sind eine wirkungsvolle Ergänzung zum digitalen Informationsangebot der Universität. Insbesondere für querschnittorientierte Aufgaben des Controllings, die in viele Funktionsbereiche und Institutionen der Universität hineinreichen, ist die Veranstaltung eine ideale Gelegenheit sich sowohl einen Überblick zu verschaffen als auch erste Kontakte in die verschiedensten Bereiche zu knüpfen. Für meinen Aufgabenbereich, der sowohl Informationen aus vielen Bereichen der Universität zusammenführen soll als auch bedarfsgerecht aufbereitete Informationen für unterschiedliche Adressaten bereitstellen wird, war die Einführungsveranstaltung ein sehr willkommener und guter Einstieg.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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Pressemeldungen
news-17778 Tue, 05 Nov 2019 11:15:31 +0100 Philosophiegeschichten: Arabische Philosophinnen der Gegenwart https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/philosophiegeschichten-arabische-philosophinnen-der-gegenwart/ Das Institut für Philosophie lädt zu 13 öffentlichen Vorträgen an der Universität Hildesheim ein. Bis Februar 2019 geben Philosophinnen und Philosophen unter anderem aus Beirut, Tunis, Rabat, Alexandria, Doha und Kairo einen Einblick in ihre gegenwärtige Arbeit. Die Vortragsreihe ist Teil des DFG-Forschungsprojekts „Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive“. „Die Zusammenstellung der arabischen Philosophinnen, die nach Hildesheim kommen und Einblicke in ihre Arbeit geben, ist ziemlich einmalig“, sagt Professor Rolf Elberfeld.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Sarhan Dhouib organisiert die Veranstaltungsreihe. „Das Kolloquium zur arabischen Philosophie versteht sich als ein philosophischer Beitrag zu der internationalen Debatte um die Philosophie in der nahöstlichen Moderne sowie zur Aktualität der Philosophiegeschichtsschreibung in globaler Perspektive“, sagt Sarhan Dhouib.

Die Vortragsreihe mit insgesamt 13 Veranstaltungen besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil sprechen bis Ende Dezember 2019 acht prominente Philosophinnen aus Algerien, Ägypten, Libanon, Marokko, Qatar und Tunesien über ihr philosophisches Profil. „Anstatt über arabische Philosophinnen zu sprechen, zielt das Kolloquium vor allem darauf, einen Raum zu schaffen, in dem arabische Philosophinnen zu Wort kommen und mit einem deutschen Fachpublikum in Austausch treten“, so Sarhan Dhouib.

Im zweiten Teil reflektieren im Januar und Februar 2020 Fachgäste über die Reichweite der arabischsprachigen Philosophiegeschichtsschreibung in globaler Perspektive. Dabei liegen die Schwerpunkte sowohl auf philosophiehistorischen als auch systematischen Themen.

Die Vorträge finden bis Februar 2019 jeweils am Donnerstagabend statt. Die Veranstaltung beginnt jeweils um 18:00 Uhr im Haus 50/202 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. Am 7. November 2019 spricht Prof. Dr. Pascale Lahoud (Antoine Universität, Beirut) über zeitgenössische Philosophie in Libanon. Französisch- und arabischsprachige Vorträge werden ins Deutsch übersetzt.

Programm der Vortragsreihe (PDF)
Arabische Philosophinnen der Gegenwart

DFG-Forschungsprojekt:

Die Vortragsreihe am Institut für Philosophie ist Teil des Forschungsprojekts „Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive“. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt erarbeitet ein siebenköpfiges Forschungsteam um Projektleiter Professor Rolf Elberfeld von 2019 bis 2024 die globalen Geschichten der Philosophie. Sie dokumentieren die philosophische Weltgeschichte als Verflechtungsgeschichte.

„In der Philosophie und ihrer Geschichtsschreibung besteht ein erheblicher Forschungs- und Innovationsbedarf. Es gilt daher heute, ein neues Bild von der Geschichte der Philosophie zu entwerfen, das zugleich auch zukünftige Formen des Philosophierens in globaler Perspektive ergebnisoffen vorbereitet“, sagt Rolf Elberfeld.

Das Forschungsteam analysiert unter anderem die bis heute fortwirkenden Ausschlussmechanismen, durch die die Philosophie in Europa Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr zu einem rein europäischen Projekt stilisiert wurde.

DFG-Forschungsprojekt
Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive

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news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

Es traten an:

  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
    Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

  • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
    Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

  • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
    Institut für Englische Sprache und Literatur

  • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
    Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

„Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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news-17849 Mon, 04 Nov 2019 12:14:00 +0100 Interreligiöse Studientage: Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/interreligioesen-studientage-ideen-fuer-die-praxis-des-interreligioesen-lernens-an-schulen/ Die interreligiösen Studientage stehen im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück. Angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen treffen sich, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen zu entwickeln. Ein Bericht von Dr. Michael Schober vom Institut für Katholische Theologie. Ganz im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück standen die interreligiösen Studientage vom 15. bis 17. Oktober 2019 im St. Jakobushaus, Goslar. Zum dritten Mal trafen sich dort angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an den Schulen zu entwickeln. Ziel ist, dann an den Schulen zusammenarbeiten und gemeinsame Aktionen durchzuführen.

„Diese Schwerpunktsetzung auf die Praxis des interreligiösen Lernens ist das Besondere an unseren Studientagen“, so Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin an der Akademie St. Jakobushaus, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Hakkı Arslan und Dr. Jörg Ballnus (Islamische Theologie, Osnabrück), Dr. Michael Schober (Katholische Theologie, Hildesheim) und Prof. Dr. Martin Schreiner und Victoria Kurth (Evangelische Theologie, Hildesheim) sowie Dr. Christiane Schubert und Simone Schardt vom Bistum Hildesheim entwickelt hatte. Unter dem Motto des Koranzitats „…damit ihr einander kennenlernt“ setzten sich die Studierenden nun drei Tage lang mit ihrer eigenen Religion und der „anderen“ Religion auseinander. Es wurden dabei Themen wie Sakralraumpädagogik, Gebet, Spiritualität und komparatives Lernen am Beispiel von Bibel und Koran für die Praxis im Religionsunterricht erarbeitet. Einladungen zum Gebet gehörten ebenso zum Programm wie eine von den Studierenden selbst gestaltete Kirchenführung und ein Moscheebesuch, bei dem die konkrete religiöse Praxis miterlebt werden konnte. Ferner wurden verschiedene Projekte des interreligiösen Dialogs vorgestellt. Auf besonderen Wunsch der letztjährigen Teilnehmer*innen war mit Helene Braun, Studentin am Abraham Geiger Kolleg, auch eine jüdische Referentin zu Gast, so dass zumindest für eine kurze Zeit alle drei großen abrahamischen Religionen zusammenkamen. Gerade angesichts des Terroranschlags von Halle war diese Form gelebter Normalität zwischen den Religionen ein wichtiges Zeichen.

Die Erfahrungen waren wie in den letzten Jahren wieder überaus positiv. So zeigten die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Sie machten deutlich, wie wichtig Räume des offenen, ehrlichen Austausches und Lernens sind. Oft sind es „wechselseitige Unsicherheiten“, die solche Begegnungen im Alltag nicht möglich machen.  In diesem Sinne leisten die Interreligiösen Studientage durchaus Pionierarbeit.

 

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news-17771 Fri, 01 Nov 2019 16:10:00 +0100 „Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei!“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informatik-da-bin-ich-auf-jeden-fall-dabei/ Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum haben in dieser Woche eine Informatikvorlesung in der Universität besucht. Die Elftklässlerin Dana Leonie sagt über das Angebot der Uni, in eine Vorlesung zu schnuppern: „Es ist wichtig, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“ Ein Dienstagmittag im Hörsaal 1 am Hauptcampus. Informatikprofessor Klaus Schmid beginnt die Vorlesung „Einführung in die Informatik“, dieses Mal befassen sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit den Grundlagen von Programmiersprachen wie Variablen und Anweisungen, Fallunterscheidungen und Schleifen. „Wie lassen sich Werte speichern? Wie können wir Verarbeitung beschreiben? Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es dazu?“, fragt Klaus Schmid seine Studierenden.

In den kommenden drei Jahren werden die Studentinnen und Studenten der verschiedenen Informatikstudiengänge Grundkonzepte der Informatik wie Modellierung und Programmierung, der Künstlichen Intelligenz und des Software Engineering erlernen. Sie werden lernen Softwaresysteme zu entwickeln und sich zum Beispiel mit Algorithmen, Datenstrukturen, intelligenten Informationssystemen oder Produktions- und Logistikmanagement befassen. Zu den Informatikstudiengängen der Universität zählen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Data Analytics“. Die Informatik an der Universität Hildesheim boomt, mittlerweile lernen fast 900 Studierende in diesen Studiengängen. Studienprogramme wie Data Analytics sind auch weltweit sehr gefragt und die Hildesheimer Studienplätze heiß begehrt.

Schülerin: „Ich finde Informatik cool und es ist eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird“

Inmitten der Studierenden sitzt die Schülerin Dana Leonie. „Ich finde Informatik cool und es ist auf jeden Fall eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird – Informatik ist also auch ein Job mit Perspektive“, sagt die 16-jährige. „Ich habe seit der 8. Klasse Informatik gewählt, weil ich mich sehr dafür interessiere und auch damit aufgewachsen bin, mein Vater Informatiker ist und er mir schon als Kind beigebracht hat, wie ich Datenbanken programmieren kann.“ Die Elftklässlerin wurde auf das Angebot der Universität Hildesheim aufmerksam, weil „eine E-Mail an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 geschickt wurde und ich dachte einfach: Hey, Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei! Denn wichtig ist, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“

Sie gehört zu einer Gruppe von Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum, die eine Informatikvorlesung im Hörsaal der Universität Hildesheim besucht.

Auch Elisa aus der 12. Klasse gehört zu den Jugendlichen, die im Hörsaal in der Einführungsvorlesung des Informatikers Klaus Schmid sitzt. „Ich bin im Hörsaal, weil Informatik sehr wichtig ist für die heutige Welt“, sagt die 17-Jährige. „Ich möchte nach der Schule Naturwissenschaften studieren oder ich überlege, ob ich vielleicht Informatik studiere. Das ist heute eine gute Chance, um die Uni von innen zu sehen.“

Die Initiative dazu kommt von dem Hildesheimer Unternehmer Frank Wuttke, der die Informatik- AG des Gymnasiums leitet, und Professor Klaus Schmid. Während eines Treffens des „Arbeitskreises Informationstechnologie“ entstand die Idee, Schülerinnen und Schüler in die Universität einzuladen „damit sie das Informatikstudium live erleben“, sagt Frank Wuttke. Informatik sei an den Schulen unterbesetzt, es gebe zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schülerinnen und Schüler für das Fach begeistern.

„Die Schülerinnen und Schüler können sich unmittelbar einen Eindruck verschaffen und erhalten einen realen Einblick in das IT-Studium“, sagt Professor Klaus Schmid. Schmid ist Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Der Informatiker ist Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Seit 2005 arbeitet die Forschungsgruppe „Software Systems Engineering“ an Methoden und Techniken, wie Software effizient und qualitativ hochwertig entwickelt werden kann und forscht dabei auch oft gemeinsam mit Unternehmen wie zum Beispiel Siemens und der Robert Bosch GmbH.

Das Angebot des Teams um Professor Klaus Schmid von der Universität Hildesheim besteht prinzipiell auch für andere Gymnasien. Interessierte Schulen erreichen Prof. Dr. Klaus Schmid per E-Mail unter schmid@sse.uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Informatikstudium an der Universität Hildesheim

Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Data Analytics“ aus. In Kooperation mit ausgewählten Unternehmen gibt es auch duale Studienangebote.

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studierenden bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

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news-17728 Tue, 29 Oct 2019 15:38:00 +0100 Studienergebnisse Sozialpsychologie: Macht Hunger egoistisch? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studienergebnisse-sozialpsychologie-macht-hunger-egoistisch/ Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune. Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. Zum Forschungsteam gehört Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie der Universität Hildesheim. Lesen Sie hier einen Artikel zur Studie: 
Does Hunger Make You Selfish?

Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune.  Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? Ist jemand, der hungrig ist, wirklich so sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, wie einige psychologische Studien und Befunde nahelegen?

In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. In zwei experimentellen Studien im Labor wurden die Versuchsteilnehmer angewiesen, mindestens 12 Stunden vor Beginn der Studie nichts zu essen, d.h. die Versuchsteilnehmer kamen sehr hungrig und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in das Labor. Dort erhielt die eine Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Kontrollgruppe – etwas zu essen um eine schnelle Sättigung und einen hohen Blutzuckerspiegel zu erzeugen (zum Beispiel zwei Becher Schokopudding). Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Experimentalgruppe – blieb für den weiteren Versuch hungrig.

Im Folgenden erhielten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben. Deren Ziel: herauszufinden, ob die Teilnehmer sich dabei egoistisch verhielten. Bei einigen dieser Aufgaben bekamen sie beispielsweise einen Geldbetrag (zum Beispiel 10€) und konnten diesen zwischen sich und anderen Versuchsteilnehmern aufteilen. Bei anderen Aufgaben ging es darum, sich kooperativ zu verhalten, um dann gemeinsam einen höheren Gewinn zu erzielen. Bei einigen Aufgaben gab es zudem die Möglichkeit, egoistisches Verhalten der anderen Versuchsteilnehmer zu bestrafen.

Die Erwartung des Forscherteams war, dass Hunger egoistisches Verhalten begünstigt. Das Forscherteam fand allerdings keine belastbaren Belege für egoistischeres Verhalten von hungrigen im Vergleich zu satten Versuchsteilnehmern: Hunger führte nicht zu gesteigertem Egoismus.

In einer weiteren Studie wollte das Forscherteam herausfinden, ob sich die egoistischen Tendenzen eher finden lassen, wenn nicht Geld, sondern Essen aufgeteilt werden sollte. Hierfür bauten die Forscher einen Stand vor der Mensa der Uni Gießen auf und ließen Studierende, die entweder gerade in die Mensa gingen (also hungrig waren) und Studierende, die aus der Mensa kamen (also satt waren), Geld oder Essen (kleine Päckchen mit Studentenfutter) aufteilen. Wie in den anderen Studien fanden sich keine Belege dafür, dass Hunger egoistischer macht und zwar unabhängig davon, ob Geld oder Essen aufgeteilt wurde.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass, obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, diese sich oft nicht im Verhalten niederschlagen. Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden.“ fasst Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Studienreihe zusammen.  

Dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen trotzdem weit verbreitet ist, zeigen die Autoren in einer weiteren Studie. Da dieser aber offensichtlich unzutreffend ist, stellt sich die Frage woher diese Überzeugung kommt. Ein weiterer Autor der Studie, Paul van Lange, Professor für Psychologie an der VU Amsterdam, meint hierzu: „Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen. Offenbar gehen Menschen davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das ‚wahre ich‘ gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nichtzutreffend ist.“

Mehr Informationen zur Studie: 

Hunger Does not always Undermine Prosociality. 
In: Nature Communications 
Authors: Jan Häusser (Justus-Liebig University Giessen), Christina Stahlecker (Justus-Liebig University Giessen), Andreas Mojzisch (University of Hildesheim), Johannes Leder (University of Bamberg), Paul A. M. Van Lange (VU Amsterdam), Nadira Faber (Universities of Exeter and Oxford)

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news-17554 Sat, 26 Oct 2019 10:23:00 +0200 40 Jahre Kulturwissenschaften in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/40-jahre-kulturwissenschaften-in-hildesheim-1/ MIT BILDERGALERIE: Die Hildesheimer Kulturwissenschaften feiern ihr 40-jähriges Bestehen. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gegangen und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Studieninteressierte können zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen. 40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim: 24. bis 26. Oktober 2019
Website zum Jubiläum u.a. mit Bildergalerie, Historie und Programm

Dankesrede von Prof. i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Hier lesen die Rede von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich:
Grußwort anlässlich des 40 jährigen Bestehens
Kulturwissenschaftlicher Studiengänge an der Universität Hildesheim [PDF]

Die Universität Hildesheim begeht das 40-jährige Jubiläum der Hildesheimer Kulturwissenschaften mit einem Jubiläumsfestakt am 25. Oktober 2019. Der Festakt ist öffentlich und eingebunden in eine Jubiläumswoche. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation bietet ein vielfältiges Programm mit etwa 30 Veranstaltungen aus allen künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Lesungen und Autorengespräche, Künstlerinnengespräche, Paneldiskussionen, Vorträge, Workshops, Konzerte, Filmvorführungen, Theateraufführungen sowie Ausstellungen. 

Im Wintersemester 1979/80 nahm die erste Generation der Kulturstudentinnen und Kulturstudenten ihr Studium in Hildesheim auf. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit der Hildesheimer Kulturwissenschaften prägen. Heute können Studieninteressierte zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Hildesheimer Kulturwissenschaften dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich „allen sehr herzlich, die an diesem akademischen Werk, das als Kulturpädagogik begann, mitgewirkt haben, die es vor vierzig Jahren aufbauten und die es heute im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation mit einem differenzierten Studienangebot und mit einem eigenen Kulturcampus auf der Domäne Marienburg weiter entwickeln“.

„Die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie und ästhetischer Praxis ist eine Hildesheimer Traditionslinie. Wir haben seit der Gründerzeit 1979 den Anspruch, Wissenschaft phantasievoll und die Künste reflektiert zu betrachten“, so der Dekan Professor Stefan Krankenhagen. Eine aktuelle Aufgabe in Forschung und Lehre sei es, auf Digitalität und Diversität zu reagieren. Der Kulturwissenschaftler ist Absolvent der Hildesheimer Kulturpädagogik, nach einem internationalen Werdegang forscht und lehrt Krankenhagen heute als Professor für Kulturwissenschaften und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim und ist Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs.

Ein Beleg für die bedeutsame Arbeit ist etwa das neue DFG-Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als eines von nur zwei geisteswissenschaftlichen Kollegs bundesweit jüngst bewilligt wurde. Der Dekan dankte in seiner Rede den Wegbereitern des Studiengangs und allen Kolleginnen und Kollegen aus den Instituten und erinnerte an die im März verstorbene Professorin Geesche Wartemann, „die wir sehr vermissen“. 

Oberbürgermeister Ingo Meyer verdeutlichte während des Festaktes: „Hier wird nicht nur Kultur gelehrt, sondern auch Kultur gemacht. Ein großer Teil des kulturellen Lebens in Hildesheim hat seinen Ursprung in der Universität. Der Fachbereich trägt dazu bei, dass Hildesheim immer spannender wird.“

In seiner Festrede wies Olaf Kröck, Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen und Absolvent aus Hildesheim, darauf hin, dass Hildesheim „ein Ausbildungsort ist, der eine Rolle spielt in Kunsttheorie und Kunstpraxis, ein Ort, der Forschergeist, präzise Beobachtungsgabe und Diskursfähigkeit schult“. Kongenial sei es gewesen, so Olaf Kröck, dass die Populäre Kultur wie auch die Kulturpolitik in die Ausbildung integriert wurde.

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende in Hildesheim mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander. Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen Lehrenden und Studierenden als Laboratorien, in denen sie gemeinsam Wissen experimentell erweitern. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Verleihung der Würde eines Ehrensenators: Dramaturg und Theaterwissenschaftler Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Die Universität Hildesheim verleiht dem Literatur- und Theaterwissenschaftler, Dramaturgen und Regisseur Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. 28 Jahre lang hat der Theaterwissenschaftler die Entwicklung des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs begleitet.

Aufgrund seiner besonderen Leistungen für die Wissenschaft und die Universität Hildesheim und seine herausragenden Verdienste in der Forschung sowie um den Aufbau eines in Deutschland einmaligen Studienangebots in den Kulturwissenschaften verleiht die Universität Hildesheim Professor Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. Der Senat entschied einstimmig, die Verleihung erfolgt am Freitag, 25. Oktober 2019, im Rahmen des Festaktes „40 Jahre Kulturwissenschaften“ im Audimax der Universität Hildesheim.

„Prof. Kurzenberger zählt zu den herausragenden Führungspersönlichkeiten, ohne die es die Universität Hildesheim nicht gäbe“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Der engagierte Einsatz des Dramaturgen haben wichtige Entwicklungsschritte der Universität und des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation" ermöglicht. Heute lernen etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in Hildesheim.

„Mein Herz ist bewegt“, so Hajo Kurzenberger. „Die Hildesheimer Absolventinnen und Absolventen bereichern die Kulturlandschaft. Das Spektrum der Künste hat sich im Laufe der Jahre geweitet. Der Campus lebt vom lebendigen Geist der jungen Kunstproduzentinnen und Kunstproduzenten und von den Wechselbeziehungen.“

Hajo Kurzenberger, 1944 in Bruchsal geboren, hat Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin studiert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für deutsche Literaturwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Trier tätig.

Von 1981 bis 2009 forschte und lehrte Hajo Kurzenberger als Professor in der Kulturpädagogik und den folgenden kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim. Davor und dazwischen war er als Dramaturg und Regisseur an den Stadt- und Staatstheatern in Mannheim, Heidelberg, Basel, Berlin, Zürich, Hamburg, Hildesheim, Wien, St. Gallen, Liechtenstein und Dresden aktiv. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Aufführungsanalyse, der Kollektiven Kreativität, im Theater des 20. Jahrhunderts, im Chorischen Theater und in partizipativen Theaterformen mit Bürgerbeteiligung.

Professor Hajo Kurzenberger hat den Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis" maßgeblich mit aufgebaut und geprägt. So entstanden unter seiner Anleitung zahlreiche große Theaterprojekte in Theorie und Praxis. Kurzenberger bildete namhafte Theaterschaffende und Theaterwissenschaftlerinnen und Theaterwissenschaftler aus, unter ihnen die Regisseure Sebastian Nübling und Albrecht Hirche, den Dramaturgen Jens Hillje sowie Prof. Dr. Siemke Böhnisch  (Professorin für Darstellendes  Spiel, Universität Agder, Kristiansand, Norwegen) und Prof. Dr. David Rösner (Professor für Theatermusikwissenschaft, LMU München).

Aus dem Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten:

Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen mit dem studentischen Festival „State of the Art“ (16. bis 19. Oktober 2019). Das Studierenden-Festival aktuelle und ehemalige Produktionen; organisiert vom „State of the Art“ und „ab.hier.kultur“. Außerdem stellt das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ seine Forschungsvorhaben vor. In verschiedenen Formaten werden während der Jubiläumsfeierlichkeiten aktuelle und ehemalige Lehrende wie Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften Aufführungen, Workshops, Diskussionen und Ausstellungen vorstellen.

Ein großer Festakt mit Empfang erinnert am 25. Oktober 2019, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim an den Beginn der Hildesheimer Kulturwissenschaften (mit anschließendem Empfang, Schmaus und abendlichem Fest in der Kulturfabrik Löseke mit Kuwi-Bands und Kuwi-Djs). Und es findet ein großes Alumni-Treffen mit Workshops und Vorträgen vieler ehemaliger Studentinnen und Studenten statt.

Am 26. Oktober 2019 läuft abschließend eine Veranstaltung in der Literaturkirche St. Jakobi. Diskutiert wird über Transformationen und die Frage, wie die Kulturinstitutionen der Zukunft aussehen und welche Ausbildung sie brauchen.

Weitere Veranstaltungen während der Jubiläumswoche sind zum Beispiel:

  • In Zukunft lektorieren: Gespräch über weitreichende strukturelle und mediale Veränderungen im Buchmarkt
  • Hildesheimer Wege zwischen Theatermusik und Musiktheater
  • Philosophie in den Medien
  • Konsumkultur. Eine Standortbestimmung
  • Große Erwartungen: Was das Projektsemester war, ist und sein kann
  • Underdocs – die Gegenwart des Dokumentarfilms
  • Ästhetische Praxis: Ein Graduiertenkolleg stellt sich vor
  • Transformationen. Wie sehen die Kulturinstitutionen der Zukunft aus? Und welche Ausbildung brauchen sie?

Weitere Informationen

Einblicke in die Hildesheimer Kulturwissenschaften

1300 Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet lernen auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg

Seit seinem Beginn im Wintersemester 1979/80 hat der damals als „Kulturpädagogik“ eingeführte Modellstudiengang konsequent auf die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Disziplinen und auf die Spannung von Theorie und Praxis gesetzt. „Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit des Fachbereichs prägen“, wie es der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen formuliert, „ob in den Diplomstudiengängen der Anfangszeit oder in den aktuellen neun Bachelor- und Masterstudiengängen“.

Die Universität Hildesheim bildet in den Kulturwissenschaften etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg aus. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ verbindet Theorie und Praxis und ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1979  für Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung qualifiziert. Auf dem Kulturcampus arbeiten rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Künstlerische Praxis ist Teil der Forschung und Lehre

Künstlerische Praxis ist auf dem Kulturcampus ein wesentlicher Bestandteil von Forschung und Lehre. Im Burgtheater wechseln Lehrende und Studierende zum Beispiel zwischen Bühne, Seminarraum, Büro und Bibliothek – Kern des Komplexes ist ein 200 m² großer Theaterraum mit moderner Bühnentechnik. Das erste Mal entstand bundesweit ein theaterwissenschaftliches Forschungsgebäude mit Bühne und Lager. Der Bühnenraum kann nach allen Seiten geöffnet werden.

„Die Theaterbühne ist unser Forschungsgerät, unsere Bühne ist ein Labor. Künstlerische Praxis ist auf unserem Campus zentral. Wir forschen nicht nur über kulturelle Praxis, sondern machen kulturelle Praxis als integralen Bestandteil von Forschung und Lehre“, sagt der Theaterwissenschaftler Professor Jens Roselt.

Ästhetische Praxis erforschen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen auf dem Kulturcampus die Öffnung der traditionellen Künste in den Lebensalltag, in außereuropäische Praktiken und in die Pop- und Konsumkultur. Im Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ wird dieser Ansatz aktuell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 3,4 Millionen Euro gefördert.

Die Doktorandinnen und Doktoranden aus Philosophie und Soziologie sowie der Kunst-, Literatur-, Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft untersuchen in den nächsten fünf Jahren etwa Probenprozesse im Theater, Schreibräume in der Literatur, Strategien musikalischen Denkens und Verfahren der Popularisierung. Im Rahmen des Jubiläums präsentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 24. und 25. Oktober ihre Forschungsprojekte erstmals der Hochschulöffentlichkeit.

Weitere Forschungsschwerpunkte der Hildesheimer Kulturwissenschaften sind etwa in der „Forschungsstelle Konsumkultur“ und dem „Bilddidaktischen Forschungsstudio“ gebündelt. Letzteres untersucht, in Zusammenarbeit mit Schulen der Region, wie Kinder über Bilder sprechen und Bilder produzieren. Die „Forschungsstelle Konsumkultur“ verfolgt seit 2017 eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf Theorie, Geschichte und Ästhetik des modernen Massenkonsums.

Bundesweit bekannt ist auch der Forschungsschwerpunkt zur interkulturellen Philosophie, der die Vielfalt der Denktraditionen weltweit sichtbar macht und den europäisch zentrierten Blick in der Geschichtsschreibung hinterfragt. Bis 2024 schreiben Hildesheimer Philosophen eine global orientierte Philosophiegeschichte. Die DFG fördert diese innovative Forschung mit 1,25 Millionen Euro.

Am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) wiederum untersucht ein Forschungsteam mit internationalen Partnern den Einfluss der Künste auf gesellschaftliche Entwicklungsprozesse.

Bundesweit einmalig – Forschung und Lehre auf einer denkmalgeschützten 650 Jahre alten Burganlage

Die ältesten Teile der Burganlage, der Burgturm und das „Hohe Haus“, wurden 1346 von Bischof Heinrich III. erbaut. Zerstörung und Umnutzung gehören zur 650 Jahre alten Geschichte der Wasserburg: die Gebäude haben Kriege und Sturmschäden erlebt, wurden zum landwirtschaftlichen Betrieb und zur Konserven- und Eisfabrik umgebaut. Der Kulturcampus ist ein Beispiel für den Erhalt und die zeitgemäße Nutzung historischer Bauten; die denkmalgeschützte Burganlage wurde für den Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ saniert und erweitert.

Wer Fragen zu dem Festakt und den Jubiläumsfeierlichkeiten in Hildesheim hat, erreicht den Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen unter stefan.krankenhagen@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim, Isa Lange (05121 883 90100 und 0177 8605905, presse@uni-hildesheim.de).

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news-17613 Mon, 21 Oct 2019 11:51:00 +0200 Nachwuchstalente fördern: Endspurt für die neue Kampagne „Bildung stiften 111+“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nachwuchstalente-foerdern-endspurt-fuer-die-neue-kampagne-bildung-stiften-111/ Die Universität Hildesheim unterstützt Studentinnen und Studenten mit Stipendien auf ihren Bildungswegen. „Wir benötigen dazu die Hilfe aus der Gesellschaft“, sagt Markus Langer von der Universitätsförderung und hofft auf weitere Spenderinnen und Spender, die ein Deutschlandstipendium stiften. Noch bis Ende November 2019 können Privatpersonen und Unternehmen aus der Region ein Stipendium stiften. Die bisherige Resonanz ist großartig: Erstmals hat das Team des Friend- & Fundraising 111 Stipendien einwerben können. Nun sucht die Universität 10 weitere Stifterinnen und Stifter eines Deutschlandstipendiums. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 leistungsstarke Studentinnen und Studenten an der Universität Hildesheim gefördert. Das Prinzip ist einfach: Das Deutschlandstipendium setzt sich aus einer Spende in Höhe von 1.800 Euro und einem staatlichen Zuschuss in gleicher Höhe zusammen, wodurch die Studierenden einen Gesamtbetrag von 3.600 Euro erhalten. Dieser wird in monatlichen Raten von 300 Euro für das jeweilige Studienjahr ausgezahlt.

111 Stipendien: „Das ist ein starkes Zeichen der Hildesheimer Bürgergesellschaft“

„Im Studienjahr 2019/20 erreichen wir erstmals das Ziel, 111 Stipendien einzuwerben. Das ist ein starkes Zeichen der Hildesheimer Bürgergesellschaft. Ohne die Bürgerinnen und Bürger wäre das nicht möglich“, sagt Markus Langer. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Professor Martin Schreiner in Hildesheim 2017 ins Leben gerufen haben und die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurde.

Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und regionalen Unternehmen und Stiftungen wird durch die anwachsende Zahl der Deutschlandstipendien eindrücklich dokumentiert: Waren es 2011 nur 23 Stipendien, 2014 dann 54 Stipendien, so konnten im Vorjahr bereits 96 Stipendien vergeben werden. Aktuell liegt die Zahl im Jahr 2019 bei 111 eingeworbenen Stipendien.

Aber die Universität Hildesheim könnte in diesem Jahr sogar mehr als die bereits eingeworbenen 111 Deutschlandstipendien vergeben. Und damit geht es für Markus Langer und Professor Martin Schreiner in diesen Wochen in den Endspurt. Die Kampagne lief in den letzten Wochen so erfolgreich, dass die ursprüngliche Kampagne einen neuen Namen braucht. „Bildung Stiften 111+“ heißt sie nun, denn die Universität könnte insgesamt 121 Stipendien vergeben und sucht nun 10 weitere Stifterinnen und Stifter.

Es liegen bereits 300 herausragende Bewerbungen von Studentinnen und Studenten aus allen Fachbereichen – von den Erziehungswissenschaften, über die Kultur- und Sprachwissenschaften bis zu Informatik und Naturwissenschaften – für das Stipendienprogramm vor, berichtet Markus Langer.

„Bis Ende November 2019 können wir noch Studierende in das Programm nachrücken lassen und so lange werden mein Team und ich alles tun, was in unseren Kräften steht, um so viele Stipendien wie möglich realisieren zu können“, sagt Markus Langer. „Wir benötigen die Hilfe aus der Gesellschaft in Form von Spenden.“

„Sie können jungen Talenten Bildungschancen eröffnen“

Auch Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, wendet sich mit einem Appell an die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in der Region: „Sie können jungen Talenten Bildungschancen eröffnen. Sie unterstützen mit Ihrer Spende junge Menschen bei ihrer Ausbildung und leisten so einen Beitrag zu einer gebildeten und handlungsfähigen Gesellschaft“, so Schreiner.

Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Spenderinnen und Spendern. Im Januar 2020 werden dann alle Stipendiatinnen und Stipendiaten und stifterinnen und Stifter zu einer großen Feierstunde zusammenkommen.

Wer Interesse daran hat, Bildung zu stiften, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden. Die Spende ist steuerlich abzugsfähig.

Mehr Informationen unter www.uni-hildesheim.de/deutschlandstipendium und www.bildung-stiften.de.

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news-17614 Thu, 17 Oct 2019 12:53:30 +0200 Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz: Antrittsvorlesung von Johannes Metz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/juniorprofessor-fuer-vegetationsoekologie-und-naturschutz-antrittsvorlesung-von-johannes-metz/ Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Der Ökologe Johannes Metz erforscht die Artenvielfalt. Er forscht und lehrt als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim Lesetipp: Ein Interview mit Johannes Metz
lesen Sie im Universitätsjournal DIE RELATION
„Wir verlieren auf der Erde Arten – und zwar rasant“

Als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz forscht und lehrt Johannes Metz seit November 2018 am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim. Metz befasst sich mit Artenvielfalt, mit Veränderungen in der Gemeinschaftsstruktur und dem Vorkommen von Arten.

Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Warum eigentlich? Und was geschieht, wenn diese Grundlage unter veränderte Bedingungen gerät? In seiner Antrittsvorlesung schlägt Johannes Metz einen Bogen von der Bedeutung der Pflanzen allgemein hin zu zwei speziellen Aspekten seiner eigenen Forschung. Der erste Fokus wird dabei auf Ökosystemen des Nahen Ostens liegen. Dort bietet ein starker, natürlicher Klimagradient außergewöhnlich gute Bedingungen, um das Anpassungspotential von Pflanzen an verschiedene Klimate zu untersuchen – aber auch dessen Grenzen. Der zweite Fokus behandelt Auswirkungen von Umweltveränderungen auf regionale Vegetation. Am Beispiel heimischer Orchideen wird Johannes Metz erläutern, dass in Zeiten des Klimawandels der großflächige Schutz naturnaher Habitate unverzichtbar für den Erhalt von Biodiversität ist.

Wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen

Der Ökologe untersucht in seiner Forschung zum Beispiel, wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen und wie unverzichtbar deren Vielfalt ist.

„Wir haben auf der Erde noch nicht alle Arten beschrieben. Aber das ist ein gesichertes Faktum: Leider verlieren wir Arten auf der Erde, und zwar rasant. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, die es zusammen schwieriger für die Arten machen, zu überleben: Habitate werden zerstört. Die Landwirtschaft nimmt etwa zwei Drittel der Fläche Deutschlands ein und wird immer stärker intensiviert. Das heißt, wir haben nur noch ein Drittel mehr oder weniger naturnahe Flächen. Darüber hinaus werden diese Habitate sehr stark verändert, es werden Schadstoffe eingetragen, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abgase und Mikroplastik. Durch Eutrophierung verändern wir die Nährstoffbedingungen. Dies verändert das feine, dynamische Gleichgewicht, in dem Arten bisher in ihrem Ökosystem koexistierten. Viele Arten sind nicht angepasst an so hohe Nährstoffkonzentrationen, weil sie in den letzten Millionen von Jahren keine Stickstoff- und Phosphatdüngung erlebt haben. Und die wenigen Arten, die mit solchen hohen Konzentrationen klarkommen, dominieren diese Ökosysteme. So wachsen dann eben mehr Knaulgras und Scharfer Hahnenfuß aber kaum noch Orchideen oder Schlüsselblumen“, sagt Metz.

Johannes Metz hat Biologie und Geographie an den Universitäten Freiburg und Leipzig studiert. Er unterrichtete als Referendar die Fächer Geographie und Biologie am Carl-von-Bach Gymnasium bei Chemnitz. Seine Doktorarbeit zum Thema „The sensitivity of Eastern Mediterranean plant communities to variations in rainfall and their vulnerability to global climate change“ führte ihn an die Universitäten in Tübingen und Jerusalem. Johannes Metz war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter für Plant Ecology & Nature Conservation in Tübingen und später in Potsdam, wo er 2018 bis zu seinem Ruf nach Hildesheim auch die Professur für Spezielle Botanik und Biodiversitätsforschug vertrat.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 23. Oktober 2019, gibt der Ökologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ökologie der Pflanzen: Die Grundlage des Lebens in der veränderten Welt“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 2 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Kurz erklärt:

Umweltwissenschaft und Naturschutz in Hildesheim

Ein Team aus Geographie und Biologie bildet an der Universität Hildesheim Umwelt-Fachleute in den Studiengängen „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ (Master of Science) sowie „Umweltsicherung“ (Bachelor of Science) aus. Den Bachelor haben seit 2007 rund 450 Studierende studiert, den Master seit 2014 etwa 100 Studierende. Die Studentinnen und Studenten befassen sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

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news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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news-17461 Fri, 11 Oct 2019 09:39:00 +0200 Informationskompetenz ist eine Schlüsselqualifikation der digitalen Gesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informationskompetenz-als-schluesselqualifikation-der-digitalen-gesellschaft/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim informiert Bürger während einer öffentlichen kostenfreien Tagung über Informationskompetenz und Demokratie. Sie wollen über Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung diskutieren. Die öffentliche Tagung „Informationskompetenz und Demokratie“ findet am 18. und 19. Oktober 2019 statt. Eine Teilnahme ist noch möglich! Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger in der Region, um mit ihnen über den Umgang mit Informationen zu sprechen und sich mit ihnen über die Bedeutung von Informationskompetenz im digitalen Zeitalter auszutauschen.

Die Welt wird informativ verbundener und dichter – Professor Joachim Griesbaum erforscht an der Universität Hildesheim unser Informationsverhalten in der vernetzten Welt. Professor Thomas Mandl erforscht die Algorithmen der Suchmaschinen. Wie glaubwürdig und zuverlässig sind die gefunden Informationen im Netz? Von der Sprachwissenschaft ist Professorin Elke Montanari dabei. Daphné Cetta ist neu im Forschungsteam, sie hat gerade ihr Masterstudium „Internationales Informationsmanagement“ mit dem Schwerpunkt Informationswissenschaft an der Universität Hildesheim abgeschlossen und arbeitet nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Hildesheim.

Im Gespräch erläutert das Forschungsteam, warum Informationskompetenz für die Demokratie bedeutsam ist.

Nehmen Sie Teil an der Debatte:
Informationskompetenz und Demokratie

Interview mit Informationswissenschaftlerin Daphné Cetta, Professor Joachim Griesbaum, Professorin Elke Montanari und Professor Thomas Mandl

Informationen zu suchen und Informationen zu finden fällt heute sehr leicht. Sie stoßen an der Universität Hildesheim eine Debatte über Informationskompetenz und Demokratie an (Programm). Warum machen Sie das?

Griesbaum: Unsere Informationswelt wird komplexer. Die meisten Nutzerinnen und Nutzer stellen sich die Informationsversorgung einfacher vor als sie ist. Da sind wir auch naiv. In der Auseinandersetzung mit Informationen geht es um zutiefst relevante Kernbereiche des Lebens, zum Beispiel um medizinische Informationssuche, um wirtschaftliche Entscheidungen, die Unternehmen aufgrund von Informationen treffen, um politische Positionen.

Mandl: Die Vielfalt der Systeme, die eine Person nutzt, nimmt zu, sowohl privat als auch im Beruf. In dieser individuellen Informationsumgebung gibt es Plattformen mit sehr unterschiedlicher Qualität. Dies sollte den Nutzern immer bewusst sein.

Wie kann ich denn prüfen, ob eine Information stimmt? Wie kann ich mir sicher sein, ob das so ist, was ich da gerade im Netz lese?

Griesbaum: Man kann überlegen, wie glaubwürdig eine Aussage, eine Quelle ist. Hierzu wäre zu fragen. Wie ist das Wissen entstanden, wer sind die Akteure, die die Information veröffentlichen? Man muss differenzieren. Bei einfachen Informationsbedarfen etwa, wenn ich Google nach der Länge der Donau frage, ist es in der Regel sinnvoll den Aufwand der Suche und Überprüfung gering zu halten. Wenn ich aber nach komplexeren Fragestellungen, etwa aktuellen Therapien im Bereich Demenz oder Früherkennung suche, dann sollte ich sorgsam suchen und die Ergebnisse prüfen: Wer stellt die Information bereit – ein Gesundheitsamt, eine Person in einem Forum, eine Krankenkasse? Man sollte in solchen Fällen, in denen der Sucherfolg schwer zu beurteilen ist auch nicht beim ersten Eintrag der Suchmaschine aufhören, sondern schauen, was es noch gibt.

Mandl: Ein Qualitätskriterium wäre, ob eine Information mehrfach von unterschiedlichen Quellen bestätigt werden kann. Und man sollte erkennen, dass unterschiedliche Meinungen diskutiert werden.

Cetta: Die Welt ist komplex. Es gibt nicht immer eine einfache Antwort auf jede Frage.

Griesbaum: Man muss sich bewusst sein, dass Wissen nicht etwas Absolutes ist, Wissen ändert sich. Wissen hat eine Begründbarkeit und der kann man auf den Grund gehen.

Wie ist das bei Informationen, die gesellschaftliche, politische Fragen betreffen?

Griesbaum: Im politischen Bereich geht es oft um normative Sichtweisen.

Mandl: Auch hier gilt es, nach dem Absender der Information zu suchen. Man sollte beispielsweise erkennen, ob eine Information zum Klimawandel von der Kohleindustrie stammt. Man sollte erkennen, welche Interessen hinter den Informationen stehen und die Quellen kritisch hinterfragen.

Griesbaum: Man muss aber auch vertrauen – ich sehe ja keinen Klimawandel, ich kann die wissenschaftlichen Informationen als Laie nicht nachprüfen. Da muss ich entscheiden – wem vertraue ich? Dass es den Klimawandel gibt, ist wenig zweifelhaft und von Studien belegt. Aber unklar ist: Was ist dann die Lösung? Die meisten politischen Parteien sagen, wir müssen etwas tun, aber sie arbeiten mit unterschiedlichen Gewichtungen, berücksichtigen etwa soziale Dimensionen unterschiedlich. Wenn ich mich für eine Position entscheide, dann muss ich erkennen: Auch andere Positionen sind begründbar. Wir sollten weg von der Polarisierung und unsere Argumente in der Gesellschaft austauschen.

Sie verbinden die Debatte über mangelnde Informationskompetenz mit der Demokratie. Was beobachten Sie?

Griesbaum: Die gesellschaftlichen Diskurse scheinen sich zu polarisieren. Unser Anliegen ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, den Diskursraum nicht zu verengen und als Nutzer bereit zu sein anzuerkennen, dass es begründbare Gegenpositionen gibt. Wir möchten mit unserem Projekt eine Plattform schaffen, einen Wissensraum, der zum Nachdenken anregt. Wissen ist nicht etwas Absolutes, es gibt eine multidimensionale Sicht auf die Dinge.

Cetta: Im Oktober organisieren wir in Hildesheim die erste Tagung im Rahmen des Projekts und regen Bürger dazu an, sich anschließend auch an Online-Diskussionen zu beteiligen. Wir möchten den Diskurs vorantreiben, ein Bewusstsein für Probleme schaffen und Lösungsansätze entwickeln. Unsere Debatte betrifft unmittelbar die Lebenswelt jedes Netznutzers.

Montanari: Demokratie ist direkt bedroht, wenn die freie Information nicht mehr funktioniert. Und das passiert ganz schnell, wenn zum Beispiel fast nur noch eine Suchmaschine von allen genutzt wird, und dann nur die ersten Treffer gelesen werden. Es gibt dann zwar eigentlich viele Informationen, aber wenn vor allem nur wenige davon immer wieder geteilt werden, ist die Gefahr von Fehlinformation doch wieder groß.

Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert Ihren „Zukunftsdiskurs“. In der Projektbeschreibung verdeutlichen Sie, dass das Thema „Informationskompetenz und Demokratie“, der immer müheloser werdende Informationszugriff und der kritische Umgang mit Wissen zu den kritischen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts gehören.

Mandl: Der Wissensraum wird komplexer, wir sehen die Gefahr von Vereinfachungen. In der Vielfalt von Informationszugängen und Informationsquellen muss man es schaffen, sich zu orientieren. Wir können in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz ein Teil des Ganzen ist, nicht mehr unterscheiden, ob ein Text von einer Maschine oder einem Menschen geschrieben wurde. Es gibt gefälschte Videos, mit deren Hilfe man Personen beliebigen Text in den Mund legen kann. Auch Laien auf dem Gebiet der KI sollten sich klar darüber sein, was möglich ist. Wichtig ist es also, kritisch mit der Information umzugehen. Die von Algorithmen gesteuerte Bereitstellung von Informationen ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Montanari: Das ist gerade für Studierende und für Schülerinnen und Schüler wichtig zu reflektieren! Damit nicht alles geglaubt wird, was sich im Internet befindet.

Sie plädieren dafür, den Zweifel zu pflegen, nicht gutgläubig einer Information blind zu vertrauen?

Mandl: Man muss sich fragen: Kann das so stimmen? Finde ich andere Quellen, die das bestätigen? In Ländern mit restriktiv reguliertem Internetzugang etwa in der Türkei und in China ist dies noch schwieriger. Die politischen Eingriffe in die Informationsgesellschaft sind dort stärker und sehr tiefgreifend.

Sie beziehen in dem Projekt und in der Tagung im Oktober auch die internationale Perspektive ein, etwa Forschungsarbeiten aus Venezuela und der Türkei sowie USA und China. Was sind hier bedeutsame Erkenntnisse, die Sie teilen möchten?

Mandl: In vielen Ländern sind derzeit Diskussionen über die Steuerung des Informationsangebots auf der Basis politischer Interessen entbrannt, seien es die Übernahmen Saudi-Arabiens im britischen Zeitungsmarkt, die Einflussnahme Russlands über Facebook-Werbung im US Wahlkampf oder die Anstrengungen Venezuelas, in der aktuellen Krise die Diskussionen online zu unterdrücken. Diese internationale Dimension möchte das Projekt in der zweiten Phase auch in den Blick nehmen.

Was ist Ihr Appell an die Nutzerinnen und Nutzer?

Griesbaum: Es ist wichtig, sich zu überlegen, wann und wie weit man dem jeweiligen Informationssystem vertrauen kann. Man muss die Informationswelt ansatzweise verstehen. Vor allem in Bezug darauf wie Wissen entsteht, sich verbreitet und wahrgenommen wird. Von wem und auf welche Weise werden etwa Nachrichtenmeldungen generiert? Werden diese geprüft? Wo werden diese platziert? Was liegt dem Prozess zugrunde, welche Ziele verfolgen die Erschaffer und Verbreiter?  Es ist nicht einfach, diese Strukturen zu verstehen und das nimmt uns Macht weg als Individuen. Wenn ich ein System nicht durchschaue, kann ich darin auch nicht souverän agieren. Das Fatale ist, wenn die Nutzerinnen und Nutzer für dieses Problem kein Bewusstsein haben.

Mandl: Viele Nutzer im Internet können gar nicht zwischen Information und Werbung unterscheiden. Das war im Fernsehen noch anders, wo deutlich gekennzeichnet wird: jetzt kommt der Werbeblock.

Cetta: Es ist wichtig, dass man sensibel wird und erkennt, von wo Informationen kommen. Ich habe heute mühelosen Zugang zu Informationen aber muss auch die Kehrseite kennen und Informationen einschätzen können. Gerade junge Leute wachsen in die digitale Welt hinein. Unsere Aufgabe als Gesellschaft besteht darin ihnen bewusst zu machen, dass man nicht allem blauäugig vertrauen kann.  Dies ist einer der Gründe warum wir Bürger einladen, mit uns über Informationskompetenz zu diskutieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Was bedeutet Informationskompetenz?

Kurz erklärt:

Zukunftsdiskurs an Universität Hildesheim: „Informationskompetenz und Demokratie“

Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung / Wissenschaftsministerium fördert Debatte an Uni Hildesheim

Das Institut für Informationsmanagement und Sprachwissenschaft und das Institut für Sprache und Literatur der Universität Hildesheim laden zur Tagung „Informationskompetenz und Demokratie“ ein. Die öffentliche Veranstaltung findet am Freitag, 18. Oktober 2019, ab 12:00 Uhr, und Samstag, 19. Oktober 2019, ab 09:00 Uhr statt am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Forum am Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Informationen zu suchen und zu finden fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen. Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und -bereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie“ will das Problem für Niedersachsen stärker bewusst machen. Es soll in der Öffentlichkeit diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht werden. Es gilt, das Thema in der Fachwelt und der Öffentlichkeit als kritische Fragestellung des 21. Jahrhunderts zu positionieren. Hierzu bringt das Forschungsteam unterschiedliche Akteursgruppen zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen.

Während der zweitägigen Veranstaltung beantworten unter anderem Lisa Merten (Leibniz-Institut für Medienforschung Hans-Bredow-Institut), Prof. Dr. Joachim Griesbaum (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Thomas Mandl (Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Elke Montanari (Universität Hildesheim) Fragen zum Thema Informationskompetenz. Es gibt zum Beispiel Vorträge zu den Themen „Informationsraum Internet: komplex, interessengesteuert, intransparent“, „Alles anders durch Google und Facebook? Praktiken, Prinzipien und Paradoxien der informationsorientierten Mediennutzung online“ und „Nachrichtenbezogenes und medienbezogenes Informationsverhalten und Informationskompetenz“.

Das Projekt wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab.

Das Thema „Informationskompetenz“ ist für jeden interessant, gerade auch für die Bürger sowohl auf privater, professioneller Ebene als auch im öffentlichen Bereich, etwa wenn es um die Steuerung und Gestaltung der Informationsnutzung und -versorgung zu politischen Themen geht.

Das Projekt bringt Akteure aus Wissenschaft, Bibliothekare, Politik, Wirtschaft, Bürger, Lehrende und Lernende zusammen und bezieht deren Problemwahrnehmung und auch Sichtweisen zu Lösungsansätzen ein. Eine Anmeldung ist erforderlich, wer teilnehmen möchte, kann sich via E-Mail (infodem@uni-hildesheim.de) anmelden.

SAVE THE DATE:

Außerdem wird das Forschungsteam die Ringvorlesung „Digitale Lebenswelten“ unter dem Motto „(Des)Informieren? Informationsverhalten zwischen externer Beeinflussung, individueller Aufwandsvermeidung und gelebter Informationskompetenz“ die Ringvorlesung im Wintersemester 2019/20 fortsetzen. Die erste Vorlesung findet am 19.11.2019 zum Thema „Die Bewertung von Quellen bei der Suche nach Gesundheitsinformation im Web“ (Dr. Yvonne Kammerer, Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen) statt.

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news-17553 Fri, 11 Oct 2019 08:05:00 +0200 Anfahrt zur Universität: Parken am Hauptcampus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/anfahrt-zur-universitaet-parken-am-hauptcampus-3/ Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird dringend gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung. Rettungswege oder Zufahrtsstraßen durch unsachgemäßes Parken zu blockieren, ist verantwortungslos und fahrlässig. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner. Mit dem Semesterticket können Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, die Busse der Linie 1 und 4 halten vor der Uni. Bitte nutzen Sie die kostenfreien Parkplätze
vor der Sportanlage Marienburger Höhe!

Anfahrtskizze Parkplätze (PDF)

Viele ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Familien und Berufstätige wohnen im umliegenden Stadtgebiet des Hauptcampus. Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und auch die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung (Anfahrtskizze Parkplätze PDF).

„Die Parkplätze vor der Bezirkssportanlage können kostenfrei genutzt werden, in etwa vier Minuten können Studierende und Lehrende so zu Fuß die Uni erreichen. Ich möchte Sie bitten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen", sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Stiftungsuniversität Hildesheim.

„Leider wird zu wenig Gebrauch gemacht von den freien Parkplätzen wenige Meter vom Hauptcampus entfernt bei der Bezirkssportanlage. Stattdessen werden Parkmöglichkeiten im Wohngebiet hinter der Universität genutzt. Einfahrten zum Alten- und Pflegeheim, die unbedingt für Krankenwagen und Feuerwehr freigehalten werden müssen, werden häufig blockiert. Dadurch werden Leben gefährdet. Vor privaten Garageneinfahrten wird wild geparkt. Das alles sind nicht nur Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, es ist auch ein besonders rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Anwohnern. Ich bitte alle Mitglieder der Universität eindringlich, auf die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen und nur ausgewiesene Parkplätze zu nutzen“, so der Appell des Universitätspräsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Am Hauptcampus gibt es zudem Fahrradstellflächen vor der Universitätsbibliothek, am Forum und am Audimax. Die Busse der Linie 1 und 4 halten unmittelbar vor der Hochschule (Haltestelle „Universität") und können kostenfrei mit dem Semesterticket genutzt werden.

Hier finden Sie Informationen rund um den Semesterstart und die Immatrikulationsfeier.

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Pressemeldungen
news-17552 Wed, 09 Oct 2019 17:41:00 +0200 Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für Medienübersetzerin Valeria Matteini https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/preis-des-deutschen-akademischen-austauschdienstes-fuer-medienuebersetzerin-valeria-matteini/ Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Für ihre herausragenden Leistungen erhält die italienische Medienübersetzerin den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit. Zum Semesterstart wird der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes verliehen. Den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis erhält die Hildesheimer Medienübersetzerin Valeria Matteini. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim ab. Sie engagiert sich für Inklusion und barrierefreie Kommunikation, engagiert sich seit vielen Jahren sozial und interkulturell und unterstützt internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim.

Der Universitätspräsident und das Team des International Office überreichen den DAAD-Preis am Montag, 14. Oktober 2019 während der Immatrikulationsfeier/Semestereröffnung im Audimax der Universität Hildesheim.

Die 25-jährige Valeria Matteini ist in Sezze in Italien geboren und im italienischen San Felice Circeo aufgewachsen. Nach ihrem Bachelorabschluss in Rom in Übersetzung und Dolmetschen zog sie zum Masterstudium nach Hildesheim. An der Universität Hildesheim studiert die Übersetzerin derzeit „Medientext und Medienübersetzung“, sie spezialisiert sich auf Übersetzung und Barrierefreiheit und weist „ausgezeichnete Studienleistungen“ nach.

Die diesjährige DAAD-Preisträgerin Valeria Matteini gehört zu einem Team um Professorin Nathalie Mälzer, die sich am Bühler-Campus der Universität Hildesheim mit dem Abbau von Kommunikationsbarrieren befassen. Die Medienlinguisten und Medienlinguistinnen produzieren derzeit zum Beispiel Übertitel für das Theater, damit schwerhörige und gehörlose Menschen das Bühnengeschehen verfolgen können. Dabei setzen sie neue Technologien ein, über sogenannte „Smartglasses“ können die Theaterbesucher die Theaterproduktion mit virtuellen Übertiteln verfolgen.

Mehr erfahren:
Studie: Smartglasses projizieren virtuelle Übertitel im Bühnengeschehen

Interview mit der Studentin Valeria Matteini

Frau Matteini, Sie werden mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Ich freue mich natürlich sehr darüber. Diese Auszeichnung bedeutet mir viel, weil dadurch meine Anstrengungen im Studium anerkannt wurden und es motiviert mich, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Dafür bin ich besonders Frau Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation dankbar, die mich der Kommission für diesen Preis vorgeschlagen hat.

Sie studieren „Medientext und Medienübersetzen“. Bitte erklären Sie einmal für Laien, was Medientexte, was Medienübersetzung ist, warum ist das wichtig in der Gesellschaft? Wer profitiert davon zum Beispiel?

Im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“ beschäftigen wir uns mit der Übersetzung von Texten, die über alle Medien hinweg – zum Beispiel Bücher, Fernsehen, Radio, Theater – übermittelt werden. Unser Fokus liegt darauf, solche Texte für alle Nutzer zugänglich zu machen, etwa wenn bestimmte sprachliche Kenntnisse fehlen – wegen einer Fremdsprache – oder bei sonstigen zum Beispiel physischen oder geistigen Beeinträchtigungen, die den Zugang zu den Texten erschweren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir einen Film in derselben Sprache für eine hörgeschädigte Person übersetzen.

Als junge Nachwuchswissenschaftlerin befassen Sie sich mit barrierefreier Kommunikation und Inklusion, zum Beispiel mit „Nachrichten in leichter Sprache“ und mit „inklusivem Theater“, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen.

Beim Projekt „Inklusives Theater“ fassen wir Untertitel zusammen für ein Theaterstück, welches in diesem Winter im Theater in Hildesheim inszeniert wird. Diese Untertitel stehen für Hörgeschädigte zur Verfügung und werden über besondere Brillen, sogenannte Smartglasses, gezeigt. Ein Teil der Gruppe beschäftigt sich dann mit der empirischen Studie, der Rest – unter anderen auch ich – produziert die Untertitel.

Im Wintersemester unterstützen Sie als „Buddy“ ehrenamtlich internationale Studentinnen und Studenten. Wie unterstützen Sie die internationalen Studierenden, die unter anderem aus Mexiko, Spanien, Russland, Pakistan oder Japan kommen, beim Ankommen in Hildesheim?

Als „Buddy“ und als ehemalige Erasmus-Studentin in Hildesheim ist meine Hauptsorge, dass ausländische Studierende mit dem deutschen Bildungssystem und der deutschen Kultur nicht zurechtkommen. Vieles was wir als selbstverständlich ansehen, ist vielleicht ungewöhnlich für diejenigen, die neu hierher kommen. Ich erinnere mich noch daran, als ich das erste Mal vom Flaschenpfand gehört habe: anstatt eine Plastikflasche wegzuschmeißen, kann ich sie zurück zum Laden bringen... sowas war für mich komplett neu. Ich unterstütze gerne Erasmus-Studierende in ihrem alltäglichen Leben und in der Uni und ich mag es, während eines Spaziergangs Sitten und Gebräuche der Stadt zu zeigen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17123 Wed, 02 Oct 2019 10:00:00 +0200 Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann treffen Sebastian Thrun im Silicon Valley https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/maren-stadtlaender-und-thorsten-schoormann-treffen-sebastian-thrun-im-silicon-valley/ Mit dem Sebastian-Thrun-Preis für besonders herrausragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik werden Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann ausgezeichnet. Nun sind beide in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. „Als Wirtschaftsinformatikerin sitze ich an einer Schnittstelle, rede mit den Informatikern wie mit den BWLern, mit den Experten aus der Data Analytics und Künstlichen Intelligenz wie mit den Fachleuten für Umweltsicherung. Das ist in Hildesheim ein inspirierendes Umfeld, wo man so viele Nischen betreten kann“, sagt Maren Stadtländer über ihre Arbeit an der Universität Hildesheim.

Und nun trifft sie auf Sebastian Thrun, den weltweit hoch geschätzten Informatiker. „Es ist spannend, in wie vielen verschiedenen Projekten Sebastian Thrun involviert war, ob in die Entstehung von Google Glasses oder die Kartographie für Google Maps oder eine neue Lehrplattform für die Informatik“, sagt Stadtländer.

„Sebastian Thrun ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration“

Bis Mitte Oktober 2019 ist die Informatikerin gemeinsam mit ihrem Kollegen Thorsten Schoormann in den USA bei Sebastian Thrun. Die Forschungsreise ist Teil des „Sebastian-Thrun-Preises“ der Universität Hildesheim. Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann forschen in der Arbeitsgruppe des Wirtschaftsinformatikers Professor Ralf Knackstedt und befassen sich mit nachhaltigen Geschäftsmodellen.

„Ich hoffe, von seinen Erfahrungen mit Start-Ups zu lernen. Es ist spannend, dass jemand wie Sebastian Thrun aus Hildesheim kommt, hier an der Universität Informatik studiert hat – er ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration. Ich hoffe, dass ich mit vielen Impulsen aus dem Silicon Valley nach Hildesheim zurückkehren werde“, sagt Thorsten Schoormann.

Nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln

Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann haben beide in Hildesheim ihr Bachelor- und Masterstudium „Wirtschaftsinformatik“ absolviert und wollen mit ihrer Forschung am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik nun die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle vorantreiben.

Die 27-jährige Maren Stadtländer ist seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Ich untersuche, wie Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen berücksichtigt und in der Lehre an die nächste Generation der Studierenden oder in Schulen weitergegeben werden kann.“

In den Unternehmen seien ökologische Aspekte, wie Ressourcen- und Energieeinsparung, aber auch soziale Aspekte, wie ein positiver Einfluss auf die Gesellschaft, immer stärker in den Fokus gerückt, auch weil es den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. „Geschäftsmodelle, die stark im Kommen sind, sind beispielsweise Sharing-Modelle, bei denen die Ressourcen nicht mehr einer Person privat gehören, sondern geteilt werden, etwa ein Auto oder Wohnraum“, so Stadtländer. Erste Forschungsergebnisse für die Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle konnte sie bereits im Frühjahr auf der gößten deutschsprachigen Konferenz der Wirtschaftsinformatik in Siegen vorstellen.

Der 32-jährige Thorsten Schoormann arbeit seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität, derzeit im „Innovationsverbund SmartHybrid“. Er befasst sich in der Forschung mit der Analyse von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen und wie dieses softwarebasiert umgesetzt werden können. „Wie kann ein Softwarewerkzeug aussehen, das Leute dabei unterstützt, während des Erstellens eines Geschäftsmodells über die ökologischen und sozialen, und nicht nur die ökonomischen, Fragen nachzudenken? Daran baue ich“, sagt der Wirtschaftsinformatiker.

„Man kann groß denken und versuchen, neue Geschäftsmodelle zu bauen, aber man kann auch in bestehenden nachsteuern. Wer ein Geschäftsmodell weiterentwickeln möchte, steht zunächst beispielsweise vor der Frage: Was sind die Kernressourcen, die es braucht, damit das Geschäftsmodell funktioniert? Sind etwa erneuerbare Rohstoffe vorhanden? Während man das Geschäftsmodell visualisiert, kann man Denkprozesse in Gang setzen wie zum Beispiel: ‚Denk‘ doch einmal nach, das sind deine derzeit verwendeten Rohstoffe – aber es gibt hier eine Liste mit nachhaltigen Alternativen.‘ Checklisten machen auf ökologische Aspekte aufmerksam“, so Schoormann.

Das Softwaretool, an dem er derzeit arbeitet, soll Unternehmen unterstützen, solche Fragen nach Nachhaltigkeit zu stellen, „damit man sich Gedanken macht, was verbessert werden muss“. Das Werkzeug ist ein Forschungsprototyp, den Thorsten Schoormann in der IT-Lehre bereits einsetzt. „Studierende modellieren damit Geschäftsmodelle“, so der Wirtschaftsinformatiker. Auch wenn es kein Geschäftsmodell gibt, das die komplexen und multikriteriellen Anforderungen der Nachhaltigkeit vollumfänglich erfüllt, ist die gezielte Reflektion elementarer Aspekte auf Kunden- und Anbieterseite wertvoll.

„Es gibt viele Pioniere, die darüber nachdenken, wie man die Welt ein Stück weit besser machen kann, etwa die Schülerbewegungen und Demonstrationen wie ‚Fridays for Future‘, die wir gerade erleben. Die Leute haben ein Bewusstsein dafür, dass etwas geändert werden muss, dass wir nicht auf Kosten des Planeten so weiterleben können wie bisher. Mit unserer Arbeit möchten wir ihnen ein paar Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie über bestimmte Dinge nachdenken können. Der erste Schritt ist häufig, zu visualisieren und dadurch zu sensibilisieren: Hier ist etwas schlecht – okay, wie funktioniert es besser?“ Impulse für die weitere Arbeit erhoffen sie sich nun von der Forschungsreise ins Silicon Valley.

Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim ist „ein wichtiger Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität Hildesheim bereits alles geleistet wird“

Dass die Universität Hildesheim ein Zentrum für Digitalen Wandel/Center for Digital Change aufgebaut hat, hält Thorsten Schoormann für einen wichtigen Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität bereits alles geleistet wird.

„Wir haben viele Felder und extrem spannende Lehrstühle in Hildesheim, ob Data Analytics oder Software Engineering, Computerlinguistik oder Sprachanalyse. Als Wirtschaftsinformatiker arbeite ich disziplinübergreifend, deshalb ist es genau richtig, dass Politikwissenschaft, Kultur- und Erziehungswissenschaft in dem Zentrum für Digitalen Wandel gemeinsam mit den naturwissenschaftlich-technischen Fächern zusammenarbeiten. Es gibt viele, die sich bereiterklären, und an diesem gemeinsamen Prozess, Digitalisierung zu erforschen, mitwirken“, sagt Thorsten Schoormann.

Maren Stadtländer ergänzt: „Digitalisierung bricht überall in die Gesellschaft ein, es ist wichtig, dass an der Universität geisteswissenschaftliche und technische Fächer zusammenarbeiten und zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer die Kompetenzen vermittelt bekommen. Wir sind eine der ersten Universitäten, die Informatik-lehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen gezielt ausbildet. Und ich finde es wirklich positiv, welche Entwicklungen im Bereich der Internatio-nalisierung an der Universität zu beobachten sind. Data Analytics ist etwa inzwischen eine Anlaufstelle für Leute aus der ganzen Welt geworden, ein unglaublich diverser Studiengang. Hildesheim ist nicht die größte Stadt – aber es ist wichtig, sich zu positionieren und zu zeigen, was hier bereits geleistet wird.“

Kurz erklärt:

Sebastian Thrun

Sebastian Thrun hat an der Universität Hildesheim von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik studiert, in Bonn promoviert und wechselte dann in die Vereinigten Staaten. Er war Assistenzprofessor für Informatik an der Carnegie Mellon University und leitete als Research Professor an der Stanford University den Bereich Künstliche Intelligenz.

Thrun erforscht lernfähige Robotiksysteme, die sich selbstständig bewegen können. Er ist Erfinder des selbstfahrenden Autos und leitete verschiedene Projekte im geheimen Forschungslabor „Google X“, darunter „Google Glass“, und schuf die technischen Grundlagen für „Google StreetView“. Parallel dazu gründete Thrun die Internet-Universität „Udacity“ und hat seitdem sein Ziel auf die Demokratisierung von weiterführender Bildung ausgerichtet. Die Kurse über Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinelles Lernen erreichen derzeit neun Millionen Menschen.

IT-Studium an der Universität Hildesheim

Insgesamt studieren an der Universität Hildesheim derzeit über 850 IT-Studentinnen und IT-Studenten (Stand Sommersemester 2019). Die Universität bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ sowie im „Lehramt Informatik“ aus.

Eine überwältigende Nachfrage verzeichnet seit 2016 „Data Analytics“. Für dieses erste vollständig englischsprachige Studienprogramm der Universität Hildesheim haben sich zum Wintersemester über 2000 Studieninteressierte aus der ganzen Welt beworben. Hildesheim hat dabei das bundesweit größte Programm für Data Analytics mit derzeit 165 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern.

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news-17462 Wed, 25 Sep 2019 08:41:13 +0200 Rechtspsychologie: „Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/rechtspsychologie-das-grosse-ziel-ist-kriminalitaet-zu-verhindern/ Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die ersten Masterstudierenden schließen ihr Studium 2019 ab und beginnen mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug. In dieser Woche tagen etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die erste Bilanz ist sehr positiv: „Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studentinnen und Studenten auf große Resonanz stößt“, sagt Professor Klaus-Peter Dahle.

Studentinnen und Studenten spezialisieren sich in Hildesheim auf Rechtspsychologie. Die erste Kohorte von Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen schließt das Masterstudium 2019 ab und beginnt mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug.

Der Rechtspsychologe Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt seit zwei Jahren an der Universität Hildesheim. Zuvor war er außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin und hauptberuflich als Wissenschaftler am Institut für Forensische Psychiatrie an der Charité tätig.

Ende September 2019 tagen Fachleute in Hildesheim, um neueste rechtspsychologische Erkenntnisse auszutauschen. Die Universität Hildesheim erwartet anlässlich der 18. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim. Die Fachtagung vom 26. bis 28. September 2019 ist nicht öffentlich.

Programm der Tagung

Informationen zum Masterstudium

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Professor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

Die Forschungsschwerpunkte von Professor Klaus-Peter Dahle liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität. Im Interview spricht Klaus-Peter Dahle über die rechtspsychologische Forschung und Lehre in Hildesheim.

Herr Professor Dahle, Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet werden während der Hildesheimer Tagung Erkenntnisse über „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“ vorstellen. Warum ist diese Forschung notwendig?

Diese Tagung ist eine regelmäßig stattfindende Konferenz der Fachgruppe Rechtspsychologie in der psychologischen wissenschaftlichen Community. In diesem Jahr ist die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum das Motto der Tagung. Der Hintergrund für dieses Tagungsmotto ist ein Verbund von einigen Wissenschaftlern aus Niedersachsen, die sich seit einiger Zeit regelmäßig treffen, um ein Programm für eine erneuerte Vollzugsforschung zu entwickeln. Wir schlagen vor, dass es sinnvoll sein könnte, einen etwas anderen Blick auf die Vollzugsanstalt zu werfen, als es im Moment der Fall ist.

Nehmen wir die Justizvollzugsanstalt als Beispiel und lassen den Maßregelvollzug einmal außen vor: Seitdem es Gefängnisse gibt, hat das Gefängnis ja den Auftrag, Gefangene zu resozialisieren. Vor rund 450 Jahren, als die ersten Strafvollzugseinrichtungen entstanden, ist diese Resozialisierungsidee gleich mit geboren. Das war zunächst der Gedanke, Gefangene zu Zucht, Ordnung und Gottesfürchtigkeit zu erziehen, aber es hat sich mittlerweile gewandelt in Richtung eines Behandlungsvollzuges. Das heißt, seit den 1960er Jahren versucht man verstärkt, auch therapeutische Mittel im Vollzug einzusetzen.

Das Ziel ist, dass eine Gesellschaft friedlich und sicher zusammenlebt?

Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern. Daraus ergibt sich an die Justizvollzugsanstalt der Auftrag: Tu etwas, damit der Strafgefangene hinterher nicht wieder straffällig wird und sich resozialisieren kann. Dem Erziehungsgedanken und dem Behandlungsgedanken ist beiden gemein, dass es um ein Ziel geht, das ich von außen an den Strafgefangenen herantrage.

Mit diesem Gedanken erreicht man auch eine Reihe von Strafgefangenen, aber immer wieder einige auch nicht. Einige gehen in diesem Konzept verloren. Die Idee, die wir in der niedersächsischen Gruppe verfolgen, ist es deshalb, zu untersuchen, welche Veränderungsprozesse, welche Entwicklungsprozesse im Vollzug passieren – unter diesen speziellen Rahmenbedingungen bei dieser speziellen Klientel – und wie man vielleicht Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsmöglichkeiten gezielter in den Blick nehmen kann.

Jemand hat eine Straftat begangen, wurde verurteilt und ist nun Strafgefangener. Welche Entwicklungsprozesse sind das, die dann folgen?

Der Vollzug trifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, meistens sind es Männer, zu 95 %. Es kann ein junger Mann sein, der gerade an der Schwelle zum Jugendalter steht, 14 Jahre ist das strafrechtliche Eintrittsalter. Und wenn ich in die Einrichtungen für Sicherungsverwahrte blicke, habe ich ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Das heißt, die Strafgefangenen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Die Strafhaft selbst ist eine Intervention, damit muss man sich als Strafgefangener auseinandersetzen: Wenn ich in der Justizvollzugsanstalt bin, muss ich die Regeln einhalten. Da gibt es dann unterschiedliche Anforderungen, die auf mich einströmen, an die ich mich anpassen muss – einerseits das Sicherheitsregime der JVA und die Erwartung, dass man Behandlungsangebote mitmachen sollte und mitarbeiten soll am Vollzugsziel der Resozialisierung.

Und dann haben wir auf der anderen Seite eine Subkultur von Strafgefangenen, die sich nicht ausgesucht haben, da miteinander zu leben, aber die auf ziemlich engem Raum fast alles miteinander teilen – die Wohnsituation, die Arbeitssituation, die Freizeitsituation, immer die gleichen Menschen, und das mit einer Selektion von eher schwierigen Menschen.

An diese Situation muss sich der Strafgefangene anpassen und wie jede Anforderung bietet auch diese ein Stück weit eine Chance. Das ist für viele nicht einfach, aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die es schafft, allein durch diese Erfahrung einen Weg, den sie bis dahin genommen haben, zu verlassen. Das sind nicht so viele, die das alleine schaffen. Aber da gilt es zu prüfen: Was genau passiert mit diesen rund 11%, die diesen Weg gehen? Wir versuchen gerade, einen Forschungsrahmen zu bilden, der diese Prozesse in den Blick nehmen will. Wir blicken dabei auf Veränderungsprozesse unter einer entwicklungspsychologischen Perspektive, anstatt alleine mit den Ansätzen der klinischen und der pädagogischen Psychologie zu arbeiten. Der entwicklungspsychologische Ansatz scheint uns offener und voraussetzungsärmer; er beschreibt, wie Veränderung überhaupt stattfindet und was sie ausmacht.

Aber die Tagung wird sich nicht nur um das Tagungsmotto drehen, sondern stellt ein Forum dar, in dem sich alle Teildisziplinen der Rechtspsychologie austauschen.

Wie gehen Sie in Ihrer Forschung und Lehre vor? In der Lehrerausbildung arbeitet die Universität Hildesheim eng mit Schulen zusammen und Studierende sammeln Praxiserfahrungen im Klassenzimmer, in den Kulturwissenschaften erarbeiten Studierende Theorien und entwickeln gleichzeitig künstlerische Praxis und in den Informatikstudiengängen sind Studierende in Unternehmen und sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft. Ich kann mir das ungemein komplexer vorstellen, wenn Sie im Feld der Kriminalität arbeiten, da es Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten gibt und wir im Alltag keine Berührungspunkte mit Gefängnissen haben.

Ich habe viele Leiter der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und Maßregelkliniken besucht, um den direkten Kontakt herzustellen – sie haben mich bislang mit offenen Armen empfangen. Niedersachsen ist als Flächenland leider weit größer als Berlin, ich habe noch nicht alle Einrichtungen geschafft. Ich war aber in den JVAen in Hannover, Hameln, Oldenburg und natürlich Hildesheim und in den Maßregelvollzugskliniken in Moringen, Hildesheim und Bad Rehburg. Es geht mir dabei darum, dass ich die einzelnen Einrichtungen und deren Möglichkeiten kennenlerne und auch die Forschungsinteressen der Einrichtungen auslote. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die im Strafvollzug arbeiten und auch an Wissenschaft interessiert sind, vielleicht promovieren wollen?

Und es geht um die Voraussetzungen für die Lehre, also um Praktikumsmöglichkeiten für unsere Studentinnen und Studenten der Rechtspsychologie. Mit den genannten Einrichtungen haben wir Exkursionen organisiert, so dass jeder Studierende die Chance hat, eine Justizvollzugsanstalt, aber auch eine forensische Klinik von innen zu sehen. Und wir laden Kolleginnen und Kollegen in die Lehre ein, wo sie aus der Praxis berichten, aber auch Fragen der Studierenden beantworten; zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in diesen Beruf.

Was sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Rechtspsychologie in Hildesheim?

In Berlin leite ich noch ein größeres Projekt, in dem die Behandlungseinrichtungen im Justizvollzug evaluiert werden, darunter die sozialtherapeutischen Anstalten und eine Einrichtung für Sicherungsverwahrte. Da untersuchen wir recht breit die Veränderungsprozesse der dort behandelten Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten im Behandlungsverlauf. Mit welchen Konzepten und Ressourcen arbeiten die Einrichtungen und gelingt es tatsächlich, dass was sie sich konzeptuell vornehmen, auch in die Praxis umzusetzen? Was haben die Behandler an kriminaltherapeutischen Methoden gelernt, wie arbeiten sie und wie erleben sie sich als Behandlungsteam? Wir gucken uns aber auch die Klienten genau an, was sind das für Menschen, wie alt sind sie, weswegen sind sie da, welches Risikoprofil und welche motivationalen Voraussetzungen bringen sie mit? Wir begleiten die Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten dann durch den Behandlungsprozess und untersuchen Veränderungen im Risikoprofil, aber auch in weiteren Merkmalen, wie dem Selbstkonzept oder der Motivation bis zur Entlassung – und schließlich: in welches Feld werden sie entlassen? Wir versuchen sie danach über die Bewährungshilfe in ihren Reintegrationsprozess zu begleiten und werden später etwaige Rückfälle auswerten. Diese Forschung braucht Zeit, um zu verstehen, ob und wie Behandlung im Vollzug funktioniert und warum jemand trotzdem rückfällig geworden ist oder nicht.

In Hildesheim bereiten wir nun einige andere Projekte vor. Neben dem eher grundlagenorientierten Forschungsprogramm zum entwicklungspsychologischen Ansatz im Justizvollzug, befasse ich mich zum Beispiel ja schon länger mit Methoden der Kriminalprognosen. Diese Prognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen und es gibt, das wissen wir mittlerweile, Personengruppen, bei denen diese Prognosen sehr gut funktionieren und andere, bei denen sie weniger gut funktionieren. Eine Idee, die wir hier in Hildesheim aktuell verfolgen, ist es deshalb, die Zuverlässigkeit von Kriminalprognosen für den Einzelfall messbar zu machen. Der Gedanke ist es, Prognosen im Einzelfall mit einem Marker zu versehen – das ist eine zuverlässige Prognose, diese ist möglicherweise weniger zuverlässig. Es gibt ja Personengruppen, die labil sind und bei denen die Prognose eben nicht feststeht, sondern sich von Tag zu Tag ändert, je nachdem ob es gerade gut läuft oder weniger gut. Das wollen wir mess- und beschreibbar machen.

Ein zweites Vorhaben ist, ein diagnostisches Inventar zu Risikoprofil und Bedarfsprofil für den deutschen Sprachraum bei jugendlichen Gefangenen zu entwickeln. Ein solches Instrument soll veränderungssensitiv sein und Veränderungsprozesse sichtbar machen. Hier wollen wir mit einem größeren Pool von Probanden die Forschung starten. Allerdings haben wir in der Rechtspsychologie oft mit der Finanzierung unserer Vorhaben zu kämpfen. Für einige Geldgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sind wir oft zu angewandt und zu wenig grundlagenbezogen. Und angewandte Forschung für Strafgefangene wird von sehr wenigen Stiftungen gefördert.

Wie anwendungsnah ist die rechtspsychologische Forschung in Hildesheim?

In der Grundlagenforschung untersuche ich Biografien und Entwicklungsverläufe krimineller Karrieren aus einem biografischen Längsschnitt. Ich hatte das Glück, in Berlin eine Gruppe von Strafgefangenen über eine sehr lange Zeitspanne zu begleiten, da meine Vorvorgängergeneration in den 1970er Jahren ein Forschungsprojekt aufgelegt hat, das ich übernehmen durfte. So konnten wir den biografischen Verlauf über eine Zeitstrecke von 30 Jahren untersuchen. Da ich auch als Gutachter tätig bin, helfen mir diese Erfahrungen aus der Grundlagenforschung, wenn ich Menschen beurteile.

Aber auch unsere Vorhaben in Hildesheim haben einen deutlichen Anwendungsbezug, wenn wir prognostische und diagnostische Methoden für den Vollzug entwickeln, die dann auch anwendbar sind. Und mit der Evaluationsforschung im Vollzug untersuchen wir, was funktioniert und was nicht funktioniert, um unmittelbar Empfehlungen auszusprechen, die dann auch umgesetzt werden.

Für die niedersächsische Justiz müsste es ein Glücksgriff sein, dass Sie hier an der Universität in Hildesheim als Professor für Rechtspsychologie arbeiten. Denn die Forschung kann Veränderungsprozesse unterstützen, indem sie Fakten liefert, kann erklären, was gelingt und nicht gelingt, und welche Ansätze in anderen Regionen oder Ländern verfolgt werden. Ist das eine Chance, die Niedersachsen erkannt hat, freuen Sie sich auf diese Arbeit?

Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Arbeit. Ich hoffe – und nehme es im Moment auch so wahr –, dass Initiativen, die wir hier in Hildesheim entwickeln, wahrgenommen werden. Ich sehe auch Chancen, wo es vielleicht noch besser laufen könnte: beispielsweise gibt es in Niedersachsen noch keine forensisch-therapeutischen Nachsorgeambulanzen. Solche Ambulanzen wären für einige ehemalige Strafgefangene, die ein Stück weit therapeutische Unterstützung brauchen für den Übergang aus einer langen Freiheitsstrafe nach draußen und bei denen die sozialarbeiterischen Mittel der Bewährungshilfe allein nicht ausreichen, hilfreich. Dort sind Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die rechtspsychologisch geschult sind.

Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?

Ich finde die rechtspsychologische Forschung ungemein spannend. Ich finde es spannend, mit Biografien vertraut zu werden, die ich sonst nicht kennen würde. Es handelt sich zum aller großen Teil ja nicht um per se böse Menschen. Oft treffe ich auf Täter, wo man erkennt, dieser Mensch hatte eine Biografie, in der er in eine kriminelle Karriere hineingestolpert ist, oder vielleicht auch keine Chance hatte. Klar, es gibt auch andere. Aber die Menschen, die man hinter dem Täter erkennt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, haben in den allermeisten Fällen Respekt verdient. Und ich finde es spannend, die Praxis, die Forschung und die Lehre miteinander verknüpfen zu können. Ich meine, alles profitiert voneinander – das ist das Reizvolle an dieser Arbeit.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim

Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie in einem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin nach Hildesheim.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Forensische Psychiatrie. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Eine Besonderheit des Hildesheimer Studienschwerpunkte besteht in der engen Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, unterstützt das Land Niedersachsen jedes Jahr jeweils vier Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, mit einem Stipendium.

Das Masterstudium „Psychologie“ dauert vier Semester und wird mit dem Titel „Master of Science“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie und – neu eingeführt seit 2017 – Rechtspsychologie).

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news-17460 Tue, 24 Sep 2019 14:21:06 +0200 Uni Hildesheim erfolgreich bei KI-Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-hildesheim-erfolgreich-bei-ki-innovationswettbewerb-des-bundeswirtschaftsministeriums/ Informatiker der Universität Hildesheim entwickeln gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Davon profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die Produktivität zu steigern. Besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen für den KI-Einsatz allerdings die technischen Voraussetzungen, das Know-how und die passenden Geschäftsmodelle. Die Forschung hierzu treiben die Hildesheimer Professoren Klaus Schmid und Lars Schmidt-Thieme in dem Forschungsprojekt nun mit voran. Die Universität Hildesheim ist Partner des Konsortiums „IIP-Ecosphere“, das nun den Innovationswettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gewonnen hat. Staatsekretär Dr. Ulrich Nussbaum überreichte dem Direktor des Forschungszentrums L3S, Professor Dr. Wolfgang Nejdl, stellvertretend für alle Projektpartner die Urkunde für den erfolgreichen Projektvorschlag „IIP-Ecosphere: Next Level Ecosphere for Intelligent Industrial Production“ in Berlin. Insgesamt wurden 16 Plattformprojekte ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten nun die Chance, ihr Vorhaben im Rahmen einer geförderten, dreijährigen Umsetzungsphase zu realisieren.

Das Konsortium unter Leitung der Leibniz Universität Hannover besteht aus 19 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft – darunter die Universität Hildesheim, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Volkswagen, Siemens, DMK Mori und Sennheiser. Das Forschungsteam hat ein überzeugendes Konzept für den Ausbau der intelligenten Produktion erarbeitet.

Das Ziel ist es, ein neuartiges Ökosystem aufzubauen, um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz (KI) im Bereich der Produktionstechnik insbesondere für mittelständische Unternehmen nutzbar zu machen und das Potential von Industrie 4.0 auszuschöpfen.

Mit dabei: Die Hildesheimer Forschungsteams von Professor Klaus Schmid (Software Systems Engineering) und Professor Lars Schmidt-Thieme (Information Systems and Machine Learning Lab)

Software Systems Engineering

Information Systems and Machine Learning Lab

Für die Universität Hildesheim nehmen die Arbeitsgruppen Software Systems Engineering um Professor Dr. Klaus Schmid und Information Systems and Machine Learning Lab um Professor Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme an der Umsetzungsphase von „IIP-Ecosphere“ teil. Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei 12 Millionen Euro, davon fließen rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel an die Universität Hildesheim.

Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Studien prognostizieren durch den Einsatz von KI eine Steigerung der Produktivität um bis zu 50 Prozent. KI-Methoden sollen nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums daher noch stärker Treiber für innovative Wertschöpfungsnetze und die Schaffung neuer Produkte und Geschäftsmodelle werden.

Künstliche Intelligenz ist kein Schlagwort, sondern die Schlüsseltechnologie im globalen Wettbewerb

In 65 Prozent der deutschen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern kommen bislang allerdings noch keine KI-Methoden zum Einsatz. Besonders KMU fehlen für den Einsatz nicht nur die technischen Voraussetzungen und das Know-how, sondern auch die passenden Geschäftsmodelle.

Weiterhin gibt es zurzeit sehr uneinheitliche technische Schnittstellen zwischen Prozessen und Maschinen im Produktionsbereich sowie Bedenken bezüglich Monopolisierung, Datenhoheit und Geheimhaltung bei aktuellen Industrie 4.0 Software-Plattformen. Sowohl moderne und flexible Plattformkonzepte als auch die einfache Anwendung und Integration von KI in die industrielle Produktion sind Schlüsselthemen für die beteiligten Arbeitsgruppen der Universität Hildesheim.

„Mit diesem Konsortium, dem offenen Konzept von IIP-Ecosphere, das auch externen Parteien die Mitarbeit ermöglicht, sowie durch neuartige Integration bzw. Erweiterung standardisierter Komponenten werden wir hier einen großen Schritt vorankommen“ sagt der Hildesheimer Informatiker Dr. Holger Eichelberger, designierter Leiter zweier Arbeitspakete in „IIP-Ecosphere“.

Mit der Forschung  trägt die Universität Hildesheim dazu bei, die Anwendbarkeit von KI-Methoden in der Produktion zu erleichtern, diese in realen Anwendungsszenarien zu demonstrieren sowie Hemmnisse zu beseitigen und die nachhaltige Einbeziehung neuer Stakeholder zu fördern. Insbesondere sollen KMU und Startups befähigt werden, KI-Methoden zur intelligenten Produktion selbst erfolgreich anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Nähere Informationen unter www.iip-ecosphere.eu

Liste der Konsortialpartner:

  • Leibniz Universität Hannover

  • Universität Hildesheim

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

  • Universität Koblenz-Landau

  • Fraunhofer ISST

  • Artis Marposs Monitoring Solutions GmbH

  • Bitmotec GmbH

  • Deutsche Messe Technology Academy GmbH

  • Gildemeister Drehmaschinen GmbH (DMG Mori)

  • KIProtect GmbH

  • Lenze-Gruppe

  • RapidMiner GmbH

  • Salt & Pepper Software GmbH & Co. KG

  • Sennheiser electronic GmbH & Co. KG

  • Siemens AG

  • Verein Deutscher Werkzeugmaschinen e.V.

  • Volkswagen AG

Kontakt (Gesamtprojekt):

Dr. Claudia Niederée
Forschungszentrum L3S
0511 762 17796
Niederee@L3S.de 

Kontakt (Uni Hildesheim):

Prof. Dr. Klaus Schmid
Arbeitsgruppe Software Systems Engineering
Universität Hildesheim
05121 883 40332
schmid@sse.uni-hildesheim.de

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news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/mensa-neubau/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Studierendenportal Personalportal Präsidium Präsident
news-17455 Mon, 23 Sep 2019 15:06:00 +0200 Uni-Verwaltung: Außenstelle in der Bahnhofsallee https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-verwaltung-aussenstelle-in-der-bahnhofsallee/ Das Dezernat für Finanzen und die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office sind vom Hauptcampus in eine Außenstelle an der Bahnhofsallee umgezogen. Das Dezernat für Finanzen der Universität Hildesheim ist in eine neue Anmietung in die Bahnhofsallee 15/15a (31134 Hildesheim) umgezogen (3. und 4. Obergeschoss). Auch die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office ist dorthin umgezogen (2. Obergeschoss).

Der neue Standort befindet sich in unmittelbarer Bahnhofsnähe und ist gut mit dem Stadtbus vom Hauptcampus aus (Linie 1, 4, 10) zu erreichen. Vor dem Gebäude befindet sich ein PKW-Stellplatz für Besucherinnen und Besucher.

Die Kontaktdaten der Beschäftigten haben sich nicht verändert (unter anderem Telefonnummern und E-Mail-Adressen).  Auch die Post sollte weiter an den Universitätsplatz 1 (31141 Hildesheim) adressiert werden.

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Pressemeldungen Personalportal
news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-im-bund-laender-programm-zur-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses-erfo/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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news-17442 Thu, 19 Sep 2019 08:31:00 +0200 Ein deutliches Zeichen gegen die globale Klimakrise setzen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ein-deutliches-zeichen-gegen-die-globale-klimakrise-setzen/ Anlässlich des UN-Klimagipfels organisiert Fridays For Future vom 20. bis 27. September 2019 die weltweite Aktionswoche „week4CLIMATE“. Die Hochschulleitung begrüßt die Initiative Seit gut einem Jahr organisieren weltweit junge Menschen  Kundgebungen und machen mittels diverser Aktionen auf die Klimakrise aufmerksam. Sie sind besorgt um den Erhalt unserer Lebensgrundlage und fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, ihren Klimaschutzverpflichtungen nachzukommen. Die Bedenken und Forderungen der jungen Menschen beruhen auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden weltweit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie beispielsweise Scientists For Future, bestätigt und unterstützt.

Anlässlich des UN-Klimagipfels organisiert Fridays For Future vom 20. bis 27. September 2019 die weltweite Aktionswoche „week4CLIMATE“. Die Hochschulleitung begrüßt die Initiative und möchte gemeinsam mit dem Green Office auf die am 20. September um 14 Uhr in Hildesheim (Bahnhofsvorplatz) stattfindende Veranstaltung im Rahmen dieser Globalen Aktionswoche gegen die Klimakrise aufmerksam machen. 

Weitere Informationen enthält die folgende Webseite: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

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Pressemeldungen Green Office
news-17421 Wed, 11 Sep 2019 10:09:00 +0200 Brücke zwischen Mensch und Maschine: „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bruecke-zwischen-mensch-und-maschine-internationale-fachkommunikation-sprachen-und-technik-studi/ Am Bühler-Campus bildet die Universität Hildesheim Expertinnen und Experten für Sprachen, Kommunikation und Informationsmanagement aus. Für den Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ können sich Studieninteressierte noch bis zum 30. September 2019 bewerben. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Studentinnen und Studenten schlagen eine Brücke zwischen Maschinen und Menschen und erklären präzise und verständlich die komplexe Technik. In Vorlesungen und Seminaren lernen sie zum Beispiel, über Automatisierungstechnik, technische Werkstoffe, Energietechnik und Maschinenelemente zu schreiben. Masterstudium an der Uni Hildesheim
„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

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In unserer globalisierten Welt sind im Bereich der Fachkommunikation Fachleute gefragt, die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit mit soliden und speziell auf ihre beruflichen Belange ausgerichteten technischen Kenntnissen verbinden. Beim professionellen Übersetzen wie auch in der technischen Redaktion geht es heute zu einem großen Teil um technische Inhalte.

Während des zweijährigen Masterstudiums „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten auf das Übersetzen oder auf das Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext. Das Studium kombiniert sprachlich-übersetzerische und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte.

Wer schreibt eigentlich die Bedienungs- und Installationsanleitungen?

„Wir bilden Textdesigner aus, die darauf spezialisiert sind, Dokumente technisch-fachlichen Inhalts zu erstellen und zu übersetzen“, sagt Franziska Heidrich über den Masterstudiengang. Dabei geht es nicht nur um das reine Texten. Weitere Merkmale von Fachdokumenten sind zum Beispiel die besondere Strukturierung und das Zusammenspiel von Text und Bild.

„Unsere Absolventen erstellen und übersetzen Dokumente von Wartungsanleitungen für den Sondermaschinenbau über Softwaredokumentationen, technische Beschreibungen und Schulungsvideos bis hin zu Bedienungsanleitungen für den Endnutzer von Kleingeräten für den Haushalt. Sie warnen vor möglichen Restgefahren, sorgen für Verständlichkeit und leiten so zum kompetenten und sicheren Umgang mit Technik aller Art an. Die Arbeit geht dabei weit über das rein Sprachliche hinaus“, sagt die promovierte Übersetzungswissenschaftlerin.

Eine Grundvoraussetzung für das Erstellen und Übersetzen dieser spezialisierten Fachdokumente ist ein grundsätzliches Verständnis der technischen Inhalte. Deshalb machen die Forschungsteams vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und vom Institut für Technik die Studentinnen und Studenten mit einem weiten Feld an technischen Themen vertraut. „Wir setzen hier auf 'Technik ohne Mathe'. Die Lehrveranstaltungen der Technik sind in Umfang und Komplexität speziell dafür ausgelegt, ein umfassendes Verständnis technischer Grundlagen zu erwerben, das für das Erstellen und Übersetzen von fachlich geprägten Texten und Dokumenten notwendig ist“, sagt Franziska Heidrich.

„Betrieb, Wartung, Reparatur: Für jede Maschine gibt es eine Anleitung“

Die Studierenden wählen im Studium Schwerpunkte und können sich zum Beispiel auf die Fachkommunikation im Bereich Energietechnik oder auf das Übersetzen von Fachtexten in französischer und spanischer Sprache spezialisieren; oder sie wenden Methoden und Werkzeuge der Sprachtechnologie an und befassen sich mit maschineller Sprachverarbeitung.

Dabei machen sie genau das Gegenteil von Schriftstellern, anders als in literarischen Texten, verwenden sie für jedes Teil das gleiche Wort, arbeiten mit Wortwiederholungen, damit Bauteile in der Konstruktion, der Fertigung, im Vertrieb oder in der Autowerkstatt wieder auffindbar sind.

„Übersetzer und Dolmetscher brauchen wir alle. Sie sorgen dafür, dass man das koreanische Handy auf Deutsch bedienen kann“

Die Absolventinnen und Absolventen haben allerbeste Einstellungschancen auf dem Arbeitsmarkt, erläutert Professor Klaus Schubert. Sie arbeiten im In- und Ausland als Übersetzungsmanager, Technische Redakteure, mehrsprachige Content-Ersteller in der Industrie, bei Dienstleistern oder freiberuflich. Der Bedarf an professionellen technischen Texten in mehreren Sprachen sei gestiegen. „Übersetzer und Dolmetscher brauchen wir alle. Sie sorgen dafür, dass man das koreanische Handy auf Deutsch bedienen kann“, so Schubert.

Das Studium auf dem Hildesheimer Bühler-Campus sei geprägt durch eine persönliche Atmosphäre und die gute Betreuung der Studierenden. „Sprachen und Technik sind in Hildesheim auf besondere Weise miteinander verzahnt. Wir greifen die Inhalte aus den Lehrveranstaltungen der Technik auf und übersetzen technische Texte in den praktischen Lehrveranstaltungen zum Übersetzen“, sagt Franziska Heidrich.

Wer in Hildesheim „Sprachen und Technik“ studiert, habe nicht nur allerbeste Chancen auf dem Arbeitsmarkt, so Heidrich, sondern komme auch in den Genuss eines Masterstudiums in einem freundlichen, persönlichen Umfeld „im Grünen“.

Wer Fragen zum Masterstudium hat, erreicht Dr. Franziska Heidrich unter franziska.heidrich@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation MA SuT
news-17415 Tue, 10 Sep 2019 08:31:27 +0200 Presseerklärung der Universität Hildesheim: Hofcafé https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/presseerklaerung-der-universitaet-hildesheim-hofcafe/ Die Flutkatastrophe des Jahres 2017 hat allen geschadet und deren Beseitigung stellt eine besondere Herausforderung dar. Den Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim hat es besonders hart getroffen. Die Schadensbeseitigung dauert bis heute an. Das gilt auch für das Hofcafé, dessen Betrieb von den Mitgliedern der Universität und den Bürgern der Region gleichermaßen geschätzt wird. Presseerklärung der Universität Hildesheim:

Die Flutkatastrophe des Jahres 2017 hat allen geschadet und deren Beseitigung stellt eine besondere Herausforderung dar. Den Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim hat es besonders hart getroffen. Die Schadensbeseitigung dauert bis heute an. Das gilt auch für das Hofcafé, dessen Betrieb von den Mitgliedern der Universität und den Bürgern der Region gleichermaßen geschätzt wird. Hierzu stellt die Universität fest:

  1. Das Hofcafé blieb nicht vom Hochwasser verschont. Vielmehr wurde der gesamte Fußboden im Gästebereich, in der Küche, im Kühlbereich, in den Toiletten und in der Heizungsanlage unterspült. Das Mauerwerk ist feucht. Eine grundlegende Sanierung ist deshalb zwingend erforderlich. Es geht nicht um das ob, sondern um das wann. Diese Fakten sind der Universität und dem Pächter bekannt. Deshalb wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

  2. Die mit dem Pächter diskutierte zeitlich begrenzte Ausweichlösung „Steinscheune“ würde die Universität ca. 350.000 Euro kosten. Eine solche Maßnahme darf nicht aus Steuermitteln, die das Land für den Universitätsbetrieb zahlt, finanziert werden. Diese Option scheidet damit aus.

  3. Gemeinsam mit dem Pächter sucht die Universität eine Lösung, die den Betrieb des Hofcafés längerfristig zum Nutzen aller sichert, die dringend erforderliche Sanierung ermöglicht und gegenüber dem Steuerzahler verantwortet werden kann. Universität und Pächter erarbeiten derzeit gemeinsam ein tragfähiges Konzept.

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Pressemeldungen
news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
  • Mathematik / Biologie

  • Mathematik / Chemie

  • Mathematik / Geographie

  • Mathematik / Physik

  • Mathematik / Politik

  • Mathematik / Technik

  • Mathematik / Wirtschaft

  • Mathematik / Informatik

Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

Hier finden Sie weitere Informationen
über das Lehramtsfach Mathematik
auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
der Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-17405 Thu, 05 Sep 2019 15:06:59 +0200 Geographen geben Einblicke in die Erdgeschichte: Bodengeographische Exkursion https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/geographen-geben-einblicke-in-die-erdgeschichte-bodengeographische-exkursion/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim teilen ihr Wissen. Diesmal laden sie am Sonntag, 15. September 2019, zu einer bodengeographischen Exkursion an die Giesener Teiche ein. Dabei gehen die Forscher auch auf die Folgen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum ein. Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei. Die Exkursionsroute der Hildesheimer Geographen führt am 15. September 2019 – dem bundesweiten „Tag des Geotops“ – zu den Giesener Teichen und auf die Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes.

Dort erläutert der promovierte Geograph Nico Herrmann anhand der Profilschürfe des neuen bodengeographischen Lehrpfades („Bodenblick Giesener Teiche“) die geologische, geomorphologische und bodengeographische Lage und analysiert Kalksteinböden, Lössprofile und geschichtete Böden auf Tonstein.

Exkursion gibt Einblicke in die Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung

„Neben dem tieferen geologischen Untergrund können dabei periglaziale Prozesse der letzten Kaltzeit, holozäne Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung im Bodeninventar identifiziert werden. Die sehr kleinräumig differenzierten Standortpotentiale haben bereits lange vor der Nutzung als militärischer Übungsplatz zu sehr unterschiedlicher Landnutzung und Übernutzung geführt“, so Herrmann.

Die Realisierung des bodengeographischen Lehrpfads wurde von der Bingo-Umweltstiftung finanziell und von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim sowie der Paul-Feindt-Stiftung durch entsprechende Genehmigungen unterstützt.

Trotz der deutlichen Spuren aus der Zeit der Truppenübungen wird die ausgeprägte Differenzierung dieses Naturschutzgebietes in Feuchtbiotope, Kalkmagerrasen und mesophiles Grünland als Ergebnis der geologischen, periglazialen und holozänen Landschaftsgenese lange vor dem wirkenden Menschen fassbar, sagt Nico Herrmann.

Der Geograph der Universität Hildesheim wird auch die Dimensionen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum während der Exkursion erläutern.

Kostenfreie Teilnahme an der Exkursion

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei, festes Schuhwerk wird empfohlen. Treffpunkt ist am 15. September 2019 um 13:30 Uhr der Parkplatz am Sportplatz des TSV Giesen (Am Waldstadion 1, 31180 Giesen; Koordinaten: 52°11'31.1"N, 9°53'40.4"E). Die Exkursion endet um 16:00 Uhr und findet bei jedem Wetter statt.

Wer Fragen zur Exkursion hat, erreicht Dr. Nico Herrmann vom Institut für Geographie unter nico.herrmann@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie Forschung Startseite
news-17327 Thu, 05 Sep 2019 11:42:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Fachkräfte für Erziehung und Bildung aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-fachkraefte-fuer-erziehung-und-bildung-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Fachkräfte für pädagogische Handlungsfelder aus, die sich mit Fragen der Erziehung, Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen befassen. Die Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“ ist noch bis zum 30. September 2019 möglich [VERLÄNGERT!]. Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“
Bewerben Sie sich bis zum 30.09.2019 [VERLÄNGERT!]
an der Universität Hildesheim

Die Erziehungswissenschaft gilt als Leitdisziplin für alle pädagogischen Berufe. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Erziehung, Sozialisation und Bildung sowie mit pädagogischen Konzepten, Institutionen und Praktiken. Im Bachelorstudium „Erziehungswissenschaft“ an der Universität Hildesheim werden grundlegende Begriffe, Theorien und Methoden vermittelt, um pädagogische Handlungsfelder kennen zu lernen und zu analysieren. Dabei werden gesellschaftliche und historische Dimensionen sowie interdisziplinäre und interkulturelle Bezüge berücksichtigt. Außerdem erwerben Studierende Kompetenzen, um zum Beispiel pädagogische Maßnahmen planen und gestalten zu können und Menschen in ihren unterschiedlichen Bedürfnislagen zu unterstützen.

Für alle Studieninteressierten, die sich für Tätigkeiten in den genannten Bereichen qualifizieren wollen, bietet das Hildesheimer Bachelorstudium Möglichkeiten zu einer breiten wissenschaftlichen und fachlichen Auseinandersetzung. Berufliche Erfahrungen und Vorkenntnisse in pädagogischen Handlungsfeldern können auf das Studium angerechnet werden.

Zu den Studieninhalten gehören unter anderem die Einführung in die Allgemeine Erziehungswissenschaft, die Auseinandersetzung mit Fragen der Erziehung und Bildung im gesellschaftlichen und historischen Kontext sowie mit Themen aus den Bereichen Kindheit, Jugend und Familie. Studierende erlernen quantitative und qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und wenden diese auf verschiedene pädagogische Handlungsfelder an.

Pädagogik der Kindheit: Studierende befassen sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule

Besondere Berücksichtigung im Studiengang erfahren Fragen der „Pädagogik der Kindheit“, die sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule befassen.

Diese sind zugleich verwoben mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Globalisierung, Pluralisierung und Forderungen nach Inklusion, sie wirken sich auf die Lebenswelten aus und werfen Fragen von Diversität und des pädagogischen Umgangs damit auf.

Deshalb beinhaltet das Studium die systematische Auseinandersetzung mit Diversität und gesellschaftlichen Differenzkategorien wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Identität, Behinderung sowie ethnische und soziale Herkunft.

Forschungsstarkes Team der Universität Hildesheim integriert neueste Forschungserkenntnisse in die Lehre und bindet Studierende in Forschungsprojekte mit ein

Der Studiengang wird von einem forschungsstarken Team verantwortet, das die Studieninhalte an die Dynamiken gesellschaftlicher Wandlungsprozesse anpasst, aktuelle Fragen aufgreift und neuste Forschungsergebnisse in die Lehre integriert.

Interessierten Studierenden wird die Möglichkeit eröffnet, in Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Zugleich reagieren die Lehrenden diversitätssensibel auf die Bedarfe der Studierenden und bieten in diesem Zusammenhang ein Mentor*innenprogramm an.

Die freie Wahl eines Nebenfaches, zum Beispiel Sachunterricht, Kunst, Englisch oder Sport, ermöglicht Studierenden eine individuelle Profilbildung.

Berufliche Perspektiven sind vielfältig und reichen von der Familienbildung über Kinder- und Jugendhilfe bis zum Personalwesen und kommunaler Sozialpolitik

Die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen sind gut und vielfältig und beziehen sich auf Handlungsfelder entlang aller Altersgruppen – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter.

So werden Absolvent*innen beispielsweise in der interkulturellen Bildungsarbeit tätig, arbeiten in Unternehmen im Personalwesen beziehungsweise Management, in der Kinder-, Jugend- und Familienbildung, der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit oder in der kommunalen Bildungs- und Sozialpolitik, in der Erwachsenen- und Weiterbildung, ebenso in der Gedenkstättenpädagogik,  der Straffälligen- und Strafgefangenenhilfe oder in der Medienpädagogik.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft
news-17378 Thu, 05 Sep 2019 08:32:30 +0200 Studie: Smartglasses projizieren virtuelle Übertitel im Bühnengeschehen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-smartglasses-projizieren-virtuelle-uebertitel-im-buehnengeschehen/ Theaterbesucher mit einer Hörbehinderung in Hildesheim können „Smartglasses“ aufsetzen und das Theatergeschehen verfolgen, indem die Worte, die sie nicht hören können, als Übertitel virtuell im Bühnenraum projiziert werden. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim kooperiert dafür mit dem Theater für Niedersachsen. Nun sucht die Forschungsgruppe um Professorin Nathalie Mälzer Theaterbesucherinnen und Theaterbesucher, die an der Smartglasses-Studie teilnehmen möchten. Ab November 2019 bis Frühjahr 2020 werden Theaterbesucher mit einer Hörbehinderung in Hildesheim „Smartglasses“ aufsetzen und das Theatergeschehen in einzigartiger Weise wahrnehmen können: Wer eine solche Brille trägt, erlebt, wie Übertitel virtuell im Raum direkt im Bühnengeschehen schweben. So müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht ständig den Blick zwischen Bühnengeschehen und Übertiteln hin und herschweifen lassen. Für die anderen Zuschauerinnen und Zuschauer sind die Übertitel nicht sichtbar und beeinflussen somit nicht die Inszenierung.

Die Studie „Inklusives Theater“ führen Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim unter der Leitung von Professorin Nathalie Mälzer gemeinsam mit dem Theater für Niedersachsen (TfN) und mit Unterstützung der Firma Panthea durch.

Übertitelt wird die Theaterproduktion „Bella Donna“ im Theater für Niedersachsen in Hildesheim. „Um die Qualität dieser smarten Übertitel zu testen, möchten wir schwerhörige und gehörlose Menschen dazu einladen, sich das Stück anzusehen und im Anschluss einen Fragenbogen zu beantworten. Darin stellen wir Fragen zur Lesbarkeit sowie zur Verständlichkeit der Übertitel. Die Studie wird selbstverständlich anonymisiert“, sagt Professorin Nathalie Mälzer.

Zugänglichkeit an Theatern verbessern: Großes Interesse an dem Einsatz der Smartglasses-Technologie

Wie neu oder innovativ ist dieses Vorgehen – dazu erklärt das Forschungsteam: Generell gibt es bisher nur wenig Übertitelungen für Menschen mit einer Hörbehinderung. Im vergangenen Jahr wurde, betreut von Professorin Nathalie Mälzer und Professor Oliver Czulo von der Masterstudentin Linda Stegman am Schauspiel Leipzig ein Pilotprojekt mit Übertiteln für Smartglasses durchgeführt, bei dem einige Zuschauerinnen und Zuschauer anschließend befragt wurden.

Aus der Studie ging hervor, dass großes Interesse an dem Einsatz dieser Technologie für die Verbesserung der Zugänglichkeit an Theatern besteht. Wie Übertitel in einer rasanten Komödie wie „Bella Donna“ Humor transportieren können, wurde bisher noch nicht untersucht.

„Im Rahmen der Kooperation mit der Diakonie Himmelsthür und Aktion Mensch haben wir am TfN mehrere Vorstellungen mit Gebärdensprachdolmetschern organisieren können. Dabei habe ich erst gemerkt, wie ausschließend das Theater für Nichthörende ist. Da muss sich etwas bewegen! Ich bin total gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Fantastisch wäre es, wenn wir nicht nur eine ausgewählte Vorstellung mit Gebärdensprachdolmetschern anbieten, sondern an vielen Abenden schwerhörige und gehörlose Menschen mit Smartglasses zwischen den hörenden Zuschauern sitzen und es etwas ganz Selbstverständliches geworden ist, miteinander ins Theater zu gehen “, sagt Theaterpädagogin Bettina Braun.

Gemeinsamer Theaterbesuch von schwerhörigen, gehörlosen und hörenden Zuschauern: „Es sollte etwas  Selbstverständliches werden, miteinander ins Theater zu gehen“

Die Theaterkarten sind für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studie natürlich kostenlos. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwischen zwei Smartglasses-Modellen wählen (Epson Moverion BT-300 und BT-350), die jeweils etwa 70 Gramm wiegen. Beide Modelle können über der eigenen Brille getragen werden. Eine Einführung in die Benutzung findet vor Ort statt.

Die Aufführungen mit smarten Übertiteln finden zwischen Ende November 2019 und Mitte März 2020 voraussichtlich an folgenden Terminen statt:

  • Samstag, 30. November 2019 
  • Dienstag, 17. Dezember 2019
  • Samstag, 21. Dezember 2019
  • Freitag, 10. Januar 2020
  • Mittwoch, 22. Januar 2020
  • Montag, 27. Januar 2020 
  • Sonntag, 2. Februar 2020
  • Samstag, 8. Februar 2020
  • Montag, 17. Februar 2020 
  • Donnerstag, 5. März 2020

Das Hildesheimer Forschungsteam hofft auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die durch ihre Mitwirkung an der Studie dabei helfen, Übertitel zu verbessern und den Zugang zum kulturellen Angebot für Menschen mit Hörbehinderung zu erweitern.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation per Email unter maelzers@uni-hildesheim.de kontaktieren.

Inklusives Theater: Forschung zu Übertiteln in Theaterhäusern

Ein Team um Professorin Nathalie Mälzer entwickelt seit 2015 Übertitel für Theaterstücke. Im Medientextlabor der Universität Hildesheim produzieren Hildesheimer Studentinnen und Studenten des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzen“ Texte für den Bühnenraum. Die Ergebnisse der Hildesheimer Forschung sind für Theaterhäuser in Deutschland relevant.

In Deutschland gibt es zwar einige Theater- und Opernhäuser, die bei fremdsprachlichen Inszenierungen Übertitel in anderen Sprachen anbieten. Oben über der Bühne befindet sich dann oft eine dezente LED-Leiste, über die Texte dargestellt werden. Aber in der deutschen Bühnenlandschaft findet man so gut wie keine Übertitel für Menschen mit Hörbehinderung, sagt Professorin Nathalie Mälzer. Die Professorin für Übersetzungswissenschaft entwickelte bereits in der Vergangenheit mit Studentinnen und Studenten und Kooperationspartnern Übertitel für Theaterstücke, die sich an Gehörlose, Schwerhörige und Hörende richten.

In den Projekten kommt als kommunikatives Element der „Übertitel“ zum Einsatz: Worte werden im gesamten Bühnenraum projiziert. Wenn eine Schauspielerin schreit, platzieren die Medienübersetzerinnen und Medienübersetzer das Schriftbild im kompletten Bühnenraum in riesigen Großbuchstaben und umschreiben das Gefühl nicht mit der Formulierung „(schreiend)". Statt Text in eine dezente LED-Leiste zu setzen werden die Übertitel Teil des Bühnenbildes.

Professorin Nathalie Mälzer untersucht in Rezeptionsstudien, wie die Übertitel beim hörenden und nicht hörenden Publikum ankommen. Inwiefern stoßen die Hildesheimer Übertitelungskonzepte bei Jugendlichen und Erwachsenen auf Akzeptanz, verstehen gehörlose Jugendliche und Erwachsene das Theaterstück besser?

Die Hildesheimer Übertitel sind auf den Bühnen keine Fremdkörper, sie sind Teil des Bühnenbildes, manche Texte füllen den ganzen Bühnenraum aus. Die ganze Theaterbühne wird zu einer Projektionsfläche, die Übertitel haben nicht bloß die Funktion, dass die Zuschauer mit einer Hörbehinderung den Inhalt verstehen. Sondern die Übertitel sind auch als ästhetisches Element in den Bühnenraum eingebunden.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

Sommerfest

Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
news-17338 Wed, 21 Aug 2019 14:38:41 +0200 Barrierefreie Kommunikation in Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/barrierefreie-kommunikation-in-hildesheim-studieren/ Marie Leusder gehört zur ersten Generation, die sich an der Universität Hildesheim auf die barrierefreie Kommunikation spezialisiert. Der Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ ist bundesweit einmalig. Es sind noch Studienplätze frei. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“

Bewerben Sie sich bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]
Hier geht's direkt zur Online-Bewerbung

Die Universität Hildesheim bildet im zweijährigen Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ Fachleute für die barrierefreie Aufbereitung von Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten aus. Zu den Studieninhalten zählen neben den Grundlagen der barrierefreien Kommunikation auch Leichte Sprache, Einfache Sprache, Schriftdolmetschen, Unterstützte Kommunikation und assistive Technologien, barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation sowie Gebärdensprache. Es sind noch Studienplätze frei. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]. Insgesamt gibt es 20 Studienplätze, das Studium beginnt im Oktober 2019.

Bundesweit einmalig sei dieser Masterstudiengang, sagt Isabel Rink von der „Forschungsstelle Leichte Sprache“ der Universität Hildesheim. „Wir bilden Textexpertinnen und Textexperten aus, die angemessene mündliche und schriftliche Texte für Personen mit Kommunikationseinschränkungen erstellen können. Von der Arbeit in Hildesheim profitieren Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Behinderung, mit divergierenden Bildungschancen oder einschneidenden Lebensereignisse wie zum Beispiel einer Flucht“, so Rink.

„Oft rücken bauliche Maßnahmen ins Bewusstsein, Inklusion bedeutet aber auch, sprachliche Barrieren abzubauen“

Interview mit der Studentin Marie Leusder

Marie Leusder, 23 Jahre, hat im Bachelorstudium an der Universität zu Köln Sonderpädagogik auf Lehramt mit den Fächern mathematische und sprachliche Grundbildung studiert und ihre Bachelorarbeit über Leichte Sprache geschrieben. Über die Recherche für ihre Abschlussarbeit wurde sie auf die Forschung an der Universität Hildesheim aufmerksam und hat sich entschieden, den Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ in Hildesheim zu studieren.

Frau Leusder, Sie gehören zur ersten Generation des Masterstudiengangs „Barrierefreie Kommunikation“. Was ist Ihr Antrieb, warum haben Sie dieses Studium gewählt?

Ich habe mich in Köln, wo ich im Bachelor studiert habe, sehr wohl gefühlt, ich war am hin- und herüberlegen, ob ich nach Hildesheim zum Masterstudium gehen soll. Je mehr ich mich informiert habe und mit der Studienberatung in Nordrhein-Westfalen sprach, desto klarer wurde mir: Ich möchte mich spezialisieren und barrierefreie Kommunikation in Hildesheim studieren. Inklusion ist ein großes gesellschaftliches Thema, oft – aber auch noch nicht genug – rücken die baulichen Maßnahmen in das Bewusstsein der Bevölkerung, aber dass viele Texte und Sprache viele Leute ausschließen, das ist vielen nicht bewusst.

Warum ist die barrierefreie Kommunikation bedeutsam?

Nehmen wir die Leichte Sprache als Beispiel, eine vereinfachte Variante des Deutschen. Die Leichte Sprache kann sehr vielen Menschen helfen, etwa Menschen mit kognitiven Einschränkungen, aber auch gehörlosen Menschen und Menschen, die aus anderen Ländern kommen und nun in Deutschland leben. Ich habe in Köln in einem inklusiven Café gearbeitet, die Kuchenrezepte wurden in Leichte Sprache übersetzt, das war für die Beschäftigten richtig gut, weil sie eigenständig anhand der übersetzten Rezepte den Kuchen backen konnten.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen im Masterstudium – verbinden Sie Theorie und Praxis?

Im ersten Semester hatten wir viel Theorie, etwa eine Vorlesung zur Verständlichkeitsforschung, in der wir uns damit auseinandergesetzt haben, was Texte eigentlich verständlich macht. Im zweiten Semester kombinieren wir die Theorie mit der Praxis, haben Projektseminare. Ich habe zum Beispiele Seminare zu Fachkommunikation und Verständlichkeitsoptimierung, in denen ich mich damit befasse, wie Bedienungsanleitungen verständlich formuliert werden können und an welchen Stellen es hapert und ich habe für das Roemer- und Pelizaeus-Museum für eine Fachtagung zu Kultur und Inklusion Abstracts übersetzt in Leichte Sprache. Wir befassen uns in Zusammenarbeit mit der Diakonie mit unterstützter Kommunikation und assistiven Technologien , wie können Texte über möglichst unterschiedliche Sinne zugänglich gemacht werden – fast wie ein Theaterstück. Bei der Übersetzung muss man viele Seiten mitdenken, die Nutzer, aber auch den Text und Inhalt selber und wo denn die Texte erscheinen.

Wem würden Sie diesen Masterstudiengang empfehlen?

Jedem, der Interesse an Sprache in der Gesellschaft hat. Wie kann Sprache ausschließen und was kann man dafür tun, dass diese Ausgrenzung reduziert und Teilhabe möglich wird? Dafür wollen wir Antworten entwickeln.

Der Blick in die Zukunft: Was möchten Sie in der Gesellschaft mit Ihrer Arbeit im künftigen Berufsleben bewirken?

Ich möchte die Gesellschaft dafür sensibilisieren, Barrieren abzubauen. Es ist ein starker Ausschluss, wenn man sprachlich Barrieren aufbaut. Das Studium an der Universität Hildesheim ermöglicht mir, dazu beizutragen, diese Barrieren abzubauen. Übrigens ist der kleine Studienort kein Schock mehr für mich, im Gegenteil: Dadurch, dass ich vorher an einer riesigen Uni in Köln studiert habe, ist es jetzt voll der Luxus, in einer kleinen Studierendengruppe in Hildesheim zu lernen, die Dozentinnen und Dozenten fordern uns sehr, lassen uns aber nicht fallen. Das ist ein guter Antrieb, um weiterzukommen. Ich fühle mich sehr wohl in Hildesheim und rate jedem: „Geh lieber an eine kleine Uni, da ist die Lehre besser.“

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17299 Fri, 16 Aug 2019 14:57:00 +0200 IT-Studium: Informatik an der Uni Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/it-studium-informatik-an-der-uni-hildesheim-studieren/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Für die IT-Studiengänge können sich Studieninteressierte noch zum Wintersemester bis zum 30. September 2019 für das Bachelorstudium oder Masterstudium bewerben. Die Vorlesungen beginnen im Oktober 2019. Für das Lehramtsstudium (Bachelor), mit der Fachkombination Mathematik/Informatik, ist eine Bewerbung ebenfalls noch möglich. Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ aus. Eine Bewerbung für das Wintersemester 2019/2020 ist noch möglich.

Die Bewerbungsfrist für das Bachelorstudium ist der 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++], für das Masterstudium können sich Studieninteressierte noch bis zum 30. September 2019 bewerben.

Hier geht's direkt zur online-Bewerbung

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

„Unsere Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt.

Hildesheim ist keine Massenuniversität, stattdessen ist das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs. Befragungen von Absolventen und Absolventinnen der Universität Hildesheim zeigen, dass Studierende dieser IT-Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen.

Dies sind die Studiengänge im Kurzüberblick:

„Angewandte Informatik“  

Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.

„Informationsmanagement und Informationstechnologie“ 

Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.

„Wirtschaftsinformatik“ 

Die Wirtschaftsinformatik betont die Anwendungsperspektive von Informationssystemen. Absolventinnen und Absolventen können Unternehmensprozesse mit IT kontinuierlich verbessern beziehungsweise gänzlich neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Sie verstehen sowohl die Möglichkeiten der IT als auch die Bedarfe in der Wirtschaft, um betriebliche Anwendungssysteme erfolgreich auswählen, anpassen, betreiben und neu entwickeln zu können. Der Studienverlaufsplan orientiert sich an bundesweit gültigen Rahmenempfehlungen.

Lehramtsstudium mit der Fachkombination Mathematik/Informatik (Polyvalenter 2 Fächer-Bachelor)

Bewerbungsfrist für Lehramt an Haupt- und Realschulen: 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]

Mögliche Fächerkombinationen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen: Mathematik + Informatik // Mathematik + Biologie // Mathematik + Chemie // Mathematik + Geographie // Mathematik + Physik // Mathematik + Politik // Mathematik + Technik // Mathematik + Wirtschaft

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus, zum Beispiel in der Fächerkombination Mathematik und Informatik. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Informatikstudium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums. Im Fach Mathematik gehören zum Beispiel Lehrveranstaltungen wie Lineare Algebra, Algorithmen und Modellierung, Einführung in die Didaktik und Geometrie zum Lehramtsstudium. Als künftige Lehrerinnen und Lehrer vermitteln sie Kindern eine informatische Grundkompetenz und begleiten Kinder dabei, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen.

Uni-duales Studium im IT-Bereich 

Die IT-Bachelorstudienprogramme Informationsmanagement und Informationstechnologie, Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik können auch als uni-duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen studiert werden. Studierende erhalten eine vergütete praktische Ausbildung bei einem Unternehmen und studieren an der Universität Hildesheim in vollem Umfang ihren gewählten IT-Studiengang. Als Abschluss erwerben sie den Bachelor of Science. 

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Pressemeldungen Informatik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung IIS SSE ESS Maschinelles Lernen
news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
Das Zentrum für Bildungsintegration
an der Uni Hildesheim

Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

„Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
Studium an der Uni Hildesheim

Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

Zur Person

Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 3 Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge Forschung Startseite
news-17151 Fri, 09 Aug 2019 16:08:00 +0200 Kultur studieren: Bewerbung um einen Studienplatz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kultur-studieren-bewerbung-um-einen-studienplatz-1/ Ob Medien, Musik, Theater, Literatur oder Bildende Kunst: Im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim kombinieren Studierende Theorie und Praxis. Der Studiengang ist der älteste dieser Art in Deutschland. Es sind noch Studienplätze frei, ein Studienbeginn ist zum Wintersemester 2019/20 möglich. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Außerdem bildet die Universität Hildesheim Fachleute für Kulturvermittlung aus, im Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ ist die Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich. Wer Kulturwissenschaften studieren möchte, kann sich ab sofort bis zum 9. September 2019 um einen Platz im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim bewerben. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen dann noch eine Eignungsprüfung bestehen. Das Studium auf dem Kulturcampus startet im Oktober 2019.

Ab dem ersten Semester verbinden Sie im Studium auf dem Kulturcampus Theorie und Praxis 

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

Professor Stefan Krankenhagen: „Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“

„Der Studiengang ist für Studieninteressierte interessant, wenn sie sich auf ein Wagnis einlassen wollen. Das Wagnis, Kunst und ästhetische Praxis aus einer theoretischen und praktischen Perspektive kennen und analysieren zu lernen. Dabei werden sie erkennen, dass es vor allem darauf ankommt, zu klaren Entscheidungen zu kommen: um theoretische Begriffe und ästhetische Praktiken für Erkenntnisprozesse zu nutzen“, sagt Professor Stefan Krankenhagen, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs der Universität Hildesheim.

„Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“, so der Kulturwissenschaftler.

„Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ studieren:
Anmeldefrist endet am 9. September 2019
Zusätzliche Eignungsprüfung am 9. Oktober 2019

+++ Bachelorstudiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ +++ Anmeldefrist endet am 9. September 2019 +++

Ein Studienbeginn zum Wintersemester 2019/20 ist in den Kulturwissenschaften noch möglich. Was müssen Sie tun? Sie bewerben sich über das Online-Portal des Immatrikulationsamts direkt um einen Studienplatz im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019 (Ausschlussfrist). Ihre Bewerbung gilt gleichzeitig als Anmeldung für die Eignungsprüfung, die am 9. Oktober 2019 stattfindet. Sie erhalten vom Immatrikulationsamt dann eine Anmeldebestätigung und alle zusätzlichen Informationen zur Eignungsprüfung.

Bewerben und Einschreiben an der Universität Hildesheim

Hier geht’s direkt zum Online-Portal des Immatrikulationsamts

Informationen zum Ablauf der Eignungsprüfung
im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“

Sie suchen einen Masterstudienplatz? Wie wäre es mit dem Masterstudiengang „Kulturvermittlung“! Bewerben Sie sich bis zum 30. September 2019!

Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik.

Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Projekten und Kooperationen – etwa mit den Goethe-Instituten weltweit, mit der kulturpolitischen Gesellschaft oder der Bundesvereinigung kulturelle Bildung – können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ +++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 30. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

Und außerdem....

SAVE THE DATE: 40 Jahre Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim

40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim
18. bis 26. Oktober 2019

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit.

Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim in Niedersachsen lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierenden mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander.

Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen als Laboratorien, in denen Lehrende und Studierende gemeinsam Wissen experimentell erweitern.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Musik und Musikwissenschaft Philosophie Medien, Theater und Populäre Kultur Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
news-17312 Thu, 08 Aug 2019 11:11:00 +0200 Internationales Informationsmanagement: Digitalisierung und Globalisierung studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/internationales-informationsmanagement-digitalisierung-und-globalisierung-studieren/ Der Studiengang „Internationales Informationsmanagement“ verbindet Informationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation. Studentinnen uns Studenten befassen sich mit dem Umgang mit Informationen und internationalen Kontexten. Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] einschreiben, das Bachelorstudium an der Uni Hildesheim ist zulassungsfrei. Noch einschreiben bis zum 30. September 2019 +++VERLÄNGERT+++
„Internationales Informationsmanagement“ (IIM) studieren
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Der Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement: Informationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM) greift zwei Trends unserer Wirtschaftswelt auf: Die Globalisierung sorgt für immer mehr interkulturelle Kommunikation und die Digitalisierung erfordert zunehmend Experten für die Informationsversorgung, erläutert der Informationswissenschaftler Professor Thomas Mandl.

Informationsversorgung muss professionell erfolgen, um auf Märkten und bei Kunden Erfolg zu haben. Die Informationswissenschaft bietet dafür das Rüstzeug mit Kursen zu Informationsmanagement, Informationssuche, Digitaler Kommunikation und Mensch-Maschine Interaktion.

Im Bereich der Interkulturellen Kommunikation untersuchen Studentinnen und Studenten Kommunikationsprozesse, die durch Interkulturalität und Mehrsprachigkeit gekennzeichnet sind. Sie analysieren Kulturkontakte und zum Beispiel interkulturelles Verhandeln oder interkulturelle E-Learning-Module und Trainings. Auch die medialen Rahmenbedingungen moderner digitaler Kommunikation spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ bietet mehrere Möglichkeiten, das Studium individuell und international zu gestalten:

  • Spezialisierung auf einen Schwerpunkt

  • Zwei Nebenfächer aus mehreren Möglichkeiten (zum Beispiel BWL, Medien, Psychologie)

  • Auslandssemester an einer der über 150 Partnerhochschulen

  • Möglichkeit, an einem Doppelstudiengang mit Russland teilzunehmen

  • Im Master: Möglichkeit an einem Doppelstudiengang mit Korea teilzunehmen

Weitere Informationen zum Bachelor IIM

Neuigkeiten rund um den Studiengang IIM im Blog

Beschreibung des Studiengangs IIM

Wie geht es nach dem Studium weiter? Steffen Weichert und Miray Soyak geben Einblicke in die Berufswege:

Im Podcast des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie geben Lehrende und Absolventinnen und Absolventen Einblicke in die Berufswege nach dem Studium „Internationales Informationsmanagement“.

„Ich habe im Studium Vorlesungen zu Mensch-Maschine-Interaktion besucht und dann das Thema, was mich heute beruflich begleitet, entdeckt: Usability. Es geht darum, die Nutzerperspektive einzunehmen“, sagt Steffen Weichert (Interview hören: hier geht's zum Podcast). Der Informationswissenschaftler befasst sich mit der Interaktion zwischen Mensch und Maschine, er hat an der Universität Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“ studiert. An der Uni gibt es ein „Usability-Labor“, in dem Studentinnen und Studenten mit Eye-Tracking-Geräten und Analyse-Software arbeiten, um Nutzertests mit Aufmerksamkeitsanalysen umzusetzen.

Nach dem Studium ist er in einer Agentur in Hannover gelandet, die sich auf Usability spezialisiert hat. „Ich erhebe bei bestehenden Systemen von kleinen bis sehr großen Unternehmen, wie nutzerfreundlich denn deren Software oder Website aufgebaut ist und verbessert werden kann. In anderen Projekten arbeite ich in der Entwicklung von interaktiven Systemen und Mensch-Maschine-Interfaces“ , so Winter. Außerdem arbeitet er im Wissenstransfer, bringt Unternehmen und der nächsten Generation der Studentinnen und Studenten, bei, wie man benutzerfreundliche Anwendungen entwickeln kann. Er arbeitet als Lehrbeauftragter an der Uni und teilt sein Wissen und die Methoden aus der täglichen Arbeit. Das Hildesheimer Studium habe ihn zum Beispiel darauf vorbereitet, „eine Eye-Tracking-Auswertung zu machen, mit kulturellen Herausforderungen in Projekten umzugehen, die weltweit stattfinden, oder computervermittelte Kommunikation zu verbessern. Alles, was mit im Studium begegenet ist, begegnet mir heute im Beruf. Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ich an der Uni erlernt habe, ist, mit Chaos umzugehen, dann ist man nicht frustriert, wenn nicht alle Lösungen da sind, in der Informationwissenschaft in Hildesheim erarbeiten Studierende Lösungen selber und warten nicht, bis jemand einem eine Lösung für ein Problem bringt.“

Auch Miray Soyak (Interview: Hier geht's zum Podcast) hat an der Universität Hildesheim im Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ studiert und technische sowie sprachwissenschaftliche Aspekte kombiniert. Heute arbeitet sie in Hamburg in einer Agentur für Online-Marketing. „Die Arbeit ist kreativ, interkulturell, die Zielgruppen in meinem Berufsalltag sind vielfältig. Es ist ein spannendes Arbeitsfeld, es ändert sich viel im Online-Bereich, etwa durch die Datenschutzregelungen und es ist spannend zu beobachten, wie Werbung im Internet funktioniert. Ich befasse mich mit Kennzahlen und bin im Performance-Marketing tätig, ich spezialisere mich auf das Marketing in Social Media, welche Wünsche haben die Kunden, was möchten sie erreichen und mit welcher Strategie und welchen Kanälen sollen welche Kennzahlen erreicht werden?“, sagt Miray Soyak, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit der Markenwahrnehmung auf Instagram beschäftigt hat.

Konsekutive Masterstudiengänge nach dem BA IIM:

Master „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“

Master „Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Interkulturelle Kommunikation Studierendenportal
news-17308 Wed, 07 Aug 2019 11:22:00 +0200 Umgang mit Forschungsdaten: Kultur der wissenschaftlichen Integrität https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/umgang-mit-forschungsdaten-kultur-der-wissenschaftlichen-integritaet/ Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Im Interview gibt die Wissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit und spricht über das Management von Forschungsdaten in der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Wer kann sich an Sie wenden?

Alle, die hier forschen, können sich an mich wenden. Jede Professorin, jeder Doktorand, jede Studentin kann mich in der Universitätsbibliothek kontaktieren und Beratung zum Management von Forschungsdaten in Anspruch nehmen und Fragen rund um das Datenleben stellen. Die Erstsemester im Bachelor können mich übrigens genauso anrufen – der wissenschaftliche Nachwuchs ist die Zukunft. Wenn Studienanfängerinnen und Studienanfänger früh mit dem Forschungsdatenmanagement in Berührung kommen, ist das eine wichtige Grundlage für ihren weiteren Werdegang in der Universität. Ich biete Kurse und Workshops an. [weitere Informationen finden Sie hier und im Veranstaltungskalender]

Wie wird diese Beratung angenommen?

Das Angebot wird sehr gut angenommen, täglich nutzen in meinem Büro Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Studierende die Beratung rund um das fachspezifische Forschungsdatenmanagement. Es entstehen Synergien, wenn ich eine Mustereinwilligung in der Psychologie vorliegen habe und ich dann am kulturwissenschaftlichen Fachbereich ein ähnliches Gespräch führe, können wir für alle Fachbereiche neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement schaffen und voneinander profitieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Forschungsteams zusammenarbeiten und ihre Daten gemeinsam managen, etwa im Forschungsprojekt „revamp2“ aus dem Bereich „Software Systems Engineering“. Mit dem Team um Professor Klaus Schmid stehe ich im Austausch rund um das Thema „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ für seine Projekte.

„Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware innerhalb einer Kultur der wissenschaftlichen Integrität an der Universität Hildesheim“

Welche Bedeutung hat das Forschungsdatenmanagement für die Universität Hildesheim?

Es gibt kaum einen Fachbereich oder ein Institut, das heute nicht Forschungsdatenmanagement betreibt. Gutes, vertrauenswürdiges Datenmanagement ist von strategischer Bedeutung für die Universität Hildesheim insgesamt und für die Weiterentwicklung der Universitätsbibliothek im Bereich forschungsnaher Serviceleistungen. Die Universitätsbibliothek hat sich deshalb frühzeitig positioniert und entwickelt ihre Dienste für die Wissenschaft, Lehre und Forschung kontinuierlich weiter. Es gibt einen engen Austausch mit den Forscherinnen und Forschern. Die Publikation von Forschungsdaten ist Teil der Forschung. Wir betreiben nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und haben Servicestrukturen entwickelt. Man kann Forschungsdaten heute im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr teilen. Forschungsdaten, die an der Universität Hildesheim entstehen, sind sehr wichtig auch für andere Universitäten in Deutschland sowie global. Man sollte die Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten im Blick haben, damit Forschungsdaten in Suchmaschinen national und international verknüpft und aufgefunden werden können. Die Forschung aus Hildesheim soll nachhaltig für alle, national und international, sichtbar werden. Selbst dort, wo sensible Daten anfallen, werden zwar nicht die Daten geteilt, aber die Erkenntnisse und Forschungspublikationen.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen seitdem Sie an der Universität Hildesheim die Stelle im Forschungsdatenmanagement angetreten haben. Der Umgang mit Daten in der Forschung erfordert viel Sorgsamkeit. Was leistet die Stelle „Forschungsdatenmanagement“, was vorher die Fachbereiche alleine organisieren mussten? Was für eine Hilfestellung bieten Sie?

Es gibt Fragen, die immer wieder auftauchen, etwa zur Speicherung und Archivierung, zu rechtlichen Aspekten, zu Datenmanagementplänen und zur Datensicherheit. Früher hat jedes Institut, wenn überhaupt, das Forschungsdatenmanagement mehr oder weniger alleine gemacht. Nehmen wir als Beispiel die Mustereinwilligungen, jedes Institut hat von vorne angefangen und eigene Dokumente erstellt. Ich möchte die Mustereinwilligungen künftig auf der Website zum Download anbieten, daran kann man sich orientieren, das spart Zeit.

Sie unterstützten Forscherinnen und Forschern auch bei Projektanträgen.

Gemeinsam mit dem Team der Forschungsförderung und unserem Datenschutzbeauftragten Professor Thomas Mandl unterstützen wir zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Antragsverfahren etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist wichtig, einem Forschungsantrag einen Datenmanagementplan beizufügen, in dem Angaben zur Speicherung und zu den Kosten für das Management gemacht werden; die DFG etwa bewilligt auch Mittel dafür. So können Daten zum Beispiel in der Politikwissenschaft in Fachrepositorien gespeichert und gefunden werden. Hier gibt es einen sehr hohen Informationsbedarf. Das Software-Werkzeug RDMO hat die Universität Hildesheim 2018 reibungslos installiert, um Datenmanagementpläne gut und einfach schreiben zu können. Jetzt wird das Werkzeug weiter an das institutionelle und fachspezifische Umfeld in den Instituten angepasst. Was in einen Datenmanagementplan gehört, ist sehr häufig die Frage von Forscherinnen und Forschern, wenn es um das Schreiben von Projektanträgen geht. Welche Daten fallen überhaupt an? Wie werden sie dann erhoben und dokumentiert? Werden Metadaten und ethische sowie rechtliche Aspekte berücksichtigt und wie werden die Daten gespeichert? Das sind einige Fragen, die ein Datenmanagementplan beinhalten kann.

Sie beschäftigen sich auch mit Fragen zur Speicherung von Forschungsdaten und mit Repositorien, also den Orten zur Aufbewahrung der Daten. Warum ist das wichtig?

Seit dem Frühjahr 2019 ermittele ich die Speicherbedarfe. Ich konnte mir einen ersten Überblick über den gegenwärtig praktizierten Umgang mit Forschungsdaten verschaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Wunsch nach Beratung zum Organisieren, Strukturieren, aber besonders die Anforderung nach verlässlichem Speicher deutlich gemacht. Um für diese Anforderungen passende Infrastrukturen finden und entwickeln zu können, bin ich derzeit im Austausch mit allen Fachbereichen und Instituten. Ich befasse mich mit dem Umfang der Forschungsdaten, das heißt, was fällt an? Ich möchte dabei wissen welche Datentypen und welche Datenformate in den einzelnen Projekten anfallen sowie das geschätzte Volumen der Forschungsdaten (ungefähre Größenordnung, das heißt weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB). Außerdem sind Aussagen zur Datenqualität sehr wichtig und ob die Daten schutzwürdig oder öffentlich sind. Antworten auf die Frage nach dem Speicherbedarf und Volumen zu erhalten, wird dabei helfen, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern. Den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis folgend sollen Forschungsdaten in der eigenen Einrichtung oder in einer fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur für mindestens 10 Jahre archiviert werden. Am 1. August 2019 trat der Kodex der DFG in Kraft [PDF]. Der Kodex betont die Sicherung von Forschungsergebnissen in Repositorien mit Beachtung der fachspezifischen Standards.
Eine Definition von Forschungsdatenrepositorien ist, dass sie Dokumentenserver sind, auf denen Forschungsdaten archiviert sind. Als Forscherin und Forscher bin ich durch Datenzitation meine DOI für das Forschungsdatum sichtbar. In vielen Gesprächen in allen Fachbereichen wurde der Wunsch geäußert, dass die Forscherinnen und Forscher der Universität Hildesheim zum längerfristigen Aufbewahren und Publizieren, neben externen Repositorien ihre Daten lokal speichern möchten, beispielsweise wenn es sich um sensible Daten handelt oder um Daten von Social-Media-Plattformen, an denen die Rechte fehlen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen ich sprach und was ein Ergebnis einer hochschulweiten Umfrage war, haben allerdings noch nie Daten in einem Repositorium abgelegt, wobei zu bemerken ist, dass viele hier beabsichtigen, in Zukunft ein Repositorium zu nutzen, entweder ein lokales, wenn angemessen oder ein institutionelles. Die Kooperationen mit GESIS und Qualiservice in den Sozialwissenschaften zur längerfristigen Speicherung und Archivlösung werden als ein Beispiel in diesem Zusammenhang ausgebaut.

Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „coffee lectures“ kommen Sie mit Studierenden und Forscherinnen und Forschern zusammen.

Ich lade mehrmals im Semester zu den „coffee lectures“ ein, man kommt bei einem Tee oder Kaffee eine dreiviertel bis eine Stunde zusammen, es beginnt immer um 12:30 Uhr. Die meisten haben nicht viel Zeit. Da ist das Angebot in der Mittagspause genau das richtige. Wir tauschen uns im Wintersemester 2019/20 aus über das „Organisieren und Arbeiten: Workflows im Forschungsdatenmanagement“ (23. Oktober 2019), die Kulturwissenschaftlerin Kristina Petzold gibt Einblicke in ihre Arbeit mit Datenmengen im Projekt „Rez@Kultur“ und mit welchen Werkzeugen sie arbeitet. Dann geht es am 8. November 2019 weiter mit einem Gespräch über „Syncing und Sharing (Academic Cloud)“, am 20. November 2019 sprechen wir über den „Zugang zu Forschungsergebnissen: Open Access“ und am 4. Dezember 2019 tauschen wir uns über das „Aufbereiten und Veröffentlichen“ und die Metadaten aus. Ob Student oder Professorin – alle Mitglieder der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sie kommen von einer internationalen Konferenz in Astana in Kasachstan, wo Sie eine „Keynote-Rede“ zum Forschungsdatenmanagement gehalten haben. Was war dort Ihre Botschaft auf der internationalen Fachebene?

Ich konnte zeigen, dass die Universität Hildesheim eine feste Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet hat und diese Aufgabe ernst nimmt. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen in der internationalen Forschungsdaten-Community aus den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Rechenzentren kam das sehr gut an. Wir sind in Hildesheim vorne mit dabei, es ist besonders. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung des Rechenzentrums, der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Datenschutz und der Hochschulleitung. Viele Externe bewundern das, an manchen anderen Universitätsstandorten gibt es solche Stellen immer noch nicht.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Mit allen Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement können Sie sich jederzeit an fdm@uni-hildesheim.de oder direkt an Annette Strauch (E-Mail annette.strauch@uni-hildesheim.de) wenden.

Aufruf: Bitte um Beteiligung an der Ermittlung des Bedarfs an Speicherung (falls noch nicht geschehen)

Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, dennoch ist es im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis und für die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum essentiell, die Speicherbedarfe der jeweils laufenden Projekte zu kennen, um technisch für alle Forscherinnen und Forscher eines Projektes die besten infrastrukturellen Dienste zur Verfügung stellen zu können und um bestehende Basisdienste weiterzuentwickeln.

Annette Strauch bittet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, sich an einer Umfrage über den Umfang der Forschungsdaten in aktuellen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an annette.strauch@uni-hildesheim.de. Einen Link mit Informationen finden Sie hier.

Das nachhaltige Forschungsdatenmanagement betrifft jede Hochschule, auch im Hinblick auf eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

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news-17324 Mon, 05 Aug 2019 00:00:00 +0200 Feierstunde des Fachbereichs 4: 52 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Urkunden https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/feierstunde-des-fachbereichs-4-52-absolventinnen-und-absolventen-erhielten-ihre-urkunden/ Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ hat in einer Feierstunde 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden überreicht. Zudem wurden Preise verliehen. Am Nachmittag der Mittsommernacht am 22. Juni erhielten 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden. Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid führte gemeinsam mit Studiendekan Prof. Dr. Boris Girnat sowie den Studiengangsbeauftragten durch das Programm.

Neben den Bachelor- und Masterabsolvent_innen durften sich neun herausragende Studierende über Glückwünsche freuen: Sie erhielten eine Auszeichnung für Bestleistungen in den jeweiligen Studiengängen.

Die Auszeichnungen als beste Studierende erhielten:

  • Bachelor IMIT: Diana Lange

  • Master IMIT: Niklas Melcher, Anna Kardziev, Mofassir Ul Islam Arif, Jan Forkel

  • Bachelor WINF: David Walter

  • Bachelor Umweltsicherung: Jenny Dreblow

  • Master UNN (inkl. UWN): Moritz Sandner

Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik

Als besondere Auszeichnung wurde der Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik vergeben, der seit jeher tief mit dem Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke verbunden ist, der sich in herausragender Weise für Hildesheim als Wissenschaftsstandort eingesetzt hat. Ein besonderes Interesse hatte er im Bereich Wirtschaft und Informatik. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik. Der Preis wird seit dem Jahr 2015 vergeben. Dabei wird der Arwed-Löseke-Preis durch den Fachbereichsrat an die/den best_en Studierende_n der Wirtschaftsinformatik vergeben. In diesem Jahr erhielt Dennis Reichle den Preis.

Sebastian-Thrun-Preis

Der Sebastian-Thrun-Preis wird an eine_n Absolvent_in im B.Sc. oder M.Sc. IMIT oder einen Promovierten der Informatik vergeben. Der Preis zeichnet besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik aus. Dieses Jahr wurde der Preis an Thorsten Schoormann und Maren Stadtländer vergeben. Der Sebastian-Thrun-Preis wird seit 2014 vergeben. Er beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert und ist ihr als Förderer erhalten geblieben.

Dank

Besonderer Dank geht an die Alumnigesellschaft der Universität Hildesheim, die die Absolvent_innenfeier seit Jahren finanziell unterstützt, an den Gastredner Herrn Prof. Dr. Theo Stracke sowie an die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer, ohne die diese Feier nicht möglich wäre.

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news-17304 Fri, 02 Aug 2019 15:32:00 +0200 „Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/das-denken-macht-weder-vor-nationalen-noch-sprachlichen-grenzen-halt/ Wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, untersuchen Philosophen und Theologen in einem internationalen Forschungsnetzwerk. Die Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg ist von essentieller Notwendigkeit. Eine Begegnung mit den Professoren René Dausner und Jakub Sirovátka in Hildesheim. „Philosophie und Theologie sind eine Reflexion des Lebens. Sie kommen auf das Leben zurück“, sagt Professor Jakub Sirovátka, Associate Professor für Philosophie an der Südböhmischen Universität in Budweis, im Süden Tschechiens.

Der tschechische Philosoph war als Gastwissenschaftler im Rahmen eines ERASMUS+-Austauschs am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim, um die gemeinsamen Forschungsbeziehungen zu pflegen. Mit dem Hildesheimer Theologen Professor René Dausner verbindet den Philosophen zum Beispiel die Forschung über den französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Levinas, der sich auch zu religionsphilosophischen Fragen geäußert hat.

„Man man liest die Tradition anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens“

Beide wirken in einem internationalen theologisch-philosophischen Forschungsnetzwerk mit, befassen sich etwa mit der Grundfrage, wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, „ohne dass das Unendliche mit dem Endlichen einfach identisch wird und ohne dass das Unendliche keine Bedeutung mehr für das Endliche hätte“, so René Dausner.

Ein philosophisch-theologisches Gespräch zu führen, das auf der Höhe der Zeit und denkerisch anschlussfähig ist, sei eine der großen Herausforderungen. Hier könne die Phänomenologie sehr viel beitragen.

„Was uns verbindet, ist, dass wir beide im Grenzbereich zwischen Philosophie und Theologie arbeiten. Man kann sich gegenseitig bereichern, weil man an einer gemeinsamen Sache arbeitet und trotzdem aus einem etwas anderen Blickwinkel“, so Jakub Sirovátka. „Wir möchten das Gespräch über das Göttliche, das Heilige, das Metaphysische mit dem heutigen Denken führen. Das bedeutet nicht, dass man die alte Lektüre zur Seite schiebt, aber man liest die Tradition neu oder anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens.“ So kommen neue Perspektiven auf, sagt der Philosoph.

„Jeder von uns hat Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, etwa Liebe oder Freundschaft“

Was meinen die beiden Forscher mit dem Gedanken, dass das Unendliche im Endlichen erscheinen kann? Es sei alltäglich und banal zu sehen, dass „jeder von uns Sachen hat, die für einen heilig sind. Da muss man nicht gläubig sein, das kann alles mögliche sein. Jeder von uns – so würde ich behaupten – hat auch Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, ob das Liebe ist, oder Freundschaft. Es sind Erfahrungen des Selbstüberschreitens“, so Jakub Sirovátka. Diese Erfahrungen, die jeder Mensch hat, seien besondere Erfahrungen. Sirovátka spricht von „Erfahrungen der Selbsttranszendenz“.

„Unsere Alltagserfahrungen, mögen sie noch so säkular sein, zeigen Spuren des Transzendenten oder Heiligen“, sagt René Dausner. Ein Beispiel sei die Bewegung „Fridays for Future“, wo Greta Thunberg, eine Sechszehnjährige, auftritt, und sagt: Wir müssen etwas tun für unsere Zukunft. „Sie elektrisiert im Grunde eine ganze Jugendbewegung, die ja lange als unpolitisch galt, und hat es mit anderen zusammen geschafft, die Jugend dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen: Was für Zukunftsmöglichkeiten haben wir denn? Und – dass es überhaupt Zukunft geben soll, dass wir nicht nur jetzt leben und uns auf unser Leben beschränken, sondern dass wir vielleicht auch uns einschränken müssen, um der Zukunft willen. Es sind ethische und theologische Grundsatzfragen, die in die unmittelbare Erfahrungswelt von uns Menschen hineingehören“, so Dausner.

Ein weiteres Beispiel für praktische Konsequenzen eines theoretischen Denkens führt Sirovátka an: „Mit Hans Joas könnte man sagen, eine jede Person ist heilig, aber nicht im religiösen Sinne. Deshalb empören wir uns, wenn Menschen gequält werden, wenn gegen Menschenrechte gehandelt wird.“

Internationale Zusammenarbeit ist für Forschung von essentieller Notwendigkeit

„Die internationale Zusammenarbeit ist für unsere Fragestellungen von essentieller Notwendigkeit“, sagt René Dausner. „Es geht nicht um eine nationale Idee oder nationales Denken, das Denken ist länderübergreifend. Und die Sprache spielt insofern eine große Rolle, als das Denken sich nicht auf eine Sprache begrenzen lässt, in unserem Forschungsnetzwerk lesen wir gemeinsam französische Philosophen, sind permannet mit anderen Sprachen konfrontiert. Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt.“

„Unsere Stärke ist die Pluralität der Sprachen und Kulturen – nicht, in dem Sinne, dass man eine andere Kultur schlecht macht, sondern, indem man sich von ihr bereichern lässt“, sagt Jakub Sirovátka.

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news-17300 Tue, 30 Jul 2019 14:16:00 +0200 Multilingualism and Diversity Education: Tagung am Bühler-Campus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/multilingualism-and-diversity-education-tagung-am-buehler-campus/ 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern diskutierten in Hildesheim über „Multilingualism and Diversity Education“. Die Summer School bietet eine internationale Plattform für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie fortgeschrittene Masterstudierende.

25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Spanien, Iran, Kamerun, Kanada, Schweden und Norwegen nahmen an der Summer School „Multilingualism and Diversity Education“ teil. Am Bühler-Campus der Universität Hildesheim diskutierten sie in der fünftägigen Veranstaltung über Forschungserkenntnisse im Themenfeld der Mehrsprachigkeit.

„Die Summer School Multilingualism and Diversity Education bietet eine internationale Plattform für Nachwuchswissenschaftler*innen, Promovenden und fortgeschrittene Masterstudierende, um auf hohem Niveau intensiv über aktuelle Forschungsfragen der Mehrsprachigkeit und der Vielfalt zu diskutieren. Im Vordergrund steht die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Studierende und Promovenden sollen ihre Fragen stellen dürfen und international profilierte Wissenschaftler*innen kennen lernen können“, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache.

In der fünftägigen Sommerschule stellten unter anderem Professorin Elena Nicoladis von der University of Edmonton (Alberta, Canada), Professorin Tanja Kupisch von der Universität Konstanz/UiT Tromsø The Arctic University of Norway (Deutschland/Norwegen) und Professor Henrik Gyllstad von der Lund University (Schweden) zentrale Forschungsergebnisse vor, etwa zum Thema „Investigating the multilingual mental lexicon – single words and multiword units“. Sie tauschten sich mit Forschungsteams der Universität Hildesheim aus, unter anderem mit Professorin Bettina Kluge, Professorin Kristin Kersten, Professor Joachim Griesbaum sowie Dr. Timo Ahlers, Dr. Kathrin Schweiger und Dr. Anna-Lena Scherger.

Die Summer School findet im Umfeld des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ in englischer und deutscher Sprache statt. Die Veranstaltung wurde vom Zentrum für Bildungsintegration ermöglicht sowie vom Institut für deutsche Sprache und Literatur gefördert.

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news-16370 Tue, 30 Jul 2019 13:26:00 +0200 Soziale Dienste: Dualer Masterstudiengang an Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/soziale-dienste-dualer-masterstudiengang-startet/ Zum Wintersemester 2019/2020 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste universitäre berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Die Studierenden können sich auf „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“ spezialisieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!). Soziale Dienste studieren:
Jetzt bis 15.9.2019 bewerben

Die Universität Hildesheim bietet den bundesweit ersten berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an. Das Studium bereitet Berufstätige auf eine hoch qualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor.

Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort bis zum 15. September 2019  (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium beginnt im Herbst 2019.

Beruf und Studium kombinieren

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Das bestätigen Praxispartner der Hildesheimer Universität. Dr. Stefan Henniger, Chefarzt Psychosomatik der Median Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, sagt: „In der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation stehen wir Menschen zur Seite, die sich in einer komplexen Lebenskrise oder Neuorientierung nach körperlicher Erkrankung befinden. Neben dem sich Einfühlen, Mitfühlen und Aushalten von schwierigen Bedingungen und Kontexten benötigen wir ein sozialmedizinisches Denken und Handeln, welches sich erst in der Verbindung zwischen profundem Wissen und Praxiserfahrung entfalten kann. Die Kooperation mit dem dualen Masterstudiengang Soziale Dienste der Universität Hildesheim sehen wir als wichtige Bereicherung unseres multiprofessionellen Teams, um in unserem Haus eine bestmögliche bio-psycho-soziale Behandlung anzubieten.“

„Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Mit dem neuen Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

Schwerpunkte im Studium sind „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung.

Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang sind online abrufbar.

Sie haben Fragen zum Masterstudiengang? Sprechen Sie uns gerne an!

Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. September 2019 (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Was ist ein berufsintegrierender Masterstudiengang?

Es handelt sich um den bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang. Viele der bisherigen Angebote sind von Fachhochschulen oder privaten Hochschulen. Die Angebote von Universitäten sind bisher entweder Weiterbildungsmaster und damit nicht grundständig oder nur praxis- oder berufsbegleitend, d.h. Beruftätigkeit ist nebenbei möglich oder erwünscht.

„In unserem Fall bedeutet berufsintegrierend, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Unser Studienangebot ist in der spezifischen Kombination von Master, berufsintegrierend und Universität einmalig“, erläutert Professorin Inga Truschkat.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-17214 Wed, 24 Jul 2019 08:21:00 +0200 Ägypten: Zusammenarbeit mit der Universität Minia https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/aegyptische-delegation-der-universitaet-minia-zu-gast-in-hildesheim/ Eine Delegation der Universität Minia, Ägypten, hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht. Die Hochschulen haben sich darauf verständigt, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und den Studierendenaustausch zu befördern. „People help each other, this is a value. A value of the life. That is the big value, that is why we are expanding up our international cooperations.“

Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, President of University of Minia, Egypt, during his visit at University of Hildesheim

„Die Universität Minia ist interessiert an einer Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim. Für uns ist die internationale Zusammenarbeit ein wichtiger Wert, Menschen helfen einander und arbeiten zusammen, das ist ein Wert des Lebens. Wir haben 60.000 Studierende, einige sind sehr daran interessiert, Sprachen zu studieren. Eine Kooperation in den Sprachwissenschaften ist für die Studierenden und Lehrenden ein Gewinn. Die Kooperation ist eine Chance für unsere Masterstudierenden, die in Minia Germanistik studieren“, sagt Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, Präsident der Universität Minia und ein Spezialist für Energiewirtschaft.

Gemeinsam mit seinen Wissenschaftskollegen Professor Mohamed Galal Hassan Shehata, Vizepräsident und Spezialist für Umweltschutz und kulturelle Bildung, sowie Professor Hussein Mohamed Ali Ibrahim, Koordinator des „German Project“ und Experte für Restaurierung und Denkmalpflege besuchte Abdelrahman Ahmed die Universität Hildesheim, um über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen.

Die Universitäten knüpfen dabei an eine frühere Zusammearbeit an, es besteht ein Kooperationsvertrag aus den 1980er Jahren. Mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum, das für seine ägyptische Sammlung und wissenschaftlichen Projekte in Ägypten international bekannt und für die Hildesheimer Unviersität einer der bedeutsamsten Kooperationspartner ist, bestehen bereits enge Kooperationen nach Minia, weshalb Professorin Regine Schulz, Direktorin des Museums und Ägyptologin, die Delegation begleitete und die Zusammenarbeit aktiv unterstützt.

Ziel der Gespräche zwischen Minia und Hildesheim ist es, Kooperationsmöglichkeiten in Forschung, Studium und Lehre zu diskutieren und den internationalen Studierendenaustausch zu befördern.

Zusammenarbeit in den Sprachwissenschaften: In Minia, südlich von Kairo, werden Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch erforscht

Die Universität Minia liegt etwa 250 km südlich von Kairo am westlichen Ufer des Nil. Mit der ägyptischen Provinz pflegt die Stadt Hildesheim seit 40 Jahren eine Partnerschaft. 60.000 Studentinnen und Studenten lernen an der Universität Minia, zum Beispiel an der „Faculty of Engineering“, der „Faculty of Computers and Information“, der „Faculty of Agriculture“, der „Faculty of Arts and Human Sciences“, der „Faculty of Fine Arts“, der „Faculty of Early Children Education“, der „Faculty of Art Education“ und an der „Faculty of Alsun“, wo Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch gelehrt und erforscht werden.

Etwa 800 Studierende – darunter 30 Deutschstudierende – lernen an der Fakultät, die eine gute Chance bietet, um die Kooperation zwischen Hildesheim und Minia insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache aufzubauen. Auch in den Bereichen Kulturwissenschaften, Lehrerbildung, Erziehungswissenschaft, Informatik und Sportwissenschaft liegen Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen.

Universität Hildesheim möchte die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen

„Wir wollen die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen, die Internationalisierung ist eines unserer großen Ziele“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Universität Hildesheim pflegt Studienprogramme unter anderem mit der Pai Chai University in Daejeon und der Chungbuk National University in Chungbuk (Südkorea) in den Informationswissenschaften, mit der Staatlichen Universität Nowgorod (Russland) in den Sprachwissenschaften und mit der Université de Provence im französischen Marseille in den Kulturwissenschaften. Einen Teil des Studiums absolvieren die Studierenden in Hildesheim und einen Teil an der jeweiligen Partneruniversität. Der Studierendenaustausch mit der Partneruniversität Toluca in Mexiko wurde ausgebaut. Jüngst hat Professorin Elke Montanari mit der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität Kairo in Ägypten die Zusammenarbeit gestärkt und ein Team um Professorin Birgit Mandel und Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl hat einen Masterstudiengang in Kulturvermittlung und Kulturmanagement mit der Université Hassan II in Casablanca/Marokko aufgebaut. In der Informatik arbeitet ein Team um Professor Lars Schmidt-Thieme in einem englischsprachigen Masterprogramm „Data Analytics“ mit Studierenden aus 25 Ländern zusammen. Die Fachleute für Big Data setzen die Datenanalyse zum Beispiel ein, um ideale Fahrstrecken und Parkplatzlösungen für Autos zu berechnen oder um in Zusammenarbeit mit Archäologen Motive und Gestaltungsformen und deren Urheber in der altgriechischen Vasenmalerei zu identifizieren.

„Hildesheim ist eine überschaubare Stadt, Austauschstudierende kommen sehr schnell mit anderen Studentinnen und Studenten in Kontakt“, sagt Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationales an der Universität Hildesheim.

Die ägyptische Delegation wurde unter anderem von Oliver Rösner, Referent für Internationale Beziehungen im Büro des Oberbürgermeisters, begleitet. In Hildesheim wurde während des Besuchs der Delegation anlässlich der vierzigjährigen Städtepartnerschaft eine Brücke am Dammtor, die über den Seitenarm der Innerste führt, in „Minia-Brücke“ umbenannt. Während der Zeremonie brachte der Gouverneur von Minia, General Kassem Mohamed Hussein Kassem den Wunsch nach „noch mehr Austausch zwischen den beiden Partnerstädten“ Ausdruck. Für Ende des Jahres ist ein Gegenbesuch in Minia geplant.

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Pressemeldungen International Office Aktuelles IO Präsident
news-17132 Mon, 22 Jul 2019 13:28:00 +0200 Niedersachsen-Technikum: Uni Hildesheim möchte Mädchen für MINT-Berufe begeistern https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/niedersachsen-technikum-uni-hildesheim-moechte-maedchen-fuer-mint-berufe-begeistern/ Mädchen können sich bis zum 31. August 2019 für das Niedersachsen-Technikum bewerben. Das sechsmonatige vergütete Praktikum bietet Einblicke in naturwissenschaftliche und technische Berufe und wird durch ein Schnupperstudium an der Universität Hildesheim ergänzt. Bis zum 31. August 2019 können sich Mädchen für einen Platz im Niedersachsen-Technikum bewerben. Die Universität Hildesheim und regionale Unternehmen möchten gemeinsam Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern und bei der Berufsorientierung unterstützen.

Schülerinnen erleben in einem Praktikum in einem Unternehmen, wie zum Beispiel der Berufsalltag einer Ingenieurin oder Informatikerin aussieht. Parallel zur Unternehmenspraxis erhalten sie Einblick in technische und naturwissenschaftliche Studienfächer der Uni Hildesheim und nehmen zum Beispiel an Informatik-, Technik, oder Chemie-Seminaren teil. Das Praktikum dauert sechs Monate, wird vergütet und beginnt im September 2019.

Interessierte Schülerinnen wenden sich an Lina Melcher (Tel. 05121-883-40776, E-Mail: melcherl@uni-hildesheim.de). Die Noten oder das Vorwissen aus Leistungskursen sind keine Bedingungen für die Teilnahme. Entscheidend ist das Interesse der jeweiligen Schulabsolventin. Eine Bewerbung sollte bis zum 31. August 2019 eingereicht werden, Voraussetzung sind Abitur oder Fachabitur.

Niedersachsen Technikum

Informationen über Fachbereich 4 der Uni Hildesheim:
Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik Technik Biologie & Chemie Chemie
news-17130 Fri, 12 Jul 2019 11:41:00 +0200 Ohne Leidenschaft geht gar nichts: Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kulturpolitikprofessor-wolfgang-schneider/ Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik, hat die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik geprägt. Nun wurde der Wissenschaftler feierlich verabschiedet. Zur Verabschiedung sprachen auf dem Kulturcampus Forschungskolleginnen und Forschungskollegen unter anderem aus Beirut, Sōka, Maiduguri, Cape Coast und Casablanca. Hier lesen Sie ein ausführliches Interview mit dem Professor. Lesen Sie hier die Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich der Verabschiedung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider (PDF)

Lesetipp: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12.07.2019, Interview von Martina Prante, „Ohne Leidenschaft geht gar nichts / Deutschlands Mann für die Kulturpolitik: Wolfgang Schneider verlässt nach 22 Jahren die Domäne Marienburg / Ein Sensibelchen mit Durchsetzungsvermögen“

Lesetipp: Wochenzeitung Kehrwieder, 13.07.2019, Interview von Björn Stöckemann, „Die Kultur lebt auch auf dem Lande“ (Artikel online lesen, Seite 5, www.e-pages.dk/kehrwieder/195/)

 

„Wolfgang Schneider verbindet theoretisches Wissen mit kultureller Praxis, wissenschaftliche Kompetenz mit Politikberatung und kulturpolitischem Kommentar. Zu den 22 außerordentlich ertragreichen Jahren in Forschung und Lehre, Transfer und Kooperation und nicht zuletzt im Bereich der Internationalisierung zählte auch eine sehr erfolgreiche Teambildung. Die Schaffung der Professur für Kulturpolitik und die Einrichtung des Instituts für Kulturpolitik zählt zu den wichtigen Strukturentscheidungen der Universität Hildesheim. Beides gilt es auch in Zukunft zu bewahren.“

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

„It is beautiful to see so many colleagues from around the world today in Hildesheim. Wolfgang Schneider is a travelling salesman in culture, er ist ein Handelsreisender in Sachen Kultur. Er bringt etwas mit – seine Neugier und Menschenfreundlichkeit und den Willen, zusammenzuarbeiten und ist ein leidenschaftlicher Forscher.“ 

Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“

„Professor Wolfgang Schneider is opening invisible doors. I remember the moment I received a letter from Germany, he accepted me as a research candidate. Since then, many doors opened for me. I learned from him to encourage my students: Think how you can make your plans possible!“ 

Dr. Yuki Akino, Dokkyo University, Sōka, Japan

„Wir danken Ihnen für Ihre Zugewandtheit, den Respekt und die Wertschätzung.“ 

Dr. Katharina Schröck, Doktorandin

„We have worked together since 2008. The list of projects is long. We started with an exchange on theatre and media, then we designed a master program in Casablanca. We want to continue working together!“ 

Prof. Dr. Abdelkader Gonegai, Université Hassan II, Casablanca, Marokko

„He is moving forward – never standing still! Wolfgang Schneider is active in the academic sphere, but he has always tried to build bridges between theory and practice. He has always rolled up his sleeves and got actively involved.“

Prof. Dr. Susanne Keuchel, Präsidentin des Deutschen Kulturrats

„I witnessed him bringing people together – he is always home, wherever he is in the world. “

Dr. Helena Nassif, Al Mawred al Thaqafy, Beirut, Libanon

 

„Es braucht Leute, die mit Kenntnis immer wieder darauf beharren, dass Kultur nicht ‚nice to have‘ ist. Professor Wolfgang Schneider gelingt in Hildesheim eine anwendungsbezogene Betrachtung von Kultur, er bringt sein Wissen ein in die Stadt. In Hildesheim erkennen wir die positiven Effekte von kultureller Teilhabe und Bildung für unsere Gesellschaft an. Seine Erkenntnisse hat der regional und international geschätzte Wissenschaftler kontinuierlich in die Gesellschaft eingebracht. Hildesheim ist eine Stadt der Bildung und Kultur. Wolfgang Schneider macht darauf aufmerksam: Unsere Stadt möge das kreative Potential der Studierenden stärker nutzen. Im Namen der Stadt Hildesheim möchte ich ganz herzlich danken.“

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim

„Wir danken Ihnen für die grandiose Betreuung mit Herz.“ 

Dr. Aron Weigl, Doktorand

„Auf Wiedersehen. Hamba Kakuhle. Farewell. We wish you all the best in your journey. And remember, Wolfgang, you are loved.“

Doktorandinnen und Doktoranden der University of Maiduguri, Nigeria, und University of Cape Coast, Ghana, in einem Abschiedslied

Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Ein Gespräch mit Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik.

Herr Professor Schneider, ich erwische Sie gerade mitten bei der Arbeit.

Wir haben diese Woche unsere „Summer School“ des Masterstudiengangs „Cultural Policy and Cultural Management“ angesiedelt an der Université Hassan II in Casablanca in Marokko, da sind wir die Partneruniversität, zusammen mit der zivilgesellschaftlichen Organisation „Al Mawred Al Thaqafy“, die in Beirut sitzt und ein Netzwerk der Kulturpolitik in der arabischen Region ist. Professorin Birgit Mandel und ich sind Mitglieder des „steering committee“, das heißt wir haben uns um das Curriculum gekümmert und waren auch schon dort und haben unterrichtet. Die Studentinnen  und Studenten kommen aus verschiedenen arabischen Ländern.

Es ist der erste Masterstudiengang dieser Art in dieser Weltregion. Der Master in Casablanca ist eine Art Schwesterstudiengang der Hildesheimer Kulturwissenschaften?

Es geht darum, in der arabischen Region „capacity building“ im Bereich Kulturpolitik und Kulturmanagement zu entwickeln, damit wir nicht vom globalen Norden aus mit Workshops im globalen Süden aufschlagen, sondern dass hier das Feld der Kulturlandschaft von den Menschen vor Ort selbst organisiert wird und dass insbesondere in der Wissenschaft, also der Kulturpolitikforschung, eine neu Generation von Kulturpolitikakteuren heranwächst.

Herr Professor Schneider, Sie haben die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt. Am 12. Juli 2019 wurden Sie im Hohen Haus auf dem Kulturcampus feierlich verabschiedet. Mit welchem Gefühl verlassen Sie den Campus?

Naja, es ist nicht ganz leicht, loszulassen. Aber andererseits gehört es zur Verantwortung dazu, nicht nur das Wissen zu generieren, Erfahrungen auszutauschen und Diskurse zu führen, sondern es ist auch meine Verantwortung, zur richtigen Zeit Platz zu machen, damit auch in diesem Wissenschaftsbereich nicht nur ein Wechsel, sondern auch ein Wandel möglich ist.

Welche Bedeutung hat die kulturpolitische Forschung für die Gesellschaft?

Als ich 1997 anfing, gab es natürlich auch schon Kulturpolitik und das Wort wurde nicht in Hildesheim erfunden, aber erfunden haben wir tatsächlich ein Curriculum, erfunden haben wir tatsächlich Lehrmethoden, die in diesem Bereich einerseits die Theorie aus der Politikwissenschaft berücksichtigt und andererseits auf unserem Ansatz fußt, in den Künsten zu lernen, – das ist ja die Idee der Hildesheimer Kulturwissenschaften, die Theorie und Praxis miteinander zu kombinieren. Wir haben für die Kulturpolitikforschung in Deutschland dadurch einen Akzent gesetzt. Wir stellen fest, dass insbesondere in den letzten Jahren Literatur an vielen Stellen in diesem kleinen Fach veröffentlicht wurde und Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist, das es die Kulturpolitikforschung braucht.

Sie haben in den 22 Jahren an der Universität Hildesheim 50 Doktorandinnen und Doktoranden promoviert, Sie haben über 50 verschiedene Seminare gegeben, über 500 Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten betreut, 50 Bücher geschrieben und herausgegeben – all diese Arbeit, und das gehe ich auf das Spannungsverhältnis von Theorie und Praxis ein, ist etwas, was nicht nur für den Bücherschrank gedacht ist, sondern wirksam wird. Was haben Sie mit Ihrem Team und den Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern angestoßen?

Eine der Referenzquellen für Kulturpolitik in Deutschland ist der Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages, wo hier in Hildesheim viele Texte, ich möchte fast behaupten ein Fünftel der 500 Seiten, entstanden ist. Ich war als sachverständiges Mitglied Berichterstatter für Theaterpolitik, Kulturelle Bildung und Soziokultur. Das ist eine Form von Politikberatung gewesen, die sehr konkret eingewirkt hat in die Diskurse. Wir haben dafür gesorgt, dass es diese kulturpolitische Referenzquelle gibt, die in Deutschland auch nach zehn Jahren noch Bestand hat. Wir bemühen uns am Institut für Kulturpolitik stets darum, Desiderate aufzuspüren, es ist kein Zufall, dass ich eine Studienreihe  zur Auswärtigen Kulturpolitik angeboten bekommen habe beim renommierten Springer-Verlag in Wiesbaden. Da gab es hier und da Selbstdarstellungen, aber eine kritische Reflexion dessen, was in dem Feld der Kulturdiplomatie und des Kulturaustausches geschieht, das fehlte bislang. Ein drittes Beispiel: Wir bemühen uns, nicht nur die klassische Kulturpolitik der Kulturinstitutionen im urbanen Raum zu beforschen, sondern untersuchen gleichberechtigt Kultur im ländlichen Raum, das „Weißbuch für Breitenkultur“ ist ein Standardwerk, das darauf hinweist, dass es eine Kultur gibt zwischen Rathaus, Schule und Kirche in den kleinen Dörfern und dort Tausende von Gruppierungen selbstorganisiert, meistens ehrenamtlich, ihr kulturelles Leben gestalten.

Ihr Interesse galt in all diesen Jahren auch der Umgebung, Sie blicken in die Welt, aber haben Hildesheim und den Landkreis stets im Blick.

Naja, mein Einstieg hier in der Stadt war das „Kulturhandbuch Hildesheim“, in dem ich mit Studentinnen und Studenten 228 Einrichtungen, Institutionen und Vereine identifiziert habe, die hier in der Region aktiv Kulturarbeit betreiben. Das war der Ausgangspunkt darüber nachzudenken, welche Kulturpolitik braucht die Region. Wir mischen uns ein mit öffentlichen Vorträgen in der Stadt, haben während des 1200jährigen Jubiläums der Stadt diskutiert und begleiten den Bewerbungsprozess für die Kulturhauptstadt Europas 2025 wissenschaftlich. Da sind wir natürlich einerseits Lokalpatrioten, aber andererseits den anderen sieben Mitbewerbern verpflichtet und das ist ein Format, welches generell die Frage aufwirft: Braucht es so etwas wie eine Kulturentwicklungsplanung und wie viel Perspektive ist in diesem Feld in der Kommunalpolitik vorhanden?

Im Mittelpunkt der Hildesheimer Kulturwissenschaften, ob in Musik, Theater, Medien oder Philosophie und Literatur, stehen seit 40 Jahren die Künste und die Vernetzung von theoretischer und praktischer Arbeit. Prägt diese Nähe, dieser wuchs der Forschung aus den Künsten heraus auch die kulturpolitische Forschung?

Dass es überhaupt einen Lehrstuhl für Kulturpolitik gibt hier in Hildesheim, war eine konzertierte Aktion der künstlerischen Fächer. Es war Konsens, dass es etwas zwischen diesen Instituten geben muss: Kulturpolitik, Kulturmanegement und Kulturelle Bildung wurden als Gegenstandsbereiche konstituiert. Wir hätten nie und nimmer diese erfolgreiche Arbeit machen können, wenn wir das nicht immer auch in der Auseinandersetzung mit den Künsten und in den Kulturwissenschaften betrieben hätten. Kulturpolitik ist zwar ein eigenes Fach, so kann ich doch nach 22 Jahren selbstbewusst behaupten, aber es ist integriert in einen Kontext und das sind die Gesellschaftspolitik und die Künste. Wir sind breit aufgestellt, mischen uns immer auch ein in die Debatten um die Theaterkunst, Museumspolitik oder in die Debatten über „Kultur für alle“.

Zur Verabschiedung sprechen in Hildesheim auch Forschungskolleginnen und Kollegen unter anderem aus Beirut, Libanon; Sōka, Japan; Casablanca, Marokko; Maiduguri, Nigeria and Cape Coast, Ghana. Sie haben stets die internationalen Kooperationen gepflegt und mit Ihrem Team am Institut für Kulturpolitik ausgebaut. Welche Bedeutung hat diese internationale Zusammenarbeit, gerade in der heutigen Zeit?

Naja, wir leben in einer Welt. Und das muss man in Deutschland hie und da noch lernen, wir sind nicht die Insel der Glückseligen sondern haben im globalen Kontext eine historische Rolle, die man nie vergessen darf. Das ist gerade jetzt wieder in der postkolonialen Debatte relevant – wem gehören die Artefakte, die in Museen ausgestellt werden, und die aus Zusammenhängen nach Deutschland gekommen sind, die keineswegs legal waren und aus Zeiten rühren, in denen der Ruf Deutschlands außerordentlich problematisch ist? Wir haben es in internationalen Kontexten immer damit zu tun, dass wir als sogenannte Exportnation wirtschaftliche Interessen haben, die begleitet werden müssen durch den kulturellen Austausch. Wir haben es als Vertreter einer Demokratie auch damit zu tun, uns um Menschenrechte zu kümmern, insbesondere um das Recht auf Kunst und Kultur, auf Teilnahme und Teilhabe. Das führt zwangsläufig dazu, dass wir das mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Welt diskutieren. Dass die UNESCO dies honoriert hat mit der zweimaligen Verleihung des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ ist eine große Ehre und war auch immer ein Auftrag – und den nehmen wir wahr an der Universität Hildesheim. Ich schätze die Weltgewandtheit des Präsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sehr. Ich hinterlasse am Institut ein gut bestelltes Feld von internationalen Beziehungen und Austausch, da wünsche ich mir zukünftig mehr. Ich wünsche mir, dass wir auf dem Campus noch internationaler werden, dass wir auch mehrere Sprachen sprechen. Aber immerhin haben wir einen bilateralen Masterstudiengang in Kulturvermittlung mit Marseille, den Masterstudiengang mit Casablanca, die DAAD-Graduate School mit Maiduguri und Cape Coast in Westafrika und hundert Beziehungen über Erasmus. Ich hoffe, das zukünftig noch mehr Studentinnen und Studenten aus der Welt nach Hildesheim kommen. 

In Ihrer Forschung beschäftigen Sie sich zum Beispiel mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen. Sie sagten einmal, während des Weltkongresses der Kulturpolitikforschung in Hildesheim, als 450 Fachleute aus 70 Ländern auf dem Kulturcampus tagten: Künstlerinnen und Künstler können Seismografen von Krisen sein, andererseits auch Sprachrohr. Was meinen Sie damit, was zeigen Ihre Forschungsergebnisse zur Analyse von Kunst und Kultur in Krisenzeiten?

Wir haben es erlebt im „Arabischen Frühling“ , dass Künstlerinnen und Künstler das Wort ergriffen haben für die Gesellschaft, dass sie Musik gemacht, getanzt, und Theater gespielt haben, dass Filme produziert und Graffitis gesprayt wurden, die dazu beigetragen haben, zu thematisieren, was in der Gesellschaft nicht richtig läuft. Wir wissen, das „freedom of expression“ ein großes Gut ist, bei uns Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes: Die Kunst ist frei. Das heißt diesen Freiraum muss Politik gewähren, damit nicht nur in Krisenzeiten Künstlerinnen und Künstler ihren Beitrag leisten, um in die Gesellschaft zu wirken und aufmerksam zu machen auf das, was schief läuft, und durchaus Visionen eines friedlichen Zusammenlebens zu entwickeln. Künstlerinnen und Künstler sind ein wesentlicher Bestandteil von gesellschaftlicher Entwicklung. 

Sie haben mit Ihrem Team um Dr. Daniel Gad das Netzwerk „Arts Rights Justice“ etabliert, arbeiten mit Künstlern, Kulturmanagerinnen, Menschenrechtlerinnen und Rechtsanwälten unter anderem aus Tadschikistan, Nigeria, Argentinien, Libyen, Simbabwe, Iran, Türkei, Ägypten, Indien, Japan, Schweden, Syrien, Brasilien, Afghanistan, Jemen und Bangladesch zusammen, und haben eine umfassende online zugängliche auf Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek (www.arj-library.de).  

Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass es Länder gibt, in denen keineswegs diese Freiheit gewährt wird. Im Gegenteil: Wir wissen von Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Künstlerinnen und Künstlern, dass sie verfolgt und inhaftiert werden, dass es Zensur gibt, dass man ihnen mit dem Tode droht, dass sie flüchten müssen. Es ist zunächst eine humanitäre Notsituation, aber auch eine Frage an die Kulturpolitik: Was kann zum Beispiel eine Künstlerresidenz leisten, als Schutzraum? Und was braucht es an nationalen und internationalen Instrumenten, um da einzugreifen, zu helfen und dies zukünftig zu vermeiden und Mechanismen zu entwickeln, die tatsächlich so etwas sind wie seismografische Erkenntnisse, die zum Handeln führen müssen. Wissenschaft hat eine Verantwortung, die Gefährdung der Freiheitsrechte zu beforschen und ihre Außerkraftsetzung anzuprangern.

Sie sind in Mainz geboren. Verraten Sie uns, warum haben Sie sich vor 22 Jahren für Hildesheim als Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden? Und waren Sie hier, in Hildesheim, zufrieden?

Also, ich sage immer: Ich war beruflicher Niedersachse und bin bekennender Hesse, tatsächlich in Mainz geboren. Das macht es mir hier nicht so einfach, weil der dortige Humor doch schon auch gewöhnungsbedürftig ist für die Mitmenschen rund um Hildesheim. Ich wurde berufen und ich bin nach wie vor dankbar denen, die mich hier hergeholt haben, besonders Hajo Kurzenberger. Ich muss zugeben, ich hatte vorher noch nicht viel von Hildesheim gehört. Ich werde Hildesheim als einfacher Professor für Kulturpolitik auch in Zukunft als wesentlichen Ort meiner Biografie sehen, weil ich hier mit Menschen zusammen kommen durfte, die mich immer wieder angeregt haben und die permanente Beschäftigung mit jungen Menschen hat mich glaube ich auch dahingehend geprägt, dass ich immer wieder versuche, neu zu denken und mit einer kritischen Distanz in unserer Welt Fragen zu stellen, statt nur einfache Antworten zu geben. 

Und wie geht es nun weiter? Was wünschen Sie den Kolleginnen und Kollegen in Hildesheim? Werden Sie den Kontakt nach Hildesheim halten?

Naja sicher! Ich habe den UNESCO-Lehrstuhl noch bis zum Jahr 2020, ich werde noch drei Forschungsprojekte zu Ende bringen und habe bis Ende des Jahres noch zwölf Masterarbeiten zu betreuen und ich nehme 20 Doktorandinnen und Doktoranden mit, die alle in den nächsten Jahren erfolgreich promoviert werden wollen. Das ist doch völlig klar! Ich wünsche mir, dass der Präsident und das Präsidiums und der kulturwissenschaftliche Fachbereich, so wie sie bisher mich unterstützt haben, auch meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin und die Zukunft des Instituts für Kulturpolitik auf dem Weg zur Internationalisierung unterstützen, aber auch die Arbeitsbedingungen, die nicht immer nur durch Befristungen sich ausdrücken – da darf gerne mehr investiert werden. Ich werde mich weiterhin mit der internationalen Kulturpolitik beschäftigen und mit dem anderen Pendant, der Kulturarbeit auf dem Lande, insbesondere mit den Transformationsprozessen von Heimatmuseen, mit der Rolle von Büchereien in kleineren Kommunen in Zeiten der Digitalisierung und mit der Rolle der Akteure, die vor Ort Kultur gestalten jenseits der institutionalisierten Hochkultur.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Fortwährender Einsatz für den Erhalt der kulturellen Vielfalt und für kulturelle Bildung: Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mit seiner Arbeit leistet der Hildesheimer Professor Wolfgang Schneider seit 1997 einen fortwährenden Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt, für kulturelle Bildung sowie für die Wertschätzung von Künstlerinnen und Künstlern. Schneider forscht und lehrt seit über 20 Jahren als Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter anderem in den Bereichen Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturelle Bildung, Kommunale Kulturpolitik, Auswärtige Kulturpolitik sowie Kulturpolitik für Kinder und Theaterpolitik. Er wird am 12. Juli 2019 in einer Feierstunde am Kulturcampus in Hildesheim verabschiedet. 

Für seine besonderen Verdienste wurde der Kulturwissenschaftler Professor Wolfgang Schneider mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Mit der Ehrung wurden die besonderen Verdienste des Hildesheimer Kulturpolitikforschers für die Gesellschaft gewürdigt, hierzu zählen sein herausragender Einsatz für kulturelle Bildung und kulturelle Vielfalt, für das Kinderrecht auf Teilhabe an Kunst und Kultur, für die Wertschätzung und Förderung der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland und für den internationalen Austausch. 

Wolfgang Schneider wurde am 12. Juli 1954 in Mainz geboren. Nach dem Studium und der Promotion am Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt gründete er 1989 das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, entwickelte den Deutschen Kindertheaterpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. 1997 gründete er das Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. In Hildesheim setzte sich Schneider für die Schaffung der deutschlandweit einzigen Professur für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters (seit 2011) ein. Seit zwei Jahrzehnten ist Wolfgang Schneider Vorsitzender des Netzwerks der Kinder- und Jugendtheater. Von 2003 bis 2007 wirkte er in der Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ mit. Seit 2012 ist er Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“. In seiner Forschung befasst sich der Wissenschaftler unter anderem mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen und analysiert Kunst und Kultur in Krisenzeiten.

Mit der Universität in Aix und Marseille wurde 2003 das Doppeldiplom in „Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art“ eingerichtet. Der internationale Studiengang wird seit 2011 als Doppelmaster angeboten. Parallel dazu erfolgte der Aufbau einer internationalen Bachelor-Studienvariante „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“. Zusammen mit Daniel Gad und Birgit Mandel beriet Schneider die marokkanische Universität Hassan II in Casablanca beim Aufbau des ersten panarabischen Masterstudiengangs „Cultural Policy and Management“.

Als  Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs war Wolfgang Schneider unter anderem verantwortlich für die Gestaltung des Kulturcampus und die Gestaltung des Bologna-Prozesses – von Diplom auf Bachelor und Master. Der Kern ist, dass im Mittelpunkt der Kulturwissenschaften die Künste stehen, die Vernetzung von Theorie und Praxis, und dass es ein Spinnen in einem Netzwerk ist, das die Studierenden befähigt, im Arbeitsmarkt anzukommen.

Die Einrichtung einer eigenen Universitätsprofessur mit der Denomination „Kulturpolitik“ geht zurück auf Diskussionen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zu den Initiatoren zählten die Theaterwissenschaftler Hajo Kurzenberger und Hartwin Gromes. Im Jahr 1994 wurde die Professur ausgeschrieben. Mit Wirkung zum 1. März 1997 wurde die erste Universitätsprofessur für Kulturpolitik in Deutschland besetzt.

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news-17127 Thu, 11 Jul 2019 07:30:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Sprachexpertinnen und Sprachexperten aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-sprachexpertinnen-und-sprachexperten-aus/ Für diese Masterstudiengänge am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ können sich Studieninteressierte zum Wintersemester 2019/20 derzeit noch bewerben: „Barrierefreie Kommunikation“ , „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“, „Medientext und Medienübersetzen“, „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“, „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“, „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Bewerben und Einschreiben
an der Universität Hildesheim

Am Bühler-Campus bildet die Universität Hildesheim Expertinnen und Experten für Sprachen, Kommunikation und Informationsmanagement aus. Dies sind die Masterstudiengänge des Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften, für die eine Bewerbung zum Wintersemester 2019 jetzt noch möglich ist:

„Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ studieren

Der Masterstudiengang „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ bildet Expertinnen und Experten für interkulturelle Situationen aus, in denen mit gesprochener und geschriebener Sprache in unterschiedlichen Institutionen – zum Beispiel der öffentlichen Hand, in Nichtregierungsorganisationen oder in Institutionen der Wirtschaft – kulturübergreifend gehandelt wird. Inhalte des Studiums sind u.a. Kenntnisse über migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kommunikation in unterschiedlichen Texten und Diskursen sowie Phänomene des Kultur- und Sprachkontakts.
BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT +++++ Bewerbung bis 01.09.2019 möglich +++

„Barrierefreie Kommunikation“ studieren

Die Universität Hildesheim bildet im zweijährigen Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ Fachleute für die barrierefreie Aufbereitung von Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten aus. Zu den Studieninhalten dieses Masterstudiengangs zählen neben den Grundlagen der barrierefreien Kommunikation auch Leichte Sprache, Einfache Sprache, Schriftdolmetschen, Unterstützte Kommunikation und assistive Technologien, barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation sowie Gebärdensprache.
Bewerbungsfrist: 01.09.2019

„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

In unserer globalisierten Welt sind im Bereich der Fachkommunikation Fachleute gefragt, die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit mit soliden und speziell auf ihre beruflichen Belange ausgerichteten technischen Kenntnissen verbinden. Beim professionellen Übersetzen wie auch in der technischen Redaktion geht es heute zu einem großen Teil um technische Inhalte. Während des zweijährigen Masterstudiums „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten auf das Übersetzen und/oder Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext. Das Studium kombiniert sprachlich-übersetzerische und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte.
Bewerbungsfrist: 31.08.2019

„Medientext und Medienübersetzen“ studieren

Mit dem Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzen“ bietet die Universität Hildesheim einen deutschlandweit einzigartigen Studiengang an, der Übersetzungswissenschaft, Medienlinguistik und Medienwissenschaft verbindet. Studentinnen und Studenten können sich unter anderem in den Bereichen audiovisuelle Übersetzung wie Untertitelung und Synchronisation, barrierefreie Kommunikation sowie interne Unternehmenskommunikation spezialisieren.
Bewerbungsfrist: 01.09.2019

„Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“ studieren

Internationalisierung und moderne Kommunikationstechnologien sind aus dem heutigen Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Der bundesweit einmalige Masterstudiengang „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“ an der Universität Hildesheim bezieht interkulturelle Kommunikation auf das Wissensmanagement. Er qualifiziert in besonderer Weise für die sprachliche und kulturelle Vielfalt der internationalen und vernetzten Arbeitswelt. Denn international agierende Unternehmen müssen sowohl mit Informationssystemen als auch mit der Verschiedenheit von Sprachen und Kulturen umgehen können. Der Studiengang vermittelt vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten für informationswissenschaftliche und linguistische Tätigkeiten in einem mehrsprachigen Umfeld.
Bewerbungsfrist: 15.07.2019

„Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ studieren

Die Universität Hildesheim bildet Expertinnen und Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen, Hochschulen und in Verlagen, in der Bildungsplanung in Behörden, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. Der Studiengang kann auch berufsbegleitend und in Teilzeit studiert werden, zum Beispiel begleitend zu einer Lehrtätigkeit. Die Universität arbeitet in dem Studiengang mit regionalen und internationalen Partnern zusammen. In der Praxisphase absolvieren Studentinnen und Studenten mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“ Auslandspraktika an Partnerhochschulen weltweit, etwa an Universitäten in Ungarn, Litauen, Italien, China oder México.
Bewerbungsfrist: 15.07.2019

Hier gelangen Sie zur Online-Bewerbung und erhalten Informationen zu den Bewerbungsfristen:

www.uni-hildesheim.de/studium/bewerbung/bewerbung/

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news-17124 Tue, 09 Jul 2019 16:11:16 +0200 „Uns interessiert die türkische Sprache in Europa als Thema in der Wissenschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uns-interessiert-die-tuerkische-sprache-in-europa-als-thema-in-der-wissenschaft/ In dieser Woche tagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Norwegen, Großbritannien, der Türkei und Deutschland an der Universität Hildesheim. Die Fachleute befassen sich mit der türkischen Sprache in Europa. Auf dem internationalen Workshop „Turkish in Europe“ an der Universität Hildesheim vernetzen sich die Fachleute aus Sprachwissenschaft, Psychologie und Pädagogik, um ihre Forschung zu diskutieren.

Guelsen Yilmaz stellt zum Beispiel die Frage: „How much variation disqualifies the heritage speaker’s nativeness?“, Christoph Schroeder und Kateryna Iefremenko referieren zum Thema „The post-verbal position in Turkish in two contact settings: Turkish-German bilinguals in Germany and Turkish-Kurdish bilinguals in Turkey“ und Işıl Erduyan spricht über „Turkish heritage speakers in Germany“. Zudem findet ein Austausch mit Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationalisierung, statt.

„Die Community der Türkisch sprechenden Personen in Europa ist riesig. Es ist ein Ziel, die Chancen der Mehrsprachigkeit aufzuzeigen, die für die Gesellschaft in der Vielfalt liegen“

Interview mit Prof. Dr. Elke Montanari
Professorin für Deutsch als Zweitsprache 

Frau Professorin Montanari, in Hildesheim kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum internationalen Workshop „Turkish in Europe“ zusammen. Was ist das Ziel der Tagung?

Wir wollen uns in Europa vernetzen mit Forscherinnen und Forschern, die sich mit der Entwicklung der türkischen Sprache beschäftigen. Wichtige Forschungsfragen sind zum Beispiel: Wie verändert sich das Türkische bei den Türkischsprecherinnen und Türkischsprechern, die nicht in der Türkei wohnen? Wir stellen fest, dass sie einen anderen sprachlichen Input haben, als Menschen, die in Istanbul, Antalya oder Ankara leben und arbeiten. Guelsen Yilmaz, Sprachwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin, beobachtet diese Variationen im Türkischen von Personen, die außerhalb der Türkei leben.

Eine andere, viel diskutierte Frage ist: Wie gehen wir mit den Herkunftssprachen um? Die Sprache von jemandem, der in Berlin oder Paris lebt, kann sich durchaus in einigen Bereichen unterscheiden von der Sprache, die jemand spricht, der in der Türkei zur Schule gegangen ist, dort lebt und arbeitet. Dabei ist eine Herkunftssprache, wobei schon dieses Wort umstritten ist, ebenso eine Muttersprache, eine Erstsprache für das Kind, das damit aufwächst, wie für jedes andere Kind auch die Sprache in den ersten Lebensjahren, die Sprache der engsten Bezugspersonen.

Ein Beitrag befasst sich mit der Frage, welchen Wert die Gesellschaft der Sprache entgegenbringt.

Was ist Sprachprestige, und wie gehen wir in Deutschland mit dem Prestige der Sprache Türkisch um? Mit diesem Thema befasst sich Dr. Yasemin Dayıoğlu-Yücel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Hildesheim. Welche Wertigkeit wird der türkischen Sprache in Bildungsinstitutionen, in der Umgebung, in der Familie entgegengebracht? Wie gut ist unser Umgang mit der Vielfältigkeit von Sprachen? Das sind Fragen, die uns sehr beschäftigen.

An der Konferenz nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher linguistischer Disziplinen teil wie Soziolinguistik, Zweisprachigkeit, Spracherwerb, Psycholinguistik und Pädagogik. Warum ist diese interdisziplinäre Forschung wichtig?

Wir brauchen die unterschiedlichen Blickrichtungen. Wir sehen darin einen Mehrwert, zu untersuchen, wie zum Beispiel der Sprachgebrauch mit mentalen Dimensionen, mit der Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses und der Intelligenz, mit der sich die Psycholinguistik befasst, zusammenhängt. Und was sind Schlussfolgerungen für die Pädagogik? Für die Gesellschaft? Das geht nur interdisziplinär.

Sie erforschen seit vielen Jahren, wie Kinder und Erwachsene das Deutsche als zweite Sprache lernen und wie sie mehrsprachig aufwachsen und mit vielen Sprachen leben. Sie befragen etwa in Schulen mehrsprachig aufwachsende Kinder, untersuchen den Wortschatz und das mentale Lexikon. Welche Rolle spielt dabei die türkische Sprache in Ihrer Forschung?

Die Community der Türkisch sprechenden Personen in Europa ist riesig. Wir haben sehr viele Sprecherinnen und Sprecher in Deutschland, in Frankreich und in anderen Ländern mit türkischem Hintergrund. In Deutschland ist es die nach wie vor größte Community, mit sehr engagierter Elternarbeit. Menschen mit türkischen Wurzeln sind in der Studierendenschaft und in der Dozentenschaft präsent, gerade auch in der Stiftung Universität Hildesheim. Es hat eine zentrale Bedeutung, dass wir gemeinsam Fragestellungen in der Forschung und in der Lehre entwickeln, wie es zum Beispiel im Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ und in vielen weiteren Studiengängen dieser Universität geschieht. Es ist ein Ziel, die Chancen der Mehrsprachigkeit aufzuzeigen, die für die Gesellschaft in der Vielfalt liegen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Studium

Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

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news-17096 Tue, 09 Jul 2019 07:33:00 +0200 Bewerbung um einen Studienplatz: „Last-Minute-Service“ der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bewerbung-um-einen-studienplatz-last-minute-service-der-uni-hildesheim/ Beim „Last-Minute-Service“ können Studieninteressierte an der Universität Hildesheim am Montag, den 15. Juli 2019, persönlich ihre Bewerbungsunterlagen abgeben. Der Vorteil: Sie können direkt prüfen lassen, ob alle Unterlagen vollständig sind. Das Angebot des Immatrikulationsamtes wurde in den Vorjahren stark nachgefragt. Die heiße Phase der Bewerbung um einen Studienplatz für einen Studienstart zum Wintersemester 2019/20 läuft derzeit. Täglich erreichen das Immatrikulationsamt und die Zentrale Studienberatung in Hildesheim zahlreiche Anrufe und E-Mails.

Immatrikulationsamt bietet „Last-Minute-Service“ am Montag, 15. Juli 2019, an

Am letzten Tag der Bewerbungsfrist, am Montag, 15. Juli 2019, können Studieninteressierte persönlich ihre Bewerbungsunterlagen an der Universität Hildesheim abgeben. Bewerberinnen und Bewerber haben an diesem Tag von 10:00 bis 18:00 Uhr die Möglichkeit, im Erdgeschoss des Forums am Hauptcampus am Universitätsplatz 1 in Hildesheim ihre Bewerbung einzureichen, Unterlagen nachzureichen und Fragen vor Ort zu klären.

„Unser Service zum Bewerbungsendspurt wird immer sehr gut angenommen. Wir haben viele positive Rückmeldungen von Studieninteressierten und Eltern erhalten, die den persönlichen Erstkontakt zu uns in angenehmer Atmosphäre schätzen“, sagt Markus Flohr, Leiter des Immatrikulationsamtes.

In Hildesheim können Studentinnen und Studenten zum Beispiel Lehramt, Informatik, Internationale Kommunikation und Übersetzen, Kulturwissenschaften, Umweltsicherung, Sozial- und Organisationspädagogik oder Internationales Informationsmanagement studieren.

Infoline der Studienberatung: Hier können Sie Ihre Fragen zum Bewerbungs-, Zulassungs- und Einschreibverfahren klären

Wer nicht in Hildesheim sein kann, erreicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Fragen zum Bewerbungs-, Zulassungs- und Einschreibverfahren auch telefonisch und per E-Mail (Infoline der Studienberatung, Telefon 05121 883 55555, montags bis donnerstags 09:30 bis 17:00 Uhr und freitags 09:30 bis 14:00 Uhr, E-Mail infoline@uni-hildesheim.de).

Die reguläre Bewerbungsfrist der meisten Bachelor- und Masterstudiengänge endet am 15. Juli 2019. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Alle relevanten Informationen zur Bewerbung, Zulassung und Einschreibung sowie den Zugang zum Online-Bewerbungsportal finden Studieninteressierte im Internet: www.uni-hildesheim.de/bewerbung

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Pressemeldungen
news-17109 Mon, 08 Jul 2019 08:44:00 +0200 Masterstudiengang Kulturvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/masterstudiengang-kulturvermittlung/ Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik. Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Lehrforschungsprojekten und Kooperationen mit vielfältiger Praxisorganisationen und Dachverbänden, von der kulturpolitischen Gesellschaft über die Bundesvereinigung kulturelle Bildung bis zu den Goethe-Instituten weltweit, können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 1. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 1. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

+++ Infoveranstaltung am Dienstag, 9. Juli 2019 +++

Ein persönliches Bild vom Studiengang „Kulturvermittlung“ können sich Studieninteressierte am Dienstag, 9. Juli 2019, von 14:00 bis 17:00 Uhr machen. Die Infoveranstaltung findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in der Bibliothek des Weißes Hauses (Domänenstraße, 31141 Hildesheim) statt.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Studierendenportal
news-17104 Mon, 08 Jul 2019 08:23:00 +0200 Exkursion nach Brüssel: Kenntnisse über die EU vertiefen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/exkursion-nach-bruessel-kenntnisse-ueber-die-eu-vertiefen/ Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim informierten sich während einer Exkursion in Brüssel über die europäischen Institutionen und ihr Funktionieren.

Durch die vom Fach Politikwissenschaft seit mehreren Jahren durchgeführte Exkursion zu den EU-Institutionen in Brüssel soll allen Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kenntnisse über die EU zu vertiefen.

Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle hat die europäische Integration als „das erfolgreichste Friedensprojekt der (neueren) Geschichte“ bezeichnet. Diese Sichtweise auf die EU gilt es vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an der Europäischen Union, die zunehmend sowohl von linken, als auch von rechten Kräften geäußert wird, offensiv zu vertreten, so die Hildesheimer Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler.

Die Studierenden der Universität Hildesheim, die später als Meinungsmultiplikatoren in Schulen und in anderen Institutionen tätig sein werden, sollen gegen populistische Kritik an der EU immunisiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen haben sich 18 Studierende, angeleitet von Professorin Marianne Kneuer und Mario Datts, in Brüssel mit der Geschichte der EU, ihren Institutionen und den Menschen beschäftigt, die die EU geprägt haben und gegenwärtig prägen. Die Gruppe aus Hildesheim traf auch EU-Parlamentsabgeordnete.

Die Exkursion wird (voraussichtlich) im kommenden Sommersemester erneut stattfinden. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Mario Datts (mario.datts@uni-hildesheim.de).

Wie war's in Brüssel?
Digitale Logbüchern von Studierenden mit Eindrücken aus Brüssel

„Neben dem EU Parlament ist das sogenannte Planetarium, ein Austellungs- und Informationscenter über das Parlament. Inspiriert von historischen Zitaten bewegten wir uns durch die Ausstellung und begriffen ein weiteres Mal, wo die EU herkommt und wo sie mit unserer Hilfe hinkommen kann.“

Zitat eines Studenten

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Pressemeldungen
news-17105 Thu, 04 Jul 2019 07:50:00 +0200 90. Geburtstag: Politikwissenschaftler Professor Gottfried Leder https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/90-geburtstag-politikwissenschaftler-professor-gottfried-leder/ Professor Dr. em. Gottfried Leder, ein geistreicher Beobachter des politischen Zeitgeschehens und Begründer der Politischen Wissenschaft in Hildesheim, wird 90 Jahre alt. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler hat am 4. Juli 2019 Geburtstag. LESETIPP: Einen weiteren Artikel über Professor Gottfried Leder lesen Sie auch in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Juli 2019.

Gottfried Leder wurde am 4. Juli 1929 in Berlin geboren. Nach Evakuierung und der Flucht aus Oberschlesien gelangte er im Frühjahr 1945 nach Niedersachsen und legte 1948 das Abitur in Peine ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Georg-August-Universität in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften.

1955 promovierte er bei Rudolf Smend, einem der bedeutenden Staatsrechtslehrer der Weimarer Jahre und der Nachkriegszeit, zum Doctor juris. Mit seiner Dissertation „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ betrat Leder zu diesem Zeitpunkt juristisches und politisches Neuland. In das Jahr der Promotion fiel der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO und das Wehrpflichtgesetz wurde erst im Folgejahr vom Bundestag beschlossen. Gewissen und Widerspruch haben den Wissenschaftler fortan immer sehr beschäftigt. 1960 bis 1961 war er im Bundespräsidialamt in Bonn im Referententeam des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten.

Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim

Leder war der Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim. Er begründete als erster Lehrstuhlinhaber im Oktober 1961 das Fach Politische Wissenschaft an der damaligen Pädagogischen Hochschule Alfeld.

1970 kam Leder mit 20 Kollegen aus Alfeld nach Hildesheim, wo er die Politikwissenschaft an der Hochschule und später Universität Hildesheim prägte. Leder gehörte mit der Berufung 1961 als der Jüngste zum Kreis der Hochschullehrer, die das Fach in Niedersachsen als Grundwissenschaft aufgebaut und in die Lehramtsausbildung integriert haben. In zahlreichen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Senats, hat er tatkräftig an der Weiterentwicklung von der Pädagogischen Hochschule zur selbstständigen Wissenschaftlichen Hochschule und schließlich zur Universität beigetragen.

Forschung zu Gewissen und Widerspruch

Als Hochschullehrer bemühte sich Leder bis zu seiner Pension 1991 stets um Fairness und Gerechtigkeit und förderte die Einübung präzisen Denkens und die Fähigkeit zur Begründung von Positionen.

Neben der Forschung und Lehre hat Gottfried Leder vielfältige gesellschaftspolitische Aufgaben wahrgenommen, etwa im Niedersächsischen Landesausschuss für Erwachsenenbildung und im Beirat des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung und war Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung beim Bundesministerium für Verteidigung.

Er engagierte sich zudem in zahlreichen kirchlichen Gremien. Über 30 Jahre gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an, wo er Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Kommissionen war. 1999 wurde der Politologe mit der Bistumsmedaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Anfang der 1970er Jahre hat er an der Würzburger Synode, der gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer, teilgenommen.

2019 ist jüngst im LIT-Verlag das Buch „Bei Unrecht: Widerspruch!“ von Gottfried Leder erschienen.

Im Gespräch

Interview mit Professor Dr. em. Gottfried Leder

Herr Professor Leder, Sie sind Begründer der Wissenschaft der Politik in Hildesheim. Was bedeutet es, die Politikwissenschaft als eine Grundwissenschaft aufzubauen?

Die Politische Wissenschaft als Fach gab es damals an den Pädagogischen Hochschulen überhaupt noch nicht. Die Kultusministerkonferenz entschied damals Ende der 1950er Jahre, an jeder der acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen einen Lehrstuhl zu errichten, weil das erste Mal die NPD als Partei einen gewaltigen Schub bei den Landtagswahlen gemacht hat. Da wurde beschlossen: Wir müssen die Gegenwehr gegen diese Rechtsbewegung bei der Jugend anfangen – das wiederholt sich alles in der Geschichte. Und wenn man bei der Jugend anfangen möchte, muss man bei den Lehrerinnen und Lehrern anfangen. Und auf diese Weise wurde in allen pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen das Fach der politischen Wissenschaft eingerichtet, in den vier größeren 1960, und in den kleineren 1961. Es gab aber nicht genug Leute für diese Lehrstühle, die habilitiert waren. Den Hochschulen wurde gesagt: Schaut euch um, wenn ihr jemanden kennt, der promoviert und geeignet ist, dann ladet ihn in die Hochschulen ein und macht Check-Seminare.

Sie waren 32. Das trauten Sie sich zu?

Ich war damals noch im Bundespräsidialamt in Bonn. Ich war 32 Jahre jung und stellte mich in Alfeld vor. So ist es gewesen. Ich stand in zwei anderen Hochschulen auch noch auf der Dreier-Liste der möglichen Kandidaten. Ich wurde dann ernannt und war zunächst allein, als Assistent bot sich ein Lehrer an. Ich begann bei Null. Was ich als Bestand in Alfeld vorfand war eine Weimarer Verfassung und das Grundgesetz und 3000 D-Mark als Startkapital für den Aufbau einer Abteilung Politikwissenschaft in der kleinen Hochschulbibliothek. Ich traf auf eine wahnsinnig freundliche Kollegenschaft, die sich halb umbrachte, um mir zu helfen und zwischendurch fragte, was das eigentlich ist, was ich in der Politikwissenschaft mache. Wir waren 20 Dozenten in Alfeld.

Was haben Sie Ihren Alfelder Kollegen und Ihrer Kollegin denn geantwortet, was ist Politikwissenschaft?

Ich habe verdeutlicht, dass und warum die Politische Wissenschaft eine Wissenschaft ist und dass ich nicht hierher geschickt worden bin, Politik zu machen. Es ist die Wissenschaft, die den Gegenstand der Politik hat und alles, was politisch ist, ist ihr Objekt. Politische Wissenschaft treibt also keine Politik, sondern analysiert sie. Was nicht ausschließt, erstens, dass auch der Politikwissenschaftler eine politische Überzeugung hat und was die Frage aufwirft, ob Politikwissenschaft eine wertfreie Wissenschaft sein könnte. Das war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine große Debatte. Der Soziologe Max Weber hat die These von der Wertfreiheit der Politikwissenschaft einerseits glühend verteidigt und andererseits gibt es in seinen Schriften Passagen, in denen er darlegt, Politik ist natürlich auch eine wertende Wissenschaft. Wenn wir von „guter" oder „schlechter" Politik reden, fangen wir schon an mit dem Urteil. Ich kann das, was andere sagen, nicht sofort mit einer Haube der politischen Überzeugung beurteilen. Zunächst einmal muss die Analyse kommen.

Herr Professor Leder, seit 28 Jahren sind Sie im Ruhestand. Ihr Interesse an Politik, an Philosophie und Zeitgeschichte ist ungebremst, auch im hohen Alter haben Sie noch einen Aufsatz über Gewissen und Gehorsam geschrieben. Nun feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Verraten Sie uns Ihre Lebensphilosophie, wie bleibt man so wach im Geiste und so aufmerksam?

Seien Sie mir nicht böse, aber das kann ich nicht beantworten. Wie bleibt man so wach und aufmerksam? Ich danke jeden Tag dafür, das ich's bin. Wie man dazu kommt, merkt man ja nicht. Wenn man das Glück hat, merkt man es gelegentlich, weil jemand sagt: „Der ist noch ganz fit."

Ich weiß natürlich, dass ich ein wunderbares Elternhaus, aufgeschlossen und interessiert an allem, gehabt habe und sehr jung erfahren habe, dass es auf der Welt sehr schlimme Dinge gibt. Meine Eltern waren beide absolut unbeleckt von jeder Sympathie für die Nazis. Ich bin 1929 geboren, ich war gerade vier Jahre alt, als sich die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 mit der Machtergreifung durchsetzten. Ich erzähle Ihnen eine verbürgtes Geschehen: Wie ich fünf Jahre alt war, 1934, war ich für ein Viertel Jahr bei meinen Großeltern in Breslau. An einem Abend, ich war von meiner Patentante schon ins Bett gebracht, fingen auf einmal die Glocken an zu läuten. Ich konnte nicht schlafen, bin in das Wohnzimmer der großen bürgerlichen Wohnung und habe mich beklagt, warum die Glocken so laut läuten. Mein Großvater sagte mir: „Weißt du, der Herr von Hindenburg, der Herr Reichspräsident ist gestorben." Ich reagierte, es war eine kindliche Reaktion: „Was denn, haben Sie jetzt den alten Mann auch noch umgebracht?“ Das war am 2. August 1934. Einige Monate zuvor, im Juni, hatte Hitler einen Putsch von SA-Leuten, seiner eigenen Truppe, niedergeschlagen, indem er seinen Freund Ernst Röhm, der Chef der SA, einer der obersten Nazis, hat erschießen lassen. Meine Eltern waren sehr intensiv katholisch und aufgeschlossen, sie wussten, 1935, 1936, 1937: Das gibt Krieg und es wird furchtbar. Sie wussten von Judenverfolgungen, ihre Freunde sind noch nach England entkommen. Als Fünfjähriger und in den folgenden Jahren habe ich eine schlimme Zeit erlebt. Ich konnte damals noch nicht Zeitung lesen, nur einzelne Worte. Das prägt mein ganzes Denken. Politik ist wahnsinnig spannend, aufregend und wichtig für uns alle, Politik kann schlecht sein und gut sein.

Eine andere Situation: Ich war 30 und Referent im persönlichen Büro des Bundespräsidenten in Bonn, ich war einer von zwei Assistenten und hatte wie ich angekommen war, am ersten Tag einen Auftrag erhalten, eine Tischrede zu entwerfen für die Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts. Vorgabe 8 Minuten. Das war ein Glücksfall. Verfassungsrecht hat mich in meinem Studium so intensiv beschäftigt. Als ich in das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten das erste Mal hinein kam, saßen wir uns direkt gegenüber, er hatte mein Redemanuskript vor sich liegen, nahm einen grünen Stift und fing an zu lesen. Auf einmal knurrte er, und wieder knurrte er: „So kann man das doch nicht sagen." Reflexartig bat ich um Entschuldigung. Der Bundespräsident legt seinen Stift hin, guckt mich an und sagt: „Herr Leder, warum entschuldigen Sie sich denn dauernd? Sie sind hier dazu da, mir zu widersprechen. Und wenn ich es dann anders mache, ist das nicht mehr Ihre Verantwortung." Ich habe manchmal in Fällen von Meinungsverschiedenheiten mit Räten und Assistenten später zu mir innerlich gesagt: „Du weißt, die sind hier da, um dir zu widersprechen. Und wenn du es anders machst, musst du es alleine verantworten." Ich habe daher nie einen ernsten Konflikt mit einem Mitarbeiter an der Universität gehabt.

Was bedeutet Wissenschaft für Ihr Leben? Wie hat die Politikwissenschaft Ihr Leben geprägt?

Wenn ich Politik lehren will und Wissenschaft betreiben will, muss ich objektive Sachverhalte erzählen. Gewissen und Widerspruch hat mich immer sehr beschäftigt. Ich habe sehr gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet, die aus anderen Wissenschaften stammen. Zwölf Jahre war ich Mitglied eines Gesprächskreises für wissenschaftliche Pädagogik, nahm an den Symposien teil, sprach in Münster über politische Bildung. Wie sieht ein Politikwissenschaftler politische Bildung und hält sie für notwendig? Politische Bildung hat mich immer interessiert, ich habe sie mit vielen Referaten im Jahr in Bildungsinstitutionen von Stuttgart bis Fulda betrieben. Abends hatte ich meinen Vortrag in Oldenburg mit Diskussion bis zehn Uhr, am Morgen war ich zurück in Hildesheim, um um 8:00 Uhr mein Seminar zu halten. Von zwei Operationen abgesehen war ich 7 Vorlesungstage im Laufe der 30 Jahre an der Universität krank.

Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Mich hat die Leidenschaft für politische Bildung und das innere Engagement mein Leben lang angetrieben. Demokratie ist ein Wert und die Parteien haben politische Funktionen in die Bevölkerung hinein. Wenn die Parteien heute wieder in einer Schwächephase stehen – was ganz ohne Frage ist und überhaupt noch nicht überwunden –, macht man sich seine Sorgen. Man kann Mitleid oder wenigstens Sympathie für Leute empfinden, die sich bestimmte Dinge zutrauen, dazu gewählt werden und dann von der eigenen Partei Stückchen um Stückchen in die Pfanne gehauen werden.

Meine Studentinnen und Studenten haben mir gesagt, dass ich anspruchsvoll sei, aber immer fair in Prüfungen. Wenn die Studierenden zur Prüfung kamen, habe ich mich gekümmert, es war erstaunlich, wie viele so stark unter Prüfungsangst gelitten haben. Den Dank erfahre ich noch heute in Hildesheim manchmal auf der Straße, das sind wundervolle Tage.

Wie haben Sie die Universität als Student erlebt?

Ich erinnere mich an mein Studium 1949 in Göttingen, ich habe die Lehrangebote gesucht, die hingen nämlich nur in der Universität an großen Brettern. Fernsehen gab es noch nicht, im Radio wurden Lehrveranstaltungen natürlich auch nicht verkündet.Und dann musste ich erst einmal einen Kommilitonen ansprechen, der von einer Vorlesung kam. Aber die jungen Leute waren alle so eilig, ganz eigentümlich – freundlich, aber sie hatten nie Zeit. Warum? Eine große Zahl der jungen Männer hatte eine Gefangenschaft hinter sich nach dem Zweiten Weltkrieg, entweder bei den Franzosen oder bei den Amerikanern, aber kaum einer war aus Russland. Ich bin dabei gewesen, wie 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – im Grenzdurchgangslanger in Friedland einer der ersten Transporte von deutschen Kriegsgefangenen ankam in Bussen, in die sie in ihren Gefangenenlagern verladen worden waren, als Konrad Adenauer in Russland gewesen war und sie freigehandelt hatte. Ich habe mit anderen Studenten geholfen. Es hieß: „Die Gefangenen kommen. Wir brauchen dringend Hilfskräfte.“ Ich errinere mich, wie sie aus den Bussen aussteigen – blass, blank, abgemagert, manche mit einem Stock, manche mit einer selbstgebastelten Krücke unter dem Arm. Ich habe bis heute im Sinn, wie sie am Ende anstimmen: „Nun danket alle Gott.“ So etwas vergisst man nicht, das Schreckliche wie das Schöne.

Wenn ich Ihnen noch eine Story erzählen soll: Ich saß im Seminar „Theorie des öffentlichen Rechts“ in Göttingen bei Professor Rudolf Smend, einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der Weimarer und der neuen Bonner Zeit. Da saßen mit mir im Raum zwei spätere Bundesminister, ein Dritter, der später in den Bundestag ging, zwei spätere Bundesverfassunsrichter, eine spätere Richterin. Ich saß auf dem letzten Platz, Mittwochabend, 20 Uhr bis 22 Uhr. Da passierte Folgendes: Rudolf Smend hatte einen Aufsatz geschrieben über den Kernbereich seiner eigenen Theorie, die Integrationslehre, der Staat ist Integration, für das große Handbuch der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er sagte, er wolle den Aufsatz zur Diskussion stellen: Die Integrationslehre und ihre Schwächen. Es war ein nachträgliches rücksichtsloses Urteil über sein zentrales wissenschaftliches Produkt, uns kamen die Tränen. Er saß und schwieg. Einer seiner Studenten, Wilhelm Hennis, später renommierter Professor, sagte: „Herr Professor, so schlecht, wie Sie Ihre eigene Theorie gemacht haben, ist sie ja nun wirklich nicht." Herr Smend sagte ganz ernst: „Ich bedanke mich für diesen Trost." Ich habe dauernd das große Glück gehabt, Leute dieser Kragenweite kennen zu lernen.

Dieses Interview lesen auch viele Studentinnen und Studenten. Welche Entwicklungschancen bietet eine Universität jungen Menschen?

Eine Hochschullehrerin beziehungsweise ein Hochschullehrer sollte zum Nebenberuf haben, seinen Studentinnen und Studenten immer wieder klar zu machen: Erstens, Sie müssen hier gewaltig Gas geben, sonst kann es sein, dass Sie das Studium nicht schaffen. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die es ohne solches Gasgeben mit Lockerheit geschafft haben. Zweitens, man muss sich selber darum kümmern, das man lernt, wie man lernt und wie man zum Denken kommt – mit der Folge, dass an zwei, drei Abenden in der Woche Bude und Arbeit angesagt ist. Weil es später auch so sein wird. Ohne knallharte Arbeitsbereitschaft geht nichts. Drittens: Man muss lernen, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das hilft übrigens auch, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und vorher versucht herauszufinden, wie der Prüfer oder die Prüferin tickt, dann können einen Fragen nicht erschrecken.

Welche Aufgaben hat Wissenschaft in der Gesellschaft, wie kann die Region von der hier ansässigen Hochschule profitieren?

Ich schätze die Bemühungen um den Wissenstransfer der heutigen Hildesheimer Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, dazu zählen etwa die öffentlichen Europagespräche von Professor Michael Gehler und Ringvorlesungen der Universität Hildesheim. Da wird etwas Reizvolles geboten. Ich habe einige Referate von Professorin Marianne Kneuer gehört, sie kann für jeden der anfängt, als Wissenschaftler zu arbeiten, nur Vorbild sein, ich bewundere das. Man muss sehen, dass die Bürger hier herkommen auf den Campus, man muss sie einladen. Und dann kommen sie ja offenbar.

Die Hochschule, der akademische Bereich, ist nicht außerhalb dieser Welt, sondern ein Teil und muss sich selber integrieren. Eine Universität, die sich abkapselt, wird nie richtig in der Mitte dieser Stadt ankommen. Das Wachstum der Universität Hildesheim ist nicht unwesentlich in den letzten Jahren von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bewirkt worden und hat ohne Fragen in Hinblick auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte Bedeutung für Hildesheim. Etwa 11 % von Hildesheims gut 100.000 Einwohnern sind heute Studentinnen und Studenten, 1970 waren es 400 Studierende, 2019 sind es allein an der Universität etwa 8500. Und wenn Hildesheim sich nun darum bewirbt, Europäische Kulturhauptstadt zu werden, dann wird alles das, was vom gegenwärtigen Präsidenten geschaffen wurde dazu beitragen, dass Hildesheim sicher mit dem hervorragenden Ruf der Universität gestiegene Chancen hat.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17107 Thu, 04 Jul 2019 07:46:00 +0200 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

„Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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news-17085 Tue, 02 Jul 2019 08:58:00 +0200 Bachmann-Preis: Literaturstudent Leander Fischer https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bachmann-preis-literaturstudent-leander-fischer/ Leander Fischer, Masterstudent am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, gewinnt beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt den Preis des Deutschlandfunks. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. [Hinweis: In Kürze lesen Sie hier ein Interview mit Leander Fischer]

Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Leander Fischer las in Klugenfurt auf Einladung des Literaturkritikers Hubert Winkels den Text „Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf“. Der Deutschlandfunkpreis ging nach einer Stichwahl an Leander Fischer. Fischer studiert derzeit an der Universität Hildesheim im Masterstudium „Literarisches Schreiben und Lektorieren“. In seinem Text verfällt ein frustrierter Musiklehrer immer mehr dem Fliegenfischen und wird beim Köderknüpfen-Lernen wieder zum Schüler.

Es sei eine der sperrigsten Arbeiten, Köder für das Fliegenfischen zu knüpfen, sagte Hubert Winkels. Doch der Text schaffe es, Stück für Stück beim Zusammensetzen langsam das Vergnügen am Fertigen eines Kunstwerks zu vermitteln, so Winkels. Der Protagonist ist Musiklehrer, doch kein Violinkonzert könne schöner sein, als das Knüpfen der Köder.

Eine gekonnte erzählerische Leistung, „ganz furios gemacht“

Die Literaturwissenschaftlerin Hildegard Keller, Jurymitglied des Bachmann-Preises, sagte, es sei ein Text über Miniaturkunstwerke und es sei auch selbst ein Miniaturkunstwerk. Die lokale Semantik und das Musikalische fand sie interessant. Der Vortrag habe ihr geholfen, den Text besser zu verstehen, so Keller, es sei eine gekonnte erzählerische Leistung. „Ganz furios gemacht.“

Leander Fischer wurde 1992 in Vöcklabruck in Oberösterreich geboren. Er absolvierte Praktika in der Programmabteilung des Internationalen Literaturfestivals Berlin und im Lektorat Hanser Berlin. Unter anderem studierte er an den Universitäten Berlin, Wien und Hildesheim. Er war Mitherausgeber von „BELLA triste“, der Zeitschrift für junge Literatur und der Jahresanthologie (2018) der Studierenden des Studienganges Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Seine Masterarbeit wird gegenwärtig an der Universität Hildesheim vom Literaturwissenschaftler Thomas Klupp betreut.

Seit 20 Jahren: Renommiertes Literaturinstitut in Hildesheim

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Weitere Informationen zum Bachmann-Preis:

TEXT von Leander Fischer

Jurydiskussion Leander Fischer

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
news-17080 Mon, 01 Jul 2019 09:38:01 +0200 Wippermann Lecture: Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wippermann-lecture-entwicklungen-im-bildungsbereich-in-der-tschechischen-republik/ Der Bildungswissenschaftler Professor Tomáš Janík vom Institut für schulpädagogische Forschung der Masaryk-Universität in Brünn arbeitet als Gastwissenschaftler in Hildesheim. In einem Vortrag spricht er über die Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik der letzten 30 Jahre. Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum vierten Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“.

Das Stipendium erhält diesmal der Bildungswissenschaftler Professor Tomáš Janík. Janík leitet das Institut für schulpädagogische Forschung an der zweitgrößten Universität Tschechiens, der Masaryk-Universität in Brünn. Während seines Forschungsaufenthaltes an der Uni Hildesheim arbeitet er am Institut für Erziehungswissenschaft.

Vortrag „30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik“

Professor Tomáš Janík referiert in Hildesheim. Der Vortrag über die Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik ist öffentlich und kostenfrei. Der Vortrag beginnt am Dienstag, 2. Juli 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus (Raum N 007) am Universitätsplatz in Hildesheim.

Das Ehepaar Jutta und Professor Burkhard Wippermann stiftet das „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler seit 2017. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht.

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Pressemeldungen
news-17086 Mon, 01 Jul 2019 08:39:00 +0200 Herausragende akademische Leistungen: Torben Windler, Candy Walter und Carolin Funke https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/herausragende-akademische-leistungen-torben-windler-carolin-funke-und-candy-walter/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden der Informatiker Torben Windler, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Funke und der Mathematiker Candy Walter für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert „Die Preise sind eine besondere Auszeichnung der Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Sie sollen zudem Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs motivieren“, sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, anlässlich der Preisverleihung im Forum am Hauptcampus. Die Qualität begeisterte ihn, und erstaunt habe ihn die Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Bachelor: Torben Windler | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ |  Bachelorarbeit „Electricity Price Forecasting in the Context of Production Planning“ | Gutachter: Jan Busse

  • Master: Carolin Funke | Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ | Masterarbeit „Narrative Zwischenräume. Die Bedeutung der Bild-Text-Interdependenz in Bilderbuchgesprächen am Beispiel des Bilderbuches „Garmans Straße“ von Stian Hole. Eine qualitativ-empirische Studie.“ | Gutachterin Prof. Dr. Bettina Uhlig, Gutachter Jan Schönfelder

  • Dissertation: Candy Walter | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ | Dissertation „Statistische Untersuchungen Planen – Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen“ | Gutachterin: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt

Der Informatiker Torben Windler hat seine Arbeit im Rahmen eines Projektes umgesetzt, in dem einem Produktionsbetrieb mit hohem Energieverbrauch geholfen werden soll, die Niedrigpreisphasen des Stromlieferanten auszunutzen und das vorausschauend Wochen vorher zu planen.

Carolin Funke, gelernte Grafikerin, hat in ihrer Masterarbeit ein liebevoll gestaltetes Werk vorgelegt, das Lehrerinnen und Lehrern Hilfen gibt für das Erschließen von Bilderbüchern. Auch der Mathematiker Candy Walter wendet sich mit seiner Arbeit an Lehrerinnen und Lehrer. Mit Hilfe der Ergebnisse seiner Dissertation sollen Schülerinnen und Schüler eigene Projekte besser durchführen und auswerten können.

Nominiert waren herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachbereiche

Unter den insgesamt 14 Nominierten mit herausragenden Forschungsarbeiten waren junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen der Universität Hildesheim. Die Preis werden einmal im Jahr verliehen.

Die vier Fachbereiche hatten die Arbeiten bei der paritätisch besetzten Förderkommission des Senats eingereicht. Die ermittelte in einem aufwendigen Verfahren drei Vorschläge, die sie dem Vorstand der Universitätsgesellschaft zur Entscheidung vorlegte. Die zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten wurden mitgereicht, um den Kommissionsvorschlag nachvollziehen zu können.

Die Universitätsgesellschaft fördert Studierende, studentische Projekte und Leistungen und unterstützt Forschung und Lehre. Die gemeinnützige Gesellschaft vereint Freunde, Ehemalige, Förderer und Angehörige der Uni und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Studierendenportal Personalportal Bürgergesellschaft Startseite
news-17052 Sun, 23 Jun 2019 19:59:00 +0200 Zehn Jahre Center for World Music: „Wir bewahren musikalisches Kulturerbe” https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zehn-jahre-center-for-world-music-wir-bewahren-musikalisches-kulturerbe/ Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich des Festaktes zum
zehnjährigen Bestehen des Center for World Music (PDF)

Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Das Forschungszentrum bewahrt mit seinen über 4.500 Musikinstrumenten, 45.000 Schallplatten, Tondokumenten und Schriften bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens. Es gibt in Europa keine weitere Institution, die in dieser globalen Breite sammelt.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Center for World Music einen festen Platz in der Kulturregion Hildesheim und weit darüber hinaus erarbeitet. Es ist ein international anerkanntes Lehr- und Forschungszentrum und gleichzeitig ein inspirierender kultureller Akteur. Wissenschaft und Kultur werden hier auf ganz besondere Weise miteinander verknüpft und so gemeinsam erfahrbar. Hierzu gratuliere ich ganz herzlich und blicke gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler anlässlich eines Festaktes. Die Arbeit, die in Hildesheim geleistet werde sei „grandios“, so der Minister. Das Forschungszentrum gebe eine Antwort auf Ausgrenzung und arbeite mit der verbindenden Kraft der Musik.

„We believe in unity through cooperation“

„Das Center ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Hildesheim besitzt ein weiteres Juwel“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „A very warm welcome to all of our foreign partners and guests. You make us proud and together we tell everybody and especially to the new generation of students: we believe in unity through cooperation. Our message is: come and work together, come together and listen to music, we are united in our passion for Music.“ 

Friedrich dankt insbesondere Rolf Irle, dem Stifter der Instrumentensammlung und Ehrenbürger der Universität Rolf Irle. „Musik spaltet nicht, sie vereint, das haben sie Generationen von Schülerinnen und Schülern vorgelebt.“ 

„Das Forschungszentrum gibt Raum für Musiken der ganzen Welt und öffnet diese in die Gesellschaft, um einen offenen Umgang miteinander zu pflegen“, so Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen. Die Transferleistungen in die Gesellschaft hinein seien einzigartig. Die Stiftung Niedersachsen unterstützt die Arbeit seit der Gründung des Forschungszentrums.

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, unterstreicht die Bedeutung des Forschungszentrums für die Region Hildesheim. Die Stadt sei durch die kulturwissenschaftlichen Studiengänge von jungen, progressiven und internationalen Kulturformen beeinflusst. „Das Center for World Music ist ein Botschafter für Toleranz in einer pluralen Gesellschaft.“ Die vielfältige Musikkultur werde nicht nur bewahrt und erforscht, sondern auch vermittelt. Meyer äußerte seinen Dank für die Lebensfreude, die von diesem Zentrum ausgehe.

„Music unites, but music can also divide. Music can tackle social difference. Lower Saxony is blessed by these two Institutions, the Center for World Music in Hildesheim and the European Centre for Jewish Music in Hanover“, so Professor Edwin Seroussi von der Hebräischen Universität Jerusalem, der den Festvortrag hielt.

„Das Center for World Music ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Musik verfügt über eine einzigartige Kraft, Menschen jeden Alters und jeder Nationalität zu verbinden. Musik schafft Gemeinschaft. Musik bietet besondere Chancen, international und interkulturell zusammenzuarbeiten. Musik schafft grenzüberschreitend Partnerschaften“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Kooperation mit Universität Maiduguri in Nigeria: „Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“

Die internationale Zusammenarbeit wird ausgebaut. Am (heutigen) Freitag haben die Universität Maiduguri in Nigeria und die Universität Hildesheim eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Universitäten arbeiten seit mehreren Jahren in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Graduiertenschule zusammen und befassen sich mit Friedens- und Konfliktforschung.

„Wir pflegen viele Kooperationen auf der ganzen Welt, aber diese scheint die beste zu sein, die wir jemals hatten. Wir sind stolz auf diesen Austausch mit Hildesheim“, sagt Professor Aliyu Shugaba, Präsident der Universität Maiduguri anlässlich der Unterzeichnung in Hildesheim. Seit 1975 bildet die Universität Maiduguri unter anderem den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fakultäten Landwirtschaft, Kulturwissenschaften, Bildung, Ingenieurwesen, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Medizin aus. Die Universität Maiduguri befindet sich im Zentrum des Konflikts in Nordostnigeria, wo die Terrororganisation „Boko Haram“ in den letzten Jahren schreckliche Verwüstungen angerichtet hat. Die sechs nigerianischen Doktorandinnen und Doktoranden und sechs Masterstudierenden arbeiten in der Graduiertenschule an Fragen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus. Die Masterstudierenden haben ihre Master Thesis gerade erfolgreich verteidigt.

„Wir sind dankbar und stolz auf die Zusammenarbeit mit der Universität Maiduguri. Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch.

In Hildesheim lagert in Beispielen das musikalische kollektive Gedächtnis der Menschheit, zum Beispiel das „Music of Man Archiv“, eine Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen. Die Schallplatten sind oft die einzigen akustischen Zeugnisse. In den Regalen liegen algerischer Rai und Streitlieder der Inuit neben Bach-Partiten, hinduistische Tempelgesänge und syrisch-chaldäische Gesänge neben Roland Kaiser, Jazz aus Bangladesch neben Gesängen aus Albanien und Afghanistan.

„Für uns zählt diese Sammlung zum Weltkulturerbe. Die Bestände haben viel mit uns zu tun und das Wissen um die Vielfalt musikalischer Geschichte ist eine wichtige Quelle künstlerischer Inspritation. In unserem Archiv lagern Highlights wie die erste Tonaufnahme aus dem Iran von 1906. Wir haben Ton-aufnahmen, bei denen wir wissen, dass die Sammlung ein Kulturerbe dokumentiert, das verloren ist. Etwa die Tonträger aus Maiduguri in Nigeria“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music.

Welche Rolle spielen Musik und Klänge in der Gesellschaft? Das Hildesheimer Musikarchiv zeigt: Musik ist nicht nur bloße Unterhaltung oder hohe Kunst. Musikalische Ausdrucksformen sind eine emotionale Kraft. Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch. „Im Zentrum bei uns stehen die musizierenden Menschen und nicht das Klangdokument alleine“, sagt Vogels.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim arbeitet eng mit dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik der Hochschule für Musik, Theater und Medien zusammen. Ein internationaler Fachbeirat berät die Einrichtungen.

Digitalisierung von Weltkulturerbe in Kairo, Teheran und Maiduguri

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden, etwa liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo.

Das Forschungszentrum macht das musikalische Wissen zugänglich. „Wichtiger als das Bewahren ist uns die Rückgabe. Unsere Hauptpflicht ist es, die Dokumente den Musikern vor Ort zur Verfügung zu stellen. Am koptisch-orthodoxen Patriarchat in Kairo und Alexandria werden die Tonaufnahmen in der Ausbildung von Kantoren eingesetzt, da hört man sich das jetzt an, was wir digitalisiert haben. In Teheran nutzen Musiker die Aufnahmen. In Maiduguri hat unser Archivprojekt zur Gründung des Universitätsinstituts zur ‚Promotion of Cultural Sustainability‘ geführt. Wir sammeln wenig, um es einfach im Archiv zu lagern – sondern unsere Überlegung ist immer: Was kann man damit machen?“, so Raimund Vogels.

Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur

Musik und Künste können beim Wiederaufbau von Gesellschaft helfen, etwa in Nigeria. In Nordostnigeria wurden im letzten Jahrzehnt Musikerinnen und Musiker durch „Boko Haram“ ermordet, verfolgt und vertrieben und jene, die am Leben sind, haben Angst, Musik zu machen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri/Nigeria und Cape Coast/Ghana befassen sich in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie in und nach Konflikten Gemeinschaften wieder aufgebaut werden können. Was wurde zerstört, welche Rolle spielen Kultur, Instrumente und musikalische Ausdrucksformen beim Wiederaufbau? Doktorandinnen und Doktoranden nutzen seltene Tonaufnahmen aus dem Musikarchiv für ihre Forschungsarbeiten. Über den Forschungsprozess fließen die Materialien, die die Vielfalt musikalischer Kultur in den Dörfern Nordostnigerias dokumentieren und seit den 1980er Jahren aufgenommen wurden, hinein in die Dörfer, Camps für Binnenflüchtlinge oder Familien. Die Tonaufnahmen sind Impulsgeber für Fragen der Reflexion: Wo wollen wir hin, wie wollen wir künftig leben?

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind Forscherinnen und Forscher aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Integration durch Musik und Klang

Neben den internationalen Forschungsprojekten wirkt das Center for World Music in der Region, arbeitet mit Kitas, Schulen und dem Roemer- und Pelizeaus-Museum zusammen und bildet seit 2011 Berufstätige fort.

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan. Der 5. Studienjahrgang beginnt im Oktober 2019 (mehr Informationen über die Bewerbung).

Programm des Festakts am 21. Juni 2019

Begrüßung und Grußworte

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim
  • Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
  • Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen
  • Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
  • Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim 

Festvortrag

Prof. Dr. Edwin Seroussi, Hebräische Universität Jerusalem

„10 Jahre in 10 Bildern – Das Center for World Music“

Prof. Dr. Raimund Vogels (Direktor des Center for World Music) und Dr. Michael Fuhr (Geschäftsführer des Center for World Music)

Der Festakt wird gestaltet mit musikalischen Beiträgen von Freunden und Studierenden des Center for World Music. Die Universität erwartet zum Festakt etwa 100 Gäste aus dem In- und Ausland, unter anderem aus Teheran, Paris, Chicago, Jerusalem, Maiduguri, Lissabon, Cape Coast und London.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Präsident
news-17054 Sun, 23 Jun 2019 12:07:32 +0200 Magische Mittsommernacht: 3300 Bürger wandeln über das Domänengelände https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/magische-mittsommernacht-3300-buerger-wandeln-ueber-das-domaenengelaende/ Über 3300 Bürgerinnen und Bürger erleben ein vielfältiges Kulturprogramm beim großen Kultur- und Sommerfest. 200 Künstlerinnen und Künstler begeisterten auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg während der Mittsommernacht der Universität Hildesheim mit Musik, Tanz, Theater und Lesungen.

Die Universität Hildesheim hat an diesem Wochenende (Samstag, 22. Juni 2018) zur Mittsommernacht auf den Kulturcampus Domäne Marienburg eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein und lauer Sommernacht wandelten 3300 Besucher und 200 Künstlerinnen und Künstler über die mittelalterliche Burganlage, so Markus Langer vom Organisationsteam.

Ein Highlight war in diesem Jahr auch wieder das vielfältige Familienprogramm mit Kletterfelsen, Spielwiese, Lagerfeuer und Stockbrot, mit Mathematik, einem Streichorchester, einem Rundgang durch die virtuelle Welt und Improvisationstheater.

Das große Kultur- und Sommerfest der Universität Hildesheim findet seit 22 Jahren statt. Musik, Tanz und Theater bringen seitdem Jüngere und Ältere, Studierende und Berufstätige, Universitätsangehörige und Bürgerinnen und Bürger und internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler auf der stimmungsvoll beleuchteten Domäne Marienburg zusammen. 

„Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“ 

Zur diesjährigen Mittsommernacht hatte die Universität Hildesheim gemeinsam mit der Bürgerstiftung und der gemeinnützigen Baugesellschaft 300 Hildesheimerinnen und Hildesheimer mit ihren Kindern eingeladen, die sich die Teilnahme nicht alleine hätten finanzieren können. „Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“, sagt Markus Langer.

Zur offiziellen Eröffnung des Festes sprachen im Domänenhof neben Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer auch Professor Aliyu Shugaba, Präsident der Universität Maiduguri, und Professor Ibrahim Njodi, die derzeit mit einer nigerianischen Delegation und Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen einer Hochschulkooperation Gäste an der Universität Hildesheim sind.

Oberbürgermeister: „Junge Kulturschaffende machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen“ 

Für Ingo Meyer ist die Atmosphäre auf der Domäne Marienburg zur alljährlichen Mittsommernacht einmalig: „Studierende und junge Kulturschaffende erhalten hier eine Bühne und machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen. Dies ist immerhin auch ein Grund, weshalb wir uns gute Chancen ausrechnen, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden. Für Hildesheim ist die Mittsommernacht zudem wichtig, weil sie Universität und Stadtgesellschaft in optimaler Weise zusammenbringt.“ 

Das Abendprogramm umfasste Poetry Slam, Musik und Tanz, Theater und Walk-Acts. Die „English Drama Group“ führte zum Beispiel das Stück „Twelve angry Jurors“, basierend auf dem Thriller „Die 12 Geschworenen“ mit 12 internationalen Schauspielerinnen und Schauspielern und stimmigen Soundeffekten im Burgtheater auf. Im Blauen Salon im Pächterhaus wiederum lief ein moderner Literaturwettstreit zwischen Lyrik und Prosa. Die Livemusik bot einen fantastischen Mix auf mehreren Bühnen, etwa Funk, Soul und Pop sowie Jazz. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Center for World Music zeigten Studentinnen und Studenten aus dem musik.welt-Studium ihr Können.

Kurz vor Mitternacht erleuchtete der Domänenpark im Lichte des großen Löseke-Feuerwerks. 

Weitere Informationen finden Sie online unter www.uni-mittsommernacht.de

Dank an alle Sponsoren, Spender und Partner

Die Stiftung Universität Hildesheim dankt der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. sowie den Sponsoren, Spendern und Partnern, ohne die diese Uni-Mittsommernacht nicht möglich wäre: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, gbg Gemeinnützige Baugenossenschaft Hildesheim, H.U.T. Hildesheimer Unternehmer Treffen e.V., Bürgerstiftung Hiildesheim, Arwed Löseke Papierverarbeitung und Druckerei, Techniker Krankenkasse, Jumnii e.V., Jim + Jimmy sowie der Stiftung Schulmuseum und dem Center for World Music.

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Pressemeldungen
news-16626 Wed, 19 Jun 2019 21:55:00 +0200 Ringvorlesung: Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ringvorlesung-digitaler-wandel-in-unternehmen-und-verwaltungen/ Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt befasst sich in der Forschung mit den Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Verwaltungen im Digitalen Wandel stehen. Das Wissen aus der Forschung teilt der Hildesheimer Forscher und setzt sich für den Forschungstransfer in der Region Hildesheim ein. Mit der öffentlichen und kostenfreien Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet das Hildesheimer Team der Wirtschaftsinformatik eine Austauschplattform zu Themen des Digitalen Wandels. Die Vorlesung bringt Studierende und Forschende aber vor allem auch Bürgerinnen und Bürgern und Fach- und Führungskräfte in Unternehmen und Verwaltungen in den Austausch. „Neben den Vorträgen der Referentinnen und Referenten geben wir der Diskussion des Themas mit dem Publikum großen Raum“, sagt Knackstedt.

Die Vorlesung findet jeweils donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr im Forum (Raum N006) am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt. Die Vorlesungsreihe endet Mitte Juli 2019.

Programm (PDF)
Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“

„Wir möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird“

Interview mit Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Herr Prof. Knackstedt, Sie laden Bürger und regionale Unternehmen zur Vorlesungsreihe „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ ein. Vor welchen Herausforderungen steht die Verwaltung zum Beispiel?

Die Digitalisierung bietet umfassende Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse umzugestalten, indem verschiedene Bereiche digitalisiert werden und Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern verschiedene, auch auf künstlicher Intelligenz basierende, Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie in ihren Entscheidungen unterstützt werden. Diese Digitalisierungsoptionen müssen systematisch erhoben und priorisiert werden, unter Budgetbeschränkungen in den Verwaltungen. Es ist eine ganz wichtige Frage, zu klären, mit welchen Optionen man voranschreitet und welche man gegebenenfalls erst später verfolgt.

Welche Prozesse sind das in der Verwaltung zum Beispiel?

In der Region ist momentan die Einbindung elektronischer Rechnungen in die Prozesse eine ganz wesentliche Aufgabe, durch die die Medienbrüche stark reduziert werden können. Medienbrüche sind immer gegeben, wenn man anfängt, ein Papierdokument erst wieder einzutippen, damit es in Datenbanken verwaltet werden kann, das dann wieder ausgedruckt wird und beim nächsten Empfänger in den Verwaltungen oder beim Bürger dann wieder erst elektrifiziert werden muss. Für mehrere Verwaltungen im Verbund ist der Austausch von Lösungen und best-practices notwendig, um zu erreichen, dass nicht jede Verwaltung bestimmte Herausforderungen angeht und Lösungen entwickelt. Da sehe ich hier in der Region Hildesheim ganz spannende Bereitschaften in der Verwaltung, sich in solchen Austauschnetzwerken zusammenzuschließen. Aber es ist noch unklar, wie man diese organisiert, wie man den Überblick über die best-practices erhält und wie man die Erfahrungen dokumentiert und das Wissen weitergeben kann. Und insgesamt das Agieren in diesen Netzwerken unterstützen kann – da könnte die Universität Hildesheim durchaus helfen. Der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ und die Arbeit im Zentrum für Digitalen Wandel bieten uns als Universität die Chance, nah an den Entwicklungen in der regionalen Wirtschaft dran zu sein und solche Initiativen mit anzustoßen. Die Kommunen können jeweils Schwerpunkte setzen – eine Kommune könnte sich auf Prozesse an der Schnittstelle von Bürger und Verwaltungen konzentrieren und dort Innovationen gestalten, die dann die anderen Kommunen nachziehend bei sich direkt ähnlich umsetzen. Eine andere Kommune verbessert verwaltungsinterne Prozesse und spielt die Entwicklung an die anderen Kommunen im Netzwerk weiter.

Was sind weitere digitale Baustellen für Verwaltungen und Behörden?

Eine weitere große Herausforderung ist, dass Verwaltungen in der IT-Sicherheit voranschreiten müssen. Die Stadt Hildesheim ist sehr aktiv, entsprechende Strukturen und Prozesse zu gestalten, mit denen sie die IT-Sicherheit gewährleisten kann. Der IT-Fachkräftemangel ist ein großes Problem. Ich fände es spannend, wenn wir an der Universität Hildesheim Absolventinnen und Absolventen ausbilden würden, die für die Verwaltungen fachlich noch einsatzfähiger sind, weil sie nicht ausschließlich wie bisher die Prozessgestaltung und die IT beherrschen, sondern sich auch mit den Besonderheiten des Verwaltungshandeln hinreichend auskennen. Um hierfür die Basis zu legen, müssten allerdings weiterführende Initiativen ergriffen werden, für die uns Mitstreiter aus Politik und Gesellschaft höchst willkommen sind.

Und welchen Wandel beobachten Sie in den Unternehmen zum Beispiel?

Das ist sehr von der jeweiligen Branche abhängig. Unsere Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet ein breites Spektrum und gibt Einblicke. Insgesamt ist die Wirtschaft sehr herausgefordert durch disruptive Innovation neuer Geschäftsmodelle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden. Da benötigen die Unternehmen Anleitungen und sind durch das Dilemma herausgefordert, ihr bisheriges Geschäft mit der Digitalisierung kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig zu überlegen, ob sie das Geschäftsmodell ändern müssen.

Es nehmen Fachleute aus 11 Hochschulen, Unternehmen und Verwaltung an der Ringvorlesung von April bis Juli 2019 teil. Warum organisieren Sie diese Vorlesungsreihe?

Mein Team und ich möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird. Unsere Studentinnen und Studenten absolvieren Abschlussarbeiten und Praktika in regionalen Unternehmen und bauen die Kontakte in die Region auf, die ein möglicher Arbeitgeber für sie ist. In der Ringvorlesung haben sie die Chance, eine Vielfalt der Branchen zu erleben und in unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern. Wir öffnen die Ringvorlesung und würden uns sehr freuen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen und Verwaltungen in den Hörsaal kommen. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Vorlesungsreihe relevant, weil sie erleben, was in ihren Arbeitsplätzen passieren kann und was auf sie zukommen kann. Unsere Ringvorlesung ist ein Beitrag zur Transfer- und Austauschstrategie der Universität Hildesheim. Wir möchten unser Wissen teilen und zu Austausch und Diskussion in der Region beitragen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen

Die Termine der Ringvorlesung im Überblick:

Geschäftsmodelle im Digitalen Wandel: Transformation von Produkten, Ressourcen und Methoden

18.04.2019: Der Digitale Wandel ermöglicht es, Sachleistungen (elektronische Geräte, Maschinen, Anlagen) und Dienstleistungen neuartig miteinander zu integrieren und aufeinander abzustimmen. Dr. Sebastian Bräuer und Thorsten Schoormann erläutern, welche Chancen zur Gestaltung innovativer Leistungsangebote zur vollständigen Lösung komplexer Kundenprobleme sich dadurch ergeben. Beispielsweise bietet sich so die Möglichkeit Kunden von der Koordination von Handwerksleistungen zu entlasten.

Digitaler Wandel im Banking

25.04.2019: Die Veränderung der Geschäftsmodelle von Banken im Digitalen Wandel betrifft uns letztlich alle. Wolfgang Heykena erläutert welche Serviceleistungen zukünftig für Banken möglich werden und wie Kunden davon profitieren. Letztlich wird sich unser Bild, was eine Bank ist und macht, mittel- bis langfristig ändern.

Sicherheitsaspekte beim Digitalen Wandel: Assoziative Kryptotechnik

02.05.2019: Digitaler Wandel benötigt IT-Sicherheit. Prof. i. R. Dr. Hans-Joachim Bentz hat ein Unternehmen gegründet, das einen völlig neuartigen in seiner Forschung entwickelten Ansatz umsetzt, um unsere privaten und geschäftlichen Daten vor dem bösartigen Manipulieren und Ausspähen zu sichern.

Digitaler Wandel in Unternehmen: Agile Transformation und Management 3.0

09.05.2019: Im Digitalen Wandel verändert sich, wie wir Sitzungen leiten und unsere Aktivitäten auf geteilte Ziele hin abstimmen. Dies gilt nicht nur für die Koordination unserer arbeitsteiligen Zusammenarbeit in Unternehmen, sondern auch in Vereinen und nicht profitorientierten Organisationen werden neuartige Formen, Projekte und Initiativen zu organisieren, möglich. Georg Rekas erläutert die Potenziale und Grenzen, die damit einhergehen.

Damoklesschwert des Digitalen Wandels am Beispiel Versicherungswirtschaft

16.05.2019: Der Schutz unserer personenbezogenen Daten geht uns alle an. Mit den Anpassungen der juristischen Vorschriften im Datenschutz ändern sich auch die Rechte von Verbrauchern. Kunden sollten gut informiert sein, um ihre Rechte bei Unternehmen durchsetzen zu können und um die Potenziale, die sich ihre Daten Unternehmen erschließen, realistisch einschätzen zu können. Laura Weidner und Robin Eißner geben entsprechende Einblicke aus Sicht der Versicherungswirtschaft.

IT-Sicherheit in der Verwaltung: Herausforderungen durch den Digitalen Wandel

23.05.2019: Viele Bürger versprechen sich vom Digitalen Wandel, dass sich ihre Kontakte zu Behörden zukünftig bequemer und zeitsparender gestalten lassen. Um die Akzeptanz dieser Veränderungen zu sichern, ist es unabdingbar ein hohes Maß an IT-Sicherheit umzusetzen. Florian Gefrörer erläutert, wie sich die Stadt Hildesheim dieser Herausforderung stellt.

Digitaler Wandel und StartUps: Die HI-Cube-Innovationsplattform

06.06.2019: Im Digitalen Wandel wird es für jeden leichter auch nebenberuflich unternehmerisch tätig zu werden. Aus mancher Idee ist so schon ein großes, weltweit agierendes Unternehmen geworden. Achim Mauruschat und Sebastian Sieloff stellen vor, wie eine Hildesheimer Innovationsplattform die Gründung neuer Unternehmen unterstützen kann.

Digitaler Wandel in der Produktion

20.06.2019: Industriearbeitsplätze werden vom Digitalen Wandel in besonderem Maße betroffen sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die sie unterstützenden Sozialpartner und Bildungsinstitutionen sollten sich Klarheit verschaffen, welche Änderungen mit zunehmender Automatisierung verbunden sind. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann und Dr. Mark Mennenga geben einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungsperspektiven in der Produktion.

Digitaler Wandel in der Finanzierung nachhaltiger Projekte: Welchen Beitrag kann Crowdfunding zu nachhaltiger Entwicklung leisten?

27.06.2019: Die ökologische und soziale Nachhaltigkeit digitaler Geschäftsmodelle wird kontrovers diskutiert. Richtig umgesetzt bietet der Digitale Wandel große Chancen für die Sicherung der Umwelt und gegen den Klimawandel. Prof. Dr. Jacob Hörisch gibt einen Überblick, wie sich die Finanzierung von Ideen, die das Potenzial haben, einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten, durch die Beiträge vieler (der Crowd) tatsächlich umsetzen lassen.

Daten als Baumaterial der Zukunft: Digitaler Wandel in der Immobilienwirtschaft

04.07.2019: Der Digitale Wandel macht nicht an unseren Haustüren halt, sondern wird auch das Wohnen in und das Bauen und Umgestalten von Gebäuden verändern. Prof. Dr. Torben Bernhold zeigt auf, welche kaum zu überschätzende Bedeutung Daten im Bau und Betrieb von Immobilien zukünftig zukommen wird. Unsere Art zu wohnen wird morgen nicht mehr die gleiche sein.

Neues Business im Digitalen Wandel

11.07.2019: Der Digitale Wandel ist davon geprägt, dass neue Geschäftsmodelle in schneller Folge tradierte Angebote weitgehend ablösen. Populäre Beispiele für diese Entwicklung sind Legion (Online-Verkauf von Produkten, Streaming-Dienste für Musik und Filme, digitale Fotografie etc.) Justus Lüder und Dirk Hahnrath zeigen aktuelle Entwicklungen auf und geben Orientierung in einer Geschäftswelt ohne Stillstand.

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Pressemeldungen Zentrum für Digitalen Wandel Fachbereich 4 Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-17039 Wed, 19 Jun 2019 14:33:00 +0200 Experte für Biowissenschaften des Sports: Professor Sebastian Gehlert https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/experte-fuer-biowissenschaften-des-sports-professor-sebastian-gehlert/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert erforscht in Hildesheim unter anderem die muskuläre Anpassung im Kraft- und Ausdauertraining, den Proteinabbau im humanen Skelettmuskel und das Training und die Ernährung im Leistungssport. Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Professor. Sebastian Gehlert hat an der Universität Hildesheim die Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften des Sports am Institut für Sportwissenschaft des Fachbereichs „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ inne. 

Professor Sebastian Gehlert befasst sich unter anderem mit der Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Training. „Es geht in meiner Forschung darum, mit biowissenschaftlichen und sportwissenschaftlichen Methoden, zu untersuchen, wie die Intensität, Zeitdauer und Abfolge von Kraft- und Ausdauertrainingseinheiten eine optimale und effiziente Reizabfolge generieren kann, die einen maximalen Leistungszuwachs in kurzer Zeit gewährleistet.“ Besonders interessant, sagt Gehlert, sei, dass die Entstehung dieser Vorgänge bereits auf Zellebene des Skelettmuskels beginnt und über spezifische Signalprozesse initiiert wird. „Diese Signalgebung lässt sich mit biowissenschaftlichen Methoden messen. Dies können Metabolite, Mikrovesikel oder RNA Fragmente sein, die als Folge des Gewebeumbaus in das Blut übertreten und uns Abbau- oder Aufbauprozesse indirekt anzeigen können. So können wir messen, ohne Muskelbiopsien vornehmen zu müssen.“

Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Sportwissenschaftler. „Hier versucht man ja in kurzer Zeit – beispielsweise in ambulanten und zeitlich limitierten Rehaprogrammen oder aber auch in wettkampfnahen Vorbereitungsperioden – Trainingsreize so zu bündeln, dass zum Wettkampf die größtmögliche Schnelligkeits-, Kraft oder Ausdauerleistungsfähigkeit erzielt wird. Wenn es im Leistungssport überwiegend um Medaillen geht, äußert sich ein höheres Leistungsvermögen im Gesundheitssport mit verbesserter allgemeiner Belastbarkeit, Mobilität und Gesundheit.“

Sebastian Gehlert arbeitete nach seinem Studium der Sportwissenschaften im Bereich Training und Leistung in Forschungsprojekten an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gehlert erhielt ein Graduiertenstipendium im Bereich Lebenswissenschaften der DSHS Köln. Er promovierte zum Thema  „Akute  und chronische Anpassung des humanen Skelettmuskels auf Kraft und Ausdauerbeanspruchung“ und arbeitete in der Abteilung molekulare und zelluläre Sportmedizin der DSHS Köln.

Antrittsvorlesung von Professor Sebastian Gehlert

Am Mittwoch, 19. Juni 2019, gibt der Sportwissenschaftler Professor Dr. Sebastian Gehlert Einblicke in seine Forschung. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung im Forum am Hauptcampus spricht er über den „Einfluss der molekularen Interaktion von Training und Ernährung auf die physiologische Leistungsanpassung“.

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news-16980 Wed, 19 Jun 2019 10:34:00 +0200 Bundesfilmfestival: Deutschlands Filmszene trifft sich in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesfilmfestival-deutschlands-filmszene-trifft-sich-in-hildesheim/ Ein Team um Volker Wortmann organisiert in diesem Jahr das „Bundes.Festival.Film“ in Hildesheim. Das bundesweit größte Medienfestival für junge Regisseurinnen und Regisseure zeigt spannende Erzählweisen und überraschende Filmideen. Videotrailer: 32. Bundes.Festival.Film in Hildesheim

Programm des Filmfestivals

Vom 21. bis 23. Juni 2019 gastiert das „Bundes.Festival.Film“ im Thega Filmpalast. Das generationenübergreifende Nachwuchs-Filmfestival zeigt 44 Filme und bietet drei Paneldiskussionen mit auswertigen Experten und Expertinnen und den Filmmachenden. Alle Produktionen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich. Das Festival zeigt überraschende Filmideen, spannende Erzählweisen und authentische Protagonistinnen und Protagonisten.

Das Festival markiert den feierlichen Abschluss und Höhepunkt der beiden Bundeswettbewerbe „Deutscher Jugendfilmpreis“ und „Deutscher Generationenfilmpreis“. Während der Festivaltage in Hildesheim werden die Preisträgerinnen und Preisträger gekürt. Annähernd 800 Produktionen wurden in diesem Jahr bei den Filmwettbewerben eingereicht.

Auf dem Festival werden eine Vielzahl filmischer Genres gezeigt, behutsam angelegten Dokumentationen und mitreißende Geschichten bis hin zu filmästhetischen Experimenten und quirligen Animationsfilmen. Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim organisieren gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Volker Wortmann das Festival. In Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst entstanden in den letzten Wichen Plakate und Postkarten und ein Festivaltrailer.

Warum man das Festival nicht verpassen sollte, kommentiert die Studentin Lara Maibaum so: „Wir zeigen Filme von Nachwuchsregisseurinnen und Nachwuchsregisseuren, darunter auch Kinder und Senioren. Sie bauen etwas auf, sind am Anfang des Filmschaffens, man ist nah dran an neuen Wegen, die die jungen Filmemacher gehen.“ Zum Beispiel bearbeiten die Filme die Jahresthemen „No Body is Perfect“ und „Archive Reloaded“, viele setzen sich also zum Beispiel mit Körper- und Selbstbild auseinander oder finden neue Blicke auf alte Bilder.

Eines der Gesprächspanel dreht sich um den Sound im Film: Unglaublich wichtig, oft aber überhört, sind all die Klänge und Geräusche, die Stille und der subtile Soundeffekt, die in mühevoller Kleinstarbeit entstehen und die Atmosphäre und Erzählung eines Filmes entscheidend prägen. Klänge sind zentral für jede Filmarbeit.

Über das Filmfestival

Das „Bundes.Festival.Film“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum organisiert und durchgeführt. Schirmherr des Filmfestivals in Hildesheim ist der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Das Festival wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Kooperationspartner vor Ort ist die Abteilung Medien des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen zu Programm und Festival finden Sie online www.bundesfestival.de.

Wer Fragen zum Thema Medienbildung und Filmvermittlung hat, erreicht Dr. Volker Wortmann vom Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur der Universität Hildesheim unter wortmann@uni-hildesheim.de.

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news-17003 Fri, 14 Jun 2019 09:52:23 +0200 Smartes Haus: Techniker zeigen auf Ideenexpo ein vernetztes Modellhaus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/smartes-haus-techniker-zeigen-auf-ideenexpo-ein-vernetztes-modellhaus/ Wie funktionieren Sensoren und Aktoren? Wie kann ein Lüfter angesteuert werden? Das Institut für Technik zeigt auf der Ideenexpo in Hannover, wie Smart Home-Technik funktioniert. Dabei können Jugendliche die Grundlagen der vernetzten Technik in einem Modellhaus erfahren.

Am Stand der Universität Hildesheim auf der Ideenexpo können sich Jugendliche durch ein Modellhaus mit vernetzter Technik bewegen. An dem Holzmodellhaus mit Smart Home-Technik kann man interaktiv über ein Touchdisplay die Funktionen steuern – etwa das Licht, das Garagentor, die Türen und Fenster, den Kamin, den Grill, den Pool, einen Rollladen und die Markise. Eine Alarmanlage und Straßenbeleuchtung gibt es ebenfalls. Außerdem erfährt man, wie die vielen Sensoren arbeiten, wie man Temperaturen in den einzelnen Räumen, die Helligkeit und Umweltdaten wie Luftfeuchte und Luftdruck erfassen kann (hier lesen Sie einen Bericht mit Video der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung) . Der etwa 60 qm große Stand der Uni Hildesheim auf der Ideenexpo in Hannover ist in Halle 7.

Das Institut für Technik der Universität Hildesheim um Professor Jürgen Rüdiger Böhmer und Dr. Nils Habich zeigt das Exponat im Bereich Digitale Welten. Neben dem Modellhaus mit Smart Home-Technik gibt es einen Bereich, in dem die Wissenschaftler zweimal täglich (vormittags und nachmittags) einen Workshop für Schülerinnen und Schüler anbieten. Zahlreiche Schulen haben im Vorfeld das Angebot gebucht, der Workshop ist bereits seit Wochen komplett ausgebucht.

Das Haus der Zukunft lässt sich von unterwegs aus steuern. „Was man dafür braucht, erfahren Jugendlich bei uns am Stand. Und im Workshop können sie auch selbst die Technik ausprobieren", sagt Nils Habich. Schülerinnen und Schüler können sich mit den Grundfragen der technischen Realisierung einer einfachen Hausautomation auseinandersetzen und verwenden dabei einen Einplatinencomputer „Raspberry Pi" oder die Plattform „Arduino" und Sensoren für Temperatur, Licht und Bewegung sowie Aktoren für Türöffner, Beleuchtung und Beheizung.

Durch das eigene Tun erfahren die Jugendlichen am Stand der Universität Hildesheim schrittweise, wie ein vernetztes Haus funktioniert. „Dabei kann es zu interessanten neuen Kreationen kommen" , sagt Habich.

Was ist ein Mikrocontroller und wo kann dieser eingesetzt werden? Wie kann ein Blink-Sketch programmiert und eine LED zum Blinken gebracht werden? Wie kann ein Lüfter in einem Smarthome angesteuert werden? Wie arbeiten ein Spannungsteiler und Widerstände? Und wie funktionieren Sensoren und Aktoren?

Am Montag, 17. Juni 2019, um 15:50 Uhr, besucht Wissenschaftsminister Björn Thümler das Exponat „Hausmodell für Smart Home“ des Instituts für Technik der Universität Hildesheim auf der Ideenexpo (Halle 7).

Während der Ideen-Expo in Hannover geben Studentinnen und Studenten und Lehrende der Universität Hildesheim vom 15. bis 23. Juni 2019 Jugendlichen Einblicke in die Welt der Technik. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim nimmt seit 2011 regelmäßig an der Ideen-Expo teil. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern.

Wer sich für das Thema interessiert, erreicht Professor Dr. Jürgen Rüdiger Böhmer (boehmer[at]uni-hildesheim.de) und Dr. Nils Habich (habich[at]uni-hildesheim.de) vom Institut für Technik im Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik der Universität Hildesheim.

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news-16973 Fri, 14 Jun 2019 09:35:00 +0200 Uni-Mittsommernacht mit Familienprogramm, Theater, Live-Musik und Poetry Slam https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-mittsommernacht-mit-familienprogramm-theater-live-musik-und-poetry-slam/ Wenn es draußen mächtig grünt und die Tage warm, die Nächte kurz sind, dann naht die Uni-Mittsommernacht – das große Kultur- und Sommerfest der Universität Hildesheim sollten Sie am Samstag, 22. Juni 2019, nicht verpassen. Uni-Mittsommernacht: Tickets und Programm

Die Universität Hildesheim lädt am Samstag, 22. Juni 2019, zur Uni-Mittsommernacht auf den Kulturcampus Domäne Marienburg ein. Im magischen Ambiente der mittelalterlichen Burganlage bietet die Uni ein Programm aus Erlebnispädagogik, Spiel und Spaß, Livemusik, Theaterdarbietungen, Tanzshows und Lesungen.

Die Uni-Mittsommernacht beginnt um 17:00 Uhr mit einem Familienprogramm mit Kletterfelsen, Spielwiese, Lagerfeuer und Stockbrot, mit Mathematik, einem Streichorchester, einem Rundgang durch die virtuelle Welt und Improvisationstheater.

„Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“

Zur diesjährigen Mittsommernacht hat die Universität Hildesheim gemeinsam mit der Bürgerstiftung und der gemeinnützigen Baugesellschaft 300 Hildesheimerinnen und Hildesheimer mit ihren  Kindern eingeladen, die sich die Teilnahme nicht alleine hätten finanzieren können. „Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“, sagt Markus Langer vom Organisationsteam der Uni-Mittsommernacht.

Ab 20:00 Uhr startet dann das Abendprogramm. Die offizielle Eröffnung des Festes findet um 20:00 Uhr statt. Zur Eröffnung sprechen auf der Kehrwiederbühne im Domänenhof Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Oberbürgermeister: „Junge Kulturschaffende machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen“

Für Meyer ist die Atmosphäre auf der Domäne Marienburg zur alljährlichen Mittsommernacht einmalig: „Studierende und junge Kulturschaffende erhalten hier eine Bühne und machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen. Dies ist immerhin auch ein Grund, weshalb wir uns gute Chancen ausrechnen, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden. Für Hildesheim ist die Mittsommernacht zudem wichtig, weil sie Universität und Stadtgesellschaft in optimaler Weise zusammenbringt.“

Das Abendprogramm umfasst Poetry Slam, Musik und Tanz, Theater und Walk-Acts. Die „English Drama Group“ führt zum Beispiel das Stück „Twelve angry Jurors“, basierend auf dem Thriller „Die 12 Geschworenen“ mit 12 internationalen Schauspielerinnen und Schauspielern und stimmigen Soundeffekten im Burgtheater auf. Im Blauen Salon im Pächterhaus wiederum läuft ein moderner Literaturwettstreit zwischen Lyrik und Prosa.

Die Livemusik bietet einen fantastischen Mix auf mehreren Bühnen: So spielt die Uni-Band „Funkin´ Further“ zum Beispiel hochkarätigen Funk, Soul und Pop, als Hauptact musiziert die inklusive Hamburger Popband „Station 17“. Angesichts des zehnjährigen Jubiläums des Center for World Music spielen die Band „Suroor“ – die Studierenden Tarik Thabit, Hannah Heuking und Zainab Lax –; die Band „FouFou“ legt zeitgenössichen Jazz auf und die Band „Makatumbe“ lässt Melodien fliegen und den Bass beben. Im Hohen Haus kann man eine Ausstellung zu zehn Jahren Center for World Music besuchen, an musikalischen Workshops teilnehmen, eine Hörstation entdecken und einen virtuellen Blick in die ehemalige Timotheuskirche werfen. Das Forschungsteam und die musik.welt-Studierenden laden hierzu herzlich ein.

Um 23:00 Uhr findet dann das große Löseke-Feuerwerk im Park der Domäne Marienburg statt.

Musik, Tanz und Theater bringen seit 22 Jahren Jüngere und Ältere, Studierende und Berufstätige, Universitätsangehörige und Bürgerinnen und Bürger auf der stimmungsvoll beleuchteten Domäne Marienburg zusammen.

Tickets für die Mittsommernacht der Universität Hildesheim:

Tickets kosten im Vorverkauf 19 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten sind unter www.reservix.de, an den bekannten Hildesheimer Vorverkaufsstellen, im Hofcafé und im Unishop am Universitätsplatz 1 erhältlich. Die Öffnungszeiten finden Sie unter www.unishop-hildesheim.de. Alle Vollzahler können kostenfrei je ein Kind mitbringen. Kurzentschlossene können sich auch noch an der Abendkasse ein Ticket für die Uni-Mittsommernacht sichern. Absolventinnen und Absolventen der Universität Hildesheim zahlen an der Abendkasse nur 14 Euro.

Das Programm und weitere Informationen finden Sie immer aktuell online unter www.uni-mittsommernacht.de

Dank an alle Sponsoren, Spender und Partner

Die Stiftung Universität Hildesheim dankt der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. sowie den Sponsoren, Spendern und Partnern, ohne die diese Uni-Mittsommernacht nicht möglich wäre: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, gbg Gemeinnützige Baugenossenschaft Hildesheim, H.U.T. Hildesheimer Unternehmer Treffen e.V., Bürgerstiftung Hiildesheim, Arwed Löseke Papierverarbeitung und Druckerei, Techniker Krankenkasse, Jumnii e.V., Jim + Jimmy sowie der Stiftung Schulmuseum und dem Center for World Music.

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news-16824 Wed, 12 Jun 2019 09:45:00 +0200 Am Puls der Zeit: Zwanzig Jahre Kreatives Schreiben https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/am-puls-der-zeit-zwanzig-jahre-kreatives-schreiben/ Kann man kreatives Schreiben lernen? Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen des renommierten Studiengangs „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“. Mit einem Fest und einer Anthologie liefert die Schreibschule einen Rückblick und Ausblick auf die Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens. Über 40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich mit ganz frischen Themen und Texten. 20 Jahre Kreatives Schreiben: Hier geht's direkt zum Programm

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

„Im englischsprachigen Raum ist das Studium des kreativen Schreibens eine Selbstverständlichkeit, weil es hellhörig macht für die Vielstimmigkeit der Gegenwart. Die Studierenden lernen, sich schreibend zur Gegenwart zu verhalten und dabei zugleich immer auch selbst zu reflektieren. Das brauchen wir heutzutage dringender denn je. Und bei vielen enstehen dabei literarische Werke, anhand derer wir unsere Zeit als Möglichkeitsraum erforschen können“, sagt Professorin Annette Pehnt, Schriftstellerin und Direktorin des Literaturinstituts.

„Der Studiengang Kreatives Schreiben zählt zu den herausragenden Profilelementen der Universität Hildesheim. Hanns-Josef Ortheil hat den Studiengang geschaffen und neben seinem eigenen schriftstellerischen Werk damit die deutsche literarische Welt sehr bereichert. Wir verdanken ihm viel!“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zum Jubiläum erscheint die Anthologie „Institutsprosa. Zwanzig Jahre Schreibschule Hildesheim“, in der fünfunddreißig bekannte Alumni über ihre Studienzeit schreiben. Die Anthologie wird von Dirk Brall, Mariana Leky, Thomas Klupp und Katrin Zimmermann im Olms Verlag herausgegeben.

Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen mit einem Jubiläumsfest am 14. Juni und 15. Juni 2019. Etwa 45 ehemalige Studentinnen und Studenten, die alle in großen Verlagen Bücher veröffentlicht haben, kommen zu dem großen Literatenfest nach Hildesheim.

Das Jubiläumsfest beginnt mit einem literarischen Abend im Literaturhaus St. Jakobi. Die Gespräche und Lesungen mit Shida Bazyar, Jo Lendle, Mariana Leky und Institutsgründer Professor Hanns-Josef Ortheil moderiert Alexander Solloch vom NDR.

Am Samstag treffen sich die Alumni, die Lehrenden und Studierenden aller jetzigen Studiengänge sowie Freunde des Instituts auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, das Fest wurde von Literaturstudentinnen und Literaturstudenten organisiertli. Bis tief in die Nacht hinein ist dort ein facettenreiches Programm von Gesprächen, Debatten, Lesungen und Performances zu erleben, unter anderem mit Helene Bukowski, Karl W. Flender, Juan S. Guse, Alina Herbing, Sabrina Janesch, Juliana Kalnay, Florian Kessler, Leif Randt, Ronja von Rönne und Philipp Winkler. Der große Fest-Samstag mit seinen rund zwei Dutzend Veranstaltungspunkten auf der Domäne ist öffentlich und kostenfrei. Das Literaturinstitut freut sich sehr über alle Besucherinnen und Besucher.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden. Im Wintersemester 1999/2000 startete der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Hildesheimer Schreibschule diskutiert Trends und Entwicklungen seit 1999

„Lehrende müssen sehr genau auf die ästhetischen Entwicklungen der Gegenwart achten, also darauf, was sich in den zentralen künstlerischen Gattungen jeweils so alles tut. Man muss die neuste Literatur und die Künste ingesamt sehr wach studieren und die Erkenntnisse in den Unterricht einbringen, um immer auf der Höhe der Zeit zu sein“, sagt Professor Hanns-Josef Ortheil, Gründer des Literaturinstituts und heute Seniorprofessor an der Universität Hildesheim.

„Die Hildesheimer Schreibschule hat fast alle historischen Trends und Entwicklungen seit 1999 in intensiver Weise miterlebt. Das begann schon 1999 mit der Hochzeit der Popliteratur und setzte sich dann bis zu den digitalen Kulturen der Gegenwart fort. Das waren, ästhetisch gesehen, ungeheuer wichtige Jahre, voller Umbrüche nicht nur in den Themen, sondern auch in den Methoden und Medien des Schreibens. Die Studierenden sind dabei selbst die wunderbarsten Zubringer für diese Metamorphosen, anhand ihrer Lebensläufe und dem, was sie tun und denken, könnte man eine Literaturgeschichte der Suchbewegungen von Studierenden in der Gegenwart schreiben.“

„Das alte Pächterhaus auf der Domäne Marienburg mit seinem legendären Blauen Salon ist ein Glücksfall für den Studiengang“

Ortheil fing 1990 als wissenschaftlicher Assistent in Hildesheim an. „Ich saß mit zehn Studierenden, die mit mir Kafka lesen wollten, in einem ganz kleinen Raum im Hauptgebäude. Wir hörten gar nicht mehr auf zu lesen. Aus der Kafka-Lektüre entwickelten sich erste Schreibaufgaben, denn wir wollten Kafka auch schreibend begreifen. Das war der erste Schritt in eine ganz neue Richtung. Allmählich entstand ein sehr innovativer Literaturunterricht, der nicht vom Interpretieren ausging, sondern von Leseerfahrungen, die in Texte von Lesern verwandelt wurden“, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil an die Anfänge. „Später ist daraus die DUDEN-Reihe ‚Kreatives Schreiben‘ entstanden, in der ich zusammen mit meinen Kollegen genau dieses Programm weiterentwickelt habe.“

Das Hildesheimer Literaturinstitut hat seinen Sitz nicht zwischen Betonwänden und Straßenzügen. Die Schreibschule befindet sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, einer mittelalterlichen Burganlage für den kulturwissenschaftlichen Fachbereich. „Das alte Pächterhaus auf der Domäne mit seinem legendären Blauen Salon war ein Glücksfall für den Studiengang. Wir pflegen hier die Gemeinschaft mit den anderen Fächern, arbeiten mit dem Theater, der Kunst, der Musik, den Medien und der Fotografie zusammen. Das ist eine ungeheuer anregende Konstellation, die die Studierenden sehr stark prägt“, sagt Ortheil.

„Lesen muss man trainieren, wie im Sport“

Der nächsten Studierendengeneration möchte Hanns-Josef Ortheil zweierlei mit auf den Weg geben. Es sei wichtig, die Fähigkeit beizubehalten, lange Texte zu lesen. Romane gehörten zu den stärksten Leseerlebnissen, die man haben könne, weil sie einen über mehrere Tage in andere, unbekannte Welten entführten. Zweitens aber sollte man auch nicht verlernen, kurze Texte oder Gedichte sehr langsam und genau zu lesen, häufig und immer wieder. Das sollte zu Textmeditationen anregen, an die sich freie Assoziationen und Bilder anschließen könnten. Auch dieses langsame Lesen sollte man trainieren und üben, um sich schließlich eine möglichst breite Basis von Weltliteratur geduldig zu erschließen.

Jubiläumsfest im Pächterhaus auf dem Kulturcampus

Am Samstag, 15. Juni 2019, feiert die Hildesheimer Schreibschule ihr zwanzigjähriges Jubiläum. 35 Literaturstudentinnen und Literaturstudenten planen und organisieren das große Sommerfest, zu dem über 40 bekannte Autorinnen und Autoren zurück an ihren Studienort kommen. Von 14:00 Uhr bis tief in die Nacht wird auf der Domäne Marienburg gelesen, diskutiert, performt und gefeiert.

 

Nähere Informationen zum Jubiläumsfest finden Sie online.

Wer Fragen zum Literaturfest hat, erreicht Thomas Klupp vom Literaturinstitut der Universität Hildesheim per E-Mail  (kluppt@uni-hildesheim.de).

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news-16952 Sat, 08 Jun 2019 11:28:00 +0200 Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/friedens-und-konfliktforschung-ueber-musik-und-kultur/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Maiduguri, Nigeria, und Cape Coast, Ghana, sind derzeit zum Forschungsaufenthalt an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri in Nigeria und Cape Coast in Ghana befassen sich im Rahmen einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie mit Kunst und Kultur in und nach Konflikten Gemeinschaften aufgebaut werden können.

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind 10 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Welche Rolle spielen Kultur und Künste bei der Konfliktlösung und in Friedensprozessen?

In Hildesheim arbeiten Zainab Musa Shallangwa, Alasambom Nyingchuo, Umar Lawal Yusuf, Lydia Amoah, Sabina Appiah-Boateng und Amos Asare Darkwa an ihren Doktorarbeiten im Center for World Music und am Institut für Kulturpolitik, recherchieren in der Universitätsbibliothek und treffen Hildesheimer Professorinnen und Professoren. Begleitet werden sie von den Koordinatoren der Graduiertenschule Dr. Christopher Mtaku, Eyram E. K. Fiagbedzi, Dr. Nepomuk Riva und Meike Lettau.

Außerdem finden interdisziplinäre Austauschformate statt, unter anderem mit der Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi, die in Hildesheim das Zentrum für Bildungsintegration leitet, und im Seminar „Time and History: What ‚history‘ do we want to talk about in the future“ mit dem Philosophen Professor Rolf Elberfeld, der zu Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive forscht, oder auch mit Professor Tiago de Oliveira Pinto vom UNESCO-Lehrstuhl „Transcultural Music Studies” an der Universität Weimar.

Insgesamt 21 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Nigeria, Ghana, Kamerun, Niger und Deutschland, darunter 12 Doktorandinnen und Doktoranden, erforschen in der Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ von 2016 bis 2020 die Rolle von Kultur und Kunst bei der Konfliktlösung, in Friedensprozessen und in der nachhaltigen Entwicklung in Westafrika. Zum Beispiel untersuchen sie die Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, die Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle kulturelle Erbe und entwickeln lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim.

„Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“

„Wir sind eine offene und internationale Universität, zu unserem Leitbild gehört Diversität. Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden Anfang Juli 2019 an einer Kooperationstagung zum Thema „The Role of the Artist in Processes of Transformation. Conference on Cultural Policy and Sustainable Development“ in der Bundesakademie Wolfenbüttel teilnehmen [Informationen zur Konferenz]. Forschungsfragen sind unter anderem: Was bedeutet eine auf Kunst und Kultur basierende nachhaltige Entwicklung? Auf welche Weise können Künstlerinnen und Künstler Lösungen für Gesellschaften in Umbrüchen und fragilen Kontexten anbieten? Welche neuen Mechanismen der internationalen Kulturbeziehungen und Kulturpolitik sind für eine Veränderung der europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit erforderlich?

Digitalisierte Musikarchive sollen in Nigeria helfen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konfliktezu entwickeln

„Die Forschungen der Studierenden stehen im engen Zusammenhang mit den Sammlungen, über die wir am Center for World Music verfügen, wie etwa das Borno Music Documentation Project. Die Doktoranden und Doktorandinnen nutzen damit unsere Archive, die sie erschließen und digitalisiert wieder mit nach Nigeria nehmen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konflikte suchen“, sagt Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Das Graduiertenkolleg ist an der Universität Hildesheim am Center for World Music angesiedelt. Das Team um Professor Raimund Vogels, Direktor des Forschungsinstituts, arbeitet mit Professor Wolfgang Schneider zusammen, dessen Team am UNESCO-Lehrstuhl des Instituts für Kulturpolitik die Rolle der Künste in Konflikten und Transformationsprozessen untersucht.

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news-16971 Fri, 07 Jun 2019 08:52:00 +0200 Internationaler Doktorandenworkshop der Musikethnologie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/internationaler-doktorandenworkshop-der-musikethnologie-1/ Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Haifa, Cape Coast, Lissabon, Helsinki und Maiduguri nach Hildesheim: Während des elften Internationalen Doktorandenworkshops am Center for World Music der Universität Hildesheim tauschen sie sich über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus. Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel, Portugal, Ghana, den USA, Finnland und Nigeria nicht nach Berlin oder Köln, sondern nach Hildesheim in Norddeutschland.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim unterstützt den Forschungsnachwuchs. Etwa 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tagen vom 18. Juni bis 22. Juni 2019 an der Universität. Das fünftägige Programm bietet Raum für Vorträge und Diskussionen. In Arbeitsgruppen können sich die Doktorandinnen und Doktoranden über Forschungsmethoden und musikethnologische Forschungsfragen austauschen.

Seit elf Jahren bauen die Hildesheimer Wissenschaftler ein Doktorandennetzwerk in der Musikethnologie aus. Die Universität Hildesheim arbeitet dabei eng mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Professor Philip Bohlman von der University of Chicago/USA zusammen. Bisher nahmen über 200 junge Fachleute an den Workshops teil. Einmal im Jahr tagen sie eine Woche am Center for World Music in Hildesheim. Das Forschungszentrum hat sich im Ausland als wichtige Institution der Nachwuchsförderung etablieren können.

Programm des elften internationalen Doktorandenworkshops

Die Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich zum Beispiel mit diesen Themen:

  • Amos Darkwa Asare (University of Cape Coast, Ghana): "The Evaluation of Cultural Policy towards the Performing Arts in Ghana: A case of the ‘Appietus’ project"

  • Dikshant Uprety (Indiana University Bloomington, USA): "Practices of Social Entrepreneurship and Development in Rap and Rock Music Scenes in Kathmandu Valley"

  • Xinjie Chen (University of Helsinki, Finland): "Rooted Cosmopolitanism in Sámi CD productions"

  • Pablo Infante-Amate (University of Oxford, England): "Playing with the State: Popular Music, Oil, and Political Economy in Equatorial Guinea"

  • Olga Zaitseva-Herz (University of Alberta, Canada): "Singing Between Continents: images of homeland and pluralism in the hybrid songs of Habsburg Empire emigrants to Canada"

  • Loab Hammoud (University of Haifa, Israel): "Between Mandate and Diaspora: Palestinian Composers of Arab Art Music Between 1917-1998"

Short information in English

Eleventh International Doctoral Workshop in Ethnomusicology

From 18th of June until 22nd of June 2019 the Center for World Music of University of Hildesheim will once more be the venue for the international doctoral workshop in ethnomusicology. In collaboration with Hanover University of Music, Drama and Media, the program of paper presentations, discussion and working groups will support doctoral students at their writing stage and engage them in international dialogue and exchange. In a keynote lecture Ronald Radano from the University of Wisconsin–Madison, USA, and the American Academy Berlin, will talk about the "African Sound Object and the Colonial Past".

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news-16939 Wed, 05 Jun 2019 16:12:00 +0200 Campusfest bei Sonnenschein und Preise für herausragende studentische Initiativen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/campusfest-bei-sonnenschein-und-preise-fuer-herausragende-studentische-initiativen/ Das Campusfest findet bei strahlendem Sonnenschein, mit Live-Musik und Bands, Debatten und Austausch zwischen den Fachbereichen statt. Ein großes Dankeschön an das studentische Organisationsteam und alle Helferinnen und Helfer. Im Rahmen des Campusfests zeichnet die Uni herausragende studentische Initiativen aus, in diesem Jahr geht der Preis an die Initiative Hochschulkino, die BIPOC-Hochschulgruppe (Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour) und die Hochschulinitiative hi*queer. Hier geht's zur Bildergalerie des Campusfestes
auf der Uni-Facebook-Seite

Einmal im Jahr laden Studierende ein zum Campusfest. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Anwohner aus dem Stadtteil kommen am (heutigen) Mittwoch ab 14:00 Uhr auf dem Hauptcampus rund um den Universitätsplatz zusammen. Die Sonne scheint, die Musik läuft mit einem Bühnenprogramm auf drei Bühnen, die Info-Stände von Initiativen und Fachschaften sind vielfältig.

Studentinnen und Studenten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Semestern organisieren das Campusfest jedes Jahr komplett ehrenamtlich und setzen sich für mehr Zusammenhalt, Vernetzung und Miteinander im Studienalltag ein. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Helferinnen und Helfern bedanken. Ein herzliches Dankeschön an alle aus dem Organisationsteam und alle Unterstützer!

Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen

Preisträgerinnen und Preisträger 2019: Hier lesen Sie die Laudationes des Präsidenten (pdf)

An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studierende, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, für die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder für unsere Gesellschaft einsetzen. Um das außerordentliche Engagement dieser Studentinnen und Studenten zu würdigen, verleiht das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen.

Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Der Preis wird jährlich vergeben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und kann geteilt werden.

In diesem Jahr haben sich elf studentische Initiativen beworben beziehungsweise wurden durch Dritte vorgeschlagen. Das Themenspektrum reicht von Moderationswerkstätten für Studierende bis zu kulturellen, literarischen Projekten und belegt eindrücklich die große Vielfalt studentischer Initiativen an der Universität Hildesheim.

Entscheidend bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sind neben einer detaillierten Beschreibung der Initiative die folgenden Kriterien: Orientierung der Initiative an aktuellen Bedarfen, dokumentierte Erfolge, Innovativität und Modellcharakter.

Die Auswahlkommission setzt sich aus den Mitgliedern des Präsidiums sowie den Vorsitzenden des StudierendenParlaments (StuPa) und des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) zusammen. Die Auswahlkommission tagte am 29. Mai 2019 und entschied, in diesem Jahr den Preis zu teilen.

Der Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 geht an:

  • die Initiative Hochschulkino Hildesheim,

  • die BIPOC-Hochschulgruppe (Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour) und

  • die Hochschulinitiative hi*queer.

Initiative Hochschulkino Hildesheim

Das Hochschulkino ist ein wichtiger Bestandteil des Kulturangebots für Studierende in Hildesheim. Seit 1984 organisieren Studierende Filmabende im Audimax der Universität und zeigen zu einem geringen Eintrittspreis Filme abseits des Mainstream-Kinos.

Das Hochschulkino versteht sich als Programmkino, das sich durch große Diversität hinsichtlich der Filmformen und Themen auszeichnet. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen internationalen Filmen sowie Filmklassikern und schlägt damit den Bogen vom aktuellen Filmschaffen zum Filmerbe. Die Beteiligten nehmen stets aktuelle Interessen und Themen der Studierendengemeinschaft in den Blick, vernetzen sich dazu mit den Initiativen und Organisationen der Universität und gehen jedes Semester Kooperationen ein, um die Themen aufzugreifen und ihnen eine Plattform zu geben. Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die Initiative Hochschulkino Hildesheim mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Die Studentinnen Rafaela Range und Lea Marie Schütte nahmen den Preis entgegen, zum Team gehören außerdem Hannah Krämer, Michael Dölle, Lukas Friedland und Laura Steiner.

BIPOC-Hochschulgruppe

BIPOC ist eine Abkürzung für Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour. Die BIPOC-Hochschulgruppe Hildesheim ist eine Gruppe von Studierenden, die sich gegen die systematische Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe, Abstammung und nationalem Ursprung sowie religiöser Zugehörigkeit einsetzt.

Die Initiative möchte das Bewusstsein für Ungleichbehandlungen schärfen. Sie fordert und fördert eine gleichberechtigte Behandlung von BIPOC an der Universität. Dazu werden Diskursräume geschaffen, die von BIPOC Studierenden organisiert und durchgeführt werden und für sie sicher sind („safer space“). Derart sollen BIPOC gestärkt werden („empowerment“). Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die BIPOC-Hochschulgruppe mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Lynn Rakel und Yamundao Bah, die in Hildesheim „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ studieren, nahmen den Preis stellvertretend für die gesamte Gruppe entgegen.

Hochschulinitiative hi*queer

Die Hochschulinitiative hi*queer greift ein breites, multiperspektivisches und interdisziplinäres Spektrum an Fragestellungen auf spricht mit vielfältigen, vielschichtigen und innovativen Veranstaltungsformaten – zum Beispiel mit der Veranstaltungsreihe „gesellschaft*macht*identität*“ – Studierende der Universität Hildesheim, der HAWK Hildesheim sowie Bürgerinnen und Bürger an. Die beteiligten Studierenden und ihre Aktivitäten stellen sich gegen reaktionäre, antifeministische, rassistische und rechtspopulistische Ideologien und tragen mit zu einer demokratischen und diskriminierungssensiblen Hochschulkultur bei.

Seit 2011 bieten die Beteiligten in jedem Semester ein vielfältiges Programm an – unter anderem Vorträge, Film-, Theater- und Performance-Aufführungen, Buchvorstellungen, Konzerte, Workshops. Mit dem Programm weisen sie kontinuierlich und mit viel Engagement auf Themen und Fragen der Geschlechterforschung, -theorie und -politik hin. Gleichzeitig werden Wege und Methoden aufgezeigt und diskutiert, um diese zu bearbeiten. Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die Hochschulinitiative hi*queer mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Lisa nahm den Preis entgegen, zum Team gehören außerdem Eva, Charlotte, Karsten, Anne Sophie, Karla, Sina und Svenja.

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Pressemeldungen
news-16918 Sat, 01 Jun 2019 14:32:00 +0200 Ausgezeichnete künstlerische Avantgarde aus Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausgezeichnete-kuenstlerische-avantgarde-aus-hildesheim/ Die Theatergruppe „machina eX“ – aus den Hildesheimer Kulturwissenschaften hervorgegangen – macht die virtuellen Welten in der Realität der Bühnen-Performance erfahrbar. Die Künstlerinnen und Künstler stehen stellvertretend für die innovative, experimentelle und mutige Gestaltungskraft der Freien Szene in der deutschen Theaterlandschaft. Save the date: Die Hildesheimer Kulturwissenschaften feiern ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfestakt am 25. Oktober 2019.

Das aus den Hildesheimer Kulturwissenschaften hervorgegangene Theaterkollektiv „machina eX“ wird mit der mit 10.000 Euro dotierten Tabori-Auszeichnung geehrt. Die Theatergruppe macht die „virtuellen Welten in der Realität der Bühnen-Performance” erfahrbar, lobt die Jury. „Das an der Hildesheimer Universität gegründete Kollektiv forscht seit 2010 an der Schnittstelle von Theater und Computerspiel. machina eX entwickeln – inspiriert von Computerspielästhetiken und Computerfeatures – interaktive Theaterabende“, heißt es in der Jurybegründung. Die Kompanie wurde aus über 300 Gruppen für die Auszeichnung ausgewählt. Der nach dem Regisseur George Tabori benannte Preis wird aus dem Haus der Kulturstaatsministerin gefördert.

Mit dem Preis ehrt der Fonds Darstellende Künste in der deutschen Theaterlandschaft die herausragende professionelle Arbeit von frei produzierenden Ensembles mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung.

Die Künstlerinnen und Künstler „stehen stellvertretend für die innovative, experimentelle und mutige Gestaltungskraft der Freien Szene. Mit dem Preis wollen wir dieser gesellschaftlichen Avantgarde einmal mehr größere Aufmerksamkeit schenken“, so Professorin Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien.

„Die Auszeichnung ist ein Akt der Wertschätzung inhaltlicher und ästhetischer Avantgarde, die mit inspirierenden Impulsen in die Gesellschaft wirkt“, sagt Wolfgang Schneider, Professor für Kulturpolitik in Hildesheim.

„Wir kombinieren Inszenierung, Text, Dramaturgie, Schauspiel, Gamedesign, Bühnenbild, Sounddesign, Musik, Elektrotechnik und Programmierung“

Im Interview spricht Mathias Prinz über die Arbeit als freier Theaterschaffender. Der 31-Jährige hat sein Bachelorstudium in Hildesheim im Bereich „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ abgeschlossen und gehört zum ausgezeichneten Theaterkollektiv „machina eX“.

Herr Prinz, Sie haben in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert und sind Mitglied des preisgekrönten Theaterkollektivs „machina eX“. Mit dem Team entwickeln Sie „spielbare Theaterstücke, die zugleich begehbare Computerspiele sind“. Wie muss man sich das vorstellen? Können Sie uns einmal eines Ihrer Stücke vorstellen?

Computerspiele bieten eine recht verklausulierte Form der Interaktion: Was von der Programmierung vorgesehen ist, ist möglich, alles andere ist unmöglich. Der lebensechte (Theater)Raum ist theoretisch viel komplexer, wir unterwerfen ihn aber recht ruppig der Regelhaftigkeit des Computerspiels. Ein Beispiel: Eines unserer Formate nennen wir etwa „digitales Point’n’Click-Adventure“. Es wechselt zwischen zwei Zuständen hin und her: In der Cutscene treten Schauspielerinnen und Schauspieler auf, stellen Charaktere dar, spielen Szenen, erzählen Geschichten. In der Taskscene bleiben die Charaktere in choreographierten, sich ewig wiederholenden Schleifen stecken. Hier ist das Publikum – etwa 12 Menschen, die sich im gleichen Raum wie die Schauspielerinnen und Schauspieler bewegen – gefragt. Über Interaktion mit den Gegenständen und Requisiten im Raum kann das Publikum der Ursache der Steckengebliebenheit finden und beheben. Auf dem Weg dahin werden idealerweise Rätsel gelöst, Erzählungen entfalten sich, folgenschwere Entscheidungen werden getroffen. Nicht selten sind unsere Requisiten elektronisch so modifiziert, dass sie direkt auf die Eingabe des Publikums reagieren und zum Beispiel Licht- und Soundwechsel erzeugen. Von einer durchgespielten Taskscene geht es in die nächste Cutscene über.

Wie entstand „machina eX“ und welche Rolle spielten dabei die verschiedenen Fächer, die viele der Mitglieder von machina eX im kulturwissenschaftlichen Studium an der Universität Hildesheim kombiniert haben?

Die erste Inszenierung „Maurice“ von machina eX ist als eine Idee von einigen, dann eine Arbeit von einigen mehr im Rahmen des kulturwissenschaftlichen Projektsemesters 2010 in Hildesheim entstanden. Für die Arbeit an unseren Formaten braucht man Menschen mit Kompetenzen im Bereich Inszenierung, Text, Dramaturgie, Schauspiel, Gamedesign, Bühnenbild, Sounddesign, Musik, Elektrotechnik, Programmierung und noch einiges mehr. Die Fächervielfalt der kulturwissenschaftlichen Studiengänge hat dabei einiges dazu beigetragen, dass so verschiedene Fähigkeiten in ein und derselben Studienumgebung gefunden werden konnten.

Wie geht es für Sie weiter, woran arbeitet machina eX derzeit?

Für dieses Jahr hat machina eX noch zwei Premieren geplant: „Patrol“ am 12. Juni am HAU Hebbel am Ufer in Berlin sowie „Sign Here“ am 28. September 2019 am Schauspiel Essen. Außerdem arbeiten wir daran, unsere Arbeitsergebnisse im Sinne der Open Source-Community, die uns ihrerseits viel Wissen zur Verfügung gestellt hat, weitergeben zu können – sowohl die technische als auch die konzeptuelle Seite. Dafür geben wir Seminare und Workshops und denken an Vermittlungskonzepten herum. Wir interessieren uns auch dafür, unsere Arbeitsweisen an andere Disziplinen anzudocken. In den letzten Jahren sind zum Beispiel einige Arbeiten im Kontext von Ausstellung und Museum entstanden, hier scheint uns noch einiges Potenzial verborgen zu sein.

Was ist Ihre Botschaft an Studentinnen und Studenten, die gerade in Hildesheim studieren?

Make your own stuff. If you get stuck, ask the internet.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kulturwissenschaften in Hildesheim studieren

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Pressemeldungen
news-16823 Wed, 29 May 2019 16:26:00 +0200 Symphonisches Universitätsblasorchester entsteht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/symphonisches-universitaetsblasorchester-entsteht-in-hildesheim/ Für das neue Universitätsblasorchester in Hildesheim sucht der Dirigent Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die mitwirken möchten. Bisher haben bereits 50 Mitglieder der Universität – von der Studentin bis zum Verwaltungsmitarbeiter – ihr Interesse signalisiert. „Die Stiftung Universität Hildesheim lebt von ihrem bunten und vielfältigen Angebot. Dazu gehören auch die vielen musikalischen Aktivitäten, wie zum Beispiel das symphonische Universitätsorchester. Was unserer Universität allerdings fehlt, ist ein Universitätsblasorchester“, sagt Volker Semmler. Gerade in einer Stadt wie Hildesheim, in der es eine überdurchschnittlich große Zahl an Schulen mit Bläserklassen und noch mehr Blasorchester in Stadt und Landkreis gibt, sollte auch die Universität ein solches Ensemble vorweisen können, sagt der Musiker.

Deshalb baut der Dirigtent Volker Semmler, unterstützt vom Institut für Musik und Musikwissenschaft, das „Symphonische Universitätsblasorchester Hildesheim“ auf.

„Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super“

Mitmachen kann jeder, der mit der Universität Hildesheim zu tun hat, sagt Semmler, „ob Student, Doktorand, Informatikerin, Verwaltungsmitarbeiter, Sprachwissenschaftlerin oder Professorin. „Wir wollen nicht nur die Musikstudierenden, sondern Lehrenden aus allen Fachbereichen sowie Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter aus der Verwaltung ansprechen. Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super. Wer also eines der üblichen im Blasorchester vertretenen Holz- oder Blechblasinstrumente spielt, kann sich genauso gerne melden wie Musiker an Schlagzeug, Perkussionsinstrumenten, E-Bass und Kontrabass.“

Für das Universitätsblasorchester sucht Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die eines der folgenden Instrumente spielen: Piccoloflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinetten (Es, B, Alt und Bass), Saxophone (Sopran, Alt, Tenor, Bariton), Trompete, Flügelhorn, Horn (F , Es), Tenorhorn, Bariton, Euphonium, Posaune, Tuba, E-Bass, Kontrabass, Schlagzeug, Mallets (Xylophon, Glockenspiel), Perkussionsinstrumente (Cimbals, Conga, Bongo, Cabasa, Shaker, Woodblocks, Tamburin, Triangel, Chimes, TamTam und andere) und Konzertpauken. „Für das eine oder andere Stück kann man auch einmal ein Keyboard oder eine Gitarre mit einbauen. Das sind dann aber eher Ausnahmen“, sagt Semmler.

Oboe, Querflöte, Fagott, Klarinetten, Saxophone, Horn, Posaune

„Die Resonanz auf das Projekt ist wirklich toll. Bisher haben über 50 Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim ihr Interesse am Universitätsblasorchester bekundet. Auch die Verteilung der Instrumente ist recht gut. Mit so einem Orchester kann man schon ein tolles Repertoire aufführen“, sagt Volker Semmler. Für ein Orchester wären 60 Personen hervorragend, deshalb sucht Volker Semmler weiterhin nach Musikerinnen und Musikern, die mitwirken möchten.

Das Ensemble soll als Projektorchester organisiert werden, um den teilweise schon recht vollen Zeitplänen der Mitwirkenden entgegenzukommen. Zum Ende der Vorlesungszeit ist ein Probenwochenende geplant, bei dem ein neues Konzertprogramm erarbeitet wird. In den Semesterferien kann dieses dann im Eigenstudium oder auch in Registerproben verfeinert werden. „Wenn dann nach der vorlesungsfreien Zeit die ersten hektischen Tage vorüber sind, werden wir an einem weiteren Probenwochenende den musikalischen Feinschliff vornehmen, um anschließend ein Konzert aufzuführen“, berichtet Volker Semmler.

Die Termine für Informationsabend, Proben und Konzert im Überblick:

  • Dienstag, 4. Juni 2019 um 18:00 Uhr im Raum Hs 27/003 (Pferdestall) am Kulturcampus, Informationsabend: Das Team um Volker Semmler stellt das das geplante Konzertprogramm vor und wird die einzelnen Register einteilen. Organisatorische Fragen werden hier geklärt. Wer an dem Blasorchester mitwirken möchte, sollte an diesem Informationsabend teilnehmen.

  • Wochenende 6./7. Juli 2019 1. Probenwochenende im Alten Musiksaal am Hauptcampus der Universität Hildesheim

  • Wochenende 19./20. Oktober 2019 2. Probenwochenende im Alten Musiksaal

  • 16. November 2019 Generalprobe im Alten Musiksaal

  • 17. November 2019 Konzert im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim

Wer Interesse hat, an dem Blasorchester mitzuwirken, kann sich bei Volker Semmler (E-Mail Blasorchester@uni-hildesheim.de) melden.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Studierendenportal Personalportal
news-16849 Mon, 27 May 2019 15:31:39 +0200 Hochschulforschung – Hohe Relevanz für die Hochschulpraxis https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/hochschulforschung-hohe-relevanz-fuer-die-hochschulpraxis/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ arbeiten an Forschungsprojekten, die eine hohe gesellschafts- wie hochschulpolitische Relevanz aufweisen. Um sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulforschung sowie aus dem Hochschulmanagement bundesweit auszutauschen, trafen sie sich im Rahmen der „3. Hildesheimer Dialoge“ an der Universität Hildesheim. Ein Gastbeitrag des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“

Zu den aktuellen Themen an Hochschulen zählen zum Beispiel, wie die Betreuung von Promovierenden stetig verbessert werden kann, wie die Hochschulen angesichts der gestiegenen Studierendenzahlen und nach wie vor hohen Abbruchquoten eine qualitativ gute und ansprechende Lehre leisten können, aber auch, wie sukzessive der Anteil an Professorinnen und Frauen in den Spitzen- und Leitungspositionen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb erhöht werden kann, und welche Maßnahmen und Strategien Hochschulen ergreifen, um ihre Beschäftigten sowie die Studierenden vor sexualisierter Gewalt und Belästigung zu schützen.

Grund genug für das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ einige empirische Forschungsprojekte zu den oben genannten aktuellen Themen beim 3. Hildesheimer Dialog vorzustellen und Inhalte, Methoden, Vorgehensweisen, Ergebnisse und die Praxisrelevanz mit den Gästen intensiv zu diskutieren.

Empirische Forschungsprojekte, Methoden, Inhalte und Vorgehensweisen wurden auf der Tagung vorgestellt

Die meisten – mit einer Ausnahme – dort vorgestellten Projekte stehen am Beginn ihrer Forschungsphase. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Bührmann. Sie ist Professorin für Soziologie und Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen und war mit großem Interesse nach Hildesheim gereist, um sich einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen rund um die Hochschule zu verschaffen.

Den Auftakt der Diskussionsrunde machte Prof. Dr. Tanja Paulitz von der TU Darmstadt. Sie gab einen spannenden Einblick in ein in Deutschland wenig untersuchtes Forschungsfeld: In dem BMBF-Projekt „Jenseits der Gläsernen Decke“ untersucht sie gemeinsam mit Leonie Wagner, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und einem Team, welche Marginalisierungserfahrungen Professorinnen an Universitäten wie Fachhochschulen machen. Im Kern ihres Projektes geht es darum, die sehr feinen und zum Teil wenig bewussten Mechanismen des Unsichtbarmachens, des Übersehens und Wegdrängens von Spitzenfrauen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb aufzuzeigen und daraus Gegenstrategien für eine Sensibilisierung und für inklusive Anerkennungspraktiken zu entwickeln.

Noch in der ersten Phase der Förderung ist das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“, das Prof. Dr. Meike Sophia Baader, vom Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim, zusammen mit Dr. Christin Sager, ebenfalls vom Institut für Erziehungswissenschaft, leitet: „Unser Projekt geht der Frage nach, wie Hochschulen als Organisation mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ umgehen, welche Richtlinien und Beratungsangebote institutionalisiert und welche Formen von Best Practice identifiziert werden können“, erklärte Meike Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft und Vize-Präsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim.

„Zudem fragen wir danach, ob das Thema in pädagogischen Studiengängen in der Lehre angekommen und verankert ist, gibt es doch seit 2010 eine erhöhte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten, so dass ein professioneller Umgang damit Teil der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sein sollte. Zusammen mit Akteuren und Akteurinnen aus der Region werden wir Handlungsempfehlungen erarbeiten“. Ihr Projekt wird bis Ende 2021 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, ebenso wie das Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“ von Dr. Daniela Böhringer und Prof. Kai-Olaf Maiwald, beide von der Universität Osnabrück, und Dr. Svea Korff vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. Das Forschungsteam an den beiden Standorten untersucht unterschiedliche Settings der Betreuung, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft dem Nachwuchs Leistung interaktiv zugeschrieben wird. Dazu werden Videoaufnahmen gemacht und konversationsanalytisch ausgewertet.

Die Promotionsphase und der anschließende Übergang in den akademischen und außerakademischen Arbeitsmarkt stehen im Mittelpunkt eines weiteren Forschungsprojektes, dessen Eckpunkte ebenfalls bei den Hildesheimer Dialogen vorgestellt wurden: Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab einen Überblick über die großangelegte Studie „NACAPS – National Academics Panel Study“. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie, die er mit seinem Team durchführt, werden regelmäßig Promovierende und Promotivierte in Deutschland zu den Bedingungen des Promovierens, ihren Karriereabsichten, Karriereverläufen und allgemeinen Lebensbedingungen gefragt. Auch die Universität Hildesheim beteiligt sich an dieser Befragung.

Den thematischen Abschluss bildete ein aktuelles Forschungsprojekt, das die akademische Lehre und vor allem die Hochschullehrenden in den wissenschaftlichen Blick nimmt: Wie reagieren Lehrende auf neue Anforderungen, die an eine zeitgemäße Lehre gestellt werden? Gehen Lehrende darauf ein, digitale Medien vermehrt in ihre Lehre zu integrieren? Setzen sie Aspekte einer gender- und diversityorientierten Lehre um? Diesen Fragen geht Dr. Marion Kamphans vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ in ihrem von der Universität Hildesheim geförderten Habilitationsprojekt nach, das sie den Anwesenden vorstellte.

Hildesheimer Dialoge initiieren Austausch über Hochschulforschung und Hochschulentwicklung

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft und für Sozial- und Organisationspädagogik (Prof. Dr. Meike Baader; Prof. Dr. Wolfgang Schröer; Dr. Svea Korff; Dr. Marion Kamphans) der Universität Hildesheim die „Hildesheimer Dialoge“. Von besonderem Interesse ist es, einen Austausch mit anderen an Themen der Hochschulforschung und Hochschulentwicklung Interessierten zu initiieren.

Zentrales Ziel ist es, sich auf Landes- und Bundesebene zu vernetzen. Ein dritter Grund für dieses Format ist, die hochschulpolitische wie praktische Relevanz der empirischen Studien und Projekte – die im Forschungscluster bearbeitet werden in ihrer Anschlussfähigkeit für Veränderungsprozesse an Hochschulen, etwa für das Hochschulmanagement oder die akademische Personalentwicklung zu diskutieren.

Kontakt bei Fragen zu den Hildesheimer Dialogen: Dr. Marion Kamphans, Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allg. Erziehungswissenschaft (E-Mail: kamphans@uni-hildesheim.de)

Kontakt bei Fragen zum Forschungscluster „Hochschule und Bildung“: Dr. Svea Korff, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de)

Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim; Dr. Daniela Böhringer, Universität Osnabrück; Dr. Svea Korff, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim; Dr. Mark Bajohrs, Universität Mainz; Carolin Bätge, Universität Hildesheim; Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück; Dr. Marion Kamphans, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“; Dr. Christin Sager, Universität Hildesheim; Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim; Dr. Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover; Prof. Dr. Tanja Paulitz, TU Darmstadt.

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news-16836 Mon, 27 May 2019 11:49:00 +0200 Familiengerechte Hochschule: Nachhaltige Spielzeugkisten an allen Uni-Standorten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/familiengerechte-hochschule-nachhaltige-spielzeugkisten-an-allen-uni-standorten/ Im Rahmen der familiengerechten Hochschule bietet die Universität nachhaltige Spielzeugkisten an. Julia Witter, Koordinatorin des Green Office, und Frauke Beuter, Mitarbeiterin im „Audit familiengerechte Hochschule“ sprechen im Interview über Nachhaltigkeit und umweltbewussten Konsum. Frau Beuter, Frau Witter, im Rahmen der familiengerechten Hochschule haben das Gleichstellungsbüro und das Green Office, das Nachhaltigkeitsbüro der Universität, nachhaltiges Spielzeug zusammengestellt. Welche Idee steckt hinter dieser Zusammenarbeit?

Frauke Beuter: Auf der Begrüßungsveranstaltung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim, die immer im Wintersemester stattfindet, hat sich das Green Office als neue Organisationseinheit an der Universität Hildesheim vorgestellt. Ich persönlich finde es ganz klasse, dass die Universität Hildesheim ein Green Office eingerichtet hat, das sich damit auseinandersetzt, wie Strukturen und Prozesse bei uns im Hause nachhaltig und umweltschonend gestaltet werden können. In unserem aktuellen Audit-Handlungsprogramm ist die Einrichtung von Spielzeugkisten für die Standorte, die nicht über einen Familienraum verfügen, vorgesehen. In dem Zuge habe ich gedacht, das möchte ich gerne zusammen mit dem Green Office realisieren. Ich bin für unsere Audit-Maßnahmen immer gerne auf der Suche nach internen Kooperatiospartner_innen und Multiplikator_innen, sodass ich die Expertise des Green Office bezüglich der Spielzeugkisten gerne nutzen wollte. Das Team dort war ebenso von der Kooperationsidee begeistert, sodass sich das Green Office dann mit dem Bestücken der Spielzeugkisten aus Nachhaltigkeitsperspektive beschäftigt hat.

Julia Witter: Wir haben uns sehr über die Kooperationsanfrage vom Audit familiengerechte Hochschule gefreut und haben uns gerne an der Auswahl des Spielzeugs beteiligt.

Was bedeutet nachhaltiges Spielzeug, was ist zum Beispiel in dem Paket enthalten?

Julia Witter: Bei der Auswahl des Spielzeugs haben wir Wert auf ökologische und soziale Kriterien gelegt: wir haben unter anderem Holzspielzeug ausgewählt, das möglichst naturbelassen und gleichzeitig langlebig ist und unter fairen Arbeitsbedingungen in Deutschland hergestellt wurde. Viele der Spielzeuge tragen das „spiel gut“-Siegel oder wurden von Ökotest mit „sehr gut“ bewertet. In der Kiste enthalten sind zum Beispiel ein Holzkugel-Greifling für Babys, Holzbausteine und ein Steckspiel für Kleinkinder, eine Stoffhülle für Luftballons, so dass diese immer wieder aufgepustet und lange verwendet werden können und für ältere Kinder ein Ringwurfspiel, Filzzwerge und Straßenmalkreide. Uns war es wichtig, dass das angebotene Spielzeug gesundheitlich unbedenklich, das heißt schadstofffrei, ist. Wir möchten mit der nachhaltigen Spielzeugkiste zeigen, dass umweltbewusster und sozialer Konsum auch beim Thema Kinderspielzeug möglich ist. Wenn Spielzeug vielseitig verwendbar und langlebig ist, wird es nicht zum Wegwerfartikel – und das ist nachhaltig.

Wer profitiert von dem neuen Angebot?

Frauke Beuter: Von dem Angebot profitieren sowohl Studierende als auch Mitarbeiter_innen, die sich die Spielzeugkisten ausleihen können, wenn sie mit ihrem Kind oder ihren Kindern auf dem jeweiligen Campus unterwegs sind.

Wo kann man die Spielzeugkisten ausleihen? An wen kann man sich wenden, wenn man Fragen hat?

Informationen zu den nachhaltigen Spielzeugkisten

Frauke Beuter: Die Spielzeugkisten sind in Sekretariaten am Bühler-Campus (Frau Lehmann, L 021 Altbau), auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg (Frau Burgemeister, Hs1/110 & Hs1/009) und am Samelson-Campus (Frau David/ Frau Falso, A 116 Spl) hinterlegt. Die genauen Bürozeiten, in denen die Spielzeugkisten ausgeliehen werden können, können dem beigefügten Flyer entnommen werden. Das Ausleihen selbst soll möglichst einfach sein, sodass sich diejenigen, die die Kiste ausleihen, in eine Ausleihliste ein- und austragen. Ein wichtiger Hinweis ist auch, dass die Kinder unter Aufsicht spielen bzw. die Eltern aus der Kiste heraussuchen, womit die Kinder altersgerecht spielen können. Die Kisten beinhalten jeweils Spielzeuge für Kinder von 0 bis 6 Jahre. Auch eine Krabbeldecke ist dabei. Wir werden die Spielzeugkisten nach jedem Semester inspizieren und auf Vollständigkeit hin überprüfen. Sollte einmal etwas kaputtgehen, kann man sich zwischenzeitlich an mich wenden. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz herzliches Dankeschön, an die Kolleginnen der benannten Sekretariate, die sich gerne bereit erklärt haben, die Spielzeugkisten zu beherbergen.

Julia Witter: Wer weitere Informationen über nachhaltigen Konsum und Hilfe bei Kaufentscheidungen sucht, findet im Ratgeber „Nachhaltiger Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung viele Anregungen.

Kontakt bei Fragen

Wer Fragen hat, erreicht die Mitarbeiterin Frauke Beuter („Audit familiengerechte Hochschule“) per E-Mail unter auditfgh@uni-hildesheim.de und telefonisch unter 05121 883 92156.

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news-16330 Thu, 23 May 2019 18:43:00 +0200 Integration durch Musik: Europaweit einzigartiger Studiengang „musik.welt“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/integration-durch-musik-europaweit-einzigartiger-studiengang-musikwelt/ Der Studiengang „musik.welt“ öffnet seit 2011 Hochschultüren. Bisher haben etwa 100 Personen aus 15 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren im Masterstudium am Center for World Music der Universität Hildesheim studiert. Der syrische Musikpädagoge Renas Ibrahim ist einer der Studierenden und arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit. „Dank der Musik kann ich hier studieren“, sagt der 33-Jährige. Ab sofort ist eine Bewerbung um einen Studienplatz möglich. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer, geflüchtete Musikerinnen und Musiker, Erzieherinnen und Erzieher und Musikervermittler aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

„Es ist uns wichtig eine möglichst heterogene Gruppe zusammen zu stellen“, sagt Morena Piro, Mitarbeiterin am Center for World Music, „denn der Austausch, der Perspektivwechsel und das von und miteinander lernen ist wichtiger Bestandteil des Studiengangs.“

Jeder Student erlernt während der zwei Jahre ein weiteres Instrument – eine „musikalische Fremdsprache“ – und erhält Einzelinstrumentalunterricht. Die Studieninhalte reichen von Musikethnologie und Musikpädagogik über Musik und soziale Arbeit bis zu Projektmanagement und Selbstreflexion.

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige fort, die die Vielfalt der Musikkulturen in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Jetzt bewerben und berufsbegleitend den Masterabschluss erwerben

Der berufsbegleitende Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist Teil des Schwerpunkts Bildungsintegration an der Universität Hildesheim und wird seit 2011 von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Das Studium umfasst vier Semester bis zum Master-Abschluss. Die Lehrveranstaltungen finden jeweils an einem Wochenende pro Monat statt. Es besteht die Möglichkeit, auf Zertifikat zu studieren; ein Bachelor-Abschluss ist dann nicht erforderlich. Der Studiengang wendet sich an alle, die Kompetenzen erlangen möchten, um die integrative Kraft der Musik in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Der Hörsaal im Center for World Music ist ungewöhnlich – ein ehemaliger Kirchenraum mit mehreren Hundert Musikinstrumenten aus allen Erdteilen.

Die Bewerbung um einen Studienplatz ist ab sofort bis zum 15. Juni 2019 möglich. Die Auswahlgespräche finden vom 5. bis zum 7. Juli 2019 am Center for World Music in Hildesheim statt. Das Studium beginnt im Oktober 2019.

Die Familienbildungsstätte der Katholischen Erwachsenenbildung in Hildesheim unterstützt Interessenten am Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“, um sprachlich gut vorbereitet in die Aufnahmeprüfung zu gehen. Gefördert von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung werden speziell für Musiker Sprachkurse durchgeführt. In Kürze werden mehr Informationen zu dem Sprach- und Vorbereitungskurs bekannt gegeben.

Weitere Informationen zu den Studieninhalten,
Stipendien und zum Bewerbungsverfahren

Kurz erklärt: Zehnjähriges Jubiläum

Was macht das Center for World Music

Seit zehn Jahren arbeitet das Center for World Music (CWM) der Stiftung Universität Hildesheim daran, das musikethnologische Wissen für die Gesellschaft nutzbar zu machen. In unterschiedlichen Formaten verzahnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis. Das CWM bewahrt mit seinen etwa 4500 Instrumenten, circa 45.000 Tonträgern und seiner Bibliothek bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens.

Das musikethnologische Institut, welches in den vier Abteilung Archiv, Forschung, Studium und Lehre und Community Service arbeitet, ist weltweit einzigartig. Der Musikethnologe Professor Raimund Vogels leitet das Hildesheimer Forschungszentrum.

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Center for World Music

Nachgefragt bei zwei musik.welt-Studierenden:

Autorin der Kurzporträts ist Morena Piro.

„Über die Musik kommen Menschen in Kontakt“

Renas Ibrahim

Seit 2017 studiert Renas Ibrahim am Center for World Music in Hildesheim. Sein Weg bis in den Hörsaal in Deutschland war lang – als der Krieg in Syrien wütete, entschied er sich, zu fliehen.

Bis 2015 arbeitete er in einem der größten Flüchtlingslager der Welt, im Camp „Domiz“. Wie viele aus dem Krieg Geflohene suchte er zunächst Zuflucht im Nachbarland Irak. Zu der Zeit als Renas Ibrahim nach Domiz kam lebten dort über 140.000 Menschen. Für viele wurde das Camp zu einem Ort der Hoffnungslosigkeit. Für Renas Ibrahim nicht. Er hatte seinen Traum und seine Klarinette und er wusste, dass er mit seiner Musik Trost und Freude spenden kann. Regelmäßig musizierte er mit den Kindern im Camp. Diese Arbeit mit den Kindern gibt dem gelernten Musikpädagogen Kraft.

Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann

Die lange Flucht führte den 33-Jährigen bis nach Papenburg in Deutschland. Er „bemerkte, dass einige Menschen in Deutschland anscheinend Angst vor ihm hatten, Angst vor dem Fremden, erzählt er. Er suchte aktiv Kontakt, ging in die Kirchengemeinde und zum Blasorchester in der Nachbarschaft. Über die Musik konnte er mit Menschen in Kontakt kommen, denn deutsch sprechen konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. In Papenbrug traf er eine ältere Dame, die sich seiner annahm und die ihm half, zum Beispiel als seine Klarinette kaputt ging. „Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann“, sagt Renas Ibrahim.

Er lernte weiter die deutsche Sprache und gelangte über eine Initiative des Musiklandes Niedersachsen und des Center for World Music bis nach Hildesheim. Im Rahmen des DAAD-Projektes „INTEGRA“ nahm Renas Ibrahim gemeinsam mit 12 weiteren geflüchteten Musikerinnen und Musikern an Kursen teil, um die Zugangsberechtigung zum Studium an der Universität Hildesheim zu erhalten. Von den 12 Personen schafften es nur wenige in den Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“– Renas Ibrahim schaffte es.

Seit Herbst 2017 ist er nun immatrikulierter Masterstudent an der Universität Hildesheim und „sehr stolz darauf“. „Ich konzentriere mich voll auf das Studium und bin hierfür direkt in die Nachbarschaft des Center for World Music gezogen.“ Heute ist Renas Ibrahim in vielen Musikvermittlungsprojekten in Hildesheim aktiv. Auch für das Musikland arbeitete er zum Beispiel in dem Projekt „Welcome Board im Klassenzimmer“. „Hier zeige ich den Kindern, welche Instrumente und welche Musik in Syrien gespielt werden“, sagt Renas Ibrahim.

Aktuell ist Renas Ibrahim im letzten Semester des Weiterbildungsmasters. „Ich habe viel gelernt über die Musik der anderen und wie man Projekte entwickelt, kämpfe mich fleißig durch die deutsche Literatur der Musikpädagogik und durch die deutsche akademische Art des Lernens, die sich von dem Hochschulalltag in Syrien unterscheidet.“ Er recherchiert und schreibt an seinem Masterthema. Sein Traum ist es nun seine Masterarbeit über „Kurdische Musik“ zu schreiben.

„Es können noch so viele musikalische Schätze gehoben werden“

Hannah Marie Heuking

Hannah Marie Heuking studierte Elementare Musikpädagogik und klassische Klarinette in Deutschland. Ihre Arbeitsfelder sind vielfältig: Sie gibt Klarinettenunterricht, arbeitet für die Musikschule in Hannover in Kitas, Grundschulen und Einrichtungen der Stadtteilkultur und tritt regelmäßig mit Bands auf, spielt Klezmer und Musik aus dem Balkan – gerade diese Mischung der Tätigkeit ist für sie interessant.

Sie bemerkt die Veränderungen in der Gesellschaft – in den Bildungseinrichtungen, in denen sie arbeitet, haben über 60% der Kinder Eltern, die aus einem anderen Land kommen. Die Musik, die vermittelt wird ist jedoch nicht so divers. „Das Repertoire, mit dem an der Hochschule und an der Musikschule gearbeitet wird ist meistens beschränkt auf westliche Klassik, Jazz und Pop“, sagt die 30-Jährige. „Ich habe das Gefühl, dass es viele musikalische Schätze gibt, die noch gehoben werden können.“

Hannah Marie Heuking ist neugierig und fragt sich: „Was gibt es noch für musikalische Sprachen?“ Als sie von dem Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ hört, bewirbt sie sich und wird aufgenommen. Seit 2017 studiert sie am Center for World Music in Hildesheim.

„Die musikethnologischen Methoden, Inhalte und Workshops und der Austausch mit den Kommilitonen sind eine Bereicherung“, sagt sie. Die Musik verbindet sie alle und nach den Kursen bleiben die Musikerinnen und Musiker oft noch bis spät in den Abend zusammen, um gemeinsam zu musizieren.

Im Ausland erworbene Abschlüsse werden manchmal in Deutschland nicht anerkannt

Jeder der Studierenden erlernt ein Instrument, welches ihm bislang fremd ist. Hannah entscheidet sich, das arabische Saiteninstrument „Kanun“ von einem ihrer arabischen Kommilitonen zu erlernen. Ihr Lehrer ist studierter Musiker und Meister an seinem Instrument. Sein syrisches Diplom ist in Deutschland jedoch nicht anerkannt deshalb studiert er am Center for World Music.

Die wertschätzende Atmosphäre in der Gruppe ist bei Diskussionen in den Kursen und Workshops hilfreich. Gerade, wenn die Musik politisch wird. Zum Beispiel, wenn im Workshop zur „Jüdischen Musik“, die syrischen Musikerinnen und Musiker erzählen, mit welcher Haltung sie in ihrem Umfeld groß geworden sind. Die Gespräche mit den anderen unterstützen den Perspektivwechsel. Und oftmals folgt darauf das Anerkennen. „Aus solchen Kursen entstehen künstlerische Ensemble“, erzählt Hannah Marie Heuking, etwa ihr Bandprojekt „Trio Picon“, indem ihr Kommilitone Hesam aus dem Iran mit der persischen Kniegeige Kamanche und der persischen Rahmentrommel Daf jüdische Lieder spielt und auch persisches Repertoire teilt.

Aus dem Studiengang nimmt die Musikerin „neue Freunde, neues Wissen über Musik, neue künstlerische Projekte“ mit, ihr Horizont habe sich geweitet und sie habe nun „noch viel offenere Ohren“. Diese Erfahrungen aus dem Masterstudium nimmt sie bereits jetzt mit in die KiTas, Schulen und Kultureinrichtungen in den Stadtteilen, in denen sie arbeitet.

In Kürze steht eine musikalische Reise nach Tansania bevor: Im Herbst wird Hannah Marie Heuking nach Sansibar in Tansania reisen, um dort eine Musikakademie zu besuchen und um ein Austauschprojekt mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover mitzugestalten. Vor Ort wird sie musikethnologischen Fragen nachgehen, denn „die Musikwelt in Sansibar und Tansania ist durch diverse koloniale Einflüsse über Jahrhunderte äußerst vielseitig geprägt und fusioniert sowohl arabische, persische, als auch europäische Musikstile und typische Instrumente“, erläutert sie. „Das ist doch großartig, dass ich nun so ein internationales Projekt mit aufbauen darf.“

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Center for World Music Bildungsintegration Lehrerbildung
news-16486 Tue, 21 May 2019 20:39:00 +0200 Erste große Untertitel-Studie mit Kindern im deutschsprachigen Raum https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/erste-grosse-untertitel-studie-mit-kindern-im-deutschsprachigen-raum/ Wissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim haben erstmals in Deutschland umfassend untersucht, wie Kinder Untertitel in Kindermedien verstehen und wie sich Untertitel verbessern lassen. An der zweijährigen Studie haben 250 Kinder teilgenommen. Der Kinderkanal von ARD und ZDF, der MDR und der NDR waren Kooperationspartner und der Deutsche Gehörlosenbund hat das Projekt unterstützt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Seit einigen Jahren bauen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihr barrierefreies Angebot immer weiter aus. Für gehörlose und schwerhörige Menschen sind Untertitel ein wichtiges Hilfsmittel, um Filme, Serien und Sendungen zu verstehen. Inzwischen gibt es auch zahlreiche untertitelte Kinderangebote. Da sich Kinder im Leselernprozess befinden, deshalb meist langsamer lesen als Erwachsene und da auch ihre Konzentrationsfähigkeit noch nicht so stark ausgeprägt ist, müssen Untertitel für sie anders gestaltet werden als für Erwachsene.

Auf Anregung des Norddeutschen Rundfunks, der in der ARD das Thema „Barrierefreier Rundfunk“ federführend betreut, haben die Übersetzungswissenschaftlerinnen Professorin Nathalie Mälzer und Maria Wünsche untertitelte Sendungen genauer unter die Lupe genommen. Ziel war es, die Untertitel für Kinder zu optimieren und wissenschaftlich überprüfte Richtlinien für die Erstellung von Untertiteln für Kindersendungen zu entwickeln.

In einer Pilotstudie mit 50 teilnehmenden gehörlosen, schwerhörigen und hörenden Kindern und in einer Hauptstudie mit 200 teilnehmenden Kindern aus Deutschland wurden Ausschnitte aus Sendungen mit verschiedenen Formen der Untertitelung gezeigt und Fragen zu Akzeptanz und Verständnis gestellt.

Wie müssen Untertitel in TV-Sendungen gestaltet sein, damit gehörlose und schwerhörige Kinder sie gut lesen können?

Nun liegen Ergebnisse des Projekts „TV-Untertitel für gehörlose und schwerhörige Kinder – Empirische Studie zur Erarbeitung von Standards für die Gehörlosenuntertitelung von Kindersendungen“ vor. Die Studie liefert erstmals in Deutschland eine wissenschaftliche Grundlage, um verbesserte und zielgruppengerechte Untertitel für Kindersendungen zu erarbeiten.

Die Studie der Universität Hildesheim liefert Antworten auf die Frage: Wie müssen Untertitel in TV-Sendungen gestaltet sein, damit gehörlose und schwerhörige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren die Untertitel gut lesen, der Sendung inhaltlich folgen können und die Untertitel akzeptieren? Welche Änderungen wirken sich positiv auf die Lesbarkeit, Akzeptanz und Verständlichkeit der untertitelten Serien aus?

Die Forscherinnen befragten 250 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren

Viele der 250 befragten Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren aus Berlin, Brandenburg, Bremen,  Hamburg, Niedersachsen und NRW haben bisher wenig Erfahrung mit Untertiteln. Elternhäuser, auch hörende Eltern, sollten die Untertitel im Fernsehen einschalten, wenn ihre Kinder gehörlos oder schwerhörig sind, so die Wissenschaftlerinnen.

Die Akzeptanz der Untertitel spielt dabei eine große Rolle, sagt die Studienleiterin Professorin Nathalie Mälzer. Wie bekommt man Eltern und Kinder dazu, die Untertitel überhaupt zu nutzen? Die Wissenschaftlerinnen haben die teilnehmenden Kinder befragt, welche Untertitel ihnen gefallen, was sie stört und welchen Einfluss unterschiedliche Standzeiten oder typografische Hervorhebungen auf das Leseverständnis haben. „Für die Kinder ist es wichtig, dass sie die Untertitel den Sprecherinnen und Sprechern richtig zuordnen können. Trägt eine Figur eine grüne Mütze, kann der Text auch in grün gesetzt werden“, erklärt Maria Wünsche.

Weitere Ergebnisse der Hildesheimer Untersuchung sind:

  • Alter: Die Lesekompetenz der acht- und neunjährigen Studienteilnehmer*innen war insgesamt nicht ausreichend für das Lesen von Untertiteln. „Kinder ab zehn Jahren können den Untertiteln aber bereits gut folgen und daher ein besseres Verständnis der untertitelten TV-Sendungen entwickeln“, so Nathalie Mälzer. 

  • Untertitelnutzung: Die Hypothese, je häufiger Kinder Fernsehen mit Untertiteln ansehen, desto besser verstehen sie untertitelte Sendungen, kann nicht bestätigt werden. 

  • Untertitelgeschwindigkeit: Sowohl kurze als auch längere Standzeiten der Untertitel können das Verständnis beeinträchtigen: Sei es durch starke Textkürzung oder durch zu viel Textumfang. Längere Standzeiten werden aber bevorzugt, da auf diese Weise mehr Zeit zum Lesen bleibt. Die Studie zeigt, dass Untertitel mit längeren Standzeiten signifikant besser bewertet werden als Untertitel mit kürzeren Standzeiten. „Die Akzeptanz der Untertitel mit längeren Standzeiten ist viel stärker, weil Kinder sonst in Stress geraten und aussteigen, wenn der Text so rast“, sagt Mälzer.

  • Typografische Hervorhebungen: Typografische Hervorhebungen verbessern die Verständlichkeit nicht signifikant. Typografische Hervorhebungen erhielten im Gesamtergebnis zwar positive Rückmeldungen. Die Teilgruppe, die am häufigsten Untertitel nutzt und daher an sie gewöhnt ist, schätzt die Hervorhebungen aber signifikant schlechter ein als jene Teilgruppen, die kaum Untertitelerfahrung haben. 

Die Wissenschaftlerinnen tragen die Ergebnisse der Studie nun detailliert zusammen, leiten Handlungsempfehlungen für die Praxis ab und stellen sie den kooperierenden Rundfunkanstalten zur Verfügung. Die wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse folgt im Laufe des Jahres.

Professorin Nathalie Mälzer sagt: „Die Studie ist nicht nur für die Forschung relevant, sondern hat direkten Einfluss auf die Arbeitsweise unserer Kooperationspartner NDR, MDR und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen in den Richtlinien der ARD Berücksichtigung finden. Die Schulen und die Rundfunkanstalten wünschen sich von uns nun Vorträge und Schulungen sowie Info-Broschüren: Vor allem Eltern sollten für das Thema Untertitel sensibilisiert werden und ihren Kindern ermöglichen, Sendungen mit Untertiteln zu sehen, um das Verständnis der Sendungen zu verbessern und den Schriftspracherwerb der Kinder zu unterstützen.“

Aus der Zusammenarbeit mit Kindern wissen die Wissenschaftlerinnen: „Kinder sind dankbar, wenn die Wissenschaft sie ernstnimmt, wenn sie gehört werden.“

Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen für die Untertitelproduktion:

  • Die Arbeit mit Farben bei der Untertitelung für die Verbesserung der Figurenzuordnung sollte fortgesetzt werden.

  • Es sollten Untertitel mit längeren Standzeiten verwendet werden, weil die Kinder dann nicht „frustriert“ sind und im Vergleich zu Untertiteln mit kurzen Standzeiten kaum Unterschiede beim Verständnis festzumachen sind. 

  • Es sollten möglichst keine Paraphrasen in Untertiteln formuliert werden.

Die Europäische Union hat die Studie im „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) von März 2017 bis Februar 2019 gefördert. Die Wissenschaftlerinnen danken allen beteiligten Schulen für die engagierte Mitarbeit.

Wer mehr über Untertitel in Medien erfahren möchte, erreicht Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim unter maelzers@uni-hildesheim.de. Die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen sind Fachleute für den Bereich Medientext und Medienübersetzung.

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news-16814 Tue, 21 May 2019 14:00:00 +0200 Schutz der künstlerischen Freiheit: Start der „Arts Rights Justice Library“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/start-der-arts-rights-justice-library/ Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist. Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim veröffentlicht heute, am 21. Mai 2019, dem internationalen Tag für Dialog und kulturelle Vielfalt, die „Arts Rights Justice Library“ sowie die ersten drei Studien des „Arts Rights Justice Observatory“. Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek. Die „Arts Rights Justice Library“ ist eine digitale Online-Plattform mit Open-Access, die eine so bisher nicht existierende Auswahl der relevantesten Publikationen zu den Schnittstellen von Kunst, Kunstfreiheit, Menschenrechten und globaler Gerechtigkeit sichert und zur Verfügung stellt.

Die Zahl der Publikationen soll kontinuierlich erhöht werden. Die Dokumente sollen der breiteren globalen Gesellschaft, vor allem aber Künstlern, Kulturmanagern, Menschenrechtsaktivisten, Rechtsanwälten und Forschern zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, nach und nach alle Dokumente in der Datenbank der Universität Hildesheim zu lagern und diese über die Webseite www.arj-library.de weltweit zugänglich zu machen. So soll das bisherige Wissen gebündelt, bereitgestellt und langfristig für Forschungszwecke und praktische Zwecke gesichert werden.

Bibliothek enthält eine Auswahl der wichtigsten Publikationen über Kunstfreiheit, Menschenrechte und globale Gerechtigkeit

Über die wissenschaftliche Serie „Arts Rights Justice Studies“ sollen auch eigene Forschungen zum Thema Künste und Gerechtigkeit unternommen und veröffentlicht werden. In einem ersten Schritt erforschen Sara Whyatt, Ole Reitov, Laurence Cuny und Miriam Hübner das Thema aus den Blickwinkeln von „Arts“, von „Rights“ und von „Justice“. Eine vierte Studie wird derzeit erstellt.

Die online-Biblothek und die Forschungsstudien sind Teil des „Arts Rights Justice Obeservatory“ und gehören zum „Arts Rights Justice“-Programm (www.arts-rights-justice.de), welches die Forschungsgruppe der Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit 30 internationalen Experten mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des International Cities of Refuge Network (ICORN) entwickelt hat. Es ist angesiedelt am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik.

Strukturen zum Schutz der künstlerischen Freiheit stärken und ausbauen

„Inhaltlich geht es weitläufig um die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, die Fähigkeiten der Kunst Transformationsprozesse positiv zu beeinflussen und letztlich darum, wie Kunstfreiheit sowie bedrohte Künstlerinnen und Künstler geschützt und gefördert werden können und müssen“, so Professor Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Mit dem ARJ-Programm sollen Fähigkeiten vermittelt und professionalisiert, der Austausch von Wissen gewährleistet und Fachwissen zu diesem Thema aufgebaut werden. Ziel des kollaborativ strukturierten und in einem globalen Netzwerk agierenden Programms ist es, Strukturen zur Förderung und zum Schutz der künstlerischen Freiheit zu stärken und auszubauen.

Neben der Online-Bibliothek und der Studienreihe umfasst das ARJ-Programm eine Akademie auf dem Kulturcampus in Hildesheim begleitet durch Workshops in variierenden Teilen der Welt. Beide ermöglichen Diskursräume mit angehenden und erfahrenen Expertinnen und Experten.

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„Arts Rights Justice Library“

Interview mit Dr. Daniel Gad

„Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen“

Der Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Gad spricht im Interview über den Schutz der künstlerischen Freiheit. Er ist Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

Warum braucht es eine Bibliothek wie die „ARTS RIGHTS JUSTICE Library“?

Daniel Gad: Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist – auch innerhalb Europas. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen 2012 mit Farida Shaheed eine Sonderberichterstatterin beauftragt, das Verständnis und die Rechtsgrundlagen für die Freiheit sich künstlerisch auszudrücken zusammenzutragen. Anlass zuvor gab auch der Fall des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie, der aufgrund eines seiner Bücher Ende der 1980er Jahre unter Polizeischutz gestellt werden musste und damit den Grundstein für ein globales Netzwerk von Zufluchtsresidenzen für Künstlerinnen und Künstler gelegt hat. Diverse, vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen widmen sich heute der Aufgabe, Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstfreiheit zu schützen und zu fördern. Nach vierjähriger Beratung mit rund 30 Expertinnen und Experten startete damit auch 2017 unser UNESCO-Lehrstuhl mit dem ARTS RIGHTS JUSTICE Programm, gefördert durch das Auswärtige Amt. Im Kern stehen dabei eine einwöchige Academy und eben eine Online-Bibliothek, mit dem Ziel, Wissen zusammenzutragen und den Diskurs über den Schutz und die Förderung in diesem Feld mit einer Vielzahl von Akteuren aus Konzeption und Praxis zu führen.
Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen. Da der Teilnehmendenkreis der Academy in Hildesheim aufgrund der begrenzten Ressourcen nur beschränkt bleiben kann, stellt die ARTS RIGHTS JUSTICE Library eine zentral wichtige und global zugängliche, nebenbei auch kostenlos nutzbare Wissensressource da.      

Gibt es so ein Angebot in Deutschland bereits? Was ist das neue, innovative an der Bibliothek?

Daniel Gad: Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtet Bibliothek. Wir nutzen unsere Aufgabe als unabhängige Institution der Wissenschaftsfreiheit, nach Möglichkeit alle – oder zumindest die relevantesten Dokumente – zugänglich zu machen. Dabei ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen unsere Bewertungsgrundlage, um zu bestimmen, ob ein Dokument in den Bestand aufgenommen wird oder nicht.
Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library sichert und bündelt vorhandene Analysen, Konzepte und Leitfäden an einer Stelle. Sie ist insofern innovativ, weil sie sich durch ihr Vermittlungsformat auf die Nutzerinnen und Nutzer ganz unterschiedlicher Expertisen und Hintergründe zubewegt. Weil sie im Sinne des Open Access online und global unter www.arj-library.de frei zugänglich ist, muss man mit Ausnahme eines Computers und eines Internetzugangs keinen physischen Ort fern des eigenen Standortes besuchen noch muss man eine Registrierung vorlegen, um Zugang zum Bestand und der das Stöbern ermöglichenden Menüführung der Website zu erhalten.

Was erhoffen Sie sich damit, wen möchten Sie erreichen?

Daniel Gad: Auf Grundlage unserer umfangreichen Befragung diverser Akteure und Akteurinnen zur Frage, welches Wissen in diesem Sektor fehlt und wie Wissen zusammengetragen, geteilt und gemehrt werden muss. In Anlehnung an das daraus resultierende Konzept der ARJ Academy sehen wir im Wesentlichen KünstlerInnen, MenschenrechtsaktivistInnen, KulturmanagerInnen und JuristInnen sowie ForscherInnen und sicherlich auch MitarbeiterInnen aus der politische Ebene als Nutzerinnen und Nutzer der ARTS RIGHTS JUSTICE Library. Diese sind die wesentlichen Akteure, die sich für Schutz und Förderung von Kunstfreiheit einsetzen. Wohl wissend, dass nur ein Teil dieser NutzerInnen gewohnt ist mit akademischen Analysen zu arbeiten, nehmen wir bewusst auch die wachsende Anzahl an Leitfäden und kleinen Fortbildungsdokumenten mit in den Bestand auf. Darüber hinaus gilt es aber auch, Wissen für dieses Thema zu sichern. Gerade, weil viele, nicht aber automatisch langfristig existierende Nichtregierungsorganisationen wertvolle Analysen und Leitfäden erstellen, aber auch, weil Regierungswechsel häufig zu veränderten politischen Konzepten führen, droht hier erfahrungsgemäß ein Informationsverlust. Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library will somit auch Erkenntnisse aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft gesichert zugänglich halten.

Was enthält die Bibliothek zum Beispiel, was in einer normalen Stadtbibliothek oder Universitätsbibliothek nicht zugänglich ist?

Daniel Gad: Nur ein Teil des Wissens zum Künstlerschutz und zur Kunstfreiheit wird in regulären Büchern veröffentlicht. Der Weg zu einem im Buchhandel vertriebenen Buch passt einfach nicht zu den begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen des Sektors. Zudem sind weder der Buchhandel, noch die Vertriebswege, noch Budget zum Bucherwerb, noch die Infrastrukturen von Bibliotheken in den meisten Ländern der Welt und gerade in solchen Ländern, in denen repressive gesellschaftliche und politische Systeme vorherrschen, so ausdifferenziert, dass das Wissen die wissbegierige Leserschaft erreicht.
Zudem ist die Vielzahl an Orten, an denen digitale Dokumente im Internet abgespeichert und zugänglich gemacht werden so komplex, dass es selbst versierten WissenschaftlerInnen schwer fällt, den Bestand zu erfassen. Insofern ist es das klare Anliegen der ARTS RIGHTS JUSTICE Library, Wissen zu bündeln und Zugänge im Sinne des globalen Rechts auf Wissensfreiheit zu ermöglichen und dadurch beizutragen, Infrastrukturen zu Schutz und Förderung von Kunstfreiheit auszuweiten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt:

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (E-Mail: gad@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 883 20107). Weitere Informationen finden Sie online: www.arts-rights-justice.de.

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news-16796 Fri, 17 May 2019 08:28:00 +0200 Vielfalt im Lehrerzimmer: Regionale Orientierungstage für Jugendliche an der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/vielfalt-im-lehrerzimmer-regionale-orientierungstage-fuer-jugendliche-an-der-uni-hildesheim/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Orientierungstage finden an der Uni am 20. und 21. Juni 2019 statt. Schülerinnen und Schüler können sich ab sofort bis zum 30. Mai 2019 bewerben. Ist der Lehrerberuf für mich passend? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die regionalen Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 30. Mai 2019 bewerben.

Was erwartet mich, wenn ich Lehramt studiere? Was bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf?

Die Orientierungstage verfolgen das Ziel, Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund, für den Lehrerberuf zu begeistern, damit die Vielfalt im Klassenzimmer sich künftig auch im Lehrerzimmer widerspiegelt.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 20. Juni, und Freitag, 21. Juni 2019 statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer informieren sich während des Kompaktkurses über die Voraussetzungen für ein Lehramtsstudium und über den Lehrerberuf und können an universitären Veranstaltungen teilnehmen.  Lehrerinnen und Lehrer, Studierende und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter mit Migrationshintergrund berichten aus ihrer eigenen Bildungsbiografie und vermitteln ihre Erfahrungen aus Studium und Schulalltag. Die Orientierungstage informieren zudem über verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten für Lehramtsstudierende.

Orientierungstage für Schülerinnen und Schüler vor allem der Klasse 11 bis 13

Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Klasse 11 bis 13) aus ganz Niedersachsen; insbesondere aus der Region Hildesheim. Die Universität ermutigt Jugendliche mit ihren unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Biografien, sich zu bewerben. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Mai 2019. Die Teilnahme ist kostenlos. Unterstützung bei den Fahrtkosten kann nach Absprache gewährt werden.

„Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, frühzeitig einen Blick in den Studienalltag zu werfen und Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim. „Ein Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für den Lehrerberuf zu begeistern, damit sich die Vielfalt unserer zunehmend pluralistischen Gesellschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern zukünftig auch im Lehrerzimmer zeigt. Während der Orientierungstage können die Schülerinnen und Schüler reflektieren, ob dieser Beruf zu ihnen passt“, sagt Dörthe Buchhester.

Hier geht's zur Bewerbung

Die Regionalen Orientierungstage an der Universität Hildesheim finden im Rahmen einer Initiative des Kultusministeriums statt und werden unterstützt durch die Niedersächsische Lotto- Sport- Stiftung.

Schritt für Schritt erklärt: Melden Sie sich ab sofort für die Orientierungstage an!

1. Schritt: Download des Bewerbungsbogens auf der Internetseite der Orientierungstage

2. Schritt: Ausfüllen des Bewerbungsbogens

3. Schritt: Versand des Bewerbungsbogens bis zum 30. Mai 2019 an die E-Mail-Adresse vielfalt.hi@uni-hildesheim.de oder auf dem Postweg an:

Stiftung Universität Hildesheim
Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
Frau Dr. Dörthe Buchhester
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim


Termin: Donnerstag, 20. Juni, und Freitag, 21. Juni 2019

Bewerbungsfrist: 30. Mai 2019

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler von der 11. bis zur 12. bzw. 13. Klasse, insbesondere mit Migrationshintergrund

Teilnehmerzahl: max. 20 Jugendliche

Veranstaltungsort: Stiftung Universität Hildesheim und Hildesheimer Schulen

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Pressemeldungen
news-16798 Thu, 16 May 2019 12:48:23 +0200 Ausstellung: Motiv Europa – Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945 https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausstellung-motiv-europa-postalische-dokumente-zur-geschichte-und-einigungsidee-seit-1945/ Kurz vor den Direktwahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 zeigt die Universitätsbibliothek Hildesheim in Kooperation mit dem Institut für Geschichte eine Ausstellung mit Ersttagsbriefen und Postkarten rund um Europa. Die in der Ausstellung „Motiv Europa - Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945“ gezeigte Sammlung an Postkartenmotiven stammt von Dr. Otto May und die Begleittexte von Professor Michael Gehler. Zu sehen sind auf den über 500 philetalistischen Objekten die Idee Europa in ihrem Wandel, unter anderem Winston Churchill bei seiner Europarede 1943, das US-amerikanische Europäische Wiederaufbauprogramm Marshall-Plan, europäische Institutionen wie der Europarat, Jean Monnet und die Kohle- und Stahlgemeinschaft, Symbolik für Europa, Frankreich und das Scheitern der Europaarmee 1954, die Römischen Verträge 1957, die Gründung der EFTA und der Nordische Rat, der deutsch-französische Vertrag von 1963 zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Erweiterung der EU um die drei neutralen EFTA-Staaten 1995. Hinzu kommen Postkartenwerbungen für ein geeintes Europa.

Die Wissenschaftler thematisieren in der Ausstellung auch die Problemfelder der EU und Kritik, etwa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik und nicht zuletzt das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die endlose Debatte um den „Brexit“. Gefördert wurde diese Ausstellung von der EU-Aktion „Jean Monnet Erasmus Plus“.

Die Ausstellung schließt an eine bereits 2018 gezeigte Ausstellung zum Thema „Motiv Europa. Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee von 1789 bis 1945“ an.

Professor Michael Gehler ist seit 2006 Jean Monnet-Professor für vergleichende europäische Zeitgeschichte und die Geschichte der europäischen Integration am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die vergleichende Neuere und Neueste europäische Geschichte, die deutsche und europäische Zeitgeschichte, die Selbstsicht und Fremdsicht auf Europa und die Identitätsbildung. Der Sammler Dr. Otto May stellte in mehreren Veröffentlichungen Postkarten in einen erziehungswissenschaftlichen Kontext. 8000 Postkarten aus seiner Sammlung sind im Bildarchiv Pictura Paedagogica Online digitalisiert.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zugänglich (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eine Einführungsveranstaltung findet am Dienstag, 21. Mai 2019, um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek Hildesheim statt.

Nach Vereinbarung können weitere Führungen angeboten werden. Die Ausstellung kann bis zum 31. Mai 2019 besucht werden.

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news-16767 Wed, 15 May 2019 10:52:00 +0200 „Das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/das-leben-mit-geringer-lese-und-schreibkompetenz-ist-eine-erhebliche-einschraenkung/ Professorin Carola Iller über Konsequenzen aus der LEO-Studie, in der die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) untersucht wurden. In der Studie „LEO – Leben mit geringer Literalität“ hat ein Team um Professorin Anke Grotlüschen die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) erfasst. Etwa  6,2 Millionen Deutsche haben große Schwierigkeiten, einen zusammenhängenden Text in deutscher Sprache zu lesen und zu schreiben.

Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Carolo Iller von der Universität Hildesheim gehört zum wissenschaftlichen Beirat der LEO-Studie. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen besser unterstützt und beraten werden können.

„Inklusive Bildung hat den Anspruch, allen Menschen – mit und ohne Einschränkungen – die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen und das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung. Vor allem ist damit auch der Zugang zu qualifizierter Arbeit, die Teilhabe am politischen Leben und eine eigenständiger Lebensweise eingeschränkt. Selbst zum Ausfüllen von Formularen und Anträgen, zum Unterschreiben von Kaufverträgen und zur Auswahl des richtigen Handy-Tarifs wird Hilfe benötigt“, so Carola Iller.

Die Hildesheimer Professorin für Weiterbildung hat sich auf Erwachsenenbildung spezialisiert. „Ich beschäftige mich mit den didaktischen Konzepten und den Möglichkeiten einer zielgruppengerechten Ansprache der Erwachsenen – zum Beispiel durch Beratung oder die Einbindung von Familienangehörigen.“

Eine Möglichkeit, sprachliche Barrieren abzubauen, sei zum Beispiel die Leichte Sprache. Die LEO-Studie hat gezeigt, dass etwa 30 % der Erwachsenen mit geringer Lesekompetenz den Schriftverkehr im Haushalt an andere delegieren und seltener ihren Kindern vorlesen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wichtig seien vor allem verständliche Informationen zu Gesundheit, Familienleistungen, aber auch zur Teilhabe an Politik und Arbeit, sagt Carola Iller. Eine geringe Lesekompetenz könne von den Erwachsenen an ihre Kinder „sozial vererbt“ werden, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, sagt Iller. Denn das Vorlesen im Kindesalter hat wiederum Einfluss auf das Lesen und Schreiben sowie den Schulerfolg der Kinder.

Menschen mit geringer Literalität benötigen Unterstützung im Alltag – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans

Die Professorin schlägt vor, geringe Literalität bei Erwachsenen zu enttabuisieren und in der Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Menschen mit geringer Literalität Unterstützung benötigen – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans. Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann.

„Die Lernberatung zum Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz sollte ausgebaut werden und stärker mit anderen Beratungsangeboten wie Gesundheitsberatung, Erziehungsberatung und Schuldnerberatung verknüpft werden. Es braucht außerdem eine bessere vertikale Vernetzung zwischen den Bildungsbereichen: Wir gehen davon aus, dass Kindergarten, Schule und Hochschule jeweils zu abgeschlossenen Kompetenzen führen, das ist aber im richtigen Leben nicht so. Und deshalb brauchen wir immer wieder Gelegenheiten, das Gelernte aufzufrischen oder etwas nachzuholen, was vorher vielleicht nicht vermittelt wurde oder nicht gelernt werden konnte“, sagt Carola Iller.

Interviews mit Erwachsenen mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen 

Die Professorin hat Erwachsene mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen interviewt, die zum Beispiel während der Grundschulzeit aufgrund einer Erkrankung nicht regelmäßig am Unterricht teilgenommen haben und dann nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. „Sie haben sich ihr weiteres Schulleben durchgehangelt und versucht, nicht aufzufallen und danach Gelegenheiten gemieden, in denen ihre geringe Lese- und Schreibkompetenz hätte auffallen können. Wenn es dann im Erwachsenenalter durch eine persönliche Krise oder ein anderen einschneidendes Erlebnis doch noch zu dem Wunsch kommt, von Grund auf Lesen und Schreiben zu lernen, ist das ein großer Aufwand.“

Die Wissenschaftlerin verweist auf ein Vorzeigeprojekt in Israel Dort können Erwachsene am Unterricht in Schulen teilnehmen. „Das hat bei allen Beteiligten – Kindern, Lehrerinnen und Lehrern sowie lernende Erwachsene – eine sehr positive Resonanz erhalten. Solche Projekte brauchen wir hier auch.“

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news-16783 Wed, 15 May 2019 08:12:00 +0200 Mensa-Umfrage – Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage! https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/mensa-umfrage-bitte-beteiligen-sie-sich-an-der-umfrage/ Wie zufrieden sind Sie mit dem Mensa-Angebot, mit den Räumlichkeiten, dem Service? Derzeit läuft eine Online-Umfrage des Studentenwerks, das die Uni-Mensa betreibt. Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Campusstandorte können ab sofort an der Umfrage teilnehmen. Ihre Meinung ist gefragt: Mensa-Umfrage

In einer Online-Umfrage können Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim ihre Zufriedenheit mit und Kritik an dem derzeitigen Mensa-Angebot zum Ausdruck bringen.

In einer Befragung möchte das Studentenwerk OstNiedersachsen erfahren, ob Sie gerne in die Mensa gehen oder warum Sie das nicht machen. Das Studentenwerk bittet um Ihre Kritik, Ihr Lob und Ihre Verbesserungsvorschläge. „Nur wenn viele Personen mitmachen, kann sich etwas ändern“, teilt das Studentenwerk OstNiedersachsen mit, das die Uni-Mensa in Hildesheim betreibt und die Umfrage gerade gestartet hat.

Das Studentenwerk hofft nun auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in der Mensa-Umfrage mitteilen, was ihnen gefällt und was ihnen fehlt.

Neben allgemeinen Angaben zur Ernährung gibt es konkrete Fragen zur Mensa-Nutzung, etwa: An wie vielen Tagen pro Woche nehmen Sie in der Vorlesungszeit Ihr Mittagessen in der Mensa zu sich? Außerdem kann man angeben, welchen Ort man nutzt und wie man das Angebot und die Atmosphäre sowie die Qualität der Speisen erlebt.

An der Umfrage kann man auch teilnehmen, wenn man die Mensa selten oder gar nicht nutzt.

Hier geht’s direkt zur Umfrage

Unter allen studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost das Studentenwerk als Dankeschön 3 Kochkurse und jeweils 10 Mensagutscheine im Wert von 10 € und 5 €.

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news-16770 Mon, 13 May 2019 09:37:31 +0200 Mathematikolympiade: 190 kleine Mathe-Genies an der Uni https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/mathematikolympiade-190-kleine-mathe-genies-an-der-uni/ Etwa 190 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen rechnen und knobeln in dieser Woche während der Landesrunde der Mathematik-Olympiade an der Universität Hildesheim. Lehtamtsstudentinnen und Lehramtsstudenten organisieren die Olympiade gemeinsam mit Professorin Barbara Schmidt-Thieme. Schülerinnen und Schüler aus 20 Schulen aus der Stadt und dem Landkreis Hildesheim nehmen am Mittwoch, 15. Mai 2019, an der Landesrunde der „Mathe-Olympiade“ an der Universität Hildesheim teil. Dabei lernen die Grundschüler Lehrende und Studierende der Uni kennen und können Hörsaal-Luft schnuppern. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen knifflige Matheaufgaben, nach einer Begrüßung beginnen ab 10:00 Uhr die Klausuren für die kleinen Mathe-Genies. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren in der zweiten Runde der Olympiade erfolgreich, in der nun folgenden niedersächischen Landesrunde entscheidet sich, wer mit Gold- und Silbermedaillen sowie weiteren Urkunden ausgezeichnet wird.

Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme, die mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Olympiade organisiert, ist jedes Jahr wieder begeistert von dem mathematischen Interesse der teilnehmenden Kinder. Die Mathematikerin rät Eltern und Lehrkräften, mit Kindern über mathematische Fragen zu sprechen und dankt allen Erwachsenen, die ihre Kinder motivieren, zu knobeln und zu rechnen.

„Wir müssen alle dazu beitragen, bei Kindern ein Interesse an Mathematik zu wecken und zu erhalten“, sagt Barbara Schmidt-Thieme. Die Professorin für Mathematik und ihre Didaktik befasst sich am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim in der Forschung unter anderem mit Repräsentationsformen mathematischen Wissens, mit der Entwicklung und dem Gebrauch von Fachsprachkompetenz und der Geschichte der Mathematik und des Mathematikunterrichts. In Hildesheim bildet sie gemeinsam mit dem Team des Mathematikinstituts Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Seit März 2018 wird sie dabei von Professor Boris Girnat unterstützt.

Das Team um Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme bietet Studierenden, Referendarinnen und Referendaren und Lehrerinnen und Lehrern Lehrwerke und Materialien für den Mathematikunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen verschiedener Schulformen und unterschiedlicher mathematischer Bereiche an. Die „Mediothek Mathematik“ wird zur Informationsrecherche, für Reflexion und Analyse am Videoarbeitsplatz und in der Forschung in den beiden Schwerpunktsammlungen „Mathematik und Sprache“ sowie „Mathematikgeschichte“ genutzt. Interessierte erreichen das Team um Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme unter mediothek@imai.uni-hildesheim.de.

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news-16768 Mon, 13 May 2019 08:17:43 +0200 Migrationslinguistik: Interview mit Professorin Marta Estévez Grossi https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/migrationslinguistik-interview-mit-professorin-marta-estevez-grossi/ Der Bereich „Community Interpreting“ und die barrierefreie Kommunikation ist von hoher soziopolitischer Relevanz. Mit ihrer Forschung und Lehre wollen Übersetzungswissenschaftlerinnen aus Hildesheim und dem mexikanischen Toluca und Oaxaca zur Überwindung von Sprachbarrieren beitragen. Während der Fachtagung „Interpretación en los Servicios Públicos y Comunicación Accesible: México y Alemania" („Community Interpreting und Barrierefreie Kommunikation: Mexiko und Deutschland“) stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim, Hannover, Mainz-Germersheim, Universidad Autónoma del Estado de México (UAEM/Toluca) und Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca (UABJO/Oaxaca) aktuelle Forschungserkenntnisse zur barrierefreien Kommunikation und Migrationslinguistik in Mexiko und Deutschland vor. Die Konferenz fand am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation statt.

 

„Uns alle verbindet die Faszination für komplexe mehrsprachige Situationen, aber vor allem der Wunsch, zu einer größeren gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen beitragen zu können, egal in welcher Sprache sie sich ausdrücken“, sagt Institutsdirektorin Professorin Bettina Kluge über die Zusammenarbeit mit den mexikanischen Forscherinnen und Forschern aus Übersetzungswissenschaft und Sprachwissenschaft.

„Mit unserer Forschung möchten wir eine Brücke zwischen der Universität und der Gesellschaft schlagen“

Professorin Dr. Marta Estévez Grossi arbeitet als Vertretungsprofessorin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation mit dem Schwerpunkt Community Interpreting an der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsinteressen gehören unter anderem das Community Interpreting, die Migrationslinguistik, Soziolinguistik und Barrierefreie Kommunikation. Im Interview gibt die Übersetzungswissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit.

Frau Estévez, mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich derzeit?

Die Idee der Translation als Schlüssel für die Integration und Inklusion von sozial benachteiligten Personen beschäftigt mich seit langem und hat schon immer meine Forschung begleitet. Mein Dissertationsprojekt widmete ich der sprachlichen Lage bei spanischen GastarbeiterInnen der ersten Generation in Hannover und wie und von wem ihr Sprachmittlungsbedarf gedeckt wurde (oder eben nicht). Derzeit forsche ich zu den Strategien der Adaptation und intralingualen Übersetzung von juristisch-administrativen Texten in „einfache Sprache“ als eine Form der Barrierefreien Kommunikation im Spanischen und Französischen. Gerade um diese zwei komplementären sprach- und dolmetschwissenschaftlichen Themenbereiche, und wie die Praxis und der Forschungsstand in Mexiko und Deutschland ist, geht es in unserer Fachtagung „Interpretación en los Servicios Públicos y Comunicación Accesible: México y Alemania“ („Community Interpreting und Barrierefreie Kommunikation: Mexiko und Deutschland“).

Warum ist diese Forschung wichtig, was möchten Sie damit bewegen?

In jedem Land der Welt befinden sich Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen der jeweiligen Mehrheitssprache nicht (vollständig) mächtig sind und deswegen sich in ihren Rechten und Pflichten beeinträchtigt sehen. Sie können unter anderem Migrantinnen und Migranten, Flüchtlinge, Sprecherinnen und Sprecher von Regional- oder indigenen Sprachen, Menschen mit Behinderungen oder Lernbeeinträchtigungen aber auch Touristinnen und Touristen, Messebesucher, Geschäftsmänner oder Geschäftsfrauen oder Konferenzteilnehmerinnen und Konferenzteilnehmer sein. Die Forschung im Bereich Community Interpreting und in den weiteren Formen der Barrierefreien Kommunikation ist daher von hoher soziopolitischen Relevanz, denn sie hat sich als übergeordnetes Ziel gesetzt, die Erkenntnisse der Forschung in die Praxis umzusetzen und einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Überwindung von Sprachbarrieren zu leisten. Mit unserer Forschung möchten wir eine Brücke zwischen der Universität und der Gesellschaft schlagen. In diesem Sinne beteiligt sich das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation in verschiedenen Projekten, die oft als innovativ nicht nur in Niedersachsen, sondern auch bundesweit gelten. Im Bereich Community Interpreting ist das von meiner Kollegin Dr. Conchita Otero Moreno geleitete Zertifizierungsprogramm der Stadt Braunschweig für die Ausbildung von interkulturellen Dolmetscherinnen und Dolmetschern nennenswert, indem ich seit fünf Jahren mitwirken darf. Das Programm, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiert, wurde von Dr. Otero mitkonzipiert und vom Start wissenschaftlich begleitet. Ferner ist im Bereich Barrierefreie Kommunikation, im weitesten Sinne die von Prof. Dr. Christiane Maaß gegründeten Forschungsstelle Leichte Sprache, und der daraus entstandene Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation, der im vergangenen Wintersemester startete, hervorzuheben.

Bei einer Tagung am Bühler-Campus kamen Fachleute in der letzten Woche in Hildesheim zusammen. Was ist das Ziel dieser Konferenz?

In unserer Tagung kamen wir mit drei Gastwissenschaftlerinnen aus der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca in Mexiko (Edith Matías Juan, María del Sagrario Velasco García und Mariana Vásquez Jiménez) und mit zwei Kolleginnen aus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Martina Schrader-Kniffki und Christiane Wegener) zusammen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Martina Schrader-Kniffki wurde an dieser Universität in Oaxaca ein Masterstudiengang für das Übersetzen und Dolmetschen indigener Sprachen aufgebaut. Dieser Masterstudiengang, der in diesem Jahr startet, gilt als erster seiner Art in ganz Mexiko oder sogar in Lateinamerika und soll einen ersten wissenschaftlich fundierten Schritt in Richtung einer Professionalisierung von Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen für Sprecherinnen und Sprecher indigener Sprachen darstellen. Die drei mexikanischen Gastwissenschaftlerinnen sollen ab August im Masterstudiengang unterrichten und interessieren sich sehr für die Erfahrungen, die wir über die Jahre hinweg im universitären und außeruniversitären Kontext gesammelt haben. Auch für uns ist der Austausch hochinteressant und sehr bereichernd, um die Lage des Community Interpreting in Mexiko kennen zu lernen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Praxis, Forschung und Lehre herauszuarbeiten. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz plant in diesem Zusammenhang weitere Forschungsprojekte. Neben der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca und weiteren Universitäten im In- und Ausland soll nun die Universität Hildesheim auch als Partner fungieren. Diese Tagung hat uns erlaubt, uns zum erstem Mal mit den Kolleginnen aus Oaxaca zu treffen und persönlich auszutauschen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Ein Projektbeispiel: Dolmetschen fürs Amt in Braunschweig

In Braunschweig leben Menschen aus über 170 Ländern. 2009 hat die Stadt im Büro für Migrationsfragen eine Servicestelle für Interkulturelles Dolmetschen und Übersetzen eingerichtet, um Verständigung im Arbeitsalltag von Institutionen, kommunalen Dienststellen und in Bildungseinrichtungen zu ermöglichen und Missverständnisse und Konflikte im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich zu vermeiden. Die Übersetzungswissenschaftlerin Dr. Conchita Otero Moreno von der Uni Hildesheim begleitet diesen Prozess seit dem Start und ist für die Schulung der bisher insgesamt 201 Dolmetscher zuständig. Als Dolmetscher sind Migrantinnen und Migranten aus unterschiedlichen Ländern tätig.

„Die Einsätze der geschulten interkulturellen Dolmetscher ermöglichen eine gelungene Kommunikation zwischen dem Fachpersonal und Migrantinnen und Migranten ohne ausreichende Deutschkenntnisse, die bisher Freunde oder Verwandte zu Gesprächen mitnahmen. Die zum Teil hochqualifizierten Menschen leben seit Jahren in Deutschland, beherrschen die eigene und die deutsche Sprache sehr gut und wollen und können gerne als Dolmetscher tätig werden“, sagt die Wissenschaftlerin.

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news-16750 Thu, 09 May 2019 17:20:26 +0200 Kunsthistorikerin Fiona McGovern: Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/antrittsvorlesung-der-kunsthistorikerin-fiona-mcgovern/ Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Fiona McGovern forscht zu Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie. Sie arbeitet als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung im kulturwissenschaftlichen Fachbereich. Fiona McGovern hat seit dem Sommersemester 2018 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ inne.

Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst und sie bedingen die Art und Weise, wie über Kunst gesprochen wird, sagt die Wissenschaftlerin. Fiona McGovern lehrt und forscht zu Themen der (künstlerischen) Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie, zu Ethiken des Kuratierens und befasst sich mit interdisziplinären Ansätzen in den Künsten seit den 1960er Jahren sowie feministischer und queerer Theorie. Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt in ihrer Forschung liegt im Bereich der (Re-)Präsentation von gesellschaftlichen Minderheiten durch Ausstellungen und ihrer Vermittlung. In der Lehre bietet sie derzeit etwa Seminare wie „Das (ideale) Kunstmuseum“ und „Theorie der Inszenierung – Intermedialität“ gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Professorin Stefanie Diekmann an. Die Seminare von Fiona McGovern sind sowohl theoretisch als auch praktisch, es gibt Seminare, die sich mit der Geschichte des Kuratierens befassen und auch Seminare, die in Museen stattfinden und in welchen Studentinnen und Studenten mit den jeweiligen Verantwortlichen hinter die Kulissen schauen.

„Die Kombination von kuratorischer Praxis und Kunstvermittlung innerhalb eines Lehrstuhls ist sehr reizvoll und absolut zeitgemäß, da beide oftmals als getrennte Bereiche betrachtet werden. Dabei ist Kuratieren per se schon eine vermittelnde Arbeit“, sagt Fiona McGovern. Das Kuratieren wie auch die Kunstvermittlung sind beides praktische Tätigkeiten, die die Juniorprofessorin in ihrer Lehre mit Theorie kombiniert. In Hildesheim möchte sie diesen doppelten Brückenschlag auch durch einen engen Austausch mit den Kunstinstitutionen und Museen vor Ort weiterführen, wie zuletzt etwa in Form der Moderation eines Künstlerinnengesprächs im Kunstverein zum Thema „The Artist and/as Curator“ oder auch durch ein gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Höhl vom Dommuseum geplantes Seminar zum Thema „Migration der Dinge“.

„Gerade die an der Domäne zentrale Verbindung von Theorie und Praxis ist innerhalb der deutschen Unilandschaft nach wie vor ziemlich einmalig. Es ist nicht wirklich mit einer Kunsthochschule vergleichbar, entspricht aber auch nicht der üblichen akademischen Herangehensweise an Kulturwissenschaften. Das macht diesen Ort wirklich besonders“, sagt Fiona McGovern über das kulturwissenschaftliche Studium, das in diesem Jahr im Oktober 2019 das 40jährige Jubiläum feiern wird.

Fiona McGovern hat Kunstgeschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Anglistik studiert und zuvor an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Die Kunst zu zeigen. Künstlerische Ausstellungsdisplays bei Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Mike Kelley und Manfred Pernice“, darin untersucht sie vor allem von diesen Künstlern kuratierte Ausstellungen und deren spezifische Rhetorik.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Fiona McGovern

Am Mittwoch, 15. Mai 2019, gibt die Kunsthistorikerin und Kuratorin Fiona McGovern Einblicke in ihre Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ethiken des Kuratierens. Eine Annäherung“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg.

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news-16733 Tue, 07 May 2019 14:07:00 +0200 Übergang von der Heimerziehung in ein eigenverantwortliches Leben https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uebergang-von-der-heimerziehung-in-ein-eigenverantwortliches-leben/ Wissenschaftlerinnen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik entwickeln eine vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben. Ministerin Birgit Honé informierte sich über das EU-geförderte Projekt. EU-Pojekt - Soziale Innovationen
Übergänge aus Heimerziehung und Vollzeitpflege

Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, hat auf ihrer europapolitischen Tour durch Niedersachsen das Forschungsteam am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das EU-geförderte Projekt „Trans-Fair“.

Das EU-geförderte Projekt hat das Ziel, jungen Menschen den Übergang aus der Heimerziehung und Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben zu erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen stellten der Ministerin das Projekt, welches sich im letzten Drittel des zweijährigen Förderzeitraums befindet, vor. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftlerinnen Britta Karner, Jessica Feyer, Maria Schube und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik erstmals für die Region Hildesheim - auch mit Signalwirkung für Landes- und Bundesebene, eine rechtskreisübergreifende, vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben (sogenannte Care Leaver) entwickeln.

Hierzu bindet das Forschungsteam möglichst viele Akteuere unterschiedlicher sozialer Dienste in den Prozess ein. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftlerinnen Informationsmaterialien über die eigenen Rechte im Übergang für Care Leaver und entwickeln gemeinsam mit freien Trägern und unter Mitwirkung von betroffenen jungen Menschen Konzepte zu einer besseren informellen Begleitung (unter anderem Paten, peer-to-peer-Angebote).

„Ziel ist es, die Risiken des Übergangs von Care Leavern in ein eigenverantwortliches Leben abzumildern. Diese zeigen sich zum Beispiel in einer zum Teil fehlenden Existenzsicherung oder auch drohender Wohnungslosigkeit, aber auch in der Gefährdung von Bildungszielen aufgrund der belastenden Lebenssituation an der Schwelle zwischen stationärer Jugendhilfe und einem eigenständigen Leben“, sagt Dr. Severine Thomas.

„Das Projekt Trans Fair beeindruckt mich sehr, denn Care Leaver verdienen unser besonderes Augenmerk. Und die eng verzahnte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Jobcenter und Universität zeigt, dass auf diesem Weg nicht nur die Situation junger Menschen verbessert wird, sondern auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner“, sagt Ministerin Birgit Honé.

Kontakt bei Fragen zum Forschungsprojekt Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de).

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news-16658 Tue, 30 Apr 2019 11:38:00 +0200 Wahlkampf im Netz: Die Angst vor Echokammern ist übertrieben https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wahlkampf-im-netz-die-angst-vor-echokammern-ist-uebertrieben/ Die deutsche Politik ist seit dem Einzug der AfD in den Bundestag stärker polarisiert als zuvor. Schotten sich die WählerInnen im Netz von Nachrichten ab, die nicht in ihr Weltbild passen? Nicht unbedingt, sagen Forscher der Universität Hildesheim. Sie haben 2,9 Millionen Facebook-Posts vor der Wahl 2017 analysiert. Die Politikwissenschaftler Professor Wolf Schünemann und Stefan Steiger sowie der Computerlinguist Fritz Kliche forschen zu Echokammern in sozialen Medien. In einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org befassen sich die Wissenschaftler der Universität Hildesheim mit dem Wahlkampf im Netz und analysieren rückblickend die Bundestagswahlkampf 2017.

Die Wissenschaftler stellen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ vor, in dem sie einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben.

Hier lesen Sie den Gastbeitrag

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news-16687 Mon, 29 Apr 2019 17:19:33 +0200 Theologieprofessor René Dausner: Privataudienz beim Papst https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/theologieprofessor-rene-dausner-privataudienz-beim-papst/ Im Frühjahr hat der Papst den Theologen Professor René Dausner zur Privataudienz empfangen. Der Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik überreichte dem Kirchenoberhaupt aktuelle theologische Publikationen. Im Interview spricht Dausner über die Begegnung mit dem Papst. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsschwerpunkten des 42-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie, Theologie und Literatur.

Herr Professor Dausner, warum hat der Papst Sie zur Privataudienz empfangen?

Im November 2018 habe ich am Cardinal Bea Centre for Judaic Studies der Universität Gregoriana einen Vortrag über die „Zukunft von Nostra aetate“ gehalten. Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) vor etwas mehr als fünfzig Jahren erhielt der jüdisch-christliche Dialog entscheidende Impulse. „Nostra aetate" gilt zu Recht als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils. Der jüdisch-christliche Dialog zählt seit Jahren zu einem meiner zentralen Forschungsschwerpunkte. In diesem Kontext führte ich auch ein Interview mit Vatican News. Der Vortrag selbst fand statt im Rahmen der jährlichen Brenninkmeijer-Werhahn-Lectures, die in diesem Jahr dem Promotor des jüdisch-christlichen Dialogs August Kardinal Bea gewidmet ist. Kardinal Bea, der das Zweite Vatikanische Konzil und insbesondere die Erklärung „Nostra aetate" über das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen, allen voran das Judentum, maßgeblich geprägt hat, starb im November 1968. Anlässlich seines 50. Todestages finden und fanden Veranstaltungen in Rom statt. Ende Februar 2019 nahm ich an der dritten Vortragsreihe zum 50. Todestag von Kardinal Bea teil und wurde im Anschluss gemeinsam mit dem Cardinal Bea Centre for Judaic Studies zu einer Audienz eingeladen. Papst Franziskus hat eine Rede gehalten und das Wirken von Kardinal Bea charakterisiert (Rede des Papstes zum Nachhören).

Wie haben Sie die Privataudienz beim Papst erlebt?

Papst Franziskus betonte die Bedeutung Kardinal Beas für ein positives Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum. Entscheidend sei neben dem, was Kardinal Bea tat, auch, wie er es tat. In seiner Ansprache hob Papst Franziskus drei Grundhaltungen hervor, mit denen Kardinal Bea einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung der Menschen geleistet habe:

  • ein Verständnis mit Blick auf die Anderen / la comprensione verso gli altri;

  • Güte und Humanität / la bontà e l’umanità, d.h. die Fähigkeit, Freundschaft zu stiften; und

  • Mut bzw. ein Temperament der Entschlossenheit / un temperamento coraggioso.

Die Rede war eine Ermutigung für all diejenigen, die sich um eine Verbesserung des jüdisch-christlichen Dialogs bemühen. Die Audienz, die übrigens im selben Raum stattfand, in dem Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht bekanntgegeben hat, dauerte insgesamt 45 Minuten. Bei der Audienz waren unter anderem auch der Direktor des Cardinal Bea Centre for Judaic Studies in Rom, Pater Prof. Dr. Etienne Vetö, der Direktor des Center for the Study of Christianity an der Hebrew University Jerusalem, Prof. Dr. Oded Irshai sowie Frau Aldegonde Brenninkmeijer-Werhahn, die gemeinsam mit ihrem Mann die beiden Centren gegründet und aufgebaut hat.

Sie haben dem Papst Publikationen überreicht. Sie forschen und lehren am Institut für Katholische Theologie in Hildesheim, mit welchen Themen befassen Sie sich gerade die katholische Kirche und den Papst betreffend?

Nach den offiziellen Reden habe ich Papst Franziskus zwei Bücher überreichen können: Zum einen den Stadtführer meiner Geburtsstadt Boppard – aus zwei Gründen: einerseits hat Papst Franziskus in Boppard im Goethe-Institut deutsch gelernt und daher einen Bezug zu meiner Heimatstadt, andererseits ist der Stadtführer in unserem familieneigenen Verlag (Dausner Verlag) erschienen, in den ich mich in meiner Studienzeit aktiv eingebracht habe, übrigens auch im Rahmen eines Buches mit dem Titel „Achthundert Jahre Juden in Boppard“. Und zum anderen habe ich dem Papst meine Habilitationsschrift mit dem Titel „Christologie in messianischer Perspektive“ überreicht. Mir geht es in dem Buch darum, die christliche Interpretation Jesu mit jüdischem Denken ins Gespräch zu bringen. Bezeichnenderweise wurde die Philosophie des 20. Jahrhunderts wesentlich durch Denkerinnen und Denker jüdischer Provenienz geprägt. Ich nenne nur einige Namen: Edmund Husserl, Franz Rosenzweig, Martin Buber, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, die in der Tradition des deutschen Judentums stehen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommen bedeutende Denker aus anderen Sprachräumen hinzu, etwa Emmanuel Levinas oder Jacques Derrida. Aus christlicher Perspektive eine Deutung der Person Jesu geben zu wollen, gelingt überzeugend nur dann, wenn dieser jüdische Denkhorizont konstruktiv und produktiv einbezogen wird. Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu: in jüngerer Zeit haben jüdische Forscherinnen und Forscher weltweit sich aus jüdischer Perspektive mit Jesus von Nazareth auseinandergesetzt. An diesem Austausch bin ich interessiert und daran beteilige ich mich aktiv.

Welche Forschungsfrage steht momentan im Fokus Ihrer Arbeit?

Ich forsche unter anderem über das Verständnis des Messianischen; gemeinhin ist der aramäisch-hebräische Begriff „Messias“ eher bekannt in der latinisierten Form des griechischen Terminus „Christus". Es geht also um ein Grundverständnis des Christentums und des Christlichen angesichts insbesondere des heutigen jüdischen Denkens. Der Begriff des Messianischen betrifft zum einen die Frage nach dem Subjekt. Mit Blick auf Jesus heißt die Frage, der ich in meinem Buch nachgehe: Wer ist dieser Jesus? Eine Frage, die übrigens schon von den Jüngern Jesu überliefert ist; um zu verstehen, wer Jesus ist, erzählt beispielsweise das Markus-Evangelium die Geschichte, in der Jesus mit seinen Jüngern auf dem See ist. Plötzlich kommt ein Sturm auf, die Jünger haben Angst und fürchten, mit dem Schiff zu kentern. Als Jesus dem Sturm gebietet, still zu sein und zu schweigen, kehrt Ruhe ein. Die Jünger sind erstaunt und stellen dann die Frage: Wer ist dieser? Was mich an dieser Geschichte immer wieder fasziniert, ist das Narrativ: Um das Erstaunen über die Person Jesu bildhaft darzustellen, wird die Wirkmächtigkeit seines Wortes erzählt. Es geht dabei also nicht um meterologische Fragen, sondern darum, dass hier jemand auftritt, der sein Wort gibt und mit diesem Wort Realität verändern kann. Die Person Jesus von Nazareth wird also als schöpferisch dargestellt, gleichsam als das Schöpferwort Gottes in Person. Neues entsteht, wenn er spricht und handelt. Diese Erfahrungen stehen im Hintergrund, wenn die Frage, wer dieser Jesus sei, gestellt wird. Und diese Frage betrifft auch jeden von uns: Wer bin ich? Oder allgemeiner: Wer ist der Mensch? Mich interessiert diese subjektive Wendung, die nicht nach dem Was des Menschen, sondern nach dem Wer fragt. Daher lautet auch meine theologische Frage: Wer ist Gott? Es geht um konkrete Beziehungsdimensionen. Und diese Fragen treiben mich um.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16689 Mon, 29 Apr 2019 06:20:00 +0200 Musikerinnen und Musiker bei den Kunstfestspielen in Hannover https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/musikwelt-bei-den-kunstfestspielen-in-hannover/ Am 12. Mai 2019 feiern die Kunstfestspiele Herrenhausen und das Center for World Music gemeinsam ihren 10. Geburtstag: Das renommierte Kunstfestival hat die Musikerinnen und Musiker des Center for World Music der Universität Hildesheim nach Hannover eingeladen, um Einblicke in die Vielfalt der Klänge zu geben. Die Musikerinnen und Musiker des musik.welt-Studiums werden an unterschiedlichen Plätzen auf dem Festivalgelände auftreten. Vor dem Schloss Herrenhausen und in den Herrenhäuser Gärten bespielen die Musikerinnen und Musiker unter anderem eine begehbare Skulptur klanglich. Die Live-Musik findet alle halbe Stunde zwischen 14:00 und 20:00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. 

Außerdem laden die Hildesheimer Musikerinnen und Musiker Kinder und Familien zum Workshop ein. Der Workshop läuft am Sonntag, 12. Mai 2019 von 14:00 bis 16:30 Uhr auf der Probebühne der Herrenhäuser Gärten. Kinder und Familien können jederzeit hinzukommen und die Welt der Musik entdecken, über die Vielfalt der Klänge sprechen und Instrumente kennen lernen und ausprobieren.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim leistet seit zehn Jahren einen wichtigen Beitrag sowohl für die Integration als auch für eine breite musikalische Bildung ohne Scheuklappen. Das Forschungszentrum ist als Labor und Archiv, als Ort des Studiums und der Forschung eine Stätte der Begegnung und des Austauschs für Menschen und Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und aller Welt, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro.

Studium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Bewerbung um einen Masterstudienplatz

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

Für den 5. Studienjahrgang können sich Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland ab sofort bis zum 15. Juni 2019 bewerben. Das Masterstudium beginnt im Oktober 2019.

Mehr Informationen online

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news-16646 Wed, 24 Apr 2019 14:31:00 +0200 „Wir befinden uns in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wir-befinden-uns-in-einem-umfassenden-strukturwandel-der-oeffentlichkeit/ Was bedeutet Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter? Ein Team der Politikwissenschaft veranstaltet eine internationale Tagung an der Universität Hildesheim. Etwa 30 Fachleute aus Italien, Deutschland, Spanien und Portugal diskutieren am 25. und 26. April 2019 über den Wandel im digitalen Zeitalter und die Auswirkungen von Internet und Social Media auf Öffentlichkeit. Die digitalen Technologien werden immer wieder mit Hoffnungen auf eine stärkere Bürgerbeteiligung  verbunden. Optimistischen Szenarien stehen dagegen eher pessimistische Perspektiven gegenüber, etwa die Fragmentierung der Öffentlichkeit sowie die Bildung von Filterblasen und Echokammern.

„Wir befinden uns bereits mitten in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, dessen Ausmaße allerdings noch nicht absehbar sind. Dabei müssen die mitunter gegenläufigen Entwicklungen analysiert werden: Das Netz kann viele Menschen verbinden, ebenso aber vereinzeln; es kann den Austausch fördern, ebenso aber polarisieren und sogar aufhetzen. Es kann den öffentlichen Raum grundsätzlich vergrößern, ebenso aber zu seiner Parzellierung beitragen. Was bedeutet Öffentlichkeit überhaupt im digitalen Zeitalter? Allein die Verschiebung zwischen öffentlicher und privater Sphäre wird immense Wirkungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft haben“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

Die Professorin hat mit ihrem Team am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit vielbeachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“  aufgebaut. Die Politikwissenschaftlerin organisiert die internationale Konferenz gemeinsam mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik, und Dr. Emiliana De Blasio und Professor Michele Sorice von der LUISS Privatuniversität für Sozialwissenschaften in Rom. Die Tagung ist im Rahmen der Aktivitäten des „Zentrums für Digitalen Wandel/Center for Digital Change“ einzuordnen. 

„Die Tagung ist international hochklassig besetzt. Wir freuen uns auf zwei Tage intensiven Dialog über ein Thema höchster gesellschaftlicher Relevanz: die Transformationen politischer Öffentlichkeiten im digitalen Wandel“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Die Tagung bildet den Auftakt für eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Transformationen im digitalen Zeitalter“ , die das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim gemeinsam mit  der LUISS University in Rome, der Scienes Po in Paris, der University of Perugia, der USI in Lugano, der University of Urbino und der University of Prague entwickelt. Das internationale Netzwerk erforscht gemeinsam den digitalen Wandel aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Die nächste Tagung soll voraussichtlich zum Thema „Transformations of Internet Governance“ ausgerichtet werden.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Hildesheimer Konferenz. Die Tagung ist nicht öffentlich. Interessierte können sich vorab an die Veranstalter wenden.

Wer sich für die Forschung an der Universität Hildesheim interessiert, kann Prof. Dr. Marianne Kneuer (kneuer@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

Zentrum für Digitalen Wandel
Center for Digital Change

Programm der internationalen Tagung

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Zentrum für Digitalen Wandel
news-16657 Wed, 24 Apr 2019 13:33:50 +0200 In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/in-der-praxis-sozialpaedagogisches-projektsemester/ 120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

Abschlussveranstaltung

Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

„Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Universität Hildesheim Fachbereich 1 Studierendenportal
news-16645 Wed, 17 Apr 2019 17:09:51 +0200 Habilitation in Sprachtechnologie: Wissenschaftlerin Laura Giacomini https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/habilitation-in-sprachtechnologie-wissenschaftlerin-laura-giacomini/ Forschung zu Fachkommunikation und Sprachtechnologie: Mit der Terminologie und Wissensmodellierung in der digitalen Gesellschaft und sprachtechnologischen Ressourcen wie zum Beispiel elektronischen Wörterbüchern befasst sich die Wissenschaftlerin Laura Giacomini. „Ich befasse mich hauptsächlich mit Fachsprachen, Korpuslinguistik und sprachtechnologischen Ressourcen wie zum Beispiel elektronischen (Fach-)Wörterbüchern, terminologischen Datenbanken und Ontologien. Diese Ressourcen sind für die Verwaltung von Terminologie im Unternehmen wichtig, aber auch für die Übersetzung und die Technische Redaktion“, sagt Laura Giacomini.

Seit 2016 forscht die Wissenschaftlerin am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim, wo sie sich in der Computerlinguistik habilitiert hat.

„Die erfolgreich abgeschlossene Habilitation bedeutet für mich, ein wichtiges Ziel in meiner akademischen Karriere erreicht zu haben. In den letzten Jahren habe ich intensiv daran gearbeitet. Das  Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie hat mir die Möglichkeit gegeben, in einem wissenschaftlich – und menschlich – inspirierenden Umfeld und unter optimalen Forschungsbedingungen dieses Ziel zu erreichen“, sagt Giacomini.

Zum Abschluss des Habilitationsverfahrens hielt PD Dr. phil. habil. Laura Giacomini eine spannende Antrittsvorlesung am 10. April 2019 in der Aula des Bühler-Campus der Universität Hildesheim mit einem hochaktuellen und sehr anschaulichen Vortrag zum Thema „Terminologie und Wissensmodellierung in der digitalen Gesellschaft“.

Laura Giacomini befasste sich in dem Vortrag, der in Teilen ihre Habilitationsschrift „Ontology – frame – terminology. A method for extracting and modelling variants of technical terms“ widerspiegelte, mit Ontologien, also Systemen der Wissensrepräsentation. Der Vortrag zog einen Bogen von Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz über die Terminologie- bis hin zur Übersetzungswissen-schaft und zeigte auf, dass die Herangehensweisen der verschiedenen Disziplinen zwar unterschiedlich, die sich stellenden Herausforderungen und Perspektiven jedoch trotz recht unterschiedlicher Daten oft ähnlich ist. Es handelt sich um eine interdisziplinäre Arbeit, die mit vielen wissenschaftlichen Bereichen verknüpft ist.

Als Beschreibung einer praktischen Anwendung stellte Laura Giacomini unter anderem eine von ihr im Rahmen ihrer Habilitation entwickelte Datenbank vor, die spezifische Terminologiedaten zu Dämmstoffen beinhaltet.

Die Antrittsvorlesung wurde zahlreich von Fach- und Laienpublikum besucht. Professor Ulrich Heid, Dekan des Fachbereichs „Sprach- und Informationswissenschaften“ überreichte ihm Anschluss an die Antrittsvorlesung eine Urkunde der Universität Hildesheim, die das nun erfolgreich abgeschlossene Habilitationsverfahren von Laura Giacomini bestätigt.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie
news-16607 Tue, 16 Apr 2019 08:51:50 +0200 Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer: „Wir wollen Wissen besser verfügbar machen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wirtschaftsinformatiker-julien-hofer-wir-wollen-wissen-besser-verfuegbar-machen/ Der Wirtschaftsinformatiker Julian Hofer entwickelt Online-Portale, in denen zum Beispiel Forschung dargestellt und Wissen vernetzt wird. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Im Interview spricht er über seine Forschung in Hildesheim. Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat haben das bundesweite Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ von Hildesheim aus koordiniert. Wie verändert sich Arbeit? In 31 Teilprojekten wurde bundesweit untersucht, wie Betriebe mit den Folgen des demografischen Wandels und der modernen digitalisierten Arbeitswelt, mit Nachwuchssorgen und Personalentwicklung umgehen. Nach vierjähriger Forschung liegen Ergebnisse vor.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die wissenschaftliche Begleitforschung  „InDeKo.Navi – Vernetzung und Zukunftsorientierung in der Erforschung des betrieblichen Kompetenzmanagements im demografischen Wandel“ mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Das Hildesheimer Team hat ein Portal entwickelt, in dem alle Forschungsprojekte und Ansprechpartner dargestellt werden.

Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer

„Unser Forschungsportal bietet eine interaktive Orientierung über das betriebliche Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“

Julien Hofer gehört zu der Hildesheimer Arbeitsgruppe. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Er entwickelt Wissenskarten und hat die interaktive Forschungslandkarte zum Projekt „InDeKo.Navi“ entwickelt. Im Interview spricht der Wirtschaftsinformatiker über seine Forschung.

Herr Hofer, Sie befassen sich in Ihrer Arbeit am  Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik mit Forschungsportalen. Ergebnisse aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ haben Sie etwa gemeinsam mit Professor Ralf Knackstedt auf einer Arbeitsforschungstagung des Bundesforschungsministeriums zum Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart vorgestellt.

Ich beschäftige mich mit der Frage, wie Forschungsportale die Vernetzung von Forschenden vorantreiben können, um Synergien zu schaffen. Innerhalb unseres Forschungsprojekts, in welchem wir den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ wissenschaftlich begleitet und analysiert haben, gibt es viele Projekte die sich mit der Digitalisierung der Arbeit beschäftigen. Daher macht es Sinn, solche Projekte miteinander zu vernetzen und ihnen Informationen über andere (ähnliche) Projekte zur Verfügung zu stellen. Dies wird durch unser entwickeltes InDeKo.Navi-Portal gewährleistet und deshalb haben wir das Portal auf dieser Tagung, die vom BMBF veranstaltet wurde, an einem eigenen Stand ausgestellt.  

Sie möchten mit Ihrer Arbeit Wissen auffindbar und zugänglicher machen und haben in dem BMBF-Projekt ein Forschungsportal für den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ entwickelt. Sie entwickeln interaktive Forschungslandkarten, die zeigen, wo Wissen „liegt“ und schaffen so einen Überblick. Was kann man denn mit dem Forschungsportal machen?

Ich stelle unter anderem eine Funktion zur Verfügung, mit der Grafiken interaktiv gemacht werden können. Dadurch können sich dann zum Beispiel Beteiligte aus Forschung und Praxis schnell über ein Thema informieren und auch vernetzen. Wir wollen Wissen besser verfügbar machen und Forschungserkenntnisse in die Breite tragen. Das Portal stellt diverse Forschungsergebnisse und Forschungsprojekte dar, die sich mit dem betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel beschäftigen. Es gibt zum Beispiel Projekte, die versuchen mit Hilfe der Digitalisierung die Resilienz von Arbeitnehmern zu unterstützen oder das eigene Stressmanagement mit Hilfe einer App neu gestalten. Neben der Darstellung, wo diese Projekte verortet sind und wer dort der Ansprechpartner ist, bietet es weitere Analysemöglichkeiten, wie beispielsweise quantitative Analysen über den Datenbestand, welche dann in Form von verschiedenen Diagrammarten visualisiert werden. Das Portal bietet unterschiedliche Informationen. Dies geht von den Ansprechpartnern einzelner Projekte über die Kontaktinformationen der Transferpartner bis hin zu verlinkten Publikationen.

Und wie haben Sie als Wirtschaftsinformatiker dieses Forschungsportal entwickelt, wie wurde es „gebaut“, was ist die Kernidee dahinter?

Das Forschungsportal wurde als Open Source-Projekt entwickelt und auf dem Content-Management-System „Drupal“ aufgebaut. An der Entwicklung waren unter anderem mehrere Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim im Rahmen von IT-Studienprojekten, welche von der Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ geleitet wurden, beteiligt. Des Weiteren habe ich auf einen intensiven Austausch mit der Entwickler-Community geachtet, welches sich zuletzt in der Einladung als Speaker zur Konferenz „DrupalEurope“ wiederspiegelte. Die Kernidee des Portals ist die modularisierte Infrastruktur, die für weitere Portale genutzt werden kann, ohne über viel technisches Know-how zu verfügen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Forschung Startseite
news-16505 Mon, 15 Apr 2019 12:58:00 +0200 Skifahrt: Mit Sport zurück ins Leben https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/skifahrt-mit-sport-zurueck-ins-leben/ Sport treiben, um nach einer schweren Erkrankung wieder den Alltag zu bewältigen: Sportwissenschaftler und Studierende der Universität Hildesheim und Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover binden Sport in den Alltag von krebskranken Kindern ein, damit sie wieder Kraft tanken und Zutrauen erfahren. Einmal im Jahr fahren sie gemeinsam mit Familien in die Berge. Eine Skifahrt ist nur möglich, da einige Privatpersonen, Stiftungen und Vereine spenden. Das Team um Professor Nico Kurpiers bedankt sich herzlich bei allen Spendern. Sportwissenschaftler, Sportstudierende und Ärzte fahren seit 2013 gemeinsam mit Familien, deren Kinder eine Krebserkrankung überlebt haben, einmal im Jahr in die Berge.

„Für uns alle ist es faszinierend, wenn man nach der gemeinsamen Busfahrt ankommt. Wir sehen die Berge. Für die Kinder, die lange nichts zu lachen hatten und in einer Krankenhaus-Umgebung waren, ist das besonders beeindruckend", sagt der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers.

Die Diagnose „Krebs" und die folgenden extrem belastenden Monate und Jahre kosten Kindern und ihren Familien sehr viel Kraft, sagt Kurpiers. „Auch Lehrer, Trainer und Mitschüler wissen oft nicht wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Wir möchten unter anderem angehende Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereiten, wie sie Sport nach einer Erkrankung in den Alltag der Kinder einbetten können."

Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten

Etwa acht bis zehn Familien fahren jedes Frühjahr mit in die Berge, die Nachfrage ist hoch. Einige Kinder waren noch nie in den Bergen, andere sind schon fortgeschritten. Im Frühjahr 2019 ging die Fahrt in die österreichischen Alpen nach Pitztal.

Es gibt ein festes kompetentes Team aus Sportstudentinnen und Sportstudenten, die immer wieder mitfahren und zu einem erheblichen Teil am Gelingen dieser Maßnahme beteiligt sind, sagt Nico Kurpiers. „Das Prinzip ist einfach: Die Familien sollen dem alltäglichen Stress entfliehen und weder an die Klinik noch die Ängste, die mit der Erkrankung der Kinder verbunden sind, oder die Folgen der Behandlung denken. Die Probleme sind weitreichend und äußern sich nicht nur in körperlichen Leiden und Folgeerscheinungen, sondern auch die Psyche ist in der Regel angeknackst und braucht einen positiven Stimulus. Die Angst vor einem Rückfall oder Zweittumor ist immer präsent, die soziale Isolation in Schule, Verein oder im Freundeskreis – meist durch Unsicherheit des Umfeldes unbewusst entstanden – kennt fast jeder Betroffene“, erklärt der Sportwissenschaftler.

Bei der Reha-Maßnahme in den Bergen müssen sich die Familien um nichts kümmern, denn alles wird von Professor Nico Kurpiers und seinem Team weit im Vorfeld geplant und dann vor Ort durchgeführt. Die Studierenden besuchen zur Vorbereitung das Seminar „Wintersport in der Rehabilitation krebskranker Kinder“ und reisen gut vorbereitet an.

„Es fahren zehn Studierende mit. Die einen wollen Lehrer werden und können diese Erfahrung gut für ihren späteren Beruf nutzen, da es nachweislich Defizite an Schulen gibt, was den Umgang mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen angeht. Die anderen studieren bei uns in Hildesheim ‚Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne‘ im Masterstudium und möchten zum Beispiel  einen therapeutischen Beruf ergreifen oder wissenschaftlich arbeiten“, so Kurpiers.

Forschung: Wie kann die Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport erhöht werden?

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler führen vor Ort in den Bergen wissenschaftliche Studien durch und erforschen etwa motorische Parameter bei den Kindern, wie zum Beispiel die Steigerung der Balancefähigkeit und Kraft durch den Skisport oder sie befragen die Eltern zur Lebensqualität oder partnerschaftlichen Aspekten und führen Interviews.

In den Bergen fahren die Eltern in eigenen betreuten Gruppen, getrennt von den Kindern, die wiederum in ihren Gruppen aufblühen und abgelenkt werden  und beide, Eltern und Kinder, entdecken oder erlangen ihre körperliche Leistungsfähigkeit wieder, sagt Kurpiers.

„Diese Generation der Sportstudierenden leistet ganze Arbeit und ist überaus engagiert“, sagt Professor Nico Kurpiers

Die Skifahrt wird regelmäßig evaluiert, um Optimierungsvorschläge aufzugreifen, wobei vor allem das geschulte, sehr empathische und überaus engagierte Team der Studenten immer besonders gut abschneidet. „Man kann über die heutige ‚Generation Student‘ sagen was man will, aber bei dieser Maßnahme wird unter Beweis gestellt, dass es sie gibt, die Studierenden, die mehr machen als Credits zählen und den kürzesten und geradlinigsten Weg durch das Studium planen, denn das Team leistet ganze Arbeit, und die meisten des Teams können  durch  ihr  Mitwirken schon lange keine Punkte mehr curricular geltend machen“, sagt Professor Nico Kurpiers.

In diesem Jahr ist auch ein ehemaliger Krebspatient mit einer Oberschenkelamputation mitgefahren, berichtet der Sportwissenschaftler. „Im Vorfeld haben wir über eine österreichische Firma ein Paar Krückenski bestellt und ein Teil des Teams hat eine zusätzliche Schulung besucht. Die Umsetzung vor Ort hat erstaunlich gut geklappt und nach anfänglichen leichten Unsicherheiten steigerte sich der junge Mann von Fahrt zu Fahrt und Tag zu Tag, so dass er bereits am dritten Tag fahrerisch das Wochenziel erreichte und es am Ende keine Piste mehr gab, die er nicht geschafft hätte“, freut sich Kurpiers.

Sportwissenschaftler bedanken sich bei allen Unterstützern

Alle Beteiligten bedanken sich ganz herzlich bei allen Spendern und Unterstützern, denn um die Fahrt möglichst wenig exklusiv zu gestalten und keine Familie auszugrenzen, zahlen die Familien einen geringen Betrag als Eigenbeteiligung und der Rest wird über Spendengelder finanziert.

Durch großzügige Unterstützung der Vor-Tour der Hoffnung (Rheinland-Pfalz), des Vereins Menschen für Kinder e.V., des Rotary Clubs Hildesheim, die grünen Damen und Herren der Medizinischen Hochschule Hannover MHH, Inner Wheel Hildesheim, der Sport-Fachschaft der Universität Hildesheim, einigen privaten Spendern und der Uni Hildesheim konnte die Skifahrt nach Pitztal stattfinden.

„Die sportliche Zeit in den Bergen hinterließ viele strahlende, glückliche und stolze Gesichter und wir hoffen, dass wir wieder ein Stück weit zur Genesung beitragen konnten. Es ist nur eine Woche pro Jahr mit ehemaligen Patienten und deren Familien im Schnee, aber was das bedeutet, wie sich das anfühlt und ob das möglicherweise sogar nachhaltig sein kann, das wissen tatsächlich nur die Menschen, die dabei waren“, sagt Professor Nico Kurpiers.

Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling

Parallel zum Ferienbeginn in Niedersachsen richtet das Institut für Sportwissenschaft der Uni Hildesheim vom 3. bis 7. Juli 2019 das Sommercamp mit Kajak, Kanadier und Stand Up Paddling an der Plöner Seenplatte aus. An dem Sommercamp können an Krebs erkrankte Kinder und ihre Familien teilnehmen. Die Vorbereitungen laufen bereits. „Wir sind gespannt, vor welchen neuen Herausforderungen wir diesmal stehen. Aber eins ist klar: Wir sagen „JA“, stellen uns der Herausforderung und machen es möglich“, sagt Nico Kurpiers.

Kontakt zum Sportwissenschaftler

Im nächsten Winter wird erneut ein Wintercamp im Pitztal stattfinden (29. Februar bis 7. März 2020). Wer mehr über die Skifreizeit und Forschung erfahren möchte oder die Arbeit der Hildesheimer Sportwissenschaftler unterstützen und spenden möchte, kann sich an Prof. Dr. Nico Kurpiers wenden (E-Mail kurpiers@uni-hildesheim.de).

Schwerpunkt „Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“

In dem zweijährigen Masterstudiengang „Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sport, Gesundheit und Leistung in der Lebensspanne“ bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten zu Fachleuten für Gesundheitssport aus. Die Studierenden wenden sportwissenschaftliches und methodologisches Wissen an, kombinieren Theorie und Praxis. Außerdem führen sie im Praxissemester ein eigenes Forschungsprojekt durch. Im Sportstudium befassen sich die Studierenden zum Beispiel mit Bewegung als zentrale Leistung des Menschen, mit Gesundheit und Gesunderhaltung in der menschlichen Entwicklung und sie gestalten Trainingsprozesse.

Professor Peter Frei ist Sportwissenschaftler und leitet das Sportinstitut der Universität Hildesheim, er erklärt: „Bewegung wirkt sich unmittelbar auf den Körper, das Herz-Kreislauf-System und die Motorik aus. Die Studentinnen und Studenten weiten den Blick auf Gesundheit und Leistung. Leistung ist mehr als höher, schneller, weiter. Sie blicken auf die Rolle des Sports im gesamten Lebenslauf.“

Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport

Der Sportwissenschaftler Nico Kurpiers hat die Stiftungsprofessur für Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport seit 2015 inne. Er baut Projekte aus, in denen Kinder und deren Familien nach einer Krebserkrankung unterstützt werden.

Die Professur wurde von Uwe und Beate Schiedeck gestiftet, der Ehrensenator der Universität Hildesheim, Uwe Schiedeck, ist 2018 verstorben. Das Team um Nico Kurpiers ist für die Unterstützung sehr dankbar. „Uwe Schiedeck hat durch seine großartige Unterstützung des Sportinstituts wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Sport und Bewegung im Lebensgang an der Universität Hildesheim nachhaltig erforscht und gelehrt werden kann. Wir werden uns seiner stets dankbar erinnern.“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft
news-16581 Mon, 15 Apr 2019 12:41:00 +0200 Willkommen in der Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/willkommen-in-der-wissenschaft/ Die Zentrale Studienberatung begleitet Studentinnen und Studenten im ersten Studienjahr – beim Eintritt in die Welt der Wissenschaft. Studienanfängerinnen und Studienanfänger können an Kursen teilnehmen und Kompetenzen erwerben, die sie für einen erfolgreichen Studienverlauf benötigen. „Willkommen in der Wissenschaft“

Aller Anfang ist schwer, das haben die Studienberaterinnen häufig gehört und deshalb an der Universität Hildesheim das Projekt „Willkommen in der Wissenschaft“ ins Leben gerufen. Denn eine gelungene Startphase in das Studium trägt zum Studienerfolg bei.

Friederike Pagel von der Zentralen Studienberatung unterstützt Studentinnen und Studenten vor und während des Studienstarts beim Ankommen im akademischen Alltag und begleitet sie dabei, Ziele für ihr Studium zu entwickeln.

Kurse zu Zeitmanagement und Selbstorganisation, Lernstrategien und Literaturrecherche

Studienanfängerinnen und Studienanfänger können an Kursen teilnehmen und Kompetenzen erwerben, die sie für einen erfolgreichen Studienverlauf benötigen. Die Kurse reichen von Zeitmanagement bis zu Lernstrategien und Literaturrecherche. Die Workshops und Webinare helfen Studierenden dabei, das Studium von Beginn an gut zu organisieren.

„Beliebt sind Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben sowie zu Zeitmanagement und Selbstorganisation. Auch der Orientierungsworkshop zum Studienstart kommt gut an. Studierende aller Fachbereiche nehmen die Angebote wahr“, sagt die Projektkoordinatorin Friederike Pagel. Bisher haben über 500 Studierende in 40 Veranstaltungen an dem Projekt teilgenommen.

Über 500 Studentinnen und Studenten haben an dem Projekt bereits teilgenommen

„Wir arbeiten mit verschiedenen Akteuren der Universität zusammen“, sagt Friederike Pagel, zum Beispiel mit dem Lese- und Schreibzentrum, dem studentischen Beratungsteam „Anker-Peers“ und dem International Office.

Das Angebot „Willkommen in der Wissenschaft“ wird seit dem Start im Sommersemester 2018 sehr gut angenommen, freut sich Pagel. Sie erhält zunehmend auch Anfragen aus den Instituten. „Wir gehen dann in die Vorlesung oder in das Seminar und führen Kurzworkshops zu überfachlichen Themen durch, wie Vortragstechniken oder Organisationstools für Gruppenarbeiten.“

Das Projekt wird aus Studienqualitätsmitteln der Universität Hildesheim finanziert. Das Angebot richtet sich vor allem an Studierende aus dem 1. bis 3. Fachsemester.

Kursangebote im Sommersemester 2019 sind zum Beispiel die Workshops „Thema, Fragestellung, Zielsetzung – Auf dem Weg zur (ersten) Hausarbeit“ und „Lektüre wissenschaftlicher Texte – Wie kann ich Literatur effektiv auswählen und verstehen?“ (in Kooperation mit dem Lese- und Schreibzentrum) und der Vortrag „Studieren mit Behinderung oder chronischer Erkrankung“ (in Kooperation mit der Plattform Zukunft INKlusion, Handicampus und dem AStA, Referat Inklusion).

Kontakt

Wer Fragen zum Projekt „Willkommen in der Wissenschaft“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Friederike Pagel von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim unter friederike.pagel@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal Studierende ZSB
news-16522 Thu, 11 Apr 2019 11:42:37 +0200 Fachkommunikation: Kooperation mit Hochschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/fachkommunikation-kooperation-mit-hochschulen/ Die Universität Hildesheim ist bundesweit einer der wenigen Standorte, die diese wissenschaftliche und berufliche Qualifikation anbieten. Zugleich ist die Universität der wichtigste Anlaufpunkt für Promotionen in diesem Bereich. Dr. Franziska Heidrich und Professor Dr. Klaus Schubert von der Kooperationsstelle Fachkommunikation fördern mit Unterstützung der Universitätsleitung kooperative Promotionen mit den Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Die technische Fachkommunikation ist ein zukunftsträchtiges Berufsfeld. Das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim bildet Expertinnen und Experten für fachliche Kommunikation aus.

Im Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ lernen Studentinnen und Studenten fachliche Inhalte für Experten und Laien aufzubereiten, rechtskonforme und anwenderorientierte Dokumente zu erstellen und diese zweck- und situationsangemessen zu übersetzen, sagt Dr. Franziska Heidrich.

Ein besonderer Schwerpunkt am Institut liegt im Erwerb technischer Fachkenntnisse, etwa in den Bereichen Automatisierungstechnik, Mechanik, Energietechnik, Elektrotechnik, technische Werkstoffe sowie Maschinenelemente, ohne die eine fachlich korrekte Gestaltung von Fachtexten und Fachdokumenten unmöglich wäre.

Die Nachfrage nach solchen Fachleuten ist riesig, sagt Professor Klaus Schubert. Alle Absolventinnen und Absolventen des Hildesheimer Masterstudiengangs finden gute Arbeitsstellen, ehe sie auch nur das Zeugnis der Universität in der Hand halten.

Kooperationsstelle Fachkommunikation bahnt Forschungskooperationen mit Hochschulen an

Die Universität Hildesheim ist in der technischen Fachkommunikation die einzige deutsche Universität, die eine solche berufliche und zugleich auch die höhere wissenschaftliche Qualifikation anbietet. „Das wiederum macht den Fachbereich für Sprach- und Informationswissenschaften deutschlandweit zur einzigen Anlaufstelle für weiterführende Qualifikationen (Promotion und Habilitation) im Rahmen der technischen Fachkommunikation“, so Schubert.

„Anders als Hessen und neuerdings auch Nordrhein-Westfalen setzt Niedersachsen auf kooperative Promotionen von Universitäten und Fachhochschulen. Ich halte die Zusammenarbeit in der Forschung für ein Gebot der Vernunft. Dabei muss aus vielen Gründen das Promotionsrecht bei den Fakultäten bleiben“, sagt Universitätspräsident Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich.

Mit Unterstützung der Hochschulleitung haben Klaus Schubert und Franziska Heidrich die „Kooperationsstelle Fachkommunikation“ aufgebaut. Zweck der Kooperationsstelle ist die Anbahnung von Forschungskooperationen mit den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und von kooperativen Promotionen, erläutert Klaus Schubert. „Dabei möchten wir nicht nur Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen auf ihrem Weg in die Wissenschaft fördern, sondern vor allem auch, Hochschulprofessorinnen und Hochschulprofessoren an der Betreuung und Begutachtung dieser Qualifikationen beteiligen. Dies geschieht in Übereinstimmung mit den Positionen der Landeshochschulkonferenz und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, die solche kooperativen Promotionen ausdrücklich begrüßen.“

Doktorandenveranstaltungen in Deutschland und der Schweiz

Zur Anbahnung dieser kooperativen Qualifikationsvorhaben haben Franziska Heidrich und Klaus Schubert bereits einige einschlägige Hochschulen in Deutschland und der Schweiz erreichen können, mit denen gemeinsam im letzten Jahr für Promotionsinteressierte vor Ort Informationsveranstaltungen zum Thema „kooperative Promotion“ durchgeführt worden sind. Weitere Hochschulen in ganz Deutschland werden im Jahr 2019 folgen.

Das Angebot erhält großen Zuspruch durch Masterstudierende und Absolventen, von denen zahlreiche bereits zur näheren Abstimmung und weiteren Planung an Professor Klaus Schubert herangetreten sind.

„Die thematische Bandbreite ist dabei groß. Die Fachkommunikationswissenschaft ist interdisziplinär ausgerichtet und hat damit zahlreiche Schnittstellen zu anderen Wissenschaftsgebieten. Zudem ist die Fachkommunikationswissenschaft als eigenständige Disziplin eine noch sehr junge Disziplin, die sich am Schnittpunkt zwischen angewandter Sprachwissenschaft, Übersetzungswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und den technischen Fachwissenschaften verortet – auch dies bedingt eine große Bandbreite an Forschungsinteressen, die häufig der konkreten Berufspraxis entspringen“, so Schubert.

Erfolgreiche Forschungstagung zum dritten Mal in Hildesheim

Die Kooperationsstelle Fachkommunikation hat 40 junge und auch etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Konferenz nach Hildesheim eingeladen. Ende März 2019 tauschten sich die Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz am Bühler-Campus auf der dritten Forschungstagung „Fachkommunikation – die wissenschaftliche Sicht“ über die Forschung aus.

„Ziel unserer Tagungen ist nicht nur der fachliche Austausch. Wir wollen für die jungen Wissenschaftler der Fachkommunikation auch fachliche Kontakte, eine berufliche Vernetzung und Denkanstöße für die eigene Arbeit geben“, so Franziska Heidrich.

Masterstudiengang
„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

Kooperationsstelle Fachkommunikation

Kurz erklärt

Übersetzungswissenschaft in Hildesheim

Das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation bildet Sprach- und Übersetzungsprofis aus: Im Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ lernen Studierende die Grundlagen, um Texte, Filme, Literatur und technische Benutzerhandbücher zu übersetzen. Nach einem Studienjahr geht der gesamte Jahrgang ins Ausland – etwa nach Mexiko, Spanien, Frankreich, Indien oder in die Türkei.

Im Master-Studiengang „Medientext und Medienübersetzung" spezialisieren sich Studentinnen und Studenten auf Kommunikationsformen in und für die Medien und transmediale sowie inter- und intralinguale Übersetzung. Sie untertiteln zum Beispiel Filme, übertiteln Theaterstücke und übersetzen Nachrichten und Rechtstexte in Leichte Sprache.

Im neu eingerichteten Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ lernen die Studierenden, wie mit kommunikativen Barrieren umgegangen wird und erschließen so ebenfalls einen hochspezialisierten Bereich der angewandten Sprachwissenschaft.

Hildesheimer Absolventinnen und Absolventen sind zum Beispiel als Technische Redakteure und Fachübersetzerinnen in der Industrie oder bei Dienstleistern angestellt, sind bei einem der größten Übersetzungsdienste der Welt – der EU-Kommission in Brüssel – tätig oder arbeiten für das Bundesjustizministerium und beim Norddeutschen Rundfunk.

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news-16584 Wed, 10 Apr 2019 11:43:00 +0200 Ausschreibung: Preis für herausragende Initiativen der Studentenschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausschreibung-preis-fuer-herausragende-initiativen-der-studentenschaft/ Das Präsidium der Universität Hildesheim lobt einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Damit sollen Studentinnen und Studenten ausgezeichnet werden, die sich über das eigentliche Studium hinaus besonders engagieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Mai 2019 möglich. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studentinnen und Studenten, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder die Belange Dritter einsetzen.

Um das außerordentliche Engagement dieser Studierenden zu würdigen, lobt das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll mit dem Preis ein weiterer Beitrag zur Verwirklichung des Leitbilds der Universität Hildesheim als Studierendenuniversität geleistet werden.

Entscheidend bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sind die folgenden Kriterien: Orientierung der Initiative an aktuellen Bedarfen, dokumentierte Erfolge, Innovativität und Modellcharakter.

Studentische Initiativen, die an die Universität Hildesheim gebunden sind, können entweder durch Dritte vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Im vergangenen Jahr wurden die studentische Initiativen awareness*hildesheim, das Literaturprojekt BELLA triste und die studentische Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt Fazze mit dem Preis ausgezeichnet.

Hier finden Sie die Details der Ausschreibung (PDF)

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news-16503 Wed, 10 Apr 2019 11:11:41 +0200 Anfahrt zur Universität: Parken am Hauptcampus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/anfahrt-zur-universitaet-parken-am-hauptcampus-2/ Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird dringend gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung. Rettungswege oder Zufahrtsstraßen durch unsachgemäßes Parken zu blockieren, ist verantwortungslos und fahrlässig. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner. Mit dem Semesterticket können Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, die Busse der Linie 1 und 4 halten vor der Uni. Viele ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Familien und Berufstätige wohnen im umliegenden Stadtgebiet des Hauptcampus. Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und auch die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung (Anfahrtskizze Parkplätze PDF).

„Die Parkplätze vor der Bezirkssportanlage können kostenfrei genutzt werden, in etwa vier Minuten können Studierende und Lehrende so zu Fuß die Uni erreichen. Ich möchte Sie bitten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen", sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Stiftungsuniversität Hildesheim.

„Leider wird zu wenig Gebrauch gemacht von den freien Parkplätzen wenige Meter vom Hauptcampus entfernt bei der Bezirkssportanlage. Stattdessen werden Parkmöglichkeiten im Wohngebiet hinter der Universität genutzt. Einfahrten zum Alten- und Pflegeheim, die unbedingt für Krankenwagen und Feuerwehr freigehalten werden müssen, werden häufig blockiert. Dadurch werden Leben gefährdet. Vor privaten Garageneinfahrten wird wild geparkt. Das alles sind nicht nur Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, es ist auch ein besonders rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Anwohnern. Ich bitte alle Mitglieder der Universität eindringlich, auf die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen und nur ausgewiesene Parkplätze zu nutzen“, so der Appell des Universitätspräsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Stadt Hildesheim führt verstärkt Kontrollen durch und verteilt „Knöllchen“.

Am Hauptcampus gibt es zudem Fahrradstellflächen vor der Universitätsbibliothek, am Forum und am Audimax. Die Busse der Linie 1 und 4 halten unmittelbar vor der Hochschule (Haltestelle „Universität") und können kostenfrei mit dem Semesterticket genutzt werden.

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Pressemeldungen
news-16490 Mon, 08 Apr 2019 15:45:58 +0200 Learning how the younger generation is preparing to face new challenges https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/learning-how/ Der Gastwissenschaftler Lenin Martell berichtet im Interview, mit welchen Impressionen er aus Deutschland nach Mexiko zurückkehrt. Der Politikwissenschaftler gehört zu einem Team, dass die Kooperation zwischen den Universitäten Toluca und Hildesheim ausbaut und pflegt. Er befasst sich mit Entwicklungen im Journalismus und der Rolle öffentlicher Medien im politischen System Mexikos. Die Universität Hildesheim und die Universidad Autónoma del Estado de México (UAEMex) in Toluca kooperieren seit 2010 unter anderem in den Bereichen Interkulturelle Kommunikation und Übersetzen. Bisher haben mehr als 50 Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Toluca an dem Austausch teilgenommen. Außerdem beinhaltet die Zusammenarbeit den Austausch von Dozentinnen und Dozenten sowie gemeinsame Veröffentlichungen, so entstand zum Beispiel ein Sammelband zur Fremdsprachenvermittlung.

Es gibt zahlreiche Kooperationsabkommen zwischen deutschen und mexikanischen Hochschuleinrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Hildesheim und der Universidad Autónoma del Estado de México ist allerdings besonders: das Verbindungsbüro der mexikanischen Universität in Hildesheim ist die erste und einzige ständige Vertretung einer mexikanischen Hochschuleinrichtung in Deutschland.

Studierende und Dozentinnen und Dozenten, die Fragen zum internationalen Austausch haben, können das Team des International Office der Universität Hildesheim kontaktieren.

Interview with Lenin Martell

“I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor”

Prof. Dr. Lenin Martell is a Professor at the School of Political and Social Sciences in the Autonomous University of the State of Mexico in Toluca. As a guest lecturer he worked at University of Hildesheim. In an interview he talks about his experiences in Hildesheim.

You have worked, researched and taught in Hildesheim as a visiting scholar, now you are back in Mexico. What was exciting?

I would say three things: Learning about what the younger generation thinks about global issues – such as poverty – also, how they learn, how they behave, how they are preparing to face new challenges in the professional arena. I had many international students in my classes at University of Hildesheim – from Rumanians to Indians or Mexicans, among others.

Students tend to have more information about global issues, such as gender equality and environment, though having more information does not make them more sensitive to these issues. They seem to show take on a more intellectual posture as opposed to a broad understanding on global issues.

With which impressions are you going back home?

I returned to Mexico with many new professional and life experiences. The concept of higher education is changing very dramatically around the world, and it is difficult for the policy makers, administrators, and scholars to adapt to new educational realities. For example, we want to teach in a more active-participatory way, but I perceive that many colleagues do not exactly know how to develop those skills in the classroom. There is a growing need to work one-on-one with students, but it seems to be hard for both students and professors to learn these dynamics. Also, let’s face it: Students are not reading at the same pace as previous generations used to. This is a big problem. Students feel more empowered and freer to be opinionated rather than providing strong arguments in class. Also, despite students being quiet young, they struggle to learn new methods or dynamic approaches within the class. We live in a global world, but it doesn’t mean students are able to adapt to new environments.

In addition to this, universities need to develop media literacy. International students seem very well informed on current worldwide events. But it is difficult for them to decode concepts such as poverty or injustice – even identifying them. Their academic and personal formation would benefit from these skills. 

On the other hand, I learned many pedagogical aspects from co-teaching with another professor. I learned them first-hand from a German educator, and I think she experienced the same thing. That means exchanging good pedagogical practices. For example, what to expect academically from students; how to tackle a specific problem in class; which approach to give a theoretical class. This is very rewarding, because one rarely has the opportunity to receive feedback from another professor.

How do you want to strengthen the cooperation between Toluca and Hildesheim?

Since being home I have been able to strengthen our ties with Hildesheim. Dr. Felix Koltermann from the Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur just spent two weeks at the Autonomous University of the State of Mexico (UAEM) as a visiting scholar. He taught two workshops on Visual “Storytelling and Photojournalistic Imaginary” and “Visualizing Conflict in Contemporary News”. He also gave a keynote presentation on “Photojournalism in the era of Post-Truth”. Both students and academics welcomed Koltermann’s work in Toluca with gratitude. For example, students at the graduate program on Peace and Development studies were able to experience practical knowledge and were very happy to learn about photojournalism. According to these students, Koltermann made them think about knowledge and skills they had never considered before. Some were even motivated to include the study of photos in their research.

I will also continue to promote student and scholar exchanges with Hildesheim, and I will continue collaborating with other professors at Hildesheim.

Questions: Isa Lange

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news-16418 Tue, 02 Apr 2019 11:20:02 +0200 Nachruf – Gedenken an Prof. Dr. Geesche Wartemann https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nachruf-gedenken-an-prof-dr-geesche-wartemann/ Die Universität Hildesheim trauert um Prof. Dr. Geesche Wartemann. Die Professorin ist am 28. März 2019 an Krebs gestorben. In Forschung und Lehre hat Geesche Wartemann wesentlich dazu beigetragen, das Kinder- und Jugendtheater als avancierte ästhetische Praxis zu erkunden und zu vermitteln. [Einen ausführlichen Nachruf lesen Sie untenstehend.]

Das Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Stiftung Universität Hildesheim trauert um Prof. Dr. Geesche Wartemann.

Der Stiftung Universität Hildesheim war Geesche Wartemann in vieler Hinsicht verbunden. Sie hatte in Hildesheim Kulturpädagogik studiert und nach ihrem Diplom die Entwicklung des Instituts und der Studiengänge als Doktorandin, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, als Juniorprofessorin und als Institutsleiterin nachhaltig geprägt, bevor sie für einige Jahre nach Norwegen ging, um als Professorin an der Universitetet i Agder in Kristiansand zu lehren. Dort war sie am Aufbau des interdisziplinären Masterprogramms für Fine Arts maßgeblich mitbeteiligt. Seit 2011 war sie wieder als Professorin am Institut tätig, wo sie die deutschlandweit einzige Professur für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters innehatte.

In Forschung und Lehre hat Geesche Wartemann wesentlich dazu beigetragen, das Kinder- und Jugendtheater als avancierte ästhetische Praxis zu erkunden und zu vermitteln. Auf ihre Initiative wurde das International Theatre for Young Audiences Research Network (ITYAR) gegründet, die internationale Forschungsgruppe der ASSITEJ zu Fragen eines Theaters für ein junges Publikum, deren Vorstandsmitglied sie war. Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen des niedersächsischen Studiengangs Darstellendes Spiel, den sie seitdem mitgeleitet hat. Zentrale Schauplätze ihrer praktischen Theaterarbeit waren das freie Theater „Mahagoni“ und das Staatstheater Braunschweig, wo sie als Theaterpädagogin arbeitete. Ihre vielfältigen Forschungen zur Authentizität als Darstellungsform, zum Theater für junges Publikum und zur Probenanalyse sind weit über Deutschland hinaus entscheidende Referenzen für die aktuelle Theaterwissenschaft und Theaterpädagogik geworden.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich sagt: „Geesche Wartemanns Tod erfüllt mich mit großer Trauer. Sie zählte einst zu meinen Studentinnen in der Politikwissenschaft und ich war glücklich, ihr Jahre später, als sie von einer Professur aus Norwegen zurückkam, die Ernennungsurkunde überreichen zu können. Mit ihr geht ein Stück Geschichte des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs. Es ist sehr traurig.“

Am 28. März 2019 ist Geesche Wartemann an Krebs gestorben. Wir verlieren eine Kollegin und Freundin, eine Wissenschaftlerin und Lehrerin, die uns sehr viel bedeutet hat. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, insbesondere ihrem Mann und ihrer Tochter.

Hildesheim, den 2. April 2019

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

Prof. Dr. Stefanie Diekmann, Direktorin des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur

Prof. Dr. Annemarie Matzke

Prof. Dr. Stefan Krankenhagen

Prof. Dr. Jens Roselt

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur und die Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“

Zum Tode von Geesche Wartemann (1966-2019)

Ein Nachruf von Mieke Matzke

 

Geesche Wartemann hatte an der Universität Hildesheim die erste und einzige Professur für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters im deutschsprachigen Raum inne. Letzte Woche ist die Theaterwissenschaftlerin und Theatervermittlerin in Berlin verstorben.

Wer das Glück hatte mit Geesche Wartemann zu arbeiten, der konnte ihre Begeisterungsfähigkeit erleben, ihre Leidenschaft für das Theater, für dessen Zuschauer, insbesondere wenn diese Zuschauer Kinder waren. Zu erleben war aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Überzeugungen vertrat. Sie redete nichts schön. Ohne Angst sich angreifbar zu machen, nahm sie Missstände nicht einfach hin. Mit ihrer sanften aber bestimmten Art verstand sie es Kritik zu üben, nicht aber ohne Vorschläge zur Verbesserung zu machen und dafür Verantwortung zu übernehmen.

2005 nahm Geesche Wartemann an der World Conference der ASSITEJ teil, erinnert sich Manon van de Water, Leiterin des Studiengangs Theatre for Youth an der Universität Madison Wisconsin. Geesche Wartemann war beeindruckt von der künstlerischen Vielfalt der dort gezeigten Inszenierungen. Zugleich fiel ihr, der Forscherin, aber auf, was der Konferenz und dem Theater für ein junges Publikum auf internationaler Ebene fehlte, nämlich die Forschung. Und Geesche Wartemann machte sich daran, diese Leerstelle zu schließen. Auf ihre Initiative wurde das ITYARN (International Theatre for Young Audiences Research Network) gegründet, das internationale Forschungsnetzwerk der ASSITEJ, dessen Präsidentin Geesche Wartemann bis zu ihrem Tod war. Sie initiierte ein erstes Vernetzungstreffen in Norwegen und war Mitorganisatorin der Gründungsversammlung in Australien 2008. Auch die weiteren Tagungen und Zusammenkünfte in Großbritannien, Polen, Türkei, Deutschland und Südafrika gestaltete sie maßgeblich mit, veröffentlichte Tagungsbände, entwickelte neue Forschungs- und Präsentationsformate. „Ohne Geesche würde es das Forschungsnetzwerk nicht geben und die Forschung im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters würde noch in den Kinderschuhen stecken: isoliert, selbst in Zeiten von Google schwer zu finden, und verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung", so ihre Mitstreiterin Manon van de Water, Vorstandsmitglied des ITYARN.

Ohne Geesche Wartemann wäre auch das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland ärmer, weniger sichtbar, isolierter. Neben ihren zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträgen und Tagungen wurde sie auch drei Mal von der Bundesjugendministerin in das Kuratorium des Zentrums für Kinder- und Jugendtheater berufen. Seit 2013 war sie dessen stellvertretende Vorsitzende. Sie beschränkte sich aber nicht auf die Forschung und die kulturpolitische Arbeit, sondern gestaltete auch die Theaterpraxis mit: 2005 kuratierte sie das Festival 'Augenblick mal!', das bundesweite Treffen des Theaters für ein junges Publikum. Wie so vieles übernahm sie die Aufgabe voller Freude aber auch mit dem klaren Wunsch, nach neuen Formen und Ästhetiken des Kindertheaters zu suchen.

Geesche Wartemann war im besten Sinne eine Grenzgängerin zwischen Theaterpraxis und Theaterwissenschaft. Sie war keine Wissenschaftlerin, die abgehoben über ihrem Forschungsgegenstand stand und diesen aus der Distanz untersuchte, sondern sie kannte und liebte das, worüber sie forschte, aus eigener Erfahrung. Geesche Wartemann studierte Kulturpädagogik an der Universität Hildesheim. Als Theatermacherin arbeitet sie mit der Gruppe Theater Mahagoni, sie promovierte 2001 im Graduiertenkolleg 'Authentizität als Darstellung' bei Hajo Kurzenberger und arbeitete von 2000-2002 als Theaterpädagogin am Staatstheater Braunschweig.

Von 2003-2009 war sie Juniorprofessorin für Theorie und Praxis des Kinder- und Jugendtheaters an der Universität Hildesheim und übernahm gleich nach ihrer Berufung die Leitung des dortigen Instituts für Theater. Sie war eine der Gründerinnen des niedersächsischen Studiengangs Darstellendes Spiel, zu dessen Leitung sie seit der Gründung gehörte und den sie wesentlich mitgestaltete. 2009 folgte sie einem Ruf als Professorin an die Universitetet i Agder nach Kristiansand in Norwegen. Dort war sie an der der Planung und Einführung des interdisziplinären Masterprogramms für Fine Arts maßgeblich beteiligt. „Geesche Wartemann prägte den Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen Bildende Kunst, Musik und Theater. Sie hinterlässt bei den Kolleginnen und Kollegen eine bleibende Erinnerung durch ihr profundes wissenschaftliches Wissen und ihre sanfte – wir würden sagen freundliche – Fähigkeit Kritik zu üben", so Tormod W. Anundsen, Professor an der Universität Adger in Kristiansand.

Der Stellenwert des Kinder- und Jugendtheaters war zu dieser Zeit in Norwegen ein ganz anderer als in Deutschland. Die Lehr- und Forschungsbedingungen in Kristiansand waren ideal. Als aber an der Universität Hildesheim die erste Professur für Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum ausgeschrieben wurde, sah Geesche Wartemann die Chance und Herausforderung dieses Forschungsgebiet auch in Deutschland aufzubauen. Die Möglichkeiten, die die Universität Hildesheim mit der Einrichtung dieser Professur eröffnete, waren ihr Ansporn und Aufgabe, der sie sich nach ihrer Berufung 2011 mit großen Engagement gestellt hat, im Bewusstsein, dass sie als Pionierin oft allein vorweggehen musste, Strukturen und Netzwerke erst aufzubauen waren. Die Verbundenheit mit Norwegen ist geblieben, so übersetzte Geesche Wartemann mit großer Freude Kinder- und Jugendstücke aus dem Norwegischen u.a. für den Verlag der Autoren.

Eine Vorreiterin war sie auch auf anderer Ebene. Ihre Promotion mit dem Titel 'Theater der Erfahrung' (Wartemann 2002) untersuchte Darstellungsweisen nicht-professioneller Darsteller lange bevor der Diskurs um die sogenannten Experten des Alltags in der Theaterwissenschaft allgegenwärtig war. Viele ihrer Forschungsarbeiten waren in dieser Hinsicht ihrer Zeit ein Stück weit voraus – nicht nur in der Frage nach nicht-professionellen Darstellern auf der Bühne, sondern auch in der ethnografischen Beobachtung von Kindern als Publikum, in der Erforschung von Produktionsweisen in theaterpädagogischen Kontexten, im Entwurf einer ästhetischen Praxis der Theatervermittlung. Ihre Forschungen zur Authentizität als Darstellungsform, zum Theater für junges Publikum und zur Probenanalyse sind entscheidende Referenzen für die aktuelle Theaterpädagogik geworden. Im Mittelpunkt vieler ihrer Arbeiten standen dabei die Kinder und Jugendlichen selbst, als Zuschauerinnen und Zuschauer oder als Partizipierende in künstlerischen Projekten. Das Modellprojekt „Theater von Anfang an“ – Theater für die Allerkleinsten begleitete sie wissenschaftlich und entwickelte neue methodische Ansätze, in dem sie mit Methoden der Videoethnographie in der Rezeptionsforschung arbeitete. Für sie stellten das Kinder- und Jugendtheater wie auch theaterpädagogische Projekte Produktionsräume dar, in denen die Kinder und Jugendlichen als gleichberechtigte Akteure beteiligt waren. Seit ihrer Promotion 2001 hat sich das Theater verändert: Theaterpädagogik, Jugendclubs und Bürgerbühnen haben einen neuen Stellenwert bekommen, avancierte ästhetische Formen zeichnen viele Arbeiten des Kinder- und Jugendtheaters aus – nicht selten sind die Macherinnen und Macher dieser Inszenierungen ehemalige Studierende aus Hildesheim. Diese Entwicklung ist auch das Verdienst von Geesche Wartemann, ihrer Forschung, ihrer Vermittlungstätigkeit und nicht zuletzt ihrer universitären Lehre. Ob für Miriam Tscholl, der Leiterin der ersten Bürgerbühne in Dresden, ob für Hannah Biedermann und die Gruppe Pulp Fiktion oder für die Fräulein Wunder AG, für viele war Geesche Wartemann Inspiration, Wegbegleiterin, Reflexionspartnerin. Ihr Einfluss war enorm, ohne immer direkt sichtbar zu sein.

Geesche Wartemann war nicht nur eine engagierte Wissenschaftlerin und Botschafterin für das Kinder- und Jugendtheater, sie war auch eine passionierte Dozentin, die ihre Studierenden für ihre Forschungsthemen begeisterte und sie in ihre Forschungsprojekte einband. Dazu gehörten für sie ebenso Kooperationen mit Hildesheimer Grundschulen oder Kindergärten wie auch gemeinsame Forschungsexkursionen – nach Ghana, Tunesien, Polen oder nach Südafrika, um nur einige Stationen zu nennen. Bei ihr konnte man genaues Sehen und Beschreiben lernen, Neugier für Unbekanntes und vor allem das Hinterfragen von vermeintlichen Gewissheiten. 

Wer mit Geesche Wartemann arbeitete, als Kollege und Kollegin, Künstlerin, Künstler oder als Studierender, der traf nicht nur auf eine herausragende Expertin in ihrem Gebiet. Geesche Wartemann war ein besonderer Mensch, herzlich, zugewandt und offen, sanft und energisch zugleich. Sie bestach durch ihren wunderbaren Humor, der sie nie verließ. Mit großem Ernst konnte sie für ihre Überzeugungen kämpfen, auch gegen starre Regelsysteme und Ungerechtigkeiten. Die Universität Hildesheim verliert mit ihr eine Wissenschaftlerin und Lehrerin, eine Kollegin und Freundin.

Ich hatte das Glück über lange Jahre mit Geesche zu arbeiten. Dies war ein großes Geschenk und nicht selten standen wir in Foyers, auf Bühnen oder vor unseren Büros und überlegten uns neue Vorhaben. Dazu gehörte auch die gemeinsame Betreuung ihrer Doktorandin Meriam Bousselmi. Geesche Wartemann hat mit aller Kraft dafür gekämpft, der tunesischen Regisseurin, Autorin und Wissenschaftlerin die Möglichkeit zu geben in Deutschland zu promovieren. Noch im letzten Oktober saßen wir zusammen und planten. Diese Pläne nicht mehr gemeinsam umsetzen zu können, gehört auch zu dem unfassbaren Verlust, der durch ihren Tod entstanden ist.

Am 28.03.2019 ist Geesche Wartemann in Berlin an Krebs gestorben. Zwei Jahre lang hat sie sich der Krankheit mit großer Tapferkeit und Entschlossenheit entgegengestellt. Sie hinterlässt ihren Ehemann Uwe Gössel und ihre Tochter Henriette.

Annemarie Mieke Matzke ist Professorin für experimentelle Formen des Gegenwartstheaters an der Universität Hildesheim. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorie und Geschichte des Probe, Gegenwartstheater und Schauspielformen. Sie ist Mitglied der Gruppe She She Pop, deren Inszenierungen weltweit gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit Geesche Wartemann arbeitete sie seit 1999 in verschiedenen Kontexten immer wieder zusammen, zuletzt am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim. 

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Pressemeldungen Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 2
news-16417 Tue, 02 Apr 2019 11:11:35 +0200 Nachruf – Gedenken an Prof. Dr. Annette Sabban https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nachruf-gedenken-an-prof-dr-annette-sabban/ Die Universität Hildesheim trauert um Prof. Dr. Annette Sabban. Sie verstarb im Alter von 66 Jahren am 31. März 2019. Die Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft und Romanistik forschte und lehrte seit 1995 in Hildesheim, sie bezeichnete oft die Liebe zur Sprache als die Triebfeder für ihren beruflichen Werdegang. Die Universität Hildesheim trauert um Professorin Dr. phil. habil. Annette Sabban, die im Alter von 66 Jahren am 31. März 2019 in Lüneburg verstorben ist.

Die Sprach- und Übersetzungswissenschaftlerin forschte und lehrte seit 1995 am Institut  für Angewandte Sprachwissenschaft und seit 2009 am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählten das Übersetzen von Medientexten, Popularisierungsformate in Rundfunk und Fernsehen, die Phraseologie im Text, die Kommunikation zwischen Experten und Nicht-Experten sowie der Sprachvergleich.

Annette Sabban wurde am 28. März 1953 in Klein Bülten bei Ilsede geboren. Sie studierte Anglistik, Romanistik und Sinologie an den Universitäten Hamburg und Edinburgh sowie Psychologie als Zweitstudium an der Universität Hamburg. Sie legte eine erste und zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Englisch und Französisch ab.

An der Universität des Saarlandes promovierte Annette Sabban 1981 zum Dr. phil. im Fach Anglistische Sprachwissenschaft. Die Doktorarbeit trägt den Titel „Gälisch-englischer Sprachkontakt. Zur Variabilität des Englischen im gälischsprachigen Gebiet Schottlands. Eine empirische Studie“. Von der Feldforschung auf den Äußeren Hebriden, die der Dissertation zugrunde lag, hat Annette Sabban auch später viel erzählt. Nach ihrer Promotion arbeitete sie von 1981 bis 1985 als Redakteurin für Fremdsprachenlehrwerke beim Ernst Klett Verlag in Stuttgart. Von 1985 bis 1991 war sie als Akademische Rätin am Institut für Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Dort habilitierte sie sich 1992 im Fach Romanische Philologie mit der Schrift „Okkasionelle Variationen sprachlicher Schematismen. Eine Analyse französischer und deutscher Presse- und Werbetexte“. Nach ihrer Habilitation blieb sie zunächst in München und arbeitete am Institut für Romanische Philologie bis 1995 als Oberassistentin. Von 1993 bis 1995 vertrat sie Professuren für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Heidelberg und an der Universität München. 1995 folgte sie dem Ruf an die Universität Hildesheim auf die Professur für Angewandte Sprachwissenschaft und Romanistik. Annette Sabban hatte 2001 eine DAAD-Gastprofessur und 2005 eine Erasmus-Kurzzeitdozentur in Helsinki inne. Eine weitere Gastprofessur absolvierte sie 2006 an der Universität Paris VII.

„Annette Sabban war eine sehr kluge, meinungsstarke, für ihre Interessensgebiete brennende Frau, von der immer ein sehr feinsinniger, häufig auch sehr humorvoller Kommentar zu erwarten war. Sie selbst bezeichnete oft die Liebe zur Sprache als die Triebfeder für ihren beruflichen Werdegang – daneben gab es aber auch die Liebe zur Musik, besonders zur Flötenmusik des Barock. Ihre Begeisterung, gepaart mit profunder Sachkenntnis, wirkte ansteckend auf viele, die mit ihr in direktem Kontakt standen. Was immer sie auch tat, tat sie mit hundertprozentigem Engagement“, erinnern sich die Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation.

„Frau Prof. Dr. Sabban überzeugte durch ihre wissenschaftliche Kompetenz und die sehr feine und sensible Art, in der sie unsere Entwicklung mit gestaltet hat. Ich werde ihren Rat sehr vermissen“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich.

An der Universität Hildesheim entwickelte Professorin Annette Sabban mit Kolleginnen und Kollegen den Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“ und damit ein deutschlandweit einzigartiges Studienangebot, das Übersetzungswissenschaft, Medienlinguistik und Medienwissenschaft verbindet.

Die Sprachwissenschaftlerin forschte an der Universität Hildesheim unter anderem über die Popularisierung von Wissen und untersuchte, wie Wissensinhalte an ein nicht fachlich vorgebildetes Publikum vermittelt werden. Sie befasste sich mit der Frage, wie Wissen medial aufbereitet wird und wie Sach- und Fachthemen zugänglich gemacht werden, etwa im Fernsehen, im Internet, oder in Kinderbüchern und Zeitschriften für unterschiedliche Altersgruppen.

Professorin Annette Sabban war seit 2015 Studiendekanin des Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften und trug mit Umsicht und Sorgfalt dazu bei, die Studien- und Prüfungsordnungen des Fachbereichs für die Studierenden so durchschaubar und unbürokratisch wie möglich zu machen. Annette Sabban leitete darüber hinaus viele Jahre lang die Prüfungs- und Auswahlkommissionen mehrerer Studiengänge des Instituts.

Sie war Mitglied des Deutschen Romanistenverbandes, des Deutschen Frankoromanistenverbandes und der Gesellschaft für Angewandte Linguistik. Darüber hinaus engagierte sie sich in der Europäischen Gesellschaft für Phraseologie, deren Vorstandsmitglied sie von 2004-2010 war. Zudem war sie Mitherausgeberin des renommierten Yearbook of Phraseology.

Das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim verliert eine hochgeschätzte Kollegin, die sich große Verdienste um das Institut und den Fachbereich erworben hat und deren Wirken noch lange nachhallen wird.

Hildesheim, den 2. April 2019

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

Prof. Dr. Ulrich Heid, Dekan des Fachbereichs „Sprach- und Informationswissenschaften“

Prof. Dr. Bettina Kluge, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Prof. Dr. Klaus Schubert

Prof. Dr. Christiane Maaß

Prof. Dr. Nathalie Mälzer

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und die Studierenden des Fachbereichs „Sprach- und Informationswissenschaften“

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Pressemeldungen Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Fachbereich 3
news-16396 Thu, 28 Mar 2019 14:38:40 +0100 Zukunftsdiskurs Europa: Historiker und Theologen laden zur Debatte ein https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zukunftsdiskurs-europa-historiker-und-theologen-laden-zur-debatte-ein/ Historiker und Theologen der Universität Hildesheim laden Bürger zur Debatte über Europa ein. Der Zukunftsdiskurs startet in Hildesheim im April 2019 mit einer Podiumsdiskussion und einem Bürgerforum. Das niedersächische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt. Wissenschaftler der Universität Hildesheim schaffen mit einer Veranstaltungsreihe ab Anfang April einen Ort, an dem Bürger all ihre Fragen über die EU stellen können. Mit der Debatte zeigen die Hildesheimer Wissenschaftler, dass die EU mehr ist als nur Brexit, Viktor Orbán und Währungskrise.

Der europäische Bürgerdialog in Hildesheim will informieren und ein realistisches Bild der EU zeichnen, Chancen und Grenzen der EU aufzeigen. In geballter Form erhalten Bürger Informationen über die Europäische Union, so dass sie das Geschehen beurteilen können.

Debatte über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft

Der Historiker Professor Michael Gehler und der Theologe Professor Alexander Merkl führen in Hildesheim einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft [hier geht's direkt zum Programm].

Gehler meint dazu: „Eine solche Gemeinschaft ist dann gegeben, wenn die wechselseitigen Bindungen der Mitglieder untereinander so eng geworden sind, dass von ihnen auch ein gegenseitiges Einstehen in Ausnahme- und Notfällen gegeben ist, also jenseits finanzieller und wirtschaftlicher Vorteile.“

Wissenschaftler laden alle Bürger, Studierenden, Lehrenden und Schüler zur Debatte ein:  Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und zweitägiges Bürgerforum am 26. und 27. April 2019

Die Debatte in Hildesheim startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim.

Abschließend findet am 27. Juni 2019 am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Abschlussveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

Zudem finden Europagespräche am 3. Juni 2019 über die Aufgaben und die Verantwortung des Europäischen Parlaments in den kommenden fünf Jahren und am 17. Juni 2019 über die Geschichte und Gegenwart des Europarats statt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei.

Aktuelle Anlässe für die Debatte bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so der Theologe Alexander Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

Historische und ethische Fragen debattieren

Die Wissenschaftler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen. Bürgerinnen und Bürger sowie Studentinnen und Studenten können sich an dem Diskurs beteiligen und an der wissenschaftlichen Aufarbeitung über Europa gestern, heute und morgen teilhaben.

Zukunftsdiskurs Europa
Ausführliches Programm

Professor Alexander Merkl forscht im Bereich der theologischen Ethik und publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

Zukunftsdiskurs in Hildesheim

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Hildesheimer Projekt „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“. Die Historiker und Theologen der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

Mit dem Förderprogramm „Zukunftsdiskurse“ stärkt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und verdeutlicht, dass die Universität Hildesheim ein zentraler Ort für zukunftsorientierte Debatten ist.

Die Debatte ist auch durch die Unterstützung durch das Programm ERASMUS+ der Europäischen Union möglich, weitere Partner sind die Volkshochschule Hildesheim und das Kulturhauptstadt-Projektbüro Hi2025.

Wer Fragen zu dem Hildesheimer Zukunftsdiskurs über Europa hat, erreicht den wissenschaftlichen Mitarbeiter Kai Schinke unter schinke[at]uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Katholische Theologie Geschichte Fachbereich 1
news-16373 Tue, 26 Mar 2019 08:47:00 +0100 Center for World Music unterstützt geflüchtete Musikerinnen und Musiker https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/center-for-world-music-unterstuetzt-gefluechtete-musikerinnen-und-musiker-1/ Studium nach der Flucht: Das Center for World Music der Universität Hildesheim sucht bundesweit ab sofort Musikerinnen und Musiker, die nach der Flucht ihre musikalische Ausbildung in Deutschland fortsetzen und studieren möchten. Sie können sich in Hildesheim in Sprach- und Vorbereitungskursen kostenfrei auf das Studium vorbereiten. Insgesamt sind 15 Plätze vorhanden. Eine Bewerbung für den INTEGRA-Kurs ist bis zum 23. April 2019 möglich. Das Hildesheimer Forschungsinstitut hilft geflüchteten Musikerinnen und Musikern, ihre Chance auf einen Studienplatz in Deutschland zu erhöhen. Am Center for World Music der Universität Hildesheim besteht die bundesweit einmalige Möglichkeit an einem kostenfreien Sprachkurs und Vorbereitungskurs auf ein Musikstudium in Deutschland teilzunehmen.

Der INTEGRA-Kurs bereitet auf das wissenschaftliche Arbeiten vor, die Teilnehmer lernen die Universitätsbibliothek kennen, nehmen an Einführungen über Musiktheorie teil, nehmen an einem Sprachkurs teil und musizieren gemeinsam. Die Teilnahme an diesen Vorbereitungskursen ist kostenfrei.

Die Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis September 2019 an dem Sprachkurs und Vorbereitungskurs an der Universität teilnehmen können.

An dem Kurs können 15 Personen teilnehmen. Die Aufnahmeprüfung findet am 25. April 2019 im Center for World Music in Hildesheim statt. Eine Anmeldung zur Prüfung ist Pflicht. Wer sich für das Unterstützungsprogramm interessiert, kann ab sofort Morena Piro, Mitarbeiterin am Center for World Music, unter piromo@uni-hildesheim.de erreichen und sich bis spätestens zum 23. April 2019 für die Aufnahmeprüfung anmelden.

Die Musikerinnen und Musiker werden in den kommenden Monaten von Mai bis September 2019 an dem Sprachkurs und Vorbereitungskurs an der Universität teilnehmen können.

Dieser INTEGRA-Kurs ist Dank der Katholischen Erwachsenenbildung und der Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur möglich. Das Projekt wird in Kooperation mit der Musikschule Hildesheim und dem Global Board des Musikland Niedersachsen durchgeführt.

Die Kursteilnehmer können sich in dem Vorbereitungskurs auch auf das Masterstudium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ vorbereiten, das Masterstudium startet im Herbst 2019.

Mehr Informationen online unter:

Studium nach der Flucht:
Informationen des Center for World Music

Kurz erklärt

Studium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Bewerbung um einen Masterstudienplatz

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 15 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

Für den 5. Studienjahrgang können sich Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland ab sofort bis zum 15. Juni 2019 bewerben. Das Masterstudium beginnt im Oktober 2019.

Mehr Informationen online unter:

Studium musik.welt

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Pressemeldungen Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 2 Center for World Music Studierendenportal Bildungsintegration Flüchtlinge
news-16276 Thu, 21 Mar 2019 10:36:00 +0100 Digital Humanities: Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/digital-humanities-forschung-in-den-digitalen-geisteswissenschaften/ Am Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim bauen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften aus. Mithilfe computerlinguistischer Methoden können sie große Datenmengen analysieren. Aktuelle Ergebnisse stellten sie beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ vor, einer Kooperation zwischen den Universitäten Hildesheim und Göttingen. Ulrich Heid forscht und lehrt als Professor für Sprachtechnologie und Computerlinguistik am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Professorin Caroline Sporleder, Direktorin des Göttingen Centre for Digital Humanities , lädt der Computerlnguist regelmäßig zu Arbeitstagungen ein.

Alle sechs Monate kommen Forscherinnen und Forscher beim Workshop „Computational Linguistics and Digital Humanities“ zusammen, im Frühjahr in Göttingen, im Herbst in Hildesheim. Ende Februar 2019 fand die Arbeitstagung zum Thema „Digital Methods in Political Science“ in Göttingen statt.

Die Workshops dienen dazu, dass beide Standorte einander über laufende Projekte, Methoden und Verfahren informiert halten. Regelmäßig werden europäische oder nationale Gäste eingeladen.

Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoribildung und computerlinguistischer Textanalyse

„Einige der prominenteren Vertreter computerlinguistisch arbeitender Politikwissenschaft Deutschlands kamen diesmal zusammen“, sagt Ulrich Heid. „Wir wollen gemeinsam verstehen, wie die Interaktion zwischen politikwissenschaftlicher Theoriebildung und computerlinguistischer Textanalyse aussehen kann. Zwar ist der Einsatz von Werkzeugen zur Extraktion von Wörtern und Wortsequenzen und von Zählverfahren und statistischen Tools sehr ‚en vogue‘ in der Politikwissenschaft, aber das eigentliche Ziel sollte es sein, klarer zu verstehen, welche Arten von Werkzeugen welche Arten von theoriegeleiteten Fragenstellungen gut unterstützen.“

Ein thematischer Schwerpunkt ist das vieldiskutierte Problem „Hate Speech“. „Wir bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich Gedanken dazu machen, was eigentlich alles als Hate Speech gelten soll, aber auch solche, die Werkzeuge oder Daten für Training und Test von Werkzeugen entwickeln.“

Computerlinguistische Techniken in den Geisteswissenschaften

Die Verwendung und die Menge verschiedener computerlinguistischer Techniken hat für die textbasierten Geisteswissenschaften in der letzten Zeit enorm zugenommen, sagt Heid. Mit den Nachbarn in Göttingen hat er die idealen Kooperationspartner gefunden. Beide Universitäten haben eine geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Ausrichtung, forschen sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientiert. In Göttingen wurde Caroline Sporleder als Professorin für digitale Geisteswissenschaften im Fachbereich Informatik berufen. „Wir halten uns auf dem Laufenden, wie die Geisteswissenschaften auf die Digitalisierung reagieren“, sagt Ulrich Heid, der in Hildesheim gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer seit Ende 2018 am „Zentrum für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ mitarbeitet.

Program of the 7th. Göttingen/Hildesheim-Workshop
on Computer Linguistic and Digital Humanities

Im Folgenden geben einige der am Workshop beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hildesheim Einblicke in ihre Forschung:

Analyse von Diskursen über Solidarität

Computerlinguist Prof. Dr. Ulrich Heid

Prof. Dr. Ulrich Heid ist ordentlicher Professor für Sprachtechnologie / Computerlinguistik in Hildesheim und Mitbegründer der Workshop-Serie „Computational Linguistics and Digital Humanities“. Ulrich Heid ist selbst Geisteswissenschaftler, hat Sprachwissenschaft und Geschichte studiert und sich dann auf Computerlinguistik und Sprachtechnologie spezialisiert.

Herr Professor Heid, an welchem Forschungsthema arbeiten Sie zurzeit?

Zusammen mit Prof. Dr. Marianne Kneuer präsentiere ich Pläne für das neue, vom Land Niedersachsen finanzierte Projekt SOLDISK, also erst einmal nur Ziele und angestrebte Methoden, noch keine Ergebnisse. Professorin Marianne Kneuer koordiniert das Projekt, das am 1. März 2019 beginnt und Politologen und Computerlinguisten zusammenbringt. Wir analysieren Diskurse über Solidarität, wie sie in online-Quellen vorliegen. Beispiele sind offizielle Texte der Regierung, aber auch Statements auf Internetseiten zivilgesellschaftlicher Akteure (Kirchen, Vereine, Bürgerinitiativen usw.) oder von Individuen. Wir wollen für den Zeitraum 2012 bis 2016 und die beiden Einwanderungsereignisse in Deutschland (Rumänen und Bulgaren, 2012 bis 2014; sogenannte „Flüchtlingskrise“ 2014 bis 2016) ein Textkorpus sammeln, analysieren und im Hinblick darauf untersuchen, wie über Solidarität (zum Beispiel mit den Flüchtlingen) geschrieben wird.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Es heißt, Solidarität sei in der Krise; speziell in Zeiten, die als Krisenzeiten wahrgenommen werden, wie etwa den von Migrationsereignissen gekennzeichneten Jahren 2012 - 2016. Solidarisches Handeln in großem Stil zu erfassen ist sehr schwer; aber Diskurse über Solidarität das heißt das, was Akteure im Gemeinwesen darüber schreiben oder sagen, lässt sich sammeln, über die Zeit hinweg analysieren und interpretieren. Uns interessiert, ob und wie sich die oben genannten drei Gruppen in ihren Solidaritätsdiskursen unterschieden, ob generell oder gruppenweise Soldidarisierungs- bzw. Desolidarisierungsentwicklungen feststellbar sind, und ob Diskurse einer Akteursgruppe auf die anderen Gruppen "abfärben". Schließlich auch, wie argumentiert wird: mit wirtschaftlichen Argumenten, mit Fremdheit, oder mit Sicherheitsargumenten? Die Ergebnisse sind langfristig auch für die Politikberatung relevant.

„Practices of Commenting in Digital Public Spheres”

Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten

Prof. Dr. Michael Corsten ist Professor für Soziologie und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften in Hildesheim. Im Rahmen des DFG-Projekts „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“ hat Corsten mehrere Doktorarbeiten und eine Habilitation begleitet.

Herr Professor Corsten, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Es geht um ein Ergebnis aus dem DFG-Projekt „Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation“, die exemplarische Auswertung der 432 Beiträge im Zeit-Online-Kommentarbeich zum Artikel „schlecht, schlechter, Geschlecht“ von Harald Martenstein.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Bemerkenswert ist oberflächlich betrachtet zunächst der Befund, dass auch in dem Online-Forum eines anerkannten Mediums des Qualitätsjournalismus eine Vielzahl von Beiträgen zu finden sind, in denen Personen und/oder Positionen in abwertender bis diskriminierender Form behandelt werden. Trotzdem zeigt sich an dem untersuchten Beispiel, dass sich innerhalb solcher Online-Leser-Kommentarforen Debatten zwischen kleineren Gruppen von Leserinnen und Lesern entfalten können. Wichtig ist die Untersuchung speziell dieser Bereiche nicht zuletzt deshalb, weil sich daran eine Kombination von One-To-Many- und Many-To-Many-Kommunikation zeigt.

„Who polluted the debate in the German federal election campaign 2017? Analysis and automatic detection of hate speech on social media”

Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann

Prof. Dr. Wolf J. Schünemann forscht und lehrt als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet in Hildesheim.

Herr Professor Schünemann, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Wir stellen zentrale Ergebnisse aus dem Projekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) vor und zwar aus dem Teilprojekt 1, in dem wir einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben. Wichtige Ergebnisse sind bislang, dass wir die viel beschworenen Echokammern, insbesondere im Hinblick auf die populistische Rechte, im deutschen Facebook-Wahlkampf nicht nachweisen können, zumindest nicht, wenn wir uns anschauen, auf welche Medieninhalte in den Posts und Kommentaren verwiesen wird. Hier zeigen alle Parteien einschließlich der AfD große Überschneidungen. Dennoch finden wir Muster thematischer und formaler Polarisierung, auf die wir eingehen. Zudem wird der Datensatz auch für die Forschung zu offensiver Sprache oder Hate Speech im Facebook-Wahlkampf verwendet. Hier leistet die Sylvia Jaki die wesentliche Forschungsarbeit und wird auch erste Ergebnisse präsentieren. 

Warum ist diese Forschung wichtig?

Die Bundestagswahl 2017 war einschneidend, sowohl im Hinblick auf das Ergebnis der Wahl (insbesondere der Erfolg der Rechtspopulisten) als auch den Online-Wahlkampf. Es gilt gerade im Vorfeld weiterer Wahlkämpfe (Länder/Europa) Lehren daraus zu ziehen und viel diskutierte Tendenzen der politischen Kommunikation und angenommene Gefahren für die Demokratie an der Realität zu überprüfen.

„Echo chambers and polarisation in the German federal election 2017”

Fritz Kliche, Stefan Steiger und Prof. Dr. Wolf Schünemann forschen zu Echokammern in sozialen Medien. Der Computerlinguist Fritz Kliche forscht in der Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Heid.

Mich interessieren besonders die „Digital Humanities“ – also die Zusammenarbeit von Informatikern oder in unserem Fall Computerlinguisten mit Forscherinnen und Forschern aus den Geistes- oder Sozialwissenschaften, sagt Fritz Kliche. Mit seiner Arbeit möchte er dazu beitragen, dass Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften in Hildesheim ausgebaut werden und in der interdisziplinären Zusammenarbeit weitere wichtige Forschungserkenntnisse erarbeitet werden können.

Automatic detection of hate speech on social media

Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki

Dr. Sylvia Jaki ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation in Hildesheim und forscht im Bereich der Medienlinguistik. Mit Kollegen der Universität Antwerpen hat sie ein Computerprogramm entwickelt, das in der Lage ist, automatisiert hetzerische Wörter und Wortkombination in Tweets aufzuspüren. Sie befasst sich mit sprachlichen Charakteristika der Medien und arbeitet an ihrer Habilitation.

Frau Dr. Jaki, welches Forschungsergebnis stellen Sie vor?

Für die Facebook-Daten des Projekts „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ (WasN) von Wolf Schünemann konnten wir zeigen, dass die Facebook-Profile von Parteien und Politikerinnen und Politikern an den politischen Rändern während der letzten Bundestagswahl tendenziell mehr Hate Speech aufwiesen als bei den Parteien der politischen Mitte. Dies heißt aber nicht unbedingt, dass sich die Hate Speech GEGEN die Partei beziehungsweise den Politiker oder die Politikerin richtet. Unsere Analysemethode demonstriert überdies, dass lexikonbasierte Ansätze zu transparenteren Systemen bei der Erkennung von Hate Speech beitragen können.

Warum ist diese Forschung wichtig?

Hate Speech hat sich zu einem omnipräsenten Phänomen in den Medien entwickelt. Wie aber wollen wir damit umgehen – automatisiert entfernen, akzeptieren oder dagegen andiskutieren? Dies ist eine Frage, die vielerorts diskutiert wird und auch unbedingt diskutiert werden sollte. Aufgrund der Schwächen, die Detektionssoftware derzeit noch aufweist, ist es wichtig, Detektionssysteme zu schaffen, die einen Einblick in die Klassifikationsmechanismen geben, um die oftmals als Black Box bezeichnete Künstliche Intelligenz transparenter zu machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16344 Thu, 21 Mar 2019 08:07:00 +0100 Konferenz: Kunst der Beratung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/konferenz-kunst-der-beratung/ Beratungskünste sind überall gefragt. Eine kulturwissenschaftliche Tagung in Hildesheim befasst sich mit der Kunst der Beratung. Eine Medienphilosphin spricht zum Beispiel über Techniken der wissenschaftlichen Politikberatung von 1950 bis 1970. Die Tagung ist öffentlich. Beratungskünste sind überall gefragt: Politische Entscheidungen erfordern Strategiepapiere von policy advisern, Empfehlungen des Ethikrats oder Gedankenspiele von Think Tanks. Investitionen und Rationalisierungsmaßnahmen in Unternehmen werden von Consultingfirmen begleitet. Und kaum ein Aspekt individueller Lebensführung entgeht einer zunehmend ausdifferenzierten Coachingindustrie; angefangen bei der Erziehungsberatung der Eltern über Studien- und Berufsberatung, Karrierecoaching, Paartherapie, Achtsamkeitsseminare, Ernährungsratgeber und kuratierte Kulturprogramme bis hin zur Trauerbegleitung der Nachkommen.

„So unterschiedlich die Funktion dieser Beratungen im Detail sein mag ist doch ein Grundmuster erkennbar: Berater, Coaches und Consultants überprüfen Ressourcen, treffen Vorhersagen über die möglichen Folgen einer Entscheidung oder stellen normative Maximen für Handlungsweisen auf und leiten daraus Forderungen an das Subjeagtkt ab“, sagt der Hildesheimer Literaturwissenschaftler Simon Roloff.

Die Tagung „Kunst der Beratung“ am Kulturcampus der Universität Hildesheim fragt vom 4. April bis 6. April 2019 nach den Praktiken, Techniken und Formen der Kunst der Beratung. Besondere Beachtung soll dabei der Funktion ästhetischer Formen und Praktiken, etwa im Kreativitätscoaching oder im Ratgeber als literarischer Gattung zukommen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren auf der Tagung unter anderem über visuelle oder literarische Gattungen der Beratung. Neben neuen Untersuchungen zur Ratgeberliteratur kommen dabei auch Formen wie der Lehrfilm oder das Youtube-Tutorial, Momente der Performanz in der Herstellung charismatischer Beratungssituationen oder die Narrativierung von Biografien durch storytelling zur Sprache. Die Kulturwissenschaftlerin Professorin Christina Wessely halt den Vortrag zum Thema „Der Chefideologe. Zur Geschichte einer Figur politischer Beratung“. Die Medienphilosphin Eva Schauerte spricht über „Techniken der wissenschaftlichen Politikberatung von 1950 bis 1970“.

Die Ergebnisse der kulturwissenschaftlichen Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Kontakt

Bei Fragen zur Konferenz wenden Sie sich gerne an Prof. Dr. Simon Roloff vom Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim (simon.roloff[at]uni-hildesheim.de).

Teilnahme

Die Veranstaltung ist kostenfrei und öffentlich, alle Vorträge können besucht werden, man muss sich nicht registrieren.

Zum Forscher

Simon Roloff organisiert die Konferenz. Er studierte Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nach seiner Promotion in Weimar ist Roloff seit 2014 Juniorprofessor für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim. Er interessiert sich für Poetik, für das Verhältnis von Literatur und Wissen, für Formen der Recherche und die Theorie und Geschichte der Kulturtechniken, für Notieren, Streichen, Kopieren, Entwerfen und sich Verzetteln.

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news-16343 Tue, 19 Mar 2019 19:16:00 +0100 Politikwissenschaftler erforscht Referenden über Europa https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/politikwissenschaftler-erforscht-referenden-ueber-europa/ Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Während der internationalen Tagung „Referendums on Europe“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus ihre Forschungsergebnisse in Hildesheim vor. Der geplante EU-Austritt des Vereinigten Königreiches (Brexit) trifft die europäische Gemeinschaft wie ein Schlag und ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in der langen und vielfältigen Geschichte der EU-Referenden in Europa. Mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU ist es an der Zeit, die Motive, die Dynamik und die Ergebnisse solcher Referenden über Europa zu diskutieren.

Am Tag des geplanten EU-Austritts laden Professoren aus Hildesheim und Chemnitz zu einer internationalen Tagung „Referendums on Europe – Motives, Dynamics, Outcomes“ nach Hildesheim ein. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Amsterdam, Warschau, Freiburg, Brighton und Aarhus präsentieren ihre Forschungsergebnisse am 28. und 29. März 2019 an der Universität in Hildesheim. Der internationale Workshop wird von Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik an der Universität Hildesheim, und Kai Oppermann, Professor für internationale Politik an der Technischen Universität Chemnitz, veranstaltet.

Die Wissenschaftler laden Hildesheimer Bürger zur Podiumsdiskussion ein. Die englischsprachige Veranstaltung beginnt am 28. März 2019 um 18:00 Uhr in der Industrie- und Handelskammer (Hindenburgplatz 20, Hildesheim) (Plakat als PDF).

Es diskutieren die Politikwissenschaftlerin Barbara Lippert (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), der Rechtswissenschaftler Peter-Christian Müller-Graff (Universität Heidelberg), der Zeithistoriker Michael Gehler (Universität Hildesheim) und der Politikwissenschaftler Andrew Glencross (Aston University, United Kingdom). Die Podiusmdiskussion ist öffentlich, interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist kostenfrei.

Interview

Nachgefragt bei Prof. Dr. Wolf J. Schünemann

Professor Wolf Schünemann erforscht ein irritierendes Phänomen der jüngeren Integrationsgeschichte: Referenden in und über Europa. Neben seinem Forschungsschwerpunkt Internet und Politik untersucht der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften in Hildesheim die europäische Integration und das politische System der EU.

Warum veranstalten Sie den internationalen Workshop „Referendums on Europe"?

Wolf Schünemann: Mit der Brexit-Abstimmung ist das Thema europapolitischer Volksabstimmung plötzlich und dramatisch ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Es gibt aber eine besondere historische Tradition europapolitischer Referenden, die in der Vergangenheit interdisziplinär erforscht worden sind. Diese Aktivitäten zusammenzuführen und gemeinsam über die Erfahrungen und den Umgang mit europapolitischen Referenden in verschiedenen nationalen und (integrations)geschichtlichen Kontexten zu diskutieren, ist das primäre Ziel dieser Tagung.

Welche Frage werden die Podiumsteilnehmerinnen und Podiumsteilnehmer diskutieren?

Die übergeordnete Frage wird sein, ob der verbreitete Eindruck nach dem Brexit-Referendum zutrifft, dass es sich bei europapolitischen Volksabstimmungen per se um eine Gefahr für die europäische Integration handelt oder ob nicht auch wichtige Impulse und natürlich Legitimation von direktdemokratischer Mitwirkung am Einigungsprozess ausgehen können. Aus welchen Erfahrungen lässt sich gegebenenfalls lernen, um direktdemokratische Instrumente für künftige Fragen europäischer Integration sinnvoll einzusetzen, ohne die europäische Idee vollends zu gefährden? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, um negative Tendenzen europapolitischer Volksabstimmungen zu vermeiden? Wie kann die EU schließlich mit den Ergebnissen von EU-Referenden umgehen?

In dem Buch „In Vielfalt verneint“ befassen Sie sich mit Referenden über Europa, also mit Abstimmungen von wahlberechtigten Bürgern zu einer politischen Frage. Welche Auswirkungen kann ein Referendum haben?

Auf nationaler oder regionaler Ebene kann ein Referendum durchaus befriedend wirken. Als Beispiel sei hier etwa aus dem deutschen Kontext die regionale Abstimmung über Stuttgart 21 genannt. Auch das schottische Unabhängigkeitsreferendum von 2014 passt als Beispiel. Umgekehrt können bestehende gesellschaftliche Konflikte auch zementiert oder gar verschärft werden. Dies ist sicher eine Erfahrung aus dem Brexit-Referendum. Aus europäischer Ebene haben EU-Referenden regelmäßig zu Verzögerungen im Integrationsprozess geführt, weil Reformverträge nicht sofort ratifiziert werden konnten (Maastricht-Vertrag, Nizza-Vertrag, Lissabon-Vertrag) oder gar nicht (Verfassungsvertrag). Um den Stillstand zu beenden, wurden regelmäßig Zugeständnisse in Form differenzierter Integration gewährt. So lassen sich unterschiedliche Integrationsniveaus und Integrationsgeschwindigkeiten (Euro, Schengen) auch durch gescheiterte Referenden erklären.

Welche Erfahrungen, Hoffnungen und Vorbehalte werden mit europapolitischen Volksabstimmungen verbunden?

Als Hoffnung bestand über lange Zeit die Aussicht, durch direktdemokratische Entscheidungsverfahren das chronische Legitimitätsdefizit der EU ein Stück weit zu heilen. Die Erfahrungen haben diese Hoffnung vielfach nicht bestätigt. Stattdessen haben Ablauf und Ergebnis von Referenden, aber auch die intergouvernementalen Verhandlungen über ihre Vermeidung oder Bewältigung der EU eher weiteren Schaden zugefügt. Klassische Vorbehalte gegenüber EU-Referenden sind, dass der Gegenstand zu komplex sei und die Bürger nicht hinreichend interessiert und informiert seien, dass sie sich entsprechend von gegenstandsferner Propaganda verleiten ließen und ihr Abstimmungsverhalten eher affektiv statt rational sei. Hierbei handelt es sich um Vorbehalte, die in jedem Einzelfall kritisch zu prüfen sind, nicht um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse.

Müssen wir uns in Europa vermehrt auf solche offensiven Abstimmungen wie den Brexit einstellen? Was würde dies für die Zukunft der EU bedeuten?

Wenn die Abstimmungen und insbesondere auch die chaotischen Folgen denen des britischen Votums glichen, nichts Gutes. Allerdings ließen sich Referenden freilich auch anders organisieren. Auf Seiten der europapolitischen Eliten herrscht schon lange Referendumsmüdigkeit. Von der EU-Ebene aus sind also kaum Vorstöße oder auch nur Anlässe für weitere EU-Referenden zu erwarten. Auf nationaler Ebene wären von erstarkenden EU-skeptischen bis EU-feindlichen Bewegungen durchaus Vorstöße für offensive Referenden vorstellbar gewesen und sind es noch. Der Blick auf die Entwicklung der britischen Politik seit 2016 lässt die Referendumsoption (evtl. gar zwecks EU-Austritts) allerdings nur wenig attraktiv erscheinen.

Wie erforschen Sie denn diese Debatten und Prozesse, wie gehen Sie als Politikwissenschaftler vor?

Ich selbst betrachte in meiner Arbeit vor allem die gesellschaftlichen Debatten im Vorfeld eines Referendums, um die typischen Aussagen und Argumente für oder gegen den Gegenstand eines Referendums herauszuarbeiten. Dies ist insbesondere spannend für die vergleichende Forschung, weil es zeigt, wie unterschiedlich verschiedene Gesellschaften über die EU diskutieren und welche Auswirkungen diese Unterschiede auf den Integrationsprozess haben können.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften
news-16349 Tue, 19 Mar 2019 17:06:28 +0100 Professor Wolfgang Schneider stärkt Theater für junges Publikum https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professor-wo/ Die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche ehrt Professor Wolfgang Schneider für sein jahreslanges Wirken für kulturelle Bildung. Der Wissenschaftler hat die Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche zu einem zentralen Thema in Deutschland gemacht. Alle zwei Jahre ehrt die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche Persönlichkeiten, die sich für künstlerische Innovation und kulturpolitische Unterstützung für das Kinder- und Jugendtheater einsetzen. Mit dem „ASSITEJ Preis“ 2019 werden drei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in besonderer Weise für die Förderung und Wahrnehmung des Kinder- und Jugendtheaters eintreten.

Für sein jahreslanges Wirken wird Professor Wolfgang Schneider geehrt. Wolfgang Schneider ist Professor für Kulturpolitik und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ an der Universität Hildesheim. Er ist Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste. Wolfgang Schneider war Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland (1989 bis 1997) sowie von 1997 bis 2018 Vorsitzender der ASSITEJ und von 2002 bis 2011 Präsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für junges Publikum. Sein – vor allem ehrenamtliches – Wirken hat das Theater für junges Publikum in Deutschland und international sichtbar und die Forderung nach Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche zu einem zentralen Anliegen gemacht.

Forderung nach Teilhabe an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche

Mit dem Preis werden außerdem der Dramaturg Henning Fangauf und die nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen geehrt. Die feierliche Preisverleihung findet am Freitag, 10. Mai 2019, im GRIPS Theater in Berlin statt und ist Teil des Festivals des Theaters für junges Publikum.

Die ASSITEJ steht für „Association Internationale du Théâtre pour l'Enfance et la Jeunesse“ und ist die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche in rund 90 Ländern. In Deutschland hat die Vereinigung rund 400 Mitglieder, davon rund 300 professionelle Kinder- und Jugendtheater. Ziel des Zusammenschlusses ist es, jedem Kind in Deutschland die Möglichkeit zu eröffnen, mindestens zweimal im Jahr ein Kinder- und Jugendtheater zu besuchen.

Forschung zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland

Am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim ist Theaterförderung Gegenstand von Lehre und Forschung; zuletzt erschienen die Studie „Zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland“ von Thomas Renz (Frankfurt am Main 2017) und die von Wolfgang Schneider herausgegebenen Publikationen „Partizipation als Prinzip als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche“, zusammen mit Anna Eitzeroth (Bielefeld 2017) und „Theatre in Transformation. Artistic Processes and Cultural Policy in South Africa“, zusammen mit Lebogang L. Nawa (Bielefeld 2019). Zum Auftakt eines Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals erschien heute „Starke Stücke. Theater für junges Publikum in Hessen und Rhein-Main“, herausgegeben von Wolfgang Schneider und Nadja Blickle (Berlin 2019).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik
news-16341 Fri, 15 Mar 2019 10:43:23 +0100 Live-Chat, Webinar und Campusnachmittage: Angebote für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/live-chat-webinar-und-campusnachmittage-angebote-fuer-studieninteressierte/ Studieninteressierte, die das Studienangebot der Universität Hildesheim besser kennen lernen möchten, können ab sofort neue Veranstaltungen zur Studienwahl nutzen. Für Studieninteressierte: Veranstaltungen zur Studienwahl

Für Studierende: Willkommen in der Wissenschaft

Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim hat in diesem Jahr neben dem traditionellen Infotag sehr viele neue Veranstaltungsformate für Studieninteressierte konzipiert, unter anderem Orientierungsworkshops, Web-Seminare, Live-Chats und Campusnachmittage, sagt Arite Heuck-Richter, Leiterin der Studienberatung.

Im Live-Chat können Studieninteressierte ihre Fragen rund um die Bewerbung um einen Studienplatz mit der Studienberatung, dem Immatrikulationsamt und dem International Office besprechen. Die Live-Chats finden an ausgewählten Tagen zum Beispiel im Juni und Juli statt.

Die Web-Seminare sind Veranstaltungen, an denen Studieninteressierte online teilnehmen können: Nach einem Kurzvortrag zum Beispiel über den Ablauf einer Eignungsprüfung in Kunst, Musik oder Sport und wie man sich darauf optimal vorbereiten kann, können sie per Live-Chat ihre Fragen an die Uni stellen und so in direkten Kontakt mit Lehrenden und Studierenden treten, erläutert Arite Heuck-Richter.

Wie finde ich den passenden Studienplatz? Die Studienberatung hilft Studieninteressierten

Das richtige Studium für sich zu finden ist für viele Studieninteressierte eine Herausforderung. Um sich im Dschungel der Möglichkeiten zu orientieren, können Studieninteressierte an Workshops zur Studienwahl teilnehmen. Die Themen sind unter anderem: Was erwartet mich an einer Universität? Welche Fähigkeiten und Interessen habe ich? Wie treffe ich gute Entscheidungen? Welche Studienmöglichkeiten gibt es an der Universität Hildesheim? Studentinnen und Studenten stellen ihr Studium vor, stehen für Fragen bereit und geben ihre persönlichen Erfahrungen weiter. Die Workshops finden im März, Juni und November 2019 statt.

Die Zentrale Studienberatung setzt bei der Gestaltung der neuen Formate auch gezielt auf die Einbindung des studentischen Beratungsteams, den Anker-Peers, die auf Augenhöhe Fragen beantworten und Hilfestellung geben könnten. „Es bereitet mir große Freude, mein Wissen und meine Begeisterung für das Studi-Leben weiterzugeben“, sagt die Studentin Andrea Malack. Die Lehramtsstudentin studiert in Hildesheim die Fächer Psychologie, Pädagogik, Deutsch und Sachunterricht und gibt seit einem halben Jahr ihre Erfahrungen an Studieninteressierte weiter.

Sie geht gemeinsam mit weiteren Studierenden aller Fachbereiche an Schulen, informiert über die Berufswahl, nimmt Schülerinnen und Schüler mit in den Hörsaal und zeigt ihnen den Studienalltag. „Wir geben auch Einblicke in stressige Studienphasen und wir zeigen, wie man sich im Studium gut organisiert und selbstständig lernt“, sagt Andrea Malack.

Die Angebote sind kostenfrei, bei manchen Angeboten ist eine Anmeldung erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

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news-16317 Fri, 08 Mar 2019 15:54:04 +0100 Explore Science: „Ich bin ein Fan von Wissenschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/explore-science-ich-bin-ein-fan-von-wissenschaft/ Henk Telle ist ein „großer Fan von Wissenschaft“. Das Explore bietet eine Vielfalt – von Chemie bis Technik und Informatik – und ist eine große Bereicherung, sagt der 15-Jährige. Die Universität Hildesheim gehört zu den Kooperationspartnern des neuen Schülerforschungszentrums in Hildesheim. Das Explore Sciencenter ist eine Chance für die naturwissenschaftlich-technische Nachwuchsbildung in der Region Hildesheim. Unabhängig von Vorkenntnissen und Fähigkeiten, von Geschlecht, Alter oder Herkunft können Kinder und Jugendliche sich im Explore in Hildesheim in ihrer Freizeit naturwissenschaftlich-technisch beschäftigen.

Als der Neuntklässler Henk Telle vom Explore hörte, schrieb er eine Initiativbewerbung, er gehört nun zu den ersten Praktikanten im Schülerforschungslabor. Der 15-Jährige besucht die Robert-Bosch-Gesamtschule und absolviert gerade sein Schülerpraktikum. „Das Explore bietet eine Vielfalt – von Technik und Informatik bis Chemie – und ist eine große Bereicherung und eine Chance, zu experimentieren“, sagt der Schüler.

Neugierde für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bei Kindern und Jugendlichen wecken

Professor Jürgen Menthe gehört zu dem Team, das im Explore das Interesse, die Neugierde und die Begabung von Kindern und Jugendlichen aus der Region Hildesheim in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) fördert. „Das Explore kann zu einem Raum für in Hildesheim werden, in dem Kinder und Jugendliche Lust haben, da zu sein, zu experimentieren und Ideen umzusetzen“, sagt Menthe.

Die Universität Hildesheim zählt zu den ersten Partnern des Explore Sciencenter. Mit Chemieprofessor Jürgen Menthe ist seit der Gründung des Vereins „Open MINT e.V.“ ein Experte im Vorstand. Er war schon an der Schaffung eines Schülerforschungszentrums in Hamburg vor einigen Jahren wesentlich beteiligt und einer seiner Forschungsschwerpunkte konzentriert sich auf den nachhaltigen Einfluss von Schülerlaboren. Er forscht und lehrt seit 2015 am Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Lehrende verschiedener Fächer engagieren sich in der Programmplanung und in der Gestaltung konkreter Bildungsangebote, somit leistet die Universität Hildesheim ihren Beitrag zur Spitzen- wie zur Breitenförderung in den Natur- und Technikwissenschaften, erläutert Jürgen Menthe.

Lehramtsstudierende sammeln praxisnahe Erfahrungen im Schülerforschungszentrum

Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können die Arbeit des Explore Sciencenter mit Know-how und Geräten unterstützen. Die Universität Hildesheim bildet etwa ein Drittel aller Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen aus. „Für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer ist das Schülerforschungszentrum ein Ort, an dem sie wertvolle praxisnahe Erfahrungen sammeln können. Das Explore Sciencenter ist eine große Bereicherung für die Region“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Das Explore Sciencenter hat sein Headquarter in der Volkshochschule Hildesheim (VHS), die ein wichtiger Transferpartner für die Universität ist. Gemeinsam kooperieren die Volkshochschule und die Universität etwa im Sprachenforum und im Schulmuseum.

Kontakt zum Explore Sciencenter

Wer sich für das Explore Sciencenter interessiert, kann Kim Sören Diesel und Tanja Pessel kontaktieren (E-Mail schreiben: more@explore-hi.de). Die beiden organisieren und planen und helfen Kindern und Jugendlichen, die Experimente, die sie im Kopf haben, umzusetzen.

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news-16183 Thu, 07 Mar 2019 20:02:00 +0100 Bundesregierung beruft Professorin Viola Georgi in Fachkommission Integrationsfähigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesregierung-beruft-professorin-viola-georgi-in-fachkommission-integrationsfaehigkeit/ Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi wurde vom Bundeskabinett in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Die Kommission erarbeitet Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft. Den ersten Bericht legt die Kommission 2020 vor. Professorin Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Kommune, so Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Bundesregierung hat die Berufung einer Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit beschlossen. Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde Professorin Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Den ersten Bericht mit Empfehlungen legt die Kommission 2020 dem Deutschen Bundestag vor

Professorin Viola Georgi wird einen Bericht mit Empfehlungen mitverfassen, den die Fachkommission 2020 vorstellt. Diesen Bericht legt die Bundesregierung dann dem Deutschen Bundestag vor. Die konstituierende Sitzung der Fachkommisssion war am 20. Februar 2019 in Berlin. Die Fachkommission soll die Standards für gelingende Integration erarbeiten. Dazu gehören Strukturen, wie die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen und Wohnraum und der Zugang zum Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um politische Bildung, um Werte, Respekt und Regeln, die ein friedliches Miteinander bestimmen, so die Staatsministerin Annette Widmann-Mauz anlässlich der ersten Sitzung in Berlin.

„Ich freue mich sehr auf die interdisziplinäre Kommissionsarbeit. Ich bin vor allem gespannt, auf die Entwicklung von innovativen Empfehlungen für das Handlungsfeld Bildungsintegration“, sagt Professorin Viola Georgi.

„Die Fachkommission ist zu beglückwünschen, denn mit Professorin Georgi gewinnt sie eine Wissenschaftlerin, die international sehr gut vernetzt ist und zugleich Basisarbeit in der Kommune leistet – eine seltene Kombination“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Professorin Viola Georgi erarbeitet Empfehlungen für den Bereich Bildungsintegration

Die Kommission wird die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration beschreiben und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Empfehlungen können sich an die Bundesressorts, aber auch an Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

Der unabhängigen Fachkommission gehören renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis an. Den Vorsitz übernehmen Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission der Bundesregierung gehören neben Professorin Viola Georgi unter anderem die Politikwissenschaftlerin Professorin Petra Bendel, die Sprachwissenschaftlerin Professorin Havva Engin und der Rechtswissenschaftler Professor Daniel Thym.

Weitere Informationen

Gemeinsame Pressemitteilung der
Integrationsbeauftragten der Bundesregierung,
des Bundesministeriums des Innern und
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Forschung Startseite
news-16300 Thu, 07 Mar 2019 18:25:00 +0100 Informatik an Schulen: Uni Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informatik-an-schulen-uni-hildesheim-bildet-informatiklehrerinnen-und-informatiklehrer-aus/ Die Debatte um die Fortschritte bei der Digitalisierung in Deutschland betrifft im Kern auch die Schulen – hier wird die nächste Generation ausgebildet. Doch Lehrerinnen und Lehrer für das Schulfach Informatik fehlen. Die Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören Algorithmen und Datenstrukturen und Medieninformatik zum Studium in Hildesheim. Informatik gehört an alle Schulformen – ab der Grundschulzeit, sagt Dr. Jörg Cassens. „Informatik durchdringt alle Lebensbereiche. Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es,  Schülerinnen und Schülern eine  informatische Grundkompetenz zu vermitteln. Sie können lernen, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Nicht jedes Kind muss Programmierer werden, aber  alle Heranwachsenden sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen Technik haben kann.  Ansonsten sind sie der Technik machtlos  ausgeliefert anstatt den Digitalen Wandel aktiv gestalten zu können. Die Einführung eines neuen Faches ist im Schulalltag sicher nicht einfach, aber Schule ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. Schule ist nicht etwas Statisches. Inhalte, die gelehrt werden, verändern sich – und Informatik sollte in unserer heutigen digitalen Welt ein Pflichtfach sein“, sagt Cassens.

Der Wissenschaftler gehört zu einem Team der Universität Hildesheim, das seit 2016 die künftige Generation der niedersächsischen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Realschulen und Hauptschulen ausbildet. Sein Spezialgebiet ist die Medieninformatik, er hat Themen wie künstliche Intelligenz und die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sowie ethische Fragen im Blick.

Der Informatiker Jörg Cassens ist Mitglied des Expertengremiums „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ des niedersächsischen Verbundes zur Lehrerbildung und Mitautor der „Empfehlungen zur Digitalisierung in der niedersächsischen Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ (PDF, Februar 2019).

„Jugendliche sollten IT-Systeme nicht nur bedienen, sondern auch beherrschen“

Zum Hildesheimer Team, dass die Informatikausbildung vorantreibt, gehört auch Professor Klaus-Jürgen Förster. „Unser Ziel sollte es sein, dass in Zukunft alle niedersächsischen Schülerinnen und Schüler IT-Systeme nicht nur bedienen sondern auch beherrschen können.“

„Informatik sollte spätestens ab Beginn der Grundschule in Niedersachsen als Pflichtfach in jeder Klassenstufe unterrichtet werden“, sagt Förster.

Das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik, an dem Jörg Cassens und Klaus-Jürgen Förster forschen und lehren, sowie der Fachbereich „Mathemematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim streben dies seit mehreren Jahren an, etwa mit dem Bezugsfach Informatik im Sachunterricht. „Wir können dies im Fall einer Genehmigung durch Hannover mit Unterstüzung unseres Präsidiums an der Uni Hildesheim mit entsprechendem Personal schon ab dem kommenden Wintersemester 2019/20 einführen.“ Im Rahmen der Akkreditierung für das Lehramt Informatik an der Haupt- und Realschule an der Uni Hildesheim wurde dieses Konzept bereits 2015  positiv mitbegutachtet.

Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus

„Wir brauchen in Deutschland eine große Anzahl von grundständig ausgebildeten Informatik-Lehrerinnen und Informatik-Lehrern, die ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie man erfolgreich auch zukünftig die sich immer schneller ausdehnende digitale Welt professionell nutzt und beherrscht“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster.

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen, das Fach Informatik künftig auch an Hauptschulen und Realschulen einzuführen und seit dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik seit 2016 nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrkräfte.

Programmieren, Datenstrukturen und Robotik auf dem Stundenplan

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Die Lehramtsstudierenden besuchen Vorlesungen und Seminare gemeinsam mit den etwa 800 IT-Studierenden aus den IT-Studiengängen „Angewandten Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Data Analytics“ und sind nah dran an den aktuellen fachwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Didaktik, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Schulpraktika.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

„Wir werben massiv um Studierende für das Schulfach Informatik“

„Es ist mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen“, sagt Klaus-Jürgen Förster.

Ohne durchgehende informatische Ausbildung werde sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtern, dennoch sei in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch bisher versäumt worden. In europäischen Nachbarländern, etwa in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Kurz erklärt

Informatik an Schulen: Bewerbung um einen Studienplatz

Die Hildesheimer Universität bildet seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Studieninteressierte können sich um einen Informatik-Studienplatz für das Lehramt an Hauptschulen oder Realschulen bewerben. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich.

Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

Die Hildesheimer Studierenden werden zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer gehören, die das Fach Informatik an Hauptschulen und Realschulen sowie Oberschulen und Gesamtschulen in Niedersachsen aufbauen. „Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster vom Institut für Mathematik und Angewandte Informatik melden (E-Mail foerster@cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach.

Hier geht's direkt zur Online-Bewerbung

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik SSE Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Polyv. 2-Fäch.BA MEd (Lehramt) Studierendenportal Forschung Startseite
news-16313 Thu, 07 Mar 2019 17:11:42 +0100 Hochschulfinanzierung: Wissenschaft stärken https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/hochschulfinanzierung-wissenschaft-staerken/ 14 Kanzler deutscher Universitäten tagten heute in Hildesheim. Seit Ende 2018 leitet Matthias Kreysing, hauptberuflicher Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim, den Arbeitskreis Hochschulfinanzierung. Heute (7. März 2019) tagte der Arbeitskreis der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten in Deutschland im Bereich Hochschulfinanzierung an der Stiftung Universität Hildesheim. Dr. Matthias Kreysing, hauptberuflicher Vizepräsident in Hildesheim, ist seit Ende 2018 Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschulfinanzierung und hat zu dem Arbeitstreffen in Hildesheim eingeladen.

„Ein wichtiges Thema unseres Arbeitstreffens ist die Umstellung bei der Umsatzbesteuerung für juristische Personen des öffentlichen Rechts, das betrifft gerade die Universitäten in ihren Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder anderen Hochschulen, das ist eine große Frage, die die Universitäten in den nächsten eineinhalb Jahren beschäftigen wird“, erläutert Matthias Kreysing.

Ein weiteres Thema, über das die Kanzler in Hildesheim diskutieren, ist die Fortschreibung des Hochschulpaktes. „Eine große Herausforderung für die Universitäten in Deutschland ist die Planungssicherheit bei den Finanzierungsmitteln. Wir tauschen uns dazu aus, wie dies in den verschiedenen Bundesländern gehandhabt wird“, so Kreysing. „Wir haben mit der Ankündigung der Verstetigung des Hochschulpaktes durch die Bundesregierung eine positive Aussicht, dass diese Mittel, die teilweise einen großen Umfang in den Haushaltsbudgets ausmachen – bis zu 20% bis 30% – dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. Dies führt dazu, dass wir dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse vereinbaren können – das ist eine wichtige Perspektive für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ An der Stiftungsuniversität in Hildesheim liegen diese Mittel aus dem Hochschulpakt bei etwa 20% des Gesamtbudgets.

Mit dem Hochschulpakt sollen ausreichend Studienplätze bei gleichzeitig hoher Qualität sichergestellt werden, der wissenschaftliche Nachwuchs gesichert und die Innovationskraft in Deutschland erhöht werden. Mit der Verstetigung der Mittel würden die Hochschulen mehr finanzielle Planungssicherheit erhalten und könnten zum Beispiel unbefristetes Lehrpersonal einstellen und so den Anteil befristeter Beschäftigungsverhältnisse reduzieren.

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Pressemeldungen
news-16290 Mon, 04 Mar 2019 17:23:20 +0100 Hildesheimer Studierende gründen die Junge Kulturpolitische Gesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/hildesheimer-studierende-gruenden-die-junge-kulturpolitische-gesellschaft/ Eine junge Generation von Kulturschaffenden hat die „Junge Kulturpolitische Gesellschaft“ gegründet. Die „Junge Kupoge“ ist eine Arbeitsgemeinschaft der Kulturpolitischen Gesellschaft und soll den unter 35 Jährigen eine eigene Plattform und Gestaltungsraum ermöglichen. In einem Gastbeitrag gibt Professorin Birgit Mandel Einblicke in eine mit Studierenden konzipierte kulturpolitische Tagung. Mandel forscht und lehrt am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und ist Expertin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung. Hildesheimer Studierende haben die Gründung der Jungen Kulturpolitischen Gesellschaft auf der kulturpolitischen Tagung unter inhaltlicher Leitung der Hildesheimer Professorin Birgit Mandel in Loccum im Februar 2019 initiiert. Die Konferenz wurde erstmalig unter aktiver Beteiligung von Studierenden konzipiert und durchgeführt. Sie setzten sich auf der Tagung mit Generationwechsel und der Rolle der Kulturpolitik in institutionellen Veränderungsprozessen auseinander.

Gastbeitrag von Prof. Dr. Birgit Mandel

Generationen-Clash oder alles so weiter wie bisher im öffentlich geförderten Kulturbetrieb? Welche Ansprüche haben jüngere Generationen von Kulturschaffenden an Kultureinrichtungen und Kulturpolitik?

Ziel des diesjährigen kulturpolitischen Kolloquiums war es, in einem intergenerationellen und interaktiven Workshop Möglichkeiten der Neu-Aufstellung von Kulturinstitutionen sowie des Verhältnis der öffentlich geförderten Einrichtungen zu Kulturpolitik und Kulturverwaltung zu reflektieren und Ideen zu erarbeiten, die es den Einrichtungen ermöglichen, auf veränderte kulturelle Interessen neuer Generationen zu reagieren.

Generationen-Tandems, soziometrische Aufstellungen und digitale Meinungsabfragen, Generationen-Quartett auf Instagram Lab-Loc und Design Thinking Workshop „Kultopia“, wo gemischte Teams aus den Generationen 1968er, Babyboomer, X und Y ihre ideale Kultureinrichtung gestalten konnten: Das Organisationsteam mit Studierenden aus Hildesheim, Hamburg und Ludwigsburg unter Leitung von Birgit Mandel, Annette Jagla und Patrick Glogner in Kooperation mit der Akademie Loccum (Albert Drews) und der Kupoge (Barbara Neundlinger) entwickelte diverse interaktive Formate, um die 120 Teilnehmenden aktiv zu beteiligen und in Austauchbeziehungen zu bringen.

Welche Unterschiede gibt es in der Wahrnehmung der Aufgaben (öffentlich geförderter) Kultureinrichtungen und zentraler kulturpolitischer Herausforderungen und Lösungsansätze zwischen älteren Kulturschaffenden, die schon langjährige Erfahrungen im Kulturbetrieb haben und zukünftigen „Cultural Leadern“?

Deutlich veränderte Ansprüche gäbe es an die Arbeitsbedingungen: hohe Wechselbereitschaft, gutes Arbeitsklima, angenehme Vorgesetze und ausgewogene Work Life Balance seien „Generation Y“ wichtiger als Macht und Einfluss (Scheytt/Weck); für „Selbstausbeutungspositionen“ seien nur noch schwer Nachwuchskräfte zu finden. Jüngere Führungskräfte  würden ihre Einrichtung deutlich selbstkritischer sehen, Veränderungen im Sinne höherer Diversität und gesellschaftlicher Relevanz anstreben und sich als Führungskraft eher in moderierender Funktion denn als direktiver Chef begreifen (Mandel).

Die kulturellen Interessen jüngerer Generationen würden beeinflusst durch Megatrends wie Digitalisierung, Migration und Klimawandel: Ausstieg aus der Wachstumslogik, Nachhaltigkeit, Beteiligung der Prosumenten; Selber Machen, Selbstverwirklichung dominierten vor dem Interesse an klassischem künstlerisch-kulturellen Erbe (Glogner) und das Bedürfnis nach Resonanz und Selbstwirksamkeit in kreativen Räumen für Selbstbetätigung trete an die Stellte von Geniekult (Lätzel, Vogel).

Digitalisierung zwinge Einrichtungen, ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit neu zu definieren und sei deswegen Katalysator für Veränderung (Holst). Migration forciere Diversität in der Mitarbeiterschaft, neue Kooperationsbeziehungen, neue Programme und eine erweiterte Perspektive auf klassisches kulturelles Erbe (Aksen).

Statt Angebotsqualität stehe zunehmend die Aufenthalts-und Beziehungsqualität von Kultureinrichtungen als „dritte Orte“ im Vordergrund (Wolfram).

Kultureinrichtungen müssten sich künftig an ihrer Relevanz für die Bevölkerung und ihrer Interaktionsfähigkeit messen lassen, weg von der Produkt- hin zur Dienstleistungsorientierung, und Plattform werden für diverse Communities. Strukturell müssten verlässliche Strukturen einerseits und Flexibilität /Agilität andererseits zusammen wirken (Heller). Mit rein rationalem Change Management seien Institutionen nicht zu verändern: „Culture eats strategy for breakfast“; auch die Unternehmenskultur müsste in prozessorientierten Double Loop Learning transformiert werden (Jagla).

Kulturpolitik müsse in diesen Prozessen Planungssicherheit und verlässliche Unterstützung bieten (Heller).

Dass Kulturförderung deutlich konzeptbasierter vorgehe als noch vor ca. 15 Jahren und ihre Einflussmöglichkeiten stärker nutze durch Berufungspolitik, Zielvereinbarungen, Evaluationen, spezifische Förderprogramme für strategische Veränderungen und Weiterbildungsangebote wird in den Tandems von jüngeren und älteren Akteuren aus Kulturpolitik und Kulturverwaltung beobachtet (u.a. Landmann, Rehders).

Deutlich wurde, dass sich alte und junge Kulturakteure weniger in der Benennung inhaltlicher Herausforderungen unterscheiden als viel mehr in der Art und Weise wie sie diese bewältigen wollen. Wechselseitige Vorurteile zwischen den Generationen wurden ebenso bestätigt wie verworfen.

Zum Ende der Tagung wurde die „Junge Kupoge“ gegründet als Arbeitsgemeinschaft der Kulturpolitischen Gesellschaft, die den unter 35 Jährigen eine eigene Plattform und Gestaltungsraum ermöglichen soll. Dabei machten auch die Initiatoren deutlich, dass es weniger andere Themen sind, die sie unterscheiden als viel mehr andere Ansprüche an Kommunikationsweisen und Formate des Diskurses.

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news-16267 Fri, 22 Feb 2019 14:04:00 +0100 Internationales Promotionskolleg Kulturvermittlung in Marseille und Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/internationales-promotionskolleg-kulturvermittlung-in-marseille-und-hildesheim/ In Hildesheim und Marseille untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in gesellschaftlichen Umbrüchen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Nun startet das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ in eine zweite Runde, eine Bewerbung ist bis Ende März 2019 möglich. Seit 18 Jahren arbeiten die Universitäten in Hildesheim und Marseille in den Kulturwissenschaften zusammen, zunächst im Studium, seit 2013 auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Nun wird das internationale Promotionskolleg „Kulturvermittlung / Médiation Culturelle de l’Art“ der Université Aix-Marseille und der Universität Hildesheim fortgesetzt.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler  können sich mit einem zweisprachigen Exposé bewerben. Das Promotionsthema sollte Kulturvermittlung in Frankreich, in Deutschland, im deutsch-französischen Vergleich oder im Kontext des Mittelmeerraumes angesiedelt sein. Eine Bewerbung ist bis zum 31. März 2019 möglich. Die Sprachen des Promotionskollegs sind Deutsch und Französisch. Die Deutsch-Französische Hochschule fördert das Promotionskolleg.

Promotionsprojekte können zum Beispiel die Rolle des Künstlers in gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen, Konzepte für Kulturelle Bildung und die Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen untersuchen.

Mögliche Forschungsfragen sind zum Beispiel:

  • Wie lässt sich der Einfluss, den Künstler_innen und Kulturvermittler_nnen durch ihr künstlerisches Schaffen auf gesellschaftlichen Wandel haben, analysieren und beschreiben?

  • Inwiefern wirken Künstler als Change Agents der Gesellschaft? Inwiefern schaffen Kunst und Kultur einen Freiraum der Gestaltung von Zukunft?

  • Inwiefern kann der Erwerb einer kulturellen Bildung, auch verstanden als artistic literacy, breitere Teile einer Gesellschaft in den Diskurs des gesellschaftlichen Wandels einbeziehen?

  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen kultureller Bildung und Armutsminderung?

  • Inwiefern ermöglichen kulturpolitische Konzepte auf kommunaler Ebene pluralistische öffentliche Kulturräume und kulturelle Teilhabe?

  • Wie gelingt gesellschaftliche Integration durch kulturelle Partizipation?

Die Doktorandinnen und Doktoranden erhalten ein Stipendium als Mobilitätsbeihilfe, um bis zu 18 Monate im Ausland zu forschen (600 Euro monatlich) und nehmen an Forschungsateliers und kulturpolitischen Debatten des UNESCO-Lehrstuhls teil. Im Rahmen eine Cotutelle-de-thèse bietet die Deutsch-Französische Hochschule in Saarland weitere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten an.

Wer Fragen zum Promotionskolleg hat, kann sich an das Team um Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wenden. Detailfragen beantworten Dr. Daniel Gad (gad[at]uni-hildesheim.de) und Michèle Brand (brandmi[at]uni-hildesheim.de).

Internationales Promotionskolleg
Link zur Ausschreibung

Studieren in der zweitgrößten Stadt Frankreichs: pendeln zwischen Hildesheim und Marseille

Die Universität Hildesheim in Norddeutschland und die Université Aix-Marseille in Südfrankreich bieten bereits seit 2001 auch gemeinsam einen deutsch-französischen Doppelmasterstudiengang im Bereich Kulturvermittlung an. Absolventinnen und Absolventen sind in Konzerthäusern, Museen, Tonstudios, in der Politik und viele im deutsch-französischen Kulturaustausch tätig.

Im Studium „Kulturvermittlung/ Médiation Culturelle de l'Art" verbringen die Studentinnen und Studenten je ein Jahr in Frankreich/Marseille und in Deutschland/Hildesheim und erwerben wissenschaftliche, künstlerisch-gestaltende und organisatorische Kenntnisse. Sie entwickeln neue Konzepte der Kulturvermittlung und realisieren ein eigenes Forschungsprojekt, befassen sich mit Kulturpolitik in Frankreich und Europa und setzen ein Kulturvermittlungsprojekt um.

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news-16230 Wed, 20 Feb 2019 14:21:38 +0100 Universität Hildesheim bildet Sprachexpertinnen und Sprachexperten aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-bildet-sprachexpertinnen-und-sprachexperten-aus/ Für diese sprachwissenschaftlichen Masterstudiengänge können sich Studieninteressierte zum Sommersemester 2019 derzeit noch bewerben: „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“, „Barrierefreie Kommunikation“, „Medientext und Medienübersetzen“, „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“, „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. Das Studium an der Universität Hildesheim beginnt im April 2019. Am Bühler-Campus bildet die Universität Hildesheim Expertinnen und Experten für Sprachen, Kommunikation und Informationsmanagement aus. Dies sind die Masterstudiengänge des Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften, für die eine Bewerbung zum Sommersemester 2019 jetzt noch möglich ist:

„Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Expertinnen und Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen, Hochschulen und in Verlagen, in der Bildungsplanung in Behörden, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. Der Studiengang kann auch berufsbegleitend und in Teilzeit studiert werden, zum Beispiel begleitend zu einer Lehrtätigkeit. Die Universität arbeitet in dem Studiengang mit regionalen und internationalen Partnern zusammen. In der Praxisphase absolvieren Studentinnen und Studenten mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“ Auslandspraktika an Partnerhochschulen weltweit, etwa an Universitäten in Ungarn, Litauen, Italien, China oder Mexiko. [hier lesen Sie ein Interview mit Professorin Elke Montanari und Professorin Beatrix Kreß]

„Barrierefreie Kommunikation“

Die Universität Hildesheim bildet im zweijährigen Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ Fachleute für die barrierefreie Aufbereitung von Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten aus. Zu den Studieninhalten dieses Masterstudiengangs zählen neben den Grundlagen der barrierefreien Kommunikation auch Leichte Sprache, Einfache Sprache, Schriftdolmetschen, Unterstützte Kommunikation und assistive Technologien, barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation sowie Gebärdensprache.

„Medientext und Medienübersetzen“

Mit dem Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzen“ bietet die Universität Hildesheim einen deutschlandweit einzigartigen Studiengang an, der Übersetzungswissenschaft, Medienlinguistik und Medienwissenschaft verbindet. Studentinnen und Studenten können sich unter anderem in den Bereichen audiovisuelle Übersetzung wie Untertitelung und Synchronisation, barrierefreie Kommunikation sowie interne Unternehmenskommunikation spezialisieren.

„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

In unserer globalisierten Welt sind im Bereich der Fachkommunikation Fachleute gefragt, die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit mit soliden und speziell auf ihre beruflichen Belange ausgerichteten technischen Kenntnissen verbinden. Beim professionellen Übersetzen wie auch in der technischen Redaktion geht es heute zu einem großen Teil um technische Inhalte. Während des zweijährigen Masterstudiums „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten auf das Übersetzen und/oder Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext. Das Studium kombiniert sprachlich-übersetzerische und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte.

„Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“

Der Masterstudiengang „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ bildet Expertinnen und Experten für interkulturelle Situationen aus, in denen mit gesprochener und geschriebener Sprache in unterschiedlichen Institutionen – zum Beispiel der öffentlichen Hand, in Nichtregierungsorganisationen oder in Institutionen der Wirtschaft – kulturübergreifend gehandelt wird. Inhalte des Studiums sind u.a. Kenntnisse über migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kommunikation in unterschiedlichen Texten und Diskursen sowie Phänomene des Kultur- und Sprachkontakts. 

Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften

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news-16192 Mon, 18 Feb 2019 12:08:00 +0100 Hildesheimer Forschungserkenntnisse zu frühkindlicher Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/forschung-zur-fruehkindlichen-bildung/ Die Wissenschaftlerinnen Professorin Meike Baader und Professorin Claudia Mähler diskutieren bei der Veranstaltung „Forschung made in Niedersachsen“ über frühkindliche Bildung. Das Wissenschaftsministerium möchte mit der Veranstaltungsreihe zeigen, wie Erkenntnisse der Forschung unseren Alltag beeinflussen und wie an niedersächsischen Hochschulen innovative und zukunftsweisende Lösungen für aktuelle Fragestellungen erarbeitet werden. Die Erwartungen der Gesellschaft an die frühkindliche Bildung und die vorschulischen Einrichtungen sind vielfältig: bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, frühzeitiges Fördern der Kompetenzentwicklung und der Chancengleichheit. Ebenso wird die Forschung zur frühkindlichen Bildung an niedersächsischen Hochschulen ausgebaut.

Gleich zwei Hildesheimer Expertinnen stellen Forschungserkenntnisse zu frühkindlicher Bildung bei der Reihe „Forschung made in Niedersachsen“ vor. Die des Veranstaltungsreihe des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zum Thema „Was brauchen unsere Kinder? Frühkindliche Bildung in der Forschung“ findet am Donnerstag, 21. Februar 2019, in der Universität in Osnabrück statt.

Psychologin Claudia Mähler: Während einige Kinder für den Schulstart sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder da. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Claudia Mähler forscht und lehrt als Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Hildesheim und hat die Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt“ aufgebaut. Sie wird Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen (KOKO)“, „Spielorientierte Förderung schulischer Vorläuferfertigkeiten im Kindergarten (ZIKZAK)“ und „Professionalisierung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung bei ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern – Fühlen Denken Sprechen“ vorstellen, in denen sie sich mit Heterogenität und alltagsintegrierter Förderung befasst.

In der Langzeitstudie „KoKo“ hat ein Forschungsteam um Claudia Mähler sieben Jahre lang erfasst, wie Kinder sich entwickeln – von der Kita über die Grundschulzeit bis in die weiterführende Schule. Die Untersuchung gibt Auskunft über Entwicklungsstadien, Entwicklungstempi und über individuelle Entwicklungsvorsprünge und Entwicklungsrückstände. Forschungsfragen sind unter anderem: In welchem Ausmaß bringen Kinder bei der Einschulung die nötigen Kompetenzen mit, um den Anforderungen der schulischen Bildungsmaßnahmen gewachsen zu sein? Wie entwickeln sich diese Kompetenzen im Vorschulalter? Inwieweit lässt sich die Schulfähigkeit voraussagen? Lassen sich Vorläuferfertigkeiten schulischer Kompetenzen beeinflussen?

Die Studie zeigt, dass die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ eine wichtige Rolle spielen bei der Vorhersage von Schulleistungen. Dazu gehören zum Beispiel die phonologische Bewusstheit und numerische Kompetenzen wie Mengenverständnis oder Zählfertigkeiten: Kann ein Kind zum Beispiel hören, dass im Wort „Auto“ kein „i“ enthalten ist, erkennt es Laute und Reime, entwickelt es ein Verständnis für Mengen und Zahlen, etwa für „mehr“ oder „weniger“.

Erziehungswissenschaftlerin Meike Baader spricht über den Wandel von Kindheit: Was brauchen Kinder? Was brauchen Familien?

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Meike Baader wurde vom Ministerium  insbesondere darum gebeten, über den Wandel von Kindheit zu sprechen und wie sich dieser beschreiben lässt. Sie wird auch die Frage beantworten: Was brauchen Familien?

„Kinder gehen heute immer früher in Einrichtungen der Kinderbetreuung, sie tun dies immer länger und immer mehr Kinder besuchen frühpädagogische Einrichtungen. Kinder gehen heute unter Umständen länger in die KiTa als in die Grundschule. Was dies für Kinder und ihre Familien heißt, ist Thema meines Beitrages, bei dem es auch um die Frage geht, ob die Beschreibung einer ‚Pädagogisierung der Kindheit‘, wie sie in der Fachliteratur vorgenommen wird, den Wandel angemessen erfasst. Ich bezweifle dies, denn die Veränderungen sind meines Erachtens weitreichender, wenn man auch die Eltern einbezieht, denn schließlich wachsen Kinder heute zunehmend in pluralisierten Familien auf, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind. Auch Alleinerziehende sind zumeist erwebstätig. Eltern betrachten KiTas aber nicht nur als Dienstleister, sondern leisten auch selbst  Beiträge zur öffentlichen frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung“, so Baader.

In einem vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium finanzierten Forschungsprojekt befasst sich die Professorin aktuell zusammen mit der Wissenschaftlerin Katharina Riechers mit Elterninitiativen in Niedersachsen, die dort 10,5% aller KiTas stellen.

„Eltern sind nicht nur die Adressaten von Appellen zur Verantwortungsübernahme für ihre Kinder, etwa im Rahmen von Erziehungspartnerschaften, sondern leisten selbst Beiträge zum öffentlichen KiTa-System und damit zur Wohlfahrtserbringung. Die Frage der Veranstaltung – was brauchen Kinder – werde ich in meinem Beitrag erweitern und fragen: Was brauchen Familien?“, so Professorin Meike Baader. Zu den Fachgebieten der Hildesheimer Wissenschaftlerin gehören unterem anderem die Kindheits- und Familienforschung, die Forschung zu Übergängen im Bildungssystem und die historische Bildungsforschung.

Bei „Forschung made in Niedersachsen“ geben Expertinnen und Experten aus der Forschung Einblicke in dieses interdisziplinäre Forschungsfeld und diskutieren mit Bürgerinnen und Bürgern. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler wird die Veranstaltung eröffnen. Die Moderation übernimmt der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda.

Forschung mad in Niedersachsen: Es diskutieren am 21. Februar 2019 an der Universität Osnabrück:

  • Professorin Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim 

  • Professor Dr. Jan Erhorn, Professor am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Institutes für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)

  • Professorin Dr. Hedwig Gasteiger, Professorin für Didaktik der Mathematik an der Universität Osnabrück und Direktorin des Forschungszentrums CEDER (Center for Early Childhood Development and Education Research) 

  • Professorin Dr. Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik am Institut für Psychologie an der Stiftung Universität Hildesheim

Wissenschaftsministerium: Forschung made in Niedersachsen

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news-16164 Wed, 13 Feb 2019 17:32:23 +0100 Studie: „Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-empfehlungen-fuer-eine-neue-schluesselrolle-der-kommunen-in-der-fluechtlings-und-asylpolitik/ Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ist in einer tiefen Krise. Während Mitgliedsstaaten ergebnislos streiten und Schutzsuchende im Mittelmeer ertrinken oder auf Rettungsschiffen festsitzen, bieten immer mehr Städte und Gemeinden ihre Hilfe an. Sie vernetzten sich europaweit und wollen handeln statt zu reden. Liegt auf kommunaler Ebene die Lösung für eine faire Verteilung von Geflüchteten in der EU? Die Studie „Der Weg über die Kommunen“ der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung hat dies untersucht und legt konkrete Empfehlungen vor, wie das Potenzial von Städten und Gemeinden in der EU-Flüchtlingspolitik besser genutzt werden kann.

Das rund 40-seitige Papier analysiert die finanziellen und strukturellen Defizite der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik und entwickelt daraus umsetzbare Ideen. Kommunen sollen unter anderem einen verbesserten Zugang zu EU-Fonds und mehr Kompetenzen bei der Ausgestaltung von EU-Programmen erhalten. Kern der Vorschläge ist ein Mechanismus zur Umverteilung von Schutzsuchenden, bei dem sowohl die Geflüchteten selbst als auch die Kommunen ein Mitspracherecht haben. Beteiligte Kommunen stellen Informationen über die örtlichen Gegebenheiten und Unterstützungsangebote in ein Online-System, Schutzsuchende geben ihre individuellen Voraussetzungen an. Ein Matching-Verfahren, das besondere Schutzbedarfe berücksichtigt, bringt dann beide zusammen.

Petra Bendel, Mitautorin der Studie, betont: „Die Zuwanderung in die Kommune läuft auf diese Weise nicht nur geregelter ab. Die Erfahrung lokaler Mitsprache kann das Vertrauen der Bevölkerung in die kommunale Politik, aber auch in die darüber liegenden Ebenen stärken. Eine Beteiligung der Schutzsuchenden an der Zielortwahl beugt zudem wirkungsvoll Sekundärmigration vor – also der Weiterwanderung Geflüchteter nach Anerkennung.“

Hannes Schammann, ebenfalls Autor des Papiers und Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, ergänzt: „Die Empfehlungen können helfen, die EU migrationspolitisch neu zu denken. Es ist an der Zeit, Kommunen ernsthaft in die nationale und die EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik einzubeziehen. Sie sind bereit dazu! Diese Chance darf die Europäische Union nicht verstreichen lassen.“

Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, würdigt die Empfehlungen der Studie: „Mehr Mitsprache der Kommunen bei der Aufnahme von Schutzsuchenden kann das Vertrauen in die lokale Selbstbestimmung und in das politische System als Ganzes stärken, zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und damit überall in Europa Bewegung in die Diskussion über Flucht und Asyl bringen.“

Download des Policy Paper:

Studie „Der Weg über die Kommunen.
Empfehlungen für eine neue Schlüsselrolle der Kommunen in der Flüchtlings- und Asylpolitik der EU“

Die Empfehlungen im Überblick:

A. Finanzielle Stärkung der Kommunen durch hürdenfreien Zugang zu EU-Fonds

A.1 Bestehende EU-Fonds werden besser aufeinander abgestimmt. Kommunen können einen einzigen Antrag mit einem kohärenten Maßnahmenpaket stellen, das dann ggf. aus verschiedenen Fonds finanziert wird.

A.2 Die Ko-Finanzierung von EU-Projekten wird vereinfacht. Kommunen können EU-Fonds mit anderen Zuschüssen, wie etwa der Europäischen Investitionsbank, kombinieren. Damit werden Städte und Gemeinden mit geringen Eigenmitteln besser angesprochen.

A.3 Der Zugang zu Fördermitteln wird vereinfacht. Nationale One-Stop Shops begleiten Kommunen bei Antragstellung und Abwicklung. Ansprechpartner*innen sind klar benannt, Fristen werden transparent kommuniziert. Damit können auch kleinere Gemeinden ohne spezifische EU-Expertise besser von den EU-Mitteln profitieren.

A4 Kommunen können sich ohne Umweg über die Nationalstaaten direkt auf flexible Soforthilfe der EU bewerben, insbesondere auf die Notfallunterstützung des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Bedarfe werden so endlich schnell und unkompliziert gedeckt.

B. Stärkung der Mitspracherechte der Kommunen

B.1 Zur Stärkung kommunaler Mitspracherechte und besseren Abstimmung zwischen den Ebenen wird das vorhandene Partnerschaftsprinzip gestärkt. Dieses bietet Kommunen und anderen „Partner*innen“ jetzt schon Mitsprachemöglichkeiten bei EU-Fonds. Bislang aber werden diese nicht oder nicht vollständig umgesetzt. Die Entwicklung neuer Standards soll dies verbessern.

B.2 Die Europäische Kommission kümmert sich mittels einer Schlichtungsstelle um Streitfälle zwischen Kommunen und nationalen Behörden bzgl. der nationalen Ausgestaltung migrationspolitischer Förderprogramme.

C. Einführung eines kommunalen Relocation Mechanismus

C.1 Ein neuer, kommunaler Relocation Mechanismus nimmt die Bedürfnisse von Kommunen und Schutzsuchenden ernst. Dazu wird ein Matching-Verfahren vorgeschlagen, das menschenrechtliche Standards garantiert und individuelle Präferenzen einbezieht. Auf diese Weise werden lokale Integrationsprozesse befördert und Sekundärmigration reduziert

Bei Fragen ist unter anderem Prof. Dr. Hannes Schammann, Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, erreichbar unter hannes.schammann@uni-hildesheim.de.

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news-16160 Wed, 13 Feb 2019 14:21:48 +0100 Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wie-kann-ein-gutes-klassenklima-entstehen/ Seit über 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim in Kooperation mit der Landesschulbehörde Fortbildungen für Klassenlehrkräfte aller Schulformen an. „Die wissenschaftliche Evaluation zeigt, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Professorin Claudia Mähler. Ihr Team setzt die Arbeit fort: Derzeit nehmen rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen an der eineinhalbjährigen Fortbildung teil. Schulpsychologische Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde bilden unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer aller Schulformen fort. Seit mehr als 20 Jahren wird die KIK-Fortbildung zu Klassenführung und Klassenklima unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung angeboten. KIK steht für „Kommunikation – Interaktion – Kooperation“.

Fortbildung im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums ist eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und Hospitation

Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? „Jährlich beginnen rund 40 Lehrkräfte eine eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung“, berichtet Professorin Claudia Mähler.

Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie mit anderen umgehen und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.

Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer befassen sich während der Fortbildung etwa mit der Entwicklung von Gruppen und dem Umgang mit Konflikten

In einer Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation tauschen sich die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in Gruppen von etwa 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und drei Halbwochenkursen aus und erweitern ihre Kompetenzen im Bereich der Klassenführung. „Die stetige wissenschaftliche Evaluation der Fortbildung konnte zeigen, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Mähler.

Jährlich richtet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim auch einen „KIK-Kongress“ aus, an dem Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen teilnehmen. In diesem Jahr (8. Februar 2019) nahmen an der Konferenz rund 140 Lehrkräfte, die an der schulpsychologischen Fortbildung für Klassenlehrkräfte bereits seit einem Jahr teilnehmen, diese gerade begonnen oder schon vor längerem abgeschlossen haben, teil. In seinem Grußwort hob David Haschke, der als Referent für Schulpsychologie und Gender im Niedersächsischen Kultusministerium arbeitet, die Bedeutung einer gelungenen Klassenführung in Zeiten zunehmender Diversität hervor.

Professorin Mähler: „Klassenlehrkräfte können dazu beitragen, Ausgrenzung zu vermeiden “

„Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen stehen vor Schwierigkeiten und Herausforderungen“, sagt Professorin Claudia Mähler, wissenschaftliche Leiterin der Fortbildung. „Da Kinder und Jugendliche mit dieser Symptomatik häufig unter einem niedrigen Selbstkonzept eigener Fähigkeiten leiden und in erhöhtem Maße Gewalterfahrungen durch die eigene Peer-Group ausgesetzt sind, stellen diese Schülerinnen und Schülern eine Gruppe dar, der besondere Beachtung bei der Bildung der Klassengemeinschaft geschenkt werden sollte. Klassenlehrkräfte könnten einer Ausgrenzung vermeiden, indem sie positives Feedback einsetzen und die ein kooperatives Lernklima schaffen, in dem alle voneinander lernen und am Unterricht teilhaben können.“ Auch die Aufklärung über die Problematik von Kindern mit Lernschwierigkeiten in Form von Psychoedukation spiele hierbei eine entscheidende Rolle, so Mähler.

Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Themen zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Für die Neuankömmlinge bot sich die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung der Inhalte zu bekommen. Auch rund 20 Lehrkräfte, die die pädagogisch-psychologische Fortbildung bereits abgeschlossen haben, konnten sich in den insgesamt 23 Workshops über ihre Arbeit als Klassenlehrkraft austauschen und erhielten eine thematische Vertiefung, so Claudia Mähler.

Wer Fragen zu der Forschung und Fortbildung hat, erreicht Prof. Dr. Claudia Mähler vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim unter maehler@uni-hildesheim.de.

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news-15965 Thu, 07 Feb 2019 15:39:00 +0100 Informatik in Hildesheim: Universität sucht den IT-Nachwuchs https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informatik-in-hildesheim-universitaet-sucht-den-it-nachwuchs-1/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Für die Masterstudiengänge „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Angewandte Informatik“ können sich Studieninteressierte noch zum Sommersemester 2019 bewerben. Die Vorlesungen beginnen am 8. April 2019. Für das Lehramtsstudium (Bachelor), zum Beispiel mit der Fachkombination Mathematik/Informatik, ist eine Bewerbung bis zum 8. März 2019 möglich. Informationen über die IT-Studiengänge und Bewerbung

Die Universität Hildesheim bildet Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ aus. Eine Bewerbung für das Sommersemester 2019 ist in den Masterprogrammen noch möglich [hier geht es direkt zur Online-Bewerbung].

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der regionalen Wirtschaft zu sammeln.

„Die Hildesheimer Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität  Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt.

Hildesheim sei keine Massenuniversität, stattdessen sei das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs, sagt der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Theorie mit Praxis. Absolventenbefragungen zeigen regelmäßig, dass Studierende dieser Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen. Ein Wirtschaftspraktikum ist in jedem der Studiengänge fester Bestandteil. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen in der Region.

  • „Angewandte Informatik“ 

    Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.
  • „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ 

    Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.
  • Lehramtsstudium mit der Fachkombination Mathematik/Informatik (Polyvalenter 2 Fächer-Bachlor)

    Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Informatikstudium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums. Im Fach Mathematik gehören zum Beispiel Lehrveranstaltungen wie Lineare Algebra, Algorithmen und Modellierung, Einführung in die Didaktik und Geometrie zum Lehramtsstudium.

    Jetzt bewerben für ein Lehramtsstudium Mathematik/Informatik (Lehramt an Realschulen, Lehramt an Hauptschulen)

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Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Informatik SSE Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
news-16136 Thu, 07 Feb 2019 15:15:00 +0100 Grußwort des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/grusswort-anlaesslich-der-veranstaltung-allianzen-fuer-demokratie-in-der-schule-reflektieren-diskut/ Der Präsident sprach anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“. Hier lesen Sie das Grußwort von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, hielt das Grußwort am 7. Februar 2019 im Auditorium Maximum der Universität Hildesheim.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

Universitäten sind Räume des kritischen Diskurses. Unsere Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und diese nicht nur im Studium, sondern auch gegenüber der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Stiftungsuniversität Hildesheim, zu deren Profil die wissenschaftliche Lehrerbildung zählt, tut deshalb gut daran, das Thema „Demokratie in der Schule“ öffentlich zu diskutieren. Aktueller Anlass sind die Angriffe gegen einen Hildesheimer Schulleiter, den ich an dieser Stelle besonders begrüße. Ich freue mich, lieber Dr. René Mounajed, dass Sie bei uns sind und mit uns diskutieren. Herzlich willkommen!

Die aktuelle Diskussion vollzieht sich vor einem Hintergrund, in dem es in besonderer Weise um „Populismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“ geht. Lassen Sie mich zunächst sagen, dass die kontroverse Diskussion Wesensmerkmal der freiheitlichen Demokratie ist. Totalitäre Regime dulden keinen Widerspruch. In einer Diktatur ist Opposition verboten. In der Demokratie sind Kritik, Widerspruch und Opposition nicht nur erlaubt, sondern konstitutive Bestandteile des politischen Systems. Dass es dabei immer wieder radikale und auch extremistische Ausschläge gibt, ist ein historisches Faktum. Bereits im Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland lehnten zwei Parteien die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab. Mit 5,7 % zog die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in den Bundestag ein, zu deren Zielen die Errichtung einer Diktatur des Proletariats zählte und deren Bündnispartner Stalin war. Zwei Jahre später zog mit einem Wahlergebnis von 11% die Sozialistische Reichspartei (SRP) in den Niedersächsischen Landtag ein. Die SRP bestand ganz überwiegend aus ehemaligen Nazis, die sich ganz offen zu einem völkischen Gesellschafts- und Staatsmodell bekannten. Dieses Sammlungsbecken ehemaliger Nazis zählte damals 40.000 Parteimitglieder. 1952 verbot das Bundesverfassungsgericht die SRP und 1956 die KPD. Im folgenden Jahrzehnt erzielte die rechtsradikale NPD bei vielen Landtagswahlen Erfolge, zuletzt in Baden-Württemberg 1968 mit 9,8 % der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 1969 scheiterte sie mit 4,3 % der Stimmen an einem Einzug in unser Parlament. Die NPD vertrat völkisch-nationalistische Ziele. Sie verlor in den folgenden Jahren an Resonanz. Stattdessen gab es im linksradikalen Spektrum mit der APO und dann mit vielen K-Gruppen politische Aktivitäten. Ein extremistischer Teil griff zu terroristischen Methoden, die Rote-Armee-Fraktion. Heute erkennen wir einen politischen Radikalismus, der sich gegen das System der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und auch gegen das Modell der Europäischen Union richtet. Der Verfassungsschutz beobachtet deshalb Vertreter der AfD, die „das System“ überwinden wollen. Die AfD klagt dagegen, was ihr gutes Recht ist, denn zum „System“, zur freiheitlichen Demokratie gehört der Rechtsstaat - warten wir das Ergebnis ab. Auf der extremen Linken haben wir es mit einer autonomen Szene zu tun, die ebenfalls „das System“ beseitigen will und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele betrachtet. Als antidemokratische und pluralismusfeindliche Kraft ist der politische „Islamismus“ zu benennen, der Religionskriege führt und hierzulande und in anderen westlichen Demokratien für terroristische Anschläge verantwortlich ist.

Ich habe bewusst einen Rückblick auf die Geschichte unserer deutschen Demokratie geworfen, weil mein erster Rat für die Diskussion, die wir in unserer Gesellschaft führen müssen, Gelassenheit lautet. Zu keinem Zeitpunkt hat es eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft gegeben, in der nicht auch radikale und extremistische Stimmen laut wurden. Sie müssen beobachtet werden, man muss sich mit ihnen auseinandersetzen und ggf. ist ein starker Staat gefordert, um diese Kräfte in die Schranken zu weisen.

Gelassenheit bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Mein zweiter Rat lautet deshalb Wachsamkeit. Keine Partei und keine politische Bewegung kann für sich in Anspruch nehmen, „das Volk“ zu sein. Rechts- und Linksextremisten beanspruchen aber ein derartiges Alleinvertretungsrechts. Zu den besonderen Kennzeichen des Rechtspopulismus und des Rechtsradikalismus zählt die Fremdenfeindlichkeit. Diese völkisch-nationalistische Traditionslinie verdient besondere Beachtung. Die nationalsozialistische Diktatur und der Zweite Weltkrieg waren eben kein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte, sondern der Zivilisationsbruch schlechthin. Daraus ergibt sich die historische Verantwortung für uns Deutsche, gegenüber völkischen, rassistischen Bestrebungen besonders wachsam zu sein. Gelassenheit und Wachsamkeit gehören zusammen. Leider gelingt die Kommunikation vieler Medien und besonders gelingen die neuen Formen der Kommunikation im Internet nicht wirklich gut, um einen sachlich-kritischen Diskurs zu gestalten. Der Soziologe Niklas Luhmann weist darauf hin, dass Massenmedien bevorzugt „über Konflikte (und nicht: über übereinstimmende Meinungen berichten (…) Die öffentliche Aufmerksamkeit und Kommunikation konzentriert sich damit typisch auf den politischen Konflikt.“ Angesichts dieser Verhältnisse ist die Universität dazu aufgerufen, eine besondere, nämlich aufklärerische Rolle in der Öffentlichkeit wahrzunehmen. Aufklärung ist nach Immanuel Kant „der Ausgang des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Aufklärung bedeutet, mündig zu werden, und zwar durch Wissen, das auch und gerade im kritischen Dialog erworben wird. Diesem Ziel dient die heutige Veranstaltung und diesem Ziel dienen generell unsere öffentlichen Veranstaltungen, wie beispielsweise die Europa-Gespräche, die wir in der Volkshochschule veranstalten. Ich danke Frau Professorin Georgi und ihrem Team für die Organisation der heutigen Veranstaltung, und ich danke besonders Herrn Minister Tonne für seine Teilnahme. Die heutige Veranstaltung ist ein Beitrag zur Gestaltung unseres freiheitlich-demokratischen Systems.

Lassen Sie mich schließen mit einem Wort Alexander von Humboldts: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben“.

 

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich

Präsident, Stiftung Universität Hildesheim

Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ des Zentrums für Bildungsintegration

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Pressemeldungen Präsident
news-16102 Wed, 06 Feb 2019 15:15:00 +0100 Studierende sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studierende-sammeln-praxiserfahrungen-in-der-regionalen-wirtschaft/ Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge tauschen sich beim „IT-Speed Dating“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus regionalen Unternehmen aus. Die Universität verzeichnet in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. Im Interview spricht der Unternehmer Tobias Eierund über die Chancen des Universitätsstandortes für die regionale Wirtschaft. „Digitalisierung ist das derzeitige Hauptthema unserer Arbeit. Sowohl Fachkräfte als auch Informationsveranstaltungen sind von Nöten, um am Puls der Zeit zu bleiben“, sagt Eierund. Angela Loboda studiert Wirtschaftsinformatik im dritten Semester und sucht einen Praktikumsplatz im Bereich Prozessmodellierung. „Ich schaue mir Prozesse an, wie sie momentan ablaufen und überlege dann gemeinsam mit der IT, wie man die Abläufe optimieren kann.“ Als sie ihr Studium aufnahm, kannte sie die Prozessmodellierung noch nicht, dann besuchte sie Vorlesungen bei Professor Ralf Knackstedt, ein Fachmann für die Optimierung von Geschäftsprozessen. „Da habe ich erkannt, wie spannend die Wirtschaftsinformatik ist. Jetzt suche ich einen Platz für das Wirtschaftspraktikum.“

Ein Wirtschaftspraktikum ist ein Pflichtbestandteil in den IT-Studiengängen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (Bachelor of Science) und „Wirtschaftsinformatik“ (Bachelor of Science). Studentinnen und Studenten absolvieren die Praktika bei Unternehmen in der Region.

Die Nachfrage von Unternehmen aus der Region nach Partnerschaften mit den IT-Studiengängen der Universität Hildesheim wächst. Seit 2013 veranstaltet die Universität ein IT-Speed-Dating. Bei der ersten Auflage waren 15 Unternehmen dabei, in 2018 bereits 27. Diese Zahl wurde 2019 nochmals deutlich übertroffen: 36 Unternehmen interessieren sich für die Hildesheimer IT-Studierenden als Praktikantinnen und Praktikanten.

Auch auf Seiten der Studierenden ist das Interesse groß, sagt der Betriebswirtschaftler Felix Hahne. Mehr als 75% der bisher rund 180 teilnehmenden Studierenden haben nachfolgend ein Praktikum bei einem der anwesenden Unternehmen absolviert.

Durch das IT-Speed-Dating sind für 97% der teilnehmenden Studentinnen und Studenten regionale Unternehmen in den Blick geraten

Durch das IT-Speed-Dating sind für 97% der teilnehmenden Studentinnen und Studenten regionale Unternehmen in den Blick geraten, die sie zuvor nicht nicht kannten. Die Unternehmen kommen vor allem aus der Region Hildesheim sowie aus der Metropolregion Wolfsburg, Hannover und Braunschweig.

„Beim IT-Speed-Dating lerne ich viele regionale Unternehmen kennen, die ich bisher nicht wahrgenommen und über eine Suchmaschine nicht gefunden hätte“, sagt Angela Loboda. Sie ist eine von 40 Informatikstudentinnen und Informatikstudenten, die an dem diesjährigen IT-Speed-Dating teilgenommen haben, welches das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik jedes Frühjahr veranstaltet.

Beim IT-Speed-Dating haben die Studierenden die Gelegenheit, reihum für je fünf Minuten mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus regionalen Unternehmen zu sprechen, sich vorzustellen.

„Das IT-Speed-Dating ist ein interessantes Format, um die Universität mit der Wirtschaft zu verknüpfen“, sagt Professorin Julia Rieck. Seit einem Jahr forscht und lehrt sie als Professorin für Betriebswirtschaftslehre in Hildesheim. Zuvor war die Wissenschaftlerin in der Wirtschaft tätig.

Sie befasst sich in der Forschung mit der Produktion, Logistik, Projektplanung und Ressourcenplanung, mit Produktionsprozessen und Produktionssystemen, mit Transportabläufen und Transportnetzwerken sowie mit Material‐ und Informationsflüssen und wie diese geplant und gesteuert werden. „Ich untersuche die Logistik, Tourenplanung und Produktionsprozesse in der Wirtschaft. Wie werden Maschinen belegt, wie kann ein Unternehmen den Umgang mit Energieressourcen optimieren? Wie wandern Waren von A nach B? Ich beschäftige mich gerade viel mit LKW-Transport und nachhaltigem Logistikmanagement. Bei all diesen Prozessen spielt IT stark mit hinein, Unternehmen müssen große Datenmengen verarbeiten und vernetzt arbeiten“, so Rieck.

Überall ist Software, überall sind Daten, überall ist Informationsaustausch. Die regionale Wirtschaft, so die Wissenschaftlerin, habe „massives Interesse, unsere IT-Studierenden kennenzulernen“.

Interessante Aufgabenstellungen in der regionalen Wirtschaft

„Den meisten Studierenden sind interessante Aufgabenstellungen wichtig, und eine gute Arbeitsatmosphäre, weniger der große Unternehmensname“, sagt Felix Hahne. Und so haben gerade regionale mittelständische Unternehmen die Chance, beim IT-Speed-Dating „in die Köpfe unserer Studierenden zu gelangen“.

Das bestätigt Marc Herbach. Er studiert Wirtschaftsinformatik. „Ich möchte während meines Wirtschaftspraktikums vor Ort erfahren, wie eine Unternehmensstruktur aufgebaut ist und wie ein Betrieb erfolgreich arbeitet“, sagt der Student. „Das  Wirtschafts-praktikum ist eine Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, ich kann in den zehn Wochen einen vernünftigen Einblicke erhalten und werde in das Unternehmen eingebunden, das hilft mir für meinen weiteren Berufsweg sehr weiter.“

Nach drei Stunden IT-Speed-Dating und zwei Dutzend Gesprächen halten Funda Akpulat und Antonia Schulz, beide Studentinnen im 5. Semester, einen Stapel an Informationen in den Armen. „Das IT-Speed-Dating ist eine gute Chance, sich den Unternehmen vorzustellen“, sagt Akpulat. „Es ist relativ schnell im Gespräch klar, ob es passt, ich suche einen Praktikumsplatz im betrieblichen Bereich, zum Beispiel Controlling.“

Gerade unter den kleinen mittelständischen Unternehmen seien viele Firmen dabei, die „Chancen bieten“, sagt Funda Akpulat. „Erst einmal denkt man an die großen Firmennamen. Nach fünf Minuten Gespräch mit kleinen Betrieben, die man bisher nicht kennt, merkt man: Das ist eine gute Option.“ Die Unternehmen erstellen Stellenprofile, bieten vielfältige Plätze an, „so läuft die Recherche nach einem Praktikumsplatz viel schneller ab, als wenn ich mich im Internet auf die Suche begebe“, sagt Antonia Schulz.

Aus den Praktika entstehen nicht selten Werkstudententätigkeiten, Projekt- und Abschlussarbeiten oder auch feste Arbeitsverhältnisse. Für einige Partnerunternehmen ist das Vorhandensein der IT-Studiengänge in Hildesheim zum wichtigen Standortfaktor geworden, sagt Felix Hahne.  „Das IT-Speed Dating kann als ein Beitrag der Universität Hildesheim zur Bekämpfung des IT-Fachkräftemangels angesehen werden.“

Interview

„Wir wollen am Puls der Zeit bleiben“

Interview mit dem Hildesheimer Unternehmer Tobias Eierund

Das Textilunternehmen Eierund wurde vor etwa 100 Jahren in Algermissen gegründet, 1961 erfolgte die Eröffnung in Hildesheim. Heute arbeiten etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Unternehmen. Besonders innovativ sei der Online-Shop, der bereits vor zehn Jahren online ging und mittlerweile im Hosen-Bereich europaweit großen Anklang findet, sagt Tobias Eierund. Im Interview spricht der Unternehmer über die Chancen des Universitätsstandortes für die regionale Wirtschaft.

Herr Eierund, Sie leiten ein Unternehmen in Hildesheim und nehmen am IT-Speed-Dating teil. Wie fällt die erste Bilanz aus, wie sinnvoll ist das Format?

Sehr sinnvoll. Es werden Studentinnen und Studenten auf uns aufmerksam, die noch nie von uns gehört haben und wir können aus Erfahrung sagen, dass die Überraschung dann doch zumeist groß ist, wenn wir unsere Praktikumsmöglichkeiten vorstellen.

Welchen Vorteil erfahren Sie, wenn Sie nicht nur eine Bewerbung schriftlich lesen, sondern die jungen Menschen im Gespräch kennen lernen können?

Schon die ersten 5 Minuten des Gesprächs reichen für beide Seiten, um einen Trend zu bekommen ob ein Praktikum sinnvoll ist oder nicht. Eine schriftliche Bewerbung allein reicht hier meistens nicht aus.

Was können IT-Studentinnen und IT-Studenten bei Ihnen im Unternehmen erlernen und welche Voraussetzungen sollten sie mitbringen?

Die Facetten der Praktika bei uns im Haus sind vielfältig und gehen von der Analyse bis hin zur Programmierung. In der Regel reichen die Programmierkenntnisse aus den Vorlesungen aus, um bei uns einen Einstieg zu finden. Java, html und php Kenntnisse sind von großem Vorteil. Die Studenten lernen die Strukturen eines Unternehmens kennen und eigenständiges Arbeiten. Je nach Praktikumsthema werden die Kenntnisse vertieft, dies kann zum Beispiel auch das Erlernen einer neuen Programmiersprache wie php sein.

Mit welchen Aufgaben haben sich IT-Studierende bisher befasst?

Wir hatten im letzten Jahr fünf Praktikanten bei uns im Haus. Jeder hat sein eigenes Praktikumsthema und hat dieses von A bis Z bearbeitet. Ein Thema ist zum Beispiel der Usability-Test des Frontends unseres Online-Shops und ein anderes Projekt ist die Programmierung eines Größenfilters für unseren Online-Shop.

Welche Bedeutung hat für die Unternehmensentwicklung die Digitalisierung? Wo erhoffen Sie sich seitens der Universität Impulse, etwa im Bereich der Fachkräfte, im Wissenstransfer?

Digitalisierung ist das derzeitige Hauptthema unserer Arbeit. Sowohl Fachkräfte als auch Informationsveranstaltungen sind von Nöten, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Informatik in Hildesheim studieren

In Hildesheim studieren derzeit knapp 800 IT-Studentinnen und IT-Studenten. Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt und höchst performante Algorithmen umsetzt. Absolventinnen und Absolventen der „Angewandten Informatik“ beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung. Das Auffinden relevanter Informationen ist heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen. Im Studiengang „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ werden Studierende optimal auf diese Herausforderung vorbereitet, sie verknüpfen Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Wirtschaftsinformatik“ verbessern Unternehmensprozesse mit IT und entwickeln neue digitale Geschäftsmodelle.

IT in Hildesheim studieren:
Die Bewerbung um einen Bachelorstudienplatz ist bis zum 1. März 2019 möglich

Wie läuft das IT-Speed-Dating ab?

Das seit 2013 jeweils zu Jahresbeginn durchgeführte „IT-Speed Dating“ hat sich als sehr beliebtes und erfolgreiches Instrument zur Anbahnung von Praktika erwiesen. Im Fünf-Minuten-Takt wechseln die Studierenden die Stationen und lernen die Unternehmen kennen und umgekehrt. Die Studierenden haben eine standardisierte Kurzbewerbung dabei, die Unternehmen konkrete Praktikumsangebote für 2019.

Ansprechpartner:

Fragen zum Wirtschaftspraktikum und IT-Speed Dating beantwortet Dr. Felix Hahne vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim (Telefon 05121 883 40514, E-Mail: hahne[at]bwl.uni-hildesheim.de).

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news-16086 Wed, 06 Feb 2019 08:33:00 +0100 „Dem Moment eine Chance geben“: Konzertreihe im Museum https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/dem-moment-eine-chance-geben-konzertreihe-im-museum/ Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim laden im Februar ein zur Konzertreihe „Bühne frei!“. Die drei Konzerte im Roemer- und Pelizaeus-Museum bieten einen Mix aus Klassik, Jazz und Improvisation. Nick Tlusty, Student im ersten Semester, hat ein Stück für drei Museumsräume komponiert, das in Hildesheim uraufgeführt wird. Die Konzertreihe endet mit dem traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2019. In diesem Jahr organisieren die Studentinnen und Studenten aus Leonie Bauerochse, Chantal Däubner, Lia Dorenberg, Mareike Lehne, Jakob Müller, Ronja Neumann, Nora Ruthke und Nick Tlusty gemeinsam mit dem Musikdozenten Jan Hellwig die Konzertreihe „Bühne frei!“ unter dem Motto „Bricolage“. „Wir  improvisieren mit dem vorhandenen Material und lösen musikalische Aufgaben mit den Ressourcen, die da sind, man ist nie allwissend, wir verbinden Fragmente in der Musik“, sagt Hellwig.

Enstanden ist eine Konzertreihe mit etwa 40 Werkbeiträgen – von Serge Prokofiev bis Heitor Villa-Lobos. Die drei Konzerte finden im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. „Es ist eine große Freude, im Museum spielen zu dürfen, die Ausstellungsräume sind eine Inspiration. Dass wir diese Chance bekommen, ist grandios. Improvisation und experimentelle Musik hört man nicht so oft im Radio“, sagt die Studentin Lia Dorenberg. Ihr Instrument ist die Stimme.

„Wir zeigen, was an der Universität musikalisch passiert“

„Die Idee unserer Konzertreihe ist, mit der Musik raus aus den Uni-Räumen hinein in die Stadt zu gehen. Wir zeigen, was an der Universität musikalisch passiert und nehmen die Menschen von jung bis alt mit in die Welt der Klänge“, ergänzt Nora Ruthke, die in Hildesheim Psychologie studiert und Geige im Orchester spielt.

Die Studierenden haben ein Programm aus Klassik, Jazz, Klangexperimente, Rock und Improvisation entwickelt mit E-Gitarre, Kontrabass, Geige und Schlaginstrumenten. Sie laden Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Bürger ein zu Matinee und Soiree und zum traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2019. Dann musiziert ein Improvisations-Ensemble zusammen mit den Gastdozenten Dinesh Mishra (Bansuri Flöte) und Sinan Cem Eroğlu (Kaval).

Jedes Konzert ist eine Premiere, Studierende vom ersten Bachelorsemester bis zum letzten Mastersemester zeigen wie vielfältig Klänge produziert werden können und was man aus Instrumenten herausholen kann.

Nick Tlusty, Student im ersten Semester, hat ein Stück für drei Museumsräume komponiert, das am 10. Februar 2019 uraufgeführt wird. „Ich mache bei ‚Bühne frei‘ aus Neugier mit. In meinem kulturwissenschaftlichen Studium der Fächer Musik und Literatur habe ich eine Palette an Möglichkeiten – von den Einführungen in die Philosophie und Musikwissenschaft über praktische Übung bis zur Entwicklung einer Konzertreihe“, sagt Tlusty. Die Idee für seine Komposition kam Tlusty nach der Besichtigung der Museumsräume. Die Musikerinnen und Musiker haben Auswahlmöglichkeiten, „eine Menge Freiheit“, sagt Tlusty, sie spielen zu dritt jeweils in einem Ausstellungsraum, improvisieren mit Material, verfolgen ein Motiv und etbalieren einen Grundklang, ein a-capella-Chor bewegt sich durch alle Räume und verbindet die Klänge, das Publikum wandelt mit, beschreibt Tlusty das Werk. Nora Ruthke spielt in einem der Ausstellungsräume Geige, in der Improvisation im Trio existieren „stille Absprachen“, sagt Ruthke, „es ist wichtig zu hören, was der andere macht“. „Dem Moment eine Chance geben“ – das zeichnet für Jan Hellwig die Musik und Improvisationskunst aus.

Das studentische Organisationsteam möchte Musikerinnen und Musikern einen Raum geben, in dem sie ihr Können öffentlich präsentieren können. Statt in einem kleinen Hörsaal in der Uni verlegen sie die Konzerte in die Räume des Roemer- und Pelizaeus-Museums. Seit Oktober bereiten sie die Konzertreihe vor, im Januar folgten wöchentliche Proben im Museum.

„Musik soll kein Hindernis sein“

Seit 23 Jahren organisiert Jan Hellwig gemeinsam mit Studierenden die Konzertreihen, nun zum 16. Mal. Die Konzertreihe „Bühne frei“ startete 2003. Die damit verbundene Übung bietet Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft die Möglichkeit, die Konzertinhalte zusammenzustellen und die Veranstaltungen zu organisieren.

„Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität, die jungen Leute haben immer wieder Lust, aufzubrechen, etwas auszuprobieren und nehmen die Spielgelegenheiten war – das ist fantastisch“, sagt Hellwig. Besonders dankbar ist Jan Hellwig dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Der Ort macht etwas mit den Musikerinnen und Musikern und den Zuhörern. Das Museum leistet großen Support – vom Empfang bis zur Direktorin – dafür sind wir sehr dankbar.“

Musik soll kein Hindernis sein, sagt der Student Nick Tlusty – und hofft auf viele interessierte und neugierige Zuhörer.

Die Konzerte im Überblick:

Unter dem Titel „Bricolage #1 #2 #3“ präsentieren Studierende des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim wieder drei Konzertprogramme im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim. Der Eintritt ist frei.

  • Bricolage #1, 3. Februar 2019, 11:00 Uhr, Matinee, Schafhausen-Saal

  • Bricolage #2, 10. Februar 2019, 15:15 Uhr, Klänge einer Ausstellung, Ausstellungsräume Ägypten I – III sowie Roemer-Saal

  • Bricolage #3, 14. Februar 2019, 19:30 Uhr, Soiree, Schafhausen-Saal

Das Team:

Das Bühne-frei-Team 2019 besteht aus Leonie Bauerochse, Chantal Däubner, Lia Dorenberg, Mareike Lehne, Jakob Müller, Ronja Neumann, Nora Ruthke, Nick Tlusty, die Leitung liegt bei Jan Hellwig.

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news-16093 Mon, 04 Feb 2019 14:06:00 +0100 Allianzen für Demokratie in der Schule: Minister spricht über Demokratiebildung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/allianzen-fuer-demokratie-in-der-schule-minister-spricht-ueber-demokratiebildung/ Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht an der Universität Hildesheim über Demokratiebildung. Das Zentrum für Bildungsintegration lädt zu der öffentlichen Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ ein. „Wer mitwirken möchte an der großen Idee eines Demokratienetzwerkes in und für Niedersachsen, ist herzlich eingeladen“, sagt Professorin Viola Georgi. Erwartet werden über 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Grußwort des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim
anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“

Rede des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne vom 7. Februar 2019

Schulen und Hochschulen in Niedersachsen sehen sich derzeit verstärkt mit demokratiefeindlicher Rhetorik, rechtspopulistischer Hetze und rassistisch motivierten Übergriffen konfrontiert. Darauf weisen Wissenschaftlerinnen des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim hin.

Studierende und Lehrende beschäftigt der aktuelle Vorfall an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim. Nach einer UNESCO-Fotoaktion „Wir sind mehr!“ war der Schulleiter massiven Anfeindungen ausgesetzt – viele Schulleiter und Schulleiterinnen, Lehrkräfte, Elternvertretungen, Schüler und Schülerinnen bekundeten daraufhin ihre Solidarität.

Ausgehend von diesem Ereignis diskutiert ein Bündnis aus Studierenden, Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim die Möglichkeiten der demokratischen Schulentwicklung und gegenseitigen Unterstützung.

Demokratienetzwerk startet in Hildesheim

Die  Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“ ist öffentlich und beginnt am Donnerstag, 7. Februar 2019, um 16.00 im Audimax der Universität Hildesheim.

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi berichtet über aktuelle Studien zur demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft und erläutert, wie demokratische Handlungskompetenz in Bildungsinstitutionen gefördert werden kann. Der Hildesheimer Wissenschaftler Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht, spricht über die Frage, wie politisch Lehrende an Schulen sein dürfen. An einer Podiumsdiskussion nimmt unter anderem Dr. René Mounajed, Schulleiter der Robert-Bosch-Gesamtschule teil.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht über Demokratiebildung in Niedersachsen

Als Gastredner wird um 17:45 Uhr der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne über Demokratiebildung in Niedersachsen sprechen. Anschließend befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in kleinen Arbeitsgruppen mit der Frage, was an Schulen und Hochschulen in Hinblick auf Demokratiebildung und Auseinandersetzung mit der demokratischen Verfasstheit der Gesellschaft fehlt. Die Ideen aus diesen Zukunftswerkstätten werden gesammelt.

„Es ist ein großes Experiment“, sagt Professorin Viola Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration. „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man ein starkes Bündnis für Demokratie schmieden kann. Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Anstoß für ein Demokratienetzwerk in Niedersachsen geben können und diesen Prozess aktiv begleiten können.“

„Unsere Demokratie wird derzeit vom Rechtspopulismus herausgefordert. Deshalb ist das Demokratielernen in Schule und Hochschule eine Aufgabe von großer gesellschaftlicher Relevanz und Dringlichkeit. Demokratie muss gelebt werden, um gelernt werden zu können. Jeden Tag und überall. Wir wollen mit der Veranstaltung den Anstoß für ein breites Bündnis für Demokratiebildung in Niedersachsen geben. Durch Vernetzung von Hochschule, Schule, Zivilgesellschaft und Politik können wir unsere Demokratie nachhaltiger machen und stärken, damit wir den Demokratiefeinden trotzen können. Jeden Tag und überall“, so Georgi.

Studentin: „Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden“

„Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden, es geht darum, dass Menschen reflektieren und eingreifen, wenn extremistische Ansichten und Hetze sich verbreiten“, sagt Lewia Gerlinger. Die Psychologiestudentin ist AStA-Referentin für Politische Bildung. „Ich finde diese Veranstaltung sehr wichtig. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen und uns bei dieser Arbeit helfen. Jeder ist im Alltag gefragt, hinzuschauen und hinzuhören und von Diskriminierung betroffenen Personen beizustehen. Wichtig ist, dass man den Mut hat, aufzustehen, wenn etwas in der Demokratie schief läuft“, so Gerlinger.

Die Organisatoren, das Zentrum für Bildungsintegration und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni, laden alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende und Lehrende zu der Veranstaltung ein. Die Veranstalter haben in den letzten Wochen mehrere Dutzend Schulen angeschrieben und hoffen, dass auch Schülerinnen und Schüler an dem Netzwerk mitwirken.

„Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“

Wann? Donnerstag, 7. Februar 2019 16:00 bis 19:30 Uhr

Wo? Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Allianzen für Demokratie in der Schule – ausführliche Programmübersicht

Zentrum für Bildungsintegration – Demokratie und Diversität in Migrationsgesellschaften

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news-16095 Mon, 04 Feb 2019 12:29:50 +0100 Zehn Jahre Litradio: Querverbindungen zwischen digitalen und analogen Formen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zehn-jahre-litradio-querverbindungen-zwischen-digitalen-und-analogen-formen/ Seit zehn Jahren verbindet der Literaturwissenschaftler Guido Graf gemeinsam mit einer studentischen Redaktion Radio und Literatur. Das Online-Portal Litradio sendet nicht linear, der Nutzer kann sich sein eigenes „Radio“ zusammenstellen. Ab dem 5. Februar gibt es jede Woche zwei neue Folgen aus mehreren Podcast-Reihen, außerdem arbeitet die Redaktion an einem Hörspiel. Guido Graf baut seit zehn Jahren mit Studierenden das Online-Portal „Litradio“ aus. Im Gespräch äußert sich der Literaturwissenschaftler über Chancen der Literaturvermittlung im digitalen Raum und Zugänge zu Literatur.

Interview mit Kulturjournalist Dr. Guido Graf

Seit zehn Jahren verbinden Sie gemeinsam mit einer studentischen Redaktion Radio und Literatur. Entstanden ist das Portal Litradio. Sie senden nicht linear, der Nutzer kann sich sein eigenes „Radio" zusammenstellen. Was fasziniert Sie an diesem Literaturprojekt, worin liegt Ihre Motivation, weiterzumachen?

Als wir 2009 zuerst online gegangen sind, war vom Medium Radio angesichts des digitalen Wandels nicht viel zu erwarten. Daraus wuchs die Motivation, etwas anderes auszuprobieren: in ganz kleinem Rahmen, auf einem begrenzten, dem kulturellen, dem literarischen Feld. Hanns-Josef Ortheil hat Litradio mal ein kulturjournalistisches Labor genannt. Das und noch viel mehr gilt nach wie vor. Mittlerweile hat sich viel getan, Podcasts etwa sind inzwischen ein großes Thema, also etwas, das wir von Anfang an schon anbieten. Die Dynamik der medialen Entwicklung ist nach wie vor groß und entsprechend sind permanent mehr als genug Herausforderungen gegeben, mit denen Litradio sich auseinandersetzen kann und wird. Nicht zuletzt sind es unsere Studierenden, die für Motivation sorgen. Wenn 2020 das nächste Mal das Literaturfestival Prosanova stattfindet, wird Litradio daran auch wieder Anteil nehmen, kann dafür auf reichlich Erfahrungen zurückgreifen, aber muss und wird sich mit den neuen Studierenden, die dann dabei sind, auch wieder neu erfinden müssen.

Wie hat sich die Arbeit bei Litradio in den letzten zehn Jahren verändert?

Litradio ist professioneller geworden, organisierter. Wir haben mehr Mittel zur Verfügung, um  – zwar in kleinem Maßstab, aber immerhin – zu produzieren und einen guten Auftritt im Web zu haben. Vor allem aber: wir haben sehr viel mehr Hörer dazu gewonnen.

Welchen Platz hat Literatur im digitalen Raum? Welche Chancen sehen Sie?

Sie hat einen Platz und das ist einer neben anderen. Wenn wir lernen, die Kreuz- und Querverbindungen zwischen digitalen und analogen Formen und Praktiken besser zu erkennen und zu nutzen, werden wir in der Rezeption und Vermittlung von Literatur mehr Raum erobern, neue Zugänge zu Literatur schaffen, wo sie zuvor mit Hürden versehen waren  – etwa für Menschen mit Beeinträchtigungen –, und wir werden auch in der Produktion von Literatur mehr Neues sehen, ohne dass dadurch anderes verschwindet oder verdrängt wird.

Machen Sie sich Sorgen?

Nein, ganz und gar nicht. Ich könnte mir natürlich noch eine ganz anders geartete Finanzierung von Litradio vorstellen, die zum Beispiel auch Reisen erlaubt, ein vollausgestattetes Studio, bessere Serverkapazitäten. Aber die Relation von Budget und dem, was wir daraus machen, kann sich sehr sehen lassen.

Und wie geht es weiter? Was haben Sie und die Studentinnen und Studenten vor?

Wir starten jetzt nach mehrmonatiger Vorbereitung eine ganze Reihe von neuen Podcasts zu vielen verschiedenen Themen. Ab dem 5. Februar 2019 gibt es jede Woche zwei neue Folgen aus mehreren Podcast-Reihen. Die Litradio-Redaktion arbeitet derzeit auch einem Hörspiel und plant überdies eine kleine Tournee.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Seit 2008 forscht und lehrt Dr. Guido Graf als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, seit 2018 ist er Senior Researcher auf dem Kulturcampus.

Er hat Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Braunschweig studiert und seine Dissertation über den Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Arno Schmidt und Hans Wollschläger (Lehrer-/Schülerverhältnis) geschrieben. Bevor er nach Hildesheim kam, arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen und den Rundfunk.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literaturvermittlung, Sound-Poetik, Social Reading, Radio, Medientheorie, Gegenwartslyrik und Übersetzung. Guido Graf baut seit zehn Jahren mit Studierenden das Online-Portal „Litradio.net“ aus. Für seine hervorragenden Leistungen in der Lehre wurde Guido Graf mit dem Lehr-Preis der Universität Hildesheim ausgezeichnet.

In einem Forschungsverbund im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften untersucht Graf derzeit, wie sich das Lesen im digitalen Raum verändert. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „Rez@Kultur“ über drei Jahre. Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Computerlinguistik, Kulturjournalismus, Wirtschaftsinformatik und Kulturpolitik analysieren Lesevorgänge und Online-Gespräche über Werke der Kunst und Literatur.

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news-16089 Fri, 01 Feb 2019 10:54:30 +0100 Professor Wolfgang Schröer ist Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professor-wolfgang-schroeer-ist-vorsitzender-des-bundesjugendkuratoriums/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert. Professor Wolfgang Schröer wurde nun zum Mitglied des Bundesjugendkuratoriums berufen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge übernimmt zugleich den Vorsitz des Gremiums. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer wurde zum Vorsitzenden des Bundesjugendkuratoriums berufen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Bundesjugendministerin Franziska Giffey hat die 15 Mitglieder des Sachverständigengremiums für die 19. Legislaturperiode in dieser Woche berufen.

Über Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutieren

Kindheit und Jugend ermöglichen! ist ein zentraler Anspruch der Kinder- und Jugendpolitik. An diesem Anspruch ist auch jede Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik zu messen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler möchte Wolfgang Schröer dazu beitragen, dass grundlegend über die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft diskutiert wird und Kinder- und Jugendpolitik auch für Kinder und Jugendliche erfahrbar wird. So unterstützt das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim auch die Veranstaltung „#letstalkabout“ am 22. Februar 2019 von 17:00 bis 20:00 Uhr im Rathaus Hildesheim, die von jungen Menschen in Hildesheim vorbereitet wird, damit Jugendliche mit Politikerinnen und Politiker ins Gespräch kommen.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leavern“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Politik ist angewiesen auf die Kompetenz der Sachverständigen, um das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln

Die Ministerin hebt hervor: Die Politik sei angewiesen auf die „Kompetenz der Sachverständigen, um den Kinder- und Jugendmedienschutz auf die Höhe der Zeit zu bringen und das Kinder- und Jugendhilferecht weiter zu entwickeln. Auch beim Thema Kinderrechte ins Grundgesetz ist das Bundesjugendkuratorium gefragt- damit Deutschland spürbar kinderfreundlicher wird und letztlich auch die Rechte von Familien gestärkt werden.“

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer[at]uni-hildesheim.de.

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news-16075 Wed, 30 Jan 2019 12:28:00 +0100 Rechtspsychologie: Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/antrittsvorlesung-des-kriminalpsychologen-professor-klaus-peter-dahle/ Der Hildesheimer Professor für Rechtspsychologie Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt am Institut für Psychologie. Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim.

Professor Dahles Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Kriminalistik. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Professor Dahle teilt wissenschaftliche Erkenntnisse und richtete in Hildesheim zum Beispiel die öffentliche Tagung „Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“ aus.

Antrittsvorlesung

Der Hildesheimer Professor für Rechtspsychologie Klaus-Peter Dahle spricht in seiner Antrittsvorlesung über „Evidenz, Prognostik und Nebenwirkungen: Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“. Die Vorlesung beginnt am Mittwoch, 30. Januar 2019 um 18:15 Uhr in Hörsaal 4 und ist öffentlich.

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news-16056 Mon, 28 Jan 2019 11:51:00 +0100 Nachruf – Gedenken an Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nachruf-gedenken-an-prof-em-dr-heinz-wilhelm-alten/ Die Universität Hildesheim trauert um ihren Altrektor Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten. Der Mathematiker war der erste Rektor der Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. In den 1980er Jahren leitete er die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Studienganges Informatik. Prof. Dr. Heinz-Wilhelm Alten ist am 27. Januar 2019 nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag in Hildesheim verstorben.

Sein 1948 begonnenes Studium der Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Technischen Hochschule Hannover und der University of Bristol schloss er 1954/55 mit dem ersten Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Er war anschließend von 1956 bis 1961 wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Hannover, wo er 1961 bei Wilhelm Quade zum Dr. rer. nat. im Bereich Analysis/Numerik promovierte (Thema der Dissertation: „Schranken und Näherungswerte für die Nullstellen der Gegenbauerschen und Hermiteschen Funktionen erster und zweiter Art“). 1961 wurde er Oberingenieur und 1966 Oberassistent am Mathematischen Institut der TU Hannover.

1973 nahm Heinz-Wilhelm Alten einen Ruf auf eine Professur für Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abteilung Hildesheim, an. 1979 bis 1981 war er erster Rektor der Wissenschaftlichen Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. Als Rektor organisierte er den Aufbau der Hochschule. Unter seiner Leitung wurde eine Grundordnung erarbeitet und die Gliederung der Hochschule in Institute und Fachbereiche organisiert. 1982 bis 1985 leitete er hier auch die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Diplomstudienganges Informatik. Insbesondere dank des Einsatzes von ihm und seinem Hildesheimer Kollegen Prof. Dr. Theo Kreutzkamp wurde zum Wintersemester 1984/85 in Hildesheim dieser Studiengang als damals zweiter niedersächsischer universitärer Diplomstudiengang (nach der TU Braunschweig) in Informatik eingeführt. Hildesheim gehörte damit zu den ersten 20 Universitäten der Bundesrepublik, die einen Informatik-Studiengang anboten. Zu seinen Schülern zählte der in Stanford lehrende Professor Sebastian Thrun.

In den Jahren 1986 bis 1993 war Heinz-Wilhelm Alten Dekan des Fachbereichs 4: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften. Seit 1990 leitete er die von ihm gegründete Hildesheimer Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“, die bei Springer Heidelberg die renommierte mathematikhistorische Reihe „Vom Zählstein zum Computer“ herausgibt. Er war seit 1997 Emeritus im Institut für Mathematik und Angewandte Informatik (IMAI) der Universität Hildesheim und hier bis kurz vor seinem Tod insbesondere im Bereich der Geschichte der Mathematik durchgehend aktiv.

Als Emeritus nahm Heinz-Wilhelm Alten regelmäßig an Veranstaltungen der Universität Hildesheim teil und wirkte aktiv in der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. mit. Auf seine Initiative hin besuchte Sebastian Thrun die Universität Hildesheim und richtete für jeweils eine/n Informatikstudierende/n einen Preis für herausragende Leistungen verbunden mit einem Studienaufenthalt im Silicon Valley ein.

„Die Universität Hildesheim, der Fachbereich 4 Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik und das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik verlieren mit ihm einen hochgeschätzten Kollegen, der sich große Verdienste um die Mathematik und Informatik in Hildesheim erworben hat, einen begeisternden akademischen Lehrer, der ein selbstloser Förderer im besten Sinne war, und einen Menschen und Freund, der uns sehr fehlen wird“, erklärten Universitätsprofessor Klaus-Jürgen Förster und Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Heinz-Wilhelm Alten über die Gründung der Universität Hildesheim:

Heinz-Wilhelm Alten hat die Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der Universität Hildesheim in der Hochschulschrift „Zur Geschichte der Universität Hildesheim“ (PDF) zusammengefasst.

Über seine Amtszeit als erster Rektor der Hochschule Hildesheim von 1979 bis 1981 schreibt der Mathematiker: „In den beiden Jahren meines Rektorats wurde die junge Hochschule maßgeblich geprägt durch: Erstellung, Verabschiedung und Genehmigung einer Grundordnung und eines Organisationsplanes; Gliederung in Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen; Errichtung von Instituten; Übernahme des wiss. Personals in die neue Personalstruktur; Planung, Konsolidierung und Ausbau neuer Studiengänge; Auseinandersetzungen mit dem Landesrechnungshof und dem Ministerium über Raumnutzung und Raumversorgung und den Aufbau von Außenbeziehungen.“

Weiter schreibt Heinz-Wilhelm Alten: „Das erste Jahr der jungen Hochschule hatte gezeigt, dass eine Fortsetzung des Status quo als weder in Fachbereiche noch in Institute gegliederte Hochschule nicht praktikabel war. Die Hochschule musste eine Struktur erhalten, also entsprechend ihrer personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung unter Berücksichtigung vorhandener und geplanter Fächer und Studiengänge gegliedert werden. Bei den Diskussionen hierüber prallten zwei Tendenzen aufeinander: die Professoren wünschten eine Gliederung in Institute, hätten eine Gliederung in Fachbereiche gern vermieden, weil sie die stärkere Belastung durch die dann vorgeschriebenen zusätzlichen Gremien fürchteten. Die Mitarbeiter und Studierenden hingegen bevorzugten die Gliederung in Fachbereiche, weil sie dann größere Möglichkeiten der Mitwirkung und Einflussnahme hatten. Für mich stand fest, dass eine wissenschaftliche Hochschule nur dann in Forschung, Lehre und Studium arbeits- und überlebensfähig sein würde, wenn sie sowohl in Fachbereiche als auch in Institute gegliedert wäre.“

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news-16068 Mon, 28 Jan 2019 10:00:00 +0100 Präsident des Goethe-Instituts: „Die Vielfalt ist ein hoher Wert“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/praesident-des-goethe-instituts-die-vielfalt-ist-ein-hoher-wert/ Studierende diskutieren mit dem Präsidenten des Goethe-Instituts über Auswärtige Kulturpolitik und die Bedeutung von Kulturinstituten für eine freiheitliche Gesellschaft. Ein Gastbeitrag der Studentin Pia Wagner. Sie studiert in Hildesheim „Kulturvermittlung“. „Wir sind ein europäisches Institut, auch wenn wir einen nationalen Auftrag haben“, sagt der Präsident des Goethe-Instituts, Professor Klaus-Dieter Lehmann, während seines Gastbesuchs im Januar 2019 im Weißen Haus auf dem Kulturcampus in Hildesheim. Eingeladen wurde Lehmann vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

Klaus-Dieter Lehmann stellte sich Fragen von Studierenden der Kulturwissenschaften, die sich in diesem Wintersemester im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Professor Wolfgang Schneider mit internationaler Kulturpolitik beschäftigen. Die Studentinnen und Studenten analysieren und reflektieren Konzeptionen und Praxen Auswärtiger Kulturpolitik und sammeln Erkenntnisse für eine Neuausrichtung des Auswärtigen Amtes im Jahr 2020. Eine besondere Rolle spielt dabei das Goethe-Institut als sogenannte Mittlerorganisation. Lehmann gab Einblicke in die Strukturen und die Gestaltungsfreiheit des Goethe-Instituts sowie in die Arbeit als zivilgesellschaftliche Organisation im In- und Ausland.

Unterstützung und Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement

Aus aktuellem Anlass sprach Klaus-Dieter Lehmann auch über die Stärkung der europäischen Dimension: Frankreich und Deutschland kündigten anlässlich der Unterzeichnung des Aachner Freundschaftsvertrags im Januar 2019 einen Zusammenschluss von Goethe-Institut und Institut Français an zunächst vier Standorten an. Ziel ist hierbei laut Lehmann die „Stärkung des europäischen Kulturraums“. Dabei soll es nicht nur bei solchen bilateralen Kooperationen bleiben; in der Zukunft sollen weitere Kooperationen mit anderen europäischen Ländern angestrebt werden. Hierbei gelte es allerdings zu beachten, dass die Vielfalt der europäischen Kulturen weiterhin gewährt werde: „Ich würde nie so weit gehen, ein europäisches Institut in einer homogenen Form zu akzeptieren, denn die Vielfalt ist ein hoher Wert.“ Trotzdem gebe es gute Gründe für die Zusammenschlüsse von Kulturinstituten, auch um die Unterstützung und Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement, insbesondere in politisch schwierigen Zeiten mit rechtspopulistischen Tendenzen. Denn eines stellte Präsident auch klar: „Wir sind sehr politisch.“

Das Goethe-Institut setzt Akzente und bewegt sich in unterschiedlichen Weltregionen. Hierbei habe das Institut seit 2006 Verantwortlichkeiten bewusst regional ausgelagert, da es nicht möglich sei, von München aus alles zu steuern, was in der Welt passiert. Denn: „Wir wollen spezifische Lösungen, wir wollen partizipatorisch arbeiten.“ Außerdem formuliert Professor Lehmann, dass das Goethe-Institut natürlich auch politische Interessen im Ausland verfolgt: „Dieses politische Interesse ist, dass wir klarmachen, dass wir die demokratische, rechtsstaatliche, freiheitliche Gesellschaft in dieser Weise verkörpern – das ist für uns ein Grundsatz.“

Beschäftigung mit internationalen Themen in der Bundesrepublik: Residenzprogramme für Kulturschaffende aus dem Ausland

Allerdings interessiert das Goethe-Institut nicht nur, was außerhalb Deutschlands passiert – Lehmann fordert im Gespräch klar eine stärkere innerdeutsche Präsenz und die Beschäftigung mit internationalen Themen in der Bundesrepublik: „Die Deutschen erfahren eigentlich nicht, was in der Welt draußen vor sich geht und was an Problemen, an Risiken oder auch an Chancen besteht.“ Um eine weltoffene Gesellschaft zu sichern, gilt es, dieses zu vermitteln.

Eine Form der Vermittlung könnten Residenzprogramme für ausländische Partner in Deutschland sein, um Entwicklungen und Diskussionen hierzulande sichtbar zu machen. Ein Ort für einen solchen Austausch könnte beispielsweise das Humboldt-Forum sein. Denn: „Wir wollen nicht über diese Länder, sondern mit diesen Ländern reden.“

Das Goethe-Institut ist offen für Diskussion und Dialog. Seit vielen Jahren gibt es deshalb im Rahmen von Forschungsprojekten Kooperationen mit dem Hildesheimer Universitätsinstitut für Kulturpolitik, die auch in der Zukunft weiterverfolgt werden. „Sie stehen hier von akademischer Seite stark unter Beobachtung“, sagte Professor Wolfgang Schneider augenzwinkernd zum Abschluss eines aufschlussreichen Disputs um die Zukunft einer internationalen Kulturpolitik, der für die Studierenden viele Impulse zum Weiterdenken bot.

Pia Wagner studiert im Master „Kulturvermittlung“ an der Universität Hildesheim. Im Studium spezialisiert sie sich auf auswärtige Kulturpolitik und internationale Kulturarbeit.

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news-15936 Fri, 25 Jan 2019 08:35:00 +0100 Infotage für Studieninteressierte in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/infotage-fuer-studieninteressierte-in-hildesheim/ Über das Studium in den Bereichen Kunst und Kultur, Lehramt, Erziehung und Soziales, Sprache und Kommunikation sowie Wirtschaft, Informatik und Umwelt informiert die Universität Hildesheim während der Infotage. Infotag „Studieren auf der Höhe“

Wann? Freitag, 1. Februar 2019, 10.00 bis 17.00 Uhr
Wo? Hauptcampus Uni Hildesheim, Forum (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim)

Die Studienberatung der Universität Hildesheim lädt Studieninteressierte am Freitag, 1. Februar 2019, zu dem Infotag „Studieren auf der Höhe“ nach Hildesheim ein. Schülerinnen und Schüler können sich gezielt über das Studienangebot in den Bereichen Lehramt, Erziehung und Soziales, Sprache und Kommunikation sowie Wirtschaft, Informatik und Umwelt informieren. Sie erhalten auch einen Überblick über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge. Gespräche mit Studierenden und Lehrenden und Campusführungen gehören zum Programm.

Veranstaltungen der Lehrenden – beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium –, Workshops von Studierenden zu Fragen rund um das Studium sowie gezielte Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten ermöglichen vielfältige Einblicke in die Hochschule und die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer Fragen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung der Uni Hildesheim wenden (Tel: 05121 883 92212, E-Mail: lehradt[at]uni-hildesheim.de).

Kultur und Kunst studieren

Wer sich für die Künste, ihre Entstehung und Vermittlung interessiert und sich vertieft über das kulturwissenschaftliche Bachelorstudium und Masterstudium informieren möchte, konnte sich bereits am 22. Januar 2019 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg über das Studium informieren, Lehrveranstaltungen besuchen und sich mit Studierenden und Lehrenden austauschen. Einen Überblick über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge erhalten Sie auch während des Infotags „Studieren auf der Höhe“ am 1. Februar 2019 am Hauptcampus der Uni Hildesheim.

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

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news-16052 Thu, 24 Jan 2019 17:40:00 +0100 Bildung stiften: Universität zeichnet 95 Studierende mit Deutschlandstipendien aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bildung-stiften-uni-zeichnet-95-studierende-mit-deutschlandstipendien-aus/ Die Universität Hildesheim dankt allen Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Das Bundesbildungsministerium hat die Stiftungskultur an der Uni Hildesheim ausgezeichnet, nun hofft das Stiftungsteam um Vizepräsident Martin Schreiner und Markus Langer auf weitere Stifter, die junge Wissenschaftstalente fördern. „Bildung stiften 111“:
Helfen Sie uns, 111 junge Wissenschaftstalente zu fördern

Professor Martin Schreiner hat die diesjährige Stipendienfeier der Universität  genutzt, um den Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern aus Hildesheim und der Region zu danken. „Ihre Unterstützung ist weitaus mehr als ein monetäres Engagement und eine Geldüberweisung, Sie zeigen jungen Talenten an unserer Universität, dass Sie an sie glauben und setzen Vertrauen in das Tun des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung in dieser Woche vor 140 Gästen im Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Wir sind äußerst dankbar für Ihr Engagement.“

Seit 2011 vergibt die Universität Hildesheim Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Das Modell sieht so aus: Eine private Spende von 1800 Euro verdoppelt der Bund auf 3600 Euro, so dass für ein Jahr ein Stipendium mit monatlich 300 Euro vergeben werden kann.

Waren es im Jahr 2016 noch 72 Deutschlandstipendien sind es in diesem Jahr bereits 95 Deutschlandstipendien, die die Universität Hildesheim vergeben kann.

Vizepräsident dankt den 43 privaten Stifterinnen und Stiftern, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen

Bisher haben sich viele Personen der Hildesheimer Bürgergesellschaft entschieden, Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium zu unterstützen.  Neben der finanziellen Unterstützung gehören der persönliche Austausch und Veranstaltungen zum Stipendienprogramm. Unter den Stiftern sind außerdem Unternehmen und Stiftungen. Unter den Förderern befinden sich 43 private Stifterinnen und Stifter, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen. Unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten sind alle Studienrichtungen der Universität vertreten – von Wirtschaftsinformatik und Kulturvermittlung bis Umweltsicherung und Lehramt.

„Auch dank des hohen Engagements der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer ist uns eine neuerliche Steigerung auf nunmehr 95 Stipendien gelungen, von denen direkt unsere Studierenden profitieren“, sagt Markus Langer, der an der Universität als Leiter des Fund- und Friendraisings für die Stipendienprogramme zuständig ist.  „Ab sofort richten wir den Blick nach vorn: Unsere Kampagne Bildung Stiften 111! geht auch im Jahr 2019 weiter – bis Ende Juni wollen wir die 111 Stipendien eingeworben haben. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus der Region“, so Langer.

Professor Martin Schreiner dankt herzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen, die in Kommissionen zur Stipendienvergabe mitgewirkt haben. In der Feierstunde im Roemer- und Pelizaeus-Museum hielt der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen den Festvortrag „Karl Mays Silberbüchse oder: Die Dinge des Populären“. Der Wissenschaftler sprach über den Beginn der Spielzeugindustrie im 19. Jahrhundert, das Spiel mit Realität und Fiktion und den habituellen Wert der Dinge im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

„Das Stipendium ist eine Motivation und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“

„Die Freude war groß über die Stipendienzusage, das Stipendium ist eine Motivation auf den letzten Metern und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“, sagt Maria Nesemann, die in Hildesheim im Masterstudium Kulturvermittlung in einer deutsch-französischen Studienvariate studiert. „Aus dem Stipendium ergeben sich wesentlich mehr Freiräume, ich kann mich besser auf meinen Studienabschluss konzentrieren und meine ehrenamtliche Arbeit im Hildesheimer Sprachlernprojekt fortsetzen, in dem ich sehr viel für meinen künftigen Beruf im Umgang mit Kinder und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache lerne“, sagt die Lehramtsstudentin Anne Hampel, die in Hildesheim Deutsch und Englisch studiert.

Beide Stipendiatinnen erhalten ein Stipendium des Hildesheimer Ehepaars Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer. „Wir freuen uns auf das Stipendienjahr“, so Sibylle Fischer. „Wir haben damals gut studiert, nun möchten wir der Gesellschaft etwas zurückgeben. Seit ich im Ruhestand bin, gehe ich gerne zu den offenen Vorlesungen der Universität, die Uni bietet ein offenes, bürgernahes Klima“, sagt Hans-Jürgen Fischer. Dass der Staat jede private Spende verdoppelt, ist für das Ehepaar ein gutes Zeichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband haben die Stipendieninitiative der Stiftung Universität Hildesheim und ihrer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter ausgezeichnet. Die Universität Hildesheim ist eine von drei Hochschulen bundesweit, die 2017 für ihre Stipendienkultur ausgezeichnet wurde.

Kampagne „Bildung stiften 111“: Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab Juni 2019 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2019.

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news-15964 Mon, 14 Jan 2019 08:21:00 +0100 Professor für Empirische Unterrichtsforschung: Christof Wecker https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professor-fuer-empirische-unterrichtsforschung-antrittsvorlesung-von-christof-wecker/ Professor Christof Wecker untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht gestalten können. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können.“ Christof Wecker hat den Ruf aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und mit den forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Prof. Dr. Christof Wecker forscht und lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Er wurde zum Sommersemester 2018 auf die Professur für Empirische Unterrichtsforschung berufen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unterrichtsmethodische Handlungsformen, fächerübergreifende Kompetenzen und evidenzbasierte Praxis im Bildungsbereich. In seine Arbeit bezieht er den digitalen Wandel mit ein. Beispielsweise befasst er sich mit der Frage, wie digitale Medien im Unterricht lernförderlich eingesetzt werden können.

Christof Wecker bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. In seinen Vorlesungen und Seminaren lehrt er Unterrichtsmethodik und pädagogische Diagnostik und thematisiert die Arbeitsweisen und Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung und der Unterrichtsforschung. „An meine eigene Lehre stelle ich den Anspruch, dass sie höchst anwendungsrelevant und zugleich forschungsbasiert sein sollte. Ich möchte, dass zukünftige Lehrkräfte daraus Wissen ziehen können, wie sie Unterricht lernwirksam gestalten können, und dass dieses Wissen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Auch eigene Forschungsergebnisse fließen direkt in Lehrveranstaltungen ein“, so Wecker.

Um das Unterrichtsgeschehen zu erforschen, führt der Wissenschaftler Experimente im Unterrichtslabor und in Schulen durch, in denen Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Lernergebnisse verglichen werden. „Beispielsweise untersuche ich, ob Schülerinnen und Schüler Lerninhalte besser verstehen, wenn sie sich diese angeleitet durch geschickte Fragen ihrer Lehrkraft selbst erschließen“, so Wecker. „Um belastbare Antworten auf derartige Fragen zu erhalten, ist Forschung im Unterricht unabdingbar.“ Die traditionell enge Zusammenarbeit der Universität Hildesheim mit Schulen in Hildesheim und der Region im Bereich der Lehrerbildung will er daher auch im Bereich der Forschung vertiefen.

Christof Wecker hat den Ruf nach Hildesheim aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und curricular gut in das Studium integriert, das heißt stark mit den wissenschaftlich orientierten und forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Die breit vertretenen Fachdidaktiken bieten ihm für seine Forschung ein anregendes Umfeld und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können, der mit der empirischen Unterrichtsforschung einen zentralen Bestandteil des Lehramtsstudiums abdeckt.“

Christof Wecker ist 41 Jahre alt, geboren in Fürstenfeldbruck, und hat Erziehungswissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in München, Tübingen und Oxford studiert. Es folgten Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der venia legendi für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Vor seinem Wechsel nach Hildesheim hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau inne. Seit 1. April 2018 ist er Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Unterrichtsforschung hat, erreicht Prof. Dr. Christof Wecker unter empirische-unterrichtsforschung@uni-hildesheim.de.

Lesetipp:

Interview: Was passiert im Unterricht?
Der Unterrichtsforscher Christof Wecker erklärt,
welche Rolle Zeit, Störungen, Medien, das Üben
und Sitznachbarn im Unterrichtsverlauf spielen.
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #4, S. 32

Antrittsvorlesung

In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Unterrichtsforscher am Mittwoch, 16. Januar 2019, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in seine Forschung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wozu taugt eine fachunabhängige Unterrichtsforschung?“ beginnt am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

In seinem Vortrag erläutert Wecker exemplarische Grundformen unterrichtsmethodischen Handelns, deren Beitrag zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern und das Zusammenspiel zwischen Fachdidaktiken und empirischer Unterrichtsforschung bei ihrer Erforschung.

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Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Personalportal Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Pressemeldungen Forschung Startseite
news-15986 Mon, 14 Jan 2019 08:01:00 +0100 Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ startet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/fotografieprojekt-100-studierende-100-geschichten-startet/ Beim AStA setzen sich Studierende für studentische Belange ein, und gestalten so die Universität mit. Isabelle C. M. Lohrengel ist AStA-Referentin für Inklusion und berichtet im Interview von ihrer Arbeit. Gerade wirbt die Kunststudentin mit dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ für mehr Toleranz und Diversität an unserer Universität. An dem Projekt können Studierende ab sofort noch mitwirken. Die Fotos sind Teil einer Ausstellung. TIPP: Jede Stimme zählt – wählen gehen! Vom 14. Januar bis zum 28. Januar 2019 haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit die Vertreterinnen und Vertreter für die Fachbereichsräte, den Senat und das Studierendenparlament zu wählen. [Hier geht's zur Online-Wahl]

Im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) gibt es eine Reihe von Referaten, Studierende befassen sich zum Beispiel mit den inhaltlichen Themen „Inklusion“, „Soziales“, „Familie“, „Politische Bildung“, „Umwelt und Nachhaltigkeit“, „Internationales und Antirassismus“ oder „Gender und Queer“. Die Mitglieder des AStA arbeiten ehrenamtlich und werden jährlich durch das Studierendenparlament (StuPa) gewählt.

Eine von ihnen ist Isabelle C. M. Lohrengel. Die Lehramtsstudentin studiert in Hildesheim Deutsch, Kunst und Soziologie und arbeitet als AStA-Referentin für Inklusion, zuvor war sie zwei Jahre Beauftragte für Barrierefreiheit.

Interview

Frau Lohrengel, Sie starten ein Ausstellungsprojekt über Vielfalt an der Hochschule. Warum?

Ich zeige ab Ende Januar 2019 im Stammelbachspeicher mein derzeitiges Fotografieprojekt, das ist Teil meines künstlerischen Projekts am Kunstinstitut bei Manfred Lauschke und Swantje Saß. Gemeinsam mit weiteren Kunststudierenden entsteht die Ausstellung „höher, schneller, weiter“. Ich möchte die Möglichkeit der öffentlichen Präsentation nutzen, um auf das Thema „Inklusion“ aufmerksam zu machen. Warum ich gerade jetzt das Projekt umsetze? In letzter Zeit habe ich vermehrt alarmierende Beratungsgesrpäche, in denen Studierende erzählen, wie sie vermehrt Diskriminierung erleben. Ich habe mindestens fünf Beratungen pro Woche, es ist sehr unterschiedlich, und viele sagen, sie wissen nicht, wie sie Hilfe bekommen können. Sie berichten neben strukturellen Barrieren zum Beispiel von Ereignissen, in denen sie von Kommiliton*innen aufgrund einer chronischen Krankheit oder Behinderung beispielsweise gefragt werden: „Ist das ansteckend?“, oder es werden schreckliche herabwürdigende Sticker, die ich hier nicht zitieren möchte, auf dem Campus gefunden.

Sie suchen Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche für Ihr Fotografieprojekt zum Thema Inklusion. Wer kann sich denn bei Ihnen melden? Was verstehen Sie unter Inklusion

Für mich bedeutet Inklusion, das jeder dieselbe Teilhabe erfährt und respektiert wird. Aber auch, dass jeder mit seinen individuellen Eigenschaften akzeptiert und wertgeschätzt wird. Es ist bereichernd, verschieden zu sein. In meinem Fotografieprojekt suche ich nun 100 Studierende, die ein Zeichen für mehr Toleranz setzen möchten. Ich erstelle ein schwarzweiß Portrait, außerdem beantwortet jeder zwei Fragen schriftlich, das ist anonym und wird später in den Computer übertragen – selbst ich kann die Bilder und Geschichten nicht einander zuordnen. Jede Geschichte ist gleichwertig bedeutsam, ich gruppiere und ordne nicht. Die erzählten Geschichten reichen von Rassismuserfahrungen über finanzielle Sorgen und dadurch Diskriminierung, weil man es sich nicht leisten kann, teilzuhaben. Auch die Geschichten von jenen, die sich vielleicht nicht diskriminiert fühlen, können und sollen erzählt werden. Inklusion geht uns alle etwas an! Ich möchte aber besonders die ermutigen, Teil des Projektes zu werden, die selbst Diskriminierung erleben. Ich suche 100, die sich trauen, mich inbegriffen. Mit dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ möchte ich auch einen inhaltlichen Beitrag dazu leisten, inklusive Strukturen an der Hochschule weiterzuentwickeln, und zeigen: Wir sind mehr!

Als AStA-Referentin bearbeiten Sie das Thema Inklusion und möchten für mehr Toleranz und Diversität an unserer Universität werben – was können Studierende im Alltag bewirken und tun?

Ich habe zwei Bitten an uns alle. Die erste Bitte betrifft jeden – gehe mit offenen Augen durch die Uni, reflektiere das eigene Verhalten sowie Machtstrukturen und mache dich stark für andere, wenn Diskriminierung sichtbar wird. Wenn du dich über Strukturen ärgerst, dann sag es auch, denn studentische Partizipation ist super wichtig. Deshalb sollte man auch an Gremienwahlen unbedingt teilnehmen. Die zweite Bitte richtet sich an Betroffene von Diskriminierung – du musst nicht schweigen, du bist nicht alleine und du musst Diskriminierung nicht alleine erleben. Es gibt Unterstützung, wie zum Beispiel meine Referentenstelle beim AStA. Als Studierendenvertreterin möchte ich mich gemeinsam mit dem gut vernetzten AStA- und StuPa-Team für andere stark machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“: Wie kann ich mitmachen?

Wer an dem Fotografieprojekt „100 Studierende – 100 Geschichten“ mitwirken möchte, kann ab sofort noch bis zum 23. Januar 2019 an folgenden Terminen teilnehmen: Dienstag, 15. Januar  (14 bis 18 Uhr), Mittwoch, 16. Januar (14 bis 18 Uhr), Dienstag, 22. Januar (10 bis 16 Uhr) und Mittwoch, 23. Januar (14 bis 18 Uhr). Die Studentin erstellt im AStA-Beratungsraum (I103) am Uni-Hauptcampus ein schwarzweißes Portrait, das teilnehmende Studierende als Datei geschickt bekommen können. Außerdem kann man folgende zwei Fragen schriftlich und anonym beantworten: „Was beeinträchtigt dich im Studium?“ und „Was ist dein Ziel?“. Bei Fragen kontaktieren Sie gerne die Studentin Isabelle C. M. Lohrengel, AStA-Referentin für Inklusion (E-Mail: inklusion@asta-hildesheim.de).

Die einzelnen Portraits werden zu einem Tableau zusammengefügt und die Antworten anonym in einem Begleitheft gedruckt. Das Ergebnis wird im Rahmen der kunstpädagogischen Austellung präsentiert.

Ausstellung „höher, schneller, weiter“

Lehramtsstudierende der Kunstpädagogik führen am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Universität Hildesheim wieder ein künstlerisches Projekt durch. Das Ausstellungsprojekt leiten Manfred Lauschke und Swantje Saß.

In der Ausstellung „höher, schneller, weiter“ zeigen 35 Studierende klassische Zeichnungen,  aufwändige Videoinstallationen und dreidimensionale Objekte oder eben Fotografien. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am Montag, 28. Januar 2019 um 18:00 Uhr im Stammelbachspeicher in der Wachsmuthstraße eröffnet. Mit einer Finissage endet die Ausstellung am Mittwoch, 6. Februar 2019 um 18:00 Uhr mit Worten von Professorin Bettina Uhlig.

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news-15976 Fri, 11 Jan 2019 13:31:00 +0100 Universität als Ort für zukunftsorientierte Debatten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-als-ort-fuer-zukunftsorientierte-debatten/ Entscheidung für Hildesheim: Das Wissenschaftsministerium fördert die Projekte „Informationskompetenz und Demokratie“ sowie „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim zeigen, welche Relevanz und Aktualität ihre Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Im Programm „Zukunftsdiskurse“ fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zwei Projekte der Universität Hildesheim. Die Hildesheimer Forschung zeigt, wie relevant und aktuell die Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist. Für jedes Projekt stehen maximal 100.000 Euro bei einer Laufzeit von maximal 15 Monaten zur Verfügung. Die Förderung stammt aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

„Demokratie und Wissenschaft sind ohneeinander nicht zu denken. Mit dem Förderprogramm ‚Zukunftsdiskurse‘ wollen wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken und verdeutlichen, dass unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen zentrale Orte für zukunftsorientierte Debatten sind“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Das sind die geförderten Projekte in Hildesheim:

„Informationskompetenz und Demokratie: Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung“

Das Projekt haben Prof. Dr. Joachim Griesbaum und Prof. Dr. Thomas Mandl vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie Prof. Dr. Elke Montanari vom Institut für deutsche Sprache und Literatur entwickelt.

Demokratie lebt vom Diskurs und der Bereitschaft, die Perspektiven Anderer wahrzunehmen und als mögliche Standpunkte anzuerkennen. Voraussetzung für einen sachlich-zielführenden Diskurs ist eine fundierte Wissensbasis. Hierfür ist gelebte Informationskompetenz unverzichtbar, sagt das Forschungsteam.

„Informationen zu suchen, zu finden und zu verarbeiten fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen“, so Joachim Griesbaum. Die Problematik sei nicht nur „abstrakter Natur“, sondern betrifft „unmittelbar die Lebenswelt jedes Netznutzers“.

Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und Informationsbbereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie“ will das Problem für Niedersachsen stärker bewusst machen, es in der Öffentlichkeit diskutieren und dabei Lösungsansätze suchen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen in dem Projekt unterschiedliche Akteursgruppen zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen. Dabei soll auch die internationale Perspektive einbezogen werden.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Nach einer Tagung in Niedersachsen wird der Diskurs auf einem Blog weitergeführt und ein Aufruf für Beiträge zu einer Abschlusstagung im gleichen Bundesland verbreitet. Auf dieser Plattform wird die Diskussion durch Beiträge von Experten, Studierenden und sonstigen Interessierten weitergeführt. Abschließend werden die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert.

„Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“

Das Projekt entstand auf Initiative des Juniorprofessors für Theologische Ethik, Prof. Dr. Alexander Merkl, des Instituts für Katholische Theologie in Kooperation mit dem Direktor des Instituts für Geschichte, Prof. Dr. Michael Gehler.

„Wir werden einen Zukunftsdiskurs über die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft führen“, sagt Professor Alexander Merkl. Aktuelle Anlässe dafür bieten die Bewerbung der Stadt Hildesheim als europäische Kulturhauptstadt 2025 und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai 2019. Das Interesse an der Thematik insbesondere im Vorfeld zu den Wahlen sowie der gesellschaftliche Diskussionsbedarf seien hoch, so Merkl. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Bürgergesellschaft ist unser zentrales Anliegen.“

Das Projekt startet mit einer Podiumsdiskussion am 5. April 2019 und einem zweitägigen Bürgerforum am 26. und 27. April 2019 an der Volkshochschule in Hildesheim. Abschließend  findet am 27. Juni 2019 an der Universität Hildesheim eine Veranstaltung für Bürger, Studierende und Schülerinnen und Schüler statt, in der die historischen Fundamente europäischer Verantwortung sowie gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der Europäischen Union in Bereichen wie Sicherheit, Frieden, Erweiterung und Zuwanderung besprochen werden.

Der Theologe Alexander Merkl und der Historiker Michael Gehler führen historische und ethische Fragestellungen zusammen.

„Eine fundierte wissenschaftliche Aufbereitung, gelingender Wissenstransfer in die Bürgergesellschaft und die Gelegenheit zur aktiven, dialogischen Diskursteilnahme bilden die Säulen dieses Vorhabens“, so Merkl.

Das Projekt beinhaltet eine Mitarbeiterstelle für fünfzehn Monate und schließt an jüngere Projekte und Forschungsvorhaben der Antragsteller an. Professor Alexander Merkl publizierte jüngst den Sammelband „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik". Professor Michael Gehler führt seit Jahren die öffentlichen Europagespräche in Hildesheim durch, die ebenfalls mit dem bewilligten Projekt verzahnt werden.

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news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
  • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
  • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

„Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

  • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

„Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- un