Universität Hildesheim - Meldungen https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim de-de Stiftung Universität Hildesheim Sat, 31 Oct 2020 18:04:32 +0100 Sat, 31 Oct 2020 18:04:32 +0100 TYPO3 EXT:news news-19688 Wed, 28 Oct 2020 13:10:00 +0100 Rosen, Rüben und der Sinn des Lebens: Hildesheim verpasst den Titel zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/b-rosen-rueben-und-der-sinn-des-lebens-hildesheim-verpasst-den-titel-zur-europaeischen-kulturhaupt/ And the winner is...: Chemnitz! Die zwölfköpfige internationale Jury zur Auswahl der Kulturhauptstadt Europas hat entschieden: Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025. Chemnitz konnte sich gegen die vier anderen Städte der sogenannten Shortlist-Nominierung Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchsetzen. „Die Stiftung Universität Hildesheim gratuliert der Gewinnerin des Europäischen Kulturhauptstadtwettbewerbs, dankt dem grandiosen Team des Projektbüros Hildesheim 2025 und dem unermüdlich tätigen Freundeskreis Hildesheim 2025 für die Riesenleistung und freut sich auf die mannigfaltigen Veranstaltungshighlights in der Stadt und in der Region Hildesheim in den nächsten Jahren dank des Plans B“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim.

BidBook mit deutlicher Handschrift der Hildesheimer Kulturwissenschaften

„Allein die Tatsache, dass Hildesheim und der Landkreis sich auf den Weg gemacht haben, diesen wichtigen Titel zu erringen, zählt enorm. Die Bewegung, die nun in der Stadt zu spüren ist, wird nicht klanglos verschwinden und wir freuen uns als Ort von Theorie und Praxis der Kultur diesen Prozess weiter mitzugestalten“, vermerkt Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis.

Neue Kulturvermittlungsansätze aus der „European Province of Culture“

"Auch wenn Hildesheim nicht offizielle Kulturhauptstadt Europas geworden ist, wird es mit Sicherheit einen Plan B geben. Durch den Bewerbungsprozess hat sich die Kooperation unseres Instituts mit den städtischen Kultur-Akteuren intensiviert und wir freuen uns, diese dabei zu unterstützen, einige der großartigen Ideen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung aus der Bewerbung umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten!", so Prof., Dr. Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement. 

„We Care“ unterstreicht die Solidarität und ein offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen

Kulturpolitikprofessor Prof. Dr. Julius Heinicke ergänzt: „Mit ‚We Care - Beets, Roses and the Meaning of Life‘ hat das Team des Projektbüros Hildesheim 2025 auf Solidarität und ein weites und offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen gesetzt, ein Ansatz, der aus internationaler Perspektive ungemein wichtig und richtungsweisend ist. Der UNESCO-Lehrstuhl freut sich darauf, mit allen Akteur*innen und Mitstreiter*innen diese bedeutsamen Ideen und Impulse weiterzuverfolgen. Auch ohne den Titel werden es mit Plan B aufregende und bunte Jahre, die für die Zukunft der internationalen Kulturpolitik und deren Forschungsarbeiten von unschätzbarer Bedeutung sind.“

„Die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt“

Professor Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaften fügt hinzu: „Ich bedauere sehr, dass Hildesheim das Rennen nicht für sich entscheiden konnte. Dennoch hat Hildesheim gewonnen, denn die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt, Netzwerke entstehen lassen und kulturelle Projekte entworfen. Eines davon ist das Projekt ‚Little Big Minds‘ – eine Kooperation zwischen der Universität Hildesheim, dem Dommuseum und weiteren Akteur*innen im Bereich der kulturellen Bildung. In diesem Projekt geht es darum, den Ideen, Gedanken und Fragen von Kindern in Bezug auf die Bedeutung eines kulturellen Erbes in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft auf die Spur zu gehen. Wir werden dieses Projekt zwar nicht in dem Umfang realisieren können, wie wir das als Kulturhauptstadt getan hätten – aber wir sind von dem Grundgedanken des Projektes so überzeugt, dass wir es in einer etwas kleineren Variante dennoch durchführen werden, denn das kulturelle Erbe von Hildesheim gehört nicht nur den Erwachsenen, sondern ebenso den Kindern.“

Es begann mit einer „Werkstatt der Verrückten“

Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, hat im Namen der Stiftung Universität Hildesheim den Bewerbungsprozess von Januar 2016 an begleitet. Was mit einer „Werkstatt der Verrückten“ auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg begann und einer Potenzialstudie und mit einer ersten Begegnung der damals neun deutschen Bewerberstädte am gleichen Ort seine Fortsetzung fand, führte zur beachtenswerten Shortlist-Nominierung. „Almuni der Hildesheimer Kulturwissenschaften haben der Bewerbung eine besondere Note gegeben“, sagt Dr. Daniel Gad.

„Mit dem Abschluss des Stadt- und Bistumsjubliäums startete der Bewerbungsprozess um den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Die Bewerbung war ein gewaltiger Motor, das in vielen kulturpolitischen Fragen festgefahrene Hildesheim in Bewegung zu setzen. Diese Bewegung wird mit dem Ende des Laufes um den Titel nicht enden. Gerade konkrete Unternehmungen wie die Kulturstrategie der Stadt oder auch das Cultural Hub am Angoulêmeplatz werden die vielfachen neuen und neu belebten Kooperationen in der Stadt und mit dem Landkreis Rahmen und zur Fortsetzung verhelfen. Bereits diese Aktivitäten eröffnen nun sehr konkrete Möglichkeiten, Hildesheim als beachteten und attraktiven Ort weiterzuentwickeln und zu präsentieren.“

 

Text: Gabriele Gerner (Pressestelle)

 

 

 

 

 

 

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news-19690 Wed, 28 Oct 2020 12:00:00 +0100 Science Slam 2020: Virtueller Wettkampf der Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/science-slam-2020-virtueller-wettkampf-der-wissenschaft/ Der Science Slam steht in diesem Jahr unter besonderen Voraussetzungen: Video statt Audimax heißt die Devise. Ab dem 2. November geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Stiftung Universität Hildesheim Einblicke in ihre Arbeit - und stellen sich mit ihrer Präsentation dem Online-Publikum zur Abstimmung. Die Siegerehrung am 10. November ab 18 Uhr ist per Livestream zu verfolgen. Verbales Duell ganz virtuell

Die Stiftung Universität Hildesheim lädt auch dieses Jahr wieder zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Ab Montag, 2. November, geben vier Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Fachdisziplinen Einblicke in ihre Arbeit. Aufgrund der besonderen Umstände in diesem Jahr haben die Vortragenden die Bühne des Audimax gegen ein technisches Studio und die Zuschauer*innen gegen Kameras eingetauscht, um ihre Vorträge im Videoformat vorzuproduzieren. Die Aufgabe blieb dennoch gleich: Ein Thema in einem unterhaltsamen, gleichwohl fundierten Vortrag mit technischen Hilfsmitteln, Requisiten oder auch Experimenten auf die Bühne bzw. vor die Kamera zu bringen. Über ein Abstimmungstool auf der oben genannten Seite können Zuschauer*innen ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Videos ihren Lieblingsvortrag wählen. Die Siegerehrung findet am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr in einem Livestream statt.

Fachbereich 1: Prof. Dr. Marc Partetzke

Für den Fachbereich 1 tritt Prof. Dr. Marc Partetzke aus dem Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Politikwissenschaft mit seinem Vortrag Leistungsfeststellung und -beurteilung - „Widewide wie sie mir gefällt?“ an. Sie sind von dem ganzen Leistungsgerede genervt? Bei dem Gedanken an Zensuren und Zeugnisse stellen sich Ihnen die Nackenhaare auf? Sie wollen Ihren Schüler*innen bessere Erfahrungen ermöglichen, als Sie selbst machen mussten? - Dann sind Sie bei seinem Vortrag genau richtig!

Fachbereich 2: Prof. Dr. Julius Heinicke

Der Fachbereich 2 wird in diesem Jahr von Prof. Dr. Julius Heinicke aus dem Institut für Kulturpolitik vertreten. Sein Vortrag Das Sternchen und das Weiße Haus lädt zur Debatte ein, auf welche Art und Weise koloniale Denkmuster überwunden werden können. Das Weiße Haus weist nicht nur auf den US-amerikanischen Kontext, auch hierzulande werden Kulturinstitutionen zunehmend nach ihren kolonialen Mechanismen und Geschichten befragt und Wandlungsprozesse eingefordert. Doch auch das * (Sternchen) spielt in diesem Vortrag eine entscheidende Rolle…. Seien Sie gespannt!

Fachbereich 3: Prof Dr. Bettina Kluge

Für den Fachbereich 3 stellt sich Prof Dr. Bettina Kluge aus dem Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation mit Ihrem Vortrag Siezen, Duzen & der erste Kuss ihren Herausforderern. Ob man jemanden duzen oder siezen soll, ist schon in der eigenen Sprache schwierig zu entscheiden. Und wie gehen die Filmübersetzer*innen vor, die mit dem englischen 'you' konfrontiert sind? Welche Rolle der erste Kuss dabei spielt, erfahren Sie in ihrem Beitrag.

Fachbereich 4: Prof. Dr. Sebastian Mentemeier

Den Fachbereich 4 repräsentiert in diesem Jahr Prof. Dr. Sebastian Mentemeier aus dem Institut für Mathematik und Angewandte Informatik. In seinem Vortrag Expeditionen ins Zufallsreich scheut er vom schlafenden (?) Löwen bis zum Plutonium keine Gefahren, um die "Gesetze des Zufalls" auf ihre Gültigkeit zu testen. Es erwartet Sie eine anschauliche und unterhaltsame Reise in die Mathematik.

And the winner is ...

Die Begrüßung für die Siegerehrung im Livestream am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr erfolgt durch Herrn Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen. Die Moderation übernimmt Herr Markus F. Langer. Der Abend wird durch musikalische Aufnahmen des Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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news-19679 Mon, 26 Oct 2020 16:00:00 +0100 Wintersemester 2020: Schreiben des Präsidenten an alle Mitglieder und Angehörigen der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wintersemester-2020-schreiben-des-praesidenten-an-alle-mitglieder-und-angehoerigen-der-universitaet-hi/ Heute ist „Vorlesungsbeginn“. Mit diesem Begriff bezeichnen wir üblicherweise den Beginn der Lehrveranstaltungen in einem Semester. Aber das Wintersemester 2020/21 steht wie das vorangegangene Sommersemester ganz im Zeichen der Pandemie. Wieder gilt ein Ausnahmezustand. Schreiben des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich vom 26.10.2020

An alle Mitglieder und Angehörigen der Universität Hildesheim

Liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute ist „Vorlesungsbeginn“. Mit diesem Begriff bezeichnen wir üblicherweise den Beginn der Lehrveranstaltungen in einem Semester. Aber das Wintersemester 2020/21 steht wie das vorangegangene Sommersemester ganz im Zeichen der Pandemie. Wieder gilt ein Ausnahmezustand.

Das Virus COVID-19 verursacht lebensbedrohliche Erkrankungen und der starke Anstieg der Infektionen zwingt uns zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Wir müssen die AHA-Regeln beherzigen: Abstand, Hygiene und Atemschutz. Auch Kontaktbeschränkungen sind unvermeidlich. Unter diesen Bedingungen ist ein normaler Universitätsbetrieb nicht möglich. Wir alle leiden darunter. Wir wollten mit dem Konzept „Hybridsemester“ schrittweise mehr Präsenz auf dem Campus ermöglichen.Mit Blick auf das exponentielle Wachstum der Ansteckungen werden Online-Lehre und Homeoffice auch in diesem Wintersemester den Hochschulalltag bestimmen.

Liebe Studierende, Sie werden weiterhin zu meinem sehr großen Bedauern den Seminarraum und damit die Gemeinschaft mit den anderen Studentinnen und Studenten und unseren Lehrkräften nur in sehr begrenztem Maß aufsuchen können. Auch die Bibliothek kann nur einen Notdienst leisten und die Mensa kann kein Speiseangebot machen.
Die finanziellen Hilfen durch die Studentenwerke, unseren hochschuleigenen Sozialfonds und die Agentur für Arbeit sind sehr begrenzt. Die Wohnungsfrage macht Ihre Lage schwierig. Dennoch wird es kein verlorenes Semester werden, denn durch Online-Formate ist – mit allen Einschränkungen – ein Mindestmaß an Studium möglich.

Liebe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, von Ihnen wird erneut Außergewöhnliches verlangt. Die Online-Lehre stellt eine Einengung Ihres didaktischen Einsatzes dar. Sie sollte unter normalen Bedingungen die Präsenzlehre ergänzen, jetzt sind Sie gezwungen, neue Formate zu erproben, um den unterschiedlichen Bedarfen unserer Studierenden gerecht zu werden. Für die künstlerischen Fächer bringen die Einschränkungen eine zusätzliche Härte. Bitte, lassen Sie nicht nach in Ihrem Bemühen, die Erstsemester für ein wissenschaftliches Studium zu begeistern und die höheren Semester besonders bei den Arbeiten zum Studienabschluss zu unterstützen.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung und im technischen Dienst, Sie sichern die universitäre Infrastruktur und garantieren – meist von ihrem Arbeitsplatz zu Hause aus – das „Funktionieren“ des Betriebs. Das gilt für mich gleichermaßen. Wir müssen uns alle gegenseitig nach Kräften unterstützen, um einen kompletten „Lockdown“ zu verhindern. Das verlangt häufiger pragmatisches Handeln, weil die gewohnten Verfahrensweisen nicht oder nur eingeschränkt wirksam sind.

Wir alle haben zusätzlich familiäre Herausforderungen zu meistern, die durch die Pandemie verursacht sind und belastend wirken. Darauf gilt es Rücksicht zu nehmen, wenn wir Anforderungen stellen. Nur wenn wir alle umsichtig und verantwortungsbewusst handeln, werden wir den vor uns liegenden schwierigen Winter einigermaßen gut überstehen. Wir können das leisten. Das von den Vizepräsidenten Kreysing und Sander und ihren Teams für unsere Universität entwickelte Hygienekonzept dient unserem Schutz. Es ist in der jeweils aktuellen Fassung auf der Homepage der Universität verfügbar: www.uni-hildesheim.de/oeffentlichkeit/coronavirus/Achten wir auf unsere Gesundheit und auf die unserer Nachbarn.

Alles Gute wünscht Ihnen

Wolfgang-Uwe Friedrich

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news-19338 Fri, 23 Oct 2020 13:10:00 +0200 Interview mit Professorin Annette Pehnt: „Ich vermisse das kollektive Nachdenken“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/interview-mit-professorin-annette-pehnt-ich-vermisse-das-kollektive-nachdenken/ Prof. Dr. Annette Pehnt ist Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim. Im Sommersemester 2020 bot sie unter anderem ein digitales Lyrikseminar, eine Online-Redaktion und digitale Werkstattgespräche an. Im Interview erzählt sie von der Umstellung auf die digitale Lehre. Frau Professorin Pehnt, als feststand, dass das Sommersemester 2020 nicht vor Ort an der Domäne stattfinden würde, mussten wir alle umdenken. Wie haben Sie diese Umstellung erlebt?

Da die Entscheidung ja sehr kurzfristig fiel, mussten wir aus dem Stand das ganze Lehrangebot neu aufstellen, Lehraufträge umplanen, teilweise auch neue Veranstaltungen ausbringen – das war natürlich für mich und alle Kolleg*innen ein sehr großer Aufwand. Zum Glück haben wir uns da im Team sehr gut unterstützt.

Wie haben Sie sich auf das Semester vorbereitet? Mussten Sie Ihre Lehrinhalte an die neue Situation anpassen?

Ja natürlich, vollkommen, ich musste alles neu denken. Was im Prinzip ja auch ein interessanter Prozess ist. Meine Seminare sind normalerweise völlig auf Dialog, künstlerische Praxis, intensiven Austausch und gemeinsames Erarbeiten von Lerninhalten angelegt. Das alles ist digital in dieser Form nicht möglich – man muss andere Kommunikationsformen finden und sich auch darauf einlassen.

Was hat Ihnen dabei geholfen?

Auf jeden Fall der Austausch im Team, die digitalen Tools, die mein Kollege Guido Graf für den ganzen Fachbereich bereitgestellt hat, und die Rückmeldungen der Studierenden.

Wie gestalten Sie Ihre digitalen Seminare?

Ich versuche, eine Mischung aus synchronem und asynchronem Lernen zu ermöglichen. Also Inhalte (Lektüren, Podcasts) bereitzustellen, aber immer wieder auch im digitalen Seminarraum darüber in den Austausch zu gehen. Selbststudium ist wichtig, aber erst in der Auseinandersetzung im Seminar kann sich ein tieferes Verstehen und eine eigene Positionierung herausbilden.

Man könnte meinen, dass das Fach Literatur – anders als andere praxisbezogene Fachdisziplinen wie Biologie oder Sport – sich verhältnismäßig gut für die digitale Lehre eignet. Würden Sie mit dieser Aussage mitgehen?

Ja, aber bei uns studiert man ja Literatur eben gerade nicht germanistisch, sondern an der Schnittstelle zur Praxis. Es geht immer auch um die Verknüpfung mit dem eigenen Schreiben, um künstlerisches Handeln und den Austausch in Werkstattformaten und Projekten. Das alles übersetzt sich nicht von allein ins Digitale.

Wie erleben Sie die Reaktionen der Studierenden auf Ihre digitale Lehre?

Die Rückmeldungen waren sehr unterschiedlich. Am Anfang habe ich wohl die Belastung und den hohen Workload der Studierenden unterschätzt. Wichtig war den meisten, dass es immer wieder den direkten Kontakt über Videoschaltungen gab, dass wir uns also nicht aus den Augen verloren haben. Ich muss sagen, dass die Studierenden in diesem Semester unheimlich produktiv gearbeitet haben.

Was vermissen Sie am meisten aus der Präsenzlehre?

Den lebendigen Austausch von Angesicht zu Angesicht. Ich reagiere in der Präsenzlehre auf die Gruppensituation, auf Gestik, auf Mimik – all das fiel nun weg. So musste ich mit einer oft beinahe schon anonymen Situation umgehen (meistens waren die Kameras der Teilnehmer*innen abgeschaltet, ich konnte niemanden sehen) und streckenweise frontaler arbeiten, als mir das lieb ist – also Input geben, ohne direkte Reaktionen zu bekommen. Ich vermisse wirklich die Vielstimmigkeit und die Gruppendynamik im Seminar, das kollektive Nachdenken.

Sehen Sie auch Vorteile in der digitalen Lehre? Gibt es beispielsweise digitale Methoden, die Sie neu für sich entdeckt haben und auch in Zukunft beibehalten wollen?

Für Verwaltungsvorgänge, Meetings und Gremien sind die digitalen Formen gut geeignet, zeit- und ressourcensparend. Aber in der Lehre … Ich bin fasziniert von Social Reading und würde das gern weiterhin ausprobieren. Auch gemeinsame Schreibvorgänge auf Plattformen können interessante Möglichkeiten für kollektives Schreiben bieten. Und wir haben unsere schöne Gesprächsreihe ‚Jour Fixe‘ quasi digital neu erfunden – das hat sogar besser funktioniert, weil wir unaufwändig interessante Gäste einladen konnten und das Format digital anscheinend einfacher zugänglich war. Aber insgesamt bin ich in der Lehre ein leidenschaftlich analoger Mensch.

Im Juli fanden die Eignungsprüfungen für die Studiengänge Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben und Lektorieren erstmals digital statt. Wie haben Sie die Prüfungen erlebt? 

Das konnte man sehr gut digital durchführen. Wir waren alle überrascht davon, wie gut diese Art von Gespräch auch per Videoschaltung funktioniert. Allerdings war es enorm anstrengend, weil ja die kleinen Pausen, Austauschmomente, coffee breaks wegfallen. Das müsste man, falls es in Zukunft nochmal ansteht, mitbedenken.

Was haben Sie aus der ersten digitalen Vorlesungszeit mitgenommen?

Mir ist nun noch bewusster, wie sorgfältig man die mediale Umsetzung mitdenken muss, wie aufwändig gute Lehre ist (egal ob digital oder in Präsenz) und wie angewiesen wir in den Künsten auf Präsenz in Raum und Zeit sind. Ein künstlerischer Studiengang funktioniert nur sehr bedingt als Fernstudium. Und ich brauche das Gespräch, mehr noch, als ich es gedacht hätte.

Gibt es etwas, das Sie im neuen digitalen Semester anders machen werden?

Ich werde sicherlich den hohen Arbeitsaufwand der Studierenden anders mitbedenken. Und ich werde noch direkter und dringlicher nach Rückmeldungen von Seiten der Studierenden fragen. Viele äußern sich im digitalen Unterricht nicht von allein, sondern verschwinden in der Anonymität, und da möchte ich gegensteuern. Außerdem werde ich große Gruppen konsequenter aufteilen, so dass die Hemmschwellen geringer sind, sich zu zeigen und einzubringen. Außerdem muss auch ich darauf achten, dass der Umfang der Arbeit, die digital ja keine Begrenzungen von Zeit und Raum kennt, nicht irgendwann vollkommen ausufert.


Das Interview führte Marie Minkov, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

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news-19636 Tue, 20 Oct 2020 09:16:45 +0200 Digitales Lernen und Lehren - Online-Diskussion am 3. November https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/digitale-lebenswelten-ringvorlesung-startet-am-dienstag-27-oktober/ „Wie verändert sich Universität?“ – dies ist die Kernfrage und das Thema der diesjährigen Ringvorlesung „Digitale Lebenswelten“. Zum 6. Mal lädt die Stiftung Universität Hildesheim dabei interessierte Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter der Hochschule ein, mit Expert*innen über aktuelle Themen zu diskutieren. "Digitales Lehren und Lernen" ist das Thema der Diskussionsrunde am Dienstag, 3. November, ab 18.15 Uhr. Sie kann ohne Anmeldung und kostenfrei online verfolgt werden auf https:/bbb.uni-hildesheim.de/b/joa-nuq-if7-yyx.
 

Referent*innen am 3. November: Sarah Ben Bornia, Ewald Brahms, Jörg Diederich (Leiter des Rechenzentrums der SUH), Guido Graf, Bernadette Spieler

Das Sommersemester brachte durch die Pandemie einen Umbruch in der universitären Lehre. Wie ist dieser Durchbruch des E-Learning einzuschätzen? In der Diskussionsrunde soll aus der Perspektive der Lehrenden, derjenigen, welche die Infrastrukturen bereitstellen, und der Lernenden das Thema behandelt und in Austausch gebracht werden. Dabei soll einerseits das vergangene Sommersemester reflektiert werden, etwa in Bezug auf bewährte Praktiken und Vor- und Nachteile digitaler Lehr- und Lernformen. Wichtiger scheint es noch, Erfahrungen, die etwa für das anstehende Wintersemester genutzt werden können, zu diskutieren. Dabei sollen auch langfristige Perspektiven, etwa die Frage wie sich die Universität, beziehungsweise die Bildungslandschaft, an sich verändert, angeschnitten werden.

 

Weitere Diskussionsrunden:

17. November, 18.15 Uhr: Technische Infrastruktur und Datenschutz

Referent*innen: Jörg Diederich (Leiter des Rechenzentraums der SUH), Jana Göhe, Thomas Mandl (Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der SUH)

 

24. November, 18.15 Uhr: Interne Kommunikation in der digitalen Transformation – Studienergebnisse und Ausblick

Referentin: Katharina Krämer, Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)

 

8. Dezember, 18.15 Uhr: „Können Sie mich alle hören?“ – Sprecherwechsel und multimodale Ressourcen in der Online-Lehre

Referentin: Bettina Kluge (Institut für Übersetzungswissenschaft & Fachkommunikation der SUH)

 

12. Januar 2021: Chancengleichheit

Referent*innen: Per Holderberg, Silvia Lange, Amanda Steinmaus, Janna Teltemann

 

26. Januar 2021: Onboarding – Studien- und Arbeitsbeginn in Zeiten physischer Distanz

Referent*innen: N.N.

 

Text: Gabriele Gerner (Pressestelle)

Foto: Daniel Kunzfeld (Pressestelle)

 

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news-19649 Fri, 16 Oct 2020 14:57:32 +0200 "Willkommen, Erstsemester!" - Die Studienanfänger lernen die Uni kennen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/willkommen-erstsemester-die-studienanfaenger-lernen-die-uni-kennen-kopie-1/ Die Erstsemester sind da! Mehr als 2.000 junge Menschen beginnen in diesen Tagen mit ihrem Studium an der Stiftung Universität Hildesheim. Mit zahlreichen Veranstaltungen werden die Erstsemester in ihren neuen Lebensabschnitt eingeführt. Fachschaften, Hochschulgemeinden, die Zentrale Studienberatung (ZSB) und viele andere Initiativen bieten den Erstsemestern zahlreiche Möglichkeiten, die Stadt Hildesheim, die Universität und das Studierendenleben kennenzulernen. Mit Masken, Musik und einem Fachschaftsplakat begrüßte die Fachschaft Erziehungswissenschaften die neuen Studienanfänger vor dem Sportgebäude. Die Fachschaftsmitglieder Denise, Tim, Nils, Henning, Monique, Marie und Lennart stellten sich den Neuen vor und führten diese in in Kleingruppen über den Campus. Sie zeigten den Studienanfänger*innen nicht nur die wichtigsten Stationen für Studierende, sondern präsentierten sich als Ansprechpartner*innen für alle Belange rund ums Studium. "Wenn Ihr Fragen habt zum Stundenplan oder generell zum Studium in Hildesheim, kommt zu uns. Wir helfen Euch", sagte Lennart Knop, der Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Philosophie studiert. "Ihr könnt uns immer anschnacken, wenn Ihr uns seht", ermunterte Denise Schneider die Erstsemester. "Ob im Café, in der Fachschaft oder sonstwo auf dem Campus - kommt einfach auf uns zu!"

Unter den rund 30 Studienanfänger*innen auf der Campus-Tour war auch Tim Pieczak aus Hannover. Inmitten der Corona-Pandemie mit dem Studium anzufangen, ist für ihn kein großes Problem. "Ich kann auch ganz gut online lernen", sagt er. In der WG, in der er mit seinem Bruder zusammen wohne, hätte er genügend Ruhe zum Studieren. "Aber schade ist es natürlich schon, dass man nur jetzt in der Anfangsphase andere Menschen trifft und dann später digital allein weiter studieren muss", meint er. "Immerhin", so sagt er, "habe ich jetzt schon mal ein paar Gesichter vor Augen."

Auch Frauke Wittneben bedauert, dass die Lehre überwiegend digital stattfindet. "Es ist schade, dass wir so wenig Kontakt haben können. Schließlich muss man auch mal Leute sehen", sagt sie. Ansonsten hat sie sich gut mit der Situation arrangiert. "Ich bin ganz entspannt", sagt die 20-Jährige. "Dadurch, dass ich in Hildesheim wohne, habe ich nicht so viel Stress." Erst einmal bleibe sie bei ihren Eltern wohnen. Später wolle sie auf Wohnungssuche gehen. "Vielleicht", so hofft sie, "ergeben sich ja hier ein paar Kontakte für die gemeinsame Wohnungssuche und die Gründung einer WG."

Text und Fotos: Gabriele Gerner, Pressestelle

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Erziehungswissenschaft Pressemeldungen
news-19630 Fri, 16 Oct 2020 11:25:18 +0200 FAIRes Forschungsdatenmanagement - Etablierung an der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/faires-forschungsdatenmanagement-etablierung-an-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ FAIR = Findable, Accessible Interoperable und Re-Usable - Ein kurzer Praxisbericht von heute und morgen Forscherinnen und Forscher sind eigenverantwortlich für die Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis. Die Universitätsbibliothek Hildesheim begegnet ihnen im Forschungsdatenmanagement. Für die fortlaufende Unterstützung und Information zum Forschungsdatenmanagement (FDM) sind seit Beginn der Covid-19 Pandemie einfach vorhandene Formate für den digitalen Raum neu geformt worden. Der Support zum Datenmanagement wird vom Homeoffice aus geleistet. Es findet ständig Kontakt und Austausch mit den Forschenden statt, online mehr als früher vor Ort. Die Services sind geprägt durch Unterstützung bei der Erstellung von Datenmanagementplänen (RDMO). Forschungsnahe Services beschäftigen sich mit der Datenvielfalt, mit Karten, Texten, audiovisuellen Materialien, Fotosammlungen und Forschungssoftware, um nur einige Beispiele zu nennen. Hinzugekommen sind Beratungen im Bereich der Metadaten und fachspezifischen Metadatenschemata. Fragen sind immer auch, ob es rechtliche und ethische Hindernisse gibt, um Forschungsdaten zugänglich zu machen. Wie ist definiert, welche Daten aufbewahrt werden sollten und welche nicht.

Annette Strauch aus der Universitätsbibliothek gibt in diesem Beitrag einen kurzen Überblick darüber, was sich seit dem Sommer 2020 im Bereich ‘Datafication’ weiterhin entwickelt hat

Die Bewußtseinsbildung für ‘FAIRe Daten’ im Kontext einer Ermöglichung des Zugangs zu öffentlich finanzierter Forschung bestimmten Kulturwandel konnte weiterhin gestärkt werden. Mit der NFDI sollen isolierte Datenbestände miteinander vernetzt werden. Einhergehend mit dem digitalen Wandel sind in den vergangenen Jahren neue Dienste an der Stiftung Universität Hildesheim entstanden. Schadensvermeidung, Ethikkodex und Forschungsfreiheit waren im Sommer 2020 wichtige Themen, mit denen wir uns im FDM auseinandergesetzt haben.

Hochschulweite Dienste

Das FDM der UB Hildesheim betreut alle daten- und informationsinfrastrukturellen Aspekte der Stiftung Universität Hildesheim (SUH).

„Die Hochschulen in Deutschland leisten nicht nur auch in diesen Tagen beste Forschung, sondern sie organisieren auch weiterhin die akademische Ausbildung, bilden Wissensvorräte für die anwendungsorientierte Forschung und tragen selbst zu dieser bei.“ (DFG-Präsidentin Prof‘in Dr. Katja Becker, 01.07.2020: https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung_nr_25/)

In diesem Zusammenhang ist das Forschungsdatenmanagement zu betrachten, welches für eine gute Forschung unerläßlich ist.

Strategie in einer heterogenen Forschungsdaten-Landschaft

Das FDM orientiert sich seit 2018 an den Profilschwerpunkten der SUH. Es hat intensive Ermittlungen der Bedarfe zum Forschungsdatenmanagement an den vier Fachbereichen und an den Instituten gegeben, und das FDM hat sich “bottom-up” entwickeln können. Fragen zu Datenmanagement, den rechtlichen Themen im FDM sowie zur langfristigen, qualitätsgerechten Forschungsdatenspeicherung in Forschungsdatenrepositorien tauchen dabei sehr häufig auf und sind weiterhin die meisten Themen, zu denen beraten wird. Ein Meilenstein für das lokale Forschungsdatenmanagement war Verabschiedung der Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten an der SUH im Frühjahr 2020.

“Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der SUH sind verantwortlich für die Entscheidung, welche digitalen und nicht-digitalen Forschungsdaten archivierungs- und publikationswürdig sind, sowie für die Dokumentation, Bereitstellung und langfristige Sicherung der Forschungsdaten.”

Weitere Meilensteine

Gestartet war die Stelle zum FDM im März 2018, es folgten eine ‘Roundtable’ zum Forschungsdatenmanagement in der UB im Dezember 2018, die Installation des ‘Tools’ RDMO, das lokal durch die UB betreut wird. Workshops zum FDM und RDMO werden seit dem Frühjahr 2019 angeboten. RDMO ist ein Werkzeug zur strukturierten Planung und Umsetzung des Forschungsdatenmanagements in wisseschaftlichen Projekten, welches die Ausgabe eines Datenmanagementplans (DMP) ermöglicht. RDMO hilft Datenmanagementaufgaben zu verwalten. (https://rdmorganiser.github.io/)

Das Werkzeug begleitet Projekte während der gesamten Projektlaufzeit. Ausgehend von strukturierten Interviews und den betroffenen Datensätzen, organisiert RDMO das Datenmanagement anhand von Aufgaben. Es bindet alle Akteure wie beispielsweise Forschende, Datenmanager und die Bibliothek sowie IT ein. Die RDMO Arbeitsgemeinschaft hatte zum Beitritt aufgerufen und das FDM der UB Hildesheim beteiligt sich daran. Die Grundlage der Zusammenarbeit wird in einem Memorandum of Understanding (MoU) formuliert.

“Unterzeichnende dieses Memorandum of Understanding (MoU) werden Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft. Mitglieder können auf die weitere Entwicklung und den künftigen Umfang der Funktionalitäten durch die in diesem MoU beschriebenen Mechanismen Einfluss nehmen."

Außerdem sind 12 Coffee Lectures seit dem Sommersemester 2019/20 zu allen Aspekten des FDM durchgeführt worden, und 8 weitere Coffee Lectures sind bis in das Sommersemester 2021 hinein geplant. Wir haben uns an der UNEKE-Umfrage beteiligt und sind redaktionell mit Artikeln für forschungsdaten.info beschäftigt.

Empfehlungen und Perspektiven

Wenn es über die temporäre Sicherung von Arbeitsdateien hinausgeht, die während des Forschungsprozesses anfallen, und darum, die Forschungsdaten zu erhalten (Archivierung im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis, DFG-Kodex) und digitaler Langzeitarchivierung, werden in der Regel fachspezifische Repositorien oder Forschungsdatenzentren empfohlen und genutzt, weil sie besser von der Fach-Community wahrgenommen werden. Wir bedenken bei der Nachnutzung u.a. die Auffindbarkeit der Forschung (auch wenn das Objekt selbst nicht zugänglich ist), die Mehrsprachigkeit, offene Formate, Metadaten. Forschungsdaten, die einer wissenschaftlichen Publikation zugrunde liegen, müssen der guten wissenschaftlichen Praxis entsprechend, in der Regel für mindesten zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Die Fach-Communities definieren welche Forschungsdaten relevant sind.

Mit Dataverse können Forscherinnen und Forscher ihre Forschungsdaten dauerhaft sichern, sie nachhaltig und qualitätsgerecht öffentlich im Open Access zur Verfügung stellen (publizieren). Die Forschungsdaten erhalten bei der Datenpublikation einen persistenten Identifikator. Mit Forschenden konnten in BBB-Gesprächen Kriterien für die Wahl eines Repositoriums geklärt werden, z.B.: offener Zugang, Schnittstellen, Maschinenlesbarkeit, Open Source und Kriterien im Bereich der Usability. Die Repositorienfrage wird uns in den kommenden Monaten, genau wie RDMO, praktisch weiter sehr beschäftigen, aber auch beim Umgang mit Forschungssoftware stellten sich verstärkt die wichtigen Fragen, wie Forschungsergebnisse nachvollzogen und reproduziert werden. Durch Zitation und Verfügbarmachung der genutzten Forschungssoftware erhöht sich auch die Sichtbarkeit der Software. Die Angabe der genauen Version bleibt gewährleistet.

Forschungssoftware

Die Beschäftigung mit Forschungssoftware ist somit weiter an der SUH in den Vordergrund gerückt, da sie auf Daten operiert und so Forschungsprozesse von den ersten Planungen eines Vorhabens bis hin zu Löschungen unterstützt werden. Forschungsdaten sind immer abhängig von Software, wobei die Formate eine wichtige Rolle spielen. Die DFG fasst unter den Begriff Forschungsdaten methodische Testverfahren wie Software, neben Fragebögen und Simulationen.

“Die im Projekt entwickelten Technologien, Werkzeuge, Verfahren, Organisationsformen oder Finanzierungsmodelle sollten potenziell nachnutzbar und auf andere Kontexte übertragbar sein. Alle durch die Vorhaben zustande gekommenen Ergebnisse sind in der Fachöffentlichkeit bekannt zu machen und kostenlos zur Nachnutzung auch durch Dritte zur Verfügung zu stellen.

(...) Sämtliche mit DFG-Förderung erstellte, über das Internet verfügbare Inhalte auch Softwareentwicklungen sind so aufzubereiten, zu indexieren und zu bewerben, dass eine maximale Auffindbarkeit gewährleistet ist. Entsprechende Metadaten müssen informationsfachliche Standards erfüllen und sich dazu eignen, auch in internationale fachspezifische und informationsfachliche Nachweissysteme integriert zu werden.

Materialien in der Forschung, die zusammengehören, sollten miteinander verknüpft werden, beispielsweise Forschungsdaten, auch Software, mit Publikationen. Forschungsdaten können so sichtbar wie möglich gemacht werden, d.h. mit einer permanenten Signatur.

Open Science

Weiterhin beschäftigen sich lokal, nach wie vor, erst wenige Forscherinnen und Forscher mit Metadaten (aber es gibt welche!), die aber für Open Science essentiell sind. Wenn gut aufbereitete Daten mit anderen geteilt werden, erhöht sich nicht nur die Sichtbarkeit der Autorinnen und Autoren und ihrer Forschungsarbeit, sondern der Einfluss auf den globalen wissenschaftlichen Diskurs wächst sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Forschung. Für Forscherinnen und Forscher stellt Open Science je nach den Fachdisziplinen der SUH eine große Herausforderung dar, und für das FDM der UB Hildesheim ist es immer schwierig, einen allgemeingültigen Weg zu zeigen, denn gerade hinsichtlich der rechtlichen Themen bestehen viele Unsicherheiten.

Rechtliche Themen in Forschung und im Forschungsdatenmanagement

Muster Einwilligungen (wie ‘Informed Consent’) und FAQs zu den rechtlichen Fragen im FDM werden zukünftig auf der Webseite der Universität oder der UB zu finden sein. Diese liegen seit einiger Zeit vor und müssen nur bereitgestellt werden. Hier erfolgte während der Sommermonate Austausch mit dem Datenschutzbeauftragten, dem Justiziariat und Akteuren der Hochschulleitung. Konzepte werden weiterhin erarbeitet, sodass wir für die Forschenden gute Lösungen bereitstellen können und uns im Forschungssupport die Arbeit selbst vereinfachen.

Forschungsdatenmanagement in “allen” Netzwerken - die NFDI

Bund und alle Länder haben als Gründungsmitglieder am 12. Oktober 2020 in Hannover den Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V. gegründet. Somit ist nach dem Abschluss der Bund-Länder-Vereinbarung zur NFDI,vom November 2018 ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Der Zweck des Vereins mit Sitz in Karlsruhe ist die Etablierung und Fortentwicklung des Forschungsdatenmanagements und somit die Effizienzsteigerung des deutschen Wissenschaftssystems. Die Struktur der Vereinsorgane und deren Kompetenzverteilung verfolgen einen wissenschaftsgeleiteten Ansatz. Die inhaltlich-strategische Steuerung der NFDI und die Umsetzung der inhaltlich-technischen Grundsätze obliegen somit Vereinsorganen, die überwiegend oder ausschließlich mit wissenschaftlichen Mitgliedern besetzt sind (Wissenschaftlicher Senat und Konsortialversammlung). Der Direktor der NFDI  wird im Sommersemester 2021 Gast der Coffee Lecture “Forschungsdatenmanagement: NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur: Daten, Kekse ... und mehr" sein.

Die lokale Stelle zum FDM engagiert sich im NFDI-Konsortium NFDI4Objects, das sich als interdisziplinäres NFDI-Konsortium versteht. Der Fokus ist insbesondere auf archäologische Objekte gerichtet. Er schließt die Umweltgeschichte ein und ist u.a. für die Forschenden im Bereich der Geographie der SUH interessant. Die Task Area 6 von NFDI4Objects for Commons and Qualification, an der Annette Strauch beteiligt ist, befasst sich mit den datenmanagementbezogenen Anforderungen an multdisziplinäre Datenauswerteprozesse, dem Aufbau und der Pflege von NFDI4Objects eigenen Commons und der Entwicklung passgenauer Qualifizierungsangebote. Forschungsdaten sollen fächerübergreifend ausgetauscht werden können. Es fallen bei NFDI4Objects sehr unterschiedliche Arten von Forschungsdaten an, z.B. historische Daten: Datenbanken, digitale Archive (Zeichnungen, Pläne, Fotografien) und Altdatenbestände sowie lokale Aufzeichnungen, Denkmalregister/Ortsakten, historische Karten und Archivdaten, die im Rahmen von Forschungsprozessen in eine digitale Infrastruktur überführt werden müssen. In der Task Area 6 von NFDI4Objects geht es um die datenmanagementbezogenen Anforderungen an multidisziplinäre Datenauswerteprozesse, dem Aufbau und der Pflege von NFDI4Objects eigenen Commons und der Entwicklung passgenauer Qualifizierungsangebote (bspw. RDMO-Fragenkatalog). Ein wichtiges Charakteristikum der Zielgruppe von NFDI4Objects ist die a priori bestehende, starke Tradition und Kompetenz im Bereich der Digitalisierungsmethoden und -technologien bei vielen ihrer Mitglieder sowie die unmittelbare digitale Erfassung der Daten, das auch lokal weiterführend ist.

Die UB Hildesheim stellt seit September 2020 ein neues Flugblatt zum FDM zur Verfügung. Den Link zum Download finden Sie hier: https://www.uni-hildesheim.de/media/ub/2020/Flyer_FDM_2020.pdf

 

Termin: ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement (DFG-Beitrag): "Forschungsdaten im digitalen Wandel. Aus der Arbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft"

Literaturempfehlungen

Wilkinson, M., Dumontier, M., Aalbersberg, I. et al. The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship. Sci Data 3, 160018 (2016). https://doi.org/10.1038/sdata.2016.18

CODATA, Committee on Data of the International Science Council, CODATA International Data Policy Committee, CODATA and CODATA China High-level International Meeting on Open Research Data Policy and Practice, Hodson, Simon, Mons, Barend, Uhlir, Paul, & Zhang, Lili. (2019, November 25). The Beijing Declaration on Research Data. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3552330

Strauch, A. (2020). Universitätsbibliotheken heute. Partner im Forschungsdatenmanagement in der Praxis, ABI Technik, 40(2), 177-186. doi: https://doi.org/10.1515/abitech-2020-2008

Blogbeitrag Hochschulforum Digitalisierung: https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/gastblog/annette-strauch

Text: Annette Strauch (Forschungsdatenmanagement UB Hildesheim), Gabriele Gerner (Pressestelle)

 

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Presse dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-19579 Thu, 15 Oct 2020 13:54:15 +0200 Fairtrade-Fotoausstellung im Green Office https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/fairtrade-fotoausstellung-im-green-office/ In welchem Zusammenhang stehen die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und der Faire Handel? Dieser Frage geht die aktuelle Fotoausstellung im Green Office der zertifizierten Fairtrade University Hildesheim nach. Unter dem Titel "Nachhaltig handeln – Arbeitsschwerpunkte von Fairtrade" zeigt die Fotoausstellung im Green Office auf, dass die Nachhaltigkeitsziele große Schnittmengen mit den Zielen, Standards und politischen Forderungen im Fairen Handel aufweisen. Auf den ausgestellten Bild- und Texttafeln wird deutlich, wie Fairtrade – als eine mögliche Siegel-Initiative des Fairen Handels – mit ihren Arbeitsschwerpunkten (Klimawandel, Arbeiter*innenrechte, Kinderrechte, Geschlechtergerechtigkeit, Stärkung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern) direkt und indirekt wertvolle Beiträge zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung leistet.

Somit stellt der Faire Handel ein wichtiges Handlungsfeld für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft dar. Deswegen möchte sich das Green Office für den Fairen Handel an der Universität einsetzen – die Zertifizierung als Fairtrade University im Juli 2020 war der erste Meilenstein auf diesem Weg.

Bis Anfang November ist die Ausstellung in den Fenstern des Green Office sichtbar.

Text und Fotos: Green Office

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Green Office Pressemeldungen
news-19569 Tue, 13 Oct 2020 14:13:11 +0200 DAAD-Preis an Diana Artiom https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/daad-preis-an-diana-artiom/ Der diesjährige DAAD-Preis für herausragende internationale Studierende ging an die Data-Analytics-Studentin Diana Artiom. Sie stammt aus der Republik Moldawien und hat ihr Bachelorstudium im IT-Bereich an der „Technical University of Moldova“ absolviert. An der Universität Hildesheim befindet sie sich im 5. Fachsemester. Der in Höhe von 1.000 Euro dotierte Preis wird jährlich an eine*n internationale*n Studierende*n verliehen, der/die sich durch hervorragende akademische Leistungen und besonderes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement auszeichnet. Der Preis wurde der Studentin im Rahmen der feierlichen Begrüßung ausländischer Studierender am Montag, 12. Oktober 2020, im Audimax der Universität von der Vizepräsidentin für Internationales, Professor Dr. Bettina Kluge, überreicht.

Motivatorin und Vorbild für andere Studierende

Diana Artiom hebt sich nicht nur durch hohes Engagement in ihrem Studium und exzellente akademische Leistungen ab, sondern fungiert durch ihr dauerhaftes soziales Engagement als Motivatorin und Vorbild für andere Studierende. Als Mitbegründerin und Betreuerin der Platform "TechWomanMoldova" und Mentorin bei Bootcamps für Mädchen in den Initiativen "GirlsGoIT", "Django Girls" und "Rails Girls Chisinau" war es ihr stets ein Anliegen, Mädchen in der Gesellschaft zu stärken und sie für ein IT-Studium zu motivieren. Als Mitorganisatorin bei verschiedenen Veranstaltungen und IT-Foren fungierte sie als Peer aus der osteuropäischen IT-Community.

Diana Artiom wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2016 gewann sie den Top 20 Akademikerpreis der Fakultät für Computer, Informatik und Mikroelektronik (FCIM), mit dem 20 Studierende der Fakultät ausgezeichnet wurden. Außerdem erlangte sie den 1. Platz beim "Startup-Wochenende der Republik Moldawien, einem Wettbewerb, bei dem die Teilnehmenden einen Startup-Prototypen entwickeln.

"Ich bin dankbar für diese Auszeichnung. Damit wird der Traum einer Studierenden wahr", sagte Diana Artiom bei der Preisverleihung. "Ich glaube fest daran, dass das 'Empowering' anderer Menschen zu stärkerer sozialer Gleichheit führt. Dieser Preis ermutigt mich, meinen Weg in dieser Richtung fortsetzen."

Text: Gabriele Gerner

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Fachbereich 4 Informatik Pressemeldungen
news-19568 Tue, 13 Oct 2020 14:02:31 +0200 Ghaylan Aldreiss erhält Rotary-Club-Stipendium https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ghaylan-aldreiss-erhaelt-rotary-club-stipendium/ Der Student des Masterstudiengangs Kulturvermittlung mit Schwerpunkt Medien und Popkultur Ghaylan Aldreiss ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Stipendiums des Rotary Clubs Hildesheim. In seiner Heimat Syrien studierte er Medienwissenschaften und war anschließend in Damaskus als Fernsehjournalist tätig. Nach Anschlägen auf ihn und seine Familienmitglieder flüchtete er nach Deutschland.

Ghaylan Aldreiss engagiert sich im Verein „Brücke der Kulturen“ für andere Geflüchtete und ist seit zwei Jahren bei „NoBorder, NoProblem“, einem Netzwerk zur Migrations- und Grenzregimeforschung, tätig. Regelmäßig hält er Vorträge über Integration und gegen Rassismus. Aldreiss wurde unter anderem von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Redner zu Podiumsdiskussionen im Rahmen des Projekts „Niedersachsen packt an“ eingeladen. In dem Projekt wirkt er seit Jahren mit.

Nach mehreren Praktika bei „Radio Tonkuhle“ verantwortet der Student der Kulturvermittlung dort jeden dritten Donnerstag im Monat die zweisprachig gestaltete Radiosendung „Brücke der Kulturen“. Seine Sendung „Die Todesreise“ handelt von Geschichten der Flüchtlinge, die ihm auf seiner eigenen Flucht begegnet sind.

An der Universität Hildesheim hat er zusammen mit einem Philosophie-Studenten ein Seminar geleitet, das sich mit der Stadt Hildesheim als solidarischer Stadt beschäftigt. Im Seminar „Wer gestaltet das Wir?“ ist er überdurchschnittlich aktiv.

„Es ist mir eine große Ehre, dieses Stipendium zu erhalten. Es hilft mir sehr, meine Ziele zu erreichen“, sagt der Stipendiat.

Text und Foto: Gabriele Gerner

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Fachbereich 2 Kulturpolitik Kulturpolitik Pressemeldungen
news-19567 Tue, 13 Oct 2020 13:55:27 +0200 Rotary-Club-Stipendium für den Wirtschaftsinformatiker Omar Alrefaai https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/rotary-club-stipendium-fuer-den-wirtschaftsinformatiker-omar-alrefaai/ Omar Alrefaai ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Stipendiums des Rotary Clubs Hildesheim. Der Student des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik (im 3. Fachsemester) kam im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland. Sofort hat er sich als ehrenamtlicher Dolmetscher (Englisch/Arabisch) in Flüchtlingscamps des Deutschen Roten Kreuzes betätigt. Später hat er jahrelang Schülern der Klassen 7 bis 9, die aus verschiedenen kulturellen Hintergründen kamen, Nachhilfe gegeben.

Im November 2018 absolvierte er einen Kurs als Gemeindedolmetscher und knüpfte dadurch zahlreiche internationale Kontakte. Immer wieder unterstützte Omar Alrefaai verschiedene internationale Veranstaltungen der HAWK, des Café Kolja, des NTFN (Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge) und trat dort als Sänger und Gitarrist auf oder übernahm andere Tätigkeiten.

An der Universität Hildesheim hilft er internationalen Studierenden im Buddy-Programm. Als Tutor unterrichtet er Studierende der unteren Semester. „Ich bedanke mich sehr für das Stipendium. Es ermöglicht mir, mich besser auf mein Studium zu konzentrieren und mich mit mehr Zeit dem Engagement im internationalen Bereich zu widmen“, sagt Omar Alrefaai.

Text und Foto: Gabriele Gerner

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Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Pressemeldungen
news-19565 Mon, 12 Oct 2020 14:39:21 +0200 Universität Hildesheim begrüßt ihre internationalen Studierenden https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-begruesst-ihre-internationalen-studierenden/ Sie kommen aus Vietnam und Syrien, aus Ungarn, Ägypten, dem Sudan und China – und dass sie in Deutschland sind, hat in Zeiten der Corona-Pandemie etwas ganz Besonderes: Am Montag, 12. Oktober, begrüßte die Universität Hildesheim ihre internationalen Studierenden, die in diesem Wintersemester hier ihr Studium aufnehmen. 175 junge Menschen aus dem Ausland kommen in diesem Jahr neu an die Universität Hildesheim. Darunter gibt es solche, die hier für längere Zeit studieren, aber auch jene, die durch ein Gast- oder Austauschprogramm (DAAD oder Erasmus) nur einen Teil ihres Studiums hier absolvieren. Für die Studierenden, die sich derzeit nach der Ankunft aus ihrem Heimatland noch in Quarantäne befinden, wurde die Begrüßungsveranstaltung im Audimax aufgezeichnet.

„Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

Professor Dr. Bettina Kluge, die Vizepräsidentin für Internationales, sowie die Mitarbeiterinnen des International Office hießen die Studierenden in mehreren Gruppen herzlich willkommen und stellten in einer Power-Point-Präsentation die Stadt Hildesheim sowie einige der Institutionen, Initiativen und Service-Einrichtungen der Universität vor. Sie betonten die Vorzüge der „überschaubaren“ Stadt Hildesheim mit einer humorvollen Präsentation und forderten die Studierenden auf: „Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

„Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat“

Darüber hinaus ermunterten die Studierenden, die Angebote des International Office, des ESN, des AStA, des Green Office, der Fachschaften, des Buddy Programms sowie der studentischen Hochschulgemeinden und vielem mehr zu nutzen und boten an: „Wenden Sie sich bei Sorgen und Nöten an uns.“ Anna Pulm von International Office wünschte den Neuankömmlingen: „Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat.“

Vizepräsidentin Professor Kluge zeichnete die aus Moldawien stammende Data-Analytics-Studentin Diana Artiom mit dem diesjährigen DAAD-Preis aus und überreichte zwei Stipendien des Rotary Club Hildesheim an Omar Alrefaai und Ghaylan Aldreiss. Per Videobotschaft übermittelte Jens Koch vom Rotary Club Hildesheim seine Glückwünsche an die Preisträger und lud sie zum persönlichen Kennenlernen ein. Alle drei Preisträger*innen heben sich durch exzellente Studienleistungen und hohes gesellschaftliches Engagement hervor.

„Viele Einrichtungen sind derzeit leider geschlossen“

Nach der offiziellen Begrüßung veranstalteten Win-Tutor*innen mit kleinen Gruppen von Neuankömmlingen Campus-Rundgänge auf dem Hauptcampus – manche Führungen waren auf Deutsch, manche auf Englisch. Win-Tutor Mohannad Ebraheem, Student der Wirtschafts-Informatik, steuerte mit seiner Gruppe unter anderem die Bibliothek, die Mensa, das International Office und die Sportplätze an. An vielen Stellen stellte er bedauernd fest: „Es ist derzeit geschlossen oder man benötigt einen Termin, um dort jemanden zu treffen.“

Doch dies tat der guten Stimmung unter den Studierenden keinen Abbruch. „In welchem Wohnheim wohnst Du?“, „Hast Du schon einen Stundenplan erstellt?“, „Weißt Du, wie das hier mit dem Busfahren funktioniert?“ – Fragen wie diese gehören auch unter Corona-Bedingungen zum Studienanfang und brachten die Neuankömmlinge untereinander in Kontakt – trotz Maske und Sicherheitsabstand.

Text und Fotos: Gabriele Gerner

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Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 International Office Pressemeldungen
news-19541 Wed, 07 Oct 2020 15:31:00 +0200 Hildesheim statt Erasmus+ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/hildesheim-statt-erasmus/ Ein unbekanntes Land erkunden, eine andere Kultur kennenlernen, eine neue Sprache lernen und vielen Menschen begegnen – so stellte sich die Umweltstudentin Ronja Ranft ihr Auslandssemester mit Erasmus+ vor. Doch von ihren Auslandsplänen im nächsten Semester musste sie wegen der Corona-Pandemie vorerst abrücken. Mara Schrey von der Pressestelle der Uni befragte sie zu ihrer Situation. Ronja, aufgrund der Corona-Pandemie kannst du deinen Auslandsaufenthalt im nächsten Semester nicht antreten. Was war dein Plan?

Mein Plan war, im Winter ein Semester in Portugal, am Instituto Politécnico in Beja, zu studieren. Ich wäre in diesem September dort hingefahren und wäre ungefähr bis Januar geblieben. Dort hätte ich Veranstaltungen an der Uni besucht, aber natürlich auch Portugal erkundet, mich umgeguckt und wäre ein bisschen in den Nachbarländern gereist.

Wie wird das kommende Semester für dich aussehen, jetzt, wo feststeht, dass du es nicht in Portugal verbringst?

Stattdessen werde ich hier in Hildesheim „normal“ weiterstudieren – so, wie es im Moment aussieht, in einem weiteren Onlinesemester.

Wie geht es dir damit, dass du hier und nicht im Ausland sein wirst?

Ich finde es super schade, dass dies erstmal nicht möglich ist. Vor allem, weil ich auf jeden Fall im Wintersemester ins Ausland möchte, und es für mich keine Option ist, einfach im nächsten Sommersemester nach Portugal zu gehen – selbst, wenn das bis dahin wieder möglich sein sollte. Bei mir im Studiengang werden im Sommer viele praktische Seminare und Exkursionen angeboten, die ich nicht verpassen möchte. In der Situation, in der wir gerade sind, bin ich aber froh, dass alles abgesagt worden ist und ich mich nicht entscheiden musste. Was soll ich in Portugal, wenn dort alle Veranstaltungen nur online stattfinden, ich niemanden treffen kann und allein im Studierendenwohnheim sitze? Mir geht es darum, Leute zu treffen und das Land kennenzulernen. Wenn das wegen der Corona-Pandemie alles nicht möglich ist, finde ich es besser, hier in Hildesheim zu bleiben.

Dir wurde die Entscheidung abgenommen?

Die Partneruni in Portugal hat von sich aus abgesagt. Im Mai sagten sie, es tue ihnen leid, aber alle Auslandssemester würden erstmal nicht stattfinden. Sie schrieben, dass sie dies aufgrund der aktuellen Situation für sicherer und sinnvoller halten würden. Damit hatte ich schon gerechnet. Vorher wusste ich allerdings nicht, ob ich die Entscheidung selbst treffen muss, und es hat gedauert, bis ich Infos bekommen habe.

Hättest du das Auslandssemester angetreten, wenn es nicht seitens der Partneruni abgesagt worden wäre?

Ich denke nicht. Vermutlich hätte ich sonst in Portugal im Studierendenwohnheim gesessen, was wahrscheinlich ziemlich leer gewesen wäre und hätte von dort aus an Onlineseminaren teilgenommen (lacht) – weit weg von Zuhause und in einem unbekannten Land, wo ich niemanden kenne. Das ist nicht der Grund, warum ich ein Auslandssemester machen möchte. Wenn die Universität den Aufenthalt nicht abgesagt hätte, hätte ich selbst versucht, das Semester zu verschieben - auch, weil unklar ist, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt. Wenn die zweite Welle kommt, während ich in Portugal bin, müsste ich wieder nach Hause oder würde dort im Ausland feststecken. Ich hätte es deshalb auf jeden Fall abgesagt.Aber ich bin froh, dass die Entscheidung offiziell von oben kam.

Warum wolltest du gerne ein Semester im Ausland, beziehungsweise in Portugal, studieren?

Ins Ausland wollte ich, um nochmal ein anderes Land kennenzulernen. Ich reise generell gerne und finde es immer schön, längere Zeit an einem Ort zu verbringen, um den Ort und die Leute dort ein bisschen kennenlernen zu können. Deswegen hätte sich ein Auslandssemester im Studium angeboten. Speziell in Portugal ist die einzige Partneruni für meinen Studiengang. Und weil ich noch nie in Portugal war, fand ich es spannend, dort ein Semester zu verbringen.

Worauf hast du dich besonders gefreut?

Viele Leute aus allen möglichen Ländern kennenzulernen, mit denen man gemeinsam das Land erkunden kann. Ich hatte auch Lust, eine neue Sprache zu lernen und habe angefangen, Portugiesisch-Stunden zu nehmen.

Was waren deine ersten Gedanken in Bezug auf das Auslandssemester, als im März die Grenzen und Universitäten geschlossen wurden? Was ging dir durch den Kopf?

Zunächst dachte ich, naja, das Auslandssemester ist noch ganz lange hin, erstmal abwarten, was passiert. Aber dann wurde mir relativ schnell klar, dass die Corona-Situation nicht so schnell vorbei sein wird. Bis ich Klarheit hatte, ob das Auslandssemester stattfindet oder nicht, dauerte es dann. Das war eine generelle Phase der Ungewissheit. Niemand wusste, wie sich die Lage entwickelt, was natürlich ein bisschen ungünstig war. Verbringt man ein halbes Jahr im Ausland, möchte man vorher die Zeit dort planen. Wenn aber unklar ist, ob der Aufenthalt überhaupt stattfinden kann, ist das natürlich schwierig. Ich habe dann alles auf mich zukommen lassen. Diese Unsicherheit bezog sich schließlich auf alle Bereiche.

An wen konntest du dich in dieser Situation wenden? Wo hast du Tipps und Hilfe bekommen?

Am Anfang habe ich erstmal abgewartet und dachte mir, dass die Universität hier oder die Partneruni in Portugal mir Bescheid geben würden, falls sie neue Informationen haben. Dann habe ich beim International Office nachgefragt, aber dort wusste auch niemand etwas. Nachdem immer mehr Zeit ohne neue Infos vergangen war, habe ich mich persönlich bei der Partneruniversität erkundigt. Ich hätte mich ansonsten irgendwann dort einschreiben müssen. Zufälligerweise kam dann ein paar Stunden später die offizielle Mail, dass alle Auslandssemester komplett abgesagt wurden - nicht als Antwort auf meine Mail, sondern an alle Austauschstudierenden.

Waren zu dem Zeitpunkt schon Kosten für dich entstanden?

Das Einzige, was ich schon in Anspruch genommen hatte, war der Sprachkurs an der Volkshochschule. Wenn man mit Erasmus+ ins Ausland geht, kann man an einem Sprachkurs teilnehmen. Die Kosten werden übernommen und da muss ich auch nichts zurückzahlen, obwohl ich erstmal nicht ins Ausland gehe. Ansonsten hatte ich noch nichts konkret organisiert. Ich hatte noch keinen Flug oder eine Zugfahrt gebucht und auch kein Zimmer gemietet. 

Weißt du schon, ob du dein Auslandssemester in einem der kommenden Semester nachholen wirst oder kannst?

Das geht auf jeden Fall. Ich kann das Auslandssemester um bis zu zwei Semester verschieben. Zwar muss ich mich nochmal anmelden, aber das ist eine formale Sache. Den Platz habe ich für die kommenden Semester sicher, wenn ich ihn in Anspruch nehmen möchte. Ich könnte mir vorstellen im übernächsten Wintersemester nach Portugal zu gehen, also ein Jahr später als geplant. Aber endgültig entschieden habe ich mich noch nicht. Die Frist geht bis Januar, dann muss ich mich anmelden. Ich überlege noch, ob ich das Auslandssemester um ein Jahr oder in den Master verschiebe.

Der Verlauf einer Pandemie lässt sich nicht vorhersagen. Angenommen die universitäre Lehre würde in einem Jahr oder in zweien immer noch digital stattfinden - würdest du ein „digitales Auslandssemester“ eventuell in Betracht ziehen?

Nein, es geht mir nicht hauptsächlich um die Kurse, die an der Universität in Beja angeboten werden – dann würde ich so etwas eventuell in Betracht ziehen. Bei mir steht die soziale und kulturelle Erfahrung in einem anderen Land im Vordergrund. Diese während eines Onlinesemesters zu machen, ist einfach nicht wirklich möglich.

Wie wirkt sich die aktuelle Situation und die Verschiebung deines Auslandssemesters auf dein weiteres Studium aus?

Im Moment kann ich viele Kurse nicht machen, weil sie praktisch sind und deshalb nicht stattfinden konnten. Nächstes Semester studiere ich dann „normal“ weiter und kann mir eventuell mehr anrechnen lassen als das im Auslandssemester der Fall gewesen wäre. Aber, wenn ich den Aufenthalt dann in einem Jahr nachhole, wäre das nicht mehr in der Mitte, sondern am Ende meines Studiums. Die Frage ist, wie viel Sinn das vom Studium an sich machen würde, falls ich dann keine Kurse mehr brauche, um mein Studium abzuschließen. Trotzdem würde es sich wegen der Erfahrungen lohnen, die ich dort machen kann. Ich hoffe, man darf das - noch ein paar Zusatzkurse belegen, auch wenn man offiziell keine Kurse mehr braucht.

Was würdest du anderen Studierenden raten, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du?

Das finde ich schwierig zu beantworten, weil sich solche Situationen im Endeffekt immer unterscheiden. Ich denke, dass es im Moment Sinn macht, sich nicht zu sehr auf eine Sache festzulegen, einfach, weil unklar ist, wie sich die Situation weiterentwickelt. Im Zweifelsfall würde ich mich bei der Partneruni erkundigen und im International Office nachfragen, ob es Neuigkeiten gibt. Ich fürchte aber, dass sich nicht viel machen lässt und die beste Strategie ist, abzuwarten was passiert, die Dinge auf sich zukommen zu lassen und Ruhe zu bewahren.

 

Instituto Politécnico de Beja
Das IPBeja, eine Partneruni der Universität Hildesheim, befindet sich in Südportugal in der Stadt Beja. Quelle: www.ipbeja.pt

 

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Fachbereich 4 International Office Studiengänge Master-Studiengänge MSc Umwelt dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-19522 Fri, 02 Oct 2020 12:21:47 +0200 Janis Fögele ist neuer Professor für Geographiedidaktik am Institut für Geographie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/janis-foegele-ist-neuer-professor-fuer-geographiedidaktik-am-institut-fuer-geographie/ „Ich liebe Aha-Momente und habe Freude daran, diese weiterzugeben“, sagt Janis Fögele, der am 1. Oktober die Professur für Geographiedidaktik an der Universität Hildesheim angetreten hat. Dort wird er sich mit angehenden Lehrkräften der Frage widmen, wie geographisches Denken in der Schule gefördert werden kann. „Wie kann das, womit sich die akademische Disziplin die Welt erschließt, prinzipiell auch Lernenden mit auf den Weg gegeben werden?“, ist somit die Kernfrage seiner fachdidaktischen Lehre, die große Berührungspunkte mit der Fach- und Erziehungswissenschaft hat. Das Unterrichten - sei es in der Schule, sei es an der Hochschule - ist seine Leidenschaft. Zudem ist der 34-Jährige ein ausgesprochener „Fan“ seines Fachgebietes. „Mein Fach fasziniert mich, weil es mir hilft, die Welt zu begreifen“, sagt der Geograph und Geographie-Didaktiker.

"Alle Mensch-Umwelt-Themen haben mit Geographie zu tun"

„Alle Mensch-Umwelt-Themen wie die gegenwärtige Corona-Pandemie, die Klima-Krise oder das Phänomen der Migration haben mit Geographie zu tun“, betont er. „Diese Themen sind hochkomplex und können schnell überfordern. Das Fach Geographie hilft, Ordnung in diese Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft hinein zu bringen.“

Fragen, verstehen, Erkenntnisse Anderen ermöglichen – dies sind Lebensthemen für Janis Fögele. Sein ursprüngliches Ziel war es, Geographie, Politik und Wirtschaft in der Schule zu unterrichten. Er studierte Geographie und Gesellschaftswissenschaften im Bachelor an der Universität Basel und absolvierte im Anschluss an der Universität Erlangen-Nürnberg das 1. Staatsexamen in den Fächern Geographie, Wirtschaftswissenschaften und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien. Es folgten mehrere Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand und das Referendariat für das Lehramt an Gymnasien am Seminar Heidelberg, wo er mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. In seiner gesamten Laufbahn bewegte sich der Geographie-Didaktiker zwischen Schule und Hochschule. Bis zum Ende des letzten Schuljahres war er Lehrer an einem Gymnasium in Mannheim – neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Akademischer Rat im Bereich Didaktik der Geographie am Institut für Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Neugierde an der Welt

Von seinen Studierenden wünscht sich Fögele Offenheit und Neugierde an der Welt sowie den Wunsch, sich stetig weiterentwickeln zu wollen. Dabei liegen ihm zwei Dinge besonders am Herzen: „Studierende sollen ein Bewusstsein für ihre eigene Fachperspektive auf die Welt entwickeln, für ihren geographischen Blick. Außerdem ist mir der professionelle Habitus meiner Studierenden als künftige Erdkunde- bzw. Geographielehrkräfte wichtig. Das bedeutet nicht zuletzt eine lebenslange Bereitschaft zum Lernen und auch zum Umlernen.“

Fögele, der in Süddeutschland wohnt, ist sehr sportaffin, unter anderem begeisterter Kletterer. Nun freut er sich auf seine neue Wirkungsstätte Hildesheim. „Die ersten Eindrücke von der Stadt und den Menschen an der Universität waren sehr sympathisch“, sagt er und hofft, dass es bald wieder besser möglich sein wird, die Hildesheimer Kulturlandschaft kennenzulernen.

Professor Dr. Janis Fögele ist ab dem 1. Oktober für Studierende voraussichtlich immer mittwochs von 12 bis 13 Uhr unter Telefon: (05121) 883-40916 erreichbar.

Text: Gabriele Gerner

 

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Pressemeldungen
news-19520 Fri, 02 Oct 2020 09:06:26 +0200 Staatsauftrag „Kultur für alle“: Kulturvermittlung in der DDR Einladung zur Tagung und zur Präsentation der Forschungspublikation https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/staatsauftrag-kultur-fuer-alle-kulturvermittlung-in-der-ddr-einladung-zur-tagung-und-zur-praesenta/ 30 Jahre deutsche Einheit: Auf welche Weise wurde in der DDR versucht, über betriebliche Kulturarbeit Kunst und Kultur in den Alltag der Bevölkerung zu integrieren? Gelang es auch, nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten für „ernste Kultur“ zu interessieren? Welche Freiräume und welche Begrenzungen gab es in der künstlerischen und kulturellen Arbeit? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Tagung „Kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR – Impulse für die Gegenwart“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Hildesheim und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Die Tagung findet am Donnerstag, 29. Oktober 2020, von 10.00 bis 19.00 Uhr, in der Berliner Stadtbibliothek, Breite Straße 30 – 36, 10178 Berlin statt und kann online und live besucht werden kann. (Anmeldekontakt siehe unten)

Dabei präsentieren Prof. Dr. Birgit Mandel und Dr. Birgit Wolf ihre Forschungspublikation „Staatsauftrag „Kultur für alle - Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in  der DDR“ (diese erscheint im Oktober im Transcript Verlag Bielefeld).

Birgit Mandel ist Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kulturpolitik und Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim

Birgit Wolf ist Kulturwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte am Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim


Der Inhalt der Forschungspublikation:

Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in der DDR in einem engmaschigen System mit beträchtlichen finanziellen und personellen Ressourcen niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert: vom Kindergarten über die Betriebe bis in die staatlichen Wohnanlagen und die Kulturhäuser auf den Dörfern. Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag als Rezipienten und Produzenten von Kunst und Kultur erreicht werden. Das sogenannte „künstlerische Volksschaffen“ wurde als Massenbewegung ausgebaut, anfänglich sogar mit der Perspektive, die Grenzen zwischen Laienkunstschaffen und professionellem Kunstschaffen zunehmend aufzulösen.

„Die Förderung der Künste, der künstlerischen Interessen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Verbreitung künstlerischer Werke und Leistungen sind Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaftlichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes“, so formulierte die Verfassung der DDR den staatlichen Auftrag einer „Kultur für und von allen“.


Die Fragestellung:

Auf welche Weise, mit welchen Strukturen, Formaten und welchem Verständnis von Kulturvermittlung und kultureller Bildung wurde in der Kulturpolitik der DDR versucht, Kunst und Kultur der breiten Bevölkerung und v.a. den Arbeitern und Bauern zugänglich zu machen? Wurden Ziele einer „Kultur für alle und von allen“ erreicht? Gelang es, auch nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten zum einen für sogenannte Hochkulturformen zu interessieren, zum anderen sie zum eigenen künstlerisch-kreativen Schaffen zu motivieren?

Inwieweit verhinderte die ideologische Funktionalisierung kultureller Arbeit als sozialistische Persönlichkeitsbildung kulturelle Selbstbildungsprozesse? Welche Freiräume gab es in den Künsten und der kulturellen Arbeit? Und welche Impulse lassen sich aus den Erfahrungen der DDR Kulturarbeit für aktuelle Diskurse zur kulturellen Teilhabe und kulturellen Bildung gewinnen?


Das Forschungsprojekt:

In einem Forschungsprojekt der Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, in das auch Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften eingebunden waren, wurden diese Fragen zu Zielen, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR aufgearbeitet auf Basis von Originaldokumenten der SED Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre, Studien von DDR Kultursoziologen sowie rückblickenden Analysen zur Kulturpolitik. Zentrale Erkenntnisse konnten vor allem aus 65 Interviews mit Zeitzeug_innen sowie aus 33 Interviews mit Expert_innen aus Kulturwissenschaft, Kulturvermittlung, Kulturpolitik und Kunstschaffenden gewonnen werden.


Diskussion der Forschungsergebnisse mit prominenten Expert_innen:

Auf der Tagung werden Ergebnisse des Forschungsprojekts präsentiert und mit Expertinnen und Experten, die in der DDR in den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst aktiv waren, reflektiert. Unter den Gästen sind Wolfgang Thierse, Gerd Dietrich, Dieter Mühlberg, Birgit Jank, Susanne Binas-Preisendörfer. Mit Expertin_innen aus aktuellen Kontexten Kultureller Bildung und Kulturpolitik (u.a. Kerstin Hübner, Tobias Knoblich, Manja Schüle) wird darüber diskutiert, inwiefern diese Erfahrungen für die Ausgestaltung einer teilhabeorientierten Kulturpolitik der Gegenwart bieten können.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Landesbibliothek Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft statt.


Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: Forum.kbz@fes.de
Aufgrund Corona-bedingter Auflagen sind nur 40 Teilnehmende zur Tagung vor Ort zugelassen. Alternativ ist eine online Teilnahme an der Tagung möglich unter:
https://www.fes.de/forum-berlin/politik-in-ostdeutschland/30-jahre-deutsche-einheit/zur-lage-der-generation


Birgit Mandel/Birgit Wolf: Staatsauftrag „Kultur für alle“ - Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR
(Publikation erscheint im Oktober im Transcript Verlag Bielefeld)


Kontakt zu den Autorinnen:

Birgit Mandel, E-Mail: mandel@uni-hildesheim.de
Birgit Wolf, E-Mail: wolfbi@uni-hildesheim.de

 

 

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Pressemeldungen
news-19519 Thu, 01 Oct 2020 09:16:38 +0200 Preis für institutionelle Kulturvermittlung: Jury „ZukunftsGut“ gibt Preisträger-Einrichtungen bekannt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/preis-fuer-institutionelle-kulturvermittlung-jury-zukunftsgut-gibt-preistraeger-einrichtungen-bekan/ Der mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Preis für institutionelle Kulturvermittlung der Commerzbank Stiftung, entwickelt unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, Universität Hildesheim, wird an vier Einrichtungen verliehen. Die Landesbühnen Sachsen und das Kulturforum Witten belegen den ersten Platz und teilen sich das Fördergeld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zu gleichen Teilen. Das Kunsthaus Dresden und das Traumschüff Potsdam teilen sich den zweiten Platz und erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro.

Zum zweiten Mal wurde „ZukunftsGut“, der bislang höchst dotierte Preis für institutionelle Kulturvermittlung, verliehen. Entwickelt worden war der Preis von Prof. Dr. Birgit Mandel, Leiterin des Studiengangs Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim, in Kooperation mit der Commerzbank-Stiftung.

Mit 121 Bewerbungen gab es erneut eine hohe Resonanz. 21 Bewerbungen standen auf der Shortlist.

Der Preis würdigt die strategische Kulturvermittlung in Kulturinstitutionen, die sich im weitesten Sinne mit kulturellem Erbe befassen.

Die Entwicklung des ZukunftsGut-Preises:

Erstmals im Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgerufen, werden mit dem ZukunftsGut-Preis für institutionelle Kulturvermittlung Kultureinrichtungen ausgezeichnet, die Kulturvermittlung als organisationsübergreifende Gesamtstrategie begreifen, um neue Perspektiven auf ihre Gegenstände „kulturellen Erbes“ im weitesten Sinne zu entwickeln und sich pro-aktiv zu öffnen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Anders als bei anderen Preisen der Kulturellen Bildung werden also nicht nur beispielhafte Projekte ausgezeichnet, sondern Gesamtstrategien für Vermittlung als Kernfunktion und damit verbundenen institutionellen Transformationsprozessen.

2020 haben sich insgesamt 121 Einrichtungen beworben, genau so viele wie bereits 2018. „Auffällig ist im Vergleich zu 2018, dass die Bewerbungen noch qualifizierter waren und dass vieles, was damals noch als herausragend galt - dauerhafte Partnerschaften mit Schulen, Ansprache vielfältiger Bevölkerungsgruppen, Outreach, partizipative Projekte - inzwischen Standard in vielen Häusern ist. Dies zeigt die sehr dynamische Entwicklung in der Kulturvermittlung“, sagt Prof. Dr. Birgit Mandel, Leiterin des Studiengangs Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim.

„Um so wichtiger ist es nun, strukturelle Entwicklungen von Kulturorganisationen zu fördern, mit denen eine neue Programmatik und stärkere Teilhabeorientierung verstetigt werden“, betont Mandel. „Denn vor allem klassische Kultureinrichtungen des kulturellen Erbes mit langer Tradition stehen vor der Herausforderung, ihre eingespielten Arbeitsweisen und Programme angesichts der Pluralisierung der Gesellschaft und der damit verbundenen Diversifizierunng kultureller Interessen in der Gesellschaft zu hinterfragen.“

Auch fiel auf, dass die Bewerbungen insgesamt deutlich professioneller und geschult waren im Diskurs der Kulturvermittlung, was auch damit zusammen hängt, dass in vielen Kultureinrichtungen inzwischen Absolvent*innen der Kulturvermittlungsstudiengänge tätig sind. Insofern fiel es der Jury in diesem Jahr noch schwerer als 2018 zu entscheiden, wo Einrichtungen ihre Strukturen nachhaltig so aufgestellt haben, dass Kulturvermittlung eine Kernaufgabe ist, die auch zu institutionellen Transformationsprozessen führt, Vielfalt in den Einrichtungen selbst gelebt wird und zugleich neue, innovative Programme und Formate entwickelt werden in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (neuen) Publikums- und Bevölkerungsgruppen.

Vor allem die 21 Kulturinstitutionen auf der Shortlist lagen qualitativ sehr eng beisammen, weswegen die Jury entschied, die erste und zweite Platzierung doppelt zu vergeben und damit in diesem Jahr vier Einrichtungen den Preis zu verleihen:

Das Fördergeld des ersten Preises in Höhe von insgesamt 50.000 Euro geht zu gleichen Teilen aufgeteilt auf die Landesbühnen Sachsen und das Kulturforum Witten. Der zweite Preis in Höhe von jeweils 15.000 Euro geht an das Kunsthaus Dresden und das Traumschüff Potsdam.


Die Preisträger-Einrichtungen des Jahres 2020:

Dabei stehen die Landesbühnen Sachsen mit ihrem Vier-Sparten-Programm für eine erfolgreiche Öffnung ihres Kulturangebots durch vielfältige Outreach Formate und dauerhafte Kooperationen vor allem auch in ländliche Räume. Das Theater hat dafür ein großes, verlässliches Netzwerk an unterschiedlichen Partnern entwickelt, die vor Ort aktiv in die Veranstaltungen und die Kulturvermittlungsarbeit eingebunden werden. Durch partizipative Projekte an den verschiedenen Aufführungsorten werden vielstimmige Programme entwickelt und Regionen gestärkt, die sonst kaum eine öffentliche Stimme haben.

Das Kulturforum Witten überzeugte die Jury insbesondere unter dem Aspekt der strukturellen Veränderungsorientierung. In einem Zukunftslabor werden die kommunalen Kultureinrichtungen befähigt, im engen, intergenerationalen und interkulturellen Austausch mit der Bevölkerung kulturelle Stadtentwicklung voran zu bringen. Instrumente sind u.a. ein Capacity Programm für Mitarbeitende in Kultureinrichtungen und Kulturverwaltung zur kollaborativen Entwicklung einer neuen Organisationskultur  in den Einrichtungen.  

Dabei wird vor allem Digitalität als Kulturtechnik in einer mittelgroßen Kommune neu gedacht und vermittelt, gerade auch an Ältere. Im Zentrum steht die Frage, wie man in einer Stadtgesellschaft in Kooperation von Kultureinrichtungen, Kulturpolitik und Bevölkerung gemeinsam das kulturelle Leben weiter entwickeln kann.

Auch das Kunsthaus Dresden als kleine, agile Organisation verortet sich mitten in der Stadtgesellschaft und schafft dort eine Plattform für aktive Auseinandersetzung und Teilhabe an den Fragen, die die Bevölkerung aktuell bewegen. Dabei verfolgt das Haus einen kollaborativen Kulturvermittlungsansatz, der sowohl freie Künstler_innen und vielfältige Vereine und Bevölkerungsgruppen einbezieht. Kuration und Vermittlung greifen ineinander, viele der Kunst- Präsentationen finden im öffentlichen Stadtraum statt. Unter dem Titel „Nachbarschaften“ ist das Kunsthaus Teil eines Community Building Projekts von Bürgergruppen, Geschichtsvereinen, Kulturschaffenden, die an Zukunftsfragen für städtisches Zusammenleben in Dresden arbeiten.

Beispielhaft für die mutige Entwicklung von mobilen Räumen der kulturellen Produktion und Bildung ist schließlich das Traumschüff Potsdam. Mit einem Katamaran besucht das genossenschaftlich organisierte kleine Theater in der Tradition der Wanderbühnen die Menschen auf dem Brandenburger Land über die Havel. Eine hohe Nahbarkeit gepaart mit enormer künstlerischer Kreativität bieten Menschen, die oftmals weniger Berührung mit Kunst und Kultur haben, die Chance, künstlerische und performative Prozesse zu erleben, die sich mit ihren regionalen Themen befassen. Ein direkter Austausch mit den Zuschauern inspiriert dabei die Wanderbühne auf dem Wasser zu neuen Stücken und Vermittlungsformaten. Die Stücke und Inszenierungen haben den Anspruch, sowohl verständlich für ein theaterfernes Publikum als auch vielschichtig und überraschend für ein theatererfahrenes Publikum zu sein.

Anhang:

Shortlist 2020, 21 Einrichtungen
•    Badisches Landesmuseum Karlsruhe
•    Badisches Staatstheater
•    Berliner Ensemble
•    Düsseldorfer Schauspielhaus
•    Konzerthaus Berlin
•    Kulturforum Witten
•    Kunsthalle Emden
•    Kunsthalle Tübingen
•    Kunsthaus Dresden
•    Lab Bode Berlin
•    Landesbühnen Sachsen
•    Münchner Kammerspiele
•    Museum der bildenden Künste Leipzig
•    Nationaltheater Mannheim
•    Niedersächsisches Staatstheater
•    Schauspiel Stuttgart
•    Staatsoper Stuttgart
•    Theater Erlangen
•    Traumschüff Potsdam
•    Wilhelm-Hack Museum
•    Zimmertheater Tübingen

Jury-Mitglieder:
•    Inez Boogaarts, Geschäftsführerin Poetry International Rotterdam
•    Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
•    Teresa Darian, Verantwortliche kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes  
•    Marc Grandmontagne, Vorstand Deutscher Bühnenverein
•    Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
•    Stefanie Reiter, Baukulturvermittlerin und Vorsitzende Arbeitskreis Kulturerbevermittlung des Bundes)
•    David Vuillaume, Geschäftsführer Deutscher Museumsbund
•    Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung

Rückblick Preisträger Einrichtungen 2018:

Verliehen wurde der erste Preis 2018 an das Staatsschauspiel Dresden als „Erfinder“ der Bürgerbühne, die sich als neue, eigene Sparte im Stadt- und Staatstheatersystem zu etablieren beginnt. Seit 2009 verhandeln Bürger_innen unterschiedlicher Generationen, Berufe und sozialer Herkunft am Staatsschauspiel Dresden Themen, die sie gemeinsam mit theatralen Mitteln bewegen, und präsentieren diese mit hoher Publikumsresonanz auf der großen Bühne. Menschen begegnen sich, die im normalen Leben kaum Berührungspunkte haben. Mit den Produktionen, in die alle Abteilungen des Theaters involviert sind, verändern sich nicht nur das Programm und das Publikum, sondern auch die Organisationskultur des Theaters.

Den zweiten Preis erhielt das Historische Museum in Frankfurt, das sich mit der Mission „Frankfurt Jetzt!“ konsequent für gegenwärtige Fragen der Stadtbevölkerung in einer Einwanderungsgesellschaft öffnet und diese aktiv einbezieht in die Konzeption seiner Ausstellungen. Auch die Sammlung und die Dauerausstellung werden kommentiert und ergänzt durch Beteiligung der Bürgerschaft, etwa gemeinsam mit Frankfurter*innen mit Migrationserfahrung. Gleichzeitig erweitert das Museum seine Präsentationen in den öffentlichen und den digitalen Raum.

Der dritte Preis ging an das Theater Oberhausen, das exemplarisch ist für die Suche eines Stadttheaters nach einer neuen Bedeutung als Treffpunkt für vielfältige Gruppen einer Stadtgesellschaft. Diese können den Theater-Ort für eigene Projekte und Präsentationen nutzen, und umgekehrt geht das Theater in vielen Projekten in den öffentlichen Raum, um mit der Bevölkerung in direkten Austausch zu kommen. Auch in seiner eigenen Personalpolitik öffnet sich das Theater für eine diverse Mitarbeiter*innenschaft und versucht, diese in neuen Teamstrukturen stärker in die Verantwortung für die Entwicklung neuer Projekte einzubeziehen.

 

 

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Pressemeldungen
news-19508 Tue, 29 Sep 2020 13:07:00 +0200 Corona-Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche: Wissenschaftler fordern ad-hoc-Kommission mit jungen Menschen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/auswirkungen-der-corona-zeit-auf-kinder-jugendliche-und-junge-erwachsene-forschungsverbund-empfieh/ Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ hatte im Mai 2020 die beiden bundesweiten Studien JuCo („Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise?“) und KiCo („Wie ist der Familienalltag in Zeiten der Coronavirus-Pandemie?“) veröffentlicht. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studien publiziert der Forschungsverbund nun seine politischen Handlungsempfehlungen und seine Forderung nach einem Nachteilsausgleich für Kinder, Jugendliche und Familien. Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ besteht aus Forscher_innen der Universität Hildesheim und der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Ergebnisse der JuCo- und KiCo-Studie sind veröffentlicht unter t1p.de/studien-corona.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erlebten und erleben erhebliche Einschränkungen durch die Pandemie und darauf bezogene Maßnahmen. Sie waren in ihren Rechten auf Schutz, Beteiligung und Förderung zeitweise eingeschränkt worden und fühlten sich in der Öffentlichkeit und bei Entscheidungsträger_innen nicht wahrgenommen, beziehungsweise auf die Rolle als „Homeschooler_innen“ oder „Regelbrecher_innen“ reduziert. Ihre Ängste,
Unsicherheiten und Zukunftssorgen, Ihre Einschränkungen im sozialen Bereich und die massiven Änderungen im Bildungsbereich, denen sie mit großer Flexibilität begegnen mussten, fanden in ihren Augen wenig Beachtung.

„Ein Jahr im Alltag von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat starkes Gewicht“

„Im Vergleich zu älteren Erwachsenen hat ein Jahr im Alltag von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärkeres Gewicht in Hinblick auf die soziale, qualifikatorische, körperliche und persönliche Entwicklung“, sagt Anna Lips, Forscherin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. „Deshalb sind junge Menschen von den Maßnahmen zum Pandemieschutz und deren Folgen besonders betroffen.“

Um die Nachteile abzufedern, die die Pandemie und ihre Schutzmaßnahmen der jungen Generation beschert haben und weiterhin bescheren, und um den unterschiedlichen Problemen der sehr heterogenen Situationen in den Familien zu begegnen, empfehlen die Forscher_innen die Einrichtung einer ad-hoc-Sachverständigen-Kommission
unter Beteiligung von jungen Menschen, eingesetzt von der Bundesregierung.

Diese soll noch in diesem Jahr einen Maßnahmenkatalog für den Nachteilsausgleich in Bezug auf Kindheit, Jugend und das junge Erwachsenenalter erarbeiten und im Zuge einer Bedarfserhebung einen Bericht zu den Folgen der Pandemie für junge Menschen erstellen. Die Kommission sollte durch das Bundesjugendkuratorium beraten und von einer Forschungseinrichtung unterstützt werden.

Wohlwissend, dass die Lebenskonstellationen, Ressourcen und familiären Situationen hochgradig unterschiedlich sind, definieren die Forscher_innen folgende Kernbereiche, in denen sie kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für notwendig halten, um die Situation für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu verbessern:

-    Umsetzung der Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte von jungen Menschen auch in Zeiten einer Pandemie (Prüfung, wie krisenfest die aktuellen Formate sind)

-    Weiterentwicklung der Digitalisierung und der Infrastrukturen, um die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu verbessern

-    Verbesserung der Absicherung von jungen Menschen in prekären Lebenslagen (Sicherstellen, dass beispielsweise junge Wohnungslose, junge Menschen in Einrichtungen stationärer Erziehungshilfen, Ein-Eltern-Familien und junge Geflüchtete durch die Pandemie nicht weiter sozial benachteiligt werden)

-    Beratung und soziale sowie materielle Unterstützung junger Menschen (beispielsweise technische Geräte, finanzielle Unterstützung)

-    Nachhaltige Bildungsplanung und -förderung (Unterstützung beim Nachholen von Qualifikationen, Auslandserfahrungen, Praktika oder dem Übergang ins Arbeitsleben)

-    Sicherstellung von Information und Beratung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und Abbau bürokratischer Hürden

-    Sicherstellung des professionellen sozialen Kontakts zu Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor Ort

-    Sicherstellung, dass Hygiene- und Quarantäne-Maßnahmen mit Kinderschutz korrespondieren

 

Link zum Papier der Forscher_innen

Das komplette Papier ist zu finden unter https://doi.org/10.18442/151


„Insgesamt ist davon auszugehen, dass die nachhaltige Bearbeitung der Folgen der Pandemie in Kindheit, Jugend und dem jungen Erwachsenenalter erst noch beginnen muss und dafür eine Struktur geschaffen werden muss, die auch über die Krise hinaus die Folgen sozial ausgleicht“, sagt Tanja Rusack vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“

Der Forschungsverbund setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Zum Forscher_innen-Team gehören aktuell Sabine Andresen, Anna Lips, Renate Möller, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes.

Kontakt zum Forscher_innen-Team der Universität Hildesheim

Dr. Tanja Rusack, E-Mail: tanja.rusack@uni-hildesheim.de
Dr. Severine Thomas, E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de 

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Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19513 Mon, 28 Sep 2020 17:35:36 +0200 Studieren in der Pandemie: Wie erlebten Studierende das digitale Semester? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studieren-in-der-pandemie-wie-erlebten-studierende-das-digitale-semester/ Online-Vorlesungen und Video-Chat statt Präsenzveranstaltungen, geschlossene Mensen, Sport- und Kulturzentren, leere Bibliotheken und Studentenwohnheime. Die Pandemie hatte diverse Auswirkungen auf die Gesamtsituation der Studierenden. Wie haben Studierende in Deutschland das digitale Sommer-Semester 2020 bewältigt und wie haben sie den durch die Pandemie veränderten Studienalltag erlebt? Dies untersuchte ein Forschungsteam der Universität Hildesheim in der bundesweiten qualitativen Online-Befragung Stu.diCo., an der über 3.000 Studierende teilnahmen. Die Forscher_innen analysierten die Daten von 2.350 Studierenden.


Die Studie Stu.diCo.


Für die Studierenden in Deutschland beginnt schon bald das Wintersemester 2020/21 und damit das zweite Semester unter Pandemie-Bedingungen. Dies bedeutet vielerorts, dass für die Studierenden ein weiteres digitales Semester stattfinden wird.

Der veröffentliche Bericht der Online-Befragung Stu.diCo. präsentiert erste Ergebnisse und deskriptive Befunde, welche für die weitere digitale Ausgestaltung der Hochschulstudiengänge genutzt werden können. Darüber hinaus haben die Forscher_innen die zahlreichen offenen Antworten der Teilnehmenden analysiert. Ziel war es, möglichst schnell erste Befunde noch vor dem Start des Wintersemesters zu veröffentlichen, um diese in die Gestaltung des Studiums im Wintersemester 2020/21 einfließen zu lassen. Anschließend gilt es, die Ergebnmisse in den Forschungsstand der Hochschulforschung einzuordnen.


Wohlbefinden, Sorgen, Ängste und Motivation

Stu.diCo. setzt sich von Untersuchungen ab, die vor allem auf die Evaluation der digitalen Lehre und die technische Ausstattung sowie die damit zusammenhängenden Problemlagen der Studierenden fokussieren. Dahingegen sollen mit dieser Studie auch das Wohlbefinden, die Sorgen und Ängste, die Studienmotivation und die mentale Verfassung der Studierenden betrachtet werden.


Die Teilnehmenden

Der Altersdurchschnitt der Befragten lag bei rund 24 Jahren. Nur 5,5 Prozent der Befragten gaben an, über 30 Jahre alt zu sein. Somit ist Stu.diCo. eine der wenigen Studien in Deutschland, die sich explizit auf das junge Erwachsenenalter beziehen. Von den Befragten waren 70,7 Prozent Bachelor-Studierende und 24,4 Prozent Master-Studierende. Am stärksten vertreten waren Studierende aus Niedersachsen (56,7 Prozent) und Bayern (16,6 Prozent).


Die prägnantesten Ergebnisse

„Es gibt nicht die typische Studentin oder den typischen Studenten – entsprechend unterschiedlich fallen die Bewertungen zum digitalen Studieren und zur Änderung des Lebensalltags aus“, sagt Dr. Severine Thomas, Teil der fünfköpfigen Forschungsgruppe von Stud.diCo am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Höhere Arbeitsbelastung durch digitales Studieren
Allgemein beurteilten 72,4 Prozent der befragten Studierenden die Arbeitsbelastung im digitalen Semester als höher im Vergleich zum Präsenzsemester.

Noch ein weiteres digitales Semester?  Bitte nicht!
Die Vorstellung, noch ein weiteres Semester digital zu studieren, beurteilten 59,4 Prozent der Befragten als schlecht. Die Frage, ob sie ihr Studium um ein Semester verlängern würden, wenn dies kostenneutral wäre, beantworteten knapp über 50 Prozent mit „Ja“.

Herausforderungen in der Home-Learning-Situation
Als belastende Faktoren nannten die Studierenden unter anderem die fehlende Infrastruktur der Hochschule (Mensa, Bibliothek etc.), der fehlende persönliche Kontakt zu anderen Studierenden, die Notwendigkeit, sich um andere Familienmitglieder kümmern zu müssen und/oder den fehlenden Platz zum ungestörten Arbeiten. Auch Einsamkeit, Ablenkung, technische Einschränkungen sowie die fehlende persönliche Betreuung durch die Lehrenden wurden als Hürden des digitalen Lernens aufgeführt.

Chancen des Digitalen Lernens
Als positiv bewerteten die Befragten die Zeitersparnis durch wegfallende lange Anfahrtswege zum Studienort, mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und das Kennenlernen neuer digitaler Angebote.

Finanzielle Situation
Bei mehr als der Hälfte der Befragten (52 Prozent) wirkte sich die Pandemie finanziell nicht aus. 37 Prozent der Befragten gab an, weniger Geld als vorher zur Verfügung zu haben. Knapp 44 Prozent der Studierenden gaben jedoch an, dass sie sich um die Finanzierung ihres Studiums insgesamt sorgen.

Sozial entleerter Studienalltag
Fast alle Studierende beklagten den Stillstand des sozialen und kulturellen Austauschs. 79 Prozent der Befragten vermissen das Campusleben. 85,4 Prozent fehlt der Kontakt zu anderen Studierenden. Die Hälfte der Teilnehmenden vermisste sehr die Möglichkeit, Lehrende anzusprechen.

Doch nicht alle Studierenden litten gleichermaßen unter diesen Einschränkungen. Die Bewertungen rangierten von Aussagen wie „Das digitale Semester ist eines der besten, das ich je hatte, in Bezug auf meinen Lernfortschritt und das Vorankommen im Studium.“ bis zu „Ich habe durch die online Lehre meinen Spaß an meinem Studium verloren.“


Das Ergebnispapier

Das Paper „Stu.diCo. – Studieren digital in Zeiten von Corona – Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie Stu.diCo.“ von Anna Traus, Katharina Höffken, Severine Thomas, Wolfgang Schröer und Katharina Mangold finden Sie unter https://dx.doi.org/10.18442/150


Kontakt zum Forschungsteam der Studie Stu.diCo.

Dr. Severine Thomas und Anna Traus
Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

Projektteam CareHOPe:
Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

 

 

 

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Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19443 Fri, 25 Sep 2020 11:22:00 +0200 Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung: Interview mit Marc Partetzke https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professor-fuer-politikdidaktik-und-politische-bildung-interview-mit-marc-partetzke/ Seit 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Politikwissenschaftler Einblicke in seine Arbeit. Seit Frühjahr 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Zuvor war er Senior Lecturer für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Universität Bremen und arbeitete als Vertretungsprofessor für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal.

Marc Partetzke hat die Fächer Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien sowie Deutsch als Fremdsprache an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Die Promotion folgte ebenfalls an der FSU Jena mit der Arbeit „Biographisch-personenbezogener Ansatz in der Politischen Bildung und politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung: Theoretische und empirische Grundlegung“.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung, Politische Kultur und Politische Bildung, die interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Bildung, die historisch-politische Bildung mit Schwerpunkt auf der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik, die hermeneutische Politikdidaktik, politikdidaktische Ansätze und Prinzipien sowie Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung im sozialwissenschaftlichen Unterricht.

Interview mit Prof. Dr. Marc Partetzke

„Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden“

Herr Professor Partetzke, Sie forschen und lehren seit Frühjahr 2020 an der Universität Hildesheim als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung. Wie haben Sie das erste digitale Semester aufgrund der Coronavirus-Pandemie erlebt?

Zu Beginn waren sicher Verunsicherung, Überforderung und ein gewisses Maß an Orientierungslosigkeit dominierend, denn es war und ist ja nicht „nur“ ein Semester mit Corona, vielmehr ist unser aller Leben, also auch jenseits von Universität, ordentlich durcheinander gewirbelt worden. Gleichzeitig habe ich aber auch den Eindruck, dass die Universität im Ganzen wie auch ihre Angehörigen im Einzelnen recht schnell ein hohes Maß an Handlungsfähigkeit und -sicherheit zurückgewonnen haben. Persönlich habe ich jedenfalls die Informationsflüsse als effizient empfunden, die Kommunikation als klar und transparent und die Umstellung auf digitale Lehre als relativ reibungslos. Froh bin ich auch darüber, dass es keine Schnellschüsse gegeben hat, mancherorts ist ja auf datenschutzrechtlich überaus bedenkliche Lösungen gesetzt worden. Zwar gehöre ich nicht zu jenen, die meinen, dieser Krise mit ihren weltweit zahlreichen Toten und all‘ ihren Begleiterscheinungen irgendwelche Chancen abringen zu müssen, gleichwohl habe ich aber unter anderem das Gefühl, dass auch die Angehörigen der Universität etwas enger zusammengerückt sind. So scheint mir der Ton etwas empahtischer, das wechselseitige Verständnis etwas größer zu sein, als dies vor dieser Krise der Fall gewesen ist. Und um auch das deutlich zu sagen: Nach meinem Dafürhalten haben die Krisenstäbe – ob nun mit Blick auf die Universitätsleitung, das CeLeB oder Institutsebene – herausragendes geleistet und verdienen allergrößten Respekt und Anerkennung.

Zum jetzigen Zeitpunkt freilich nicht mehr als ein frommer Wunsch, aber ich sehne mir tatsächlich tagtäglich wieder die Präsenzlehre herbei, deren Verlagerung in den digitalen Raum meines Erachtens immer nur eine Notlösung sein kann. Zwar waren zuletzt immer wieder Stimmen vernehmbar, die die Corona-Krise zum Anlass genommen haben, das Ende der Massenuniversität, das sich angeblich schon vor der Krise abgezeichnet habe, auszurufen. Nach meinem Dafürhalten kommt darin aber ein eigentümlich verkürztes Verständnis von Universität und akademischer Lehre zum Ausdruck. Insofern ist das sogenannte „hybride“ Wintersemester für mich schon eine Art Lichtblick.

Was macht man eigentlich als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung? Worum geht es in Ihrem Beruf?

Im Wesentlichen dreht sich meine Arbeit um Lehre, Forschung und Transfer, um das, was ich erforsche, etwa in der Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen, einem breiteren Kreis zugänglich zu machen. In der Lehre bilde ich angehende Lehrerinnen und Lehrer im Fach Politik für das Grund-, Haupt- und Realschullehramt aus. Hinzu kommt die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die in Niedersachsen an die Universität angedockt ist.

Die Lehre ist mit der Forschung verzahnt. Als Fachdidaktiker beschäftige ich mich mit didaktischen Grundfragen – wer lernt was wann, wie, warum, wozu, womit, wo und mit wem? Was ist so wichtig, das es gelernt und gelehrt werden muss? Die Antworten darauf sind freilich immer nur vorläufig, weil auch wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Glaskugel haben und nicht wissen, ob das, was wir heute als wichtig erachten, in zehn, zwanzig, dreißig Jahren noch relevant ist – das ist eine Herausforderung, macht die Arbeit aber auch total interessant. Seit dem sogenannten PISA-Schock ist die Frage „Wozu lernen wir das?“ sehr wichtig geworden. Gibt es Ziele politischer Bildung, die sich in Kompetenzen formulieren und diagnostizieren lassen? Was sind die Kompetenzen, die in Lehr-Lern-Prozessen anvisiert werden und wie kann ich auf diagnostischer Grundlage bessere, individuellere Lernangebote machen? Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden.

„Ich würde mir wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre“

Welche Aufgaben hat in der heutigen Zeit die politische Bildung in einer Demokratie?

Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an den Staatsrechtler Ernst Wolfgang Böckenförde und sein berühmtes Zitat „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Politische Bildung in einer Demokratie ist deshalb eine Daueraufgabe. Demokratinnen und Demokraten fallen schließlich nicht vom Himmel. Weil die Staatsform Demokratie extrem vorraussetzungsvoll ist, ist politische Bildung eine zeitunspezifische, eine Daueraufgabe. Im Kern geht es ihr darum, mündige Bürgerinnen und Bürger heranzubilden, die kompetent am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das heißt freilich nicht, dass es nicht auch zeitspezifische Aufgaben gibt – im Moment sind das die Digitalisierung, Inklusion, aber auch solche Phänomene wie Hate Speech. – Im Übrigen freue ich mich sehr darüber, dass das neue Studienprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ an der Universität Hildesheim startet, das das Institut für Sozialwissenschaften mitentwickelt hat. –

Das Problem ist allerdings, dass der politischen Bildung häufig eine Art Feuerwehrfunktion zugeschrieben wird – es passiert etwas Schreckliches wie beispielsweise Übergriffe auf Geflüchtete oder Hakenkreuz-Schmierereien und die politische Bildung soll es dann unter anderem durch kurzfristige Finanzspritzen und mittles hastig entworfener Programme richten. Angesichts der oben genannten Herausforderungen und der Verantwortung, die politische Bildung übernimmt, würde ich mir aber wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre, als dies bislang der Fall ist. Das würde also unter anderem bedeuten, dass Politik nicht nur ein Kleinstfach mit einer oder zwei Wochenstunden ist.

„In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt.“

Warum haben Sie sich für Hildesheim und das Institut für Sozialwissenschaften als künftigen Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

Ich finde es überaus reizvoll, an einer Profiluniversität zu forschen und zu lehren. In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist, an denen das Lehramtsstudium häufig nebenher läuft.

Die Möglichkeit, meine Energie unter anderem in den Aufbau der Professur zu investieren, ist eine unglaublich tolle Herausforderung. Dass ich den Ruf angenommen habe, hat aber auch sehr viel mit den bisherigen Begegnungen und Chancen zu tun. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt – vom Institut, über das Dekanat bis hin zum Präsidium erlebe ich ein offenes, warmherziges, von Unterstützung geprägetes Klima – solche Arbeitsbedingungen sind für mich, wie wohl für jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler, extrem wichtig. Ich habe also richtig Lust und richtig Spaß daran, in Hildesheim zu arbeiten.

In seiner Dissertation hat Marc Partetzke erforscht, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden

Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit – welchem Problem sind Sie gerade auf der Spur?

Das Schöne an der Fachdidaktik, und manchmal auch das Schwierige, ist, dass wir Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker eine Art Zwischenstellung einnehmen. Wir haben auf der einen Seite die Wissenschaft, da ist Erkenntnis leitend. Und wir haben die Praxis vor allem in der Schule auf der anderen Seite, da ist im Wesentlichen Brauchbarkeit der Maßstab. Was sich also in der Praxis nicht bewährt, wird im Grunde genommen fallen gelassen. Insofern bildet die Fachdidaktik meinem Verständnis nach eine Art Scharnier zwischen diesen beiden Welten. Das handelt uns freilich manchmal noch den Vorwurf ein, wir seien keine ernstzunehmende Wissenschaft, aber wenn wir die Praxis nicht ernst nehmen, entkoppeln wir uns immer weiter von ihr und entziehen uns damit ein Stück weit selbst unsere Daseinsberechtigung. Nicht zuletzt deshalb suche ich in Hildesheim etwa den Kontakt zu Partnerschulen.

In meiner Dissertation habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden. Das kann zum Beispiel funktionieren, indem sie sich mit Biografien beschäftigen, und zwar nicht nur jenen des politischen Personals sondern auch mit denen „normaler“ Bürgerinnen und Bürger. Mit Kolleginnen aus Bremen habe ich diesen biografiebasierten politikdidaktischen Ansatz an mehreren Schulen implementieren können. Lehramtsstudierende und Schülerinnen und Schüler haben Tandems gebildet und sich mit Arbeitsbiografien von Beschäftigten aus Bremer Großbetrieben befasst. Abgesehen von dieser neuen Art der Berufsorientierung haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler durch die Beschäftigung mit diesen Biografien gewissermaßen selbstläufig auch einen Zugang zu und einen Einblick in die hinter diesen Biografien liegenden politischen Ideen, Strukturen und Funktionslogiken erhalten – also etwa Arbeitnehmerinnenrechte, Strukturwandelprozesse, das Verhältnis von Arbeit und Kapital usw. Zwei der drei beteiligten Schulen haben diesen Ansatz später in ihr Curriculum aufgenommen und verstetigt und es macht mich auch ein wenig stolz, dass weitere Schulen im Bundesgebiet und darüber hinaus, etwa in Österreich, ihn ebenfalls adaptiert haben.

Was kennzeichnet Ihre Lehre – womit beschäftigen Sie und Ihre Studentinnen und Studenten sich zum Beispiel?

Ich versuche immer, Lehre auf Augenhöhe zu gewährleistein. Dafür ist das Format des Seminars toll, denn Seminare sind echte Lernzeit, man kommt ins Gespräch, diskutiert, ich lerne häufig viel von meinen Studierenden. Trotz aller Spezialisierung versuche ich, so gut es geht, eng an der aktuellen Forschung im gesamten Fach „dranzubleiben“ – das sind zur Zeit insbesondere die Themen Inklusion, Digitalisierung und politische Bildung in der super-diversen Gesellschaft und in Zeiten gesellschaftlichen Wandels.

Im Bereich der Digitalisierung setzen wir uns etwa mit alternativen Fakten, Fake News und Informationskompetenz auseinander – wo bekomme ich meine Informationen her, bin ich in der Lage, diese einzuordnen, zu interpretieren, möglicherweise selber Informationen zu produzieren? Übrigens habe ich die Auswertungen meiner Lehrveranstalungsevaluationen einsehen können – natürlich ist immer Luft nach oben, aber die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden meine Art der Lehre wertschätzen, was mich extrem freut und Ansporn dafür ist, sie noch besser zu machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Pressemeldungen
news-19491 Thu, 24 Sep 2020 14:09:12 +0200 „Es lohnt sich, sich an die Uni zu wenden“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/es-lohnt-sich-sich-an-die-uni-zu-wenden/ Die Studentin Theonymfi Dryleraki berichtet, wie sie das digitale Sommersemester in Hildesheim verbrachte und wie sie die Zeit hier erlebte. Theonymfi kommt ursprünglich aus Griechenland, wo sie auch ihr Bachelorstudium absolviert hat. Im Jahr 2018 verbrachte sie ein Auslandssemester in Hildesheim, was ihr so gut gefiel, dass sie sich direkt hier für den Master bewarb. Nun studiert sie seit dem Sommersemester 2019 „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim. Mara Schrey befragte die Studentin. Theonymfi, du warst während des digitalen Semesters in Hildesheim?

Ja genau, als die Pandemie anfing, war ich schon in Hildesheim. Ich bin dann hier in meinem Zimmer im Wohnheim geblieben.

Wie hast du die Zeit dort erlebt?

Im Wohnheim war es leer. Niemand war da. Auf meiner Etage wohnten nur ich und ein Mitbewohner, dabei sind wir normalerweise zu fünft. Auch in der ganzen Uniregion war zu spüren, dass keine Studierenden vor Ort waren. Mittlerweile sind wieder ein paar zu sehen, aber immer noch vergleichsweise wenige.

Wie hast du den Beginn der Corona-Pandemie erlebt?

Es ging alles so schnell, dass ich das gar nicht glauben konnte. Mein Freund wohnt in einer anderen Stadt und war an dem Wochenende bei mir zu Besuch. Er konnte nicht nach Hause zurückreisen, weil alle Bus- und Zugfahrten storniert wurden. Das war so merkwürdig und hat mich wirklich erschreckt. Wir haben dann zu zweit in meinem kleinen Wohnheimzimmer gewohnt. Das war nicht gerade ideal, aber wir haben uns angepasst. Insgesamt war die Situation einfach super chaotisch.

Dass die Grenzen geschlossen wurden, war in den ersten Tagen schon schlimm. Ich habe mich zwar dafür entschieden, nicht nach Griechenland zu reisen, auch, weil meine Angst vor der Situation am Flughafen zu groß war, aber so hatte ich nicht mal mehr die Möglichkeit dazu. In Hildesheim zu bleiben war für mich und meine Familie aber im Endeffekt die beste Option. Zumindest war ich nicht allein, das war wichtig.

Wie sah dein Alltag vor der Pandemie aus und wie hat er sich verändert?

Vor der Pandemie bin ich täglich ausgegangen und habe Freund_innen an der Uni getroffen. Mit denen war ich jeden Tag in der Bibliothek, weil ich mich dort einfach besser konzentrieren kann. Normalerweise buchen wir dort Räume, sodass wir zusammen lernen können. Das war immer toll. Als die Pandemie anfing, war ich auf jeden Fall einsamer, weil ich meine Freunde gar nicht sehen konnte – und meine Familie sowieso nicht. Natürlich war alles geschlossen, auch die Bibliothek, was ein großes Problem war. Die meisten meiner Lehrveranstaltungen fanden live über Big Blue Button statt. Ich habe dann von Zuhause aus daran teilgenommen.

Vor welchen Herausforderungen standest beziehungsweise stehst du aufgrund der Situation?

Wir - und ich glaube auch, die meisten anderen Studierenden -hatten während der Woche mehr Aufgaben für die einzelnen Seminare zu bewältigen als vor der Pandemie. Die meisten Dozierenden gaben uns zusätzliche Aufgaben. Ich hatte nur wenige Kurse, aber trotzdem wirklich sehr viel zu tun, besonders am Ende der Vorlesungszeit.
Für mich war es besonders schwierig, nicht in die Bibliothek gehen zu können, wo ich normalerweise viel recherchiere. Nur wenige Bücher, die ich brauchte, waren online verfügbar.

Ich persönlich hatte auch oft technische Störungen während der Onlineseminare. Manches konnte ich deshalb akustisch nicht verstehen. Öfter stürzte zum Beispiel Big Blue Button ab, ich flog aus der Sitzung und musste mich wieder neu einwählen. Auch die Kommunikation mit den anderen Studierenden war ganz anders, weil wir uns nicht persönlich treffen konnten. Sie lief stattdessen über Zoom oder WhatsApp. Wir mussten darüber ganze Präsentationen vorbereiten, was ich auch sehr herausfordernd fand. Den Menschenkontakt habe ich wirklich vermisst und besonders meine Freund_innen.

Wie bist du mit diesen Herausforderungen umgegangen?

Ich habe viel Zeit ins Selbststudium investiert. Dafür habe ich andere Internetquellen zu Hilfe genommen, wie zum Beispiel Tutorials oder wissenschaftliche Arbeiten. Besonders in Seminaren, in denen nur Präsentationen fürs Selbststudium hochgeladen wurden, war das notwendig. Das war schwierig und hat mich teilweise auch geärgert. Im Endeffekt konnte ich aber alle Fristen einhalten und alle Hausarbeiten abgeben.

Was hat dir dabei geholfen?

Es war gut, dass die meisten meiner Lehrveranstaltungen live über Big Blue Button stattfanden und ich zu einer bestimmten Zeit anwesend sein musste. Es war hilfreich, dort mit Dozierenden und anderen Studierenden in Kontakt zu treten.

An wen konntest du dich bei Schwierigkeiten wenden?

Die Dozierenden haben uns sehr unterstützt, wofür ich wirklich dankbar bin. Für ein Untertitelungsseminar, ein praxisnahes Seminar, benötigten wir eine bestimmte Software, die normalerweise nicht für jede einzelne Person zur Verfügung gestellt wird. Unsere Dozentin Frau Dr. Jaki hat sich dafür eingesetzt, dass wir alle eine Lizenz für diese Software bekommen. Sie hat uns auch geholfen, wenn wir Schwierigkeiten mit dem Programm hatten und ist individuell auf uns eingegangen. Das war wirklich toll. Unterstützt hat mich auch das International Office, wo ich einen Minijob habe. Von dort habe ich zu Beginn der Pandemie die wichtigsten Informationen erhalten, genauso wie vom AStA. Ich fühlte mich auf jeden Fall unterstützt und hatte nicht das Gefühl, der Situation hilflos gegenüberzustehen.  

Wie hast du das digitale Semester rückblickend insgesamt erlebt?

Insgesamt habe ich das Semester eher als negativ erlebt. Es war eine neue und einzigartige Erfahrung, die mit einigen Herausforderungen verbunden war. Ich fand es anstrengender als ein Präsenzsemester. Mir hat es aber gezeigt, dass es tatsächlich möglich ist, von Zuhause aus zu studieren. Am Anfang konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich wusste nicht, wie das bei praktischen Kursen möglich sein soll, aber rückblickend kann ich sagen, dass ich wirklich etwas gelernt habe. Ohne besonderen Einsatz von Studierenden und Dozierenden, wie zum Beispiel von Frau Jaki, wäre dies aber nicht möglich gewesen.

Gibt es deiner Meinung nach auch Vorteile der digitalen Lehre?

Positiv an der digitalen Lehre ist, dass man nicht so früh aufstehen muss wie sonst. Ich habe mir einfach eine halbe Stunde vor einem Seminar den Wecker gestellt und bin Zoom beigetreten. Manchmal konnte ich auch mehrere Dinge gleichzeitig kombinieren, beispielsweise einem Dozenten zuhören und zu dem Gesagten etwas im Internet recherchieren. Wenn Themen aufkamen, die für mich nicht relevant waren, habe ich an einer anderen Aufgabe gearbeitet und so ein bisschen Zeit gespart. Das war wirklich praktisch. Klasse fand ich auch, dass uns so viele Materialien online zur Verfügung gestellt wurden.

Was denkst du darüber, dass das nächste Semester ebenfalls digital stattfinden wird?

Wenn es eine Wahl gäbe, würde ich ein Präsenzsemester bevorzugen, unter anderem weil es weniger anstrengend ist als ein digitales Semester. Im Präsenzsemester ist zudem ein Dialog zwischen Dozierenden und Studierenden sehr viel einfacher. Dennoch finde es richtig, dass das nächste Semester digital stattfinden wird. Wenn eine zweite Krankheitswelle aufkommt, ist dies mit Blick auf die Sicherheit aller am besten. Es ist nur schade, dass es keine andere Möglichkeit gibt. Und es ergeben sich viele weitere Fragen daraus, wenn die Lehre weiterhin digital erfolgt.

Welche Fragen sind das, die sich daraus ergeben?

Warum sollten beispielsweise Personen aus anderen Ländern zum Studium noch hierher hinkommen? Auch ich könnte einfach von Griechenland aus studieren. Ich persönlich finde es sinnvoller, in Hildesheim zu sein, weil ich doch ab und an Dinge an der Universität erledigen muss. Andere haben diese Möglichkeit nicht, weil sie beispielsweise aufgrund der aktuellen Situation keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekommen.

Ich persönlich mache mir nicht so viele Sorgen um meinen weiteren Studienverlauf, weil ich bald meinen Abschluss machen kann. Aber bei anderen Studierenden wurden Praktika abgesagt oder ihre Stunden in Hiwi-Jobs vermindert. Ich kann mir auch vorstellen, dass Studierende, die im nächsten Semester neu anfangen, verunsichert sind. Deshalb bin ich auch gerne Ansprechpartnerin für internationale Studierende im Rahmen meiner Stelle beim International Office. Dort unterstütze ich neue Studierende bei der Suche nach einer Unterkunft, bei rechtlichen Angelegenheiten und bei einer ersten Orientierung im Studium.

Was würdest du anderen Studierenden in der aktuellen Situation raten?

Passt auf euch auf. Bleibt geduldig und stark. Es lohnt sich, sich bei Schwierigkeiten an die Uni zu wenden, die sich wirklich bemüht, für uns da zu sein.

 

Das International Office
Das International Office ist die Anlaufstelle der Universität Hildesheim für alle Austausch- und Gaststudierende und solche, die es werden wollen. Informationen zu einem Austauschstudium während der Corona-Pandemie finden internationale Studieninteressierte in dem Corona FAQ auf der Website des International Office: https://www.uni-hildesheim.de/io/incoming/corona-faq-informationen-fuer-internationale-studieninteressierte-zur-bewerbung-fuer-das-wise-202021/

 

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news-19482 Tue, 22 Sep 2020 11:44:00 +0200 Your Goal - Your Action: Beratungsangebot des Green Office startet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/your-goal-your-action-beratungsangebot-des-green-office-startet-heute/ Wer kulturelle, soziale oder ökologische Projekte mit Nachhaltigkeitsfaktor auf die Beine stellen will, erhält fortan kostenlose Unterstützung im Green Office der Uni.
Your Goal - Your Action, so heißt das kostenlose Beratungs- und Bildungsangebot, das die Universität Hildesheim ab Montag, 28. September, bereitstellt.  Studierende und andere Interessierte werden damit bei der Entwicklung und Umsetzung von eigenen sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekten mit Nachhaltigkeitsfokus unterstützt.

Die Beratung findet sowohl online als auch im Hildesheimer „Green Office“ in der Universität statt. Auf der Homepage www.uni-hildesheim.de/deinprojekt steht neben einem kostenlosen und interaktiven E-Learning-Angebot zu den Themen Projektmanagement und Nachhaltigkeit auch ein Projektkatalog mit vielen Projektideen bereit.  Die Pressestelle der Universität sprach mit der Projektkoordinatorin Sira Möller.


Frau Möller, was machen Sie im Projekt Your Goal – Your action?

Sira Möller: Ich arbeite als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nachhaltigkeitsbüro Green Office der Universität Hildesheim und bin zudem freischaffende Theaterkünstlerin. Aus meinen beiden Arbeitsbereichen bringe ich die Leidenschaft mit, Ideen in die Realität umzusetzen. Ich glaube daran, dass wir alle dazu beitragen können, unsere Gesellschaft nachhaltiger und friedlicher zu gestalten. Mit Your Goal - Your Action zeige ich Interessierten, wie das gehen kann.

Wie kam es zu der Idee?

Sira Möller: Im Jahr 2016 hatte ich eine Projektidee: Ich wollte ein Grünes Sommerfest in Hildesheim organisieren. Jedoch hatte ich nur wenig Zeit, kaum Geld und ich wusste nichts über administrative Abläufe. Was ich mir zu Beginn so einfach und schön vorgestellt hatte, endete in einem Desaster. Ich war überarbeitet und erreichte viel zu wenig Publikum - das war wirklich demotivierend.
Jetzt, vier Jahre später, weiß ich, dass Projektideen auch ohne Erfahrungen erfolgreich umgesetzt werden können, wenn es eine Infrastruktur gibt, die Engagierte unterstützt.

Was kann man sich unter einer Infrastruktur für Engagierte vorstellen?

Sira Möller: Die meisten von uns sind durch Studium, Job oder Familie schon sehr ausgelastet. Wer neben seinem Alltag noch gesellschaftlich aktiv werden möchte, benötigt zu viel Zeit und Energie, um sich das notwendige Know-How anzueignen und wichtige Fragen zu klären: “Wie kann das Projekt finanziert werden? Welche Aufgaben müssen erledigt werden? Wie erreiche ich mein Publikum?”
Für Your Goal - Your Action habe ich all diese Fragen gebündelt und aus ihnen heraus ein kostenloses E-Learning-Angebot erstellt. Zusätzlich biete ich auch individuellee Beratungsgespräche.

Wieso ist Engagement im Nachhaltigkeitsbereich so wichtig?

Sira Möller: Nachhaltigkeitsbelange haben noch zu selten Vorrang. Das zeigt sich am zunehmenden Ressourcendruck, der steigenden Erderwärmung und der Ausbeutung von Mensch und Tier. Es ist Zeit, selbst aktiv zu werden und die Transformation zur Nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Jede_r von uns kann Verantwortung für unsere Gesellschaft und für unseren Planeten übernehmen und nebenbei die eigenen Kompetenzen sinnvoll ausbauen.


Das Green Office der Universität Hildesheim:

Das Green Office setzt sich für die Etablierung des Themas Nachhaltigkeit an der Universität Hildesheim ein. Die Universität wird zu einem Ort, an dem Nachhaltigkeit als Querschnittsthema gelebt, gelehrt und beforscht wird. Your Goal – Your Action ist ein Beratungs- und Bildungsangebot vom Green Office der Universität Hildesheim.

Kontakt:

Sira Möller (M.A.), Projektkoordination
E-Mail: moeller.greenoffice@uni-hildesheim.de
Telefon: 05121.883.40012
Mobil: 0176.45975218
Bürozeiten: Di - Do, jeweils von 9 bis 16 Uhr

Was es zusätzlich zu Your Goal - Your Action zu wissen gibt:

Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Auf einem Gipfel der Vereinten Nationen (UN) wurde im September 2015 die Agenda 2030 verabschiedet. Sie ist der Fahrplan für eine Nachhaltige Entwicklung des Planeten. Ihr Kernstück ist ein ambitionierter Katalog mit 17 Zielen, den Sustainable Development Goals (Ziele für Nachhaltige Entwicklung), die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen. Er fordert eine Nachhaltige Entwicklung sowohl auf ökologischer, sozialer als auch ökonomischer Ebene. Inhaltlich orientiert sich das Hildesheimer Beratungs- und Bildungsangebot an den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der UN, die Anlehnung findet sich auch im Namen Your Goal - Your Action wieder. Die 17 Ziele verdeutlichen, wie divers die fachlichen Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit sind und bieten dadurch unterschiedlichst interessierten Menschen eine Teilhabe am Diskurs.

Wie kam es zu dem Projekt?

2017 startete der Rat für Nachhaltige Entwicklung den Bildungswettbewerb „Zukunft, fertig, los!“, bei dem sich das Green Office mit der Idee von Your Goal - Your Action bewarb. Eine Expert_innenjury lud aus knapp 100 Bewerbungen 21 Ideen zum SDG-Speed-Dating nach Berlin ein, darunter auch die Idee des Green Office der Universität Hildesheim. Dort wurde die Idee vor potentiellen Förder_innen aus Stiftungen, Unternehmen und Politik vorgestellt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt lud das Green Office daraufhin zu Besprechungen ein. 2019 kam dann die Förderzusage. Weitere Infos zum Projekt: www.uni-hildesheim.de/deinprojekt

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Green Office Pressemeldungen
news-19441 Thu, 17 Sep 2020 11:28:09 +0200 Dritter Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie erschienen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/dritter-band-des-jahrbuchs-fuer-kinder-und-jugendtheologie-erschienen/ „Eigentlich sind wir alle Geschenke – Religiöse Bildung im Elementarbereich“, so lautet der Titel des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie, das die Religionspädagogen Christina Kalloch und Martin Schreiner jüngst im Calwer Verlag Stuttgart herausgegeben haben. Das 240 Seiten starke Buch ist der dritte Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie und widmet sich der religiösen Bildung im Elementarbereich. Es enthält fundierte Einführungen und Überblicke, aktuelle empirische Studien und wertvolle Praxisanregungen. Der Band wendet sich an alle Erzieherinnen und Erzieher, Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrkräfte sowie Trägervertreterinnen und -vertreter. Themen sind unter anderem das Theologisieren mit Kindergartenkindern, die inklusive religiöse Bildung, religiöse Vielfalt, differenzsensible Bildung, alltagsintegrierte religiöse Bildung, frühkindliche Gotteskonzepte, religiöse Elementarbildung und das christliche Profil in der Erzieher_innenfortbildung

Entstehung des Buches
Das Buch entstand als inhaltliche Standortbestimmung der Kindertheologie im Vorschulbereich und präsentiert Ergebnisse, die auf der internationalen ökumenischen Tagung „Kindertheologie im Elementarbereich“ im September 2018 in Hildesheim vorgestellt wurden.

Die Beiträge
Den Band eröffnet Gerhard Büttner mit Beobachtungen zur religiösen Situation im Vorschulalter unter pädagogischer und theologischer Perspektive. Angela Kunze-Beiküfner liefert einen Überblick zum Theologisieren mit Kindergartenkindern im Kontext alltagsintegrierter religiöser Fortbildung. Einflussfaktoren und Merkmale frühkindlicher Gotteskonzepte stellt Anna-Katharina Szagun in ihrem Beitrag über Kinder als Konstrukteure vor. Helena Stockinger berichtet über ein empirisches Projekt zum Umgang mit religiöser Differenz im Kindergarten. Henning Schluß und Christian Andersen präsentieren zentrale Ergebnisse ihrer Studie zur Pluralität in Wiener Kindertageseinrichtungen. Die beiden Studien von Christina Kalloch zum Theologisieren mit Kindern zum Thema „Tod“ und Martin Schreiner zum Thema „Dankbarkeit“ beschließen den ersten Teil des Bandes „Theoretische Grundlagen und empirische Einblicke“.
Den zweiten Teil des Bandes „Pädagogische Berichte und Anregungen“ eröffnen Ulrich Walter mit einem Beitrag über das bibeldidaktische Arbeiten mit dem Friedenskreuz und Martina Steinkühler mit Erzählimpulsen für die pluralitätssensible religiöse Elementarerziehung. Die religiöse Bildung in niederländischen Kitas beschreibt Henk Kuindersma, während Bianca Kobel über religionssensible Bildung in Kindertageseinrichtungen des CJD berichtet. Den evangelischen Kindergottesdienst im Spannungsfeld zwischen empirischer Bildungsberichterstattung und riskantem Resonanzraum stellt Dirk Schliphake vor. Gerhard Büttner rundet den Band mit einer Rezension zu vier Neuerscheinungen zu „Gott im Spiel – Godly Play“ ab.

ISBN 978-3-7668-4521-4
Calwer Verlag
28,95 Euro

Christina Kalloch ist Professorin für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik an der Universität Hildesheim. Außerdem ist sie Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Katholische Theologie und Mitglied in der Ständigen Kommission für das Qualitätsmanagement für Lehre und Studium im Fachbereich 1.

Martin Schreiner ist Professor für Evangelische Religionspädagogik am Institut für Evangelische Theologie der Universität Hildesheim. Darüber hinaus ist er Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Evangelische Theologie.

 

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news-19507 Mon, 14 Sep 2020 12:54:00 +0200 Studieren in der Pandemie - Wie erlebten Studierende das digitale Sommersemester und den Studienalltag während der Corona-Pandemie? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studieren-in-der-pandemie-wie-erlebten-studierende-das-digitale-sommersemester-und-den-studienallt/ Online-Vorlesungen und Video-Chat statt Präsenzveranstaltungen, geschlossene Mensen, Sport- und Kulturzentren, leere Bibliotheken und Studentenwohnheime. Die Pandemie hatte diverse Auswirkungen auf die Gesamtsituation der Studierenden. Wie haben Studierende in Deutschland das digitale Sommer-Semester 2020 bewältigt und wie haben sie den durch die Pandemie veränderten Studienalltag erlebt? Dies untersuchte ein Forschungsteam der Universität Hildesheim in der bundesweiten qualitativen Online-Befragung Stu.diCo., an der über 3.000 Studierende teilnahmen. Die Forscher_innen analysierten die Daten von 2.350 Studierenden.

 

Die Studie Stu.diCo.

Für die Studierenden in Deutschland beginnt schon bald das Wintersemester 2020/21 und damit das zweite Semester unter Pandemie-Bedingungen. Dies bedeutet vielerorts, dass für die Studierenden ein weiteres digitales Semester stattfinden wird.

Der veröffentliche Bericht der Online-Befragung Stu.diCo. präsentiert erste Ergebnisse und deskriptive Befunde, welche für die weitere digitale Ausgestaltung der Hochschulstudiengänge genutzt werden können. Darüber hinaus haben die Forscher_innen die zahlreichen offenen Antworten der Teilnehmenden analysiert. Ziel war es, möglichst schnell erste Befunde noch vor dem Start des Wintersemesters zu veröffentlichen, um diese in die Gestaltung des Studiums im Wintersemester 2020/21 einfließen zu lassen. Anschließend gilt es, die Ergebnmisse in den Forschungsstand der Hochschulforschung einzuordnen.

 

Wohlbefinden, Sorgen, Ängste und Motivation

Stu.diCo. setzt sich von Untersuchungen ab, die vor allem auf die Evaluation der digitalen Lehre und die technische Ausstattung sowie die damit zusammenhängenden Problemlagen der Studierenden fokussieren. Dahingegen sollen mit dieser Studie auch das Wohlbefinden, die Sorgen und Ängste, die Studienmotivation und die mentale Verfassung der Studierenden betrachtet werden.


Die Teilnehmenden

Der Altersdurchschnitt der Befragten lag bei rund 24 Jahren. Nur 5,5 Prozent der Befragten gaben an, über 30 Jahre alt zu sein. Somit ist Stu.diCo. eine der wenigen Studien in Deutschland, die sich explizit auf das junge Erwachsenenalter beziehen. Von den Befragten waren 70,7 Prozent Bachelor-Studierende und 24,4 Prozent Master-Studierende. Am stärksten vertreten waren Studierende aus Niedersachsen (56,7 Prozent) und Bayern (16,6 Prozent).


Die prägnantesten Ergebnisse

„Es gibt nicht die typische Studentin oder den typischen Studenten – entsprechend unterschiedlich fallen die Bewertungen zum digitalen Studieren und zur Änderung des Lebensalltags aus“, sagt Dr. Severine Thomas, Teil der fünfköpfigen Forschungsgruppe von Stud.diCo am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.


Höhere Arbeitsbelastung durch digitales Studieren

Allgemein beurteilten 72,4 Prozent der befragten Studierenden die Arbeitsbelastung im digitalen Semester als höher im Vergleich zum Präsenzsemester.


Noch ein weiteres digitales Semester?  Bitte nicht!

Die Vorstellung, noch ein weiteres Semester digital zu studieren, beurteilten 59,4 Prozent der Befragten als schlecht. Die Frage, ob sie ihr Studium um ein Semester verlängern würden, wenn dies kostenneutral wäre, beantworteten knapp über 50 Prozent mit „Ja“.

Herausforderungen in der Home-Learning-Situation

Als belastende Faktoren nannten die Studierenden unter anderem die fehlende Infrastruktur der Hochschule (Mensa, Bibliothek etc.), der fehlende persönliche Kontakt zu anderen Studierenden, die Notwendigkeit, sich um andere Familienmitglieder kümmern zu müssen und/oder den fehlenden Platz zum ungestörten Arbeiten. Auch Einsamkeit, Ablenkung, technische Einschränkungen sowie die fehlende persönliche Betreuung durch die Lehrenden wurden als Hürden des digitalen Lernens aufgeführt.

Chancen des Digitalen Lernens

Als positiv bewerteten die Befragten die Zeitersparnis durch wegfallende lange Anfahrtswege zum Studienort, mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und das Kennenlernen neuer digitaler Angebote.

Finanzielle Situation

Bei mehr als der Hälfte der Befragten (52 Prozent) wirkte sich die Pandemie finanziell nicht aus. 37 Prozent der Befragten gab an, weniger Geld als vorher zur Verfügung zu haben. Knapp 44 Prozent der Studierenden gaben jedoch an, dass sie sich um die Finanzierung ihres Studiums insgesamt sorgen.

Sozial entleerter Studienalltag

Fast alle Studierende beklagten den Stillstand des sozialen und kulturellen Austauschs. 79 Prozent der Befragten vermissen das Campusleben. 85,4 Prozent fehlt der Kontakt zu anderen Studierenden. Die Hälfte der Teilnehmenden vermisste sehr die Möglichkeit, Lehrende anzusprechen. Doch nicht alle Studierenden litten gleichermaßen unter diesen Einschränkungen. Die Bewertungen rangierten von Aussagen wie "Das digitale Semester ist eines der besten, die ich je hatte, in Bezug auf meinen Lernfortschritt und das Vorankommen im Studium." bis zu "Ich habe durch die online Lehre meinen Spaß an meinem Studium verloren."

Das Ergebnispapier

Das Paper „Stu.diCo. – Studieren digital in Zeiten von Corona – Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie Stu.diCo.“ von Anna Traus, Katharina Höffken, Severine Thomas, Wolfgang Schröer und Katharina Mangold finden Sie unter https://dx.doi.org/10.18442/150


Kontakt zum Forschungsteam der Studie Stu.diCo.

Dr. Severine Thomas und Anna Traus
Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

Projektteam CareHOPe:
Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

 

 

 

 

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news-19433 Fri, 11 Sep 2020 14:33:17 +0200 Die Sekretariate im Digitalen Semester: Interview mit dem Arbeitskreis Sekretariate https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/die-sekretariate-im-digitalen-semester-interview-mit-dem-arbeitskreis-sekretariate/ Nicht nur Student*innen und Dozierende mussten sich im digitalen Semester auf viele Neuerungen einstellen, auch und gerade die Sekretariate der Universität waren mit einigen Herausforderungen konfrontiert, wie beispielsweise den digitalen Arbeitsprozessen. Drei Mitglieder des Arbeitskreises Sekretariate berichten von ihren Eindrücken der vergangenen Monate: Karin Burg (Sekretariat des Dekanats FB 2), Kay-Sarah Alsleben (Sekretariat des Instituts für Medien Theater und Populäre Kultur) und Kerstin Hinze-Melching (Sekretariat des Dekanats FB 4 und Geschäftszimmer Abt. Wirtschaftsinformatik und Maschinelles Lernen). Frau Burg, Sie sind Sprecherin des Arbeitskreises Sekretariate. Was genau wird in diesem erarbeitet und wie kam er zustande?

Frau Burg: Der Anstoß zur Gründung des Arbeitskreises war eine Wanderausstellung über die historische Entwicklung der Sekretariate und die Arbeitsbedingungen in den Hochschulsekretariaten. Diese war von Wissenschaftlern der Universität Hannover erarbeitet und vom Gleichstellungsbüro an die SUH geholt worden. Einige Kolleginnen haben zwei Poster über die Situation in unserer Universität ergänzt. Diese Gruppe kam auf Zuruf zusammen und hat sich dann verstetigt. Mittlerweile sind wir 15 bis 20 Personen. Wer interessiert ist, kommt dazu und kann vom Erfahrungsaustausch profitieren. Seit letztem Jahr haben wir auch eine eigene Homepage.

Einmal im Semester organisieren wir zusammen mit Gundula Sperling eine uniinterne Weiterbildung für alle Interessierten.

Als vom Präsidenten die Aufforderung kam, sich an der letzten Entwicklungsplanung der Uni zu beteiligen, fühlten wir uns wertgeschätzt. Das war zusätzliche Motivation für die gemeinsame Arbeit.

Frau Hinze-Melching: 2017 bei der Vorbereitung unserer Wanderausstellung waren wir erst sieben Leute. Dass daraus ein Arbeitskreis entstand und fortbesteht, ist wirklich erfreulich. Ich merke allerdings immer wieder, dass unsere Präsenz an der Uni noch nicht so gegeben ist. Und auf der Wanderausstellung hätten wir uns mehr Informationsstreuung auch in die oberen Etagen gewünscht.

Wie ist denn momentan die Lage an den Sekretariaten, gibt es mehr zu tun als sonst?

Frau Alsleben: Viel mehr Arbeit an sich gab es nicht, es kam nur alles digital rein. Selbst Telefonate wurden für mich jetzt seltener. Ich habe meine ganze Arbeit ausschließlich per Email bekommen oder über Videokonferenzen mit meinen Vorgesetzten.

Positiv war, dass wir die Schulung für Datenschutz im Homeoffice und für das LSF auch online machen konnten. Ich hatte das Gefühl, dass der Austausch mit den Dozierenden und den Professor*innen enger war, weil wir jetzt wöchentliche Videokonferenzen hatten. Vor Ort kam es auch mal vor, dass ich meine Vorgesetzten zwei Wochen nicht gesehen habe. Daher war der Austausch für mich jetzt enger.

Also wurde paradoxerweise durch mehr Distanz der Austausch intensiver?

Frau Alsleben: So kann man es sagen.

Frau Hinze-Melching: Das läuft an der Uni sehr unterschiedlich. Ich hatte diese wöchentlichen Besprechungen mit meinen Vorgesetzten leider nicht. Aber wie auf einmal durch Distanz zumindest partiell Nähe zustande kommen kann, dafür konnte ich zumindest durch die wöchentlichen Institutssitzungen ein Gefühl bekommen. Und ich denke, da viele Menschen nur noch in ihren Zimmern oder vor ihren Monitoren gesessen haben, wurde dies auch generell befürwortet.

Durch meine 13 Jahre am Institut konnte ich sehr autark arbeiten, aber ich dachte mir häufig, wenn jemand Neues - sagen wir im März - begonnen hätte, das wäre sehr schwierig gewesen.

Frau Burg: Ich arbeite im Dekanat des Fachbereichs 2. Unsere wöchentliche Dekanatsbesprechung wurde im Sommersemester als Telefonkonferenz durchgeführt. Am Rhythmus änderte sich nichts, aber dass man sich nicht in Präsenz gegenübersitzen konnte, fand ich schade.

Die Institute entscheiden also über die Vorgehensweise weitgehend autark?

Alle: Ja, genau.

Wie haben sich die Aufgaben bei Ihnen in den Sekretariaten verändert?

Frau Hinze-Melching: Neuland war definitiv, wie Kay gesagt hat, dass wir ganz viel per Email bekommen haben oder per Email abgeben mussten. Wir sind die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Verwaltung, und gerade für letztere war auch einiges neu, was manchmal schwierig war. Wenn gewisse Termine eingehalten werden müssen, kann man nicht auf eine eingescannte oder direkte Unterschrift warten. Letztendlich musste ich mir meinen eigenen Weg suchen, Formular ohne Unterschrift durchboxen und auf eine Bestätigung per Mail warten, die aber genauso rechtskräftig ist. Uns sitzen eben Fristen und Zeiten im Nacken und umstellen mussten wir uns alle.

Frau Alsleben: Das kann ich bestätigen, wir können nicht auf allen Dokumenten digitale Unterschriften einfügen. Auf PDFs, beispielsweise für Lehraufträge, ist dies gar nicht möglich. Und dort könnte man zukünftig vielleicht Änderungen anstoßen. Wir mussten teilweise postalisch Unterlagen an unsere Vorgesetzten schicken, und diese Unterlagen mussten dann erst wieder zurückkommen. Das dauert natürlich.

Frau Hinze-Melching: Mir fiel in der Handhabung von digitalen Dokumenten auch auf, dass Kolleginnen beispielsweise ein Formular per Mail erhalten haben, dieses ausdruckten und eingetütet an die Verwaltung geschickt haben. An dem Punkt wurde ein unnötiger Zwischenschritt eingebaut. Das müsste von uns Kolleginnen einheitlich gestaltet werden. Und darin besteht auch die Chance unseres Arbeitskreises, solche Prozesse zu vereinheitlichen.

Also wirken die letzten Monate in dem Sinne auch zwangsläufig als Beschleuniger der digitalen Arbeitsprozesse?

Frau Burg: Genau, so ist es. Ich finde es allerdings nicht immer konstruktiv, wenn Arbeitsprozesse nur mittels Formularen bearbeitet werden. Wenn etwas neu strukturiert wird und/oder mehrere Personen und Einrichtungen beteiligt sind, ist es manchmal hilfreich, wenn die Beteiligten gemeinsam planen und absprechen. Ich wäre sehr froh, wenn auch Fachbereichssitzungen wieder in Präsenz stattfinden können. Man kann besser aufeinander reagieren und direkter ins Gespräch kommen als bei Webkonferenzen.

Frau Hinze-Melching: Man kann seinem Chef im Flur einfach besser in die Hacken treten als über die Online-Sitzungen. (lacht) Mein Chef weiß, was ich meine.

Frau Alsleben, Sie haben in den letzten Monaten komplett im Homeoffice gearbeitet, wie hat das für Sie funktioniert?

Frau Alsleben: Ich habe zwei Kinder, drei und sechs Jahre alt. Für mich war es daher etwas holprig, weil ich nebenher auch noch das Homeschooling gemacht habe und natürlich die Kinderbetreuung. Ich arbeite 30 Stunden die Woche und konnte eigentlich nie meine sechs Stunden am Stück durchziehen, wie jetzt hier an der Domäne, sondern nur mit Unterbrechungen.

Frau Hinze-Melching: Ich denke, da spricht die Kollegin für viele Frauen mit jüngeren Kindern, diese Leistung ist ja sehr beachtlich.

Frau Burg: Besonders über den langen Zeitraum, in dem nicht absehbar war, wann es wieder einen Normalbetrieb geben wird.

Gab es vor der Pandemie schon die Möglichkeit, Homeoffice zu machen?

Frau Alsleben: Ich konnte das einmal die Woche am Freitag machen, das ist aber eher die Ausnahme. Ich sitze im Sekretariat zusammen mit einem Kollegen, der vor Ort die Stellung hält, und nur dadurch war das Homeoffice jetzt möglich.

Würden Sie sich wünschen, dass es auch nach der Pandemie mehr Möglichkeiten fürs Homeoffice gibt?

Frau Hinze-Melching: Ja, das haben wir auch in einer Schulung auf die Liste gesetzt, dass die Regelungen auf jeden Fall variabler gestaltet werden sollten. Ich fürchte, da herrscht bei einigen noch ein wenig Skepsis, aber die Anwesenheit in einem Bürozimmer heißt ja nicht, dass man besser oder effektiver arbeitet. Ganz im Gegenteil, ich denke, dass in diesem Punkt noch sehr viel an Effektivität und Flexibilität gewonnen werden kann.

Frau Burg: Wenn man kompliziertere Arbeiten hat, für die man Ruhe braucht, lassen sie sich manchmal besser von zuhause aus erledigen. Im Büro, bei vollem Betrieb, gibt es häufiger Unterbrechungen. Wenn wir Arbeitsaufgaben per Mail bekommen, können wir manche schieben und eine Aufgabe erst einmal zu Ende bringen.

Frau Hinze-Melching: In Sekretariaten wird darauf nicht immer Rücksicht genommen, auch wenn es eigentlich feste Sprechzeiten für Studierende gibt. Die Leute kommen einfach ins Büro und es wird erwartet, dass man sich um die Angelegenheiten sofort kümmert.

Frau Burg: Bisher ist Homeoffice bis zum 30.09. befristet und man wird sehen, wie es danach weitergeht. Viele Kolleginnen wünschen sich, das Homeoffice weiterhin flexibel gestalten zu können.

Erstellt von Pressestelle, Thore Fahrenbach

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news-19432 Fri, 11 Sep 2020 14:00:29 +0200 Arbeitskreis „Wissenschaft und Kultur“ der SPD-Landtagsfraktion besucht die Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/arbeitskreis-wissenschaft-und-kultur-der-spd-landtagsfraktion-besucht-die-stiftung-universitaet-hil/ Die Entwicklung der Stiftung Universität Hildesheim in den vergangenen Jahren, neue, innovative Studienangebote, Baumaßnahmen sowie die Bedeutung der Universität für die Kultur und Gesellschaft der Stadt und für den Arbeitsmarkt der Region – dies waren die Themen eines Treffens des Arbeitskreises „Wissenschaft und Kultur“ der SPD-Landtagsfraktion mit dem Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich. Neben der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Dr. Silke Lesemann, nahm an dem Treffen der Hildesheimer Abgeordnete Bernd Lynack teil. Entwicklung der Stiftungsuniversität Hildesheim

Seit Beginn der Amtszeit von Präsident Friedrich im Jahr 2002 ist die Stiftung Universität Hildesheim kontinuierlich gewachsen. Wegbereitend war die Überführung der Universität von der Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim am 1. Januar 2003.

Der Haushalt der Universität stieg von 26,4 Millionen Euro im Jahr 2003 auf fast das Dreifache, und zwar auf 72,8 Millionen Euro im Jahr 2018. Seitdem stieg auch die Zahl der jährlich eingeworbenen, formelrelevanten Drittmittelerträge von damals 1,17 Millionen Euro auf 8,39 Millionen Euro im Jahr 2019.

Studierendenzahl verdoppelte sich in den vergangenen 18 Jahren

Seitdem hat sich die Zahl der Studierenden mehr als verdoppelt. Studierten im Wintersemester 2003/2004 über 4000 junge Menschen an der Universität Hildesheim, waren im Wintersemester 2019/2020 insgesamt 8765 Studierende dort eingeschrieben.

Lehramts-Studierende stellen an der Stiftung Universität Hildesheim, die aus der im Jahr 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervorgegangen ist, rund ein Drittel der Studierenden dar. Stark gestiegen ist in den letzten Jahren die Zahl der Informatik-Studierenden auf rund 800. Neu hinzugekommen ist der Studiengang Psychologie mit inzwischen mehr als 500 Studierenden.

 Dr. Silke Lesemann, Fraktionssprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Wissenschaft und Kultur, sagte: „Die Universität Hildesheim hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Der Ausbau der Studienangebote ging mit einem großen Anstieg der Studierendenzahl einher. Dass Hildesheim seine Attraktivität als Wissenschaftsstandort steigern konnte, ist auch ein wesentlicher Verdienst von Professor Friedrich.“

Auch die Zahl der Beschäftigten wuchs um das Doppelte

Auch die Zahl der an der Universität Hildesheim Beschäftigten stieg zwischen den Jahren 2003 und 2019 um mehr als das Doppelte von 382 auf 840 Personen. Die Zahl der Professuren wuchs auf rund 100. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich auch der Frauenanteil unter den Professuren auf gut 40 Prozent.

Anstieg der Personenzahl erfordert Bautätigkeit

„Die gestiegenen Studierenden- und Mitarbeitenden-Zahlen machen eine umfangreiche Bautätigkeit zwingend erforderlich“, sagte Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Der aktuelle Bau der neuen Mensa, der mit 20 Millionen Euro Kosten veranschlagt wird, ist das größte Bauprojekt der Universität seit ihrem Bestehen.

Der Universitätspräsident verwies zudem auf ein Gutachten der Landeshochschulkonferenz (LHK), demzufolge 4,3 Milliarden Euro nötig seien, um die Universitäten und Hochschulen in Niedersachsen angemessen sanieren, modernisieren und erweitern zu können. „An der Stiftung Universität Hildesheim ist allein in den vergangenen zehn Jahren die zur Verfügung stehende Quadratmeterzahl je Studierendem durchschnittlich von 6,9 auf 4,9 gesunken“, beklagte Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Neue Studienvariante „Digitale Sozialwissenschaften“ startet im Wintersemester

Der Universitätspräsident präsentierte den Politikerinnen und Politikern die neue Variante „Digitale Sozialwissenschaften“ im Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement“, die ab Herbst 2020 erstmalig angeboten wird. Studierende dieses interdisziplinären Studiengangs erwerben die Fähigkeit zur Analyse aktueller, gesellschaftlicher Phänomene, den sicheren Umgang mit sozialwissenschaftlichen Theorien und Forschungsbefunden sowie Kenntnisse von Strukturen und Prozessen digitaler politischer Kommunikation. Der Erwerb fundierten technologischen Wissens in Verbindung mit sozialwissenschaftlichen Kompetenzen und Analysefähigkeiten gehört ebenso zu den Studienzielen wie der kompetente und kritische Umgang mit großen Datenmengen („Big Data“).

In diesem Zusammenhang verwies der Universitätspräsident auch auf den großen Erfolg der im Wintersemester 2016/17 eingeführten englischsprachigen Studienvariante „Data Analytics“, die  Studieninteressenten aus der ganzen Welt anzieht. Das Angebot hat große Relevanz für den regionalen und überregionalen IT-Fachkräftebedarf.

Zum Abschluss des Austauschs zwischen Politik und Wissenschaft besuchte die SPD-Delegation das „Center for World Music“ der Universität Hildesheim. Direktor Professor Dr. Raimund Vogels führte durch das musikethnologische Forschungszentrum von internationaler Bedeutung.

Bernd Lynack lobt Uni-Präsidenten als „großartigen ‚Außenminister der Universität‘“

Bernd Lynack, Mitglied der SPD-Landtagsfraktion und des Landtags für den Wahlkreis Hildesheim, zeigte sich erfreut über den kontinuierlichen Austausch zwischen Stadt und Universität, der unter Präsident Friedrich fortgeführt und ausgebaut wurde. Er sagte: „Mit dem Präsidenten der Universität haben wir einen großartigen ‚Außenminister unserer Universität‘, der stets den konstruktiven Dialog sucht. Mehr Studierende und eine moderne Ausstattung steigern die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit Hildesheims natürlich immens. Das begrüße ich sehr.“

Erstellt von Pressestelle, Gabriele Gerner

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Pressemeldungen
news-19421 Tue, 08 Sep 2020 17:37:22 +0200 Kulturpolitik: Professor Julius Heinicke https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kulturpolitik-professor-julius-heinicke/ Seit dem Sommersemester 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Julius Heinicke am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Der Wissenschaftler wurde auf die Professur für Kulturpolitik berufen. Heinicke befasst sich als Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ mit der Rolle der Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse. „Als Kulturpolitikwissenschaftler beschäftigt mich die Frage, auf welche Art und Weise kulturelle Strategien, Traditionen, Wissens- und Denkweisen politisch und gesellschaftlich wirkungsmächtig werden“

Interview mit Prof. Dr. Julius Heinicke

Herr Professor Heinicke, wie erleben Sie das erste Semester an der Universität Hildesheim? Aufgrund der Coronavirus-Pandemie lehren Sie digital.

Die Corona Epidemie stellt nicht nur den Kulturbereich – insbesondere auch internationale Kooperationen, um deren Bestehen ich mich einsetze und sorge –, sondern auch die Lehre auf den Kopf. Ich habe mich sehr auf die Arbeit auf dem Kulturcampus gefreut, den gegenseitigen Austausch,  das Wahrnehmen und Erleben von Kunst, Diskussionen und Gesprächen. In der Online-Lehre versuche ich, so viel Informationen wie möglich im Vorfeld bereitzustellen, damit die Unsicherheit im digitalen Aufeinandertreffen nicht zu groß ist. Ich stelle für jede Sitzung Arbeitspapiere bereit, welche die Leitthemen, Fragen und Literatur der Sitzung  umreißen, das gibt ein wenig Sicherheit, wenn mal nicht alles technisch so funktioniert. Ich versuche, die Sitzungen abwechslungsreich zu gestalten, aber ich denke, wir alle können in bestimmten Situationen diesen Bildschirm, mit dem wir nun auch noch sprechen müssen, nicht mehr sehen. Wir lernen viel dazu und die Situation schweißt zusammen, das leibhaftige Miteinander ist jedoch – das zeigt sich deutlich – digital nicht ersetzbar.

Sie wurden zum 1. März 2020 auf die Professur für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim berufen. Was macht man eigentlich als Professor für Kulturpolitik? Worum geht es in Ihrem Beruf?

Als Kulturpolitikwissenschaftler beschäftigt mich einerseits die Frage, auf welche Art und Weise kulturelle Strategien, Traditionen, Wissens- und Denkweisen politisch und gesellschaftlich wirkungsmächtig werden. Die Künste und ihre Ästhetiken bilden als kulturelle Ausdrucks- und Reflexionsformen einen Schwerpunkt, jedoch gehe ich von einem sehr weit gefassten Verständnis von Kunst bzw. Ästhetik aus, welches durchaus kulturelle Rituale, Zeremonien und Traditionen einschließt. Diese Öffnung vermag es, westlich tradierte Vorstellungen, die tendenziell exkludierend wirken können, zu befragen und zu öffnen.

Andererseits betrachtet die Kulturpolitik Rahmenbedingungen und strategische Konzeptionen künstlerischen und ästhetischen Schaffens. Welche Strategien und Muster verbergen sich hinter den Arbeitsweisen von Kulturinstitutionen und Kulturszenen und deren Förderprogrammen? Welche Änderungen und Neuausrichtungen fordern gesellschaftliche, soziale und kulturelle Wandlungsprozesse ein?  Welche politischen Aufgabenfelder und Herausforderungen stellen sich ihren Akteur*innen?

In der heutigen Zeit, welche Aufgaben hat die Kulturpolitik, können Sie das an einem Beispiel veranschaulichen?

Zurzeit findet innerhalb der Kultur- und Kunstlandschaften ein Paradigmenwechsel statt, innerhalb dessen Kulturpolitik eine Schlüsselrolle einnimmt: Debatten um Präsenz von Vielfalt im Theater, neue Leitungsmodelle, Rückgabeforderungen und die Frage nach Provenienz in Museen, das Kulturschutzgesetz, Kürzungsforderung in den Landtagen und Stadträten, die Diskussionen um Diskurshoheit, Austausch auf Augenhöhe, Good Governance, Demokratisierung und Krisen- und Konfliktprävention, der Wettbewerb um politisch-nationale Narrative in der internationalen Kulturarbeit, reaktionäre Einflussnahmen und die Reaktionen „Der Vielen“; mit alledem muss sich die Innen- und Außenkulturpolitik zurzeit auseinandersetzen.

Es kann also durchaus behauptet werden, dass in Kunst- und Kulturszenen aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen an Brisanz gewinnen und somit auch die Forschung und Lehre der Kulturpolitik herausfordern. Die öffentliche Förderung von Kultur gerät zunehmend in das gesellschaftspolitische Spannungsfeld. Einerseits ist Kultur- und Kunstschaffen aufgrund des Potenzials, gesellschaftliche Vielfalt zu verhandeln und erlebbar zu machen, wichtiger denn je. Andererseits wird dies auch infrage gestellt und eher auf die Förderung bzw. den Schutz einer essentialistischen Vorstellung von Kultur gepocht. Mit diesen Themenfelder muss sich die Kulturpolitikwissenschaft heutzutage auseinandersetzen.

Warum haben Sie sich für Hildesheim und das Institut für Kulturpolitik und den Kulturcampus Domäne Marienburg als künftigen Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

Der Kulturcampus und das Institut für Kulturpolitik bieten ideale Voraussetzungen. Wolfgang Schneider hat Kulturpolitik in ihren gesellschaftlichen Dimensionen und politischen Ausdrucksformen entscheiden geprägt und bietet vielerlei Anknüpfungspunkte. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge, die Breite an ästhetischen Fächern, aber auch die Verbindung mit angewandten, sozialen, vermittelnden und pädagogischen Formaten erscheinen für mich richtungweisend, denn meines Achtens können Kultur- und Kunstinstitutionen sich nur im engen Austausch mit sozialen und gesellschaftlichen Räumen und ihren Akteur*innen den gegenwärtigen Fragen und Herausforderungen stellen.

Die Insellage des Campus macht ein intensives Arbeiten möglich und gibt Freiraum für Experimente. Allerdings birgt sie auch Gefahr, einer zu homogenen Ausrichtung, eines In-sich-Abschließens und der Dominanz einzelner Diskurse. Andererseits ist das Institut für Kulturpolitik bekannt und im positiven Sinne berüchtigt für seine internationale Ausrichtung, insbesondere seit der Etablierung des UNESCO-Lehrstuhls. Dies ist eine Chance, regionale Themen und Arbeitsweisen der Kulturpolitik mit internationalen, globalen oder einfach anderen lokalen Praktiken und Theorien zu konfrontieren, diskutieren und analysieren. Ich bin ein großer Verfechter der internationalen Ausrichtung akademischer Institutionen. Denn so schmoren sowohl theoretisch-methodische als auch praktische Formen des Wissens und Vermittelns nicht im eigenen Saft, sondern müssen sich mit anderen Ansätzen auseinandersetzen und neue Modelle und Lösungen finden. Diese „internationale“ Kompetenz und Erfahrung sollte meines Achtens ein jede*r Hochschulabsolvent*in mitnehmen dürfen. Damit dies gelingen kann, nehme ich meine Lehre, aber auch die Vermittlung der eigenen Forschungen in die Pflicht.

Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit – welchem Problem sind Sie gerade auf der Spur?

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, auf welche Art und Weise Kultur- und Kunstlandschaften dazu beitragen, Orte der Aushandlung und des Erfahrens von Diversität zu sein. Das heißt eben auch, die unbequemen Seiten des Miteinanders in den Blick zu nehmen: das Aushalten und Verhandeln von Verschiedenheit, die eigene Verantwortung hierfür, die Frage nach Respekt und Toleranz, gleichzeitig das Wahren von Grund- und Menschenrechten. Ich suche weltweit nach kulturpolitischen Konzepten, welche ähnliche Verhandlungsprozesse beschreiben. In den Forschungen zu meiner Habilitationsarbeit bin ich auf ein Konzept von Achille Mbembe gestoßen, welches er „Entähnlichung“ nennt. Anders als Strategien der Assimilation setzt Entähnlichung auf das bewusste Erleben von Verschiedenheit, das durchaus gemeinschaftlich erfahren werden kann und somit eine Form der Gesellschaftsbildung ist.

Ich untersuche, welche Rolle Kunst- und Kulturräume und deren Akteur*innen für das Schaffen von Sphären der Entähnlichung spielen. Ich frage mich, ob ein solcher Ansatz der Reflexion von Vielfalt als kulturpolitisches Konzept international verhandelbar ist und gleichzeitig in der Region, in der unmittelbaren Umgebung, eine Rolle zu spielen vermag.

Die globale Welt bricht ja über die verschiedensten Kanäle und Medien in unsere Wahrnehmung hinein. Wahrscheinlich braucht es eben gerade eine Konzeption von Räumen leibhaftigen Zusammenkommens, die Kultur- und Kunstinstitutionen und deren Szenen ja zweifelsohne sind, welche die Menschen unterstützen, dies fassen, begreifen uns reflektieren zu können.

Inwieweit spielt die empirische Forschung in Ihrem Alltag eine Rolle?

Eines der ersten Seminare meines Studiums der Kultur- und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität lautete „Lebensstile: Theorie und Empirie“. Das Beobachten und Befragen von kulturellen Wirkungsweisen und Strategien wurde mir praktisch in die akademische Wiege gelegt. Mich haben zum Beispiel schon immer die Hierarchien im klassischen Theater gestört, von Anfang an. Empirisch ist dies auf allen Ebenen nachweis- und auswertbar, in den Entscheidungen, während der Proben, der Bezahlung etc. Die Herausforderung, mit der ich mich seitdem konfrontiert sehe, ist das Abstrahieren dieser Beobachtungen, dabei sind empirische Methoden der Datenerhebung zum Teil hilfreich, aber nicht nur. Meiner Erfahrung nach sollte dies stets mit theoretischen Methoden und Analysen einhergehen, ob nun diskurs- oder dispositivanalytisch oder aber vielleicht auch im Sinne einer art based research. So verbergen sich hinter den Hierarchien im Theater natürlich gendertheoretisch relevante Mechanismen, eine ganz bestimmte Vorstellung von Ästhetik und einer Autonomie von Kunst, in welcher Konzepte und Vorstellungen zum Beispiel der Aufklärung wirkungsmächtig werden, die wiederum koloniale Züge tragen können. Dies zu entdecken und zu analysieren gelingt nur auf transdisziplinäre Weise. Ich weiß, das ist ein wissenschaftliches Minenfeld, dem wir uns jedoch stellen müssen, auch im Sinne einer postkolonialen Verantwortung der Wissenschaften und ihrer Methoden.

„In den Seminaren erarbeiten wir in einer Werkstatt Modelle und Visionen für die Region, eine große Rolle spielt die Hildesheimer Bewerbung Kulturhauptstadt Europa 2025“

Was kennzeichnet Ihre Lehre – womit werden Sie und Ihre Studentinnen und Studenten sich demnächst zum Beispiel beschäftigen?

Auf die Lehre und die gemeinsame Arbeit mit den Studierenden freue ich mich sehr. In den letzten drei Jahre arbeitete ich im Coburger Weg, einem Projekt des Qualitätspakts Lehre, in welchem wir Formate wie problemorientiertes Lernen, interdisziplinäre Lehre, aber auch Projektwerkstätten erprobt und entwickelt haben, einige Impulse nehme ich mit nach Hildesheim. In den Seminaren erarbeiten wir in einer Werkstatt Modelle und Visionen für die Region, eine große Rolle spielt natürlich die Hildesheimer Bewerbung Kulturhauptstadt Europa 2025. Studierende haben viele spannende Ideen, wie sie sich die Kulturlandschaft in Zukunft vorstellen, diese werden wir gemeinsam entwerfen, diskutieren und analysieren. Es wird aber auch eine Einführung in die Methodik und Theorie der Kulturpolitik geben – dieses Feld ist, in der Wissenschaftslandschaft noch weitgehend unberührt. Auch in dem eher historisch ausgerichteten Seminar „Kulturpolitische Linien seit der Antike“, werden verschieden Wirkungsweisen befragt und analysiert, auch jenseits Europas. Im Master konzentriere wir uns auf internationale Strategien der Kulturpolitik vor dem Hintergrund postkolonialer Theorie.   

Das Institut für Kulturpolitik hat sich bisher intensiv mit der Freiheit der Künste und der Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen befasst. Der UNESCO-Lehrstuhl hat etwa in den vergangenen Jahren unter dem Motto „Arts Rights Justice“ (Künste, Recht, Gerechtigkeit) ein Fortbildungsprogramm für verfolgte Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturmanager gestartet. Ich habe in Ihrer Publikationsliste gelesen, dass Sie sich zum Beispiel mit dem Theater in Zimbabwe im politisch-ästhetischen Spannungsfeld befassen. Wird die internationale Analyse von Kunst und Kultur in Krisenzeiten weiterhin ein Forschungsthema der Hildesheimer Kulturpolitik sein? Mit welchen Forschungsfragen befassen Sie sich zum Beispiel?

Seit fast zwanzig Jahren arbeite und forsche ich im südlichen Afrika, vor allem in Südafrika und Zimbabwe. In beiden Ländern werden Kunst- und Kulturpraktiken eingesetzt,  um sich den enormen gesellschaftlichen Herausforderungen aufgrund politischer Umbrüche und Neuanfänge zu stellen. Ich sage bewusst nicht Krisen, denn die sind allseits bekannt. Vielmehr habe ich innovative Techniken und Fragestellungen in diesen Ländern beobachten können und habe einige Wirkungsweisen hierzulande erst durch die Perspektive anderer Kulturen begriffen. Die Bedeutung der sozialen Felder für Kunstschaffen, die politische Kraft von Kulturarbeit (auch in Krisenzeiten), die Rolle der Kunst in der Schaffung von Sphären zur Aushandlung und Versöhnung sind Themen, die mich seitdem beschäftigen.

Analysen von Kulturpolitik im internationalen Vergleich werden weiterhin für das Institut grundlegend sein. Wolfgang Schneider und sein Team – so Daniel Gad mit dem Arts Rights Justice Programm – haben viele wichtige Projekte und Publikationen hervorgebracht, an die ich gut anknüpfen kann. Ich werde verstärkt auch der Frage nachgehen, welche kulturpolitischen Narrative und Strategien im internationalen Kontext noch ungehört sind, aber wertvolle Hinweise geben. Immer mehr Autor*innen mit neuen Blickwinkeln kommen zu Wort – hier gibt es noch viele zu wenig wahrgenommene Stimmen und Fragestellungen, dich ich in meiner Forschung aufgreifen möchte. Letzte Woche (Anmerkung: Das Gespräch wurde im Frühjahr vor der Coronavirus-Pandemie geführt) war ich mit der Graduiertenschule „Performing Sustainability“ in Ghana. Ich habe dort also meinen ersten Arbeitstag an der Uni Hildesheim verbracht. Die ghanaischen und nigerianischen Master- und PhD-Studierenden haben spannende Sichtweisen auf die Rolle von Kultur auch in Fragen der Nachhaltigkeit vorgestellt. Diese Perspektiven aufzugreifen und zu diskutieren, auch in Hildesheim, ist eine Aufgabe der internationalen Arbeit des Instituts.

„Es ist eine große Ehre, den UNESCO-Lehrstuhl übernehmen zu dürfen"

Ein weiterer Blick in die Zukunft: Das Institut für Kulturpolitik erreichte jüngst die Neuigkeit aus Paris, dass der UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“, der sich seit 2012 mit der Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse auseinandersetzt, verlängert wird. Die 3. Phase des UNESCO-Lehrstuhls beginnt im Mai 2020 und läuft bis Mai 2024. Das Präsidium der UNESCO hat Sie als Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls vorschlagen. Zum Semesterstart kam die Bestätigung von der UNESCO aus Paris, dass Sie der neuer UNESCO-Lehrstuhlinhaber sind. Welchen Auftrag hat der UNESCO-Lehrstuhl, was ist das Ziel dieser Arbeit?

Es ist eine große Ehre, den UNESCO-Lehrstuhl übernehmen zu dürfen. Im Verlauf des Interviews deutete es sich vielleicht schon an: viele meiner Vorstellungen über Lehre und Forschung fließen in dem Lehrstuhl zusammen. Der UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development hat nach meiner Interpretation den Auftrag, international kulturpolitische Denk- und Handlungsräume zu erschaffen, in welchen Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und kulturpolitische Akteur*innen gesellschaftliche Transformations- und Wandlungsprozesse mittels Kunst- und Kulturarbeit initiieren, begleiten und analysieren. Der Lehrstuhl fungiert also einmal als Ideenschmiede und Thinktank, als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen, aber auch als wissenschaftlicher Begleiter und Erschaffer von Metaebenen, die es ebenso braucht.

Nehmen wir ganz konkret die UNESCO Convention on the Protection and the Promotion of the Diversity of Cultural Expressions aus dem Jahre 2005: Eine Aufgabe des Lehrstuhls ist es, nicht nur in verschiedenen lokalen, regionalen und  internationalen Gesellschaftskontexten Debatten zu initiieren, welche kulturellen Ausdrucksweisen „geschützt“ und welche innovativen „gefördert“ werden sollten, was ja je nach Region und Anliegen ganz unterschiedlich sein kann. Darüber hinaus hat der UNESCO Chair jedoch den Auftrag, diese vielfältigen Debatten zusammenzubringen, den Austausch zu fördern und dies zu analysieren und wissenschaftlich auszuwerten.

Der Kulturcampus spielt hier eine entscheidende Rolle. Er ist ein idealer Ort für internationale Tagungen und Workshops, welche die Studierenden mitgestalten können und auf Akteur*innen aus aller Welt stoßen. Gleichzeitig können sie in der Studienvariante „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ an den internationalen Partnerinstitutionen des Lehrstuhls die Vielfalt der Interpretationen und Konzepte der Kulturpolitik erfahren. In ähnlicher Weise verstehe ich meinen Auftrag als Lehrstuhlinhaber. Die Diskussion mit den weltweiten Partner*innen, die Unterstützung von Programmen und Initiativen, welche sich eben den Prinzipien der „Protection and Promotion of Diversity of Cultural Expressions“ verpflichtet fühlen, die wissenschaftliche Begleitung derlei Initiativen, oder aber auch die kritische Reflexion dieser. Sicherlich ist das internationale Handeln und Verhandeln nicht frei von Hierarchien und kolonialen Strukturen, westlich-abendländische Sichtweisen dominieren immer noch die Verbünde und Kooperationen. Auch hier wird sich der UNESCO Chair verhalten müssen, kritische Methoden entwickeln und nachhaltige Konzepte erarbeiten. Wir haben viel vor, aber ich denke, der Kulturcampus und die Stiftung Universität Hildesheim sind der ideale Ort dafür.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Das Gespräch wurde zu Beginn des Sommersemesters 2020 geführt.

Mehr erfahren über die Studienvariante: Bachelor Plus „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis – Kulturpolitik im internationalen Vergleich“

UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik

In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet. Seit 2020 ist Professour Julius Heinicke der Nachfolger und hat den UNESCO-Lehrstuhl inne.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen. Sie befassen sich in Forschung und Lehre mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, mit dem Schutz und der Förderung von künstlerischen Ausdrucksformen, mit künstlerischen Freiheitsrechten und Menschenrechten sowie kulturpolitischen Rahmenstrukturen für kulturelle Bildung. Die Zielsetzungen der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt stellen hier einen wesentlichen Bezugspunkt dar.

Das Institut für Kulturpolitik bildet den Nachwuchs in den Studiengängen „Kulturvermittlung“ und „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ aus. Studentinnen und Studenten können den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und innerhalb des vierjährigen Bachelor Plus-Studiums für ein Jahr an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika oder Casablanca/Marokko gehen. Die Forschungsprojekte der Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Kulturvermittlung“ führen die Studierenden regelmäßig in alle Weltregionen. Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls ist seit 2012 der Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Gad.

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Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-19506 Fri, 04 Sep 2020 12:28:00 +0200 Aktives Forschungsmanagement - Workshops zum Forschungsdatenmanagement und den „Coffee Lectures“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/aktives-forschungsmanagement-workshops-zum-forschungsdatenmanagement-und-den-coffee-lectures/ Die Universität Hildesheim informiert in einer neuen Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2020/21 über das Forschungsdatenmanagement. Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „Coffee Lectures“ und Workshops kommen Studierende, Forscherinnen und Forscher mit Expertinnen und Experten aus der Fachcommunity und anderen Vertretern der Universitäten und externen Fachleuten zusammen.

Dabei hat Annette Strauch vor allem das praxisbezogene, fächerübergreifende, fachspezifische und auch generische FDM im Blick. Also all das, was den größten Nutzen und Mehrwert (nicht Mehrarbeit!) für Forscherinnen und Forscher bringt. In der Praxis sollen es Muster sein, Workflows, Fallbeispiele und Standards, zum Beispiel Metadatenstandards. Hilfreiche Beispiele für Forscherinnen und Forscher veranschaulichen, wie bereits andere ihr Datenmanagement organisiert haben und was sich dabei bewährt hat und was nicht.

Die „Coffee Lectures“ (Dauer etwa 30 Minuten) und Workshops finden mehrmals im Semester statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Alle Veranstaltungen werden aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage DIGITAL übertragen.
Wo? Über das Tool BBB, siehe Veranstaltungskalender der SUH: www.uni-hildesheim.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/

Kontakt bei Fragen: fdm@uni-hildesheim.de


Dies sind die Termine im Wintersemester 2020/21:

ONLINE Veranstaltung – Workshop (Vertiefungskurs): Strukturieren und Ordnen im Forschungsdatenmanagement - wie geht das?
Donnerstag, 24. September 2020 um 14:00 Uhr
Workshop der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 120 Minuten).
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt.
Wann? 14.00-16.00 Uhr
Referentin: Annette Strauch, M.A.
Thema: Forschungsdatenmanagement
Teilnahme: bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-aq9-9kr

ONLINE Veranstaltung – Workshop (Vertiefungskurs): Strukturieren und Ordnen im Forschungsdatenmanagement - wie geht das?
Donnerstag, 22. Oktober 2020 um 14:00 Uhr
Workshop der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 120 Minuten).
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt.
Wann? 14.00-16.00 Uhr
Referentin: Annette Strauch, M.A.
Thema: Forschungsdatenmanagement
Teilnahme: https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-a3e-qu6


ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement (DFG-Beitrag): "Forschungsdaten im digitalen Wandel. Aus der Arbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft"
Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 12:30 Uhr
Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-6cx-v3t
Referent: Dr. Johannes Fournier (DFG), Programmdirektor Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme


ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: "Data Sharing und Replikationen in den Wirtschaftswissenschaften"
Mittwoch, 11. November 2020 um 12:30 Uhr
Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-6pe-799
Referent: Ralf Toepfer (ZBW), Publikationsdienste, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft


ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: "HilData"
Mittwoch, 25. November 2020 um 12:30 Uhr
Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-avy-4ww
Referent: Jan Timo Zimmermann (UB Hildesheim), Leitung Mediothek


ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: Bereich materielle und immaterielle Kulturgüter
Mittwoch, 09. Dezember 2020 um 12:30 Uhr
Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-fj6-a2z
Weitere Informationen:
www.uni-hildesheim.de/bibliothek/forschen-publizieren/forschungsdatenman... - Weitere Informationen zum Forschungsdatenmanagement finden Sie auf der Website der Universitätsbibliothek Hildesheim
 

Abbildung: Patrick Hochstenbach hochstenbach.wordpress.com

 

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Pressemeldungen
news-19502 Fri, 04 Sep 2020 11:11:00 +0200 Bewerbung auf einzelne Studiengänge noch möglich - Bewerbungsfrist an der Universität Hildesheim endet am Montag, 14. September https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/testbeitrag-1/ Studieninteressente können sich noch bis Montag, 14. September, an der Universität Hildesheim für Plätze in verschiedenen Studiengängen bewerben. Freie Studienplätze gibt es noch im Studiengang „Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)“, dessen Studienvariante „Angewandte Informatik (B.Sc.)“, sowie in „Internationale Kommunikation und Übersetzen (B.A.)“, „Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)“ und in verschiedenen Zwei-Fächer-Bachelor-Kombinationen für das Lehramt. Die Anmeldung ist möglich unter www.uni-hildesheim.de. Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)

Der Bachelorstudiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (B. Sc.) vermittelt, wie man große Informationsmengen managt und technisch beherrschbar macht. Studierende lernen,  entsprechende IT-Systeme und Abläufe in Unternehmen zu verstehen, zu entwerfen, und zu realisieren. Der Studiengang vereinigt dabei Inhalte der Informatik, der Informationswissenschaft und der Betriebswirtschaft.

Angewandte Informatik (B.Sc.)
(Studienprogramm des Bachelor-Studiengangs Informationsmanagement und Informationstechnologie)

Die Welt wird von einer unvorstellbaren Menge an Informationen überflutet: Die weltweit gespeicherte Datenmenge verdoppelt sich etwa alle anderthalb Jahre. Immer mehr Daten, immer mehr Wissen, immer mehr Kommunikation. Studierende lernen, diese Datenflut zu organisieren, passende Abläufe und passende Software zu planen und einzuführen – und dabei alle Mitarbeiter_innen im Unternehmen einzubinden.

Internationale Kommunikation und Übersetzen (B.A.)

Der Bachelorstudiengang Internationale Kommunikation und Übersetzen (B. A.) richtet sich an Studieninteressierte, die neben der Begeisterung für Sprachen, Texte und verschiedene Kulturen auch ein Interesse für neue Technologien und Medien mitbringen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grundlagen des professionellen Übersetzens.
Wirtschaftsinformatik (B.Sc.). Das interdisziplinäre Fachgebiet setzt sich aus Inhalten der Informatik und der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Betriebswirtschaftslehre, zusammen. Studierende lernen, wie Unternehmen ihre Abläufe durch Systeme der computergestützten Informationsverarbeitung effizienter gestaltet werden können.


Kombinationen im Lehramtstudium

Für folgende Kombinationen im Zwei-Fächer-Bachelor ist noch eine Bewerbung möglich: Lehramt an Grundschulen (Mathematik, Physik und Sachunterricht), Lehramt an Hauptschulen (Mathematik in Kombination mit Informatik, Physik, Politik, Technik oder Katholischer Theologie), Lehramt an Realschulen (Mathematik in Kombination mit Informatik, Physik, Politik, Technik oder Katholischer Theologie).

    
Bewerbungsverfahren und Informationen für Studieninteressierte

Die Bewerbung erfolgt online auf www.uni-hildesheim.de. Informationen zum Bewerbungsverfahren erteilt die Infoline der Zentralen Studienberatung. Diese ist erreichbar unter Telefon 05121-883-55555 und per E-Mail an: infoline@uni-hildesheim.de

 

 

 

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Pressemeldungen
news-19305 Mon, 31 Aug 2020 09:29:00 +0200 Barrierefreie Kommunikation: Studentin Laura Marmit ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/barrierefreie-kommunikation-studentin-laura-marmit-ausgezeichnet/ Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während einer internationalen Konferenz zu Barrierefreier Kommunikation in der Schweiz ausgezeichnet. Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im zweiten Semester im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Die 25-Jährige hat zuvor ihr Bachelorstudium am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz absolviert und ein besonderes Interesse für den Bereich „Untertitelung für Hörgeschädigte“ entwickelt.

Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln eigens für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während der 3. Schweizer Konferenz zur Barrierefreien Kommunikation, die in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie digital stattfand, mit dem „BfC 2020 Best Poster Award“ ausgezeichnet.

„Ich beschäftige mich speziell mit den besonderen Rezeptionsbedingungen prälingual, also von Geburt an, Gehörloser. Da diese, je nach Erstsprache und Art der Beschulung, oftmals Schwierigkeiten mit der Schriftsprache haben, weil sie eine Art Fremdsprache für die Betroffenen darstellt, hatte ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit zum Thema ‚Integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose – ein Schritt in Richtung Zielgruppenspezifizierung in der Filmuntertitelung?‘ die Ambition, Untertitel zu erstellen.“

Diese Untertitel sollten, so erläutert Laura Marmit, sprachlich an die Bedarfe der Zielgruppe angepasst sein und als Zusatzangebot zu den herkömmlichen „Untertiteln für Hörgeschädigte“ bereitgestellt werden können.

Im nächsten Schritt sollen die Untertitel in einer Studie von der Zielgruppe evaluiert werden

„Im Zuge dessen habe ich erstmals vom Konzept der Leichten Sprache sowie der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim erfahren. Bereits von Prof. Dr. Ursula Bredel und Prof. Dr. Christiane Maaß empfohlen, schien auch mir Leichte Sprache ein geeignetes Mittel, Text – in meinem Fall Untertitel –Menschen mit prälingualer Gehörlosigkeit verständlicher zu machen. Zusätzlich lag es mir am Herzen, auch mit Blick auf die Platzierung und Gestaltung der Untertitel ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen“, so Laura Marmit. Die Studentin hat das Konzept der „Integrierten Titel“ nach Fox angewandt, bei dem die Titel nicht am unteren Bildrand, sondern dynamisch innerhalb des Bildes in Sprechernähe platziert werden, was dem Betrachter beziehungsweise der Betrachterin unter anderem eine schnellere Sprecheridentifizierung ermöglicht.

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat die Studentin versuchsweise integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose erstellt. In einem weiteren Schritt plant sie, innerhalb ihres Projekts im Masterstudium in Hildesheim, die erstellten Titel anhand einer Studie von der Zielgruppe evaluieren zu lassen sowie die sprachliche Rezeption der Titel durch die Zielgruppe anhand eines Eyetrackers zu untersuchen.

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Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Pressemeldungen
news-19396 Tue, 25 Aug 2020 13:50:00 +0200 Schnelle Evolution unter Klimawandel https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/schnelle-evolution-unter-klimawandel/ Forschungsteam zeigt, wie sich bestimmte Pflanzen schnell an geringere Niederschläge anpassen Bestimmte Pflanzenarten können unter Dürrebedingungen sehr schnell evolvieren. Das zeigt eine neue Studie mit Beteiligung von Johannes Metz, Professor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim, und geleitet von Katja Tielbörger, Professorin an der Universität Tübingen. Das bedeutet, dass die Pflanzen veränderte Eigenschaften entwickeln und in ihren Genen festschreiben und sich so an die neuen Bedingungen anpassen können. Diese schnellen evolutiven Anpassungen können die Gefährdung von Pflanzenarten durch den Klimawandel reduzieren.

Allerdings waren die Pflanzen im Experiment nicht in der Lage, alle wichtigen Merkmale schnell und dauerhaft an den Wassermangel anzupassen. Die Studie erscheint in der Fachzeitschrift Ecology Letters.

Trockenheit im Langzeitexperiment

Für die Untersuchung nutzte das Forschungsteam ein außergewöhnliches Langzeitexperiment in Israel, das von Tielbörger geleitet wurde. Über zehn Jahre wurden dort auf 40 großen Versuchsflächen mit natürlichen Pflanzengemeinschaften im Freiland die Niederschläge manipuliert, also entweder zusätzlich bewässert oder der Regen mit Hilfe von speziellen Dächern reduziert. „Solche großen Langzeitexperimente sind weltweit etwas Besonderes, denn sie sind schwer zu finanzieren und dauerhaft durchzuführen. Sie sind aber wichtig, um Evolution von Pflanzen unter naturnahen Bedingungen erforschen zu können“, sagt Metz. Er hat viele Jahre in dem Projekt mitgearbeitet und ist Erstautor der neuen Studie. Eine zusätzliche Stärke des Langzeitexperiments war, dass es in verschiedenen Klimaregionen Israels durchgeführt wurde. „So konnten wir die Reaktion der Pflanzen auf die Regenmanipulationen im Experiment mit Anpassungen an ihr natürliches Klima vergleichen“.

Zunehmende Trockenheit aufgrund des vorangetriebenen Klimawandels ist ein wichtiges Thema im Nahen Osten. Während die Region bereits heute durch Wasserknappheit geprägt ist, sagen Klimamodelle für die kommenden Jahrzehnte noch weniger Niederschlag vorher – bei steigenden Temperaturen. Viele Trockengebiete der Erde erwarten ähnliche Szenarien.

Im Fokus der neuen Studie steht das Brillenschötchen (Biscutella didyma), eine für die Region typische, kurzlebige Art, die von mediterranen Gebieten bis hin zu Wüsten vorkommt. „Wir haben hier eine große Zahl von Eigenschaften betrachtet, deren genetische Informationen gut erforscht sind und die großen Einfluss auf die Überlebensfähigkeit der Pflanze haben“, erklärt der Wissenschaftler. Beobachtet wurde, dass ursprünglich an feuchtere Bedingungen gewöhnte Pflanzen unter künstlicher Dürre innerhalb von nur zehn Jahren einen früheren Blühzeitpunkt entwickelten und mehr Ressourcen in die Samenproduktion steckten. „Das sind typische Anpassungen an trockene Bedingungen, wie wir sie z.B. bei Wüstenpflanzen finden“, erklärt er. „Das Experiment liefert uns so einen starken Hinweis darauf, dass die Evolution dieser Eigenschaften tatsächlich eine Anpassung an den reduzierten Regen darstellte.“

Interessanterweise gab es aber auch mehrere überlebenswichtige Eigenschaften, die im Experiment nicht evolvierten, wie zum Beispiel die Effizienz der Wassernutzung oder die Länge der Samenruhe. „Die Botschaft unserer Studie ist daher nur bedingt optimistisch“, erläutert Metz. „Zwar konnten wir belegen, dass eine schnelle Evolution bei wichtigen Pflanzeneigenschaften möglich ist; daneben gibt es aber auch Eigenschaften, bei denen die Anpassungsprozesse womöglich zu langsam ablaufen, um mit dem Klimawandel Schritt zu halten.“

Publikation:

Johannes Metz, Christian Lampei, Laura Bäumler, Herve Bocherens, Hannes Dittberner, Lorenz Henneberg, Juliette de Meaux, and Katja Tielbörger (2020). Rapid adaptive evolution to drought in a subset of plant traits in a large-scale climate change experiment. Ecology Letters, doi: 10.1111/ele.13596

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Fachbereich 4 Biologie & Chemie Biologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19380 Mon, 24 Aug 2020 12:43:09 +0200 Eine andere Art des Lehrens https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eine-andere-art-des-lehrens/ Das Forschungsteam der Chemie gehörte zu den ersten, die in diesem außergewöhnlichen Semester laborpraktische Übungen an der Universität Hildesheim digital anboten. Direkt am ersten Semestertag begann um 8 Uhr die Video-Übertragung des Seminars zur physikalischen Chemie. Dr. Jacqueline Claus, Dr. Jan Hinrichs und Markus Herrmann berichten von ihren Erfahrungen. Wie haben Sie es geschafft, sich so gut auf den Semesterstart vorzubereiten?

Jacqueline Claus: Die Anschaffungen, die die Abteilung Chemie in vorausgegangenen Semestern im Rahmen der Digitalisierung der Lehre getätigt hat, haben uns eine sehr gute Basis geliefert. Herr Herrmanns technische Affinität und Herr Hinrichs Ideengabe haben dazu geführt, dass der Semesterstart gelungen ist. Somit war es mir möglich, die erste Veranstaltung in diesem Sommersemester optimal abzuhalten.

Jan Hinrichs: Vor allem aufgrund der bereits in den vorangegangen Semestern vorgenommenen Digitalisierung der Lehre und Beschaffung entsprechender Hardware (v. a. mobiler Endgeräte) lagen bereits gute Voraussetzungen für die Umsetzung vollkommen digitaler Lehre vor. Nach Ankündigung des digitalen Semesters haben wir in den wenigen Wochen vor dem Semesterstart – v. a. aufgrund des Engagements und technischen Know-Hows unseres Mitarbeiters Herrn Herrmann - das Zusammenspiel von Hard- und Software optimieren können.

Markus Herrmann: Allen guten Vorbereitungen zum Trotze zeigte sich tatsächlich erst am ersten ‚live‘-Tag, wie gut (oder eher wie nicht ganz optimal) die Technik im Produktiveinsatz funktionierte.

Wie gestalten Sie Ihre digitalen Seminare?

Jacqueline Claus: Die Veranstaltungen des Moduls „Physikalische Chemie I“ haben alle live per Videokonferenz im BigBlueButton stattgefunden. Dabei teile ich mit den Studierenden Powerpoint-Präsentationen und stehe am Smartboard, um wichtige Punkte zu notieren. Die Studierenden können sich über die Chat- und Audiofunktion aktiv an den Veranstaltungen beteiligen. Zusätzlich werden im Learnweb die Vorlesungsfolien und die Mitschriften der jeweiligen Veranstaltung hochgeladen, um eine Benachteiligung von Studierenden mit störungsanfälliger Internetverbindung zu vermeiden.
In der Laborübung „Physikalische Chemie I“ haben die Studierenden Versuche zu den Inhalten der Vorlesung theoretisch vorbereitet. Mit den Studierenden erarbeite ich die theoretischen Grundlagen sowie die Auswertung der Versuche und moderiere die Durchführung der Versuche, welche von Herr Herrmann oder mir – unter Anleitung von den Studierenden – live per Videokonferenz praktisch durchgeführt wurden.
 
Jan Hinrichs:
Im Rahmen meiner Vorlesung „Organische Chemie“ bespreche ich live per Videokonferenz und Bildschirmfreigabe animierte Powerpoint-Folien. Neben den Folien habe ich den Studierenden einige kurze Lehrvideos und Zusammenfassungen zu essentiellen Themen im Learnweb zur Verfügung gestellt, um eine eventuelle Benachteiligung von Studierenden mit schlechter Internetverbindung bei Live-Videokonferenzen zu kompensieren. Im Online-Seminar „Umweltrelevante Aspekte“ der Chemie habe ich die Studierenden in den ersten Terminen soweit vorbereitet, dass sie selbstständig Powerpoint-gestützte Fachvorträge im Videokonferenzsystem BigBlueButton halten und im Anschluss eine Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden führen können.
In der Laborübung „Organische Chemie“ werden begleitend zur Vorlesung verschiedene Versuche von den Studierenden theoretisch vorbereitet und per Videokonferenz live vor Ort unter Anleitung durch die Studierenden von Herrn Herrmann unter Mitwirkung einer studentischen Hilfskraft durchgeführt. Ich bespreche dabei im Vorfeld die theoretischen Hintergründe und agiere als Moderator.

Welche Hilfsmittel kommen im Chemielabor zum Einsatz, um digitale Seminare möglichst anschaulich zu gestalten?

Markus Herrmann: Anfänglich haben wir gerade in den Laborpraktischen Veranstaltungen mit verschiedenen Wegen der Ton- und Bildübertragung gearbeitet. Neben neuen Softskills (Kameraführung, Beleuchtung und Videoschnittsoftware) war jedoch für mich am erstaunlichsten, dass das Smartphone im live-Betrieb die besten Ergebnisse lieferte: Mobilität, Bild- und Tonqualität und Stabilität waren überzeugend.

Sicher muss man im digitalen Raum auch Abstriche machen. Was geht ihrer Meinung nach in digitalen Seminaren verloren?

Jacqueline Claus: Der persönliche Kontakt bleibt dabei auf der Strecke. Vor allem Studierenden, die zum Sommersemester die Universität gewechselt haben, fehlt die Möglichkeit Kommilitonen kennenzulernen und Lerngruppen zu bilden. An vielen Stellen wird deutlich, dass für den direkten Kontakt mit den Studierenden die Mimik und Gestik eine zentrale Rolle in der Kommunikation spielen. Diese geht in der Interaktion zwischen den Studierenden und uns als Dozierenden im digitalen Raum weitestgehend verloren.  

Jan Hinrichs: Der reduzierte persönliche Kontakt der Studierenden untereinander führt u. a. dazu, dass die Bildung kleinerer Lerngruppen ausbleibt und Studierende mit Verständnis- bzw. Lernschwierigkeiten noch mehr auf sich selbst gestellt sind. Daneben ist die Interaktion und zwischen Lernenden und Lehrenden enorm eingeschränkt.

Markus Herrmann: Das Erlernen von praktischen Fertigkeiten, der richtige Umgang mit Laborgeräten und das eigene Durchführen von Schauversuchen lassen sich im digitalen Raum niemals adäquat ersetzen.

Gibt es Dinge, die digital sogar besser funktionieren als in Präsenzseminaren?

Jacqueline Claus: Nein. Ich denke nicht, dass die Studierenden in einer Webvideokonferenz laborpraktische Kompetenzen erwerben können. Für eine optimale laborpraktische Ausbildung und Lernerfolge der Studierenden im Fach Chemie ist der direkte Kontakt unverzichtbar.

Jan Hinrichs: Nein. Ich bin davon überzeugt, dass Seminare und unsere Laborübungen von der Einbindung der Studierenden und von der Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden leben und dies eine Voraussetzung für gute Lernerfolge ist. Diese Interaktion ist bei Web-Videokonferenzen enorm eingeschränkt, zumal die teilweise langsame Internetverbindung einiger Studierender gar keine Videoübertragung zulässt.

Markus Herrmann: Naja, die Anwesenheit der Montags-Veranstaltung um 8:00 Uhr hat sich verbessert!

Glauben Sie, dass Sie in Bezug auf die Gestaltung Ihrer Präsenzseminare etwas aus dieser Zeit mitnehmen werden?  Gibt es beispielsweise digitale Methoden, die Sie neu kennengelernt haben und auch weiterhin nutzen wollen, selbst dann, wenn es nicht mehr notwendig ist?

Jacqueline Claus: Dieses Semester hat viele Herausforderungen an uns alle gestellt. Wir haben diese gemeistert, aber mit deutlichen Abstrichen. Mir fehlt die Möglichkeit die Studierenden anzusehen, da ich im direkten Kontakt schnell erkennen kann, ob Sie die Zusammenhänge verstehen oder ich auf eine Thematik genauer eingehen muss. Natürlich sind digitale Medien nützliche Hilfsmittel, können aber die Präsenz der Studierenden in der Vorlesung und vor allem der Laborübung nicht ersetzen.

Jan Hinrichs: In dieser Zeit ist mir, mehr als jemals zuvor, bewusst geworden, wie wichtig die Präsenz von Studierenden und der direkte Blickkontakt in den Veranstaltungen sind. Bei all den technischen Möglichkeiten lebt die Lehre meines Erachtens von menschlicher Interaktion und dem Einfühlungsvermögen des Lehrenden. Dieser kann z. B. anhand der Blicke der Zuhörerschaft erkennen, ob Sachverhalte verstanden wurden. Im direkten Austausch bzw. persönlichen Gespräch können fachliche Unklarheiten deutlich schneller geklärt werden.

Haben Sie von Studierenden Rückmeldungen zu Ihren Seminaren bekommen?

Jacqueline Claus: Ja. Die Studierenden haben sich gefreut, dass wir in der Lage waren alle Veranstaltungen anzubieten.

Jan Hinrichs: Ja. Die Studierenden waren froh, dass wir uns trotz der kurzen Vorbereitungszeit für sie so „ins Zeug gelegt“ haben, sämtliche Veranstaltungen dieses Semesters angeboten und – so gut es eben ging – digital umgesetzt haben.

Sie gehören zu den „Lotsen“ der Universität, die ihre Erfahrungen bei der Umsetzung labortechnischer Übungen im digitalen Raum an andere Lehrende weitergeben. Wie würden Sie Dozierende ermutigen, die nicht wissen, wie sie ihre Seminare digital gestalten können?

Jacqueline Claus: Es ist eine andere Art des Lehrens, die neue Grenzen und Möglichkeiten liefern kann. Digitale Seminare entwickeln sich im offenen und stetigen Austausch mit erfahrenen Dozierenden, technisch versierten Kollegen und den Studierenden weiter.
 
Jan Hinrichs: Da die Gestaltung bzw. Umsetzung der digitalen Lehre neben Geduld bei der Anwendung sehr viel Kreativität, Kenntnis der technischen Möglichkeiten und Grenzen erfordert, ist der Austausch mit bereits erfahreneren und technisch versierteren Dozierenden enorm hilfreich. So können bereits etablierte Lösungen zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Lehrformate adaptiert werden und im gemeinsamen Dialog (auch mit den Studierenden) optimiert werden.

 

Das Interview führte Marie Minkov, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

 

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news-19326 Tue, 18 Aug 2020 10:20:00 +0200 Das HAISEM-Lab Projekt entwickelt Engineering-Kurse für KI-Anwendungen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/das-haisem-lab-projekt-entwickelt-engineering-kurse-fuer-ki-anwendungen/ Die vielfältige Nutzung und die ständige Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz verändert IT-Systeme und deren Entwicklung. Um in der Praxis nützlich zu sein, müssen sowohl KI-Methoden als auch die spezialisierte Hardware in übliche Software-Systeme integriert werden. Um von den modernen Techniken zu profitieren ist insbesondere wichtig, dass Fachkräfte der Industrie diese Techniken verstehen und anwenden können. Aus diesem Grunde wurden im Rahmen des Projekts HAISEM-Lab nun spezielle Online-Kurse wie Software Engineering von KI-Anwendungen, FPGA-Hardwarearchitekturen für KI oder Best Practices zur KI Optimierung ins Leben gerufen. Die vielfältige Nutzung und die ständige Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz verändert IT-Systeme und deren Entwicklung. Dabei beanspruchen die immer komplexeren KI-Modelle so viel Rechenleistung und Energie, dass konventionelle Computersysteme an ihre Grenzen stoßen. Deshalb wird vermehrt am Einsatz spezialisierter Hardware (z.B. GPUs, FPGAs, ASICs und TPUs) gearbeitet, die bereits an verschiedenen Stellen im industriellen Umfeld eingesetzt werden. Um in der Praxis nützlich zu sein, müssen sowohl KI-Methoden als auch die spezialisierte Hardware in übliche Software-Systeme integriert werden. Beispielsweise werden dabei Daten von Sensoren gelesen oder Aktoren wie Roboter angesteuert. Zur Planung und Realisierung solcher Systeme sind entsprechende Ansätze aus dem Software Engineering erforderlich.

In diesem Grenzgebiet arbeitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte HAISEM-Lab Projekt (http://haisem-lab.de/), in dem das Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover, das Institut für Mikroelektronische Systeme der Universität Hannover und die Arbeitsgruppe Software Systems Engineering (SSE) der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. „HAISEM steht übrigens für Hardware-optimierte AI Applications using modern Software Engineering Methods“ erläutert Lena Fette, Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe SSE. „Um von den modernen Techniken zu profitieren ist es aber auch wichtig, dass Fachkräfte der Industrie diese Techniken verstehen und anwenden können.“, fährt Lena Fette fort. Genau das ist ein Kernziel von HAISEM-Lab, d.h., diese Techniken zu erproben, zu evaluieren und in Form von Kursen Interessierten zugänglich zu machen.

 „Ursprünglich waren hierfür Präsenzkurse vorgesehen, aber in Zeiten der Corona-Pandemie bieten wir die Kurse auch online an“ sagt Leonhard Faubel, ebenfalls Mitarbeiter der Arbeitsgruppe SSE. Die nächsten drei Kurse des Projekts finden als Webinare im September statt: Dazu zählt ein Kurs zum Software Engineering von KI-Anwendungen, ein Kurs über FPGA-Hardwarearchitekturen für KI und ein Kurs mit Best Practices zur KI Optimierung. Mehr Informationen zu den Kursen sowie die Möglichkeit zur kostenfreien Anmeldung gibt es auf der Projektwebseite http://haisem-lab.de/. „Um etwas Appetit zu bekommen, stellen wir in den nächsten Wochen kleine Videos zu einzelnen Themen auf Youtube bereit“, merkt Leonhard Faubel an. „Wer sich davor noch über Grundlagen im Software Engineering informieren möchte, kann sich gerne bei unserem Schwesterprojekt UpgradeIT (https://www.upgrade-it-wissen.de/) in einen Kurs einschreiben, der im August stattfinden wird“, betont Dr. Holger Eichelberger, Projektleiter für HAISEM-Lab in der Arbeitsgruppe SSE und merkt an: „Ein größeres Event zu KI und Spezialhardware ist für Ende Oktober geplant, das wir dann hoffentlich persönlich vor Ort durchführen können.“

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Fachbereich 4 Maschinelles Lernen Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19306 Mon, 17 Aug 2020 11:20:00 +0200 „Wir tauschen unsere verschiedenen digitalen Wege aus und jeder kann von dem anderen lernen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wir-tauschen-unsere-verschiedenen-digitalen-wege-aus-und-jeder-kann-von-dem-anderen-lernen/ Die Lotsinnen und Lotsen der digitalen Lehre stehen für Fragen und Austausch zur Verfügung und können bei der Konzeption von digitalen Lehrveranstaltungen während der Coronavirus-Pandemie unterstützen. Ihre Expertisen liegen unter anderem im Bereich „Digitale Klausuren“, „Laborpraktische Arbeiten“ und „Social Reading“. Professorin Julia Rieck gehört zum Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und lehrt in der Abteilung „Operations Research“. Sie ist als Lotsin der digitalen Lehre für den Bereich „Online Seminare“ zuständig und weiß, welche Potentiale und Hindernisse dieses Format bietet und welche „goldenen Regeln“ für die Verständigung im virtuellen Seminar hilfreich sind. E-Learning 2020: Digitale Lehre
https://www.uni-hildesheim.de/e-learning2020/digitale-lehre/

 

Interview mit Prof. Dr. Julia Rieck über Online-Seminare

Frau Professorin Rieck, haben Sie bereits viel mit Online-Seminaren gearbeitet, bevor es als Maßnahme in der aktuellen Lage gängige Praxis wurde?

Tatsächlich haben wir in der Abteilung Betriebswirtschaftslehre und Operations Research vor der Corona-Pandemie noch nicht mit Online-Seminaren gearbeitet. Davor haben wir aber generell schon kleine Projekte in den Bereichen der digitalen Lehre und des digitalen Lernens gemacht. Insbesondere dürfen beispielsweise seit dem letzten Jahr die IT-Studierenden ihren Bericht zum Wirtschaftspraktikum in Form eines Screencasts abgeben. Aufgrund erster Erfahrungen war der Schritt zur Realität für uns dann nicht mehr ganz so groß. Wir haben uns sehr schnell in die neue Situation eingefunden und intensiv unsere Online-Seminare geplant.

Sehen Sie neben der Kontaktreduzierung als Schutzmaßnahme weitere Vorteile, welche Online-Seminare bieten?

Online-Seminare haben Vor- und Nachteile gegenüber der klassischen Präsenzlehre. Ein Vorteil ist sicherlich, dass Online-Seminare unabhängig von einem bestimmten Standort sind. Somit müssen Dozent/-in und Studenten/-innen nicht anreisen. Eine Teilnahme ist sogar aus dem Ausland denkbar. Zudem ist eine anonyme Teilnahme möglich. Dies führt in vielen Fällen dazu, dass die Studierenden deutlich mehr Fragen anonym im Chat stellen, als dies bei einer Präsenzveranstaltung der Fall wäre. Außerdem ist die Durchführung von Umfragen einfach einzubauen, was den Vorlesungsstoff auflockern und bereichern kann.

Mit welchen Fragen und Anliegen wenden sich Dozierende an Sie? Wo benötigen sie Beratung, wo gibt es Verunsicherungen?

Es gibt sehr wenig Beratungsbedarf von Dozierenden. Wir tauschen unsere verschiedenen digitalen Wege aus und jeder kann von dem anderen lernen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass sich alle mittlerweile gut mit Online-Seminaren zurechtfinden.


Auf der Webseite der Universität Hildesheim ist ein „Knigge“ für Online-Seminare zu finden – gibt es noch weitere „goldene Regeln“, um Komplikationen in der digitalen Kommunikation entgegen zu wirken?

Die Regeln im „Knigge“ für Online-Seminare sind sehr sinnvoll. Insbesondere sollten alle Teilnehmer/-innen von Online-Seminaren Störgeräusche (z.B. ein klingelndes Telefon) vermeiden, auf eine strikte Sprechdisziplin achten und die Anzahl der übertragenen Videos gering halten. Möchte man im Online-Seminar seinen Desktop teilen, sollte sichergestellt sein, dass der „virtuelle Schreibtisch“ aufgeräumt ist. Zudem sollte auch bei Online-Seminaren eine maximale Zeitvorgabe (von z.B. 90 Minuten) nicht überschritten werden.

Was muss alles möglicherweise angepasst werden, um ein Seminar in die digitale Lehre zu transferieren – müsste sich die Vortragsweise verändern? Ist Inhalt grundsätzlich zu reduzieren?

Natürlich ist es sehr stark davon abhängig, in welcher Disziplin ein Seminar stattfindet. Müssen Versuche z.B. in der Chemie oder Biologie zur Anschauung durchgeführt werden oder Kunstwerke erschaffen werden, ist die Umstellung auf die digitale Lehre nicht ohne weiteres möglich. In der Betriebswirtschaftslehre kann fast alles transferiert werden. Es kann ein virtueller Raum verwendet werden, in dem die Kommunikation über einen Chat oder über Audio und Video verläuft. Außerdem können auch mehrere virtuelle Räume gleichzeitig geöffnet werden, um Lern- und Diskussionsgruppen zu bilden. Bei allen Online-Gesprächen oder Online-Seminaren sollte man sich aber immer bewusst machen, dass Körpersprache und Mimik nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind. Es ist daher wichtig, auf Formulierungen zu achten, um nicht missverstanden zu werden.
Der inhaltliche Umfang ist nicht per se aufgrund der digitalen Lehre zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig, den Lernstoff möglichst anschaulich aufzubereiten, damit er in einem Online-Seminar gut nachvollzogen werden kann. Durch diese Aufbereitung kann es dazu kommen, dass der Inhalt einer regulären Präsenzveranstaltung während eines Online-Semesters nicht vollständig abgebildet werden kann. Dann ist eine sinnvolle Anpassung des Umfangs natürlich einer Überladung der Online-Seminare vorzuziehen.

Wie ist damit umzugehen, wenn Studierende nicht über die notwendige technische Ausstattung verfügen, um an Online Seminaren zu partizipieren?

Bei einer fehlenden technischen Ausstattung muss auf jeden Fall geholfen werden. Am Fachbereich 4 gibt es ein paar Leih-Laptops, die bei fehlender Hardware-Ausstattung ausgeliehen werden können. Falls die Internet-Verbindung abbricht, dann sollten die Studierende zusätzliche Sprechstunden erhalten, um Fragen zum Stoff stellen zu können. Bei der Auswahl der Seminar-Plattform sollte außerdem darauf geachtet werden, dass es möglichst wenig technische Voraussetzungen (z.B. bezüglich des Betriebssystems) gibt, um keine Studierenden unbewusst auszuschließen.

Glauben Sie, dass der derzeitige Fokus auf digitale Lehre längerfristig die Art des Lehrens und Lernens verändern wird?

Ich denke, dass die Potentiale der digitalen Lehre dazu führen, dass Dozenten/-innen und Studierende auch längerfristig verschiedene Technologien sinnvoll nutzen werden. Beispielsweise können in Online-Seminaren unkompliziert Umfragen durchgeführt werden. Der zusätzliche Einsatz von Online-Tests zur Selbstkontrolle ermöglicht es den Studierenden, ihren Lernerfolg bereits im Laufe des Semesters zu überprüfen. Werden Lernmaterialien in Form von Videos bereitgestellt, dann ist ein zeitlich und örtlich flexibler Zugriff möglich, was insbesondere Studierenden mit pflegebedürftigen Angehörigen und Kindern zugutekommen kann.
In unserer Abteilung haben wir über die Online-Seminare hinaus neue digitale Lernformate erprobt und sehr erfolgreich eingesetzt. Diese werden wir auch in den kommenden Semestern nutzen. Auf der anderen Seite fehlt insbesondere bei asynchronen Veranstaltungen vielen Beteiligten die sonst übliche Möglichkeit zum direkten Austausch. Daher sollten nicht alle Veranstaltungen ungeprüft online stattfinden.

Das Interview führte Jorinde Markert, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

 

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news-19292 Mon, 17 Aug 2020 09:31:00 +0200 Umweltstudium in der Corona-Krise: Interview mit der Studentin Janika Ballhöfer https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/umweltstudium-in-der-corona-krise-interview-mit-der-studentin-janika-ballhoefer/ Janika Ballhöfer studiert im zweiten Semester den Master „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeit“. Ihr Studium lebt zu einem großen Teil von der Präsenz vor Ort in der Natur, weshalb sie von den Corona-Beschränkungen besonders betroffen ist. Welche Möglichkeiten gibt es, mit dieser Situation umzugehen? Janika, dein Studiengang klingt für mich nach viel Arbeit unter freiem Himmel und weniger nach Vorlesungssälen und langen Tagen in der Bibliothek.

Wir haben natürlich auch theoretische Seminare und einiges an Literatur, mit der wir arbeiten, aber tatsächlich legt mein Studiengang einen starken Fokus auf die Praxis, im Sommersemester sogar noch mehr als im Winter. Bei Exkursionsveranstaltungen gehen wir gemeinsam raus in die Natur und führen zum Beispiel Bodenuntersuchungen oder Vegetationsaufnahmen in Biotopen durch. Im Winter finden dann wiederum mehr Veranstaltungen im Labor statt, wie im Bereich der Umweltchemie.

In Anbetracht der Corona-Beschränkungen scheinen praktische Übungen nur schwer umsetzbar. Konnten deine Exkursionen stattfinden?

Nein, leider nicht. Fast alle meine Exkursionsveranstaltungen sind in diesem Semester entfallen. Bis Ende September wurde ein Exkursionsstopp beschlossen, was natürlich sehr schade ist, da diese quasi das „Highlight“ unseres Studiums sind. Einige dieser Exkursionen würden normalerweise in der vorlesungsfreien Zeit national aber auch international stattfinden. Viele meiner Kommiliton*innen wären beispielsweise auf die Azoren gegangen und ich hätte auf Kreta eine meeresbiologische Tauchexkursion gemacht. Vor Kurzem konnte ich allerdings an einer ersten Freilandübung im Naturschutzgebiet „Steinberg bei Wesseln“ teilnehmen, was uns durch eine Sondergenehmigung ermöglicht wurde. Unser Dozent Prof. Dr. Johannes Metz hat sich sehr dafür eingesetzt, dass wir diese Genehmigung erhalten, für die die Aufstellung eines Hygieneplans erforderlich war. Wir sind individuell zum Veranstaltungsort angereist und haben Masken getragen. Die Übung konnte außerdem nur eingeschränkt durchgeführt werden, da Arbeitsmaterialien und Messgeräte nicht hin- und hergereicht werden durften, aber in Anbetracht der Situation fand ich das super umgesetzt.

Und wie sieht es mit den theoretischen Veranstaltungen aus?

Unsere Vorlesungen finden natürlich online statt. Häufig erarbeiten wir uns im Selbststudium Themen und fassen diese in Referaten oder Präsentationen zusammen. Anschließend beschäftigen wir uns mit den Arbeiten unserer Kommiliton*innen. Wir Studierende befinden uns gerade im Austausch mit unseren Dozent*innen, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, wie ein interaktiver Austausch bei Online-Veranstaltungen gelingen kann.

Wird es die Möglichkeit geben, die ausgefallenen Übungen nachzuholen?

Im kommenden Wintersemester vermutlich nicht. Eventuell werden Ersatzleistungen angeboten, um die nötigen Credits für den Master zu bekommen. Diese Leistungen haben aber natürlich nicht denselben Lerneffekt wie die eigentlichen Übungen. Falls auch im kommenden Semester keine Präsenzveranstaltungen stattfinden können, überlege ich, ein Urlaubssemester einzulegen, da mein Master regulär nur zwei Jahre umfasst und ich nicht die Hälfte dieses Studiums online absolvieren möchte.

Gibt es auch Aspekte, die du in den letzten Monaten als bereichernd wahrgenommen hast?

Zunächst einmal fand ich mein Semester inhaltlich sehr spannend. Und dann gab es auch noch eine tolle Initiative der „Students für Future“, welche eine Ringvorlesung zum Thema „Klimawandel, Umwelt und Gesellschaft“ durchgeführt haben. Diese Veranstaltungen wurden mit unserem Studienkoordinator geplant und verschiedene Dozent*innen aus mehreren Fachbereichen wurden mit einbezogen. Dadurch konnte ein spannender, fachbereichsübergreifender Austausch stattfinden.

Das Interview führte Thore Fahrenbach, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

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news-19318 Tue, 11 Aug 2020 18:39:00 +0200 Informationsverhalten in Krisenzeiten: Studie der Uni Hildesheim zeigt wichtige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und von Tageszeitungen während der Corona-Pandemie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informationsverhalten-in-krisenzeiten-studie-der-uni-hildesheim-zeigt-wichtige-rolle-des-oeffentlich/ Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Thomas Mandl, Dr. Stefan Dreisiebner und Sophie März vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim untersuchte in einer Studie das Informationsverhalten in Krisenzeiten. Nun liegen Ergebnisse vor. Die Studie unterstreicht die bedeutende Rolle seriöser Quellen in der Informationsversorgung während Krisenzeiten. Über 75% der Befragten gaben an, seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mehr Nachrichten und Informationen zu konsumieren. Die Studie der Universität Hildesheim zeigt, dass BürgerInnen während der Covid-19 Pandemie vermehrt aktuelle und qualitativ hochwertige Information schätzen und nutzen, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und von Tageszeitungen. 84% gaben an mit der Informationsversorgung zufrieden zu sein. Ein interessanter Zusammenhang zeigt sich hierbei zwischen Zufriedenheit und Mediennutzung: Personen mit geringer Zufriedenheit mit der Informationsversorgung zu Covid-19 nutzen auch signifikant weniger den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen. Dies unterstreicht die bedeutende Rolle seriöser Quellen in der Informationsversorgung zu Krisenzeiten.

Wie glaubwürdig und zuverlässig sind gefundene Informationen im Netz?

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass sich mit Beginn der Corona-Krise erhöhte Zugriffe bei fast allen Nachrichten-Angeboten zeigten, aber seriöse Quellen wie deutschlandfunk.de und auch lokale Sites wie br.de oder ndr.de erhalten weitaus mehr Zugriffe.

„Im Kern stand die Hypothese, dass seriöse Informationen in Zeiten der Corona-Pandemie wieder ernst genommen werden“, sagt Professor Dr. Thomas Mandl. Der Informationswissenschaftler erforscht unter anderem seit vielen Jahren das Informationsverhalten und befasst sich mit der Frage, wie glaubwürdig und zuverlässig gefundene Informationen im Netz sind.

Eine Online-Umfrage sollte untersuchen, inwieweit Menschen ihr Informationsverhalten während der Krise wahrnehmen und welche Kriterien sie bei Informationsquellen als wichtig erachten. Dazu gaben die TeilnehmerInnen an, welche Informationsquellen sie regulär und welche sie während Covid-19 nutzten, um eine Veränderung zu erkennen. Zudem wurde der Erhalt von Fake News berücksichtigt. Ein Wissenstest prüfte den Kenntnisstand der TeilnehmerInnen in Bezug auf den Virus. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 12. April bis zum 17. Mai 2020 in den deutschsprachigen Ländern durchgeführt. Teilgenommen haben über 308 Personen, davon waren 60% weiblich.

Coronavirus-Pandemie: Erhöhter Bedarf an Informationen

Die Ereignisse belegen zunächst den erhöhten Bedarf an Informationen. Über 75% der Befragten gaben an, seit Beginn der Krise mehr Nachrichten und Informationen zu konsumieren. Über 72% arbeiteten im Homeoffice, und 20% zählen sich zu Risikogruppen. Die Häufigkeit der Mediennutzung änderte sich am stärksten für offizielle Quellen wie beispielsweise das Robert-Koch-Institut, gefolgt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen. „Konform mit anderen Mediennutzungsstudien, greifen auch während der Krise ältere Personen tendenziell eher auf Zeitungen und Fernsehen zurück“, so Studien-Co-Autorin Sophie März. Jüngere TeilnehmerInnen bevorzugen teils eher soziale Medien und Streaming Dienste. Soziale Netzwerke werden jedoch auch zum Großteil genutzt, um öffentlich-rechtlichen Kanälen und seriösen Quellen zu folgen. Die Informationsqualität kann somit nicht mehr nur durch das Medium unterschieden werden. Als Kriterien für die Auswahl von Informationsquellen werden Glaubwürdigkeit und journalistische Qualität am wichtigsten eingeschätzt. Die Personen, die sich der Risikogruppe zugehörig fühlen, legen signifikant mehr Wert auf regionale Information, die Eignung für die Familie und gute Unterhaltung.

84% gaben an mit der Informationsversorgung zu Covid-19 zufrieden zu sein. In Bezug auf die Zufriedenheit mit der Informationsversorgung während der Krise können weitere Zusammenhänge festgestellt werden. Personen, die unzufrieden waren, nutzen signifikant weniger den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Tageszeitungen und offizielle Quellen wie beispielsweise das Robert-Koch-Institut. Personen, die unzufrieden waren, gaben generell an weniger Wert auf offizielle Quellen und mehr Wert auf die Bedeutung von Eignung für die Familie zu legen. Das persönliche Kennen des Autors, die Unabhängigkeit von Staat, Politik und Wirtschaft und die Möglichkeit, dass Meinungen geäußert werden dürfen werden von dieser Gruppe ebenfalls als wichtiger erachtet.

Ungefähr 80% der TeilnehmerInnen gaben an, bereits mit Fake News zu Covid-19 konfrontiert worden zu sein, insbesondere in Sozialen Medien. Somit scheinen die Anstrengungen der sozialen Medien bei weitem nicht auszureichend, um diese einzudämmen. Der Wissenstest wurde von fast allen TeilnehmerInnen korrekt gelöst, was für einen generellen guten Informationsstand spricht. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass die Omnipräsenz von Covid-19 und daraus resultierende große Informationsmenge insbesondere in der Anfangsphase der Krise bei einigen Personen zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung führte, was teilweise auch zu einer bewussten Einschränkung des Medienkonsums führte. So der Studien-Co-Autor Dr. Stefan Dreisiebner, welcher mit einigen TeilnehmerInnen auch Interviews führte: „Etliche TeilnehmerInnen berichteten von einem Gefühl der Erleichterung, als Corona-Berichte im Laufe des Mai/Juni wieder zunehmend von anderen Schlagzeilen abgelöst wurden“.

Einschränkend ist anzumerken, dass 70% der TeilnehmerInnen über einen Universitätsabschluss verfügten, weshalb die Ergebnisse der Studie nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind. Der vollständige wissenschaftliche Artikel, welcher bisher noch kein Peer-Review durchlaufen hat, ist unter folgender Adresse zu finden: http://arxiv.org/abs/2007.13833

Das Forschungsteam hatte im Frühjahr 2020 zur Teilnahme an der Studie aufgerufen (Presseinformation vom 1.5.2020).

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Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
news-19319 Tue, 11 Aug 2020 18:02:00 +0200 Ausgezeichnet: Fachbereich 4 ehrt Studierende für hervorragende Leistungen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausgezeichnet-fachbereich-4-ehrt-studierende-fuer-hervorragende-leistungen/ Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim zeichnet Studierende und Absolvent_innen für herausragende Leistungen aus und gratuliert den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich. Sebastian-Thrun-Preis

Für seine hervorragenden Leistungen im Studium und in der Forschung im Gebiet der Informatik wird Christian Ackermann mit dem Sebastian-Thrun-Preis 2020 ausgezeichnet.

Der Sebastian-Thrun-Preis wird an eine_n Absolvent_in im Bachelor of Science oder Masters of Science „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (IMIT) oder einen Promovierten der Informatik vergeben. Der Preis zeichnet besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik aus. Die Vergabe verläuft über eine Kommission. Der Preis beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun. Dieser hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. Der Sebastian-Thrun-Preis wird seit 2014 vergeben.

Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik

Für seine herausragenden Leistungen im Bereich der Wirtschaftsinformatik wird Patrick Jähne mit dem Arwed-Löseke-Preis 2020 ausgezeichnet.

Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ist seit jeher tief mit dem Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke verbunden, der sich in herausragender Weise für Hildesheim als Wissenschaftsstandort eingesetzt hat. Ein besonderes Interesse hatte er im Bereich Wirtschaft und Informatik. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik. Der Preis wird seit dem Jahr 2015 vergeben. Dabei wird der Arwed-Löseke-Preis durch den Fachbereichsrat an die/den best_e Studierende_n der Wirtschaftsinformatik vergeben.

Preisträger_innen der Absolventenpreise des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ sind:

  • Wirtschaftsinformatik (B.Sc.):
    Ann-Kristin Rosemeyer

  • Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT) (B.Sc.):
    Leon Schaffert

  • IMIT, Studienvariante Angewandte Informatik (M.Sc.):
    Christian Ackermann
    Adam Krafczyk

  • Umweltsicherung (B.Sc.):
    Tana Sinner

  • Umwelt, Naturschutz und Nachhaltig (M.Sc.):
    Lisa-Marie Hille
    Saskia Dröge

  • Data Analytics (M.Sc.):
    Torben Windler

  • 2-Fächer-Bachelor:
    Meeri-Liisa Beste
    Annika Hanelt

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Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
news-19320 Tue, 11 Aug 2020 15:20:00 +0200 Nachruf – Gedenken an Brigitte Constantin https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nachruf-gedenken-an-brigitte-constantin/ Die Universität Hildesheim trauert um Brigitte Constantin. Mit großem Engagement hat sie über viele Jahre als Stifterin jungen Menschen geholfen, die finanziellen Hürde ihres jeweiligen Studiums zu bewältigen. Dies war der ehemaligen Sozialarbeiterin ein wichtiges Anliegen. „Wir brauchen in unserem Staat begabte Menschen. Wie sollen so eine Demokratie und die Wirtschaft laufen, wenn wir keine gut ausgebildeten Leute haben?“ Das sagte Brigitte Constantin vor gut sieben Jahren in einem NDR-Fernsehinterview als Antwort auf die Frage, warum sie mit einem Deutschlandstipendium ihr doch eigentlich fremde Studierende fördere.

Seit 2011 gibt es das Deutschlandstipendien-Programm und von Anbeginn war Brigitte Constantin als Förderin dabei. Neun Jahre förderte sie Studierende der Universität Hildesheim mit einem Stipendium und in aller Regel ergab sich daraus auch eine persönliche Beziehung. Vor allem aber half sie damit jungen Menschen, eine finanzielle Hürde zu meistern und erfolgreich ihr jeweiliges Studium zu absolvieren. Dies war der ehemaligen Sozialarbeiterin ein offenbar sehr wichtiges Anliegen.

Brigitte Constantin hat am universitären Leben rege teilgenommen und war häufig Gast bei Universitätsveranstaltungen und Feierstunden. Dabei beindruckte sie nicht nur mit ihrer Großzügigkeit, sondern durch ihre wohlwollende und bescheidende Art. Gerade dadurch ist sie auch weiterhin ein leuchtendes Vorbild für andere, obschon sie gerade das gar nicht sein wollte.

"Mir selbst werden die Treffen und Gespräche mit Frau Constantin fehlen, was aber immer bleiben wird, ist die Erinnerung an eine großzügige und freundliche Frau", sagt Markus Langer, Leiter des Bereichs Friend & Fundraising der Stiftung Universität Hildesheim.

Brigitte Constantin ist am 19. Juli 2020 unerwartet an ihrem letzten Wohnort Göttingen verstorben.

In stillem Gedenken und Trauer.

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Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen Personalportal
news-19308 Wed, 05 Aug 2020 20:13:00 +0200 Studium an der Uni Hildesheim: MINT-Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studium-an-der-uni-hildesheim-mint-lehramt-an-haupt-und-realschulen/ Die Universität Hildesheim bietet spannende Bachelorstudienplätze an: Studieninteressierte können sich noch für das Studium zum Beispiel in den Studiengängen Lehramt an Haupt- und Realschulen, insbesondere für naturwissenschaftliche Fächer, oder für Studiengänge wie Internationale Kommunikation und Übersetzen sowie Wirtschaftsinformatik. Auf dieser Website der Studienberatung finden Sie alle Informationen rund um die Themen „Bewerben“ und „Einschreiben" an der Universität Hildesheim:

Jetzt bewerben und einschreiben an der Uni Hildesheim!

MINT-Lehramtsstudium an der Universität Hildesheim

Studieninteressierte können sich noch bis zum 20. August 2020 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Kombination von Theorie und Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim im Lehramt an Haupt- und Realschulen sind zum Beispiel in den Fächern Technik, Chemie, Physik, Wirtschaft, Mathematik und neben den MINT-Fächern zum Beispiel auch im Fach Politik vorhanden.

Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“

Die Universität Hildesheim bildet seit 40 Jahren Übersetzerinnen und Übersetzer aus. Eine Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ ist bis zum 14. September 2020 möglich. Die Studierenden lernen etwa, Filme, Literatur und technische Benutzerhandbücher zu übersetzen.

Zum Studium gehört ein Auslandsaufenthalt. Die Studentinnen und Studenten erweitern so ihren Wortschatz und bekommen ein noch besseres Gefühl für die Sprache und die Kultur des Gastlandes. Die Universität kooperiert mit Partnerhochschulen, zum Beispiel in Alicante, Madrid, Murcia und Barcelona in Spanien, in Paris, Clermont-Ferrand, Pau und Tours in Frankreich sowie in Irland, Finnland, Belgien, in der Türkei, Indien, Kolumbien und Mexiko.

Im Video berichtet Studentin Andrea
über ihr Studium
„Internationale Kommunikation und Übersetzen“

Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)

Der Bachelorstudiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.) vermittelt, wie man große Informationsmengen managt und technisch beherrschbar macht. So können Sie entsprechende IT-Systeme und Abläufe in Unternehmen verstehen, entwerfen, realisieren und einführen.
Zusätzlich lernen Sie, wie Sie diese Systeme und Abläufe an andere kommunizieren und IT-Systeme so entwerfen, dass Sie auch von Laien intuitiv und einfach nutzbar sind. Der Studiengang vereinigt dabei Inhalte der Informatik, der Informationswissenschaft und der Betriebswirtschaft. Zusätzlich haben Sie vielfältige Wahlmöglichkeiten, um Ihr Studium an Ihre Fähigkeiten und Interessen anpassen zu können. Es ist so noch während des Studiums möglich, die Akzente zwischen stärkerer Technik-Orientierung (z.B. Vertiefung Angewandte Informatik) und stärkerer Fokussierung auf Abläufe in Unternehmen und Informationsmanagement zu
verschieben.

Angewandte Informatik (B.Sc.)

Studienprogramm des Bachelor-Studiengangs Informationsmanagement und
Informationstechnologie (B.Sc.)

Die Welt wird von einer unvorstellbaren Menge an Informationen überflutet: Die weltweit gespeicherte Datenmenge verdoppelt sich ca. alle anderthalb Jahre. Immer mehr Daten, immer mehr Wissen, immer mehr Kommunikation. Es braucht Menschen, die diese Datenflut organisieren, passende Abläufe und passende Software planen und einführen – und dabei alle Mitarbeiter_innen im Unternehmen einbinden. Hier knüpft der Bachelorstudiengang Angewandte Informatik (B.Sc.) an: Er vermittelt Techniken, Methoden und Werkzeuge, um Systeme zu entwickeln, die komplexe Abläufe und große Informationsmengen technisch beherrschbar machen. Dabei steht immer die Anwendbarkeit der Systeme in realen wirtschaftlichen Kontexten im Mittelpunkt. Zusätzlich lernen Sie, wie Sie diese Systeme und Abläufe an andere kommunizieren und IT-Systeme so entwerfen, dass sie auch von Laien intuitiv und einfach nutzbar sind. Der Bachelorstudiengang Angewandte Informatik (B.Sc.) setzt Schwerpunkte im Bereich der Informatik und verknüpft die dort erlangten Grundkenntnisse mit Anwendungsgebieten der Betriebswirtschaft und der Informationswissenschaft. Noch während des Studiums ist es möglich, Schwerpunkte in Gebieten wie beispielsweise Software Engineering, Künstliche Intelligenz,
Intelligenter Informationssysteme, Computerlinguistik, Operations Research oder Medieninformatik zu setzen.

Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, dessen Inhalte aus der Informatik und den Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Betriebswirtschaftslehre, zusammengesetzt sind. Heutzutage ist in jedem Unternehmen die effiziente Verwaltung und Verarbeitung von Informationen entscheidend für den geschäftlichen Erfolg und die langfristige Kundenbindung. Nur mit computergestützten Systemen können extrem große Mengen an Informationen und Daten sinnvoll verarbeitet und gewinnbringend genutzt werden.

Wirtschaftsinformatiker_innen befassen sich mit der Konzeption, Entwicklung, Einführung und dem Betrieb von Systemen zur computergestützten Informationsverarbeitung in Unternehmen. Ziel des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) ist es, Sie auf diese Tätigkeiten vorzubereiten und Ihnen - immer im Hinblick auf die dynamische Entwicklung des Berufsfeldes - zukunftsorientiertes Wissen zu vermitteln. Im Laufe des Studiums erwerben Sie fundierte Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Informatik und erhalten damit die besten Voraussetzungen, um Lösungen zur Produkt- und Geschäftsprozessgestaltung unter ökonomischen Rahmenbedingungen bereitstellen zu können.

Lehramt studieren:
Interview mit dem Lehramtsstudenten Nikolai Wagner

„An der Universität Hildesheim studiere ich in einer familiären Atmosphäre und während meines Studiums gehe ich ziemlich früh in die Schule“

Nikolai Wagner studiert Lehramt an der Universität Hildesheim. Der 21-Jährige hat die Fächerkombination Physik, Informatik und Soziologie gewählt. Im Interview gibt er Einblicke in das Studium.

Herr Wagner, Sie studieren Lehramt, was macht das Lehramtsstudium in Hildesheim besonders?

Aus meiner Sicht haben wir in Hildesheim im Vergleich zu anderen Hochschulen zwei große Vorteile: Zum einen sind wir in den jeweiligen Fächern mit viel wenigeren Studierenden zusammen, weshalb es zu einer familiären Atmosphäre kommt und man sich so viel besser mit anderen Studierenden austauschen kann. Zum anderen sind wir selbst heute noch ziemlich früh in der Schule, wodurch wir so noch vor vielen anderen bereits unterrichten und erste Erfahrungen machen können.

Was fasziniert Sie am Lehrerberuf?

Mich fasziniert es, Schülerinnen und Schülern etwas beibringen zu können und anhand ihrer Blicke sehen zu können, dass sie etwas neues verstanden haben.

Wie ist Ihr Studium aufgebaut, welche Seminare und Vorlesungen besuchen Sie zum Beispiel?

Im Studium besuche ich Vorlesungen und Seminare in den Fächern Physik, Informatik, Soziologie und in den Erziehungswissenschaften, Pädagogik und Psychologie. Dabei ist jedes Fach für sich aber auch noch unterschiedlich strukturiert. So habe ich in Psychologie zum Beispiel nur drei Veranstaltungen und in Informatik fünf Vorlesungen und sieben Seminare. Jedoch ist die Didaktik natürlich auch ziemlich wichtig und deswegen habe ich bereits seit dem zweiten Semester einige Vorlesungen und Seminare, in denen uns die Didaktik der jeweiligen Fächer gelehrt wird.

Was fasziniert Sie an den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Informatik?

Das Beste an diesen Fächern ist, dass sie sich stetig weiterentwickeln. So gibt es immer wieder etwas Neues, was entdeckt oder erforscht werden kann. Es ist aber auch ziemlich faszinierend, irgendwann verstanden zu haben, wie bestimmte Teile der Natur funktionieren und dass sie alle irgendwie miteinander verknüpft sind.

Ihr Tipp für Studieninteressierte?

Wenn ihr noch unsicher sein solltet, dann fragt doch einfach mal nach, ob ihr euch zum Beispiel bestimmte Seminare anschauen könnt und sonst gibt es für euch bei der Zentralen Studienberatung (ZSB) auch noch eine gute Beratung.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen
news-19307 Wed, 05 Aug 2020 15:21:16 +0200 Studie: Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie. Welchen Medien vertrauen Menschen? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-vertrauen-in-medien-in-zeiten-der-corona-pandemie-welchen-medien-vertrauen-menschen/ Studie der Entwicklungspsychologie startet: Dr. Petra Sandhagen untersucht das Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie. An der bundesweiten Online-Studie ist eine Teilnahme ab 18 Jahren ab sofort möglich. Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie
Jetzt an der Studie teilnehmen!

Die Wissenschaftlerin Dr. Petra Sandhagen vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Online-Studie das Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie.

„Abstandsregeln und Maskenpflicht, Lockerungen und Hotspots: Die Auswirkungen des Coronavirus betreffen seit Monaten die Menschen in Deutschland und weltweit. Wir möchten untersuchen, wie sich Menschen informieren, welche Medien sie nutzen, wie sich der neue Alltag gestaltet und wie Personen die aktuelle Situation wahrnehmen“, erläutert die Entwicklungs- und Medienpsychologin Dr. Petra Sandhagen.

Nachrichtenportale von öffentlich-rechtlichen Sendern, Nachrichtenmagazinen und Zeitungen erhalten hohe Klickzahlen. Der Bedarf an Informationen sei einerseits hoch, andererseits scheinen manche Menschen des Themas überdrüssig zu sein, so Sandhagen. In der Studie wird nun untersucht: Welchen Medien vertrauen Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie? Welche psychologischen Einflussfaktoren wie zum Beispiel Optimismus oder auch persönliche gesundheitliche oder wirtschaftliche Betroffenheit gibt es?

In der Online-Fragebogenstudie befasst sich die Wissenschaftlerin mit dem Vertrauen der Menschen in Medien und mögliche Einflussfaktoren dazu. Die Mitarbeiterin der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden, welche Einflussfaktoren dazu führen, welchen Medien Menschen vertrauen und welche unterschiedlichen Nutzer_innengruppen mit welchen Informationsbedürfnissen es gibt. Die zweite Erhebungswelle der Studie hat begonnen.

Die Forscherin sucht von sofort an Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer. An der Online-Fragebogenstudien können Erwachsene ab 18 Jahren teilnehmen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 30 Minuten. Der Fragebogen ist über folgenden Link erreichbar:

ww3.unipark.de/uc/vertrauen_in_medien_2/

Weitere Erhebungen sind Ende des Jahres 2020 und im nächsten Frühjahr 2021 vorgesehen. Teilnehmer_innen können zu einem oder zu mehreren Zeitpunkten mitmachen.

Die Arbeitsgruppe „Entwicklungspsychologie“ am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wird von Professor Werner Greve geleitet.

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news-19293 Wed, 05 Aug 2020 09:41:00 +0200 Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Online-Portal startet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/anerkennung-auslaendischer-abschluesse-online-portal-startet/ Wie gelangen Fachkräfte aus dem Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt, um zum Beispiel als Lehrerin oder Erzieher zu arbeiten? Ein forschungsteam um Professorin Carola Iller hat mit Partnern in der Region ein digitales Wissensmanagement für Ratsuchende und Beratende entwickelt, das Portal ist ab sofort online verfügbar: https://anerkennung-hildesheim.de. Damit sollen Personen, die Studienleistungen im Ausland erbracht haben, schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss gelangen. Wie gelangen Fachkräfte aus dem Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt, um zum Beispiel als Lehrerin oder Erzieher zu arbeiten? Zwei Jahre lang hat das Projekt „VerAn – Vernetzung der Anerkennungsberatung für ein Hochschulstudium“ die Aufbau- und Entwicklungsarbeit geleistet, um die vielfältigen Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Studienleistungen institutionenübergreifend miteinander zu vernetzen. Ziel des Projektteams war es, Menschen mit im Ausland erworbenen Studienleistungen schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss zu führen. Die Wissenschaftlerinnen konzentrierten sich auf pädagogische Berufsfelder.

Der Fachkräftebedarf insbesondere bei Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern ist hoch. Das IQ Netzwerk in Niedersachsen berät Menschen, die im Ausland einen Beruf erlernt haben, und begleitet sie auf dem Weg zur Anerkennung ihrer Abschlüsse und Leistungen in Deutschland: Von den etwa 1400 Personen mit ausländischen Abschlüssen, die sich seit 2016 für den Lehrerberuf in Niedersachsen interessieren und hier Beratung suchen, kommt nur ein äußerst geringer Teil in den Hochschulen an. Die Hürden für diese Personengruppen sind hoch. Dies sei nicht nur sprachlich begründet, sondern auch durch eine bürokratische Anerkennungspraxis, die zu wenig das Können der Personen berücksichtigt, sondern nach formalen Abschlüssen entscheidet, so die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen.

Um die diversen Beratungsangebote zur Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern, haben die Erziehungswissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim in den letzten zwei Jahren mit der Volkshochschule sowie mit dem IQ Netzwerk Niedersachsen, mit der Agentur für Arbeit, mit dem Jobcenter und der Hochschule HAWK zusammengearbeitet. Dabei wurden bestehende Beratungsangebote in der Region vernetzt, der Austausch zwischen den Beratungseinrichtungen gefördert und das Beratungspersonal sowohl extern als auch hochschulintern fortgebildet.

Die Wissenschaftlerinnen haben mit den Partnern ein digitales Wissensmanagement für Ratsuchende und Beratende entwickelt, das Überblick und Transparenz im Anerkennungsverfahren ausländischer Hochschulabschlüsse leisten soll. Das Portal führt Ratsuchende und Beratende zusammen und vernetzt Beratungsinsitutionen.  Es liefert einen detaillierten Überblick über den gesamten Anerkennungsprozess und die weiteren Schritte bis zur Integration in den Arbeitsmarkt, weiterführende Informationen und Ansprechpersonen zu konkreten Fachfragen, ein Forum zur Vernetzung und zum Austausch. Akademiker_innen mit ausländischen Abschlüssen oder Studienleistungen können über das Portal einen Selbstcheck durchführen und erhalten Hinweise auf dem Weg in den Arbeitsmarkt bzw. in ein Hochschulstudium, Informationen zu Ansprechpersonen in der Region Hildesheim für konkrete Fragen sowie weiterführende Informationen. Das Portal  ist online abrufbar unter: anerkennung-hildesheim.de

Ein weiteres Ergebnis des Teams um Professorin Carola Iller sind Handlungsempfehlungen für Ministerien, Landesschulbehörde und Beratungsagenturen. Die Eingliederung von Menschen mit im Ausland erworbenen Studienleistungen in den Arbeitsmarkt über eine Anerkennung ihres Abschlusses, ggf. mittels Nachqualifizierung sollte nicht an finanziellen Möglichkeiten scheitern. Der Weg zur beruflichen Anerkennung ist lang und nicht selten von Umwegen gekennzeichnet. Die Frustration seitens der Ratsuchenden ist hoch, umso mehr, wenn sie keinen Überblick haben, welche Schritte insgesamt bis zur Anerkennung erforderlich sind. Die personellen Rahmenbedingungen in den Institutionen im Arbeitsfeld der Anerkennungsberatung sind nicht immer optimal. In den anerkennenden Stellen gibt es häufig personelle Engpässe, was u.a. zu einem Mangel an Serviceorientierung führt. Nicht immer liegt ausreichendes Wissen über Ausbildungsinhalte in anderen Staaten vor. Um Ratsuchende schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss zu führen, sollte es in den anerkennenden Behörden ausreichend qualfiziertes Personal geben.

Das zweijährige Projekt wurde im Rahmen der „Offenen Hochschule Niedersachsen“ durch den Europäischen Sozialfond und das Land Niedersachsen gefördert.

Wer Fragen zu den Projektergebnissen und Handlungsempfehlungen hat, erreicht die wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Carola Iller unter carola.iller@uni-hildesheim.de, Julietta Adorno via E-Mail unter adorno@uni-hildesheim.de.

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news-19278 Mon, 03 Aug 2020 17:38:00 +0200 Kulturelle Teilhabe in der DDR: Tagung und Publikation von Professorin Birgit Mandel https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kulturelle-teilhabe-in-der-ddr-tagung-und-publikation-von-professorin-birgit-mandel/ Professorin Birgit Mandel hat in einem Forschungsprojekt Ziele, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR erstmalig aufgearbeitet. Dabei hat die Forscherin des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter anderem Originaldokumente der SED-Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre und Studien von DDR-Kultursoziologen analysiert sowie 65 Interviews mit Zeitzeugen geführt. Die Forschungserkenntnisse werden auf einer Tagung und in einer Publikation im Oktober 2020 vorgestellt. In einem Forschungsprojekt der Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, in das auch Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften eingebunden waren, wurden Fragen zu Zielen, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR erstmalig aufgearbeitet. Dabei hat das Forschungsteam Originaldokumente der SED-Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre, Studien von DDR-Kultursoziologen sowie rückblickende Analysen zur Kulturpolitik analysiert. Zentrale Erkenntnisse konnten zudem aus 65 Interviews mit Zeitzeug_innen und aus 33 Interviews mit Expert_innen aus Kulturwissenschaft, Kulturvermittlung, Kulturpolitik und Kunstschaffenden gewonnen werden.

Tagung im Oktober 2020: Vorstellung der Forschungspublikation „Staatsauftrag: ‚Kultur für alle‘ – Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR“

Professorin Birgit Mandel stellt gemeinsam mit Birgit Wolf die Forschungserkenntnisse in der Forschungspublikation „Staatsauftrag: ‚Kultur für alle‘ – Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR“ (Birgit Mandel/Birgit Wolf, transcript Bielefeld 2020, Publikation erscheint im Oktober 2020) vor. Die Vorstellung der Publikation ist Teil einer Tagung am Donnerstag, 29. Oktober 2020, von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek Berlin Mitte.

Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in der DDR in einem engmaschigen System niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert, vom Kindergarten über die Betriebe bis in die staatlichen Wohnanlagen und die Kulturhäuser auf den Dörfern. Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag erreicht werden. Das „künstlerische Volksschaffen“ wurde als Massenbewegung ausgebaut, anfänglich sogar mit der Perspektive, die Grenzen zwischen Laienkunstschaffen und professionellem Kunstschaffen zunehmend aufzulösen.

„Die Förderung der Künste, der künstlerischen Interessen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Verbreitung künstlerischer Werke und Leistungen sind Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaftlichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes“, so formulierte die Verfassung der DDR den staatlichen Auftrag einer „Kultur für und von allen“.

Auf welche Weise mit welchen Strukturen, Formaten und welchem Verständnis von Kulturvermittlung und kultureller Bildung wurde in der DDR versucht, Kunst und Kultur der breiten Bevölkerung und vor allem den Arbeitern und Bauern einer „klassenlosen Gesellschaft“ zugänglich zu machen? Wurden Ziele einer „Kultur für alle und von allen“ erreicht? Gelang es auch nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten zum einen für sogenannte Hochkulturformen zu interessieren, zum anderen sie zum eigenen künstlerisch-kreativen Schaffen zu motivieren?

Inwieweit verhinderte die ideologische Funktionalisierung kultureller Arbeit als sozialistische Persönlichkeitsbildung kulturelle Selbstbildungsprozesse? Welche Freiräume gab es in den Künsten und der kulturellen Arbeit? Und welche Impulse lassen sich aus den Erfahrungen der DDR Kulturarbeit für aktuelle Diskurse zur kulturellen Teilhabe und kulturellen Bildung gewinnen?

Auf der Tagung werden Ergebnisse des Forschungsprojekts der Universität Hildesheim präsentiert und mit Expertinnen und Experten, die in der DDR in den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst aktiv waren, reflektiert, darunter Wolfgang Thierse, Gerd Dietrich, Susanne Binas-Preisendörfer. Mit Expertinnen und Experten aus aktuellen Kontexten Kultureller Bildung und Kulturpolitik – unter anderem Kerstin Hübner, Tobias Knoblich, Manja Schüle – wird darüber diskutiert, welche Erfahrungen für die Ausgestaltung von Kulturpolitik für kulturelle Teilhabe der Gegenwart produktiv sein könnten.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Landesbibliothek Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft statt. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an Forum.kbz@fes.de.

Die Veranstalter bitten um Ihr Verständnis, dass sich mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in der Corona-Pandemie auch die Veranstaltungsplanung ändern könnte. Alle angemeldeten Teilnehmer*innen werden die Veranstalter darüber bis Mitte Oktober 2020 informieren.

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news-19294 Thu, 30 Jul 2020 15:39:05 +0200 Neue Primatenart im Regenwald Madagaskars entdeckt: „Jonah‘s Mausmaki“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/neue-primatenart-im-regenwald-madagaskars-entdeckt-jonahs-mausmaki/ Ein Forschungsteam aus sechs Ländern hat unter der maßgeblichen Mitwirkung von Dominik Schüßler, Doktorand am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim, Lemuren in den Regenwäldern Nordost-Madagaskars untersucht. Mit Hilfe moderner genetischer Methoden und der Vermessung der Körpermaße wurde eine bisher unbekannte Art von Mausmakis entdeckt. Die neue Art, der „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi), ist mit einer Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze von rund 26 cm und einem Körpergewicht von etwa 60 g ein echtes Fliegengewicht. Diese kleinen nachaktiven Primaten leben in einer begrenzten Region in den Tieflandregenwäldern Nordost-Madagaskars und ernähren sich von Insekten und Früchten. Obwohl Microcebus jonahi gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, ist die Art bereits vom Aussterben bedroht. Ein Forschungsteam aus sechs Ländern hat unter der maßgeblichen Mitwirkung von Dominik Schüßler, Doktorand der Universität Hildesheim, und Apl. Prof. Dr. Ute Radespiel von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Lemuren in den Regenwäldern Nordost-Madagaskars untersucht. Mit Hilfe moderner genetischer Methoden und der Vermessung der Körpermaße wurde eine bisher unbekannte Art von Mausmakis entdeckt.

Die neue Art, der „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi), ist mit einer Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze von rund 26 cm und einem Körpergewicht von etwa 60 g ein echtes Fliegengewicht. Diese kleinen nachaktiven Primaten leben nur in einer begrenzten Region in den Tieflandregenwäldern Nordost-Madagaskars und ernähren sich von Insekten und Früchten.

Obwohl „Jonah’s Mausmaki“ gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, ist er bereits vom Aussterben bedroht. Der Verlust des natürlichen Lebensraums und der stete Landnutzungswandel führen zur Isolation von Populationen, was schnell zu ihrem Verschwinden führen kann. Doch es gibt Hoffnung: Eine ganze Generation von Naturschützerinnen und Naturschützern aus Madagaskar und anderen Teilen der Welt setzt sich intensiv für den Erhalt von Arten und ihrer Lebensräume ein. Eine Symbolfigur hierfür ist Professor Jonah Ratsimbazafy geworden. Sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes haben ihn zum Vorbild einer ganzen Generation gemacht. Ihm zu Ehren trägt die neuentdeckte Art seinen Namen.

„Die gerade in zwei Forschungsartikeln veröffentlichten Ergebnisse sind nicht nur für die Beschreibung der biologischen Vielfalt Madagaskars ein wichtiger Beitrag, sondern sind auch ein Zeichen für die zunehmende Kooperation internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Forschungsgebiet: Um wissenschaftlichen Artenschutz zu betreiben, müssen wir zusammenarbeiten“, sagt Dominik Schßler. So waren an diesen aktuellen Arbeiten insgesamt 29 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Australien, Madagaskar und den USA beteiligt.

Weitere kooperative Projekte sind bereits in Bearbeitung mit dem Ziel, die Vielfalt der Mausmakis zu verstehen, ihre Entstehungsgeschichte zu entschlüsseln und so zu ihrem Fortbestehen beizutragen.

Die wissenschaftliche Beschreibung von Jonah’s Mausmaki ist unter folgendem Link abrufbar:
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/ajp.23180

Informationen zur Person: Doktorand Dominik Schüßler

Im Rahmen seiner Promotion untersucht Dominik Schüßler die Verbreitung, Entstehungsgeschichte und Anpassungsfähigkeit von Lemuren im Nordosten Madagaskars. Dieses Projekt ist das Resultat einer Kooperation zwischen Apl. Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim (unter Leitung von Prof. Dr. Horst Kierdorf) und Apl. Prof. Dr. Ute Radespiel vom Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie dem Institut für Geographie der Universität Hildesheim unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Sauerwein.

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Fachbereich 4 Geographie Biologie & Chemie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19254 Fri, 17 Jul 2020 19:15:00 +0200 May-Britt Kallenrode zur Präsidentin der Universität Hildesheim gewählt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/may-britt-kallenrode-zur-praesidentin-der-universitaet-hildesheim-gewaehlt/ Frau Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Universität Koblenz-Landau und habilitierte Physikerin, ist zur Präsidentin der Universität Hildesheim gewählt worden. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der Senat der Universität Hildesheim wählte Prof. Dr. May-Britt Kallenrode am heutigen Freitag mit großer Mehrheit (9 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen, 2 Nein-Stimmen). Der Stiftungsrat bestätigte anschließend die Wahl. Kallenrode soll die Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich antreten, der nach fast 20 Jahren als Präsident der Universität Hildesheim zum 31.12.2020 in den Ruhestand gehen wird.

Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Herr Dr. Uwe Thomas, gratulierte Kallenrode zur Wahl: „Frau Prof. Dr. Kallenrode hat mit ihrer Bewerbung sowie den anschließenden Gesprächen sowohl die Findungskommission als auch den Senat und den Stiftungsrat der Universität Hildesheim überzeugt. Sie bringt umfassende Erfahrungen in Forschung, Lehre und im Management einer Universität mit.“ Zeitnah werden nun Verhandlungen aufgenommen, damit der Amtsantritt wie geplant am 01.01.2021 erfolgen kann. Gleichzeitig sprach Thomas allen Beteiligten am Findungs- und Entscheidungsprozess seinen herzlichen Dank aus. „Die Zusammenarbeit, das Engagement und nicht zuletzt die gezeigte Flexibilität angesichts der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen in den letzten Wochen waren von höchster Professionalität geprägt. Darauf darf die Universität Hildesheim stolz sein“, formulierte er in einem Schreiben an die Mitglieder der Universität.

Prof. Dr. May-Britt Kallenrode ist seit 2017 Präsidentin der Universität Koblenz-Landau. Die habilitierte Physikerin forschte und lehrte zuvor von 2000 bis 2017 als Professorin für Umweltphysik und Modellierung an der Universität Osnabrück und war sieben Jahre Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung mit dem Ressort Forschung, Nachwuchsförderung, Gleichstellung sowie Wissens- und Technologietransfer. Sie baute dort unter anderem das Zentrum für Promovierende und PostDocs auf. Zuvor war sie vier Jahre als Professorin für Physik an der Universität Lüneburg tätig. Ihr Studium der Physik, Mathematik, Chemie und Meteorologie absolvierte sie in den 1980er Jahren an der Christian-Albrechts Universität Kiel, wo sie anschließend als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Reine und Angewandte Kernphysik arbeitete, 1989 promovierte und sich 1994 in Physik mit einer Arbeit zum Thema „Stoßwellen und energiereiche Teilchen in der inneren Heliosphäre“ habilitierte. In ihrer Forschung befasst sich Kallenrode mit Solar-Terrestrischen Beziehungen, Modellierung und Extremereignissen.

Der Weg zum Wahltag

Für das Amt der Präsidentin oder des Präsidenten der Universität Hildesheim, das im Januar 2020 ausgeschrieben wurde, gab es eine Reihe von Bewerbungen. In Einklang mit dem Niedersächsischen Hochschulgesetz wurde eine Findungskommission zur Vorauswahl möglicher Kandidatinnen und Kandidaten eingerichtet. Nachdem die Kommission zwischen März und Mai aufgrund der Corona-Pandemie nicht hatte tagen können, fanden im Juni Vorstellungsgespräche unter Einhaltung zahlreicher Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen statt.

Zwei Personen wurden im nächsten Schritt zu einer Anhörung vor einem erweiterten Teilnehmerkreis eingeladen. Diese fand am 17.07.2020 vor rund 100 Personen statt. Alle Gruppen der Universität, d.h. Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Technik und Verwaltung waren vertreten. Nach einer Vorstellung der beiden Personen stellten sich diese den zahlreichen Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Im Anschluss daran tagten die relevanten Gremien zur Abgabe einer Empfehlung und letztlich zur Beschlussfassung.

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Pressemeldungen
news-19252 Fri, 17 Jul 2020 09:13:49 +0200 Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020: Dankesschreiben von Präsident Prof. Friedrich https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/vorlesungszeit-des-sommersemesters-2020-dankesschreiben-von-praesident-prof-friedrich/ Heute geht die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 zu Ende. In einem Schreiben an alle Mitglieder der Universität bedankt sich Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich für die sehr konstruktive und kreative Arbeit mit der es gelungen sei, den Universitätsbetrieb in der Coronavirus-Pandemie aufrecht zu erhalten. Schreiben des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
vom 17.07.2020

An alle
Mitglieder der Universität Hildesheim

Liebe Mitglieder der Universität Hildesheim,

heute geht die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 zu Ende. Durch Ihre sehr konstruktive und kreative Arbeit ist es gelungen, den Universitätsbetrieb aufrecht zu erhalten. Sie haben Entbehrungen erlitten, dem Druck standgehalten und in ihren jeweils besonderen Arbeits- und Lebenssituationen Außergewöhnliches geleistet. Dafür sage ich Ihnen allen im Namen des Präsidiums herzlichen Dank!

Für das Wintersemester bereiten wir eine schrittweise Öffnung vor, vorausgesetzt die Entwicklung der Pandemie erlaubt uns dies. Genau das ist unter Hybridsemester zu verstehen. Wir wollen schrittweise zur Präsenzuniversität, die unsere Bestimmung ist, zurückkehren. Sie werden kontinuierlich über die Lagebeurteilung des Landes und unsere Planungen informiert werden.

Ich erlebe erstmalig während meiner achtzehnjährigen Amtszeit, dass im Juli noch keine Studienganszielvereinbarung mit dem Land geschlossen werden konnte. Die Verantwortung dafür liegt zum Teil bei mir, denn ich habe konkrete Forderungen an das Land gerichtet, über die noch keine Einigung erzielt werden konnte. Es geht um finanzielle Vereinbarungen zum Hochschulpakt, über die ich im Senat berichtet habe. Das Problem ist komplex, und hier und heute ist nicht der Ort, Details zu referieren. Ich hoffe sehr, dass die letzte derartige Vereinbarung, die ich als Präsident unterzeichnen werde, der Stiftung Universität Hildesheim neue Perspektiven eröffnet und ich werde Sie zeitnah informieren.

Danke für alles, was Sie leisten!

Mit besten Wünschen
Ihr

Wolfgang-Uwe Friedrich

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Pressemeldungen
news-19277 Fri, 17 Jul 2020 09:07:00 +0200 Weltweiter Marktführer unterstützt Universität Hildesheim im Bereich Industrie 4.0 https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/weltweiter-marktfuehrer-unterstuetzt-universitaet-hildesheim-im-bereich-industrie-40-1/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Thomas Hildebrandt von Phoenix Contact war Ende Juli 2020 zu Besuch am Samelson-Campus der Universität Hildesheim. Das Unternehmen ist weltweit Marktführer und Innovationsträger im Bereich der Elektrotechnik. In dieser Rolle bietet Phoenix Contact unter anderem eine offene Ökosystem-Lösung namens PLCnext an, die intelligente und anpassbare Automatisierungen von Produktionen ermöglicht. Im Rahmen seines Besuches übergab Thomas Hildebrandt zwei Geräte der PLCnext-Lösung an die Arbeitsgruppe Software Systems Engineering (SSE) der Universität Hildesheim, vertreten durch Dr. Holger Eichelberger. Diese Übergabe steht sinnbildlich für die enge Kooperation zwischen Phoenix Contact und der Arbeitsgruppe SSE im Rahmen des Forschungsprojekts „IIP-Ecosphere“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ gefördert wird. Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Schaffung eines KI-Ökosystems, welches eine nächste Ebene in der intelligenten Produktion ermöglicht.

Arbeitsgruppe Software Systems Engineering der Universität Hildesheim entwickelt mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine virtuelle Plattform für Künstliche Intelligenz

Im Rahmen von „IIP-Ecosphere“ entwickelt die Arbeitsgruppe SSE zusammen mit anderen Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine virtuelle Plattform für Künstliche Intelligenz (KI), die KI-Methoden direkt bis auf Produktionsgeräte bzw. auf Edge-Geräte nahe an der Produktion verteilen und diese adaptiv steuern soll. „Mit diesen zwei Geräten haben wir die besondere Möglichkeit, direkte Erfahrungen mit Echtzeitsteuerungen in diesem Bereich zu machen und unsere Ansätze und Forschungsergebnisse praxisnah zu testen. Wir sind Phoenix Contact für diese direkte Zusammenarbeit sehr dankbar“ sagt Dr. Holger Eichelberger.

Ebenfalls bei dem Besuch dabei war Monika Staciwa, Studentin der Studienvariante „Angewandte Informatik“ des Bachelor-Studiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT)“ an der Universität Hildesheim. Als Teil ihres Studiums arbeitet Monika Staciwa bei der Arbeitsgruppe SSE derzeit an ihrer Projektarbeit, in der sie sich mit der Verteilung von KI-Komponenten auf die übergebenen Geräte von Phoenix Contact beschäftigt. Die Einbindung der Studentin in einen solchen Unternehmensbesuch zeigt einmal mehr die enge Verzahnung von Praxis, Forschung und Lehre an der Universität Hildesheim, von der Studierende, Forschende und Wirtschaftsunternehmen gleichermaßen profitieren.

Im Forschungsprojekt „IIP-Ecosphere“ erarbeitet die Arbeitsgruppe SSE mit weiteren Partnern wie der Lenze-Gruppe, Bitmotec oder Artis Marposs Monitoring Solutions an der geräteübergreifenden Verteilung von KI-Komponenten auf derartige Geräte, wozu Phoenix Contact und Monika Staciwa wesentliche Beiträge leisten. Erste Ergebnisse sollen Interessierten in der Deutschen Messe Technology Academy in Zusammenarbeit mit dem VW Digital Campus zugänglich gemacht werden, wobei insbesondere Herr Hildebrand von Phoenix Contact, die Arbeitsgruppe SSE und das Forschungszentrum L3S aus Hannover beteiligt sein werden.

Über das Forschungsprojekt „IIP Ecosphere – Next Level Ecosphere for Intelligent Industrial Production“

Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Davon profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die Produktivität zu steigern. Besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen für den KI-Einsatz allerdings die technischen Voraussetzungen, das Know-how und die passenden Geschäftsmodelle. Die Forschung hierzu treiben die Forschungsteams der Hildesheimer Professoren Klaus Schmid und Lars Schmidt-Thieme in dem Forschungsprojekt mit voran.

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Fachbereich 4 Informatik SSE Pressemeldungen
news-19253 Fri, 17 Jul 2020 09:04:00 +0200 Wissenschaftskommunikation: Podcast des Instituts für Geschichte startet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wissenschaftskommunikation-podcast-des-instituts-fuer-geschichte-startet/ Ab sofort erscheint ein Podcast des Instituts für Geschichte: Studierende des Fachs Geschichte berichten über historische Themen und aktuelle Forschung. „HI*story“ – Der Geschichts-Podcast der Universität Hildesheim.
Gemacht von Studierenden für alle, die sich für geschichtliche Themen interessieren.

Seit einigen Semestern produziert Dr. Sanne Ziethen am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim Radio mit Studierenden. In diesem Sommersemester haben Studierende des Fachs Geschichte den Podcast „HI*story“ entwickelt. Der Podcast berichtet über historische Themen und nimmt sowohl die Forschung und Arbeit des Hildesheimer Instituts für Geschichte, aber auch andere historische aktuelle Themen in den Blick. Damit soll der Podcast zur Wissenschaftskommunikation des Instituts beitragen. Inhaltlich geht es in den ersten Folgen zum Beispiel um Museen in Zeiten der Pandemie, um die Mediendiskussion über den Film „Vom Winde verweht" oder um ein im Universitätsverlag erschienenes Buchprojekt.

„Ziel unseres Podcasts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Podcasthörer vermittelt werden können. Außerdem hat ein Podcast den Anspruch, Inhalte unterhaltsam zu gestalten“, sagt die Dozentin Dr. Sanne Ziethen.

Von der Coronavirus-Pandemie ist auch die Produktion des Podcasts betroffen. Statt Interviews Auge in Auge zu führen erfolgte die Produktion digital. „Da wir uns in diesem Semester nicht persönlich treffen konnten, haben sich alle Studierenden die Programme für Tonaufnahme und Tonschnitt selber angeeignet. Interviews wurden per App aufgenommen und Vieles musste improvisiert werden“, sagt Sanne Ziethen. Auch das Logo und die Jingle-Musik für die Podcast-Reihe wurden im Seminar entwickelt.

Der Podcast erscheint zunächst ein Mal im Semester und ist kostenfrei abrufbar unter folgendem Link: https://soundcloud.com/user-575837463/hi-story-1

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Fachbereich 1 Geschichte Pressemeldungen
news-19267 Thu, 16 Jul 2020 16:26:00 +0200 Interview mit Jan Timo Zimmermann: „Das E-Learning bietet neue Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/interview-mit-jan-timo-zimmermann-das-e-learning-bietet-neue-moeglichkeiten-sich-wissen-anzueignen/ Jan Timo Zimmermann gehört zum Projektteam „E-Learning 2020“ der Universität Hildesheim, das die technische Infrastruktur entwickelt, so dass Lehrende und Studierende weiterhin während der Coronavirus-Pandemie im Austausch sind, lernen, Wissen vermitteln und miteinander diskutieren können. Der Informationswissenschaftler und Bibliothekar arbeitet seit 2013 in der Universitätsbibliothek und betreut unter anderem das Lernmanagementsystem für die Universität. Dieses „Learnweb“ bildet das Zentrum für die digitale Lehre, so können Lehrveranstaltungen aller Fachbereiche digital angeboten werden – von den „Methoden der empirischen Sozialforschung“ bis zur „digitalen Medienkultur“, von der „Einführung in die Literaturwissenschaft“ bis zum „betrieblichen Informationsmanagement“. Digitale Vorlesungszeit: Was das Learnweb alles leisten kann

Herr Zimmermann, wie funktioniert das E-Learning an der Universität Hildesheim?

Unser E-Learningsystem nennen wir „Learnweb“, dort werden nahezu alle Materialien für Vorlesungen und Lehrveranstaltungen abgelegt. Im digitalen Semester ist unser „Learnweb“ der zentrale Dreh- und Angelpunkt für die digitale Lehre und der Anlaufpunkt für alle Studierenden und Lehrenden.

Wie erleben Sie die digitalen Formen des Lehrens und Lernen in dieser digitalen Vorlesungszeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie?

Es gibt sehr viele Nachfragen, was im System funktioniert und umgesetzt werden kann, sowohl telefonisch als auch per E-Mail. Viele Lehrende und auch Studierende haben bestimmte Vorstellungen, wie das digitale lehren und lernen funktioniert – zum Beispiel wünschen sie sich  Möglichkeiten für Online-Klausuren und synchrone Kommunikationstools mit Präsentationsfunktion. Die Lehrenden prüfen intensiv, wie sich das umsetzen lässt.

Was ist eine technische Unterstützung, die den Lehrenden hilft, um die Wissensvermittlung und den Austausch, der essentiell ist für eine Universität, am Leben zu erhalten?

Der zentrale Ort für den Austausch bildet das Videokonferenz- und Chatsystem „BigBlueButton“ (BBB), das wir in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum implementiert haben. Es ermöglicht richtig gute synchrone digitale Kommunikation und transformiert sozusagen die Lehrveranstaltungen ins Digitale. Man kann mit BBB Folien zeigen, man kann sich gegenseitig austauschen per Audio, Video oder Chat und den Bildschirm teilen, um anderen zum Beispiel Powerpoint-Folien und Webseiten zu zeigen. Wir stellen nicht nur die reine Infrastruktur zur Verfügung, sondern auch den Support. Wir versuchen, möglichst viel Beratung und technische Unterstützung zu bieten. Nicht jeder muss selber seine Online-Lehrveranstaltungen  technisch aufbauen und betreuen.

Was empfehlen Sie Studierenden?

Den Studierenden kann ich empfehlen, dass sie die Möglichkeiten, die sich jetzt bieten, auch tatsächlich nutzen – sie können sich unabhängig von Ort und Zeit mit dem System vertraut machen und sich selbst Kenntnisse und Kompetenzen aneignen. Sie können durch die digitale Lehre unabhängig vom Hörsaal oder der Lehrveranstaltung lernen. Sie müssen zum Beispiel nicht am Montag von 10:00 bis 12:00 Uhr in Hörsaal 2 sein, sondern können flexibler lernen. Die Studierenden sollten das eigene Lernverhalten auch überprüfen, sie haben jetzt sozusagen mehr Eigenverantwortung für ihr Zeit- und Lernmanagement – das ist auch eine Fähigkeit, die sie gut im weiteren Berufsleben anwenden können: sich Wissen selber anzueignen, zielorientiert vorzugehen und Prioritäten zu setzen. Das E-Learning bietet den Studierenden auch die Chance, ‚über den Tellerrand‘ zu schauen. Jetzt gibt es digital Wege, Dinge zu lernen, die nicht direkt auf dem Studienstundenplan stehen. Als Kulturwissenschaftler kann ich zum Beispiel auch eine Data-Analytics-Veranstaltung und als Umweltwissenschaftlerin eine philosophische Vorlesung besuchen, wenn die Lehrenden einverstanden sind, das bietet neue Chancen.
Eine unserer Erfahrungen ist, dass die Anzahl der Teilnehmenden signifikant gestiegen ist, seitdem etwa die Veranstaltungsreihe zum Forschungsdatenmanagement vollständig online angeboten wird, was bedeutet: Es werden Hemmschwellen abgebaut. Ich gehe davon aus, dass das bei den Studierenden auch so ist.

Was empfehlen Sie Lehrenden?

Die Lehrenden sollen möglichst weiter offen bleiben und verschiedene Dinge testen: Was eignet sich digital besonders gut an Lehrinhalten und Lehrmaterialien, und wie kann ich das Gewohnte ins Digitale transformieren?

Was kann man denn digital noch umsetzen, was kann das Learnweb noch leisten? Welche Palette an Möglichkeiten haben Lehrende mit dem Learnwebsystem?

Es fängt an bei der Speicherung von Lehrmaterialien, das ist die Basis – also etwa die Bereitstellung von Dokumenten in einer Vorlesung in der Wirtschaftsinformatik in einer Eins-zu-Eins-Transformation in den digitalen Raum via Videokonferenz und Präsentation, die man online verfolgen kann. Die Lehrenden probieren aus, was für ihre Lehrveranstaltung das richtige Format ist. Viele Lehrende zeichnen auch Videovorlesungen auf, zu Hause am Laptop – wir nennen das „Screencasts“ –, die sich die Studierenden anschauen und diese werden dann im Nachhinein besprochen mit allen Kursteilnehmern in einer Videokonferenz. Dann gibt es im Learnwebsystem kollaborative Texteditoren, mit denen man gemeinsam gleichzeitig an Texten arbeiten kann und genau sieht, was der oder die andere in dem Moment tippt. Es gibt ein Tool, mit dem Hausarbeiten und Aufgaben eingereicht und online im System bewertet werden können, so dass die Studierenden sofort eine Rückmeldung bekommen, wenn die Lehrenden die Durchsicht abgeschlossen haben. Wir haben Tools integriert für digitale Sprechstunden und zur Online-Gruppenfindung und Gruppenverwaltung – die Lehrenden können Gruppen definieren, etwa 5 Personen pro Gruppe, und die Studierenden können sich dann selbstständig auf diese Gruppen aufteilen. Gruppenarbeiten, die früher in Seminarräumen und bei Raumnot organisiert werden musste, können heute digital quasi nahezu grenzenlos und ortsunabhängig ablaufen.

Wie erleben Sie diesen Wandel, der durch die Coronavirus-Pandemie stärker forciert wird; diesen Zeitsprung, den die gesamte Universität erlebt, mitten im Digitalen angekommen zu sein, weil es gar nicht anders geht, weil sich Lehrende und Studierende momentan in Präsenz nicht treffen dürfen? Das Lernmanagementsystem betreibt die Universität Hildesheim seit 2008 – dies mussten Sie nicht in der Not in kurzer Zeit auf die Beine stellen, sondern waren vorbereitet?

Richtig, wir waren vorbereitet, das Learnweb wurde auch vorher schon immer gut genutzt, aber ich erlebe jetzt in der Corona-Krise, dass die Lehrenden sich Gedanken darüber machen, wie sie das, was sie bisher gemacht haben, erweitern können. Wie kann ich das Etablierte digital umsetzen und eventuell um neue Dinge ergänzen? Die Nachfrage nach einzelnen Möglichkeiten steigt sehr stark an. Auch die Nutzung des Learnweb steigt stark an, weil mehr oder weniger alle das E-Learning jetzt nutzen müssen. Und ich bemühe mich, möglichst viel und gezielt zu beraten, so dass die Potentiale des Learnweb auch gut genutzt werden und einige Lehrende auch Neues entdecken und ausprobieren.

Das ist in dieser Krise ein positiver Hoffnungsschimmer, dieses Engagement der Lehrenden in allen Fachgebieten zu erleben, was an Ideen für die digitale Lehre entwickelt und umgesetzt wird.

Absolut! Ich erlebe eine sehr positive Grundstimmung der Lehrenden. Jeder, mit dem ich gesprochen habe, ist bereit, sich auf diese neuen Herausforderungen einzustellen und das auch zu nutzen und das Ganze neu zu denken. Und wenn kleine Probleme auftreten, lassen diese sich meist sehr gut lösen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Universitätsbibliothek dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-19229 Tue, 14 Jul 2020 17:01:30 +0200 Banner weht am Kulturcampus: Universität unterstützt weiter die Bewerbung Hildesheims um den Titel Europäische Kulturhauptstadt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/banner-weht-am-kulturcampus-domaene-marienburg-universitaet-unterstuetzt-weiter-die-bewerbung-hildeshe/ Die Stiftung Universität Hildesheim unterstützt die Bewerbung der Stadt Hildesheim um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ weiter intensiv mit gemeinsamen Projektideen und durch ein internationales Netzwerk. Hildesheim auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt:
Beiträge der Stiftung Universität Hildesheim​

Die Stiftung Universität Hildesheim sieht in der Bewerbung der Stadt Hildesheim um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ eine absolute Relevanz und ist seit Beginn des Bewerbungsprozesses eng in diverse Planungs- und Umsetzungsschritte eingebunden. Die Auseinandersetzung mit der Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ steht dabei im Fokus. Die Attraktivität Hildesheims ist der Uni von großer Bedeutung. So unterstützt die Universität den weiteren Bewerbungsprozess mit gemeinsamen Projektideen und durch ein Netzwerk an Kulturwissenschaftler*innen aus ganz Deutschland, Europa und weltweit. Dieses Engagement umfasst auch eine Beteiligung an einem Plan B, sollte die Bewerbung nicht erfolgreich sein.

Insbesondere sind folgende Universitätseinrichtungen an einzelnen, teils mehreren Projekten im zweiten „Bid Book“ beteiligt:

  • Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
  • Center for World Music
  • Institut für Kulturpolitik und dessen UNESCO-Lehrstuhl
  • Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
  • Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur
  • Institut für Musik und Musikwissenschaft
  • Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Seit Mitte Juli 2020 weht am mittelalterlichen Burgturm am Kulturcampus Domäne Marienburg, dem Sitz des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ ein Banner, mit dem die Universität Hildesheim ihre Unterstützung der Bewerbung um den Titel als Europäische Kulturhauptstadt Ausdruck verleiht. Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner und Kulturpolitikforscher Dr. Daniel Gad haben den Banner am 14. Juli 2020 eingeweiht.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität beraten das Hildesheimer Kulturhauptstadt-Projektteam konzeptionell und vermitteln Partner weltweit.

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Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-19215 Mon, 13 Jul 2020 17:43:00 +0200 Musik als Möglichkeit, Zeugnis von Gemeinsamkeit und Vielfalt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/musik-als-moeglichkeit-zeugnis-von-gemeinsamkeit-und-vielfalt/ Im Juli werden gleich zwei Mal verschiedene Orte der Stadt von Studierenden des Musikinstituts der Universität Hildesheim bespielt. Wie Musik gleichzeitig Zeugnis von Gemeinsamkeit und Vielfalt sein kann und welche Wege gefunden wurden, auch während der Coronavirus-Pandemie musikalische Erlebnisse zu kreieren; darüber sprechen die Studierenden Max Krause, Mira Heller und Laura Wenzlaff im Interview. Autorin dieses Artikels ist die Studentin Jorinde Markert.

Konzert „Lebenskarussell“ am 18. Juli 2020: Musikalische Erkundungen in einer transkulturellen Welt. Eine Klanginstallation.

Die Suche nach verbindenden Elementen von fernem und nahem, altem und neuem musikalischem Material war Ausgangspunkt für dieses Semesterprojekt unter der Leitung von Jan Hellwig und Ulrich Wegner. In einer Installation werden Berichte von persönlichen Erfahrungen zusammengebracht mit musikalischen Klängen aus verschiedenen Teilen der Welt.

Am Konzert wirken Valentin Graser, Mira Heller, David Kammermeier, Max Krause, Sophie Renner, Max Schneider, Elsa Vogels und Laura Wenzlaff mit. Das Konzert Lebenskarussell findet statt am 18. Juli 2020 um 16:00 Uhr im Dommuseum Hildesheim. Der Eintritt ist frei.

Interview mit den Studentinnen Mira Heller und Laura Wenzlaff

„Der Großteil unseres Projekts 'Lebenskarussell' hat sich in Onlinemeetings abgespielt. Der kreative Prozess wurde damit auf eineungewohnte Ebene gehoben, der sich rückblickend als sehr erfahrungsreich erwiesen hat. Der Begriff Lebenskarussell kommt von der Idee der verschiedenen Stationen, die jeder Mensch in seinem Leben durchläuft – egal, woher er kommt. Kindheit, Jugend, Heimat, Liebe,...“

Seit wann arbeitet ihr an dem Projekt und wie kam es dazu?

Das Sommersemester 2020 sollte ursprünglich das Projektsemester der kulturwissenschaftlichen Studiengänge werden. Aufgrund der aktuellen Situation wurde dies abgesagt. Unsere Musikdozenten Jan Hellwig und Ulrich Wegner bastelten ihre Idee des Projektsemesters in ein Seminar und eine Übung, mit dem Titel „Rewind-Play.Fast Forward“. Wir arbeiten also an dem Projekt schon das gesamte Semester. Unsere Ergebnisse und unsere Arbeit dieser Übung halten wir fest und präsentieren sie am 18. Juli 2020 im Dommuseum als eine Klanginstallation, diese trägt den Titel „Lebenskarussell“.

Wie habt ihr das Material erschlossen, nach welchen Kriterien ausgewählt?

Das Projekt versucht, transkulturelles Material zu erstellen und mit dem Gedanken eines „Culturalsoundmappings“ zu arbeiten. Ausgangspunkt der Arbeit waren die Aufnahmen aus dem Südirak in den 1978er, die im Rahmen der Feldforschung vom Musikethnologen Ulrich Wegner entstanden sind. Die Frage ist also, wie kann man sie durch Bearbeitung in eine neue Umgebung einbetten oder wie kann man diese Musik wieder neu aufleben lassen. Kriterien waren, dass die inhaltliche Bedeutung beibehalten wird und dass die Auswahl nicht nur aus rein musikalischen Gründen stattgefunden hat. Die Einbettung in ein neues musikalisches Umfeld findet dabei mit eigenen Texten und selbst komponierter Musik statt. Wir haben für uns selbst erschlossen, was es heißt in einer transkulturellen Welt zu leben und dabei gemerkt, wie sehr wir mit anderen Menschen auf anderen Teilen der Welt vernetzt sind. Dieser Umstand sollte ebenso individuell zur Geltung kommen. Also haben Freunde aus Ägypten, Tunesien, Indien, Afghanistan ebenso kleine Musik Soundschnipsel beigesteuert oder Gedichte längst vergangener Dichter rezitiert.

Wie kommt es zu dem Titel „Lebenskarussell“ – wird das Leben sich hier als kreisende Bewe-gung vorgestellt? Findet sich die Idee „Karussell“ auch in der Strukturierung der Installation wieder?

Der Begriff ,,Lebenskarussell" kommt von der Idee der verschiedenen Stationen, die jeder Mensch in seinem Leben durchläuft - egal, woher er kommt. Kindheit, Jugend, Heimat, Liebe,... Das sind auch wiederkehrende Themen, daher das Bild des Karussells. Diese verschiedenen Stationen können dann in der Klanginstallation gehört und erfahren werden. Jede Sounddatei ist einem Lebensthema zugeordnet. Wiederkehrend ist ein gutes Stichwort. Schließlich erlebt man ja auch mehrmals Liebe oder anderer Gefühle in seinem Leben. Das Karussell wird sich teilweise in der Strukturierung der Installation wiederfinden.

Im Infotext zum Projekt heißt es, ihr sucht nach „verbindenden Elementen“ – habt ihr welche gefunden? In welcher Form?

Uns ist aufgefallen, dass die Themen, die in unserem Material aus dem Irak der 1970er Jahre behandelt und verarbeitet werden uns teilweise gar nicht so fremd sind. Liebeslieder, Hoch-zeitsmusik oder Trauergesänge finden sich sowohl in unseren als auch in anderen Kulturen wieder. Die Musik klingt natürlich sehr verschieden. Manchmal wirkt sie fremd auf westlich geprägte Ohren. Die Quellen, also die Themen, um die sich die Stücke aber drehen ist die gleiche über Kulturen hinweg. Daran wollten wir anknüpfen. Jeder und jede von uns hat das auf seine und ihre individuelle Art weitergesponnen. Jede/r hat seinen/ihren individuellen Zugang zu den Materialien gefunden. Unser Konzert besteht also nicht aus einem einzigen Endprodukt, sondern aus der Zusammensetzung und das Zusammenspiel der verschiedenen Ergebnisse.

Wie hat sich die aktuelle Krisenlage auf die Arbeit am Projekt ausgewirkt – ergaben sich Hindernisse oder auch neue Perspektiven?

Der Großteil unseres Projekts hat sich in Onlinemeetings abgespielt. Für alle Beteiligten ergab sich so eine neue Lernsituation und neue Herausforderungen. Der kreative Prozess wurde damit auf eine ganz andere und ungewohnte Ebene gehoben, der sich rückblickend aber als sehr interessant und erfahrungsreich erwiesen hat.

Laura Wenzlaff: Zum Beispiel hatte ich persönlich bisher nur Live-Musik praktiziert. Das Arbeiten mit den Sounddateien und die Produktion von Musik in Audioprogrammen haben die Möglichkeiten meiner eigenen künstlerischen Arbeit immens erweitert.

Die Fragen stellte Jorinde Markert.

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Wandelkonzert

Am 12. Juli 2020 findet zum 24. Mal das Wandelkonzert statt – diesmal mit dem Titel „live • digital“. Um 14:14 Uhr startet das Programm am ersten der fünf Spielorte, dem Marktplatz Hildesheim. Von dort geht es weiter zur Kirche am heiligen Kreuz, dem Dom Museum, der Michaeliskirche und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. Eine kleine Reise durch die Stadt, die gleichzeitig auch auf eine eine Durchquerung durch die Stadien des antiken Dramas und der Krisenlage der letzten Monate mitnehmen möchte. Der Eintritt ist frei.

Das „Bühne frei!“-Team 2020 besteht aus Fabian Hoffmann, Max Krause und dem Musikdozenten Jan Hellwig. Die Aufführungen finden statt um:

  • 14:14 Uhr – Marktplatz Hildesheim
  • 15:15 Uhr - Kirche zum Heiligen Kreuz (Video)
  • 16:16 Uhr – Dommuseum Hildesheim
  • 17:17 Uhr – Michaeliskirche
  • 19:19 Uhr - Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Interview mit Student Max Krause

„Wir haben versucht die Situation, in der wir uns befanden, und immer noch befinden, in einen künstlerischen Rahmen zu integrieren“

Hattet ihr von Anfang an eine klare Vision, welche Art von musikalischem Erlebnis ihr kreieren wollt?

Max Krause: Das Wandelkonzert gestaltet sich mit einem bunten und vielfältigen Programm. Als Team haben wir ein Programm mit einem großen kulturellen Spektrum zusammengestellt. Dieser Wunsch bestand bei uns schon früh im Seminar. Die Rahmenbedingungen waren jedoch durch die COVID-19-Situation von Anfang an nicht komplett klar, da es wöchentlich neue Informationen zur Durchführung von Veranstaltungen gab. Die endgültige Zusage zur Durchführung der Veranstaltung kam erst vor wenigen Wochen.

Das 24. Wandelkonzert findet unter dem Titel „live • digital“ statt – kam euch diese Idee mit der aktuellen Krisenlage, die ja vermehrt gesellschaftliches Geschehen ins Digitale verlagert hat, oder bestand die Idee für das Thema bereits vorher?

Der Bereich „live“ ist bei den Wandelkonzerten bereits seit den Anfängen vorhanden. Das genaue Format „live • digital“ ergab sich im Verlauf des Semesters. Letztendlich sind wir froh darüber, dass schließlich nur ein verhältnismäßig kleiner Teil digital geworden ist (eine von fünf Locations). Der digitale Bereich ist eine situationsbedingte Verlagerung, welche die Vorbereitung für das Wandelkonzert um eine interessante Ebene erweitert hat.

Wie kam es zu der Auswahl und Reihenfolge der Spielorte? Stehen sie in Verbindung zu den Schlagworten, die ihr für eine musikalische Nachzeichnung der Corona-Krise gewählt habt: „Exzentrizität – Ungewissheit – Isolation – Hoffnung auf Erlösung – Katharsis/Verzweiflung“?

Die Schlagworte weisen auf den Verlauf eines klassischen Dramas hin. Wir haben versucht die Situation, in der wir uns befanden, und immer noch befinden, in einen künstlerischen Rahmen zu integrieren. Da die Zahl fünf die Anzahl unserer Stationen darstellt, kamen wir auf dieses dramenorientierte Konzept. Die Beiträge werden sich thematisch an den jeweiligen Themen der Stationen orientieren.

Was für musikalisches Material wird bei dem Konzert zu hören sein? Findet sich das Thema „digital“ auch in der Wahl der musikalischen Mittel wieder?

Das musikalische Material weist eine große Vielfalt auf. Es finden sich klassische Beiträge, zum Beispiel Gitarre, Gesang, Orgel, Klavier und Co., norddeutsche Folkmusik, balinesische Musik, Rap, Metal und vieles mehr. Es gibt Wortbeiträge, komponierte Musik aber auch einen gewissen Anteil an improvisierter Musik, welche im jeweiligen Moment entstehen wird. Im Vorfeld haben wir außerdem verschiedene Videos in der Kreuzkirche aufgezeichnet. Diese werden am Tag des Wandelkonzertes veröffentlicht. Den Besucherinnen und Besucher wird zwischendurch Zeit gelassen, sich die Beiträge im Internet anzuschauen, sodass man sowohl Livemusik hört als auch Videos von Beiträgen einer Location sehen kann. Diese werden dann auf unserer Instagram- und Facebook-Seite zu sehen sein.

Ihr setzt mit dem 24. Konzert dieser Reihe eine längere Tradition fort – was ist für dieses Format wichtig?

Eine Wichtigkeit stellt bei dem Konzert für uns die Repräsentation der Hildesheimer Veran-staltungsorte dar. In Hildesheim gibt es viele Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe und diese Orte tragen seit Jahren zur lokalen Kultur bei. Außerdem ist eine kulturelle Vielfalt für uns von Wichtigkeit. Es ist immer interessant neue Musik zu entdecken und zu genießen. Dafür möchten wir beim Wandelkonzert ausreichend Gelegenheit bieten.

Die Fragen stellte Jorinde Markert.

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Pressemeldungen
news-19084 Mon, 13 Jul 2020 12:52:00 +0200 Studie: Studieren digital in Zeiten von Corona / Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-studieren-digital-in-zeiten-von-corona-wie-erleben-studierende-das-digitale-sommersemester/ Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester und den neuen Studienalltag während der Corona-Pandemie? Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Studie, wie die Studierenden das digitale Semester bewältigen und wie es ihnen damit geht. Studieren digital in Zeiten von Corona
Jetzt teilnehmen an der Studie „Stu.diCo“

Die weltweite Corona-Pandemie beeinflusst auch den Alltag an deutschen Hochschulen und hat massive Auswirkungen auf die Studierenden. Die Maßnahmen und die Durchführung des Semesters als digitales Semester haben einen völlig neuen Studienalltag entstehen lassen, welcher an vielen Hochschulen auch im Wintersemester fortgesetzt wird. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim möchte nun herausfinden, wie die Studierenden diese andere und neue Form des Studiums bewältigen und wie es ihnen damit geht.

Die Teilnahme an der Studie ist ab sofort (3. Juli 2020) bis 24. Juli 2020 online möglich. Teilnehmen können alle Studierenden, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 20 Minuten. Unter den Teilnehmenden werden 20 Gutscheine je 20€ verlost.

Dies ist der Link zur Online-Befragung: www.soscisurvey.de/stuDiCo/

Die Studierenden werden dazu befragt, wie es ihnen im digitalen Sommersemester geht und wie sie den Studienalltag unter diesen Bedingungen gestalten. Herausgefunden werden soll auch, was gut läuft an den Hochschulen und was die Studierenden als hilfreich erleben, aber auch wo es hakt und wo sie sich weitere Unterstützung wünschen. Ebenso soll abgefragt werden, auf welche Unterstützungsnetzwerke die Studierenden zurückgreifen können und welche Unterstützung sie sich noch wünschen würden.

Diese Ergebnisse sollen noch im Sommersemester ausgewertet werden und in die Planung der digitalen Formate des Wintersemesters einbezogen werden, um den Studierenden auch unter diesen erschwerten Bedingungen eine möglichst hohe Qualität der Hochschullehre zu bieten und nachhaltige Informationen über die Umsetzung digitaler Lehrformate zu erhalten.

Zum Forschungsteam gehören Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus sowie Katharina Höffken vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Prof. Dr. Schröer und Dr. Severine Thomas erforschen seit vielen Jahren die Lebenslagen junger Menschen und haben bereits eine Umfrage von Kindern und Jugendlichen zum Umgang mit der Corona Pandemie durchgeführt (Studie „JuCo“ und Studie „KiCo“). Dr. Katharina Mangold und Anna Traus forschen zur Lebenslage von Studierenden und haben dabei einen besonderen Fokus auf nicht-traditionelle Studierende und Care Leaver an Hochschulen.

Kontakt zum Forschungsteam der Studie „Stu.diCo“:

Dr. Severine Thomas und Anna Traus
Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

Projektteam CareHOPe:

Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

Medienkontakt:

Isa Lange
Pressesprecherin, Universität Hildesheim
E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
Telefon: 05121 88390100 und 0177 8605905

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal
news-19214 Mon, 13 Jul 2020 08:35:00 +0200 Universität Hildesheim als Fairtrade-University ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-als-fairtrade-university-ausgezeichnet/ Den fairen Handel auf dem Campus fördern und in den Uni-Alltag integrieren – dafür steht das Fairtrade-Siegel, mit dem die Universität Hildesheim ausgezeichnet wurde. Anlässlich der Auszeichnung lädt das Nachhaltigkeitsbüro der Uni, das Green Office, zur digitalen Themenwoche „Fairer Handel” ein. Den fairen Handel auf dem Campus fördern und in den Uni-Alltag integrieren – dafür steht das Fairtrade-Siegel, das vom gemeinnützigen Verein TransFair e.V. im Juli 2020 an die Universität Hildesheim verliehen wird.

Das Fairtrade-Siegel ist allbekannt auf Lebensmitteln und lässt sich auch in den universitären Alltag einbringen, verdeutlicht das Team des „Green Office“, dem  Nachhaltigkeitsbüro der Hildesheimer Universität. 30 Hochschulen haben sich bereits erfolgreich als Fairtrade-University beworben, nun zieht die Stiftung Universität Hildesheim mit.

Ziel dabei ist es, das Bewusstsein von Studierenden und Beschäftigten der Universität Hildesheim für den Stellenwert des fairen Handels zu fördern und konkrete Veränderungen zugunsten eines höheren Anteils fair gehandelter Produkte in der Hochschulgastronomie und bei Bewirtung und Catering zu erreichen. Das Studentenwerk bietet beispielsweise bereits ausschließlich fair gehandelten Kaffee an.

Zum Video der Preisverleihung (auf youtube.com)

Digitale Themenwoche „Fairer Handel”

Die offizielle Auszeichnungsfeier kann angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation noch nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen startet alternativ am Montag, 13. Juli 2020, die digitale Themenwoche „Fairer Handel”, die Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger über Facebook, Instagram und auf der Homepage des Nachhaltigkeitsbüros „Green Office“ verfolgen können.

Die geplanten Inhalte der digitalen Themenwoche „Fairer Handel” sind unter anderem:

  • Informationen rund um die Auszeichnung als Fairtrade-University
  • Tipps und Ideen rund um fairen Handel im Beruf und privat
  • Filme und Videos zum Thema
  • ein Quiz, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt.

Das Team des Nachhaltigkeitsbüros freut sich über rege Teilnahme und steht für Rückfragen zur Verfügung.

Kontakt:

Green Office, Stabsstelle Hochschulentwicklung, Stiftung Universität Hildesheim

www.uni-hildesheim.de/greenoffice/ueber-uns/kontakt/

www.uni-hildesheim.de/greenoffice
Facebook @greenofficehildesheim, Instagram @greenofficehildesheim

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Green Office Pressemeldungen
news-19203 Tue, 07 Jul 2020 13:20:22 +0200 Ängste im Kindesalter: Was denken die Kinder? Welche Rolle spielen die Eltern? Studie der Entwicklungspsychologie startet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/aengste-im-kindesalter-was-denken-die-kinder-welche-rolle-spielen-die-eltern-studie-der-entwicklun/ Wie entwickeln sich Ängste im Kindesalter, etwa vor gefährlichen Viren oder Kriminalität? Für eine Studie sucht ein Forschungsteam der Entwicklungspsychologie der Universität Hildesheim ab sofort Studienteilnehmer. Teilnehmen können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und jeweils ein Elternteil. In einer neuen Studie befasst sich ein Forschungsteam um Entwicklungspsychologin Dr. Cathleen Kappes mit Ängsten im Kindesalter und welche Rolle Eltern bei der Entwicklung der Ängste spielen. Auch die Angst vor der Coronavirus-Pandemie soll aus der Perspektive der Kinder untersucht werden. Die Forscherin der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden, wie sich die aktuelle Zeit auf das Angstempfinden von Kindern auswirkt und wie verschiedene Ängste zusammenhängen. Die Studie untersucht insbesondere aber auch, wie sich die Furcht vor Kriminalität entwickelt und ob Kriminalitätsfurcht einen eigenständigen Angstbereich darstellt.

„Ängste werden eher selten aus der Perspektive der Kinder selbst erfasst. Dabei weicht ihre Wahrnehmung durchaus von der Erwachsener ab. Um ein besseres Verständnis ihrer Ängste gerade auch in der aktuellen Zeit zu gewinnen, möchten wir die Kinder selbst zu Wort kommen lassen. Dabei interessiert uns auch, inwieweit Eltern eine Rolle bei der Angstentwicklung spielen“, sagt Cathleen Kappes.

Studienteilnehmer gesucht: Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil können ab sofort teilnehmen

Das Forschungsteam sucht ab sofort Studienteilnehmer. An der Studie können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil teilnehmen. Zunächst füllt ein Elternteil einen Online-Fragebogen aus (etwa 20 Minuten, flexibler Zeitpunkt) und erhält einen Eindruck vom Bildmaterial, welches auch das Kind sehen wird. Zu einem vereinbarten Termin wird dann später ein Interview mit dem Kind im virtuellen Raum ohne Eltern (etwa 45 bis 60 Minuten) durchgeführt. Um an der Studie teilzunehmen, tragen Eltern einen Termin für das Interview ihres Kindes unter dem Link terminplaner4.dfn.de/KsuTgfntWwDlWJCt ein, sie erhalten anschließend per E-Mail weitere Informationen zum Ablauf der Studie. Als Dankeschön erhalten Studienteilnehmer einen Büchergutschein im Wert von 7,50 Euro.

Die Studie ist eine Begleitstudie zu einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekt, welches seit Frühjahr 2019 läuft und in Rahmen dessen Instrumente entwickelt werden sollen, die raumbezogen das Sicherheitsgefühl von Kindern und Jugendlichen aus deren Perspektive erfassen.

Die Arbeitsgruppe „Entwicklungspsychologie“ am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wird von Professor Werner Greve geleitet.

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news-19090 Mon, 06 Jul 2020 14:44:16 +0200 Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus: Ergebnisse der dritten Mittelbau-Befragung erschienen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zur-beschaeftigungssituation-des-akademischen-mittelbaus-ergebnisse-der-dritten-mittelbau-befragung/ Über die Bedarfe und Anforderungen des akademischen Mittelbaus gibt der im Juni 2020 erschienene Bericht „Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus“ Auskunft. Darin werden die Ergebnisse der dritten Befragung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Universität Hildesheim vorgestellt. Die Universität Hildesheim hat das Leitziel guter und fairer Arbeitsbedingungen für den akademischen Mittelbau in ihrer Entwicklungsplanung „MINERVA 2025“ verankert. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist Teil des Leitbildes der Universität.

„Hochschulentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe“

„Hochschulentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Damit sie gelingt, brauchen wir umfassende Informationen über die Arbeitsbedingungen“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Eine Arbeitsgruppe der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen (KWM) hat zum dritten Mal eine Befragung unter den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Universität Hildesheim durchgeführt, die Beschäftigungssituation des Mittelbaus erhoben und ausgewertet. Die Befragung „Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus“ erfolgte in Kooperation mit dem „audit familiengerechte hochschule“ sowie mit Unterstützung des Präsidiums.

Die Ergebnisse der Befragung sollen dabei helfen, Maßnahmen anzustoßen sowie die Wirksamkeit von in den Vorjahren vorgenommenen Schritten zu evaluieren. Die Ergebnisse der Mittelbaubefragung sollen auch Impulse für das 2019 gegründete Graduiertenzentrum der Universität liefern, das die akademische Personalentwicklung durch Angebote zur Qualifizierung, Finanzierung und Beratung fest etabliert.

„Die Mittelbaubefragung gibt einen differenzierten Einblick in die Arbeitsbedingungen des Mittelbaus und die verschiedenen Anforderungen, bei denen es insbesondere auch darum geht, die Lehre mit der eigenen wissenschaftlichen Weiterqualifizierung zu vereinbaren. Zusammen mit anderen Befragungen, etwa einer Bedarfserhebung zu gewünschten Angeboten des Graduiertenzentrums, liefert sie eine gute Grundlage für die akademische Personalentwicklung. Dabei wird klar, anders als der Begriff „Mittelbau“ suggeriert, wie heterogen diese Gruppe ist. Dies muss akademische Personaentwicklung berücksichtigen. Deutlich wird zudem, was wir in nächster Zeit verstärkt angehen sollten. Dazu gehören m.E. vor allem auch die Mitarbeiter_innengespräche, die noch zu wenig stattfinden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

47 Prozent (229 Personen) der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen und Lehrkräften für besondere Aufgaben haben sich an der Befragung beteiligt.

„Der hohe Befristungsanteil im Wissenschaftssektor ist für viele Befragte ein sehr relevantes Thema. Die Universität Hildesheim wird insgesamt als positiver Arbeitgeber wahrgenommen und der kollegiale Umgang sehr geschätzt“

„Aktuelle Zahlen der Personalstatistik für Hildesheim zeigen, dass 74 Prozent der Beschäftigten im Mittelbau befristet sind. Bundesweit sind es an allen Hochschulen 80 Prozent. Schaut man im Vergleich auf die Befristungszahlen von allen abhängig Beschäftigten in Deutschland, haben von diesen gut 12 Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag. Der hohe Befristungsanteil im Wissenschaftssektor ist daher für viele Befragte ein sehr relevantes Thema“, sagt Per Holderberg. Der wissenschaftliche Mitarbeiter leitete die dritte Erhebung und nahm die Auswertung vor.

Weiter führt Per Holderberg aus: „Hintergrund ist ein Bundesgesetz: Die Wissenschaftler_innen in Deutschland unterliegen bei der Befristung von Arbeitsverträgen dem sogenannten Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Das Sonderbefristungsrecht gilt für alle Arbeitsverträge, bei denen die Beschäftigung zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung dient beziehungsweise die Stelle aus Drittmitteln finanziert wird. Wissenschaftler_innen an der Stiftung Universität Hildesheim geben im Durchschnitt eine Vertragslaufzeit von 35 Monaten an. Bei der Arbeitszeit heben die Befragten eine hohe Mehrarbeit hervor: Während Vollzeitbeschäftigte angeben 7 Stunden mehr pro Woche als vertraglich vereinbart zu arbeiten, liegt der Anteil bei den Beschäfigten mit einer halben Stelle bei 13 Stunden. In der Befragung von 2019 wurde erstmal erfasst wofür die Befragten ihre Arbeitszeit aufwenden. Über 50 Prozent der Zeit fließt in die Lehr- und Prüfungsverpflichtung sowie die Betreuung der Studierenden und Promovenden. Die Lehre in Hildesheim hat einen außerordentlich hohen Stellenwert, der sowohl der Betreuung und Ausbildung der Studierenden zu Gute kommt, aber auch einen individuellen Zielkonflikt für die eigene wissenschaftliche Weiterqualifikation oder projektbezogene Forschungen darstellen kann. Wir konnten ebenfalls mit der Befragung herausfinden, dass 58 Prozent der Befragten zum Arbeitsplatz pendeln. Die Wissensarbeiter_innen an Hochschulen sind soziologisch betrachtet die Avantgarde einer immer mobiler werdenden Arbeitsgesellschaft. Für die Vereinbarkeit von Promotion, Familie, Beruf und Karriere sind die vertraglichen Arbeitsbedingungen insgesamt von einer hohen Unsicherheit gekennzeichnet. Einerseits wirkt sich dies negativ auf die Familienplanung aus (43 Prozent geben an, einen Kinderwunsch zurückzustellen: bei Frauen liegt der Wert mit 50 Prozent doppelt so hoch wie bei den Männern!). Andererseits heben die Mitarbeiter_innen auch die hohe subjektive Zufriedenheit, Autonomie und die intrinsische Motivation an der wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeit hervor. Es herrscht eine hohe Identifikation mit der Profession. Die Universität Hildesheim wird insgesamt als positiver Arbeitgeber wahrgenommen und der kollegiale Umgang sehr geschätzt. Für folgende Befragungen wünschen sich große Teile des Mittelbaus die Erweiterung um einen qualitativen Zuschnitt der Evaluation der Arbeitsbedingungen, welche die individuelle Situation, in der sich viele Beschäftigte befinden, stärker sichtbar macht.“

„Es ist gut und wichtig, dass wir die Arbeitssituation der wissenschaftlichen und künsterlischen MitarbeiterInnen regelmäßig abfragen. So sehen wir auch von Seiten der Mittelbauvertretung, was gut läuft, aber vor allem auch, wo noch Probleme und Hindernisse sind, die wir im Dialog mit der Hochschulleitung adressieren müssen und die wir bei erfreulicherweise gelingender Kommunikation mit dem Präsidium auch adressieren können. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Umsetzen unserer im Mittelbaubericht ausgesprochenen Empfehlungen“, so das SprecherInnenteam der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen (KWM).

Die regelmäßige Befragung des akademischen Mittelbaus und die Evaluation der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen ist in den Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen“ vorgesehen, die im Jahr 2017 von den Gremien der Universität erarbeitet wurden. Dadurch wird gewährleistet, dass der Dialog über die Beschäftigungsbedingungen des Mittelbaus zwischen der Hochschulleitung und der KWM eng auf dessen gegenwärtige Bedarfe hin ausgerichtet wird. Von besonderer Bedeutung sind auch Mitarbeiter_innengespräche, zu denen akademische Führungskräfte verpflichtet sind.

Die Mittelbaubefragung finden Sie online unter folgendem Link:

Holderberg, Per (2020): Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus – Ergebnisse der dritten Befragung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Stiftung Universität Hildesheim. Universitätsverlag Hildesheim.

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Sozialwissenschaften Pressemeldungen
news-19085 Fri, 03 Jul 2020 07:59:00 +0200 Universitätsgesellschaft würdigt besondere wissenschaftliche Leistungen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaetsgesellschaft-wuerdigt-besondere-wissenschaftliche-leistungen/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden die Sprachwissenschaftlerin Lena Kliemke, die Mathematikerin Laura Lilienthal und die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Anne Piezunka für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert Die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. hat für 2020 drei Preise zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Universität Hildesheim ausgeschrieben. Es wurden drei hervorragende Abschlussarbeiten prämiert, jeweils eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit und eine Dissertation.

Die Preisträgerinnen Dr. Anne Piezunka, Laura Lilienthal und Lena Kliemke zeichnen sich aus durch intrinsische Motivation, Kreativität, wissenschaftliche Expertise sowie die Fähigkeit, theoretische Überlegungen in die Praxis zu überführen und Erkenntnisse daraus wieder in der Theorie zu reflektieren.

Die Auszeichnungen sollen die Leistungen der Nachwuchswissenschaftler*innen würdigen und Impulse für kreative Forschungsansätze geben. Sie sind mit jeweils 500 Euro dotiert. Die Förderkommission der Universität Hildesheim ist in das Verfahren eingebunden und gibt dem Vorstand der Universitätsgesellschaft eine Empfehlung.

Die Preisträgerinnen sind:

Beste Bachelorarbeit

Lena Kliemke (Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften): Wortbildungsstrategien im Deutschen bilingualer und monolingualer Kinder im Grundschulalter

Beste Masterarbeit

Laura Lilienthal (geb. Niemann) (Fachbereich 4 Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik): Verbalisieren von Bauanleitungen für eine räumliche Szene – eine Studie mit Grundschulkindern unterschiedlicher Klassenstufen

Beste Dissertation

Dr. Anne Piezunka (Fachbereich 1 Erziehungs- und Sozialwissenschaften): Ist eine gute Schule eine inklusive Schule? Entwicklung von Messinstrumenten durch Schulinspektionen

Würdigungen und Glückwünsche kamen vom Vorstand der Universitätsgesellschaft, vertreten durch den Vorsitzenden Heinz-Werner Ernst und Dr. Hartmut Häger, dem Vizepräsidenten der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Martin Schreiner und dem Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, Dr. Ingo Meyer.

Einen ausführlichen Bericht über die Preisverleihung finden Sie auf der Website der Universitätsgesellschaft.

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Pressemeldungen
news-19089 Fri, 03 Jul 2020 07:36:00 +0200 Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie: Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/arbeitsgemeinschaft-katholische-dogmatik-und-fundamentaltheologie-stellungnahme-zur-kuenftigen-pries/ Der Hildesheimer Theologieprofessor René Dausner hat an einer Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung mitgewirkt und reagiert auf Vorschläge der Deutschen Bischofskonferenz zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie des deutschen Sprachraums, in dessen Vorstand Prof. Dr. René Dausner vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim Mitglied ist, hat eine Stellungnahme zum aktuellen Papier der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

In der Stellungnahme formuliert der Hildesheimer Theologieprofessor gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen unter anderem aus Erfurt, Salzburg, Würzburg und Tübingen: „Das Positionspapier einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz zur künftigen Priesterausbildung hat eine breite innerkirchliche Diskussion ausgelöst. Die Reduzierung auf wenige Ausbildungsstätten der Priesterausbildung gefährdet den Bestand Katholisch-Theologischer Fakultäten an staatlichen Universitäten und trägt ihrer Bedeutung für die Wissenschaftskultur in Deutschland nicht angemessen Rechnung. [...] Das neue Positionspapier orientiert sich am Priesterseminar als einem Lebensraum, der für Priesteramtskandidaten reserviert bleibt. Es hält damit an einem geschichtlich überkommenen Modell fest, das die Logik eines klerikalen Milieus verstärkt, statt von den komplexen Herausforderungen einer pluralen und zunehmend säkularen Gesellschaft her zu denken. Ihnen muss sich eine zeitgemäße Ausbildung von Theolog*innen im kirchlichen Dienst stellen.“

Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier.

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news-19082 Thu, 02 Jul 2020 15:20:00 +0200 Zentrum für Digitalen Wandel lädt zur Debatte über das Thema Informationskompetenz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zentrum-fuer-digitalen-wandel-laedt-zur-debatte-neue-forschungserkenntnisse-zum-thema-informationskom/ Das Zentrum für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim lädt zur öffentlichen Videokonferenz ein: Am 7. Juli 2020 stellt Prof. Dr. Joachim Griesbaum vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim neue Forschungserkenntnisse zum Thema Informationskompetenz vor. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei und beginnt um 18:15 Uhr. Informationskompetenz ist ein wichtiges und zugleich schweres Thema. Wichtig, da Informationskompetenz sowohl professionelle als auch alltagsbezogene Angebote betrifft, etwa den Bereich des E-Commerce, gesundheitsbezogene oder politische Information; schwierig, da Informationskompetenz auf Nutzerseite oftmals als bereits vorhanden eingeschätzt wird. Zudem ist Informationskompetenz nicht leicht zu vermitteln.
Prof. Griesbaum wird in seinem Vortrag neue Forschungserkenntnisse zum Thema Informationskompetenz vorstellen und dabei auch konzeptuelle Perspektiven sowie pragmatische Ansätze zur Vermittlung von Informationskompetenz präsentieren.
Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie die Internetseite www.uni-hildesheim.de/zfdw. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

Infos zur Veranstaltungsreihe

Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einbezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zuge des Coronavirus, wird die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim vorerst weiterhin digital stattfinden .

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Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-19052 Tue, 30 Jun 2020 11:30:00 +0200 Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zwei-welten-integrationspolitik-in-stadt-und-land/ Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg legen Studie zu den Auswirkungen der Fluchtmigration 2015/2016 auf die kommunale Integrationspolitik vor. Während das lokale Integrationsmanagement vielerorts professionalisiert und ausgebaut wurde, ist die Finanzierung bis heute oft nicht gesichert. Die Wissenschaftler empfehlen Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Entscheidend für gute Integrationspolitik ist weniger die Größe einer Kommune als das persönliche Engagement von Schlüsselpersonen. Die Fluchtmigration der Jahre 2015/2016 hat die Integrationspolitik in deutschen Städten, Landkreisen und Gemeinden nachhaltig verändert: In vielen Kommunen wurde in der Folge ein lokales Integrationsmanagement auf- oder bestehende Strukturen ausgebaut. Gleichzeitig ist die Finanzierung integrationspolitischer Maßnahmen oft nicht gesichert, Kommunen sind bis heute stark von befristeten Projektgeldern, Bundes- oder Landesförderung abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“, die Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg vorgelegt haben. Unter anderem empfehlen sie Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Gefördert wurde die bislang größte qualitative Studie zum kommunalen Integrationsmanagement von der Robert Bosch Stiftung GmbH.

Für die Studie untersuchte ein Forscherteam um den Hildesheimer Professor Hannes Schammann und Professorin Petra Bendel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Strukturen lokaler Integrationspolitik von deutschlandweit 92 Kommunen. 68 Prozent der analysierten Kommunen haben demnach ihren integrationspolitischen Ansatz als Reaktion auf die Zuwanderung 2015/2016 systematisch überarbeitet, jede dritte Kommune verfügt inzwischen über ein Integrationskonzept.

Zuwanderung 2015/2016 als Katalysator für Integrationspolitik
Kommunen treten in der Integrationspolitik inzwischen selbstbewusst auf. So gaben vier von fünf Befragten (85,9 Prozent) an, auf der jeweiligen Landesebene Einfluss auf die Integrationspolitik nehmen zu wollen, mehr als die Hälfte zielte sogar auf die Bundesebene ab. „In vielen Kommunen hat der ‘lange Sommer der Migration‘ als Katalysator für das Integrationsmanagement gewirkt“, so Hannes Schammann. „Dass Integration gelingt, hängt wesentlich davon ab, ob es für die jeweiligen Gegebenheiten die passenden Strukturen gibt – und kann vom informellen Integrationsmanagement durch den Bürgermeister selbst bis hin zu professionalisierten Einheiten, etwa in Form eines Migrationsamtes, reichen.“ Insgesamt identifizieren die Wissenschaftler sieben Typen des kommunalen Integrationsmanagements. Um auf schwankende Bedarfslagen reagieren zu können, empfehlen sie den Kommunen den Aufbau flexibler Strukturen.

Größe der Kommune nicht für Integrationserfolge entscheidend
Das Gegensatzpaar „Stadt“ und „Land“ taugt laut den Autoren der Studie kaum dazu, Unterschiede in der kommunalen Integrationspolitik zu erklären. So sei die Größe der Kommune nicht entscheidend für Integrationserfolge, wie oft angenommen. Auch die sozioökonomische Situation und parteipolitische Mehrheiten einer Kommune scheinen weniger wichtig zu sein. Vielmehr spielen lokale Narrative und das persönliche Engagement von Schüsselpersonen eine zentrale Rolle. „Erfolgreiche Integrationsarbeit darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen“, sagt Dr. Maja Pflüger, verantwortlich für das Thema Einwanderungsgesellschaft in der Robert Bosch Stiftung. „Viele Kommunen haben erst in den vergangenen Jahren begonnen, ihr Integrationsmanagement zu professionalisieren. Diese Strukturen gilt es weiter zu stärken und nachhaltig auszubauen.“ So gaben fast 95 Prozent der befragten Kommunen an, dass sie bereits vor 2015 über intensive Erfahrung mit Migration verfügten. Dennoch betonten sowohl kleine Gemeinden wie größere Städte, dass sie sich auf die Zuwanderung der Jahre 2015/16 nicht gut vorbereitet sahen.

Zur Methode
Die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“ untersucht die kommunale Integrationspolitik in 92 ausgewählten Kommunen in zwölf deutschen Bundesländern (23 kreisfreie Städte, 24 Landkreise und 45 kreisangehörige Kommunen; Liste aller Kommunen auf Anfrage). Dazu wurden in den vergangenen zwei Jahren 182 Interviews mit Vertretern von Verwaltung und Zivilgesellschaft geführt und ausgewertet.

Die vollständige Studie finden Sie zum Download unter www.bosch-stiftung.de/studie-zwei-welten.

Über die Robert Bosch Stiftung
Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung und Kooperation tätig.

Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.

Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart und der zugehörigen Forschungseinrichtungen, Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP), Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) und Institut für Geschichte der Medizin (IGM). Sie ist außerdem Gesellschafterin des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg, der Deutschen Schulakademie in Berlin und des International Alumni Center (iac) in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

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news-19057 Tue, 30 Jun 2020 08:47:00 +0200 Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/stellungnahme-zur-sozialen-teilhabe-von-jungen-erwachsenen/ Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen mit erarbeitet. Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums

Zentrales Anliegen der Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums ist es, die Jugendpolitik und die einzelnen Politikfelder zu einer systematischen Auseinandersetzung mit demjungen Erwachsenenalter aufzufordern und gemeinsam eine Politik zu gestalten, die gleichberechtig-te Formen sozialer Teilhabe für junge Erwachsene im institutionellen Gefüge unserer Gesellschaft ermöglicht. Auch die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, dass das junge Erwachsenenalter stärker in den Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit gerückt werden muss.

Ausgangspunkt der umfassenden Stellungnahme ist die bisher sehr segmentierte Betrachtung und Regulierung des jungen Erwachsenenalters in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen von Ausbildung, Bildung, Studium, Erwerbsarbeit, Familienförderung, Gesundheit etc. Dadurch entstehen Friktionen in der Förderung, Parallelstrukturen und konkurrierende Unterstützungslogiken in den Kommunen, Ländern und im Bund. Im Fokus der Stellungnahme stehen die Veränderungen in der sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen in unserer Gesell-schaft und die sich dadurch ergebenden nachhaltigen Folgen für ihre weitere Lebensgestaltung.

Das Bundesjugendkuratorium zeichnet mit den formulierten Forderungen eine vielfältige Herausforderungsstruktur für die Jugendpolitik und alle darin involvierten Politikfelder. Um kohärente Lösungsansätze entwickeln zu können, empfiehlt das Bundesjugendkuratorium die Einrichtung einer Enquetekommission „Junge Erwachsene“, die auf der Grundlage einer umfassenden Analyse der Veränderungen und Flexibilisierungen im institutionellen Gefüge des Aufwachsens und ihrer Auswirkungen auf die Lebenslage der jungen Erwachsenen erstmalig einen systematischen politikfeldübergreifenden Entwurf für eine Jugendpolitik des jungen Erwachsenenalters erarbeitet.

Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-19033 Fri, 26 Jun 2020 11:49:16 +0200 Generation Corona? Studie untersucht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/generation-corona-studie-untersucht-die-auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-die-zukunftspersp/ Die nächsten Schritte der Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind durch die Coronavirus-Pandemie schwerer absehbar. Soziologen der Universität Hildesheim untersuchen in einer Studie, wie junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen in Familie, Beruf und Ausbildung reagieren. Das Forschungsteam sucht bundesweit Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Jetzt teilnehmen an der Studie
„Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“

Die Krise der COVID-19-Pandemie gehört zu den schärfsten zeitgeschichtlichen Zäsuren seit dem 2. Weltkrieg. Weltweit führte sie in kürzester Zeit zu erheblichen Veränderungen des Alltags und der Lebenssituation durch den „Lockdown“ und die Verhaltensnormen des „Social Distancing“, also des räumlichen Abstands voneinander. Angesichts der Folgen, die der Lockdown besonders für junge Menschen hat, ist in der Presse und von manchen Wissenschaftlern auch schon eine „Generation Lockdown“ beziehungsweise eine „Generation Corona“ ausgerufen worden.

Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Michael Corsten, Dr. Sascha Oswald und Tobias Wittchen vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim untersucht im Forschungsprojekt „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“ aus generationssoziologischer Perspektive, die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen. Wie reagieren junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen?

„Es ist nicht mehr sicher, wovon in nächster Zeit auszugehen ist. Werde ich das Abitur machen können? Werden das nächste Schuljahr oder das Semester wieder in Präsenz stattfinden können? Wird Urlaub im Ausland wieder möglich sein so wie früher? Oder gibt es eine zweite Welle und die Grenzen werden doch wieder geschlossen? Werden die gerade geöffneten Kitas dann wieder bald geschlossen werden müssen? Die nächsten Schritte der mittelfristigen Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind also schwerer absehbar“, sagt der Soziologe Professor Michael Corsten. Die Folgen des Lockdowns betreffen die junge Generation besonders, weil die Weichenstellungen im Bildungsprozess, in der Berufskarriere oder der Paar- und Familienentwicklung gerade im Alter von 18 bis 30 vorgenommen werden, aber gerade hier die nahen Zukunftsperspektiven besonders schwer einzuschätzen sind. Wie führt die Krise zu einer neuen Lebensperspektive, und wie kompensieren junge Menschen die Einschränkungen? Professor Michael Corsten nennt ein Beispiel aus dem Sport, etwa wenn sich junge Menschen digital fit halten, indem sie von gemeinsamen Zumba-Kursen im Club auf Youtube-Fitnesstutorials umsteigen. Ein Beispiel, das zeigt, das nicht alle Folgen Ausstieg und Stillstand bedeuten so Corsten. Aber lässt sich das, was im Freizeitbereich möglich scheint, so einfach auf Berufswelt, Bildung und Familiengründung übertragen?

Können 18- bis 30-Jährige, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, die Einschränkungen der sozialen Kontakte durch den Einsatz digitaler Medien besser als andere kompensieren?

Eine weitere Auswirkung des Lockdowns besteht darin, dass digitale Medien verstärkt genutzt werden, um physische Kontakte und die Kommunikation unter Anwesenden zu ersetzen. Hier sind es nun gerade wiederum die 18- bis 30-Jährigen, die von Kindesbeinen an mit den neuen digitalen Medien aufgewachsen sind und die Möglichkeiten der Kommunikation im Social Web zu nutzen verstehen, so das Forschungsteam. Dies könnte sie befähigen, die Einschränkungen der sozialen Kontakte und der Kommunikation in den Kontexten von Bildung, Beruf oder Familie besser als andere zu kompensieren.

Das Hildesheimer Forschungsteam untersucht, wie die Krise sich auf die Wahrnehmung der nahen Zukunft in der Generation der heute jungen Erwachsenen auswirkt. Die eigenen Lebensentwürfe lassen sich im Rahmen der Krise unterschiedlich „leicht“ beziehungsweise „schwer“ verwirklichen. Von welchen Bedingungen und Gegebenheiten sind die Perspektiven der Menschen in unserer Gesellschaft abhängig? Spielt hierbei die Lebensphase eine besonders wichtige Rolle? Fällt es jungen Erwachsenen, die mit Digitalen Medien und dem Social Web aufgewachsen leichter, auf die Veränderungen der Kontaktpflege zu reagieren, etwa in Form eines „Distant Socializings“?

Um dies herauszufinden, befragen die Soziologen ab Ende Juni 2020 in dem Forschungsprojekt möglichst viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Gruppen in einem offenen Gespräch online oder telefonisch. An der Studie teilnehmen können alle Personen im Alter zwischen 18 und 30.

Mehr zum Forschungsprojekt und zur Teilnahme an der Studie finden Sie online unter „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“:
https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22799

In dem Forschungsprojekt wirken auch Studierende aus dem Methodenbüro für sozialwissenschaftliche Forschung mit. Das Forschungsprojekt wird mit einer Anschubfinanzierung aus dem Fonds zu Erforschung der COVID-19-Pandemie gefördert, den die Hochschulleitung der Universität Hildesheim eingerichtet hat.
 

Medienkontakt:
Pressesprecherin der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905)

Foto: © Fly_dragonfly, iStock

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Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19012 Wed, 24 Jun 2020 09:33:53 +0200 UNESCO Chair der Universität Hildesheim erforscht die Rolle von Kulturen und Künsten in Krisen- und Umbruchzeiten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/unesco-chair-der-universitaet-hildesheim-erforscht-die-rolle-von-kulturen-und-kuensten-in-krisen-und/ Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland: Die UNESCO hat die Hildesheimer Forschung mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ ausgezeichnet. Seit 2020 forscht und lehrt Professour Julius Heinicke an der Universität Hildesheim, der UNESCO-Chair wurde erfolgreich um weitere vier Jahre verlängert, im Auswärtigen Amt in Berlin erfolgte die Staffelübergabe von Professor Wolfgang Schneider an Professor Julius Heinicke. Die UNESCO hat das Konzept des UNESCO Chairs in Cultural Policy for the Arts in Development (UNESCO-Lehrstuhl für die Künste in Entwicklungsprozessen) für weitere vier Jahre positiv evaluiert. Prof. Dr. Julius Heinicke wurde als neuer Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls bestätigt. Am Freitag, 19. Juni 2020, fand die symbolische Staffelübergabe von Prof. Dr. Wolfgang Schneider an seinen Nachfolger Prof. Dr. Julius Heinicke auf Einladung der Staatsministerin für internationale Kulturpolitik Michelle Müntefering im Auswärtigen Amt statt.

„Die Arbeit des Hildesheimer UNESCO Chairs begeistert mich seit Langem“, erklärt die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer. „Wolfgang Schneider hat uns in den vergangenen Jahren gezeigt, welche Rolle die Kultur in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen spielt und wie sie dadurch Wandel befördert“, so Böhmer weiter. „Am Lehrstuhl werden Kunstfreiheit und Menschenrechte nicht nur diskutiert. In Hildesheim wird gelehrt, wie wir Tag für Tag für sie einstehen können. Dafür möchte ich Professor Schneider ganz herzlich danken und freue mich darauf, die inspirierende Zusammenarbeit der letzten Jahre jetzt mit Professor Heinicke fortsetzen zu können.“

Hildesheimer Forschungsteam untersucht: Welche Rolle spielt die Kultur in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen?

In der nun folgenden Phase setzen Prof. Dr. Julius Heinicke und der Geschäftsführer Dr. Daniel Gad samt Team auf die Fortführung und Etablierung erfolgreicher Kooperationsprogramme mit Künstler*innen weltweit wie die „Arts Rights Justice“-Sommerakademie, Forschungskooperationen mit internationalen Organisationen, so zum Beispiel „Kultur und Konflikt“ mit der GIZ in Mali oder dem internationalen Netzwerk der UNESCO Chairs zur Forschung im Bereich Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.

In Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche und globaler Wandlungsprozesse, welche die international agierenden Künstler*innen und kulturpolitische Akteur*innen maßgeblich beeinträchtigen und herausfordern, versteht sich der Chair in Zukunft verstärkt als unabhängige Forschungsinstitution, welche kulturpolitische Diskurse unter einem kritischen und postkolonialen Fokus voranbringt. Das Team strebt wissenschaftliche Kooperationen und Begleitstudien mit Projekten, Initiativen und Programmen kulturpolitischer Akteur*innen und Stakeholdern wie etwa der Deutschen UNESCO-Kommission, dem Goethe-Institut, dem ifa, der GIZ, dem BMZ und dem Auswärtigen Amt sowie ausgewählten Partner*innen insbesondere in der arabischen Region und auf dem afrikanischen Kontinent an.

Internationales Bachelor-Plus-Studienprogramm in den Kulturwissenschaften: Zusammenarbeit mit Universitäten in Marokko, Ghana und Nigeria

Einen Schwerpunkt bilden die Einbindung und der Austausch mit Studierenden, Doktorand*innen und Wissenschaftler*innen weltweit.

So werden im internationalen Bachelor-Plus-Studiengang in Hildesheim, in Kooperationen mit einem pan-arabischen Masterstudiengang in Marokko und der DAAD Graduate School „Performing Sustainability“ in Zusammenarbeit mit den Universitäten Cape Coast, Ghana, und Maiduguri, Nigeria, und in weiteren internationalen Promotionsprogrammen Diskurse und Debatten um Postkolonialismus, Antirassismus, Nachhaltigkeit, Kulturelle Diversität und Kunstfreiheit kritisch reflektiert und vorangebracht.

Prof. Dr. Julius Heinicke forscht seit März 2020 als Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und untersucht zum Beispiel Schnittstellen zwischen Hochkultur und kultureller Bildung

Der Kulturwissenschaftler Julius Heinicke wurde zum 1. März 2020 auf die Professur für Kulturpolitik der Universität Hildesheim berufen. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Kultur- und Theaterwissenschaften und promovierte dort über Theater und Politik in Zimbabwe. Bevor er eine Professur für angewandte Kulturwissenschaften an der Hochschule Coburg antrat, forschte er am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 2017 leitet er das Forschungsprojekt „Schnittstellen zwischen Hochkultur und kultureller Bildung”.

Seine Habilitationsschrift „Sorge um das Offene: Verhandlungen von Vielfalt mit und im Theater” wurde 2019 im Verlag Theater der Zeit veröffentlicht.

Seit vielen Jahren kooperiert Julius Heinicke in Kunst- und Forschungsprojekten mit Kolleg*innen im südlichen Afrika, vor allem in Südafrika und Zimbabwe. In beiden Ländern werden Kunst- und Kulturpraktiken eingesetzt, um sich den gesellschaftlichen Herausforderungen aufgrund politischer Umbrüche und Neuanfänge zu stellen. Heinicke spricht hier bewusst nicht von Krisen, denn diese sind allseits bekannt. Vielmehr hat er innovative Techniken und Fragestellungen beobachten können, durch deren Perspektive einige Wirkungsweisen hierzulande erst reflektierbar werden.

Die Künste können Sphären zur Aushandlung und Versöhnung schaffen

Die Bedeutung der sozialen Felder für die Künste, die politische Kraft von Kulturarbeit auch in Krisenzeiten, die Rolle der Kunst in der Schaffung von Sphären zur Aushandlung und Versöhnung sind Themen, die Julius Heinicke beschäftigen. Dabei will er verstärkt auch der Frage nachgehen, welche kulturpolitischen Narrative und Strategien im internationalen Kontext noch ungehört sind, aber wertvolle Hinweise geben. Immer mehr Autor*innen und Künstler*innen mit neuen Blickwinkeln kommen zu Wort – hier gibt es noch viel zu wenig wahrgenommene Stimmen und Fragestellungen, die Heinicke in seiner Forschung aufgreifen möchte.

Vor dem Hintergrund der „UNESCO Convention on the Protection and the Promotion of the Diversity of Cultural Expressions“ aus dem Jahre 2005 hat der Hildesheimer Lehrstuhl die Aufgabe, nicht nur in verschiedenen lokalen, regionalen und internationalen Gesellschaften Debatten zu initiieren, welche kulturellen Ausdrucksweisen „geschützt“ und welche  „gefördert“ werden sollten, was je nach Region und Anliegen ganz unterschiedlich sein kann. Vielmehr sollen diese vielfältigen Debatten zusammengebracht, der Austausch gefördert und die so entstehenden Diskurs- und Handlungsräume wissenschaftlich analysiert und ausgewertet werden. Innovative und zeitgemäße Formen des Wissens, Debattierens, Forschens und Reflektierens sollen gemeinsam mit den Partner*innen erarbeitet werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Julius Heinicke, UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development
Stiftung Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
E-Mail: julius.heinicke@uni-hildesheim.de
Kulturcampus Domäne Marienburg – Studieren mit Spielraum. | Institut für Kulturpolitik | UNESCO-Chair: https://www.uni-hildesheim.de/unescochair/

Medienkontakt:

Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 88390100 und 0177 8605905)

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Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-19016 Wed, 24 Jun 2020 08:42:00 +0200 Soziale Dienste: Beruf und Studium an der Universität Hildesheim kombinieren https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/soziale-dienste-beruf-und-studium-an-der-universitaet-hildesheim-kombinieren/ Im dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ kombinieren die Studentinnen und Studenten Theorie und Berufspraxis. Berufstätige aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe und weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt können sich ab sofort für das Studium „Soziale Dienste“ bewerben. Der Studienbeginn an der Universität Hildesheim ist im Oktober 2020. Seit 2019 bildet die Universität Hildesheim Fachkräfte im bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ aus.

Für das kommende Wintersemester 2020/21 ist die erneute Bewerbung für Studieninteressierte, die im Feld der Sozialen Dienste arbeiten, möglich. Die Studierenden können beispielsweise aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe, aber auch weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt kommen. Die Bewerbungsfrist endet am 15.07.2020.

Weitere Informationen finden Sie online unter: www.uni-hildesheim.de/sozialedienstedual.

Beruf und Studium kombinieren

Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort in die Verrechnung der Creditpoints für den Studiengang eingeht.

Zu den Schwerpunkten des Hildesheimer Studiums gehören „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“.

„Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, um aktuelle Herausforderungen wie zum Beispiel den demografischen Wandel oder die notwendige Flüchtlingsarbeit zu bewältigen. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen“, sagt Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim.

Mit dem Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-18992 Mon, 22 Jun 2020 10:09:00 +0200 Studierende in Not – Sparkasse hilft Studierenden mit einer Spende für den Corona-Notfonds https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studierende-in-not-sparkasse-hilft-studierenden-mit-einer-spende-fuer-den-corona-notfonds/ Vor allem aufgrund im Verlauf der COVID-19-Pandemie verloren gegangener Studierendenjobs gerät die Finanzierung des Lebensunterhalts vieler Studierender ins Wanken. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine unterstützt nun Studierende der Hochschulen in ihrem Geschäftsgebiet mit einem Gesamtbetrag von 16.000 Euro, darunter Studierende der Universität Hildesheim. Spenden Sie für den Corona-Sozialfonds:
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Studierenden bedingt durch die Pandemie für ihre Studienfinanzierung notwendige studentische Jobs verlieren werden oder bereits verloren haben. Gleichzeitig steigen für viele auch noch finanzielle Verpflichtungen, schränkt Familientätigkeit die Handlungsspielräume ein und muss teilweise auch technisch nachgebessert werden, um im digitalen Semester am Ball zu bleiben.

Verfügbar sind derzeit Studienkredite der KfW, die allerdings zurückgezahlt werden müssen und insofern zu einer Verschuldung schon während des Studiums führen. Mittel aus dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellten Notfonds können jetzt beantragt werden. Mit einer Auszahlung ist gegen Ende des Monats zu rechnen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor. Für maximal drei Monate können Studierende hieraus monatlich maximal 500 Euro erhalten.

Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Hochschulangehörige und auch Studierende selbst haben bisher für den Corona-Sozialfonds der Uni Hildesheim gespendet

Die drei Hochschulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse, die Stiftung Universität Hildesheim, die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen sowie die Technische Universität Clausthal, haben, um in dieser Situation unbürokratisch, zielgerichtet und vor allem sehr schnell helfen zu können, daher bereits vor Wochen eigene Notfonds ins Leben gerufen, um wenigstens übergangsweise die größte Not zu lindern. An der Universität Hildesheim hat ein Team um Vizepräsident Professor Martin Schreiner und Markus Langer vom Friend- und Fundraising einen Spenden-Aufruf für den Corona-Sozialfonds bereits Anfang Mai gestartet. Auf Antrag schütten diese Fonds Einmalzahlungen aus, um Studierenden die Überbrückung finanzieller Engpässe zu ermöglichen.

Ohne Spenden wäre dies indes nicht möglich. Privatpersonen, Unternehmen, Hochschulangehörige und auch Studierende selbst können hier fördern und tun das auch.

Die Spende der Sparkasse stockt diese Fonds nun ganz erheblich auf, erweitert die Handlungsspielräume und erleichtert Entscheidungen. Vor allem aber sind die Hochschulen damit auch noch dann handlungsfähig, wenn im September die angekündigten Bundeshilfen bereits wieder auslaufen. Die Hochschulen sind sehr dankbar für dieses Engagement der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine.

Aus diesem Anlass trafen sich Vertreter von Hochschulen und Sparkasse auf dem Hildesheimer Marktplatz – physisch distanziert, aber in ihrem Engagement für die Studierenden vereint.

Michael Senft, Vorstand der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, machte dabei deutlich, dass es der Sparkasse in dieser Krise auch ein Anliegen sei, im Rahmen ihres regionalen Engagements auch die Studierenden der ansässigen Hochschulen zu fördern. Eine Hilfe, die von den Hochschulen dankbar angenommen wird.

Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner: „Die Sparkasse ermöglicht es uns mit ihrer Spende, flexibel auf die Notsituation von Studierenden zu reagieren“

„Die Sparkasse stockt mit ihrer Spende die uns zur Verfügung stehenden Mittel ganz erheblich auf. Das wiederum ermöglicht es uns, flexibel auf die Notsituation von Studierenden zu reagieren. Ich bin mir sicher, unsere Studierenden werden dies als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zurückgeben. Viele engagieren sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in Hildesheim und sind aus dem städtischen Leben nicht wegzudenken“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim.

Seine Kollegen ergänzen: „Herzlichen Dank für diese großzügige und großartige Unterstützung des HAWK Zukunftsfonds, die zeigt, dass Hochschulen und regionale Wirtschaft trotz Corona-Abstands eng verbunden sind. Unsere Studierenden können sie trotz öffentlicher Förderung sehr gut gebrauchen, denn damit können wir ihnen schnell und unbürokratisch beistehen. Wir wissen aus der HAWK, dass die Studierenden alles tun, um sich selbst zu helfen. Aber wenn sie sich einmal bei uns melden, dann ist ihre finanzielle Situation wirklich schwierig“, sagt HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dank des Engagements der Sparkasse weitere Studierende der TU Clausthal unterstützen können und so zumindest deren finanziellen Sorgen entschärfen können. Gerade die vielen internationalen Studierenden in Clausthal sind besonders von der Pandemie betroffen. Durch den Nothilfefonds wird die Verbundenheit der Region mit ihren Universitäten und ihren Studierenden somit auch international sichtbarer.“ ergänzt Prof. Gunther Brenner, Vizepräsident der Technischen Universität Clausthal.

Die drei Hochschulen benötigen auch weiterhin Spenden, um einer steigenden Nachfrage seitens der Studierenden begegnen zu können. Die drei Präsidien rufen daher – auch im Namen der Studierendenschaften - weiterhin zu Spenden für in Not geratene Studierende auf.

Die Universität Hildesheim dankt allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung für den Corona-Sozialfonds!

Bitte unterstützen Sie den Corona-Sozialfonds! Informationen für Spender*innen:

Stiftung Universität Hildesheim: www.uni-hildesheim.de/freunde-foerderer/spende-corona/

HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen: https://www.hawk.de/de/forschung/transfer-und-kooperationen/zukunftsfonds-der-hawk

Technische Universität Clausthal: www.tu-clausthal.de/universitaet/einrichtungen/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/artikel/nothilfefonds-fuer-studierende-der-tu-clausthal

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Sozialfonds Friend- & Fundraising Pressemeldungen
news-18983 Wed, 17 Jun 2020 14:25:00 +0200 Ergebnisbericht des Forschungsprojekts „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ergebnisbericht-des-forschungsprojekts-helmut-kentlers-wirken-in-der-berliner-kinder-und-jugendhil/ Ein Forschungsteam des Instituts für Erziehungswissenschaft und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim um Prof. Dr. Meike Baader, Dr. Carolin Oppermann, Dr. Julia Schröder und Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat in Berlin den Ergebnisbericht zum Forschungsprojekt „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vorgestellt. In diesem Bericht stellt das Forschungsteam der Universität Hildesheim die Ergebnisse der Aufarbeitung zu „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vor. Im Fokus der Aufarbeitung standen drei zentrale Fragekomplexe:

  1. Wie kann die Aufarbeitung die Anliegen der Betroffenen unterstützen?

  2. Welche organisationalen Strukturen und Verfahren haben welches Wirken von Helmut Kentler in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe wie ermöglicht und welche Verflechtungen mit anderen Verfahren und Prozessen lassen sich nachzeichnen?

  3. Welche Konsequenzen können für die gegenwärtige Kinder- und Jugendhilfe und fachlichen Entwicklungen abgeleitet werden? Diese Fragen wurden aus insgesamt vier verschiedenen Forschungsperspektiven beleuchtet: Betroffenenbeteiligung und -interviews, Aktenanalyse, Zeitzeug*inneninterviews und einer Rekonstruktion des fachöffentlichen Diskurses.

Ergebnissbericht „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ online:
Universitätsverlag Hildesheim (open access) (15.06.2020)

RESULTS IN ENGLISH

Medienkontakt:

Das Forschungsteam beantwortet fachliche Fragen ausschließlich per E-Mail. Bitte nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zu Isa Lange, Pressesprecherin der Universität Hildesheim (presse@uni-hildesheim.de, 05121 88390100), auf.

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Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-18968 Wed, 17 Jun 2020 09:08:00 +0200 Übergang ins Berufsleben: Create Your Career / Aktionswoche des Career Service https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uebergang-ins-berufsleben-create-your-career-aktionswoche-des-career-service/ Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet oder auf der Suche nach beruflichen Perspektiven ist, sollte die Aktionswoche des Career Service im Juni 2020 nicht verpassen. Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet oder Ideen für die berufliche Entwicklung sucht, muss trotz des digitalen Semesters nicht auf die Aktionswoche des Career Service verzichten.

Vom 22. bis 27. Juni 2020 können Studierende Unternehmen aus der Region Hildesheim als Arbeitgeber kennenlernen und sich in Online-Workshops über Praktika und Jobs im Ausland informieren, ein Bewerbungstraining absolvieren und die persönliche Bewerbungsmappe checken lassen (https://www.uni-hildesheim.de/zsb/aktionswoche/). Studierende können sich ab sofort anmelden.

„Wir freuen uns sehr, dass Arbeitgeber veschiedener Branchen, wie zum Beispiel Heise Medien, die JVA Hameln, Hannover Rück, itelligence AG oder MediFox“, bereit sind, Einstiegsmöglichkeiten in das Unternehmen kurzfristig auch digital vorzustellen" sagt Anna-Elise Aupperle von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim.

Tipps zum Netzwerken, Umgang mit Karriereportalen und interkulturelles Training „Beruf International“

Darüber hinaus erhalten Studierende durch Workshops Tipps zum Netzwerkaufbau und zur Projekt- und Selbstvermarktung sowie Hilfe bei der richtigen Nutzung und dem Umgang mit Karriereportalen wie XING und LinkedIn. Für Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler ist die Veranstaltung über das Forschen und Arbeiten im Ausland spannend, hier erhalten sie einen Überblick über relevante Institutionen der internationalen Zusammenarbeit. Außerdem können Studierende am interkulturellen Training „Beruf International“ teilnehmen.

Neben Angeboten zum richtigen Bewerben und Netzwerken, die für alle Studiengänge relevant sind, gibt es auch Veranstaltungen, die explizit für Informatikerinnen und Informatiker relevant sind. Zudem bietet das IO eine umfangreiche Veranstaltung in englischer Sprache zum Bewerben in Deutschland und bei deutschen Unternehmen für ausländische Studierende an.

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Fachbereich 4 ZSB Career Service Pressemeldungen
news-18973 Mon, 15 Jun 2020 09:15:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Profis für Digitale Sozialwissenschaften aus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-profis-fuer-digitale-sozialwissenschaften-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Studentinnen und Studenten in einem neuen Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ ab Herbst 2020 aus. Studierende befassen sich zum Beispiel mit Hate Speech, Desinformation und anderen zentralen Fragen der digitalen Gesellschaft. NDR ONLINE, 12.06.2020, Leben im digitalen Wandel / Digitale Sozialwissenschaften /
Hate Speech, Bots und Datenschutz / Uni: Programm bundesweit einzigartig

Die Studierenden erlernen im Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“, aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung zu untersuchen und zu erklären. Das Studium beginnt erstmals im Oktober 2020, Studierende schließen mit einem „Bachelor of Arts“ ab. Eine Bewerbung um einen der 25 Bachelorstudienplätze ist bis zum 15.08.2020 möglich.

Das Studium ist besonders geeignet für Studierende, die sich für die sozialen und politischen Herausforderungen und Chancen, die der digitale Wandel mit sich bringt, interessieren.

„Wir bilden Fachleute aus, die den digitalen Wandel umfassend, mit einem ganzheitlichen Blick, in seinen technischen als auch gesellschaftlichen Folgen verstehen“, sagt Prof. Dr. Wolf Schünemann. Der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften forscht im Bereich Politik und Internet. Derzeit untersucht er im Rahmen von mehreren Verbundprojekten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Informationswissenschaft, Sprachtechnologie und Medienlinguistik, wie Hate Speech durch Künstliche Intelligenz erkannt werden kann und welche Regulierungsansätze es in Europa gibt. Mit dieser fächerübergreifenden Expertise in Hildesheim analysieren Forschungsteams zum Beispiel im „Data Science Lab“, einem Labor für datenwissenschaftliche Analysen, mit spezieller Hard- und Software große Datenbestände der Online-Kommunikation – zum Beispiel Webseiten, Online-Plattformen, soziale Netzwerke – und werten politische Kommunikation in sozialen Netzwerken aus.

Studieninhalte reichen von Politikwissenschaft und Soziologie über Informationswissenschaft bis Sprachtechnologie

Im neuen Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ erlernen Studierende die Grundlagen sozial- und informationswissenschaftlicher Theorien und Forschungsmethoden. Das interdisziplinäre Bachelorprogramm bietet eine deutschlandweit einzigartige Verbindung von Politikwissenschaft, Soziologie, Informations- und Sprachwissenschaft. Studierende erwerben im Bachelor ein fundiertes technologisches Wissen gepaart mit sozialwissenschaftlichen Kompetenzen und Analysefähigkeiten.

Neben der Untersuchung und Erklärung aktueller sozialer Phänomene der Digitalisierung beschäftigen sich die Studierenden mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation und ihre Akteure. Fragestellungen sind zum Beispiel: „Wie nutzen Politikerinnen und Politiker soziale Medien?“, „Kann Partizipation an politischen Entscheidungen durch digitale Angebote verbessert werden?“ oder „Wie beeinflusst der digitale Wandel die Lebenschancen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen?“.

Analyse von vielfältigen Themen wie Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation, Hassrede im Netz, Informationskompetenz oder Datenschutz im internationalen Vergleich

Zentrale gesellschaftliche Herausforderungen der Digitalisierung, zum Beispiel zu den Themen Hassrede im Netz, Fake News, Informationskompetenz oder Formen der Selbstrepräsentation in sozialen Medien werden dabei von den Studierenden wissenschaftlich analysiert und bearbeitet. Auch die neuen digitalen Instrumente auf Grundlage Künstlicher Intelligenz, zum Beispiel Social Bots, stehen im Fokus. Die Studierenden lernen, welche informationswissenschaftlichen und sprachtechnologischen Konzepte dahinterstecken und befassen sich mit digitalpolitischen Regulierungsfragen wie Datenschutz und Netzfreiheit im internationalen Vergleich.

Darüber hinaus vermittelt das Studium ein breites Methodenspektrum – von Informationsmanagement, Datengewinnung und Datenauswertung bis hin zur Erstellung benutzerfreundlicher Webseiten und Anwendungen im internationalen Kontext.

Ein Semester ist vorgesehen, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies geschieht in der Regel in einem Auslandssemester an einer der über vierzig Partnerhochschulen der Universität Hildesheim.

Das Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ ist eine Studiengangsvariante des Studiengangs „Internationales Informationsmanagement“.

Berufsperspektiven

Nach dem Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ eröffnen sich Absolventinnen und Absolventen vielfältige Berufsperspektiven, etwa im Journalismus und Medien (z. B. Datenjournalismus), in der öffentlichen Verwaltung (z. B. elektronische Verwaltung), in Parteien und Parlamenten (z. B. Newsrooms, digitaler Wahlkampf), bei Stiftungen, Gewerkschaften und Verbänden, in internationalen Institutionen und Organisationen (z. B. digitale Diplomatie), in der Erwachsenenbildung (z. B. digitale Bildung, Medienkompetenz) oder in der Unternehmensberatung und Wirtschaft (z. B. Online-Marketing, Akzeptanz und Einführung innovativer digitaler Lösungen).

Neues Bachelorstudienangebot „Digitale Sozialwissenschaften an der Uni Hildesheim ab Wintersemester 2020/21

Sie möchten aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung untersuchen? Sie interessieren sich für die sozialen und politischen Herausforderungen des digitalen Wandels?

Ab jetzt bewerben unter:

www.uni-hildesheim.de/diso-bachelor
www.uni-hildesheim.de/diso

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Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen Personalportal
news-18935 Fri, 12 Jun 2020 10:59:00 +0200 Bundesweiter Digitaltag: Neues Forschungsportal des Zentrums für Digitalen Wandel und Tagung zu Informationskompetenz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesweiter-digitaltag-neues-forschungsportal-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel-und-tagung-zu-info/ Während des bundesweiten Digitaltages am 19. Juni 2020 stellt ein Forschungsteam des Zentrums für Digitalen Wandel das neues Forschungsportal vor. Das Forschungsteam des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim richtet außerdem vom 18. bis 20. Juni eine kostenfreie internationale Online-Tagung mit Vorträgen sowie Workshops aus. Die Universität Hildesheim arbeitet während des Digitaltages mit der HAWK, der Volkshochschule, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-REG und der Firma Compra zusammen. Am Digitaltag, der in diesem Jahr am Freitag, 19. Juni 2020, stattfindet, möchten unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim durch Veranstaltungen und Aktionen erfahrbar machen, welche Chancen sich durch die Digitalisierung ergeben und welche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen sind.

Denn die Veränderungen durch die Digitalisierung gehen die gesamte Gesellschaft an. Das Einkaufen, der Arztbesuch, die Urlaubsplanung und vieles mehr – alles wird immer weiter digital vernetzt. Privatpersonen, Unternehmen, Vereine, Behörden, Institutionen oder öffentliche Akteure sind eingeladen, durch ihre Aktionen Entwicklungen der Digitalisierung für Bürgerinnen und Bürger erleb- und erfahrbar zu gestalten.

Für Hildesheim und die Region gibt es daher in diesem Jahr erstmalig eine eigene Website für den Digitaltag zum Mitmachen und Erleben:

http://hildesheim-digital.de/

Hier haben sich die HAWK, die Stiftung Universität Hildesheim, die Volkshochschule Hildesheim, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-REG und die Compra GmbH mit Unternehmen, Institutionen und anderen Akteuren in der Region Hildesheim zusammen getan, um zu zeigen, welche Bedeutung die Digitalisierung in der Region besitzt.

Neues Forschungsportal des Zentrums für Digitalen Wandel

Zentrum für Digitalen Wandel

Das Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change (ZFDW) stellt zu diesem Termin sein neues Forschungsportal vor und wird dazu einen digitalen Portalrundgang entwickeln.

Das neue Forschungsportal des ZfDW informiert jeden Interessierten interaktiv über die akademische und praktische Forschung, einschlägige Veranstaltungen und aktuelle Nachrichten zum Digitalen Wandel an der Universität Hildesheim.

Online-Tagung des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim

Internationale Online-Konferenz „Informationskompetenz und Demokratie"

Ein Forschungsteam des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim richtet vom 18. bis 20. Juni 2020 eine kostenfreie Online-Tagung mit Vorträgen sowie Workshops aus. Dabei diskutieren unter anderem Fachleute aus den USA, der Türkei, Indien, Schweden und Bosnien und Herzegowina über unser Informationsverhalten, Algorithmen in der politischen Meinungsbildung und wie Kinder den Umgang mit Informationen lernen können (https://informationskompetenz.blog.uni-hildesheim.de/).

Digitaltag findet bundesweit statt

Die HAWK hat eine regionale und ergänzende Dachmarke und zusammen mit der Compra GmbH die Website für den Digitaltag entwickelt, um den verschiedenen regionalen Aktionen und Akteuren in Bildungsinstitutionen und Unternehmen einen verbindenden Rahmen und somit einen gemeinsamen Wiedererkennungswert zu geben. Durch die gemeinsame Website wird eine Plattform geschaffen, auf der die Angebote des Tages übersichtlich für alle Interessierten abzurufen sind.Unternehmen und Institutionen, die Angebote und Veranstaltungen für diesen Tag auf die Website eintragen lassen wollen, können sich per E-Mail an die HAWK unter info@hildesheim-digital.de wenden.Die Angebote und Veranstaltungen werden vielfältig sein. Prof. Stefan Wölwer von der HAWK-Fakultät Gestaltung erläutert in seinem Vortrag „Digital is so yesterday! Die Zukunft gehört den hybriden Kultur- und Arbeitstechniken“, die Potentiale des Interaction Designs und stellt innovative Gestaltungsmöglichkeiten zur Digitalisierung vor.

Unter dem Motto „digitale VHS gemeinsam gestalten“ ruft die Volkshochschule Hildesheim die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und der Stadt Hildesheim zum Digitalen Dialog auf. Gestalten Sie mit uns gemeinsam die digitale Zukunft unserer Volkhochschule Hildesheim.

Der Digitaltag findet bundesweit seit vielen Jahren statt und wird von einem Bündnis bestehend aus 21 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wirtschaft und öffentliche Hand getragen. In diesem Jahr findet der Digitaltag auf bundesweiter Ebene aus gegebenen Anlass online über die Website https://digitaltag.eu statt. Dort finden sich auch viele verschiedene Ideen, welche Aktionen sich für diesen Tag eignen und wie diese gestaltet werden können.

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Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-18972 Thu, 11 Jun 2020 15:42:00 +0200 Einblick in das Studienangebot der Uni Hildesheim: Digitale Campustage am Dienstag und Freitag https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/einblick-in-das-studienangebot-der-uni-hildesheim-digitale-campustage-am-dienstag-und-freitag/ Einen Einblick in das Studienangebot der Universität Hildesheim erhalten Studieninteressierte während der ersten Online-Infotage am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020. Lehrende und Studierende infomieren über einzelne Studiengänge und im Live-Chat können Studieninteressierte ihre Fragen rund um Bewerbung und Zulassung stellen. Entdecken Sie virtuell den Campus der Uni Hildesheim:
Hier geht's zu den digitalen Campustagen
am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020

Die Studierenden Jana und Ben zeigen Ihnen den Campus (Video Hauptcampus, Video Bühler-Campus)! Jana und Ben unterstützen Sie als Anker-Peers, unser studentisches Beratungsteam, bei Fragen rund um das Studium.

Das Studium an der Universität Hildesheim eröffnet Studieninteressierten hervorragende Perspektiven. Einen Einblick in das Studienangebot der Universität Hildesheim erhalten Studieninteressierte während der ersten Online-Infotage am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020.

Bei den digitalen Campustagen erhalten Studieninteressierte einen ersten Rundumblick und können sich in Themen-Veranstaltungen gezielt über das Hildesheimer Studienangebot informieren und anschließend mit Studierenden, Lehrenden und der Studienberatung ins Gespräch kommen.

Studieninteressierte können sich zum Beispiel ab 14:00 Uhr über das Hildesheimer Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen, den Bachelorstudiengang  „Sport, Gesundheit und Leistung“, den Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement“ und das neue Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ informieren.

Live-Chats, Talkrunden und Videos über den Hildesheimer Campus runden das Programm ab.

Alle Details und das Programm finden Sie online:

Online-Infotage für Studieninteressierte
Universität Hildesheim
Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020
https://www.uni-hildesheim.de/infotage/

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ZSB Studieninteressierte Studierende Pressemeldungen Studierendenportal
news-18971 Wed, 10 Jun 2020 16:17:56 +0200 Preis für Institutionelle Kulturvermittlung / Professorin Birgit Mandel: „Kulturvermittlung ist eine Kernaufgabe“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/preis-fuer-institutionelle-kulturvermittlung-professorin-birgit-mandel-kulturvermittlung-ist-eine/ Professorin Birgit Mandel hat gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung den Preis für institutionelle Kulturvermittlung in Deutschland entwickelt. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 80.000 Euro für strategische Kulturvermittlung in Institutionen dotiert. 121 Kultureinrichtungen haben sich bundesweit beworben, nun steht die Shortlist mit 21 Favoriten fest. „Der Preis würdigt die Arbeit von Kultureinrichtungen, die ihre Strukturen nachhaltig so aufgestellt haben, dass Kulturvermittlung eine Kernaufgabe ist, Vielfalt in den Einrichtungen gelebt wird und zugleich neue, innovative Programme und Formate entwickelt werden in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (neuen) Publikums- und Bevölkerungsgruppen“, so die Hildesheimer Wissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Mandel. Die Wissenschaftlerin leitet an der Universität Hildesheim im Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ den Studiengang „Kulturvermittlung“.

Erstmals wurde der Preis für institutionelle Kulturvermittlung „ZukunftsGut“ im Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgerufen. Der Preis ist mit 80 000 Euro der bislang höchst dotierte Preis für Kulturvermittlung.

Mit dem Preis werden Kultureinrichtungen ausgezeichnet, die Kulturvermittlung als organisationsübergreifende Gesamtstrategie begreifen, um neue Perspektiven auf „kulturelles Erbe“ im weitesten Sinne zu entwickeln und sich proaktiv zu öffnen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Anders als bei anderen Preisen der Kulturellen Bildung werden also nicht nur beispielhafte Projekte ausgezeichnet, sondern Gesamtstrategien für Vermittlung.

Ausgezeichnet werden Einrichtungen, denen es nach Meinung der Fachjury am erfolgreichsten gelingt, Kulturvermittlung nachhaltig in ihrem Haus und seinen künstlerischen Strategien zu verankern als alle Bereiche betreffende Mission. Dies stärkt den Stellenwert von Kulturvermittlung als Kernfunktion in den Einrichtungen und unterstützt Transformationsprozesse.

Die Commerzbank-Stiftung hat nun die Shortlist für „ZukunftsGut 2020“ mit 21 Kulturinstitutionen aus dem gesamten Bundesgebiet veröffentlicht. Hieraus wird die Fachjury in einem zweiten Schritt die drei Preisträger ermitteln, die dann im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung in Frankfurt am Main am 30.09.2020 bekanntgegeben werden. Auffällig ist das starke Bewerberfeld, fast alle der 121 Bewerbungen erfüllen die Kriterien grundsätzlich. Vieles was vor einigen Jahren noch als herausragend galt – etwa dauerhafte Partnerschaften mit Schulen, Outreach, partizipative Projekte, Ko-Kreation und Kuration sowie vielfältige Veranstaltungen über das Kernprogramm hinaus – ist inzwischen Standard in allen Häusern.

Shortlist 2020 – 21 Einrichtungen:

Die Jury des Preises „ZukunftsGut“ hat nach intensiver Diskussion folgende Einrichtungen in die Short List aufgenommen, die für eine besonders engagierte und vorbildhafte transformative Kulturvermittlung und Öffnung der Einrichtung in eine breite Bevölkerung stehen.

  • Badisches Landesmuseum Karlsruhe
  • Badisches Staatstheater
  • Berliner Ensemble
  • Düsseldorfer Schauspielhaus
  • Konzerthaus Berlin
  • Kulturforum Witten
  • Kunsthalle Emden
  • Kunsthalle Tübingen
  • Kunsthaus Dresden
  • Lab Bode Berlin
  • Landesbühnen Sachsen
  • Münchner Kammerspiele
  • Museum der bildenden Künste Leipzig
  • Nationaltheater Mannheim
  • Niedersächsisches Staatstheater
  • Schauspiel Stuttgart
  • Staatsoper Stuttgart
  • Theater Erlangen
  • Traumschüff Potsdam
  • Wilhelm-Hack Museum
  • Zimmertheater Tübingen

Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim, hat den Preis gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung entwickelt und 2018 erstmalig verliehen.

Die Jury-Mitglieder sind:

•    Inez Boogaarts, Geschäftsführerin Poetry International Rotterdam
•    Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
•    Teresa Darian, Verantwortliche kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes
•    Marc Grandmontagne, Vorstand Deutscher Bühnenverein
•    Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
•    Stefanie Reiter, Baukulturvermittlerin und Vorsitzende Arbeitskreis Kulturerbevermittlung des Bundes)
•    David Vuillaume, Geschäftsführer Deutscher Museumsbund
•    Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung

Rückblick – die bisherigen Preisträger: Staatsschauspiel Dresden, Historisches Museum in Frankfurt, Theater Oberhausen

Verliehen wurde der erste Preis 2018 an das Staatsschauspiel Dresden als „Erfinder“ der Bürgerbühne, die sich als neue, eigene Sparte im Stadt- und Staatstheatersystem zu etablieren beginnt. Seit 2009 verhandeln Bürger*innen unterschiedlicher Generationen, Berufe und sozialer Herkunft am Staatsschauspiel Dresden Themen, die sie gemeinsam mit theatralen Mitteln bewegen, und präsentieren diese mit hoher Publikumsresonanz auf der großen Bühne. Menschen begegnen sich, die im normalen Leben kaum Berührungspunkte haben. Mit den Produktionen, in die alle Abteilungen des Theaters involviert sind, verändern sich nicht nur das Programm und das Publikum, sondern auch die Organisationskultur des Theaters.

Den zweiten Preis erhielt das Historische Museum in Frankfurt, das sich mit der Mission „Frankfurt Jetzt!“ konsequent für gegenwärtige Fragen der Stadtbevölkerung in einer Einwanderungsgesellschaft öffnet und diese aktiv einbezieht in die Konzeption seiner Ausstellungen. Auch die Sammlung und die Dauerausstellung werden kommentiert und ergänzt durch Beteiligung der Bürgerschaft, etwa gemeinsam mit Frankfurter*innen mit Migrationserfahrung. Gleichzeitig erweitert das Museum seine Präsentationen in den öffentlichen und den digitalen Raum.

Der dritte Preis ging an das Theater Oberhausen, das exemplarisch ist für die Suche eines Stadttheaters nach einer neuen Bedeutung als Treffpunkt für vielfältige Gruppen einer Stadtgesellschaft. Diese können den Theater-Ort für eigene Projekte und Präsentationen nutzen, und umgekehrt geht das Theater in vielen Projekten in den öffentlichen Raum, um mit der Bevölkerung in direkten Austausch zu kommen. Auch in seiner eigenen Personalpolitik öffnet sich das Theater für eine diverse Mitarbeiter*innenschaft und versucht, diese in neuen Teamstrukturen stärker in die Verantwortung für die Entwicklung neuer Projekte einzubeziehen.

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Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-18942 Tue, 09 Jun 2020 12:13:11 +0200 Professorin Annette Pehnt wird mit „Rheingau Literatur Preis“ ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professorin-annette-pehnt-wird-mit-rheingau-literatur-preis-ausgezeichnet/ Die Schriftstellerin und Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Annette Pehnt, wird mit dem „Rheingau Literatur Preis“ ausgezeichnet. Ihr Roman „Alles was Sie sehen ist neu“ sei „ein Schlüsselroman, denn er öffnet die Welt“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Der „Rheingau Literatur Preis“ geht dieses Jahr an die Schriftstellerin und Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Annette Pehnt. Das teilte das Rheingau-Literatur-Festival mit.

Die 1967 in Köln geborene Autorin erhalte die Auszeichnung für ihren 2020 erschienenen Roman „Alles was Sie sehen ist neu“. Die Ehrung wird in diesem Jahr zum 27. Mal vergeben, sie ist 11 111 Euro dotiert. Zusätzlich zu dem Preisgeld beinhaltet der Literaturpreis noch 111 Flaschen Riesling.

In „Alles was sie sehen ist neu“ erzählt Annette Pehnt von der Reise einer Gruppe deutscher Kulturbürger in ein fernöstliches Land namens Kirthan. Sie kommen mit festen Erwartungen, doch sie finden einen Staat in tiefer Ambivalenz zwischen Tradition und Vormarsch in die Moderne, schreibt die Jury. „Alle westlichen Wahr- und Weisheiten kommen dort an ein Ende, und bald droht auch dem Reiseprogramm der Abbruch. In diesem Moment verlässt Annette Pehnts Roman die Deutschen und begibt sich auf den Spuren des kirthanischen Reiseleiters zu dessen Lebensstationen über drei Jahrzehnte hinweg. Das Buch ist ein Schlüsselroman, denn es öffnet die Welt“, heißt es in der Jurybegründung.

Zur Jury gehören Prof. Dr. Heiner Boehncke, der künstlerische Leiter des Rheingau Literatur Festivals, Dr. Viola Bolduan, ehemals Feuilletonchefin Wiesbadener Kurier, Dr. Alf Mentzer, Literaturredakteur bei hr2-kultur, Andreas Platthaus,  Literaturchef der F.A.Z., sowie die freie Literaturkritikerin Insa Wilke.

Annette Pehnt forscht und lehrt als Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Kulturcampus

Annette Pehnt forscht und lehrt seit 2018 als Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Literarisches Schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur und ästhetische Praxis, Deutsche Gegenwartsliteratur seit 1989 und Kinderliteratur. Sie lehrt zu Strategien und Szenarien des Schreibens und Lesens, Fragen der Poetik, der Schriftlichkeit und des Kulturbetriebes und befasst sich mit Kinderliteratur als eigenständigem literarischem System und der Frage, welche Wirklichkeiten in der aktuellen deutschsprachigen Kinderliteratur aufgegriffen werden. Vor zwei Jahren hat Pehnt in Hildesheim die Initiative ergriffen, eine „Hildesheimer Poetikdozentur“ einzurichten, die die vielfältigen Facetten des Schreibens in die Stadtgesellschaft trägt.

Das Hildesheimer Literaturinstitut ist eine der wenigen Institutionen in Deutschland, in denen das Kreative und Literarische Schreiben studiert und erforscht wird.

Rezension zu Annette Pehnts Roman „Alles was Sie sehen ist neu“
in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von Andreas Platthaus

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Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen Personalportal
news-18936 Tue, 09 Jun 2020 08:27:00 +0200 Literaturfestival Prosanova: „Wir wollen Stimmen einen Raum geben, die noch nicht gehört werden“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/literaturfestival-prosanova-wir-wollen-stimmen-einen-raum-geben-die-noch-nicht-gehoert-werden/ Beim Literaturfestival „Prosanova“ geben 40 junge Gegenwartsautor*innen Einblicke in ihr Schreiben, ihre Texte und literarischen Verfahren. Erstmals wird das Festival aufgrund der Coronavirus-Pandemie im digitalen Raum realisiert. Seit 2005 findet das bundesweit größte und bekannteste Festival für junge, deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Rhythmus von drei Jahren in Hildesheim statt. Das Festivalteam besteht größtenteils aus Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Uni Hildesheim. Seit 2005 findet dieses bundesweit größte und bekannteste Festival für junge, deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Rhythmus von drei Jahren in Hildesheim statt. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie wird das Literaturfestival „Prosanova“  in diesem Jahr online inszeniert (Programm: https://prosanova.net). Am Donnerstag, 11. Juni 2020, startet das Festival und bietet bis 14. Juni ein breites Programm.

Eine Plattform für junge Gegenwartsliteratur, die gleichsam etablierte wie noch unveröffentlichte Stimmen einlädt

Das Organisationsteam hat 40 junge Gegenwartsautor*innen eingeladen, ihr Schreiben, ihre Texte und literarischen Verfahren in Hildesheim zu inszenieren und in über 30 Veranstaltungen im digitalen Raum vorzustellen. Die künstleriche Leitung des Literaturfestivals um Elske Beckmann, Carla Hegnon, Simoné Lechner, Selma Matter, Judith Rinklebe und Mirjam Wittig hat ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt und bietet eine Plattform für junge Gegenwartsliteratur, die gleichsam etablierte wie noch unveröffentlichte Stimmen einlädt und der die Abbildung der Mannigfaltigkeit literarischer Diskurse zentrales Anliegen ist.

„Im Literaturbetrieb werden normalerweise renommierte Namen durchgereicht. Wir wollen dagegen Stimmen einen Raum geben, die noch nicht so viel gehört werden“, sagt Elske Beckmann, die an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert.

Über „Prosanova“

„Prosanova“ ist ein Festival für junge Literatur, das seit 2005 alle drei Jahre in Hildesheim stattfindet und neue Lesungsformate, Schreibworkshops und Literaturperformances bietet. Dabei lädt das Festivalteam, das größtenteils aus Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim besteht, sowohl etablierte Schriftsteller*innen, als auch bislang unveröffentlichte Autor*innen dazu ein, das Festival mitzugestalten.

Die künstlerische Leitung setzt sich zusammen aus der Redaktion der Literaturzeitschrift „BELLA triste“. Sowohl die Zeitschrift, als auch das Festival verstehen sich als eine Plattform für junge Literatur, deren Förderung und Verbreitung.

Seit seiner Gründung versucht „Prosanova“, neue Formate zu finden, um Literatur weiter zu denken und für ein größeres Publikum zugänglich zu machen.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim unterstützt das Prosanova-Team, darunter Studierende der Studiengänge Kreatives Schreiben und Literarisches Schreiben.

NDR Kultur: Prosanova Festival liest Klappentexte

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Pressemeldungen
news-18923 Mon, 08 Jun 2020 10:18:00 +0200 Wie 100 Fahrzeuge den optimalen Weg einschlagen: Forschungsteam optimiert die Routenplanung für Fahrzeugflotten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wie-100-fahrzeuge-den-optimalen-weg-einschlagen-forschungsteam-optimiert-die-routenplanung-fuer-fahr/ Wie können Logistik-Unternehmen oder mobile Pflegedienste ihre großen Fahrzeugflotten optimal einsetzen? Wie reagieren sie auf veränderte Bedingungen auf der Strecke – etwa wenn neue Kunden eingeplant oder Baustellen umschifft werden müssen? Mit diesen Forschungsfragen befassen sich die Betriebswirtschaftlerin Professorin Julia Rieck und der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme. Sie kombinieren in einem Forschungsprojekt bis 2022 betriebswirtschaftliche Methoden der Tourenplanung mit Techniken der Künstlichen Intelligenz. Das Forschungsteam der Universität Hildesheim hat das Bundesforschungsministerium überzeugt, das die Forschung mit 700.000 Euro fördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsprojekt „Learning to Optimize: Dynamische Komplexe Routenoptimierung für Fahrzeugflotten“ am Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt mit einer Fördersumme in Höhe von 713.000 Euro von Mai 2020 bis April 2022.

Die Betriebswirtschaftlerin Prof. Dr. Julia Rieck, Expertin für Tourenplanung und Logistik am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, und der Informatiker Prof. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Experte für Maschinelles Lernen und Big Data am Institut für Informatik, koordinieren das zweijährige Forschungsprojekt.

Das Forschungsteam arbeitet dabei mit der Spediton Hahne in Goslar/Vienenburg und der Firma Spedifix Logistiksoftware in Langelsheim zusammen. Durch die Zusammenarbeit können die entwickelten Methoden an echten Daten aus zwei realen Use-Cases zur Tourenplanung und Tourenreplanung evaluiert werden.

Um die Touren von mehr als mehr als 100 Fahrzeugen gleichzeitig optimal zu planen, nutzt das Forschungsteam Techniken der Künstlichen Intelligenz

„Während die Tourenplanung für kleinere bis mittlere Anzahlen an Fahrzeugen mit Methoden des klassischen ‚Operations Research‘ seit langem zuverlässig gelöst werden kann, stellen Probleme mit mehr als 100 Fahrzeugen sowie komplexen Nebenbedingungen Herausforderungen dar, die im Normalfall sehr lange Rechenzeit in Anspruch nehmen und häufig nur noch näherungsweise gelöst werden können. Unsere Forschung ist zum Beispiel relevant für Logistik-Unternehmen und Flotten großer mobiler Pflegedienste“, erläutert Professorin Julia Rieck.

Um eine Vielzahl von Aufträgen und Touren optimal zu koordinieren, müssen zum Beispiel Logistik-Unternehmen und mobile Pflegedienste ihre großen Fahrzeugflotten sehr gut planen und die Prozesse aufeinander abstimmen, damit Waren on time befördert werden können oder das Pflegepersonal die Pflegebedürftigen in der ambulanten Pflege täglich versorgen kann.

Außerdem müssen Organisationen mit großen Fahrzeugflotten im Alltag auf veränderte Bedingungen reagieren, etwa wenn neue Kunden in einen Tourenplan einbezogen werden müssen, wenn sich längere Streckenfahrzeiten wegen erhöhten Verkehrsaufkommens ergeben oder wenn unbekannte Baustellen oder Unfälle den geplanten Weg blockieren. In solchen Situationen können die Unternehmen oft nur im Einzelfall nach Bedarf reagieren und müssen umplanen. Oftmals entstehen dann  nur Tourenpläne, die weit von der Optimalität entfernt liegen und daher ein großes Verbesserungspotential aufweisen, erläutert Professorin Julia Rieck.

„Wir kombinieren klassische Optimierungsmethoden und Techniken der Künstlichen Intelligenz“, ergänzt Professor Lars Schmidt-Thieme. Dabei nutzt das Forschungsteam vorhandene Daten, die maschinellen Systeme lernen aus Erfahrungen, um die Qualität der künftigen Routenplanung zu erhöhen. So sollen Korrekturen an der ursprünglichen Routenplanung „in nahezu Echtzeit durchgeführt werden können“.

Das Hildesheimer Forschungsteam analysiert zunächst Planungsdaten der Partnerunternehmen aus der Logistik, um anschließend auf dieser Basis geeignete Lösungsmethoden entwickeln und verbessern zu können.

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Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Betriebswirtschaft Informatik Maschinelles Lernen Forschung Pressemeldungen Startseite
news-18930 Mon, 08 Jun 2020 08:18:00 +0200 Centrum für Lehrerbildung: Unterstützung bei Homeschooling und Kooperationsangebote für Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/centrum-fuer-lehrerbildung-unterstuetzung-bei-homeschooling-und-kooperationsangebote-fuer-schulen/ Es gibt inzwischen zahlreiche Initiativen, wie und wo Studierende und Lehrende an Universitäten mit Schülerinnen und Schülern oder Lehrkräften an Schulen zusammen digitale Lehr-Lern-Szenarien durchführen und Kindern und Jugendlichen online Unterstützung beim Lernen anbieten. Eine Übersicht über Unterstützungsangebote bei Homeschooling und Kooperationsangebote für Schulen hat das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung auf der Webseite „Corona vernetzt: Studierende helfen“ zusammengestellt. Das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim bietet auf der Webseite „Corona vernetzt: Studierende helfen“ einen Überblick über zahlreiche Initiativen mit Vorschlägen und konkreten Ideen, wie und wo Studierende und Lehrende an Universitäten mit Schülerinnen und Schülern oder Lehrenden an Schulen zusammenarbeiten können.

„Die Situation hat uns hart und unerwartet getroffen: Von heute auf morgen durften unsere Studierenden nicht mehr an Schulen und dort wertvolle Erfahrungen sammeln. Aber diese Situation hat auch neue Ideen und Impulse initiiert: vom Präsenzunterricht aus auf die vielfältigen Formen des distant learnings, oft digital unterstützt, von der Konzentration auf den (Fach)Unterricht aus der Blick auf Situationen des Lernens überhaupt. Wir sind sehr glücklich, dass wir nun eine ganze Reihe von Angeboten vorstellen können, und sind neugierig auf unsere neuen Erfahrungen. Und wenn wir uns auch auf eine Rückkehr der Studierenden an die Schulen freuen, werden wir doch diese neuen Ideen und Impulse zu erhalten und zu etablieren suchen“, sagt die Mathematikdidaktikerin Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme.

Fort- und Weiterbildungen rund um das Thema „Schulen im Digitalen Wandel“

Zum Beispiel hat ein Team um Informatikerin Dr. Bernadette Spieler vom Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ eine Online-Plattform mit Erfahrungsberichten zu Tools oder Apps und für die digitale Lehre entwickelt (https://digiducation.de).

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim bieten monatliche digitale Fort- und Weiterbildungen rund um das Thema „Schulen im Digitalen Wandel“ an (Anmeldung über: https://vedab.de).

Ausfall des Schulbesuchs hat für Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien langfristige Auswirkungen auf deren Bildungsverläufe: Zentrum für Bildungsintegration startet Matching zwischen Studierenden und Familien

Sowohl für Studierende als auch für Schülerinnen und Schüler hat der wegen der Corona-Pandemie seit März 2020 eingeschränkte Betrieb der Schulen weitreichende Folgen auf ihre Lernsituationen. Ein Forschungsteam des Zentrums für Bildungsintegration um Prof. Dr. Viola Georgi weist darauf hin, dass das Ausbleiben des Schulbesuchs für Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien langfristige Auswirkungen auf deren Bildungsverläufe haben und bereits vorhandene Ungleichheiten verschärfen kann. In manchen Familien fehlt beispielsweise die notwendige technische Ausstattung, aber auch Erfahrungen, diese anzuwenden. Kinder aus geflüchteten und neu zugewanderten Familien, die sich ohnehin oftmals in prekären sozio-ökonomischen Lebenssituationen befinden, sind in der aktuellen Corona-Krise gleich mehrfach benachteiligt.

Das Zentrum für Bildungsintegration hat deshalb ein Matching gestartet und bringt Hildesheimer Studierende unter anderem aus den Erziehungswissenschaften, die sich in der Praxis engagieren wollen, mit Schülerinnen und Schülern zusammen, die bei der Umsetzung des „Homeschoolings“ und bei der Bewältigung der Situation dringend Hilfe benötigen. Wie die Unterstützung aussehen kann, dazu fehlen bislang Erfahrungswerte, also müssen nun kreative und bisher nicht erprobte Methoden zur Anwendung kommen, sagt Professorin Viola Georgi.  

Digitaler Sprachunterricht: Team des Sprachlernprojekts unterrichtet digital

Ein Team um Annette Lützel vom Sprachlernprojekt unterrichtet bereits digital. Das Projektteam qualifiziert Studierende der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hierfür werden den Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen vermittelt und in einer Praxisphase Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund unterrichtet.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist das Projektteam während der Schulschließung auf digitalen Unterricht ausgewichen, Studierende unterstützen Schülerinnen und Schüler in einer Hildesheimer Berufsschule via digitalem Sprachunterricht. Jetzt kann der Unterricht in der Schule fortgesetzt werden, der digitale Unterricht wird aber weiterhin als ein zusätzliches Angebot genutzt und soll vor allem in den Schulferien die Schülerinnen und Schüler unterstützen.

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Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Flüchtlinge
news-18925 Fri, 05 Jun 2020 09:30:00 +0200 Neues Dataverse-Repositorium und Online-Veranstaltungen zum Forschungsdatenmanagement https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/neues-dataverse-repositorium-und-online-veranstaltungen-zum-forschungsdatenmanagement/ Über neue Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement, etwa das neue Dataverse-Repositorium, und Online-Veranstaltungen zum Forschungsdatenmanagement informiert Annette Strauch. Neues Dataverse-Repositorium

Die langfristige Archivierung von Forschungsdaten ist Voraussetzung für die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, die auf der Auswertung dieser Daten beruhen. Forschungsdaten werden als eigenständige wissenschaftliche Leistungen sichtbar und gewürdigt.

Mit dem neuen Dataverse-Repositorium können Forscherinnen und Forscher ihre Forschungsdaten seit Mai 2020 dauerhaft sichern, sie nachhaltig und qualitätsgerecht öffentlich im Open Access zur Verfügung stellen und publizieren (mehr erfahren: https://www.uni-hildesheim.de/bibliothek/forschen-publizieren/dataverse/). Die Forschungsdaten erhalten bei der Datenpublikation einen persistenten Identifikator.

Jede Forscherin und jeder Forscher der Universität Hildesheim kann das institutionelle Konto nutzen (Log-In über die Academic Cloud: academiccloud.de) und ein persönliches „Dataverse“ anlegen, um Forschungsdaten als „Datasets“ hochzuladen. Dieser Service wird von der GWDG gehostet, die sich um Datensicherheit und Datenschutz, einschließlich Backups und Zugriffskontrolle sowie um die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, kümmert.

Mit Inkrafttreten des DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis” am 01.08.2019 müssen alle Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen die 19 Leitlinien rechtsverbindlich umsetzen, um Fördermittel durch die DFG erhalten zu können.

In der DFG-Leitlinie heißt es:

„Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht werden, werden die zugrunde liegenden Forschungsdaten (in der Regel Rohdaten) – abhängig vom jeweiligen Fachgebiet – in der Regel für einen Zeitraum von zehn Jahren zugänglich und nachvollziehbar in der Einrichtung, wo sie entstanden sind, oder in standortübergreifenden Repositorien aufbewahrt.” (Leitlinie 17)

Digitale Coffee Lectures zum Thema Datenspeicherung und Datenveröffentlichung im Sommersemester

Annette Strauch vom Forschungsdatenmanagement der Universitätsbibliothek Hildesheim lädt im Sommersemester ein zu digitalen „Coffee Lectures“. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden die „Coffee Lectures“ online statt. Die Veranstaltung dauert etwa 30 Minuten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die nächste Online-Veranstaltung mit Kurzvorträgen aus der Universitätsbibliothek findet zum Thema „Aufbereiten und Veröffentlichen – Daten teilen“ am Mittwoch, 10. Juni 2020, um 12:30 Uhr statt. Die Veranstaltung wird aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage DIGITAL übertragen. Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt unter https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-6cx-v3t.

Am Mittwoch, 24. Juni 2020, um 12:30 Uhr dreht sich die „Coffee Lecture“ um das Thema „Vorstellung von Muster-Einwilligungen“. Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt unter https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-uet-rda.

Digitale Sommerschule zum Forschungsdatenmanagement

Wie verbessern wir die Nutzbarkeit von Forschungsdaten, um die Wissenschaft voranzubringen? Das ist eine Frage im Forschungsdatenmanagement allgemein und Inhalt der digitalen Sommerschule zum Forschungsdatenmanagement 2020 an der Universität Hildesheim. Am Mittwoch, 8. Juli 2020, um 14:00 Uhr findet die „Digital Summer School 2020: Forschungsdatenmanagement“ statt.

Guest Speaker der digitalen Sommerschule ist unter anderem Prof. Dr. Bernhard Weisser, Direktor des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Er spricht über Sammlungsübergreifende Zusammenarbeit in der Numismatik. Dr. Claudia Kramer, stellvertretende Leiterin der Forschungsdienste (Wissenschaftsmanagement) am Karlsruher Institut für Technologie spricht über Research Data Management.

Thematisiert wird unter anderem die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die weiterhin aufgebaut wird, damit Forschungsdaten wissenschaftlich breit nutzbare Datenschätze mit gesellschaftlichem Mehrwert werden können, auch mit dem Ziel zur Anschlussfähigkeit zum Beispiel an die Europäische Forschungscloud (European Open Science Cloud, EOSC).
Die Veranstaltung wird aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage DIGITAL übertragen und dauert 90 Minuten. Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt unter https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-avy-4ww.

Annette Strauch vom Forschungsdatenmanagement ist bei Fragen erreichbar unter fdm@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen
news-18881 Wed, 27 May 2020 10:03:59 +0200 Die Familien als Seismograph der Krise: Erste Ergebnisse der Studie „KiCO“ zum Familienalltag in Zeiten der Coronavirus-Pandemie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/die-familien-als-seismograph-der-krise-erste-ergebnisse-der-studie-kico-zum-familienalltag-in-zei/ Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt hat in einer bundesweiten Studie Familien befragt. Mehr als 25.000 Eltern haben an der Befragung „KiCO“ zum Familienalltag in Zeiten der Coronavirus-Pandemie teilgenommen, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten. Pressemitteilung zur Veröffentlichung erster Ergebnisse aus der Studie „KiCO“
27.5.2020

Mehr als 25.000 Eltern haben an einer Befragung zum Familienalltag in Zeiten der Pandemie teilgenommen. Nach der Veröffentlichung der Studie „JuCo“ zu den Erfahrungen junger Menschen zu den Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor zwei Wochen stellt der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ nun erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen vor.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies sind die Kernfragen der Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 bis 03.05.2020 durchgeführt wurde.

Über 25.000 Personen haben in dieser kurzen Zeit mindestens 95 Prozent des Fragebogens beantwortet und sich damit viel Zeit genommen. „Die umfangreiche Beteiligung an der Befragung verstehen wir als einen Indikator dafür, dass es unter Müttern und Vätern einen hohen Mitteilungsbedarf gibt“, so die Wissenschaftlerin Dr. Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Aufgabe von Wissenschaft ist es aus Sicht des Forschungsverbundes „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, Informationen der Befragten möglichst zügig aufzubereiten und die Ergebnisse zu kommunizieren. In diesem Grundverständnis werden erste Einblicke in die Auswertung des Datenmaterials gegeben.

Vor allem haben sich erwerbstätige Mütter beteiligt. Sie berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Die befragten Eltern versuchen ihren Kindern Rückzugsmöglichkeiten zu Hause zu ermöglichen, für sich selbst haben sie diese häufig nicht. „Doch es gibt auch Mütter und Väter, die durch ihre Erfahrungen eine neue Perspektive gewonnen haben und den Alltag vor der Pandemie zwischen Erwerbsarbeit, Schule, Freizeit, Fürsorge nun als äußerst aufreibend beschreiben“, so Johanna Wilmes aus dem Forschungsteam.

Die ersten Einblicke in die Ergebnisse der Befragung KiCo werden heute open access über den Universitätsverlag Hildesheim veröffentlicht. Abgerufen werden kann das Papier unter:

https://doi.org/10.18442/121

Weitere Informationen zu beiden Studien sind auf der Seite des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim zu finden unter

https://t1p.de/studien-corona

Weitere Auswertungen werden folgen.

Über den Forschungsverbund  „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie JuCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie KiCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen. Aktuell gehören zum Team Sabine Andresen, Anna Lips, Renate Möller, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes.

Medienkontakt:

Isa Lange, Pressesprecherin, Universität Hildesheim
presse@uni-hildesheim.de, 05121 88390100 und 0177 8605905

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Universität Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-18869 Tue, 26 May 2020 11:34:12 +0200 Digitale Beratung und Coaching – das Team der Zentralen Studienberatung unterstützt Studierende https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/digitale-beratung-und-coaching-das-team-der-zentralen-studienberatung-unterstuetzt-studierende/ Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim berät in Zeiten der Coronavirus-Pandemie digital. Die Studienberaterinnen bieten telefonische Sprechzeiten an, auch eine individuelle Beratung per Videogespräch ist möglich. Im Programm „Willkommen in der Wissenschaft“ erhalten Studierende hilfreiche Tipps rund um Lernstrategien. Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet, sollte die Aktionswoche des Career Service im Juni 2020 nicht verpassen. Video „Wir sind da. Digital.“
Übersicht über Beratungs- und Serviceangebote der Uni,
u.a. Zentrale Studienberatung, Ideen- und Beschwerdestelle, Lese- und Schreibzentrum, HANDICAmPus, Immatrikulations- und Prüfungsamt, International Office, Gleichstellungsbüro, Rechenzentrum, Universitätsbibliothek

In Zeiten mit Corona-Einschränkungen läuft alles anders. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) hat ihre Angebote umgestellt und den Service erweitert. Was sich im Studienalltag mit Corona geändert hat? Dazu geben die „Corona-FAQs für Studierende“ erste Orientierung – übrigens auch in englischer Übersetzung: https://www.uni-hildesheim.de/studium/informationsseite-coronavirus-sars-cov-2-faq-rund-ums-studium/   

Die Beratung und das Coaching finden seit März 2020 digital statt. Die offenen – nun telefonischen – Sprechzeiten der Zentralen Studienberatung wurden erweitert. Ab sofort gibt es zusätzlich die Möglichkeit, eine individuelle Beratung per Videogespräch zu vereinbaren. Und natürlich beantworten die Studienberaterinnen Fragen rund um das Studium weiterhin per E-Mail (https://www.uni-hildesheim.de/zsb/kontakt/sprechzeiten-zentrale-studienberatung-zsb).

Programm „Willkommen in der Wissenschaft“

Studierende der Universität Hildesheim erhalten im Programm „Willkommen in der Wissenschaft“ hilfreiche Tipps rund um Lernstrategien, das Lernen in der Klausurenphase und die effektive Nachbereitung von Lehrveranstaltungen (https://www.uni-hildesheim.de/willkommeninderwissenschaft/studienbeginn/).

Die nächsten Online-Workshops sind am 9. Juni 2020 „Der Weg zur perfekten Mitschrift“ und am 11. Juni „How to: Klausurvorbereitung im Studium“.

„Fachübergreifende Schlüsselkompetenzen“: Tipps rund um das Wissenschaftliche Schreiben, Selbstpräsentation,  Rhetorik und Layoutsoftware.

Auch die Workshops der „Fachübergreifenden Schlüsselkompetenzen“ finden im Sommersemester 2020 statt, etwa in den Bereichen Wissenschaftliches Schreiben, Selbstpräsentation und Rhetorik, Textverarbeitung und Umgang mit Bildbearbeitungs- und Layoutsoftware. In diesem Jahr online, wenn nötig – als Präsenzangebot, wenn wieder möglich. Anmeldungen sind bereits online möglich unter https://www.uni-hildesheim.de/fuesk.

Übergang ins Berufsleben

Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet, muss trotz des digitalen Semesters nicht auf die Aktionswoche des Career Service verzichten.

Vom 22. bis 27. Juni 2020 können Studierende Unternehmen aus der Region Hildesheim als Arbeitgeber kennenlernen und sich in Online-Workshops über Praktika und Jobs im Ausland informieren, ein Bewerbungstraining absolvieren und die persönliche Bewerbungsmappe checken lassen (https://www.uni-hildesheim.de/zsb/aktionswoche/).

Auf einen Blick: Veranstaltungen der Zentralen Studienberatung

Alle laufenden Veranstaltungen der ZSB auf einen Blick finden Sie hier: https://www.uni-hildesheim.de/zsb/zsbveranstaltungen/

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Pressemeldungen
news-18868 Tue, 26 May 2020 10:55:55 +0200 Zentrum für Digitalen Wandel lädt ein zur Debatte über Nachhaltigkeit und Digitalisierung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zentrum-fuer-digitalen-wandel-laedt-ein-zur-debatte-ueber-nachhaltigkeit-und-digitalisierung/ Das Zentrum für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim lädt ein zur öffentlichen Videokonferenz: Am 2. Juni 2020, diskutiert Sira Möller vom Nachhaltigkeitsbüro der Uni mit den Teilnehmern über Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zuge des Coronavirus, wird die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim vorerst weiterhin digital stattfinden .

Am Dienstag, 2. Juni 2020, um 18:15 Uhr spricht Sira Möller aus dem Green Office, dem Nachhaltigskeitsbüro der Uni Hildesheim, in einer Videokonferenz über „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“. Sira Möller stellt das Beratungsangebot „Your Goal – Your Action“ vor, welches vom Green Office entwickelt und umgesetzt wird und Nachhaltigkeit als Inhalt und Digitalität als Medium direkt miteinander kombiniert, um Studentinnen und Studenten in ihrem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie die Internetseite www.uni-hildesheim.de/zfdw. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

„Wir stehen alle vor der Aufgabe, Nachhaltigkeit im Alltag zu leben. Aber es gibt viele Barrieren, mit dem neuen Beratungsangebot bieten wir eine E-Learning-Plattform, die Videos und Basiswissen über Nachhaltigkeit und Projektmanagement zur Verfügung stellt und als Inspiration dient“

Sira Möller hat ihr Kulturwissenschaftsstudium an der Universität Hildesheim abgeschlossen und arbeitet seit 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nachhaltigskeitsbüro der Uni Hildesheim, wo sie das Beratungsangebot „Your Goal – Your Action“ aufgebaut hat. „Wir stehen alle vor der Aufgabe, Nachhaltigkeit im Alltag zu leben. Aber es gibt viele Barrieren, ich habe das selbst erlebt, als ich Studentin war, es gibt viele Studierende, die sich für nachhaltige Entwicklung engagieren wollen, auch lokal in der Stadt Hildesheim. Aber dann scheitert es an der Umsetzung von Ideen, wie setzt man die Ideen um, wie findet man andere, die mithelfen wollen? Mit dem neuen Beratungsangebot bieten wir eine E-Learning-Plattform, die online frei zugänglich und kostenfrei für Studierende und Bürgerinnen und Bürger Videos und Basiswissen über Nachhaltigkeit und Projektmanagement zur Verfügung stellt und als Inspiration dient. Die digitalen Materialien können zum Selbststudium genutzt werden, um Ideen zu realisieren“, sagt die Kulturwissenschaftlerin. Zusätzlich vernetzt die Website Personen in Hildesheim, die sich für Nachhaltigkeit engagieren wollen. So gibt es zum Beispiel einen Projektkatalog, in dem Nachhaltigkeitsprojekte und Kooperationspartner vorgestellt werden. Beispielsweise könnten Studierende, die genervt vom kaputten Fahrradreifen sind, sich dafür einsetzen, dass Fahrradreparatursäulen an den Campusstandorten installiert werden, um einen platten Reifen selbst zu flicken. Die Website befindet sich gerade im Aufbau. Sira Möller stellt diese während der Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel vor. 

Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einzubezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

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Fachbereich 4 Zentrum für Digitalen Wandel Green Office Pressemeldungen
news-18875 Tue, 26 May 2020 09:40:00 +0200 Trauer um Professor Dr. Günther Stiege https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/trauer-um-professor-dr-guenther-stiege/ Professor Dr. Günther Stiege war Mitbegründer des Hildesheimer Diplom-Studiengangs Informatik und ehemaliger Leiter des Instituts für Betriebssysteme und Rechnerverbund der Universität Hildesheim. Die Universität Hildesheim trauert um den Informatiker Professor Dr. Günther Stiege, der am 14. Januar 2020 in Hannover im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Prof. Stiege gehörte zu den Wegbereitern des 1984 an der Universität Hildesheim eingeführten Diplom-Studiengangs Informatik und war von 1989 bis 1998 Leiter des Hildesheimer Instituts für Betriebssysteme und Rechnerverbund.

Günther Stiege studierte Mathematik an der Universität Hannover, wo er 1966 in Mathematik promovierte und sich anschließend 1971 habilitierte. Nach seiner Promotion war er zunächst bei AEG/Telefunken beschäftigt, wo er maßgeblich an der Entwicklung des Betriebssystems BS2 für die Großrechenanlage TR440 beteiligt war. 1974 wurde er als einer der ersten Universitätsprofessoren für Informatik in Niedersachsen an die Technische Universität Braunschweig berufen und gründete dort das Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund.

1989 folgte er einem Ruf an die Universität Hildesheim, wo er schon fast 10 Jahre zuvor als Mitglied einer Arbeitsgruppe die Einführung des Hildesheimer Diplomstudiengangs Informatik im Jahr 1984 vorbereitet hatte. Hier leitete er das Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund, war von 1992 bis 1995 Prorektor der Universität und übernahm unter anderem zusätzliche Aufgaben beim Ausbau und der Leitung des Rechenzentrums der Universität. 1998 ging er an die Universität Oldenburg, wo er die Abteilung für Betriebssysteme und Verteilte Systeme bis zu seiner Emeritierung 2001 leitete.

Weit über seine Emeritierung im Jahr 2001 hinaus blieb Günther Stiege eng mit der wissenschaftlichen Forschung und Lehre verbunden. So veröffentlichte er weiterhin neue wissenschaftliche Ergebnisse und führte als Lehrbeauftragter regelmäßig bis 2014 die Lehrveranstaltungen „Graphen und Graphalgorithmen“ sowie „Netzwerke und Optimierung“ an der Universität Hildesheim durch.

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Fachbereich 4 Pressemeldungen
news-18849 Wed, 20 May 2020 20:30:00 +0200 EU-Förderung für länderübergreifende Initiative gegen Hate Speech im Netz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eu-foerderung/ Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Hildesheim entwickelt in einem internationalen Forschungsprojekt Strategien, Hasskommentaren europaweit entgegenzutreten. Um Hate Speech im Netz zu beobachten und Kampagnen zu schaffen, die eine positive Antwort auf Hasskommentare darstellen, kombiniert die Forschungsgruppe menschliches Handeln mit Techniken der Künstlichen Intelligenz. Ein internationales Forschungsteam, an dem die Universität Hildesheim mitwirkt, leistet mit einem Forschungsprojekt einen Beitrag, Hasskommentare weltweit zu bekämpfen.

Internationales Projekt „Detect Then ACT (DeTACT) / Taking Direct Action against Online Hate Speech by Turning Bystanders into Upstanders”

Im internationalen Projekt „Detect Then ACT (DeTACT) / Taking Direct Action against Online Hate Speech by Turning Bystanders into Upstanders” kooperieren Universitäten, Tech-Unternehmen, NGOs und Bürger*innen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden unter Beratung von Expert*innen aus den Bereichen Sicherheit, Recht und Ethik, um Hate Speech im Netz zu kontern. Die Initiative wird durch das Programm „Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft“ (REC) der Europäischen Union gefördert.

Die Zahl der Hasskommentare im Internet ist deutlich angestiegen, insbesondere als Antwort auf die Flucht- und Migrationsbewegungen der letzten Jahre. Sozialen Netzwerken wird häufig vorgeworfen, als Echokammern zu fungieren, die dazu verleiten, radikalere Ansichten zu äußeren, als dies bei Face-to-face-Gesprächen der Fall ist. Als Konsequenz prägen Hasskommentare heute den öffentlichen Diskurs online in Bezug auf verschiedene Themen. Gerade in Deutschland hat zum Beispiel extremistische Propaganda in den sozialen Medien, die offen zur Gewalt gegen Geflüchtete aufruft, stark zugenommen. Auch Europol berichtet, dass sich gewalttätiger Extremismus verbreitet, der „zum Teil von der Angst vor einer wahrgenommenen Islamisierung der Gesellschaft und der Angst vor Migration genährt wird“.

Das Forschungsteam verfolgt mit dem Projekt „DeTACT“ (detact.net) das Ziel, menschliche Bemühungen mit Künstlicher Intelligenz zu kombinieren, um Hate Speech im Netz zu beobachten und Kampagnen zu schaffen, die eine positive Antwort auf Hasskommentare darstellen. In diesen Kampagnen werden User_innen, die Hasskommentare im Netz beobachten, ermuntert, selbst Stellung zu beziehen. Es geht darum, Bürger_innen mit dem richtigen Rüstzeug auszustatten, das ihnen ermöglicht, sich gegen Meinungsverschiedenheiten, Falschinformationen, Konflikte, Mobbing, Rassismus und Sexismus in den sozialen Netzwerken einzusetzen, erläutert Dr. Sylvia Jaki. Die Hildesheimer Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation gehört zu dem internationalen Forschungsteam. Die Wissenschaftlerin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim.

Mit Hilfe von Technologien, die in der Lage sind, toxische Kommentare automatisiert zu identifizieren, können engagierte User_innen mithelfen, stark polarisierende Diskussionen selbstregulierend zu entschärfen. Gleichzeitig wird das Projekt gemäß den Vorgaben der EU für soziale Medien und Tech-Unternehmen auch illegale Fälle von Extremismus und Radikalisierung melden.

Während das belgische Tech-Unternehmen Textgain und die Universität Hildesheim an neuen sprachtechnologischen Verfahren arbeiten, um illegale Inhalte in verschiedenen europäischen Ländern identifizieren zu können, wird die NGO Media Diversity Institute hunderte von User_innen trainieren, die sich gegen Hass im Netz einsetzen möchten. Hierbei geht es darum, zu vermitteln, wie Kommentare konstruktiv gekontert werden können, sowie um den Aufbau von kritischem Denken und Widerstandsfähigkeit. Beraten wird das Media Diversity Institute dabei von Forscher_innen der Universität Antwerpen und der niederländischen Forschungs- und Beratungsagentur EMMA. Gleichzeitig schult die belgische Karel de Grote Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Kunst Dutzende von Kunststudierenden europaweit darin, Memes zu entwerfen, die verwendet werden können, um entmenschlichende Propaganda in den sozialen Medien auf nicht-beleidigende Art zu kontern.

Ziel der Initiative ist es, der Bevölkerung zu zeigen, welche Möglichkeiten sie besitzt, um sich gegen die Polarisierung im Netz einzusetzen.

Die Projektlaufzeit beträgt 24 Monate von September 2019 bis August 2021. Mehr Informationen über das EU-Programm „Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft“ (REC) können Sie der Horizon-2020-Webseite entnehmen: https://ec.europa.eu/justice/grants1/programmes-2014-2020/rec/index_en.htm.

Medienkontakt:

Wenn Sie mehr zum Projekt erfahren wollen, kontaktieren Sie gerne die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905),  die Kontakt zu dem Projektkoordinator Gijs van Beek oder alternativ zu der zuständigen Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim, Dr. Sylvia Jaki, herstellen kann.

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Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
news-18846 Wed, 20 May 2020 08:40:00 +0200 Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/die-europaeische-union-als-verantwortungsgemeinschaft-anspruch-und-wirklichkeit/ Professor Michael Gehler, Professor Alexander Merkl und Kai Schinke haben die Publikation „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit“ herausgegeben. Der Band erscheint als gemeinsamer Sammelband des Instituts für Geschichte und des Instituts für katholischer Theologie. Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft
Anspruch und Wirklichkeit

Michael Gehler (Hg.), Alexander Merkl (Hg.), Kai Schinke (Hg.)

In welchem Politikbereich und wie muss die Europäische Union mit Blick auf ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Verantwortung übernehmen? Um Antworten hierauf zu geben, hat ein Forschungsteam des Instituts für Geschichte und des Instituts für katholischer Theologie der Universität Hildesheim Ergebnisse einer interdisziplinären Veranstaltungsreihe gesammelt und in einer neuen Publikation zusammengefasst.

Die Professoren Michael Gehler und Alexander Merkl riefen 2019 eine Veranstaltungsreihe Zukunftsdiskurs ins Leben, um mit den Hildesheimer Bürger_innen und Expert_innen aus verschiedenen Fachbereichen über europäische Verantwortung zu diskutieren.

Die Publikation „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft­­ ­­­­­­­­­– Anspruch und Wirklichkeit“ (zur Publikation), erschienen im Böhlau-Verlag Wien, fokussiert nun die Ergebnisse der Vorträge und Diskussion, um elementare Beiträge ergänzt, in einem Band und stellt sie so der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Band ist in der Reihe „Arbeitskreis Europäische Integration. Historische Forschungen“ erschienen.

Im Spannungsfeld von europäischem Selbstanspruch und realpolitischer Wirklichkeit bietet der Band ethische, geschichts- und politikwissenschaftliche und philosophische Beiträge. Es werden sowohl grundlegende Überlegungen zur Bestimmung der EU als Verantwortungsgemeinschaft angestellt als auch Analysen zu konkreten Einzelthemen aus Verantwortungsbereichen wie Erweiterung und Zuwanderung, Sicherheit und Verteidigung oder Wirtschaft und Handel gegeben.

Darüber hinaus haben die Initiatoren ein kurzes Impulspapier veröffentlicht, das einige Thesen aus dem Projekt ohne Anspruch auf Vollständigkeit exemplarisch vorstellt. Sie finden das Papier zum Download auf der Projekthomepage unter www.uni-hildesheim.de/Zukunftsdiskurs-eu.

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Fachbereich 1 Geschichte Katholische Theologie Pressemeldungen
news-18825 Thu, 14 May 2020 09:01:31 +0200 Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? Ergebnisse der bundesweiten Studie „JuCo“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wie-erleben-jugendliche-die-corona-krise-ergebnisse-der-bundesweiten-studie-juco/ Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt hat in einer bundesweiten Studie Jugendliche ab 15 Jahren befragt. Es haben sich etwa 6000 Jugendliche in sehr kurzer Zeit an der bundesweiten Studie „JuCo“ beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten.
  • Jugendliche wollen gehört werden! Sie sind mehr als Homeschooler*innen
  • Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „JuCo“ veröffentlicht: Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen.
  • Studienergebnisse / Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen.
    Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie JuCo (PDF, open access)

    Bericht des ZDF Fernsehen, Nachrichten vom 14.05.2020

    Bericht des NDR Fernsehens vom 14.05.2020
    [zeitlich begrenzt online abrufbar]

    Es haben sich viele Jugendliche – ca. 6000 – in sehr kurzer Zeit an der bundesweiten Studie „JuCo“ der Universität Frankfurt und der Universität Hildesheim beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten. Das Forschungsteam sieht darin ein Signal und einen Auftrag, die Ergebnisse der Studie möglichst schnell der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

    Zwei Ergebnisse stechen heraus: „Jugendliche wollen nicht nur auf die Rolle als Homeschooler*in reduziert werden“, so Tanja Rusack aus dem Hildesheimer Forschungsteam. Ihr veränderter Lebensalltag und ihre Sorge werden kaum wahrgenommen. Zudem, ergänzt Johanna Wilmes, die ebenfalls in dem Verbund mitarbeitet: „Die Jugendlichen sehen nicht, dass sie mit ihren Anliegen Gehör finden, die Beteiligungsformate von jungen Menschen scheinen nicht krisenfest“. Die jungen Menschen hätten den Eindruck, dass gegenwärtig die Erwachsenen allein entscheiden, wie sie in der Corona-Krise ihren Alltag zu gestalten haben.

    Die Jugendlichen haben die Befragung genutzt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Dies sehen wir auch daran, wie viele Jugendliche die Freitextfelder ausgefüllt haben, die es auch im Fragebogen gibt“, berichtet Anna Lips aus der Auswertungsarbeit. „Schon daran kann abgelesen werden, wie groß das Bedürfnis ist, gehört zu werden.“

    Die ersten Ergebnisse können open access ab 14.05.2020 hier heruntergeladen werden

    Über den Forschungsverbund  „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld.

    Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie „JuCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen. Aktuell gehören zum Forschungsteam Sabine Andresen, Anna Lips, Renate Möller, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes.

    Medienkontakt:

    Isa Lange, Pressesprecherin, Universität Hildesheim
    presse@uni-hildesheim.de, 05121 88390100 und 0177 8605905

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    Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18822 Wed, 13 May 2020 11:27:52 +0200 Online-Debatte: Kunst und Kultur in Zeiten der COVID-19-Pandemie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/online-debatte-kunst-und-kultur-in-zeiten-der-covid-19-pandemie/ Welche Herausforderungen müssen Kultureinrichtungen und Kreative in der aktuellen Pandemie bewältigen? Welche Lösungsansätze wurden weltweit entwickelt, um mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie umzugehen? Die Deutsche UNESCO-Kommission, das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und die Kulturpolitische Gesellschaft laden zu einer Online-Debatte ein. An der Debatte wirkt der neue Hildesheimer Professor für Kulturpolitik, Julius Heinecke, mit. Deutschlandfunk, Sendung „Kultur heute“ , 20.05.2020
    Radiobeitrag, 7 Min.
    Kulturförderung in der Corona-Krise: „Auch die leisen Stimmen hören“
    Welche Strategien können dabei helfen, die Kultur der Pandemie nicht schutzlos auszuliefern? Eine von der Uni Hildesheim organisierte Veranstaltung hat nach Lösungen gesucht. Der Kulturwissenschaftler Julius Heinicke fordert, dafür mehr Menschen einen Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen.
    Prof. Dr. Julius Heinicke im Gespräch mit DLF-Redaktionsleiterin Karin Fischer

    Nahezu alle Länder weltweit sind von der COVID-19-Pandemie betroffen. Die von vielen Ländern zur Eindämmung der Pandemie ergriffenen massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens treffen ganz wesentlich auch Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler und Kreative.  

    Daher lädt die Deutsche UNESCO-Kommission in Zusammenarbeit mit der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development” der Universität Hildesheim ein zu einer öffentlichen Online-Debatte. Die Teilnahme ist kostenfrei.

    Die Online-Debatte „ResiliArt: Kunst und Kultur in Zeiten der Covid-19-Pandemie“ findet am Mittwoch, 20. Mai 2020, – dem Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung – von 11:00 bis 12:00 Uhr statt. 

    An der Online-Debatte ist der jüngst zum Sommersemester 2020 berufene Hildesheimer Professor Julius Heinicke beteiligt.

    Julius Heinicke forscht und lehrt seit dem Sommersemester 2020 als Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und ist Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Kulturpolitik für die Künste in Entwicklungsprozessen“ (UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development) am Institut für Kulturpolitik. Von 2017 bis 2020 forschte er als Professor für angewandte Kulturwissenschaften und Leiter des Wissenschafts- und Kulturzentrums an der Hochschule Coburg. Seit 2018 leitet er das Forschungsprojekt „Schnittstellen zwischen Hochkultur und kultureller Bildung“. Nach dem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaften promovierte Heinecke an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Studie über das Theater in Zimbabwe im politisch-ästhetischen Spannungsfeld.

    Prof. Dr. Julius Heinicke debattiert am 20. Mai unter anderem mit Marife Boix-Garcia, der Leiterin des Einladungsprogramms der Frankfurter Buchmesse; Albert Schmitt, dem Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie in Bremen, und Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, dem Vorsitzenden des Fachausschusses Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission über zentrale Herausforderungen des Kultursektors in der aktuellen Pandemie. Welche Lösungsansätze wurden weltweit entwickelt, um mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie umzugehen? Welche Perspektiven und Prioritäten ergeben sich daraus für die Kulturpolitik und für internationale Kulturkooperation? Wie könnten neue Ansätze zum Schutz und zur Förderung einer vielfältigen Kulturlandschaft und der sozialen und wirtschaftlichen Absicherung des Kultursektors in und nach der Covid-19-Krise aussehen?

    Wer an der Online-Debatte teilnehmen möchte, muss sich bis zum 18. Mai 2020 über das Anmeldeformular anmelden (https://www.unesco.de/formular/anmeldung-resiliart-2020). Eine Stunde vor Beginn erhalten Sie dann einen Link für die Teilnahme an der Online-Debatte.

    Medienkontakt:

    Pressestelle, Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de
    05121 883 90100 und 0177 8605905

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    Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-18820 Tue, 12 May 2020 11:51:34 +0200 Immer mehr Studierende in Not: Spendenaufruf der Uni Hildesheim für einen Corona-Sozialfonds https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/immer-mehr-studierende-in-not-spendenaufruf-der-uni-hildesheim-fuer-einen-corona-sozialfonds/ Studierende sind in großen Teilen finanziell von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Finanzielle Unterstützung erhalten sie bis heute nicht. Zwar hat das BMBF Unterstützung angekündigt, die Umsetzung lässt indes auf sich warten. Die Universität Hildesheim möchte Studierende in besonderen Notlagen schon jetzt unterstützen und bittet um Spenden für den Corona-Sozialfonds. Spenden Sie für den Corona-Sozialfonds.
    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

    In Zeiten der Covid19-Pandemie gibt es vermehrt Studentinnen und Studenten, die sich in Notlagen befinden. Studentische Jobs in der Gastronomie, Kultur und Industrie gehen derzeit massenhaft verloren.

    Studierende, die alleinerziehend sind oder Angehörige pflegen, können teilweise weder studieren noch jobben, weil sie ihren Fürsorgepflichten nachkommen müssen. Je nach Studienphase ist auch eine Verlängerung der Studiendauer nicht ausgeschlossen, was bei vielen Studierenden nicht eingeplant war. Internationale Studierende können teilweise nicht zurückreisen. Einigen Studierenden fehlen die technischen Voraussetzungen für ein digitales Studium, weil sie über keine geeigneten Endgeräte wie Notebooks und Tablets verfügen, um an digitalen Vorlesungen und Seminaren teilnehmen zu können.

    „Es ist sehr unbefriedigend, dass die angekündigte Unterstützung des Bundes bis heute nicht verfügbar ist. Für viele Studierende geht es letztlich um die Frage, ob sie ihr Studium überhaupt fortsetzen können. Der Sozialfonds der Universität Hildesheim kann hier trotz besten Willens nur sehr begrenzt helfen. Ich appelliere an unsere Freundinnen und Freunde in Stadt und Region, soweit dies in ihren Möglichkeiten steht, unseren Corona-Sozialfonds mit Spenden zu unterstützen, damit wir möglichst vielen Studierenden helfen können“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung.

    „Zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium, weil BAföG und Unterhalt allein nicht zum Leben reichen oder sie keinen BAföG- oder Unterhaltsanspruch haben. In dieser Situation ist der Wegfall von Nebenjobeinkommen daher schnell existenzbedrohend. Auch an der Universität Hildesheim befinden sich zahlreiche Studierende unterhalb des Existenzminimuns. Studierende unserer Universität leben oft in prekären und instabilen Arbeitsverhältnissen ohne Lohnfortzahlung und Sicherheit. Existenzielle Ängste bestimmen daher aktuell den studentischen Alltag. Bis heute erhalten Studierende von Bund und Land jedoch keine Zuschüsse. Mit Ihren Spenden helfen Sie demzufolge Studierenden, die derzeitige Situation zu überstehen“, sagt der Student Stephan Buchberger, Referent für Vernetzung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA).

    Die Universität Hildesheim unterstützt Studierende in besonderen Notlagen in Zeiten der Covid19-Pandemie und bittet um Spenden für den Corona-Sozialfonds. Das Team um Vizepräsident Professor Martin Schreiner und Markus Langer vom Friend- und Fundraising der Universität Hildesheim hat den Spenden-Aufruf gestartet.

    Alle Informationen sind online verfügbar unter:
    https://www.uni-hildesheim.de/freunde-foerderer/spende-corona/

    Wer sich an dem Spendenaufruf der Universität Hildesheim beteiligen und Studierende in besonderen, finanziellen Notlagen helfen möchte, kann unter der folgenden Bankverbindung spenden:

    Stiftung Universität Hildesheim
    Nord LB Hannover
    IBAN: DE 86 2505 0000 0106 0317 68
    BIC: NOLADE2HXXX
    Kennwort/Verwendungszweck: „Sozialfonds – Corona Vorname Name"

    Die Universität Hildesheim dankt allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung. Spenden bis zu 200 Euro können ohne amtliche Spendenquittung (Zuwendungsbestätigung) mit dem Einzahlungsbeleg der Überweisung beim Finanzamt eingereicht werden.

    Wer Rückfragen hat, erreicht Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de, https://www.uni-hildesheim.de/freunde-foerderer/spende-corona/).

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    Pressemeldungen
    news-18664 Tue, 12 May 2020 10:35:00 +0200 Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/parteikommun/ Dr. Mario Datts, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Politikwissenschaft der Universität Hildesheim, erforscht die Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media. In Hildesheim forscht und lehrt der Politikwissenschaftler in der Arbeitsgruppe Politik und Internet. Er hat jüngst in einer empirischen Untersuchung die Facebooknutzung durch die Kreisverbände der deutschen Parteien erforscht. Was bewegt Politiker und Parteien dazu, soziale Medien als Kommunikationskanal zu nutzen, welche Erwartungen und Konsequenzen sind damit verbunden?

    Der Politikwissenschaftler Dr. Mario Datts von der Forschungsgruppe Politik und Internet am Institut für Sozialwissesnchaften der Universität Hildesheim spricht im Interview über die Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media und liefert wichtige Erkenntnisse.

    Herr Dr. Datts, in Ihrer Dissertation „Parteikommunikation im Zeitalter von Social Media“ untersuchen Sie die Präsenz kommunaler Parteiverbände im Social Web und identifizieren zentrale Nutzungsgründe. Können Sie uns diese nennen? Was veranlasst Parteien dazu, die sozialen Medien für ihre Kommunikation einzusetzen?

    Es ist interessant, dass auch die untersten Parteigliederungen neue Informations- und Kommunikationskanäle, wie Facebook, Twitter und WhatsApp nutzen. Dies zeigen die Ergebnisse meiner Untersuchung. Hierzu gab es bislang ja keine Erkenntnisse. Generell weiß man nur sehr wenig über die Parteiaktivitäten in den Kommunen – und das obwohl die Kommune gemeinhin als Trainingsfeld der Demokratie gilt und ihr dementsprechend eine immens wichtige Rolle für unsere Gesellschaft beigemessen wird. Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, deuten meine Ergebnisse darauf hin, dass Parteien soziale Medien dafür nutzen, um ganz verschiedene Ziele zu erreichen. Das eine, alles überlagernde Ziel, dass durch die Nutzung von Facebook und Co. erreicht werden soll, gibt es meines Erachtens nach nicht. Einerseits kann ich für die Kreisverbände der deutschen Parteien zeigen, dass die wahrgenommenen Erwartungshaltungen vonseiten der eigenen Mitglieder von Bedeutung für die Entscheidung sind Social Media zu nutzen. Dies belegt, dass die Parteien in Deutschland noch immer eine starke Mitgliederorientierung aufweisen und das Parteien sehr genau beobachten, welche Erwartungen an sie herangetragen werden. Richtigerweise müsste man hier wohl von vermuteten Erwartungshaltungen sprechen, denn die Parteien können genau genommen gar nicht wissen, ob diese Erwartungen tatsächlich existieren. Darüber hinaus geht es aber auch um die Beeinflussung der Wählerinnen und Wählern und für einige Kreisverbände wohl nicht zuletzt auch darum, die als unfair berichtend wahrgenommenen klassischen Massenmedien zu umgehen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Parteien in urbanen und von vielen jungen Menschen bewohnten Gegenden aktiver kommunizieren, als Parteien in eher ländlichen Gebieten. Dies mag damit zusammenhängen, dass Parteien in städtisch geprägten Regionen mehr Feedback auf ihre Aktivitäten erhalten und dadurch ein zusätzlicher Nutzungsanreiz entsteht – das Gefühl, dass die eigenen Botschaften auf Resonanz stoßen scheint also nicht ganz unwichtig zu sein.

    Welche Erfolge können dadurch erzielt werden?

    Gerade die AfD erhält extrem viel Resonanz auf ihre Social Media Aktivitäten. Dies kann ich in meiner Studie zweifelsohne belegen. Dadurch kann sie ihre Botschaften, vorbei an den klassischen Massenmedien, als den traditionellen „Gatekeepern“, an ihre Mitglieder, Wähler und Sympathisanten transportieren – und das ohne eine kritische Einordnungen durch Dritte. Die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Zielgruppen ist für Parteien wie die AfD sicherlich sehr wichtig und sie glaubt sicherlich auch an den Erfolg ihrer Strategie, wie einige andere Parteien auch. Ich hatte eben ja davon gesprochen, dass die Parteien offenbar viele Vermutungen darüber anstellen, was von ihnen erwartet wird. Ganz ähnlich dürfte es sich mit allen Zielen verhalten: es geht meines Erachtens nach nicht so sehr um harte Fakten, sondern darum ob eine Partei glaubt ihre Ziele mit Social Media erreichen zu können – oder ob sie das eben nicht glaubt. Denn generell ist es sehr schwer zu messen, welche Erfolge Parteien durch die Nutzung sozialer Medien tatsächlich erzielen können, da man beispielsweise für die Messung ob nun das Ziel der Wählerbeeinflussung erreicht wurde, umfangreiche Daten ebenjener Wähler bräuchte, die man überdies noch sinnvoll mit den Kommunikationsaktivitäten der Parteien im Social Web in Verbindung bringen müsste und zahlreiche andere Einflussfaktoren, wie den Einfluss der Berichterstattung der klassischen Massemedien, herausrechnen müsste. Ein, gerade für Deutschland, schwieriges Unterfangen – schließlich dürfen Forscher hier aus guten Gründen nicht auf Wählerdaten zugreifen. Die jüngsten Wahlerfolge von Akteuren, die ganz gezielt soziale Medien nutzen, wie beispielsweise Donald Trump in den USA und die AfD in Deutschland, deuten allerdings darauf hin, dass soziale Medien durchaus einen Unterschied machen können. Jedoch muss die Nutzung von Facebook, Twitter, Instagram und Co. in eine übergreifende Kommunikationsstrategie eingebettet werden, um zu funktionieren. Das haben die schlechten Wahlergebnisse von Michael Bloomberg im Verlaufe des Vorwahlkampfes der Demokraten gezeigt, dem es trotz der Investitionen von hunderten Millionen US-Dollar in Facebook-Werbung nicht gelungen ist einen signifikanten Anteil der Wähler von sich zu überzeugen.

    Wie schätzen Sie die Zukunft einer Partei ein, die sich sozialen Medien gegenüber verschließt?

    Ich denke, dass es tatsächlich darauf ankommt, wie die übergreifende Kommunikationsstrategie eines politischen Akteurs ausgestaltet ist. Das Beispiel des Grünen-Vorsitzenden Rober Habeck, der trotz seines Rückzugs aus dem Social Web zu den beliebtesten deutschen Politikern gehört, zeigt, dass politische Akteure auch ohne soziale Medien erfolgreich sein können. Auf der anderen Seite wissen wir, dass soziale Medien gerade für die jüngere Generation zentraler Bestandteil ihrer Routinekommunikation ist und das viele Personen ihre politischen Informationen inzwischen nicht zuletzt über Facebook und Co. beziehen. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass Parteien, die ganz gezielt auf Social Media setzen, wie die AfD, extrem hohe Resonanzwerte auf ihre Botschaften erzielen, kann man durchaus die Frage stellen, ob es sich eine komplette Partei leisten kann sich den sozialen Medien gänzlich zu verschließen. Man kann die Auswirkungen eines kompletten Rückzugs einer Partei ja an einem fiktiven Beispiel einmal durchspielen: wenn ein junger Mensch Mitglied in einer Partei werden will, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich zunächst einmal im Social Web über deren Aktivitäten informieren will. Er erwartet Fotos und Videos von Veranstaltungen sowie prägnante Botschaften der politischen Ziele jener Partei. Findet er diese Partei weder auf YouTube, noch auf Facebook oder Instagram so wird dies, gelinge gesagt, wohl erstmal für Irritationen bei ihm sorgen. Ob sich dieser junge Mensch anschließend noch die Mühe macht gezielt nach einer Parteiwebsite zu suchen oder zum Telefonhörer greift, um sich beim Ortsvorsitzenden über Mitmachmöglichkeiten zu informieren, würde ich stark bezweifeln. Überdies sollte man auch bedenken, dass gerade jene Akteure stark auf die sozialen Medien setzen, die gängige Überzeugungen und Werte kritisch sehen und diese ganz offen angreifen. Man könnte daher die These vertreten, dass jene Parteien, die den Aktivitäten von AfD, Pegida und Co. kritisch gegenüberstehen diesen in einem Resonanzraum, der für viele Menschen von immenser Bedeutung ist, engagiert entgegentreten müssten. Dies geschieht meines Erachtens nach nicht – zumindest nicht auf der kommunalen Ebene, wie ich in meiner Untersuchung zeigen kann.

    Lesen Sie das ganze Interview hier [Nomos-Verlag].

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    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18810 Mon, 11 May 2020 15:44:36 +0200 Virtuelles Orchester: Universitätsblasorchester probt digital https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/virtuelles-orchester-universitaetsblasorchester-probt-digital/ Das Universitätsblasorchester Hildesheim ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie trotzdem weiter aktiv. Um musikalisch wieder präsent zu sein, werden die Musikerinnen und Musiker in den kommenden Wochen als virtuelles Orchester weiterarbeiten und ein Video produzieren. Das Universitätsblasorchester Hildesheim ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie trotzdem weiter aktiv. Die Musikerinnen und Musiker proben Stücke aus den beliebten Animationsfilmen von Walt Disney – etwa Aladdin, Vaiana, König der Löwen und Tarzan. Dafür haben sie Noten online erhalten. Nun proben sie schon einmal alles im Eigenstudium. Sobald es dann wieder möglich ist, nimmt auch das Universitätsblasorchester seinen Probenbetrieb in Präsenz wieder auf.

    Um musikalisch wieder präsent zu sein, werden die Musikerinnen und Musiker um Dirigent Volker Semmler in den kommenden Wochen als virtuelles Orchester weiterarbeiten und ein Video produzieren. Alle Musikerinnen und Musiker spielen ihre Stimme ein und nehmen das als Video auf. Später wir dann alles in einem Video zusammengefügt, so dass ein gemeinsames Bild und ein gemeinsamer Klang entsteht.

    Im Universitätsblasorchester kommen Musikerinnen und Musiker aller Fachbereiche zusammen, sie spielen zum Beispiel Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Saxophon, Horn und Tuba. „Die Resonanz auf das Projekt ist wirklich toll. Bisher wirken über 50 Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim im Universitätsblasorchester mit. Mit so einem Orchester kann man schon ein tolles Repertoire aufführen“, sagt Volker Semmler, der als Dirigtent, unterstützt vom Institut für Musik und Musikwissenschaft, das „Symphonische Universitätsblasorchester Hildesheim“ vor einem Jahr gegründet hat.

    Normalerweise probt das Universitätsblasorchester einmal im Monat sonntags am Kulturcampus Domäne Marienburg. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind Proben in Präsenz derzeit nicht möglich.

    Mitmachen kann jeder, der mit der Universität Hildesheim zu tun hat, sagt Semmler, „ob Student, Doktorand, Informatikerin, Verwaltungsmitarbeiter, Sprachwissenschaftlerin oder Professorin. „Wir wollen nicht nur die Musikstudierenden, sondern Lehrende aus allen Fachbereichen sowie Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter aus der Verwaltung ansprechen. Wer also eines der üblichen im Blasorchester vertretenen Holz- oder Blechblasinstrumente spielt, kann sich genauso gerne melden wie Musiker an Schlagzeug, Perkussionsinstrumenten, E-Bass und Kontrabass.“

    Weitere Musikerinnen und Musiker, die mitspielen wollen, können sich bei Volker Semmler (E-Mail Blasorchester@uni-hildesheim.de) melden. Besonders Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität sind auch herzlich eingeladen, im Universitätsblasorchester mitzuwirken.

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    Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen
    news-18796 Thu, 07 May 2020 15:10:13 +0200 Coronavirus: Hygiene- und Infektionsschutzplan der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/coronavirus-hygiene-und-infektionsschutzplan-der-stiftung-universitaet-hildesheim-1/ Das Präsidium und der Personalrat der Universität Hildesheim haben einen Hygiene-und Infektionsschutzplan verabschiedet. Der beschlossene Plan steht im Einklang mit den Vorgaben und Hinweisen des Bundes, des Landes, des Gesundheitsamtes und der die Regierungen beratenden Institutionen.

    Hier gelangen Sie direkt zum Hygiene- und Infektionsschutzplan [PDF].

    Alle weiteren aktuellen Informationen und wichtigen Hinweise der Universität Hildesheim zum Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie unter https://www.uni-hildesheim.de/oeffentlichkeit/coronavirus/.

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    Pressemeldungen
    news-18791 Wed, 06 May 2020 12:20:00 +0200 CHE Hochschulranking 2020: Wirtschaftsinformatik an der Uni Hildesheim ist in der Spitzengruppe https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/che-hochschulranking-2020-wirtschaftsinformatik-an-der-uni-hildesheim-ist-in-der-spitzengruppe/ Das CHE Hochschulranking ist der umfassendste und detaillierteste Hochschulvergleich. Die Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim gehört in drei Kategorien zu der Spitzengruppe. Vor allem mit der Unterstützung am Studienanfang und der Nähe zur Berufspraxis sind die Hildesheimer Studierenden sehr zufrieden. Das CHE Hochschulranking ist der umfassendste und detaillierteste Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum, basierend auf direktem Feedback der Studierenden.

    Das aktuelle CHE Hochschulranking im ZEIT Studienführer 2020/21 sowie auf ZEIT CAMPUS online hat in diesem Jahr unter anderem das Fach Wirtschaftsinformatik untersucht.

    Die Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim gehört in drei Kategorien zu der Spitzengruppe:

    Insbesondere mit der „Unterstützung am Studienanfang“ sind die Studierenden der Universität Hildesheim sehr zufrieden. Dies umfasst die vielfältigen Maßnahmen zu Kompetenzangleichung und Kompetenzaufbau durch Vorkurse, Peer-Learning-Angebote, sowie virtuelle Lernplattformen und die Begleitung und Beratung durch Erstsemester-Tutorien, Mentorinnen und Mentoren, die Orientierung in einer Einführungswoche, einen Career Service sowie die Möglichkeit, den Studienverlauf individuell zu planen.

    Die Bachelorstudierenden heben den „Kontakt zur Berufspraxis“ sehr positiv hervor. Die Studierenden können in einem Wirtschaftspraktikum, das Pflichtbestandteil in allen IT-Studiengängen ist, ihr gelerntes Wissen in der Praxis unmittelbar anwenden. Die Praktika finden in der Regel in Unternehmen in der Region Hildesheim statt, mit denen die Universität sehr gute, langjährige Kontakte pflegt. Abgerundet wird dieses Angebot durch viele praxisorientierte Lehrangebote und die Möglichkeit, Abschlussarbeiten in der Praxis anzufertigen.

    Auch in der Kategorie „Abschlüsse in angemessener Zeit (Master)“ hat die Universität Hildesheim beste Ergebnisse erlangt.

    „Im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim unterstützen wir unsere Studierenden ab Studienanfang. Alle Studienanfänger werden herzlich begrüßt und individuell beraten. Im ersten Semester stehen erfahrene Mentorinnen und Mentoren zur Verfügung, die Fragen zum Studium und zur Studienorganisation beantworten“, erläutert Prof. Dr. Julia Rieck vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Durch den  Arbeitskreis Informationstechnologie hat sich über Jahre eine nachhaltige und starke Zusammenarbeit zwischen der regionalen Wirtschaft und der Universität Hildesheim ergeben, so dass die Studierenden bereits während des Studiums Kontakt zur Berufspraxis haben. „Die Studierenden setzen bereits während ihres Studiums im Wirtschaftspraktikum, der Projektarbeit und der Abschlussarbeit ihr erworbenes Know-how zur Lösung praxisrelevanter Problemstellungen ein und besitzen so bereits bei Studienabschluss eine entsprechende Praxiserfahrung“, so Julia Rieck.

    Der Studiengang Wirtschaftsinformatik (Bachelor) wurde im Wintersemester 2007/2008 an der Universität Hildesheim eingeführt. Der Studiengang Wirtschaftsinformatik (Master) folgte im Wintersemester 2010/2011.

    Dies sind die Fristen für eine Bewerbung um einen Studienplatz in der Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim:

    Bachelor Wirtschaftsinformatik: vom 01.06.2020 – 15.07.2020 (eventuell Verlängerung)
    Master Wirtschaftsinformatik: vom 01.06.2020 – 31.08.2020 (eventuell Verlängerung)

    Medienkontakt:

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100 / Mobil: 0177 8605905

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    Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Pressemeldungen
    news-18703 Fri, 01 May 2020 19:43:00 +0200 Corona-Pandemie: Studie zum Informationsverhalten in Krisenzeiten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/corona-pandemie-studie-zum-informationsverhalten-in-krisenzeiten/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer Studie unser Informationsverhalten in Krisenzeiten. Eine Teilnahme an der Studie ist online möglich. „In der Corona-Pandemie scheinen seriöse Informationsquellen stark nachgefragt zu sein und eher rezipiert zu werden, als fragwürdige und populistische Quellen. Welche Kriterien Menschen an ihre Informationsquellen anlegen, untersuchen wir in unserer Studie“, so Professor Thomas Mandl. Jetzt teilnehmen an Online-Studie:
    Wie informieren Sie sich während der Corona-Pandemie?
    Vielen Dank für die Teilnahme an der Studie.

    Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Thomas Mandl, Dr. Stefan Dreisiebner und Sophie März vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim untersucht in einer Studie das Informationsverhalten in Krisenzeiten.

    Eine Teilnahme an der Studie ist weiterhin online möglich:

    https://www.uni-hildesheim.de/surveys/limesurvey250/index.php/645942?lang=de

    Die Beantwortungsdauer liegt bei etwa 6 Minuten.

    Wie informieren Sie sich privat über Corona und welche Quellen nutzen Sie?

    Zum Beispiel möchte das Forschungsteam gerne wissen: Wie verändert die Corona-Krise das Informationsverhalten der Menschen? Wie informieren Sie sich privat über Corona und welche Quellen nutzen Sie? Wie intensiv nutzen Sie zum Beispiel die lokale oder überregionale Zeitungen und deren Online-Ausgabe, internationale Quellen, Twitter, Podcasts, öffentliche Informationen von zum Beispiel dem Robert Koch-Institut oder Bundesgesundheitsministerium oder Online-Gespräche mit Freunden für den Konsum von Informationen seit dem Beginn der aktuellen Corona-Krise? Wie wichtig sind Ihnen bei der Wahl der Informationsquellen in der aktuellen Krise Faktoren wie zum Beispiel regionale Themen, glaubwürdige Informationen, verlässliche Hilfen im Alltag, aktuelle Live-Informationen, gute Unterhaltung, persönliche Empfehlungen oder Informationen von offiziellen Quellen?

    „Im Kern steht die Hypothese, dass seriöse Informationen in Zeiten der Corona-Pandemie wieder ernst genommen werden“, sagt Professor Thomas Mandl. Der Informationswissenschaftler erforscht unter anderem seit vielen Jahren das Informationsverhalten und befasst sich mit der Frage, wie glaubwürdig und zuverlässig gefundene Informationen im Netz sind.

    Die Corona-Pandemie führt zu einem erhöhten Informationsbedarf bei Bürgerinnen und Bürgern. „Dabei scheinen aktuelle und seriöse Informationsquellen stark nachgefragt zu sein und eher rezipiert zu werden als fragwürdige und populistische Quellen“, so Mandl.

    Insgesamt gibt es Höchstwerte für fast alle Nachrichten-Angebote, aber seriöse Quellen wie deutschlandfunk.de und auch lokale Sites wie br.de oder ndr.de erhalten weitaus mehr Zugriffe. Die Universität Hildesheim führt die Online-Umfrage durch, um zu untersuchen, inwieweit die Menschen dies auch selbst so wahrnehmen und welche Kriterien sie bei ihren Informationsquellen anlegen. Dazu sollen die Teilnehmer unter anderem bewerten, welche Informationsquellen sie nun mehr nutzen als vorher.

    Gleichzeitig scheint aber auch die Verbreitung von Falschnachrichten zuzunehmen und die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor „Health Misinformation“ (https://www.nytimes.com/2020/02/06/health/coronavirus-misinformation-social-media.html). Die Tech-Giganten Facebook, Twitter, Youtube und TikTok geben an, Maßnahmen zum Schutz der Nutzer gegen falsche und gefährliche Meldungen einzuleiten. In Trefferlisten werden seriöse Organisationen verstärkt an oberen Positionen oder Info-Panels mit geprüften Informationen gezeigt (https://firstdraftnews.org/latest/how-social-media-platforms-are-responding-to-the-coronavirus-infodemic/).

    Welche Rolle spielen Fake News und wie wirken diese?

    Das Hildesheimer Forschungsteam analysiert auch, welche Rolle Fake News spielen und wie diese wirken. Alle Ergebnisse sollen in Bezug zum Kenntnisstand und demographischen Faktoren ausgewertet werden. Die wichtigsten Erkenntnisse werden dann in Interviews zum Informationsverhalten weiter vertieft und mit Theorien abgeglichen. Die Studie läuft seit 14. April 2020, das Forschungsteam plant die Datenerhebung bis mindestens 5. Mai.

    Insgesamt ist der Internet-Traffic in Deutschland stark gestiegen. Die Nutzung beispielsweise von Deutschlandfunk.de stieg im März 2020 sehr stark an, was nach Einschätzung des Forschungsteams belegt, dass Internetnutzer im März 2020 seriöse Informationen suchen.

    Nutzer fragen die Suchmaschine: „Wann beginnt die Schule wieder?“ und „Wann endet Coronavirus?

    Nutzer suchen nicht generell in der Google-Suchmaschine, sondern greifen viel mehr direkt auf bekannte Quellen, vor allem Nachrichten, zu. Wenn Nutzer über die Google-Suchmaschine nutzen, so sind häufige Anfragen zum Beispiel: „Wann soll man bei Coronavirus-Symptomen zum Arzt?“, „Wie lange dauert die Kontaktsperre?“, „Wann beginnt die Schule wieder?“ und „Wann endet Coronavirus?“. (siehe Grafiken) Die Nutzung von Wikipedia.de sinkt im März 2020 stark, dies sei ein Beleg, dass Nutzer im März sehr aktuelle Informationen suchen.

    In der Vergangenheit hat das Forschungsteam aus Hildesheim gemeinsam mit indischen Kollegen bereits Twitter-Daten untersucht, die zum Beispiel während des Erdbebens in Nepal gesammelt worden waren. „Information und ihre Bedeutung in Krisen sind für uns also nicht ganz neu“, sagt Thomas Mandl. Weitere Informationen zu dieser Forschung finden Sie hier (Publikation „Information Retrieval from Microblogs during Disasters“ von Noushin Fadaei, Chanjong Im, Sandip Modha und Thomas Mandl: http://ceur-ws.org/Vol-2266/T1-3.pdf).

    Weitere Informationen: Tipps vom Projektteam „Informationskompetenz und Demokratie"

    Informationsverhalten zum Coronavirus

    Zu der aktuellen Thematik existiert im Internet eine Vielzahl an Informationen. Doch bei welchen Informationen handelt es sich um fachlich fundierte Auskünfte und wie erkennen wir sogenannte Falschmeldungen bzw. Fake News? Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie" stellt online in diesem Artikel Hinweise zum Informationsverhalten zu SARS-CoV-2 bereit. In dem Artikel erhalten Sie Tipps dazu, wie Sie Informationen zum Coronavirus prüfen und bei der Informationsüberprüfung vorgehen können.

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    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
    news-18809 Fri, 01 May 2020 07:18:00 +0200 Anatheismus – Richard Kearneys religionsphilosophischer Beitrag zur Gottesfrage heute https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/anatheismus-richard-kearneys-religionsphilosophischer-beitrag-zur-gottesfrage-heute/ Professor René Dausner vom Institut für Katholische Theologie ist Herausgeber der deutschen Ausgabe „Revisionen des Heiligen. Streitfrage zur Gottesfrage“. Dausner setzt sich in der Forschung mit Richard Kearneys religionsphilosophischem Beitrag zur Gottesfrage auseinander. Mit dem zentralen und zugleich herausfordernden Begriff des Anatheismus in der Religionsphilosophie setzt sich Prof. Dr. René Dausner auseinander. Mit ihm wird die bloße Gegenüberstellung von Heiligem und Weltlichem neu bedacht.

    Hier lesen Sie den Artikel [Link zum Theologischen Feuilleton].

    Professor René Dausner forscht und lehrt als Professor für Systematische Theologie (Dogmatik und Fundamentaltheologie) am Institut für Katholische Theologie der Stiftung Universität Hildesheim. Er ist Herausgeber der deutschen Ausgabe „Revisionen des Heiligen. Streitfrage zur Gottesfrage“. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat. 

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    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-18762 Wed, 29 Apr 2020 16:15:54 +0200 Bundesweite Studien: Wie erleben Eltern, Kinder und Jugendliche die Corona-Zeit? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesweite-studien-wie-erleben-eltern-kinder-und-jugendliche-die-corona-zeit/ Wie erleben Kinder, Jugendliche und Familien die Corona-Pandemie? Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main fragt Eltern, Kinder und Jugendliche in zwei bundesweiten Studien nach ihren Erfahrungen mit den Corona-Beschränkungen. Die Teilnahme an den beiden Online-Befragungen ist noch bis zum 03.05.2020 möglich. Die beiden bundesweiten Studien, in denen ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt Kinder, Jugendliche und Familien befragt, verzeichnen eine hohe Nachfrage.

    Mehr als 15.000 Menschen haben sich innerhalb kurzer Zeit an den beiden bundesweiten Befragungen beteiligt. In der Online-Studie „JuCo“ berichten Jugendliche und junge Erwachsene und in der Online-Studie „KiCo“ berichten Familien mit Kindern unter 15 Jahren, wie sie derzeit ihren Alltag meistern, was ihnen Sorgen macht und wie sie ihre Zeit verbringen.

    Mehr als 15.000 Menschen haben bundesweit an den beiden Studien bereits teilgenommen, eine Teilnahme an den Online-Befragungen ist noch bis zum 3. Mai 2020 möglich

    Die außerordentlich hohe Beteiligung zeigt uns, dass Kinder, Jugendliche und ihre Eltern gehört und berücksichtigt werden wollen, sagt die Hildesheimer Wissenschaftlerin Dr. Tanja Rusack.

    Über erste zentrale Ergebnisse zum Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Familien in der aktuellen „Corona-Zeit“ sollen Politik und Gesellschaft möglichst zügig informiert werden. Aus diesem Grund wird das Forschungsteam aus Frankfurt und Hildesheim Anfang Mai 2020 mit der Auswertung beginnen.

    Wer noch an einer der Studien teilnehmen möchte, hat deshalb bis zum 03.05.2020 dazu Gelegenheit: Der Elternfragebogen steht nun, nach vielfachem Wunsch, auch in englischer Version zur Verfügung. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Links zu den beiden Online-Befragungen:

    Studie Kinder & Eltern: https://www.soscisurvey.de/Elternbefragung_corona/
    Teilnehmen können alle Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Studie Jugendliche ab 15 Jahre: https://www.soscisurvey.de/jugend_corona/
    Teilnehmen können Jugendliche ab 15 Jahren und junge Erwachsene.

    Medienkontakt:

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100 / Mobil: 0177 8605905

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18735 Fri, 24 Apr 2020 08:03:00 +0200 Hilfestellung für Bürger: Artikel über Informationsverhalten zum Coronavirus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/hilfestellung-fuer-buerger-artikel-ueber-informationsverhalten-zum-coronavirus/ Wer steht hinter den Informationen? Was sind die Belege? Was sagen andere Quellen? Zum Thema Coronavirus existiert im Internet eine Vielzahl an Informationen. Doch bei welchen Informationen handelt es sich um fachlich fundierte und gesicherte Auskünfte? Und wie erkennen wir Falschmeldungen beziehungsweise Fake News? In einem frei zugänglichen Artikel schildert ein Wissenschaftsteam vom Projektteam „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim Vorgehensweisen zur Bewertung von digitalen Informationen. Das Team des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim stellt online in diesem Artikel Hinweise zum Informationsverhalten zu SARS-CoV-2 bereit.

    „Es gibt bewährte Vorgehensweisen zur Bewertung und Prüfung von digitalen Informationen“

    In dem frei zugänglichen Artikel „Informationsverhalten zum Coronavirus“ erhalten Bürgerinnen und Bürger Tipps dazu, wie Sie Informationen zum Coronavirus prüfen und bei der Informationsüberprüfung vorgehen können.

    „Es gibt bewährte Vorgehensweisen zur Bewertung und Prüfung von digitalen Informationen. Bürgerinnen und Bürger sollten bei der Suche nach Informationen darauf Acht geben, mehr als einen Kanal zur Informationsbeschaffung hinzuziehen und wissenschaftlich fundierte Quellen heranziehen“, sagt Professor Joachim Griesbaum vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie. So liefert etwa das Robert Koch-Institut, die deutsche Bundesbehörde für Infektionskrankheiten, stetig wissenschaftlich fundierte Informationen. Weitere vertrauenswürdige Quellen sind zum Beispiel das Bundesministerium für Gesundheit sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    „Unser Artikel ist eine ganz konkrete Hilfestellung der Universität an die Bürgergesellschaft in dieser Krise“, so Joachim Griesbaum. Mit dem Artikel möchte das Wissenschaftsteam um Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Prof. Dr. Thomas Mandl, Prof. Dr. Elke Montanari, Johanna Zellmer, Hannah Mitera und Daphné Çetta eine ganz konkrete und praktische Hilfestellung für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in der jetzigen Corona-Krise bieten, damit man nicht Desinformation aufsitzt.

    Wer steht hinter den Informationen? Was sind die Belege? Was sagen andere Quellen?

    In dem Artikel schildert das Hildesheimer Wissenschaftsteam Vorgehensweisen zur Bewertung von digitalen Informationen und empfiehlt unter anderem die Strategie des „Lateral Reading“, also das Querlesen von Beiträgen. So sollte man zum Beispiel bei der Informationssuche im Internet zuerst die Link-Zusammenfassungen der Ergebnisliste einer Suchmaschine überfliegen, bevor man die Links – wenn überhaupt – tatsächlich anklickt. Als Leitfragen für das Querlesen und um Informationen auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen, sollte man die folgenden Fragen heranziehen: Wer steht hinter den Informationen? Was sind die Belege? Was sagen andere Quellen?

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihren Webartikel lesen und teilen. Hilfestellung zu einem zielgerichteten Informationsverhalten zu geben, ist gerade auch für lokal und überregionale Nachrichtenmedien sinnvoll, hilft dies doch den Nutzern direkt und zeigt auch die nach wie vor zentrale Rolle von Qualitätsmedien in der immer breiter werden Informationsumwelt auf, sagt Joachim Griesbaum.

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    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
    news-18760 Wed, 22 Apr 2020 15:38:00 +0200 Videokonferenz: Kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/videokonferenz-kann-digitale-partizipation-auf-lokaler-ebene-besser-gelingen/ Das Zentrum für Digitalen Wandel lädt ein zur öffentlichen Videokonferenz: Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer von der Universität Hildesheim diskutiert mit den Teilnehmern, wie digitale Partizipation auf lokaler Ebene gelingen kann. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Am Dienstag, 5. Mai 2020, um 18:15 Uhr spricht die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer in einer Videokonferenz über das Thema „Local E-Democracy – Kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen?“.

    Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie auf die Internetseite www.uni-hildesheim.de/zfdw. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

    Wie sich Bügerinnen und Bürger aktiv an politischen Prozessen beteiligen und Meinungen austauschen

    Mit dem Internet sind und waren Hoffnungen verbunden, dass Bügerinnen und Bürger sich aktiv an politischen Prozessen beteiligen, ihre Perspektiven einbringen und Meinungen austauschen. Viele versprachen sich zudem von den neuen technischen Möglichkeiten, die Schwächen und Ermüdungserscheinungen repräsentativer Demokratie – etwa die Distanz zwischen Politikern und Bürgern – zu heilen. Spätestens mit der Entwicklung zum Social Web sind viele partizipative Angebote und Formate Alltag geworden.

    Was bedeutet dies jedoch für politische Prozesse? Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer von der Forschungsgruppe „Politik und Internet“ diskutiert anhand aktueller Forschungsergebnisse die Möglichkeiten von E-Democracy. Wie kann digitale Partizipation auf lokaler Ebene besser gelingen?

    Die Forschungserkenntnisse diskutiert Professorin Marianne Kneuer nach ihrem Kurzvortrag mit den Teilnehmern der Webkonferenz. Zur Videokonferenz gehört auch eine kleine Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer kurz erläutern, welchen Bezug sie zum Thema haben.

    Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel

    Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorerst digital stattfindet. Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einzubezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

    Kontakt bei Fragen:

    Dr. Bianca Burgfeld-Meise
    Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
    Tel.: 05121 883 90250
    E-Mail: burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

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    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18728 Wed, 22 Apr 2020 09:26:31 +0200 Schulen im Digitalen Wandel: Interview mit Informatikerin Dr. Bernadette Spieler https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/schulen-im-digitalen-wandel-interview-mit-informatikerin-dr-bernadette-spieler/ Die Informatikerin Dr. Bernadette Spieler entwickelt derzeit mehrere Angebote im Bereich der Digitalisierung an Schulen. Im Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ bietet die Wissenschaftlerin Online-Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an. In einer kostenfreien Online-Veranstaltung am 7. Mai 2020 können Lehrerinnen und Lehrer aktuelle Fragen zum Thema Online-Lehre stellen. Im Juni 2020 folgt eine Fortbildungsreihe zum Thema „Lehren und lernen mit digitalen Medien“. Die Wissenschaftlerin Dr. Bernadette Spieler entwickelt derzeit gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mehrere Angebote im Bereich der Digitalisierung im Bildungswesen. Die Informatikerin forscht und lehrt seit Herbst 2019 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim und leitet dort die neu gegründete Abteilung für Didaktik der Informatik. Sie war zuvor fünf Jahre an der Technischen Universität Graz in Österreich am Institut für Softwaretechnologie tätig.

    Die Informatikerin hat im Auftrag des Arbeitskreises „Schulen im Digitalen Wandel“ der Universität Hildesheim die neue Webseite https://digiducation.de entwickelt und veröffentlicht. Mit der Online-Plattform stellt die Universität eine Sammlung von offenen und freien Bildungsressourcen (OERs) für fächerintegrative Informatik- und Digitalisierungskonzepte bereit, informiert über Veranstaltungen und bietet nützliche Links zu weiterführenden Online Angeboten an. Eigene Materialien und Berichte können von allen direkt über die Seite (Menüpunkt „Teilen“) zur Verfügung gestellt werden.

    Der Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ setzt sich zusammen aus der Projektgruppe Medienbildung des Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Hildesheim: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Bernadette Spieler, Nicole Ude, Dr. Candy Walter und  Dr. Hartmut Schröder.

    Der Arbeitskreis befasst sich mit den zahlreichen Anforderungen und Aufgaben im Zuge des Digitalen Wandels an Schulen und möchte ein Forum zum gemeinsamen Austausch über Bedarfe, Anforderungen, bildungspolitische Vorgaben, Kompetenzmodelle, Materialien und Medien bieten. Dazu werden Veranstaltungen direkt an Schulen, an der Universität oder zurzeit auch online angeboten. Während eines Strategieworkshops im Frühjahr erarbeiteten Forschende der Universität und Lehrende zusammen gezielte Maßnahmen zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Digitalisierung an den Schulen in Stadt und Land Hildesheim, etwa zur Realisierung von digitalen Klassenräumen und Infrastrukturmaßnahmen und zum Einsatz von digitalen Medien.

    „Eine der Aufgaben von Lehrkräften ist es, Schülerinnen und Schüler im Zeitalter der Digitalisierung auf ihren Lebensweg und ihren Berufsalltag vorzubereiten. Konzepte wie fächerübergreifender und fächerintegrativer Unterricht zeigen, dass informatisches Denken sowie der richtige aber auch kritische Umgang mit Medien – daher das Herausbilden einer Medienkompetenz – zu den neuen Schlüsselqualifikationen der Kinder gehören. Dafür gibt es verschiedene  Konzepte, Lernsoftware, Lernapps oder Audience-Response-Systeme (ARS), welche für mehr Vielfalt in der Lehre eingesetzt werden können“, sagt Bernadette Spieler.

    Kostenlose Online-Veranstaltung des Arbeitskreises „Schulen im Digitalen Wandel“: Fragen und  Antworten zur digitalen Lehre an Schulen

    Am 7. Mai 2020 lädt die Informatikerin Lehrerinnen und Lehrer zu einer kostenlosen Online-Veranstaltung des Arbeitskreises „Schulen im Digitalen Wandel“ ein (https://www.digiducation.de/event/online-veranstaltung/). In der Online-Fortbildung haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit aktuelle Fragen zum Thema Online-Lehre zu stellen und können Problem- und Handlungsfelder aufzeigen. Des Weiteren können die Lehrkräfte über eigene Online-Ansätze und Lösungen aus ihrer eigenen Lehre an Schulen berichten. Die Lehrkräfte nehmen online von Zuhause teil.

    Im Juni 2020 startet Bernadette Spieler die Fortbildungsreihe „Lehren und lernen mit digitalen Medien“ (PDF) (voraussichtlich online). In der Fortbildungsreihe geht es etwa um Techniken, Lernsoftware, Chancen und Risiken, praktische Beispiele, rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht und den Einsatz von digitalen Medien im Schulalltag. Mit der Fortbildung sollen die digitalen Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern in Unterrichtsprozessen gestärkt werden. Die Fortbildung findet in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung der Universität Hildesheim statt. Die komplette Fortbildungsreihe kann bei Besuch von fünf der sechs Modulen mit einem Zertifikat der Uni Hildesheim abgeschlossen werden. Jedes Modul kann natürlich auch einzeln ausgewählt werden und für jede Teilnahme gibt es unabhängig vom Zertifikat eine Teilnahmebescheinigung des Kompetenzzentrums.

    Wer mehr über das digitale Lernen an Schulen erfahren möchte, erreicht Dr. Bernadette Spieler am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Uni Hildesheim unter spieler(at)uni-hildesheim.de.

    Nachgefragt bei Dr. Bernadette Spieler von der Abteilung Informatikdidaktik am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim

    Die Wissenschaftlerin Dr. Bernadette Spieler hat gerade einen Online-Programmier-Kurs in Zusammenarbeit mit dem in Hildesheim angesiedelten Explore Sciencenter (https://www.explore-hi.de) für Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren angeboten, der 4-tägige Coding-Kurs fand in den Osterferien Online für Kinder statt. 21 Kinder  haben am Kurs teilgenommen und am Ende eine eigenes Spiel am Smartphone mit der an der TU Graz entwickelten App Pocket Code programmiert. Die Informatikerin möchte in Zukunft mehrere solche Kurse in Hildesheim anbieten. Im Interview spricht sie über ihre Forschung.

    Frau Dr. Spieler, wie läuft der Online-Coding-Kurs für Kinder ab?

    Bernadette Spieler: Dieser Kurs war unser erster Versuch. Auf Grund der aktellen Situation musste ich kurzfristig den gesamten Kurswelcher ursprünglich als Coding-Kurs vor Ort am Explore Sciencenter in Hildesheim gedacht gewesen war, als Onlinekurs anbieten und digitalisieren. Mit Unterstützung des Explore Sciencenter und drei meiner ehemaligen Studierenden haben wir diesen Kurs mit insgesamt 10 Kapiteln, 33 Lektionen und 8 Quizzes entwickelt und diesen auf der neuen Webseite des Arbeitskreises „Schulen im Digitalen Wandel“ der Uni Hildesheim zur Verfügung gestellt (https://www.digiducation.de/online-kurse/). Der Kurs selbst wurde an vier Tagen online angeboten und täglich von zwei Online Sessions in Kleingruppen (um 9 Uhr und 14 Uhr) aktiv begleitet. Wir starteten am ersten Tag mit 24 Kindern und 21 davon haben den ganzen Kurs absolviert. Für einen freiwilligen Online-Kurs ist das ein sehr guter Schnitt.

    Wie haben Sie die Kinder während des Online-Coding-Kurses digital begleitet?

    In der Zeit von 10 bis 14 Uhr konnten die Kinder jeden Tag alleine an den einzelnen Kapiteln arbeiten und wenn sie Hilfe benötigten, eine 1:1-Videokonferenz mit den Trainerinnen und Trainern buchen. Insgesamt wurden 53 solcher online Einzel- Sessions gebucht. Das zeigt, dass – auch wenn ein Kurs online stattfindet – es einen sehr hohen Bedarf an direkter Betreuung und Kommunikation gibt. Sehr viel Wert haben wir darauf gelegt einen persönlichen Bezug zu den Kindern aufzubauen. Dafür fanden die gemeinsamen Online-Sessions in Kleingruppen von bis zu 9 Kindern statt. Es war jeder und jedem in Meetings selbst überlassen, ob das Video eingeblendet werden soll oder nicht. Des Weiteren nutzen wir ein interaktives Whiteboard zum Austausch, haben informatische Themen wie Binärzahlen und Logik gemeinsam erarbeitet und Rätsel und Spiele durchgeführt, um den Coding-Kurs aufzulockern.

    Wie gelingt das digitale Lernen in jungen Jahren? Worauf achten Sie in Ihren Online-Kursen für Kinder?

    Die Kinder lernten vieles über Programmierung (Schleifen, Variablen, Bedingungen) und erstellten kleinere Programme und am Ende ihr eigenes größeres Spiel. Jedes Kapitel bestand dabei aus drei Teilen: Es startete mit einer kurzen Erklärung und einer Aufgabe ohne Computer, wie einem Arbeitsblatt oder einer Turnübung. Diese Turnübung sollte zum Beispiel durch die Abfolge der einzelnen Schritte den Kindern die Funktionsweise eines Algorithmus erklären. Darauf aufbauend wurde ein Programm Schritt-für-Schritt erklärt und abschließend gab es pro Kapitel eine Programmier-Challenge zur Festigung, welche alleine gelöst werden sollte. Die Kinder waren sehr motiviert dabei, hatten merklich Spaß beim Programmieren der Spiele und manche haben selbst nach dem Kurs noch weiter an den Lektionen gearbeitet. Zusätzlich haben wir eine Lektion hinzugefügt, die Kindern zeigt wie sie ihren eigenen Designs und Muster programmieren können. Haben sie ein solches Design programmiert, dürfen Sie – sobald es die Situation wieder zulässt – an die Uni Hildesheim kommen und dieses mit unserer progrmamierbaren Stickmaschine auf ihr T-Shirt oder auf eine Tasche sticken.

    Wie bedeutsam ist die Betreuung per Chat oder Audio?

    Vor allem online ist es wichtig neue Wege der Motivation zu finden. Vor Ort ist es einfacher auf das jeweilige Kind einzugehen und zu helfen. Gerade deshalb haben sich die Einzelmeetings mit den Kindern ausgezahlt. Viele Kinder kamen mehrmals zu den Meetings und nutzten das Angebot unserer Helpline – einer der Trainer oder Trainerinnen war den ganzen Tag rund um die Uhr per Videokonferenz, Chat oder Audio erreichbar. Dieses Betreuungsangebot stellte sich als sehr wichtig heraus. Von Tag zu Tag trauten sich die Kinder immer mehr, fragten öfters nach, kommentierten ihre Erfolge mit der vorhandenen Kommentarfunktion, buchten zusätzliche Sessions, wurden mit den verwendeten Techniken vertraut und beteiligten sich immer aktiver in den Online-Meetings. Wir freuen uns sehr über den Erfolg des Kurses und bedanken uns bei den Kindern, welche bis zum Ende durchgehalten haben und sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben.

    Wie geht es weiter, planen Sie weitere Online-Coding-Kurse?

    Aufbauend auf diesen Erfolg möchten wir an der Universität Hildesheim weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Explore Sciencenter Online-Kurse anbieten und neue Kurse für verschiedene Zielgruppen konzipieren. Gerade in dieser Zeit kann man Kindern so einen nützlichen Weg aufzeigen, wie sie ihr Handy und ihren Computer sinnvoll einsetzen und kreativ eigene Spiele entwickeln können.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

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    Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen Lehrerbildung
    news-18739 Wed, 22 Apr 2020 07:27:00 +0200 Bundesweite Studie: Wie erleben Kinder und Familien die Corona-Zeit? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesweite-studie-wie-erleben-kinder-und-familien-die-corona-zeit/ Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main fragt Eltern und Kinder nach ihren Erfahrungen mit den Corona-Beschränkungen. AKTUELLER HINWEIS: Eine Teilnahme an der Online-Befragung ist nicht mehr möglich. Die Online-Befragung ist auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Das Forschungsteam hat daraufhin die Links früher geschlossen als geplant (am 03.05. um Mitternacht), um zügig erste Ergebnisse veröffentlichen und auch die Politik informieren zu können. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Durch die Maßnahmen, Schließungen und Kontaktbeschränkungen in Zeiten des Coronavirus hat sich vor allem auch der Alltag von Familien verändert. Doch bislang hat kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Kinder und Eltern gefragt.

    Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt befragt in einer bundesweiten Studie Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Teilnehmen können alle Eltern mit Kindern unter 15 Jahren.

    Das Forschungsteam fragt Eltern zum Beispiel, wie die Stimmung zu Hause ist, ob Eltern und Kinder Kontakt zu Freunden halten können, wie sie die aktuelle Betreuungssituation erleben und ob sie sich größere Sorgen machen seit der Corona-Pandemie. Welche Ansprechpersonen stehen zur Verfügung bei Problemen und Sorgen? Wie verbringen Kinder und Eltern ihre Zeit zu Hause? Wie gut fühlen Sie sich informiert durch Einrichtungen, Medien und Politik?

    Der Link zur Online-Befragung darf und soll gerne geteilt werden. Je mehr Familien sich beteiligen, desto wirksamer sind die Ergebnisse, um sie in öffentliche Diskussionen einzubringen.

    Die Online-Befragung startet am 24.04.2020 und endet voraussichtlich am 15.05.2020. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 15 Minuten. Zum Forschungsteam gehören Sabine Andresen, Anna Lips, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas und Johanna Wilmes.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    Dr. Severine Thomas
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de

    oder

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 8605905

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18711 Thu, 16 Apr 2020 13:42:50 +0200 Bildungssoziologin Janna Teltemann zu Corona: Es enstehen Nachteile für Kleinkinder aus bildungsfernen Familien https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bildungssoziologin-janna-teltemann-zu-corona-es-enstehen-nachteile-fuer-kleinkinder-aus-bildungsfern/ Professorin Janna Teltemann, Bildungssoziologin an der Universität Hildesheim, hat mit vier Kolleginnen aus der Bildungsforschung eine Stellungnahme zur Leopoldina-Empfehlung initiiert, die von 43 Professorinnen gezeichnet wurde. Für kleine Kinder, deren Familien keine entsprechenden Angebote für die frühe Förderung machen können, erwachsen in der Corona-Krise Nachteile. Die Krise treffe insbesondere auch Alleinerziehende. Die 43 Wissenschaftlerinnen reagieren damit auf die Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina „Coronavirus‐Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ vom 13.04.2020. Die Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten  Voraussetzungen wie einer stabil niedrigen Rate von Neuinfektionen und dem Erhalt der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems, den Bildungsbereich insgesamt schrittweise zu öffnen.

    Diese Empfehlung sei wichtig und richtig. „Allerdings kommen wir in Abwägung der Zielkonflikte in dieser Situation, die durch eine Vielfalt von Herausforderungen geprägt ist, zu einer anderen Einschätzung, was die Öffnung im Bereich der Institutionen für die jüngsten Kinder angeht. Kindertageseinrichtungen haben einen Bildungsauftrag für alle Kinder ab 0 Jahren, sie sind neben der Betreuung und Erziehung von Kindern also auch maßgeblich für Bildung verantwortlich“, heißt es in der Stellungnahme der 43 Wissenschaftlerinnen.

    Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten unbestritten größten Vorrang. In Ergänzung der Leopoldina-Stellungnahme weisen die 43 Wissenschaftlerinnen darauf hin, dass von einer monatelangen Schließung der Kindertageseinrichtungen Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren und ihre Familien in vielerlei Hinsicht betroffen wären. „Aus entwicklungspsychologischer Perspektive sind vor allem der Wegfall des Kontakts zu anderen Kindern und die dadurch fehlenden Möglichkeiten zum sozialen Lernen zu bedenken; aus lernpsychologischer Perspektive das Fehlen von pädagogischen Anregungen. Hieraus erwachsen vor allem für Kinder Nachteile, deren Familien keine entsprechenden Angebote machen können und für die frühe Förderung besonders wichtig ist. Viele Kinder mit geringen Deutschkenntnissen werden über mehrere Monate kaum Kontakt zu deutschsprachigen Kindern und Erwachsenen haben.“

    Zudem weisen die 43 Wissenschaftlerinnen auf soziale und ökonomische Folgen hin: Frauen werden durch den verlängerten Wegfall der institutionellen Betreuung entweder von Erwerbsarbeit abgehalten oder können sich nicht mit gleicher Kraft und Konzentration ihrer Arbeit widmen, da gerade bei jungen Kindern der Betreuungsaufwand sehr groß sei. Die erhöhte psychische Belastung und die negativen Konsequenzen für die Arbeitssituation treffen insbesondere auch Alleinerziehende, „die existentiell auf institutionelle Unterstützung angewiesen“ seien.

    Die Wissenschaftlerinnen schlagen vor, zu prüfen, inwieweit eine Regelung gefunden werden kann, die es zulässt, dass kleine und konstante Gruppen tageweise oder in kürzeren Betreuungsschichten die Kindertageseinrichtungen besuchen dürfen. Entscheidend sei dabei, dass die Gruppen nur aus wenigen Kindern bestehen.

    Zu den Verfasserinnen des Kommentars gehören neben der Bildungssoziologin Professorin Janna Teltemann auch die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi und die Theologin Professorin Maren Bienert von der Universität Hildesheim.

    Kommentar von 43 Bildungswissenschaftlerinnen zur Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Nationalen Akademie der  Wissenschaften Leopoldina „Coronavirus‐Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ (PDF)
    https://sync.academiccloud.de/index.php/s/MBO8UMvnCSwNOZe

    Blog-Beitrag des Bildungsjournalisten Jan-Martin Wiarda
    https://www.jmwiarda.de/2020/04/16/die-mahnung-der-43/

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    Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Katholische Theologie Sozialwissenschaften Soziologie Pressemeldungen
    news-18710 Thu, 16 Apr 2020 10:15:17 +0200 Bundesweite Studie: Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/bundesweite-studie-wie-erleben-jugendliche-die-corona-krise/ Durch die vielen Maßnahmen, Schließungen und Kontaktbeschränkungen in Zeiten des Coronavirus hat sich vor allem auch der Alltag junger Menschen verändert. Doch bislang hat kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefragt. Jugendforscherinnen und Jugendforscher aus Hildesheim und Frankfurt haben eine Onlinebefragung gestartet. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt befragt in einer bundesweiten Studie Jugendliche ab 15 Jahren. AKTUELLER HINWEIS: Eine Teilnahme an der Online-Befragung ist nicht mehr möglich. Die Online-Befragung ist auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Das Forschungsteam hat daraufhin die Links früher geschlossen als geplant (am 03.05. um Mitternacht), um zügig erste Ergebnisse veröffentlichen und auch die Politik informieren zu können. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Forschungsteam bedankt sich bei allen Teilnehmenden. Ab Mitte Mai 2020 werden erste zentrale Ergebnisse veröffentlicht.

    Wie erlebst du die Corona-Krise? Wie verbringst du deine freie Zeit? Hast du Sorgen?
    Nimm teil an unserer Studie! (für Jugendliche ab 15 Jahren)
    Hier geht's direkt zur Online-Befragung

    Bislang fragt kaum jemand nach den Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Corona-Krise. Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt befragt derzeit Jugendliche. Jugendliche ab 15 Jahren können ab sofort an der Online-Befragung teilnehmen.

    Das Forschungsteam aus Hildesheim und Frankfurt befragt die Jugendlichen zum Beispiel, ob es in ihrem Zuhause aktuell immer jemanden gibt, der sich um sie kümmert, ob sie sich in ihrem Zuhause sicher fühlen und ob sie sich seit der Corona-Pandemie größere Sorgen machen. Außerdem fragt das Forschungsteam zum Beispiel, mit wie vielen jungen Menschen der befragte Jugendliche derzeit in Kontakt steht und wie Jugendliche seit der Corona-Pandemie Kontakt halten – etwa über das Telefon, Sprachnachrichten, Videochats oder gemeinsamen Sport.

    Andere Fragen betreffen die freie Zeit: Wie zufrieden sind Jugendliche seit Corona damit, wie sie ihre Zeit verbringen? Und was machen sie in dieser Zeit – Lernen und üben, auf Geschwister aufpassen, im Haushalt helfen, sich langweilen, Nichts-tun oder ausruhen, Zeit mit der Familie verbinrigen, Computerspiele spielen oder zum Beispiel Sport treiben? Mit wem sprechen Jugendliche über ihre Sorgen?

    An der Studie teilnehmen können Jugendliche ab 15 Jahren.

    Dies ist der Link zur Online-Befragung:
    https://www.soscisurvey.de/jugend_corona/

    Die Online-Befragung startete am 15.04.2020 und endet voraussichtlich am 13.05.2020. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 12 Minuten.

    Zum Forschungsteam gehören unter anderem Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Dr. Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Sie erforschen seit vielen Jahren die Lebenslagen von Jugendlichen und möchten in der derzeitigen Corona-Krise die Perspektive von Jugendlichen einbeziehen und erfahren, wie Jugendliche die derzeitige Lage erleben.

    „Wir wissen, dass es junge Menschen gibt, für die die Situation mit Kontaktsperre und anderen Einschränkungen gerade besonders schwierig ist“, sagt Wolfgang Schröer.

    Kontakt:

    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

    Prof. Dr. Wolfgang Schröer
    E-Mail: schroeer@uni-hildesheim.de

    Dr. Severine Thomas
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de

    oder

    Isa Lange
    Pressesprecherin
    Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 8605905

    Über diese Studie berichtete das NDR Fernsehen (17.04.2020, Sendung "Niedersachsen 18:00 Uhr", Nachrichtenmagazin "Hallo Niedersachsen").

    NDR 1 NIEDERSACHSEN/Radio, NDR ONLINE, 16.04.2020 Studie: Wie gehen Jugendliche mit Kontaktverbot um?

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18707 Fri, 10 Apr 2020 12:38:16 +0200 Studie: Wie wirkt sich das Coronavirus auf unser Sozialleben aus? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-wie-wirkt-sich-das-coronavirus-auf-unser-sozialleben-aus/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Studie die Bedeutung persönlicher Beziehungen in Zeiten von Corona. An der Befragung können weiterhin alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren teilnehmen. Bisher haben sich rund 3.500 Personen im Alter zwischen 18 und 91 aus allen Bundesländern beteiligt. „In Beziehungen auf Distanz kann ein großes Unterstützungspotenzial liegen“, sagt der Sozialpädagoge Dr. Andreas Herz vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Jetzt teilnehmen an der Online-Befragung
    „Soziale Kontakte & Corona“
    (hier geht's direkt zur Studie)

    Die Universität Hildesheim sucht weiterhin Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer für die Online-Befragung „Soziale Kontakte & Corona“. Ein Forschungsteam um Dr. Andreas Herz untersucht in der bundesweiten Studie, wie sich Kontakteinschränkungen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus auf unser Sozialleben auswirken.

    Die Befragung startete am 20.03.2020 und in den ersten drei Wochen haben sich bereits rund 3.500 Personen im Alter zwischen 18 und 91 aus allen Bundesländern beteiligt. „Danke an alle, die bislang schon an der Befragung teilgenommen haben. Dieser hohe Rücklauf zeigt einfach, wie stark es viele Menschen aktuell beschäftigt wie man auf Distanz mit anderen in Kontakt sein kann. Unsere Forschung ist auf die Teilnahme möglichst vieler Menschen an der Online-Befragung angewiesen – nur so können wir analysieren, welche Bedeutung die Kontakteinschränkungen für unser Sozialleben haben“, so Herz.

    Teilnahme an der Online-Befragung

    Das Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik ist dabei insbesondere auch daran interessiert, ob über die Zeit der Kontakteinschränkungen auch Veränderungen darin sichtbar werden, wie Personen aktuell in Kontakt mit anderen stehen. Darum laden sie weiterhin zur Teilnahme an der Online-Befragung unter folgendem Link ein: www.soscisurvey.de/kontakte

    „Unsere Studie ist so angelegt, dass man wiederholt im Abstand einer Woche daran teilnehmen kann, da wir insbesondere auch am Verlauf in den nächsten Tagen und Wochen interessiert sind. Eine Situation wie jetzt hat es so einfach nie gegeben. Wir müssen uns räumlich aus dem Weg gehen – auch Personen, die uns emotional sehr nahestehen. Und das alles hat sich so schnell verändert“, beschreibt Andreas Herz die Situation. „Gleichzeitig kann in Beziehungen auf Distanz ein großes Unterstützungspotenzial liegen – das wissen wir aus anderen Studien, wobei Vergleiche mit der aktuellen Situation nur schwer zu treffen sind.“

    Wie sind Personen aktuell mit anderen in Kontakt? Was sind Anlässe für Kontakte und welche Formen von Unterstützung liegen darin?

    Viele Menschen müssen aktuell ganz andere Formen des sozialen Kontakts infolge der Corona-Pandemie nutzen, um beispielsweise auf digitalen Wegen mit ihren Mitmenschen in Kontakt zu bleiben können - das ist eine Ausnahmesituation ohne vergleichbare Erlebnisse aus der Vergangenheit. „Wie Personen aktuell mit anderen in Kontakt sind, was Anlässe für Kontakte sind, welche Formen von Unterstützung darin liegen – aber auch welche Herausforderungen mit der aktuellen Situation in Beziehungen zu anderen auftreten – das ist unser Studieninteresse“, so der Sozialpädagoge Herz.

    Mehr Informationen zur Studie über www.uni-hildesheim.de/sozkon

    An der Befragung können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren teilnehmen. Die Teilnahme an und alle Angaben in der Befragung sind absolut freiwillig. Die Befragung dauert etwa 20 Minuten – die Anonymität der Befragten ist garantiert.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    „Soziale Kontakte & Corona“
    Dr. Andreas Herz
    Universitätsplatz 1
    31141 Hildesheim
    E-Mail: herzand@uni-hildesheim.de
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22159

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121.883-90100
    Mobil: 0177.860.5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18680 Mon, 06 Apr 2020 15:27:04 +0200 Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von Corona: Plattform für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe online https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kinder-und-jugendhilfe-in-zeiten-von-corona-plattform-fuer-fachkraefte-der-kinder-und-jugendhilfe-o/ Die neue Kommunikations- und Transferplattform für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe www.forum-transfer.de kann ab sofort genutzt werden. Junge Menschen und Familien sollen gerade in Zeiten von Corona in ihren Lebenslagen unterstützt und in Krisen interveniert werden. Die Online-Plattform enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie Beispiele „guter Praxis“. An dem Projekt ist das Forschungsteam um Tanja Rusack, Wolfgang Schröer und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim beteiligt. Das Bundesfamilienministerium unterstütz die Plattform. www.forum-transfer.de für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe jetzt online / „Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, sagt Professor Wolfgang Schröer

    „Diese Plattform soll die Kinder- und Jugendhilfe unterstützen, gute Modelle möglichst schnell in die Breite zu bringen“, sagt Matthias Röder, Jugendamtsleiter.

    Ein zentrales Kennzeichen der Kinder- und Jugendhilfe ist, dass sie in all ihren Handlungsfeldern auf sozialen Kontakten und Interaktionen aufbaut. Von den Frühen Hilfen über die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit bis hin zum Kinderschutz erfolgt Erziehung, Beziehung, Beratung, Bildung, Hilfe und Schutz zumeist in unmittelbarem Kontakt mit Menschen. In der aktuellen Situation ist allerdings die Veränderung der Sozialkontakte der einzige wirksame Weg zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

    „Überall in der Republik suchen öffentliche und freie Träger nach neuen Möglichkeiten, um Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien bestmöglich weiter zu unterstützen. Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, betont Wolfgang Schröer, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim und Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums.

    Junge Menschen und Familien – gerade in Zeiten von Corona – in ihren Lebenslagen unterstützen und in Krisen intervenieren

    Die Kinder- und Jugendhilfe erfindet sich gerade neu. Sie eröffnet viele Wege, um junge Menschen und Familien weiter – gerade jetzt in der Corona-Zeit – in den ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen und in Krisen zu intervenieren. Dabei entstehen an vielen Orten neue Ansätze und wertvolle Methoden, Verfahren und auch Richtlinien – vielfach digital, aber nicht nur. Darum bedarf es des Austausches und einer Plattform, in der die Fachkräfte ihre Ansätze vorstellen und präsentieren können. Nicht an jedem Ort muss alles neu erfunden werden.

    Die Plattform www.forum-transfer.de enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“, wie die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe unter den Bedingungen der „Corona“ Pandemie und für die Zeit bis zu einer wiederkehrenden Routine gesichert und weiterentwickelt werden kann.

    Mit der neuen Online-Plattform sollen unkompliziert Praxistipps für die Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden

    „Gemeinsam können wir die aktuelle Situation besser meistern“, so Heinz Müller vom Institut für Sozialpädagogische Forschung (ism) in Mainz. Er hat die Plattform zusammen mit seinen Kolleg*innen und weiteren Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht (DIJuF) und der Universität Hildesheim aufgebaut. Heinz Müller sagt: „Wir müssen jetzt miteinander nach Wegen suchen, wie die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur in Kontakt mit jungen Menschen und Familien bleibt, sondern ihnen gerade jetzt reelle Unterstützung anbieten kann.“

    Mit der neuen Online-Plattform sollen unkompliziert Praxistipps für öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden.

    „Dabei kommt es nicht darauf an, wer die beste Idee hat, sondern wie gute Ideen schnell dazu führen, dass den Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien geholfen wird“, ergänzt Matthias Röder, Jugendamtsleiter in Hessen, der die Plattform ebenfalls mitentwickelt hat. „Dafür braucht es vor allem Information, Austausch und Vernetzung. Recht sollte für gute Ideen keine Hürde, sondern eine Stütze sein. Das wollen wir auf der Plattform mit einer breiten Verlinkung zu den DIJuF-FAQ zeigen“, sagt Katharina Lohse, fachliche Leiterin des DIJuF.

    „Letztlich wird die Plattform nur dann ihren Dienst erfüllen, wenn sie von Fachkräften angenommen und mitgestaltet wird. Darum sind ihre Hinweise und Tipps so wichtig“, so Tanja Rusack von der Universität Hildesheim. „Wir wollen zeigen, dass junge Menschen, die zum Beispiel in Wohngruppen oder Pflegefamilien leben, weiterhin in der Kinder- und Jugendhilfe sehr gut begleitet werden und auch junge Menschen in sehr kritischen Situationen, wie junge Menschen auf der Flucht oder im Wohnungsnotstand, Angebote finden können“, unterstreicht Josef Koch von der IGfH.

    Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat den Vorschlag für die Plattform sofort unterstützt und unkompliziert eine Projektförderung zugesagt.

    Alle Initiatior*innen und beteiligten Organisationen sind seit Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe praktisch, beratend oder wissenschaftlich tätig. Ihnen ist es wichtig, dass die Menschen gerade jetzt merken, dass die Kinder- und Jugendhilfe für die jungen Menschen und Familien da ist.

    Die Beteiligten rufen Fachkräfte dazu auf, die Plattform zu nutzen und mitzugestalten, um gemeinsam für die jungen Menschen und Familien eine krisenfeste Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen.

    Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism)
    Kontaktpersonen: Eva Dittmann, Heinz Müller, Elisabeth Schmutz
    Flachsmarktstraße 9, D-55116 Mainz, 06131-24041-0
    info@ism-mz.de
    www.ism-mz.de

    Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH)
    Kontaktpersonen: Josef Koch, Stefan Wedermann
    Galvanistraße 30, D-60486 Frankfurt am Main, 069-633 986-0
    Mail: igfh(at)igfh(.)de
    Web: www.igfh.de

    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim
    Kontaktpersonen: Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas
    Universitätsplatz 1, D-31141 Hildesheim
    www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozial-und-organisationspaedagogik/

    Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF)
    Kontaktpersonen: Katharina Lohse, Matthias Röder
    Poststr. 17, D-69115 Heidelberg, 062 21-98 18-0
    E-Mail: institut@dijuf.de
    www.dijuf.de

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    news-18671 Fri, 03 Apr 2020 10:08:00 +0200 Psychologie: Wie sich das soziale Leben und Emotionen durch das Coronavirus verändern https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/psychologie-wie-sich-das-soziale-leben-und-emotionen-durch-das-coronavirus-veraendern/ Professor Andreas Mojzisch (Sozialpsychologie) und Professor Christina Bermeitinger (Allgemeine Psychologie) untersuchen den Einfluss des Coronavirus auf das soziale Leben sowie Verhaltensänderungen und Veränderungen von Emotionen in der Corona-Pandemie. Studie der Sozialpychologie

    Internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Andreas Mojzisch untersucht: Welchen Einfluss hat der Ausbruch des Coronavirus auf das soziale Leben? Hilft ein Wir-Gefühl in Gruppen als Stresspuffer, um mit Bedrohungen besser umzugehen?

    Prof. Dr. Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, führt derzeit in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen aus China, Italien, Südafrika, Australien, USA, UK und Kanada eine Online-Studie zum Einfluss des Coronavirus auf das soziale Leben durch. Mittlerweile haben bereits über 4.000 Probanden an der Studie teilgenommen.

    Der Ausbruch des Coronavirus betrifft derzeit die weltweite Bevölkerung. Das internationale Forschungsteam möchte untersuchen, wie Menschen dieses Ereignis wahrnehmen und welchen Einfluss dieses auf ihr soziales Leben hat. Das Forschungsteam untersucht dabei insbesondere, wie sich die Bedrohung durch das neue Corona-Virus auf unsere Sozialbeziehungen auswirkt und welche Rolle es dabei spielt, wie sehr wir uns mit bestimmten Gruppen, zum Beispiel unseren Freunden oder unseren Nachbarn, identifizieren.

    Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass ein Wir-Gefühl als Stresspuffer wirkt, das heißt uns dabei hilft, mit Bedrohungen besser umzugehen. Aber gilt dies auch für die Bedrohung durch das Corona-Virus und gilt dies auch für alle Kulturen? Und könnte ein hohes Wir-Gefühl unter Umständen sogar negative Effekt haben, weil man sich infolge eines hohen Wir-Gefühls weniger bedroht fühlt und die aktuelle Lage auf die leichte Schulter nimmt?

    „Unsere Studie steht unter dem Motto: ‘Physically apart but socially together’. Wir sind davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Eindämmung der Ausbreitung des neuen Corona-Virus voraussetzt, dass wir besser verstehen, wie sich die zwischenmenschlichen Beziehungen in Reaktion auf die Bedrohung durch das Virus verändern“, sagt Professor Andreas Mojzisch.

    An der Studie können aktuell noch Personen teilnehmen, dies ist der Link zur Online-Befragung für das deutsche Sample:
    https://ww3.unipark.de/uc/so_corona_german/

    Studie der Allgemeinen Psychologie

    Wie äußert sich Angst emotional, verändert sich das Verhalten im Zuge der Ausbreitung des neuen Coronavirus? Internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Christina Bermeitinger erforscht Veränderungen von Emotionen in der Corona-Pandemie

    Prof. Dr. Christina Bermeitinger von der Forschungsgruppe Allgemeine Psychologie der Universität Hildesheim hat in Kooperation mit ihrem chinesischen Kollegen Professor Jin Zheng sowie Partnern aus den U.S.A. eine Längsschnittstudie zu Beginn der Corona-Pandemie im Zeitraum von Februar bis März 2020 durchgeführt.

    „Es geht um die Frage, inwiefern Pandemie-bedingte Verhaltensänderungen und Änderungen emotionaler Reaktionen mit der Bewertung des Krisenmanagements des jeweiligen Landes zusammenhängen“, so Professor Bermeitinger. Inwieweit verändern sich das Verhalten und affektive Reaktionen im Zuge der Ausbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der Beurteilung des Krisenmanagements? Wie äußert sich Angst emotional, verändert sich das Verhalten?

    Das Forschungsteam verbreitete die Online-Befragung mit einem Katalog von knapp 70 Fragen über soziale Medien und Messenger Apps an die lokale Bevölkerung in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei in der Volksrepublik China sowie in Deutschland und den U.S.A. Von den 846 Teilnehmenden haben 318 Personen die Fragen beider Befragungszeitpunkte vollständig beantwortet. Fast alle Teilnehmenden waren nicht an COVID-19 erkrankt. Sie wurden zum Beispiel gefragt, ob sie sich nervöser und ängstlicher fühlen als sonst, ob sie ihren Mund in den letzten drei Tagen mit einer Atemschutzmaske bedeckt haben und ob sie  vorbeugende Maßnahmen ergriffen haben, etwa wenn sie befürchteten, dass Türgriffe und Knöpfe in den Aufzügen die neuartigen Coronaviren übertragen könnten. Außerdem wollte das Forschungsteam wissen, ob die jeweils befragte Person die Informationen durch die Gesundheitsbehörden an die Öffentlichkeit in ihrem Land als vertrauenswürdig einstufen.

    „Personen aus allen drei Ländern haben über die wenigen Wochen der Erhebung ihr Verhalten bedeutsam verändert – die Personen gaben an, dass sie präventives Verhalten gesteigert haben. Eine bedeutsame Veränderung der generellen Angst konnten wir bei den teilnehmenden Personen nicht feststellen. Das Krisenmanagement in den Ländern wurde für beide Messzeitpunkte und in allen Ländern gleich gut bewertet. Es gab zudem keinerlei Zusammenhänge zwischen der Bewertung des Krisenmanagements auf der einen Seite und den Emotionen oder dem Verhalten auf der anderen Seite. Während jedoch in China über den Februar hinweg die eigene Anfälligkeit, die Emotionen anderer zu übernehmen (insbesondere bei öffentlichen Notfällen), abnahm,  zeigten die Personen aus Deutschland und den U.S.A. eine erhöhte Anfälligkeit beim zweiten Erhebungszeitpunkt. Anfang Februar bestand noch keinerlei Unterschied zwischen den Ländern“, fasst Professor Bermeitinger die Ergebnisse zusammen.

    Eine Teilnahme an dieser Studie ist nicht mehr möglich. Die Forschungsunterlagen sind „open access“ im Internet unter dem folgenden Link frei abrufbar: https://osf.io/mcn6z/#!

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut Psychologie

    Prof. Dr. Christina Bermeitinger
    E-Mail: bermeitinger@uni-hildesheim.de

    Prof. Dr. Andreas Mojzisch
    E-Mail: mojzisch@uni-hildesheim.de

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121 883 90100
    Mobil: 0177 860 5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

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    Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18634 Wed, 01 Apr 2020 09:32:00 +0200 Barrierefreie Kommunikation in der Corona-Krise: Informationen in Einfacher Sprache https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/barrierefreie-kommunikation-in-der-corona-krise-informationen-in-einfacher-sprache/ Ein Forschungsteam aus den Übersetzungswissenschaften der Universität Hildesheim macht aktuelle Informationen über das Coronavirus SARS-CoV-2 in Einfacher Sprache zugänglich. „Barrierefreie Kommunikation ist gegenwärtig zunehmend Teil des Krisenmanagements in der deutschen Gesundheitskommunikation. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist hier sehr aktiv und in wichtige gesundheitspolitische Aufgaben involviert“, sagt Professorin Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim.

    Das Forschungsteam übersetzt derzeit aktuelle Informationen zum Corona-Virus in Einfache Sprache und macht diese in Zusammenarbeit mit dem Wort- und Bildverlag auf der Website https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/coronavirus-einfache-sprache-557641.html verfügbar.

    Jeder Zweite hat Probleme damit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen und zu bewerten

    „Aus verschiedenen Studien (unter anderem Schaeffer 2016) wissen wir, dass mehr als 54% der deutschen Bevölkerung gesundheitsrelevante Informationen nicht versteht“, so Christiane Maaß. Jeder Zweite habe Probleme damit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, richtig einzuordnen, zu bewerten und zu nutzen.

    Die Forschungsstelle macht darüber hinaus auf ihrer Webseite ebenfalls evidenzbasierte Informationen über das Corona-Virus in Leichter Sprache zugänglich: www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/forschung/corona-virus/.

    Mit der Initiative „Barrierefreie Kommunikation und Corona“ setzen sich die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen in Kooperation mit weiteren Aktivisten dafür ein, dass Personen mit Kommunikationseinschränkung Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen ohne die Hilfe Dritter haben. Die Initiative wurde von Laura M. Schwengber ins Leben gerufen, die in Hildesheim den Master „Barrierefreie Kommunikation“ in Teilzeit studiert und die Taskforce leitet. Dieses Team aus Fachleuten aus Forschung und Praxis arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, sich an die Krankenhäuser und das Pflegepersonal sowie die Politik in Deutschland zu wenden, um diese zum Teil lebensnotwendige Information zu streuen, denn leicht verständliche Gesundheitskommunikation ist Krisenkommunikation, sagt Professorin Christiane Maaß.

    Informationen zum Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“

    Interview mit der Übersetzungswissenschaftlerin Dr. Isabel Rink
    von der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim

    Frau Dr. Rink, die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim übersetzt Informationen über das Coronavirus SARS-CoV-2 in Einfache Sprache und Leichte Sprache. Was haben Sie in den letzten Tagen erarbeitet?

    Mein Team und ich haben in den letzten Tagen verschiedene Basisinformationen über das Corona-Virus und den Diskurs dahinter in Einfache und Leichte Sprache übersetzt. Es ging dabei zum Beispiel um die Fragen: Was ist das neue Coronavirus? Woher kommt das neue Coronavirus? Wie kann ich die Symptome der Krankheit erkennen? Was kann ich tun, um mich und andere Personen zu schützen? Welche Personen sind besonders gefährdet?  
    Wir haben aber auch verschiedene Hashtags in Leichte Sprache übersetzt, damit alle Menschen Zugang zum Diskurs haben:
    https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/forschung/corona-virus/
    Diese machen wir natürlich über unsere Social Media-Kanäle zugänglich.
    Zudem erarbeiten wir gerade in Kooperation mit verschiedenen Praktiker_innen (Gebärdensprachdolmetschern, Leichte-Sprache-Dolmetschern, Schriftdolmetschern, Verstehensassistenzen) Anleitungen zur Bedienung von Skype, FaceTime, Zoom etc. in Leichter Sprache, damit mögliche Bedarfsträger mit Kommunikations- oder Verstehenseinschränkung im Ernstfall diese Dienste für die Live-Verdolmetschung im Krankenhaus oder beim Arzt nutzen können.

    Was ist dabei eine Herausforderung? Die Übersetzungstätigkeit erfordert tagesaktuelle Reaktionen.

    Eine Herausforderung ist die aktuelle Reaktionszeit. Die Informationen zur Verbreitung des Virus oder zu den Gegenmaßnahmen durch die Bundesregierung und die Länder ändern sich schnell, dann müssen wir unmittelbar reagieren: Die neue Information muss entsprechend übersetzt und zudem durch das medizinische Fachpersonal auf Seiten des Auftraggebers geprüft werden, erst dann kann es auf der Homepage aktualisiert werden. Hier unterscheiden sich Standardversion, Leichte-Sprache-Fassung oder Einfache-Sprache-Fassung darin, dass es bei der Übersetzung eine weitere Korrekturschleife gibt.

    Manche Informationen ändern sich sehr schnell, wie geht man damit als Übersetzungsteam um?

    Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Auftraggeber und telefonieren mehrmals täglich. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem umsichtiges Handeln: Was ist für den Moment wichtiger, die neueste Änderung der Bundesregierung oder die Zugänglichmachung der Information über richtige Handhygiene? Diese konkrete Anwendung der Theorie in der Praxis ist eine sehr wertvolle Erfahrung, die wir dann wiederum in die Lehre einspielen können.

    Sie übersetzen in dem Kooperationsprojekt mit der Apotheken-Umschau (www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/coronavirus-einfache-sprache-557641.html) Informationen zum neuen Corona-Virus in Einfache Sprache. Welche gesundheitspolitische Bedeutung hat die Arbeit der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim in der derzeitigen Corona-Krise, wozu möchten Sie beitragen?

    Es hagelte viel Kritik, insbesondere von Vertretern der Gruppen mit Kommunikationseinschränkung, die zum Teil den vulnerablen Gruppen zugehören: Sie hatten sehr lange Zeit kaum Zugriff auf die Informationen über das Corona-Virus und die Debatte dahinter, sodass sie sich nicht eigenständig informieren und die Maßnahmen entsprechend umsetzen konnten. Barrierefreie Gesundheitskommunikation ist aktuell Teil des Krisenmanagements und alle Personen in diesem Land müssen mitgenommen werden. So hoffen wir, dass durch die Bereitstellung von barrierefreien Informationen über das Corona-Virus und damit verbundene Maßnahmen wie die richtige Handhygiene auch die Gesundheitskompetenz in einer diversen Gesellschaft gestärkt und gefördert wird. Nur so haben alle die Möglichkeit, einen Beitrag zur Abflachung der Kurve zu leisten.

    Stimmen Sie sich mit Gesundheitsbehörden und Fachkreisen ab, wie sichern Sie als Übersetzungsteam die Qualität und Richtigkeit der Informationen?

    Die Texte werden dreifach geprüft: Die Informationen werden von der Forschungsstelle Leichte Sprache übersetzt (mindestens 4-Augen-Prinzip) und von einem zweiköpfigen Team des Auftraggebers fachlich geprüft. Auf diesen Texten liegt also eine deutlich größere Ressource, als das üblicherweise der Fall ist.

    Sie bilden an der Universität Hildesheim Profis für barrierefreie Kommunikation aus. Wer ist an dem Übersetzungsprojekt beteiligt und wie geht es weiter, wird das Projekt noch fortgeführt in der aktuellen Corona-Krise?

    Das Übersetzungsprojekt leite ich, mein Team besteht unter anderem aus Studierenden des Masterstudiengangs „Barrierefreie Kommunikation“. Ein Teil der Studentinnen und Studenten übersetzt die Texte im Rahmen von studentischen Hilfskraftverträgen. So hat zum Beispiel Lena-Sophie König, die jetzt erst in das Masterstudium startet, verschiedene Hashtags in Leichte Sprache übersetzt, denn auch der Zugriff auf Diskurswissen bedeutet gesellschaftliche Teilhabe. Das Engagement unserer Studierenden geht aber darüber hinaus, so dass auch Studierende, die nicht beschäftigt sind, Initiative ergreifen und ihren Beitrag dazu leisten, Information zugänglich zu machen, sich vernetzten und kleinere Projekte in Zeiten dieser Krise auf die Beine stellen.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften
    Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
    Forschungsstelle Leichte Sprache

    Dr. Isabel Rink
    E-Mail: rinkisa@uni-hildesheim.de

    Prof. Dr. Christiane Maaß
    E-Mail: christiane.maass@uni-hildesheim.de

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121.883-90100
    Mobil: 0177.860.5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18632 Mon, 30 Mar 2020 14:36:16 +0200 Eignungsprüfungen in den kulturwissenschaftlichen Studiengängen finden online statt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eignungspruefungen-in-den-kulturwissenschaftlichen-studiengaengen-finden-online-statt/ Auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim verbinden Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis. Eine Bewerbung für die kulturwissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengänge ist weiterhin möglich. Studieninteressierte werden die Eignungsprüfung online von zuhause aus ablegen. Der Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim informiert, dass eine Bewerbung für die kulturwissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengänge weiterhin möglich ist. Die Eignungsprüfungen für die Bachelorstudiengänge finden statt, mit Veränderungen im Prüfungsablauf. Die Eignungsprüfung findet nicht als Präsenzprüfung vor Ort statt. Studieninteressierte werden die Eignungsprüfung stattdessen online von zuhause aus ablegen.

    Nähere Informationen zur Eignungsprüfung finden Sie hier online.

    Wer Kulturwissenschaften studieren möchte, kann sich noch bis zum 15. April 2020 für die Eignungsprüfungen in den Bachelor-Studiengängen „Szenische Künste“ und „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ sowie bis zum 30. April 2020 für die Eignungsprüfung im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium auf dem Kulturcampus startet im Oktober 2020.

    Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

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    Fachbereich 2 Pressemeldungen
    news-18615 Tue, 24 Mar 2020 15:31:27 +0100 Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/unterstuetzung-von-jungen-menschen-in-zeiten-von-corona-gestalten/ Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona mit erarbeitet. Es sei eine der größten Herausforderungen für die kommunale Kinder- und Jugendpolitik, die Bildungspolitik in den Ländern sowie die Bundespolitik jetzt innovative Wege zu finden, um junge Menschen und Familien zu unterstützen, so Schröer. Die Lage derzeit sei eine Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien werde durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Es sei notwendig, so Schöer, die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe zu erhalten, gerade wenn Organisationen in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit 2019 Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums.

    Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

    Im Folgenden lesen Sie einen Auszug aus der Stellungnahme, die Prof. Dr. Wolfgang Schröer als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums mit erarbeitet hat.

    Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums

    Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten / Kinder- und Jugendpolitik ist gefordert

    Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien wird schon allein durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen, öffentlichen Räumen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums ist es jetzt unbedingt wichtig, dass die Schließung der öffentlichen Einrichtungen von jungen Menschen und Familien nicht als Rückzug der Kinder- und Jugend- sowie Bildungspolitik aus der Unterstützung der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien erlebt wird. Dafür ist es dringend notwendig, dass die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe erhalten bleibt und freie Träger finanziell gesichert bleiben. Freie Träger sollten gerade jetzt – wenn sie in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen – schnell und unkompliziert finanziell unterstützt werden.

    Notwendig sind auch finanzielle Unterstützungen für junge Menschen und Familien, die angesichts von Kurzarbeit etc. oder fehlendem Einkommen in Notlagen geraten. Es müssen auch Übergangslösungen für diejenigen jungen Menschen gefunden werden, die nicht auf verlässliche private und soziale Netzwerke zurückgreifen können.

    Es ist jetzt eine aktive Kinder- und Jugendpolitik notwendig, die in dieser Krise für junge Menschen und mit ihnen sowie ihren Familien einen kinder- und jugendgerechten Alltag ermöglicht und organisiert.

    Der gesamte Zwischenruf steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

    Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-18600 Sat, 21 Mar 2020 16:00:00 +0100 Studie: Onlinebefragung zu sozialen Kontakten in Zeiten von Corona https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/studie-onlinebefragung-zu-sozialen-kontakten-in-zeiten-von-corona/ Wie wirkt sich die Coronavirus-Entwicklung in Deutschland auf soziale Kontakte aus? Die Universität Hildesheim startet eine bundesweite Studie: Ein Forschungsteam um Dr. Andreas Herz untersucht die Bedeutung persönlicher Beziehungen in einer Zeit, in der Menschen zu räumlicher Distanz zu anderen angehalten sind. Die Universität Hildesheim sucht ab sofort Studienteilnehmer_innen. Teilnehmen können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Jetzt teilnehmen an der
    Online-Befragung „Soziale Kontakte & Corona“

    Webseite der Studie: www.uni-hildesheim.de/sozkon

    Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 23.03.2020 (PDF)

    Die aktuelle Presseinformation zur Studie vom 10.04.2020 finden Sie hier.

    „Mit einer bundesweiten Studie will die Universität Hildesheim erforschen, wie sich das Coronavirus auf soziale Kontakte auswirkt. [...] Auswirkungen auf das Sozialleben stünden ebenso im Fokus wie die Frage, mit welchen Personen Menschen über welche Kommunikationswege in Kontakt stünden.“
    (DIE WELT, 22.03.2020)

    Mit dem politischen Beschluss, soziale Kontakte so weit wie möglich zu verringern – zum Beispiel durch Schließung von Schulen, Kitas und Geschäften –, um die Ausbreitung des Covid-19-Erregers beziehungsweise der Corona-Pandemie zu verlangsamen, ändert sich der Alltag für viele Menschen. Alle Personen sind aufgefordert, auf persönliche Treffen mit anderen Menschen möglichst zu verzichten und räumliche Distanz zu anderen Personen zu wahren. Wie wirkt sich das auf soziale Kontakte aus?

    Die Studie „Soziale Kontakte & Corona“ des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim untersucht die Bedeutung persönlicher Beziehungen in einer Zeit, in der Menschen zu räumlicher Distanz zu anderen angehalten sind. Das Forschungsteam der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden:

    • Wie schätzen Menschen die momentane Situation ein?

    • Wie wirken sich Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung auf das Sozialleben aus?

    • Wie nehmen Personen die Maßnahmen in Bezug auf deren soziale Beziehungen wahr?

    • Mit welchen Personen stehen Menschen über welche Kommunikationswege in Kontakt, was sind Anlässe für soziale Kontakte?

    Über den folgenden Link gelangen Sie zur Online-Befragung:

    https://www.soscisurvey.de/kontakte/

    Teilnehmen können alle Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Unterstützen Sie bitte die Studie „Soziale Kontakte & Corona“, indem Sie auch andere Personen/Institutionen auf die Studie hinweisen und zur Onlinebefragung einladen. Da sich die aktuelle Situation hinsichtlich der Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung der Corona-Pandemie kontinuierlich verändert, möchten wir Sie weiterhin einladen, den Fragebogen jeweils im Abstand von einer Woche wieder zu beantworten.

    Medienkontakt:

    Universität Hildesheim
    Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    „Soziale Kontakte & Corona“
    Dr. Andreas Herz
    Universitätsplatz 1
    31141 Hildesheim
    E-Mail: herzand@uni-hildesheim.de
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22159

    oder

    Universität Hildesheim
    Pressesprecherin
    Isa Lange
    Tel: 05121.883-90100
    Mobil: 0177.860.5905
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

    Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert etwa 20 Minuten.

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18386 Thu, 19 Mar 2020 15:00:00 +0100 Coronavirus: Informationen und wichtige Hinweise (Archiv) https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/coronavirus-informationen-und-wichtige-hinweise-archiv/ Die bisherigen veröffentlichten Mitteilungen zum Thema Coronavirus SARS-CoV-2 finden Sie in diesem Archiv in chronologischer Reihenfolge. Diese Webseite wird ab 27.03.2020 nicht mehr aktualisiert. +++ Bitte nutzen Sie die aktuelle zentrale Webseite www.uni-hildesheim.de/coronavirus +++ // ENGLISH: Previously published announcements on the topic of coronavirus SARS-CoV-2 can be found in this archive in chronological order. This website will not be updated after 27.03.2020. +++ Please visit our new website www.uni-hildesheim.de/coronavirus +++ +++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie ab sofort auf der neu strukturierten zentralen Webseite www.uni-hildesheim.de/coronavirus +++

    +++ ENGLISH: All current information on the Coronavirus can now be found on the new restructured central website www.uni-hildesheim.de/coronavirus +++

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    [English version below]

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    Übersicht: Notfallmanagement Stiftung Universität Hildesheim SARS-CoV-2 (Coronavirus) [PDF]

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    FAQ rund ums Studium

    Auf der Webseite „FAQ rund ums Studium“ finden Studierende, Lehrende und Studieninteressierte Fragen und Antworten zu vielen Themengebieten angesichts des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), zum Beispiel zu den Themen Erreichbarkeit der Universität, Studienorganisation, Prüfungen und Studienplatzbewerbung. Die FAQ-Liste wird laufend ergänzt und aktualisiert. Die Webseite ist unter dem folgenden Link abrufbar: www.uni-hildesheim.de/coronafaq

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    „Soziale Kontakte beschränken – anlässlich der Corona-Pandemie“

    (Aktualisierung vom 30.03.2020)

    Bitte beachten Sie die folgenden Schreiben:

    Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums vom 22. März 2020, 
    „Soziale Kontakte beschränken – anlässlich der Corona-Pandemie“ (PDF)

    (Hinweis: Die Allgemeinverfügung vom 22.03.2020 wurde aktualisiert, der obige Link führt zur amtlichen Fassung vom 23.03.2020. Letztere ist leicht verändert, insbesondere in der dortigen Ziffer 11, die von Bedeutung ist: „Zu beruflichen Zwecken sind Zusammenkünfte von mehreren Personen zulässig. Soweit möglich, ist ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzuhalten.“.)

    Schreiben des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, 20.03.2020 (PDF)

    Schreiben des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, 23.03.2020 (PDF)
    „Die Covid-19-Pandemie verlangt von uns allen außergewöhnliche Anstrengungen“

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    Hinweise für Lehrende:

    E-Learning und virtuelle Universität 2020

    (Aktualisierung vom 20.03.2020)

    Das Projektteam „E-Learning 2020“ unterstützt die Lehrenden an der Universität Hildesheim bei der Planung und Durchführung von E-Learning-Veranstaltungen im Sommersemester 2020.  Auf dieser Informationsseite finden Sie Informationen zum Thema E-Learning, die Webseite wird laufend aktualisiert: https://www.uni-hildesheim.de/e-learning2020/

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    Beschlüsse der Hochschulleitung: Informationen für Studierende, Lehrende und Beschäftigte

    (Aktualisierung vom 18.03.2020)

    (Die wichtigsten Informationen finden Sie untenstehend auch in englischer Sprache.)

    Das Präsidium der Universität Hildesheim verfolgt die aktuelle Lage zur Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 mit hoher Aufmerksamkeit. Aufgrund der Risikobewertung und den davon abgeleiteten Empfehlungen für Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter und des Robert Koch-Instituts [Stand: 18.03.2020] sind alle Veranstaltungen in den Räumen der Universität abgesagt.

    Gruppenarbeiten von Studierenden auf dem Campus und in den Gebäuden der Universität sind untersagt. Seminar-, Konferenz- und Gruppenarbeitsräume sowie Hörsäle sind verschlossen.
    Diese Maßnahmen gelten vorerst bis einschließlich 18.04.2020.

    Grundsätzlich sollten Begegnungen, soweit möglich, auch im privaten Umfeld reduziert werden. Bitte verhalten Sie sich verantwortungsvoll. Allen Angehörigen und Gästen dankt die Universitätsleitung für ihr Verständnis und für ein umsichtiges Verhalten.

    In seiner Sitzung am 17.03.2020 hat das Präsidium der Universität Hildesheim einen Katalog von Beschlüssen zu Fragen rund um Prüfungen und Prüfungsverwaltung/-organisation gefasst. Die Informationen finden Sie in den folgenden Schreiben:

    Rundschreiben an Studierende – Informationen zu Prüfungen, Prüfungsverwaltung und Prüfungsorganisation u.a.:

    Rundschreiben an Studierende vom 18.03.2020 (PDF-Dokument)

    Das Rundschreiben an Studierende wurde am 18.03.2020 per E-Mail an alle Studierenden verschickt.

    Rundschreiben an Lehrende – Informationen zu Prüfungen, Prüfungsverwaltung und Prüfungsorganisation u.a.:

    Das Rundschreiben an Lehrende wurde am 18.03.2020 per E-Mail verschickt. Sie finden das Dokument auf dieser Seite (Intranet, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Login erforderlich):

    https://www.uni-hildesheim.de/personal/informationen/gesundheitsmanagement/arbeitssicherheit-und-organisatorischer-brandschutz/uebersicht/corona-virus/

    Informationen für Beschäftigte – Arbeits- und dienstrechtliche Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise – Entscheidungen der Hochschulleitung am 17.03.2020:

    Beschäftigte der Universität finden auf dieser Seite (Intranet, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Login erforderlich) die "Informationen für Beschäftigte: Arbeits- und dienstrechtliche Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise – Entscheidungen der Hochschulleitung am 17.03.2020":

    https://www.uni-hildesheim.de/personal/informationen/gesundheitsmanagement/arbeitssicherheit-und-organisatorischer-brandschutz/uebersicht/corona-virus/

    Das Schreiben wurde an alle Beschäftigten auch per E-Mail übermittelt.

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    Weitere Beschlüsse zur Organisation des Lehr- und Prüfbetriebs

    (Aktualisierung vom 17.03.2020)

    Das Präsidium hat heute eine Reihe von weiteren Beschlüssen zur Organisation des Lehr- und Prüfbetriebs für die Zeit bis zum 18.04.2020 gefasst. Studierende und Lehrende werden per E-Mail informiert. Die Beschlüsse und praktischen Hinweise werden an dieser Stelle veröffentlicht.

    Weitere Informationen folgen.

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    Alle Veranstaltungen und Lehrbetrieb an der Universität Hildesheim ab sofort untersagt / Keine Prüfungen, die Präsenzpflicht erfordern, und keine Gremiensitzungen an der Universität Hildesheim bis 18. April 2020

    (Aktualisierung vom 16.03.2020)

    Die Hochschulleitung der Universität Hildesheim teilt mit:

    Um die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 im Landkreis Hildesheim zu verlangsamen, hat das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim am 14.03.2020 angeordnet:

    Jeglicher Lehrbetrieb hat an der Universität Hildesheim ab Montag, 16.03.2020, bis zum 18.04.2020 auszufallen. Die Universität darf keine Kurse, Vorlesungen, Seminare oder andere Veranstaltungen mehr durchführen.  Dies gilt auch für die Durchführung sonstiger in den Räumlichkeiten der Universität geplanter Veranstaltungen.

    Alle Prüfungen an der Universität Hildesheim, die Präsenzpflicht erfordern, sind bis zum mindestens 18.04.2020 untersagt. Sämtliche Gremiensitzungen und Besprechungen sind abzusagen. Im Zweifelsfall gilt: Bitte reduzieren Sie soziale Kontakte auf das Notwendigste, bitte verzichten Sie auf nicht notwendige Termine. Bitte nutzen Sie Telefon- und Videokonferenztechnik, um Besprechungen abzuhalten.

    Diese Maßnahmen gelten bis mindestens zum 18.04.2020.

    Gemäß der dringenden Empfehlung der niedersächsischen Landesregierung vom 13.03.2020 verschiebt sich der Beginn der Vorlesungszeit an der Universität Hildesheim auf den 20.04.2020.

    Die Universitätsbibliothek Hildesheim schließt (mit Ausnahme der Medienausleihe) am 16.03.2020 um 12.00 Uhr. Die Medienausleihe bleibt bis Dienstag, 17.03.2020, um 12.00 Uhr geöffnet, danach wird auch sie geschlossen.
    Ab Dienstag, 17.03.2020, um 12.00 Uhr wird die Universitätsbibliothek Hildesheim bis auf Weiteres geschlossen sein.
    Weitere Informationen finden Sie online unter www.uni-hildesheim.de/bibliothek/.

    Der Hochschulsport ist bis mindestens 18.04.2020 eingestellt, das Schwimmbad ist geschlossen.

    Alle wichtigen Neuerungen werden täglich auf dieser Website (www.uni-hildesheim.de/coronavirus) aktualisiert. Wir empfehlen Ihnen, regelmäßig diese Webseite aufzurufen.

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    Verschiebung der Vorlesungszeit

    (Aktualisierung vom 13.03.2020)

    Gemäß der dringenden Empfehlung der Landesregierung vom 13.03.2020 verschiebt sich der Beginn der Vorlesungszeit auf den 20.04.2020.

    Weitere Informationen folgen.

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    Bitte beachten Sie die Allgemeinverfügung des Landkreises Hildesheim

    (Aktualisierung vom 11.03.2020)

    Der Landkreis Hildesheim hat aktuell eine Allgemeinverfügung veröffentlicht. Diese gilt ab sofort auch für die Universität Hildesheim. Den Anweisungen ist Folge zu leisten.

    In der „Allgemeinverfügung des Landkreises Hildesheim für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und besonders von der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 betroffenen Gebieten zur Beschränkung des Besuchs von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, Hochschulen [...]“ vom 10.03.2020 heißt es:

    „Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet entsprechend der jeweils aktuellen Festlegung durch das Robert Koch-Institut (RKI) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet oder des besonders betroffenen Gebiets folgende Einrichtungen nicht betreten: [...] Hochschulen“.

    Die Risikogebiete und besonders betroffene Gebiete sind unter www.rki.de/ncov-risikogebiete tagesaktuell abrufbar.

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    Hinweise zu Prüfungen:

    (Aktualisierung vom 16.03.2020)

    Prüfungsleistungen in Präsenz werden ab sofort bis mindestens 18.04.2020 ausgesetzt.

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    Hinweise bezüglich der Planung und Durchführung von Veranstaltungen:

    (Aktualisierung vom 16.03.2020)

    Sämtliche Veranstaltungen fallen ab Montag, 16.03.2020, bis mindestens zum 18.04.2020 aus.

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    Hinweise für Beschäftigte:

    (Aktualisierung vom 18.03.2020)

    Beschäftigte der Universität finden auf dieser Seite (Intranet, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Login erforderlich) Informationen zum Verhalten am Arbeitsplatz oder bei Verdachtsfällen sowie die "Informationen für Beschäftigte: Arbeits- und dienstrechtliche Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise – Entscheidungen der Hochschulleitung am 17.03.2020":

    https://www.uni-hildesheim.de/personal/informationen/gesundheitsmanagement/arbeitssicherheit-und-organisatorischer-brandschutz/uebersicht/corona-virus/

    Grundsätzlich ist bei allen dienst- und arbeitsrechtlichen Fragen das Personaldezernat zu kontaktieren.

    Die Entwicklung der Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland ist sehr ernst zu nehmen. Die Hochschulleitung weist daraufhin, dass Dienstreisen in Regionen, in denen sich gem. der jeweils aktuellen Einschätzungen des Robert Koch-Insituts das Virus vermehrt nachweisbar ausbreitet, nicht genehmigt werden. Eine stets aktuelle Liste der Risikogebiete findet sich auf der Webseite des RKI: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

    Dienstreisen im Inland oder für das Ausland dürfen mit sofortiger Wirkung zunächst bis zum 19.04.2020 nicht mehr   angetreten werden. Erteilte Genehmigungen gelten hiermit als widerrufen. Ausnahmen von dieser Regelung können nur in besonders zu begründeten Einzelfällen und nur nach Entscheidung der Hochschulleitung zugelassen werden.

    Hinweise der zuständigen Stellen (v.a. Auswärtiges Amt, RKI) sind unbedingt zu beachten, ihre Verhaltenshinweise sind verantwortungsvoll zu befolgen.

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    Informationen: Studentenwerk OstNiedersachsen/Mensa/Campus-Restaurant "AM CAMPUS":

    (Aktualisierung vom 25.03.2020)

    Restaurant "Am Campus":

    Ab sofort sind die Gerichte (Tageskarte, Pizza und Flammkuchen, Karte auf www.am-campus-hi.de) von Montag bis Freitag zwischen 11 und 14 Uhr nur Außer-Haus zu bekommen, sagt der Restaurantbetreiber Ariel Colandré. Eine Bestellung können Mitglieder der Universität unter der Telefonnummer 05121 297999 oder im Restaurant abgeben. Eine Lieferung ist nicht möglich.

    Mensa:

    Die Mensa an der Stiftung Universität Hildesheim bleibt bis zum 19.04.2020 geschlossen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Studentenwerks OstNiedersachsen: https://www.stw-on.de/corona.

    Studentenwerk OstNiedersachsen:

    Das Studentenwerk OstNiedersachsen informiert Studierende in der aktuellen Coronavirus-Lage unter anderem über BAföG-Regelungen, den Zugang zu Sozialberatung und Psychotherapeutischer Beratung und Ansprechpartner bei Fragen zum Thema Wohnen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Studentenwerks OstNiedersachsen: https://www.stw-on.de/corona.

    Allgemeiner Studierendenausschuss AStA:

    Den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hildesheim erreichen Studierende per E-Mail unter kontakt@asta-hildesheim.de bzw. vorsitz@asta-hildesheim.de. Der ASta stellt auch Information zur Verfügung, etwa auf der Website der LandesAstenKonferenz: http://www.lak-niedersachsen.de/

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    Was tun bei Krankheitszeichen? Was tun bei Verdachtsfällen?

    Erste Krankheitszeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber. Einige Betroffene leiden zudem an Durchfall. Zeigen sich bei Beschäftigten der Bildungseinrichtung oder bei Kindern und Jugendlichen, die sich in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem bereits Erkrankungsfälle mit dem neuartigen Coronavirus aufgetreten sind, innerhalb von 14 Tagen die oben beschriebenen Krankheitszeichen, sollten sie unnötige Kontakte zu weiteren Personen meiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Betroffene sollten ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt per Telefon kontaktieren und das weitere Vorgehen besprechen, bevor sie in die Praxis gehen. Bei Kontakt zu einer Person mit einer solchen Erkrankung sollten sich die Betroffenen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Das zuständige Gesundheitsamt kann über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) unter https://tools.rki.de/PLZTool/ ermittelt werden. (Quelle: Infektionsschutz.de, Merkblatt für Bildungseinrichtungen, abgerufen am 12.03.2020)

    Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen internationalen Risikogebiet bzw. einem in Deutschland besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, sollten – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.Diese und weitere Informationen finden Sie auch unter www.infektionsschutz.de.

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    Informationen über das SARS-CoV-2 vom Robert Koch-Institut (PDF)

    Schreiben des Universitätspräsidenten vom 4. Februar 2020:

    Schreiben des Universitätspräsidenten vom 4. Februar 2020 (PDF)

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    Plakat: Die 10 wichtigsten Hygienetipps [PDF]

    Plakat; Richtig Hände waschen [PDF]

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    English Version

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    The Presidential Board of the University of Hildesheim has given the following information about measures to be taken because of the spread of the coronavirus SARS-CoV-2 [Summary]

    (Update 18.03.2020)

    These measures apply until at least 18.04.2020. The university would like to thank all members and guests for their understanding and compliance with these measures.

    • All events on the premises of the University have been cancelled.

    • Meetings and any group work by students on campus and in the university buildings is prohibited.  Seminar rooms, conference rooms and group work rooms as well as lecture halls are closed.

    • Personal face-to-face encounters, as far as possible, should also be reduced in private surroundings.  Please behave responsibly. 

    • The Presidential Board of the University of Hildesheim has issued measures concerning examinations. For specific details please contact the relevant lecturers and the Examination’s Office (Prüfungsamt). A summary of the most important measures follows:

      • Until 18. 4. 2020 no written and no oral examinations can take place on the University's premises.
      • Alternatives are possible, e.g. video-supported examinations. If you have any questions about an examination, please contact the relevant examiner or the Examination’s Office.
      • Deadlines for final papers or homework can be extended on request. Please contact the relevant examiner and the Examination’s Office.
      • Certificates, assignments and other documents can be submitted or received by E-mail. It is, therefore, not necessary to visit the university.
      • There are possibilities to move from a Bachelor's programme of studies to the relevant Master's programme, even if individual grades and examinations are still pending. Please contact the Examination’s Office for further information.

    If you have further questions concerning your studies abroad at Hildesheim University please contact the International Office (https://www.uni-hildesheim.de/en/io/).

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    All events (teaching/non-teaching) at the University of Hildesheim are to be cancelled with immediate effect / There will not be any examinations which require compulsory attendance

    (Update 16.03.2020)

    All events (teaching/non-teaching) at the University of Hildesheim are to be cancelled with immediate effect (16 March, 2020).

    There will not be any examinations which require compulsory attendance and no committee meetings at the University of Hildesheim until April 18, 2020.

    In the case of any doubt: Please reduce social contacts to the bare minimum and only those which are essential, and please cancel any unnecessary appointments. Please use telephone and video conference technology to hold meetings when necessary.

    These measures apply until at least 18.04.2020.

    The university library will close on 17 march, at 12 noon until further notice. Further information can be found online: www.uni-hildesheim.de/bibliothek/.

    Please regularly check our website:
    www.uni-hildesheim.de/coronavirus

    Summerterm delayed

    (Update 13.03.2020)

    In accordance with the urgent recommendation of the state government,  all lectures and courses start late on 20.04.2020.

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    Important information concerning the global spread of the corona virus / COVID-19

    Instructions for conduct and containment strategies

    (Update 12.03.2020)

    The COVID-19 virus has spread at an alarming rate in Europe and in Germany. The situation has to be taken very seriously. Thank you for your attention to this matter. Please regularly check for new developments via this website.  

    The Presidential Board of the University appeals to all students and staff members to cancel trips to those high-risk regions where the virus is currently spreading rapidly. Instructions from the responsible authorities (in particular, the Public Health Department, the Robert Koch-Institute and the WHO) are to be observed without exception,  and everyone should take personal responsibility by closely following their instructions.

    Further information and guidelines in English can be found here:

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Transport/Poster_Information_Reisende_italien.html

    https://www.rki.de/EN/Home/homepage_node.html

    Important: Please observe the general decree of the District of Hildesheim!

    The district of Hildesheim has published a general decree (10.03.2020). This decree applies to the University of Hildesheim from now on. These instructions have to be followed!

    People travelling from high-risk areas are NOT permitted to enter buildings and facilities of the University of Hildesheim and must remain in self-isolation for a period of 14 days.

    The general ruling of 10.03.2020 states:

    "People who have stayed in a risk area or a particularly affected area in accordance with the latest definition by the Robert Koch-Institute (RKI) within the last 14 days must not enter the following facilities for a period of 14 days after returning from the risk area or the particularly affected area: [...] this includes universities".

    The risk areas and particularly affected areas can be found at www.rki.de/ncov-risikogebiete. To repeat: If you have already visited one of the risk areas in the last 14 days, you may NOT enter the university and its buildings! We ask you to stay in isolation for 14 days, in order to contain the spreading of the Covid-19 virus.

    Information on exams:

    (Update 16.03.2020)

    There will not be any examinations which require compulsory attendance and no committee meetings at the University of Hildesheim until April 18, 2020.

     

    Preventing infections: The Top Ten tips for hygiene (jpg)

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    Pressemeldungen
    news-17994 Wed, 11 Mar 2020 07:10:00 +0100 Verleihung der Ehrendoktorwürde: Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Guy Stern / Festakt verschoben https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/verleihung-der-ehrendoktorwuerde-literaturwissenschaftler-prof-dr-guy-stern/ Professor Guy Stern ist einer der profiliertesten Experten für Exilliteratur. Der Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim verleiht Professor Guy Stern die Ehrendoktorwürde. Der für den 18. März 2020 geplante Festakt aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Guy Stern muss leider verschoben werden. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    Aktualisierung vom 12.03.2020:

    Absage Festakt zur Verleihung der Ehrenpromotion an Prof. em. Dr. Guy Stern

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Die Universität Hildesheim bedauert, Ihnen mitteilen zu müssen, dass der Festakt aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Herrn Prof. em. Dr. Guy Stern verschoben werden muss.

    Angesichts der Zunahme von Fällen der neuartigen Covid-19-Erkrankung in Europa hat unser Ehrengast, Herr Prof. Stern, darum gebeten, nicht zum jetzigen Zeitpunkt reisen zu müssen. Wir sagen daher den für den 18.März geplanten Festakt hiermit ab, auch mit Blick auf die Gesundheit aller Festgäste.

    Wir werden Sie zu gegebener Zeit wieder informieren.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Prof. Dr. Ulrich Heid
    Dekan

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    Pressemitteilung vom 09.12.2020:

    „Wir ehren einen international anerkannten Wissenschaftler, der aus seiner Heimat vertrieben wurde und der sich dennoch unermüdlich für die Völkerverständigung einsetzt“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    „Professor Guy Stern ist einer der profiliertesten Experten für Exilliteratur“, sagt Professor Ulrich Heid, Dekan des Fachbereichs Sprach- und Informations-wissenschaften. In den vergangenen Jahren war Guy Stern wiederholt zu Vorträgen Gastvortragender am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim.

    Die Ehrendoktorwürde wird Guy Stern verliehen in Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Forschung zur Exilliteratur.

    Die Verleihung einer Ehrendoktorwürde ist in der Promotionsordnung geregelt und ist eine Entscheidung des Fachbereichs: „In Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen oder ausgezeichneter Verdienste um die Förderung der Wissenschaften kann der Fachbereich den Doktorgrad auch ehrenhalber (Dr. phil. h.c.) verleihen. Der Beschluss des Fachbereichsrats zur Verleihung bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen gültigen Stimmen und der Mehrheit der Stimmen aller Professorinnen und Professoren des Fachbereichsrats. Die Verleihung erfolgt nach Stellungnahme des Senats.“

    Zur Person:

    Literaturwissenschaftler, Autor und Herausgeber Prof. Dr. Guy Stern

    Guy Stern ist 1922 in Hildesheim geboren. 1937 emigrierte er als 15-Jähriger in die USA. Seine in Hildesheim verbliebene Familie – Vater, Mutter und zwei Geschwister – die er erfolglos nachzuholen versuchte, wurde im April 1942 nach Warschau deportiert. 1944 war Guy Stern im Kriegseinsatz mit einer überwiegend aus Emigranten gebildeten Spezialeinheit des Militärnachrichtendienstes in der Normandie im Kampf gegen die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten.

    Nach dem Studium der Romanistik und Germanistik in den USA wurde er 1953 promoviert. 1963 wurde er Professor und Abteilungschef für deutsche Sprache und Literatur an der University of Cincinnati. Berufungen und Gastprofessuren führten ihn unter anderem an die Universitäten Maryland, Detroit, Freiburg, Potsdam, Frankfurt am Main, Leipzig und München

    Guy Stern gilt als bedeutender und maßgeblicher Vertreter der Erforschung der deutschsprachigen Exilliteratur. Er erläuterte zum Beispiel den Hintergrund der in den USA wie in Deutschland nach 1945 beliebten Kinderbuchserie „Curious George“ / „Coco der neugierige Affe“, die von Margret und Hans A. Rey geschaffen wurde, die als Margarete Waldstein und Hans August Reyersbach in Hamburg geboren wegen ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen mussten. Nach ihrer Eheschließung veröffentlichten sie in Paris und – mit verändertem Namen – in den USA zwischen 1939 und 1966 ihre zauberhaften Bücher.

    Guy Stern hatte mehrere Ämter am Holocaust Memorial Center in Farmington Hills, Michigan inne. 1987 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, 1989 mit der Goethe-Medaille. Seit 2012 ist Guy Stern Ehrenbürger der Stadt Hildesheim.

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    Fachbereich 3 Deutsche Sprache Pressemeldungen
    news-18519 Tue, 03 Mar 2020 09:03:56 +0100 Mehr Verständlichkeit für alle – Towards a better Understanding https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/mehr-verstaendlichkeit-fuer-alle-towards-a-better-understanding/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist Partner im EU-Forschungsprojekt „Easy Access for Social Inclusion Training“ (EASIT). Über 80 Fachleute aus 11 Ländern nahmen an der Konferenz „Mehr Verständlichkeit für alle“ an der Universität Hildesheim teil. Während der Konferenz diskutierten die Fachleute über die Festlegung von Standards für den barrierefreien Zugang zu audiovisuellen Inhalten. Sie verständigten sich zudem auf die Einführung eines internationalen Tages der Leichten Sprache („International Easy Language Day“). Forschungsstelle Leichte Sprache

    Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“

    Gastbeitrag

    Ein Gastbeitrag der Studentin Laura Marmit zur EASIT-Tagung 2020 am Bühler-Campus der Universität Hildesheim. Laura Marmit ist studentische Mitarbeiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache. Sie studiert im zweiten Jahrgang des neuen Masterstudiengangs „Barrierefreie Kommunikation“ an der Universität Hildesheim.

    An der Tagung „Mehr Verständlichkeit für alle / Towards a better Understanding“ am Bühler Campus der Universität Hildesheim nahmen über 80 Interessierte aus 11 Ländern teil.

    Die Konferenz wurde im Rahmen des von Erasmus+ geförderten EASIT-Projekts „Easy Access for Social Inclusion Training“ (http://pagines.uab.cat/easit/en) organisiert, das sich der Ausarbeitung eines Ausbildungsweges für Experten von leicht verständlichen Inhalten im Bereich audiovisuelle Medien über Sprachgrenzen hinweg verschrieben hat und diente vorrangig der Ergebnisdarstellung der ersten Projektphasen.

    Auf der Tagung diskutierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Rundfunk und Medien, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Leichte Sprache und audiovisuelles Übersetzen aus dem In- und Ausland sowie Studierende sprachwissenschaftlicher Studiengänge. Masterstudierende des Studiengangs „Barrierefreie Kommunikation“ präsentierten am Rande der Tagung ihre Forschungsergebnisse.

    Prof. Dr. Christiane Maaß und Sergio Hernández Garrido, die als Hildesheimer Experten aus dem deutschsprachigen Raum in der EASIT-Projektgruppe agieren, eröffneten die Konferenz. Das Grußwort übernahm Prof. Dr. Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationales der Universität Hildesheim.

    Studierende aus den Studiengängen „Sprache und Technik“ sowie „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ dolmetschen sämtliche Redebeiträge während der Konferenz

    Für eine barrierfreie, interlinguale Kommunikation am Tag der Tagung selbst sorgten die Studierenden Vivien Heidermann und Lukas Rifai aus den Studiengängen „Sprache und Technik“ sowie „Internationale Kommunikation und Übersetzen“: Sie übernahmen die konsekutive Verdolmetschung sämtlicher Redebeiträge.

    Während der Tagung wurden erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vorgestellt, etwa zur Definition der erforderlichen Kompetenzen von Experten für leicht verständliche audiovisuelle Inhalte (Entwurf der sogenannten Skills Cards) und darauf aufbauend zur Erstellung eines Lehrplans sowie eines Ausbildungsentwurf. Referentinnen und Referenten aus Forschung und Praxis der Leichten Sprache in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Finnland und Ungarn gaben in Gastvorträgen Einblicke in ihre Übersetzungstätigkeit.

    Als Vertreterin der Praxis stellte Alea Stephan ihre Arbeit im Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Braunschweig vor. Von der Situation in Finnland berichtete Leealaura Leskelä von Selkokesus, dem Zentrum für leicht verständliches Finnisch. Die Forschungsgruppe um Prof Dr. Silvia Hansen-Schirra des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz am Standort Germersheim stellte ihre ersten Ergebnisse aus den bisherigen empirischen Untersuchungen mittels Eye-Tracking-Technologie zu den Leichte-Sprache-Regeln gemäß Dudenwerk vor. Prof Dr. Xavier Moonen von der Universität Amsterdam präsentierte sein im Jahr 2015 in den Niederlanden gestartetes Projekt „Taal for allemaal“ – „Eine Sprache für alle“. Weiterhin sprach Prof Dr. Susanne Jekat von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften über das Schweizer Kompetenzzentrum für Barrierefreie Kommunikation und die damit verbundenen Forschungsvorhaben. Horváth Péter László und Sallai Illona berichteten nicht nur von der Situation der leicht verständlichen Sprache in Ungarn, sondern auch von dem Konzept der partizipativen Lehre, bei dem Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen unterstützend an der Universität in entsprechenden Fachbereichen lehren, vor allem im Bereich Sonderpädagogik. Den letzten Beitrag lieferten Prof. Dr. Tiina Onikki Rantajääskö und Dr. Ulla Vanhatalo als Vertreterinnen der Universität Helsinki, die von ihrer Forschung zum leichten Finnisch berichteten.

    Anhand der dargebotenen Einblicke in die Anwendung des Leichte-Sprache-Konzepts in anderen europäischen Ländern eröffneten sich interessante Diskussionen, an denen sich alle Teilnehmenden rege beteiligten. Die Ergebnisse der Veranstaltungsevaluation bestätigten die Atmosphäre, die während des gesamten Tages vorherrschte: Es konnte eine Punktzahl von 4,8 von insgesamt 5 bestmöglichen Punkten erzielt werden.

    Internationaler Tag der Leichten Sprache („International Easy Language Day“)

    Die Tagung schloss mit einem besonderen Ereignis: Die Teilnehmenden verständigten sich auf die Einführung eines Internationalen Tages der Leichten Sprache („International Easy Language Day“). Dieser soll ab jetzt jedes Jahr am 28. Mai begangen werden – dem Tag, an dem 1988 die Gründungspapiere von Inclusion Europe unterzeichnet wurden, einer Initiative, die der Leichten Sprache in Europa zum Durchbruch verhalf.

    Easy Language Day:
    28. Mai – Internationaler Tag der Leichten Sprache

    Kurz erklärt: Europäisches Forschungsprojekt EASIT

    „Im EASIT-Projekt arbeiten Experten aus acht nationalen und internationalen Institutionen wie Universitäten, Verbänden und Rundfunkanstalten zusammen“

    Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist Partner im Projekt „Easy Access for Social Inclusion Training“ (EASIT), einem europäischen Forschungsprojekt unter Leitung der Universität Barcelona, an dem neben der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim weitere Forschungseinrichtungen aus Spanien, Italien, Slowenien, Schweden und Deutschland mitwirken.

    Die internationale Arbeitsgruppe untersucht die Möglichkeiten, wie audiovisuelle Medien in Leichter Sprache aufbereitet werden können und wie dieses Wissen in die Ausbildung von Medienübersetzerinnen und Medienübersetzern eingebracht werden kann.

    „Im EASIT-Projekt arbeiten Experten aus acht nationalen und internationalen Institutionen wie Universitäten, Verbänden und Rundfunkanstalten zusammen“, sagt Sergio Hernández, Projektkoordinator für die Universität Hildesheim.

    Das durch die EU-kofinanzierte Projekt EASIT hat zum Ziel, einen Lehrplan für die Ausbildung von Expertinnen und Experten zur Konzipierung leicht verständlicher Texte für Personen mit sprachlich und/oder perzeptiv bedingten Kommunikationseinschränkungen zu erarbeiten und dadurch die Produktion von leicht verständlichen Texten zu professionalisieren. Die Festlegung von Standards für den barrierefreien Zugang zu audiovisuellen Inhalten steht hierbei besonders im Fokus.

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Pressemeldungen
    news-18451 Wed, 12 Feb 2020 09:24:00 +0100 Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/leitlinien-z/ Die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim” wurden am 05.02.2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet und bieten den Forschenden der SUH einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft. Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Europäische Union zum Umgang mit Forschungsdaten.

    Im Sinne von Open Science und Open Access fördern die neuen Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten die Transparenz von Wissenschaft und Forschung ebenso, wie die Leitlinien der Stiftung Universität Hildesheim zum Open Access-Publizieren. Zudem tragen sie dazu bei, die jüngst von 160 internationalen Universitäten unterzeichnete Sorbonne-Erklärung zum Zugang zu Forschungsdaten nach dem Prinzip FAIR (findable, accessible, interoperable, reusable) auch an der SUH zu realisieren.

    Download "Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim in der Fassung vom 05.02.2020" (PDF)

     

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    Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal Personalportal
    news-18296 Wed, 05 Feb 2020 11:53:00 +0100 40 Jahre Hildesheimer Übersetzungswissenschaft: „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/40-jahre-hildesheimer-uebersetzungswissenschaft-unser-gesamter-globalisierter-alltag-ist-stark-durc/ Das Übersetzerstudium in Hildesheim wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen, selbst wenn es uns häufig gar nicht mehr auffällt“, sagt Professorin Bettina Kluge über die Leistung von Übersetzerinnen und Übersetzern in unserer heutigen Gesellschaft. Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Das Übersetzerstudium in Hildesheim wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen, selbst wenn es uns häufig gar nicht mehr auffällt: im Kino laufen viele Hollywoodfilme – fast immer als Synchronisation. Im Supermarkt sind viele Produkte importiert, und die Inhaltsangaben und Rezeptvorschläge auf der Verpackung sind häufig Übersetzungen, ebenso die Bedienungsanleitungen unserer Smartphones, Musikanlagen, Autos, Möbel und Kleidung“, sagt Professorin Bettina Kluge über die Leistung von Übersetzerinnen und Übersetzern in unserer heutigen Gesellschaft. Kluge forscht und lehrt am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim.

    Am Bühler-Campus in Hildesheim bildet die Universität Übersetzerinnen und Übersetzer zum Beispiel im Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ aus. Die Studierenden lernen etwa, Filme, Literatur und technische Benutzerhandbücher sowie Bedienungsanleitungen zu übersetzen.

    Zum Studium gehört ein Auslandsaufenthalt. „Nach einem Jahr schicken wir den gesamten Jahrgang ins Ausland. Die Studentinnen und Studenten bekommen so ein noch besseres Gefühl für die Sprache, und ebenso für die Kultur des Gastlandes. Zudem erweitern sie ihren Wortschatz im Alltag enorm“, so Kluge. Die Universität kooperiert mit Partnerhochschulen, zum Beispiel in Alicante, Madrid, Murcia und Barcelona in Spanien, in Paris, Clermont-Ferrand, Pau und Tours in Frankreich sowie in Irland, Finnland, Belgien, in der Türkei, Indien, Kolumbien und Mexiko.

    Die Resultate maschineller Übersetzungen werden zwar immer besser, Humor und Ironie werden aber von vielen Übersetzungsprogrammen oft nicht erkannt, sagt Professorin Bettina Kluge

    Ob sie Sorge habe, dass die Arbeit eines Übersetzers eines Tages von Maschinen übernommen wird? Übersetzerinnen und Übersetzer werden auch in Zukunft weiterhin gebraucht, sagt Bettina Kluge. Zwar werden die Resultate maschineller Übersetzungen immer besser, aber menschliche Übersetzer berücksichtigen stärker den Kontext, in dem ein Wort auftaucht, inklusive Groß- und Kleinschreibung. Viele Übersetzungsprogramme tun das immer noch nicht, so Kluge. Auch Humor und Ironie werden von Übersetzungsprogrammen oft nicht erkannt – gerade deswegen wird die audiovisuelle Übersetzung von Spielfilmen wohl noch lange ein Arbeitsfeld für menschliche Übersetzer sein, wenn auch mit maschineller Unterstützung.

    Begonnen hat die Hildesheimer Übersetzungswissenschaft vor 40 Jahren im Wintersemester 1979/80 mit dem Diplomstudiengang „Fachübersetzen Technik“, der später umbenannt wurde in „Internationale Fachkommunikation“. Ende der 1990er Jahre wurde aus dem Diplomstudiengang der Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ (IKÜ, angelaufen im Wintersemester 1999/2000) sowie der Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation - Sprachen und Technik“ (SuT, angelaufen im Wintersemester 2001/2002) entwickelt.

    „Wir waren deutschlandweit der erste übersetzungswissenschaftliche Studiengang, der auf das Bachelor-Master-System umstellte, akkreditiert im Jahr 2000“, so Bettina Kluge.

    Hildesheimer Übersetzungswissenschaft: Über 2000 Absolventinnen und Absolventen sind bundesweit tätig

    Über 2.000 Absolventinnen und Absolventen haben in den vergangenen Jahren die Universität Hildesheim verlassen und sind heute deutschlandweit als Übersetzerinnen und Übersetzer tätig.

    „Wir haben von Anfang an immer in engem Kontakt zur Berufspraxis und zu unseren Absolventinnen und Absolventen gestanden und versucht, neue Erkenntnisse in unser Curriculum einfließen zu lassen“, sagt Gerald Kreißl über den Wandel des Übersetzerstudiums. Gerald Kreißl war seit 1982 an der Universität Hildesheim in der Übersetzungswissenschaft als Dozent tätig und ist Ende November 2019 in Rente gegangen.

    Das Besondere an der Hildesheimer Übersetzungswissenschaft beschreibt Professorin Bettina Kluge so: „Lange Jahre war die Verbindung von Fachübersetzen mit Technik einmalig – unsere Studierenden mussten nicht nur wie an anderen Standorten einige wenige Lehrveranstaltungen Technik besuchen, sondern erwarben ein sehr vertieftes technisches Verständnis. Der Anteil von Technikveranstaltungen am Stundenplan ist vor allem im Masterstudium 'Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik' noch immer sehr ausgeprägt. Unsere Absolventinnen und Absolventen verstehen daher die technische Seite sehr gut und können insofern zum Beispiel Fehler in zu übersetzenden Bedienungsanleitungen erkennen und beheben. Sie verbinden das technische Grundverständnis mit dem Gefühl für Sprachen“, so Professorin Bettina Kluge.

    Seit Anfang der 2010er Jahre hat die Universität Hildesheim ihr Angebot in den Übersetzungswissenschaften erweitert, etwa mit dem Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“, dem bundesweit ersten Studiengang, der das audiovisuelle Übersetzen im Fokus hat. Ein weiteres Hildesheimer Alleinstellungsmerkmal ist der Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ (seit dem Wintersemester 2018/19), der erste seiner Art in Deutschland.

    Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Übersetzungsstudiengänge

    Die Feierstunde anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Hildesheimer Übersetzungswissenschaften fand am Freitag, 24. Januar 2020, am Bühler-Campus der Universität Hildesheim statt. Grußworte sprachen unter anderem Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Prodekan Professor Stephan Schlickau.

    In Workshops gaben Fachleute am Bühler-Campus Einblicke in die Übersetzungswissenschaft, von einer Einführung in memSource über die Übersetzung von Humor, Höflichkeitsformen sowie Kulturspezifika bis zu kurzen Einführungen in das Untertiteln und Synchronisieren. Parallel informierte die Universität über die übersetzungswissenschaftlichen Studiengänge. Studieninteressierte können sich informieren und ihre Fragen stellen. Zudem stellten langjährige Kooperationspartner ihre Arbeit vor, unter anderem der NDR, die Übertitelungsfirma Panthea sowie die Berufsverbände BDÜ und ADÜ.

    Abschließend diskutierten Expertinnen und Experten über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Übersetzungsstudiengänge, die derzeit einen großen Umbruch erleben, nicht zuletzt durch die maschinelle Übersetzung und eine zunehmend arbeitsteilige, eng vernetzte Arbeitsweise. Die Diskussion wurde moderiert von Professor Klaus Schubert. Es diskutierten Studierende, Absolventinnen und Absolventen und Jean Nitzke, die derzeit als Vertretungsprofessorin in Hildesheim lehrt und forscht. Die Universität erwartete zur öffentlichen Veranstaltung etwa 100 bis 200 Teilnehmer, darunter viele Ehemalige.

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Pressemeldungen
    news-18348 Wed, 05 Feb 2020 11:30:00 +0100 Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft / Fünf Jahre Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/erforschung-und-gestaltung-der-deutschen-migrationsgesellschaft-fuenf-jahre-zentrum-fuer-bildungsint/ Forschung kann einen Beitrag zur empirischen Aufklärung politischer Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft leisten. Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft. Am Mittwoch, 29. Januar 2020, feiert das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim sein fünfjähriges Bestehen.

    „Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration", sagt Professorin Viola B. Georgi. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet das Forschungszentrum.

    Vor fünf Jahren hat das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ mit der Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur seine Arbeit aufgenommen. Durch Forschung, Lehre und Transfer konnten seither wichtige Impulse für die Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft gegeben werden.

    Im Fokus der Forschung stehen unter anderem interkulturelle Schul- und Unterrichtsentwicklung, Mehrsprachigkeit, Bildungsungleichheit, historisch-politisches Lernen, Bildungsmedien, kommunale Integrationspolitik, kulturelle Bildung, Integration durch Sport und transkulturelle Musikbildung.

    Zur Arbeit des Zentrums gehören Forschungs- und Transferprojekte mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern, ein Promotionskolleg, Tagungen, Publikationen und die Lehre im Bereich Migration und Partizipation. Vielfältige Kooperationen mit wissenschaftlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Akteuren haben das Zentrum zu einer wichtigen Plattform für Forschung und Austausch zu Chancengerechtigkeit und Teilhabe in der deutschen Migrationsgesellschaft gemacht. 

    15 Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich im Rahmen des „Promotionskollegs Bildungsintegration“ in ihren Dissertationen mit wichtigen bildungspolitischen Fragestellungen der Migrationsgesellschaft.

    Die Feierstunde beginnt am Mittwoch, 29. Januar 2020, um 16:00 Uhr im Atrium im Forum am Universitätsplatz. Professorin Naika Foroutan hält den Festvortrag „Die postmigrantische Gesellschaft. Ein Versprechen der pluralen Demokratie“. Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin,  Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.

    Stellungnahme von Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration:

    „In Sachen Bildungsintegration bleibt viel zu tun. Wir sind noch lange nicht am Ziel“

    „Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration.

    Unsere Demokratie steht auf dem Prüfstand. Wir beobachten eine zunehmende politische und gesellschaftliche Polarisierung. Populistische Parteien und nationalistische Bewegungen verstärken diese Entwicklung und schüren sämtliche Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die immer häufiger auch in Hasskriminalität übersetzt wird. Wir stehen vor einer schwierigen und komplexen Aufgabe und haben viel zu tun, wenn es um den Erhalt unserer Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und die Wertschätzung und Akzeptanz von Diversität geht. Politische Debatten, besonders zum Thema Migration und Integration, werden verschärft geführt und verschiedene gesellschaftliche Gruppen und soziale Milieus stehen zunehmend gegen- oder nebeneinander. Hier wird besonders deutlich spürbar, dass dem Politischen nicht hintergehbare Momente des Dissenses innewohnen, die sich nicht auflösen lassen und daher innerhalb einer demokratischen Streitkultur bearbeitet werden müssen. Hierzu wollen wir als ZBI einen Beitrag leisten, innerhalb unserer Hochschule und darüber hinaus.

    Intensiv diskutieren wir über die gesellschaftlichen Integrationsprozesse all derjenigen, die seit 2015 als Flüchtlinge anerkannt wurden und damit ein langfristiges Aufenthaltsrecht in Deutschland erhielten. Zentral sind dabei z.B. Fragen nach der gesellschaftlichen Teilhabe, der Ermöglichung vielfältiger Bildungswege, der sprachlichen und beruflichen Weiterqualifikation, der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen und der Vermittlung von demokratischen Werten und rechtlichen Grundlagen der deutschen Verfassung. Es geht aber auch darum, Räume für Begegnung und Dialog zu schaffen, in denen die Geschichten, Hoffnungen und Aspirationen der zugewanderten Menschen artikuliert werden können. Das ZBI greift die hieraus erwachsenden Themen auf und übersetzt sie in Forschung, Lehre und Transfer.“

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    Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Bildungsintegration
    news-18418 Tue, 04 Feb 2020 08:48:00 +0100 Klassenklima verbessern und Zufriedenheit der Lehrkräfte erhöhen: KIK-Fortbildung für Klassenlehrkräfte https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/klassenklima-verbessern-und-zufriedenheit-der-lehrkraefte-erhoehen-kik-fortbildung-fuer-klassenlehrkrae/ Die Schaffung eines positiven Klassenklimas ist für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern bedeutsam. Seit mehr als 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ die KIK-Fortbildung (Kommunikation – Interaktion – Kooperation) im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung an. Die Arbeitsgruppe für Pädagogische Psychologie und Diagnostik unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler verantwortet die Fortbildung für Klassenlehrkräfte.

    In diesem Jahr starten 70 Klassenlehrkräfte aller Schulformen aus ganz Niedersachsen die eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung.

    Die KIK-Fortbildung bietet durch eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation den teilnehmenden Lehrkräften in Gruppen von ca. 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und vier Halbwochenkursen die Möglichkeit, pädagogisch-psychologische Inhalte zu vermitteln und in den praktischen Alltag einer Klassenlehrkraft einzubetten. Die stetige wissenschaftliche Evaluation des Projekts durch die Universität Hildesheim konnte zeigen, dass das Klassenklima durch KIK nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnten.

    Ein Höhepunkt der Fortbildung ist der KIK-Kongress, der am kommenden Freitag, 7. Februar 2020 in Hustedt, Celle stattfinden wird. Mehr als 150 Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen folgen in diesem Jahr der Einladung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Lehrerinnen und Lehrer starten zu diesem Zeitpunkt die schulpsychologische Fortbildung, sind bereits seit einem Jahr dabei oder frischen ihr Wissen auf.

    Entwicklung von Gruppen, Umgang mit Konflikten – Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen?

    Begrüßt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Thomas Castens, der im Niedersächsischen Kultusministerium das Referat für Gender und Schulpsychologie leitet. Die Psychologin Dr. Kirsten Schuchardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der KIK-Fortbildung, spricht in einem Vortrag über die Herausforderungen und Chancen des Sozialen Klassenmanagements und über die besondere Rolle von Klassenlehrkräften im schulischen Miteinander. Gerade in Zeiten großer Heterogenität ist die Schaffung eines positiven Klimas für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern unabdingbar.

    In 24 Workshops erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Kongresses die Möglichkeit, Inhalte der Fortbildung zu erproben und Erfahrungen an ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

    Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Workshops zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Dabei wurden die Lehrkräfte von schulpsychologischen Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde, die die Fortbildung durchführen, begleitet.

    Für die neu startenden Kolleginnen und Kollegen bietet der KIK-Kongress die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen, und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung zur Gestaltung des sozialen Miteinanders im Klassenzimmer zu bekommen.

    Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Durch diese Art der Wissensvermittlung und praktischen Erprobung erhalten die startenden Lehrkräfte einen ersten Einblick in die Inhalte der KIK-Fortbildung.

    Der KIK-Kongress ermöglicht erfahrenen KIK-Lehrkräften außerdem eine Vertiefung ihres Wissens sowie den kollegialen Austausch über die praktische Tätigkeit im Schulalltag.

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    Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
    news-18427 Tue, 04 Feb 2020 08:42:00 +0100 Ausbildung von Experten für barrierefreie Texte in den audiovisuellen Medien https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausbildung-von-experten-fuer-barrierefreie-texte-in-den-audiovisuellen-medien/ Am 13. Februar 2020 findet an der Universität Hildesheim die Tagung „Towards a better understanding“ („Auf dem Weg zu mehr Verständlichkeit“) zu Barrierefreier Kommunikation statt. Bei dieser Veranstaltung werden im Rahmen des Projektes EASIT die Ergebnisse zur Ausbildung von Experten für leicht verständliche Inhalte in audiovisuellen Medien vorgestellt und diskutiert. Das Event richtet sich insbesondere an alle Interessierte aus den Bereichen Übersetzung, Untertitelung, Audiodeskription, Journalismus, sowie Experten aus dem Bereich Leichte Sprache. Auch interessierte Studierende und Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt zur Tagung ist frei. Es ist aber eine Anmeldung erbeten unter folgenden Link: https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/veranstaltungen/veranstaltungen/anmeldung-registration/.

    „Im EASIT-Projekt arbeiten Experten aus acht nationalen und internationalen Institutionen wie Universitäten, Verbänden und Rundfunkanstalten zusammen“, freut sich Sergio Hernandez, Projektkoordinator für die Universität Hildesheim und Tagungsorganisator. „Die Einbindung der Adressaten/Zielgruppe sorgt zusätzlich dafür, dass die erarbeiteten Theorien auch in der Praxis Bestand haben können“, so Hernandez weiter.

    EASIT steht für „Easy Access for Social Inclusion Training“, Ausbildung in leichter Zugänglichkeit für mehr Teilhabe. Das durch die EU kofinanzierte Projekt startete am 1. September vergangenen Jahres mit dem Ziel, einen Lehrplan für die Ausbildung von Experten zur Konzipierung leicht verständlicher Texte für Personen mit sprachlich und/oder perzeptiv bedingten Kommunikationseinschränkungen, zu erarbeiten und somit die Produktion von leicht verständlichen Texten zu professionalisieren. Die Festlegung von Standards für den barrierefreien Zugang zu audiovisuellen Inhalten steht hierbei besonders im Fokus.

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Pressemeldungen
    news-18416 Tue, 04 Feb 2020 08:12:00 +0100 Von Bach bis zu freien Improvisationsmomenten: Konzertreihe mit 70 Werkbeiträgen von Studierenden https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/von-bach-bis-zu-freien-improvisationsmomenten-konzertreihe-mit-70-werkbeitraegen-von-studierenden/ Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim laden im Februar ein zur Konzertreihe „Bühne frei!“. Die drei Konzerte im Roemer- und Pelizaeus-Museum bieten einen Mix aus Klassik, Jazz und Improvisation. Die Musikstudentin Anne Hagenkötter verrät im Interview, wie die Konzertreihe entsteht. Die Konzertreihe endet traditionell zum „Valentinstag“ am 14. Februar 2020. In diesem Jahr organisiert wieder ein studentisches Team des Instituts für Musik und Musikwissenschaft mit dem Musikdozenten Jan Hellwig die Konzertreihe „Bühne frei!“ unter dem Motto „[ˈkɛtˌwɔːk]“, also Catwalk. Entstanden ist eine Konzertreihe mit etwa 70 Werkbeiträgen – von Klassik, Jazz, Klangexperimente bis Rock und Improvisation.

    Jedes Konzert ist eine Premiere, Studierende vom ersten Bachelorsemester bis zum letzten Mastersemester zeigen wie vielfältig Klänge produziert werden können und was man aus Instrumenten herausholen kann.

    Die Konzerte der Reihe „Bühne frei!“ finden im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen zur Matinee am 9. Februar 2020 und zum traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2020.

    „Auf dem Kulturcampus kommt man mit allen Leuten in Kontakt, es ist keine anonyme Uni. Man studiert wissenschaftlich, hat aber immer einen Praxisbezug“

    Interview mit Musikstudentin Anne Hagenkötter

    Anne Hagenkötter studiert am Kulturcampus Domäne Marienburg im Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Die 20-Jährige hat Musik als Hauptfach gewählt und ist im ersten Semester zum Studium von Bonn nach Hildesheim gezogen. Sie gehört zum Organisationsteam der Konzertreihe „Bühne frei!“.

    Sie studieren im 1. Semester Kulturwissenschaften und organisieren gleich eine Veranstaltungsreihe. Warum haben Sie sich entschieden, da mitzuwirken?

    Ich organisiere total gerne Kulturveranstaltungen. Ich habe vor meinem Studium ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJ Kultur) beim Bundesjugendorchester in Bonn absolviert, das war viel mit Planungen und Vorbereitung von Konzerten verbunden. Ich habe dann im Vorlesungsverzeichnis der Uni gesehen, dass es hier auch so etwas gibt, wo man direkt selber aktiv mit planen kann, so kann ich neben den Vorlesungen auch etwas Praktisches machen und habe ein klares Ziel vor Augen. Während des FSJs habe ich einige Leute getroffen, die mir Hildesheim als Studienort empfohlen haben.

    Wie erleben Sie das Studium am Kulturcampus?

    Ich bin total glücklich, dass ich in Hildesheim gelandet bin, weil mir die Atmosphäre gefällt. Die Stadt ist klein und überschaubar, auf dem Kulturcampus kommt man mit allen Leuten in Kontakt, es ist keine anonyme Uni wie in Berlin. Man studiert wissenschaftlich, hat aber immer einen Praxisbezug. Man kann richtig viele Sachen ausprobieren, es gibt so viele Angebote. Das ist ein Inspirierender Ort.

    Wie organisieren Sie gemeinsam mit dem Musikdozenten Jan Hellwig und Studierenden der Kulturwissenschaften die Konzerte der Reihe „Bühne frei!“? An was müssen Sie alles denken, damit diese professionellen Konzerte am Ende im renommierten Roemer- und Pelizeaus Museum stattfinden können? Das ist ja kein kleiner Raum im Keller der Universität, sondern eine große Bühne – mitten in der Stadt.

    Wir treffen uns regelmäßig seit Anfang des Semesters einmal in der Woche. Zwei Stunden besprechen wir uns, tauschen uns aus, finden zunächst Ideen, klären das Thema. Jeder bringt verschiedene Ideen mit ein – wir gehen dann Kompromisse ein und verknüpfen unsere unterschiedlichen Ideen miteinander. Dann fangen wir an, die Musikerinnen und Musiker anzufragen, und werden immer konkreter: Wann beginnen die Konzerte, welche Technik brauchen wir?

    Wie viele Musikerinnen und Musiker sind dabei?

    Wir führen drei Konzerte auf, pro Konzert gibt es etwa zehn Werkbeiträge, oft auch in größeren Gruppen, auch einmal Ensembles mit sechs Personen, auch Solos. Es nehmen sehr viele Studentinnen und Studenten teil.

    Die Konzertreihe ist eine Plattform für Studentinnen und Studenten, die im Museum auch Premieren aufführen?

    Der Kerngedanke der Konzertreihe ist, dass wir eine Plattform für Studierende bieten, die hier an der Universität in Hildesheim lernen, damit sie eine Möglichkeit haben, das zu präsentieren, was sie selber schreiben als Singer-Song-Writer, was sie üben im Instrumentalunterricht oder in Bands improvisieren. Wir haben eine riesige Spannbreite mit Werken von Bach bis zu freien Improvisationsmomenten. So bringt jeder mit, womit er sich gerade beschäftigt. Und es gibt Dozentinnen und Dozenten, die begleiten und mitspielen. Ich werde selber auch Klarinette spielen, und mit dem Planungsteam haben wir eine Improvisationsgruppe gegründet, um gemeinsam Musik zu machen – mit Klarinette, Saxophon, Stimme, Gitarre, Klavier und Bass.

    Was ist Ihre Motivation?

    Tatsächlich mache ich das nicht, um Creditpunkte zu sammeln. Ich habe Freude an der Organisation von Kulturveranstaltungen. Ich mache das für die eigene Erfahrung, im Bereich Kulturmanagement möchte ich später einmal gerne arbeiten.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Über die Konzertreihe: „Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität – das ist fantastisch“

    Die Konzertreihe managen in diesem Jahr die Studentinnen und Studenten Juli Berwanger, Valentin Graser, Anne Hagenkötter, Luca Johanna Hobusch, Max Krause, Alexander Ströhlein und der Dozent Jan Hellwig (Leitung).       

    Seit 24 Jahren finden Konzertreihen wie „Wandelkonzert“ und „Bühne frei!“ im Stadtzentrum statt. Zum 18. Mal die Reihe „Bühne frei“, die 2003 startete. Die damit verbundene Übung bietet Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft die Möglichkeit, die Konzertinhalte zusammenzustellen und die Veranstaltungen zu organisieren.

    „Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität, die jungen Leute haben immer wieder Lust, aufzubrechen, etwas auszuprobieren und nehmen die Spielgelegenheiten war – das ist fantastisch“, sagt Jan Hellwig. Besonders dankbar ist Jan Hellwig dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Der Ort macht etwas mit den Musikerinnen und Musikern und den Zuhörern. Das Museum leistet großen Support – vom Empfang bis zur Direktorin – dafür sind wir sehr dankbar.“

    Die Konzerte im Überblick:

    Unter dem Titel „[ˈkɛtˌwɔːk]  (Catwalk)“ präsentieren Studierende des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim wieder Konzertprogramm im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim (Am Steine 1-2, 31134 Hildesheim). Der Eintritt ist frei.

    • 02. Februar 2020, 11:00 Uhr – Roemer-Saal, Matinee

    • 09. Februar 2020, 11:00 Uhr – Schafhausen-Saal, Matinee

    • 14. Februar 2020, 19:00 Uhr – Ausstellungsbereiche / Schafhausen-Saal / Roemer-Saal, Abendkonzert

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    Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen Studierendenportal
    news-18389 Tue, 04 Feb 2020 07:12:00 +0100 Theologie: Forschung zum jüdisch-christlichen Dialog https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/theologie-forschung-zum-juedisch-christlichen-dialog/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Der Theologe hält nun einen Gastvortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin. Professor René Dausner hält einen Gastvortrag zum Thema „Zukunftsperspektiven von Nostra aetate. Zur Brisanz und Relevanz des jüdisch-christlichen Dialogs aus katholischer Sicht" in Berlin. Der Vortrag findet am Dienstag, 11. Februar 2020 an der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

    Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) öffnete sich die katholische Kirche den Diskursen der Moderne und leitete eine theologische Wendezeit ein, deren  Ausgang auch im 21. Jahrhundert noch keineswegs gewiss ist, sagt Professor Dausner. „Nostra aetate" gilt als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils.

    Einer der wesentlichen und bis heute nachhaltigsten Richtungsentscheide, der in Artikel 4 des Konzilsdokuments „Nostra aetate“ formuliert wurde, stellt die positive Würdigung und Wertschätzung des Judentums in der Geschichte und auch auch in unserer Zeit dar, so Dausner. „Für die nach-konziliare Theologie ergeben sich aus diesen Vorgaben des jüdisch-christlichen Dialogs zentrale Fragen, deren Bearbeitung einer jeden Generation immer wieder neu aufgegeben ist: Inwiefern ist diese Neubesinnung der katholischen Kirche im Verhältnis zum Judentum theologisch legitimiert? Welche Aufgaben und Herausforderungen stellen sich für Theologie und Kirche im Angesicht des Judentums heute? Auch 55 Jahre nach der Promulgation des Konzilstextes sind diese Fragen für die Theologie zentral und angesichts gesellschaftspolitischer Entwicklungen aktueller denn je.“

    René Dausner forscht und lehrt als Professor für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Seit 2016 ist Prof. Dausner Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der jüdisch-christliche Dialog zählt seit Jahren zu einem der zentralen Forschungsschwerpunkte von Professor René Dausner.

    Lesen Sie auch:
    Theologieprofessor René Dausner: Privataudienz beim Papst

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    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-18373 Mon, 03 Feb 2020 08:41:00 +0100 IT-Speed Dating: Studierende sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/it-speed-dating-studierende-sammeln-praxiserfahrungen-in-der-regionalen-wirtschaft-1/ Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge treffen beim „IT-Speed Dating“ auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen – und finden passende Praktikumsplätze. Die Universität mit ihren rund 850 IT-Studierenden ist ein wichtiger Partner für die regionale Wirtschaft. Arthika Thambiaiyah studiert an der Universität Hildesheim Wirtschaftsinformatik im dritten Semester und sucht einen Praktikumsplatz. „Von Datenbanken bis Operations Research ist alles denkbar. In meinem Studium der Wirtschaftsinformatik lerne ich viele verschiedene Bereiche kennen – von der Betriebswirtschaftslehre, etwa externes und internes Rechnungswesen, über die Informatik mit Programmierung und Entwicklung von Algorithmen bis zu Wirtschaftsinformatik und Gestalltung von Prozessen. Das Studium ist reizvoll. Ich nutze das IT-Speed-Dating, um den passenden Praktikumsplatz zu finden.“

    In Hildesheim studieren derzeit über 850 IT-Studentinnen und IT-Studenten. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein Pflichtbestandteil in den IT-Studiengängen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (Bachelor of Science) und „Wirtschaftsinformatik“ (Bachelor of Science). Studentinnen und Studenten absolvieren die Praktika bei Unternehmen in der Region.

    Arthika Thambiaiyah gehört zu den 42 Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge, die im Januar 2020 beim „IT-Speed Dating“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 34 regionalen Unternehmen zusammenkamen. Einmal im Jahr veranstaltet ein Team um Dr. Felix Hahne und Prof. Dr. Julia Rieck dieses Treffen.

    Auch Sebastian Ollesch, der ein Praktikum im Bereich Softwareentwicklung oder Datenbanken sucht, und Ajab Habibi gehören zu den teilnehmenden Studierenden. „Hier kann ich Fragen stellen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen direkt sprechen – das ist viel besser, als sich durch eine Website zu klicken. Das ist super hier!“, sagt Ajab Habibi.

    891 „Dates“ in 3 Stunden – ein kluger Algorithmus bringt Unternehmen und Studierende zusammen

    Insgesamt 891 „Dates“ galt es vorzubereiten. In diesem Jahr hat das Forschungsteam die Prozesse optimiert, die Gesprächspartner passen nun besser zusammen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Christian Ackermann hat eigens für das IT-Speed-Dating einen klugen Algorithmus entwickelt, der Praktikumsangebote der Unternehmen und Interessen der Studierenden miteinander kombiniert und  die Zuteilung der Studierenden auf die Unternehmen vornimmt.

    Das dahinterliegende, anspruchsvolle kombinatorische Optimierungsproblem ist als „Matching“ bekannt und wurde algorithmisch gelöst. Dadurch konnte, trotz einer zeitlichen Verkürzung der Veranstaltung, die Zahl der teilnehmenden Studierenden gesteigert werden, sagt Felix Hahne.

    Von Programmieren bis Prozessoptimierung: Interessante Aufgabenstellungen in der regionalen Wirtschaft und Verwaltung

    Viele Unternehmen sind jedes Jahr aufs Neue dabei, sagt Professorin Julia Rieck.

    Das bestätigt der Unternehmer Alexander Schmidt von der COMPRA GmbH. „Wir nehmen seit vielen Jahren am IT-Speed-Dating teil, um möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber für Praktikumsstellen oder Werkstudententätigkeiten zu finden – die Aufgaben reichen von der Softwareentwicklung bis zur Qualitätssicherung. Die direkten Gespräche sind eine sehr gute Gelegenheit, um die passenden Studierenden zu finden“, so Alexander Schmidt.

    Das bestätigt auch die Personalerin des Unternehmens SGH Service GmbH. Das Unternehmen bietet Technologie und Service an, um Geschäftsprozesse zu automatisieren. „Wir sind immer auf der Suche nach Nachwuchskräften. Diese Veranstaltung der Universität ist eine wunderbare Möglichkeit, um Werkstudierende für unseren IT-Bereich zu finden. Wir suchen Fachkräfte“, sagt die Personalerin Jessica Oleszewski. Das Unternehmen nahm bereits im Vorjahr am IT-SpeedDating teil, mit Erfolg, drei Werkstudierende arbeiten derzeit im Unternehmen, „einer der Studenten steigt jetzt direkt nach dem Studienabschluss bei uns ein“, so Jessica Oleszewski. Die Studierenden sind zum Beispiel in der Prozessoptimierung tätig: Sie nehmen Prozesse auf, interviewen Personen, um bestehende Prozesse zu verstehen und darauf aufbauend die Prozesse zu durchdenken und Vorschläge zur Optimierung zu erarbeiten.

    Von der Stadt Hildesheim führt der Leiter der IT-Abteilung, Florian Gefrörer, die Vorstellungsgespräche beim IT-Speed-Dating. „Letztes Jahr haben wir 5 Studierende finden können, die Vielzahl der Projekte könnten wir ohne die Studierenden nicht bearbeiten. Wir bieten den Studierenden spannende Aufgaben – von Programmieren bis zur Optimierung von Prozessen“, sagt Florian Gefrörer.

    Die Nachfrage von Unternehmen aus der Region nach Partnerschaften mit den IT-Studiengängen der Universität Hildesheim wächst. Seit 2013 veranstaltet die Universität das IT-Speed-Dating. Bei der ersten Auflage waren 15 Unternehmen dabei, in 2018 bereits 27. Mittlerweile nehmen 34 Unternehmen teil.  „Damit ist dann, vor allem im Hinblick auf die zeitliche Länge der Veranstaltung, aber auch das Ende der Fahnenstange erreicht – ein weiteres Wachstum ist nicht sinnvoll. Wir wollen, dass Gespräche in guter Atmosphäre möglich sind“, so Felix Hahne.

    Ausgezeichnete Studienleistungen: Szenarioanalyse einer energiekostenorientierten Ablaufplanung

    Während der Veranstaltung wurde ein Student für seine herausragenden Studienleistungen im Bereich „Operations Research“ ausgezeichnet.

    Der Student Lars Müller erhält für seine Bachelorarbeit „Szenarioanalyse einer energiekostenorientierten Ablaufplanung am Beispiel eines Flow Shops“ den GOR-Bachelorpreis der Gesellschaft für Operations Research. In der Abschlussarbeit, die von Professorin Julia Rieck und Jan Busse betreut wurde, konnte der Student herausarbeiten, wie man in einer energieintensiven Produktion einen Ausgleich zwischen Energiekosten und Fertigungszeit finden kann – und das mit der zusätzlichen Erschwernis schwankender Strompreise.

    Nach dem IT-Speed-Dating haben mehr als 75% der bisher rund 230 teilnehmenden Studierenden ein Praktikum bei einem der regionalen Unternehmen absolviert

    Auch auf Seiten der Studierenden ist das Interesse groß. Mehr als 75% der bisher rund 230 teilnehmenden Studierenden haben nachfolgend ein Praktikum bei einem der anwesenden Unternehmen absolviert. Die teilnehmenden Unternehmen kommen vor allem aus der Region Hildesheim sowie aus der Metropolregion Wolfsburg, Hannover und Braunschweig.

    „Wichtig ist für die Studierenden die Erfahrung, dass sie das in der Uni bis dato Gelernte auch wirklich anwenden können, vieles in der Wirtschaft aber auch anders gehandhabt wird und die Arbeitswelt sich doch erheblich von der Lernwelt unterscheidet – Stichwort social skills“, sagt Dr. Felix Hahne. „Die Abbruchquoten der Studierenden, die das Praktikum absolviert haben, sind vermutlich geringer als im Mittel über alle Studienanfänger unserer IT-Studiengänge.“ Aus den Praktika entstehen häufig Werkstudententätigkeiten, Projekt- und Abschlussarbeiten oder auch feste Arbeitsverhältnisse. So entstehen auch Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium, die inhaltlich deutlich näher am Studium sind als viele „klassische Studentenjobs“. Für einige Partnerunternehmen ist das Vorhandensein der IT-Studiengänge in Hildesheim zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Die Praktika dienen auch der Verzahnung der Universität mit den Partnerunternehmen.

    Wie läuft das IT-Speed-Dating ab?

    Das „IT-Speed Dating“ findet seit 2013 jedes Jahr zum Jahresbeginn statt und hat sich als sehr beliebtes und erfolgreiches Instrument zur Anbahnung von Praktika erwiesen. Im Fünf-Minuten-Takt wechseln die Studierenden die Stationen und lernen die Unternehmen kennen und umgekehrt. Die Studierenden haben eine standardisierte Kurzbewerbung dabei, die Unternehmen konkrete Praktikumsangebote für 2020.

    Ansprechpartner:

    Fragen zum IT-Speed Dating beantworten Prof. Dr. Julia Rieck (rieck@bwl.uni-hildesheim.de) und Dr. Felix Hahne vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim (Telefon 05121 883 40514, E-Mail: hahne@bwl.uni-hildesheim.de).

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    Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Betriebswirtschaft Pressemeldungen
    news-18364 Thu, 30 Jan 2020 09:03:54 +0100 Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/welche-kompetenzen-benoetigen-unternehmen-und-organisationen-im-digitalen-wandel/ Das Zentrum für Digitalen Wandel startet die öffentliche Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“. Das Thema am 4. Februar 2020: Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Forschungszentrum der Universität Hildesheim einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe. Digitalisierungsprozesse sind allgegenwärtig und verändern stetig und fortschreitend unser Leben. Das Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim startet eine neue öffentliche Veranstaltungsreihe.

    Am Mittwoch, 4. Februar 2020, um 18:15 Uhr startet die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ in der Universitätsbibliothek am Hauptcampus (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit der Sozialpädagogin Prof. Dr. Inga Truschkat und dem Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt. Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Inga Truschkat und Ralf Knackstedt berichten aus ihren Forschungsprojekten.

    Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität und Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme ist kostenfrei.

    Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Hildesheimer Forschungszentrum einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe.

    Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ diskutiert fächerübergreifend aktuelle Themen aus den Digitalisierungskontexten, um veränderte Anforderungen, Potenziale und Herausforderungen identifizieren und ihnen begegnen zu können. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran besteht die Zeit, die Expertisen und Fragen des Publikums einzubeziehen – ob Beobachtungen in der beruflichen Praxis, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

    Flyer zur Eröffnung der KURZWEIL #1

    Kontakt bei Fragen:

    Dr. Bianca Burgfeld-Meise
    Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
    Tel.: 05121 883 90250
    E-Mail: burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

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    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18361 Wed, 29 Jan 2020 11:47:49 +0100 Ethiken des Kuratierens: „Kuratieren ist ein Auswahlverfahren“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ethiken-des-kuratierens-kuratieren-ist-ein-auswahlverfahren/ In den aktuellen Diskussionen um das Kuratieren sind ethische Aspekte allgegenwärtig. Im Interview sprechen Professorin Fiona McGovern und Professor Johannes Ismaiel-Wendt über die Ethiken des Kuratierens. Gemeinsam mit Studierenden laden sie zum internationalen Symposium „Ethiken des Kuratierens“ am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim ein. In den aktuellen Diskussionen um das Kuratieren sind ethische Aspekte allgegenwärtig. Sie spielen im Zusammenhang mit der vom International Council of Museums vorgeschlagenen Neudefinition des Museums eine ebenso zentrale Rolle wie mit dem Kuratieren von Großausstellungen durch nicht-westliche Kollektive oder dem von Bénédicte Savoy und Felwine Saar 2018 im Auftrag des französischen Staates verfassten Restitutionsbericht.

    Wie sieht ein angemessener Umgang mit den Forderungen aus, nicht rechtmäßig erworbene Museumsstücke an ihre Ursprungsländer beziehungsweise Ursprungskulturen zurückzugeben? Wo verlaufen ethische Grenzen dessen, was von wem in Ausstellungen gezeigt oder digitalisiert für alle zugänglich gemacht werden kann? Welche Rolle spielen Aspekte von Sorge und Nachhaltigkeit in aktuellen kuratorischen Ansätzen? Und wer trägt Verantwortung?

    Etwa 40 Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Kurator*innen diskutieren auf dem internationalen Symposium „Ethiken des Kuratierens“ am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim diese Fragen. In Vorträgen, Diskussionsrunden, Filmscreenings und Workshops werden folgende Themen bearbeitet: „Codes of Ethics and Structural Exclusions“, „To Restitute, to Decolonize, to Mediate“, „Curating Sound“, „Ethics of the Visible and Displayable“ und „Caring, Curating and Sustainability“.

    Das Internationale Symposium „Ethiken des Kuratierens“ findet am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim vom 31. Januar bis 2. Februar 2020 statt. Die Konferenz wird am Freitag, 31. Januar 2020, um 14:00 Uhr am Kulturcampus eröffnet. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG sowie das Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Sparkassen Stiftung  fördern die Konferenz.

    Programm der Konferenz
    „Ethiken des Kuratierens / ethics of curating“

    Interview mit Prof. Dr. Fiona McGovern und Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt

    Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Fiona McGovern erforscht die Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie sowie Ethiken des Kuratierens. Sie arbeitet seit 2018 als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft im kulturwissenschaftlichen Fachbereich.

    Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt forscht und lehrt am Institut für Musik und Musikwissenschaft. Von 2012 bis 2018 war Johannes Ismaiel-Wendt Juniorprofessor für Systematische Musikwissenschaft und Musiksoziologie, 2018 wurde er zum Hildesheimer Universitätsprofessor für Musiksoziologie und Popular Music Studies berufen. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Berater im Haus der Kulturen der Welt in den Projekten Translating HipHop und Global Prayers.

    An der Organisation der Veranstaltung maßgeblich beteiligt sind Nadiah Riebensahm, Nora Brünger und Studierende des Seminars „Ethiken des Kuratierens“.  

    Frau Professorin McGovern, Herr Professor Ismaiel-Wendt, Sie veranstalten das internationale Symposium „Ethiken des Kuratierens“. Was ist die drängende Forschungsfrage, die Sie bearbeiten?

    Fiona McGovern: Wir gehen mit vielen Fragen in dieses Symposium. Eine für mich fundamentale ist sicher die danach, was eine Ethik des Kuratierens auszeichnet und vor allem wie sie sich nachhaltig in der Praxis umsetzen lässt. Themen die angesprochen werden sind etwa die Frage nach Diversität im Ausstellungsbetrieb und in der kuratorischen Praxis. Das Symposium ist interdisziplinär angelegt und nimmt neben dem Museumswesen auch die Filmkuration oder den Theaterbetrieb in den Blick.

    Johannes Ismaiel-Wendt: Oder Soundkuratieren – wir setzen uns auch mit Kuratieren jenseits des Visualprimats auseinander, also mit jenen Phänomenen jenseits des Sehbaren. Was will man zeigen, was wird nicht gezeigt?

    Fiona McGovern: ….und wie kann das alles gut vermittelt werden? Die Ebene der Vermittlung denken wir von vornherein mit.

    Wie wir auf die beiden Begriffe „Ethik“ und „Kuratieren“ blicken, was verstehen Sie darunter?

    Fiona McGovern: Kuratieren ist ein Auswahlverfahren, einfach gesagt. Wobei sich um das Kuratieren ein komplexer Diskurs entspannt hat. Es geht um Fragen der Sichtbarkeit zum Beispiel. In dem Moment, in dem etwas auswählt wird, wird etwas anderes nicht ausgewählt. Ethische Überlegungen setzen für mich an diesem Punkt an Sie sollten daher der kuratorischen Praxis immanent sein. Darüber wollen wir sprechen – was solche Entscheidungen bedingt, für wen kuratiert wird, welches Publikum mitgedacht wird wer in Entscheidungsprozesse einbezogen wird. 

    Das sind Fragen, die sich jede Kulturinstitution zu stellen hat?

    Fiona McGovern: Ja. Damit verknüpft  ist auch die Frage, wie gezeigt wird. Wird etwas kommentiert gezeigt oder nicht? Oder im Kino – in welchen Formaten werden Filme gezeigt, als Digitalisat oder ausschließlich im Original? Wie wird mit dem Archiv umgegangen? Diesen Fragen etwa widmet sich das Kollektiv The Canine Condition, die ein Filmprogramm für das Symposium zusammen gestellt haben.

    Sie binden Studentinnen und Studenten aus den Kulturwissenschaften in die Organisation des internationalen Symposiums mit ein.

    Johannes Ismaiel-Wendt: Wir bieten ein Seminar an für Bachelorstudierende im Bereich Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis und Masterstudierende. Wir beschäftigen uns mit Texten über das Kuratieren, sogenannten „Codes of Ethics“ und anderen Leitfäden. Der Begriff Kuratieren, das sich kümmern ursprünglich um eine Sammlung, hat heute vielmehr mit dem Auswahlprozess zu tun und der Frage, woher die Sammlungen stammen, wer archiviert was warum und wo sind diese Archive? Wer verfügt darüber? Ein dringendes Thema ist die Aufforderung an Archive, Museen und Bildungsinstitutionen, zu dekolonisieren. Wer meint über das Wissen über diese Dinge zu verfügen und das Wissen vermitteln zu können? Das reicht bis hin zu Personalfragen. Wie ist die Personalsituation in den Institutionen, die zum Beispiel Kunst aus Afrika zeigen? Wir haben auch das Center for World Music in Hildesheim, wer trägt 50.000 Schallplatten zusammen und ist in der Lage dazu und wer verfügt dann nachher darüber, und ist die Digitalisierung von solchen Soundarchiven die Lösung von solchen Zugangsproblemen? Der Geschäftsführer des CWM, Dr. Michael Fuhr, ist auch am Symposium aktiv beteiligt.

    Fiona McGovern: Eng damit verknüpft ist auch die Frage, welche Narrative erzählt werden. Wir haben beispielsweise Prof.Claudia Höhl, die Direktorin des Dommuseum Hildesheim eingeladen, die derzeit eine Ausstellung macht, in der Hildesheim als europäische Metropole in den Vordergrund gerückt wird und anhand von Objekten versucht, ein anderes Narrativ als das übliche zu erzählen. In ethnologischen Museen wird diese Frage ganz besonders virulent.

    Sie bilden an der Universität die nächste Generation der Kulturschaffenden aus, die künftig im Kern ihrer Arbeit ethische Fragen immer wieder in der Institution zu stellen.

    Johannes Ismaiel-Wendt: Auf jeden Fall, es herrscht ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit ethischen Fragen. Ich glaube auch, dass die Studierenden das von uns einfordern, dass wir nicht nur erklären, wie eine Institution funktioniert und wie Objekte ausgestellt werden. Sie fordern von uns, dass wir ethische Dimensionen mit ihnen reflektieren.

    Fiona McGovern: Die Debatten um ethische Aspekte des Kuratierens und Ausstellungsmachens werden auf internationaler Ebene gerade breit geführt. Sie schlagen sich auch in den Abschlussarbeiten nieder, die Studierende zur Zeit schreiben. Es ist in der Hinsicht eine ziemlich spannende Zeit. greifen diese auf.

    Wurden ethische Fragen im kuratorischen Prozess in der Vergangenheit zu wenig bearbeitet?

    Fiona McGovern: Es gibt definitiv schon lange eine ethische Auseinandersetzung gerade in Museen. Der Code of Ethics vom ICOM beispielsweise sollte die Basis für jede Form von Museumsarbeit bilden. Es ist eine Handreichung und Empfehlung, es heißt aber noch lange nicht, dass alle Museen diese im Detail umsetzen. In den letzten Jahren hat die Frage der Ethik eine enorme Präsenz gewonnen. Maura Reilly beispielsweise hat 2018 das Buch „Curatorial Activism: Towards an Ethics of Curating“ publiziert, auch gibt es zahlreiche offene Briefe und call-outs, die darauf hinweisen, wenn etwa dubiose Finanzquellen für das Ausstellungsmachen herangezogen werden. Das hat enorm zugenommen.

    Johannes Ismaiel-Wendt: Es gibt eine Dynamik von Forderungen nach Berücksichtigung, etwa wenn Kunstformen ganzer Kontinente bei vermeintlich internationalen Festivals nicht auftauchen.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

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    Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen
    news-18353 Tue, 28 Jan 2020 12:45:00 +0100 Sprache und Gesundheit: Forschung im Bereich Gesundheitskommunikation https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/sprache-und-gesundheit-forschung-im-bereich-gesundheitskommunikation/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim gehört zu den Initiatoren des „Netzwerks Gesundheitskommunikation“, in dessen Fokus die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten im deutschsprachigen Raum steht. „Sprache gehört zum Behandlungserfolg“, sagt Professor Stephan Schlickau. Das „Netzwerk Gesundheitskommunikation“ riefen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hamburg, Zürich und Hildesheim ins Leben, und mittlerweile beteiligen sich daran interdisziplinär Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deuzschland, aber auch darüber hinaus. Wie tragen Patienten ihre Empfindungen und Beschwerden vor, wie erheben Ärzte die Krankheitsgeschichte im Gespräch und wie verändert sich die Kommunikation in der Gesellschaft durch die Digitalisierung, etwa in Online-Foren? Am 2. und 3. Februar 2020 richtet ein Forschungsteam um die Professorin Kristin Bührig, Professorin Ulla Kleinberger sowie Stephan Schlickau an der Universität Hildesheim die Fachtagung des Netzwerks Gesundheitskommunikation zum Thema „Beschwerden – Anamnese – Befund“ aus.

    Auf der disziplinübergreifenden Konferenz diskutieren Expertinnen und Experten aus Medizin, Pflege, Therapie und Sprachwissenschaft über Kommunikation im Gesundheitswesen. Dass Kommunikation für den Gesundheitssektor eine Rolle spielt, zeigen auch aktuelle Entwicklungen, wie der Sprachwissenschaftler Professor Stephan Schlickau erläutert: Kommunikation wird in das Curriculum der 2021 ihren Betrieb aufnehmenden Bielefelder Medizinischen Fakultät aufgenommen und kommunikative Kompetenzen gehen in die neue Approbationsordnung für Zahnärzte ein; deren Rolle in der Pflege ist ohnehin evident, so Schlickau.

    Die Vorträge auf der Tagung sind vielfältig, Professor Beatrix Kreß vom Institut für Institut für Interkulturelle Kommunikation spricht über das Thema „‘ich kann Ihnen nur empfehlen, das mit Ihrem Kinderarzt zu besprechen‘: ‚Beruhigendes‘ Handeln in einem Onlineforum für Säuglings- und Kleinkindgesundheit“. Weitere Vorträge sind zum Beispiel: „Kommunikation mit Kindern in der Zahnheilkunde“, „Fachärztliches Erläutern von Befunden schwerer Erkrankungen“, „Die Sprache der Pflege und deren Spezifika“ und „Information und Narration im Online-Ratgebervideo. Die Reihe ‚Skoliose! Und jetzt?‘ bei YouTube“.

    Programm der Tagung „Beschwerden – Anamnese – Befund“

    Sprache und Gesundheit: Einblicke in die Hildesheimer Forschung im Bereich Gesundheitskommunikation

    Wenn Nicola Hoppe in ihrem Büro am Bühler-Campus arbeitet, dann laufen von Zeit zu Zeit Youtube-Videos auf dem Bildschirm. Die Sprachwissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht anhand des Datenmaterials, „wie Youtube als alternativer Therapieraum zu traditionellen Formaten wie Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen funktioniert“. Sie betrachtet Videos, in denen Betroffene über ihre Essstörung sprechen und untersucht: Wie verbalisieren sie die Krankheit, den extremen Hunger? Und wie interagieren sie mit Zuschauern über die Videoplattform? Wie verändert sich die Kommunikation in der Gesellschaft durch die Digitalisierung?

    Die Forschung ist Teil des „Netzwerks Gesundheitskommunikation“. Ein Forschungsteam aus Hamburg, Zürich und Hildesheim hat einen auf die deutschsprachigen Länder spezialisierten, aber nicht darauf beschränkten verbund initiiert, der erforscht, wie Patienten ihre Empfindungen und Beschwerden vortragen, wie die Krankheitsgeschichte im Gespräch erhoben und medizinisch-therapeutisch eingeordnet wird. Etwa 70 % der Diagnosen gehen allein auf den patientenseitigen Beschwerdevortrag zurück. Mündliche Berichte von Patienten sind medizinisch relevant für das Entwickeln von Diagnosen und eine erfolgreiche Behandlung.

    „Sprache gehört zum Behandlungserfolg, wir arbeiten mit empirischem Material und untersuchen die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten im deutschsprachigen Raum“, sagt Professor Stephan Schlickau. Dazu kooperiert der Sprachwissenschaftler der Universität Hildesheim unter anderem mit Ärztinnen und Ärzten sowie Fachleuten aus Gerontologie, Therapie und Pflege. In welchen Phasen wird aufgeklärt über Behandlungspläne und mögliche Folgen? Das Forschungsteam analysiert zum Beispiel Gespräche in Kliniken über Diabetes. Etwa dieses: Ärztin: „...durch die Kortisonstherapie erhöht. Der Blutzucker liegt bei momentan 230 Milligramm. Normal sacht man zwischen 80 bis 100. Verstanden?“ – Patientin: „Ja, verstanden. Alles verstanden, ja.“ – Ärztin: „So und das heißt, zu Hause sollten Sie eine Diabetsdiät einhalten.“

    Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk untersucht zum Beispiel den Einsatz von Dolmetscher-Apps und mehrsprachigen Fragebögen im Klinikalltag, das Sprechen über die psychische Gesundheit und Krankheit, Ratgebervideos, Erzählungen über Antibiotika und Resistenzen in mehrsprachigen Diskursen oder Versuche von Selbstdiagnosen, die auf Recherchen im Internet beruhen. Durch die digitalen Medien entstehen interessante Fragen, sagt Schlickau. „Inzwischen gibt es Hebammen, die auf Youtube ihre Dienste anbieten, die wiederum maschinell in andere Sprachen übersetzt werden. Das sind Forschungsfragen, um die sich bisher noch niemand gekümmert hat.“

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    Fachbereich 3 Interkulturelle Kommunikation Pressemeldungen
    news-18354 Fri, 24 Jan 2020 12:02:00 +0100 Ausstellung in der Dombibliothek kombiniert Raum und Schrift https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/ausstellung-in-der-dombibliothek-kombiniert-raum-und-schrift/ In einer Kooperation zwischen dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim und der HAWK Hildesheim haben Studierende und Lehrende den zwei- und dreidimensionalen Schrift- und Bildraum erforscht. Die Ergebnisse werden bis Anfang März 2020 in der öffentlichen Ausstellung „TEXTraumTEXT“ in der Dombibliothek gezeigt. Schreiben geschieht nicht nur auf dem Papier, und Kunst kann auch Schrift sein. In der Stadt, im öffentlichen Raum, in der Werbung, an Hauswänden - überall sind wir von Schrift umgeben.

    In einer wegweisenden Kooperation zwischen dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim und der HAWK Hildesheim haben Studierende und Lehrende über die Grenzen der Disziplinen hinweg den zwei- und dreidimensionalen Schrift- und Bildraum erforscht.

    Gemeinsam haben sie ein Semester lang im Raum-Labor geschrieben und gebaut, geplant und konstruiert, um Texte in Räumen und Räume in Texten zu entdecken und zu realisieren.

    Mit der Dombibliothek Hildesheim, die ihre Räumlichkeiten für die Arbeiten der Studierenden öffnet, kommt ein weiterer Kooperationspartner hinzu. Es entstehen vielfältige, reizvolle und provozierende Objekte und Installationen, die mit unterschiedlichen Materialen den öffentlichen Bibliotheksraum beschreiben und Schrift verräumlichen.

    Professorin Annette Pehnt: „Raum und Schrift werden nicht unbedingt gleich zusammen gedacht. Schrift steht in Büchern, Kunst steht im Raum“

    „Raum und Schrift werden nicht unbedingt gleich zusammen gedacht. Schrift steht in Büchern, Kunst steht im Raum. Aber genau diese Begrenzungen haben wir in einer experimentellen Projektgruppe ausgehebelt. Zum Beispiel, indem wir Innen- und Außenräume aus Buchstaben gebaut oder aus unseren selbstgeschriebenen Texten Metall- oder Lichtobjekte gestaltet haben“, sagt Professorin Annette Pehnt.

    Projektbeteiligte sind Professor Hans-Jürgen Lamb, Professor Christoph Lemmert, Professorin Annette Pehnt, Dr. Monika Suchan sowie Studierende der Bereiche Typografie/Grafik und Dreidimensionales Gestalten der HAWK Hildesheim und des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim. Unterstützt wird die Ausstellung freundlicherweise von Stammelbach und Obornik.

    Schreiben geschieht nicht nur auf dem Papier. Kunst kann auch Schrift sein

    Die Vernissage „TEXTraumTEXT“ findet in der Dombibliothek in Hildesheim am Samstag, 1. Februar 2020, um 18:00 Uhr statt. Die Ausstellung ist öffentlich und läuft bis zum 2. März 2020.

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    Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen
    news-18059 Thu, 23 Jan 2020 09:24:00 +0100 Informatiker Sebastian Thrun: „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“ / Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/verleihung-der-ehrendoktorwuerde-der-universitaet-hildesheim-an-informatiker-sebastian-thrun/ Professor Sebastian Thrun ist ein Pionier der selbstfahrenden Fahrzeuge und einer der weltweit anerkanntesten Forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Nun kehrte der Informatiker in seine Studienstadt an die Universität Hildesheim zurück. Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde. Sebastian Thrun sprach vor etwa 700 Studierenden, Lehrenden und Bürgerinnen und Bürger im bis auf den letzten Platz gefüllten Audimax. „Ich habe hier in der Informatik in Hildesheim eine extrem solide Ausbildung bekommen“, erinnert sich Sebastian Thrun an seine akademischen Anfänge in den 1980er Jahren an der Uni Hildesheim. „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“, so Thrun. Hier finden Sie die Reden der akademischen Feierstunde zum Nachlesen:

    Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid, Grußwort (PDF)

    Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Grußwort (PDF) [folgt in Kürze]

    Niedersächsischer Wissenschaftminister Björn Thümler, Grußwort (PDF)

    Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Laudatio (PDF)

    DIE REDE ZUM NACHHÖREN:
    NDR Norddeutscher Rundfunk
    Rede von Prof. Sebastian Thrun an der Universität Hildesheim
    Video, 38 Minuten  (Video dauerhaft abrufbar)

    NDR Norddeutscher Rundfunk
    Nachrichtenmagazin "Hallo Niedersachsen"
    Filmbeitrag, 3 Minuten, 22.01.2020
    Ehrendoktorwürde für Mobilitäts-Visionär Thrun
    Thrun: „Die Ausbildung hier war weltklasse"

    NDR Norddeutscher Rundfunk
    Nachrichten "Niedersachsen 18:00", 22.01.2020
    Filmbeitrag (ab Minute 08:20) (verfügbar bis 29.01.2020)

    Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Professor Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde.

    „Mit ihrem ehemaligen Studenten Professor Sebastian Thrun ehrt die Universität Hildesheim einen Visionär, der in den Bereichen Mobilität der Zukunft, Robotik und digitale Hochschulbildung seit mehr als 20 Jahren herausragende Entwicklungsimpulse setzt. Seine wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von seiner Begeisterung für menschliches Lernen und dem Ziel, zukunftsträchtige Ideen und Technologien aus der Forschung in Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.

    „Die Informatikkarriere von Herrn Thrun begann an der Universität Hildesheim. Daher ist der Fachbereich 4 besonders stolz mit dieser Ehrenpromotion Prof. Dr. mult. Thrun als einen der heute international bekanntesten und renommiertesten Informatiker zu ehren“, sagt Professor Klaus Schmid, Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“.

    Zur Person:

    Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun

    Sebastian Thrun ist der Pionier der selbstfahrenden Autos, Mitbegründer des selbstfahrenden Autos von Google (Waymo) und einer der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Er ist einer der weltweit anerkanntesten Wissenschaftler in der Informatik. Durch seine Arbeiten hat er die moderne KI und den Bereich der Robotik wesentlich mitgeprägt.

    Die Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim wird Sebastian Thrun verliehen für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Fach Informatik, insbesondere in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. In diesen Gebieten zählt Sebastian Thrun zu den herausragendsten Forschern.

    Seine wissenschaftlichen Arbeiten waren Grundlage einer exzellenten wissenschaftlichen Karriere, die ihn von Hildesheim über Bonn zum Massachusetts Institute of Technology (MIT) und von dort zur Leitung des renommierten Stanford AI Labs (SAIL) führten.

    Sebastian Thrun hat von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik an der Universität Hildesheim studiert. Mit 36 wurde er Professor für Künstliche Intelligenz an der Stanford University und entwickelte später bei Google die Technologie für selbstfahrende Autos. Der Professor leitete das Forschungslabor „Google X“, wo er die technischen Grundlagen für „Google Glass“ und „Street View“ schuf.

    Thrun führt heute zwei eigene Firmen: die globale Internet-Universität „Udacity“, ein Pionier im Bereich des E-Learning, und „Kitty Hawk“, ein Start-up für autonome Flugtaxis.

    Videobotschaft für Hildesheim
    Interview mit Sebastian Thrun über Künstliche Intelligenz
    und das Studium an der Universität Hildesheim

    Lesetipp: Interview mit Sebastian Thrun
    und den Hildesheimer Informatikern Maren Stadtländer
    und Dr. Thorsten Schoormann
    (Universitätsjournal DIE RELATION, #06, Seite 64)

    Öffentlicher Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“

    Akademische Feierstunde
    am Mittwoch, 22. Januar 2020

    Zur akademischen Feierstunde am Mittwoch, 22. Januar 2020, um 11:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim lädt der Fachbereich 4 herzlich ein. Sebastian Thrun hält dann den öffentlichen Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“ (Vortrag in deutscher Sprache). Studierende, Lehrende und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

    Grußworte während der Feierstunde sprechen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die Laudatio hält Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme vom Institut für Informatik der Universität Hildesheim.

    Zuvor wird sich Professor Sebastian Thrun am Mittwochmorgen um 9:00 Uhr in das Goldene Buch der Stadt Hildesheim eintragen.

    Informationsseite zur Veranstaltung am 22. Januar 2020

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    Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal Personalportal
    news-18359 Thu, 23 Jan 2020 07:23:00 +0100 Onlinebefragung im Rahmen einer geplanten Masterarbeit zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/onlinebefragung-im-rahmen-einer-geplanten-masterarbeit-zum-thema-vergebung-in-paarbeziehungen/ Für eine Onlinebefragung zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ sucht die Universität Hildesheim Studienteilnehmer. Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben. [den Link zur Onlinebefragung finden Sie untenstehend.]

    „In einer Paarbeziehung werden im Idealfall grundlegende menschliche Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstwertgefühl erfüllt. Jedoch kommt es in einer romantischen Paarbeziehung nicht selten auch zu Verletzungen durch die Partnerin beziehungsweise den Partner, welche die Qualität und die Existenz dieser engen Beziehung gefährden können“, sagt Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk. Um eine erlebte Verletzung zu überwinden und die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, scheint Vergebung seitens der verletzten Person eine entscheidende Rolle zu spielen, sagt Janczyk.

    Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben.

    Im Rahmen ihres Masterstudiums in Psychologie an der Universität Hildesheim hat Stefania Klaudia Janczyk das Seminar „Paartherapie“ bei Prof. Dr. Christoph Kröger, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, besucht und ist so auf das Thema „Vergebung im Kontext von romantischen Paarbeziehungen“ gestoßen. In vielen Forschungsarbeiten zeigt sich, dass Vergebung im Kontext von Paarbeziehungen diverse positive Auswirkungen hat, sagt Janczyk.

    Die Masterstudentin startet nun eine Onlinebefragung, um Antworten auf die folgenden Fragen zu finden: Aus welchen Gründen vergeben Menschen in Paarbeziehungen? Und was folgt daraus aus psychologischer Sicht für die vergebende Person? Dabei versteht die Studentin in ihrer Onlinebefragung „Vergebung“ als „einen intrapersonalen Prozess, das heißt, ein Prozess, der innerhalb der vergebenden Person stattfindet, der die Transformation von Gedanken, Emotionen und Verhalten gegenüber der Partnerin beziehungsweise dem Partner von negativen zu positiveren Formen beinhaltet“.

    Teilnahme und Einschlusskriterien, um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können:

    Es können alle Personen an der Onlinebefragung teilnehmen, die:

    • mindestens 18 Jahre alt sind UND
    • sich aktuell in einer festen romantischen Partnerschaft befinden und schon länger als 6 Monate mit ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner zusammen sind UND
    • in den letzten 6 Monaten eine persönliche, unfaire und tiefgreifende Verletzung durch ihre Partnerin beziehungsweise ihren Partner erlitten haben (zum Beispiel hat die Partnerin bzw. der Partner etwas verheimlicht oder gelogen; ein Versprechen nicht eingehalten; sich respektlos verhalten; keine oder zu wenig Unterstützung geleistet; vor anderen Personen abwertend über die andere bzw. den anderen gesprochen; ist fremdgegangen; und vieles mehr …) UND
    • ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner bereits vergeben haben UND
    • die Einwilligungserklärung der Onlinebefragung verstanden haben und dieser zustimmen UND
    • die Datenschutzerklärung der Onlinebefragung gelesen haben und sich mit dieser einverstanden erklären.

    Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

    Weitere Hinweise zur Teilnahme:

    Um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können, müssen zwingend alle der genannten Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sein. Damit es sich um eine möglichst repräsentative Onlinebefragung handelt, können sehr gerne auch Personen teilnehmen, die nicht studieren.

    Die Teilnahme an der Onlinebefragung nimmt etwa 30 Minuten Zeit in Anspruch. Eine Teilnahme ist so lange möglich, bis insgesamt etwa 150 Personen an der Onlinebefragung teilgenommen haben.

    Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

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    Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17107 Mon, 20 Jan 2020 07:46:00 +0100 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

    Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

    „Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

    Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

    Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Mathematik & Angewandte Informatik Einrichtungen Universitätsbibliothek Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18165 Fri, 17 Jan 2020 16:13:14 +0100 Stipendienrekord: Erstmals 205 Stipendiatinnen und Stipendiaten an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/stipendienrekord-erstmals-205-stipendiatinnen-und-stipendiaten-an-der-uni-hildesheim/ Die Universität Hildesheim verleiht erstmals 205 Stipendien an Studentinnen und Studenten. Für die Studierenden ist dies eine Würdigung ihrer akademischen Leistungen und ihres ehrenamtlichen Engagements – beides findet bei der Auswahl der Studierenden durch die Stipendienkommission der Universität Berücksichtigung. Für das Studienjahr 2019/20 konnten an der Stiftung Universität Hildesheim insgesamt 119 Deutschlandstipendien eingeworben werden. Private Förderinnen und Förderer machen dies möglich. Aus Landes- und Eigenmitteln finanziert die Stiftung Universität Hildesheim zudem 42 Stipendien im Minverva-Kolleg sowie 44 Lore-Auerbach-Stipendien. Damit erhalten nun 205 Studierende der Stiftung Universität Hildesheim ein Stipendium.

    Für die Studierenden ist dies eine Würdigung ihrer akademischen Leistungen und ihres ehrenamtlichen Engagements – beides findet bei der Auswahl der Studierenden durch die Stipendienkommission der Universität Berücksichtigung. Während für die Aufnahme in das Deutschlandstipendienprogramm und das Minerva-Kolleg ein besonderes Gewicht auf akademischen Leistungen liegt, betont das Lore-Auerbach-Stipendium das ehrenamtliche Engagement.

    Außerdem leisten die Stipendien einen wichtigen finanziellen Beitrag. Die geförderten Studierenden stechen durch ihre Leistungen aus der Gesamtheit hervor – mit Blick auf soziodemographische Merkmale sind sie aber ein repräsentatives Abbild der Studierendenschaft. Damit kommen die Stipendien natürlichen auch jungen Menschen mit Migrations- und/oder Fluchthintergrund und auch aus nichtakademischen Elternhäusern zu Gute.

    119 Deutschlandstipendien stellen ebenfalls einen neuen Höchststand für die Stiftung Universität Hildesheim dar. Gegenüber dem Vorjahr ist dies einen neuerliche Steigerung um 23 Stipendien. Möglich wurde dies dank engagierter Unternehmen und Stiftungen, vor allem aber auch einer großen Zahl privater Förderinnen und Förderer aus der Hildesheimer Bürgergesellschaft – mehr als 70 Fördernde in diesem Studienjahr 2019/20. Im Rahmen der Feierstunde am 17. Januar 2020 im Hildesheimer Novotel dankte der Präsident der Stiftung Universität Hildesheim Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich ausdrücklich den Fördernden. Eine Besonderheit des Deutschlandstipendienprogramms hebt der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen Prof. Dr. theol. habil. Martin Schreiner hervor: „Einen besonderen Wert hat der persönliche Kontakt zwischen Fördernden und Geförderten – so wird auch der Aufbau neuer Netzwerke und ein intensiver Wissens- und Erfahrungsaustausch ermöglicht.“ Und die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden auch ermutigt und darin unterstützt, sich für diese Gesellschaft zu engagieren. Ein Aspekt, den insbesondere Dr. h. c. Lore Auerbach in ihrem Festvortrag hervorhob.

    Monatlich 300 Euro erhalten die Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten. Der Jahresbetrag von 3600 Euro wird jeweils zur Hälfte vom BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den privaten Förderinnen und Förderern aufgebracht. Jede private Spende in Höhe von jährlich 1800 Euro wird auf diese Weise verdoppelt und ist zudem steuerlich abzugsfähig. Wer Interesse daran hat auch Bildungsstifterin oder Bildungsstifter zu werden, kann sich mit Markus F. Langer von der Stiftung Universität Hildesheim (markus.langer(at)uni-hildesheim.de) in Verbindung setzen.

    Kontakt: Markus F. Langer, Friend- & Fundraising, Stiftung Universität Hildesheim, markus.langer@uni-hildesheim.de, 0151 1221 5698

    Weiterführende Informationen:

    Stifterbrief mit dem Schwerpunktthema Deutschlandstipendium

    Informationen zum Bundesprogramm

    Informationen zum Deutschlandstipendium an der Universität Hildesheim

    Studierende – Auswahlkriterien für ein Stipendium

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    Pressemeldungen Studierendenportal
    news-18161 Wed, 15 Jan 2020 17:51:51 +0100 Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/preise-fuer-besondere-leistungen-in-forschung-lehre-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Philosophen Prof. Dr. Andreas Hetzel (Preis für hervorragende Forschung), die Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und die Sprachwissenschaftlerin Laura Guse (beide Preis für hervorragende Lehre) sowie Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten (Preis für hervorragenden Service) für ihre hervorragenden Leistungen aus. Mit dem Nachhaltigkeitspreis des Green Office werden die Studentinnen Annina Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit ausgezeichnet. Hier lesen Sie die Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich,
    Neujahrsempfang, 15.01.2020 [PDF]

    Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus. Zudem verleiht das Green Office Dank einer Förderung der Klimaschutzagentur den Nachhaltigkeitspreis.

    Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

    • Preis für hervorragende Forschung: Philosoph Prof. Dr. Andreas Hetzel

    • Preis für hervorragende Lehre: Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und Sprachwissenschaftlerin Laura Guse

    • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten

    • Nachhaltigkeitspreis des Green Office für Aninna Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit

    Preis für hervorragende Forschung: Philosoph Prof. Dr. Andreas Hetzel

    Mit dem Preis für hervorragende Forschung wird Professor Andreas Hetzel vom Institut für Philosophie ausgezeichnet. Andreas Hetzel ist Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Ästhetische Praxis“ und hatte die Federführung bei der erfolgreichen Antragstellung inne. „Dafür gebühren ihm Dank und eine besondere Auszeichnung, die dieser Preis symbolisieren soll, so Vizepräsidentin Professorin Meike Sophia Baader in ihrer Laudatio.

    Seit Frühjahr 2019 fragt das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ aus einer praxistheoretischen Perspektive nach künstlerischen Prozessen und bezieht dabei auch den außereuropäischen Raum mit ein. Darin liegt die innovative Perspektive, mit der ein klassisch kunsthistorischer Zugang erweitert und überschritten wird, so Baader.

    Fragen der philosophischen Ästhetik und der Kulturphilosophie gehören zu den Forschungshemen von Andreas Hetzel, genau wie Probleme der Philosophischen Ethik, der Sozialphilosophie und der politischen Philosophie. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt sich der Philosophieprofessor mit einer Reihe von gesellschaftlich höchst aktuellen Themen wie Postdemokratie, Biodiversität und gefährdete Vielfalt. Er verfügt über zahlreiche internationale Kontakte, die ihn immer wieder nach Österreich, in die Türkei und nach Frankreich führen. Zugleich engagiert er sich lokal über die Universität hinaus, indem er beispielsweise öffentliche philosophische Gespräche in Zusammenarbeit mit der Dombibliothek Hildesheim etwa zu Europa, zu Gesundheit oder zu Tod und Sterben führt. Seine Themen bewegen sich häufig an der Schnittstelle von Philosophie, Kunst und Politik.

    Andreas Hetzel hat Philosophie, Germanistik und Publizistik in Münster und Frankfurt studiert, sowie Soziologie und Skandinavistik. Zunächst war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz auf einer selbst eingeworbenen DFG-Projektstelle zu „Kultur und Macht“. Er wurde an der TU Darmstadt promoviert, an der er zehn Jahre später auch habilitierte. Dort war er Postdoc-Stipendiat in einem DFG-Graduiertenkolleg zu „Technisierung und Gesellschaft“. Über verschiedene wissenschaftliche Stationen in Klagenfurt, Innsbruck, Wien, Istanbul und Marburg ist er 2015 an die Universität Hildesheim gekommen und trägt dort seitdem zu einer lebendigen und forschungsstarken Philosophie und  hochwertigen forschungsorientierten Nachwuchsförderung bei, hebt Vizepräsidentin Meike Sophia Baader hervor.

    „Gute Forschung ist nur möglich in einer guten Forschungsumgebung. Sie ist vor allem Ausdruck lebendiger Gespräche, in denen Hypothesen entstehen und sich entfalten können, in denen sie kritisiert werden und sich dadurch argumentativ verfeinern. Ich bin dankbar, dass ich solche Gespräche in Hildesheim täglich führen kann, mit Studierenden und KollegInnen, am Institut für Philosophie, im Fachbereich 2, im Graduiertenkolleg und zunehmend auch über die Grenzen des Fachbereichs hinaus“, sagt Professor Andreas Hetzel.

    Preis für hervorragende Lehre: Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und Sprachwissenschaftlerin Laura Guse

    Die Jury hat den Preis für hervorragende Lehre unter knapp 50 vorgeschlagenen Lehrenden diesmal zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen zuerkannt, und zwar Laura Guse und Ekaterina Trachsel.

    Laura Guse hat Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Deutsch und Biologie an der Leibniz Universität und der University of Glasgow studiert und mit dem Master abgeschlossen. Währenddessen war sie Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache. Seit 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik des Instituts für Deutsch Sprache und Literatur.

    Die Sprachwissenschaftlerin  promoviert unter der Aegide von Professorin Ursula Bredel und Professor Ulrich Heid zum Thema „Die Versprachlichung von Bewegungsereignissen im Deutschen. Eine korpuslinguistische Analyse der semantischen Variabilität von Bewegungskonstruktionen“. Zu ihren geplanten Forschungsprojekten zählt aber auch eines mit Dr. Torsten Richter aus der Biologie mit dem Titel „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. Eine framesemantische Analyse zur Einstellung betroffener Gruppierungen“. 

    Der breite Kanon an Lehrveranstaltungen von Laura Guse umfasst auch das Seminar „Norm im Sprachunterricht“, und dafür wird sie nun ausgezeichnet, so Vizepräsident Professor Jürgen Sander in seiner Ladudatio. Durch die Verwendung sprachlicher Experimente und den anschließendem Rückbezug und Vergleich mit einschlägigen Theorien wurden die Studierenden zu intensiver Mitarbeit angeregt. Die Studierenden loben zudem den Einsatz von Hörbeispielen, die Analyse von Schulbüchern, die „hervorragende Strukturierung des Seminars durch initiale Bekanntgabe der notwendigen Literatur in Gestalt eines Readers, klare Benennung der jeweiligen Lehrinhalte und -ziele sowie deren Überprüfung am Ende jeder Sitzung“ und dass Laura Guse die Studierenden zu weitergehender Beschäftigung mit dem Thema und wissenschaftlicher Tätigkeit in diesem Bereich motivierte. „Laura Guse erfüllt somit in hervorragender Weise das Hildesheimer Modell der Verschränkung von Theorie und Praxis“, so Professor Jürgen Sander.

    „Dass die Nominierungen des Preises für hervorragende Lehre von den Studierenden kommen, macht die Auszeichnung so besonders und rührt mich. Gleichzeitig gebührt dem gesamten Institut für deutsche Sprache und Literatur ein großes Dankeschön, denn die intensiven Gespräche und der anregende Austausch über Fachwissenschaft sowie Fachdidaktik haben einen nicht hoch genug einzuschätzenden Anteil an meiner Idee von Lehre. Es ist großartig, dass sich Lehramtsstudierende für Sprachwissenschaft begeistern, da diese wissenschaftliche Perspektive die Grundlage für ihr späteres professionelles Lehren an Schulen bildet. Ich freue mich sehr, wenn meine Seminare einen Teil dazu beitragen können“, sagt Laura Guse.

    Ekaterina Trachsel forscht und lehrt am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur. Sie arbeitet seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim im Bereich Theater und forscht und lehrt zur Produktions- und Rezeptionsästhetik des Verfahrens der De-Montage im Theater, zur theatralen Inszenierung monströser Körper und Ordnungen, und dies stets zwischen Theorie und Praxis.

    Zuvor hat Ekaterina Trachsel in Hildesheim den Bachelor „Szenische Künste“ studiert und den Master „Inszenierung der Künste und der Medien“ mit der Arbeit „Monströse Montagen: Entwurf einer Theorie zur Analyse der Montagestruktur zeitgenössischer Tanz- und Theaterarbeiten anhand des Beispiels Schönheitsabend von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek“ abgeschlossen. Ihre Dissertation wird begleitet von Professorin Annemarie Matzke und trägt den Titel „Montage und De-Montage als dramaturgisches Verfahren im zeitgenössischen Theater“. Sie arbeitet zudem in dem in Hildesheim gegründeten Theaterkollektiv „VOLL:MILCH“und dem Künstler*innenkollektiv „MONSTER CONTROL DISTRICT“, das sich zwischen Berlin, Rotterdam, Frankfurt und Niedersachsen verorten lässt, fast die Studentin Sonja Schütte in ihrer Laudatio den Werdegang zusammen.

    Ekaterina Trachsel wird für das Seminar „De-Montage im Theater“ ausgezeichnet und wurde auch in den vergangen Jahren mehrfach für den Preis für hervorragende Lehre vorgeschlagen.

    Studierende von Ekaterina Trachsel begründen die Auszeichnung wie folgt:

    • „Es gab immer Raum für Diskussion und wir als Studierende wurden von Frau Trachsel auch zu kritischen Fragen angehalten.“

    • „Die Seminare von Frau Trachsel sind immer sehr gut (vor-)strukturiert, dabei ist sie gleichzeitig offen für Kritik.“

    • „Frau Trachsel sorgt stets für eine angenehme und produktive Gesprächssituation [...]. Ihr gelingt, was ich in vielen anderen Seminaren oft vermisse, dass sich eben nahezu alle Anwesenden an der Diskussion beteiligen.“

    • „Bemerkenswert ist ihre Art der Gesprächsmoderation. Sie schafft es stets die verschiedenen Äußerungen so zu moderieren, dass es produktiv für alle ist. Wenn mal eine Person einen Wortbeitrag macht, der nicht so viel bringt oder etwas schwammig ist, so schafft sie es selbst dann das Gespräch so zu lenken, dass diese Person nicht in einem blöden Licht steht, sondern es so zu moderieren und Gesprächsanstöße zu geben, dass die Diskussion weiter voran geht, ohne dass sich die Person dabei evtl. schlecht fühlt.“

    „Ich bedanke mich von Herzen für diese Ehrung bei allen Studierenden, die scheinbar gerne mit mir Lernen! Für mich bedeutet Lehre ein gemeinsamer Prozess zwischen allen Beteiligten. Ich lehre nicht nur gerne, sondern lerne auch gerne zusammen mit und nicht selten auch von den Studierenden. Gerade die Lehre zwischen Theorie und Praxis ist eine Form des Austauschs, des Hinterfragens, der Wissensgenerierung und des Teilens, der für mich nicht nur Teil meines Berufs an der Universität ist, sondern ein wichtiger Bestandteil sowohl meiner eigenen Forschung als auch meiner Tätigkeit als freie Theatermacherin. Diese Auszeichnung nehme ich als ein Zeichen dafür wahr, dass dieses Verständnis von Lehre auf positive Resonanz stößt. Darüber freue ich mich außerordentlich“, sagt Ekaterina Trachsel.

    Preis für hervorragende Serviceleistungen: Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten

    Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

    Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten vergeben. 2006 hat Edo Henniges seine Tätigkeit im Dezernat für Studienangelegenheiten aufgenommen. „Zunächst ging es um die Einrichtung der Prüfungssoftware HIS/POS. Und dabei im Konkreten um eine klassische Sisyphos-Arbeit, nämlich die Umsetzung der Prüfungsordnungen in diesem Programm. Schnell wurde deutlich, dass diese Aufgabe nicht von einer Person allein – selbst nicht von Ihnen –  geleistet werden konnte. Jeder hier weiß, die Vielzahl unserer Prüfungsordnungsvarianten zu schätzen. So wurde aus einer One-Man-Show die IT-Abteilung des Dezernats 3, deren Leiter Sie wurden“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

    Dann kam der Bereich der studienbezogenen Statistiken hinzu. Eine Aufgabe, deren Bedeutung durch leistungsorientierte Mittelverteilungen nicht zu vernachlässigen ist, so Kreysing. Anschließend übernahm Edo Henniges die Gesamtprojektleitung der HISinOne-Einführung, des neuen integrierten Campus-Managementsystems. „Aber damit nicht genug: Sie hatten das Glück, dass Sie sich vor Ihrem Wechsel an die Universität Hildesheim das Geheimwissen der Kapazitätsrechnung angeeignet hatten. Sie verfügen über dieses Spezialwissen und die Kenntnis der gesamten Universitätsstruktur. Seitdem Sie diese Aufgabe übernommen haben, konnten wir die Kapazitätsrechnung pünktlich im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur einreichen. All diese Aufgaben leisten Sie mit einer hohen Professionalität, einem überdurchschnittlichen Einsatz und einer beeindruckenden Ruhe.“

    „Die Auszeichnung stellt für mich eine besondere Wertschätzung meiner geleisteten Arbeit für unsere Universität dar. Aber Sie ist für mich auch Ansporn für die Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft, wie z.B. die Einführung eines modernen Campusmanagementsystems oder die Veränderung der Prozesse in meinem Dezernat aufgrund der Digitalisierung“, sagt Edo Henniges.

    Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Annina Hessel und Maren Stadtländer

    Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Universität möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

    Mit dem Nachhaltigkeitspreis werden Annina Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit ausgezeichnet.

    Annina Hessel hat ihre Abschlussarbeit im Studium „Philosophie-Künste-Medien“ zum Thema „Basic Needs: Antworten auf das Motivationsproblem in der Umweltethik“ verfasst, betreut durch Professor Andreas Hetzel und Dr. Mareike Kajewski.

    „Wer möchte, dass möglichst viele Menschen nachhaltiger leben, sollte vor allem eines tun: es ihnen leicht machen. Wie das gelingen kann, darüber habe ich in meiner Abschlussarbeit geschrieben. Die Auszeichnung ermutigt mich an dem Thema dran zu bleiben und meinen Erkenntnissen konkrete Projekte folgen zu lassen“, sagt Annina Hessel.

    Maren Stadtländer hat sich in ihrer Abschlussarbeit im Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ mit „Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen: Entwicklung und Evaluation eines Design-Thinking­basierten Workshopkonzeptes“ verfasst, betreut durch Professor Ralf Knackstedt und Dr. Thorsten Schoormann.

    „Ich habe mich bereits während des Studiums für Forschung in der Wirtschaftsinformatik – später mit verstärktem Bezug zur Nachhaltigkeit – interessiert. Den Nachhaltigkeitspreis für meine Masterarbeit zu erhalten bedeutet für mich, dass ich mit dieser Forschung auf dem richtigen Weg bin und bestärkt mich in der Entscheidung, auch in Zukunft meinen Fokus auf Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu setzen“, sagt Maren Stadtländer.

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    E-Learning 2020 ProXLab Green Office Pressemeldungen
    news-18137 Wed, 15 Jan 2020 10:43:00 +0100 Erste universitätsweite Mobilitätsbefragung: Mobilität der Studierenden und Beschäftigten https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/erste-universitaetsweite-mobilitaetsbefragung-mobilitaet-der-studierenden-und-beschaeftigten/ Das Green Office, das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Hildesheim, führt derzeit gemeinsam mit dem Baudezernat eine Befragung zur Mobilität der Beschäftigten und Studierenden durch. Sie können noch bis zum 19. Januar 2020 an der Umfrage teilnehmen. Mittlerweile haben 50% der Beschäftigten an der universitätsweiten Mobilitätsbefragung teilgenommen. An der Umfrage können alle Mitglieder der Universität Hildesheim teilnehmen. Um teilzunehmen, nutzen Sie bitte den Link, den Sie am 7. Januar 2020 (Studierende am 9. Januar) erhalten haben. Falls Sie keine E-Mail vorliegen haben, kontaktieren Sie bitte Julia Witter (E-Mail: witterj@uni-hildesheim.de). Die Online-Befragung dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

    Die erhobenen Daten werden durch das Green Office ausgewertet und innerhalb der Hochschule nur anonymisiert weitergegeben. Die veröffentlichten Ergebnisse werden keinen Personenbezug ermöglichen.

    Die Befragung erhebt systematisch, wie Studierende und Beschäftigte zur Universität gelangen, warum sie welche Verkehrsmittel nutzen und welche Herausforderungen sie wahrnehmen. Auf dieser Basis können zukünftig Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, um die An- und Abreise zur Universität zu verbessern.

    Die Fragen betreffen zum Beispiel die Zufriedenheit mit der Dauer und den Kosten der An- und Abreise vom Wohnsitz zum Arbeitsort bzw. Studienort; die Wahl der Verkehrsmittel (vom Pkw mit Verbrennungsmotor über Elektroauto, Bus und Bahn bis E-Bike oder Fahrrad) oder die Zufriedenheit mit der Radverkehrsinfrastruktur.

    Die Ergebnisse der Befragung dienen als Grundlage um in Zusammenarbeit zwischen dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten und Betriebstechnik, dem Green Office, dem AStA und der Stadt Hildesheim ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten, das dazu beitragen soll, alternative Mobilitätsangebote zu verbessern.

    Interview mit Green Office-Koordinatorin Julia Witter und Baudezernent Thomas Hanold

    Warum haben Sie die erste universitätsweite Mobilitätsbefragung gestartet?

    Thomas Hanold: Wir glauben, dass in Hildesheim insgesamt, aber vor allem auch an der Universität viel Potential besteht, durch ein betriebliches Mobilitätsmanagement die Formen der Mobilität nachhaltiger zu gestalten. In der Weise, dass wir es schaffen, weniger Pkw-Anreise zu bekommen und alternative Formen der Mobilität zu fördern und attraktiver zu machen. Wir freuen uns, dass wir in der Stadtverwaltung Partner haben, die ähnliche Ziele verfolgen. Wir wollen als Universität nicht nur mitmachen, sondern auch Motor dieser Initiative sein und deutlich nachhaltiger werden. Wenn man also plant, zielgerichtete Maßnahmen durchzuführen, ist eine solide Erhebung des IST-Zustandes erforderlich. Was haben wir für eine Ausgangssituation und welche Zwänge liegen bei Studierenden und Beschäftigten vor, die wir kennen und berücksichtigen müssen, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.

    Julia Witter: Wir sind sehr froh, dass Beschäftigte und Studierende regelmäßig bereits Ideen an uns im Green Office herantragen, wie die Mobilität nachhaltiger gestaltet werden kann. Das sind dann aber individuelle Perspektiven. Bisher wissen wir nicht, wie groß der Anteil von Menschen ist, die an der Universität mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto ankommen. Mit den Ergebnissen der Befragung haben wir eine Argumentationsgrundlage, warum wir gewisse Maßnahmen unterstützen. Der andere Aspekt, eine universitätsweite Mobilitätsbefragung durchzuführen, ist die Umwelt- und Klimaverträglichkeit unterschiedlicher Verkehrsmittel und das Potential mobilitätsbedingte CO2-Emissionen zu reduzieren.

    Was erhoffen Sie sich davon? Wie werden die Ergebnisse der Befragung für die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes genutzt?

    Julia Witter: Eine Frage, die wir in der Erhebung stellen, ist: Wie kommen die Beschäftigten und Studierenden in der Universität an? Wir wissen dann prozentual, wie viele Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder Bus anreisen. Damit lässt sich der „Modal Split“ darstellen, daraus ableitend können wir Ziele definieren. Etwa: Wir möchten den Anteil der Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen um soundso viel Prozent erhöhen. Eventuell werden wir sehen, dass es gewisse Personengruppen gibt, die mit bestimmten Rahmenbedingungen besonders unzufrieden sind, da können wir dann ansetzen.

    Thomas Hanold: Wir werden auf Basis der Umfrage viel zielgerichteter Maßnahmen auslösen können. Ein zusätzlicher Aspekt, den ich mir von der Umfrage verspreche: Ich glaube, dass insbesondere auch das Mobilitätsverhalten der Studierenden viel weniger auf das Auto fokussiert ist, als viele denken. Ich erhoffe mir mehr Klarheit, wie ist die Anreise der Studierenden tatsächlich aussieht.

    Warum sollten Studierende und Beschäftigte der Universität an dieser Befragung teilnehmen?

    Thomas Hanold: Wir wollen etwas verändern, wir wollen Dinge verbessern. Ich bin der festen Überzeugung, dass alternative Formen der Mobilität Spaß machen können. Es geht nicht nur darum, Emissionen zu reduzieren, das natürlich auch. Aber andere Formen der Mobilität können auch die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Aufenthaltsqualität auf dem Campus und im Stadtteil fördern. Ich glaube, wenn der Einstieg gelingt, die Infrastruktur da ist und man sieht, dass andere das auch machen, dann entsteht ein sich selbst dynamisierender Prozess. Wir haben in andere Städte geschaut, wie Hochschulen mit dem Thema Mobilität umgehen. Da sind genau diese Effekte eingetreten, wenn es auf einmal nicht mehr nur wie bisher die Möglichkeit der kostenlosen Parkplätze gab, sondern ein Jobticket subventioniert wird und ein deutliches Signal gesendet wird: Wir tun etwas für jene, die mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen. Oder, wenn wir viele Beschäftigte und Studierende haben, die bereit wären, auf das Fahrrad umzusteigen, dann ist dies ein Zeichen, dass sich etwas im Stadtbild ändern und die Fahrradinfrastruktur besser werden sollte. Ich wünsche mir neben den überdachten Fahrradabstellplätzen auch immernoch einen Fahrradkeller mit Dusche und Spint für alle, die weitere Fahrradwege auf sich nehmen, und eine Fahrradselbsthilfewerkstatt wie die Fazze am Hauptcampus.

    Julia Witter: Ein Beispiel ist auch das Jobticket, wir werden im Green Office regelmäßig auf das Jobticket angesprochen. Es gibt bisher kein Jobticket der Universität Hildesheim. Wenn man ein Jobticket einführen möchte, dann muss man mit den Verkehrsverbünden jeweils Verträge schließen und dafür benötigt man eine Mindestabnehmerzahl, diese liegt meist bei 50 Personen. Bisher wissen wir nicht, wie viele Menschen, die hier an der Uni beschäftigt sind, solch ein Jobticket in den verschiedenen Verkehrsverbünden abnehmen würden. Deshalb fragen wir in der Erhebung nach dem Interesse an einem Jobticket und für welche Strecke man es benötigt. Das ist ein ganz konkretes Beispiel, wie man durch die Teilnahme an der Umfrage darauf hinwirken kann, dass sich die Angebote verbessern. Denn ohne diese Daten können wir keine Gespräche beginnen und dementsprechend nicht auf die Einführung eines Jobtickets hinwirken.

    Bis wann kann man an der Mobilitätsbefragung noch teilnehmen?

    Julia Witter: Jede Stimme zählt, man kann bis zum 19. Januar 2020 noch teilnehmen. Wer die E-Mail nicht mehr in seinem Postfach findet, kann mich kontaktieren und erhält den Link noch einmal zugeschickt.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Zur Person:

    Thomas Hanold leitet seit 14 Jahren als Baudezernent das Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten und Betriebstechnik der Stiftung Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Witter arbeitet seit 2016 als Koordinatorin im Green Office der Stabsstelle Hochschulentwicklung. Witter hat Wirtschafts-, Sozial- und Umweltwissenschaften studiert.

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    E-Learning 2020 ProXLab Green Office Pressemeldungen
    news-18138 Fri, 10 Jan 2020 16:29:37 +0100 Internationale Konferenz und Wippermann-Lecture https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/internationale-konferenz-und-wippermann-lecture/ Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Ein Forschungsteam aus Sprachwissenschaft, Bildungssoziologie und Entwicklungspsychologie befasst sich mit Prozessen des Sprachlernens. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Hildesheim lädt zur internationalen Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ ein.

    „Wippermann Fellowship“

    Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum fünften Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“. Das Stipendium erhielt in diesem Jahr Professor Adam Winsler von der George Mason University, Virginia, USA. Im Rahmen der Tagung hält der Psychologe am 17. Januar 2020 die Wippermann-Lecture.

    Das Ehepaar Jutta und Prof. Dr. Burkhard Wippermann hat 2017 erstmals in Kooperation mit der Universität Hildesheim ein „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler gestiftet. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht.

    Interdisciplinary Symposium, 17.01.2020
    External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes

    Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten, der Bildungssoziologin Prof. Dr. Janna Teltemann und dem Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Werner Greve

    Sie richten die internationale Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ aus. Was ist eine zentrale Forschungsfrage, die Sie auf dem Kongress in Hildesheim mit Fachkollegen aus den USA, Großbritannien und Deutschland diskutieren?

    Bei dem Symposium geht es darum, wie verschiedene Disziplinen auf Lernprozesse schauen, insbesondere auf Prozesse des Sprachlernens, und darum, welche Rolle einzelne Faktoren dabei spielen. Wichtige Einflussbereiche sind im sozialen und schulischen Umfeld zu sehen, aber sie werden vermittelt über individuelle Prozesse – eben deswegen ist die interdisziplinäre Perspektive so wichtig.

    Sie halten Vorträge über das Zusammenspiel von kognitiven und sprachlichen Faktoren. Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Was sind Forschungsergebnisse aus Ihren Studien, welche Sie auf dem Kongress vorstellen?

    An den Grundschulen im Umfeld von Hildesheim und Hannover finden wir zum Beispiel, dass die Qualität des Unterrichts den Fremdsprachenerwerb vorhersagt: Je bedeutungsvoller die Inhalte und je stimulierender die Aktivitäten, desto besser die Sprachentwicklung. Die frühe Interaktion im Elternhaus zeigt einen Zusammenhang mit dem Arbeitsgedächtnis der Kinder, wie auch der soziale Status im Allgemeinen. Allerdings finden wir auch Hinweise darauf, dass sich bei gutem, stimulierenden Unterricht der negative Zusammenhang zwischen sozialem Status und kognitiver Kompetenz abschwächt.

    Sie befassen sich in der Forschung mit der Frage, welche Faktoren Lernprozesse im Allgemeinen und den Zweitspracherwerb im Besonderen beeinflussen und welche Variablen beeinflussbar sind, welche sind dies zum Beispiel?

    Letztlich hängen kognitive und sprachliche Prozesse sehr eng zusammen. Alle Faktoren, die die kindliche Entwicklung stimulieren, spielen dabei eine Rolle. Sehr wichtig sind in diesem Zusammenhang das Elternhaus, vor allem die Interaktion von Eltern mit ihren Kindern, besonders in den ersten Jahren, in denen sich das Gehirn stark entwickelt. Die Qualität des Schulunterrichts ist ein anderer wichtiger Aspekt. Auch die Unterschiede zwischen Kindern sind von Bedeutung: so besteht ein starker Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gedächtnisfähigkeiten eines Kindes, seinen Verhaltensbereitschaften wie Angst oder Kommunikationsbereitschaft auf der einen Seite und Sprache oder Schulleistungen auf der anderen.

    Im Rahmen der Konferenz spricht der Psychologe Dr. Adam Winsler von der George Mason University in Virginia, USA über zweisprachig aufwachsende Kinder und Jugendliche in Miami. Der Wissenschaftler zeigt anhand einer groß angelegten Längsschnittstudie, in der Kinder ab dem 4. Lebensjahr bis zum Abitur begleitet wurden, welche Faktoren den Spracherwerb beeinflussen. Analysen zeigten, dass spanischsprachige Kinder im Vorschulalter mit mehr Eigeninitiative, Selbstbeherrschung und weniger Verhaltensproblemen im Alter von 4 Jahren erfolgreicher Englischkenntnisse am Ende des Kindergartens erlangten als diejenigen, die anfangs in diesen Fertigkeiten schwächere Startvoraussetzungen mitbringen. Adam Winsler ist zum Forschungsaufenthalt im Rahmen des Wippermann-Fellowship an der Universität Hildesheim. Was ermöglicht das Wippermann-Fellowship, mit welchen Forschungsfragen befasst sich der Gastwissenschaftler in Hildesheim? Wie arbeiten Sie zusammen, was ermöglicht das Wippermann-Fellowship?

    Die Idee des Wippermann-Fellowships ist es, über kurze Kontakte, etwa auf einer Tagung, per Email oder Skype, hinauszukommen, und in ruhiger Atmosphäre über den Zeitraum einiger Wochen zusammenzuarbeiten, also nicht nur einander Befunde vorzustellen, sondern methodische oder theoretische Fragen und Schwierigkeiten, vielleicht auch Differenzen zu diskutieren. Die Arbeiten von Adam Winsler sind einerseits im Zugang in Vielem ähnlich und deswegen hochinteressant für die sprachwissenschaftlichen Projekte (Kersten), haben aber wegen der Berücksichtigung der sozialen Bedingungen der von ihm untersuchten Kinder auch eine hohe Anschlussfähigkeit an den soziologischen Blick auf Bildungsprozesse (Teltemann). Zugleich ist Winsler disziplinär Entwicklungspsychologe, beachtet also gerade auch individuelle Entwicklungsbedingungen und -prozesse. Eben deswegen war er für ein interdisziplinäres Gespräch so besonders attraktiv. Das ist auch der Ansatz für das Symposium, dass wir aus Anlass seines Fellowships hier organisiert haben.

    Die Fragen des Symposiums untersuchen Sie in interdisziplinären Forschungsteams. Welche Erkenntnisse können Sie aufgrund dieser interdisziplinären Zusammenarbeit gewinnen?

    Wir sind uns sehr einig darin, dass Bedingungen auf verschiedenen konzeptuellen Ebenen bei der Entwicklung der Sprachkompetenzen oder anderer kognitiver Fähigkeiten in komplexer Weise zusammenwirken: Es ist unerlässlich, individuelle Aspekte (zum Beispiel das Arbeitsgedächtnis), Aspektes des unmittelbaren Umfeldes (etwa Diskussionen mit den Eltern), aber auch allgemeine soziale Randbedingungen (zum Beispiel die Verfügbarkeit von materiellen Ressourcen) zu berücksichtigen. Was häufig weniger beachtet und diskutiert wird, ist die Art und Weise, wie man Zusammenspiel dieser Faktoren, die ja auf verschiedenen theoretischen und empirischen Ebenen liegen (das Arbeitsgedächtnis ist ein Aspekt, der nur das individuelle Kind betrifft, das Elternhaus auch seine Geschwister, der Unterricht alle Kinder in der Klasse etc.), gedacht werden kann. Hier gibt es eine Reihe methodischer und theoretischer Schwierigkeiten, die aus unserer Sicht sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Genau diese Diskussion ist eine Absicht des Symposions.

    Gerade weil diese Faktoren aus sozialer, psychologischer und sprachwissenschaftlicher Sicht eng miteinander zusammenhängen, können wir in den verschiedenen Disziplinen stark voneinander profitieren. Das gilt für die empirischen Befunde – also die Forschungsergebnisse zu den Zusammenhängen in den einzelnen Bereichen – genauso wie für methodische Ansätze. In diesem Sinne haben wir auch schon in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet.

    Wie blickt die Bildungssoziologie auf diese Fragestellungen?

    Die Bildungssoziologie greift insbesondere auf, was Lernergebnisse für Folgen für individuelle Lebensgestaltung und Teilhabechancen haben, also etwa inwieweit sie zu Bildungsabschlüssen führen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt gestalten. Die Bildungssoziologie zeigt auch, inwieweit Kompetenzen und Bildungsabschlüsse mit anderen Bereichen der Lebensführung, von politischem Interesse über Vertrauen in Mitmenschen und Lebenszufriedenheit, zusammenhängen. Schließlich gilt das Interesse der Bildungssoziologie vor allem den weiteren Rahmenbedingungen, in die die Lernprozesse eingebunden sind: die Institutionen des Bildungssystems, die zum Beispiel die Qualifikation des Lehrpersonals und die Organisation der Schulen und des Unterrichts vorgeben, aber auch die gesellschaftlichen Grundlagen, ihre Demographie und Ungleichheit etwa.

    Programm und Abstracts des interdisziplinären Symposiums

    Die Fragen stellte Isa Lange.

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    Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 3 Englische Sprache Pressemeldungen
    news-18129 Fri, 10 Jan 2020 10:49:00 +0100 „Disinformation´s main challenge to a society is that it destroys trust between each other“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/disinformations-main-challenge-to-a-society-is-that-it-destroys-trust-between-each-other/ Der Niederländer Rolf Nijmeijer und der Brite Jan Erik Kermer befassen sich derzeit als Gastwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Politikwissenschaft, der Universität Hildesheim mit digitalen Methoden in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Die beiden Forscher arbeiten im Data Science Lab und tauschen sich mit dem Team um Professor Wolf Schünemann vom Forschungsschwerpunkt Politik und Internet aus. Interview with the guest researchers Rolf Nijmeijer and Jan Erik Kermer

    Mr. Nijmeijer, Mr. Kermer, you are currently working in the Data Science Lab in Hildesheim. What research question are you working on?

    Rolf Nijmeijer: I am working in the field of Political Science and in particular digital political communication. It is a very exciting and dynamic field. In my research I mostly focus on three different aspects of disinformation, that is, fake information that is spread intentionally to mislead people and to sow distrust. I am looking at the United States, United Kingdom and Germany to see if they have been targeted by disinformation campaigns. Many people think this has been the case. I am also   analysing whether there are big differences between these disinformation campaigns – do they target different kind of groups in the country, do they raise different issues, like migration in Germany? Lastly, I want to compare the targets of these disinformation campaigns to results from social surveys. These surveys ask people whether they have trust in instutions like the media and the government in their country. Lower trust in these instituions may be caused by disinformation campaigns, but one has to keep in mind that this may also be caused by other factors. By comparing all these various forms of data, I hope to gain a better view of the effects of disinformation on societies.

    Disinformation is a very hot topic right now – you hear and read a lot about it –  particularly ´fake news´. But I do think it is a bit misunderstood. In many ways it is presented right now as if we are completely manipulated by social media: as soon as somebody puts a false narrative in front of us, we believe it and that influences our elections. I think it is not so simple. It is difficult to change peoples´ minds entirely and I think disinformation´s main challenge to a society is that it destroys trust between each other and within the country people are living in. That is what I want to find out.

    Jan Erik Kermer: My project aims to explore whether the Europeanization of national debates in tabloid newspapers (i.e. in terms of the increasing visibility of EU actors, salience of transnational issues, and increasing politicization of EU politics in national arenas) has contributed to the (re-)nationalization of public spheres. In my current field, mass readership papers such as BILD and The Daily Mail have been largely overlooked in the scholarship so far. So I intend to address this research gap. For example, if you think of Brexit – would one define it as a domestic or  transnational issue? Anecdotally speaking, picking up a British newspaper, you would probably conclude that it is a purely national and domestic issue. But if you picked up a German or Italian paper, you might conclude otherwise. Think also about the migration crisis (transnational issue) which has effectively been subsumed into national public spheres as a quintessentially national debate. So we should perhaps be mindful of overemphasising the “transnationalization of public spheres” phenomenon. I ask three central research questions: Does national media coverage of EU affairs increase the salience of national identity and national channels of representation?  Which political actors benefit from an increasingly Europeanised debate? Do national public spheres display within-country similarities or differences in their reporting of EU affairs?

    I aim to adopt the method of political claims analysis as a proxy to measure the extent of a public spheres’ renationalisation, complemented by discourse network analysis. Using these methodological tools, I hope to be able to measure and visualize political claims and identify the networks of actors affiliated to each claim.

    What do you hope to gain from your research stay at the Institute for Social Sciences at the University of Hildesheim?

    Jan Erik Kermer: I hope to enrich my knowledge of different computer programming software such as the R programming language at Hildesheim’s very own Data Lab and trial a method that I intend to use in my PhD, namely, discourse network analysis. I hope to discuss ideas and exchange views concerning my project with Hildesheim’s experts in the field of political communication – particularly Professor Wolf Schünemann, who is an expert in my field, and Stefan Steiger. Fortunately, I know a couple of the guys here have some expertise in this area. I also would like to learn new digital methods in Hildesheim. Lastly, I would like to see Hildesheim and Hannover, particularly, the Mariendom and St.Andreas Kirche!

    You chose to come to Hildesheim, not Berlin, not Munich. Why Hildesheim?

    Rolf Nijmeijer: A good question! Last year we attended a conference here in Hildesheim about the transformation of the public sphere through digitization. There we met scholars from Hildesheim, including Professor Marianne Kneuer and Professor Wolf Schünemann. The latter also came for a research stay to Rome. We noticed a lot of overlap between their research and our research and we found a lot of similarities in what we want to achieve. Professor Schünemann and Stefan Steiger here in Hildesheim analyzed how political campaigns have been conducted with Twitter posts, so the research in Hildesheim is very relevant to me and I can learn from the methodology they used for my own research. Hildesheim is definitely advanced in this regard.

    What opportunities arise when you work together in international research networks, especially in the field of digitisation?

    Jan Erik Kermer: Many opportunities! It is a great environment to further research ideas and exchange views from different cultural standpoints. As the saying goes: „not all classrooms have four walls.“ This research stay in Hildesheim is especially fruitful for my research on transnational public spheres and Europeanization in the digital age. Coming to Germany to discuss with scholars is an invaluable opportunity which is crucial to my research. Germany is the birthplace of intellectual giants such as Jürgen Habermas and Karl Deutsch. German universities are also at the forefront of digital methodological innovations and cutting-edge facilities.

    Rolf Nijmeijer: It is very useful to have people from different countries working on similiar topics together, and to learn from and help each other. We are, for example, taking a look at my data set to try and see if the methodologies used by Prof. Wolf Schünemann and Stefan Steiger can be used for my research. The data I am using right now is from the 2016 US elections. I am really curious to see what comes out of this data set. There are millions of Tweets to analyze.

    Mr. Kermer, is there, as a researcher, a fear how the Brexit will develop?

    Jan Erik Kermer: I do not think, there will be huge changes, but of course, if the UK would still be in the European Union, we´d have more funding and research opportunities for British scholars. I think Brexit is a shame. But I am still confident that research networks between Germany and the UK will still flourish post-Brexit given the deeply entrenched networks that already exist.

    Questions: Isa Lange

    Wenn Sie die Gastwissenschaftler treffen möchten, kontaktieren Sie Rolf Nijmeijer (r.nijmeijer@luiss.it) und Jan Erik Kermer (j.kermer@luiss.it) gerne per Email. Die Wissenschaftler sind bis zum 16. Januar 2020 in Hildesheim.

    Forschungsschwerpunkt Politik und Internet

    Digitalisierung im Fokus der Hildesheimer Sozialwissenschaften

    Der Niederländer Rolf Nijmeijer und der Brite Jan Erik Kermer befassen sich während ihres zweiwöchigen Forschungsaufenthalts am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim mit digitalen Methoden in der sozialwissenschaftlichen Forschung.

    Die beiden Doktoranden der LUISS-Universität in Rom möchten in Hildesheim vor allem ihre Kompetenzen im Hinblick auf Digitalisierung und digitale Methoden erweitern. Sie arbeiten im Data Science Lab und tauschen sich in mehreren Arbeitssitzungen mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik an der Universität Hildesheim, aus. Zwischen den Universitäten in Hildesheim und Rom bestehen seit 2018 enge Austauschbeziehungen im Hinblick auf die Digitalisierungsforschung. Diese wurden begründet durch die Leiterin des Forschungsschwerpunkts Politik und Internet in Hildesheim, Prof. Dr. Marianne Kneuer, und den Direktor des Centre for Conflict and Participation Studies (CCPS) an der LUISS-Universität, Prof. Dr. Michele Sorice.

    Der Forschungsaufenthalt der beiden Gastwissenschaftler wird anteilig durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur über das International Office der Universität Hildesheim gefördert.

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    Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18132 Fri, 10 Jan 2020 10:14:00 +0100 Zukunft des Hofcafés auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/zukunft-des-hofcafes-auf-dem-kulturcampus-domaene-marienburg/ Das Hofcafé wird ab November 2020 für ein Jahr in die Räumlichkeiten des „Nil“ ziehen. In dieser Zeit wird das Gebäude des Hofcafés am Kulturcampus saniert. Danach wird das Hofcafé im November 2021 auf den Kulturcampus zurückkehren. Das Hofcafé auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg hat eine Zukunft: Das Hofcafé wird ab November 2020 für ein Jahr in die Räumlichkeiten des „Nil“ im Museum ziehen. In dieser Zeit wird das Gebäude des Hofcafés am Kulturcampus Domäne Marienburg saniert.

    Danach wird das Hofcafé im November 2021 auf den Kulturcampus zurückkehren.

    Gemeinsam mit dem Pächter Helge Peinzger hat sich die Universität Hildesheim daran beteiligt, eine Lösung zu erarbeiten, die den Betrieb des Hofcafés längerfristig zum Nutzen aller sichert, den Beschäftigten eine Perspektive bietet und die dringend erforderliche Sanierung nach der Hochwasserkatastrophe 2017 ermöglicht.

    Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.01.2020,
    „Das ist die Lösung: Hofcafé zieht vorübergehend ins Nil“ [PDF]

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    Fachbereich 2 Pressemeldungen
    news-18119 Wed, 08 Jan 2020 13:20:40 +0100 Wahl einer neuen Präsidentin/eines neuen Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/wahl-einer-neuen-praesidentineines-neuen-praesidenten-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ An der Stiftung Universität Hildesheim ist zum 1. Januar 2021 die Position der Präsidentin/des Präsidenten neu zu besetzen. Von der zukünftigen Stelleninhaberin/dem zukünftigen Stelleninhaber wird unter anderem erwartet, „dass sie/er die Potentiale der Universität mit ihren unterschiedlichen Wissenschaftskulturen weltoffen und mit visionärer Kraft erkennt, bündelt und fördert“. Die Präsidentin/der Präsident wird auf Vorschlag des Senats vom Stiftungsrat ernannt oder bestellt. Im Januar 2020 wurde die Ausschreibung veröffentlicht. Im Februar 2020 sollen die Bewerbungsunterlagen gesichtet werden. Für Ende April ist eine hochschulöffentliche Anhörung geplant. An der Stiftung Universität Hildesheim ist zum 1. Januar 2021 die Position der Präsidentin/des Präsidenten neu zu besetzen. Von der zukünftigen Stelleninhaberin/dem zukünftigen Stelleninhaber wird laut Ausschreibungstext unter anderem erwartet, „dass sie/er die Potentiale der Universität mit ihren unterschiedlichen Wissenschaftskulturen weltoffen und mit visionärer Kraft erkennt, bündelt und fördert“. 

    Darüber hinaus wird erwartet, dass die zukünftige Stelleninhaberin/der zukünftige Stelleninhaber einen Wohnsitz in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg nimmt.

    Die Präsidentin/der Präsident wird auf Vorschlag des Senats vom Stiftungsrat ernannt oder bestellt. Die Ernennung oder Bestellung erfolgt in ein Beamtenverhältnis auf Zeit für eine Amtsdauer von sechs und bei Wiederwahl von weiteren acht Jahren oder in ein entsprechend befristetes Angestelltenverhältnis.

    Verfahren zur Wahl einer neuen Präsidentin/eines neuen Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim:

    Wie vom Niedersächsischen Hochschulgesetz vorgesehen, wurde zunächst eine Findungskommission gebildet, für die der Senat und der Stiftungsrat jeweils drei Mitglieder aus ihrer Mitte bestellt haben. Zum Vorsitzenden wurde der Vorsitzende des Stiftungsrats, Dr. Uwe Thomas, gewählt. Qua Gesetz gehören auch die Gleichstellungsbeauftragte sowie ein Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur der Kommission als beratende Mitglieder an. Um alle Fachbereiche und Statusgruppen von Beginn an in den Auswahlprozess einzubeziehen, wurde die Kommission darüber hinaus um weitere beratende Mitglieder ergänzt.

    In ihrer ersten Sitzung im Dezember 2019 erstellte die Kommission einen Entwurf des Ausschreibungstextes. Diesem stimmten Senat und Stiftungsrat anschließend einstimmig zu.

    Im Januar 2020 wurde die Ausschreibung veröffentlicht. Im Februar 2020 sollen die Bewerbungsunterlagen gesichtet werden. Für Ende April ist eine hochschulöffentliche Anhörung geplant.

    Stellenausschreibung

    Auszug aus dem Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) § 38

    Bei Fragen kontaktieren Sie gerne Isa Lange (Pressesprecherin, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100).

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    Pressemeldungen
    news-18082 Tue, 07 Jan 2020 15:04:00 +0100 Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften: Studierende geben Einblicke in ihr Masterstudium https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/fachbereich-sprach-und-informationswissenschaften-studierende-geben-einblicke-in-ihr-masterstudium/ Sind Sie neugierig auf ein Masterstudium in den Sprach- und Informationswissenschaften? Von Deutsch als Zweitsprache über Internationales Informationsmanagement oder Barrierefreie Kommunikation bis zu Medienübersetzen: Hier geben einige Studentinnen und Studenten Einblicke in ihr Masterstudium. Meet your Master!
    Besuchen Sie den Masterinformationstag
    am Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften
    Mittwoch, 8. Januar 2020

    „Sprache ist ein wichtiges Instrument, um Menschen zu verbinden und gesellschaftliche Grenzen zu überwinden“

    „Der Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ ist an der deutschlandweit einzigen Forschungsstelle Leichte Sprache Hildesheim angesiedelt. Der ‚Duden Leichte Sprache‘ wurde von Hildesheimer Professorinnen geschrieben. So erfahre ich hier fast nebenbei die neuesten wissenschaftlichen und praktischen Entwicklungen im Feld Barrierefreie Kommunikation. Da in jedem Jahrgang nur 20 Studierende aufgenommen werden, ist die Betreuung sehr gut.

    Den Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ empfehle ich Menschen, die Inhalte so aufbereiten möchten, dass sie auch Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen, Nicht-Muttersprachler oder Analphabetinnen und Analphabeten erreichen, zum Beispiel auf Webseiten oder durch Untertitelungen. Sprache ist ein wichtiges Instrument, um Menschen zu verbinden und gesellschaftliche Grenzen zu überwinden.“

    Elena Husel studiert im Master „Barrierefreie Kommunikation“. Sie ist aus Schwaben nach Hildesheim in den Norden gezogen.

    „Den Master IIM-SWIKK empfehle ich Studierenden, welche sich Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen stellen“

    „Den Master IIM-SWIKK empfehle ich Studierenden, welche sich viele Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen in der zwischenmenschlichen Interaktion stellen oder generell Interesse an gesellschaftlichem Wandel haben. Durch die Digitalisierung wird sich der Arbeitsmarkt grundlegend verändern und die Berufe von morgen benötigen ein flexibleres und schnelleres Einarbeiten.

    Hildesheim ist für Menschen geeignet, welche sich dem Trubel überfüllter Hörsäle entziehen wollen. Die Stadt ist verglichen mit größeren Städten sehr überschaubar und ruhig. Aber über ehrenamtliche Arbeit schafft man sich ein solides Netzwerk und trifft super viele Leute, denn viele Partys finden privat statt.

    Man muss sich also auf die Stadt einlassen, dann lässt es sich hier wirklich gut leben, denn die Mieten sind ebenfalls nicht zu teuer.“

    Lee Sean Kensok studiert am Bühler-Campus der Uni Hildesheim „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM-SWIKK). Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Stuttgart und zog bereits zum Bachelorstudium nach Hildesheim, um sich auf das Informationsmanagement im digitalen und globalen Zeitalter zu spezialisieren.

    Ausführliches Interview mit Lee Sean Kensok

    „Im Masterstudiengang Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache steht ein handlungs- und ressourcenorientierter Umgang mit Mehrsprachigkeit im Vordergrund. Im Beruf als Lehrerin kann ich künftig kompetent und ressourcenorientiert mit Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer umgehen.“

    „Der Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache“ zeichnet sich durch seinen interdisziplinären Charakter aus und gliedert sich in verschieden Bereiche. Dabei finden sowohl sprachwissenschaftliche, als auch sprachdidaktische und interkulturelle Vertiefungen statt und es steht insgesamt ein sehr handlungs- und ressourcenorientierter Umgang mit Mehrsprachigkeit im Vordergrund. So werden beispielsweise kontrastive Sprachvergleiche zu anderen Sprachen erarbeitet und daraufhin analysiert, vor welchen besonderen Herausforderungen und Potentialen Lernende mit der entsprechenden Erstsprache stehen.

    Ich habe mich für diesen Master mit der Motivation entschieden, zusätzlich zu meinem Lehramtsstudium Kompetenzen in der Vermittlung von Deutsch als Zweit-und Fremdsprache zu erhalten und somit nicht nur weitere Berufsqualifikationen zu erwerben, sondern auch im Beruf als Lehrerin kompetent und ressourcenorientiert mit Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer umgehen zu können.

    Die Möglichkeit, mein Lehramtsstudium mit diesem Studiengang verknüpfen und beide Masterstudiengänge parallel studieren zu können, bietet ein einzigartiges Potential und ich habe schnell gemerkt, dass ich in Bezug auf meine berufliche Qualifizierung stark von diesem Angebot profitiere.

    Ich empfehle diesen Studiengang Studieninteressierten, die ihre Kompetenzen bei der Vermittlung von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache für einen Beruf im In- oder Ausland erweitern möchten. Außerdem kann ich dieses Studium für angehende bzw. bereits im Beruf stehende Lehrer*innen empfehlen, da von einem ressourcenorientierter und kompetenten Umgang mit Mehrsprachigkeit im Unterricht alle Beteiligten stark profitieren.“

    Joanna Giesbrecht studiert im Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ am Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften der Universität Hildesheim. Zuvor hat sie das Bachelorstudium Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch und Sachunterricht in Hildesheim abgeschlossen. Die 24-Jährige ist in Filadelfia, Paraguay, geboren.

    „Das Masterstudium Medientext und Medienübersetzen empfehle ich Medien- und Sprachinteressierten. Wir beschäftigen uns mit Fragen der Verständlichkeit für verschiedene Zielgruppen.“

    „Wir beschäftigen uns im Masterstudium „Medientext und Medienübersetzen“ mit Fragen der Verständlichkeit und Verständlichmachung von MedienTEXTEN für verschiedene Zielgruppen. Diese Zielgruppen lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Personen, die nicht-deutschsprachige Medieninhalte aufgrund mangelnder Fremdsprachenkompetenzen nicht verstehen, und Personen, die Medieninhalte in der deutschen Sprache aufgrund von Behinderungen nicht verstehen.

    Diese Inhalte liegen in Form von TEXTEN vor, die verschiedentlich ausgestaltet sein können. Dabei ist für uns alles ein TEXT, was über Trägermedien wie Bücher und Fernsehgeräte/Radios vermittelt wird. Die Großschreibung des Wortes „TEXT“ dient dabei der Kenntlichmachung dieses Ansatzes im Gegensatz zu einem allgemeinsprachlichen Verständnis von „Text“. Unser Fokus liegt insbesondere auf der Erforschung der Mündlichkeit und wie sie zum Beispiel in Filmen konstruiert (fingiert) wird, was relevant für Untertitelung und Synchronisation ist. Aber auch die kombinierte Wirkung von Bild und Schrifttext wie in Comics gehört zu unserem Forschungsbereich. Ein weiterer Schwerpunkt ist die barrierefreie Kommunikation, bei der wir verschiedene Kompetenzen und Techniken wie die Leichte Sprache oder Audiodeskription lernen, um etwa medizinische Informationstexte oder Fernsehserien für Menschen mit Behinderungen unterschiedlichster Art zugänglich zu machen.

    Das Studium „Medientext und Medienübersetzen“ empfehle ich Medien- und Sprachinteressierten, besonders jenen mit Literatur-, Film- oder Theaterbegeisterung sowie mit Neugierde auf die verschiedenen Formen barrierefreier Kommunikation.

    Die Atmosphäre in Hildesheim ist gemütlich, der Kontakt zu den Dozierenden eng und der Anwendungsbezug gerade in den diversen Übersetzungskursen – Kurse wie Audiodeskription mitgerechnet – hoch. Exkursionen und Lehrbeauftragte aus der Praxis bieten darüber hinaus konkrete Einblicke in die Berufswelt und ermöglichen erste Kontaktaufnahmen für Praktika und Jobs. Kleine Gruppengrößen ermöglichen darüber hinaus aktive Beteiligungsmöglichkeiten selbst in Vorlesungen. Letztlich ist auch eine aktive Mitgestaltung der Studienbedingungen durch dafür offene Dozierende und eine engagierte Fachschaft möglich.“

    Yannik Kolmer, 24, studiert „Medientext und Medienübersetzen“, ist aus dem Landkeis Osnabrück zum Studium nach Hildesheim gezogen.

    „Wir lernen zum Beispiel das Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache, bekommen Einblicke in das Erstellen von Audiodeskriptionen und Audioeinführungen, können uns im Schriftdolmetschen ausprobieren und lernen erste Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache.“

    „Im Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Kommunikationsarten. Das Ziel ist es, Möglichkeiten kennenzulernen, wie Texte oder andere Kommunikate so gestaltet werden können, dass sie von möglichst vielen Menschen verstanden werden. Dazu lernen wir zum Beispiel das Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache, bekommen Einblicke in das Erstellen von Audiodeskriptionen und Audioeinführungen, können uns im Schriftdolmetschen ausprobieren und lernen erste Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache. Durch viele Projektseminare bekommen wir die Chance schon von Anfang an Einblicke in die Praxis zu erlangen.

    Den Studiengang empfehle ich prinzipiell jedem/jeder, der/die Spaß an Sprache und Kommunikation hat und dazu beitragen möchte, dass mehr Menschen Zugang zu Informationen haben.

    Hildesheim als Studienort kann ich deshalb weiterempfehlen, weil die Stadt – meiner Meinung nach – eine gute Größe hat, es vor allem im Sommer viele kulturelle Angebote gibt und die Atmosphäre an der Uni sehr persönlich und nett ist.“

    Marie Leusder, 23, studiert im Master „Barrierefreie Kommunikation“ an der Uni Hildesheim. Für das Masterstudium ist sie von Köln nach Hildesheim gezogen.

    „Wir befassen uns mit der sprachwissenschaftlichen Perspektive auf die interkulturelle Kommunikation und wie Sachverhalte in unterschiedlichen Kulturen versprachlicht werden“

    „Wir befassen uns im Masterstudium IIM-SWIKK hauptsächlich mit der sprachwissenschaftlichen Perspektive auf die interkulturelle Kommunikation, also wie Sachverhalte in unterschiedlichen Kulturen versprachlicht werden. Dabei beziehen wir aber auch viele Ansätze aus der Kulturwissenschaft mit ein, wodurch sich ein interessanter Blick auf den Gegenstand eröffnet. Zum Beispiel betrachten wir die Versprachlichungsstrategien von türkischstämmigen Migrationskindern in Deutschland untereinander und welchen Einfluss das auf ihre Identitätsbildung hat.

    Das Besondere an dem Studiengang ist die Dreiteilung. Das heißt, dass man zwar hauptsächlich sprachwissenschaftlich arbeitet, aber auch einen Einblick in die Informationswissenschaft sowie in ein Nebenfach erhält. Dadurch ergibt sich eine sehr individuelle Interdisziplinarität.

    Der Studiengang eignet sich vor allem für Leute, die zu ihrem sprachwissenschaftlichen Studium gerne noch andere Richtungen zusätzlich machen wollen.“

    Josephine Marktscheffel, studiert den Master „Internationales Informationsmanagement: Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM-SWIKK) mit dem Nebenfach BWL. Die 24-Jährige ist aus Marburg zum Studium nach Hildesheim gezogen.

    Info: Masterinformationstag

    Masterinformationstag am Mittwoch, 8. Januar 2020 am Bühler-Campus – informieren Sie sich über die Masterstudiengänge am Fachbereich 3 „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim: Beim „Meet your Master“ haben Sie die Möglichkeit, persönlich mit Lehrenden und Studierenden der Masterstudiengänge in Kontakt zu treten und sich eingehend über die verschiedenen Masterstudiengänge zu informieren. Neben der Vorstellung der Studiengänge, bieten wir Ihnen Erklärungen zu den Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen und Erläuterungen des Bewerbungsverfahrens.

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    Fachbereich 3 Deutsche Sprache Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Interkulturelle Kommunikation Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Pressemeldungen Studierendenportal
    news-18097 Mon, 06 Jan 2020 17:40:00 +0100 Informationsmanagement: Interview mit dem Studenten Lee Sean Kensok https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/informationsmanagement-interview-mit-dem-studenten-lee-sean-kensok/ Lee Sean Kensok studiert am Bühler-Campus der Uni Hildesheim „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Stuttgart und zog bereits zum Bachelorstudium nach Hildesheim, um sich auf das Informationsmanagement im digitalen und globalen Zeitalter zu spezialisieren. Meet your Master!
    Besuchen Sie den Masterinformationstag
    am Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften
    Mittwoch, 8. Januar 2020

    Mit welchen Fragen befassen Sie sich in Ihrem Studiengang „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation (IIM-SWIKK)" zum Beispiel?

    Der Studiengang IIM-SWIKK schafft mir einen Überblick über einen sehr breiten Themenbereich. Ich beschäftigte mich mit der Grundlagentheorie in Linguistik, Soziologie, Philosophie, Psychologie, Informatik und weiteren Studienbereichen, so konnte ich ein sehr breites Wissen in den jeweiligen Bereichen sammeln. Durch teilweise freiere Themenbeschäftigung, persönliches Interesse und Studien- sowie Prüfungsleistungen konnte ich dieses Wissen erweitern und verfeinern. Ziel des Studiengangs ist es unter anderem, im beruflichen und privaten Alltag auf verschiedene Kommunikationssituationen – diese können sich auch in einem internationalen Rahmen befinden – geschickt und kompetent zu reagieren. Durch die sehr flexible Zeiteinteilung das Masterstudiums bleibt genug Zeit, sich intensiv über das Studienfach hinaus zu entwickeln. Ich konnte diese freie Zeit nutzen, um mich wirklich weiterzuentwickeln und vertieftes Wissen über unterschiedliche Wissenschaften zu erlernen. Dazu gab mir sowohl der Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ (IIM) als auch der Master IIM-SWIKK eine gute Grundlage. Durch meine Nebenfächer Kulturvermittlung, Politik- und Medienwissenschaften wurde mir ebenfalls ein Einblick in andere Fachbereiche ermöglicht, in denen andere Lehrstrukturen sowie zusätzliche Theorie vertieft vermittelt wurde.

    Wem empfehlen Sie diesen Studiengang?

    Es handelt sich um ein geisteswissenschaftliches Studium, weswegen ich den Master IIM-SWIKK Studierenden empfehle, welche sich viele Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen in der zwischenmenschlichen Interaktion stellen oder generell Interesse an gesellschaftlichem Wandel haben. Durch die Digitalisierung wird sich der Arbeitsmarkt grundlegend verändern und die Berufe von morgen benötigen ein flexibleres und schnelleres Einarbeiten. Von allem ein bisschen zu lernen und sich privat oder über Praktika – was sehr zu empfehlen ist, denn viele Unternehmen tun sich schwer mit seltenen Masterstudiengängen –zu spezialisieren, kann, denke ich, nicht schaden.

    Was macht das Studium am Bühler-Campus in Hildesheim einzigartig?

    Hildesheim ist für Menschen geeignet, welche sich dem Trubel überfüllter Hörsäle entziehen wollen. Die Stadt ist verglichen mit größeren Städten sehr überschaubar und ruhig. Aber über ehrenamtliche Arbeit schafft man sich ein solides Netzwerk und trifft super viele Leute, denn viele Partys finden privat statt. Man muss sich also auf die Stadt einlassen, dann lässt es sich hier wirklich gut leben, denn die Mieten sind ebenfalls nicht zu teuer. Es liegt also an jedem*jeder einzelnen, was er oder sie aus dem Studium rausholt.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

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    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
    news-18071 Fri, 03 Jan 2020 15:21:00 +0100 Kulturwissenschaftliche Studiengänge: FSJ-Bildungstage und Infotag am Kulturcampus https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kulturwissenschaftliche-studiengaenge-fsj-bildungstage-und-infotag-am-kulturcampus/ 40 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr" (FSJ) sind im Januar 2020 zu Gast an der Universität Hildesheim: Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen sie Seminare, hören Vorträge und lernen so den Uni-Alltag kennen. Während der Bildungstage gibt der kulturwissenschaftliche Fachbereich Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur. Parallel zu den Bildungstagen findet am Kulturcampus Domäne Marienburg am 21. Januar 2020 der Infotag für die kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiengänge sowie für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ statt. FSJ-Bildungstage: „Wir organisieren die Bildungstage immer wieder gerne, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Unileben“

    Vom 20. bis 22. Januar 2020 sind zum dreizehnten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FSJ Kultur und FSJ Politik aus allen Regionen Deutschlands zu Gast auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Sie bekommen dort einen Einblick in die kulturvermittelnden Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Philosophie-Künste-Medien. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Bundesrepublik, unter anderem Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Thüringen.

    „Die Bildungstage an der Universität Hildesheim bieten den jungen Erwachsenen die Chance zu überprüfen, in wie fern sie ihren kulturellen Interessen in Form eines Studiums bei uns vertieft nachgehen möchten“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Julia Speckmann.

    Im FSJ Kultur und FSJ Politik engagieren sich junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren für ein Jahr in Museen und Theatern, in Medientreffs und Kunstschulen, in Bibliotheken und Gedenkstätten, in Musikeinrichtungen oder soziokulturellen Zentren.

    „Wir organisieren die Bildungstage immer wieder gerne, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Unileben mit Kommilitoninnen und Kommilitonen drumherum. Drei Tage lang das Unileben zu erkunden und mit studentischen Mentorinnen und Mentoren zu sprechen, da kann man sich schon einen umfassenden Überblick verschaffen“, sagt Speckmann. Die Studentinnen und Studenten aus den höheren Semestern helfen den Jugendlichen und sind „ein erster Kontakt“. Die Hildesheimer Bildungstage sind ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität und der LKJ Niedersachsen e.V..

    Parallel zu den FSJ-Bildungstagen findet am Kulturcampus Domäne Marienburg am 21. Januar 2020 auch der Infotag statt.

    Infotag am Kulturcampus:

    Kulturwissenschaftliche Bachelorstudiengänge

    Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg am Dienstag, 21. Januar 2020, von 09:45 bis etwa 17:00 Uhr nicht verpassen.

    Lehrende und Studierende der Universität Hildesheim geben einen persönlichen Einblick in das Studium. Die Gäste werden nach der gemeinsamen Begrüßung um 9:45 Uhr auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim (Domänenstraße, 31141 Hildesheim) von Studierenden über den Kulturcampus geführt. Ab 10:15 Uhr können Studieninteressierte im Schnupperstudium gemeinsam mit Mentorinnen und Mentoren an Seminaren und Vorlesungen teilnehmen

    Ab 14:00 Uhr stellen Lehrende die Bachelorstudiengänge vor, darunter: „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ und die Studienvariante Bachelor Plus „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ „Szenische Künste“, „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ sowie „Philosophie Künste Medien“. Außerdem informiert die Universität über Stipendien, Studienfinanzierung und die künstlerische Eignungsprüfung. Das gesamte Programm ist im Internet zu finden. Bitte melden Sie sich auf dieser Seite an, wenn Sie am Schnupperstudium teilnehmen möchten.

    Infotag am Kulturcampus:

    Master „Kulturvermittlung“

    Für am Master-Studiengang „Kulturvermittlung“ sowie dem Deutsch-Französischen Doppelmaster „Kulturvermittlung / Médiation culturelle des arts“ Interessierte gibt es ebenfalls die Möglichkeit, an der Begrüßung um 9:45 Uhr sowie der anschließenden Domänenführung teilzunehmen und ab 10:15 Uhr ausgewählte Seminare zu besuchen. Das Programm finden Sie online.

    Um 14:00 Uhr stellt die Studiengangsverantwortliche Prof. Dr. Birgit Mandel zusammen mit Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Professorin für Kulturelle Bildung am Institut für Kulturpolitik, das Konzept des Masters und der deutsch-französischen Variante vor und lädt ein, ins Gespräch zu kommen und individuelle Fragen zu stellen.

    Studieren mit Spielraum

    In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim können Studierende mit Spielraum studieren. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation kombiniert kulturwissenschaftliche Theorie mit Kulturmanagement und mit künstlerischer Praxis in Theater, Musik, Literatur Film, Medien oder Bildender Kunst.

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    Pressemeldungen
    news-18056 Mon, 30 Dec 2019 16:26:00 +0100 „Das Besondere am Zentrum für Digitalen Wandel ist die Interdisziplinarität“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/das-besondere-am-zentrum-fuer-digitalen-wandel-ist-die-interdisziplinaritaet/ Als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel hat Dr. Bianca Burgfeld-Meise ihre Arbeit aufgenommen. Im Gespräch gibt die Medienwissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit. Das Zentrum erarbeitet aktuell verschiedene Aktivitäten, um den Austausch und die Vernetzung an der Universität und in der Region Hildesheim im Kontext des Digitalen Wandels zu unterstützen. Im Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

    Kontakt bei Fragen:
    Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change
    Geschäftsführerin Dr. Bianca Burgfeld-Meise
    burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

    Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change

    Interview mit Dr. Bianca Burgfeld-Meise

    Frau Dr. Burgfeld-Meise, Sie sind neu an der Universität Hildesheim und arbeiten als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change. Worauf freuen Sie sich?

    Themen der Digitalisierung beschäftigen mich schon seit Beginn meiner wissenschaftlichen Karriere. So zum Beispiel in meiner Dissertation zur Konstruktion von Sozialität in Social Network Sites, dann im vom BMBF geförderten Digital Humanities-Projekt „Zentrum Musik – Edition – Medien“ und zuletzt im BMBF-Projekt „DigHomE Digital Home Learning Environment“. Auch in der Lehre im Arbeitsbereich Medienpädagogik und empirische Medienforschung habe ich mit den Studierenden viele Digitalisierungsphänomene besprochen, zuletzt das Verhältnis von Medien, Digitalisierung und Bildung.

    Das Zentrum bietet dementsprechend für mich die Möglichkeit meine bisherigen wissenschaftlichen Erfahrungen und Expertisen einzubringen und in Abstimmung mit dem Vorstand sowie den unterschiedlichen Fachbereichen, Instituten und Einrichtungen der Universität ein Zentrum aufzubauen, welches auf Dauer Themen der Digitalisierung an der Universität verankert. Die Universität Hildesheim hat mit der Gründung des Zentrums erkannt, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch in Digitalisierungskontexten ist. Viele Ausschreibungen aus der Forschungsförderung sehen mittlerweile fächerübergreifende Forschungskonsortien vor. Diese können sich natürlich für jede Ausschreibung ad hoc zusammenfinden, jedoch finde ich es sehr bereichernd grundsätzlich interdisziplinär verbunden zu sein und die Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Fachbereiche zu suchen und zu pflegen, um neue Sichtweisen und Blickwinkel auf Phänomene einnehmen zu können. Das hat auch enorme Vorteile bei der Identifizierung und Ausarbeitung neuer Forschungsbereiche und Forschungsförderungen. Ich habe in den ersten Tagen an der Universität durch Besuche in Instituten, Fachbereichen und Ringvorlesungen schon einige Einblicke über die facettenreiche Diskussion von Digitalisierungsthemen aus den unterschiedlichsten Disziplinen gewinnen dürfen. Ich freue mich schon sehr darauf, diese Einblicke zu vertiefen und die jeweiligen Perspektiven auf Digitalisierungsthemen näher kennenzulernen. Darüber hinaus ist es eine wunderbare Herausforderung, dieses Zentrum mit den unterschiedlichen Akteuren gemeinsam aufzubauen und weiterzuentwickeln.

    Als Medienwissenschaftlerin haben Sie sich mit sozialen Netzwerken befasst. Im Zentrum arbeiten technische und Geisteswissenschaften zusammen. Was ist besonders am Zentrum für Digitalen Wandel?

    Das Besondere ist die Interdisziplinarität. Sehr beeindruckend ist daher für mich auch die interdisziplinäre Zusammensetzung des Vorstands und die gemeinsame, sehr produktive  Arbeit, die bislang geleistet wurde. Dabei möchte ich die Vorstandsmitglieder unterstützen und denke, da gute Anknüpfungsangebote anbieten zu können: Mein medienwissenschaftliches Studium war mit Anteilen aus der Ökonomie, Informatik und Medien- sowie Kulturwissenschaft bereits interdisziplinär ausgerichtet. Diese Interdisziplinarität hat mich auch in Projekten mit Wissenschaftlerinnen aus der Informatik, aus den Ingenieurswissenschaften, der Architektur, der Ökonomie, der Philosophie, der Psychologie und auch der Musik- und Medienwissenschaft begleitet.

    Interdisziplinarität ist m. E. sehr bereichernd, aber auch kein Selbstläufer und gestaltet sich hier und da als Herausforderung. Daher soll das Zentrum mit einer Brückenfunktion diese Interdisziplinarität im Kontext des Digitalen Wandels an der Universität verankern. Dies betrifft aber nicht nur die vier verschiedenen Fachbereiche und die Institute, sondern ebenso die zentralen Einrichtungen wie die unterschiedlichen Zentren der Universität, die zentrale Wissenschaftsadministration bis hin zu den Unternehmen in der Region und ihre Bürgerinnen und Bürger. Phänomene der Digitalisierung werden in all diesen Bereichen ihre ganz besonderen Potenziale aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Hier sind stetige Austauschprozesse, Expertisen und Strategien gefordert, um den vielfältigen Veränderungsprozesse nicht nur ausgesetzt zu sein, sondern um diese auch mitgestalten und ihnen selbstbewusst begegnen zu können.

    Was gehört zum Beispiel zu Ihren Tätigkeiten in dem Forschungszentrum?

    Ich denke die Schwerpunkte meiner Arbeit werden sich mit der Entwicklung des Zentrums immer mal wieder etwas verändern. Derzeit geht es erst einmal darum, den wissenschaftlichen Austausch auch digital zu unterstützen. Dazu entwickeln wir gerade mit dem Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik ein interaktives Internetportal.

    Darüber hinaus erarbeiten wir gemeinsam mit dem Dezernat für Studienangelegenheiten ein Dachzertifikat mit dem Titel „Kompetenzen für den Digitalen Wandel“. Da so viele Fachbereiche und Institute spannende Lehrangebote in diesem Bereich anbieten, entwickeln wir eine Zertifikatsordnung, die die einzelnen Fachbereiche und Institute dann für Ihre Schwerpunkthemen nutzen können.

    Aber auch Veranstaltungskoordination gehört mit zu meinen Tätigkeiten: der interdisziplinäre Austausch soll auch durch den persönlichen Austausch unterstützt werden: Dazu ist eine interne Tagung zum Digitalen Wandel an der Universität Hildesheim, eine Präsentations-/Leseveranstaltung sowie eine Ringvorlesung in Planung. Zudem forsche ich persönlich auch weiterhin an Digitalisierungsthemen. Derzeit bereite ich einen Aufsatz zur interdisziplinären Softwareentwicklung in den Digital Humanities und einen Vortrag zu Selbstoptimierungstechnologien im Spannungsgefüge von Kontrolle und Selbstermächtigung vor.

    Welche Rolle spielt der Transfer?

    Der Transfer spielt eine wichtige Rolle. Dies betrifft nicht nur die Vernetzung mit den Unternehmen in der Region, sondern ebenso zur Stadt und zum Kreis Hildesheim sowie der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Universität bietet durch Forschung, Verwaltung und Lehre der Stadtgesellschaft sicherlich neue Perspektiven durch Forschungsergebnisse, neue Verfahren oder Diskussionsangebote. Ebenso ist es aber gerade im Zuge des Digitalen Wandels wichtig wie Digitalisierung sich auf Arbeit, Wohnen und das gesamte soziale Leben auswirkt. Daher ist eine enge Kooperation von Universität und Stadtgesellschaft für alle Beteiligten ein großer Gewinn.

     Die Fragen stellte Isa Lange.

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    Universität Hildesheim Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Forschung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen Startseite Personalportal
    news-18051 Wed, 18 Dec 2019 09:38:17 +0100 Universität Hildesheim erhält Millionenförderung für Gründungsunterstützung https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-erhaelt-millionenfoerderung-fuer-gruendungsunterstuetzung/ Ab 2020 erhält die Universität Hildesheim die Summe von fast 2 Mio. Euro verteilt auf vier Jahre für den Aufbau und die Etablierung einer eigenen Gründungsförderung. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll in Hildesheim zukünftig Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in ihren Gründungsvorhaben professionell beraten und unterstützen. Die Entscheidung in Berlin ist gefallen – Bei einem großen Festakt in der Hauptstadt wurde Anfang Dezember 2019 bekannt gegeben, welche Projektanträge beim bundesweiten Wettbewerb EXIST-Potentiale zur Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgewählt wurden.

    Eine Rekordzahl von 220 Universitäten und Hochschulen hatte sich mit ihren Konzepten für Gründungsförderung beworben. Die Besten in den Schwerpunkten „Potentiale heben“, „Regional vernetzen“ und „International überzeugen“ wurden von Expertenjurys für eine Förderung aus dem mit 150 Mio. Euro dotierten Unterstützungsprogramm des Ministeriums ausgewählt.

    Hinter dem Antrag steckt eine in Sachen Gründungen enorm engagierte Gruppe um  Dr. Astrid Lange, die Gründungsbeauftragte der Universität Hildesheim und Kopf des Antragsteams, der Hildesheimer Wirtschaftswissenschaftler und Projektleiter Professor Athanassios Pitsoulis sowie die Stabsstellenleiter Dr. Johanna Jobst und Markus Weißhaupt.

    Das KET-Gründungslabor berät ab Frühjahr 2020 Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende bei ihren Gründungsvorhaben

    Ab Projektbeginn 2020 erhält die Universität Hildesheim verteilt auf vier Jahre die Summe von fast 2 Mio. Euro für Maßnahmen, um unternehmerisches Potential zu erschließen und Gründungsnetzwerke weiterzuentwickeln. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll zukünftig Gründungsvorhaben von Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vor allem Studierenden professionell beraten und unterstützen.

    „Wir wollen die Potentiale, die hier in Hildesheim sind, heben. Mit der KET-Werkstatt bauen wir eine Infrastruktur für Gründungsteams auf. Ein Labor entsteht, in dem sich Gründungsteams aller Fachbereiche treffen und austauschen können und Beratung erhalten“, sagt die preisgekrönte Entrepreneurship-Forscherin Dr. Astrid Lange.

    Gründungsteam der Universität Hildesheim arbeitet eng mit Partnern in der Region zusammen

    Die KET wird dabei eng mit dem erfolgreichen Gründer-Ökosystem der Region Hildesheim zusammenarbeiten. Unterstützung für das Antragsteam gab es nicht nur von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und der gesamten Hochschulleitung, sondern auch vom Land. Niedersachsen übernimmt den nicht unerheblichen Eigenanteil, den die Bewerber erbringen müssen. „Ich gratuliere den Hochschulen zu ihren gelungenen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Wir brauchen innovative Startups in Niedersachsen. Sie tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei und helfen uns mit ihren Innovationen, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu meistern.“

    Von der Förderung profitieren nun an der Universität Hildesheim die Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in allen Fachbereichen, denn sie können zukünftig bei Gründungsvorhaben mit professioneller Unterstützung rechnen.

    Das Labor soll im Frühjahr 2020 starten. „Die Gründungsberatung muss vor Ort an der Universität sichtbar sein. Das können wir nun mit der KET realisieren. Wer die Idee hat, zu gründen, etwa als Studierender oder aus einem Forschungsprojekt, einer Dissertation oder Masterarbeit heraus – von Fachübersetzen über Bildungswissenschaften, Sozialpädagogik, Kultur und Philosophie bis zu Wirtschaft und Informatik –, kann sich an uns wenden. Wir nehmen die Gründungsideen ernst“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. Es gebe bereits Gründungsteams, „die in den Startlöchern stehen“.

    „Wir wollen Mut machen und dabei unterstützen, Gründungsprojekte nachhaltiger und überlebensfähiger zu gestalten“, sagt Forschungsreferent Markus Weißhaupt. So können sich Gründungsinteressierte beispielsweise auf die begehrten EXIST-Gründungsstipendien bewerben.

    „Wenn die Gründungsberatung vor Ort fehlt, dann wandern potentielle Gründerinnen und Gründer in andere Regionen ab. Ich habe das selbst erlebt, ich studiere in Hildesheim und habe in Hannover an drei Start-Ups mitgewirkt, weil in Hildesheim die Strukturen fehlten. Nun entwickelt sich in Hildesheim die Gründerszene und ich kann hier in der Arbeitsgruppe Entrepreneurship der Universität mitwirken“, sagt Lukas Sontheimer. Er studiert „Internationales Informationsmanagement“ und hat mit der Psychologiestudentin Rebecca Neugebauer an dem Projektantrag für die KET mitgewirkt.

    Kontakt: Wer Fragen zu dem Projekt hat, erreicht Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis unter der Telefonnummer 05121 883 40642.

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    news-17978 Mon, 16 Dec 2019 10:06:00 +0100 Professorin für Gender und Bildungskulturen: Britta Hoffarth https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/professorin-fuer-gender-und-bildungskulturen-antrittsvorlesung-von-britta-hoffarth/ Professorin Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung. Während einer internationalen Tagung im Januar 2020 debattieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen. Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth forscht und lehrt als Professorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Internationale Tagung zu Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen

    Im Januar 2020 lädt Professorin Britta Hoffarth zur dritten, diesmal internationalen Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung nach Hildesheim ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts, debattieren über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen.

    Die Vorträge befassen sich zum Beispiel mit den Themen „Eine gute Mutter sollst du sein! Zur Vergeschlechtlichung von Handlungsanweisungen in Gesundheitsratgebern“, „Gender und sexuelle Identität im Spannungsfeld extrem rechter und rechtspopulistischer Ideologien“, „Aufführungen von Geschlechtlichkeit in (post-)digitalen Jugendkulturen“ und „Jungenliteratur als Medium einer ge-schlechtsspezifischen Sozialisation“. Die Konferenz „Feministische Perspektiven auf Medien“ ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

    Program und Anmeldung zur Konferenz

    Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen: Prof. Dr. Britta Hoffarth

    Prof. Dr. Britta Hoffarth forscht und lehrt als Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, der Universität Hildesheim. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Professorin  gehören Geschlecht, Medien und Körper. Aktuell stehen die Untersuchung von Hate Speech in digitalen Medien im Mittelpunkt ihres Forschungsinteresses. Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim, in dem Inhalte der Geschlechterforschung (ZfG) der Universität gebündelt und national und international vernetzt werden.

    Britta Hoffarth wurde 1975 im sauerländischen Arnsberg geboren und studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld. Sie promovierte mit einer Arbeit über „Performativität als medienpädagogische Perspektive“. Hoffarth arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld mit den Schwerpunkten Kulturarbeit und Soziale Arbeit, war Gastdozentin der School of Education der University of Sheffield in Großbritannien, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs „Bildungstheorie und kulturwissenschaftliche Bildungsforschung“ der Universität Halle/Wittenberg und Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Frankfurt. Sie vertrat die Professur für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Migrationspädagogik und Kulturarbeit der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld.

    2017 folgte die Habilitation an der Universität Frankfurt mit der Arbeit „Profane Praktiken. Dekorative Körpertechniken in der weiblichen Adoleszenz unter bildungstheoretischer Perspektive“.

    Warum sie sich für Hildesheim entschieden hat, begründet die Professorin so: „Hildesheim bietet einen gut vernetzten Schwerpunkt transdisziplinärer Geschlechterforschung, in dem Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geleistet wird.“

    Im Wintersemester lehrt Professorin Britta Hoffarth zum Beispiel zentrale Begriffe und Problemstellungen der Erziehungswissenschaft in der Vorlesung „Einführung in die Erziehungswissenschaft“. Außerdem veranstaltet sie gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro sowie Kolleginnen aus dem Institut Erziehungswissenschaft und dem Institut Sozial- und Organisationspädagogik die öffentliche Ringvorlesung „Digitalität, Geschlecht und Macht“. Digitale Technologien und neue Medien durchdringen zunehmend den gesamten Alltag – mit weitreichenden Veränderungsprozessen in allen Lebensbereichen. Geschlecht wird dabei kaum als ein wichtiger Faktor in der Erforschung von Digitalisierungsprozessen berücksichtigt. In der Ringvorlesung „Digitalität, Gender und Macht“ werden Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Warum  werden Dienstleistungs- und Pflegeroboter mit weiblichen und Sicherheitsroboter mit männlichen Attributen ausgestattet? Welche sozialen Konsequenzen hat die Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Verschiebungen ergeben sich für das Verständnis von Öffentlichkeit?

    Antrittsvorlesung

    Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth hält am Mittwoch, 11. Dezember 2019, ihre Antrittsvorlesung. Die Professorin für Gender und Bildungskulturen spricht über das „Anders Werden“ und gibt Einblicke in ihre Forschung an der Universität Hildesheim. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Anders Werden“ beginnt um 18:00 Uhr im Musiksaal (Gebäude K) am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

    „Die Vorlesung widmet sich einem Nachdenken über das ‚Anders Werden‘. Damit sind zwei grundlegende erziehungswissenschaftliche Problemstellungen angedeutet: Erstens die des Werdens als individuelle wie auch gesellschaftliche Facette des Heranwachsens, des sozialen Wandels, der Veränderung und zweitens die Facette von Andersheit als Differenz, die für die Annahme von Transformationen bedeutsam ist und ebenso ein Moment sozialer Machtverhältnisse kennzeichnet“, sagt Britta Hoffarth.

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    news-17862 Mon, 16 Dec 2019 09:10:00 +0100 Erstmals Master Lehramt Informatik für Haupt-, Real- und Oberschulen in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/erstmals-master-lehramt-informatik-fuer-haupt-real-und-oberschulen-in-niedersachsen/ Das Team der Lehrenden in der Informatikdidaktik wächst: Dr. Bernadette Spieler forscht und lehrt seit November 2019 an der Universität Hildesheim. Im Interview gibt die Informatikerin Einblicke in ihre Arbeit. Die Universität Hildesheim bildet als eine der wenigen Hochschulen in Niedersachsen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt-, Real- und Oberschulen aus. Informatik durchdringt alle Lebensbereiche. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim weist darauf hin, dass es unsere Aufgabe als Gesellschaft ist, Schülerinnen und Schülern eine  informatische Grundkompetenz zu vermitteln. Sie können lernen, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Nicht jedes Kind muss Programmierer oder Programmiererin werden, aber alle Heranwachsenden sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen Technik haben kann. Ansonsten sind sie der Technik machtlos ausgeliefert.

    Im Interview gibt Dr. Bernadette Spieler Einblicke in die Ausbildung von Informatiklehrerinnen und Informatiklehrern. Die Informatikerin forscht und lehrt seit November 2019 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik,  leitet dort die neu gegründete Abteilung für Didaktik der Informatik und erfüllt alle Aufgaben der Professur für Didaktik der Informatik an der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat zuvor an der Technischen Universität Graz am Institut für Softwaretechnologie in Österreich gearbeitet.

    Interview mit Dr. Bernadette Spieler

    „Wir können Kindern spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen, vermitteln“

    Frau Dr. Spieler, Sie sind selbst Informatikerin, kommen aus der Softwareentwicklung. Was fasziniert Sie am Fach Informatik?

    Die Informatik erlaubt es, eigene Ideen zu entwickeln, diese kreativ umzusetzen und sich dabei vielseitiger Technologien zu bedienen. Sie bietet laufend spannende  Herausforderungen, daher gibt es in diesem Bereich immer wieder Neues zu erforschen, auszuprobieren und zu lernen. In der Informatik verschwimmen die Grenzen verschiedener Fachbereiche miteinander und neben digitalen Kompetenzen sind Unternehmen auf diverse Teams angewiesen, welche kreative Ideen und die Innovationen der Zukunft steuern. Die Jobs von morgen werden nicht nur weitreichend digital und vernetzt sein, sondern erfordern das Entwickeln von Problemlösungskompetenzen und die Fähigkeit kritisch zu hinterfragen, zu deuten und bewerten zu können. Dies bildet die Basis des Informatikunterrichts und vor allem viele Anreize für Begeisterung.

    Und wie bringt man diese Begeisterung Kindern bei?

    In erster Linie möchte ich meine eigene Begeisterung weitergeben und vor allem aufzeigen, wie einfach es sein kann selbst etwas zu entwickeln und seine eigenen Ideen zu verwirklichen und dass Programmieren und die Informatik nicht schwierig sein müssen. Ich möchte Jugendliche bestärken, sich mehr mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und ihnen neue Wege durch die Informatik eröffnen, sowie einen spielerischen Ansatz in die Welt der Programmierung vermitteln. Jugendliche und vor allem Mädchen bekommen meist nicht die Chance für die Informatik interessiert oder motiviert zu werden. Vor allem der Informatikunterricht variiert sehr von Schule zu Schule und Programmieren nimmt im Vergleich zu anderen Inhalten oft wenig Platz ein. Junge Erwachsene wissen oft nicht, was eigentlich hinter der Technik, die sie tagtäglich wie selbstverständlich nutzen, steckt. Hier ist es mir wichtig, ein umfassendes Bild der Informatik zu vermitteln und diesen Weg als ein mögliches und vor allem zukunftsträchtiges Berufsbild zu präsentieren.

    Sie haben zuvor an der Technischen Universität Graz gearbeitet, sind nun von Österreich nach Hildesheim gezogen, um hier zu forschen und zu lehren. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen – warum Hildesheim?

    Mein Ziel ist es, meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich der Informatikdidaktik und Gender&Diversität sinnvoll einsetzen zu können, um allen Jugendlichen die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt zu nutzen und sich weiterbilden zu können. Durch die Erforschung neuer Konzepte und Standards im Bereich der Informatischen Bildung, möchte ich meinen Teil zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen. Die Universität Hildesheim bietet mir hier nicht nur ein spannendes Berufsfeld, sondern gibt mir auch die Möglichkeit, die Informatikdidaktik an Schulen zu stärken und zu Verbesserungen im Bildungswesen beizutragen. Die Universität Hildesheim hat frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist die zukünftigen Informatikleherinnen und Informatiklehrer bestmöglich auszubilden.

    Womit befassen Sie sich Ihrer Forschung und Lehre? Sie haben in Projekten zu den Themen „Computer Science for all“, „Girls Coding Week“ und „Women & Technology“ gearbeitet.

    Ich sehe es als meine Aufgabe, Jugendliche und vor allem junge Mädchen für die Technik zu begeistern und vorzubereiten. Ich selbst hatte das Glück, dass ich nicht nur den Rückhalt aus meiner Familie erhalten, sondern auch eine motivierte Informatiklehrerin gehabt hatte. Ich glaube, dass vor allem junge Frauen oft sehr unsicher sind, ob sie in diesen, doch noch sehr männerdominierten, Bereich passen. Wenn Frauen aber in diesem Berufsfeld nicht einbezogen werden, haben sie keine Chance eine tragende Entscheidungsrolle in der Umsetzung von Innovationen, Projekten und Forschungen einzunehmen und daher werden diese Entwicklungen weitestgehend ohne ihre Beteiligung durchgeführt. Es geht darum, Angebote öffentlich sichtbarer zu machen und ihnen die Chance zu geben, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten. Aus diesem Grund möchte ich auch gerne neue Angebote und Anreize für Frauen und Mädchen an der Universität Hildesheim eröffnen. Im Sommersemester 2020 biete ich im Master für alle Informatik- und Informatik-Lehramtsstudierenden auch ein Seminar zum Thema „Gender und Diversity-Aspekte der Informatik und Informatik-Didaktik" an.

    Lehrerinnen und Lehrer für das Schulfach Informatik fehlen. Die Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören zum Beispiel Algorithmen, Datenstrukturen und Medieninformatik zum Bachelorstudium. Nun starten im Wintersemester 2019/20 die ersten Masterstudierenden in das Lehramt Informatik in Hildesheim. Was steht im ersten Masterjahr zum Beispiel auf dem Stundenplan der Studierenden?

    Ich unterrichte vor allem Fächer zur Vermittlung der Informatik – vertiefende Elemente der informatischen Bildung. Neben Vorlesungen stehen auch Seminare und Übungen auf dem Lehrplan. Auf der einen Seite ist es wichtig, selbst auszuprobieren und zu experimentieren, um unterschiedliche Fähigkeiten und Talente von Schülern und Schülerinnen zu aktivieren. Auf der anderen Seite sollen die fundamentalen Ideen der Informatik vermittelt sowie die oftmals genannten „Computational Thinking Skills” angeregt werden. Folglich möchte ich unterschiedliche Tools in meine Lehre integrieren, wie die am Institut für Softwaretechnologie der TU Graz entstandene Lernapp Pocket Code (https://catrob.at/pc), aber auch kleine leistungsfähige Microcontroller wie BBC Micro:Bit, Arduino oder Raspberry Pi. Diese bieten umfangreiche Funktionen und sorgen für Spaß und Unterstützung bei der Aneignung von Programmierkenntnissen. In erster Linie steht aber nicht das Tool selbst im Vordergrund, sondern wie und welche Konzepte damit vermittelt werden sollen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es,  die Vielfalt zu präsentieren, damit die zukünftigen Lehrenden ein umfassendes Verständnis und Repertoire erhalten, aus dem sie wählen können. Daneben stehen auch „unplugged“-Aufgaben am Lehrplan – das sind Informatik-Aktivitäten, welche ohne die tatsächliche Verwendung eines Computers auskommen. Diese vermitteln spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen und stellen Konzepte so greifbarer für Kinder dar.

    Eine Praxisphase gehört zum Studium. Wie kombinieren die Informatikstudierenden Theorie und Praxis, wie arbeitet die Universität im Lehramtsfach Informatik mit regionalen Schulen zusammen?

    Die Praxisphase der Studierenden im Master wird sich über drei Semester erstrecken: ein Vorbereitungsseminar, ein Praxisblock an den Schulen mit einem Begleitseminar an der Universität und ein Nachbearbeitungsseminar. Im jetzigen Wintersemester starte ich das Vorbereitungsseminar gemeinsam mit Herrn Stephan Kreuzkam. Er ist Informatiklehrer  an der Oberschule Bockenem und begleitet die Studierenden in der Rolle des „Lehrerbeauftragten in der Praxisphase“ kurz LiP. Wir werden auch gemeinsam das Vorbereitungsseminar an der Universität Hildesheim leiten. Hier können die Studierenden Lehrpläne und Unterrichtseinheiten entwickeln und deren Umsetzung praktisch erproben.

    Sie arbeiten im Arbeitskreis Informatik. Wer ist daran beteiligt, was ist das Ziel?

    Der Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ umfasst die Projektgruppe Medienbildung des Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) an der Universität Hildesheim und setzt sich zusammen aus Nicole Ude, Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Candy Walter und Dr. Hartmut Schröder. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, Schulen in den Anforderungen, welche der digitale Wandel mit sich bringt, bestmöglich zu unterstützen. Dafür soll der Arbeitskreis ein Forum bieten, um gemeinsam über Bedarfe, Anforderungen, bildungspolitische Vorgaben, Kompetenzmodelle, Materialien, Medien und vieles mehr zu informieren, auszutauschen und zu diskutieren. Direkt an den Schulen oder an der Universität Hildesheim werden dafür monatlich Veranstaltungen durchgeführt, welche Good-practice Beispiele, Erfahrungen und auch Fortbildungen bereitstellen. Gerade habe ich Einblicke in „Spielerische Aktivitäten mit Smartphones im Schulkontext“ gegeben.

    Woher kommen denn die gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer für Informatik an Schulen? Wie wird das Thema an den Universitäten bearbeitet?

    Ich habe speziell in Österreich die Erfahrungen gemacht, dass leider zu wenige gut ausgebildete Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer an den Schulen vorhanden sind. Informatik wird zwar an vielen Neuen Mittelschulen (ehem. Hauptschulen) schulautonom unterrichtet, es fehlt aber an einer fundierten flächendeckenden Aus- oder Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Was dies für die Qualität des Unterrichts bedeutet kann man sich leicht vorstellen. Viele Informatiklehrende haben in Österreich keine grundlegende Informatikausbildung durchlebt, sondern ihre Kenntnisse durch Weiterbildungsangeboten in ihrem eigenen Ermessen erworben. Leider sind viele Lehrkräfte mit der Thematik „Neue Medien“ und deren Auswirkungen überfordert. Es fehlt ihnen in diesem sich rasant entwickelnden Gebiet an allgemeinem, technischem und rechtlichtem Wissen. Daher müssen attraktive Fortbildungsmaßnahmen für bestehende Lehrerinnen und Lehrer entwickelt und angeboten, sowie zukünftige Informatiklehrende bestmöglich vorbereitet werden.

    Die Digitalisierung dringt in alle Lebensbereiche ein, in Politik, Wirtschaft, Kultur. Gesellschaftlich wird viel über den Einsatz von Technologie, über soziale Netzwerke, die den Nährboden für Hasskommentare bilden, diskutiert. Wie gehen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer mit den Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft um? Sind auch ethische Fragen Teil des Studiums?

    Der kompetente und aufgeklärte Umgang mit Medien ist eine grundlegende Voraussetzung, um erfolgreich an der Wissensgesellschaft teilnehmen zu können. Die Digitalisierung ist ein nicht aufzuhaltender Prozess. Für Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer ist es daher wichtig, junge Menschen mit dem Grundwerkzeug auszustatten, sich in einer immer vernetzen und digitale Welt zurecht zu finden. Im Masterstudium finden die angehenden Informatiklehrer und Informatiklehrerinnen daher auch das Fach „Informatik und Gesellschaft“, in welchem ethische, gesellschaftspolitische und rechtliche Implikationen verschiedener Bereiche und Anwendungen der Informatik analysiert werden, insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Verantwortung als zukünftige Lehrenden.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt:

    Lehramtsfach Informatik in Hildesheim: Programmieren, Datenstrukturen und Robotik auf dem Stundenplan

    Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen, das Fach Informatik künftig auch an Hauptschulen und Realschulen einzuführen und seit dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik seit 2016 nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrkräfte. 

    Die ersten Bachelorstudierenden haben ihr Studium im Sommersemester 2019 abgeschlossen, die ersten Masterstudierenden im Lehramt Informatik bildet die Universität Hildesheim seit dem Wintersemester 2019/20 aus.

    Insgesamt 42 Lehramtsstudierende im Fach Informatik bildet die Universität Hildesheim im Bachelor und Masterstudium im Wintersemester 2019/20 aus. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehre junge Menschen für das Lehramtsfach Informatik entscheiden“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

    Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

    Die Lehramtsstudierenden besuchen Vorlesungen und Seminare zum Teil gemeinsam mit den etwa 800 IT-Studierenden aus den IT-Studiengängen „Angewandten Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Data Analytics“ und sind damit nah dran an den aktuellen fachwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Didaktik, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Schulpraktika.

    Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

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    news-18069 Mon, 16 Dec 2019 07:02:00 +0100 Eine Studierendeninitiative stellt sich vor: ESN – United in Diversity https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eine-studierendeninitiative-stellt-sich-vor-esn-united-in-diversity/ Das Erasmus Student Network (ESN) hilft dabei, Kulturaustausch zu fördern, hier an der Uni und weltweit. Ein Gastbeitrag von der Studentin Franziska Marie Kamp. Wie feiert man eigentlich Weihnachten? Oder Chanukka, Thanksgiving, den Día de los Muertos oder eine polnische Hochzeit? Weltweit gibt es unzählige Traditionen, die spannend kennenzulernen sind. Das Erasmus Student Network (ESN) hilft dabei, Kulturaustausch zu fördern, hier an der Uni und weltweit. Das in 41 Ländern vertretene Netzwerk verbindet Studierende aus aller Welt. Auch an unserer Universität gibt es eine von 529 Sektionen.

    Die international agierenden International Offices der Hochschulen dieser Welt laden stetig Studierende dazu ein, ihren Horizont zu erweitern und Institutionen im Ausland zu besuchen. Hier setzt ESN an: Um den internationalen Gästen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, kümmern sich die Freiwilligen vor allem um deren Freizeitprogramm, stehen aber auch bei sonstigen Fragen gemeinsam mit dem International Office zur Verfügung.

    Von kulturellen Länderabenden, den sogenannten KABs, über Tages- und Wochenendfahrten bis hin zu Spieleabenden, sozialen Projekten und der berühmt-berüchtigten „Glow in the Dark“-Party bietet die Hildesheimer ESN Sektion ein buntes Medley an Veranstaltungen, sodass für jeden Etwas dabei ist.

    „Was wir besonders an unserer Arbeit schätzen ist der persönliche Kontakt zu den Internationals“, so Franziska Kamp, „wir bekommen so viele neue Eindrücke und Erfahrungen geschenkt, das kann man nicht in Geld aufwarten. Und nicht nur die Freundschaften, die in Hildesheim geschlossen werden, über diverse regelmäßig stattfindende Plattformen innerhalb des Netzwerks im In- und Ausland schließt man über die Stadt Hildesheim hinaus immer wieder tolle Bekanntschaften. Das ist ein Mehrwert, der einem sonst kaum geboten wird“.

    Des Weiteren sind auch die sozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die man durch die Arbeit im ESN erlernt, heiß begehrt. Wie organisiere ich eine Gruppenreise? Wie wird meine Veranstaltung inklusiver? Wie können wir ein ganzes Semester im Voraus planen? Wie können wir die Finanzen am besten verwalten? Wie spreche ich vor vielen Menschen auf einer anderen Sprache? Ich schaffe etwas nicht allein, wie eigne ich mir das an oder woher bekomme ich die Unterstützung, die ich brauche? Wie überwinde ich meine Schwächen, sodass daraus Stärken entstehen? All diese und noch so viele Fragen mehr stellen sich ESNer täglich, und irgendwie ist immer eine Antwort zu finden.

    Wir suchen Freiwillige, die sich einbringen möchten. Wir freuen uns stets über begeisterte Neueinsteiger, die frischen Wind in das ESN-Netzwerk einbringen.

    „Das Team wird bei uns großgeschrieben, jeder hilft jedem, nur so kommen wir voran“, sagt Waldemar Blum. Daher sucht das ESN auch immer Freiwillige, die sich ihrerseits einbringen möchten, Jeder und Jede in dem ihm oder ihr möglichen Rahmen. Wenn das Interesse geweckt ist, freut sich das ESN Hildesheim Team stets über begeisterte Neueinsteiger, die frischen Wind einbringen.

    „Die persönliche Motivation, bei uns mitzumachen, ist ganz unterschiedlich: Manche schätzen den direkten Kontakt zu den Internationals, andere das eigene Entwicklungspotential, wieder andere die Arbeit im Team. Alle sind bei uns willkommen“, sagt Julia Schulz über die Zusammensetzung des Teams. Das ESN Hildesheim plädiert für Offenheit, Toleranz und Gemeinschaft und möchte mit gutem Beispiel vorangehen, allen voran ihr Motto „United in Diversity“.

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    news-18023 Fri, 13 Dec 2019 13:55:00 +0100 Kulturhauptstadt Europas 2025: Universität Hildesheim unterstützt den Bewerbungsprozess https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/kulturhauptstadt-europas-2025-universitaet-hildesheim-unterstuetzt-den-bewerbungsprozess/ Hildesheim hat es in die finale Runde der Bewerberstädte um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ geschafft. Die Stadt ist unter den letzten fünf Finalisten. Das hat die Jury der Kulturstiftung der Länder in Berlin mitgeteilt. Die Universität Hildesheim unterstützt den Bewerbungsprozess mit allen Kräften, sagt Dekan Professor Stefan Krankenhagen. Außerdem in der Endrunde sind neben Hildesheim auch Magdeburg, Hannover, Nürnberg und Chemnitz. Die Städte Magdeburg, Hannover, Nürnberg, Chemnitz und Hildesheim wurden für die zweite Runde im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ empfohlen. Das Urteil der unabhängigen europäischen Jury muss nun noch vom Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz gebilligt werden, dann können die Städte bis zum Sommer 2020 ihr Bewerbungskonzept weiterentwickeln und konkretisieren. Welche Stadt im Jahr 2025 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen darf, entscheidet sich im Herbst 2020.

    „Die Kulturwissenschaften in Hildesheim – der Fachbereich 2 der Universität – freuen sich mit der Stadt Hildesheim und gratulieren dem Projektbüro zu diesem großen Erfolg! Wir unterstützen den weiteren Bewerbungsprozess mit gemeinsamen Projektideen und durch unser Netzwerk an Kulturwissenschaftler*innen aus ganz Deutschland und Europa“, sagt Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs der Universität Hildesheim.

    Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner freut sich als Mitglied der Lenkungsgruppe HI2025 über den großartigen Etappensieg und sagt die Unterstützung der Stiftung Universität Hildesheim auch für die spannende Finalrunde zu.

    Die zwölfköpfige europäische Jury hatte anhand der eingereichten 60-seitigen Bewerbungsbücher (bid book 1) und der Präsentationen der Bewerberstädte vor der Jury in den vergangenen beiden Tagen darüber entschieden, welche der acht Bewerberstädte für die Shortlist empfohlen werden.

    Studierende und Lehrende, die Fragen zum Thema Kulturhauptstadt haben, erreichen an der Universität Hildesheim Dr. Daniel Gad vom Institut für Kulturpolitik (gad@uni-hildesheim.de), der von Anbeginn im Freundeskreis HI2025 als Vertreter Universität mitwirkt.

    Hier lesen Sie das eingereichte bid book der Stadt Hildesheim

    bid book Hildesheim (PDF)

    Vorauswahl im Bewerbungsverfahren „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland Presseinformation der Kulturstiftung der Länder, 12.12.2019

    Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim

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    Universität Hildesheim Evangelische Theologie Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-18007 Fri, 13 Dec 2019 09:47:00 +0100 Nach neun Monaten Professor: Fachkommunikationswissenschaftler Thorsten Dick https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/nach-neun-monaten-professor-fachkommunikationswissenschaftler-thorsten-dick/ Während der universitätsweiten Promotionsfeier wurden 60 Doktorandinnen und Doktoranden aller Fachbereiche geehrt. Unter den Promovierenden ist auch Thorsten Dick, der gerade einen rasanten Karrieresprung als Wissenschaftler macht. Der Fachkommunikationswissenschaftler hat Ende Januar 2019 seine Doktorarbeit an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen. Gerade einmal neun Monate später erhielt sein Doktorvater Professor Klaus Schubert die erfreuliche Nachricht, dass sein ehemaliger Doktorand zum November 2019 auf eine Professur an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen berufen wurde. Im Interview verrät Thorsten Dick, was ihn in der Forschung antreibt. Interview mit Prof. Dr. Thorsten Dick

    Herr Professor Dick, Sie haben Anfang des Jahres Ihre Doktorarbeit in der Disputation an der Universität Hildesheim verteidigt. Nach nur neun Monaten sind Sie auf eine Professur berufen worden. Haben Sie schon durchatmen können, sind Sie erstaunt, wie rasant der Karrieresprung verläuft?

    Tatsächlich ging alles sehr schnell. Nachdem ich 2014 meine Stelle in der freien Wirtschaft aufgegeben hatte, betrat ich die akademische Welt durchaus mit dem Ziel einer Professur. Solch ein Vorhaben kann in der Praxis jedoch mit Tücken behaftet sein. Hier konnte ich sehr von der akademischen wie persönlichen Begleitung durch meine Doktoreltern Prof. Dr. Klaus Schubert und Prof. Dr. Bettina Kluge profitieren, die neben dem Großprojekt Promotion stets auch meinen weiteren Weg im Blick hatten. Intensiv in Erinnerung geblieben ist mir der Dezember 2018: Die Ausschreibung für die Professur war gerade veröffentlicht und nun galt es, parallel zur Vorbereitung auf die Disputation Bewerbungsunterlagen in der erforderlichen Güte zu erstellen. Nach der erfolgreichen Disputation Ende Januar 2019 stand neben der Vorbereitung der Probevorlesung dann die Aufbereitung meiner Dissertation zum Manuskript für die Publikation an. Neun Monate später scheinen die damaligen Mühen in weiter Ferne und ich freue mich auf die Herausforderungen, die meine neue Position mit sich bringt.

    In ihrer Dissertation am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation setzen Sie sich mit dem Thema „Fachlich kommunizieren mit sich selbst“ auseinander. Sie untersuchen Notizen, die technische Redakteure bei ihrer Recherche anfertigen und dann später selbst benutzen. Eine Erkenntnis, zu der Sie kamen?

    Eine Erkenntnis, zu der ich in meiner Dissertation kam, lautet, dass der Prozess der Notizenerstellung lange vor der eigentlichen Notizennahme beginnt und nicht mit der vollständig abgearbeiteten Notiz endet. Eine Recherchenotiz verhält sich anders als eine Einkaufsliste, die en passant erstellt, im nächsten Schritt rezipiert und anschließend entsorgt wird. Recherchenotizen als Form der schriftlichen Kommunikation mit sich selbst bieten Möglichkeiten der Kommunikationsoptimierung, die in der interpersonalen schriftlichen Kommunikation nicht gegeben sind.

    Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, in diesem Bereich zu forschen?

    Gerade in der aktuellen Übergangsphase, in der sich die papiergebundene technische Dokumentation im Rückzug befindet und digitale Informationsprodukte in den Vordergrund treten, ist eine wissenschaftliche Begleitung notwendig. Hier ist einerseits der Blick auf die technische Redaktion und ihre sich im Wandel befindenden Prozesse möglich, und andererseits jener auf die Rezipient/inn/en mit ihren dynamischen Anforderungen bei der Verwendung digitaler Informationsprodukte. Damit einher geht, dass praktische Fachkommunikation wechselseitig wird: Produktnutzer/innen können heute Rückmeldungen zu Verstehensschwierigkeiten bei der Rezeption anleitender Texte und der Bedienung von Produkten geben. Diese Rückmeldungen sollten in Redaktionsprozessen berücksichtigt werden, und es ist Aufgabe der Fachkommunikationswissenschaft, zu untersuchen, inwiefern und inwieweit solche Rückmeldungen zur Kommunikationsoptimierung genutzt werden können.

    Wie verlief Ihr Weg zur Promotion? Was hat Sie bestärkt? Wie haben Sie die Unterstützung im Institut und Fachbereich der Universität Hildesheim erlebt?

    Von 2007 bis 2014 war ich als praktischer Fachkommunikator tätig, größtenteils in leitender Position. In dieser Zeit erhielt ich einen tiefen Einblick ins Berufsfeld, der natürlich von meinem vorherigen akademischen Weg geprägt war: Ich verfüge sowohl über ein (naturwissenschaftliches) Diplom (FH) in Elektrotechnik, als auch über einen (geisteswissenschaftlichen) Abschluss als Master of Arts in Technical Communication. Mein Promotionsthema entstand durch die Beobachtung, dass erfahrene Fachkommunikator/inn/en eine über die Jahre optimierte Notizennahme praktizierten, während Berufseinsteiger/innen diese Kompetenz erst im Berufsfeld und durch die Begleitung von erfahrenen Fachkommunikator/inn/en entwickeln mussten. Ich fragte mich, auch bei der Betrachtung meiner eigenen Recherchenotizen, was eigentlich eine gut verständliche und für Anschlusshandlungen geeignete Notiz ausmacht. Lange Zeit trug ich diese Frage und den Wunsch, sie aus wissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten, in mir, ohne jedoch die Zeit zu finden, ihr nachzugehen. Als sich die Chance bot, in die akademische Welt zurückzukehren, ergriff ich sie. Das Einfinden in die neue Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vollzeit in einem Studiengang, der sich damals im Umbruch befand, führte zunächst dazu, dass mir die erhofften zeitlichen Freiräume für mein Promotionsvorhaben nicht zur Verfügung standen. Von der ersten Kontaktaufnahme mit meinen Doktorvater Prof. Dr. Klaus Schubert bis zur Einreichung meines ersten Exposéentwurfs vergingen weitere zwei Jahre. In der eigentlichen Erstellungsphase (Februar 2016 bis Oktober 2018) fühlte ich mich, und hier greife ich eine Aussage aus meiner Antwort auf Ihre erste Frage wieder auf, akademisch wie persönlich sehr gut von meinen Doktoreltern begleitet. Ein wesentliches Element waren hierbei die regelmäßig stattfindenden und von Prof. Dr. Schubert mit Dr. Franziska Heidrich organisierten Doktorand/inn/enseminare, die von Prof. Dr. Nathalie Mälzer gemeinsam mit Prof. Dr. Schubert initiierten Promotionswerkstätten und die Forschungstagung „Fachkommunikation – die wissenschaftliche Sicht“. Mit Letzterer bieten Prof. Dr. Klaus Schubert und Dr. Franziska Heidrich Doktorand/inn/en die Möglichkeit, im Wechsel mit erfahrenen Wissenschaftler/inne/n vorzutragen. Damit eröffnet sich einerseits die Möglichkeit, das eigene Forschungsprojekt in einem geschützten Rahmen einem ersten akademischen Härtetest zu unterziehen. Andererseits erfahren angehende Wissenschaftler/innen, mit welchen Themen sich etablierte(re) Kolleg/inn/en beschäftigen und können erste Kontakte knüpfen.  

    Hier sollte ich vielleicht ergänzen, dass ich zum Kreis der externen Doktorand/inn/en gehöre. Ich lebe und arbeite im Rhein-Main-Gebiet. Meine Dissertation habe ich, und das spiegelt wohl die Situation vieler Externer wider, neben einer Vollzeitstelle erstellt. Für mich hatten die zuvor genannten Veranstaltungen damit eine weitere, wichtige Funktion: die Möglichkeit, mich mit Menschen auszutauschen und zu vernetzen, die in Deutschland und darüber hinaus an Promotionsvorhaben aus dem Bereich der Fachkommunikationswissenschaft arbeiten. Viele von ihnen befanden sich in ähnlichen Lebenssituationen. Dies zu wissen und zu erleben, dass sie vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, ist hilfreich, wenn die eigene Motivation einmal weniger stark ausgeprägt ist.

    Was raten Sie anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die promovieren möchten?

    Selbstverständlich hat jedes Promotionsvorhaben und damit verbunden die Kommunikation zwischen Doktorand/in und Doktoreltern individuelle Züge. Aus meiner Perspektive kann ich angehenden Wissenschaftler/inne/n nur raten, regelmäßig den Austausch mit den Doktoreltern und anderen Doktorand/inn/en zu suchen. Hierzu gehört im Fach Internationale Fachkommunikation an der Universität Hildesheim eine Bestandsaufnahme und häufig auch Präsentation des eigenen Forschungsprojektes in seiner aktuellen Entwicklungsphase. Jener Austausch zwingt zum Einnehmen einer Metaperspektive, die im Schreibprozess teils abhandenkommen kann. Ich persönlich habe mich anschließend stets gestärkt und (erneut) motiviert gefühlt.

    Was macht Ihnen an der Wissenschaft Freude, was treibt Sie an?

    Einerseits ist es das eigene wissenschaftliche Arbeiten. Jenes ist geprägt vom Blick auf das Dahinterliegende, von dem Drang, etwas über das Wesen der Dinge der Wirklichkeit zu erfahren. Andererseits ist es das Bewusstsein, Teil einer recht jungen Disziplin zu sein, von deren bisherigem Erkenntnisgewinn ich profitiere und zu dem ich selbst beitragen möchte. Last but not least sind es die Student/inn/en im Masterstudiengang Technische Redaktion und multimediale Dokumentation (trmd) an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen, die mich antreiben. Sie auf ihrem akademischen Weg und bei ihrer späteren Entwicklung in der praktischen Fachkommunikation zu begleiten, bereitet mir große Freude. Gerade in der letzten Woche hatte ich Gelegenheit zum Austausch mit Alumnae und Alumni des Studiengangs auf der Jahrestagung des Fachverbandes tekom e. V. in Stuttgart. Es ist schön, zu sehen, dass sie sich ihrer Alma Mater weiterhin verbunden sehen.

    Ein Blick auf die Arbeit als Professor: Was haben Sie als Nächstes in der Forschung vor?

    Ich forsche in der Disziplin Fachkommunikationswissenschaft. Meine Forschungsinteressen liegen im Bereich der sprachlichen und über das Sprachliche hinausgehenden Kommunikationsoptimierung. In meinen Hochschulveranstaltungen betrachte ich das Berufsfeld der praktischen Fachkommunikation aus der Perspektive der Fachkommunikationswissenschaft. Thematischer Schwerpunkt ist hierbei die Aufbereitung und Gestaltung von Text-, Bild- und Toninformationen. Letztere unterliegt seit längerem einem Wandel hin zu digitalen multimodalen Informationsprodukten. Aktuell gilt es, mich zunächst in meiner neuen Position einzufinden, Veranstaltungen vor- und nachzubereiten und Student/inn/en in ihren Masterarbeiten zu begleiten. Sobald es meine Zeit erlaubt, möchte ich mich näher mit den Themen Sprachsynthese und Sprachassistenzsysteme auseinandersetzen. 

    In Ihrer Forschung befassen Sie sich mit der Arbeit von technischen Redakteurinnen und technischen Redakteuren. An der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ auf das Übersetzen und Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext spezialisieren. Für alle, die das Interview gerade lesen und das Berufsbild nicht kennen: Welche Herausforderungen bewältigen technische Redakteure?

    Im Studiengang Technische Redaktion und multimediale Dokumentation an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen behandeln wir primär die einsprachige Fachkommunikation. In ihrer praktischen Realisierung besteht die Herausforderung für technische Redakteur/inn/e/n darin, zielgruppengerechte und medienadäquate Informationsprodukte zu erstellen, die sachlich, informativ und oft instruktiv sind. Hierbei muss es ihnen gelingen, Ausgangsdokumente (beispielsweise Dokumente aus Entwicklungsabteilungen) mit einem hohen Fachsprachlichkeitsgrad und einer starken Produktorientierung in Zieldokumente mit einem angemessenen Fachsprachlichkeitsniveau und einer Benutzer/innen/orientierung zu transformieren.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Zur Person:

    Prof. Dr. phil Thorsten Dick, geboren in Koblenz, wurde in seiner Forschungsarbeit „Fachlich kommunizieren mit sich selbst. Verständlichkeit und Optimierung von Recherchenotizen“ betreut durch Prof. Dr. Klaus Schubert (Erstprüfer) und Prof. Dr. Bettina Kluge (Zweitprüferin) vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim.

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17999 Wed, 11 Dec 2019 14:46:00 +0100 Sozialpsychologie: Psychologieprofessor Andreas Mojzisch in DFG-Fachkollegium gewählt https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/sozialpsychologie-psychologieprofessor-andreas-mojzisch-in-dfg-fachkollegium-gewaehlt/ Professor Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie wurde in das DFG-Fachkollegium Psychologie, Fach „Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie“, gewählt. In dem Gremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird der Hildesheimer Professor von 2020 bis 2023 mitwirken. Die insgesamt 49 Fachkollegien der DFG bestehen aus Forscherinnen und Forschern aus dem deutschen Wissenschaftssystem, die ihre Arbeit entweder in Sitzungen oder in einem schriftlichen Verfahren wahrnehmen. Die Fachkollegien bewerten die Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben. An der diesjährigen DFG-Fachkollegienwahl konnten rund 150 000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Insgesamt haben rund 53 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Wahl teilgenommen und ihre bis zu sechs Stimmen elektronisch auf 1659 Kandidierende verteilt. 

    Durch ihr Urteil gewährleisten die DFG-Fachkollegien die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Andreas Mojzisch ist der einzige Wissenschaftler aus Hildesheim, der in dieser Periode im DFG-Fachkollegium mitwirkt.

    Sozialpsychologie in Hildesheim

    Andreas Mojzisch forscht und lehrt seit 2011 als Professor für Sozialpsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Seine Froschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gruppenentscheidungen und Gruppenurteile, Arbeit und Gesundheit, soziale Identität und Stress sowie Social Neuroscience.

    In der Hildesheimer Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die sozialen Aspekte von Urteils- und Entscheidungsprozessen und wie Menschen unter verschiedenen sozialen Rahmenbedingungen in Gruppen diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. Darüber hinaus untersucht die Arbeitsgruppe zum Beispiel, wie ein Gemeinschaftsgefühl in belastenden Situationen als Stresspuffer helfen kann.

    Derzeit leitet Mojzisch unter anderem das DFG-Forschungsprojekt „Sozialer Einfluss und perzeptuelle Entscheidungen“, gemeinsam mit Markus Germar, sowie das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderte Projekt „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“.

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    Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen
    news-18040 Wed, 11 Dec 2019 07:20:00 +0100 Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/walter-kempowski-preis-fuer-biografische-literatur-des-landes-niedersachsen/ Der erste Preisträger des Walter Kempowski Preises für biografische Literatur ist Jochen Schimmang. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler hat den Schriftsteller während einer Feierstunde am Kulturcampus der Universität Hildesheim ausgezeichnet. Jochen Schimmang, geboren 1948 in Northeim, ist der erste Preisträger des Walter Kempowski Preises für biografische Literatur. Der Schriftsteller erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Niedersächsischen Literaturpreis 2019 während einer Feierstunde im Dezember am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

    Vizepräsident Professor Martin Schreiner hieß die Gäste herzlich in der Aula des Hohen Haus willkommen. Die ältesten Teile der Hildesheimer Burganlage wurden 1346 von Bischof Heinrich III. erbaut. Die denkmalgeschützte Burganlage wurde für den Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation saniert und erweitert. Die Domäne Marienburg ist auch Sitz des renommierten Literaturinstituts. Seit 20 Jahren wirkt der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ als ein erfolgreiches Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren.

    Der Walter Kempowski Preis für biografische Literatur wurde 2019 erstmalig vergeben. Er wechselt sich in zweijährigem Rhythmus mit dem zweiten Niedersächsischen Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis, ab. Der Preis kann für ein einzelnes Werk, aber auch für das bisherige Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors vergeben werden.

    Zur Jury des Preises gehören Kathrin Dittmer (Literaturhaus Hannover), Florian Isensee (Isensee Verlag), Dr. Tilmann Lahme (Leuphana Universität Lüneburg), Prof. Dr. Alexander Košenina (Leibniz Universität Hannover), Ulrike Sárkány (NDR Kultur), Prof. Dr. Annette Pehnt (Universität Hildesheim) und Anne von Bestenbostel (Buchhandlung von Bestenbostel).

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    Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen
    news-17942 Tue, 10 Dec 2019 09:21:00 +0100 Gleichstellungszukunftskonzept der Uni Hildesheim positiv evaluiert https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/gleichstellungszukunftskonzept-der-uni-hildesheim-positiv-evaluiert/ Im Professorinnenprogramm von Bund und Ländern wurde das Zukunftskonzept der Universität Hildesheim positiv evaluiert. Ein Ziel der Universität ist es, den Frauenanteil an Professorinnen zu erhöhen. Die Universität Hildesheim gehört zu den Hochschulen, deren Gleichstellungszukunftskonzept positiv evaluiert wurde. 15 niedersächsische Hochschulen, die sich mit ihren Zukunftskonzepten zur Gleichstellung um eine Förderung in der dritten Phase des Bund-Länder-Professorinnenprogramms beworben hatten, wurden in den ersten beiden Runden durch ein externes wissenschaftliches Expertinnen- und Expertengremium positiv bewertet. Bundesweit hatten sich 182 Hochschulen beworben, davon waren 139, also 76,4 Prozent, erfolgreich. „In Niedersachsen forschen und lehren herausragende Wissenschaftlerinnen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die ausgezeichneten Hochschulen – darunter die Universität Hildesheim – zeigen, „dass es sich lohnt, gemeinsam chancengerechte Strukturen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsbetrieb zu entwickeln“.

    Die Universität Hildesheim musste in dem bundesweiten Wettbewerb belegen, dass ergriffene Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. Im Zukunftskonzept heißt es: Auf Ebene der Personalstruktur hat die Universität sich zum Ziel gesetzt, langfristig auf allen Qualifikationsstufen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Um dies zu realisieren, gilt es kurz- und mittelfristig, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, den Frauenanteil an Nachwuchswissenschaftler_innen zu steigern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern (Themen sind diesbezüglich: Teilzeitarbeit, Befristung von Arbeitsverträgen, Höhe des Lehrdeputats) sowie Geschlechterstereotype abzubauen, um sich ausgeglichenen Frauen- und Männeranteilen in den einzelnen Studiengängen anzunähern.

    „In die Entwicklung des Gleichstellungszukunftskonzeptes haben zahlreiche  Mitglieder der Universität viel Arbeit investiert. Viele haben sich mit großem Engagement beteiligt und so zu dem Erfolg beigetragen“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim.

    Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln

    Die Universität Hildesheim hat nun die Möglichkeit, für bis Ende 2020 neu berufene Professorinnen eine anteilige Finanzierung in Höhe von bis zu 123.000 Euro pro Professorin jährlich für fünf Jahre zu erhalten (insgesamt 1 230 000 Euro). Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität wiederum Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.

    „Jetzt haben wir die Chance, zwei Regelprofessuren geltend zu machen. Wir müssen nun Professorinnen in Bewerbungsverfahren berufen, um vom Bund eine 50%-Ko-Finanzierung zu erhalten. Mit den frei werdenden Mitteln sowie zusätzlichen Mitteln des Landes sollen bereits etablierte Personalentwicklungsmaßnahmen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses fortgesetzt und neue Maßnahmen auch zum Themenfeld Digitalisierung initiiert werden. Wir möchten zum Beispiel auch das ProKarriere-Mentoring für Studentinnen und Absolventinnen fortführen, um sie in ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten und zu einer wissenschaftlichen Karriere ermutigen“, so Silvia Lange.

    Auch in den vorigen Phasen des Professorinnenprogramms war die Universität Hildesheim erfolgreich

    Bereits in den beiden vorangegangen Phasen des Professorinnenprogramms 2007 bis 2012 sowie 2012 bis 2017 war die Universität Hildesheim erfolgreich mit zunächst zwei und dann drei Professuren.

    Aktuell (Stand 01.12.2017) sind an niedersächsischen Hochschulen 25,8 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt (bundesweit: 24,1 Prozent). Der Frauenanteil an den Professuren an der Universität Hildesheim ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich von 32% 2007 auf 41% Ende 2018 erhöht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.

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    Fachbereich 1 Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
    news-17945 Thu, 05 Dec 2019 08:31:00 +0100 Geographie: Hildesheimer Bodenkonferenz https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/geographie-hildesheimer-bodenkonferenz/ Ein Forschungsteam um Professor Martin Sauerwein vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim hat sich auf Bodenkunde spezialisiert und befasst sich mit dem Schutz der Böden und dem Umgang mit Böden bei Planungs- und Baumaßnahmen. Während der 5. Hildesheimer Bodenkonferenz am Tag des Bodens widmen sich Fachleute der Flächeninanspruchnahme und der Beeinträchtigung der Böden in der Region Hildesheim. Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

    „Die dünne Haut unserer Erde“
    Mehr über die Forschung von Prof. Dr. Martin Sauwerwein
    lesen Sie im Interview im Universitätsjournal DIE RELATION (Seite 12)

    „Wir möchten mit unseren Bodenkonferenzen dazu beitragen, ein Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren, welchen Wert die Böden haben und was sie leisten“, so Professor Martin Sauerwein vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim. Die Hildesheimer Bodenkonferenz am Tag des Bodens widmet sich der Flächeninanspruchnahme und der Beeinträchtigung der Böden in der Region Hildesheim. In den beiden ersten Teilen der Veranstaltung sollen die Sachstände der beiden Energieleitungsvorhaben SuedLink und Wahle-Mecklar und ihre Auswirkungen auf die Böden als auch Belange betroffener Eigentümer und Landwirte dargestellt und auch weiter gehende Aspekte in Form einer Podiumsdiskussion erörtert werden.

    Im dritten Teil der Veranstaltung stellen sich regionale Engagements und Initiativen zum Bodenbewusstsein vor.
    Da sich zum Zeitpunkt der Konferenz diverse die Region tangierende Projekte in wichtigen Phasen befinden, bieten die offenen Situationen Chancen für Überlegungen für ein Bodenbewusstsein in der Region.

    Die Bodenkonferenz wird veranstaltet vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim, vom Bundesverband Boden e.V. und vom Landkreis Hildesheim. Die Veranstaltung ist öffentlich. Mehr Informationen finden Sie unter: www.uni-hildesheim.de/bodenbuendnis-hildesheim

    Die 5. Hildesheimer Bodenkonferenz findet am Donnerstag, 5. Dezember 2019, von 09:30 bis 16:30 Uhr im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim statt.

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    Fachbereich 4 Geographie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17969 Tue, 03 Dec 2019 21:37:00 +0100 Leseforscherin Prof. Irene Pieper im DLF-Interview zur PISA-Studie https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/leseforscherin-prof-irene-pieper-im-dlf-interview-zur-pisa-studie/ Die Lese- und Medienkompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler ist bei der PISA-Studie schlecht weggekommen, in einem Interview mit dem DEUTSCHLANDFUNK spricht Professorin Irene Pieper über die Lesekompetenz. Die Leseforscherin des Instituts für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim hat sich auf Leseforschung und Lesedidaktik spezialisiert. Deutschlandfunk
    Interview mit Prof. Dr. Irene Pieper
    3. Dezember 2019

    Die repräsentative PISA-Studie untersucht alle drei Jahre, wie gut Jugendliche zum Ende ihrer Pflichtschulzeit grundlegende Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in alltäglichen Situationen anwenden können. Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf der Lesekompetenz.

    Den Befund, dass jeder fünfte Jugendliche nicht einmal auf Grundschulniveau lesen kann, kommentiert Professorin Irene Pieper vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim im Interview mit dem DEUTSCHLANDFUNK: „Was sich hier verdichtet, ist ein Problem, das wir seit Längerem intensiv bearbeiten, aber noch nicht wirklich gelöst haben. Ich würde sagen, was insbesondere bedenklich stimmen muss, ist, dass der Anteil der sehr schwachen Leser so hoch ist, und da müssen wir einfach weiter arbeiten. Da gehen die Scheren auseinander.“

    Im DLF-Interview macht Irene Pieper deutlich, dass das Wissen darüber, wie man Lesen fördern kann durch die Schullaufbahn hinweg, von der Primarstufe angefangen über die Sekundarstufe eins bis möglicherweise dann zum Abitur, in großem Umfang vorhanden ist. „Es gibt aber Situationen in Schulen, wo man merkt, dass es trotz dieses Wissens an anderen Dingen fehlt.  Unter anderem fehlt es schlicht an den Lehrkräften, die kontinuierlich dafür sorgen können, dass im Deutschunterricht – und der ist  insbesondere gefordert, wenn auch nicht alleine – die Angelegenheiten vorangebracht werden können", so Pieper.

    Prof. Dr. Irene Pieper forscht seit vielen Jahren in den Bereichen Literarische Kompetenz und ihr Erwerb, Kommunikation im Literaturunterricht, Leseforschung und Lesedidaktik, Profession und Deutschunterricht und Lese- und Literarische Sozialisation.

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    Fachbereich 3 Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17927 Sun, 01 Dec 2019 09:35:00 +0100 Eröffnung des Graduiertenzentrums und Promotionsfeier https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/eroeffnung-des-graduiertenzentrum-und-promotionsfeier/ In dieser Woche hat die Universität Hildesheim das neue Graduiertenzentrum eröffnet. Das Graduiertenzentrum unterstützt die Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Universität Hildesheim durch ein breites Spektrum an Angeboten zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung. Zudem wurden während der Promotionsfeier 60 Personen, die ihre Promotion seit Herbst 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, feierlich gewürdigt. Die Angebote des Graduiertenzentrums zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung sind überfachlich ausgerichtet und orientieren sich an den Bedarfen der Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

    Die fächerübergreifende Serviceeinrichtung stellt unter anderem Informationen bereit, fördert den Austausch und macht Qualifizierungsangebote zu Themen wie zum Beispiel „Publikationsstrategien“, „Forschungsdatenmanagement“ oder „Forschungsethik und Forschungs-verantwortung“.

    „Das Graduiertenzentrum ist Teil der Minerva-Entwicklungsplanung der Universität. Wir freuen uns, dass wir mit dem Festakt unsere Arbeit aufnehmen können. Die Geschäftstelle des Zentrums wird Dr. Svea Korff inne haben. Das Zentrum sollte zum Ort und zur Plattform für die verschiedenen Gruppen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden. Mit dem Thema des Eröffnungsvortrages, der die vielfältigen Wege in die Wissenschaft fokussiert, wird auch an das Leithema „Diversität“ der Universität angeknüpft“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

    Anlässlich der Eröffnung des Graduiertenzentrums dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der Vizepräsidentin für ihren Einsatz. „Professorin Baader hat die Frage, wie wir mit der Graduiertenförderung umgehen, früh auf die Agenda ihrer Vizepräsidentschaft gesetzt. Das Graduiertenzentrum ist ein Bestandteil unserer Entwicklungsplanung. Diejenigen, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen, möchte ich ermuntern, an diesem Projekt der Universität teilzunehmen.“

    Den Festvortrag während der Feierstunde hielt Dr. Anja Franz vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg zum Thema „Viele Wege führen zum Ziel: Qualifizierung in und für die Wissenschaft“. Der Doktortitel ist beliebt in Deutschland, nirgendwo sonst außer in den USA werden mehr Doktortitel vergeben. Die Wissenschaftlerin sprach unter anderem über kritische Ereignisse in der Promotionszeit. Man muss nicht glauben, dass das alles reibungslos verläuft, die Schwierigkeiten reichen von Bearbeitungsproblemen über die Strukturierung – wie schaffe ich es, die Promotion in meinen Arbeitsprozess zu integrieren? – bis zu Betreuungsproblemen, so Franz. Sie machte zudem deutlich, dass auf dem Weg zur Professur „der Flaschenhals dünner wird“.

    Der Erziehungswissenschaftler Jonas Ringler  sprach über die „Perspektive der Promovierenden“ und die spezifischen Herausforderungen in der Promotionsphase. Er ist Mitglied der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Ein Beirat aus externen und internen Mitgliedern begleitet die Arbeit des Graduiertenzentrums. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation.

    Ihre Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums: Dr. Svea Korff 

    Wer Fragen zum Graduiertenzentrum hat, erreicht Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums. Dr. Svea Korff hat sich in Ihrer Doktorarbeit mit „Abbruchgedanken von strukturiert Promovierenden“ befasst, sie ist zudem Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim.

    Broschüre „Perspektive Promotion“ enthält Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim

    Zur Eröffnung des Zentrums erschien auch eine Broschüre „Perspektive Promotion“, die Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim enthält und bei Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) oder Markus Weißhaupt (markus.weisshaupt@uni-hildesheim.de) zu erhalten ist.

    Weitere Informationen über das Graduiertenzentrum

    Promotionsfeier: 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahr ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt

    Am gleichen Tag kamen etwa 110 Ehrengäste und Gäste während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim  zusammen. 60 Personen, die ihre Promotion zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt. Gleichzeitig geht ein herzlicher Dank an die Professorinnen und Professoren, die die Promotionen mit viel Engagement begleitet haben.

    In diesem Jahr richtete das Dekanat des Fachbereichs 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ die fachbereichsübergreifednde Promotionsfeier aus. Den Festvortrag hielt der renommierte Kognitionswissenschaftler und Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Prinz, der bis zu seiner Emeritierung Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig war. Er sprach zum Thema „Bewusstsein erklären – wie geht das?“.

    „Eine Promotion ist immer ein Highlight an einer Universität. Im Rahmen von Promotionen leisten die jungen Kolleginnen und Kollegen maßgebliche Beiträge zur Forschung in ihrem Fach. Eine Promotion stellt die Grundlage für eine wissenschaftliche Karriere dar. Auch außerhalb der Wissenschaft demonstriert ein Doktortitel, dass sich die betroffene Person intensiv mit einem Forschungsgegenstand auseinandergesetzt hat und hervorragend qualifiziert ist. Wir freuen uns über jeden, der die Phase der Promotion erfolgreich zu Ende gebracht hat und gratulieren im Namen der Universität“, sagt Professor Christina Bermeitinger, Dekan des Fachbereichs 1.

    „An dieser Stelle danke ich allen sehr herzlich, die unsere jetzt Promovierten begleitet haben, die sie wissenschaftlich inspiriert,motiviert, unterstützt und betreut haben; Dank geht auch an diejenigen, die mit den Prozessen der Promotionen hier an der Universität zu tun hatten und von dieser Seite aus – in den Dekanaten, den Promotionsausschüssen und eventuell an weiteren Stellen – Begleitung waren; und Dank geht an diejenigen, die Rückhalt gegeben haben, in welcher Form auch immer, und Forschung dadurch ermöglicht wurde“, so Prof. Christina Bermeitinger.

    Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen wurde in den Doktorarbeiten bearbeitet zum Beispiel:

    • „Konstruktion, Normierung und Validierung eines allgemeinen Entwicklungstests für Kinder unter 3 Jahren“
    • „Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen
    • „Gott und die Welt in Szene gesetzt. Idiote de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues“
    • „Prozessorientierte Visualisierung im Patent-Retrieval“
    • „Case-Factories: Maintenance Cockpit for distributed Case-baised Reasoning Systems“
    • „Developing Suastainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Apporaches and Software Support“
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    Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17944 Fri, 29 Nov 2019 10:01:00 +0100 Impulse geben: Neue Mitglieder im Stiftungsrat https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/impulse-geben-neue-mitglieder-im-stiftungsrat/ Als Stiftungsuniversität hat die Hildesheimer Universität mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement. Die Mitglieder des Stiftungsrates sind Impulsgeber und kritische Begleiter. Die Universität Hildesheim ist – neben den Universitäten Göttingen und Lüneburg, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Hochschule Osnabrück – eine Stiftungshochschule. 2003 wurden die fünf Hochschulen in die Trägerschaft öffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt. Niedersachsen schrieb damit Hochschulgeschichte. Seitdem haben die Stiftungshochschulen mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement.

    Die Hochschulleitung wird durch die Einrichtung des Stiftungsrates von Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur – vom Wirtschaftsunternehmer bis zur Hochschulrektorin – unterstützt. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind Impulsgeber und kritische Begleiter. Dr. Uwe Thomas und Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu sind bereits seit einigen Jahren Mitglieder des Stiftungsrates, neu im Amt sind Lavinia Francke, Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, Lars-Henner Santelmann, Prof. Dr. Werner Greve und Ulrich Dempwolf.

    Die Rolle des Stiftungsrats ist vergleichbar mit dem Aufsichtsrat in einem Wirtschaftsunternehmen. Zum Beispiel nimmt das Organ den Jahresabschluss inklusive der Wirtschaftsprüfung ab, berät das Präsidium, beschließt über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung und debattiert über die Ausschreibung und Ausrichtung von neuen Professuren.

    „Die Stiftung Universität Hildesheim hat sich sehr positiv entwickelt. Die Studierendenzahl ist explodiert, das Fächerangebot aktueller denn je. Und auch wenn sie aus den Nähten platzt, schafft sie es, Kurs zu halten. Das liegt an der klaren strategischen Ausrichtung entlang der Leitthemen Bildung, Kultur, Diversität und Digitalisierung und einem starken Zusammenhalt, ohne dass der kritische Diskurs zu kurz kommt. Für den Stiftungsrat bedeutet das Freude und gleichzeitig Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Thomas.

    Seit 2015 führt Dr. Uwe Thomas den Vorsitz im Stiftungsrat. Der gebürtige Heilbronner studierte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und lebt in Hildesheim. Von 1989 bis 2017 war Thomas in unterschiedlichen Positionen bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Vorsitzender des Bereichsvorstandes Automotive Aftermarket in Karlsruhe. Seit 2013 ist Thomas Vorsitzender des Aufsichtsrates der Robert Bosch AG in Wien.

    Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu ist seit 2004 Professorin für Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen, zudem war sie sieben Jahre Konrektorin für Internationalität und Diversität. Karakaşoğlu hat Turkologie, Politikwissenschaft und Germanistik in Hamburg und Ankara studiert. Dem Stiftungsrat gehört sie seit 2011 an.

    Lavinia Francke hat zunächst vielfältige Erfahrungen im Theatergeschäft, Kulturaustausch und Kulturmanagement gesammelt, etwa als Geschäftsführerin der Theaterformen in Hannover, und war neun Jahre in leitender Position in der Kulturstiftung des Bundes tätig. Seit 2015 ist die gebürtige Kölnerin, die in München Rechtswissenschaft und Theaterwissenschaft studierte, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen.

    Die Psychologin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber ist seit 2013 Rektorin der Universität Greifswald. Seit 2014 ist sie HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin und Gesundheitswissenschaften. Sie forscht und lehrt seit 1994 als Professorin für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie/Psychologische Diagnostik in Greifswald.

    Lars-Henner Santelmann ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services GmbH und verantwortet zudem den Vertrieb. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler begann seine Karriere bei der Volkswagen AG, weitere Stationen führten ihn etwa nach Verona in Italien.

    Der Psychologe Prof. Dr. Werner Greve ist seit 2001 Professor an der Universität Hildesheim. Sein Arbeitsgebiet ist die Entwicklungspsychologie, hier forscht er insbesondere zum Umgang mit belastenden oder kritischen Lebensereignissen. Aktuell arbeitet er unter anderem in dem interdisziplinären Projekt »Inklusion Denken und Gestalten«, das von der VolkswagenStiftung im Programm »Schlüsselthemen der Gesellschaft« gefördert wird. Er ist der Vertreter des Senats der Universität Hildesheim in dem siebenköpfigen Organ.

    Als Vertreter des Fachministeriums wirkt Ulrich Dempwolf, Leiter der Abteilung Hochschulen im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, im Stiftungsrat mit.

    Alle Mitglieder des Stiftungsrats sind ehrenamtlich tätig und zeichnen sich durch eine breite Expertise und ein hohes Engagement aus.
     

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    Pressemeldungen UNIintern
    news-17936 Wed, 27 Nov 2019 09:33:01 +0100 Interview mit Professor Wolf Schünemann über Hassrede im Internet https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/interview-mit-professor-wolf-schuenemann-ueber-hassrede-im-internet/ Prof. Dr. Wolf Schünemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Wissenschaftler Einblicke in seine aktuelle Forschung. NDR Fernsehen, 24.11.2019
    Hass gegen Politiker: Viele Abgeordnete betroffen
    Gespräch mit Prof. Dr. Wolf Schünemann, Universität Hildesheim

    Herr Professor Schünemann, in den letzten zwei Jahren haben Sie sich in einem Forschungsverbund mit der online geführten politischen Kommunikation auseinandergesetzt. Sie haben Facebook-Daten aus dem Bundestagswahlkampf 2017 analysiert. Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell?

    Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mehrerer Fachdisziplinen befasse ich mich nun in dem EU-Projekt „DeTACT“ mit der Detektion und möglichen Bekämpfung von Hassrede im Internet.

    Wer ist an diesem Projekt beteiligt?

    Die Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki hat maßgeblich die Partnerschaft zu den Computerlinguisten der Universität Antwerpen aufgebaut. Gleichzeitig ist die Computerlinguistik hier in Hildesheim beteiligt, Professor Ulrich Heid und Johannes Schäfer. Und von der politikwissenschaftlichen Seite sind Stefan Steiger und ich beteiligt.

    Was genau untersuchen Sie in dem EU-Projekt? Wie blickt die Politikwissenschaft auf Hasskommentare, auf diese Entwicklung in unserer Gesellschaft?

    Zunächst interessiert uns der politische Gegenstand: Bei Hasskommentaren, die sich gegen Politikerinnen und Politiker richten, haben wir einen besonderen Gegenstand zu fassen, der weitere Grenzen des Sagbaren zulässt als im privaten Bereich. Die Politikerinnen und Politiker bewegen sich als Personen öffentlichen Lebens in einem politischen Kampf. Da werden zum Teil aggressivere Statements gebracht, als wir sie gewohnt sind. Es werden Anfeindungen und Beleidigungen sichtbar, die von dem parteipolitischen Konflikt dann auch auf die Person abstrahlen. Die PolitikerInnen müssen sich also generell mehr gefallen lassen. Wir blicken in dem EU-Projekt auf diese politische Kommunikation. Da Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook untereinander diskutieren, mag da sehr viel andere Hassrede auffällig werden, dieser Herausforderung wollen wir in dem Projekt begegnen. Im Rahmen des EU-Projekts sollen Personen geschult werden, die bereit sind, in solchen Online-Foren aufzustehen und zu sagen: Das überschreitet eine Grenze, diese Hassrede geht zu weit, und eine Gegenrede entwickeln. Als Politikwissenschaftler sind wir an der Vorbereitung dieser Schulungsmaterialien beteiligt: Was ist eigentlich die politische Rede? Was ist schädliche Sprache im politischem Diskurs? Und wie sind die gesetzlichen Regelungen, was ist in Deutschland verboten und was ist in anderen Ländern verboten? Insgesamt betrachten wir sechs Länder der Europäischen Union – die Niederlande, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, Deutschland und Belgien – in einer vergleichenden Analyse dessen, was an Internetinhalten erlaubt ist und was nicht.

    Wie ist der Hass gegenüber Politikerinnen und Politikern zu erklären?

    Jedenfalls nicht durch das Netz. Das wäre zu einfach, die Verantwortung an dieser Entwicklung bei strukturellen Veränderungen politischer Kommunikation zu suchen. Ohne eine über lange Zeit angewachsene, undifferenzierte Politik- und Politikerverdrossenheit wäre der Hass aus meiner Sicht nicht zu erklären. Durch die direktere Netzkommunikation gehen die PolitikerInnen diesbezüglich ein höheres Risiko ein. Und der Hass wird für ein größeres Publikum sichtbar.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Kurz erklärt:

    Data Science Lab

    Das Data Science Lab ist ein Labor für datenwissenschaftliche Studien an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bearbeiten hier große Datenbestände digitaler Kommunikation (Metadaten und Inhaltsdaten). Das Labor am Uni-Hauptcampus kann für Forschungsprojekte, Workshops und die Lehre in Kleingruppen eingesetzt werden. Es steht Forschenden des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften und weiteren Fachdisziplinen nach Absprache und Anmeldung offen. Ansprechpartner sind Prof Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) und Stefan Steiger (stefan.steiger@uni-hildesheim.de).

    „Wir analysieren hier große Datenmengen, man kann etwa bei der Auswertung von Kommunikation auf Facebook qualitativ einiges lesen, aber man kann nicht alles lesen. Wenn man große Datenbestände hat, in unserem Projekt zum Bundestagswahlkampf waren das 2,9 Millionen Beiträge, dann ist es nicht mehr möglich, das alles zu lesen. Dann helfen uns die Computer dabei, die Daten korpuslinguistisch aufzubereiten und trotzdem einen qualitativen Eindruck der Debattenlage zu bekommen. Bei der strukturierten Analyse großer Datenbestände helfen uns diese rechnergestützten Verfahren enorm“, sagt Stefan Steiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Data Science Lab.

    In dem EU-Projekt analysiert der Politikwissenschaftler die Regulationsbestrebungen für die Online-Kommunikation in sechs Mitgliedstaaten und was diese zur Bekämpfung von Hassrede im Netz legislativ verabschiedet haben, um dann auch die „Upstanders“, die Menschen, die in dem EU-Projekt geschult werden, um Hassrede aktiv zu begegnen, zu informieren. Die technische Aufbereitung der Daten im DeTACT-Projekt erfolgt in Antwerpen.

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    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-17933 Tue, 26 Nov 2019 11:19:24 +0100 Weihnachtsvorlesung von Professorin Maren Bienert: „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/weihnachtsvorlesung-von-professorin-maren-bienert-humbug-von-den-geistern-der-weihnacht/ Die Theologin Professorin Maren Bienert spricht in der Weihnachtsvorlesung der Universität Hildesheim am Mittwoch, 4. Dezember 2019, über die „Geister der Weihnacht“. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Professorin lädt zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. In der Vorlesung lädt die Theologin zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. Im Mittelpunkt steht dabei das Nachdenken über die Fragen, wie die weihnachtliche Botschaft aufgenommen wurde und wird und wie damit Wesen und Verwandlung des Menschen angesprochen werden, wie zum Beispiel bei Charles Dickens‘ kaltherzigem Ebenezer Scrooge, der Weihnachten zunächst für ausgemachten „Humbug“ hält.

    Der Vortrag von Prof. Dr. Maren Bienert zum Thema „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ beginnt am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18:00 Uhr in der Aula im Hohes Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

    Maren Bienert forscht und lehrt seit 2014 in Hildesheim. In ihren Seminaren und Vorlesungen vermittelt die Professorin für Evangelische Theologie vor allem Grundlagen der Dogmatik, Ethik und Theologiegeschichte. Dazu gehören Themen wie Schrifttheologie, sozialphilosophische Grundfragen (etwa: „Was ist das eigentlich, das schöne Leben?“), Debatten um die Themen Ehe, Familie und Sexualität oder Fragen wie „Was ist Freiheit?“. In ihrer Forschung widmet sie sich unter anderem den Auferstehungsdeutungen der lutherischen Theologie im Kontext der beiden Weltkriege.

    Im Anschluss an den Vortrag findet eine Buchpräsentation des Universitätsverlags („Nachdenken über Spiritualität. Warten - Entscheiden – Suchen", herausgegeben von Prof. Dr. Werner Greve und Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) sowie ein kleiner Empfang der Universitätsgesellschaft Hildesheim statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim bittet indes um Spenden für das „Weihnachtsstipendium“, einer Variante des Deutschlandstipendiums mit dem gute Studierende unterstützt werden, die unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen ihr Studium bestreiten müssen.

    Bei Fragen kann man sich an Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraising wenden (Telefon 05121 883 90130, E-Mail markus.langer@uni-hildesheim.de).

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    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-17943 Tue, 26 Nov 2019 08:53:00 +0100 Tagung: Menschliche Freiheit und Erbsündenlehre https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/tagung-menschliche-freiheit-und-erbsuendenlehre/ „Erlösung“, „Rettung“ und „Befreiung“ sind wichtige Begriffe in der christlichen Religion. Dabei stellt sich die Frage, ob denn alle Menschen erlöst, gerettet oder befreit werden müssen? Darauf versucht die auf Augustinus zurückgehende „Erbsündenlehre“ eine Antwort zu geben, mit der sich eine internationale Tagung beschäftigt hat. Die Konferenz wurde vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim und vom Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ausgerichtet. Veranstalter der Tagung waren Prof. Dr. René Dausner (Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt). Die Ausrichtung der Tagung förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

    Die Erbsündenlehre wurde auf dem Konzil von Trient im Ur-/Erbsündendekret (17.6.1546) dogmatisiert und steht im Zentrum der christlichen Erlösungslehre. „Allerdings hat sich das Erbsündenkonstrukt in der Geschichte der Kirche mitunter äußerst verhängnisvoll ausgewirkt, vom Zwang der Kindertaufe bis hin zu einer extrem verkrampften Einstellung zur Sexualität, wurde doch im Zeugungsakt lange Zeit die Vererbung der sogenannten ,Erbsünde‘ verortet“, erklärt Böttigheimer. Vor dem Hintergrund des heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes sei eine solche biologistische Lehre nicht mehr haltbar, ebenso wenig wie der im Deutschen verwendete Begriff der „Erbsünde“. In anderen Sprachen sei darum auch von einer Original- oder Ursünde die Rede.

    Problematisch ist aber nicht nur die Begrifflichkeit oder die geschichtliche Wirkung der Erbsündenlehre, vielmehr wurde auf der Tagung zunächst auf die Widersprüchlichkeiten, die dem Erbsündenkonstrukt selbst innewohnen, hingewiesen. Wenn die Vorstellung von Sünde immer schon Freiheit voraussetzt, wie kann dann ein Mensch für eine Sündentat eines anderen Menschen verantwortlich gemacht werden? Diese Grundproblematik führt zu einer weitgehenden Unverständlichkeit der Lehre von einer Originalsünde. In den einzelnen Vorträgen wurde daher wiederholt hervorgehoben, dass die Lehre von einer Ursünde in Spannung stehe zu einem aufgeklärten Freiheitsverständnis, zumal wenn dieses vom Gedanken der Autonomie geleitet wird. Vor diesem Hintergrund stand die Frage im Raum, ob diese Lehre gänzlich aufzugeben sei oder wie sie andernfalls so zu verändern wäre, dass sowohl ihrer Widersprüchlichkeit als auch Unverständlichkeit überwunden werden kann. Dies führte zu einem intensiven Austausch über das theologische Verständnis menschlicher Freiheit.

    Für die Verstehbarkeit der Lehre von der Original-/Ursünde wurde in einer globalisierten Welt der im 20. Jahrhundert aufgekommene Begriff der „strukturellen Sünde“ herausgearbeitet. Dieser Begriff stammt aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und markiert die Dominanz von Herrschafts- und Unrechtssystemen, in die der einzelne Mensch hineingeboren wird. Das, was mit der Ur-/Originalsünde angesprochen wird, nämlich, dass alle Menschen sündigen und schuldig werden, führt dazu, dass sich kein Mensch über einen anderen erheben darf. Diese egalisierende Wirkung der Lehre von der Original-/Ursünde wurde auf der Tagung mehrfach betont.

    „Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darin, dass eine sündenfixierte Erlösungslehre, wie sie in der Vergangenheit vorherrschte, nicht länger aufrechterhalten werden kann und darf; als konkrete Lösungsmöglichkeiten wurde etwa vorgeschlagen, in der Verkündigung nicht länger die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen zu betonen, sondern eher von einer sehr viel umfassenderen Heilsbedürftigkeit des Menschen auszugehen“, schildert Böttigheimer. Dadurch werde deutlich, dass der Mensch auf Sehnsucht nach Heil ausgerichtet sei und des „Ganzseinkönnens“ bedürfe.

    Die einzelnen Vorträge werden nun für eine Veröffentlichung weiter ausgearbeitet. Indes habe sich schon auf der Tagung gezeigt, dass die gegenwärtige Kirchenkrise letztlich von einer Krise ihres Glaubens herrühre: „Angesichts der Folgen europäischer Aufklärung sowie der Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften ist die entscheidende Frage nicht das Wie des Glaubens, sondern das Was. Bestimmte Glaubensinhalte werden heute zunehmend problematisch, was innerhalb der Kirche bislang allerdings kaum, wenn überhaupt, angesprochen wird“, so Böttigheimer.

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    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
    news-17897 Mon, 25 Nov 2019 09:22:00 +0100 Experiment in Hildesheim – Woyzeck auf der Bühne in drei Sprachen: Inklusives Theater https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/experiment-in-hildesheim-woyzeck-auf-der-buehne-in-drei-sprachen-inklusives-theater/ Das Theaterhaus Hildesheim und die Universität Hildesheim erstellen momentan die Theaterinszenierung „WOY“. Das Stück in Hildesheim wird in drei Sprachen aufgeführt: in Deutscher Gebärdensprache, in Schriftsprache und Lautsprache. Die Erstaufführung des Theaterstücks ist am Samstag, 30. November 2019. Das Theaterhaus Hildesheim und die Universität Hildesheim erstellen momentan die Theaterinszenierung „WOY“, einer inklusiven Interpretation des „Woyzeck“ von Georg Büchner. Das Drama „Woyzeck“ ist ein literarisches Fragment, eine unvollständige Erzählung über einen Mann namens Franz Woyzeck. Er wird von einem Arzt für Experimente ausgenutzt, wird mit der Zeit wahnsinnig und bringt schließlich seine Freundin Marie, Mutter eines Säuglings, um, wofür er am Ende geköpft wird. Auf der Metaebene geht es darum, wie sehr ein Mensch die Kontrolle über sein Leben besitzt oder von seiner „Natur“ gelenkt wird. Verantwortlich für die Fassung und das Konzept sind die Regisseurin Manuela Hörr sowie die Dramaturgin und Co-Regisseurin Nicola Bongard.

    Das Stück in Hildesheim wird in drei Sprachen aufgeführt: in Deutscher Gebärdensprache, in Schriftsprache und Lautsprache. Damit können Menschen mit und ohne Hörschädigung das Stück gleichermaßen verfolgen. Aber auch auf der Bühne ist mit dem gehörlosen Jörg Apel als einem der zwei Schauspieler des Woyzeck und hörenden Schauspieler*innen ein diverses Ensemble vertreten.

    Nicht nur die Aufführungen, auch die Kommunikation während der Proben findet mit Gebärdensprachdolmetscherinnen statt.

    Studentinnen und Studenten aus dem Bereich Medienübersetzen produzieren Übertitel

    Der schriftliche Teil bei „WOY“ wird von Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs „Medientext und Medienübersetzung“ in Form von Übertiteln umgesetzt, die Textfassung in Teilen auf die Bühne holen. Diese Übertitel erstellen die Studierenden parallel zu den Proben im Seminar „Inklusives Theater“, das Nathalie Mälzer, Professorin an der Universität Hildesheim, gemeinsam mit Jeffrey Döring leitet.

    Die Übertitel sind ebenso wie die Gebärden und der gesprochene Text gleichwertiger Bestandteil der Inszenierung. Das Team um Professorin Mälzer arbeitet seit mehreren Jahren daran, Übertitel im theatralen Bühnenraum ästhetisch, lesbar und verständlich zu platzieren.

    Ins Bühnenbild integrierte und stets bewegliche Übertitel sichern das Verständnis

    „Die ins Bühnenbild integrierten, stets beweglichen Übertitel sind der gemeinsame Nenner für alle Zuschauer*innen des Stücks: sie sichern das Verständnis für hörende, schwerhörige und gehörlose Menschen, indem sie abwechselnd aus der Lautsprache und aus der Gebärdensprache übersetzen. Damit die Übertitel im Bühnenbild stets gut wahrnehmbar bleiben, muss in jeder Szene auf das genaue Timing, den Ort der Projektion und die Lichtverhältnisse geachtet werden. Während etwa die Gebärden gut ausgeleuchtet sein müssen, verblassen Übertitel bei zu viel Licht. Hier ist höchste Präzisionsarbeit bei der Einrichtung und beim Fahren der Übertitel gefordert: von den Übertitler*innen, aber auch von der Lichttechnik und von den Schauspieler*innen, die mit den Übertiteln interagieren“, sagt Professorin Nathalie Mälzer.

    Die Erstaufführung findet am Samstag, 30. November 2019, um 20 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind am 1., 2. und 3. Dezember 2019, jeweils um 19 Uhr. Außerdem wird WOY im März 2020 im LOT in Braunschweig gezeigt. Die Stiftung Niedersachsen fördert die Kooperation von Theaterhaus und Universität Hildesheim zur Erstellung und Durchführung des inklusiven Theaterstücks WOY.

    Kurz erklärt:

    Inklusives Theater: Forschung zu Übertiteln in Theaterhäusern

    Ein Team um Professorin Nathalie Mälzer entwickelt seit 2015 Übertitel für Theaterstücke. Im Medientextlabor der Universität Hildesheim produzieren Hildesheimer Studentinnen und Studenten des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzen“ Texte für den Bühnenraum. Die Ergebnisse der Hildesheimer Forschung sind für Theaterhäuser in Deutschland relevant.

    In Deutschland gibt es zwar einige Theater- und Opernhäuser, die bei fremdsprachlichen Inszenierungen Übertitel in anderen Sprachen anbieten. Oben über der Bühne befindet sich dann oft eine dezente LED-Leiste, über die Texte dargestellt werden. Aber in der deutschen Bühnenlandschaft findet man so gut wie keine Übertitel für Menschen mit Hörbehinderung, sagt Professorin Nathalie Mälzer. Die Professorin für Übersetzungswissenschaft entwickelte bereits in der Vergangenheit mit Studentinnen und Studenten und Kooperationspartnern Übertitel für Theaterstücke, die sich an Gehörlose, Schwerhörige und Hörende richten.

    In den Projekten kommt als kommunikatives Element der „Übertitel“ zum Einsatz: Worte werden im gesamten Bühnenraum projiziert. Statt Text in eine dezente LED-Leiste zu setzen werden die Übertitel Teil des Bühnenbildes. Die Hildesheimer Übertitel sind auf den Bühnen keine Fremdkörper, sie sind Teil des Bühnenbildes, manche Texte füllen den ganzen Bühnenraum aus. Die ganze Theaterbühne wird zu einer Projektionsfläche, die Übertitel haben nicht bloß die Funktion, dass die Zuschauer mit einer Hörbehinderung den Inhalt verstehen. Sondern die Übertitel sind auch als ästhetisches Element in den Bühnenraum eingebunden.

    Professorin Nathalie Mälzer untersucht in Rezeptionsstudien, wie die Übertitel beim hörenden und nicht hörenden Publikum ankommen. Inwiefern stoßen die Hildesheimer Übertitelungskonzepte bei Jugendlichen und Erwachsenen auf Akzeptanz, verstehen gehörlose Jugendliche und Erwachsene das Theaterstück besser?

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    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-17896 Wed, 20 Nov 2019 07:42:00 +0100 App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien https://www.uni-hildesheim.de/en/neuigkeiten/app-zur-staerkung-der-rechte-von-jungen-menschen-in-pflegefamilien/ Eine neu entwickelte App für junge Menschen in Pflegefamilien soll dabei helfen, die Beteiligungs-, Schutz- und Beschwerderechte von jungen Menschen in Pflegefamilien zu stärken. Entwickelt wurde die App im Verbundprojekt FosterCare am Universitätsklinikum Ulm, der Hochschule Landshut und der Universität Hildesheim. Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlicht das Verbundprojekt FosterCare eine App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien.

    Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2019 setzt eine neue App die Stärkung der Kinder- und Jugendrechte im Bereich der Pflegekinderhilfe ganz oben auf die Agenda. Die schwerwiegenden Fälle von Kindesmissbrauch in einer Pflegestelle auf einem Campingplatz in Lügde machen offenkundig, dass die App des Verbundprojekts FosterCare genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Die App ist eine Möglichkeit junge Menschen in Pflegefamilien zu informieren und ihnen ein Kontaktangebot zu machen. Erfahrungen in anderen Projekten zeigen, dass es hierbei neuer Wege bedarf, um die jungen Menschen vor allem in möglichen belastenden Situationen zu erreichen. Mithilfe der App können sie Infos erhalten und über eine Messenger-Funktion mit den Projektmitarbeiter*innen in Kontakt treten und über ihre Erfahrungen berichten. Bei Bedarf werden die Betroffenen an Beratungsstellen vermittelt. Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende 2020 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ gefördert.

    Die App ergänzt das bereits vom Projekt bereitgestellte niederschwellige Angebot der bundesweiten FosterCare-Hotline unter der Nummer 0800 98 00 200. Hier können junge Menschen in Pflegefamilien bereits kostenfrei ihre Erfahrungen und Vorstellungen mitteilen, was eine gute Pflegefamilie ausmacht und was ihre Schutz-, Beteiligungs- und Beschwerderechte stärken kann. Mithilfe der verschiedenen Zugänge will der Forschungsverbund Erfahrungen, Sichtweisen und Wünsche der jungen Menschen sammeln und auswerten, um anschließend herauszuarbeiten, welche Schutzkonzepte im Bereich des Pflegekinderhilfe benötigt werden.

    Bislang sind mögliche Risiken für junge Menschen in Pflegefamilien wenig erforscht. In der Praxis finden sich bislang nur Einzelmaßnahmen für einen besseren Schutz, aber keine aufeinander abgestimmten Konzepte oder Verfahren für alle Akteur*innen in der Infrastruktur der Pflegekinderhilfe. Mit dem Verbundprojekt FosterCare soll dazu beigetragen werden diese Lücken zu schließen. Auf Basis der Erfahrungen junger Menschen sowie von Pflege- und Herkunftsfamilien und Fachkräften werden feldspezifische Schutzkonzepte für die Pflegekinderhilfe entwickelt. Am Universitätsklinikum Ulm, der Universität Hildesheim und der Hochschule Landshut werden darum auch Praxisrecherchen und Gruppendiskussionen mit allen Akteur*innen durchgeführt. Vor dem Hintergrund aller Ergebnisse werden schließlich mit fachpolitisch relevanten Schlüsselpersonen Handlungsempfehlungen erarbeitet. 

    Im Jubiläumsjahr der UN-Kinderrechtskonvention leistet das Verbundprojekt FosterCare einen notwendigen Beitrag zur Stärkung persönlicher Rechte junger Menschen in der Pflegekinderhilfe durch Schutzkonzepte. Die UN-Kinderrechtskonvention stattet alle jungen Menschen mit Rechten zur Aufklärung, Information und Transparenz in allen Angelegenheiten aus, die sie betreffen. Ihnen werden auch Möglichkeiten zur Beschwerde sowie Mitsprache bei behördlichen Vorgängen garantiert. Die Stärkung dieser Kinderrechten in der Pflegekinderhilfe gehört darum endlich auf