Zukunftstag

Thursday, 14. April 2011 um 06:00 Uhr

Große Nachfrage: Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen – bundesweit als Girls` Day und Boys` Day bekannt – fand am 14. April 2011 an der Stiftung Universität Hildesheim statt. Die Hochschule öffnete ihre Türen für 122 Schülerinnen und Schüler.

52 Jungen und 70 Mädchen erkundeten die Stiftungsuniversität. „Unser Ziel ist es, Jungen und Mädchen an geschlechtsuntypische Berufsfelder heranzuführen und ihnen so erste eigene Erfahrungen zu ermöglichen“, verdeutlichen Christina Scheele und Sabine Hastedt, die zuständigen Koordinatorinnen aus dem Gleichstellungsbüro der Universität. Nach der Begrüßung durch die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange informierte Anna-Elise Weiß, Zentrale Studienberatung, über das Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Anschließend begann die Workshop-Phase. 

Mädchen hatten im Rahmen des Zukunftstags die Möglichkeit, Studienfelder kennenzulernen, in denen Frauen bislang weniger häufig vertreten sind. Entsprechend richteten sich vor allem Angebote aus dem Bereich der Naturwissenschaften und Technik an die Schülerinnen. Praxisnah lernten die Teilnehmerinnen an verschiedenen Experimentierstationen physikalische Grundlagen kennen oder wurden selbst zu Umweltwissenschaftlerinnen, indem sie die Schadstoffbelastung der Umgebung messen. In den Workshops aus dem Bereich Mathematik lernten die Schülerinnen, dass auch die Welt der Zahlen mit unterschiedlichen Sinnen erfahrbar gemacht werden kann: Alles drehte sich um die Frage „Wie kommt die Zahl in den Kopf?“ 

Bestückt mit Schraubenziehern galt es bei einem weiteren Angebot, das Innenleben eines Computers zu erkunden und einfache Computerspiele selbst zu programmieren. „Dass wir den Computer auseinander gebaut haben, war besonders spannend", betonten mehrere Siebt- und Acht-Klässlerinnen im Workshop Berufsfeld IT-Technik einstimmig und fügten hinzu: „Man hat beim Zukunftstag einen Einblick in den Alltag einer Uni bekommen und konnte ein Teil davon sein. Die Workshopleiter waren sehr freundlich und kompetent. Mal einen Computer auseinander zu nehmen und herauszufinden, ob das ein passendes Berufsfeld für einen wäre, das war hilfreich."

Jungen schnupperten in Berufsfelder hinein, in denen Männer unterrepräsentiert sind. So bekamen sie zum Beispiel Einblicke in das Lehramtsstudium. In der Lernwerkstatt experimentierten die Schüler zu verschiedenen Themen des Sachunterrichts. Studenten berichteten aus dem Studienalltag und erläuterten, welche Chancen der Grundschullehrerberuf jungen Männern bietet. Außerdem waren zwei Angebote im Kunstbereich gefragt: eine Einführung in das Tiefdruckverfahren auf der Domäne Marienburg und ein Workshop zum Thema ‚Mensch-Bild-Kunst’.

„Besonders gut kamen die praktischen Erfahrungen in einzelnen Studienfächern an. Beliebt waren die Experimente des Sachunterrichts, die die Schüler selbstständig im Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht durchführen konnten", erzählt Hastedt und ergänzt: „Auch das Drucken in der Druckwerkstatt auf der Domäne machte vielen Schülern große Freude. Im Workshop ‚Mensch-Bild-Kunst’ konnten die Schüler in kleinen Arbeitsgruppen eng mit Studierenden zusammenarbeiten und lernten so einen Seminarcharakter kennen." Im Workshop zur Pädagogischen Psychologie erarbeiteten die Schüler anhand von Filmbeispielen Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen und erfuhren mehr über dieses Thema im Zusammenhang mit Schule und Lehramt. Wie kann man mit verhaltensauffälligen Kindern in der Schulklasse umgehen? Wie funktioniert gemeinsames Lernen?

„Das Interesse bei den Mädchen und Jungen und auch den Eltern war sehr groß, wir hatten bereits vor Anmeldungsbeginn viele Anfragen, alle Plätze waren ausgebucht!“, so die Koordinatorinnen. „Nach einem gelungenen Auftakt freuen wir uns auf den Zukunftstag für Jungen und Mädchen im nächsten Jahr!", betonen Hastedt und Scheele.

Der Girls’ Day wurde vom Gleichstellungsbüro organisiert und der Boys’ Day von dem dazugehörigen Projekt ‚Männer und Grundschullehramt’.