Verleihung der Ehrendoktorwürde

Tuesday, 21. December 2010 um 08:00 Uhr

Karl Starkebaum, der frühere Rektor der Ochtersumer Renataschule, darf ab sofort den Titel eines Ehrendoktors im Fach Englische Sprachwissenschaft führen. Im Rahmen einer akademischen Feierstunde überreichte die Stiftungsuniversität dem Pädagogen die Urkunde.

„Ich bin mir der Bedeutung dieses Augenblicks wohl bewusst, persönlich tief bewegt und tief zufrieden über die Art und Weise des Zustandekommens dieser Ehrung“, sagte Dr. phil. h.c. Karl Starkebaum nach der Verleihung. Universitätspräsident Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich lobte: „Er hat in hervorragender Weise Theorie und Praxis verbunden und sich in besonderer Weise um die Universität verdient gemacht.“

Am Institut für Englische Sprache und Literatur lehrt Karl Starkebaum seit 1972; neben seiner Tätigkeit als Lehrer, Landesfachmoderator und später Realschulrektor. Angefangen hat seine Lehrerlaufbahn 1972 als Referendar an der Hildesheimer Robert-Bosch-Gesamtschule. „Wir wollten eine neue Schule aufbauen. Wir hatten keine Vorschriften, keine Vorbilder, keine passenden Englischbücher, keine Erfahrung, aber eine Utopie, dazu Lust und Bereitschaft zum Engagement“, erzählte der Ehrendoktor während der Feierstunde auf dem Bühler-Campus. Von 1991 bis 1993 war Starkebaum Rektor an der Lessing-Realschule in Wolfenbüttel, von 1993 bis 2006 leitete er die Renataschule.

Dr. Dieter Krohn von der Philosophisch-Politischen Akademie in Bonn hob in seiner Laudatio die zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen Karl Starkebaums und dessen exzellente Kenntnis im Bereich der Fremdsprachendidaktik hervor. Darüber hinaus würdigte Krohn Starkebaums Engagement als Vertreter Niedersachsens in der Kultusministerkonferenz bei der Erarbeitung von Bildungsstandards im Fach Englisch sowie als Leiter der Kommissionen, die die niedersächsischen Kern-Lehrpläne und die zentralen mündlichen und schriftlichen Abschlussprüfungen entwickeln.

„Ich wollte Erkenntnisse aus der Wissenschaft auf die Schule übertragen“, hielt Starkebaum in einem Rückblick auf seine 38 Berufsjahre fest. „Für die berufliche Entwicklung brauchen unsere Referendare zehn Jahre, dazu Vielfalt, inspirierende Mentorinnen und Mentoren, Experimentierfelder, Freiheiten, das Recht Fehler zu machen und den Mut zum eigenen Weg“, unterstrich der Pädagoge. Professor Dr. Friedrich Lenz, Dekan des Fachbereichs 3, Sprach- und Informationswissenschaften, fasste während der Urkundenübergabe zusammen: „An der Stiftung Universität Hildesheim hat Karl Starkebaum sich insbesondere für die Verzahnung von Theorie und Praxis eingesetzt, unter anderem für das Fachpraktikum – die Verbindung von schulischer Praxis und universitärer Lehre.“
Statt freundlich zugedachter Bücher oder Blumen hatte Starkebaum um eine Spende für den Sozialfonds der Stiftungsuniversität gebeten. 900,00 € wurden verbucht – ein Beispiel, das Schule machen sollte.