Uni und Schule vereinbaren Sportkooperation

Wednesday, 04. August 2004 um 00:00 Uhr

Neues Projekt des Sportinstituts mit der Offnen Ganztagsschule Sarstedt

Das Institut für Sportwissenschaft (IfS) der Universität Hildesheim und die Offene Ganztagsschule Sarstedt (OGS) arbeiten ab sofort enger zusammen. Lehramtsstudierende haben so die Chance, unbürokratisch praktische Erfahrungen im Sportunterricht zu sammeln oder zu vertiefen, während die Sportkollegen der OGS von den Möglichkeiten des IfS profitieren können.

Die Idee zu dem neuartigen Projekt hatte Thomas Vahldiek, Fachbereichsleiter Sport der OGS und Lehrbeauftragter am Sportinstitut. Der Grundgedanke ist, Lehramtsstudierende schon während des Studiums stärker in das Alltagsleben der Schule mit einzubeziehen. Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts, Peter Flemming, arbeitete er ein Konzept aus, das mit der jetzigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch den Präsidenten der Universität Hildesheim offiziell an den Start geht.

Den ca. 350 Sportstudenten wird nun ermöglicht, nach eigenem Ermessen im Unterricht der OGS zu hospitieren oder praktische Studien zu betreiben. Nach einer kurzen telefonischen Anmeldung kann es losgehen. Damit die Studenten wissen, welcher Unterrichtstoff wann gegeben wird, teilen Vahldiek und seine Sportkollegen ihre Unterrichtspläne der Uni mit. Die Sportdozenten reagieren ihrerseits und fördern die Verknüpfung von Theorie und Schulpraxis in einzelnen Themenbereichen ihrer Seminare. "So können zum Beispiel die Vermittlungsmodelle des Korblegers beim Basketball praktisch im Unterricht ausprobiert werden", erklärt Vahldiek und Flemming fügt hinzu: "Auch Erkenntnisse der Sporttheorie finden so ein Fundament für eine überprüfung".

Der zum Wintersemester 2004/05 anstehenden änderung des bisherigen Lehramtsstudiums in den Bachelor/Master-Studiengang kommt eine weitere Möglichkeit der Praxisverknüpfung sicher zu Gute. Die Studenten sollen aber mehr als nur am Unterricht teilnehmen. Nach Vorstellung der beiden Initiatoren können sie Ausflüge, Klassenfahrten und Erlebnistage begleiten, Bundesjugendspiele, Spielturniere und alternative Sportfeste organisieren und sogar AGs an der Schule anbieten. Berührungsängste und "Praxisschock" werden abgebaut oder vermieden, und es besteht frühzeitig die Möglichkeit, die eigene Berufswahl zu überprüfen.

Von dieser neuen Zusammenarbeit profitieren nicht nur die Studenten. Den Sportlehrern steht frei, unbürokratisch und flexibel an Seminaren des Sportinstituts teilzunehmen. "Zum Beispiel wenn Trendsportarten oder neueste Erkenntnisse zum Sport mit Jugendlichen vorgestellt werden oder aber Kollegen ihren Trampolinschein machen wollen", so Flemming. Auch die Bereitstellung der vorhandenen Fachliteratur gehört dazu. Bislang sei das nicht so ohne weiteres möglich gewesen.

Vahldieks und Flemmings Wunsch? Dass das Projekt von beiden Seiten angenommen und zu einer festen Einrichtung wird. Und: Dass sich später weitere Schulen und Uni Institute anschließen.

 


Kontakt: Peter Flemming, Mail: flemming(at)uni-hildesheim.de