Theaterkollektiv machina eX in Berlin ausgezeichnet

Tuesday, 15. March 2011 um 13:53 Uhr

„machina eX ist ein Theaterkollektiv, das Computerspiele in die Realität überträgt“, fasst Nele Katharina Lenz zusammen, die an der Stiftung Universität Hildesheim Szenische Künste studiert. Statt mit Bildschirm und Tastatur wird mit Räumen, Gegenständen und Menschen gespielt. Jüngst wurden die jungen Theaterschaffenden mit einem Jurypreis am Theater Hebbel am Ufer (HAU), Berlin, ausgezeichnet.

Lenz studiert im achten Fachsemester Szenische Künste an der Stiftungsuniversität und betreut als Produktionsleiterin das Theaterkollektiv machina eX, welches sich im Projektsemester 2010 bildete. Philip Steimel und Laura Schäffer leiten das Projekt, auch sie studieren Szenische Künste an der hiesigen Universität. Warum sie sich in diesem innovativen Theaterprojekt engagieren? „Weil wir es für eine notwendige und auf der Hand liegende Entwicklung halten, Computerspiele und Theater in einem Hybrid zu verschmelzen“, unterstreicht Steimel. Das Kernteam besteht aus zehn Studierenden aus nahezu allen Instituten des Fachbereichs II. „Unser Team zeichnet sich vor allem durch seine Heterogenität aus: von Sounddesignern über Elektrotechniker bis Tanzexperten befruchten wir uns gegenseitig und geben dem Projekt so seine besondere Atmosphäre“, schildert Steimel den Vorteil eines interdisziplinären Teams.

Computerspiele ohne Tastatur und Bildschirm, dafür mit menschlichen Darstellern – machina eX ist ein Theaterkollektiv, das Computerspiele in die Realität überträgt. „Statt mit Bildschirm und Tastatur wird in realen Räumen mit tatsächlichen Gegenständen und Menschen gespielt“, so die jungen Theatermacher. Dabei wird das Publikum selbst zum Spieler. „Ziel ist es, durch Lösen von Rätseln, das Ende des Spiels zu erreichen und dabei die Geschichte zu erfahren“, erläutert Lenz.

„Von Anfang an erschien uns die Möglichkeit, durch Hybriddenken vorhandene Strukturen aufzubrechen und innovative Kulturprodukte und -projekte in Cross-Bereichen zu schaffen, als einzigartig und unglaublich wichtig. Das ist hier in Hildesheim möglich und wird gefördert“, so Steimel. „Wir können in diesem Projekt all die unterschiedlichen Teilbereiche, mit denen wir uns während des Studiums an der Universität Hildesheim beschäftigt haben, vereinen“, erzählt Schäffer und ergänzt: „Sollten wir es schaffen, das Projekt zum Beruf zu machen, wäre das eine würdige Fortsetzung des Hildesheimer Modells.“ Viele der jungen Theaterschaffenden stehen an der Grenze zwischen Studium und Berufsleben.

Für die neue Produktion „15.000 Gray“ wurden die jungen Hildesheimer Theaterschaffenden nun mit dem HAU3 Jurypreis des 100° Festivals am Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin ausgezeichnet. Seit Ende 2003 ist das Hebbel am Ufer (HAU) Spielstätte für internationale Gastspiele, Aufführungen der Berliner und (inter-)nationalen Tanzszene sowie innovative Theaterprojekte.

Vom 11. bis zum 16. April ist machina eX mit mehreren Aufführungen im Theater Kana in Stettin in Polen eingeladen. Vom 19 bis zum 20 April wird machina eX beim Best Of 100° am HAU noch einmal die Produktion „15.000 Gray“ zeigen.