Start des Projekts „ProKarriere-Mentoring“

Thursday, 20. January 2011 um 11:00 Uhr

Karriereförderung für Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund: Am Mittwoch, 19. Januar 2011, fand die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts ProKarriere-Mentoring im Musiksaal der Stiftung Universität Hildesheim statt.

Zur offiziellen Auftaktveranstaltung begrüßte Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, die Gäste und unterstrich die besondere Bedeutung des Projekts für die Stiftungsuniversität: "Wir betrachten es als unsere Aufgabe, der Tatsache des gesellschaftlichen Wandels verstärkt Rechnung zu tragen. Jahrelang haben wir in Deutschland verdrängt, dass wir ein Einwanderungsland sind. Jeder an seinem Platze muss dazu beitragen, den gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen."

"Integration ist ein Thema, das täglich diskutiert, aber auch verkauft wird. Die Stiftung Universität Hildesheim übernimmt Verantwortung für die zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Erstens unterstützen Sie junge Menschen mit Migrationshintergrund bei dem Einstieg in den Arbeitsmarkt und zweitens unterstützen Sie Frauen", betonte Honey Deihimi, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit. "Ich hoffe, dass Sie ein Modell sind für viele andere Universitäten. Eine solche Initiative wie die Ihre erwarte ich auch von der Wirtschaft, insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen", fügte Deihimi hinzu.

"Unser Projekt befindet sich an der Schnittstelle zwischen Gender und Migration. Hochschulabsolventinnen mit Migrationshintergrund haben oft Schwierigkeiten, einen ihrem Abschluss entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Wir möchten optimale Entwicklungsmöglichkeiten bieten", so Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte und Projektkoordinatorin. Anschließend wurde das Projekt ProKarriere-Mentoring durch Dr. Vathsala Aithal, Projektkoordinatorin, Gleichstellungsbüro der Stiftungsuniversität, näher vorgestellt. "Wir wollen die jungen Frauen bei der Orientierungsphase im Berufsleben unterstützen und den strukturellen Benachteiligungen entgegenwirken", erklärte Aithal.

Das Mentoring-Programm unterstützt Studentinnen und Absolventinnen aller Fachrichtungen mit und ohne Migrationshintergrund, die überlegen zu promovieren oder eine Stelle im nichtwissenschaftlichen Arbeitsmarkt anstreben. Um den gleichberechtigten Zugang zur Wissenschaft und zum Arbeitsmarkt zu fördern, werden insbesondere Studentinnen und Absolventinnen mit Migrationshintergrund angesprochen, die den beruflichen Einstieg suchen. Darüber hinaus richtet sich das Programm an Studentinnen und Absolventinnen ohne Migrationshintergrund, da auch sie in Führungspositionen in der Wissenschaft und Wirtschaft gegenüber Männern immer noch unterrepräsentiert sind. Voraussetzung ist Interesse an einem interkulturellen Austausch.

Im Zentrum des ProKarriere-Mentoring steht die Beratung und Betreuung der Studentinnen und Absolventinnen (Mentees) durch eine Mentorin oder einen Mentor (ProfessorInnen und wissenschaftliche MitarbeiterInnen sowie Fachkräfte aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst). Ergänzt wird das Mentoring durch ein Begleitprogramm, das nach Bedarf Schlüsselkompetenzen vermittelt und einen Freiraum zu informellem Austausch bietet. Das ProKarriere-Mentoring soll Absolventinnen auf ihrem Karriereweg beraten, begleiten und ihre vorhandenen Kompetenzen stärken.

18 Mentees aus allen vier Fachbereichen und 18 Mentorinnen und Mentoren nehmen am ProKarriere-Mentoring teil. 2/3 der Mentees haben Migrationshintergrund. „Die Suche nach geeigneten Mentoren verlief sehr gut, es bedurfte keiner großen Überredungskünste. Die Sensibilität für das Thema der Karriereförderung von Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Hintergrund ist erfreulicherweise vorhanden“, zeigt sich Projektkoordinatorin Dr. Aithal zufrieden.

Die Auftaktveranstaltung wurde musikalisch begleitet durch Jamila Al-Yousef (Komposition, Gesang, Klavier, Gitarre) und Ghaza Ramzani (Geige), unter anderem spielten sie "Talking about a revolution" von Tracy Chapman.