Sechs neue Professorinnen berufen

Tuesday, 28. December 2010 um 09:00 Uhr

Sie lehren an verschiedenen Instituten der Stiftungsuniversität, haben unterschiedlichste Forschungsschwerpunkte, kommen aus unterschiedlichen Städten der Bundesrepublik – dennoch ist allen gemein: Sie sind frisch berufen. Und sie sind Frauen. Insgesamt sechs neue Professorinnen lehren und forschen ab dem WS 2010/11 an der Stiftung Universität Hildesheim.

Dr. Ursula Bredel ist seit diesem Wintersemester Professorin für deutsche Sprache und ihre Didaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur an der Stiftungsuniversität Hildesheim. Zuvor hatte sie von 2002 bis 2005 eine Professur für Linguistik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, von 2005 bis 2010 eine Professur für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Universität zu Köln inne. „Eines meiner wichtigsten Anliegen ist die Mitwirkung an der Professionalisierung der Lehrerbildung im Bereich der Sprachdidaktik/des Sprachunterrichts. Dazu gehört neben qualifizierter Lehre und einem intensiven Austausch mit den Studierenden auch die Entwicklung von Hilfsinstrumenten, die es Novizen erlauben, sich einen Überblick über das Fach zu verschaffen und sich konzeptionell sowie begrifflich-terminologisch zu verankern“, skizziert Bredel ihre zukünftige Arbeit in Hildesheim und führt fort: „Nicht zuletzt spielt die Nachwuchsförderung in der Sprachdidaktik eine zentrale Rolle. Die Betreuung von Promovierenden stellt für mich eine wichtige Aufgabe dar, weil von ihnen wichtige Impulse für eine Modernisierung des Faches ausgehen.“

Seit Dezember 2010 ist Dr. Bettina Uhlig Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Bildenden Kunst am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft. Zuvor war sie sieben Jahre lang Professorin für Kunst und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. „Das spezielle Profil der Stiftung Universität Hildesheim hat mich von Anfang an gereizt. Die Vernetzung von Bildungswissenschaften und Kulturwissenschaften im Sinne einer Profilbildung. Die Verankerung der Kunstpädagogik/Kunstdidaktik in den Kulturwissenschaften sowie die räumliche Nähe von Kunst, Musik, Literatur und Theater auf der Domäne Marienburg bieten innovative Lehr- und Forschungsmöglichkeiten. Darüber hinaus erhoffe ich mir von der Kooperation mit den fachbereichsübergreifenden Forschungs- und Kompetenzzentren die Einbindung der Kunstpädagogik in die aktuellen Bildungsdiskurse“, freut sich Uhlig auf ihre Arbeit in Hildesheim. Zu ihren Lehr- und Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Methoden der Kunstvermittlung im Kontext einer Kunstpädagogischen Hermeneutik, Bildpräferenzen und Bildhandeln von Kindern und Jugendlichen (Bilddidaktik) sowie Philosophieren mit Kindern zu und über Bilder.

Dr. Friederike Kern möchte in Hildesheim den Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache“ aufbauen, ihn inhaltlich gestalten und strukturell weiterentwickeln. Kern vertritt ab dem Wintersemester 2010/11 die Professur für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik mit dem Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Zuvor lehrte sie an der Universität Potsdam und als Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin. Die Notwendigkeit, den Bereich Deutsch als Zweitsprache weiterzuentwickeln, sieht Kern in den gesellschaftlichen und institutionellen Gegebenheiten: „Seit Jahrzehnten haben wir Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen, die Schwierigkeiten mit der Deutschen Sprache haben, weil es ihre Mutter- oder Familiensprache nun einmal nicht ist. Im Grunde fällt uns das erst seit wenigen Jahren auf, dass für diese Klientel die Schullaufbahn problematisch werden kann.“ Kern betont: „Insbesondere für Lehramtstudierende ist es interessant und relevant zu wissen, welche speziellen Schwierigkeiten diese Kinder haben – das betrifft nicht nur den Deutschunterricht sondern jeglichen Fachunterricht – und wie eine Lehrkraft damit umgehen kann.“

Dr. Kristin Kersten übernimmt zum Wintersemester 2010/11 eine Juniorprofessur am Institut für englische Sprache und Literatur. „Die Stiftung Universität Hildesheim bietet sehr gute Grundlagen für das Forschen und Lehren – mit großem Praxisbezug und in persönlicher Atmosphäre“, schildert Kersten ihre Beweggründe an die hiesige Universität zu wechseln und betont zudem die hervorragende technische Ausstattung am neuen Bühler-Campus. An der Stiftungsuniversität möchte Kersten interdisziplinäre Forschungsprojekte im Bereich des frühen Fremdsprachenlernens und der Immersion durchführen, das Forschungsnetzwerk regional und international weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen stärken. Über viele Jahre führte sie wissenschaftliche Begleitungen bilingualer Kindergärten und Schulen durch und leitet seit 2008 ein internationales EU-Projekt zu Forschungsstudien in bilingualen Kindergärten.

Dr. Andrea Fleschenberg dos Ramos Pinéu freut sich, nach Hildesheim zurückgekehrt zu sein. Von Herbst 2007 bis Frühjahr 2010 war sie bereits wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften der Stiftung Universität Hildesheim und vertritt am hiesigen Institut seit Oktober 2010 eine Professur im Fach Politikwissenschaft. Sie möchte in diesem Rahmen das Augenmerk in der Lehre auf internationale politische Themen und Prozesse lenken, den Studierenden einen Austausch mit Experten aus dem In- und Ausland ermöglichen. Von Februar bis Mai 2007 hatte Fleschenberg dos Ramos Pinéu eine Gastprofessur am Institut für soziale und kulturelle Studien der University of the Punjab in Lahore, Pakistan, inne. Ihre Forschungsinteressen liegen unter anderem in der Vergleichenden Politikwissenschaft, Demokratisierungs- und Geschlechterforschung sowie politischen Soziologie.

Die Kunsthistorikerin Dr. Viola Vahrson übernimmt zum Wintersemster 2010/11 die Juniorprofessur für Kunstvermittlung des Fachbereichs 2, Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation. Vahrson studierte an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Slawische Literaturwissenschaft. Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Kunst der Moderne und Gegenwart. Ein Ausgangspunkt ihrer Arbeit im Bereich Kunstvermittlung an der Stiftung Universität Hildesheim wird das UNESCO-Weltkulturerbe der Stadt Hildesheim sein.